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Muemmi

Heros | Zuchthengst

Holsteiner | Hengst | Im Besitz seit: Januar 2017| Pfleger: Dave Menke | Bitte keine Kommentare!

Heros | Zuchthengst
Muemmi, 1 Juli 2018
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    • Muemmi
      Alte Berichte

      © Catalina - 6. Dezember 2015 - Eingewöhnung im neuen Heim
      Der Duft von frisch gewaschenem Fell, Stroh und Mist strömte mir entgegen. Die Rettungspferde sind gerade vom Hufschmied untersucht und versorgt worden. Der Tierarzt hatte sie auch abgenickt, aber besondere Maßnahmen mussten noch gemacht werden, so lange waren sie in 'Quarantäne' und hatten auch ihren eigenen Paddock. Mit einer Schubkarre voll mit Futter und Aufbaupräparaten ging ich dann in den Trakt. "Guten Morgen meine Lieben.", keine Antwort. Als erstes blieb ich bei Majd stehen. Der Araber bekam als erstes einen Apfel, damit ich sein Futter auffrischen konnte, und mischte ein bisschen vom Nahrungsergänzungsmittel meines Vertrauens darunter. Majds Hufe waren nun gekürzt, und die Mähne war nicht mehr so stumpf wie vor drei Tagen. Heros verweigerte seinen Apfel, schnupperte aber daran, ehe er ihn dann in seinen Futtertrog rollen ließ. Das Futter rührte er auch nicht an, aber die Streicheleinheit ließ er über sich ergehen.
      Die zwei Stuten waren schon ein etwas anderer Fall. Daisy Dee hatte eine Schur erhalten, Huffett ließ ihre Hufe glänzen und gesund aussehen und der Behang war frisch gestutzt. Beim Futtereinstreuen musste ich gut achtgeben, dass sie nicht ausbüxte. Sie gab mir einen kleinen Knuff, verschlang den Apfel und wieherte einmal, als die Boxentür geräuschvoll zu fiel. Itaque, eine Stute die ich bereits einmal trainiert hatte, war unvergleichbar zutraulicher, und ich konnte ihren etwas verknoteten Schweif kämmen und dann mit einem Mähnenspray einsprühen, damit er seidig und glatt blieb.
      Nach einer Stunde Futterpause begann ich mit dem Putzen. Ich wollte die kleine Herde nicht unnötig weiter splitten, und so ließ ich die anderen drei jeweils zuschauen beim Putzen. Majd, Heros und Itaque gaben Ruhe, der Araber beispielsweise bemerkte gar nicht, dass er locker angebunden war. Pünktchen hätte sich jederzeit befreit. Stattdessen ließ er sich bürsten und weiterhin sauber machen. Heros verweigerte das Hufegeben. Er ließ sich dann aber beruhigen und schaute mir soweit er konnte zu. Ein wenig misstrauisch, der Gute. In seiner Box fraß er dann aber gemächlich den Apfel, den er vorher verschmäht hatte. Daisy Dee störrte meine Arbeit kaum. Sie legte den Kopf zur Seite und brummelte zufrieden, als ich ihren Unterbauch bürstete, empfand das Putzen der Beine aber gar nicht angenehm. Immerzu zog sie die Beine weg und schnaubte. "In Ordnung, beim nächsten Mal wasche ich sie dir." Verträumt kraulte ich ihr hinter den Ohren und drehte kichernd den Kopf weg, als sie mir ins Gesicht schnaubte und ein wenig Speichel an meinen Hals gelangte. Itaque hingegen kannte das ganze Spektakel und blieb besonnen und gelassen wie ein alter Hase. Dennoch; als ich ihrer Schweifrübe mit dem Gummistriegel gefährlich nahe kam, schob sie ihr Hinterteil bestimmt von mir weg, und legte die Ohren an. Als Entschädigung streichelte ich ihren Rücken, und fuhr mit einer weicheren Bürste über ihren Körper. "Hast du gut gemacht, Itaque. Super gemacht!", ich klopfte lobend ihren Hals und war stolz, dass die Pferde nach der monatelangen Zeit auf der Weide ihre Zutraulichkeit nicht verloren hatten. Nur Daisy und Heros schienen nicht sehr menschenbezogen zu sein, aber war das verwunderlich? Meine Unterarme waren ein wenig verdreckt, aber da würde eine Dusche Wunder wirken, dachte ich mir als ich dann auf die Paddocks ging und die Türen öffnete, sodass die Pferde langsam auf ihre gut 82 m² große Paddocks gelangen konnten. Itaque und Daisy buckelten vor Freude, während Heros sich hinlegte und ausgiebig wälzte. Majd trottete auf dem Untergrund herum, schnaubte ein Mal laut und wartete wohl auf mich. Ich schloss die Boxentüren rasch, und ging dann auf den Paddock des Arabers. "Du siehst super aus, mein arabischer Freund. Ich weiß gar nicht, was für Qualen du erleiden musstest. Ein Glück seid ihr alle gesund und habt keine Kolik oder schlimmeres.", murmelte ich in seine Mähne. Einen Moment verweilte ich, dann ging ich weg von den vier Neulingen, beobachtete sie aber immer noch und machte dann die restliche Arbeit auf dem Hofe, damit sie an der frischen Luft bleiben konnten. Am Abend bekamen sie eine weitere Futterration und frisches Obst für ein optimales Gewicht.

      © Cooper - 24.12.2015 - Tierarztbesuch
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      Kaum zwei Wochen auf meinem Gestüt angekommen, flatterten schon der nächste Aufträg ins Haus. Von Catalina Dixon. Telefonisch hatten wir vereinbart das sie auch zwei weitere Pferde hinzufügen durfte, da ich noch keine anderen Aufträge erhalten hatte und wenn ich einmal dort war, wieso nicht.

      Nachdem ich angekommen war ging ich zur Autoleihfirma, die am Flughafen anknüpfte. Anschließend füllte ich einige Papiere aus und fuhr mit einem vernünftigen Auto vom Flughafen. Simon rief an um zu fragen wie es mir geht. Ich schaltete die Freisprechanlage an und erzählte ihn erstmal alles bis zu dem jetzigen Zeitpunkt. "Du glaubst nicht wie praktisch das ist an allen örtlichen Autohäusern problemlos ein Auto zu mieten, ich bin froh das ich dieses Angebot erhalten hab, außer das es nicht sooo Billig ist". Simon antwortete schnell und dann verabschiedeten wir uns wieder, schließlich hatte er auch viel zu run. Und je nachdem wie schnell ich mit den vier Pferden fertig bin, könnte ich sogar den Nachtflug wieder nach Hause nehmen.

      Nach einiger Fahrzeit erreichte ich Catalinas Hof. Ich packte alle Geräte und Utensilien ein die ich benötigte und betrat das Gelände mit tausend verschiedenen Vorstellungssätzen. Catalina Dixon kam auf mich zu und die Begrüßung ging wie immer komplett anders von statten wie man sich es vornimmt oder vorstellt. "Ich hoffe sie hatten einen guten Flug". "Lass uns gleich mit dem Du anfangen." lachte ich und sie nickte.
      Über die kommenden Pferde zu reden löste die Spannung, die sich am Ende des Gespräches sowieso lägst gelegt hatte. Ich kramte meine Papiere aus meiner Tasche, wo sich auch das Auftragsformular von Catalina befand. "Also, einmal die Prävention B und eine vollständige Grundimmunisierung, bei allen. Das bleibt so stehen oder kommt was hinzu oder weg?". Sie Antwortete mit einem ja, für den bestehenden Auftrag und mit nein, zur anderen Frage. Daraufhin führte sie mich direkt zu den Pferden, die alle in einer Reihe warteten.

      "Also, zuerst mache ich mit jedem Pferd/Pony in wenig bekannt und werde dann zuerst die Laborproben von jedem einzelnden entnehmen. So können die in de Zeit ausgewertet werden und am Ende kann ich sie dann Vorlegen" sagte ich zu Danillie Olson, sie inzwischen Catalina ablösen musste. Sie nickte und dann legten wir gemeinsam los. Zuerst war Majd an der Reihe, ein prachtvolles arabisches Vollblut. Ich begrüßte ihn behutsam mit einem Minzstängel,worauf er daraufhin herumkaute. Bei ihm war das Blut abnehmen sowie die Abstriche von Mundschleimhaut, Ohren, Nüstern kein Problem, auch die Fellprobe verlief reibungslos. Diese Prozedur wiederholten wir bei Daisy Dee, Heros und Itaque. Bei Daisy war es schon schwieriger gewesen, sowie auch bei Itaque. Es dauerte es seine halbe Stunde bis sie aufhörte mich irgendwo gegen quetschen zu wollen oder einfach zu wild tänzelte.
      Danielle seuftzte "Das es so schwierig wird hätte ich nicht gedacht". Ich lachte, beschriftete die Proben und steckte sie in die Zentrifuge. Als die Zeit und Geschwindigkeit eingestellt war, ging ich zurück zu Majd um den nächsten Schritt der Prävention zu machen. Ich testete sein Augenreflex mit einer mini Taschenlampe, kontrllierte Maul, Nüstern, Ohren und tastete langsam von Oben bis Unten seinen Körper ab. Beim unteren Bereich des Bauches angekommen blieb ich mit der an einer Stelle stehen. Es fühlte sich an wie ein Pickel unter der Haut, dennoch war die Oberfläche rau. Ich bückte mich kurz darauf und sah auf der Erhebung eine Kruste. "Hatte er sich schon mal in diesem Bereich verletzt oder so etwas" frug ich Danielle, sie verneinte. "Nagut, für mich sieht das aus wie in Bremsenstich, womöglich stammt es aber auch von einem anderen Insekt oder Tier, das ist in dem Fall aber nicht relevant. Ich denke mal das liegt daran das es dieses Jahr sehr warm ist. So wie es scheint hatte das Majd auch gestört und gejuckt, ansonsten wäre da keine Kruste. Ich schmiere ihm jetzt eine antiseptische Salbe auf. Die wirkt dem Juckreiz entgegen und verhindert das sie sich entzündet." Dann überreichte ich Danille die Salbe "Die geht aufs Haus. Einfach einmal pro Tag drauf schmieren, bis keine Kruste mehr zu sehen ist." Ich streichelte Majd und kontrollierte dann seine Vitalzeichen, Puls, Atmung und Temperatur. Auch diese waren alle im Normalbereich.

      Weiter ging es erstmal mit Daisy Dee. Die Welsh Stute hatte ich ja eben schon kennengelernt und hoffe das sie mich trotzdem noch an sie ran ließ und das tat sie auch, das lag aber höchst warscheinlich nur daran, das ich eine Möhre hatte. Mit einigen Schwierigkeiten führte ich das gleiche durch wie auch bei Majd. Nachdem ich mit ihr fertig war, war auch schon der nächste an der Reihe, Heros. "Ein Hannoveraner also" sagte ich, denn ich hatte noch nie mit so einer Rasse gearbeitet. Er schien sehr ruhig und als ehemaliges Polizeipferd wirkte er sehr sicher und respektvoll. Dennoch war es nicht leicht mit ihm Bekanntschaft zu machen, denn das wollte er nicht so wirklich. Da ich Grundsätzlich nie eine Behandlung antrete ohne das mich ein Pferd zumindest beschnuppert hat, blieb ich solange vor ihm stehen und bot ihn einen Apfel an, bis er diesen fraß und ich ihn letztendlich sogar streicheln durfte. "Ja, so gefällt mir das" lächelte ich und begann erneut die Prävention B zu wiederholen. Am letzten Pferd angekommen schien das Ende in Sicht, aber es kam ganz anders wie wir dachten. Die Deutsche Reitponystute hatte es gewaltig in sich, selbst mit Leckerlies kam man bei ihr nicht weiter. Erschöpft und zuerst ein wenig Ratlos setzten wir vorteilhaft für beide Seiten eine Pause ein. Wir versuchten es mit einer neuen Strategie, die wirkte. Trotzdem versuchte Itaque alles um zu Verhindern, was ihr eigentlich gut tun sollte. Sie quetschte mich ein und versuchte mit tänzeln alle Maßnahmen zu verhindern. "Die Prävention ist gut verlaufen, sie hat dennoch einige Schrammen auf ihren Beinen, die nicht gut verheilen können durch dauerndes kauen oder auch Feuchtigkeit. Ich habe ihr jetzt die gleiche Salbe auf die Verletzungen geschmiert wie Majd auf den Stich, aber diese ist mit Stoffen versetzt die für Pferde abgrundtief bitter schmecken. So müsste sie die Verletzungen auch in Ruhe lassen, sodass sie verheilen können. Und vermeiden sie unbedingt unnötige Feuchtigkeit oder Nässe, also ist der Weidegang erstmal für min 2 Wochen gestrichen. Um dem Auslauf und dem frischen Grass entgegen zu Wirken geht einfach mit ihr in die Reithalle, macht ein paar Übungen und schenkt ihr gepflücktes Graß von der Weide". "Alles klar" sagte Danielle. Nun fehlte nur noch die Immunisierung. Zuerst Impfte ich Itaque gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut, entwurmte sie und ging die Reihe von hinten durch.

      Es war weniger Zeit vergangen wie wir gedacht hatten und auch die Zentrifuge war Zeitgerecht fertig geworden. Das Gerät spuckte mir die Ergebnisse aus und ich analysierte diese. "Alle Pferde sind wohl auf. Sowohl im Blut aber auch in den anderen Proben wurden keine Auffälligkeiten gefunden". Erleichtert atmete Danielle auf. "Nun, dann haben wir es endlich hinter uns" lachte sie und brachte die Pferde wieder in ihre Boxen. "Alles Klar. Ich melde mich bei Ihnen per E-Mail um weiteres zu klären. Ich bitte um Entschuldigung für den schnellen Abschied, aber so kann ich noch den Nachtflug zurück nehmen" sagte ich und verabschiedete mich von Danielle und auch von Catalina, die nochmal kurzzeitig dafür ihre Arbeit unterbrechen konnte.

      © Bracelet - 25.12.2015 - Hufschmiedbesuch
      Eine Woche nachdem ich einen Auftrag von der lieben Cata, wie ich sie nannte, entgegengenommen hatte fuhr ich nun zu ihrem Hof.
      Dort angekommen parkte ich mein Auto vor dem Hauptgebäude ein und stieg erstmal aus. In Ruhe nahm ich dann meinen Hufschmiedekoffer heraus und machte mir meine Schürze um. Dann wurde ich auch schon von Cata begrüßt und zu ihren Pferden geführt. Vier davon würde ich mir nun heute ansehen.
      Dabei handelte es sich um Majd, Daisy Dee, Heros und Itaque. Wunderschöne Pferde, die allerdings, wie es mir ihre Besitzerin im Vorfeld erzählt hatte, lange auf einer großen Wiese gestanden hatten und deren Hufen dabei nicht all zu viel Beachtung geschenkt wurden. Aber dies würden wir bestimmt wieder hin bekommen, denn gar so verwahrlost wie beschrieben waren sie dann gar nicht.
      Majd war der Erste. Der hübsche Schecke war bereits im Vorfeld blitz-blank geputzt worden und stand nun brav am Putzplatz. Er hatte wirklich gute Manieren. Stand brav da, tänzelte nicht herum und machte bei allem gut mit.
      Seine Hufe waren etwas trocken und abgenutzt. Auch das Sohlenhorn bedarf Pflege. Doch dies war alles kein Problem. Ich nahm dazu einfach erst eine Spezialzange zur Hand und kürzte damit die Hufe. Dann wurde mit einem Hufrinnenmesser ein kleiner Probeschnitt gemacht, damit abgeschätzt werden konnte wie viel Horn ich von der Sohle entfernen musste, was ich dann auch tat. Den Strahl schnitt ich ebenfalls etwas in Form. Dann sah das Ganze schon deutlich besser aus. Um dem Ganzen dann noch den letzten Schliff zu geben raspelte ich alle Flächen nochmal glatt und pinselte die Hufe mit einem bestimmten Nährstoffkomplex ein, welchen ich Cata auch gleich flaschenweise mit gab.
      So weit so gut - mein nächster vierbeiniger Patient war Daisy Dee. Die hübsche Stute verzauberte mich sofort. Sie war wirklich wunderschön. Dieses Bild bröckelte allerdings etwas, als sie mich durch und durch veräppelte. Schon bei der Hufkontrolle wollte sie ihre Beine einfach nicht heben und schlug immer wieder genervt mit dem Schweif. Irgendwie kamen wir dann allerdings doch zusammen, da ich wusste wie ich mich durchsetzen konnte. Immerhin besaß ich ja selbst auch einige Pferde, die nicht ganz so leicht handzuhaben waren.
      ,,Gut. Hier sehen wir das selbe wie bei Majd in grün.'',sagte ich dann und nahm wieder meine Zange und anschließend mein Hufrinnenmesser zur Hand. Damit wurde gekürzt, ausgeschnitten und korrigiert. Zum Schluss folgte wieder das Abraspeln aufgerauter Stellen und das Einpinseln der Hufwand mit Nährstoffkomplex.
      Nach Daisy war Heros, ein wunderschöner Kohlfuchs, dran. Der Hübsche war mir gegenüber erst noch unentschlossen, aber da Cata ihm deutlich signalisierte, dass ich gut zu ihm sein werde zeigte er sich brav und zutraulich.
      Er gab brav Huf und ließ sich diesen kürzen. Auch beim Ausschneiden zeigte er sich kooperativ und ließ die ganze Prozedur über sich ergehen. Er schnaubte sogar einmal ganz entspannt. Da dauerte es dann auch nicht lange bis alles wieder tip-top war.
      Über meine letzte Patientin freute ich mich ganz besonders. Itaque. Und damit gab es auch etwas zu bereinigen. Die Kleine war nämlich bei mir auf dem Hof geboren worden, und nicht da, wo Cata ursprünglich dachte. Umso schöner aber war das Wiedersehen mir dem süßen Rappen, welcher mich anscheinend auch noch erkannte.
      Ihre Hüfchen sahen ebenso aus wie bei den anderen drei Pferden, doch bei ihr musste ich leider eine kleine Fehlstellung feststellen. Also kürzte ich erst wie gewohnt die Hufe, schnitt Itaque aus und nahm anschließend die Raspel zur Hand mit der ich die Tragefläche gerade raspelte, welche sich anscheinend durch eine ungleichmäßige Abnutzung abgeschrägt hatte und die Stute dabei beim Laufen nach Innen kippen ließ. Nun war aber wieder alles in bester Ordnung.
      Nachdem ich Ita auch etwas Nährstoffkomplex auftragen hatte, verabschiedete ich mich auch schon wieder und verließ das Gestüt.

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      20. Mai 2016 - Dressurtraining E-A
      1606 Zeichen © schattentänzer


      Es war ein schöner Sommertag und heute sollte auch noch einiges passieren. Ich erwartete Vel Stanton mit ihren Pferden Rékja, Heros und Bjatur. Ich ging aus dem Stall als ich zwei Automotoren hörte, schnell lief ich zu Vel als diese aus dem Auto stieg „Willkommen im Ausbildungscenter der Mountain Ridge Ranch!“. Sie lächelte und wir besprachen de Trainingsplan, wir entschieden uns mit Heros anzufangen. Ich nahm den Hengst mit in die Halle, da er bereits reitfertig war. Ich ritt ihn ein paar Runden warm und machte viele Volten, bevor ich antrabte. Ich merkte, dass er sich erst an seinen neuen Reiter gewöhnen musste. Er hatte wahrlich schöne Gänge und dann begann ich die neuen Lektionen zu üben. Er war sehr lernwillig und wirklich bemüht, so ging er sehr schnell und er hatte alle Lektionen drauf. Als nächstes brachte Vel mir Bjatur er schnaubte und tänzelte etwas „Sonst ist er nicht so.“ meinte Vel. Ich nahm den Hengst und führte ihn eine Runde. Dann steig ich auf und ging noch ein paar Runden, dann trabte ich. Es dauerte ein paar Runden bis er den Tölt richtig lief und das auch schnell genug. Nun war Rékja dran, die letzte für heute und hoffentlich läuft es auch so gut. Aber nach dem Aufwärmen zeigte sich, dass es schnell gehen wird. Sie ging gut kontrolliert und ich konnte schnell mit neuen Lektionen anfangen. Schnell hatte sie den versammelten Trab drauf und auch die anderen Lektionen. „So, ich hole die Zertifikate!“ meinte ich und gab Vel ihre Stute. Dann ging ich ins Haus und holte die Blätter und brachte sie Vel. „Euch eine gute Fahrt und bis bald!“ winkte ich ihnen hinterher.

