Sosox3

Hendersin | Quarterpony

Privatpferd | Gwen Andres | Punkte: 10

Hendersin | Quarterpony
Sosox3, 25 Juli 2017
Ezi, Cooper, Veija und einer weiteren Person gefällt das.
    • Sosox3
      1. Trainingsbericht
      Januar 2016
      [​IMG]
      Showmanship at Halter LK 4 → LK 3
      Januar 2016 | Veija
      "Riley schnapp dir Bellamy und Finn und mach drei Boxen im Gästestall fertig, wir bekommen heute neue Trainingspferde", sagte ich zu Riley und blickte dann zu Caleb. "Und du schnapp dir Murphy und Octavia und fahr die drei vom Flughafen abholen", dirigierte ich weiter herum. "Wir gemacht Chef", sagte Caleb süffisant grinsend und verschwand dann mit Murphy und Octavia in Richtung des Wagens. Mittlerweile gab es so viele Arbeiter auf dem Hof, dass ich gar nicht so recht wusste, was ich sie anstellen sollte, damit sie nicht dumm in der Gegend herumstanden und auf besseres Wetter warteten, wovon wir im Moment wirklich welches hätten gebrauchen können. Jetzt im Moment ging es, aber in der letzten Woche hatten wir mit -25°C zu kämpfen, was einigen der Pferde zu schaffen machte, besonders meinen Vollblütern tat die Kälte gar nicht gut, weshalb sie fast alle im Stall standen. Das war nicht optimal, aber es war besser als draußen zu stehen und krank zu werden.
      "Verena?", fragte mich jemand und ich drehte mich um. "Was ist denn Amy?", fragte ich freundlich. "Dürfte ich mit Gipsy ausreiten gehen?", sprach sie dann endlich ihre Frage aus, auch wenn sie mich ängstlich ansah. Ich hasste es wenn jemand mein Lieblingspferd ritt, aber bei ihr musste ich mir keine Sorgen machen, das hatte sie schon oft genug unter Beweis gestellt. Leider machten es seine Sliding Eisen unmöglich im Schnee auszureiten. "Tut mir Leid Amy, aber so lange seine Sliding Eisen noch drauf sind geht er nicht ins Gelände... du darfst dir aber gerne ein anderes Pferd aussuchen..." "Enjoy Nature?" "Klar, ab mit dir.", sagte ich lachend und gab ihr einen Klaps auf die Schulter, damit sie endlich abhaute. Wer fehlte jetzt noch von den Mitarbeitern? Alexis, Aaron und Aliena. Nach kurzem Umsehen fand ich die drei in der Reiterstube der Reithalle und stellte mich mit verschränkten Armen in die Tür. ""Na was macht ihr hübschen denn hier?", fragte ich skeptisch und sah, wie alle drei zusammen zuckten. "Äh.. wir gehen jetzt die Ställe misten", sagte Alexis und sprang auf. "Schön schön", sagte ich dann lächelnd und drehte mich um. Nach einem Blick auf die Uhr schaute ich auf den Hof. Ja, da waren die drei Pferde auch schon. Schnell ging ich zum Hänger und half die Tiere ausladen. Hendersin, Morrigans Hidalgo und Eisblume würden einige Wochen bei uns zu Gast sein, einige etwas kürzer, andere etwas länger. Nun durften die Pferde ihren Rausch ausschlafen, ehe es morgen an die eigentliche Arbeit ging.
      Schon früh war ich auf den Beinen, um mit den drei Trainingspferden anzufangen. Zu erst schnappte ich mir Hendersin, den ich im Auftrag von Cooper hier hatte. Den Hengst sollte ich in Showmanship at Halter trainieren, was eine sehr einfache Aufgabe war und kaum mehr als drei Tage dauern würde. Nach dem Putzen zog ich ihm eines meiner Showhalfter an und überlegte kurz, ihm die Kette über die Nase zu machen, ließ es dann jedoch sein und ging in die Halle, wo er sich neugierig umschaute. Wir waren nicht alleine, drei andere Pferde trabten und galoppierten um uns herum, doch damit musste der Ponyhengst fertig werden, wenn er auf Turnieren laufen sollte. Die erste Übung war sehr einfach: ich ging los, blieb stehen, schaute ob er geschlossen stand und ging wieder los. Damit das Ganze nicht langweilig wurde ging es mal rechts rum, mal links rum, mal etwas rückwärts und und und. Nach etwa einer dreiviertel Stunde hörte ich für heute auf. Besonders anstrengend war das Training zwar nicht, aber ich musste dem Hengst oft gegen sein rechtes Vorderbein treten, naja, antippen, damit er es hochhob und ein paar Zentimeter weiter hinten wieder aufsetzte. Man musste sich ja zu helfen wissen.
      Nun war Morrigans Hidalgo an der Reihe, den ich von Mio bekommen hatte. Ihn sollte ich von der LK 5 auf die LK 4 bringen, in was, das war egal. Dementsprechend ging ich völlig ohne Erwartung an die Sache dran. Vielleicht eignete sich das Pferd für eine spezielle Disziplin, vielleicht auch nicht. Nach ausgiebigem Putzen sattelte ich den Hengst schnell und ging in die Halle, in der es nun leer geworden war. Nur noch Caleb war da, der ein paar Stangen wegtrug. Sofort beauftragte ich ihn, einen Trail Parcours aufzubauen, da sich Hidalgo als sehr flink und wenig unter dem Sattel bewies, was ich beim Aufwärmen feststellte. Nachdem Caleb fertig war ging ich die Pattern im Kopf nochmal durch. Work gate right hand, Back into chute, Trot out of chute, trot serpentine, Trot over poles, Walk over polesinto chute, Turn 360° either way, walk out of the box, Trot over poles .
      Gesagt, getan. Wir fingen mit einem Tor an, das jedoch nur aus zwei Ständern und einem Seil bestand. Das reichte jedoch locker um das Ganze zu üben. Ich stellte Hidalgo parallel zum Tor und nahm das Seil, dann schickte ich ihn hindurch, drehte ihn und hängte das Seil wieder auf. Es ging ein paar Schritte nach vorne, ehe ich ihn rückwärts lenkte und anhielt. Wir verharrten kurz, ehe es im Trab über 3 Stangen ging, die kreisförmig angelegt waren. Eine auf 5 Uhr, eine auf 9 und eine auf 2 Uhr. Dann ging es in einem leichten Rechtsbogen über 3 parallel liegende Stangen, bevor wir erneut eine leichte Rechtskurve ritten und im Schritt über 3 Stangen in ein Quadrat aus Selbigen gingen. Nach einem kurzen Blick zu Caleb, der uns skeptisch zuschaute, konzentrierte ich mich wieder auf Hidalgo, mit dem ich eine 360° Drehung machen musste. Da er das noch nie gemacht hatte, entschleunigte ich unsere Arbeit und ließ ihn immer kleine Bewegungen machen und sich ganz langsam drehen. Mio konnte im späteren Training Schnelligkeit reinbringen. Jetzt reichte es jedoch, wenn sich Hidalgo langsam, aber korrekt und sauber drehte. Zum Schluss trabten wir aus der Box und ritten über insgesamt 6 Stangen, die wieder kreisförmig angeordnet waren. Zwei auf 9, die wir zu erst ritten, dann zwei auf 6 und zwei auf 3. Dann trabten wir noch einige Schritte und ich hielt ihn aus dem Trab an, was er auch sofort mitmachte. Für heute war es dann auch genug, so dass ich Caleb die Stangen wegräumen ließ und den Hengst selbst wieder fertig für die Box machte. Nun fehlte nur noch Eisblume, die ich nicht in der Westernreitkuns fördern sollte, sondern in der Dressur, und das von A nach L. Ich schnappte mir die Stute, putzte sie und sattelte sie, ehe es auch mit ihr in die Halle ging. Sie war geschoren und draußen war es für sie dann einfach zu kalt. Zum Aufwärmen ritt ich sie auf jeder Hand in jeder Gangart gründlich warm, ehe ich viele Biegungen ritt und die einzelnen Lektionen der A-Klasse mit einband, die die Stute sehr gut beherrschte, was mir die Arbeit zur Klasse L wohl sehr erleichtern würde. Zu erst wollte ich mich an den versammelten Gangarten testen, wobei ich mit dem Trab anfing. Es war gar nicht so einfach zu treiben, die Stute vom Angaloppieren hindern und zu versuchen, dass sie nicht in den Schritt fiel, da ich vorne doch recht viel Zug hatte. Nach ein paar verständnislosen Galopphopsern fügte sie sich jedoch ihrem Schicksal und trabte im versammelten Trab vor sich hin. Dann galoppierte ich an und versuchte das gleiche erneut. Ein paar Mal fiel sie mir fast in den Trab zurück, doch nach einer weile Training blieb sie im versammelten Galopp. Für heute wollte ich dann noch den Außengalopp, Außengalopp auf dem Zirkel und einfache Galoppwechsel versuchen, dann würde es gut sein für heute. Ich ritt die Stute trocken, sattelte sie ab und brachte sie wieder in die Box, ehe ich mir noch ein paar andere Pferde von mir selbst schnappte und trainierte.
      Am nächsten Tag trainierte ich mit Hendersin das Selbe wie gestern, Hidalgo wurde auch wieder durch den selben Parcours geritten, nur dass sein Trab diesmal ein bisschen flotter sein sollte und die 360° Drehung schon besser saß. Mit Eisblume wiederholte ich ganz kurz die Lektionen von gestern, ehe es an neue Lektionen ging: Kehrtwendung auf der Hinterhand, Kurzkehrtwendung, Überstreichen im Trab und einige Schlangenlinien und Volten.
      Die nächsten Tage festigte ich bei jedem Pferd die gerittenen Lektionen, so dass die Tiere am Ende der Woche jedes für sich eine Klasse aufgestiegen war.
      Hendersin konnte nun in der LK 3 bei Showmanship at Halter starten, Morrigans Hidalgo in der LK 4 einer Walk and Trot Pattern für die Trailprüfungen und Eisblume beherrschte die Lektionen der Klasse L der Dressur perfekt. Guten Gewissens fuhr ich die Pferde auf den Flughafen und sah, wie sie wieder die Heimreise antraten.
    • Sosox3
      1. Pflegebericht
      Februar 2016
      Pflegebericht Verkaufspferde
      21. Februar 2016 | Cooper
      Ich huschte über mein Gestüt in den Stall der Verkaufspferde. Die Pferde die hier standen hatte ich entweder aus organisierter Vernachlässigung herausgeholt, sie aus Mitleid gekauft, oder auch weil ich in ihnen eine große Zukunft sah und auch immer noch sehe.
      Im Stall angekommen holte ich alle vier Schützlinge aus der Box, um diese zu säubern. Danach gab es für jeden eine Grundsäuberung. Ich übergab Eeve einer nach dem anderen, um sie anschließend ein wenig zu Bewegen. Nacheinander kamen die Pferde wieder zurück. Einige stellte ich auf die Weide, andere lies ich lieber in der Box.
    • Sosox3
      2. Pflegebericht
      April 2016
      Pflegebericht
      April 2016 | Sosox3
      Sonne. Endlich ein Fünkchen Licht am Himmel und nicht mehr die bedeckte Wolkenlandschaft, die uns die letzten Wochen zu schaffen gemacht hatte. Ebenso wie ich freuten sich auch die Pferde, die heute wieder auf die Weide durften. Kurze Zeit wurden sie aber zum Training von der Weide genommen und sie zu trainieren. Hendersin genoss den Tag auf der Weide. Er war ziemlich leichtfuttrig und so musste man immer ein Auge auf ihn haben. Ein weiteres Problem waren seine Hufe, welche chronische Probleme aufwiesen. Nach dem Training würden Smetti und Ich uns noch Hendersin’s Hufen anschauen, denn diese brauchten regelmäßige Kontrollen.
      Er folgte mir brav von der Weide, im Umgang ein Schatz wie immer, aber dennoch wollte ich ihn nicht als Kinderpony nutzen. Das war mir zu riskant. Während ich ihn am Putzplatz anband stolzierten die ersten Besucher auf den Hof und wollten die ersten Spaziergänge an unseren Feldwegen machen. Hendersin schaute nur aufmerksam zu den Menschen rüber und genoss bei den warmen Sonnenstrahlen die Pflegeeinheiten die ich ihm gab. Ich mochte das kleine Ponypüh schon ziemlich und so knuddelte ich ihn noch ein weniger länger ehe ich in die Sattelkammer ging und mir seinen Westernsattel mit dem apfelgrünen Pad mitnahm. Brav ließ er sich auch aufsatteln und auch bei der Trense nahm er das Gebiss rasch an. Ich gurtete noch einmal nach und stieg dann in den Sattel und ritt auf den Platz. Ich ritt die ersten paar Runden im Schritt warm und trabte dann ein wenig an. Ich versuchte die nächste Pattern zu üben, damit wir beim nächsten Turnier glänzen würden. Doch auch das war schwieriger als geplant und so hatten wir bis Ende des Tages noch einiges zu lernen und zu erarbeiten, wobei Eric, unser Westerntrainer uns zur Seite stand. Nachdem er eine Lektion verstanden hatte lobte ich ihn und ritt den Schweißgebadeten Hengst trocken. „Das habt ihr gut gemacht“, lobte Eric uns und ich grinste verlegen. Gelobt werden schien mir noch immer neu. Ich kratzte ihm die Hufe aus und führte ihn dann zur Sattelkammer. Dort sattelte ich ihn ab und legte ihm das Halfter wieder auf. Dann konnte er auch schon wieder auf die Weide und sich den Bauch vollschlagen.
    • Sosox3
      3. Pflegebericht
      Dezember 2016
      Kurzes Update
      28. Dezember 2016 | Zion
      Buskerud – Norwegen
      Die einst kleine süße Ranch hatte sich zu einem relativ großen Reitstall entwickelt, allerdings ist dieser alte Charme erhalten geblieben. Wie jeden Morgen begannen Malte und ich mit der Stallarbeit. Vorher wurde die Pferde auf ihre Weiden gebracht und sie schienen sich sehr über den dicken Schnee zu freuen. „Malte, fährst du heute die Schubkarre?“, fragte ich. Er nickte genervt. Die klirrende Kälte machte uns nichts aus. Also begannen wir mit der Stallarbeit und arbeiteten uns durch die Boxen. Währenddessen unterhielten wir uns über die Zukunftsplanung und überlegten wie wir unser Training aufstellten. Wir kamen zum Entschluss, dass wir eine Reitschule aufmachen wollte, aber wann, das stand noch in den Sternen. Nachdem die Boxen blitzsauber waren und die Sonne durch die dicken Wolken gekommen war, entschloss ich mich dazu auszureiten und Malte schloss sich an. Zusammen machten wir Braddock und Oslogi fertig und stiegen auf. Die Ponys stapften schnaufend durch den Schnee und der warme Atem stieg in Nebelschwaben nach oben. „Na Lust auf ein kleines Wettrennen?“, stachelte Malte mich an. Ohne eine Antwort trieb ich Braddock an und ging vorerst in Führung. Doch diese Rechnung hatte ich ohne den sturen Braddock gemacht, denn der blieb schnurstracks stehen und katapultierte mich fast aus dem Sattel. Malte, der nun zu lachen begann, gewann das Rennen.

