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Sammy

Haadeh

Arabisches Vollblut | Stute | gekrönt | F || DR: E (0) | RE: A (1) | SPR: E (0) | DI: A ()

Haadeh
Sammy, 27 Juni 2013
    • Sammy
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      Ankunft von Haadeh & Rose de Soleil

      Fröhlich pfeifend lief ich neben meinem Hannoveranerhengst Branagorn her, um den Schönen in seine Box zu bringen, als mein Stalltelefon klingelte. So schnell es ging wendete ich Branagorn und lief zum Mobilteil, der in der Stallgasse angebracht war.
      "Ja? Ahm ich meine Hollybrook Stu.."
      "Owei, stör ich dich grade? Du klingst ein bisschen gestresst meine Liebe!", lachte Edfriend am anderen Ende der Leitung.
      "Ach du bists! Ja ich wollte grade Branagorn in seine Box bringen, der Arme schaut mich schon leicht beleidigt an", sagte ich mit einem Blick auf meinen gescheckten Hengst, der mich in der Tat aus vorwurfsvollen Augen anblickte.
      "Na dann will ich dich nicht länger aufhalten, ich wollte dir eigentlich nur mitteilen, dass ich dir zwei Araberstuten für deine Zucht gekauft habe! Die eine ist schon gekrönt und die andere hat ziemlich gute Chancen!"
      Nun war ich sprachlos "Du hast was?? Das hat doch sicherlich ein Vermögen gekostet!"
      "Ne achwas. Hab sie ganz billig bekommen."
      "Ah ja und was heißt bei dir billig?", hakte ich nach.
      "Das verrate ich dir logischerweise nicht! Ich nehme mal an du willst sie haben oder? Sonst hab ich sie ja ganz umsonst gekauft und ich kann doch mit Arabern nichts anfangen...."
      "Also echt...klar möchte ich sie haben!"
      "Okay", grinste Eddi "ich komm so in einer halben Stunde vorbei, dann können wir die beiden gleich holen, sie stehen nicht weit voneinander entfernt!"
      Ich seufzte und legte lächelnd auf. Typisch Eddi! Ein leicht entrüstetes Schnauben, brachte mich wieder zurück ins Hier und Jetzt.
      "Jaja, du bekommst schon noch früh genug was zum futtern, mein Süßer", meinte ich versöhnlich zu Branagorn, bevor ich den armen Kerl endlich in seine Box stellte. Dann machte ich mich eiligst daran, zwei neue Boxen für die Stuten einzustreuen, damit sie es auch gleich schön hatten, wenn sie hier ankamen.
      Keine fünf Minuten später kam Eddi hereingeschlendert.
      "Na? Können wir?"
      "Klaro! Hab schon die Boxen fertig, wir müssten nur noch kurz den Hänger ankuppeln!"
      Als wir auf dem Weg waren, fragte ich: "Sag mal, von wem holen wir die Stuten eigentlich? Beziehungsweise kenne ich die zwei vielleicht sogar?"
      Eddi lachte: "Na endlich, ich warte schon ewig darauf, dass du das fragst! Also die gekrönte ist Rose de Soleil...", sie machte eine kurze Pause, da ich mir ein begeistertes Quietschen nicht verkneifen konnte "und die andere heißt Haadeh. Die wirst du nicht kennen, Lie hat sie erst vor einer Woche aus den arabischen Emiraten mitgebracht, kann sie aber selbst nicht gebrauchen."
      Wow. Ich wusste überhaupt nicht, was ich sagen sollte. Soleil war die Gründerstute von Eddi's und Sweetvelvetrose's Zucht gewesen und ich erinnerte mich nur allzu gut an die außergewöhnliche Stute. Doch auch Haadeh musste etwas ganz besonderes sein, denn Lie hatte ein gutes Auge was Pferde anging und wenn sie in der Stute nicht irgendetwas gesehen hatte, hätte sie sie nicht mitgebracht. Ich konnte es kaum noch erwarten, die beiden zu sehen!

      Ca eine Stunde später fuhren wir bei Sweet auf den Hof. Sie hatte Vkr an Soleil, deshalb holten wir die Stute direkt hier. Soleil stand bereits transportfertig am Putzplatz und schaute aufmerksam zu uns herüber. Ich bedankte mich überschwänglich bei Sweet, dass sie mir Soleil überlies, dann luden wir die anmutige Stute auch schon auf den Hänger, da wir ja noch zu Lie fahren mussten. Eddi verschwand noch fünf Minuten im Büro, dann kam sie zurück und schüttelte nur grinsend den Kopf, als ich sie fragend ansah.

      Kaum zwanzig Minuten später trafen wir auch schon bei Lie ein. Diese hatte Haadeh ebenfalls bereits gerichtet und Soleil stieß ein lautes Wiehern aus, als sie die andere Stute kommen hörte. Eddi hatte Recht behalten. Haadeh war wirklich eine Schönheit. Ihr graues Fell schimmerte seidig in der Nachmittagssonne und ihr nachtschwarzer Schopf fiel ihr in feinen Strähnen über die Blesse, die in einem Mehlmaul endete. Haadeh schnoberte sofort vertrauensvoll unsere Hände und Jacken ab, bevor sie sich mit erhobenem Schweif und aufgerichteten Ohren den Hänger besah. Auch jetzt verschwand Eddi wieder mit Lie im Büro, während ich Haadeh einlud. Als die beiden wieder da waren, fragte ich Lie noch nach Haadeh's Geschichte und sie erzählte mir, dass sie auf einem Wüstenrennen auf die Stute aufmerksam geworden war und sie gleich gekauft hatte.
      Überglücklich setzten wir uns wieder in den Hänger und machten uns auf den Heimweg.

      Als wir endlich wieder auf meinem Gestüt waren, waren wir beide doch schon ein wenig geschafft. Haadeh hatte die ganze Fahrt über ziemlichen Radau gemacht, weshalb wir schon darauf gefasst waren, ein reines Nervenbündel aus dem Transporter zu holen.
      Doch auch Soleil war von der ganzen Rumhampelei ziemlich gestresst und legte unwillig die Ohren flach an den Kopf, als Haadeh ihr zu Nahe kam.
      "Nana, jetzt ist aber gut! Ihr kommt jetzt beide in eure neuen Boxen und dort könnt ihr euch erstmal ein bisschen ausruhen. Und Haadeh meine Süße, das Hängerfahren müssen wir wohl noch ein bisschen üben..."
      Mit diesen Worten führten wir die beiden kleinen Zicken in ihre Boxen, warfen noch etwas Heu hinein und gingen dann zu mir ins Haus, wo ich Eddi erstmal ein großes Stück Torte vor die Nase setzte und mich ausgiebig bei ihr bedankte.
    • Sammy
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      Arabische Vollblüter - Monatsbericht August 2013

      Gähnend lief ich durch meinen Stall und verteilt flott die letzten Rationen Kraftfutter in den Trögen. Das zufriedene Malmen meiner Pferde machte mich immer so unglaublich müde!
      Aber egal. Dafür schien es meinen Schätzen auf meinem neuen Gestüt sehr gut zu gefallen und ich war vollkommen mit der Planung meiner neuen Zucht beschäftigt. Für das Ausmisten der Boxen und das Füttern der Pferde hatte ich mittlerweile Pfleger, da ich einfach zu viele Tiere besaß, doch heute war einer krank, weshalb ich den Araberstall übernahm.
      Während meine zehn edlen Vollblüter ihr Frühstück genossen, verzog ich mich in die Sattelkammer, um erst ein wenig aufzuräumen und danach Sattelzeug zu putzen.
      Als ich mit ca der Hälfte durch war, beschloss ich, dass es nun an der Zeit war, ein wenig mit meinen Schätzen zu arbeiten.

      ~ Khamar al Sanaa ~
      Zuerst wollte ich mich mit Khamar al Sanaa beschäftigen. Mein bislang einziger Araberhengst war relativ ruhig, weshalb er mir einen schönen Einstieg in meine Arbeit bescheren würde. Ich hatte vor mir auch noch einen zweiten Hengst zu kaufen, allerdings war noch nicht sicher, ob das klappen würde. Naja seis drum, Khamar würde das auch alleine packen, wenn es sein musste.
      "Na Baby",säuselte ich "alles gut bei dir? Wie wärs denn mit ein bisschen Arbeit, hm?"
      Während ich das sagte, holte ich den schönen Schimmel aus seiner Box und führte ihn zum Putzplatz. Dort begann ich mit sanften Strichen sein seidiges Fell zu bürsten. Khamar genoss die Aufmerksamkeit sichtlich. Ich hatte in letzter Zeit kaum eine Minute gefunden, um mich mit einem meiner Lieblinge allein zu beschäftigen, das wollte ich von nun an wieder gut machen. Flott sattelte ich Khamar auf und führte ihn in meine niegel nagel neue Reithalle. Der Hengst sah sich schnaubend um, doch nachdem er alle Ecken inspiziert hatte, entspannte er sich auch schon wieder. Ich lobte ihn kurz, gurtete dann nach und schwang mich in den Sattel. Khamar stand still da und wartete.
      Unglaublich, der Hengst war tatsächlich noch bräver geworden! Früher hatte er Stillstehen nämlich nicht leiden können. Ich lächelte und gab ihm die Hilfen zum Antreten. Nachdem ich Khamar ein wenig aufgewärmt hatte, ließ ich ihn antraben und genoss für eine kurze Zeit seine wunderbar schwebenden Tritte. Ich bog und wendete Khamar in auf allen nur erdenklichen Bahnfiguren, ritt Schenkelweichen und Traversalen und gab ihm schließlich das Zeichen zum angaloppieren. Khamar sprang sofort in einen fließenden, weichen Galopp und war vollkommen auf meine Hilfen konzentriert. Wieder gab ich mich ein paar Sekunden diesem herrlichen Gefühl hin, dann begann ich Tempowechsel einzulegen - an der langen Seite starker Galopp, an der kurzen versammelter Galopp und schließlich aus dem Galopp in den Schritt und umgekehrt. Khamar arbeite super mit und ich war total stolz, als ich ihn schließlich endgültig zum Schritt durchparierte. Ich ließ ihn die Zügel aus der Hand kauen, bis ich nur noch die Schnalle in der Hand hatte und ritt ihn dann ein paar Minuten trocken. Anschließend stieg ich ab, lockerte den Sattelgurt und führte meinen Schatz zum Putzplatz. Dort angekommen, lobte ich Khamar nochmals ausgiebig, gab ihm sein wohlverdientes Leckerchen, sattelte ab und brachte ihn dann auf eine der Hengstkoppeln, damit er sich noch ein wenig austoben konnte.

      ~ Sahira ~
      Als nächstes beschloss ich, mich um meine mehrfach ausgezeichnete Araberstute Sahira zu kümmern. Die hübsche Falbstute hatte bereits einen Stutbuchwettbewerb, ein Galopprennen, ein Synchronspringen, zwei Schönheitswettbewerbe und sogar eine Stute des Monatswahl gewonnen! Allerdings war sie seit den ganzen Umzügen und vor allem der schrecklichen Nacht, in der mein ehemaliges Gestüt abgebrannt war, nicht mehr die Alte. Mit viel Aufmerksamkeit und Zuwendung hatte ich es geschafft, dass Sahira mich wieder an sich heranließ, doch von unserer einstigen Form waren wir meilenweit entfernt. Leise redend, trat ich an die Box der wunderschönen Stute. Sahira legte die Ohren an, beruhigte sich aber relativ schnell wieder, als sie mich erkannte.
      "So ists fein mein Mädchen. Heute gehen wir das erste Mal wieder reiten, was hälst du davon?", säuselte ich. Denn in dem Pesionsstall in dem ich meine Pferde vorher untergebracht hatte, konnte ich kaum richtig mit Sahira arbeiten, da dauernd kleine nervige Kids um uns herumgesprungen waren, die die Stute noch nervöser machten. Ich holte Sahira aus ihrer Box, fuhr ihr mit einem weichen Lappen über das seidige Fell, kratzte die Hufe aus und verlas anschließend Mähne und Schweif. Da die Stute über Nacht mit Decke im Stall gestanden hatte, war ich relativ schnell fertig. Bereits während ich Sahira sattelte, merkte ich wie sie sich verspannte.
      "Hey, ist ja gut. Du kennst das doch alles. Wir machen heute auch noch langsam", redete ich leise auf sie ein, bis sie ein Ohr in meine Richtung kippen ließ und aufhörte herumzuzappeln. Ich lobte sie, dann verschnallte ich die Trense zu Ende und führte Sahira in die Halle. Heute war zwar schönes Wetter, doch ich wollte nicht, dass sich die Stute unnötig aufregte.
      Schon der Weg zur Halle erwies sich als Herausforderung. Sahira reckte den Kopf in die Höhe und spielte nervös mit den Ohren. Immer wieder stemmte sie die Beine in den Boden und weigerte sich, weiter zu gehen und einmal drehte sie sogar den Kopf und schnappte nach dem Sattel!
      Ich brauchte geschlagene zehn Minuten, um endlich die Halle zu erreichen und war ein wenig beklommen wie das nur weiter gehen sollte.
      Ich stellte Sahira auf der Mittellinie auf, gurtete nach - wobei ich mich wiedermal vor ihren zuschnappenden Zähnen in Sicherheit bringen musste - und schwang mich dann von rechts, so schnell wie möglich in den Sattel. Sahira die das wohl nicht vorausgesehen hatte, blieb wenigstens solange stocksteif stehen, dass ich meinen Fuß in den anderen Steigbügel schieben und mich ordentlich hinsetzen konnte. Doch dann legte die schöne Stute die Ohren flach an den Kopf und machte einen Satz zur Seite. Ich seufzte, nahm die Zügel ein wenig kürzer und drückte ihr vorsichtig die Beine in die Seiten. Als Antwort darauf machte Sahira einen Satz nach vorne und galoppierte dann an. Da ich jedoch genau das erwartet hatte, versuchte ich mich einfach ihrem Gang anzupassen und ließ sie laufen. Solange sie nicht buckelte, hatte ich auch keine Schwierigkeiten oben zu bleiben. Nach und nach begann ich, Sahira leichte Hilfen zu geben - eine kleine Parade an den Zügel, Gewichtsverlagerung in den Ecken und so weiter und schließlich merkte ich, wie sie begann darauf zu reagieren. Erst wurde ihr Tempo kontrollierter. Dann wich sie meinem Schenkel und bog sich in die Ecke und schließlich lief sie einen völlig normalen Arbeitsgalopp. Ich atmete tief aus, setzte mich noch mehr in den Sattel und parierte zum Trab durch. Dann lobte ich Sahira und ritt noch zwei Runden um die Bahn, bevor ich die erhitzte Stute in den Schritt fallen ließ. Auch hier ritt ich eine Runde, wechselte dann die Hand und ritt Sahira trocken, während ich sie weiter lobte. Das war zwar keine Glanzstunde gewesen, aber immerhin war dies auch das erste Mal seit ca eineinhalb Jahren, dass ich auf der schönen Stute saß. Und irgendwie hatte ich es im Gefühl, dass es von nun an wieder stetig bergauf gehen würde!
      Nachdem wir die Halle verlassen hatten, machte ich Sahira fertig und ließ auch sie auf die großzügige Stutenweide meines Anwesens. Dann schaute ich ihr noch kurz zu, wie sie sich genüsslich wälzte, bevor ich wieder in den Stall zurückkehrte.