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      24. Juli 2016 - Ray kommt zu Besuch!
      32.438 Zeichen © Canyon


      "Boar Stanley, hast du noch nen Bier in deinem Rucksack? Bei dieser Schweinehitze kratz ich ja voll ab."
      "Ian alter, kauf dir selbst nen Bier und halt endlich deine Fresse, sonst klebe ich sie dir mit Panzertape zu."
      Ich schlug meine Hand vors Gesicht und atmete tief durch. Alles wird gut, alles wird gut, sagte ich mir, bevor ich die Hand wieder vom Gesicht wegnahm und meinen Blick wieder Richtung Decke wandte. Eine einsame Spinne hatte sich dort in der Ecke ein Netz gesponnen und wartete nun vergebens darauf, dass eine Fliege den Weg dort hinein fand. Allerdings schienen auch die Fliegen der Sommerhitze in irgendeiner dunklen Ecke entkommen zu wollen und so wartete die Spinne vergebens.
      Nur noch knapp eine Stunde, sagte ich mir, dann wäre ich endlich am Ziel meiner Reise.
      Seit, ich blickte auf die Uhr, genau zwei Stunden und 43 Minuten saß ich nun schon in dem Abteil eines verrauchten, stinkenden Zuges, welcher stetig gen Westen fuhr, genau auf Alberta zu.
      Ich wusste selbst nicht, warum ich den Zug genommen hatte und nicht etwas Einfacheres und schnelleres, wie zum Beispiel ein Flugzeug, aber anscheinend hatte ich mir die Fahrt viel angenehmer vorgestellt, als sie im Endeffekt geworden war.
      Eine kleine Jungsbande, alle so um Anfang zwanzig, waren kurz nach mir eingestiegen, schimpften sich seit dem gegenseitig voll und hatten zusammen nun schon den zweiten Kasten Bier geleert. Ein dritter fehlte.
      Ich hatte sogar die Langeweile gehabt, mir die Namen aller zu merken und kannte nun nicht nur Stanley und Ian mit Vorname, sondern auch Frank, Kevin und Steven, welche zusammen so sehr stanken, wie ein ganzer Kühlschrank voll saurer Milch und ich wusste, wovon ich redete.
      Ich schloss meine Augen, versuchte die nervigen Stimmen der Jungs zu ignorieren und vielleicht noch etwas Schlaf zu finden, bevor ich in Millarville ankommen würde.
      Und tatsächlich. Als ich kurz darauf von einem nuschelnden Schaffner geweckt wurde, der so etwas Ähnliches murmelte wie: "Sir, sie müssen aussteigen, Millarville.", wurde mir bewusst, dass ich tatsächlich geschlafen hatte.
      Meine unangenehme Begleitung schien mittlerweile auch ausgestiegen zu sein, oder zumindest konnte ich sie nirgends mehr entdecken. Solch schräge Menschen. Wenn ich überlegte, dass es auf der Welt davon so viele gab...
      Ich schnappte mir meinen Rucksack und meine Jacke vom Hacken und verließ dann eilig den Zug und fand mich, wie erwartet, auf dem Bahnhof von Millarville wieder.
      Noch etwas orientierungslos blickte ich mich um, wurde jedoch kurz darauf von einer jungen Frau begrüßt, welche mir ihre Hand hinhielt und meinte: "Lou Fleming. Sie müssen Ray Greenwald sein, nehme ich an?"
      Ich nickte. "Richtig, freut mich ihre Bekanntschaft zu machen!"
      Ich hatte keine Ahnung, was mich dazu angetrieben hatte auf die Anzeige der Heartland Ranch zu klicken, welche für einige Wochen etwas Aushilfe suchte, allerdings hatte es mich gejuckt, wieder einmal ein neues Gestüt und neue Pferde kennenzulernen, seitdem die letzte Ranch, für welche ich gearbeitet hatte, den Bach herunter gegangen war. Nun würde ich den Sommer auf dem Zuchtgestüt für Haflinger arbeiten und hoffentlich einige nette Menschen kennenlernen.
      Lou brachte mich zu ihrem Auto, mit welchem wir dann den letzten Abschnitt meiner Reise hinter uns brachten. Während sie mich nun Richtung Heartland kutschierte, erzählte sie mir schon das Wichtigste vom Ablauf des Tages. So bekam ich mit, dass es außerdem dem Zuchtstall der Haflinger noch einen Nebenstall mit jeder Menge anderer Pferde gab. Lou teilte mich auch schon für die erste Zeit im Nebenstall ein, später würde ich dann auch wechseln, um auch die anderen Pferde kennenzulernen.
      Die Heartlandranch war ein riesiges Anwesen mit jeder Menge Weiden und vielen Möglichkeiten Pferde zu trainieren und zu reiten. Bereits auf den ersten Blick konnte ich einen Springplatz, Paddocks und ein großes Stallgebäude erkennen.
      Das Wohnhaus, in welchem ich die nächsten Wochen auch ein Zimmer haben würde, lag gleich auf der linken Seite und besaß nach hinten hin eine gigantische Aussicht auf einen See, welchen ich wohl auch die nächste Zeit genießen durfte.
      Nachdem wir den Wagen abgestellt hatten, zeigte mir Lou mein Zimmer und ließ mir etwas Zeit, mich einzurichten. Viel war es ja nicht: Etwas Arbeitskleidung und ein paar wichtige Dinge für den Alltag, mehr würde ich wahrscheinlich nicht brauchen.
      Eine halbe Stunde später trag ich Lou vor dem Wohnhaus, von wo aus sie mich als Erstes zum Stall führte.
      Ich schüttelte jede Menge Hände, hörte mir Namen an (Amy, Jack, Mallory, Ty und noch viele mehr) und durfte einen ersten Blick auf die Pferde werfen.
      Ich war kein wirklich guter Reiter, hatte mich nur mal hier und da aus Spaß auf ein Pferd gesetzt, und trotzdem mochte ich diese kraftvollen und eleganten Geschöpfe, weswegen ich mich auch dafür entschieden hatte, ein einfacher Stallbursche zu werden. Man lernte viele verschiedene Menschen kennen, hatte einen vollen Arbeitstag, jedoch ständig voller Abwechslung und man hatte immer mit Tieren zu tun.
      Die junge Mallory konnte es kaum abwarten, dass Lou zurück ins Haupthaus ging und mich den anderen überließ, denn kaum war sie weg, hatte ich eine kleine Fessel am Fuß, welche mir unbedingt das ganze Gestüt und die Pferde zeigen wollte.
      Es war gerade erst früher Nachmittag, doch ich war jetzt schon so geschafft vom Tag, dass ich meine Augen mit aller Kraft davon abhalten musste, zuzufallen. Die frühe und lange Zugfahrt und die unangenehme Begleitung hatten mich doch anscheinend ganz schön geschafft.
      Für heute war ich noch nicht in die Arbeit angebunden, morgen früh musste ich jedoch um sieben auf der Matte stehen und das am besten wach!
      Dank Mallory lernte ich einige der Mitarbeiter gut kennen und konnte mir schonmal einen ersten Eindruck verschaffen, allerdings bedankte ich mich irgendwann bei ihr und meinte, dass ich wohl heute zeitig ins Bett müsse. Sie schien etwas enttäuscht und zog eine kleine Schnute, jedoch versprach ich ihr, dass sie die nächsten Wochen noch genügend von mir haben könnte.
      Mein erster Tag auf der Ranch ging dann zum Glück doch noch ganz entspannend zu Ende, so dass ich am Abend früh und schnell einschlafen konnte.
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      Der nächste Tag begann tatsächlich recht früh, allerdings war ich dies ja auch schon von meinen anderen Arbeitsstellen gewöhnt. Vor allem im Sommer freute man sich dann, in der frühen Morgenkälte arbeiten zu dürfen, als in der Hitze des Mittags.
      Nach einem gemeinsamen Frühstück mit all denen, die auf der Ranch arbeiteten, begaben wir uns in den Stall.
      Jack Bartlett, der Besitzer der Ranch, wie mir Mallory mitgeteilt hatte, hatte sich netterweise dafür bereit erklärt, die ersten Tage mein "Aufpasser" zu sein, bevor ich wohl von selber wissen würde, was anstand.
      Obwohl Jack schon recht alt aussah, ich traute mich nicht ganz so zu schätzen, wer weiß, vielleicht war er auch noch gar nicht so alt, hatte er noch ganz schön viel Kraft in seinen Knochen. Mit seinen knorrigen Händen hob er noch jede Schubkarre und jeden Wassereimer, ohne auch nur zu stöhnen. Wie peinlich, das schaffte ja noch nicht mal ich!
      Jack und ich waren heute eingeteilt, uns um die Jungpferdefraktion zu kümmern. Das waren gar nicht allzu wenige und waren dazu noch die unterschiedlichsten Rassen. Ich konnte einige Trakehner ausfindig machen, aber auch Englische Vollblüter und einen Isländer. Eine interessante Mischung hier! Unterschiedlich alt waren sie auch noch alle.
      Zuerst stand das Füttern an der Reihe. Jeder bekam seine Portion Kraftfutter, sowie etwas Heu. In jeder Box kontrollierten wir dann auch noch das Wasser, bevor wir damit begonnen, die Youngster auf den Weiden zu verteilen.
      "Ray!" rief mich Jack durch den Stall. "Komm mal her."
      Ich kam aus einer der Boxen und schritt zu Jack, welcher im Gang stand und auf mich wartete. "Wir fangen mit den beiden Stuten an, die kommen auf eine andere Weide als die Hengste. Da du noch nicht weißt wohin, muss ich wohl mitkommen. Morgen machst du das aber alleine."
      Ich nickte und fühlte mich fast so wie in meiner Ausbildungszeit, der Mann hatte echt Selbstvertrauen.
      Die eine der kleinen Stuten hieß Maelis und war eine überaus hübsche Trakehnerstute, während die andere den verdammt niedlichen Namen Puppy trug. Natürlich bekam ich die kleine Isländerstute, während Jack Maelis das Halfter umlegte. Zum Glück waren die Weiden hier ja nicht allzu weit auseinander, sodass wir recht schnell wieder zurück im Stall waren, um auch die Hengste nach draußen zu bringen.
      Jack betrachtete mich im Stall eingehend, bevor er kurz seine Nasenflügel nach oben zog und mich dann fragte: "Meinst du, du schaffst drei Pferde auf einmal? Dann müssen wir nicht doppelt gehen und außerdem mögen diese kleinen Racker es sowieso nicht, wenn man sie von ihren Freunden trennte."
      Ich zuckte mit den Schultern. "Klaro, warum nicht!"
      Jack brummte kurz, bevor er mir meine Anweisungen gab. "Gut, dann schnappe dir mal Par Dieux, Findus und Dead Snow, wir treffen uns gleich vor dem Stall."
      Zugegeben, es war doch gar nicht so einfach, drei übermütige Hengste zusammen aus den Boxen zu holen und durch die enge Stallgasse nach draußen zu bringen, allerdings wollte ich Jack unbedingt zeigen, dass ich es voll drauf hatte. Bei diesem Gedanken musste sogar ich lachen.
      Jack war natürlich schneller gewesen und wartete draußen bereits mit Castiel, Cilion und Cabbalero, drei feurigen Jungpferden, welche, magischerweise, alle mit C begannen. Magic!
      Der Weg mit drei Pferden zu den Koppeln war definitiv weitaus anstrengender als mit einem. Ständig wechselte einer der drei die Seite, blieb plötzlich stehen oder drängelte sich an einem anderen vorbei.
      Jacks Rat war nur: "Zeig ihnen wo der Hacken hängt, die machen sonst nur Blödsinn mit dir"
      Er hatte ja leicht Reden, würde ich das bereits seit dreißig Jahren jeden Morgen machen, hätte ich das bestimmt auch drauf. Bestimmt...
      Als wir zurückkamen hatten die anderen Mitarbeiter bereits die anderen Pferde auf die Weiden gebracht, sodass nun natürlich die richtige Stallarbeit anstand. Boxen ausmisten, neues Stroh und Heu holen und Stallgasse fegen; Es war bereits Mittag, als auch diese Arbeit erledigt war.
      Nach einer Mittagspause ging die Arbeit weiter. Diesmal arbeiteten wir allerdings viel weitgefächerter und jeder ging seinem Job nach.
      Amy konnte ich immer wieder mit Pferden auf den Platz gehen sehen, andere äppelten die Weiden ab oder reparierten Zäune. Ich musste zugeben, zu diesem Zeitpunkt war ich etwas überfordert, hoffte jedoch, dass dies schnell jemand mitbekommen würde.
      Und tatsächlich: Der junge Ty schien dies zu bemerken und half mir, in dem er mir eine Schubkarre vor die Nase stellte. "Komm Ray, abäppeln!"
      Ich seufzte, diese Arbeit hatte ich schon immer geliebt!
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      Die nächsten Tage verliefen meist recht gleich. Ich war am Morgen weiterhin für die Jungpferde zuständig und ich musste sagen, dass ich mich jeden Tag verbesserte und die Fohlen auch besser kennenlernte. Auch am Nachmittag fand ich nun des Öfteren viel schneller einen Arbeitsplatz, je tiefer ich in der ganzen Rancharbeit drinnen steckte. Zum Abäppeln dazugekommen war jetzt auch, dass ich des Öfteren dabei half, die Pferde zum Training von der Weide zu holen und vorzubereiten, mit den Jungpferden spazieren zu gehen oder mit dem Traktor umherzufahren und Dinge von A nach B zu schleppen. Vor allem gefiel mir die freundliche Stimmung und die gute Zusammenarbeit unter den Mitarbeitern, sodass ich die Ranch am liebsten gar nicht mehr verlassen wollte.
      Nach einigen Tagen sagte mir Jack dann, dass es für mich bei den Fohlen zu Ende war und ich zu den Großpferden gelassen wurde.
      Hier arbeitete ich meist zusammen mit Ty oder Lou, welche mich die ersten Tage immer gut begleiteten.
      Jeden Morgen und jeden Abend, brachte und holte ich die Pferde von den Weiden und dazwischen die Zeit verging wie im Flug.
      Die ersten Tage war ich wieder für die Stuten verantwortlich, wovon es doch erstaunlich wenige gab. Wikotikabesa, Mon Chérie, The Death Angel und Cindarella waren alle vier leicht zu händeln und ich liebte den Alltag mit den vier Stuten. Doch trotzdem hieß es auch irgendwann für mich, weiter gehts, denn natürlich wollte ich auch noch die unhaffigen Hengste kennenlernen, bevor es für mich zu den Zuchtpferden gehen würde.
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      Ich konnte mir gar nicht vorstellen, was die Heartlandranch so mit Hengsten hatte, denn davon gab es hier im Übermaß, was ich natürlich nicht schlimm fand. Es war nur - etwas mehr Arbeit.
      Um all die Hengste früh auf ihre Weiden zu bringen, benötigten wir dringend mehr Hände, die mit anpackten. So stießen zu mir, Amy und Ty auch noch Caleb und Chase, welche beide nicht ganz so mein Typ waren, allerdings musste ich ja nur mit ihnen zusammen arbeiten können.
      Damit keine Pferde verloren gehen würden, trafen wir uns jeden Morgen kurz zu einer Besprechung im Stall, welche meist von Amy oder Ty geführt wurde. Vor allem am ersten Morgen war ich noch etwas überfordert, da ich die meisten der Pferde noch nicht allzu gut kannte. Natürlich hatte ich den ein oder anderen schonmal geputzt oder für den Hufschmied festgehalten, aber das war es dann auch schon.
      "Da Ray ab heute für einige Tage hier mit helfen wird," meinte Ty am ersten Morgen zu den anderen, "Wird die Aufteilung etwas anders sein." Und dann teilte er zu. Es waren dreizehn Pferde und jeden Morgen etwa vier bis fünf Helfer im Stall. Es war daher mit Sicherheit so, dass wir nicht alle Pferde auf einmal verschiffen konnten.
      Ich würde zweimal laufen, einmal mit Jim Beam Bastian, einem hübschen Welsh C Hengst, und mit Celsius, einem Deutschen Reitpony. Das zweite Mal teilte mir Ty nur einen großen gepunkteten Hengst zu, an der Boxentür stand: Herbert. Innerlich musste ich laut auflachen. Allerdings schien der Name Herbert für alle schon so normal geworden zu sein, dass das außer mir kein anderer witzig fand.
      Jeden Morgen brachte ich nun diese drei auf die Weide, mistete auch ihre Boxen aus und holte sie am Abend wieder hinein. Ich verstand die anderen ja, dass hier Ordnung angesagt war, aber etwas langweilig war es schon.
      Da Ty wegen seines Jobs als Tierarzt nicht immer da sein konnte und auch der ein oder andere mal frei hatte, gab es dann auch Tage, an denen ich noch andere Pferde nach draußen bringen durfte.
      So war ich einmal ganz erstaunt, als ich zurück in den Stall kam und mir Caleb zwei große dunkle Hengste in die Hand drückte und meinte, dass ich die nach draußen bringen sollte. Ich war ganz erstaunt, tat aber wie mir geheißen.
      Die beiden kannte ich schon etwas, oder jedenfalls hatte ich mir ihre Namen von den Boxenschildern gemerkt. Der Friese besaß den anmutigen Namen Luzifer, die Farbe und der Name waren genau der gleiche wie von meiner alten Katze, und der Trakehner hieß The Black Death. Ich konnte mich noch daran erinnern, dass es bei den Stuten eine gegeben hatte, die auch Trakehner gewesen war und so einen ähnlichen Namen getragen hatte.
      Zum Glück war es keine ganz so schwierige Aufgabe, die beiden auf die Weiden zu bringen, auch wenn Death etwas temperamentvoll und eigensinnig war, dafür behielt jedenfalls Luzifer die Ruhe, sodass beide dort landeten, wo sie hingehörten.
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      Einmal die Woche hatte ich frei. Immer an unterschiedlichen Tagen, was mich aber nicht störte. Mein nächster freier Tag fiel dieses Mal jedoch auf einen Samstag. Auch diesen nutzte ich wieder gründlich, um etwas schlaf nachzuholen und stand so erst kurz vor dem Mittag auf, um mir in der Küche etwas zum Frühstück zu machen.
      Wenig später traf ich im Stall mal wieder Mallory, welche sich natürlich riesig freute mich zu sehen. Sie faselte mich natürlich wieder mit den neuesten Geschichten zu und ich schaffte es, ihr jedenfalls mit einem halben Ohr zuzuhören.
      Mit dem anderen war ich in den Trubel im Stall vertieft. Ich genoss es, einfach mal die anderen entspannt zu beobachten.
      Ty brachte gerade ein großes hübsches Saddlebred, der Name war glaube ich Prince of the half moon oder so, nach draußen und kurz darauf kam Amy mit den beiden kleineren Lakritz und Skywalker hinterher. Auch sie verschwand durch einen Ausgang nach draußen, sodass ich nun Mallory auch meine andere Hälfte des Ohrs schenken musste.
      "Ray, was hältst du eigentlich von einem Ausritt? Ich bin mir sicher, dass Amy damit einverstanden wäre. Bist du bis jetzt eigentlich schonmal hier ausgeritten?"
      Ich brauchte etwas länger um ihren Worten folgen zu können, bevor ich zu einer Antwort ansetzte. Ich wusste nur noch nicht so ganz was ich sagen sollte, weswegen nur ein "Hä" oder so aus meinem Mund kam.
      "Jaja, ein Ausritt! Du hast doch heute frei oder? Bei diesem schönen Wetter MUSS man einfach das Gelände rund um Heartland kennenlernen, wirklich!"
      Ich zuckte mit den Schultern. "Ach Mal, ich weiß nicht, ich bin nicht gerade wirklich ein guter Reiter und ob man mir hier ein Pferd zutraut, bei den ganzen wertvollen Pferde..." versuchte ich mich herauszureden.
      "Ach Quatschradatsch, ich kläre das mit Amy und Ty sobald sie zurück sind, die werden bestimmt nichts dagegen haben!" meinte sie und rannte in Richtung Weiden.
      Ich seufzte. Ein Ausritt, wo ich beweisen konnte, dass ich es nicht konnte, war eigentlich das Letzte was ich jetzt wollte. Ich ließ mich vor dem Stall auf einer Bank nieder und genoss die warmen Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Die Temperaturen waren bereits die letzten Tage angenehm gewesen. Nicht zu warm, nicht zu kalt, ohne Regen, aber mit einer leichten Dauerbrise im Gesicht, welche einem die Mücken von den Armen wehte. Perfekt, vor allem bei einem Ausritt...
      Als Mallory mit Ty und Amy zurückkam, schien sie die Beiden schon davon überzeugt zu haben, einen Ausritt zu machen. Es war jetzt Mittagszeit, so dass die Zeit für alle da war.
      Wie es der Zufall so wollte, stieß auch Lou einige Minuten später noch zu uns. Auch sie schien sich auf einen Ausritt zu freuen.
      Der zweite Zufall war, dass noch fünf Pferde im Stall standen. Eins für jeden von uns. So langsam fingen meine Beine an zu zittern und meine Gedanken wirbelten umher wie die Gemüsesuppe in der Schulkantine, wenn die dicke Köchin wild mit dem Löffel in dieser herum rührte. Jedenfalls war das zu meiner Schulzeit so gewesen. Ich hasste Gemüsesuppe.
      Ich nahm mir kurz die Zeit um durchzuatmen, bevor mich auch schon Ty rief. "Ray? Komm, ich zeige dir dein Pferd!" schallte seine Stimme durch den Stall.
      Oh nein, oh nein, das würde mein Untergang sein! Lou und Amy würden mich vom Hof werfen und das bestimmt ohne Bezahlung, wenn sie sahen, was ich mit ihren armen Pferden anstellte. Ich war erledigt, ich würde mein restliches Leben von Harz IV leben müssen, ich... Plötzlich tauchte Mallory neben mir auf und zupfte mir am Ärmel. "Wo bleibst du denn Ray, wir müssen uns etwas beeilen!" Dann zog sie mich zu Ty, welcher vor einer Box mit einem mittelgroßen aber übermäßig hübsch gescheckten Hengst, an dessen Boxentür nur "I See You" stand. Na etwas gruselig war der Name ja schon!
      "Bittschön", meinte Ty und deutete auf die Box. "Ein überaus ruhiger und nervenstarker Hengst. Der wird dir bestimmt gefallen, wie ich dich kenne!" meinte Ty mit einem freundlichen Lachen. "Sage mir einfach Bescheid, sobald du Hilfe brauchst oder Satteln möchtest. Einer von uns wird dir bestimmt helfen."
      Ich nickte nur leicht eingeschüchtert und murmelte ein "Danke", mit welchem sich Ty aber zufriedengab und sich dann zu seinem eigenen Pferd begab.
      "Ray, du siehst ja fast so aus als hättest du Angst? Wie witzig!" Mallory lachte, bevor sie sich hüpfend zu einer Box, einige Meter neben meiner, aufmachte.
      Ok, sagte ich mir, Putzen ist doch kein Problem, das hatte ich jetzt schon oft gemacht, kein Problem. Sachte schob ich die Boxentür auf und hielt Isee (ich nannte den jetzt einfach so) meine Hand hin. "Na du?" flüsterte ich, "Du nimmst es mir doch bestimmt nicht übel, wenn ich vielleicht nicht so gut reiten kann, oder?"
      I See You blickte mich einfach mit dunklen Augen an, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich deutete das jetzt mal als "Ja".
      Putzen war zum Glück wirklich nicht so schwer, beim Satteln holte ich mir dann aber die Hilfe von Mallory, welche mir Isees Sattel zeigte und diesen dann auch mit mir zusammen auf den Rücken des Hengstes verfrachtete. So ein Westernsattel hatte doch schon ganz schön Gewicht! Die Trense hängte ich erstmal nur an das Horn (ach, was war ich stolz, dass mir dieser Begriff einfiel!) und half dann auch Mallory, ihr Pferd zu satteln. Gegenseitige Hilfe uns so... Das junge Mädchen durfte einen großen und kräftigen Knabstrupper Hengst namens Panino reiten, was bedeutete, dass der Sattel noch weiter hochgestemmt werden musste, als bei Isee. Ich hätte wohl doch ab und zu etwas Sport machen sollen, dachte ich bei mir.
      Als auch Panino fertig war, ging ich wieder zurück zu Isee, welcher nun nur noch getrenst werden musste. Nur noch, was für eine Ironie! Der Hengst schien es nicht einzusehen, dass Gebiss in den Mund zu nehmen und so peinlich es mir dann auch war, ich rief Mal ein weiteres mal um Hilfe an. Sie schaffte es innerhalb von Sekunden, was mich noch mehr verunsicherte, ob ich einem Ausritt gewachsen war, aber jetzt gab es kein Zurück mehr.
      Als alle fünf mit ihren Pferden vor dem Stall standen, ging es ans Aufsteigen. Mallory hatte mit ihrem Knabbi als Jüngste tatsächlich das größte Pferd erwischt, während Lou mit dem Quarter Horse As War Fades das kleinste Pferd hatte. Ich lag dann irgendwo in der Mitte, was ich ganz praktisch fand.
      Die anderen beiden Pferde kannte ich noch nicht beim Namen, aber Mal half mir wie immer weiter. "Das Pferd bei Ty heißt My Blue Gun und Amy reitet Azzurro, den Barockpinto." erklärte sie mir auf meine Bitte hin.
      Ich war ganz geschickt, in dem ich die Bank, auf welcher ich mich vor kurzem noch gesonnt hatte, als Aufstiegshilfe nutzte und auch wenn mir dabei der schlecht sitzende Helm verrutschte, so kam ich trotzdem ganz gut rauf, wie ich fand.
      Im Endeffekt war der Ausritt dann doch gar nicht so schlimm gewesen; Ty, Amy und Lou hatten mir immer wieder Tipps, aber auch Lob gegeben und anscheinend waren sie doch gar nicht so verwundert darüber gewesen, dass ich kein Grand Prix Reiter war, zum Glück! Ich hatte mir also wohl unnötigerweise Gedanken gemacht.
      Im Schritt, wie aber auch im Galopp hatte ich mich gut im Sattel halten können, was mich besonders stolz machte. Isee war wirklich ruhig, auch wenn er ganz aufgeregt getänzelt hatte, als wir an der großen Rinderwiese vorbeigeritten sind. Das Cuttingblut steckte bei ihm wirklich im ganzen Körper!
      Auch wenn es nur ein gemütlicher Ausritt gewesen war, so hatte ich viel gelernt und die Ranch war mir noch ein Stückchen näher ans Herz gewachsen.
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      Nach der Hälfte meiner Zeit, traute man mir nun zu, mich um die Zuchtpferde zu kümmern. Das waren noch mehr, als die Nichtzuchtpferde aus dem Nebenstall und mein größtes Problem war, dass sie alle gleich aussahen.
      Selbst nach den ersten Tagen kannte ich nur ein paar markante Pferde, welche vielleicht eine dunklere Farbe besaßen oder dessen Mähne unnatürlich lang war.
      Vor allem war mir da natürlich Golden Samurai aufgefallen, ein überaus stattlicher und prächtiger Hengst, welcher sogar schon seine Körung hinter sich hatte. Figaros Schattenfalter war, im Gegenteil zu der hellen Masse der anderen, viel dunkler, fast schwarz und so wie mir Amy erklärte, nannte man seine Farbe Kohlfuchs.
      Außer den Haffis gab es dann noch fünf Pferde, welche zur Veredlung da waren, aber auch die hatten diesen Haflinger-Farbton. Faster das große Englische Vollblut und dann noch vier Araber. So wie ich das mit bekommen hatte, waren Golden Girl und Pearl Arabische Vollblüter, während First von Rothen ein Anglo-Araber war und Everyday As It Comes eine Shagya-Araber Stute. Also eine bunte Mischung.
      Der Rest der Pferde, ja wie sollte ich es ausdrücken, bei denen fiel es mir schwer sie mir wirklich zu merken.
      Bei den Stuten gab es da eine Picola und eine Lana und die freche Calla und dann hörte es mit Namen auf. Alle anderen kannten diese natürlich und machten sich regelmäßig, aber ohne böse auf mich zu sein, sich über mich lustig. Auch Mallory, welche nach der Schule oft ihre Freizeit auf dem Gestüt verbrachte, fragte mich eines Tages: "Also ehrlich Ray, wie hast du es nur bis jetzt geschafft durchs Leben zu kommen, wenn du dir noch nicht mal so ein paar einfache Dinge merken kannst?"
      Einfach, sie hatte gut reden, das war ein 20 Kilometer Lauf für mein Gehirn, wenn ich versuchen würde all die Namen dort zu speichern! Und trotzdem gab ich mir jeden Tag aufs neue Mühe und wiederholte den Namen jedes Pferdes fünfmal, bis ich fast alle konnte.
      Die grazile, recht große Stute hieß L'ombre de la Lune, oder einfach nur Lune genannt. Die, die man immer von der Koppel ziehen musste, weil sie mal wieder nicht aufhören wollte zu fressen, hieß Nimué und die mit der langen gelockten Mähne war Money in a Bank. So ging das weiter. Ich suchte bei jedem Haffi eine auffällige Eigenschaft und versuchte den Namen darum zu puzzeln. Nordsterns Mähne leuchtete zum Beispiel so hell wie ein Nordstern, die Farbe von Golden Diamond war sehr extrem und die lange Mähne von Mrs. Pretty hatte genau die gleiche Farbe wie ihr Fell.
      Die jüngste hieß Mirabella und war so ein Sonnenschein, dass ich mich am ersten Tag in sie verliebte. Verschmust und anhänglich, genau mein Geschmack!
      Ich konnte Ty und Amy nicht davon überzeugen, dass sie mich nicht mehr auf die armen Pferde setzen sollten, aber sie ließen gar nicht mit sich reden und gaben mir weiterhin Reitunterricht, was ich natürlich nicht bereute! Reiten war toll, nur war man als Junge in der Schule gleich Außenseiter gewesen, wenn man geritten ist und später hatte ich nie das Geld dazu gehabt. Beide waren außerdem davon überzeugt, dass das ganze nur auf einem Haflinger stattfinden sollte, wenn ich schon einmal auf der Heartland Ranch war.
      So saß ich den einen Nachmittag mal auf der alten Meike, sonntags dann auf Nachtigall und des Öfteren auf Little Baby, welche sich besonders gut reiten ließ, wie ich fand.
      Auf Amsterdam Girl saß ich nur einmal und das auch recht kurz, bevor sie beschlossen hatte, mich mit einem Hüpfer in den Sand zu versetzen und mir mein Bein dann leider so wehgetan hatte, dass ich es kein zweites Mal versuchen konnte. Aber das gehörte nunmal auch zum Reiten dazu, im Sand zu landen.
      Auf dem Rücken einer Stute fühlte ich mich wohl, weswegen man es mir auch nicht übel nahm, dass ich mich nicht mal auf einen der berühmten Heartlandhengste setzen wollte.
      Bei den Hengsten hatte ich nämlich leider auch das gleiche Problem wie bei den Stuten, die Namen wollten einfach nicht in meinen Kopf. Außer L'ombre de la Figaro, welchen ich von Turnieren und so kannte, waren es einfach alles Haffis für mich.
      Eines Abends nahm ich mir dann mal die Zeit und ging die Stallgasse entlang, während ich mir jeden Namen notierte und mit meiner nicht allzu guten Handykamera von jedem Pferd ein Bild machte. Bis Mitternacht saß ich dann in meinem kleinen Zimmer und sortierte die Namen den Pferden zu, um am nächsten Tag jeden mit meinem Wissen zu überraschen.
      Die Pferde mit S waren besonders schlimm. Samie, Small Joker, Sunshine Shadow, Surburb Lights und Sternsinger. Das schlimme war ja, dass sie dann auch noch alle gleich aussahen! Surburb Lights (oder einfach Bubis) Mähne war recht lang, die von Sunshine allerdings auch, weswegen es für mich immer schwer war auf die Anweisung von Ty hin ("Hole mal den und den von Weide" und so) auf Anhieb das richtige Pferd zu erkennen.
      Abajo, Bonito und Burberry waren noch leichter zu erkennen als Jargo, Windsor, Askan und Franzl von Falkenstein, DOCH irgendwann hatte ich es drauf. Aber so was von richtig. Früh, wenn alle auf die Weiden gebracht wurden, zwischendurch zum Reiten und zum Arbeiten und abends, als alle Pferde wieder zurück in den Stall kamen, ich wusste, wer Abajo war, wer Franzl und wer Sunshine. Mit viel Arbeit hatte ich das für mich unmögliche geschafft und jedem Pferd in meinem Kopf einen Platz gegeben, wo es hoffentlich noch lange bleiben würde.
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      Kurz bevor ich Heartland wieder verlassen würde, fragten mich Ty und Amy eines Samstagnachmittags, ob ich nicht morgen mit zu einem in der Nähe gelegenen Verkaufshof kommen wollte. Die beiden wollten nach Pferden Ausschau halten, welche vielleicht für ihre Zucht praktisch wären.
      Ich fuhr ohne jegliches Vorherwissen mit zu den Briar Ridge Stables, doch als ich bereits durch die Fensterscheibe des Wagens blickte, merkte ich, dass das nicht ganz so mein Geschmack war. Zu spießig, war mein erster Gedanke.
      Amy schien die Besitzer zu kennen und auch wenn sie das nicht sagte, so hatte sie doch anscheinend eine kleine Abneigung gegen diese.
      Wie mir mein erstes Gefühl bereits bestätigt hatte, fanden wir, oder besser gesagt Amy und Ty, hier keine passenden Pferde, auch wenn einige wirklich vielversprechend aussahen!
      Auf dem Green Briar Ridge gab es Pferde jeder Rasse, jedes Aussehens und jeder Größe und so war eine breite Auswahl an Interessenten damit abgedeckt. Und so stach mir vor allem eine junge Isländerstute namens Rékja in die Augen, aber auch ihre Nachbarin, ein interessant gepunktetes Warmblut namens Double Diamonds fiel mir sofort auf.
      Amy und Ty standen einige Zeit vor einer Box, in welcher ein Isländer stand, welcher vom Aussehen her viele Ähnlichkeiten mit einem Haffi hatte. Bjatur hieß dieser laut einem Schild an der Box.
      Eine Box daneben stand Acacia, allerdings schon verkauft, wie ein großes rotes Schild besagte und noch eine Box weiter stand ein Hengst namens Heros. Hübsch aber leider auch nicht mein Ding.
      Da der Besuch auf dem Gestüt nicht der gewünschte Erfolg gewesen war, entschieden wir uns einstimmig dafür, noch etwas anderes zu machen. Eis essen, da waren wir uns alle einig. Nachdem ich die letzten Wochen nur auf der Ranch verbracht hatte, tat es gut endlich mal wieder draußen zu sein und auch wenn Stadtluft nicht besonders gut roch, so hatte ich sie doch vermisst.
      Meine Zeit auf der Heartland Ranch war bald vorbei, besser gesagt nur noch zwei Tage, bis ich wieder in Millarville in den Zug steigen würde und mit diesem diesmal in die entgegengesetzte Richtung, nach Osten nämlich, fahren würde.
      Umso mehr genoss ich deswegen die letzten paar Stunden mit meinen neuen Freunden, wie ich sie hoffentlich nennen durfte.
      Amy und ich fanden auch eine neue Gemeinsamkeit: Wir beide waren ganz vernarrt in Stracciatella Eis. Ich liebte Stracciatella!
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      Zwei Tage später war es dann auch soweit: Ich hatte mein Zimmer gründlich geputzt, all meine Kleidung und Souvenirs eingesteckt, ein letztes Mal Reitunterricht bekommen und nochmal alle Mitarbeiter verabschiedet und alle Pferde gestreichelt, denn nun ging es für mich nach Hause. Nach Hause, das hörte sich fast komisch an, denn in den letzten Wochen war die Heartland Ranch zu meinem "Zuhause" geworden und es zerbrach mir fast das Herz, diese nun wieder verlassen zu müssen.
      Aber wer weiß, vielleicht würde meine Hilfe ja auch irgendwann mal wieder gefordert sein und dann würde ich zur Stelle sein!
      Als ich in Millarville in den Zug einstiegt und auf einem Platz am Fenster Platz nahm, störten mich noch nicht mal die lauten Geräusche der Jugendlichen, oder die Spinne in der Ecke oder die stickige Luft, ich hatte einfach nur ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen, blickte entspannt in die Zukunft und winkte Lou, Ty und Amy ein letztes Mal, welche mich alle mit zum Bahnhof gebracht hatten.
      Auch wenn ich es nie für möglich gehalten hatte, so hatte die Heartland Ranch mir gezeigt, was ich wirklich wollte und nun wusste ich, in welche Richtung ich laufen sollte, um meinen Weg zu finden.