      Sandpoint – Idaho
      Nach dem ganzen durcheinander mit dem Verkauf der Ranch, dem Umzug und allem Drum und Dran war viel Zeit vergangen und es gab Höhen und Tiefen. Die Fohlen entwickelten sich prächtig und die anderen Pferde kamen auch super miteinander klar. Auch wir hatten uns hier auf Atomics Valley gut eingelebt und waren mehr als zufrieden. Mein kleiner Finley war mittlerweile schon ein Jahr alt und ist mein treuer Begleiter. Da Vriska im Moment eher wenig Zeit hat, habe ich ihr angeboten, ihre Painthorse Stute mitzuversorgen. Am Morgen brachten Scott, Lucy und ich brachten zuerst Kisshimbye, Aiyana, Havanna Girl, Magnificent Crow, Heretic Anthem, Pallaton, Spezial Luna Zip und Ginger Rose auf die eine Weide. Anschließend führten wir Mayor Jetsetter Oak, Chapter 24 und GH’s Acapulco Gold auf die Hengstweide. Heute hatten die Pferde ihren freien Tag und durften über die verschneiten Weiden tollen und einfach nur Pferd sein.

      Buskerud – Norwegen
      Als wir wieder zurück auf dem Hof waren, begrüßten uns Charly und Nico, die anscheinend gerade auf dem Weg zu den Weiden waren. Da Malte und ich im Moment nichts zu tun hatten, setzten wir uns an die Planung für die Reitschule und zählten die Pferde auf, die auf alle Fälle dazugehören werden. „Also die Ponys auf alle Fälle!“, sagte Malte. Ich zählte meine Ponys zusammen … Bixs, Bella Donna O Sole Mio (unsere beiden Neuzugänge), Glamour’s Rubina, Blazing Flame, Belle, Hendersin und Braddock. „Mhh ich glaube, Jupiter kommt auch dazu, hier hat er einfach zu wenig Verwendung“, warf ich ein. Malte stimmte zu und machte eine Liste mit allen Pferden.
      Nachdem unsere freie Zeit vorbei war, beschäftigten wir die anderen Pferde. Da ich meinen ganzen Pferden nicht mehr gerecht wurde, habe ich mir Reitbeteiligungen angeschafft, die mir so ziemlich bei allem helfen. Reitbeteiligungen sind eventuell das falsche Wort, da eine Person gleich mehrere Pferde versorgt und reitet. Angefangen bei den Vollblütern, um Sir Benny Miles kümmere ich mich höchstpersönlich, da er der Liebling von meiner Cousine Fiona ist. Die anderen also Ramazotti, Darjeeling, Stiffler, Scoubi, Nyanda, Drama Baby, Firewalker und Sir Golden Mile waren unter der Obhut von Liz Larson. Liz ist eine Powerfrau, die weiß wie man mit temperamentvollen Vollblütern umgeht. Sie ist gerade 20 Jahre jung und auf dem Weg Trainerin zu werden und hilft bei uns aus. Sie hat meistens rosa oder blaue Haare die ihr bis zur Schulter reichen. Ihre Augen sind eisblau und wie bereits gesagt ist sie eine Powerfrau mit Willensstärke. Für die Friesen, also Filou, Nienke, Modjo, Batman und Xinu übernahm ich selbstverständlich die Pflege. Die Ponys teilten wir uns immer unterschiedlich auf und in der Reitschule hatte sie ja dann genug Abwechslung. Sacarina und Strolch wurden ebenfalls von uns allen versorgt wie Scion und die anderen Fohlen auch. Harvey, Solsikke und Golden Comet standen unter meiner Obhut und der von James Gordon. Der Engländer hat eine Springkarriere hinter sich und suchte nun Abwechslung und Entspannung hier bei uns in Norwegen. Bevor White Face verkauft wurde, wurde er von Malte gepflegt und geritten.
      Am frühen Abend entschieden wir uns für eine Kutschfahrt mit den Friesen, da Nienke rossig war und es so für eine Kutschfahrt mit Hengsten eher ungünstig war, spannten wir das erste Mal Filou an. Nach anfänglichen Zickerein lief alles einwandfrei und Malte, Charly, Nico, Bart und ich als Kutscher verbrachten einen schönen Abend im Winterwonderland von Norwegen.
    • Sosox3
      4. Pflegebericht
      Juli 2017
      Despacito