      ~ Little Miss Sunshine & Bittersweet ~
      Ich hatte gerade meine wunderhübsche Schimmelstute Little Miss Sunshine fertig geputzt, als Eddi um die Ecke gelaufen kam. "Hey! Stör ich dich grade?", fragte sie fröhlich.
      "Nein, ach was, ich bin nur gerade dabei meine Araber zu bewegen...Du hättest Sahira sehen sollen!", lachte ich "Hättest du nicht Lust schnell Bittersweet fertig zu machen? Dann können wir ne Runde ins Gelände?"
      Eddi strahlte und begann sofort damit die Rappstute fertig zu machen. Da Bittersweet so gut wie sauber war, waren wir auch in etwa gleich schnell fertig, schwangen uns auf die Rücken der Pferde und sahen uns dann etwas ratlos um.
      "Wo würdest du denn gerne hinreiten?", fragte ich Eddi. Mein Gestüt hatte eine perfekte Lage, ein Weg führte in den Wald, wo sich auch meine Military-Strecke befand, einer über Felder und der dritte zu meinem eigenen kleinen Strandabschnitt. Eddi überlegte nicht lange: "Na zum Strand, ich wollte schon ewig mal wieder einen Stransausritt machen!"
      Gesagt getan. Im gemächlichen Schritt ließen wir unsere Pferde vom Hof gehen. Bittersweet und Little Miss Sunshine waren ziemlich ruhig, deshalb eigneten sie sich perfekt für einen ersten Erkundungsritt. Und ich hatte später nicht mehr so viele Pferde zu versorgen.
      Kaum hatten wir uns ein Stückchen vom Gestüt entfern, wurden unsere Stuten munterer. Sunny sah sich interessiert um und auch Sweety hatte die feinen Öhrchen aufmerksam gespitzt. "Ich glaube, die beiden waren noch gar nie am Meer", sagte ich grinsend zu Eddi. Ich hatte zwar schoneinmal auf einem Hof gewohnt, wo in der Nähe ein Strand war, doch zu dieser Zeit hatte ich weder Sunny noch Sweety besessen. "Na dann bin ich mal gespannt, wie sie gleich reagieren, mittlerweile kann ich es ja schon riechen!", lachte sie.
      Und in der Tat, die salzige Luft wehte uns bereits entgegen. Schließlich kamen wir an einen sanft abfallenden Pfad, den die Pferde mit größter Vorsicht hinabstiegen, obwohl er weder steil noch rutschig war. "Hey, das ist viel besser, als auf dem alten Hof", bemerkte auch Eddi sofort. Denn früher hatten wir immer einen felsigen, schmalen und extrem steilen Pfad hinunter gemusst, um zum Strand zu kommen. Da war das hier ein Kinderspiel.
      Unten angekommen blieb Sunny zitternd stehen und witterte in Richtung Meer. Auch Sweety starrte das unbekannte Ding etwas ängstlich an. "Na kommt schon Mädels, Wasser beißt nicht!", forderte ich meine beiden Araberdamen energisch auf und trieb Sunny vorwärts. Die Stute war viel zu lieb und viel zu gut erzogen, um nicht zu gehorchen, doch im Gegensatz zu sonst, bewegte sie sich sehr wiederwillig. Auch Bittersweet kam neben uns her, die schwarzen Ohren unsicher nach hinten gestellt. Ich lächelte. Die zwei würden schon noch merken, dass das Wasser unglaublich gut tun konnte - vor allem wenn es so heiß war wie heute.
      Und tatsächlich: Kaum hatte Sunny die Vorderbeine im Wasser, streckte sie auch schon den Kopf nach unten. Allerdings machte sie sogleich einen erschrockenen Satz nach hinten, als ihr eine Welle Salzwasser um das Maul spühlte. Eddi wäre fast von Sweet gefallen, so sehr musste sie lachen. "Du hättest mal ihren Gesichtsausdruck sehen sollen, der war einfach herrlich!", prustete sie. Die beiden Stuten waren nun schon wesentlich ruhiger und wir bekamen sie sogar dazu bis knapp unter die Brust ins Wasser zu gehen.
      "So..lass uns nochmal den Strand hochgaloppieren und dann sollten wir auch wieder zurück, ich hab heute noch einiges zu tun!", rief ich zu Eddi hinüber, die mittlerweile schon Probleme damit hatte, Bittersweet vom Schwimmen abzuhalten.
      Kurze Zeit später preschten wir Seite an Seite über den Strand und ich genoss das wunderbare Gefühl des starken Pferdes unter mir.
      Viel zu schnell waren wir wieder zurück auf dem Gestüt, aber uns beiden war klar, dass wir dieses Erlebnis bald wiederholen mussten, zumal Sunny und Sweety so gut mitgemacht hatten! Nachdem beide Stuten zufrieden auf der Weide grasten, verabschiedete Eddi sich und ich machte mich daran die restlichen sechs Pferde zu beschäftigen.

      ~ Fallen Immortaliny ~
      Als nächstes holte ich meine Jungstute Fallen Immortaliny von der Weide. Mittlerweile hatten meine Pfleger nämlich alle Pferde rausgelassen. Ich hatte Immortaliny erst vor kurzer Zeit gekauft und es war heute nun das erste Mal, dass ich mit ihr arbeitete. Die schöne junge Stute war demnächst soweit, dass ich sie einreiten konnte, da wollte ich sie vorher schon ausreichend an mich gewöhnt haben. Ich setzte große Hoffnungen in sie, da sie bereits zwei Fohlenschauen gewonnen hatte und damit gekrönt war. Dank ihrer außergewöhnlichen Fellfarbe eignete sie sich hervorragend als Zuchtstute.
      "Maus. Brr!", machte ich bestimmt und griff mit einer Hand in das Halfter der vier jährigen Stute. Fallen Immortaliny trabte halb neben mir her und versuchte andauernd mich zu überholen. Das war etwas, was ich meinen Pferde von Anfang an abtrainierte und genau daran würde ich heute auch mit Fallen arbeiten. Immerhin wollte ich sie ja bald einreiten, doch vorher musste die Grunderziehung stimmen.
      Ich nahm wir viel Zeit um das braun getüpfelte Fell der Stute zu säubern, hob geduldig immer wieder ihre Hufe hoch, die sie mir dauernd versuchte weg zu ziehen. Auch Mähne und Schweif verlas ich ordentlich, dann tauschte ich das Stallhalfter gegen ein Knotenhalfter und hakte ein langes 4 Meter Seil ein. Anschließend forderte ich Fallen auf, mir zu folgen. Sofort begann die Stute wieder herum zu tänzeln, war den Kopf und hob einmal sogar mit den Vorderbeinen vom Boden ab! Ich zupfte energisch am Strick und legte einen schnelleren Schritt an den Tag, sodass Fallen nicht mehr so viel Zeit hatte, Blödsinn zu machen. In der Halle angekommen, griff ich mir noch schnell meinen dünnen Stick, ähnlich einer Gerte, nur nicht so flexibel am Ende. Der diente als mein verlängerter Arm. Immortaliny sprang die ganze Zeit neben mir herum und ich musste wirklich all meine Geduld aufbringen, um die Stute nicht erst ein paar Runden um die Bahn zu scheuchen. Das würde sowieso nichts bringen, im schlimmsten Fall würde sich die temperamentvolle Stute noch verletzten, wenn sie ihrem Übermut Luft ließ. Das war mir bereits mit einer anderen Stute passiert. Also atmete ich tief durch, nahm das Seil ein wenig enger und begann auf dem Hufschlag um die ganze Bahn zu gehen. Immer wenn Fallen mich überholen wollte, tippte ich sie an der Brust mit dem Kontaktstock an und hielt ihn anschließend waagrecht vor ihre Nase. Somit hatte die Stute eine deutliche Grenze vor Augen und erst wenn sie aufhörte, mich überholen zu wollen, würde ich den Stock nach unten nehmen. Nach einigen Runden blieb sie dann auch tatsächlich hinter mir. Ich hielt an und strich ihr lobend über den feinen Kopf. Anschließend setzte ich meinen Rundgang wieder fort. Fallen Immortaliny versuchte noch ein oder zwei mal sich an mir vorbeizudrängen, respektierte aber mit der Zeit den Abstand zu mir. Gut so. Das reichte mit dieser Übung für heute. Nun stellte ich mich in der Hallenmitte auf, vor die Stute und wackelte mit dem Ende des Seils. Immortaliny schaute mich etwas verständnislos an, als wollte sie sagen: "Was soll das denn jetzt schon wieder?"
      Ich begann nun das Seil immer stärker zu schwenken. Fallen hob den Kopf und trat unwillig einen Schritt zurück. Sofort hielt ich das Seil wieder ruhig und lobte meine junge Stute. Dann wiederholte ich das ganze. Immortaliny war wirklich intelligent und so brauchte sie nicht lange, um zu verstehen was ich erwartete. Am Ende musste ich das Seilende nur noch leicht bewegen und sie trat willig rückwärts. Sehr schön. Das reichte für heute vollkommen. Beim nächsten Mal konnte ich das ganze vielleicht schon ohne Seil und nur mit Handzeichen versuchen...Nun hakte ich das Seil aus Fallen's Knotenhalfter aus und schnalzte auffordernd mit der Zunge. Immortaliny schoss sofort los und galoppierte in Schlangenlinien um die Bahn. Wenn sie mir zu nahe kam, warf ich die Arme in die Luft und schwenkte das Seil leicht in ihre Richtung, bis sie wieder ordentlich auf dem Hufschlag lief. Als sie sogar auf Zuruf zu mir in die Mitte getrabt kam, beschloss ich, es für heute gut sein zu lassen. Die kleine Stute hatte heute viel gelernt und wenn wir in dem Tempo weiter machten, würde bald ein wunderbares Reitpferd aus ihr werden!

      ~ Melody's Girl, Haadeh & Rose de Soleil ~
      Nachdem ich Fallen Immortaliny wieder auf die Weide geschickt hatte, holte ich nacheinander meine drei neuen Araber Stuten Melody's Girl, Haadeh und Rose de Soleil von der Koppel. Die Stuten waren erst seit kurzer Zeit auf meinem Hof, weshalb ich sie heute nur putzen würde, damit sie sich richtig eingewöhnen konnten - an den Hof und natürlich auch an mich. Melody's Girl und Rose de Soleil waren eher ruhig, sowie Bittersweet, Khamar und Little Miss Sunshine. Haadeh dagegen - die jüngste der Stuten, war da schon ein etwas anders Kaliber. Sie hatte bezaubernde Gänge, doch mit ihrem Temperament musste man erst einmal zurecht kommen. Ich nahm mir für jede der drei Stuten viel Zeit, putzte sie ausgiebig und redete die ganze Zeit mit ihnen. Anschließend durften die drei auch schon wieder zurück auf ihre abgetrennte Koppel. Nächste Woche würde ich sie - zusammen mit Adina De Ra'idah und Immortaliny auf die große Stutenweide stellen, sie hatten ja nun bereits eine Weile Zeit gehabt, sich mit meinen älteren Pferde zu arrangieren.

      ~ Adina De Ra'idah ~
      Leise redend lief ich auf das nächste Pferd der kleinen Stutenherde zu. Adina De Ra'idah war eine wunderschöne Red Roanstute, die allerdings schon viel durchgemacht hatte. Anders als meine anderen neuen Araber, würde ich mich mit ihr heute schon mehr beschäftigen. Wenn man das denn so nennen konnte. Denn momentan ließ Adina niemanden an sich heran. Also trieb ich sie vor mir her in einen kleinen, abgetrennten Teil der Koppel und setzte mich dann einfach in die Mitte. So war es egal wo Adina stand, sie war immer ca gleich weit von mir entfernt. Nach einer Weile schien die nervöse Stute einzusehen, dass ich wohl nicht vorhatte mich zu bewegen und hörte auf wie gestochen um mich herum zu rasen. Von da an stand sie nur da und starrte mich an. Ich bewegte mich nur ab und zu, um mich anders hinzusetzen, woraufhin Adina jedesmal einen erschrockenen Satz machte und wieder angaloppierte. Nach einer Weile wurden ihre Panikattacken jedoch kürzer und irgendwann riss sie nur noch den Kopf hoch, sobald ich mich bewegte. Sehr gut. Das sollte für heute auch schon reichen. Ich erhob mich langsam, ging zur Öffnung der kleinen Weide und band das Seil umsichtig um den Weidepfosten, sodass Adina wenn ich weg war wieder zu den anderen konnte. Morgen würden wir dann weitermachen und irgendwann würde sich die schöne Stute schon an mich gewöhnen...

      ~ Sharley ~
      Als letztes war nur noch Sharley übrig. Ich war mittlerweile doch schon Recht fertig und war gespannt, wie Sharley sich heute benehmen würde. Die Stute konnte zuweilen recht dickköpfig sein und war andererseits immer unglaublich anhänglich und verschmust. Mit ihren zwölf Jahren hatte die Hübsche bereits ein paar tolle Fohlen zur Welt gebracht und wenn ich meine Zucht erst wieder eröffnet hatte, erwartete ich mir noch großes von ihr.
      "Hallo meine Süße", säuselte ich, als Sharley sofort auf mich zu kam. Wie immer wusste sie genau, dass nun sie an der Reihe war. Ich kraulte die Palominostute am Hals und sie legte mir vertrauensselig ihren Kopf auf die Schulter. Ich gab ihr einen Kuss auf das samtige Maul und führte sie dann zum Putzplatz. Dort angekommen brachte ich meine Süße auf Hochglanz, sattelte sie dann und führte sie zum Platz. Mittlerweile hatte es schon abgekühlt und es ging ein angenehmer Wind. Perfekt um meinen Reitplatz einzuweihen. Dort angekommen, stellte ich Sharley auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Gleich würde sich zeigen, ob Sharley heute gut drauf war oder eher nicht. Vorsichtig drückte ich ihr meine Beine in die Seiten und Sharley trat gesittet im Schritt an. Ich atmete aus. Gut so. "Feines Mädchen!", lobte ich sie. Sharley zeigte einem immer sofort am Anfang, ob sie Lust hatte zu arbeiten oder nicht. Und heute hatte sie anscheinend Lust. Sie war eines meiner ersten Pferde gewesen und ich liebte sie noch genauso wie am Anfang.
      Nach etlichem Biegen und Wenden, ließ ich die Palominostute antraben. Sofort fiel Sharley in ihren himmlisch weichen, rhythmischen Trab und warf die schlanken Beine nur so von sich. Aufmerksam wartete sie auf weitere Hilfen meinerseits. Nach einer Weile ließ ich sie angaloppieren und als Sharley auch hier unglaublich gut reagierte und mitarbeitete, beschloss ich noch eine kleine Runde ins Gelände zu gehen. Sharley liebte nichts mehr als einen flotten Galopp im Freien und genau das wollte ich ihr nach dieser super Stunde auch gönnen. Ich ritt zum Gatter, öffnete es vom Sattel aus und verließ dann im flotten Schritt den Hof. Sobald Sharley den breiten, ebenen Feldweg vor uns auftauchen sah, spitzte sie die feinen Ohren und wurde kaum merklich ein wenig schneller. Ich lächelte. "Na dann zeig mir mal, was du kannst, Süße!" Ich gab die Zügel frei, lehnte mich nach vorn und schnalzte mit der Zunge. Mehr Aufforderung brauchte Sharley nicht. Sie machte einen rießigen Satz und schon flogen wir über den Weg dahin. Neben uns flogen ein paar verschreckte Vögel vom Weg hoch, doch die störten mein Stütchen nicht. Wenn Sharley laufen konnte war sie glücklich. Da war alles andere egal. Und ich ließ Sharley galoppieren, bis sie von selbst langsamer wurde. Ich wusste das sie noch weiter machen konnte, doch wir mussten sowieso zurück. Also nahm ich die Zügel auf, setzte mich wieder ordentlich hin, parierte zum Trab durch und wendete wieder, um zum Gestüt zurück zu kehren. Im ruhigen Schritt genoss ich die angenehme Temperatur und freute mich, dass jetzt endlich Sommer war.
      Wieder am Stall sattelte ich Sharley ab, brachte sie in ihre Box und half dann dem Pfleger, die anderen Pferde ebenfalls für die Nacht in den Stall zu holen. Nicht mehr lange und meine Schätze würden die Nacht draußen verbringen und den heißen Tag im kühlen Stall....
    • Sammy
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      Arabische Vollblüter - Monatsbericht September 2013

      Khamar al Sanaa, Sharley, Bittersweet, Little Miss Sunshine, Fallen Immortaliny & Sahira
      "Guten Morgen, meine Schönen, wie geht es euch?", rief ich fröhlich durch den licht durchfluteten Stall in dem meine zehn arabischen Vollblüter untergebracht waren. Heute war es zwar recht kalt, aber immerhin schien die Sonne. Da ich die meisten meiner Lieblinge gestern bereits bewegt hatte, hatten mein Zuchthengst Khamar al Sanaa, Sharley, Bittersweet, Little Miss Sunshine, Fallen Immortaliny und Sahira heute ihren freien Tag. Später würde ich noch mit meiner Pflegerin Anna einen Ausritt machen und sonst musste ich mit Adina und Hadeeh arbeiten. Alles in allem würde dies ein relativ entspannter Tag werden. Ich holte zuerst meinen Schimmelhengst aus der Box, putzte ihn gründlich, tastete seine Beine ab und führte ihn dann auf eine der kleineren Hengstkoppeln. Anschließend holte ich Bittersweet und Little Miss Sunshine und stellte sie auf meine Araberstutenkoppel. Sofort ertönte von Naboo, auf der angrenzenden Weide der New Forest Stuten lautes Gewieher. Ich ging lachend zum Stall zurück. Naboo und Sahira hätten sich wahrscheinlich gegenseitig in Stücke gerissen, wenn ich versucht hätte, die beiden Herden zusammen zu stellen. Aber ich hatte meine Pferde sowieso lieber in ein paar kleineren Gruppen. Nachdem auch Sharley und meine Elitestute Sahira friedlich grasten, holte ich die Jungstute Fallen Immortaliny. Mit der Süßen hatte ich in den letzten Wochen viel geübt und mittlerweile ließ sie sich brav führen, ich konnte sie rückwärts richten und mit Vorder- und Hinterhand weichen lassen. Ich strich ihr liebevoll über den edlen Kopf und entließ die junge Stute dann ebenfalls auf die Koppel, wo sie gleich von Sahira in ihre Schranken gewiesen wurde.