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      12. Oktober 2016 - Springtraining E-A
      14014 Zeichen © Friese

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      Heute ging es ein weiteres Mal zu Amy. Ich hatte Simon gleich mitgenommen, da es sich um eine ganze Menge Pferde handelte, welche ich nicht auf einmal alle trainieren konnte. Er hatte auf meine Frage hin natürlich zugestimmt und so saßen wir nun auch schon im Flieger. Joyce und der Rest des Teams würden die nächsten Tage dafür sorgen, dass es unseren eigenen Pferden trotzdem gut ging. Am Terminal des Flughafens suchte ich nach dem mir bereits bekannten, jungen Mann, welcher schon so oft mein Taxi spielen musste. Ich entdeckte ihn dann auch relativ schnell und so konnte die Reise weiter gehen. Bei den Koffern hatten mir die beiden Männer geholfen, da ich wahrscheinlich einfach mal wieder viel zu viel dabei hatte. Doch bei 13 Pferden war mir klar gewesen, dass wahrscheinlich nicht nur ein paar Handschuhe hier ihren Tod finden würden. Simon und ich hatten die Pferde bereits unter uns aufgeteilt. Ich wollte die Erhöhungen übernehmen bei denen es sich nicht nur um ein E auf A handelte. Des Weiteren wollte ich das Fohlen ABC mit zwei von Amys Fohlen üben. Am Hof angekommen begrüßte ich als allererstes meine mittlerweile gute Freundin Amy. Durch meine vielen Besuche und die Tatsache, dass ich eigentlich nur noch zwischen unserem eigenen Hof und ihrem hin und her pendelte, war mehr aus unserem anfänglichen Kunden-Trainerverhältnis geworden. Ich war sehr froh darüber, denn ich wusste, dass sie mir bei Problemen auch unter die Arme greifen würde. „ Ein paar der Trainingspferde kennst du ja bereits“ meinte sie zu mir und ich nickte. Mir war jeder Name auf der Liste grob bekannt vorgekommen durch meine vielen Besuche, aber zu manchen Pferde hatte ich auch einfach noch ein Bild gehabt. Simon verstaute die Koffer im Zimmer und kam dann wieder zu mir und Amy. Sie war gerade dabei mir die beiden Fohlen zu zeigen und alles über sie zu erklären. Gerade bei ihnen war mir wichtig wie viel Amy bereits mit ihnen gearbeitet hatte, da ich darauf aufbauen müsste und mich gegebenenfalls anders verhalten müsste. „ Das erste Probereiten beziehungsweise mit den uns bekannten Pferden trainieren würde ich gerne auf morgen verschieben“ meinte ich und Amy nickte zustimmend. Leider hatten wir erst einen relativ späten Flug bekommen und so war es mittlerweile abends. Ein Flug über Nacht beziehungsweise einer mit Ankunft am Morgen war nicht mehr buchbar gewesen. Doch der halbe Tag würde einfach angehängt und somit war das auch kein sonderliches Problem. Sie nickte und meinte, dass wir wenigstens noch eine Kleinigkeit essen sollten. Dies taten wir auch noch kurz und gingen dann auch endlich schlafen.


      Am nächsten Morgen war ich vor Simon wach. Ich ließ ihn noch ein bisschen schlafen und machte mein erstes Trainingspferd, Réjka, fertig. Nachdem ich kurz auf die Uhr geschaut hatte, entschied ich mich Simon noch Heros fertig zu machen. Als ich die gerade beendet hatte, stand er schon vor mir. „ Danke. Aber warum hast du mich denn nicht geweckt?“ sagte er freundlich zu mir und küsste mich dann kurz. Ich zuckte nur mit den Schultern doch eigentlich wusste ich genau, dass er den Schlaf dringend gebraucht hatte. Gemeinsam gingen wir nach draußen. Auf der einen Seite des Platzes bauten wir dann die Hindernisse auf E-Höhe auf, auf der anderen Seite auf der Höhe zwischen E und A. Danach holten wir unsere Pferde und ich ging auf den normalen Sandplatz. Wir ritten beide warm und begannen dann mit dem abfragen des Standes der letzten Stufen. Immer wieder sah ich prüfend zu Simon. Bei ihm schien es sehr gut mit Heros zu laufen. Der Hengst folgte seinen Hilfen brav und somit war er für ihn ein sehr guter Trainingspartner. Auf sein Feedback würde ich mich freuen. Dann übte ich bereits eine der leichteten und sich nicht zu arg von den Aufgaben der M-Dressur unterscheidenden Sachen, welche aber noch zur L-Dressur zählten. Simon hatte auf die andere Seite mit dem Zwischenparcours gewechselt. Ich konzentrierte mich wieder auf die Arbeit mit der Stute und klopfte am Ende der Arbeit ihren Hals. Simon tat es mir gleich und ritt den Hengst unter sich ab. Wir stiegen zeitgleich ab und gingen dann wieder in den Stall. Während wir die Pferde absattelten und nochmal überputzten unterhielten wir uns über das Training. Als nächstes holte er sich Double Diamonds aus der Box und putzte sie dann. Ich holte mir im Gengenzug As War Fades und putzte den Hengst. Sein Fell glänzte danach sehr schön und Simon und ich holten zusammen das Sattelzeug. Sein Weg führte wieder auf den Reitplatz meine jedoch ins Gelände. Ich kannte mich hier selber schon sehr gut aus und so musste Amy nicht extra nochmal mitgehen. Ich würde mit dem Hengst auch alleine klar kommen und als wir an unserer heutigen Trainingsstrecke ankamen war er auch schon warm. Simon würde Double Diamonds springen und sich hierbei einen kleinen Überblick verschaffen. Sonst hatte bisher immer nur ich mit Amys ganzen Pferden gearbeitet. Ich wollte mir einen Überblick machen wie ausdauernd der Hengst unter mir wirklich war. Laut Amy lief er schon auf einem M-Niveau. Ich markierte unseren Start in meinem Handy und schaute wie weit wir reiten mussten in die eine Richtung und wieder zurück für ein L-Niveau. Ich klopfte seinen Hals hierbei immer wieder und ging dann die genau vorgeschriebene Strecke. An dem Punkt, welchen mir mein Handy sagte drehte ich wieder um und ritt zurück zum Hof. Simon hatte sich bereits ein neues Pferd geholt und wie ich später erfahren sollte, waren er und Diamonds sehr gut klargekommen. Das neue Pferd, welches er bereits fertig zum Platz führte war Bjatur. Hier hieß es auch die Grundlagen der A-Dressur zu trainieren. Der genau richtige Job für Simon. Ich brachte War wieder nach drinnen und sah Simon dann kurz zu. Er machte seine Aufgabe wirklich gut und ich war froh, dass er dabei war und mir unter die Arme griff. Ich selbst hätte zwei Mal kommen müssen oder länger bleiben müssen. So konnte ich danach weiter zu anderen Kunden oder mich mal um das Training meiner eigenen Pferde kümmern. Ich holte mir als nächstes Panino. Mit ihm hatte ich bereits gearbeitet und so musste ich ihn nicht erst noch „probereiten“ sondern konnte gleich wieder loslegen. Ich war darüber sehr froh, denn es standen noch mehr Pferde an, welche ich noch nicht kannte und auf die ich mich erst wieder einstellen musste. Ich holte ihn also aus der Box und putze ihn dann. Sanft klopfte ich seinen Hals und ging dann sowohl Sattel als auch Trense holen. Mit ihm sollte ich eine Runde an der Dressur arbeiten. Dies dürfte kein großes Problem darstellen. Auf dem Platz war Simon bereits dabei mit Bjatur zu arbeiten. Ich klopfte sanft den Hals des Pferdes neben mir und stieg dann auf seinen Rücken. Ich ritt ihn warm und übte dann mit ihm da weiter wo ich letztens stehengeblieben war. Ich klopfte sanft seinen Hals während den Übungen und sah dann kurz zu Simon. Dieser ritt Bjatur bereits ab und stieg dann von seinem Rücken. Während ich Panino bereits abritt, kam Simon wieder. Er hatte sich ein neues Pferd geholt und fragte mich, wie ich es mit Panino gelaufen war. Ich erklärte ihm, dass der Hengst sehr gut mitgemacht hatte und ich morgen das Training ein bisschen steigern würde. Der Hengst hatte sehr gut auf die Hilfen reagiert und ich klopfte deshalb seinen Hals sehr ausgiebig. Simon hatte sich Acacia geholt und ritt diese nun warm. Auch er wollte ein bisschen mit ihr in der Dressur arbeiten. Er nahm den Zügel ein bisschen kürzer und ritt sie dann los. Die Stute schnaubte kurz ab und er trabte sie dann an. Er ritt ein paar Aufgaben der E-Dressur und ich stieg von meinem Pferd. Ich brachte Panino in den Stall und holte mir ein neues Pferd aus dem Stall. Ich holte Prince of the halfmoon und putze ihn dann. Der Hengst schnaubte kurz ab und ich holte seinen Sattel und seine Trense. Ich platzierte beides auf ihm und führte ihn dann zum Platz. Dort stieg ich auf seinen Rücken und ritt ihn neben Simon warm. Dieser ritt seine Stute bereits wieder ab. Ich schaute auf die Uhr, welche ich um mein Handgelenk trug. Er hatte jetzt gut eine halbe Stunde mit ihr trainiert, also genau die richtige Zeitspanne. Nachdem Prince warm war, begann ich mit ihm ordentlich zu arbeiten. Ich ging alle Gangarten, Bahnfiguren und weiteren Aufgaben der A-Dressur durch. Diese saß bei dem Hengst einwandfrei und das Training machte sehr viel Spaß. Simon kam in der Zwischenzeit wieder mit einem weiteren seiner Trainingspferde. Dieses Mal handelte es sich um Lakritz. Der Tag war mittlerweile schon sehr gut vorangeschritten und wir mussten uns nun wirklich beeilen. Ich hatte nur noch meine beiden Fohlen mit denen ich üben musste und Simon nach Lakritz nur noch zwei Pferde zum Springen. Ich lobte Prince und stieg dann von seinem Rücken. Ich führte ihn zurück zum Stall und brachte ihn dann in seine Box. Er bekam noch etwas zu Fressen und durfte dann in Ruhe dieses genießen. Dann holte ich Valentines Cilion aus der Box. Amy hatte ihn mir ja vorhin bereits vorgestellt und schon erzählt, dass ihre Fohlen noch sehr unbeholfen waren. Als erstes schnappte ich mir sein Halfter und zog es ihm über den Kopf. Dieses klappte sehr gut du so verschloss ich es. Kurz beäugte er mich sehr misstrauisch doch im Großen und Ganzen machte er seine Aufgabe sehr gut. Ich öffnete es wieder und zog es von seinem Kopf. Dann lobte ich ihn. Er sollte wissen, dass das Halfter keine Strafe oder etwas Böses war. Ich zog es ihm ein weiteres Mal auf und verschloss es direkt. Dieses Mal ließ ich es ein bisschen länger auf seinem Kopf und er schüttelte diese wiederwillig. Dennoch wurde er nicht sonderlich unruhig sondern ließ alles über sich ergehen. Amy hatte hier scheinbar doch schon gute Arbeit geleistet. Ich lobte ihn und er bekam ein Stück Karotte, dann zog ich ihm sein Halfter ab und beendete das heutige Training. Simon war in der Zwischenzeit bereits wieder mit Lakritz in den Stall gekommen. Er erzählte mir, dass der Hengst beim Training manchmal ganz schön frech gewesen war und er sich sehr anstrengen müsste, aber es trotzdem Spaß gemacht hatte und er der Meinung war, dass der Hengst ein sehr solides Niveau hatte, wenn man wusste wie man ihn reiten musste. Ich nickte nur kurz zustimmend und holte mir dann noch Informationen über die Lektionen ein, welche er gefragt hatte. Er hatte alles genau richtig gemacht. Nicht zu viel gefordert, aber auch nicht zu wenig. Passend für die erste Einschätzung. Bei ihm standen noch zwei Pferde auf dem Plan, von denen ich ihm heute wahrscheinlich noch eines abnehmen würde, da ich nur noch mit einem der Fohlen arbeiten musste und dies heute noch nicht sehr zeitintensiv war. Gemeinsam gingen wir also zu I See You und Wikotikabesa. Beide sollten im Springen trainiert werden und so konnte einer von uns, also ich, die Pferde herrichten und der andere, in dem Fall Simon, den Parcours gleich aufbauen. Ich putzte die beiden also bis sie glänzten und Simon wieder da war. Dann holten wir das Sattelzeug und verschnallten alles. Ich holte noch unsere Helme, man sollte fremde Pferde ja eigentlich eh nie ohne reiten, aber gerade beim Springen war es uns zu gefährlich ohne. Wir führten die Pferde zum Platz und ritten dann gemeinsam warm. Simon hatte das Licht schon angeschaltet, da es langsam dämmerte. Ich klopfte Wikotikabesas Hals. Dann trabte ich ein paar Runden und sah immer wieder zu Simon. Er und I See You schienen gut zu harmonieren und wir konnten bald mit dem abfragen des Standes anfangen. Beide eigentlichen Westernpferde machten brav mit und so dauerte es nicht lange bis wir uns beide unsere Notizen machen konnten. Ich hörte vor Simon auf und ritt die Stute ab. Ich brachte sie in ihre Box und klopfte dann nochmal ihren Hals. Sie bekam ihr Fressen und ich räumte ihre Sachen auf. Als nächstes ging ich zu Burnin‘ Castiel und machte mit ihm genau das gleiche Prozedere wie mit Cilion. Ich lobte auch ihn immer wieder während ich ihm das Halfter über den Kopf zog und verschnallte. Ich klopfte seinen Hals während ich das Halfter öffnete und von seinem Kopf nahm. Der junge Hengst hatte genauso wie Cilion vor ihm mitgemacht und ich war sehr stolz auf die Fohlen. Simon hatte in der Zwischenzeit die komplette Sattelkammer gekehrt und alle Sachen aufgeräumt. Gemeinsam gingen wir nach drinnen und aßen mit den anderen vom Hof zu Abend.