      Brooke | Ich konnte mir nur schwer vorstellen, dass Nate sich ein Berittpferd neben seinen beiden Pferden ein weiteres ausbilden wollte. „Irgendwoher muss das Geld ja kommen“, hatte er gesagt und nun stand ich ungläubig vor dem Stalltrakt des zweiten Stallgebäudes und schaute der Stute mit der breiten Blesse in die Augen. „Brooke, schau Arquera nicht so musternd an. Die bekommt ja Angst vor dir.“ „Nate, halt dich zurück. Wie heißt die? Arquera? Wer kommt denn auf so einen doofen Namen“, lachte ich laut los und umhüllte den Stall in ein lautes Gelächter. „Das Pferd kann doch nichts für seinen Namen. Außerdem kommt die Stute aus Spanien“, zickte er mich an und ich verstummte abrupt. Ich schnaufte auf. Ich konnte einfach nicht richtig damit umgehen, wenn man mich von der Seite anfuhr. Ich unterdrückte meine Tränen, die mir in den Augen standen und ging zu meiner Stute. Diet Mountain Dew hatte sich gut eingelebt und ich hatte sie bisher nur langsam und Stück für Stück angeweidet, sodass ich sie nun ein bis zwei Stunden sorglos auf der Weide lassen konnte, ohne dass ich mir Gedanken darübermachen musste, dass sie einen Reheschub bekommen könnte oder gar eine Graskolik. „Na meine Hübsche.“ Diamond Dew hob nur kurz den Kopf und knabberte weiter an ihrem Heu, stoppte dabei eine Sekunde lang den Kauvorgang um mich neugierig anzuschauen und dann doch wieder den Kopf zu senken. Nate konnte ja nun tun und lassen was er wollte. Nur sollte er mich dabei nicht doof anmachen. „Jetzt stell dich mal nicht so an. Ich hab dich ja nicht geschlagen oder sowas“, lachte er und hatte wohl nicht bemerkt, dass er meine Gefühle verletzt hatte. So waren sie nun mal, die Typen. „Kümmre dich um das Pferd, statt um mich“, murrte ich und rollte mit den Augen. Glücklicherweise hatte ich ihm meinen Rücken zugewandt, sonst wäre er jetzt eingeschnappt. „Mach ich jetzt auch“, sagte er und streckte mir provokant lächelnd die Zunge raus. Ich warf ihm ein sarkastisches Lächeln zu und öffnete die große Box von Diamond. Das zerfleddernde Halfter in meiner Hand war mit Matsch überdeckt von unserem Paddock. Während ich Diet Mountain Dew´s Hufe auskratzte kam mir Attentivenly neben uns in der Box in den Sinn. „Nate? Müsste sie nicht so langsam fohlen? Die ist doch schon ein paar Tage drüber oder?“ Meine Neugierde zu verstecken, nachdem er meine Gefühle verletzt hatte, war zwar schwer aber machbar. „Ja eigentlich schon, der Tierarzt meinte aber, das wäre normal und dem Fohlen würde es gut gehen“, sagte er leichtsinnig und nahm gerade Arquera aus der Box raus. Das Klappern der Hufe erfüllte die Stallgasse mit einer wohligen und vertrauten Atmosphäre. „Wir müssen ein Auge auf sie werfen, nicht, dass die Geburt schief geht oder so“, schlug ich vor und führte Diamond aus der Stallgasse raus. Mit neugierigen und aufmerksamen Augen schaute sie sich um. Sie kannte den Weg zum Waschplatz mittlerweile und verhielt sich da ziemlich ruhig. Sie ließ sich zudem auch super in der Waschbox parken, nur das Wasser, dass an heißen Tagen aus dem Schlauch rauskam und sie nach der anstrengenden Arbeit kühlen sollte, fand sie noch nicht so geheuer. Das quittierte sie mir dann immer mit panischem Blick und jeder Menge Gestampfe. Immerhin blieb sie brav stehen, während ich mich zur Waschbox begab und den Spind öffnete. Wir brauchten dringend neue Spinde. Am besten die Bundeswehrschränke, da passt wenigstens ordentlich was rein. Ich griff nach der Putztasche und den hellrosa farbenen Bandagen und ging wieder zurück zu meiner Stute. Ihr neugieriger Blick traf mich und ich strich ihr über die weiße Stirn bevor ich sie putzte. Sie hatte zum Glück schon ihr Sommerfell. Sonst sähe ich jetzt wohl aus wie ein Grizzlybär mit den ganzen losen Haaren. Ich strich Diamond über die Flanke. „Weißt du worauf ich mich freue? Wenn wir endlich mal einen Ausritt bei dem sonnigen Wetter machen können“, ich pausierte einen Moment ehe ich weitersprach, „Aber du bist noch nicht so weit.“ „Wofür ist sie noch nicht so weit?“, fragte Nate mich mit lauter Stimme. Wann ist er zur Waschbox gekommen? Ich mein, dass hätte ich doch hören müssen. Spätestens das Hufgeklapper hätte ich vernehmen müssen. „Das Ausreiten mit Dewey“, gab ich kurz weiter und griff nach der Bürste fürs Langhaar. „Du könntest schon, aber es würde ihr nicht gut tun.“ „Ja…“ Jetzt nerv mich doch nicht weiter. „Ich longier sie dafür jetzt mit Stangen, damit sie ein bisschen ausbalancierter wird.“, meinte ich und drehte mich zu ihm. „Gute Idee“, kurz und knapp gesagt, es interessierte ihn sowieso nicht. „Und was machst du mit der Stute da?“ „Ich festige die E-Dressur aufgaben. Halten aus dem Schritt und Trab und Zirkel und halt Zirkel und Ganze Bahn. Wenn das sitzt, hat sie zwei Tage frei“, grinste er fröhlich und klopfte der Buckskinstute den Hals. „Aaalles klar, mit wem kommt die eigentlich auf die Weide, wenn ich fragen darf?“ „Mit deiner und wahrscheinlich der Stute der neuen Einstellerin“, grinste er verschmitzt. „Danke fürs Bescheid sagen“, rollte ich mit den Augen und nahm mir aus dem Spind den Longiergurt und die Unterlage dafür. „Wann kommen eigentlich die neuen Halfter und Bandagen an?“, dachte ich laut nach. „In circa einer Woche. Achja, ich überlege mit Grand Little an ein paar E-Springen teilzunehmen und zu schauen wie er sich da macht. Je nachdem bilde ich ihn da noch ein bisschen weiter. Er steht ja gerade in seiner Blüte.“ „Joa, kann man mal machen. Wie lang ist das jetzt her, dass du Turniere gegangen bist?“ Er schaute an die Decke und starrte Löcher in die Luft. „Zwei Jahre bestimmt“, sagte er ungläubig. „Das heißt ja nicht, dass ich alles vergessen hab.“ Ein Grinsen umspielte seine Lippen. „Naja ein Versuch ist es wert“, lächelte ich und führte meine Fuchsstute aus der Stallgasse. Die Sonne prallte auf unsere Körper und es war so warm wie die letzte Woche nicht mehr. Da hatte es ja schließlich nur geregnet. „Zum Glück haben wir einen Überdachten Round Pen. Da sind wir wenigstens sicher“, flüsterte ich zu Diamond und hatten schon bald die Halle erreicht. Ich ließ sie nach außen gehen und sich erstmal im Schritt warm machen. Runde um Runde ging sie immer gemütlicher. „Naa los“, sagte ich etwas lauter und touchierte sie mit der Gerte etwas vorwärts. So langsam hatte es ja auch keinen Sinn. Kurz darauf trieb ich sie in den Trab und stellte nach dem Aufwärmen ein paar Stangen dazu.


      Nate| Arquera machte sich gut unterm Reiter. Die Paraden verstand sie noch nicht so richtig, bemühte sich aber doch. Mit dem neuen Gebiss machte sie auch gleich besser mit als die vorherigen Male. Die Übergänge wurden langsam auch flüssiger. Der Zirkel glich eher einem Oval, aber so langsam machte sie sich auch runder vorne. Die Anlehnung hielt sie aber erst für wenige Sekunden. Die ersten Anfänge waren aber gemacht, sodass ich sie lobte und nun trocken ritt. Ihre Mähne war erst frisch rasiert, aber ich würde sie jetzt auch nicht unbedingt nachschneiden. Am Sonntag hatte ich für uns beide auch schon ein Turnier genannt. Brooke wusste nur noch nichts von ihrem Glück Turniertrottel zu spielen. Ein Lächeln schlich sich auf mein Gesicht. „Dann satteln wir dich mal ab und bringen dich auf die Weide.“ Ich ließ Arquera halten und stieg ab um ihr die Hufe auszukratzen. Reithallenboden war immer so schwer aus den Hufen zu bekommen, das immer Reste am Strahl zu finden waren. Gerade als ich die Tür aufmachen wollte kam Rabea aufgebracht zu mir gelaufen. „Attentivenly scheint das Fohlen zu bekommen!“, sagte sie mir hysterisch und sprach schneller als so mancher Rapper. „Ich bring Arquera gerade mal weg und komm dann sofort“, sagte ich ruhig. Ich versuchte meine Ruhe zu bewahren, beeilte mich aber dann doch. Arquera folgte mir willig und etwas zügiger, was mir heute sogar passte. Vor ihrer Box angekommen schmiss ich Rabea die Zügel in die Hand und machte rasch die Box auf um nach Attentivenly zu sehen. Doch das kleine Fohlen lag noch verträumt im Stroh und ließ sich von seiner Mutter behutsam ablecken. „Die schien wohl schon länger das kleine Fohlen zu gebären. Wir lassen sie erstmal alleine und bestellen für morgen den Tierarzt“, wandte ich ein und sah dann zu Rabea. „Okey. Ich bringe gerade Arquera’s Sattelzeug weg und bring sie danach auf die Weide.“ Sie grinste. „Denk dran im Einstellerstall zwei Boxen einzustreuen. Wir bekommen zwei neue Einsteller.“ Rabea nickte mir noch zu und war dann auch schon in der Sattelkammer. „Dann bau ich mal den Parcours auf…“, seufzte ich und ging aus dem Stall. Auf dem Weg zum Platz, kam mir dann Brooke mit ihrer völlig verschwitzten Stute entgegen. „Was musst du noch machen?“, fragte sie neugierig und ich erzählte ihr vom Parcoursaufbau. Sie sah mich grinsend an und sagte nur: „Ich muss die noch waschen, danach schau ich mal ob ich dir helfen kann und ob du nicht schon fertig bist.“ Sie würde nicht nochmal gucken kommen ob ich fertig war. Instinktiv würde sie erst dann kommen, wenn ich mit Grand Little die Aufwärmarbeit beginnen würde. Da konnte man dann ja was lernen. So war es dann auch. Nachdem ich die E-Sprünge in der Höhe zwischen 0,80m-0,90m aufgestellt hatte und die Sprungweite zwischen 75cm und 1,05m lag war der Parcours mit 6 Sprüngen aufgebaut und ich sattelte meinen Schimmelschecken auf, als Brooke wiederkam und mir mitteilte, dass sie fertig war. „Schön, dann kannst du mir ja gleich neben dem zugucken die Halle abäppeln. Dann machst du dich wenigstens nützlich“, neckte ich sie und sie sah mich an. „Das kann doch nicht dein Ernst sein. Nate, das find ich gar nicht cool. Lass das!“, jammerte sie wieder. Wie immer, wenn sie sich die Finger dreckig machen sollte. „Diskutier nicht“, lächelte ich und stieg in den Sattel und ritt zur Halle. Brooke ging nebenher und moserte immer noch wegen des Abäppelns rum. In der Halle gurtete ich nach und ritt ihn noch ein paar Runden im Schritt und Trab warm. Die ersten 15 Minuten ließ ich ihn mehrmals über eine Tripplebarre und einen Steilsprung springen. Er berührte oft und schmiss auch zwei Mal die oberste Stange um. „Das sah aber schon besser aus“, rief Brooke mir neckend zu und ich rollte die Augen. „Ja machs besser Ballerina“, murmelte ich und ritt nun den Parcours zwei Mal hinter einander um. Er riss auch hier wieder mehrere Stangen. Nach einer kurzen Schrittrunde galoppierte ich ihn wieder aus dem Schritt an. Das verlief schon mal gut, hoffentlich bleibt das auch so. Ich ritt ihn ziemlich zügig vorwärts und musste ihn dann doch vor den ersten Sprüngen ziemlich zügeln, da er wohl Gefallen am Springen gefunden hatte. Ich lobte ihn kräftig und ritt ihn trocken. „Abs war noch nicht draußen, meinst du, du kannst den 5-10 min führen? Bis dahin bin ich mit Grande fertig und dann können die zusammen aufs Paddock“, fragte ich Brooke vorsichtig. „Ich wollte eigentlich gerade duschen, aber dann lass ich das lieber. Aber ja, kann ich machen…Achja am Ende hat er sich ja gut geschlagen.“ Ihr schelmisches Grinsen ließ mich Lächeln. Das Lob der ‚kleinen Schwester‘ hatte ich. Das Schnauben meines Hengstes zeigte mir wieder einmal, dass ich heute wieder richtig mit ihm gearbeitet hatte. Bei der Hitze hielt es ja keiner aus. „Ich wasch dich gleich noch und dann kannst du mit deinem Freund aufs Paddock“, beugte ich mich über seinen verschwitzten Hals und klopfte ihn danach.