      Adina de Ra'idah
      "Adina!", rief ich leise, als ich die Koppel der Araberstuten betrat. Sofort flog der Kopf der wunderschönen Red Roan-Dame hoch und sie sah mich aufmerksam an. Nachdem ich Wochen Stunden lang im Gras gesessen und Adina beobachtet hatte, konnte ich sie mittlerweile endlich anfassen und einigermaßen führen, ohne dass sie versuchte mich zu beißen oder zu treten. Ich strich ihr den langen roten Schopf aus der Stirn und begann dann ihren Körper mit meinen Händen entlang zu fahren. Anschließend hob ich nacheinander alle ihre Hufe hoch, tastete sie ab und ließ sie dann wieder zu Boden sinken.
      Adina fühlte sich wohler, wenn sie die anderen Stuten um sich herum hatte, deshalb übte ich vorerst nur auf der Koppel mit ihr. Ich hakte einen Strick in ihr Halfter und begann meine Runden um die Weide zu drehen. Sofort kamen Melody, Fallen Immortaliny und Sharley ebenfalls hinzu und bald darauf liefen alle meine Stuten mit uns mit. Als sie es schließlich aber zu bunt trieben und Adina und auch mit immer wieder anrempelten schickte ich sie alle weg, um in Ruhe weiter arbeiten zu können. Vor allem Sahira schaute mich vorwurfsvoll an und ich schüttelte lachend den Kopf.
      Nachdem ich mein Führtraining beendet hatte, putzte ich Adina am Rand der Koppel und ließ sie dann wieder laufen. Es wurde wirklich täglich besser mit ihr, sodass ich beschloss, demnächst endlich die Koppel zu verlassen und alleine mit ihr zu arbeiten.

      Melody's Girl & Rose de Soleil
      "Sammy? Bist du fertig?", fragte Anna mich vorsichtig, während sie mit Melody's Girl am Zügel auf mich zu kam. "Einen Moment noch", antwortete ich, verschnallte die Trense von Rose de Soleil und führte die Zuchtstute dann aus dem Stall. Anna hatte mir erzählt, dass sie seit einigen Jahren nach einem schweren Reitunfall nicht mehr ritt und es aber sehr vermisste. Also hatte ich ihr angeboten heute auf einem meiner Pferde einen Ausritt mit zu machen. Melody's Girl war zwar noch sehr jung, aber ich hatte selten ein so ruhiges Pferd wie die schöne Araberstute gesehen, deshalb hatte ich sie für den ersten Ritt ausgewählt. Anna schien ein wenig nervös zu sein, doch Melody stand ruhig neben ihr und sah neugierig Soleil entgegen. Ich führte Soleil zu Melody, strich der braunen Stute liebevoll über die Blesse und griff dann nach den Zügeln.
      "Okay. Hast du schon nachgegurtet? Gut. Dann zieh die Steigbügel runter und steig auf, ich halte Melody solange." Anna sah mich unsicher an, doch nachdem ich aufmunternd nickte, atmete sie tief durch und schwang sich auf Melody's Rücken.
      "So. Jetzt lass die Zügel einfach locker, Melody ist brav. Konzentrier dich einfach fürs erste auf deinen Sitz.", riet ich Anna, während ich selbst aufstieg. Als ich kurz vor dem Dressurplatz abwendete, um Richtung Feldweg zu reiten, rief Anna von hinten etwas ängstlich: "Gehen wir denn nicht auf den Platz?"
      Ich sah überrascht über die Schulter: "Warum das denn? Melody ist ein Engel im Gelände. Auf dem Platz will sie gefordert werden und ich denke es wäre besser, wenn du dich erst einmal wieder daran gewöhnst auf einem Pferd zu sitzen, anstatt gleich richtig zu arbeiten".
      Rose de Soleil schritt brav den Weg entlang und sah sich nur hin und wieder aufmerksam um. ich genoss den Ritt und sah fröhlich, dass Anna sich nach einer Weile ebenfalls entspannte. Ich winkte ihr zu und holte sie neben mich.
      "Und wie fühlst du dich?", fragte ich.
      "Ach eigentlich ganz gut. Danke dass du mich auf Melody reiten lässt, ich weiß ja, dass du hoffst sie bald als Zuchtstute einsetzen zu können..."
      "Bitte. Aber das hat damit nichts zu tun. Ich habe Melody ausgesucht, weil sie heute Bewegung braucht und so zuverlässig ist.", lachte ich.
      Wir ritten eine gute Stunde lang, bis wir schließlich in einer langen Schleife wieder zu meinem Gestüt zurück kehrten. Anna bedankte sich noch mehrmals, während wir die Pferde fertig machten und ich überlegte, dass ich sie eigentlich, wenn sie ihre Angst verloren hatte, öfter reiten lassen konnte. Das was ich gesehen hatte, hatte mir sehr gut gefallen.

      Haadeh
      Zum Abschluss dieses Tages wollte ich nun noch meine neue Araberstute Haadeh reiten. Die Süße hatte sich schon ganz gut eingelebt und ich hatte bereits viel mit ihr vom Boden aus gearbeitet. Nun wollte ich das erste Mal ein wenig Dressurtraining mit ihr machen. Ich holte Haadeh von der Koppel, putzte sie flott über und sattelte sie anschließend auf. In der Halle angekommen, gurtete ich nach, ließ die Steigbügel herunter und schwang mich leichtfüßig in den Sattel. Die junge Stute schlug ungehalten mit dem Kopf und lief los. Ich stellte sie wieder an ihren Platz und wartete. Das wiederholten wir solange, bis Haadeh schließlich die Nase voll hatte und stehen blieb, bis ich ihr die Hilfen zum antreten gab. Sofort fühlte ich mich wie auf Wolken. Haadeh zu reiten war ein absolutes Erlebnis. Die junge Stute warf ihre Beine gerade zu von sich, hielt den Kopf anmutig gebogen und ihr Schweif wehte wie eine schwarz-silberne Fahne hinter ihr her. Ich galoppierte an und wäre in der nächsten Minute fast aus dem Sattel geflogen, da ich vor lauter Träumerei nicht darauf gefasst gewesen war, dass Haadeh sich erschrecken könnte. Die Stute starrte mit rollenden Augen und angelegten Ohren zur Hallentür und ich brach in Gelächter aus, als mein alter Hofkater auf die Bande sprang.
      "Haadeh! Nein wirklich? Du großes, schweres Tier erschreckst dich vor einem alten Herrn?", sagte ich neckend. Haadeh schüttelte etwas beleidigt ihren schönen Kopf. Ich beendete unsere Galopprunde noch, ritt Haadeh dann im Schritt trocken und versorgte die Stute anschließend.
    • Loulou
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      Ein erneuerter Besuch.
      Schon früh klingelte mein Wecker und ließ somit meinen Arbeitstag beginnen. Heute würde ich wieder zu Sammy fahren, um mich um 12 ihrer Pferde zu kümmern, die gestern nicht dabei waren. Bereits eine halbe Stunde später saß ich im Jeep und befand ich auf den Weg zu ihr. „Guten Morgen, Sammy.“, begrüßte ich sie, als ich auf dem Hof parkte und ausstieg. Auch sie begrüßte mich und so machten wir uns auf den Weg zu den New Forest Ponys. Nur ein Hengst wartete dort auf uns. Hollybrook's Bloody Valentine blickte mir misstrauisch entgegen, als ich den Riegel der Boxentür aufschob und mich durch sie hindurch. „Na du.“, murmelte ich und hielt ihm meine Hand kurz entgegen, doch anstatt wie die meisten Pferde den Hals zu recken, um sie zu begutachten, zuckte er zurück. „Na dann wollen wir nicht herum trödeln und dich unnötig aufregen.“, sagte ich zu ihm und nahm mein Stethoskop aus der Tasche, um ihn auf Herz- oder Lungengeräusche abzuhören. Widerwillig ließ er es über sich ergehen, ebenso wie das Fiebermessen. Ich nahm eine der heute morgen vorbereiteten Spritzen mit dem Impfstoff heraus und injizierte ihm das Ganze, was er mit angelegten Ohren quittierte. „Ganz ruhig.“, murmelte ich und griff nach der Wurmkur, ehe ich seinen Kopf umfasste und ihm das Ganze ins Maul gab. „Und dann bist du auch schon fertig.“, sagte ich, während ich meine Sachen wieder zusammen packte und er missmutig auf der dickflüssigen Masse herumkaute. Als nächstes gingen wir zu den Arabern herüber, zu der dreijährigen Haadeh, welche ganz im Gegensatz zu dem ersten Patienten heute neugierig über die Boxentür hinweg in die Stallgasse blickte. Sie wirkte ein wenig aufgedreht, doch ließ sie die Untersuchung schnell über sich ergehen und auch das Impfen und die Wurmkur bereiteten keinerlei Probleme. Kurz klopft ich ihr den Hals, ehe ich die Box verließ und zur nächsten ging. Adina De Ra'idah, ebenfalls eine dreijährige Stute, doch wohl das genaue Gegenteil von Haadeh. Ängstlich, nahezu panisch schien sie mich zu begutachten, als ich mich ihrer Box näherte. Zu recht, wie Sammy mir erzählte. „Würdest du sie dann festhalten und sie beruhigen, während ich meine Arbeit mache?“, bat ich die junge Frau. Gesagt, getan. Mit angelegten Ohren und rollenden Augen ließ mich die Stute in ihre Box und zuckte zusammen, als sie das kalte Stethoskop berührte. „Alles ist gut.“, murmelte ich, nachdem ich sie abgehört hatte und sie mich nur widerstrebend Fieber messen ließ. Leise seufzte ich, doch sie war vollkommen in Ordnung, so konnte ich nun Impfen. Das ganze bedeutete wohl unheimlich viel Stress für die Stute und so verweilte ich nicht länger als nötig bei ihr in der Box, nachdem sie auch die Wurmkur intus hatte. Ich schlüpfte hinaus und verschloss die Tür, während Sammy sie losließ und die Red Roan Stute sich sogleich in die hinterste Ecke verdrückte. Wir begaben uns als nächstes zu den Warmblütern und Ponys, die gestern Zuwachs bekommen hatten und ebenfalls geimpft und entwurmt werden sollten. Die erste Stute, Little Big Girl, war vollkommen umgänglich und so verließ ich nach wenigen Minuten auch schon wieder ihre Box, um zu Juego zu gehen, einem wirklich schicken Welsh Pony. Auch er war von ruhigem Gemüt und ließ sich rasch untersuchen und impfen, nur die Wurmkur widerstrebte ihm etwas und ich brauchte einiges an Überzeugungskraft, damit er das Maul aufmachte und das Ganze runter schluckte. Und damit ging es zu den englischen Vollblütern in den Stall, die allesamt noch recht neu waren. Als erstes gingen wir zu der Box der 12 jährigen Stute Ace Of Spades, ein schicker Rappe. Das Temperament der Engländer war mir durchaus von meinen eigenen beiden bekannt und so wusste ich gut, damit umzugehen. Doch die gekörte Stute ließ gut mit sich arbeiten und so befand ich mich bald in Black Pearls Box, ebenfalls eine Rappstute. Ich klopfte ihr zur Begrüßung den Hals und begann sogleich mit der Untersuchung, um sie daraufhin zu impfen und zu entwurmen. „Braves Tier, murmelt eich, während ich die Box verließ, Sammy sie verschloss und wir weiter zu Pirate Island gingen. Die Falbstute blickte uns interessiert entgegen und ließ, wie die beiden zuvor auch, alles willig über sich ergehen. „Dann haben wir es ja gleich geschafft.“, meinte ich, als wir zu dem Schimmelhengst Warrior gingen, der mir beim Betreten des Stalles bereits ins Auge gefallen war. Sammys Englische Vollblüter waren bisher sehr angenehme und umgängliche Gesellen, wie Warrior es auch war. Er schien meine Aufmerksamkeit sogar richtig zu genießen, die ihm zu Teil wurde, als ich ihn untersuchte. Doch wie die meisten Pferde, gefiel ihm die Wurmkur weniger gut. „Ihr mögt wohl alle kein Apfel-Zimt, hm?“, schmunzelte ich und klopfte ihm den Hals, ehe wir weiter gingen. El Racino, ein Rappe mit einer doch recht interessanten Färbung blickte mich aus etwas ängstlich wirkenden Augen an, doch der Schein trübte. Er war ebenso umgänglich, wie die anderen Vollblüter zuvor. So kamen wir zu dem vorletzten Patienten Ghostbuster. Unbeteiligt stand er da und malmte auf ein paar Heuhalmen herum, während ich die Box betrat. Er schien nicht allzu beeindruckt von meiner Anwesenheit zu sein, was mir auch selten unterkam, dass ein Pferd so teilnahmslos dastand. Zuerst kam mir in den Sinn, dass er eventuell krank war, doch seine Werte waren okay und Fieber hatte er auch keines. Nun gut. Er wurde geimpft und entwurmt, so dass wir nun zum letzten Pferd meines heutigen Besuches gehen konnten: Tschiwabschischi. „So, nun dich noch und dann sind wir auch schon fertig.“, sagte ich leise zu ihm, hörte Herz und Lunge ab, ehe ich Fieber maß. Alles vollkommen normal. Ich nahm die letzte Spritze mit Impfstoff, injizierte es ihm und gab ihm letztendlich die Wurmkur. Lobend klopfte ich dem Hengst den Hals, ehe Sammy und ich den Stall wieder verließen und ich meine Tasche ins Auto verlud. „Dann bis zum nächsten Mal.“, verabschiedete ich mich freundlich und gab ihr kurz die Hand, ehe ich mich gegen Mittag auch schon wieder auf den Heimweg machte.
      6008 Zeichen by Tikka

    • Mongofisch
      Hufschmiedbesuch bei Haadeh und Adina De Ra'idah

      Heute machte ich mich das erste Mal auf den Weg zu Sammy, um die Hufe von Haadeh und Adina De Ra'idah auszuschneiden und zu korrigieren. Mein Navigationsgerät leitete mich zuverlässig zum Gestüt, auf welchem ich mein Auto parkte und auch schon erwartet wurde. Sammy begrüßte mich mit einem freundlichen Lächeln: „Hallo, ich bin Sammy!“ - „Hallo, freut mich sehr“, begrüßte ich sie ebenfalls. „Ich habe die beiden Stuten schon von der Weide geholt, sie warten im Stall auf uns“, erklärte sie mir und führte mich in den Stall. Dort erwarteten mich zum Einen Haadeh, eine ausdrucksstarke, graue Stute und zum Anderen Adina, die in der Ecke ihrer Box stand und mich ängstlich ansah. Sammy erklärte mir ihr Verhalten: „Sie wurde als Fohlen misshandelt und ist seither nicht gut auf Menschen zu sprechen. Es braucht sehr viel Zeit und Geduld, bis man sich ihr überhaupt nähern kann. Ich hoffe, dass wir das heute trotzdem zusammen schaffen, denn ihre Hufe sehen nicht so gut aus.“ - „Du kannst sie aber schon anfassen und führen?“ fragte ich Sammy, die mir sogleich antwortete: „Ja mittlerweile geht es schon ganz gut.“ Ich war irgendwie erleichtert, wir beschlossen aber trotzdem mit Haadeh anzufangen, damit Adina sich zumindestens schonmal an meine Anwesenheit gewöhnen konnte.
      Sammy holte die Stute aus der Box und band sie auf der Stallgasse an. Mit ihren braunen Augen betrachtete sie mich ausgiebig und entschied: Ich war keine Gefahr. Ich streichelte der Stute über den Hals und fing dann mit dem rechten Vorderhuf an. Sanft aber bestimmt hob ich den Huf an, um ihn mit dem Hufauskratzer zu säubern. Haadeh stand ruhig, aber immer aufmerksam und bereit sich dem zu entziehen, was ich grade machte. Doch auch als als ich anfing mit dem Hufmesser das Horn zu kürzen, blieb sie ruhig stehen. Nachdem der Huf eine einigermaßen ordentliche Länge und Form hatte, griff ich mir die Raspel, um damit die Form zu verbessern und Unebenheiten zu beseitigen.
      Nun war der erste Huf fertig und ich belohnte die Stute mit einem Leckerli, bevor ich mit dem nächsten Huf fortfuhr. Auch hier war die Stute ruhig, aber trotzdem immer aufmerksam. Nachdem ich auch den zweiten Huf fertig ausgeschnitten und korrigiert hatte, fehlten nurnoch die zwei linken Hufe. Auch bei den beiden ging ich nach dem gleichen Prinzip vor: Zuerst säuberte ich die Hufe ordentlich, dann schnitt ich das Horn kurz und schließlich feielte ich die Form schön und die Unebenheiten weg.
      Ich klopfte der grauen Stute den Hals und gab ihr zur Belohnung noch ein Leckerli. Sie war wirklich brav gewesen! Sammy brachte Haadeh nun zurück in die Box und es ging weiter mit Adina.
      Die Stute hatte sich mittlerweile aus ihrer Ecke getraut und luscherte vorsichtig auf die Stallgasse, um zu sehen, was wir da machten. Als Sammy die Boxentür vorsichtig öffnete, wich Adina zurück, ließ sich dann aber aufhalftern und rausführen. „Ich halte sie lieber fest, ich denke das ist besser als sie anzubinden“, sagte Sammy und ich stimmte ihr nickend zu. Vorsichtig näherte ich mich der Stute, die schnaubend einige Schritte rückwärts ging. „Ganz ruhig“, flüsterte Sammy und ich nahm nun den ersten Huf. Adina schlug voller Angst mit dem Kopf und versuchte auf drei Beinen zu flüchten. Doch Sammy hielt sie fest und auch ich ließ den Huf nicht los sondern kratzte diesen schnell aus. Während Adinas Besitzerin die ganze Zeit beruhigend auf die Stute einredete, kämpfte ich mit den Hufen. Nachdem ich es endlich geschafft hatte, den Huf zu kürzen, ließ ich diesen erstmal runter und entfernte mich schnell einige Schritte. Adina schien sich zu entspannen, als ich ihr nicht mehr so nah war. „Puh, das kann ja noch was werden“, sagte ich und wischte mir übers Gesicht. „Ich hab dir nie gesagt, dass es einfach wird“, lachte Sammy und streichelte der Stute über den Hals. „Ja das stimmt!“ stimmte ich ihr zu. „Dann machen wir mal weiter.“ fügte ich hinzu und näherte mich wieder dem Huf. Als ich diesen hochnehmen wollte, lief Adina panisch los und zog Sammy quer durch den Stall. Diese blieb total ruhig und führte die von Angstschweiß überzogene Stute wieder zurück an den ursprünglichen Platz. „Nächster Versuch“, sagte sie und ich griff abermals nach dem Huf und schaffte es diesmal auch den Huf anzuheben. In Adinas Augen war das Weiße zu sehen, doch diesmal gab es keinen Fluchtversuch und ich konnte den Huf raspeln. Als ich das erledigt hatte, entfernte ich mich wieder von der Stute. Das Ergebnis meiner Arbeit konnte sich sehen lassen. „Nurnoch drei“, lachte ich erschöpft.
      Nach drei weiteren Fluchtversuchen und einem blauen Fleck an meinem Bein, hatten wir es endlich geschafft: Die Hufe der Stute konnten sich wieder sehen lassen. Sammy brachte Adina in ihre Box und legte ihr eine Abschwitzdecke über, da die Stute vor Angst von oben bis unten nassgeschwitzt war. „War doch gar nicht so schlimm“, grinste Sammy mich an. „Ich habs mir einfacher vorgestellt“, sagte ich, während ich mir das Bein rieb, andem mich Adinas Huf getroffen hatte. Ich war der Stute jedoch nicht böse, sie konnte ja nichts dafür.
      Wir unterhielten uns noch ein wenig über die Vergangenheit der Stute, dann verabschiedete ich mich, sowohl von Sammy, als auch von den Pferden und machte mich müde auf den Weg nach Hause.