      Die nächsten Tage waren mit Training bis obenhin vollgepackt und wir hatten nicht wirklich eine freie Minute gehabt. Doch am Ende hatten alle Pferde das geforderte Niveau erreicht und die Fohlen konnten halbwegs Hufe geben und ließen sich schon sehr gut führen. Das weitere Training würde Amy übernehmen, da diese Aufgabe hier noch länger dauern würde und sie schließlich dann auch bei Amy brav sein sollten. Das Vorreiten der Pferde teilten wir auf mehrere Tage auf und so ritt Simon an den Tagen, an denen ich die Pferde vorritt nochmal alle Lektionen. Ich ritt meine Trainingspferde auch nochmal während er sie vorritt und nach der abgemachten Zeit hatten wir alle Pferde vorgeritten und konnten alle Zertifikate ausstellen. Amy schien sehr zufrieden mit unserer Arbeit und bedankte sich, dass wir diesen großen Auftrag übernommen hatten. Ich sagte ihr, dass es doch klar war und mir die Arbeit auf ihrem Hof immer sehr viel Spaß machte und ich nie überlegen musste, ob ich zusagte oder nicht.

      Am nächsten Tag würden wir von Tyler zurück zum Flughafen gefahren und verabschiedeten uns dort von ihm. Nun ging es wieder zurück auf unseren eigenen Hof und das Training mit unseren eigenen Pferden würde weitergehen. Wir checkten ein und schon saßen wir im Flieger auf dem Weg heim. Zuhause druckte ich den Auftrag nochmal aus und die Zertifikate und fügte sie zu Amy’s bereits schon gut gefüllten Ordner hinzu. Ich schob den Ordner wieder ins Regal und ging dann zu Simon, welcher in unserem Zimmer die Koffer bereits auspackte. Ich schrieb Amy noch, dass wir gut angekommen waren, dass sie sich keine Sorgen machen musste und sie bedankte sich nochmal, dass wir immer so schnell kommen konnten und ihre Pferde trainieren konnten.

      Füttern und putzen im Verkaufsstall

      Der Stallbursche der Stantons seufzte tief durch. "Alles muss man alleine machen. Alle drücken sich vor der Arbeit", Vel hatte ihn zuvor 'befohlen' die Verkaufspferde zu füttern und die Ställe zu misten. Also machte sich Jackson auf den Weg. Sein erster Pflegefall war Rékja, eine erfolgreiche Isländerstute welche später zur Zucht eingesetzt werden sollte. Er füllte die Futterraufe, prüfte die Tränke und suchte das nächste Pferd auf. Dieses war Lakritz, er stand gleich neben Rékja und war genau so erfolgreich. Auch hier füllte Jackson den Futterbehälter und prüfte die Tränke auf Eisstellen. Fehlte nur noch Bjartur und alle Isländer waren versorgt. Nun kamen die Sportpferde. Jackson näherte sich Heros Box und füllte Heunetz sowie Futterraufe auf, gleiches bei Double Diamonds. Nachdem die Pferde gefüttert waren, stellte er sie auf den kleinen außen Paddock welcher gleich mit der Box angeschlossen war. Nun konnte er in Ruhe ausmisten.
    • Muemmi
      Pflegebericht Januar 2017

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 22. Januar 2017 | 12971 Zeichen

      Neubau für die Turnierpferde des Gestütes
      Lillifee, Bifröst, Skadi, Medivh, Reykja, Aquentino, Possy Pleasure Mainstream, Webster, Davina, Oak´s Lake Mountain, Mon Amie, Amber, Caja, Checkpoint, Meilenstein, Thor, Taciturn, Heros

      Hauptstall der Zucht
      Starlight Express II, Zarin, Elanor, Augen auf! Ich komme, Fleming, Dante, Aestas Amor, Zingara, Ehrengold, Ravallo, Seana, Red Diamond II, Weyganda, Lacura, Polarfuchs, Rasputin, Trink auf´s Leben, Little Sweetness, Butch, Tainted Love Toffifee

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Occani, Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, Sweet Poison
      (Pferde sind seit Herbst 2016 offiziell im Besitz von kira)

      Dave´s Bewerbung

      Der Himmel war dunkel und das Schneegestöber zuckerte die ganze Landschaft innerhalb von Minuten noch weiter ein, als eh schon. Wir hatten heute morgen erst geräumt, aber es lag jetzt schon am frühen Nachmittag 5cm frischer Schnee und das, obwohl die Naundorfgegend nicht wirklich für solches Wetter bekannt ist. Idefix war die letzten Wochen nicht mehr aus dem Haupthaus gekommen, der Kleine war mittlerweile alt geworden und folgte mir mit seinen 12 Jahren nicht mehr wirklich überall hin. Ich war ziemlich traurig, als mir die Tierärztin beim letzten Besuch riet, ihn zu schonen und nicht mehr unbeaufsichtigt über den Hof rennen zu lassen, da er mittlerweile immer schlechter sah und hörte. Und zusätzlich kamen jetzt die kalten Temperaturen, die seine Gesundheit stark forderten. So beschränkten sich unsere gemeinsamen Stunden immer mehr auf den Abend, in denen er sich zu mir ins Bett kuschelte und neben mir schlafen durfte. Ich wischte mir bei den Gedanken die feuchten Augen, räumte den Rest des Schnees auf die Seite und klopfte mir die Stiefel ab, bevor ich in die Stallungen ging. Es hatte sich in den letzten Wochen einiges getan, ich hatte ganz spontan die Leitung der Fahrturniere übernommen, obwohl ich davon am allerwenigsten Ahnung hatte. Das Sportzentrum richtete sie seit sieben Wochen unter der Leitung eines Freundes von Tom, meinem Bereiter in der hohen Dressur, aus. Aber der hatte mir nach der Auswertung bekannt gegeben, dass er das schon ab nächster Woche nicht mehr machen würde. Noch ein Punkt, der mich in die Mangel nahm. Sofort schrieb ich die Stelle offiziell aus, denn auch Mia, Susan und Leo waren in anderen Disziplinen ausgebildet. „Naja, dann können wir auch offiziell Fahren ausbilden!“ „Falls jemand die Vollzeitstelle so schnell antritt!“ meinte ich zu Leo, der ganz begeistert vom Fahren war. Wir hatten auch darüber gesprochen, ihn neben der Military auch dort ausbilden zu lassen. Ich war wirklich stolz auf meine beiden Azubis, die sich hier schon wie zu Hause fühlten und wirklich verlässlich waren. Ich konnte allen alles anvertrauen und war wirklich glücklich, dass sich Naundorf so entwickelt hatte. Die Pläne, nach England zu gehen, hatten sich immer mehr auf Eis gelegt, obwohl die Welsh-Pferde schon verkauft waren. Kira hatte sie schon vor Wochen auf dem Papier erworben, dennoch standen sie bis zum Frühjahr noch hier auf dem SPZ. Ich ging deswegen so oft ich noch konnte hinüber und streichelte der hübschen Scheckenstute Nikita, der hellen Seidenfell und der munteren Teutonia über die süßen Köpfe. Ich wurde ihnen einfach nicht mehr gerecht und hatte mich entschieden, die Zucht im Ganzen abzugeben. Das umfasste damit auch Haselnuss, Occani, Lara, Miro, Erdbeere, Bow und den talentierten Poison. Lediglich Lillifee, ein Stutfohlen aus der Lara würde bei mir bleiben. Sie stand derzeit mit Taciturn und Bifröst in einer Box. Letzterer war erst vor kurzem unerwartet zurück auf meinen Hof gekommen. Ich fütterte die Stuten, mistete den abgetrennten Offenstall und füllte die Heuraufen. Den Hengsten gab ich ebenfalls mehr Heu zu fressen, damit sie es warm hatten und streute frisch ein. Gerade als ich mit dem Kehren fertig war, klingelte mein Handy. Auf der anderen Seite der Leitung eine tiefe Männerstimme, zwar jung aber erfahren und sehr sympathisch. Ich konnte gar nicht sagen, wie froh ich war, als es um die ausgeschriebene Stelle ging. Er hatte sie von einem Bekannten Tom´s erfahren, der ebenfalls seine ehemaligen Arbeitskollegen über unsere Situation unterrichtet hatte. Er würde noch heute nach Naundorf für ein Gespräch kommen, sofern das so zeitig möglich wäre. Ich sagte sofort zu und machte ein Treffen für den späten Nachmittag aus. Immer noch ziemlich platt steckte ich das Handy wieder ein, lief weiter zu Taciturns Box und gab auch ihr und den beiden Babys zu fressen. Bifröst war langsam etwas aufmüpfig, ich musste ihn also bald trennen oder legen lassen. „Das entscheide ich beim nächsten Mal!“ flüsterte ich und strich ihm über die kurze Mähne. Ich bürstete Taciturns dicke Mähne, flocht sie im Zopf zusammen und kratzte ihr die Hufe aus. Sie hatte ebenfalls wöchentlich Starts bei den Fahrturnieren und bezauberte mich immer wieder aufs Neue, weswegen ich ihr genauso viel Aufmerksamkeit zukommen ließ, wie meinen Sportlern. Sie war auch eine der Einzigen, die mit mir kuschelte und immer wenn ich mich nicht gut fühlte, kam ich zu ihr und den beiden Zwergen. Sie würde immer die gute Seele von Naundorf bleiben. Nach einer halben Stunde strich ich ihr nochmal durch den Schopf, verließ die Box und lief hinüber ins Haupthaus. „Mia! Rate mal, wer uns heute Nachmittag besuchen kommt!“ rief ich meiner Vertreterin und besten Freundin zu. Sie konnte es auch nicht glauben, stieß Tom sofort darauf an, der vom Dressurtraining mit Reykja und Webster kam und war genauso glücklich wie ich. „Na, hoffentlich passt der dann auch hier rein!“ meinte Willi, der ebenfalls ins Haupthaus gekommen war und sich gerade den Schnee abklopfte. Mit Leo und Susan aßen wir dann zusammen zu Mittag, ich knuddelte ein wenig mit Idefix, bevor ich mich als Letzte fertig machte für den Kontrollgang. Susan, meine zweite Azubi jetzt im zweiten Lehrjahr, begleitete mich auf die Koppeln. Alle Hengste waren heute draußen, da es durch den Schneefall nicht so kalt war wie sonst. Fleming und Dante, meine zwei jüngsten Körsieger lieferten sich am Zaun ein Wettrennen, als sie uns kommen sahen und scheuchten den Rest der Gruppe mit Amor, Ehrengold, Red Diamond, Socke, Flemings Vater Ravallo, Rasputin, Weyganda, Checkpoint, Polarfuchs, Säufer, Butch und Zarin auf. Zarin war der Einzige, der nur hochsah, kurz mittrabte und sich dann zurück zum Heu verzog. „Den holen wir nach unserer Kontrolle rein, ich möchte ihn langsam an die Koppel und die Anstrengung gewöhnen. Ich bin mir da noch nicht so sicher.“ Susan nickte und stieg mit mir durch den Zaun. Der Berberfuchs war deutlich schlanker, als ich ihn von meinem Verkauf viele Jahre zuvor in Erinnerung hatte. Er war seit zwei Wochen auf meinem Hof und machte sich gut, aber war wie Starlight Express, der ebenfalls vor vielen Jahren vom Gestüt Ammersee aus verkauft wurde, ein Pflegefall geworden. Verwahrlost und hungernd hatte ich die beiden aufgenommen und aufgepeppelt. Der anfängliche Eindruck war aber schlimmer als befürchtet, auch der seelische Schaden schien sich jetzt schon langsam abzubauen. Der Shettyhengst war für die große Gruppe zu klein, weswegen er einen großen eigenen Paddock besaß und bei Thor, meinem Friesenfohlen stand. Susan und ich liefen die Sportlerweide ab, kontrollierten die Zäune, die Leitungen und die Wassertröge. Brav folgte der Berber Susan, als diese ihn mit Möhren und Äpfeln zu sich brachte und ihm den Führstrick anlegte. „Ich werde mich um die Fohlen kümmern, wenn ich eh schon rüber gehe!“ meinte sie und ich nickte. Gemeint war neben Thor auch die hübsche Meilenstein, die jetzt schon Susans Liebling war. Ich ließ sie diese so oft es ging mitversorgen und sie dankte es mir, indem sie auch ihre anderen Pflichten ernst nahm. Willi fuhr den Misthaufen gerade zusammen, als ich um den Trakt lief und mich zu den Stuten aufmachte. Skadi war im Schnee schwer zu erkennen und löste sich erst kurz vor ihrem Stop bei mir aus ihrem Umfeld. „Nana, was bist du heute schnell unterwegs!“ Ich klopfte ihr den Hals und drückte Zingaras Nase auf die Seite, die wie Yin und Yang immer an Skadi hing. „Meine zwei schönen Friesen...“ murmelte ich, Zingara immer noch suchend nach Leckerchen ihre Nüstern an meinen Taschen. „Jetzt lass das doch mal!“ lachte ich und ging ohne zu Zögern durch das Grüppchen, zu dem sich Mainstream, Seana und Davina gesellt hatten. Mon Amie, Lake, Amber, Caja, Sweety und Augen auf standen paarweise oder vereinzelt über die Weide verteilt und suchten unter der Decke aus Schnee und Eis etwas Gras. Reykja war wohl wie Webster von Tom im Stall gelassen worden, nachdem er mit ihnen trainiert hatte. Da fiel mir Elanor ein, eine weitere Scheckenstute, die Seana sehr ähnlich sah. Ich blickte mich nach ihr um und sah sie dann doch neben Amber stehen. Auf die hatte ich es abgesehen und holte mir Halfter und Strick, nachdem auch auf der Stutenweide alles in Ordnung war. Etwas zögerlich folgte sie mir in den Stall, unentschieden, ob sie lieber bei ihren Freundinnen auf der Weide in der Kälte bleiben wollte oder ob sie mit mir im Warmen arbeiten wollte. Durch das Hufgeklapper rief ich den letzten Vierbeiner auf meinem Hof auf den Plan. Tainted Love Toffifee, mein einziger gekrönter Quarterhengst auf dem SPZ stand in seiner Box und wartete auf seine neue Besitzerin. Auch er würde uns noch heute verlassen, weswegen ich ihn geputzt und hergerichtet in seiner Box gelassen hatte. Er sah neugierig über die Türe und beobachtete mich dabei, wie ich Amber von Schnee und Dreck befreite und sie anschließend sattelte und trenste. Ich wollte mit ihr regelmäßig trainieren und forderte sie immer wieder in der größeren Halle, die wir über die Wintermonate fürs Springtraining eingerichtet hatten. Nach ungefähr einer Stunde ritt ich sie ab und sah auf die Uhr. Das Treffen! Ich war knapp dran, führte Amber zurück in die Stallungen und kam an unserer Hoflichtung vorbei. Zwischen den Ästen der Hecken sah ich ein fremdes Auto parken, ein schwarzer, älterer Geländewagen. Ich hatte noch 10 Minuten, sattelte Amber ab und warf ihr die Abschwitzdecke über. Gerade als ich den Sattel in die Kammer gebracht hatte und zurück kam, stand ein Mann bei ihr, streichelte ihr den Hals und sah sie sich genau an. Ich hielt inne, betrachtete die Szene kurz und trat dann auf die beiden zu. „Kann ich Ihnen helfen?“ Lächelnd trat ich neben ihn, legte den Kopf schief – und erstarrte. Er lächelte ebenfalls, als er mich mit seinen hellen blauen Augen ansah und mir die Hand hinstreckte. „Sie müssen Frau Goeke sein, mein Name ist Lange, wir haben vorhin telefoniert.“ Seine Stimme passte so gar nicht zu ihm, er machte auf mich einen gemischten Eindruck – wahnsinnig jung und wahnsinnig erfahren zugleich und das, obwohl er ungefähr 10 Jahre älter war als ich. Nun wieder bei Sinnen, ergriff ich seine Hand. „Ja, bin ich, aber nenn mich Luisa. Wir duzen uns hier alle auf dem Hof.“ meinte ich. „Dave.“ er lächelte immer noch. „Hübsche Stute. Deine?“ „Ja, ich bilde hier die Springer aus. Tom ist für Dressur zuständig und bildet die Azubis Susan und Leo aus, die im Springen gehen, Leo vertieft in Military. Mia macht derzeit schwerpunktmäßig Distanz, hat aber auch die Zulassung in Dressur, was eher ihr Steckenpferd ist. Leider fehlt uns jetzt jemand fürs Fahren.“ Ich lächle wieder. „Und da komme ich ins Spiel?“ fragt er und lächelt zurück. „Richtig. Wenn du mich Amber noch schnell weg bringen lässt, dann zeige ich dir den Hof und du kannst mir mal ein wenig erzählen, was du bis jetzt so gemacht hast.“ Er nickt und ich führte meine Warmblutstute den Gang hinunter, bevor wir eine kurze Runde über das SPZ drehen und dann ins Haupthaus einkehren. Mia ist ebenso erstaunt und wirft mir eine eindeutige Geste zu, als sie Dave begrüßt und dann zum Stalldienst der Hengste hinüber geht. Wir betreten die Küche, in deren Ecke sich Idefix eingerollt hat. Er knurrt kurz, als er den Mann sieht. „Alles gut Idefix, braver Hund.“ meine ich, kraule ihn kurz hinter den Ohren und biete Dave etwas zu trinken an. „Unser Hofhund. Ist allerdings schon sehr alt, begleitet mich seit er ein Welpe war. Er sieht nur nicht mehr so gut, weswegen er jetzt die Küche hütet.“ Dave nickt nur stumm, nimmt die heiße Tasse Kaffee dankend an und berichtet mir, dass er seit längerem eine feste Stelle als Trainer sucht. „Hauptsächlich bin ich ebenfalls im Military unterwegs, ich würde als einzige Prämisse meine Hengste Medivh und Heros mitbringen wollen. Allerdings war mein Vater viel im Fahrsport tätig, weswegen meine Ausbildung dort fast besser ist.“ „Wegen den Pferden wäre das kein Problem, das SPZ hat genug Platz und auch Möglichkeiten, falls du sie weiter ausbilden möchtest. Es wäre nur recht schnell die Organisation der Fahrturniere zu stemmen.“ Er freute sich sichtlich, anscheinend hatte er bis jetzt Probleme mit diesem Wunsch. Ich sprach mit ihm die Details durch und bot ihm eine Probezeit von zwei Wochen an, die Dave glücklicherweise sofort annahm. Sollte sich die Zusammenarbeit danach als gut herausstellen, würde der Vertrag dauerhaft gültig. Ich gab ihm die Papiere mit, vereinbarte den ersten Arbeitstag für übermorgen und verabschiedete mich von ihm. Als sein Auto den Hof verließ, kam Mia zurück, stupste mich an und lachte. „Luisa, wenn du den nicht nimmst...“ „Hab ich schon, hat die Papiere mitgenommen!“ unterbrach ich sie und zwinkerte. „Endlich mal ein heißer Typ auf dem Hof!“ „Das hab ich gehört!“ Willi warf uns einen gespielt bösen Blick vom Traktor zu, von dem er gerade abstieg und das Hallentor schloß. Mia und ich lachten laut, nahmen Willi in den Arm und gingen zusammen ins Haupthaus zurück.
    • Muemmi
      Hufschmiedbericht | März 2017
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      11. März 2017 | 4542 Zeichen von sadasha
      Hufschmiedbericht

      Heute durfte ich abermals das schöne Deutschland besuchen. Natürlich machte ich das nicht ohne einen Abstecher bei meiner guten Freundin Fleur, wo ich einen Zwischenstopp einlegte. Die Gute war immer noch schwanger und die Arbeit fiel ihr nun sichtlich schwerer. Leider konnte ich nicht lange bleiben um ihr zu helfen, sondern musste gleich weiter fahren gen Norden. In Deutschland herrschte derzeit frühlingshaftes Wetter, sodass die Stimmung gut war, als ich auf das Gestüt Naundorf einfuhr. Ich drehte die Musik leise, schnappte mir was ich am Mann tragen musste von der Rückbank und sah mich erst einmal um, bis mir Luisa Goeke entgegen kam und mich freudig begrüßte. Nach einem kurzen Plausch sagte sie mir, dass ich den Wagen ruhig auf den Hof fahren konnte, sie würde Heros dann dazu holen. Gesagt getan. Ich platzierte den Wagen so, dass man Heros anbinden konnte und ich die mobile Schmiede trotzdem in der Nähe hatte. Ein erster Blick auf die Hufe des Kohlfuchses machte mich aber schon glücklich. Ich kannte den Hengst aus viel schlechteren Zeiten, schließlich hatte ich ihn damals mit gerettet als er noch auf dem Old Buskin Stud in England stand. Zusammen mit Majd, den ich noch immer im Besitz hatte. Beide Hengste hatten sich unter guter Führung zu wahren Prachtkerlen entwickelt. Luisa führte mir den Holsteiner vor damit ich beurteilen konnte ob er noch Fehlstellungen hatte, doch es war alles im grünen Bereich und so entließ ich sie in ihre alltägliche Arbeit.