      Brooke| Jetzt konnte ich mich also mit Abs rumschlagen. Er kauft einen Rentner und ich kann mich drum kümmern. Schnellen Schrittes ging ich in den Stall zu Abs und schnappte mir sein Halfter und kratzte ihm die Hufe aus, wo mir ein leichter Geruch der Fäulnis in die Nase stieg. Hmm, das konnte nur Strahlfäule sein. Ich würde Nate gleich mal Bescheid geben. „Na komm“, sprach ich zu dem alten Wallach und zog leicht am Strick und gab dann nach. Müde und gelangweilt trottete er mir hinterher und machte keine Anstalten irgendwie vorzudrängeln oder ähnliches. Erst als wir Richtung Parkplatz gingen, richtete er seine Ohren aufmerksam nach vorne und stemmte die Beine in den Boden. „Was ist denn los? Komm jetzt Abs“, murrte ich und verstand sein Verhalten nicht. Erst als eine blonde junge Frau mit ihrem Palomino, der sehr aufmüpfig neben ihr fast tänzelte mit einem Lächeln an mir vorbeiging, begriff ich, dass Abs deswegen stehen blieb. „Nu komm jetzt, du kommst jetzt aufs Paddock“, murmelte ich und zog am Strick. „Komm jetzt!“ Skeptisch folgte er mir aufs Paddock und ich schaute bei der jungen Frau vorbei. „Brooke Scott!“, stellte ich mich neben ihr vor und sie lächelte mich freundlich an. „Christina“, reichte sie mir die Hand. „Ich lade gerade noch den Ponyhengst von meiner Tochter aus und stelle mich dann ausführlich vor“, grinste sie und ich nickte. „Klar, bis dahin ist Nate wohl auch hier“, grinste ich, sah dabei zu Collins Pferden. Sie führte einen kleinen Westernponyhengst in die Stallgasse und legte ihm das Halfter in der Box ab. „Das ist das Pony meiner Tochter Gwen. Sie ist erst 12 will aber mal ganz hoch hinaus, weshalb wir ihr wohl noch ein größeres Pony kaufen oder gleich ein Quarter oder Paint Horse“, sprudelte es nur aus ihr heraus. „Das hört sich doch super an“, grinste ich während sie die Namen der beiden Pferde auf die Tafeln schrieb.
    • Sosox3
      5. Pflegebericht
      Dezember 2017
      Abs‘ neue Reitbeteiligung?

      Brooke| „Weißt du eigentlich wie sehr mich das nervt, das ich mit Abs andauernd spazieren gehen kann? Das ist dein Pferd, nicht meins!“ „Ja… Ich weiß. Ich bin ja schon auf der Suche. Collin hilft uns ja auch schon bei der Suche und Rabea auch!“ Mir gefiel Nate´s lauter Ton mir gegenüber gar nicht. „Hör auf mich anzuschreien!“ Wütend sah ich auf den Boden und versuchte damit seinem bösen Blick auszuweichen. Ich spürte wie sich meine Sicht verschlechterte und sich Tränen in meinen Augen sammelten. „Ich schrei dich nicht an, wenn du mich nicht unter Druck setzt!“, wütend stampfte er aus dem Haus raus und ging vermutlich Richtung Stall. Ich konnte es nicht genau sagen, ich lief ihm ja nicht wie ein Hund hinterher. Ich griff nach Taschentüchern in meiner Tasche und wischte die Tränen weg. „Soll er doch machen, was er will“, murmelte ich enttäuscht und schniefte als ich die Tür rausging. Diet Mountain Dew sah zu mir auf als ich den Stall betrat und zu ihr rüberging. „Na, meine Hübsche“, sagte ich leise und öffnete die Boxentür. Ich sah noch einmal kurz vor die Tür und riss die Augen auf. „WO ist mein Hufkratzer?!“, sagte ich laut durch die Stallgasse. Ein leises „Fuck!“ hörte ich aus der Box nebenan und sah Rabea´s Kopf hochschnellen. „Tu-tut mir leid“, sagte sie mit einem Schiefen Grinsen im Gesicht. „Du hast damit jetzt nicht allen Ernstes die Hufe von Arquera damit ausgekratzt?! Weißt du eigentlich wie viele Bakterien dadran sind?“ Ich verstand so gedankenlose Gänge einfach nicht… Es dauerte nur ein paar Sekunden, da hielt sie mir den Hufkratzer durch die Gitterstäbe durch. „Danke…“, moserte ich rum und kratzte ihr die Hufe aus. „Machst du die Stute wieder für Nate fertig?“ „Ja, die steht ja jetzt auch zum Verkauf und er überlegt sich, sie zu kaufen, wenn sie sich weiterhin so gut macht. Sie ist aber auch eine ganz liebe“, sagte die blonde Schönheit zu mir und kraulte die Ganasche von Arquera. „Sein Ernst? Er kauft momentan so viele Pferde und lässt sich alle fertigmachen.“ Sie zuckte nur mit den Schultern. „Ich hätte eh kein Geld für ein eigenes. Deshalb mach ich mir da keine Gedanken.“ Sie schloss gerade noch den Kehlriemen und nahm den Schopf unter dem schlichten Stirnriemen aus braunem Leder heraus und verließ dann die Box. „Warte! Ich hab da eine Idee!“, rief ich und stapfte mit meiner Stute in der Hand hinter ihr her. Völlig unbegeistert ging sie weiter, Arquera versuchte Rabea die Zügel aus der Hand zu schnappen und tänzelte etwas neben ihr. „Hau ihr mal eine vor die Brust, die hat das nicht zu machen!“, wandte ich ein und zog Diamond etwas hinter mir her. „Ich weiß, dass Nate eine Reitbeteiligung für Abs sucht. Erst zum Muskelaufbau und später vielleicht noch für ein, zwei Jahre als Reitbeteiligung. Er ist ja schon alt“, schmunzelte ich am Ende des Satzes. Ich räusperte mich. „Aalso, falls du da Interesse dran hättest…“, zwinkerte ich ihr zu und putzte mein Mädchen dann erst einmal ausgiebig. Sie hatte sich am gestrigen Tag auf dem Paddock gewälzt, während es regnete.