      © Mongofisch
    • Sammy
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      Wüstentänzer - Monatsbericht November 2013

      Adina De Ra'idah, Melody's Girl, Rose de Soleil, Fallen Immortaliny & Haadeh
      "Guten Morgen meine Lieblinge!", rief ich fröhlich durch das Stallabteil, indem meine arabischen Vollblüter untergebracht waren. Ich ging von Box zu Box und begrüßte meine elf edlen Pferde liebevoll. Heute war es zwar relativ kalt, aber immerhin trocken und somit hatte ich einiges vor. Da die Pferde bereits gefüttert worden waren, konnte ich nun mit der Arbeit beginnen. Adina De Ra'idah, Melody's Girl, Rose de Soleil, Fallen Immortaliny und Hadeeh hatten heute ihren freien Tag. Mit Melody war ich in letzter Zeit auf vielen Turnieren gewesen, Immortaliny und Adina trainierten jeden Tag, Rose hatte ich ebenfalls erst bewegt und Hadeeh hatte ihren Stutbuchwettbewerb gewonnen! Ich war so unglaublich stolz auf meine hübsche Maus und überlegte bereits, wann der beste Moment war, um sie decken zu lassen.
      Zuerst holte ich Haadeh und meine Jungstute Fallen Immortaliny aus ihren Boxen. Obwohl Immortaliny bereits vier Jahre alt war, war sie roh zu mir gekommen, daher war ich gerade dabei sie schonend und mit viel Geduld einzureiten - und meine kleine Maus machte rießige Fortschritte. Die zwei hübschen Stuten folgten mir brav auf den Putzplatz. Dort nahm ich ihnen die Stalldecken ab, putzte sie über, kratzte die Hufe aus, kämmte Mähne und Schweif und legte ihnen abschließend ihre Weidedecken auf. Bei diesen Temperaturen brauchten sie die definitiv. Als die beiden gekrönten Schönheiten auf der Koppel waren, kamen Rose de Soleil und Melody's Girl an die Reihe. Mit Rose war ich in letzter Zeit sehr viel im Gelände gewesen, um ihre Ausdauer zu stärken und Melody stand voll im Training für den nächsten Stutbuchwettbewerb. Die junge Stute hatte bereits sechs Turnierschleifen ergattern können und ich war sehr gespannt, ob unsere Glückssträhne uns zu einem Sieg bei der nächsten SK helfen würde. Auch die beiden putzte ich gründlich, schmuste kurz mit ihnen und entließ sie dann auf die Koppel, wo sie sich auch sofort ein Rennen mit den beiden anderen Stuten lieferten. Nun fehlte fürs erste nur noch Adina De Ra'idah. Die schöne Red Roan Stute hatte mittlerweile schon große Fortschritte gemacht: Ich konnte sie ohne Probleme aufhalftern und führen, doch bis ich auch nur ans Reiten denken konnte, würde noch eine lange Zeit vergehen, da Adina ja beim Reiten gequält worden war. Ich führte die Schönheit aus ihrer Box und begann wie immer relativ langsam sie zu putzen. Schnelle Bewegungen erschreckten das junge Pferd immer noch sehr. Natürlich war es ungewiss, ob ich Adina's Ängste jemals soweit besiegen konnte, dass sie sich reiten oder sogar auf einem Wettbewerb vorstellen ließ, doch trotzdem träumte ich bereits von ihren wunderschönen Fohlen.
      Adina wandte mir ihren feinen Kopf zu und ich fuhr ihr liebevoll über die leuchtend weiße Blesse. "Wir schaffen das schon mein Mädchen. Und dann wirst du wundervolle Babys haben, das weiß ich ganz genau!"
      Ich befestigte Adina's Decke und führte die Roan Stute dann zu den anderen. Mittlerweile hatte sich die Jungstute auch gut in die Herde eingegliedert. Ich blieb noch eine Weile am Zaun stehen, dann wandte ich mich ab um Sahira zu bewegen.

      Sahira
      "Hallo du Schönheit!", gurrte ich, als ich vor der Box meiner falbfarbenen Araberstute stand. Sahira hatte bereits viele Schauen und sogar eine Stute des Monatswahl gewonnen und war somit die erfolgreichste meiner Araberstuten. Da sie aber auf Grund der Umstände ein wenig von ihrer Ausdauer eingebüßt hatte, wollte ich nun vermehrt mit ihr ins Gelände gehen - nicht zuletzt um sie auf größere Distanzritte vorzubereiten. Genau das würde ich später auch noch mit dem Rest meiner Araber tun, doch Sahira war im Gelände recht schreckhaft, weshalb ich mit ihr erst einmal so arbeiten wollte - nicht dass sie mir nachher die ganze Gruppe verrückt machte!
      Nachdem die schöne Araberdame geputzt und gesattelt war, zog ich mir meine Sicherheitsweste, Helm und Handschuhe an und schwang mich anschließend leichtfüßig in den Sattel. Sahira war eine lange Zeit lang kaum kontrollierbar gewesen, doch mit viel Geduld und harter Arbeit benahm sie sich jetzt wieder wie das Siegerpferd, das sie ja schließlich auch war.
      Ich klopfte ihren schlanken Hals und ritt im Schritt vom Hof in Richtung Wald. Sahira spitzte zwar die Ohren und zuckte bei jedem unbekannten Geräusch zusammen, sie blieb jedoch dauerhaft an meine Hilfen gestellt, bog den Hals und entspannte sich sogar nach und nach. "Na hoppla, was ist denn mit dir los? Ich meine gut, unser letzter Ausritt ist schon ne ziemliche Weile her, aber so wie du dich jetzt benimmst, hätte ich dich ja auch später in der Gruppe mitnehmen können", sagte ich ein wenig ungläubig. Aber vielleicht hatte Sahira durch die vielen Monate der Bodenarbeit so viel Vertrauen zu mir, dass sie sich einfach nicht mehr so sehr aufregte. Ich beschloss daher den Ausritt nicht allzu lange auszudehnen und kehrte nach einem kurzen, schnellen Galopp zum Gestüt zurück, wo ich meinen Liebling liebevoll versorgte und dann zu den anderen auf die Weide brachte.

      Sharley, Bittersweet, Little Miss Sunshine & Khamar al Sanaa
      Eine Stunde später war ich gerade dabei meine Palominostute Sharley aufzusatteln. Die sechsjährige Araberstute tänzelte nervös von einem Bein auf das andere und schlug immer wieder mit dem schönen Kopf. Neben uns machte Amy Little Miss Sunshine fertig und Scott kümmerte sich um Bittersweet. Ein paar Meter abseits trenste Eddi gerade Khamar al Sanaa auf. Wir würden heute mal eine der kurzen Distanzstrecken abreiten, um den Pferden zu mehr Kondition zu verhelfen. Da Sunny die ruhigste der Gruppe war, ritt Amy , meine etwas ängstliche Pflegerin die Schimmelstute. Für Eddi hatte ich Khamar ausgesucht, da sie ihn so sehr anhimmelte und ich mir außerdem sicher war, dass sie gut mit ihm zurecht kommen würde. Khamar war zwar an sich recht brav und ausgeglichen, konnte jedoch zuweilen etwas hengstig sein. Da wir sonst nur Stuten dabei hatten, wollte ich lieber auf Nummer sicher gehen.
      Ich selbst ritt wie bereits erwähnt Sharley, da ich am besten mit dem kleinen Dickkopf zurecht kam.
      Als wir alle Pferde fertig gemacht hatten, gurtete ich nach und stieg leichtfüßig auf Sharley's Rücken. Die noch junge Stute zappelte unentwegt herum, deshalb setzte ich mich direkt hinter Little Miss Sunshine. Eddi ritt mit Khamar an der Spitze und Bittersweet bildete das Schlusslicht. Scott war einer meiner Hengstpfleger, doch da er so tolle Arbeit leistete, hatte ich ihn gebeten heute mitzukommen. Nach einer langen Aufwärmphase im Schritt, ging es im Trab über Wiesen und Felder und später auch hoch in den Wald. Dort mussten die Pferde stelltenweise schon fast klettern, doch das war gut für ihren Muskelaufbau. Selbst Sharley riss sich nach einer Weile zusammen, weil sie wohl merkte, dass sie ziemlich erledigt sein würde, wenn sie ihre ganze Energie mit Zappeln verbrachte. Als wir wieder aus dem Wald herauskamen, ließen wir die Pferde auf einem breiten, ebenen Weg angaloppieren und kehrten danach im Schritt zum Hof zurück. Da diese Runde so harmonisch verlaufen war, beschlossen wir das Ganze bald zu wiederholen und ganz allmählich den Schwierigkeitsgrad zu steigern. Vielleicht konnte ich das nächste Mal sogar Sahira mitnehmen. Wir versorgten die Pferde und ich lud alle ins Haus zu Tee und Plätzchen ein, da es mittlerweile schon wieder dunkel wurde...
    • Sammy
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      Der große Umzug
      Teil I und II [Umzugsgedanken & Planen, planen, planen!]