      „Nun denn mein Guter.“ sagte ich während ich den ersten Huf anhob um mir den Beschlag anzusehen. Es war ein Springbeschlag, den er auch wieder bekommen sollte, das hatte Luisa mir im Voraus schon gesagt, damit ich die richtigen Eisen einpacken konnte. Da es Alueisen waren, konnte ich diese auf dem Amboss herrichten ohne die Schmiede anheizen zu müssen. Das war auch für's Pferd angenehmer. Zuerst nahm ich jedoch den alten Beschlag ab und schnitt den Huf aus. Erst entfernte ich das alte Horn, dann schnitt ich den Strahl frei, kürzte die Tragwand und raspelte zum Schluss den letzten Schliff. Bevor ich Heros neu beschlug schnitt ich auch die anderen drei Hufe aus, wobei ich beim zweiten Vorderhuf natürlich auch zuerst das alte Eisen löste. Der Hengst döste die meiste Zeit vor sich hin. Immer wieder sah ich an ihm hoch, weil ich nicht fassen konnte wie toll er sich gemausert hatte. Das hätte ich von ihm damals nicht erwartet. Alle vier Hufe soweit fertig bereitete ich den Beschlag vor. Mit gezielten Schlägen am Amboss, fügte er sich in die von mir vorgesehene Form, bis die Nagellöcher beim Ranhalten an den Huf auf der weißen Linie des Tragrandes lagen. So würden die Nägel später nicht ins Leben gehen. Erst als ich mir zu einhundert Prozent sicher war nagelte ich das Eisen auf. Heros war nun wieder wach, die Schläge auf dem Amboss waren nicht gerade ein Schlaflied, dennoch ließ der Kohlfuchs alles ruhig über sich ergehen. Er vertraute mir. Auch das zweite Eisen musste ich zuerst ein wenig anpassen, bevor ich es auf den Huf nageln konnte. Überstehende Nägel knipste ich ab und schliff zuletzt mögliche Ecken und Kanten ab. Abermals versicherte ich mich, dass Heros gut und sicher stand. Während ich das Huffett auf die Hufe pinselte kam Luisa schon wieder vorbei. „Wie sieht es denn hier aus?“ fragte sie und ich schmunzelte. Ohne zu antworten fettete ich auch den letzten Huf ein. Erst dann richtete ich mich auf, schloss die Dose und legte sie mitsamt Pinsel zurück in meine Tasche. „Wenn du Heros wegbringst und mir sagst wo ich Besen finde mache ich in der Zwischenzeit sauber.“ schlug ich lächelnd vor.

      Luisa schien etwas verwirrt zu sein, dass ich nicht auf ihre Frage eingegangen bin, willigte jedoch ein. Sie erklärte mir den Weg zur Sattelkammer wo ich auch Besen fand und verschwand mit ihrem Holsteiner in den Stallungen. Keine zehn Minuten später sah der Hof wieder aus wie vorher. Keine Hornreste lagen mehr auf dem Boden und sämtliche Nägel und Nagelreste hatte ich eingesammelt. „Möchtest du die alten Eisen behalten?“ fragte ich als Luisa nun ohne Pferde wieder zurückkam. Sie schüttelte den Kopf. „Davon hab ich mittlerweile so viele...“ Das konnte ich natürlich verstehen und so packte ich auch die alten Eisen von Heros in meine Tasche. Wir klärten nun noch alles Übrige und verabschiedeten uns schließlich herzlich. Erst im Wagen fiel mir ein, dass ich ihr eigentlich noch von Heros damaligen Zustand erzählen wollte und dass ich ihn kannte, doch da war ich schon gut eine Stunde unterwegs. Vielleicht beim nächsten Mal.
    • Muemmi
      Hufschmiedbericht | März 2017
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      Kontrolle, Impfen und Wurmkur für Heros

      Kaum hatte ich die Aufträge von Snoopy und Rachel abgearbeitet, erreichte mich ein "Notfall". Damit war allerdings nicht gemeint, dass das Pferd, welches ich heute behandeln sollte, in Lebensgefahr schwebte, es sollte einfach schnellstmöglich kontrolliert werden, damit es an der bevorstehenden Körung teilnehmen konnte. Es handelte sich um einen 8- jährigen, wunderschönen Holsteinerhengst namens Heros, von dem wir nach seiner Körung auf jeden Fall einen Decksprung anfragen würden, für unsere Holsteinerstute Raspberry. Aus Dunkelfuchs und Silver Bay konnte nur eine tolles Fohlen rauskommen.
      Damit mein Wunsch auch in Erfüllung gehen konnte, saß ich gerade im Flugzeug nach Brandenburg in Deutschland. Ich war noch nie in Deutschland gewesen, hatte aber durch Verena schon einiges von diesem Land gehört, da sie ursprünglich von dort stammte. Umso faszinierter war ich dann also, als ich aus dem Flieger ausstieg und deutschen Boden unter meinen Füßen hatte.
      Mein Koffer war schnell gesucht und durch die Kontrolle geschleust, so dass ich mich mit dem Leihwagen auf den Weg zu Luisa Goeke und ihrem Hengst Heros machen konnte. Relativ zügig war ich auf Gestüt Naundorf angekommen und konnte mich auf die Suche nach Luisa machen, die ich im Stall bei einem Quarter Horse Hengst mit dem witzigen Namen "Tainted Love Toffifee" fand. "Hallo, ich bin Bellamy vom Blakes Crow Meadow, der ehemaligen Gips Reminder Ranch.", stellte ich mich vor. "Gips Reminder Ranch?", fragte Luisa mich dann erstaunt. "Schrecklich, was dort passiert ist...", sagte sie etwas niedergeschlagen. "Wie ich gehört habe, hat es Toffifees Tochter auch nicht geschafft?", fragte sie mich dann. "Nein, Aquila ist leider auch verstorben. Genauso wie ein Großteil der Pferde und so gut wie alle Mitarbeiter. Nur meine Schwester Octavia und ich waren zur Zeit des Unfalles nicht anwesend. Wir mussten viele der Pferde, welche nicht gestorben sind, verkaufen. Das Erbe der Westernranch können wir so leider nicht weiterführen.", erklärte ich ihr und sie nickte. "Das ist sehr schade, aber leider nicht zu ändern.", meinte sie beiläufig und schloss dann die Boxentür des Hengstes, vor dem wir die ganze Zeit gestanden hatten, um zu Heros zu gehen. "Der ist ja noch hübscher, als auf den Fotos, die ich im Netz gefunden habe.", lachte ich und klopfte seinen Hals, während er mir neugierig den Kopf entgegenstreckte. "Ja, ist gut.", sagte ich lachend und gab ihm ein Leckerli aus meiner Tasche. "Halfter ihn mal auf, dann gehen wir raus, damit du ihn mir mal vorlaufen lassen kannst.", erklärte ich Luisa und ging schon mal raus auf den Hof. Ein paar Sekunden später kamen die beiden zu mir auf den Hof. "Ich taste ihn vorher kurz ab.", erklärte ich der Besitzerin von Heros und trat an den Hengst heran. Neugierig beschnupperte er mich bei meiner Arbeit. An einem Bein ertastete ich eine leichte Verhärtung, doch Luisa klärte mich sofort über den Unfall des Hengstes auf, und dass sein Bein ihm keine Probleme mehr machte- er sogar fleißig im Militarysport lief. "Was eine Wendung, vom Polizeipferd zum Militarycrack.", sagte ich begeistert und schickte die Beiden dann im Schritt von mir weg. "Kommt im Schritt nochmal auf mich zurück, dann das Ganze im Trab.", gab ich Anweisung und schaute ihnen zu. "Super.", sagte ich als Luisa, etwas außer Atem, wieder neben mir stand. "Keine Auffälligkeiten. Trotz des Beines läuft er taktklar.", erklärte ich ihr. "Magst du ihn bei der restlichen Untersuchung festhalten oder lieber anbinden?", fragte ich sie und sie entschied sich fürs Festhalten. Ich fing also bei den Ohren an, was Heros zwar alles andere als angenehm fand, die Prozedur aber ohne zu murren über sich ertrug. Auch bei den Augen hielt er total still, was bei Maul und Nüster nicht anders war. Auch die Zähne kontrollierte ich kurz. "Ich raspel dir eben die eine Kante ab, dann kann er wieder besser kaufen.", erklärte ich Luisa und schnappte meine Raspel. Da Heros so ein ruhiger Vertreter seiner Rasse war, konnte ich die Kante ohne Probleme und ohne Narkose abraspeln. Ich fuhr noch einmal mit dem Finger drüber und zeigte Luisa, was ich verändert hatte, ehe ich mit der Untersuchung fortfuhr. Abgetastet hatte ich ihn eben schon, so dass ich nun Fieber messen konnte. 37,4°C. "Alles im grünen Bereich.", klärte ich Luisa auf und schnappte mir die Wurmkur, die ich Heros in die Maulspalte verpasste, ehe ein Stückchen Möhre folgte, damit er mir nicht wieder alles raussabberte. Zu guter Letzt musste er noch geimpft werden. Nacheinander zog ich die Impfungen für Tollwut, Tetanus, Influenza sowie EHV- 1 und EHV- 4 auf. Heros ertrug wirklich alles wie ein Held und zuckte nicht einmal mit der Wimper. "Das wärs dann.", sagte ich zu Luisa. "Das wären dann 150 Joellen, die Kante der Zähne abraspeln berechne ich dir nicht, war eine Arbeit von 2 Minuten.", fasste ich meine Behandlung zusammen, tätschelte kurz den Kopf von Heros und verabschiedete mich dann von den Beiden- der nächste Patient wartete.

      (c) Veija | März 2017 | 4982 Zeichen
    • Muemmi
      Teilnahme HK 488 | erfolgreiche Körung

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      Kür

      Es war noch gar nicht so lange her, dass Heros auf das Gestüt Naundorf gezogen war. Dace hatte ihn als einen seiner beiden Hengste mitgebracht und startete nun mit ihm auf der HK alle Hengste. Ich hatte mich bereit erklärt, ihn zu begleiten und saß jetzt auf der Tribühne, um ihm dabei zuzusehen. Da es Daves erste offizielle HK mit eigenem Hengst war, war er natürlich ziemlich aufgeregt. Ich hatte ihm die Anmeldung und alles weitere erklärt und drückte ihm die Daumen. Wenn es nicht klappte, sollte er es sportlich sehen und es als Übung nehmen. Nun, hier war ich, mit Heros und Dave auf dem Abreitplatz und mein Herz pochte lauter als es sollte. Dave hatte ihn nun schon ausgiebig aufgewärmt und wartete nur noch auf das Startzeichen. Das schien sich zu ziehen, da sich die Vorgänger ein wenig länger Zeit ließen. Heros störte das aber nicht, er stand entspannt auf dem Platz und ich konnte noch einmal deren Aussehen überprüfen. Das Sattelzeug war gefettet und poliert, Heros war eingeflochten und auch Daves Turniersachen konnten sich sehen lassen. Die beiden Männer sahen einfach wundervoll aus! Und so ritten sie dann auch in die Halle ein. Sobald sie das Dressurviereck betraten, verflog meine Aufregung, jetzt war ich vollkommen gebannt. Auch Heros war sehr aufmerksam und spürte, dass jetzt eine Aufgabe von ihm gefordert war. Er stand schön an den Hilfen und hatte ein gutes Tempo im Trab. Sie ritten auf die Mittellinie und geradewegs zu X. Dort parierte Dave seinen Hengst geschlossen durch und grüßte die Richter. Alles lief nach Plan, es war unfassbar schön anzusehen. Auf Daves Hilfen trabte Heros auch wieder an und sie ritten wieder im Trab los und bogen auf die linke Hand ab. Dort ging es die lange Seite entlang, ehe an der kurzen Seite eine circa 10-Meter-Volte folgte. Danach bogen sie auf den unteren Zirkel ab und er gab Heros die Hilfe zum Galopp. Sofort zeigte er seine schwungvollen Gänge und sprang wunderbar bergauf, einwandfrei. Zwei Runden drehten sie, ehe sie zum Trab durch parierten und die lange Seite letztlich im Schritt ritten. Dave ließ Heros auch ein wenig mehr Zügel und gönnte ihm eine kurze Pause. In aller Ruhe wechselten sie durch die ganze Bahn und landeten so nun auf die rechten Seite. Dort ritten sie im Schritt an der lange Seite eine doppelte Schlangenlinie und trabten dann wieder an. Auch auf dieser Seite mussten alle drei Gangarten gezeigt werden. Im Trab ging es eine Runde auf den Zirkel, ehe er angaloppierte und ganze Bahn ging. Heros machte gut mit, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und blieb konzentriert. Dann folgte auch hier der Galopp über die ganze Bahn, eher Dave wieder zum Schritt parierte. Daraufhin ging es für die beiden wieder zurück auf die Mittellinie und zu X. Dort hielten sie erneut geschlossen an und verabschiedeten sich von den Richtern mit einem freundlichen Lächeln. Am langen Zügel im Schritt verließen sie die Halle und Dave lobte Heros ausgiebig, als ich ihnen folgte.

      Muemmi | 2960 Zeichen | lettercount.com
    • Muemmi
      Pflegebericht Juli 2017

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 05. Juli 2017 | 15215 Zeichen

      Neubau für die Anwärter des Gestütes
      Aquentino, Skadi, Your Red Pleassure Mainstream, Solsikke, Valentine´s Candy Fireflies, Al Aasiyah ox, Caja, Checkpoint, Medivh, Oak´s Lake Mountain, Occani, Reykja, Webster, Taciturn

      Fohlenweide auf der Lichtung
      Aufgepasst, hier kommt Arcada!, Scamander, Painted Minimalistic Art, Elfenlied, Lillifee, Capona, CM´s Meilenstein, Symphonie de la Bryére, Thor, Picutre of a Ghost

      Hauptstall der Zucht
      Fleming, Amber, EBS Mon Amie, Heros, Zarin, Dante

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, Sweet Poison
      Pferde befinden sich seit Oktober 2016 im Besitz von kira