      Nathan | Ich legte gerade ein paar Stangen auf den teuren Hallenboden als die 18-jährige blonde Frau mit der Spanierstute zu mir in die Halle kam. „Na du, ist die immernoch so bekloppt und tänzelt neben dir her?“ Wieder hatte ich ein schelmisches Grinsen auf den Lippen. „Ja siehst du doch.“ Sie hatte nur kurz ein Lächeln im Gesicht bis es wieder ernster wurde. „Ich hab da so eine Frage, Nate…“ Aufmerksam hörte ich ihr zu, wie sie mir erklärte, dass sie sich um Abs kümmern wollte. „Geritten werden kann er die nächste Zeit aber nicht, da fehlen die Muskeln noch zu. Aber du kannst den gerne longieren und mit dem Spazieren gehen und sowas. Da freut der sich bestimmt.“ Ihre Augen strahlten vor Freude. „Hol den mal raus und dann führst du ihn ein bisschen, damit ihr euch erstmal kennen lernt“, sagte ich und stieg in den Sattel, wo ich erst einmal nachgurtete. „Mir ist das eigentlich auch ganz recht, dass du dich um ihn kümmerst, dich kennt er ja schon ein wenig.“ Ich trieb Arquera fein an und ritt sie ein paar Runden im Schritt warm. Wir kannten uns mittlerweile doch schon ziemlich gut, nachdem sie nun den zweiten Monat bei uns war. Ich sah immer wieder in Richtung Hallentor wurde dann aber doch von der Musik von Sick Puppies unterbrochen. Unbekannte Nummer. Ich zuckte mit den Schultern und ging ran. „German Horse Center, Nathan Scott?“, stellte ich mich vor und empfing eine dunkle Stimme. „Hunter Crowley. Ich wollte meinen Irish Tinker Mister Blockhead bei ihnen zum Beritt geben.“ Ich nickte. Dooferweise sah er dies nicht. Wie auch so durchs Telefon?! „Wie weit soll er denn ausgebildet werden?“ „Momentan ist er auf solidem E-Niveau und sollte bestenfalls auf A-Niveau vorgestellt werden. Wäre das machbar?“ „Natürlich, bringen sie ihn im Laufe der Woche vorbei, wenn es geht.“ „Wir kommen aus England, das dauert wohl etwas mit dem Transport und der Quarantäne. Ich melde mich später noch einmal.“ „Alles klar, dann bis später. Freut mich noch einmal von ihnen zu hören.“ Ich grinste nur und trieb Arquera in den Trab. Rabea kam gerade mit Abs in die Halle und knallte die Tür hinter uns. „Erschreck mich doch nicht!“, lachte ich und blieb auf dem mittleren Zirkel. Ich nahm Arquera auf, setzte mich dabei schwer hin, gab eine halbe Parade und schloss einen Moment lang die Oberschenkel. Arquera streckte sich kurz und so ritt ich sie wieder vorwärts. Da dies gut klappte, wagte ich mich nun an den Mitteltrab. Ich wechselte in die ganze Bahn um ihr mehr Sicherheit zu bieten. Kurz vor der Ecke nahm ich sie erneut auf und trieb sie fleißig vorwärts, bis ich spürte, dass Arquera anzog und sie mit dem Kreuz und hervorgeschobener Hand noch die Verbindung zum Pferdemaul hielt. 1-2-3-4 und schon fielen wir gewollt wieder in den Arbeitstrab. Ich lobte sie kräftig am Hals. Wir wiederholten im Training öfter diese kurzen Tritte, bis es ihr leichter fiel die Spannung zu halten und taktrein durch die Halle im Mitteltrab zu fußen. Zusätzlich übte ich mit ihr an den flüssigeren Übergängen, vorallem im Trab und im Galopp haperte es ein bisschen. Die Bahnfiguren klappten mit ihr jedoch sehr gut und sie lief sie sehr sauber unter mir. „Gut gemacht kleine“, lobte ich sie und stieg mit einem Grinsen ab. „Mir gefällt das Bild, dass ihr beiden abgebt. Du musst nichts zahlen, nur kümmer dich gut um ihn und dein Studium und wenn du mal nicht kannst, gib mir Bescheid, dann kommt er raus“, lächelte ich sie an. „Einverstanden!“ Ihr Lächeln zog sich über beide Ohren und freute mich doch. „Kannst auch mit dem eine kleine Runde um den Hof laufen, da freut Abs sich sicher“ „Okey, dann mach ich das mal“ sagte sie und verschwand noch vor uns aus der Halle. Attentivenly hatte momentan noch Pause und so brachte ich sie zusammen mit ihrem Fohlen Aerials auf eines der Paddocks. Die Weiden waren momentan einfach zu nass. In der Zwischenzeit putzte ich Grand Little, der mal wieder Mistflecken überall hatte. Ich sah auf mein Handy. 15:45 Uhr. Ich klingelte Brooke an, sie sollte gleich Little reiten und Christina würde mit Hollywood Undead II in der Stunde dabei sein und die ersten A-Sprünge gehen Zusammen mit Grand Little. „Kommst du? Grand Little ist schon gesattelt.“ „Ja einen Moment noch, ich bring Diamond noch eben weg und komm den dann an der Box abholen“,sagte sie hastig. „Ich kann den nicht einfach hier anbinden, ich stell den in die Box… Ich bau grad mit Rabea ein paar Sprünge auf. Wir treffen uns dann in der Halle“, sagte ich etwas genervt zu ihr. Immer diese extra Wünsche. Draußen war es echt kühl und es hatte wieder zu nieseln begonnen. Ich beeilte mich in die Reithalle und stellte ein paar Sprünge auf, darunter auch einen Oxer und ein paar Steilsprünge, eine Kombination. Alle waren circa 85cm hoch. Also alles noch im Rahmen für den Anfang. Am Ende der Stunde sollten sie die 1m geknackt haben und auch meistern können. „Weißt du eigentlich, dass Brooke mich manchmal aufregt?“, fragte ich sie leicht kopfschüttelnd. „Nein“, sagte sie und lächelte wieder. Sie war echt süß manchmal. „Ja… manchmal nervt sie richtig, vor allem, weil sie Diet Mountain Dew noch nicht reitet. Wenigstens ein bisschen im Schritt um langsam anzufangen“, erzählte ich ihr und achtete nicht auf meine Umgebung. „Was ist mit meiner Stute?!“, fragte meine kleine Schwester mich wütend mit meinem Hengst in der Hand. „Nichts, sie sieht gut aus hab ich Rabea gesagt.“ Rabea nickte und grinste schelmisch. „Will ich auch hoffen.“ Sie murmelte noch etwas Unverständliches und trat dann ein und nahm sich den Hocker um aufzusteigen. Während sie Grand Little warm ritt, kam auch Christina mit ihrer Palominostute, die sich gleich nach dem Hengst umsah und rosste. Bitte nicht, dachte ich und hoffte mal wieder auf das Beste. „Reitet sie die ersten 15 min warm, bis dahin quatsch ich noch ein bisschen“, sagte ich grinsend und schaute zu Rabea. „Ich würde dir ja anbieten ein Pferd zu holen und mit zu reiten, aber ich hab leider kein weiteres“, zuckte ich mit den Schultern. Dann sah ich zu Brooke. „Beine tief und Hände näher an den Körper, Brooke.“ Sie nahm es gleich auf und saß nun besser. „Ich hab Gwen eine neue Stute gekauft, die könntest du satteln und hier in der Stunde reiten, Gwen kann sie eh noch nicht reiten und will das auch gar nicht. Sie ist noch mit Hendersin beschäftigt“, bot Christina ihr an und sie sah verwundert aus. „Sicher, dass das klargeht?“ „Ja, natürlich, mach sie fertig und komm rein.“ Christina war eine nette Frau mittleren Alters, ihr Mann hatte nur kaum Zeit für sie, da er über die Woche auf Montage war. „Christina, du kannst schon mal über die kleinen Sprünge hopsen zur Gymnastizierung“, sagte ich und sah mir dabei ihren Sitz beim Sprung an. „Guut!“, das war wohl das Hauptwort der Stunde, so oft sagte ich es. Als Rabea mit Warrior Gun die Halle betraten sah ich wieder zu ihnen. „Da bist du ja endlich.“ „Ja die kleine war etwas eingestaubt“, grinste sie verlegen und stieg auf um die kleine Stute warm zu reiten. Ich erhöhte die Sprünge auf A-Niveau und ließ die beiden nach einander über den Parcour springen. „So ist gut Brooke, nehm ihn mehr auf und treiben, treiben, treiben!“ Meine Worte hallten in der Halle. „Guuuut.“ Grand Little wurde sicherer in den Sprüngen, sodass nun Hollywood an der Reihe war. Souverän meisterte sie die einzelnen Sprünge, sodass wir uns gen Ende an einen Parcour wagten. „Christina, Treiben!“ „Tu ich doch schon“, sagte die blonde Frau außer Puste. Hollywood kam locker über die Sprünge. Eine Leichtigkeit für die Stute. „Wenn du sie nicht so zurücknimmst, packt ihr beiden das locker. Also lass sie einen Moment vor dem Sprung los und du wirst sehen, ihr fliegt darüber!“ Christina nickte. Rabea trabte die Stute auf dem unteren Zirkel nun etwas und übte an der Stellung und Biegung der Stute. Nachdem sie meinen Rat befolgt hatte, lief es auch prima. „Jetzt bist du dran Brooke, nehm ihn ein bisschen auf, treib ihn aber weiter!“ Sie hörte auf meine Worte und auch sie meisterte den Parcour erfolgreich. „Herzlichen Glückwunsch ihr beiden, ihr könnt jetzt die nächsten Turniere auf A-Niveau gehen!“, lächelte ich die beiden an. „Reitet die beiden ab und dann seid ihr fertig für heute.“

      Brooke| Ich schwitzte. Die Stunde war heute so anstrengend, aber lehrreich und gut. Christina und ich warfen Nate und Rabea einen Blick zu. Ich sah meinem Bruder an, wenn er jemanden attraktiv fand. Und genauso war es jetzt auch. „Immer diese Turteltäubchen“, murmelte ich grinsend. „Hmm?“ Manchmal stand Christina echt auf dem Schlauch. „Na Nate und Rabea. Da läuft bestimmt was“, grinste ich verschmitzt und meine Augen glühten. „Na das würde ich nicht sagen“, sagte die fast 40-jährige und warf dabei meinen Gedankengang bei Seite. „Wie sieht das denn für dich aus?“ „Die verstehen sich halt gut, nichts weiter“, sie zuckte mit den Schultern und ließ die Zügel von Hollywood Undead locker. Ich hingegen nahm Grand Little noch ein wenig mehr auf. Viel zu heikel ihn neben einer Stute zu reiten, noch heikler ihn dabei die Zügel lang zu lassen. „Was tuschelt ihr beiden denn?“, fragte Nate uns neugierig. „Gar nichts“, antwortete ich schnell und trieb Little einen Schritt zügiger. Nate nickte nur grüblerisch und wandte sich dann wieder seinem Blonden Engel zu. „Naja, ich bring den jetzt mal in die Box, ich muss so langsam noch das Getreide im Futterwagen auffüllen und die Pferde dann füttern“, ich stieg mit einem Satz ab und richtete die Abschwitzdecke ehe ich die Hufe auskratzte. „Tür frei bitte!“, rief ich noch einmal. „Ist frei!“, rief mein Bruder mit nach. Schnell war ich mit Grand Little aus der Tür raus und führte ihn zu seiner Box, als Gwen neben mir her ging mit ihrem Pony. „Und wie läufts?“, lächelte ich die 12-jährige mit ernsthafter Neugierde an und führte Grand Little ein Stück weiter von Hendersin weg. „Naja es geht so. Irgendwie will er momentan nicht so wie ich will und fängt manchmal einfach an durchzugehen“, sagte sie mir und klang dabei nicht grade erfreut. „Das ist schlecht. Frag Nathan später mal, ob du mit ihm nicht einfach mal eine Reitstunde bei unseren Bekannten nehmen kannst. Die haben momentan nur Berittpferde und ein Paint Horse Fohlen um welches sie sich kümmern. Vielleicht haben die ja Zeit.“ „Meinst du wirklich das wird wieder? Ich hab da manchmal schon ein bisschen Angst.“ Gwen war Zucker. „Das brauchst du aber nicht. Im Winter werden die immer ein bisschen knackiger. Stell den mal ein bisschen länger aufs Paddock. Ich kann das natürlich auch machen, aber so kann er die Luft schon mal rauslassen und wenn du kommst ist er dann ein bisschen ausgelassener“, schlug ich noch einmal vor. „Gut, dann probieren wir das so noch mal“, sagte sie und lächelte. Ich schaute zu dem Großpferd neben mir, der die Ohren anlegte. „Grumpel“, flüsterte ich und sah dann zu dem Ponyhengst, den es nicht mal im Ansatz juckte, dass der Große die Ohren anlegte. „Naja ich füttere mal die Pferde und bring den guten hier weg.“
    • Sosox3
      6.Pflegebericht
      Juni 2018

      Even though all the Beauties are unearthing

      Den Pferdehänger mit zwei Hengsten voll, erreichten wir unser Zuhause wieder. Mister Blockhead war nun schon länger bei uns und hatte sich so langsam eingelebt. Arquera kam den ersten A-Dressuren schon nahe und verstand so langsam was wir eigentlich von ihr wollten.