      Umzugsgedanken…
      Aufgeregt und voller Vorfreude stieg ich aus dem Flugzeug, lief zum Kofferband und lud so schnell ich konnte meine Tasche ab. Anschließend ging ich nach draußen und atmete die kühle Luft des Londoner Flughafens ein. Jetzt im Januar war es noch ziemlich frisch. Ich sucht mir ein Taxi und nannte dem Fahrer mein Ziel: ein kleines Hotel in Winchester. Von dort aus wollte ich endlich meine Suche starten – die Suche nach meinem neuen Gestüt.
      Ich hatte mir schon vor einiger Zeit überlegt umzuziehen und zunächst hatte es mich nach Kentucky in die USA gezogen. Nach reiflicher Überlegung war mir dieser Plan jedoch zu gewagt. Amerika war einfach zu weit weg, diese lange Reise wollte ich meinen Pferden nicht antun. Zudem wären auch die Umzugskosten kaum zu stämmen, da ich ja auch den neuen Hof noch bezahlen musste. Nicht zuletzt wäre ich auch völlig ab vom Schuss gewesen und hätte all meine Freunde zurückgelassen. England jedoch lag nicht ganz so sehr aus der Welt und gab auch ein schönes Plätzchen für einen Kurzurlaub ab. Ich hatte auch schon mit einigen Leuten telefoniert, die Gestüte und Höfe zu verkaufen hatten und erhoffte mir von diesen Besuchen natürlich viel. Ich hatte ein ganz genau festgelegtes Budget, welches für den Kauf, eventuelle Renovierungen und Umbauten reichen musste. Den Rest brauchte ich dann für den Umzug und natürlich die tierärztliche Versorgung meiner Pferde. Ich hatte eine ganze Weile gebraucht, um endlich eine Woche zu finden, in der ich nach England fliegen konnte. Zu Hause war momentan schrecklich viel los. Für Wüstentänzer und Melody’s Girl standen nächste Woche Körungen an, Unannounced Pleasure, San Salvador und Reminiscent Inspiration sollten auf Fohlenschauen gehen und natürlich waren viele meiner Pferde für die laufenden Turniere gemeldet. Gott sei Dank hatten sich einige meiner Freunde bereit erklärt, sich diese eine Woche um meine 73 Pferde zu kümmern. Drei davon würde ich auf alle Fälle verkaufen, bei zweien war ich mir noch nicht sicher. Der Rest jedoch durfte bleiben und würde meine Zucht begründen. Früher mit Rawwrrr hatte ich nur New Forest Ponies gezüchtet. Nun wollte ich neben meinen geliebten New Forests jedoch auch Araber, Englische Vollblüter, Trakehner, Hannoveraner, Holsteiner, Isländer, Deutsche Reitponies, Welsh As, Welsh Bs, Andalusier, Lusitanos, Saddlebreds und Barockpintos züchten, sodass ich insgesamt auf 14 Rassen kam. Desweiteren überlegte ich mir auch Quarter Horses und Paints in die Zucht mit aufzunehmen. Dafür hatte ich schon zwei Stuten: einmal meine American Baby, die schon gekört war und dann noch My Golden Heart, eine junge und sehr viel versprechende Paint Horse Stute. Mit diesen beiden Rassen könnte ich auch die Westernreiter abdecken, was mir sicherlich eine etwas größere Kundschaft einbrachte. Sonst waren meine Pferde nämlich bis auf zwei Ausnahmen englisch geritten und ausgebildet.
      Neben der Zucht hatte ich außerdem vor, auch meinen Ausbildungsbetrieb , die Hollybrook Stud Training Stables weiterzuführen. Dies würde allerdings von da an auf meinem Gestüt stattfinden, da ich dann hoffentlich die richtige Anlage dafür bieten konnte.
      Der Taxifahrer hielt vor einem kleinen, aber netten Hotel. Ich bezahlte, stieg aus und checkte schnell ein. In zwei Stunden hatte ich bereits meinen ersten Termin. Solange wollte ich schon einmal auspacken und mich im Internet nach weiteren Angeboten schlau machen.
      Bisher hatte ich vier hoffnungs erweckende Termine, doch ich rechnete eigentlich damit, mir noch mehr Anwesen ansehen zu können. In England gab es eine Vielzahl wunderschöner, alter Höfe, Villen, Schlösser – viele waren jedoch zu teuer oder standen unter Denkmalschutz. Daher war ich umso gespannter, was mir meine Besichtigungen bringen würden.
      Zwei Stunden später hatte ich bereits vier weitere Besichtigungstermine rund um Winchester vereinbart und außerdem für Freitag einen Ausflug in den New Forest Nationalpark geplant. Vier Tage würden mir mit Sicherheit reichen, um ein passendes Gestüt zu finden.
      Mein erstes Ziel lag zwischen Winchester und Stonehenge. Ich hatte mir für diese Woche ein Auto mit Navi gemietet und fand den Hof so auch recht schnell. Es war ein nettes Anwesen, mit einem modernen Stallgebäude und einem schönen Garten. Für mich jedoch viel zu klein und vor allem auch völlig überteuert. Dies lag wohl an der Nähe zu Stonehenge, da der Ort natürlich viele Touristen anlockte. Ich verabschiedete mich schon sehr schnell wieder von der Frau und besichtigte Stonehenge, um mir die Zeit totzuschlagen.
      Mein nächster – und für heute auch letzter – Termin war nahe bei Southampton. Ich fuhr eine kurze Auffahrt hinauf und wurde prompt von einer molligen jungen Frau begrüßt. Sie führte mich über den Hof und erzählte, dass sie das gute Stück geerbt hatte, aber eher ein Stadtmensch war. Der Hof besaß ein paar wirklich schöne Gebäude und sah auch ordentlich gepflegt aus. Renovierungsarbeiten würden hier wohl kaum anfallen. Ich vereinbarte mit der Frau, dass ich mich bis Ende dieser Woche wieder bei ihr melden würde und versicherte ihr, dass ich auf jeden Fall Interesse hatte. Billig war der Hof zwar nicht, aber für das was geboten wurde auf jeden Fall angemessen…
      Die Tage vergingen und viel zu schnell war es Freitag geworden. Ich hatte mir nun vierzehn Höfe angesehen und bereits morgen früh würde ich wieder nach Deutschland fliegen. Nun hatte ich vier Höfe ausgewählt, die in Betracht kommen würden. Keine Frage, es waren alles sehr schöne Anwesen, nur so wirklich „klick“ gemacht, hatte es bei keinem von ihnen. Es fehlte einfach das Gefühl, das perfekte neue Zuhause gefunden zu haben. Ich packte gerade meine Sachen und richtete mir dann belegte Brötchen und etwas zu trinken für meinen Ausflug in den New Forest Nationalpark.
      Von dort stammten meine beiden Gründerponies Caspar und Precious Scream ab. Somit hatten auch ihre Nachkommen Caradoc, Cheeky Jot, Valentine, Casanova, Classic Moment, Nymphomaniac Fantasia und Fairy Bluebird Vorfahren in England. Als ich fertig war, trat ich aus dem Hotel, setzte mich in mein Auto und fuhr los.
      Als ich einige Zeit später schließlich endlich in Tiptoe, einem kleinen Dorf im New Forest ankam, blickte ich mich überwältigt um. Diese Landschaft hier war einfach wunderschön. Ich kaufte mir noch eine Karte der näheren Umgebung und zog dann los, immer faszinierter von der Natur um mich herum. Wohin man auch blickte, waren Wiesen, rießige Bäume, idyllische Waldwege, Brücken und Lichtungen zu sehen. Ab und an stieß man auf ein winziges Dorf, dass aussah als wäre es dem Mittelalter entflohen. Als ich gerade die Dorfstraße entlanglief, kamen mir plötzlich zwei Ponies entgegen. Da die Menschen sie überhaupt nicht beachteten, fragte ich einen Mann danach. Dieser antwortete grinsend: „Ach sie sind Touristin, ja? In diesen Teil des Waldes verirren sich eher weniger Leute..Die Ponies gehören einer Familie aus dem Dorf. Das weiß jeder und deshalb dürfen sie frei herumlaufen. Sie entfernen sich auch nie weiter als ein paar hundert Meter und kommen, sobald man sie ruft.“ Ich bedankte mich und sah staunend den beiden Ponies hinterher. Kurz darauf befand ich mich wieder im Wald und genoss die Ruhe, als ich plötzlich ein weiteres Pony auf mich zugaloppieren sah. Erst dachte ich, das wäre ebenfalls in Ordnung so, doch dann hörte ich eine Kinderstimme rufen. Ich holte schnell ein Stück Zucker aus meiner Tasche und hielt es dem Pony hin. Dieses hob den Kopf, fiel in den Schritt und nahm mir vorsichtig den Leckerbissen ab. Ich griff schnell nach der Mähne des Ponies und wartete auf den kleinen Jungen, der mir mit hochrotem Kopf entgegengerannt kam.
      „Danke, dass sie Funny eingefangen haben! Das ist schon das dritte Mal in dieser Woche, dass sie ausgebüxt ist. Mein Opa wäre sehr wütend geworden, wenn ich sie diesmal nicht gefunden hätte.“
      „Ach kein Problem, das hab ich doch gern gemacht. Wohnt ihr hier in der Nähe?“, fragte ich den Jungen.
      Der antwortete: „Ja noch. Aber wahrscheinlich nicht mehr lange. Mein Opa hat nicht genug Geld um so ein rießiges Grundstück in Schuss zu halten, sagt er. Ich mache jetzt bei ihm Ferien und meine Mama hilft ihm all seine Sachen zu packen. Aber niemand will den Hof kaufen. Und weil Opa jetzt immer so schlechte Laune hat, spricht er die ganze Zeit davon, Funny zu verkaufen! Dabei hab ich sie doch so lieb!“
      Ich sah den Jungen ein wenig entgeistert an. So einen Gefühlsausbruch hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Dann fragte ich: „Dein Opa hat einen Hof zu verkaufen sagst du? Mein du du könntest mich mal zu ihm bringen? Ich bin nämlich gerade auf der Suche nach einem schönen Grundstück für mein neues Gestüt.“
      „Wirklich? Oh das wäre ja schön! Obwohl. Sie sehen so nett aus, da gefällt ihnen der Hof bestimmt nicht. Bisher sind alle netten Leute schnell wieder gegangen und die blöden, hochnäsigen wollten alles abreißen und irgendwelche blöden Hotels darauf bauen.“
      Ich lief neben dem Jungen her und unterhielt mich solange mit ihm über sein Pony. Die kleine Stute war ein New Forest Pony-Mix und ziemlich dick. Er erzählte mir, dass er versuchte, sie auf Diät zu setzen, doch Funny lief einfach immer wieder davon und schlug sich irgendwo anders den Bauch voll.
      So verging die Zeit recht schnell und ein rießiges, schmiedeisernes Tor kam in Sicht. Ich schluckte. Das sah irgendwie ziemlich beklemmend aus. Wir traten durch das Tor und gingen auf ein recht großes, jedoch ziemlich verfallenes Herrenhaus zu. Obwohl der Hof auf den ersten Blick recht verwahrlost wirkte, verliebte ich mich sofort in diesen Ort. Ich wusste nicht wieso, doch ich fühlte mich hier auf Anhieb richtig wohl. Eine wütende Stimme riss mich aus meinen Träumereien: „Wo zum Geier kommst du her? Wir warten mit dem Tee auf dich! Sag bloß das verflixte Tier ist dir schon wieder abgehauen? Deine Mutter hat sich Sorgen gemacht! Und wer ist überhaupt diese Frau?“
      Dann sagte der ältere Mann freundlich zu mir: „Hat er sie etwa belästigt Madam?“
      „Oh nein nein im Gegenteil. Er sagte mir, dass sie einen Hof zu verkaufen haben und zufälligerweise bin ich zur Zeit auf der Suche nach einem. Ich habe mir auch bereits 14 Höfe angesehen, aber wirklich das Passende war nicht dabei.“, erwiderte ich schnell.
      „Timm? Los gib mir das Pony und geh dann zu deiner Mutter. Ich werde die Dame über den Hof führen.“ Mit diesen Worten nahm der Mann dem Jungen Funny’s Strick aus der Hand und ging mit dem Pony los.
      „Also ich weiß nicht was sie führ Ansprüche haben, aber wie sie sehen ist der Hof nicht mehr das, was er einmal war. Früher war dies ein Herrenhaus mit wunderbaren Ställen und einem rießigen Park. Nun..naja das sehen sie ja selbst. Also. Was haben sie denn mit dem Hof vor?“, fragte er.
      „Ich habe 74 Pferde, mit denen ich mir eine erfolgreiche Zucht aufbauen möchte. Außerdem leite ich einen Trainings- und Ausbildungsbetrieb den ich hier gerne weiterführen möchte. Daher suche ich ein Anwesen das ausreichend Platz für ein großes Haus, Top moderne Ställe für ca 100 Pferde, Trainingsanlagen und Weiden bietet. Schöne Ausreitmöglichkeiten wären ebenfalls von Vorteil.“, antwortete ich, wie aus der Pistole geschossen.
      „Aha“, meinte der Alte „Naja wenn ich ehrlich bin, sind die ganzen Gebäude die hier stehen nicht mehr zu gebrauchen. Sie sind alt, morsch, viel zu klein und dunkel. Die Zäune , die den Hof umgeben sind ebenfalls größtenteils kaputt. Das einzige, was mit ein wenig Aufwand wieder in Stand gesetzt werden könnte, wäre das Haupthaus. So viel zu den Nachteilen des Hofs.“, er sah mich erwartungsvoll an, als würde er damit rechnen, dass ich sofort reiß aus nehmen würde. Als ich jedoch nichts sagte, fuhr er fort: „Die Vorzüge des Anwesens liegen sicherlich zum einen in seiner Größe. Ich werde gleich den Wagen holen, wenn wir Funny weggebracht haben, denn zu Fuß schaffe ich das nicht mehr. Es grenzt westlich direkt an den Wald und im Osten an die Heiden. Im Norden liegt in ca fünf Minuten Entfernung das Dorf Sway. Ein sehr hübscher Ort übrigens. Dorthin werde ich ziehen, wenn ich den Hof verkauft habe. Meine Tochter und ihr Mann haben mir netterweise ein Zimmer in ihrem Haus angeboten. Wo war ich jetzt noch gleich stehen geblieben? Ach ja. Im Süden liegen vor allem Felder und Wiesen und außerdem die Bundesstraße. Von dort aus gelangen sie nach etwa fünf Milen nach Milford on Sea, welches direkt am Ärmelkanal liegt. Platz und Ausreitmöglichkeiten hätten sie hier auf jeden Fall mehr als genug.“, schloss er seinen Bericht. Ich hatte aufmerksam zugehört und schwärmte immer mehr für den idyllisch gelegenen Hof. Da auch die Anbindung zur Schnellstraße gut war und Sway einen Bahnhof besaß, wäre mein Gestüt auch sehr leicht erreichbar, was mir sehr wichtig war.
      „Also ich muss sagen, das hört sich alles nicht schlecht an. Könnten wir vielleicht einmal über das ganze Anwesen fahren?“, bat ich den Mann. Dieser nickte und stellte Funny auf eine kleine, mit Stromzaun umsteckte Weide. Dann knipste er kopfschüttelnd den Strom an. „Der Junge ist wirklich unmöglich. Wundert mich nicht, dass das kleine Biest immer abhaut, wenn nie Strom auf dem Zaun ist. Ich lächelte in mich hinein und wir gingen zu einem alten Auto. Ich war recht froh, mal aus der Kälte rauszukommen und wäre gleichzeitig am liebsten draußen geblieben, um mir alles ganz genau anzusehen. Der alte Mann fuhr zunächst um das Herrenhaus herum und dann in weiten Bögen über das Anwesen. Es waren kaum Gebäude zu sehen, eigentlich nur kaputte Zaune und Wiesen. Außerdem lief ein schmaler Bach durch das Anwesen. Es war weitgehend flach, nur hier und da erhob sich ein Hügelchen aus dem Boden. Um den gesamten Hof lief eine halb zerfallene Steinmauer und dahinter konnte man bereits Einblicke in die darumliegenden Wälder und Felder bekommen. Auch wenn dieser Hof unglaublich arbeitsintensiv war, ich hatte mich hoffnungslos verliebt. Der Platz war ausreichend, um einen rießigen Stall, viele großzügige Koppeln, Reitplätze, eine Halle, eine Rennbahn und noch mehr aufzubauen. Die Möglichkeiten hier waren schier unbegrenzt.
      Als wir schließlich wieder vor dem Haupthaus standen, kamen bereits Timm und seine Mutter hinaus und sahen mich gespannt an. Auch der alte Mann schien zu warten, dass ich etwas sagte.
      „Wie viel hätten sie denn gerne für das Anwesen?“, fragte ich dann.
      „Sie..Sie wollen es nehmen? Ich meine, sie kaufen es und bauen dann hier ihr Gestüt?“, stammelte der alte Mann und ich hatte schon ein bisschen Angst, dass er gleich umfallen würde.
      „Naja , ich hätte auf jeden Fall großes Interesse. Aber das kommt natürlich auf den Preis an. Hier ist so viel Instand zu setzen und ich habe leider auch nicht alles Geld der Welt zur Verfügung.“
      „Das verlangt ja auch kein Mensch! Meine Notlösung, dieser reiche Schnösel, der hier ein Hotel bauen wollte, hat mir 200ts Joellen geboten. Er meinte, wenn ich diese Woche noch einwillige und sofort hier verschwinde, verdoppelt er sein Gebot sogar noch.“
      Ich sah meinen Traumhof in Gedanken bereits zerplatzen. So viel war einfach nicht drin, wenn ich die ganzen Renovierungsarbeiten und Materialkosten einrechnete. Dies wollte ich dem Mann gerade mitteilen, als er fort fuhr: „Mir geht es aber nicht darum, dieses Anwesen möglichst teuer zu verkaufen. Ich möchte jemanden, der es zu schätzen weiß und gut damit umgeht. Der Schnösel hätte alles platt gemacht und überall hässliche Betonkästen hingestellt. Das möchte ich aber nicht. Mir gefällt die Idee hier bald ein Gestüt zu haben, viel viel besser. Daher würde ich ihnen anbieten, dass sie mir 20ts Joellen für das Grundstück zahlen und dann hier das schönste Gestüt in der Gegend aufbauen!“
      „Ja! Und wenn sie hier sind, um die Bauarbeiten zu überwachen, können Sie gerne bei meiner Familie unterkommen. Wir haben ein großes Haus mit Gästezimmer, nur fünf Minuten von hier entfernt!“, setzte seine Tochter hinzu. Timm strahlte mit den beiden Älteren um die Wette.
      Ich schaute die drei völlig fassungslos an. 20ts war für so ein rießiges Anwesen eigentlich nichts. Schon fast geschenkt. Ich nickte glücklich und ging mit den dreien ins Haus, um sofort den Kaufvertrag zu unterschreiben. Der alte Mann ließ auch sofort einen Notar kommen, der uns das Ganze beglaubigte und dann gehörte das Grundstück tatsächlich mir. Ich konnte es kaum glauben.
      „Miss? Wenn sie doch hier einen Trainingshof aufmachen, darf ich dann ab und zu mit Funny kommen? Sie ist manchmal soo störrisch. Ein bisschen Training würde ihr sicherlich nicht schaden!“, fragte Timm mich leise. Ich wollte gerade antworten, da viel sein Großvater mir ins Wort:
      „Also Timm was erlaubst du dir? Bitte Madam, hören sie einfach nicht auf ihn. Ach so eine Sache noch, würde es sie stören, wenn ich erst morgen ausziehe? Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich nun so schnell einen passenden Käufer finden würde.“
      „Aber natürlich! Ich fliege morgen früh zurück nach Deutschland. Dort werde ich dann erst einmal alles regeln und komme in frühestens zwei Wochen zurück. Also lassen sie sich ruhig Zeit. Und Timm – wenn ich Zeit habe, darfst du gern mit Funny herüber kommen. Weißt du, ich habe auch New Forests. Zwei davon stammen sogar von hier.“
      Ich verabschiedete mich fröhlich von den drei Leuten, nahm einen Bus zu meinem Auto und fuhr dann nach Winchester zurück, wo ich das Auto wegbrachte, meine Sachen packte und schnell den anderen vier Hofbesitzern absagte.
      Am nächsten Morgen um sieben saß ich bereits im Flugzeug nach Deutschland und konnte es kaum erwarten, meinen Freunden von dem Hof zu erzählen und alles haarklein zu planen…