      Mach´s gut Kleiner

      Die letzten Gewitterwolken fingen an sich zu verziehen und die ersten Sonnenstrahlen blinzelten durch die Kronen der mittlerweile dicht bewachsenen Laubbäume. Die Wiesen schmatzen vor sich hin, während das Wasser im Boden versank, der sandige Schlamm klebte an Sockes Hufen, während ich ihn im Westernsattel den Weg an der Weide entlang ritt. Langsam, einen Schritt nach dem anderen setzte er einen Huf vor den nächsten. Die Luft war klar und kühl im Verhältnis zur schwülen Hitze, die die letzten Tage geherrscht hatte. Ich ließ die Zügel lang, wir hatten es nicht eilig. Die letzten Wochen und Tage waren ein einziges Auf und Ab gewesen. Allein darüber nachzudenken…
      Susan hatte den Ausbildungsplatz gewechselt und letztendlich mir die Schuld gegeben, dass sich ihre Situation so entwickelt hatte. Trotz der angespannten Lage ließ ich Tom unter der Hand einige Kontakte abfragen und der Wechsel ging geschäftlich gesehen für beide Seiten ohne weitere Blessuren aus. Sie würde ihre Prüfung zum selben Termin abschließen und nahe Leipzig, auf dem Hof, an den Tom sie vermittelt hatte, später weiter festangestellt arbeiten. Dave konnte mit der ganzen Situation, für die er sich irgendwie die Schuld gab, nicht umgehen und zog sich ebenfalls in Arbeit zurück. Mitte Mai reiste er für drei Wochen nach England und Schottland, was uns alle doch sehr überraschte. Als sich die Sache mit Susan merklich zuspitze, kam er zeitgleich in Kontakt mit einem führenden Kutschen-Hersteller und Züchter. Da die Verbindung nach England vor allem für unsere Sportpferdezucht sehr interessant sein könnte, willigten wir alle ein und ließen ihn fliegen. Die Verabschiedung zwischen ihm und mir war überraschend eisig. Von den Vertrautheiten seit seiner Einstellung mir gegenüber war nichts mehr übrig. Tom bemerkte es, blieb aber stumm.
      Und kaum war Dave weg, ging es auf dem Hof komplett drunter und drüber. Ohne seine Unterstützung war es für Leo und mich extrem schwer, die Fahrturniere ohne Probleme zu organisieren. Aber mit ein paar Blessuren schafften wir die Planung irgendwie, woran Leo auch weiter wuchs. Ich war stolz auf meinen Azubi, der jetzt so viele Aufgaben übernahm und das so kurz vor seiner Abschlussprüfung. Er muss gemerkt haben, wie sehr es mir zusetzte, dass ich als Betrieb einen Azubi verloren hatte, in den ich so viel Hoffnung gesetzt hatte. Ich ärgerte mich sogar eine ganze Zeit lang so dermaßen, dass ich verlauten ließ, erstmal keine Auszubildenen mehr aufzunehmen. Aber genau dann bewies sich Leo. Ich stellte ihn dann Nachmittags so gut es ging frei, damit er mit Webster für die Dressur und Springen üben konnte. Tom korrigierte ihn dabei, ich sah beim Springen immer wieder mal drüber, aber da dann nur noch Mia, Willi und ich für den Rest der anfallenden Arbeiten auf dem Hof waren, kam wirklich alles zu kurz. Da demnächst die Welshis vollständig vom Hof ziehen sollten und die Stallungen für Einsteller frei werden würden, richteten wir den Offenstall auf der alten Koppel her und stellten dort die Stuten unter, die Hengste kamen in einer Teilabtrennung zu den Zuchtpferden. Heros und Fleming machten sich Anfangs einen heiden Spaß daraus, die kleinen Ausgaben durch die Gegend zu scheuchen. Take a Bow, Miro, Landwein und Poison trabten den ganzen Nachmittag am Zaun entlang und buckelten vor sich hin, aber zum Abend hin waren die Jungs so erschöpft von der schwülen Hitze, die diese Tage in die Ebene drückte, dass sie am nächsten Tag müde vor sich hin dösten. Auch die Großen kamen tagsüber kaum auf die Koppel, erst Abends, als es deutlich milder war, standen sie am hinteren Ende des Geländes und grasten die zugesteckten Weideflächen ab. Als die Welshis aus dem Nebenstall ausgezogen waren, fingen wir an, die Sattelkammer dort auszumisten. Alle Schabracken, Sattel und Trensen, Putzkästen und sonstiges Zubehör, das an die neue Welshzüchterin gehen würde, putzten wir und lagerten wir im Haupthaus sorgfältig für den Umzug ein. Lediglich je drei Decken, Schabracken und gebrauchte Bandagensets für Taciturn, sowie das komplette Equipment für Occani zog in den Hauptstall um. Die Scheckstute würde als Gesellschafterin für Lillifee und die Fohlen doch vorerst auf dem Hof bleiben, aber auch im Ponyreitsport gefördert werden. Da sie auch noch sehr jung war, klappte die Eingliederung recht gut, sie behauptete sich aber als ehemaliges Herdenmitglied einer erfahrenen Pferdeherde aber gleich und mauserte sich recht fix an eine der höheren Ränge. Lediglich die resolute Meilenstein blieb davon unberührt und ließ sich nichts gefallen. Sie würde als fast Dreijährige bald unter den Sattel kommen und eingeritten werden. Ich hatte lange mit Tom und Mia geredet und unsere Zahlen überflogen. Wir standen durch die Pacht, Verkäufe und Trainingseinnahmen so gut da, dass wir uns mit zwei weiteren Mitarbeitern vergrößern könnten. Mia kümmerte sich diesmal um die Ausschreibung der Stellen, die Wohnungen wurden neu gestrichen und bezugsfertig gemacht, die im Haupthaus noch über waren. So ging der Mai um und es wurde Juni. In dieser Zeit arbeiteten wir uns alle schier zu Tode, ich war vier Tage auswärts und trainierte auf Abajo´s Hof ihre Pferde und übernahm dort ein Fohlen namens Picture of a Ghost. Allgemein vergrößerte sich nach der Auflösung der alten Zucht des Ammerseegestüts von damals die Zahl der Fohlen auf Naundorf deutlich. Der Decksprung von Mon Amie war geglückt, das Spektakel um Painted Blur war nach wie vor ein Highlight, das so schnell nicht vergessen werden würde. Ihr kugelrunder Bauch wurde immer dicker, bis sie in den letzten Maitagen einem kleinen Hengst das Leben schenkte. Er hatte von der Farbigkeit so gar nichts von seinem berühmten Uropa und auch Mon Amie behielt ihre Farbigkeitsvererbung für sich. Painted Minimalistic Art kam so vollkommen nach seinem Papa, war Schwarzbraun und hatte nur ganz wenige Abzeichen, was ihm seinen Namen verlieh. Und auch Mitte Juni kam ein lang ersehntes Wunschfohlen auf den Hof. Ein Hengst, auf den ich mich, neben Painted, ebenfalls besonders freute. Schwarzgold war sein Vater, ein Elitehengst, der auf Naundorf eine Zeit als Jungpferd verbracht hatte, bevor er an eine sehr alte Freundin von mir ging. Durch einen Verkauf eines Rasputin-Ravallo Fohlens, hatte ich eine Leihmutterschaft einer Co Pilot Tochter bekommen und Schwarzgold als Vater ergattern können. So bereicherte ab Mitte Juni Scamander unsere Babyherde und war mit seinem halben Jahr unglaublich niedlich anzusehen. Ich packte ihn mit Lillifee, Symphonie und Arcada auf eine Weide, die drei Mädels waren sehr lieb zu ihm und ließen seinen Trennungsschmerz von seiner Mama schnell vergessen. Mit der Zeit, wenn er kräftiger werden würde, würde ich die vier wieder zurück in die Gruppe der anderen Fohlen integrieren, die neben diesen aus Meilenstein, Capona, Thor und Elfenlied bestand. Painted blieb mit Mon Amie natürlich für die nächsten Monate erst einmal separat.
      Ich lächelte, als ich so an die Kleinen dachte, die mir meinen eigenen Kummer eine kurze Zeit lang nahmen und trieb Aquentino, der bei allen den Namen Socke trug und auch nie mehr anders gerufen wurde, in einen leichten Galopp. Freudig setzte er die Hufe voreinander und griff locker aus, schnaubte ab und spitzte die Ohren. Er hatte sichtlich Spaß und auch ich ließ einen Moment los. Nicht nur das Chaos und der Arbeitsstress auf dem Hof waren derzeit eine große, emotionale Belastung. Idefix hatte sich seit dem Winter erst noch sichtlich erholen können, allerdings wurde bei einigen Kontrollterminen, weil er mir sehr schlapp erschien, ein Tumor entdeckt, der zu unser aller Schreck nicht mehr operierbar war. Ich heulte mir an dem Abend schier die Augen aus dem Kopf, Mia war in dieser Zeit eine wahre Freundin und tröstete mich wie keine es hätte sonst können. Sie wusste, wie viel mir Idefix bedeutete und dass er der letzte, verbliebene Partner aus einer sehr alten Zeit war. Tom kümmerte sich ebenfalls liebevoll um mich und auch Leo und Willi erwiesen sich als echte Familie. Da Idefix nur oft müde war und sonst keine Schmerzen litt, bekam er vorerst Medikamente und würde noch eine ganze Weile unter uns bleiben, was den Schmerz, ihn zu verlieren, zwar nicht milderte, aber ertragbar machte. Ich verbrachte so viel Zeit wie möglich mit ihm, spielte mit ihm, streichelte ihn, hielt ihn im Arm. Er durfte auch ab diesem Tag auch in meinem Bett schlafen und wurde vom Rest auch sehr verwöhnt. Er schien seine Situation durchaus zu genießen und war recht glücklich – und so war ich es irgendwie auch.
      Ich parierte Socke durch und trabte am äußersten Rand unserer Weiden entlang. Der Dänenhengst streckte sich und verlangsamte immer mehr, bis ich ihn zum Schritt parierte und die Zügel wieder lang ließ. Nach einer guten Stunde war ich wieder auf dem Hof, sattelte den Hengst ab, striegelte Aquentino und führte ihn in seine Box. „Alles gut draußen?“ fragte Willi und ich nickte. Er schob die Mistkarre durch die Gasse und fing an bei Mainstream die Box zu säubern. Ich fing gegenüber an und kümmerte mich um Ambers Box. Mia gesellte sich dazu, Abendessen würde heute Tom machen, Leo war drüben bei den Welshis und kümmerte sich um die Stuten Seidenfell, Teutonia, Nikita, Lara und Haselnuss. „Ich würde nach dem Stalldienst gern noch eine Runde mit Aasiyah drehen.“ meinte sie und schwang in deren Box die Gabel. „Ich würd dich gern begleiten, wenn du nichts dagegen hast.“ tönte eine Stimme vom Gang her und wir drehten alle drei die Köpfe. Dave. Er stand einfach mitten im Stall, grinste und hielt sich für unwiderstehlich. Er hatte sich eigentlich erst für morgen Vormittag angekündigt. Der Satz, der mir durch den Kopf schoß war schneller draußen, als ich schauen konnte. Wegen ihm hatten wir die letzten Wochen so zu kämpfen, wegen ihm war alles drunter und drüber gegangen. „Nein, du übernimmst ihre Schicht. Du bist abgelöst Mia, sei so lieb und schau nach Leo, nimm ihn und Lake Mountain mit. Das hat er sich verdient.“ Dabei betonte ich ´übernimmt´ und sah dabei nur Dave an. Der war erstmal perplex, nahm dann aber die Mistgabel von Mia, die mittlerweile genauso verärgert war auf Dave und von dannen zog. Willi erklärte, dass er sich um die Hengste Medivh, Dante und Checkpoint kümmern würde. „Ich sehe später nach ihnen, danke Willi.“ meinte Dave jetzt kleinlaut, drehte sich von mir weg und mistete Cajas Box. Ich wechselte gegenüber zu der von Skadi und fragte dann in einem versucht weicheren Ton, während Dave direkt neben mir eine Gabel nach der anderen in die Karre warf, warum er heute schon hier sei und nicht, wie geplant, erst morgen. Er erzählte etwas von verbuchtem Flug und gewissen, privaten Geschehnissen in England. „Du scheinst dich ja nicht wirklich zu freuen.“ schloss er trocken, hielt inne und stütze sich auf die Gabel. „Wir sind in Arbeit abgesoffen, Dave.“ antwortete ich, sah ihn an und war jetzt wirklich verärgert. Was dachte er sich? Dass er sich nur 2x bei Tom meldet in den ganzen drei Wochen und dann einfach hier aufschlägt und alles völlig in Ordnung ist? Ich atmete durch und warf die letzte Gabel aus Skadis Box in die Karre. „Wir werden zur weiteren Unterstützung zwei weitere Angestellte einsetzen, Leo bekommt wegen seiner guten Leistungen eine Festanstellung und die Wohnung von Susan.“ Bei letzterem drehte ich mich um und sah ihn an. Er wirkte verletzt und merkte erst jetzt, wie sauer ich eigentlich war. „Wir sind in Arbeit abgesoffen, Dave.“Ich knallte ihm den Satz ohne große Emotion. Damit ging ich aus der Box, drehte die Karre und wollte los zum Misthaufen. „Das mit den Pferden hat geklappt.“ meinte er jetzt eisig. Natürlich. Er mauerte, zog sich zurück und war beleidigt. Ich hielt inne. „Wann sollen sie kommen?“ fragte ich jetzt, wieder die nüchterne Geschäftsfrau und Chefin, die ich eigentlich war. „Am Wochenende. Ich werde alles fertig machen, ich habe eben mit Tom gesprochen. Auch, was das Jubiläumsturnier angeht.“ Wenigstens darum musste ich mir keine Gedanken mehr machen. Eigentlich war Dave ganz in Ordnung und ein wahnsinnig guter Mitarbeiter. Wenn er denn kein Chaos gestiftet hätte, bei Susan – und mir. „Weiß er, dass du mitisst?“ fragte ich und rang mit doch ein leichtes Lächeln ab, streiten hasste ich wie die Pest und er würde dann viel eher wieder auf mich zukommen. Aber ich hatte mich geirrt. „Nein, ich werde heute auswärts essen. Ich bin morgen zum Frühdienst wieder da.“ Mir fror das Lächeln regelrecht ein, ich war aber recht schnell wieder Herr meiner Sinne und quittierte das nur mit einem „Ok, ist gut.“ Ich wollte die Karre gerade wieder anschieben, da meinte er, dass er von Tom auch das mit Idefix erfahren hatte. „Es tut mir ehrlich Leid, Luisa.“ „Lass gut sein. Ich will nicht drüber reden.“ So ließ ich ihn stehen.
      Es war still am Abendtisch, keiner sprach oder scherzte herum, wie es trotz dem ganzen Stress die letzten Tage der Fall war. Ruhig sprachen Tom und Mia mit uns anderen die Einstellung der neuen Leute ab und wir entschieden, dass wir alle zusammen die Leute sichtigen würden, damit sie auch auf den Hof passen würden. „Noch ein paar Frauen wären nett. Mia und Luisa seh ich ja kaum...“ witzelte Willi und lockerte damit dann doch die Stimmung. „Zarin geht’s übrigens wieder richtig gut, man sieht kaum mehr was, dass er mal kurz vorm Schlachter war.“ meinte er dann zu mir und ich nickte. Wenigstens dieses Sorgenkind hatte jetzt endlich die Kurve bekommen. „Wer weiß Willi, vielleicht geht er als Deckhengst doch noch auf Reisen. Aber jetzt peppeln wir ihn auch reiterlich erstmal wieder auf.“ „Wenn du magst, würde ich damit morgen gerne anfangen.“ Tom kam in letzter Zeit viel zu kurz, konnte kaum in den Sattel steigen und seiner Leidenschaft, der Dressur, nachgehen. „Ich glaube, das wäre das allerbeste, du hast ihn stärker unter Kontrolle. Und dann nimmst du dir den Rest des Tages frei, kümmer dich mal wieder um Reykja. Ich mag das morgen mit dem Büro. Brauch mal ne Pause.“ Er lächelte dankbar, er machte gerne Bürozeug, aber war auch gern draußen. Dann sprachen wir auch für die anderen die morgige Tagesplanung durch.
      Zwei Tage später wachte ich mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Es war noch dämmrig, ich konnte gerade die Umrisse meines Zimmers erkennen. Heute sollten die beiden Pferde Solsikke und Candy Fireflies ankommen. Erstere, eine Knabstrupperstute, war mir unbekannt, Fireflies allerdings hatte ich vor Jahren schon mal als Fohlen auf einer Schau gesehen und ich war wirklich überrascht, als ich seinen Namen auf den Papieren entdeckte. Ich drehte mich nun vorsichtig um, damit ich Idefix nicht versehentlich weckte. Es wurde langsam immer heller und meine Befürchtung wurde mit jedem Lichtstrahl mehr Realität. Er hatte sich mit dem Rücken zu mir an mich gekuschelt, sein Kopf lag auf den Vorderpfoten, er hatte sich eingerollt und die Augen geschlossen. Ich streichelte ihm das weiche Fell, sein Körper war noch warm, aber viel kühler, als ich ihn über all die Jahre kannte. Auch hob und senkte sich sein Brustkorb nicht mehr, er schnarchte nicht mehr leise vor sich hin und schien doch so zufrieden wie ewig lange nicht mehr. „Mach´s gut mein Kleiner.“ flüsterte ich, drückte mein Gesicht in sein Fell und fing leise an zu weinen.
    • Muemmi
      Pflegebericht November 2017

      Es ist Deins

      ~ Beschreibung der Protagonisten ~

      (c) Muemmi | 16317 Zeichen | 31. August 2017 (am 17. Oktober veröffentlicht)
      Aus der Sicht von: Luisa Goeke
      Bericht gilt für: Medivh, Candy Fireflies, Amber, Fleming, Dante, Aquentino, Heros, Checkpoint, Solsikke

      Sportpferdezentrum Naundorf - Brandenburg – bewölkt/teils regnerisch - 9 Grad
      31. August 2017


      Ich zog die Jacke enger und sah die Baumreihe entlang. Die Spitzen der vereinzelten Birken zwischen den Kiefern färbten sich teilweise schon gelb und bestätigten, was sich alle seit dem Temperatursturz im August dachten - der Herbst hielt Einzug.

      Die letzten Wochen waren für uns alle wahnsinnig anstrengend gewesen, wir kamen der Arbeit kaum hinterher und nahmen auch nicht mehr wirklich an Turnieren teil, damit wir die Aufträge nicht vernachlässigten. Die Militarysaison ging langsam dem Ende zu und Leo traute sich seit dem Vorfall nicht mehr wirklich, Candy ans Äußerste zu reiten oder gar mit ihm wieder regelmäßig auf Turniere zu fahren. Er war einmal mit mir zusammen noch auf ein kleineres Springturnier gefahren, doch nur ich nahm eine Schleife mit seiner Zweitstute Solsikke mit. Ich konnte ihn verstehen, auch ich hatte schon viele schwere Stürze miterlebt und war nach einigen genauso "gelähmt". Da Candy dann nicht so ausgelastet war, ließ er sich von Medivh in der Nebenbox mit Dummheiten anstecken und entwickelte eine leichte Zerstörungswut. Ich ließ ihn deshalb lieber mit Fleming, Dante, Checkpoint und Aquentino auf die große Weide, damit er sich austoben konnte. Aber bei Medivh ging das leider immer noch nicht. Er war eineinhalb Wochen nach dem Unfall von Eddis Klinik entlassen worden und kam selbst mit dem Umstand seiner linksseitigen Blindheit erstaunlich gut zurecht. Wir mussten nur darauf achten, dass wir ihn vorsichtig ansprachen, wenn wir uns von seiner blinden Seite aus näherten und er sich nicht unabsichtlich die verheilende Augenhöhle irgendwo anstieß. Denn die bräuchte wie jeder Knochen um die sechs Wochen. Er war dazu anfangs angebunden und auch wegen der Schmerzen leicht sediert. Trotz allem kaute er uns vor Langeweile drei Stricke kaputt und riss seine Bürsten an der Boxenwand ab. Einmal pfriemelte er auch die obersten Riegel der Tür auf und wäre uns stiften gegangen, wenn er nicht angebunden gewesen wäre. Als er die Phase überstanden hatte, montierte Willi am Fuß der Tür zwei weitere Riegel, um Medivh am Freigang zu hindern. Wir hatten schon Angst, dass er uns das Weben anfangen würde, aber Leo führte ihn regelmäßig über den Hof und kümmerte sich so gut es ging. Dann nahm sich ihm auch Tom an. Der Schimmel blühte recht schnell auf, als er von Tom regelmäßig vom Boden aus gearbeitet wurde. Er musste sich jetzt nur daran gewöhnen, dass ihm trotz der Blindheit auf einer Seite nichts passieren würde und er mehr auf die Hilfen achten musste, als vorher. Im Militaryspringsport würde er dennoch vermutlich nie wieder gehen können.

      Und das hatte auch Dave erkannt.

      Er lag wegen dem komplizierten Bruch der Schulter und zur weiteren Beobachtung zwei Wochen im Krankenhaus. Er hatte eine Platte eingesetzt bekommen und kurz nach dem Unfall mit Reha anfangen müssen, damit sich die Beweglichkeit nicht weiter einschränkte. Er hatte Glück im Unglück gehabt, er würde wieder reiten können und mit viel Physio und Übung auch wieder Springen. Ganz der Alte allerdings würde auch er nicht mehr. Und auch das hatte er mittlerweile begriffen.

      Das Krankenpersonal ließ mich nach dem Unfall erst mehrere Stunden nach der OP zu Dave, da ich keine Angehörige war und unter dem Trubel unterging, dass Dave nach mir verlangt und einem Besuch zugestimmt hatte. Er trug einen dicken Verband um die rechte Schulter, hatte Abschürfungen im Gesicht und am linken Arm. Hinzu kam eine Gehirnerschütterung. Der Rest des Körpers war von der weißen Bettdecke des Krankenbettes verdeckt. Mit der Zeit sollten sich Prellungen und blaue Flecken zeigen, aber keiner seiner Wirbel oder anderes war verletzt worden. Ich musste mich zusammenreißen, nicht zu heulen, es zerriss mir fast das Herz, als ich ihn da so liegen sah, die Augen geschlossen, mit eingefallen wirkendem Gesicht und zwei Infusionen im Arm.

      Ich stand auf der linken Seite des Bettes und musste den Impuls unterdrücken, ihm seine längeren, dunkelblonden Haare aus der Stirn zu streichen. Sie waren vom Ritt noch ganz verklebt und fielen ungewohnt in wilden Strähnen um seinen Kopf.

      In dem Moment ging die Tür auf und hinter der Krankenschwester, die regelmäßig nach Dave sah, kam Tom mit ins Zimmer. Wir sagten nichts, wir sahen uns nur an. Ich blickte zurück zu Dave, der sich nicht rührte. Tom sprach ein paar Worte mit der Krankenschwester, wie es um Dave stand. Mehr würde der Arzt morgen wissen. "Komm Luisa. Lass uns heimfahren." Ich nickte, konnte mich aber kaum lösen. Die Schwester verließ das Zimmer und kurz darauf auch wir. Tom legte den Arm um mich und langsam merkte ich, wie erschöpft ich eigentlich war. In der Nacht heulte ich mich das erste Mal seit der Sache mit Susan und dem Bruch zwischen ihm und mir in den Schlaf.

      Am nächsten Vormittag fuhren Leo, Mia, Tom und ich nach dem Stalldienst ins Krankenhaus, Willi würde auf dem Hof die Stellung halten. Dave hatte gerade den Arzt bei sich, als wir eintrafen. Leo ging als Erster ins Zimmer, Tom und Mia folgten. Ich schloss als Letzte die Türe, mein Herz schlug mir dabei bis zum Hals. Wir kamen gerade so an, dass der Arzt mit seinem Bericht fertig war. "Ah, sie kriegen Besuch. Wer von Ihnen ist denn Frau Goeke?" "Das bin ich. Hallo." Ich lächelte den Arzt milde an, als ich aus dem kleinen Gang heraus in Daves Sichtweite trat. Der Arzt kam auf mich zu und entschuldigte sich für das Chaos gestern, die Schwester hätte ihm heute morgen beim Schichtwechsel erzählt, dass ich erst Stunden nach der OP zu Dave konnte und noch später nach Hause gefahren wäre. Dave richtete sich in dem Moment etwas auf. Ich nickte und meinte, dass das vollkommen in Ordnung wäre und bedankte mich bei ihm und seinem Team. Er freute sich und verabschiedete sich dann von uns. Als er die Tür schloss, trat kurzes Schweigen ein. Ich drehte mich zu Dave um und sah ihn jetzt direkt an. "Du siehst noch übler aus als gestern." Ich ging auf ihn zu und lächelte. "Als ich morgens die Treppe runter kam oder nach der OP?" antwortete er matt, lächelte dann aber doch. Wir alle lachten verhalten und Tom meinte, wenn er solche Scherze machen könne, hätten wir uns ja ganz umsonst solche Sorgen gemacht. Leo allerdings nahm das alles ziemlich mit. Er konnte nicht in die Witzelei mit einsteigen. Dave berührte ihn am Arm und meinte dann, dass er ohne ihn gestern aufgeschmissen gewesen wäre. Er könne sich nur an wenig erinnern, aber er hätte mitbekommen, dass Leo uns sofort alarmiert und sich um Medivh gekümmert hätte. Leo nickte und lächelte dann doch. Als Dave Medivh erwähnte, brach er ab und sah Tom und mich schweigend an. Seine Frage, ob sein Hengst in Ordnung war, stand ihm im Gesicht geschrieben. "Er lebt, es geht ihm gut. Eddi kümmert sich derzeit um ihn, ich hab gestern nochmals mit ihr telefoniert. Mia und ich fahren mit Leo gleich weiter und sehen nach ihm." Er nickte erleichtert. Keiner von uns würde jetzt erwähnen, dass der Hengst sein linkes Auge verloren hatte. Tom hatte uns allen an dem Morgen erzählt, dass es nicht mehr zu retten war. Mia und er hatten sich beraten und sich auf Eddis Drängen für die Entfernung entschieden. Gemeinsam haben wir beschlossen, es Dave erst zu sagen, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen werden würde und es ihm deutlich besser ginge. Da Dave noch sehr mit der Gehirnerschütterung zu kämpfen hatte, ließen die anderen ihn recht schnell mit mir alleine und fuhren weiter zur Tierklinik. Als sich die Tür schloss und wir nur noch zu zweit waren, wurde mir ziemlich mulmig. Dave sah mich schweigend an und wirkte auf einen Schlag so unsagbar unglücklich. „Hast du Schmerzen?“ fragte ich sanft, meine Stimme deutlich gesenkt, um ihn nicht weiter zu belasten. „Kopf und die Prellungen. Aber es geht schon.“ murmelte er. Er versuchte sich weiter aufzusetzen. „Warte, ich helf dir.“ Ich richtete das Kissen im Rücken, ohne seinen Verband zu berühren, ihm näher als je zuvor. Mich wieder aus der geringen Distanz zu lösen fiel mir wahnsinnig schwer. Er saß jetzt aufrecht im Bett, geschafft, aber soweit in Ordnung. „Ich hab heute morgen mit Tom ein paar Sachen für dich zusammen gerichtet.“ Ich nickte in Richtung der Tasche an der Wandseite gegenüber. „Danke Luisa.“ Er hatte die Augen kurz geschlossen, neigte dann den Kopf nach links und sah mich wieder an. „Was ist passiert?“ fragte ich leise. „Ich Idiot war zu schnell.“ gab er kurz und knapp zu. Er traute sich dabei nicht, mich anzusehen. Dave, der, der immer alles besser wusste und sich immer so sicher war, in dem, was er tat, gab einen Fehler zu. „Wie sehr hast du dir den Kopf gestoßen? Als wenn du jemals zu schnell unterwegs bist…“ scherzte ich. Ich hatte ihn schon tausendmal wissen lassen, dass er mir persönlich zu halsbrecherisch ritt und ich es nicht gerade gut fand, dass Leo ihm in dem Punkt nacheiferte. Wir hatten uns seit Susans Abbruch auf Naundorf mitunter deswegen immer häufiger in den Haaren gehabt, was uns immer weiter auseinander rücken ließ. Er lächelte über die Ironie, aber irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Er schien fast gebrochen. „Ich hätte dabei draufgehen können.“ stellte er trocken fest. „Als Medivh wegrutschte und ich abflog, ist mir nur eins durch den Kopf geschossen.“ Er sah mich erst nicht an, dann schluckte er. „Etwas, was ich ewig vor mir hergeschoben habe…“ Mein Herz schlug bis zum Hals, als ich sah, dass er seine linke Hand auf dem Bett öffnete und mir zudrehte. Vorsichtig nahm ich sie und hielt sie fest. Wir sagten beide lange nichts. Draußen fing es an zu regnen. „Wie lang warst du gestern hier?“ fragte er nach ein paar Minuten. „Bis nach Mitternacht. Du warst kurz wach nach der OP, aber daran wirst du dich vermutlich nicht erinnern. Sie haben mich erst gut zwei Stunden danach zu Dir gelassen, als ich ewig lange erklärt habe, wer ich bin. Es war zwischenzeitlich Schichtwechsel, vermutlich ist da dein Wunsch untergegangen.“ Er sagte nichts, schüttelte nur leicht den Kopf. „Ich dachte, du wachst nochmal auf. Aber dann hat mich Tom irgendwann abgeholt.“ Er sagte wieder nichts, drückte einfach nur meine Hand. „Was ist mit Medivh passiert?“ seine Stimme zitterte, er hatte sichtlich Angst, mir diese Frage zu stellen. „Er sah schlimm aus, ist die Böschung hinabgestürzt. Er ist aber ein zäher Brocken, wie sein Besitzer nicht kaputt zu kriegen. Als wir ankamen, hat sich der Tierarzt vor Ort schon um ihn gekümmert, du bist gerade mit dem Krankenwagen weggebracht worden. Er hat ebenfalls viele Prellungen und eine ziemlich große Wunde an der Brust. Aber die Beine sind heil, nichts gebrochen.“ Letzteres war irgendwie gelogen, aber Medivh würde ja wieder vollkommen gesund werden. Er atmete auf und entspannte sich etwas. Ich blieb an dem Tag noch so lange bei ihm, bis er einschlief und hinterließ ihm eine Notiz, dass ich morgen wieder kommen würde und er mir jederzeit eine Whatsapp schreiben könne, falls er etwas brauche. Ich versuchte fortan, jeden Tag ins Krankenhaus zu fahren und neben dem sowieso schon anstrengenden Alltag auf dem Hof Zeit für Dave zu finden. Unser „Streit“, den wir ja eigentlich nie hatten, war wie weggeblasen, es war wieder wie vorher zwischen uns. Er hasste die Physiotermine, weil er ziemliche Schmerzen dabei hatte, aber die Wunde heilte gut und er es schien mir, als würden ihn meine Besuche deutlich aufmuntern.