      Nathan| „Jetzt haben wie zwei Hengste mehr…“, Brooke rollte die Augen. „Immerhin ist der eine Dressurveranlagt und der andere im Springen eine eins. Der Schimmel ist einfach von Cornet Obolensky. Einem Spitzen Springvererber und Champion im Springsport.“ Ich bemerkte kaum wie ich ins Schwärmen gelang. „Wie viel Uhr haben wir jetzt eigentlich? Ich hasse den Winter…“ „Wir haben 18 Uhr. Wir müssen gleich die Pferde füttern und ich mach mit Mister Blockhead heute noch eine Einheit. Aber erst lad ich die Hengste noch aus. Mit beiden direkt in die Quarantäneboxen. Ich hab Rabea Bescheid gesagt, dass sie die zwei fertig macht nachdem sie mit Abs was gemacht hat.“ „Cool, ja ich bring Gunfight gleich noch für eine Stunde aufs Paddock.“ Der Gedanke gefiel mir. „Wir sind mal wieder einen Batzen Geld los geworden…“, murmelte Brooke leise. „Ja, aber die bringen uns das wieder ein. Glaub mir!“ So viel Optimismus gefiel ihr wohl nicht. Ich lenkte die Einfahrt unseres Hofes ein und verlangsamte das Tempo unseres Gefährts und hielt auf dem Parkplatz an. Wir ernteten neugierige Blicke von Christina, Gwen, Rabea und Collin. „Wie viele sinds?“, fragte Collin grinsend. „Nicht so viele wie du denkst“, knötterte Brooke. „Zwei Hengste mit top Abstammungen.“ Er lächelte und half uns dann die beiden Pferde auszuladen. „Wohin sollen die beiden jetzt?“, fragte Collin mich hektisch, denn Cornet tänzelte stark neben mir. „Auf’s Paddock, die sollen sich austoben, sonst randalieren die uns noch die Boxen kaputt.“ „Alles klar.“ Brooke brachte in der Zwischenzeit Gunfight aufs Paddock und man merkte, an wen sie ihr Herz verschenkt hatte. Sie stand stundenlang am Zaun und beobachtete ihn und seine grazilen Gänge. „Brooke, komm jetzt. Du musst die Pferde füttern!“. „Ja, ich mach das jetzt“, sagte sie und machte sich endlich ans Füttern.

      Heute kam auch noch ein weiterer Einsteller zu uns. Es war alles ziemlich turbulent und die Stute würde uns auch zur Zucht zur Verfügung stehen. Ban hatten wir noch nicht gesehen, aber seine Stute Optibase stand schon neben Attentivenly in der Box und kaute gemütlich ihr Heu aus dem Heunetz. „Hübsches Tier, darf aber eigentlich kein Oldenburger sein“, murmelte ich in mich hinein. Die Farbe war nicht zugelassen im der Zucht von den Tieren, aber vielleicht hatte es auch keinen Oldenburger als Vater gehabt. Mister Blockhead war schon fertiggemacht; Seine Dicke Mähne war zu einem französischen Zopf zusammengebunden und er trug unsere schönen Stallfarben als Schabracke in Navy. „Gut siehst du aus“, grinste ich den genervt dreinblickenden Tinkerhengst an, der seine Ohren nach hinten gestellt hatte und zeigte, dass er absolut, keine Lust hatte, jetzt etwas zu schaffen. Aber heute war seine ‚Generalprobe‘. Denn das nächste Mal ritt Mr. Crowley in selber um sich zu vergewissern, dass er die Lektionen auch beherrschte. Ich stieg auf und ritt ihn im Schritt warm, seine Motivation hielt sich in Grenzen. Dabei übte ich die verschiedenen Tempi. Ich ritt im Mittelschritt durch die mit Licht geflutete Halle. Bei F trabte ich im Arbeitstempo an und trieb ihn noch etwas schwerfällig im unteren Zirkel. An der Stellung und Biegung hatten wir gut gearbeitet, der Galopp auf dem Zirkel gestaltete sich auch gut. Er buckelte zwar noch beim angaloppieren, wie er es am Anfang auch tat, aber daran arbeiteten wir noch ein bisschen. Ich parierte ihn durch in den Arbeitstrab und ritt bis K. Bei H parierte ich ihn erneut durch. „So ist gut“, murmelte ich. Bei F ging ich durch die ganze Bahn im Wechsel und Mister Blockhead trat dabei im Mittelschritt gut unter. Übergänge gefielen dem Rapphengst überhaupt nicht. Mal machte er sie mit, mal nicht. Umso mehr quälte ich uns beide durch die Trab-Halt und Schritt-Halt Übungen, denn so kamen wir auch an unsere letzten Schritt-Galopp Übergänge, die er sogar mit Bravour bestand und mal ein bisschen Motivation zum Vorschein kam. Ich lobte ihn und klopfte ihm an den Hals. Die Zügel kaute er auch artig aus der Hand. Nur mit der Kehrtwendung im Galopp hatte er noch Mühe, gab sich aber dennoch gewillt die Lektion auszuführen. Wir übten an dem Abend noch etwas länger, bis er mit der Abschwitzdecke auf seinem langen, dichten Fell sein Futter zu sich nehmen konnte. „Wenn du mal öfter so wärst wie heute, dann wär die Arbeit auch leichter“, grinste ich schelmisch und wurde von Rabea unterbrochen. „Na du“, das hübsche Lächeln entgang mir mal wieder nicht. „Hey, hast du Abs raus geholt“, lächelte ich und schaute auf den Braunen, der immer mehr weiße Haare auf der Stirn und um sein Abzeichen bekam. „Na klar“, grinste sie und führte ihn an der langen Seite in der Halle. „Ich mach aber heute nicht mehr so lange. Ich wollte ihn nur ein bisschen führen!“, ergänzte sie. Ich nickte und führte den Tinker dann in zurück in die Box. Für heute war die Arbeit fürs erste getan. Zuhause in der Wohnung schaute ich mir dann einige Hunde im Tierheim meiner Umgebung an. Aber wirklich dabei, war noch keiner zu meiner Enttäuschung.

      Der nächste Morgen kam früh. In der Nacht hatte ich kaum ein Auge zu gemacht und war dementsprechend schon kaputt, ehe ich überhaupt auf den Beinen war. Brooke schnatterte am Frühstückstisch fast ununterbrochen und ich hoffte nur, dass sie so langsam mal den Mund hielt. Mit brummendem Kopf und dicker Winterjacke machte ich mich in den Stall. Wir hatten zwei Polen beschäftigt, die den Pferden eine ordentliche Menge Heu gaben und die Boxen täglich misteten. Eine ganz schöne Arbeitserleichterung, wie ich fand. Ban war auch schon im Stall, Collin ebenso, der sich um Adrenaline kümmerte und sie gerade putzte. „Ban! Warte einen Moment!“, rief ich dem großen Mann zu. „Was ist denn? Ich wollte Optibase gerade auf den Paddock stellen.“ Ich nickte und begann dann mit dem Einwand, er könne Attentivenly und Aerials mitnehmen. Es schien für ihn kein Problem, dennoch war er schnell wieder weg. Collin grüßte ich nur flüchtig und ging dann in die andere Stallgasse. Anouk und A Rose from Nevada nahm ich gleich mit und stellte sie auf den Paddock neben die anderen Stuten. Dana, ihre Besitzerin war vor kurzem erst bei uns auf den Hof gekommen und ließ ihre beiden Pferde bei uns bereiten, da sie etwas zu schwer für die noch unterbemuskelten Pferde war. Aber sie wollte für die beiden abnehmen und ich wusste, dass sie es schaffen konnte. Anouk stand neben Rose und beknabberte sanftmütig ihren Widerrist. Ein tolles Bild. Warum war Brooke auch nie zur rechten Zeit da, mit ihrer tollen Kamera. Ich schmunzelte und ging zu unserem Neuzugang Cornet, der sich schon super eingelebt hatte, wie ich das Gefühl verspürte. In seiner Stalldecke umhüllt, lag er da und schnaubte ab und an ab. „Ein kleiner Träumer“, grinste ich und weckte den Schimmelhengst sanft aus seinem Schlaf. Es dauerte ein wenig, doch dann stand er auf den Beinen und schüttelte sich. „Werde erstmal wach“, lachte ich und holte dann Grand Little aus seiner Box, er war wenigstens schon mal wach. Während ich ihn putzte, hatte ich gefühlt sein ganzes Fell im Mund und auf der Zunge. „Ist das widerlich“, sagte ich und spuckte die Haare aus. So gechillt wie der Hengst da stand und sich von Gunfight nicht ablenken ließ, der ihn neugierig an der Nase beknabberte. Man sah ihm seine 4 Jahre noch sehr an, demnach war ich froh, dass er auf der Auktion in Vechta nicht unterm Sattel vorgestellt wurde. Cornet hingegen war im Kopf schon weiter, machte ordentlich mit und sprang über jeden Parcours, so viele Schleifen wie er diese Saison schon erhascht hatte. „Na lass den jetzt mal in Ruhe!“, sagte ich und stubste Gunfights Nase von Grand Little’s, damit ich ihn ordentlich trensen konnte. Draußen waren es angenehme 12°C und sonnig, das lud geradewegs zu einem Ausritt ein. Brooke war nun auch endlich im Stall und kümmerte sich jetzt um Gunfight. Ein bisschen an der Longe sollte er gehen, hieß es.

      Brooke| Ich liebte Gunfight jetzt schon. Sein neugieriges und charmantes Wesen machte den Hengst so interessant, dass ich mich ihm mehr widmete als ich es bei Diet Mountain Dew tat. Beim Putzen stand er so artig still und sobald ich an der Schulter striegelte, verzog er sein Gesicht so süß. Lieblingsstelle finden – Check! Auf dem Weg zum Putzplatz gingen wir an Attentivenly und ihren Stutfohlen Aerials vorbei. Gunfight reckte neugierig seinen Hals in die Richtung von dem kleinen Stutfohlen, dass so langsam abgesetzt werden sollte. „Wie macht sich die kleine?“, fragte mich Christina neugierig, mit ihrer Stute Hollywood Undead II und ihrer Tochter Gwen neben ihr. Hendersin, ihr Pony, schaute Gunfight nur mit angelegten Ohren an. Doch er ließ sich nicht beeindrucken von dem kleinen Zwockel. „Ganz gut, die läuft schon wie eine große. Mal sehen wie sie die Fohlenshow meistert“, sagte ich nur und musterte Gwens Pony. „Wie läufts mit ihm“, deutete ich mit dem Kopf auf den Hellbraunen Schecken. „Wir haben letztens ein Turnier gewonnen“, lächelte sie stolz. „Wem gehört eigentlich der Schimmelhengst auf der Weide?“ Neugierde machte sich in ihren Augen breit. „Der gehört Felix. Étoile ist aber ein echt verträglicher Hengst, der kommt gut mit Paper Planes klar.“ Felix war noch nicht lange hier. Zwei Wochen vielleicht drei und war nur ein Jahr älter als Gwen. „Okey, den hab ich noch nie hier gesehen“, sie zuckte mit den Schultern. „Naja wir sind noch eingeladen, man sieht sich“, sagte ihre Mutter dann und ging schon in den Stall. „Kommst du, liebes?“

      Nathan| Auf der Weide angekommen löste ich die Stricke der beiden Stuten von Diana und ließ Schwalbenfeder und Anouk auf die Weide. Die Mittagshitze war verschwunden und so konnten sie noch ein paar Grashalme zu sich nehmen, bis es Futter gab.