      Planen, planen und nochmals planen!
      Kaum war ich wieder Zuhause angekommen, rief ich sofort Edfriend an, um ihr die tollen Neuigkeiten mitzuteilen. Sie sagte mir außerdem zu, mir zu helfen wo sie nur konnte. Ich erzählte ihr alles was ich bisher über den Hof wusste. Der alte Mann, Mister Bane, hatte mir inzwischen die früheren Baupläne, sowie Lagepläne und genaue Auflistungen über den Hof zukommen lassen, so dass meiner Organisation eigentlich nichts mehr im Wege stand. Nachdem Eddi und ich uns für nächste Woche verabredet hatten, lief ich hinaus auf den Hof, um Immanuel zu finden. Ihm gehörte der Stall, indem ich 27 meiner Pferde untergebracht hatte. Nämlich meine 17 New Forest Ponies und meine Hannoveraner, Holsteiner und Trakehner. Er erließ mir einen Teil der Stallmiete, dafür dass ich seinen Schülern Unterricht gab oder auch Vorführungen mit meinen Pferden ritt.
      Bei Klaus, der einen Stall ca 6 Kilometer von hier entfernt besaß, hatte ich meine englischen und arabischen Vollblüter, also 21 Pferde untergestellt. Ihm half ich beim Trainieren und Korrigieren seiner Privatpferde und stellte sie ab und an auch auf Turnieren vor.
      Die restlichen 26 Pferde standen 20 Kilometer entfernt, auf einem recht großen Zuchtgestüt. Auch hier half ich wo ich nur konnte, um meine Stallmiete so gering wie möglich zu halten. Auch wenn ich Immanuel und Klaus mittlerweile sehr lieb gewonnen hatte, war ich doch unglaublich froh, bald endlich wieder mein eigenes Gestüt zu leiten. Es war einfach nicht dasselbe, ‚nur‘ ein Einsteller zu sein und außerdem waren die Stallmieten trotz meiner tatkräftigen Mithilfe immer noch horrend.
      Ich teilte also allen dreien mit, dass ich mir einen eigenen Hof gekauft hatte und diesen in nächster Zeit in Stand setzen würde. Immanuel und Klaus sicherten mir zu, beim Transport der Pferde zu helfen und meinten außerdem, sie würden mir die Kündigungsfrist erlassen, damit ich mir um das genaue Umzugsdatum keine Sorgen machen musste. Sollte ein Monat angebrochen werden, würden sie die Kosten einfach anteilig berechnen. Nicht so hingegen Herr Kramer, dem das Zuchtgestüt gehörte. Er verlangte sofortige Auskunft darüber, wann ich umziehen wollte, bestand auf einer fristgerechten Kündigung und meinte außerdem hämisch grinsend, dass ich natürlich die gesamte Monatsmiete zu zahlen hätte, wenn ich erst einen Tag später als geplant den Stall verließ. Ich seufzte resigniert. Der Kerl hatte über 250 Boxen auf seinem Gestüt und über die Hälfte davon stand leer. Aber natürlich konnte er ja nicht wissen, wann genau er die Boxen meiner 26 Pferde brauchen würde!
      Nun gut, das musste ich eben in meiner Planung berücksichtigen. Dann mussten die Pferde, die bei ihm standen, eben zuerst umziehen. Ich fertigte Tabellen an, in die ich all meine Pferde eintrug. Dann überlegte ich: Wir waren vier Leute, die mitfahren würden. Immanuel und Klaus besaßen je einen dieser rießigen Pferdetransporter, in denen man bis zu 10 Pferden transportieren konnte. Eddi und ich hatten beide einen Vierer-Hänger. Somit könnten wir pro Fahrt 28 Pferde nach England bringen. Das wiederum bedeutete dreimal England und wieder zurück. Das war natürlich eine große Belastung, vor allem da Immanuel, Eddi und Klaus ja ihre eigenen Gestüte zu führen hatten. Ich beschloss, einmal bei Herrn Kramer nachzufragen, ob ich seinen großen Pferde-LKW mieten konnte und vielleicht einen seiner Stallburschen als Fahrer. Da wir sowieso zeitversetzt fahren würden und die Fähren nach England jede Stunde ablegten, sollte das kein Problem werden. Die erste Fahrt würde auf jeden Fall ich machen und Eddi sollte das Schlusslicht bilden. So war ich bei der Ankunft der Pferde bereits da und Eddi konnte das Verladen gut im Auge behalten. Außer mir kannte sie meine Pferde immerhin am besten. Ich griff sofort zum Hörer und rief im Büro von Herr Kramer an.
      „Na haben Sie jetzt endlich einen Kündigungstermin für mich?“, bellte er ins Telefon.
      Ich verkniff mir einen bissigen Kommentar und fragte so höflich wie möglich: „Nein, leider noch nicht. Ich muss erst mit den Bauunternehmen reden. Aber ich wollte Sie fragen, ob ich mir ihren großen Pferde-LKW für zwei Fahrten ausleihen könnte? Und vielleicht einen Pfleger der ihn fährt? Selbstverständlich bezahle ich Ihnen auch etwas.“
      Herr Kramer lachte: „Na von mir aus können Sie das tun. Ich möchte für jede Fahrt 1000 Joellen. Zusätzlich zu der Tagespauschale von 500 Joellen. Ach und natürlich müssen sie mir meine Stallkraft ersetzen. Macht noch einmal 1000 Joellen pro Tag.“
      Ich schluckte, konnte meine Wut jedoch nicht völlig unterdrücken: „Sie verlangen von mir 8000 Joellen, dafür dass ich ihren Hänger für eineinhalb Tage miete?“
      „Ja. Wenn sie das nicht möchten, suchen sie sich jemand anderen, auf Wiederhören.“, damit verabschiedete sich der widerliche Kerl und legte einfach auf. Nun gut, ich würde erst einmal mit Immanuel, Klaus und Eddi reden, bevor ich mir überlegte einen Transportverleih zu kontaktieren. Wobei der garantiert immer noch günstiger war, als das Angebot von Herrn Kramer.
      Eine halbe Stunde später saß ich wieder vor meiner Tabelle. Alle drei hatten zugesagt, zu jeder Fahrt mitzukommen, sie würden aber am Tag darauf auch wieder nach Deutschland fahren. Ich war wirklich gerührt von ihrer Hilfsbereitschaft.
      Wenn wir bei den ersten beiden Fahrten alle Transporter voll machten, waren bereits 56 Pferde in England. So könnte ich dann schon dort bleiben, um alles zu regeln und die Pferde zu versorgen. Die restlichen 17 Pferde konnte man dann anders verteilen. Klaus konnte zu Hause bleiben und noch mit nach Immanuels Pferden sehen. Immanuel dagegen würde noch einen Vierer-Hänger an seinen LKW koppeln und Eddi wiederum mit ihrem Vierer-Hänger das Schlusslicht bilden. Immanuel sagte, er würde nicht so gerne mit zwei Anhängern fahren, doch für das eine Mal konnte er eine Ausnahme machen. Nun galt es nur noch zu überlegen, welche Pferde in welchem Transport mitfahren sollten.
      Ich beschloss meine Sensibelchen auf der zweiten Fahrt mitzunehmen. So hatten sie mich die ganze Zeit um sich und sahen bei ihrer Ankunft auch schon ein paar vertraute Gesichter wieder.
      Dazu zählten: Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Bloody Valentine, Naboo, Isola delle Pirateria, Walk of Fame, Precious Scream, Wüstentänzer, Sahira, Adina De Ra’idah, Samiyah, Mahira, Cuchara und Black Soul. Also war noch Platz für 15 Pferde. Ich beschloss die Hengste in einen der großen Hänger zu stecken, damit ich zu den nervösen Kerlen auch noch ein paar ruhige stellen konnte. Also brauchte ich noch sechs Hengste. Ich entschied mich für Orfino, Khamar al Sanaa, Branagorn, Warrior, Ghostbuster und Juego. Damit war einer der LKW’s belegt.
      Die acht Stuten wollte ich dagegen aufteilen. Zwei sollten je in einen der Vierer-Hänger und die restlichen Vier kamen in den zweiten LKW. Ich würde Isola delle Pirateria, Adina De Ra’idah, Magical Moment und Thousand Sunny in meinen Hänger nehmen. Eddi bekam Sahira, Precious Scream, Melody’s Girl und Rose de Soleil. In den zweiten LKW kamen demnach Naboo, Walk of Fame, Samiyah, Mahira, Golden Flair, Fairylike Facility, Aimiliani, Cuchara, Angels Fall First und Wild Lady Roxanne. Zufrieden mit meiner Einteilung harkte ich die Pferde in meiner Tabelle ab und widmete mich den anderen beiden Fahrten. Meine Fohlen kamen auf jeden Fall in die letzte Fuhre. Und in der ersten sollten möglichst viele Pferde vom Gestüt von Herr Kramer mitfahren.
      Wieder begann ich aufzuteilen: Bei Kramer im Gestüt standen 26 Pferde. Cuchara und Juego würden allerdings erst in der zweiten Woche nachkommen, die konnte ich dann solange bei Immanuel unterbringen. Blieben 22 Pferde für die erste Fahrt, um bei Kramer die Boxen frei zu räumen. Die Fohlen Mississle und San Salvador würde ich bereits vorher abholen und zu Immanuel stellen.
      Es waren genau 10 Hengste, die ich alle zusammen in einen der großen LKWs stecken wollte. Somit wären Candle in the Wind, Laruna, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead versorgt. Die 14 Stuten würde ich auf den zweiten LKW und auf einen der Hänger verteilen, sodas noch ein Hänger blieb, in den ich Hengste laden konnte. In den Vierer-Hänger sollten Fatimah, Dark Misery, Paradises Rafinesse und Mizzi. Den LKW würden dann My Golden Heart, American Baby, Benjilala, Salwa, Dorina, Cinnemont’s History, Little Big Girl und Kolibri belegen. Außerdem sollten ihnen Haadeh und Little Miss Sunshine Gesellschaft leisten. In den Vierer-Hänger würde ich Levistino, Fantastic Fly, Caradoc und Caspar stellen. Somit waren die Pferde für die zweite Fahrt ebenfalls aufgeteilt.
      Fehlten nur noch die 18 Pferde für die letzte Fahrt. 9 von ihnen waren Fohlen – 6 Stutfohlen und 3 Hengstfohlen. Meine insgesamt fünf Hengste sollten zusammen mit den Stutfohlen in den großen Hänger. Somit wurde der LKW von Tschiwabschischi, El Racino, San Salvador, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Classic Moment und den Stutfohlen Reminiscent Inspiration, Unannounced Pleasure, Backup, Mississle und Ravenback belegt. In Eddi’s Hänger würden Everybody’s Darling, Hollybrook’s I Love You My Dear, Sharley und Bittersweet mitfahren. Der Hänger, der an den LKW gekoppelt wurde, würde somit von Fallen Immortaliny, Ace of Spades, Black Pearl und Pirate Island belegt werden.
      Aufatmend machte ich mir eine Tasse Tee und überdachte meine Aufteilung dann noch eine Weile. Im Großen und Ganzen war ich aber ziemlich zufrieden. Nun musste ich noch mit Immanuel abklären, dass Cookie, Juego, Mississle und San Salvador für eine Weile in seinem Stall unterkommen sollten, damit ich die Boxen bei Herr Kramer alle zusammen kündigen konnte. Immanuel erklärte sich sofort einverstanden und so konnte ich diesen Punkt auf meiner Liste auch abhaken. Nun ging es an den aufwändigeren Teil: Ich musste mir überlegen, wie mein Gestüt aussehen sollte, das Ganze mit Architekten abklären und natürlich Baufirmen beauftragen, damit die Renovierung schon bald beginnen konnte.
    • Sammy
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      Der große Umzug
      Teil III
      Fahrt 1
      Aufgeregt wälzte ich mich in meinem Bett herum. Seitdem ich mein neues Gestüt gekauft hatte, war inzwischen ein halbes Jahr vergangen und heute würden wir endlich die erste Fuhre mit Pferden nach England bringen. Die zweite Fuhre folgte dann am nächsten Wochenende und mit dieser würde auch ich endgültig nach England ziehen. Während dieser einen Woche vor dem Umzug würden sich Mr. Bane, Liz und Tim um meine Pferde kümmern, Eddi, Immanuel und Klaus übernahmen dann die Pflege für die Woche nach meinem Umzug. Außerdem hatte ich für den nächsten Tag fünf Vorstellungsgespräche anstehen, immerhin brauchte ich Personal um mein Gestüt zu versorgen.
      Obwohl es erst halb vier Uhr morgens war, stand ich schließlich auf, duschte mich und schlüpfte in meine Stallklamotten. Dann ging ich in die Sattelkammer und kontrollierte noch einmal, ob ich auch nichts vergessen hatte. Das Zubehör der Pferde, die diese Woche mitkamen war bereits fein säuberlich verstaut, nur die Halfter, Transportdecken und Gamaschen lagen noch draußen.
      Ich legte mir einen Stapel Zubehör über den Arm und hängte alles ordentlich vor die Box des jeweiligen Pferdes. Anschließend begann ich damit meine Pferde zu putzen.
      Ich begann mit Fatimah und Dark Misery. Anschließend waren Mizzi und Paradises Rafinesse an der Reihe. Das waren die vier Stuten die als erstes mit mir mitkommen würden. Ich war gerade mit Rafinesse fertig, als Eddis fröhliche Stimme die morgendliche Stille zerriss.
      "Wusste ich doch, dass du auch nicht mehr schlafen kannst! Ich bin schon mit dem Hänger da, wen soll ich putzen?"
      "Oh hi Eddi, wie schön, dass du schon da bist! Übernimmst du die Pferde, die bei Immanuel mitfahren? Das wären Candle in the Wind, Dream of Wyoming, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead. Dann würde ich mit den Stuten anfangen, die in Klaus' LKW kommen.", bat ich meine Freundin.
      Die nickte, schnappte sich einen Putzkoffer und legte sofort los.
      Ich dagegen begann mit My Golden Heart, die kürzlich gekrönt worden war, und machte dann mit American Baby, Benjilala, Salwa, Dorina, Cinnemont's History, Little Big Girl, Kolibri, Haadeh und Little Miss Sunshine weiter. Als Eddi und ich fertig waren, war es auch Zeit, die erste Fuhre transportfertig zu machen. Also legten wir Fatimah, Misery, Rafinesse und Mizzi Transportdecken und Gamaschen an und führten die vier in meinen Hänger. Der war bereits vorbereitet: Die Heunetze waren gefüllt und das Zubehör war sicher verstaut. Auch mein Auto war rappelvoll beladen mit den ersten Klamottenkisten und sonstigem Kram, den ich flott brauchte.
      Nachdem wir die Pferde noch einmal kontrolliert hatten, ging ich mit Eddi noch einmal den Ablauf durch:
      "Also zwei Stunden nachdem ich los gefahren bin, sollte sich Immanuel mit den zehn Hengsten auf den Weg machen. Eine Stunde später kommt dann Klaus mit den Stuten und du bildest dann wieder eine Stunde später die Nachhut mit Levistino, Fantastic Fly, BMs Caradoc und Caspar, ja? Die Tickets hast alle du, vergiss also nicht, sie Immanuel und Klaus zu geben. Ich freue mich schon schrecklich darauf, dass du mein Gestüt kennen lernst, bis später dann!", ratterte ich hinunter, setzte mich hinters Steuer und fuhr los in Richtung Frankreich.
      Als ich endlich am Hafen ankam, stand die Fähre nach England schon bereit und ich konnte sofort mit dem Hänger darauf fahren. Dann verzog ich mich in den Hänger, um nach den Pferden zu sehen. Meine vier Stuten reckten zwar aufgeregt die Hälse, blieben aber verhältnismäßig ruhig, sodass ich als das Schiff ablegte ein wenig an Deck ging. Dort holte ich mir etwas zu Essen und stellte mich an die Reling, um ein wenig über die letzten Wochen nachzudenken.
      Ich war ständig zwischen Deutschland und England hin und her gereist, um möglichst viele der Arbeiten auf dem Hof zu überwachen. Zuallererst hatten wir die ganzen zerfallenen Gebäude abreißen und den Müll vom Grundstück entfernen lassen. Gleich im Anschluss begannen die Bauarbeiten an der Mauer, die das Grundstück umgab, immerhin sollte sie auch die Hengstkoppeln und die Gemeinschaftskoppeln an ihrer Außenseite begrenzen und musste deshalb so früh wie möglich fertig gestellt werden. Das Streichen der Mauer hatten dann Tim, Liz und ich übernommen, wobei wir literweise wetterfeste, weiße Farbe verbraucht hatten.
      Im Anschluss daran hatte endlich der Bau des rießigen Stalles begonnen. Ich hatte sehr lange mit meinem Architekten darüber gesessen, bis ich endlich zufrieden gewesen war. Und das Endergebnis konnte sich mehr als nur sehen lassen: In dem Stall war Platz für insgesamt 100 Pferde samt deren Ausrüstung. Außerdem befand sich eine große Futterkammer für das Kraftfutter darin.
      Der Stall war hufeisenförmig angelegt und hatte drei Eingänge. Der Haupttrakt, sowie die linke Seite sollte meine Stuten beherbergen. Im linken Teil gab es zudem einen extra abgetrennten Trakt für die werdenden Mütter und die frischgebackenen Mütter mit ihren Fohlen. Im Haupttrakt befanden sich zusätzlich zwei Eckboxen, die doppelt so groß waren, wie die normalen und gegenüber der Boxenseite befanden sich Futter- und Sattelkammer. Jede Box maß 4x3,5 Meter, besaß eine gerundete Front mit goldenem Namensschild und Halfterhalter und ließ zudem Kontakt zu den Nachbarpferden zu, da die Wände keine Gitterstäbe besaßen. Außerdem waren es alles Außenboxen, an die jeweils ein Paddock angeschlossen war. In der Mitte des Stallkomplexes war mein Putz- und Waschplatz angelegt worden. Er bot genügend Platz und war überdacht, sodass die Pferde auch bei schlechterem Wetter dort fertig gemacht werden konnten.
      Direkt hinter dem Stalltrakt lag die Gemeinschaftskoppel der Hengste, auf der all meine verträglichen Hengste zusammen stehen durften. Daneben folgten dann drei Koppeln für meine Stuten.
      Rechts neben dem Stallgebäude gelangte man zu den einzelnen Hengstkoppeln. Hier würden die Hengste stehen, die sich überhaupt nicht mit anderen verstanden, bzw die, die nur mit einem anderen Hengst auskamen.
      Das Zentrum meines Gestüts war nach wie vor das Haupthaus. Dieses hatten wir auch nicht abgerissen, sondern wunderschön restauriert, was dem alten Mr. Bane unglaublich glücklich gemacht hatte. Er hatte mir erzählt, dass seine Familie schon seit Generationen hier gelebt hatte und es ihn sehr stolz machte, dass der Hof endlich wieder gepflegt wurde.
      Mein Haus war umgeben von einem großzügigen Garten. Darum herum trafen sich sämtliche Wege des Gestüts. Direkt hinter dem Haus lag die Fohlenkoppel, damit ich meine kleinen Schätze auch aus dem Büro heraus im Auge behalten konnte.
      Auf der anderen Seite des Gestüts befanden sich die modernen Trainingseinrichtungen. Der erste Weg führte zum überdachten Longierzirkel und zum Schwimmbad, der zweite zur Grasrennbahn, die auf einer Seite komplett von Tribünen umgeben war, der dritte zur großen Reithalle mit direkt anschließendem Außenplatz und der letzte schließlich zu den Dressur- und Springplätzen. Auch hier waren zwei große Tribünen aufgestellt, da ich vorhatte des öfteren Turniere auf meinem Hof abzuhalten.
      Neben den ganzen Einrichtungen für die Pferde befanden sich aber auch ein Geräteschuppen, sowie ein schönes Gästehaus auf dem Hof. In dem Gästehaus sollte auch mein zukünftiges Personal wohnen und ich hoffte sehr, dass es allen gefallen würde. Der Parkplatz befand sich direkt an der Außenmauer des Gestüts, lediglich in Notfällen wollte ich Autos und Hänger auf meinem Hof haben.
      Gedankenverloren riss ich mich von der Reling los und stieg wieder hinab, um nach meinen Pferden zu sehen. Eigentlich müssten wir auch gleich ankommen.
      Und tatsächlich legten wir eine Viertelstunde später in Dover an. Ich startete den Motor und fuhr langsam von der Fähre. Bisher war alles großartig gelaufen. Auch die vier Pferde hatten die ca. 1 1/2 Stunden auf der Fähre gut überstanden. Insgesamt hatten wir nun bereits etwa acht Stunden Fahrt hinter uns und mussten noch knapp drei Stunden weiter fahren, bis wir endlich auf dem Gestüt angelangt waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass wir gut im Plan lagen und das Gestüt etwa um vier Uhr Nachmittags erreichen würden. Das hieß, dass alle Pferde bis sieben Uhr angekommen sein müssten, wenn alles gut lief.
      Wie bisher kam ich gut voran und erreichte um Viertel nach vier mein neues Zuhause. Das Tor stand offen, sodass ich gleich auf den Parkplatz fahren konnte. Ich stellte mich ganz nach hinten, da Immanuel und Klaus sehr viel mehr Sachen in ihren LKWs hatten, die wir zum Stall schleppen mussten.
      Ich stieg aus und streckte mich glücklich. Endlich war ich daheim. Plötzlich riss mich eine kleine Gestalt fast von den Füßen.
      "Tim! Was machst du denn da?", schimpfte gleich darauf Liz und lächelte mich entschuldigend an.
      "Wir haben schon Heu und Stroh vor die Ställe gebracht, du musst uns nur noch sagen, welche Boxen wir fertig machen sollen." Ich lächelte sie dankbar an.
      "Moment ich schaue schnell auf meinen Plan.", antwortete ich und kramte in meiner Handtasche herum.
      "Also Paradises Rafinesse und Mizzi kommen in die ersten beiden Boxen im linken Trakt auf der rechten Seite. Dark Misery und Fatimah bekommen die dritte und vierte Box von rechts im Haupttrakt.
      "Alles klar, gib uns ne Viertelstunde, dann können sie rein", meinte Liz und joggte mit Tim los, um die Boxen vorzubereiten.
      In dem Moment kam Mr. Bane um die Ecke und blieb erwartungsvoll vor dem Hänger stehen.
      "Ich muss sagen, ich bin sehr gespannt ihre ganzen Pferde zu sehen, nachdem sie so von allen geschwärmt haben!", sagte er lächelnd.
      Ich öffnete die Rampe und führte als erstes Mizzi heraus. Die hübsche Fuchsstute sah sich neugierig um, blieb aber ruhig. Nachdem ich sie am Hänger festgemacht hatte, durfte auch Rafinesse hinaus. Meine erst kürzlich eingerittene Jungstute war schon um einiges nervöser als ihre Freundin. Sie blähte aufgeregt die Nüstern und sah sich mit spielenden Ohren um. Danach waren Dark Misery und Fatimah an der Reihe. Die Isländer ließen sich brav aus dem Hänger führen und drehten ihre flauschigen Ohren in alle Richtungen, um so viel wie möglich mitzubekommen.
      "Sehr schöne Tiere, die Sie da haben Miss Sammy. Wie viele kommen denn heute noch an?", fragte Mr. Bane.
      "Insgesamt 24. Die nächsten müssten auch in einer Dreiviertelstunde ankommen, wenn alles gut läuft. Bis dahin sollten wir die Boxen vorbereitet haben, denn die Hengste sind meistens etwas ungeduldiger als meine Stuten", sagte ich zu ihm.
      Kaum hatten wir meinen vier Stuten die Transportsachen abgenommen, kamen auch schon Liz und Tim zurück und sagten, dass wir die Pferde nun in den Stall bringen konnten.
      "Darf ich auch eine nehmen?", fragte Tim mit leuchtenden Augen. Ich nickte lächelnd und drückte ihm Fatimah's Strick in die Hand. Die Isistute war brav und Tim würde sicherlich mit ihr klarkommen. Liz übernahm Mizzi, Mr. Bane die etwas schwierigere Misery und ich band Rafinesse los. Wir liefen an dem Springbrunnen vorbei, den die Pferde erst kurz ängstlich ansahen und von da aus direkt auf das Stallgebäude zu. Ich lief mit Liz in den linken Stutentrakt, während Liz und Tim die Isländer im Haupttrakt in ihre Boxen führten.
      "So, lasst uns schnell die Sachen ausladen und dann sollten wir die restlichen Boxen herrichten, denn meine drei Freunde kommen dann im Abstand von nur einer Stunde hier an.", berichtete ich den anderen.
      Zuerst machten wir die Boxen für Candle in the Wind, Dream of Wyoming, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead fertig. Als auch die restlichen vierzehn Boxen eingestreut waren, kontrollierten wir die Tränken und hängten Heunetze in jeder Box auf.
      Kurz darauf war ein Hupen zu hören und wir rannten zum Parkplatz um Immanuel zu begrüßen.
      Der Gestütsbesitzer sah recht müde aus, lächelte aber beim Aussteigen.
      "Es ist alles gut gegangen, die Pferde waren auch recht ruhig, nur Someone, Wyoming und Daemon musste ich ein Beruhigungsmittel geben, als wir mit der Fähre abgelegt haben.
      Er half mir dabei die Hängerklappe zu öffnen und führte dann sofort Fair Prince und Intolerable Life aus dem Hänger. Ich folgte ihm und band Hollywood Undead los, um Tim dessen Führstrick in die Hand zu drücken. Liz übernahm Pierre, Mr. Bane Daemon und ich holte Someone aus dem Hänger. Der Cremellohengst hatte weit aufgerissene Augen und sah sich nervös um. Als wir am Springbrunnen vorbeikamen, sträubten sich Daemon und Someone, doch sobald wir den ruhigen Hengststalltrakt betraten, begannen sie sich abzuregen.
      "Pierre kommt auf die rechte Seite in die zweite Box vor dem Durchgang zu den Stuten. Someone stelle ich direkt daneben. Intolerable Life soll auf die linke Seite in die sechste Box vom Stutendurchgang, Fair Prince daneben und Daemon stellen wir neben Prince. Ach so Tim, Hollywood Undead bekommt die Box neben Daemon.", ratterte ich herunter.
      Gleich darauf waren wir wieder beim Hänger. Tim durfte Ojos Azules nehmen, was dem Jungen ein Leuchten in die Augen zauberte. Liz übernahm Candle in The Wind, Mr. Bane Slaters Secret und ich band Dream of Wyoming los. Immanuel trug schon einmal einen Teil der Ausrüstung in die Sattelkammer.
      "Candle in the Wind kommt neben Intolerable Life, Jojo neben Pierre, Secret soll neben Someone und Wyoming kommt zwei Boxen weiter.", sagte ich wieder, während ich meinen Appaloosa in seine Box führte. Der Hengst drehte sich mit schiefgelegten Ohren im Kreis und entdeckte dann sein Heunetz. Das beschäftigte meine Hengste fürs erste.
      Nachdem wir auch die Ausrüstung der Pferde verstaut hatten, luden wir mein Auto aus, richteten unser Luftmatratzen - Lager für die Nacht und räumten meine Lebensmittel in den Kühlschrank.
      Dann gingen wir hinaus und warteten auf Klaus.
      Der kam auch kurz darauf angefahren und streckte sich erst einmal ausgiebig.
      Er übergab mir die Führstricke von My Golden Heart und American Baby, übergab Tim Cinnemont's History und Liz Dorina, drückte Mr. Bane die Führstricke von Little Big Girl und Kolibri in die Hand, Immanuel Benjilala und Salwa und führte zuletzt meine Araberdamen Haadeh und Little Miss Sunshine aus dem Hänger.
      Zwischendurch pfiff er beim Anblick meines neuen Gestüts immer wieder durch die Zähne.
      "Meine Güte Sammy, du hast dir hier echt was tolles aufgebaut! Ich bin gespannt wie deine Zucht laufen wird."
      Vor dem Stall teilte ich die Pferde gleich auf. Benjilala und Salwa kommen in den kleinen Stutentrakt neben Mizzi. My Golden Heart und American Baby ziehen in die Boxen auf der linken Seite und zwar in die vierte und fünfte vom Durchgang gezählt. Little Big Girl und Kolibri beziehen im Haupttrakt die Randboxen rechts und zwar die erste und zweite vom Hengstdurchgang aus. History und Dorina kommen in die ersten Boxen von rechts aus. Haadeh bezieht die dritte Box links vom Eingang im Haupttrakt und Little Miss Sunshine die zweite."
      Als alle Stuten gut versorgt waren, atmete ich erleichtert auf. Wir versorgten auch nun die Ausrüstung und begannen dann mit der Abendfütterung. Kurz darauf traf Eddi mit den letzten vier Hengsten für heute ein. Diesmal bat ich Liz, Tim und Mr. Bane das Sattelzeug zu nehmen, da diese vier Hengste doch ein wenig eigen waren. Eddi übernahm Caradoc, Immanuel Caspar, Klaus Levistino und ich meinen frisch gekörten Hengst Fantastic Fly.
      "So. Die vier kommen natürlich alle in den Hengsttrakt. Levistino bekommt die sechste Box auf der rechten Seite, Fly die daneben. Caradoc zieht auf die linke Seite in die fünfte Box und Caspar in die sechste. Und außerdem darf ich nun endlich verkünden: Das wars für heute, ich bestellte uns jetzt Pizza. Wer möchte noch?"
      Diese Ansage wurde mit zustimmendem Jubel aufgenommen und so machten wir uns gleich darauf auf, um den Lieferservice anzurufen. Bis dahin erntete ich weiterhin viele Komplimente für meinen wunderschönen Hof und meine noch schöneren Pferde. Ich war unglaublich froh, dass die erste Fahrt so gut geklappt hat und hoffte, dass die beiden ausstehenden auch reibungslos verliefen.

      Am nächsten Morgen verabschiedeten sich Eddi, Immanuel und Klaus schon sehr früh wieder. Ich wünschte meinen Freunden eine gute Heimfahrt und teilte ihnen mit, dass ich am Dienstag wieder zurückfahren würde.
      Dann räumte ich ein wenig im Haus auf, putzte meinen Pferdehänger und wartete dann vor meinem Haus auf die Bewerber.
      Insgesamt hatte ich zehn Termine vereinbart und Kandidat Nr 1 müsste in wenigen Minuten auftauchen.
      Tatsächlich tauchte kurz darauf ein großer, blonder junger Mann auf. Zu meiner Verwunderung kam ihm jedoch noch ein zweiter mit roten Haaren hinterer. Ich stand auf und ging auf die beiden zu.
      "Guten Tag! Willkommen auf Hollybrook! Ich nehme an, einer von Ihnen ist Samuel?", fragte ich neugierig.
      Der Blonde errötete ein wenig und meinte lächelnd: "Ja das bin ich, wir hatten telefoniert. Es tut mir sehr Leid, wenn ich Sie verwirre, aber Donald hier ist ein sehr guter Freund und kann wunderbar mit Pferden umgehen. Er hat nur leider vor kurzem seine Stelle verloren und deshalb dachte ich, sie könnten sich vielleicht einmal von ihm überzeugen?"
      Ich musterte Donald. Er war recht kräftig gebaut und machte einen netten Eindruck.
      "Na klar. Ich würde sagen, wir gehen mal zu den Ställen, dann kann ich mich mal von eurem Umgang mit den Pferden überzeugen. Ihr dürft euch nur nicht wunder, die Guten hatten gestern eine sehr lange Fahrt und sind deshalb heute vielleicht ein wenig gereizt."
      Die zwei Männer folgten mir und ich verfolgte aus den Augenwinkeln wie sie sich staunend das Stallgebäude ansahen.
      "Ich würde sagen, wir fangen bei den Hengsten an.", sagte ich, während ich die Tür zum Hengsttrakt öffnete.
      Sofort erschallte lautes Gewieher und den Neuankömmlingen wurden zwölf Köpfe entgegen gereckt. Nur Daemon und Dream of Wyoming kamen nicht an die Türen.
      "Ich würde sagen ihr holt jetzt Levistino und Fantastic Fly aus ihren Boxen, führt sie nach draußen auf den Putzplatz und macht die zwei dann sauber.", wies ich die beiden an und zeigte ihnen die Hengste.
      Samuel nahm meinen hübschen Schimmel, Donald halfterte Fantastic Fly auf. Die beiden großen Hengste waren zwar im Grunde brav, hatten allerdings auch eine gehörige Portion Temperament.
      Als erstes sah ich mir an, wie die beiden die Hengste anbanden. Dabei punkteten sie schon damit, dass sie mit den Tieren redeten und sie nicht direkt nebeneinander stellten.
      Auch beim Putzen gingen sie sorgfältig vor und Donald schaffte es, Fly innerhalb einer Bestzeit zu beruhigen, als der junge Hengst sich mal wieder unnötig aufregte.
      Auf die Fragen der beiden meinte ich: "Levistino ist ein achtjähriger Trakehner, Fly ist ein Holsteiner und erst vier. Beide sind bereits gekört und ich lege sehr viel Wert auf eine gute Ausbildung. So werde ich auch meinen Trainingsbetrieb wieder aufnehmen, sobald hier alles fertig ist. Es würde übrigens auch mit zu den Aufgaben der Pfleger gehören, ab und an beim Training der Pferde zu helfen. Aber das kommt nach und nach, da ich natürlich nicht jeden auf den Rücken meiner Pferde lasse."
      Die beiden nickten und führten ihre Hengste dann zu den Koppeln. Die beiden mussten zu meinem Leidwesen auf Einzelkoppeln, da sie sehr ausgeprägte Hengstmanieren hatten und sofort auf die anderen Tiere losgegangen wären.
      Ich bedankte mich bei den beiden Männern und versprach, mich noch am selben Abend bei ihnen zu melden.
      Kaum dass die beiden weg waren, kam auch schon die nächste Kandidatin.
      Am Ende des Tages hatte ich ohne Mühe sechs junge Leute ausgewählt. Außer Samuel und Donald würden Patrick, Brian, Anna und Meg bei mir anfangen. Arbeitsbeginn war der nächste Sonntag und alle sechs freuten sich schon sehr auf die Arbeit.
      Donald, Samuel, Brian und Meg würden außerdem bei mir auf dem Gestüt wohnen.
      Ich war sehr zufrieden mit dem Tag und fiel hundemüde auf meine Luftmatratze.
      Am nächsten Morgen holte ich Liz ab und fuhr mit ihr zu einem großen Möbelhaus. Samuel und Donald verdienten sich ein wenig Geld dazu, indem sie die Zimmer in dem Gästehaus strichen. Wir würden die Wohnungen der Mitarbeiter alle identisch einrichten, ein kleines Bad und eine Küchenzeile waren bereits vorhanden. Die Zimmer für die Gäste hatten ebenfalls ein Bad, jedoch keine Küche.
      Liz und ich verbrachten den ganzen Tag in dem Möbelhaus. Neben der Einrichtung für das Gäste- und Personalhaus kauften wir auch gleich meine neuen Möbel. Dann vereinbarten wir mit dem netten Herrn an der Information , dass die Möbel nächsten Samstag geliefert und auch gleich in die entsprechenden Räume gebracht werden sollten. Also würde ich bereits am Freitag mit den nächsten Pferden wieder herfahren.
      Nachdem ich meine Pferde versorgt und Liz und Tim die Futterpläne ausgehändigte hatte, ging ich schlafen, um am nächsten Morgen gut ausgeruht nach Deutschland fahren zu können.

      ~*~

      Fahrt 2
      In der darauffolgenden Woche packte ich mein letztes Hab und gut in Kisten, auch das Sattelzeug der verbliebenen Pferde sammelte ich bereits zusammen.
      Als der Freitag schließlich gekommen war, fing ich meine beiden jungen Ragdolls ein, schob sie in ihren Transportkorb und ging dann hinaus, um mich zu verabschieden und Isola della Pirateria, Adina de Ra'idah, Magical Moment und Thousand Sunny einzuladen.
      Eddi bekam von mir sämtliche Dokumente für die anderen Pferde, sowie die Verladungs- und Abfahrtspläne.
      Dann verabschiedete ich mich von meiner besten Freundin und nahm ihr das Versprechen ab, sich am Sonntag vor der Abfahrt noch einmal kurz zu melden.
      Bis zur Fähre lief alles wunderbar, doch als das Schiff ablegte, wurden Isola und Adina sehr unruhig. Also verabschiedete ich mich von dem Gedanken, die Überfahrt an Deck zu verbringen und öffnete die Vordertür des Hängers, um meine Stuten zu beruhigen.
      In diesem Moment rauschte mir etwas grau-weißes entgegen und ein aufgeregtes: "Finn, aus!", schallte durch die Schiffsgarage.
      Ich sah mich einem äußerst hübschen Australian Shepherd gegenüber, der mit eingeklemmten Schwanz versuchte, an mir vorbeizukommen.
      Gleich darauf kam mir ein großer, muskulöser Typ mit schwarzen Haaren und unglaublich grünen Augen entgegen und nahm den Hund mit hochrotem Kopf von mir weg.
      "Das tut mir wirklich sehr Leid, eigentlich ist Finn gut erzogen, aber er hasst die Überfahrt nach England...", begann er seine Entschuldigung.
      "Ach das macht doch nichts! Ich habe auch ein paar Vierbeiner dabei, die nicht ganz so begeistert sind.", sagte ich lachend.
      "Ja das dachte ich mir schon. Die machen ja nen ganz schönen Radau. Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Ihnen ein wenig Gesellschaft leisten würde? Es ist so unglaublich langweilig alleine.", fragte er mit seinem unglaublich süßen englischen Akzent.
      Ich stimmte freudig zu und so setzten wir uns samt Finn in den Vorraum meines Hängers. In unserem Gespräch stellte sich heraus, dass der nette Typ Kevin hieß, er Familie in Deutschland hatte, aber in Oxford studierte.
      "Und du eröffnest also ein Gestüt?", fragte er mit leuchtenden Augen nach.
      "Ja, dieses Wochenende kommt das zweite Drittel meiner Pferde nach England. Und nächste Woche hab ich dann wenn alles gut geht, alle drüben. Kannst du reiten?", antwortete ich.
      "Naja, ich hab es mal gelernt, aber wirklich gut bin ich glaube ich nicht... Du könntest es mir ja beibringen", meinte er grinsend.
      Ich schluckte und wurde mir zum ersten Mal der Nähe bewusst, die mittlerweile zwischen uns herrschte. Ich errötete und sah lächelnd zu ihm auf.
      Er wurde nun ebenfalls rot und stammelte: "Das war nur ein Scherz, keine Sorge!"
      Ich lächelte tapfer weiter, war aber insgeheim etwas enttäuscht. Mir war schon lange kein so netter Kerl wie Kevin mehr begegnet. Aber wie es aussah, würde ich ihn wohl nicht wieder sehen.
      Kurz darauf legten wir an und ich verabschiedete mich wehmütig von Kevin. Er hatte nicht einmal nach meiner Handynummer gefragt.
      Ich seufzte und machte mich auf, um den letzten Streckenabschnitt zu bewältigen.
      Auf dem Gestüt angekommen, wurde ich wieder von Liz und Tim erwartet. Heute war das Wetter nicht so toll, daher war Mr. Bane zu Hause geblieben, da sein Rheuma ihm Probleme bereitete.
      Ich führte Magical Moment aus dem Hänger und freute mich über die staunenden "Ohs" und "Ahs" von Tim und seiner Mutter. Meine Elitestute sorgte einfach immer für Bewunderung.
      Ich drückte Tim ihren Führstrick in die Hand und grinste, als er vor stolz einen ganz roten Kopf bekam.
      "Liz würdest du kurz hierblieben? Isola und Adina sind beide ein wenig schwierig, ich kann nicht beide zusammen nehmen, aber auch keine von ihnen alleine lassen.", bat ich meine neue Freundin. Liz nickte und ich führte Isola della Pirateria aus dem Hänger. Die junge Rappstute tänzelte mit aufgerissenen Augen neben mir her und drängte sich eng an Magical Moment.
      Vor dem Springbrunnen rammte sie die Hufe in den Boden und quiekte erschrocken.
      "Tim? Dreh Magic mal um und warte dann kurz auf uns!", rief ich dem Jungen hinterher, da Magic natürlich ohne Probleme am Brunnen vorbei ging. Nach einigen Überredungsversuchen bewegte sich Isola schließlich im Stechtrab an dem Brunnen vorbei. Wir banden die beiden am Putzplatz fest und nahmen ihnen die Ausrüstung ab. Tim und Liz hatten die vier Boxen bereits eingestreut, weshalb ich Tim auch nicht sagen musste, wohin die Stuten kamen.
      Ich wurde von freudigem Wiehern begrüßt und Isola entspannte sich sofort ein wenig. Magical Moment bezog die Box im Haupttrakt direkt rechts neben der Stalltür. Isola kam in die dritte Box daneben. Als ich mich versichert hatte, dass die Rappstute keinen Unsinn anstellen würde, joggten wir zurück zu Liz. Diesmal bekam sie den Strick von Thousand Sunny, ich übernahm Adina De Ra'idah und Tim trug schon einmal einen Teil der Ausrüstung zum Stall.
      Auch Adina zickte am Brunnen ein wenig herum, doch als sie das Wiehern von Little Miss Sunshine hörte war sie kaum noch zu halten. Wir nahmen auch den beiden die Ausrüstung ab und führten sie in ihre Boxen.
      Nachdem dann auch die ganzen Zubehörkisten verräumt waren, machten wir uns im Haus an die Arbeit. Morgen sollten schließlich die ganzen Möbel geliefert werden und zwar samt der rießigen Küche für mein Haus.
      Daher besorgten wir uns Wandfarben und strichen die Wände meines Hauses.

      Am nächsten Morgen stand ich bereits sehr früh auf und wartete auf meine Möbel. Um kurz nach acht fuhr bereits der rießige Laster vor und vier Männer sprangen heraus. Zwei von Ihnen kümmerten sich um meine Küche, die anderen begannen damit die Möbel ins Gästehaus zu bringen. Kurz darauf tauchte auch Liz auf und half mir alles zu koordinieren. Nachdem die Männer alle Möbel in die jeweiligen Zimmer gebracht hatten, fuhren sie wieder ab, während ihre beiden Kollegen die Küche anschlossen und aufbauten. Ich verzog mich währenddessen mit Liz in mein Schlafzimmer und wir verbrachten die nächsten Stunden damit mein Bett, den Kleiderschrank und die Badezimmermöbel aufzubauen.
      Anschließend gönnten wir uns eine Pause, verabschiedeten die beiden Handwerker und begrüßten dafür den Elektriker, der sämtliche Lampen in meinem und im Gästehaus anschließend sollte.
      Liz und ich verzogen uns mit dem Mann zusammen in die Personalwohnungen, die über den Garagen für Kutschen und Sulkys standen.
      Dort bauten wir jeweils ein Bett, einen Schrank, einen Spiegelschrank im Bad, einen Schreibtisch, einen Nachttisch, ein Bücherregal und eine Kommode auf. Die Küchenzeilen samt Hängeschränken waren bereits aufgebaut und auch die Badezimmer inklusive Waschmaschine waren bereits fertig.
      Wir schlossen unsere Arbeit in den Zimmer ab, indem wir die Vorhangstangen mit Vorhängen aufhängten, die Betten bezogen und in drei der Zimmer eine Schale mit Süßem stellten.
      "Puh das wars für heute. Ich fahre dich schnell nach Hause, du ziehst dich um und dann gehen wir essen, was hälst du davon?", fragte ich Liz. Die nickte fröhlich und machte noch einen kurzen Abstecher mit in mein Haus, um meine zwei süßen Kätzchen zu knuddeln.

      Der nächste Morgen begann genauso früh wie der Samstag. Wieder kamen Liz und Tim, um mir zu helfen. Zu allererst waren natürlich die Pferde an der Reihe. Wir versorgten die Pferde, die bisher hier standen und streuten dann 24 weitere Boxen ein.
      Gleich darauf machten wir uns daran, mein Haus weiter einzurichten. Wir bauten die restlichen Möbel in der Küche auf, danach war das große Esszimmer an der Reihe. Immerhin sollte es hier irgendwann einmal sehr gesellig zugehen, da ich nicht nur mein Personal des öfteren hier haben wollte, sondern natürlich auch meine Gäste bewirten musste.
      Als wir schließlich schon recht müde das Werkzeug verräumten, hörte ich die Stimmen meiner neuen Mitarbeiter. Ich hatte sie gebeten so rechtzeitig zu kommen, dass sie beim Ausladen der Pferde helfen konnten.
      Kurz darauf fuhr auch schon Immanuel auf den Parkplatz.
      "Immanuel nimmst du Black Soul? Er kommt in den Hengsttrakt, rechte Seite in die zweite Box links von Fly. Samuel, Donald nehmt ihr Wüstentänzer und Khamar al Sanaa. Die beiden kommen auch auf die rechte Seite in die ersten Boxen vom Eingang weg. Patrick du übernimmst Branagorn. Er kommt zwischen Fantastic Fly und Black Soul. Brian dir gebe ich Ghostbuster. Er kommt neben Wüstentänzer. Liz, Tim? Ihr übernehmt Orfino und Juego. Orfino kommt rechts neben Caradoc, Juego zwischen Caspar und Hollywood Undead. Bleiben noch Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Cheeky Jot und Hollybrook's Bloody Valentine. Valentine nehme ich. Anna du übernimmst Nova und Meg du hast die Ehre meinen Liebling Cheeky zu führen. Cheeky kommt in die erste Box auf der linken Seite, Valentine daneben und Nova neben Valentine."
      Nachdem wir alles verräumt hatten, atmeten wir erleichtert durch und ich schickte Immanuel ins Haus, damit er sich ausruhen konnte. Mein Freund wollte nämlich noch an diesem Abend wieder nach Hause fahren.
      Kurz darauf traf dann auch schon Klaus mit den Stuten ein. Wieder ratterte ich los:
      "Samuel, Donald euch gebe ich Samiyah und Mahira. Samiyah kommt in den Haupttrakt auf die linke Seite , in die erste Box an der Seite. Mahira steht direkt daneben. Brian du nimmst Wild Lady Roxanne. Sie soll neben Mahira. Liz und Tim ihr bekommt Golden Flair und Fairylike Facility. Anna du gehst gleich mit Aimiliani mit und Meg du nimmst Naboo. Die kommt neben Magical Moment, Aimiliani neben Isola, Facility zwei Boxen rechts von Thousand Sunny und Golden Flair zwei Boxen von Facilty weg. Patrick du nimmst Angels Fall First, Klaus geht gleich mit Cuchara mit und ich schnappe mir Walk of Fame. Angel kommt rechts neben My Golden Heart, Cuchara neben Salwa und Fame stelle ich zwischen Thousand Sunny und Fairylike Facility."
      Ich atmete tief durch als wir auch hier alles erledigt hatte und zeigte Samuel, Donald und Meg ihre neuen Wohnungen. Die drei waren restlos begeistert und bedankten sich überschwänglich. Anschließend schickte ich sie nach Hause und Klaus in mein Haus, da wir mit den vier Stuten die Eddi mitbrachte auch alleine fertig wurden.
      Als Eddi schließlich ankam übernahmen Liz und Tim Melody's Girl und Rose de Soleil, während Eddi und ich uns mit Precious Scream und Sahira abmühten. Meine Araberstute kam in die Box neben Little Miss Sunshine, Scream durfte zwischen Facility und Flair ziehen, Soleil kam rechts neben Adina und Melody links neben Adina.
      Ich kontrollierte gerade noch einmal alles, als Eddi grinsend auf mich zu kam.
      "Du vor dem Gestütseingang steht ein mega süßer Typ, der nach dir gefragt hat. Hast du vielleicht vergessen mir was zu erzählen?", fragte sie mich neckisch.
      "Ich hab keine Ahnung wer das sein könnte. Vielleicht noch ein Bewerber für einen Job...", meinte ich Schulter zuckend und ging zum Tor.
      Dort traf mich jedoch fast der Schlag, denn der mega süße Typ war kein anderer als Kevin!
      Er bemerkte meinen überraschten Blick und lief knallrot an.
      "Also ich muss dir was gestehen. Ich hätte mich Ohrfeigen können, dass ich dich nicht nach deiner Adresse oder wenigstens deiner Handynummer gefragt habe und deshalb bin ich dir am Freitag einfach hinter her gefahren, bis ich ungefähr wusste, wo du hinwillst. Ich war aber zu feige, dich da schon anzusprechen.
      Aber jetzt bin ich da und deshalb: Hättest du Lust nächsten Freitag mit mir Essen zu gehen?", ratterte er hinunter.
      Ich konnte mein Glück kaum fassen und nickte ihm strahlend zu.
      "Oh okay, das ist ja toll! Also..ich denke du hast zu tun und ich muss heute auch wieder zurück nach Oxford, aber ich freue mich schon sehr auf Freitag. Ach ja und hier, meine Nummer!", meinte Kevin, stieg in sein Auto und brauste davon.
      Eddi grinste übers ganze Gesicht und löcherte mich bis tief in die Nacht mit Fragen. Mein Umzug nach England lief wirklich besser, als ich es mir jemals erträumt hätte....

      ~*~

      Fahrt 3
      Endlich war der Tag gekommen, an dem der Rest meiner Pferde ankommen sollte. In der letzten Woche hatte ich mein Personal eingearbeitet, mein Haus eingerichtet und war nun daran, Charme in meinen Hof zu bekommen. Und natürlich hatte ich mich am Freitag mit Kevin getroffen. Seitdem telefonierten wir jeden Tag mindestens zwei Stunden und er hatte versprochen, das nächste Wochenende ganz hier zu verbringen.
      Ich stand bereits vor dem Tor und wartete auf Immanuel, der ja diesmal mit vierzehn Pferden ankommen würde. Auch meine Mitarbeiter, sowie Liz, Mr. Bane und Tim waren hier, um zu helfen.
      Als der rießige Transporter schließlich ankam, verteilte ich sofort wieder die Pferde.
      Immanuel übernahm Tschiwabschischi, Samuel El Racino, Donald San Salvador und Brian Classic Moment. Tschiwi kam neben Ghostbuster, Racino zwischen Tschiwi und Levistino, San Salvador zog zwischen Slaters Secret und Wyoming und Classic Moment kam auf die gegenüberliegende Seite neben Candle in the Wind.
      Liz schnappte Unannounced Pleasure, in die sie sich sofort verliebte, Tim nahm Reminiscent Inspiration, Anna übergab ich Levistino's Hope und Meg nahm Mississle. Für Patrick und mich blieben nun nur noch Backup und Ravenback.
      Die beiden Vollblutfohlen bezogen die Boxen ganz rechts im Haupttrakt. Mississle kam neben Little Big Girl, Inspiration und Pleasure kamen in den rechten Stutentrakt auf die rechte Seite direkt an den Durchgang und Hope auf die gegenüberliegende Seite neben Cuchara.
      Im zweiten Hänger warteten nun noch Ace of Spades, Black Pearl, Pirate Island und Fallen Immortaliny. Fallen durfte zwei Boxen rechts von Soleil stehen, Black Pearl neben Ravenback, Island neben Pearl und Spades zwischen Island und Melody.
      Kaum eine Stunde später war auch Eddi mit der letzten Fuhre da.
      Sie transportierte Everybody's Darling, die zwischen Naboo und Isola stand, Barakah al Sanaa, die die Box neben Hope bezog, Sharley und Bittersweet. Die beiden Araberdamen durften die Boxen rechts und links von Fallen Immortaliny ihr neues heim nennen.
      Ich atmete erleichtert durch Es hatte alles geklappt und endlich hatte ich alle Pferde sowie auch die ganze Ausrüstung hier. Ich kochte für meine Gäste ein feines Essen und lud sie dann alle ein, in ein paar Wochen zur Eröffnungsparty herzukommen.
      Endlich konnte ich meinen Lebenstraum verwirklichen!
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  • Album:
    Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Sammy
    Datum:
    27 Juni 2013
    Klicks:
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    Kommentare:
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  • Haadeh
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    [arab.: Mondschein]

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    Shitan
    V: Al CHatal
    M: Gihna

    Aus der: Hija del Viento
    V: Fuego del Disierto ox
    M: Princesa del Desierto ox


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    Rasse: Arabisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 25. November 2010
    Stockmaß: 1,55 m
    Fellfarbe: Mausfalbe?
    Kopfabzeichen: Blesse mit Mehlmaul
    Beinabzeichen: ///

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Haadeh bedeutet übersetzt "Mondschein". Dieser Name passt in vielerlei Hinsicht auf die hübsche Araberstute. Mit ihrem glänzenden Fell, dem feinen Langhaar und ihrem einwandfreien Exterieur hat Haadeh schon manchen Blick auf sich gezogen. Die junge Stute ist überaus fleißig und ehrgeizig. Sie ist auf Grund ihres Temperaments nichts für jedermann, doch wenn man dieses zu Händeln weiß, ist Haadeh ein absolutes Traumpferd. Sie besitzt schwebende, leichte Gänge, eine schier unglaubliche Ausdauer und den nötigen Willen zu siegen. Auf Rennstrecken legt Haadeh unglaubliche Geschwindigkeiten hin und verliert dabei trotzdem nie an Anmut und Eleganz. Kurz um: Sie ist ein Pferd , das in Sport und Zucht einmal groß herauskommen kann!

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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: ///
    Ersteller: Lie
    Vkr:
    Lie

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    E
    Rennen: A
    Springen: E
    Distanz: A
    Fahren: A

    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~


    Gewinnerin der SK[413] Alle Rassen
    1. Platz beim 182. Fahrturnier für Vierspänner
    2. Platz beim 166. Distanzturnier
    3. Platz beim 249. Galopprennen

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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Ja
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///