      Er kam drei Tage nach Medivh zurück nach Naundorf. Ich fuhr ihn alleine abholen, nachdem ich meinen Rundgang von heute morgen beendet hatte. Tom und Mia hatten zu viel mit dem Beritt zu tun und Leo kümmerte sich mit Willi um die Pferde. Mir war nicht besonders gut, als ich auf dem Parkplatz des Krankenhauses hielt. Ich hatte Dave am Vorabend erzählt, dass Medivh erblindet war. Er war geschockt und wütend, aber er registrierte schnell, dass der Unfall nicht nur ihn stark mitgenommen hatte, sondern auch Medivh. Er liebte seine zwei Pferde. Wir redeten lange miteinander, was Eddi dazu gesagt hatte und er stellte viele Fragen. Dennoch war er wahnsinnig geknickt und war dann dementsprechend down. Ihm brach mit Medivh sein stärkster Partner im Military weg. Heros hatte auch viele Erfolge, allerdings war der nicht so mutig und verweigerte deutlich öfter mal im Gelände. Das Springreiten hatte sich jetzt aber für diese Saison sowieso für Dave erledigt. Als ich ins Zimmer kam, erklärte ihm der Arzt gerade die letzten Details und entließ ihn. „Soll ich dir beim Zusammenpacken helfen?“ „Ja, einhändig wird das alles etwas schwer…“ meinte er trocken. Ich musste ihm auch in den Pullover helfen, die Jacke warf er sich auf der einen Seite nur über die Schulter. „Die Tasche kann ich selbst tragen.“ „Ok, dann lass uns nach Hause fahren.“


      Willi winkte uns, als der Wagen auf den Hof rollte. Dave grinste und freute sich sichtlich, wieder auf dem Hof zu sein. Mia hatte für alle gekocht, es tat gut, wieder vollständig am Tisch zu sitzen und miteinander zu reden. Die anderen erzählten wild durcheinander, was alles auf dem Hof passiert war und Dave blühte richtig auf. „Freu dich nicht zu sehr Dave, da du jetzt wieder hier bist, wirst du ab sofort meinen Bürokram übernehmen. Das wird wie Urlaub!“ lachte Tom und Dave schüttelte ebenfalls lachend den Kopf. „Ja, die Arbeit, dachte mir schon, dass ihr mich nicht verschonen werdet.“ Wir lachten und waren richtig gut drauf. Dann löste sich die Gruppe langsam auf.


      Als nur noch Dave, Tom und ich am Tisch saßen kippte die Stimmung allerdings. „Ich spüle ab. Geht ruhig.“ Wir standen auf und liefen schweigend hinüber in den Stall. „Hey mein Großer!“ begrüßte Dave erst Heros, der den Kopf über die Tür streckte und ihm entgegen wieherte. Er streichelte seine Stirn und beide freuten sich sichtlich sich zu sehen. Dann raschelte es in der Nebenbox. Medivh hatte immer noch den blauen Schutzverband am Kopf, solange die Fäden noch nicht gezogen worden waren. Dave sah zuerst dessen rechte Seite und ging langsam auf ihn zu. „Oh Medivh….“ Er streichelte den Hengst vorsichtig am Hals und Kopf. „Eddi wird entweder heute oder morgen die Fäden ziehen. Sie weiß noch nicht, ob sie vorbeikommen kann, sie hat ne schwierige Fohlengeburt.“ murmelte ich und beobachtete die beiden weiter. Dave schwieg und wirkte auf einmal so unfassbar traurig. „Ich lass dich allein, wenn du das willst.“ „Nein, bitte bleib.“ seine Stimme klang gebrochen. Wir schwiegen weiter und standen eine ganze Weile bei Medivh, der sich nach den Streicheleinheiten wieder seinem Heu zuwendete. „Er kommt erstaunlich gut zurecht.“ Stellte er trocken fest und wirkte dann doch beruhigt. „Es geht ihm sonst ausgezeichnet Dave. Du hättest ihn nach dem Sturz sehen sollen… Ich dachte, ich müsste ihn einschläfern lassen.“ Er nickte, wir starrten beide weiter in die Box des Schimmels. „Luisa! Der Tierarzt ist da!“ rief Willi uns plötzlich zu und wir drehten uns beide in seine Richtung. „Ging wohl doch gut…“ meinte ich und wir liefen zusammen nach draußen. Bei der Untersuchung ließ ich Dave mit Eddi allein und kümmerte mich stattdessen um Amber. Sie sollte ebenfalls untersucht werden. Ich kam mit der Cremellostute nach einer guten halben Stunde auf den Innenhof, als Eddi mit Dave zusammen aus dem Stalltrakt der Hengste heraustrat. Die beiden waren in ein Gespräch vertieft, Eddi erklärte Dave auf den letzten Metern zu mir, wie er sich jetzt am besten um Medivh kümmern müsse. „Pass nur auf, dass er sich nicht wetzt, das juckt ziemlich, wenn die neue Haut ganz schließt und das Fell nachwächst. So, hallo Luisa! Na, dann wollen wir mal gleich weiter machen…“ Eddi ging um Amber herum, nachdem sie mir kurz die Hand gereicht hatte und untersuchte die Stute gründlich, tastete sie ab und lächelte dabei. Sie liebte ihre Arbeit und das sah man ihr an. Ich ging ein Stück weg von den beiden zu Dave, der die Stirn runzelte und mich dann doch besorgt fragte, ob mit Amber alles ok sei. Er hatte an ihr einen Narren gefressen, seit er sie bei der Bewerbung damals das erste Mal gesehen hatte. Manchmal zogen die Jungs ihn sogar deswegen auf, selbst ich konnte mir manche Eifersucht auf meine springbegabte Stute nicht verkneifen. „Ja.“ Ich grinste und legte den Kopf schief, als ich ihn ansah. „Nein…“ flüsterte er einen kleinen Augenblick verzögert, er verstand und totale Freude erfasste ihn. Aber was ich dann anhing, als Eddi bestätigend nickte, machte ihn dann zu meiner ganzen Freude komplett sprachlos. „Von Heros… und es gehört dir.“

      Credits: Beschreibung Umgebung zu Beginn (c) Jackie
    • Muemmi
      Pflegebericht Januar 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 04. Januar 2018 | 15647 Zeichen


      Neubau für die Anwärter des Gestüts
      Uranium Fever | Occani | tc Annakiya | Orchidee´s Nikita | Take a Bow | Chocolate Chip Cookie | CM´s Meilenstein | Valentine´s Candy Fireflies | Al Aasiyah ox | Aquentino | Caja | Checkpoint | Reykja | Solsikke | Taciturn | Webster

      Hauptstall der Zucht
      Cadoc´s Rohdiamant | Amber | EBS Mon Amie | Heros | Medivh | Dante | Fleming | Zarin

      Fohlenweide auf der Lichtung
      SPN Harvey | Thor | Scamander | Painted Minimalistic Art | Elfenlied | Lillifee | Capona | Aufgepasst, hier kommt Arcada | Symphonie de la Bryére

      Gnadenweide
      Efeumond | Oline

      "Hallo Cleo"

      „Du hast was?“ Dave starrte erst mich an und dann auf die Papiere, die ich ihm unter die Nase hielt. „Viel Spaß mit ihr.“ „Luisa, ich…“ „Gern geschehen!“ Ich lachte und ließ ihn gar nicht mehr zu Wort kommen. Unser Verhältnis zueinander hatte sich nach seiner Rückkehr zwar etwas abgekühlt, weil Dave zu mir wieder etwas auf Distanz ging. Aber es war deutlich besser als vor dem Unfall, wir hatten uns seitdem kein einziges Mal mehr gestritten. Ich stand im Büro und ging nachdenklich ein paar Briefe durch, während Dave in der Tür stand und auf die Papiere in seiner Hand starrte. Er lehnte sich mit seiner gesunden Schulter leicht an den Türrahmen und runzelte die Stirn. Von meinem Platz aus sah ich ihm heimlich dabei zu und konnte den Blick kaum abwenden. Was er da studierte war der Kaufvertrag und die Eintragungen, sowie Tierarztbescheinigungen von Uranium Fever. Die Stute war meiner Meinung nach eine unserer besten Errungenschaften in diesem Jahr, die auch ein stolzes Sümmchen gekostet hatte. Aber da sich Dave langsam vom aktiven Reitsport zurückziehen wollte und mehr und mehr Interesse an einer Sportzuchtlinie entwickelte, hatte ich zugeschlagen. Ich wollte ihn unterstützen, wo ich nur konnte. Nach dem Unfall, als er zurück auf den Hof kam, hatte sich eine ganze Weile eine leichte Depression bei Dave eingestellt. Er kämpfte verbittert in der Physiotherapie, hielt sich an die Ratschläge, übte fleißig und brachte sich in das Hofleben ein, wo er nur konnte. Doch obwohl er Tom und mir so viel Arbeit abnahm, irgendwann war auch die erschöpft, während wir anderen mit dem Training der Pferde, dem Misten und den restlichen Arbeiten auf dem Hof schier absoffen. Dave fühlte sich also nach drei Wochen zurück auf Naundorf nutzlos. Er ließ sich dann die ersten Oktoberwochen hängen. Seine Arbeit erledigte er natürlich immer noch und auch zur Physiotherapie ging er regelmäßig, doch jeder von uns sah ihm an, dass es ihm nicht gut ging. Seine Haare wurden immer länger und er ließ sich immer öfter einen Drei-Tage-Bart wachsen. Von mir ließ er sich in dieser Zeit nur bedingt helfen, so richtig ließ er mich nicht an sich heran. Bis Tom die brillante Idee hatte, eine eigene Zuchtlinie aufzubauen.

      Dave und ich saßen an einem Novemberabend zusammen im Büro, während ich das Hoftagebuch für den Tag ausfüllte, als Tom zu uns ins Zimmer kam. Er hatte das Auktionsheft dabei und warf es Dave zu. Dann eröffnete er uns seine Idee, wir saßen bis spät in die Nacht zusammen und unterhielten uns. Ich war glücklich zu sehen, dass diese neue Veränderung Dave wieder ein Leuchten in die Augen zauberte. Er blieb an dem Abend zwar sehr rational und blätterte scheinbar uninteressiert das Heft durch, aber schon am nächsten Tag zeigte er mir eine Stute und fragte, was ich von ihr halten würde. „Die hat keine belegte Abstammung, ist wohl eine gefundene Stute. Aber scheint in Topform zu sein. Als Basis wäre sie vom Exterieur ja genau das, was du und Tom suchen würdet. Aber sie hat damit auch einen sauberen Startpreis“ Er diskutierte noch eine Weile mit mir das für und wider, als er sich dann aufrappelte und an die Büroarbeit machen wollte. Im Flur blieb er am Spiegel stehen und sah sich einen Moment erschrocken an. „Wie seh ich denn aus?“ Ich konnte es mir nicht verkneifen und musste lachen. „Ich fahr später zum Friseur.“ Damit war er aus dem Haupthaus. Ich zog das Heft an mich heran, wählte die Nummer und hatte den Besitzer an der Leitung. Ich sollte an dem Tag das Höchstgebot abgeben und die Stute zwei Tage später unser Eigen nennen.

      Und nicht nur Uranium Fever zog mit zu uns auf den Hof. Anfang Dezember erhielten wir einen Anruf, nachdem ausgerechnet Cadoc´s Rohdiamant aus einer nachlässigen Haltung gerettet wurde. Also fuhren Willi und Tom am selben Tag zu dem einen Hof, an dem Dave und ich Fever holten. Allgemein hatten wir jetzt viele neue Pferde auf Naundorf. Kurz bevor Dave mit Medivh im Sommer gestürzt war, hatte er Chocolate Chip Cookie zu uns geholt. Das Sportpony mit seiner hübschen Färbung wurde jetzt von Leo übernommen und ausgebildet, der mit Candy Fireflies weiterhin unfassbar viele Schleifen und Erfolge sammelte. Die Beiden waren zu einem unglaublich guten Team geworden. Zum Einkreuzen von Vollblut wollten wir uns neben Aasiyah noch eine zweite Vollblutstute holen. Wir hatten jetzt nur noch Interesse an Stuten, da wir mit unseren Hengsten Fleming, Dante, Checkpoint, Aquentino, Webster und Heros genügend Starter hatten, um unseren Plan in die Wirklichkeit umzusetzen. Auch unsere Newcomer wie Painted und Scamander würden auf dem Hof bleiben. Wir überlegten auch, Efeumond zurück auf den Zuchtplan zu holen, um einen Engländer mit einfließen zu lassen. Jedenfalls freuten wir uns, als wir eine zweite Chance erhielten und Anfang Dezember auch Annakiya nach Naundorf holten. Die hübsche Scheckstute war ein wahrer Traum und zeigte sich mit ihrem liebevollen Wesen und ihrem ansprechenden Exterieur von ihrer besten Seite. Mia war ganz hingerissen, die sich um unsere Araber und Vollblüter kümmerte. Tom bildete weiter Reykja und Webster aus, die diese Saison so ihre Probleme mit Erfolgen hatten. Wir konnten uns das nur mit einer sehr starken Konkurrenz in der Dressur erklären, die uns aber nicht daran hinderte, stehts weiter zu machen und weiter auszubilden. Denn die Bestätigung in unseren Leistungen erhielten wir durch die Rückmeldung unserer Kunden und durch den Durchbruch im Springreitsport. Dort hatten wir uns 2017 einen Namen gemacht. Vor den Boxen hingen teilweise so viele Schleifen, dass wir kaum mehr zählen konnten. Vor allem an der von Medivh. Der Hengst hatte in den letzten Tagen seiner Genesung Anzeichen fürs Weben gezeigt. Auch er war wohl vor einer Depression nicht gefeit. Da Dave noch immer in Behandlung war und noch bis ins Frühjahr „Reitverbot“ hatte, übernahm ich Medivhs Beritt. Ich hatte mit einer Freundin lange Telefonate geführt, deren Friesenhengst vor vielen Jahren wegen einer Krankheit erblindet war. Mir ihrer Hilfe drang ich recht schnell zu Medivh durch. Erst vom Boden, dann aus dem Sattel gab ich ihm nach und nach sein Selbstwertgefühl und seinen Mut zurück. Er vertraute darauf, dass er mit seinen Sinnen die einseitige Blindheit ausgleichen konnte und ihm nichts geschah. Er war dennoch etwas schreckhafter seitdem und brauchte viel Liebe und Aufmerksamkeit. Ab dem Moment, als er seit dem Unfall das erste Mal wieder unter dem Sattel ging, stellten sich die Anzeichen des Webens sofort ein. Dave fiel ein Stein vom Herzen.

      In all dem Trubel, brachte Amber still und leise etwas früher als erwartet ihr erstes Fohlen zur Welt. Es war das schönste Zeichen für uns alle, dass es jetzt wieder bergauf ging. Leo hatte den dunklen Hengst, den wir später mit unserem Kürzel SPN Harvey nennen sollten, entdeckt. Er kam in die Küche gelaufen, hechelte und grinste übers ganze Gesicht. „Amber hat gefohlt, es steht grad!“ Dave und ich sahen uns erschrocken an, dann sprangen wir alle auf und liefen hinüber. Willi kam auf dem Weg dorthin auf uns zu. „Wasn hier für ne Hektik?“

      „Oh ist der niedlich!“ flüsterte Mia, die rechts neben mir stand. Links von mir Dave, der lächelnd die halbe Portion in der Box betrachtete. Amber schleckte ihn immer noch sauber, während Tom vorsichtig auf Amber zuging und sie kurz durchcheckte. „Wir sollten später noch einen Tierarzt holen lassen. Aber es sieht alles gut aus.“ „Auch im Abfohlen ist sie ein Naturtalent. Hast du schon nen Namen Dave?“ fragte Leo. Zusammen liefen wir zurück zum Frühstücken, bevor sich Dave um den Tierarzt für Amber und Harvey kümmerte und der Rest von uns den Stalldienst verrichtete. Dabei hatte ich mich an dem Morgen endlich mal wieder für die Fohlen eingetragen. Ich bekam von den Kleinen viel zu wenig mit und sie wuchsen auch viel zu schnell. Scamander hatte schon seine erste Fohlenschauschleife an der Box hängen, Thor war mittlerweile auch zu einem Riesen geworden, Symphonie und Arcada waren mittlerweile auch keine Babys mehr. Die hübschen Stuten würden ebenfalls auf dem Hof bleiben und bald in ihre Grundausbildung starten. Ebenso wie Lillifee, Elfenlied und Capona. Ihr streichelte alle gefühlt stundenlang, putzte ihr Fell, mistete ihre großen Gemeinschaftsboxen und ging die Weiden ab. Es hatte die Tage immer mal wieder geschneit, aber wirklich lange liegen geblieben ist davon nichts. Wir hatten diesen Winter noch nicht wirklich Probleme mit eingefrorenen Wasserleitungen oder Eisschollen auf den Weiden zu tun.

      Als ich bei den Fohlen fertig war, holte ich mir Meilenstein. Die schwarze Stute machte gute Fortschritte bei ihrer Ausbildung. Ich longierte sie am frühen Nachmittag, als Dave wieder aus dem Haupthaus kam. Er hatte einen ziemlich geknickten Gesichtsausdruck. Ich gab Meilenstein ein kurzes Kommando, auf dem sie zu mir herkam, dann liefen wir gemeinsam zum Zaun, an dem Dave jetzt stand und lehnte. „Was ist los?“ „Die Stute, von der ich dir erzählt habe, erinnerst du dich?“ „Ja. Wieso?“ „Sie wurde am selben Tag verkauft. Ich hätte nicht warten sollen.“ „Ach Dave, dann hat es nicht sein sollen.“ Ich war froh, dass er mich in dem Moment nicht ansah, weil ich mich sonst verraten hätte. Willi, Tom und Mia wussten Bescheid, Leo weihten wir noch nicht ein, weil er sich gerne mal verplapperte. Wir sollten sie am nächsten Tag abholen und ich ihm die Papiere in die Hand drücken. „Danke Luisa.“ Dave kam plötzlich auf mich zu und umarmte mich. Als er mich losließ, sahen wir uns kurz in die Augen. Es war eine spontane Umarmung, die so gar nicht zu Dave passte. Er war zwar immer gern auf „Kuschelkurs“, wie es Mia gern nannte, aber eine Umarmung hatte er sich mir gegenüber noch nie getraut. Ich löste das Ganze, indem ich lachte und ihn fragte, was er sich zum Mittagessen überlegt hätte. Er grinste, aber er war dankbar für die Vorlage.

      Mitte Dezember hatten wir endlich wieder Luft für einen gemeinsamen Ausritt. Normalerweise machten wir das immer an einem Sonntagvormittag nach dem Stalldienst im Monat, aber wir hatten einfach zu viel zu tun. Leo ritt auf seiner Solsikke, die sich immer besser mit ihm machte. Tom hatte sich Zarin genommen, Mia auf Mon Amie und ich auf Fleming. Die beiden Hengste waren trotz ihres Deckeinsatzes sehr umgänglich und ließen sich gut führen. Fleming war unter mir sowieso ein kleines Schäfchen. Dave lag in der Woche nach Leo flach. Willi ritt sowieso nicht mit und da er auf dem Hof blieb, hustete Dave so lange, dass wir Spaß haben sollten, bis wir alle aufbrachen. Er fehlte trotzdem, obwohl ihn Leo nacheiferte. „Bis zur Tanne!“ rief er, da stob Tom mit Zarin schon an ihm vorbei. Ich hatte lange nicht mehr über so einen verdutzten Blick gelacht. Als wir zurückkamen, trabte Take a Box einmal quer über den Hof. Dann Willi direkt hinterher. Tom schnitt ihm mit Zarin gleich den Weg ab und packte sich den Hengst. Wir anderen mussten nochmal herzlich lachen. Er hatte sich gerade um Taciturn und den wilden Ausreißer gekümmert. „Wie geht’s Dave?“ „Der hat sich vorhin hingelegt.“ meinte Willi, schnaufte schwer und kam dann mit uns zurück zum Stall, Take im Schlepptau.

      Und natürlich feierten wir dann auch Weihnachten. Wir machten ein richtig fettes Raclette, jeder hatte eine Kleinigkeit für jeden und wir stießen zusammen an. Tom und Mia zogen sich im Laufe des Abends dann irgendwann zurück, Willi hatte zu unser aller Überraschung eine geheimnisvolle Verabredung und Leo fuhr hinüber zu seinen Eltern. Dave und ich blieben dann natürlich als Einzige in der Küche zurück. Es war das erste Weihnachten ohne Idefix, der mir in den letzten Tagen so unglaublich fehlte. „Sollen wir nochmal eine Runde über den Hof gehen?“ fragte er und so liefen wir nebeneinander über den dunklen Weg der Weide zu den Fohlenställen. Wir sahen auch noch einmal nach Harvey. Doch die Lücke schloss sich einfach nicht. „Luisa…“ Mir kullerte eine Träne über die Wange, die ich sofort wegwischte. Jetzt kam er gewollt auf mich zu und nahm mich fest in den Arm. „Danke.“ murmelte ich. Gemeinsam gingen wir zurück zum Hof.

      „Luisa!“ Es war Silvester und ich saß gerade im Büro, als Leos Ruf vom Hof schallte. „Ist was passiert?“ rief ich aus dem Fenster. „Schau mal!“ Im selben Moment fuhr Dave in einer kleinen Kutsche um die Ecke. Über die letzten zwei Nächte hat es richtig ordentlich geschneit. Er hatte Occani und Nikita angespannt. „Komm raus aus dem Büro, wir machen ne Spritztour!“ Tom kam im selben Moment hinter mir rein. „Raus mit dir.“ Er lächelte. „Also keine Wahl?“ „Nö“ Ich zog mir meine warme Jacke und die Lammfellstiefel an. Dave grinste übers ganze Gesicht, als ich mich zu ihm setzte und mit der Zunge schnalzte. Die Kleinen hatten ziemlichen Spaß dran, uns hinter sich her zu ziehen und sahen auch echt knuffig aus. „Wo hast du bitte die Welsh-Kutsche her? Sowas hatten wir zu Hochzeiten der Zucht nicht.“ „Ach, hab da ein wenig telefoniert.“ feixte er. „Gehört der dir jetzt?“ „Ja, kann man so sagen. Müssen wir leider öfter fahren jetzt.“ „Was für eine Schande.“ Wir sahen uns an und lachten.