      Gegen Abend stöberte ich noch ein wenig auf ehorses und fand einen älteren Wallach, genau wie Abs. Sein Name war La Paz und man sah ihm sein Alter schon sehr an. Seine Dunkle Farbe wurde stehst von ein paar weißen Härchen unterbrochen und zeichnete so sein Gesicht und seinen Hals.


    • Sosox3
      3. Pflegebericht
      Dezember 2018
      Pferde Crashkurs
      16.194 Zeichen
      Tag 1 - Roanoak Stables

      Zwei Tage Crashkurs Praktikum. Einen Tag auf dem Roanoak Stable, den anderen auf Evergreen Acres. Aber wer war ich? Ein Teenager, der nichts mit Pferden am Hut hatte und nur eine Woche Praktika zusammenkratzen musste um das Schuljahr zu bestehen. Mein eigentlicher Praktikumsbetrieb hatte nur drei Tage Zeit für mich, ich brauchte aber insgesamt fünf. In meiner Not fragte ich überall an und die Arbeit auf einem Pferdehof konnte ja so schlimm nicht sein, oder? Neugierig sah ich mich auf dem Roanoak um, in der Hoffnung auf den Besitzer zu treffen. Als ich ihn schließlich traf führte er mich erstmal herum und erklärte mir die Aufgaben für heute. Es war früh und ich hatte mich um vier Uhr morgens aus dem Bett gequält nur um um halb 7 hier zu sein. "Zuerst müssen die Boxen gemistet werden. Das machst du zusammen mit den Mitarbeitern da drüben am Misthaufen.", man wank uns zu, "Die sind sehr freundlich und erklären dir dann was du zu beachten hast. Danach äppeln wir die Paddocks ab." Ich nickte und folgte jetzt zu den Weiden. "Die Pferden haben wir schon rausgebracht. Heute Nachmittag wirst du sie reinholen und zum Teil auch putzen. Aber das erklären wir dir dann noch." Kontakt mit Pferden... Mir schauderte es. Aber so viele Reitermädchen hatten damit kein Problem, wieso sollte mir jetzt was passieren? Der Misthaufen stank beinahe genauso schlimm wie ein Kuhstall, aber meiner Erfahrung nach würde das in ein paar Minuten abflauen. Man gewöhnt sich ja zum Glück schnell an neue Gerüche. "Hey, komm her, schnapp dir eine Mistgabel und eine Schubkarre und folge mir." Gesagt, getan. Im Stall fiel mir als erstes auf, dass offenbar nicht alle Pferde auf den Weiden standen. An das stetige Schnauben der riesigen Tiere musste ich mich auch noch gewöhnen. Grand Litte hatte mich fast zu Tode erschreckt, als er mit einem Huf gegen die Boxentür schlug, gerade als ich vorbeilief. "Warst du schon mal auf einem Pferdehof?", fragte man mich und musterte mich kritisch. Ich schüttelte den Kopf und beobachtete den Mann dabei, wie er Gabel für Gabel durchnässtes Stroh und Pferdeäpfel auf den Karren lud. Er kommentierte meine Unsicherheit nicht, sondern fuhr gleich mit der Arbeit fort. "Das ist die Box von Abs. Schau zu und lerne. Die meisten Pferde nutzen nicht die komplette Box als Toilette, sodass wir einen kleinen Teil gutes Stroh ruhig behalten können. Nimm aber lieber zu viel raus, als zu wenig. Falls du unsicher bist, frag einfach nach. Ansonsten geh da drüben zur Box von Gunfight, zwei Boxen neben dem Hengst, an dem wir beim Reingehen vorbei kamen. Ein Hengst war das also eben. Waren Hengste nicht besonders ungestüm und aufbrausend und so gar nicht das, womit man einen Anfänger konfrontieren sollte. "Keine Sorge, da ist eine komplette Box zwischen euch, der wird dich also nicht fresse, selbst wenn er wollte.", neckte mich der Mann, der meine Angst erkannt hatte. Ich konzentrierte mich auf das stinkende Stroh vor mir und schippte eine Gabel nach der anderen auf die Schubkarre. Ich arbeitete mich langsam vor und überlegte ständig ob das nun noch gutes Stroh war oder schon schlecht. Als ich fertig war fragte ich noch einmal nach um sicher zu gehen, dass es richtig war. "Nächstes mal, lad die Karre nicht so voll. Du wirst gleich merken wieso. Lauf lieber zwei, drei mal. Sonst siehts ganz ok aus. Nimm ruhig mehr von dem Stroh weg ich seh da noch ein bisschen feuchtes Stroh." Ich nickte stumm und brachte den Karren zum Misthaufen. Beim Laufen fiel mir gefühlt die Hälfte wieder runter, was wohl der Grund dafür war, wieso man lieber einmal mehr läuft. Dann am Ende muss man sonst die Stallgasse gleich mit misten. Da ich jedoch ein Perfektionist war nahm ich auch das restliche schlechte Stroh aus der Box, das ich übersehen hatte und ging dann zur nächsten Box. Der Mann hatte in der Zwischenzeit schon zwei Boxen fertig gemacht und das obwohl er öfter zum Misthaufen lief, als ich. "Cornet undLa Paz sind fertig. Mach mit Diet Mountain Dew weiter." Er zeigte auf meine nächste Box und ich ging frohen Muter rüber, da hier kein Pferd in der Nähe stand, vor dem ich Angst hätte. Zwei, fast drei Stunden dauerte es bis alle Boxen gemistet und anschließend neu eingestreut waren. Trotzdem es kalt war, kam ich bei dieser Arbeit ordentlich ins Schwitzen. Es war nicht nur das hin und her laufen, zwischen Boxen und Misthaufen. Auch das ständige Bücken und Heben war anstregend und ich spürte zum ersten Mal in meinem Leben bewusst meinen Rücken, da er ordentlich schmerzte. Man lobte mich für mein Durchhaltevermögen und warf mir dann gleich an den Kopf, dass das ja noch nicht alles war. "Jetzt sind die Paddocks dran. Ich überlasse dir, die ohne Pferde." Dankend folgte ich. "Stroh und besudeltes Heu zusammenrechen und dann wie beim Boxmisten samt Pferdeäpfel auf die Schubkarre und dann auf den Misthaufen.", erklärte man mir. Auf dem Paddock, den der Mann nun abäppelte stand ein großes Pferd namens Attentivenly. Da der Paddock gleich an den grenzte, den ich gerade sauber machte stand das Pferd neugierig am Zeug und streckte sich zu mir hin. Ich war neu und unbekannt. Das war wohl eine Art Attraktion für manche Pferde hier. Wohl war mir nicht dabei, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich an dieses Verhalten. Ich hatte gerade den Paddock von Optibasefertig, da wurde ich schon weitergeschickt zum nächsten. "RS' Aerials", las ich laut vor. Wer nannte sein Pferd so? Was sollte denn RS sein? Verwirrt öffnete ich das Gatter und begann grübelnd mit dem abäppeln. "Was ist los?", fragte man mich freundlich. "Nichts, ich... frag mich nur... Was bedeuten diese Abkürzungen vor manchen Pferdenamen?" Der Mann lachte. "Gute Frage! Das sind meistens Abkürzungen der Zuchten, von denen die Pferde stammen. Schau auf den Schildern in den Details nach und vergleich mal mit den Kürzeln, dann wirst du sicher schlau draus." Ich legte die Arbeit kurz nieder um das zu überprüfen. Tatsächlich ergab das nun Sinn mit den Kürzeln. "Und spricht man dann die Zuchtnamen mit aus oder einfach die Kürzel?" Der Mann zog die Schultern hoch. "Das ist unterschiedlich.", meinte er knapp und ohne aufzusehen. Ich arbeitete weiter und bald waren wir auch mit den Paddocks fertig. Nach einer kurzen Mittagspause, in der ich endlich mal den Rücken durchstreckte, gingen wir zu den Weiden. "Die ersten Pferde kommen jetzt schon rein, damit andere raus können.", erklärte man mir. "Wir holen jetzt Hollywood Undead II, Hendersin, Warrior Gun und Schwalbenfeder. Dann könnenAnouk, Monteverdi, Primo und A Rose vom Nevada raus. Du nimmst bitte immer nur ein Pferd. Lauf links vom Pferd und lass dich nicht überholen." Gemeinsam betraten wir die Weiden und holten die entsprechenden Pferde. Da ich keine Ahnung hatte welches Pferd ich abholen musste, wartete ich, bis der Mann mir eines übergab. Ich hatte Glück, das Pferd lief brav neben mir und schien sich nicht von mir verunsichern zu lassen. Folgsam lief es neben mir her, bis ich es in seine Box entließ und so schnell ich konnte die Tür zuschob und tief durchatmete, ehe ich wieder zur Weide ging. Es war beängstigend neben einem so großen, starken und schweren Tier zu laufen, selbst wenn es brav war. Definitiv etwas, an das ich mich nicht gewöhnen werde. Auch beim zweiten Pferd kroch mir die Angst in die Beine, sodass ich fürchtete, dass mir die Knie einknickten. Ich war froh, als wir die vier Pferde in den Boxen hatten. "Ist schon gut, ich bring die alleine raus. Geh und trink was.", sagte der Mann, der meinen panischen Gesichtsausdruck absolut richtig gedeutet hatte. Als ich mich im Badspiegel ansah wurde mir bewusst wieso. Ich war kreideblass und das war eigentlich so meine Art. Eigentlich hatte ich eine gesunde, karamellfarbene Haut und ein paar dunklere Pigmentflecken im Gesicht, doch selbst die waren erblasst und wirkten nunmehr hellbraun. Ich wusch mir Hände und Gesicht und ging dann zur Gemeinschaftsküche um mir etwas zu Trinken zu nehmen. "Komm nochmal mit." Der Mann hatte mich beim Trinken überrascht und ich hätte mich beinahe verschluckt. Er grinste schelmisch und geleitete mich zu einer großen Halle. "Das sind Paper Planes, Étoile, Hvitasunna van Frelsi und Atla von Atomic. Die werden hier gerade bewegt und beschäftigt. "Das sind alles Ponys, vielleicht machen die dir etwas weniger Angst." Ich beobachtete das kleinste der Ponys, das frei mit den größeren mitlief. "Bleibt das so?" Der Mann folgte meinem Blick und lachte. "Nein, das ist ein Fohlen und wächst noch etwas. Aber es wird nicht so groß wie die anderen Pferde, die du heute gesehen hast." Ich senkte den Blick. "Schade, in der Größe wären mir Pferde deutlich lieber." Abermals lachte der Mann. "Du hast jetzt erstmal Pause. Um Vier holen wir dann die übrigen Pferde rein, genug Zeit um sich drauf einzustellen, hm?" Er lächelte mich an und ging dann wieder an seine Arbeit. "Es sei denn du hast Lust mir beim Putzen des Stalls zu helfen. Allerdings müssen wir dafür auch in ein paar der belegten Boxen treten.", er zwinkerte mir zu und drehte dann wieder ab. Das war eine rhetorische Frage. Er rechnete nicht damit, dass ich ein paar Minuten später bei ihm stand und mich mutig dieser Herausforderung stellte. Er war sichtlich erstaunt und freute sich über meine Hilfsbereitschaft, trotz der Angst, die ich vor Pferden hatte. Hätte ich davon vorher gewusst, hätte ich mich nie bei Pferdeställen gemeldet um ein Praktikum zu machen. Er gab mir einen langen Staubwedel und ließ mich die Decke der Stallgasse von Spinnweben beseitigen, er machte das gleiche in den Pferdeboxen. Anschließend putzten wir die Fenster. Er von innen, ich von außen, sodass ich nicht in die Boxen rein musste. Am Ende des Tages war ich sehr zufrieden und dank meiner Hilfe beim Putzen hatte der Mann sogar auch früher Feierabend. Die Zeit, die ich beim Boxmisten vertrödelt hatte, hatten wir jetzt wieder eingeholt. "Danke, für deine Hilfe." Er verabschiedete sich höflich und setzte sich dann in seinen Wagen um heim zu fahren. Der Stallbesitzer schrieb mir noch ein Arbeitszeugnis aus und lobte mich in den höchsten Tönen. "Ich muss gestehen, ich hab mir dafür eine Vorlage rausgesucht. Ich hoffe, dass es tatsächlich ein gutes Zeugnis ist. Sonst meldest du dich bitte nochmal bei mir.", stirnrunzelnd übergab er mir den frisch unterschriebenen Zettel. Ich überflog den Text kurz und bedankte mich dann. Mittlerweile war es dunkel und ich war froh, als zu Hause etwas warmes zu Essen auf dem Tisch stand und eine heiße Dusche auf mich wartete.

      Tag 2 - Evergreen Acres

      Der nächste Tag startete mit Schneeregen. Richtig ätzend. Mein Rücken fühlte sich an als würde er bald durchbrechen und wenn der Hof auf dem ich heute arbeiten musste nur annähernd so groß war wie die Roanoak Stables, wäre das mein Todesurteil. Ganz sicher. Widerwillig würgte ich mein Frühstück runter, nahm einen Schluck Orangensaft und machte mich dann auf den Weg zum Evergreen Acres. Es war wie eine andere Welt. Gleich zwei Leute kamen auf mich zu und begrüßten mich. Hier gab es wohl sogenannte Westernpferde. Eine andere Reitweise, die Sättel waren wuchtiger und allgemein sahen die Outfits lockerer und prachtvoller aus als auf dem Hof gestern. "Da wird geradeCruel Twist of Fate geritten.", erklärte man mir und ich warf einen Blick auf das helle Pferd auf dem Reitplatz. "Wir bringen jetzt zusammen die Fohlen auf die Weide." Ich folgte zu den Stallungen, wo die Fohlen schon darauf brannten aus der Box zu kommen. Ich sollte zur ersten Weide laufen und das Gatter öffnen. Die anderen kümmerten sich um die Fohlen selbst. Ich sollte unbedingt beim Gatter stehen bleiben, damit es nicht von selbst zufiel. Die anderen stellten sich vor sämtliche Fluchtwege und dann kamen auch schon die Fohlen. Später sagte man mir, dass das PFS' Icy Rebel Soul, Morrigan's Chaa und Kwatoko waren, die an mir vorbeirasten und auf der Weide herumtollten. Ich hatte das Bedürfnis schreiend wegzurennen, als die drei vom Stall auf mich zurasten, doch sie bogen gleich auf die Weide ab, sodass ich meinem Instinkt widerstehen konnte. Dennoch raste mein Herz. "Hast du schon mal ein Pferd geputzt?", fragte man mich und ich schüttelte den Kopf. Just fiel mir ein, dass ich doch gestern auch ein Pferd putzen hätte sollen. Sicher hatte man mir das nicht auflegen wollen, nachdem bekannt wurde, dass mir Pferde Angst bereiteten. "Dann zeig ich dir das jetzt an Höllenflüstern." Das braune Pferd hatte die Ohren in den Nacken gelegt, sobald sie auf der Stallgasse stand und irgendwas sagte mir, dass das keine Freundlichkeit bedeutete. "Keine Sorge, sie ist etwas frech, lässt sich aber gut versorgen. Du bekommst gleich ein braveres Pferd. Versprochen." Mehr als ein Nicken schaffte ich nicht. Wie angewurzelt stand ich da und starrte in das Gesicht des Pferdes. Man erklärte mir den Vorgang des Pferdestriegelns. "Großartig dreckig sind die eh nicht.", hieß es. Dann zeigte man mir außerdem das Verlesen des Schweifs. "Treten die nicht aus, wenn man dahinter steht?", fragte ich und sah wieder zum Kopf des Pferdes. Es schaute noch immer nicht gerade freundlich drein. Die Frau überlegte kurz. "Stell dich etwas seitlich, wenn du dem Pferd nicht vertraust. Es kann sein, dass es dir wie Höllenflüstern hier, den Schweif aus der Hand zieht. Einfach immer locker halten und dann neu aufnehmen. Aber Kisshimbye macht das nur ganz selten." Tatsächlich war der Schecke, den ich zu putzen hatte deutlich angenehmer im Umgang und ich fühlte mich mit jeder Minute, die ich striegelte etwas besser. Vor dem Verlesen des Schweifs hatte ich aber immer noch Angst und machte das nur sehr zögerlich. Zweimal zog mir die Stute den Schweif aus den Händen, doch dann ich fertig und der Schweif fiel locker und vollkommen entwirrt. Es war toll sofort das Ergebnis seiner Arbeit zu sehen und bis auf die emotionalen Probleme, war diese Arbeit deutlich leichter als das Ausmisten der Boxen. "Oh da kommen Quisquilloso und Quicksilvernach Hause. Die beiden waren mit ihren Reitern ausreiten." Neugierig beobachtete ich, wie die zwei bunten Pferde quer über den Hof geritten wurden. "Was ist das für eine komische Farbe?", fragte ich und deutete auf das Pferd dessen Punkte mich stark an die eines Dalmatiners erinnerten. "Quisquilloso ist ein Tigerschecke. Die Punkte die charakteristisch für diese Fellfarbe." Mittlerweile war Cruel Twist of Fate nicht mehr auf dem Reitplatz. Stattdessen galoppierte Special Luna Zip durch den Sand. Das sagte man mir, nachdem ich fragte ob das Pferd mal krank war oder in einen Topf weiße Farbe gestapft war. Irgendwie waren hier viele Pferde auf dem Hof, die ungewöhnlich gefärbt waren. Zumindest für mich, der da keine Ahnung hatte welche Möglichkeiten es gab. Über meine Unwissenheit wurde heute nicht nur dieses eine Mal gelacht. Ich konnte es den Leuten nicht verübeln. Ich lernte dass einjährige Jungpferde "Jährlinge" genannt wurden. Zwei davon gab es hier und sie hießen Imagine there's no Heaven undVarys. Außerdem lernte ich dass lange Namen offenbar beliebt waren in der Pferdewelt. Mich erinnerte das an die Zuchtnamen von Hunden.Alles in Allem war dieser zweite Stallarbeitstag wesentlich einfach, als der gestrige. Das lag wohl daran, dass man mir kaum aufgaben überließ. Die meiste Zeit sah ich Leuten beim Reiten oder Longieren zu. Longieren fand ich lustig und ich stellte mir vor Hunde auf diese Weide zu bewegen. Dass es das wirklich auch mit Hunden gab, wusste ich bis dato noch nicht. Aber mir gefiel der Gedanke nur über eine lange Leine mit dem riesigen Tier verbunden zu sein, das auf akustische Signale genau das tat, was man wollte. Ich hinterfragte ständig wie man Pferden etwas bestimmtes beibrachte und man erklärte mir gleich verschiedene Trainingsmöglichkeiten. "Viele Wege führen nach Rom." Das war wohl wahr. Am Spätnachmittag bekam ich mein Arbeitszeugnis und machte mich gleich darauf auf den Heimweg. Ich freute mich schon meinen Praktikumsbericht über die zwei verschiedenen Pferdehöfe zu schreiben und mein neu erlangtes Wissen dort unterzubringen. Vermutlich war das jedoch meine erste und letzte Erfahrung mit dieser Materie, denn die Arbeit mit Holz, ohne Tiere, gefiel mir besser. Weniger Nerven aufreibend, mehr Futter für die Seele. Zumindest in meinem Fall.

      [/spoiler]​
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Roanoak Stables
    Hochgeladen von:
    Sosox3
    Datum:
    25 Juli 2017
    Klicks:
    555
    Kommentare:
    8

    EXIF Data

    File Size:
    489,5 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • [​IMG]
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    [​IMG]
    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    [​IMG]
    Quarter Pony
    *2012 | Hengst | 150cm
    Bay Tobiano

    Ee Aa nTo

    [​IMG]
    zutraulich | intelligent | lernwillig
    Hendersin ist ein besonders lieber Kerl. Er könnte niemanden etwas zu Leide tun, genauso Verhält er sich auch. Er ist sanft, gutmütig und vorsichtig zugleich bei Menschen sowohl auch zu seinen Artgenossen. Dennoch ist er sehr verspielt und genießt es den 'Ponyclown' zu spielen, und das nicht mit böser Absicht.

    Besitzer: Gwen Andres (12)
    VKR/Ersteller: vampyrin
    Kaufpreis: unb.

    [​IMG]
    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG]
    Platzierungen 2/4/4
    Trainingsstatus Im Training
    Registriert in -

    Dressur E A L
    Western E A L M S S*
    Springen E A L

    E- Klasse | LK 5
    274. Westernturnier, 3. Platz

    328. Westernturnier, 3. Platz
    259. Fahrturnier, 1. Platz
    419. Westernturnier, 2. Platz
    433. Westernturnier, 2. Platz
    438. Westernturnier, 2. Platz
    466.Westernturnier, 3. Platz
    482. Westernturnier, 1. Platz
    487. Westernturnier, 3. Platz
    490. Westernturnier


    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -
    [​IMG]

    Zuchtverfügbarkeit [​IMG] Geschlossen [​IMG]
    Zuchtbedingungen:
    Nur offen für Quarter & Paint horses
    Stuten müssen mind. 1x den 1. Platz im Western| Trail erreicht haben
    Name des Fohlens muss bei Hengstfohlen den Anfangsbuchstaben des Hengstes erhalten
    Decktaxe: -

    Nachkommen:
    1.
    2.
    3.
    4.

    [​IMG]
    PNG | Puzzle PNG | Offizieller Hintergrund