      Mitten auf der Lichtung hinter halb der Rennbahn hielten wir kurz an. „Magst du ne Tasse Tee?“ Dave drehte sich um und deckte die Ablage ab. Darunter kam ein kleiner Korb mit einer Thermoskanne und einer Schachtel meiner Lieblingskekse zum Vorschein. „Oh, was für ein Luxus! Jetzt mal ehrlich, was hast du ausgefressen.“ Ich lachte, weil er mich verdutzt ansah. „Du kennst mich langsam etwas zu gut, befürchte ich.“ „Kann sein ja.“ Ich grinste immer noch. „Naja, ich dachte, ich räche mich mal für die Aktion mit Uranium Fever.“ „Rächen, ja?“ „Ja, das war echt gemein!“ „Stell dir vor, du hättest es viel eher erfahren und wärst viel länger geknickt gewesen, war ja nur ein Tag.“ „Trotzdem, ihr wusstet alle Bescheid!“ „Na dann… Jetzt bin ich gespannt.“ Da tauchte hinter uns plötzlich ein schwarzer Geländewagen auf und hielt mit einigen Metern Abstand. Eine Frau stieg aus, die ich von irgendwoher kannte, aber mir fiel nicht sofort ein, woher. „Warte hier.“ Er drückte mir die Zügel in die Hand und lief auf die Frau zu. In mir machte sich ein komisches Gefühl breit. Die Frau lief hinter den Wagen und holte etwas aus dem Wagen. Sie drückte das Packet in Decken gewickelt in Daves Arme, schloss die Klappe und verabschiedete sich wieder. Langsam ging Dave auf mich zu und erst nur noch einige Meter von mir entfernt begriff ich, was er da trug. Ein hübscher, hellbrauner Hundekopf sah aus der Decke heraus und da legte mir Dave die Jack Russel Hündin schon in den Schoß. Die sah erst Dave an, dann mich und versuchte mir das Gesicht abzuschlecken. „Ihh, lass das doch, du Süße! Hi! Wer bist du denn?“ Ich sah Dave verwirrt an, der sich jetzt wieder neben mich gesetzt hatte. „Ihr Name ist Cleo. Eigentlich müsste sie einen mit „I“ tragen, wie ihre Mama… Ida.“ „Verarsch mich.“ „Nein, ist so.“ Ida war im letzten Wurf von Idefix Welpen die einzige Tochter. Sie hatte ihrem Papa sehr ähnlich gesehen. Nach seinem Tod musste ich immer wieder an sie denken und hatte es sehr bereut, keinen seiner ganzen Welpen für mich behalten zu haben. Jetzt erkannte ich auch im Nachhinein die Frau, sie hatte Ida damals gekauft. „Oh Dave…“ Ich streichelte Cleos Fell und wischte mir die Freudentränen aus den Augen. Die Kleine war herzzerreißend niedlich. „Dankeschön.“ flüsterte ich und sah ihn an. „Damit du 2018 wieder mehr lächelst. Ich hab gemerkt, wie sehr dir Idefix fehlte an Weihnachten. Cleo ist kein Ersatz, das weiß ich, aber…“ Weiter kam er nicht. Ich hatte mich zu ihm rüber gelehnt und ihn auf die Backe geküsst. „Danke, wirklich.“ Er wurde rot, sah mich direkt an – und küsste mich dann richtig.
    • Muemmi
      Pflegebericht Juli 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 02. Juli 2018 | 12894 Zeichen


      Hengstweide
      Take a Bow | Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Checkpoint | Webster | Heros | Medivh | Dante | Fleming | Zarin

      Stutenweide
      Amber | EBS Mon Amie | Uranium Fever | Occani | tc Annakiya | Orchidee´s Nikita | CM´s Meilenstein | Al Aasiyah ox | Caja | Reykja | Solsikke | Taciturn | Chocolate Chip Cookie | Oline | Forever Yours | Cara Mia

      Fohlenweide
      SPN Harvey | Thor | Scamander | Painted Minimalistic Art | Elfenlied | Lillifee | Capona | Aufgepasst, hier kommt Arcada | Symphonie de la Bryére | Efeumond


      "Morgendliche Stoppelfelder"

      Vermutlich hörte man schon von Weitem das Donnern der Hufe auf dem trockenen Feldboden. Es war in den frühen Morgenstunden, als wir unsere Pferde fertig machten und direkt nach dem ersten Füttern in den Wald aufbrachen. Morgens war es noch kühl, was man vom Rest des Tages nicht behaupten konnte. Leo hatte einen richtigen Sonnenbrand beim Heumachen davongetragen und auch Dave und ich waren deutlich dunkler geworden die letzten Wochen. Dafür war er jetzt fast schon hellblond und machte damit Mia ziemlich Konkurrenz.
      Wir hatten uns die letzten Monate ganz schön abgerackert. Der Hof wurde ja teilweise immer noch umgebaut und saniert, Dave und ich sind in meine Wohnung zusammen gezogen und Leo hatte die größere Zwei-Zimmer Wohnung von ihm übernommen. Dort war also auch einiges neu gemacht worden, Wände wurden gestrichen, Koppelzäune erneuert, Wege neu gezogen und der Eingangsbereich des SPN neu bepflanzt. Überall gab es neue Baustellen. Und dann natürlich die verdammte Heuernte. Wir hatten immer noch niemanden neu einstellen können und waren wirklich unterbesetzt. Aber irgendwie hatten wir es auch dieses Mal wieder geschafft. Im Zuge dessen haben wir aber nach langem Überlegen die Betreuung der Fahrturniere abgegeben. Dave war etwas weh zumute, denn es war ja auch seine absolute Leidenschaft neben dem Militaryreiten. Letzteres traute er sich auch nach fast einem Jahr nach dem Unfall nicht wieder so wie früher. Doch er ging in den neuen Aufgaben total auf. Und auch die Beziehung zu mir gab ihm den Halt, den er gebraucht hatte. Er war endlich in einem Zuhause angekommen.
      Tom hatte erst mich und dann Dave lachend umarmt, als wir im Januar von unserem Schlittenausflug zurückkamen. Er hatte als Einziger natürlich vorher von Cleo gewusst, Dave hatte ihn um Rat gefragt und Tom für ihn den Kontakt mit der Züchterin hergestellt. Und dass wir uns gegenseitig heimlich lieben war durch unsere offenen Zankereien sowieso kein Geheimnis mehr. Leo klopfte ihm anerkennend auf die Schulter und zwinkerte mir ganz frech zu, was auf dem Hof plötzlich zu einer Schneeballschlacht führte. Die letzten Anspannungen, die noch aus dem Horror im Sommer 2017 übrig waren, waren auf einmal wie weggeblasen. Ich war seit diesem Tag so sorglos wie schon lange nicht mehr.
      Und so hatten wir die Kraft, alles anzupacken, was wir uns für dieses Jahr bis hierhin vorgenommen hatten. Wir zogen alle so gut an einem Strang, dass wir sogar mit unserem Trainingsprogramm allein schwarze Zahlen schrieben und auch unser Zuchtprogramm als zweites Standbein weiter ausbauen konnten. Wir strukturierten unsere Organisation der Pferdepflege um und fingen langsam damit an, die Fohlen aus den letzten Jahrgängen auszubilden. Scamander und Painted Minimalistic Art sollten später als Springpferde Karriere machen bzw. dort ihre Hauptspezialisierung besitzen. Deswegen wurden diese beiden speziell mir zugewiesen. Außer leichter Bodenarbeit und einigen Tricks, sowie den allerersten Standartdingen wie Halftern, Putzen, Hufe geben und auf den Hänger gehen wurde aber noch nichts gemacht. Ich merkte bei beiden schnell, dass sie sehr spritzig und eifrig waren, manchmal aber natürlich auch noch etwas ungehalten. Es würde viel Arbeit werden, aber wir hatten hier zwei tolle Fohlen mit gutem Stammbaum. Tom, Mia und Dave hatten ebenfalls jeweils zwei Fohlen in die Ausbildung übernommen. Tom würde sich um Symphonie de la Bryére und Capona kümmern. Die hübschen Mädels würden dann natürlich weiter im Dressursport gehen. Und dafür war Tom unser erster Mann. Dave durfte sich natürlich um sein Amberfohlen Harvey kümmern. Was wir mit ihm machen würden, wussten wir eigentlich noch nicht genau. Er war noch so klein und verspielt, dass dafür noch genügend Zeit blieb. Bis dahin hatte Dave auch die Chance, sich weiter zu erholen, denn ich hoffte doch, dass er in Daves Spezialgebiet des Military oder je nach Körperbau in die Distanz gehen könnte. Da Harvey noch so klein war und erst nur das Halftern lernte, bekam Dave zusätzlich Thor an die Hand. Der war mittlerweile zu einem stattlichen Jugendlichen herangewachsen und machte ordentlich Eindruck, auch wenn er noch sehr schlaksig war für einen Friesenmix. Doch sein Wesen war des eines liebevollen, friedlichen Kuschelbärs. Er hatte schon auch seine fünf Minuten, doch er schien anscheinend zu merken, dass Dave aus Reflex seine Schulter noch immer wegdrehte oder nicht ganz belastete, obwohl der Physiotherapeut die Behandlung schon vor drei Monaten erfolgreich abgeschlossen hatte. Jetzt war Thor eben sein neuer Therapeut. Der schwarze Hengst mit den blauen Augen lernte schnell und verdiente sich damit eine Karotte oder Apfelschnitze nach der anderen und forderte seinen Ausbilder so, dass der irgendwann gar nicht mehr an die Auswirkungen des Unfalls dachte. Eines Abends kam er pfeifend in unsere Wohnung, drückte mir grinsend einen Kuss auf die Stirn und zog sich ohne jede Mühe das T-Shirt über den Kopf, um dann weiter pfeifend unter der Dusche zu verschwinden. Ich kann nicht sagen, was mich in dem Moment mehr umhaute – der Anblick an sich oder die Tatsache, dass es jetzt alles gut war.
      Und weil alles gut war, alles so wunderbar lief und es uns so gut ging wie noch nie auf dem SPZ Naundorf, jagten wir jetzt mit einem Affenzahn über das frisch abgemähte Weizenfeld am nördlichen Waldrand. Dave saß auf Heros, der ein absolutes Verlasspferd im Gelände war, dicht gefolgt von Leo auf seinem Fireflies, der noch dieses Jahr zur Körung gemeldet werden würde. Mia hatte sich ihren Checkpoint ausgesucht, da wir ohne große Reibereien nur mit Hengsten reiten wollten. Tom nahm sich Webster, dem etwas Geländeerfahrung nicht schaden konnte. Der Erfolgshengst unseres Zentrums in Sachen Dressur hatte schon einige Schleifen gesammelt und würde wohl auch bald in unser Zuchtprogramm überwechseln. Mia und Tom galoppierten auch über das Feld, allerdings nicht so schnell wie wir anderen drei. Ich klopfte Dante den immer heller werdenden Hals, als wir am unteren Rand des Feldes ankamen. Im Trab ritten wir weiter, bis Tom und Mia aufgeschlossen hatten.
      Die beiden waren natürlich auch noch ein wahnsinnig glückliches Paar und wir saßen oft abends noch nach dem gemeinsamen Abendessen zusammen draußen auf der Veranda. Dort trugen wir wichtige Daten und Ereignisse des Tages zusammen, besprachen bevorstehende Termine und alberten nach getaner Arbeit miteinander herum. Während der Heuernte waren wir aber oft auch so platt, dass es nur dabei blieb, ab und an eine Flasche Rotwein miteinander zu trinken und dem Hof zuzuhören, wie es nach dem Tag langsam ruhiger wurde. Denn Mia hat mit Tom und mir die meisten Pferde zu betreuen. Neben den beiden Fohlen Efeumond und Arcada, waren in ihrer Obhut neben Checkpoint bei den Hengsten vier Stuten: Annakiya, Mon Amie, Al Aasiyah und Caja. Mit Mon Amie arbeitete sie derzeit nicht wirklich, außer einige Dehnarbeiten. Sie war wieder tragend von Dante. Daher lag ihre Aufgabe hauptsächlich auf die Ausbildung der Distanz. Annakiya und Aasiyah vertrugen sich so gut, dass sie abwechselnd auf einer der beiden ritt und die andere angebunden mitführte. So drehte sie um den Hof ihre Runden, wenn sie alleine unterwegs war, alternativ kam ich mit Aquentino mit. Dieser, sowie meine Hengste Fleming und Dante, die Stuten Cara Mia und Amber und die beiden Fohlen Scamander und Painted waren meiner Betreuung zugefallen. Daher hatten wir nach dem Stalldienst am Vormittag bis zum Mittagessen, bei dem wir uns alle abwechselten, immer genug zu tun. Wir hatten uns auch die freien Tage, die jedes Pferd hatte, auch so eingeteilt, dass Mia und ich dann gegebenenfalls anfallende Arbeiten im Haupthaus oder ähnliches zusammen machen können oder unsere Trainigseinheiten eben aufeinander abgestimmt waren. Tom und Dave fanden das gut und holten Willi und Leo mit ins Boot. Willi kümmerte sich um die Kurzen auf dem Hof und hatte daher bei den Fohlen die kleine Lillifee, den charmanten aber manchmal etwas eigensinnigen Take a Bow und die drei Süßen Nikita, Occani und Taciturn übernommen. Letztere war neben Lillifee als Welshfohlen die Kleinste auf dem Hof und unsere Herzensdame. Neben Cleo, die gerne mit ihr auf der Weide spielte, war sie sozusagen unser „Maskottchen“. Unsere Besucher liebten sie und regelmäßig wurde sie mit Leckerchen und Streicheleinheiten überhäuft. Mittlerweile war sie ja auch schon 17 Jahre und wurde zu allen anderen Pferden auf dem Hof wenn nur spazieren geführt. Auf die Gnadenweide wollten wir sie aber noch nicht stellen, da der Ausbau für die Kleineren noch nicht fertig war und wir sie doch gerne im Stutenstall sahen, wie sie neugierig den süßen Kopf gerade so über die Tür streckte.
      Hier standen natürlich auch noch die Stuten, die Tom und Leo betreuten. Neben seiner Solsikke, die neben Fireflies Leos absolute Turnierpferdchen geworden waren, kümmerte sich Leo auch noch um die hübsche Lewitzerstute Chocolate Chip Cookie, sowie um die Dänin Oline. Er hatte an diesen ebenfalls einen besonderen Narren gefressen und arbeitete regelmäßig und fleißig mit ihnen. Cookie war etwas spritziger als Oline, aber genau das hatte meiner Meinung nach nur Vorteile für Leo. Er sollte mit verschiedenen Charakteren arbeiten und sich nicht zu sehr auf eine Verhaltensart spezialisieren. Neben den erwachsenen Stuten hatte er deshalb auch Elfenlied als Fohlen bekommen. Wir unterstützen ihn dabei natürlich, bis jetzt macht er seine Sache wirklich sehr sehr gut. Neben den bereits genannten betreut Tom mit insgesamt sieben Pferden zusätzlich im Stutenstall Forever Yours, Meilenstein und seine Reykja. Erstere haben wir lange nicht so gefordert, da wir sie ja aus schlechter Haltung übernommen haben. Sie soll höchstens noch zwei Fohlen tragen, bevor wir sie wohl doch auf die Gnadenweide entlassen. Dagegen machen Meilenstein und Reykja von Tag zu Tag weiter Fortschritte. Meilenstein wird mittlerweile geritten, Anfangs saßen hauptsächlich Mia, Leo und ich auf ihr, da wir vom Gewicht her etwas leichter sind als Tom. Doch mit dem richtigen Training konnte sich Meilenstein bald so gut ausbalancieren, dass sich Tom mittlerweile von unten in den Sattel ziehen kann und sie sauber unter ihm austritt. Reykja ist parallel dazu mit Webster unser Dressurass geworden. Ich liebe es, Tom und ihr in der Halle zuzusehen. Er hat dafür einfach das richtige Gespür und gibt uns allen immer noch Korrekturunterricht oder reitet unsere anderen Pferde zur Kontrolle regelmäßig auf dem Platz. Der Rest von uns will immer nur über Hindernisse oder ins Gelände, worauf ja unser Zentrum hauptsächlich ausgelegt ist, aber die Dressur ist eben die Basis und darauf achtet Tom zum Glück.
      So hat er auch Dave unterstützt, der mit der Arbeit mit Thor und Zarin langsam auch wieder vermehrt Zugang zu Medivh bekam. Bei beiden waren die körperlichen Wunden verhältnismäßig schnell verheilt, aber was blieb ist, dass die beiden jetzt nicht mehr genau wussten, auf was sie ausweichen sollen. Military würde vermutlich nie wieder gehen, obwohl Medivh im Gelände ein erstaunlich gelassenes Verhalten zeigt. Auch vor den Hindernissen hat er an sich keine Angst, aber verweigert doch deutlich häufiger bei den ersten kleinen Versuchen auf dem Sandplatz, wenn er es durch Drehen des Kopfes nicht ganz sieht. Wir haben angefangen uns durch die Turnierwelt zu fragen und auch zwei Fälle gefunden, in denen einseitig blinde Pferde wieder springen. Ein Versuch mit dem Abdecken des blinden Auges durch eine Maske zeigte erste Erfolge. Vielleicht brauchte er einfach die Bestätigung, dass er das jetzt ganz sicher einseitig blind machen wird und deshalb auf seinen Reiter vertrauen muss. Oder aber es ist die Angst, sich erneut zu verletzen. Wir können es uns nicht erklären, aber mit zunehmendem Training fasste Medivh mehr und mehr Vertrauen. Viel über Stimmtraining, Toms Erfahrungsschatz und gute Bodenarbeit hörte Medivh nach einigen Wochen wieder auf zu Weben. Wir entließen ihn auf Anraten von den Besitzern der anderen blinden Pferde voll und ganz in den Herdenverband der Hengste. Anfangs rumpelte er noch ein bis zweimal an andere an, aber irgendwann bemerkte man nichts mehr. Dennoch überlegten wir uns, ihn eher in die Distanz und ins Fahren zu bringen. Dort hatte er mittlerweile auch Erfolge eingeheimst und ging dort genauso auf. Ein weiterer Grund, warum der pfeifende Dave nicht wieder verschwand hinter jemandem, der keine Perspektive mehr für sich sah. Und mit Harvey, sowie der flinken Uranium Fever hatte er zwei weitere Pferde, mit denen er nach meiner Einschätzung das Military eben nicht verlieren würde. Ich denke, das weiß Dave für sich auch und fand mit dem Unfall seinen Frieden.
      So ritten wir also nebeneinander her, alle fünf außer Willi und Cleo, die wie immer den Hof hüteten- ausgelassen, zufrieden, den Sommer genießend. Die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht und die dampfenden Pferde unter uns.
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  • Album:
    Sportpferde Naundorf - Hengstweide
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    Muemmi
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    1 Juli 2018
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  • Abstammung
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    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von unbekannt Aus der unbekannt


    Exterieur
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    Hengst
    16.08.2008 | 11 Jahre

    Rasse: Holsteiner
    Stockmaß/Endmaß: 170cm
    Gewicht: 500kg
    Fellfarbe: Kohlfuchs
    Geno: x


    Interieur + Beschreibung
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    Verhalten in der Box: Ruhig
    Verhalten auf der Weide: Neutral


    Charaktereigenschaften:

    Ausgeglichen,Aufmerksam, Intelligent, Sozial, Ruhig, Loyal, Gutmütig, Nervenstark, Lernwillig

    Heros ist ein wahrer Held. Als ehemaliges Polizeipferd scheut er vor nichts und niemandem. Er ist stets ruhig, sondiert die Lage und bietet Fremden die Stirn, blockt ab und lässt sich solange nichts sagen, bis der Fremdling ihn wirklich umsorgt. Im Gelände ist er ein Verlasspferd von höchster Güte und bringt seinen Reiter immer ins Ziel. Als das einstige Polizeipferd 2013 durch einen Unfall fast sein Bein verlor, wurde er aus dem aktiven Dienst enthoben und fürsorglich umsorgt. Später jedoch kam er auf den Old Buskin Stud, wo er zunächst noch unterhalten und dann komplett in Vergessenheit geraten war. Heros kam mit Dave auf das Gestüt Naundorf und hat seinen Unfall körperlich komplett vergessen, manchmal zeigt er sich noch scheu, aber hat Nerven aus Stahl. Er geht heute ativ im Militarturnier.

    Weide: Hengstweide
    Unterbringung: Box/Weide

    Einstreu: Sägespäne
    Futtersorte: Kraftfutter, Saftfutter, Heu
    Fütterungszeiten: morgens und abends


    Besitzer: Muemmi
    VKR/Ersteller: Catalina/Muemmi


    Qualifizierungen + Erfolge
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    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L M S
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S

    Doma Classica: WE WA WL WM WS
    Alta Escuela: WE WA WL WM WS
    Doma Vaquera: WE WA WL WM WS

    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S S*
    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****
    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100 BE100Plus Novice Intermediate Advanced Intermediate Advanced

    Distanz E A L M S
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***


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    Offiziell
    3. Platz 247. Militaryturnier | 1. Platz 260. Militaryturnier | 3. Platz 261. Militaryturnier| 2. Platz 262. Militaryturnier
    2. Platz 266. Militaryturnier | 3. Platz 143. Synchronspringen | 3. Platz 144. Synchronspringen | 2. Platz 145. Synchronspringen
    3. Platz 370. Dressurturnier | 3. Platz 371. Dressurturnier
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    Inoffiziell
    -

    Ausbildung + Zuchtdaten
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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    Abstammung: 0
    Schleifen: 10
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 0
    Zubehör: 2
    Gesamt: 16

    Springpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Hindernisgewöhnung ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    Dressurpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔


    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen


    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Wasser: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Gelände: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Straßen: 6 5 4 3 2 1 ✪

    Stangenarbeit: 3 2 1 ✪
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪
    Verladefromm: 3 2 1 ✪

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✔ | Rückwärtsrichten ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✔
    Abstand halten ✔ | Wenden + Handwechsel ✔ | Abruf ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment ✔ | Knien ✔ | Liegen ✔ | Sitzen ✔ | Stehen ✔
    Rückwärtsrichten ✔ | Spanischer Schritt ✔ | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge ✔ | Traversalen x | Fliegender Wechsel ✔ | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) ✔ | Levade ✔ | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


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    Pferdepass

    Schleife

    HK 488
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    Zur Zucht zugelassen: ja
    Eingetragene Zucht: Gestüt Naundorf
    Züchter/Herkunft: x

    Nachkommen
    0


    Gesundheitszustand
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    Letzter Tierarztbesuch: März 2017
    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) März 2017

    Wurmkur (jedes Jahr) März 2017
    Tollwut Impfung (jedes Jahr) März 2017
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) März 2017
    Influenza Impfung (alle 6 Monate) März 2017
    EHV-1 + EHV-4 (alle 6 Monate) März 2017


    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en: keine
    Chronische Krankheit/en: keine
    Erbkrankheit/en: keine


    Letzter Hufschmiedbesuch: März 2017
    Ausgeschnitten/Korrigiert: Ausgeschnitten, neuer Beschlag
    Hufbeschaffenheit: sehr gut
    Hufkrankheit/en: keine

    Beschlag vorne: Alueisen
    Beschlag hinten: Barfuss


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    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund