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vampyrin

Gwynbleidd *

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Gwynbleidd *
vampyrin, 31 Aug. 2015
Cooper gefällt das.
    • vampyrin
      Abenteuer Highlands
      © Ravenna

      Der Morgen begann mit Nebel über den Highlands, wie ich diesen Ausblick aus dem Fenster genoss! Mit einem schnellen Frühstück befanden wir uns nur eine Dreiviertelstunde später auch schon vor unserer extra abgesteckten Weide. Einen Teil der Jungpferdekoppel hatten wir abgezweigt um darauf unsere vier Turteltauben zu platzieren, in einem Teil befanden sich mein Moon und Kürbis auf der anderen Seite Finlay und die Stute dessen Name ich immer wieder vergaß. Natürlich waren die Fohlen mehr als interessiert an dem Geschehen auf ihrer Weide, waren dieser Tage jedoch eher unten am Strand anzutreffen, denn oben auf den Wiesen. Nymeria und Noomie passten zu unserem bedauern unter dem abgesteckten Zaun hindurch, zwar gab es keine Probleme mit den beiden jedoch sollten sich Cayden und Aiden – Kathis Stallpfleger- darum kümmern damit dies nicht mehr geschah. Später am Nachmittag wollte sich eine Freundin auf dem Hof „blicken lassen“ um sich mit der Stute Scylla bekannt zu machen, sie wollte diese eventuell als Reitbeteiligung haben. Zusammen mit Kathi , zwei weiteren Pflegern machten wir uns auf den morgendlichen Rundgang über die Koppeln, durch den Stall und allgemein über den Hof um zu schauen ob überall alles in Ordnung war. Vor etwas mehr als einer Woche war eine Trainerin auf dem Hof gewesen um sich die Fohlen ein wenig vorzunehmen, da der Frühling immer näher rückte waren sie mit der Weide genug ausgelastet. Thowra und Aesi hatten mit ihren knapp zwei Jahren noch Zeit, doch die beiden Shettystuten hatte ich vor demnächst ein wenig intensiver zu arbeiten. Zwar waren auch die beiden erst zwei Jahre alt, sollten jedoch schon etwas mit dem „Einfahren“ konfrontiert werden. Dies bedeutete erstmal die Bodenarbeit im Round Pen, Spaziergänge um sie an die Umgebung zu gewöhnen sowie erste Erfahrungen mit dem Geschirr. Doch zunächst durften sie ihren Sommer auf der weitläufigen Weide genießen, erst im Herbst würde ich diesem Plan folgen.?
      Auf dem Rundgang folgten uns Gamhain und Corvus quer über den Hof, der kleine Parson Russel hatte sich schnell mit der Bearded Collie Dame angefreundet, gemeinsam schliefen sie nun in einer der Boxen – vorsichtshalber hatte ich Corvus per Chip „kastrieren“ lassen um keine Welpenüberraschung zu erhalten. Zusammen mit dem Rundgang brachte ich gleich Varulv und Cayden Willow Maiden mit hoch an den Putzplatz. Mit etwas Abstand zueinander banden wir die beiden an, um anschließend ihr Sattelzeug zu holen. Die beiden wollten wir ein wenig auf dem Platz bewegen. Während unseres Gesprächs kam auch Kathi dazu, erzählte das einige ihrer Pferde nun ebenfalls verkauft werden würden, da sie sich ganz auf die Zucht konzentrieren wollte, wenig später stand sie mit ihrer Stute Green Tea ebenfalls neben uns am Anbindeplatz. Einer der Pfleger beschäftigte sich bereits mit dem Isländerhengst Uprising der nun bald eingeritten werden sollte. Die einfachen Dinge des Longierens hatte der nette Hengst bereits begriffen, eine Trense trug er ebenfalls schon. Um ihn nicht zu überfordern wollten wir mit dem Sattel und dem Reitergewicht noch ein wenig warten, doch im Grunde machte sich Uprising besonders gut. Desweiteren gefiel es mir zu sehen wie er und mein Dülmenerhengst Sturmwind einander zu gefallen schienen. Vielleicht lag dies daran, dass beide Hengste erst neu auf dem Hof waren. Nachdem die Pferde alle gesattelt waren machten wir uns zu dritt auf den Weg zum Platz, dort begannen wir zunächst recht unabhängig voneinander unsere Pferde warm zu reiten. Später als wir gemeinsam ritten hatten wir viel zu lachen, korrigierten einander und sprachen über all die möglichen Dinge die noch vor uns lagen oder getan werden mussten. Aiden war noch nicht ganz mit dem Ausmisten der Ställe fertig weswegen sie den Zaun noch nicht erledigt hatten, dafür hatten sie aber Nymeria und Noomie von der Jungpferdeweide geholt. Als Cayden sich nicht sicher war ob er das Tor geschlossen hatte zur Futterkammer gab er Willow einen ordentlichen Stupser in den Bauch, verließ im Galopp den Platz und ich schaute ihm Kopfschüttelt mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach. Auch Kathi musste ein wenig lachen, fragte bald darauf ob wir nicht ein paar Cavaletties mit aufbauen wollten. So stieg ich von Varulvs Rücken, stellte die ersten beiden an den Rand und eines etwa in die Mitte des Platzes. Etwa zur selben Zeit kehrte auch Cayden zurück – er hatte das Tor zwar nicht verschlossen, jedoch hatte Aiden daran gedacht und so waren die vorwitzigen Shettys nicht in die Futterkammer gelangt. Somit gesellte sich auch Cayden zu den Sprüngen hinzu. Bald darauf musste ich jedoch schon wieder hinunter vom Pferd, da mein Besuch nun bald auftauchen würde. Während ich nun Varulv also absattelte, ihm einen Eimer hinstellte und derweil bereits Scylla von der Koppel zu holen – dauerte bei der Größe der Wiesen auch „nur“ eine Viertelstunde, der Rückweg konnte zumindest auf dem nackten Rücken der Stute zurück gelegt werden. Dann brachte ich fix den Rapphengst Varulv noch auf die Wiese, dort wurde er bereits von meinem Wish Sehnsüchtig erwartet. Wish hatte heute eine Pause, denn er hatte erst vor zwei Tagen einen langen Ausritt zusammen mit Cayden und mir unternommen. Cayden war dabei meinen neuen alten Hengst Cap geritten, damals hatte ich ihn bereits einmal in meinem Besitz, seit nunmehr vier Tagen stand er wieder bei mir. Cap hatte sich schön in die Hengstgruppe integrieren lassen und zeigte ein vorbildliches Verhalten, sodass auch er heute eine Pause einlegen durfte. Ich wollte sie, falls es die Zeit denn dann noch erlaubte später vielleicht noch ein wenig auf dem Platz laufen lassen, anderseits mangelte es ihnen auf den Wiesen nicht unbedingt an Bewegung, da das Heu oben verfüttert wurde, die Tränke sich jedoch weiter hinten in den Hügeln befand hatten die Hengste immer eine bestimmte Strecke zurück zu legen. Auf dem Rückweg erwartete mich bereits Julie, in der Eigeninitiative hatte sie bereits begonnen Scylla zu putzen. Mit einer Umarmung begrüßten wir uns einander, während ich ihr ein wenig von der jungen Stute erzählte, doch im Grunde sollte es mit Scylla keine weiteren Probleme geben. Erst am Vortag hatte ich mich der jungen Stute beschäftigt, denn bald wollte ich auch erste Springturniere mit Scylla gehen. Vom Longieren kannte die Schimmelstute bereits die Trabstangen, sodass die kleinen Hindernisse für sie keine weiteren Probleme dargestellt hatten. Wir unternahmen nur einen ersten Spaziergang, da sowohl Julie als auch ich nicht viel Zeit hatten. Im Grunde zeigte ich ihr nur wo alles war, hatte ihr gezeigt wie Scylla gern gekrault wurde und wir hatten besprochen was sie alles mit ihr vor hatte. Da ich Julie schon lange kannte, machte ich mir da weniger Sorgen, ihr vertraute ich Scylla nur zu gern an.?
      Gegen Abend unternahmen wir dann noch alle einen schönen Ausritt, ich saß dabei auf dem Dülmenerhengst Sturmwind, Cayden hatte sich für Stormwind entschieden. Kathi gesellte sich auf dem Schimmelhengst mit der eigenwilligen Narbe dazu, Gwynnbleid war im Allgemeinen eine imposante Erscheinung. Um Finlay eine Pause zu gönnen von seinen Pflichten entschied Aiden sich für den etwas in die breite gegangenen Highlandhengst. So mit der ganzen „Familie“ in den Sonnenuntergang der Highlands zu reiten hatte etwas unheimlich entspannendes, auch kleine Galoppstrecken bauten wir ein, die Wettrennen die dabei entstanden waren immer mit dem selben Ergebnis – Gwynnbleidd gewann die Sache haushoch. Dahinter tauschten Stormy, Sturm und Finlay öfters die Plätze, nach mehr als drei Stunden – bereits im Dunkeln kamen wir zurück. Kathi und ich sagten den Jungs sie sollten die Pferde uns überlassen, mit wenigen Handgriffen war dieser Teil erledigt, jeder bis auf Finlay erhielt sein Futter. Danach brachten wir alle Hengste wieder auf ihre Wiesen, mit dreckigen Sachen huschten wir an den Jungs vorbei entledigten uns den Reitklamotten, wuschen uns ein wenig ehe wir aus der Küche alle Sachen für den Lagerfeuerabend hervor kramten. Neben ordentlich viel Gemüse, etwas Obst und dem Fleisch für die „Kerle“ hab es auch Marshmalows für uns alle. Aiden hatte aus dem Stall das Radio geholt, steckte den Musikstick hinein…bei den Klängen von Saltatio Mortis im Hintergrund ließen wir einen ereignisreichen Tag auspendeln. Dabei durfte gute Musik, Freunde und ein guter Met natürlich nicht fehlen! Im Flackern des Feuers war meine Zeit auf Heartland beinahe vergessen…hier lag nun mein neues Leben. Nach zwei Monaten hier fühlte ich mich endgültig angekommen.?

    • vampyrin
      Vom Renner zum Springer
      © Ravenna

      Ich stand am Putzplatz putze in aller Ruhe Uprising um ihn ein wenig zu longieren, da pfefferte jemand plötzlich seinen Helm auf den Boden. Sowohl der junge Hengst als auch ich schracken zusammen, mein Blick folgte der Flugbahn des Helmes. Eine missmutig dreinblickende Kathi stand dort, mit Ikarus am Zügel, dessen Atem noch immer nicht wieder ganz normal war. „Huch, was ist denn mit dir los?“ fragte ich Kathi. „Ach..die letzte Rennsaison war schon weniger gut verlaufen, wir haben ihn aus den Rennen genommen. Früher war er vollkommen wild auf das Rennen, war in den ersten Reihen mit dabei. Spätestens seit letztem Jahr scheint er nur noch mit der halben Arschbacke dabei zu sein. Zudem wird er mit seinen jetzt 6 Jahren langsam zu alt, für die kürzeren Strecken, auf die Dauer ist er einfach nicht schnell genug. Die Distanz macht ihm das Laufen schwerer, da er sowieso nicht richtig dabei ist erschwert das die gesamte Situation auch noch. Heute hab ich dann einen Übungsritt zusammen mit Aiden gemacht.“ Dabei schüttelte sie etwas hoffnungslos den Kopf „Selbst dein Moon hätte ihn einholen können! Das hab ich schon oft genug auf der Weide beobachten könne, wenn die Hengste wie die Irren darüber rennen.“ Während Kathi nun begann Ikarus abzusatteln, suchte ich nach irgendwelchen tröstenden Worten konnte in meinem Inneren jedoch keine entdecken. Da erfasste Kathi wieder das Wort „Ich hab ihn damals gekauft eben, weil er eben so gern gerannt ist. Ich habe ihm dabei nur zu gern zugeschaut. Jetzt wo er nicht mehr den Spaß daran hat bringt es mir absolut nichts ihn darin zu trainieren. Andererseits kann ich ihn nicht einfach aufgeben, so lang wie er bereits bei mir ist. Ein zusätzlicher Brotvertilger – wir können das stemmen, doch auch so, fett werden braucht er nicht.“ Missmutig und vor sich hin grübelnd verrichtete jeder seine Fertigkeiten. Uprising ließ sich mittlerweile ohne weitere Probleme auf dem Platz longieren, in dem jungen Hengst erkannte ich viele Charakterzüge seines Vaters wieder, sein Vertrauen in den Menschen hatte über die Monate immer mehr zugenommen. Das Klima stellte ihn auch nicht länger vor Probleme und durch den stetigen Wind hier an der Küste hatte er auch endlich wieder eine vollere Mähne und wurde nicht länger von Ekzem gequält. Im Trab zirkelte er brav um mich herum – auf der Wiese hatte er bereits einige Töltansätze gezeigt, doch beim Training war es bisher noch nicht dazu gekommen. Sobald er eingeritten war wollte ich ihn nach Holland zu Finya und Vina bringen um ihn ordentlich einzutölten oder ihm dort sogar den Pass näher zu bringen. Ich schüttelte den Kopf das würde noch eine Weile dauern, schließlich war er erst vier und ich hatte keine Eile. Den Sommer über würde er mit den jungen Hengsten auf der Hochebene verbringen, danach würde seine Arbeit weiter gehen. Glücklich kehrte ich mit einem leicht verschwitzten Pferd zurück, legte eine Decke auf seinen Rücken während er sein Futter bekam. Zu Besuch kamen derweil Noomie und Nymeria die ich aufgeregt davon scheuchte, nicht nur die Tatsache das Noomie rossig war – auch mussten sie Uprising ja nicht das Futter nehmen.?
      Am Abend leistete ich Cayden Gesellschaft als er die Unterlagen durchsah, in letzter Zeit sortierte er die einzelnen Daten der Pferde des Hofes in verschiedenen Ordnern anzulegen. Dabei gab es eine Menge Papierkram – bei dem ich schon lang nicht mehr durchschaute. Da mir das beobachten und seine Wortkargheit irgendwann auf den Keks gingen. „Ich geh mal nach Kathi schauen, die war heute etwas betrübt da Ikarus nicht länger gefallen am Rennen hat.“ Ein geistesabwesendes „mhm“ kam von Cayden als ich lächelnd aus dem Raum schritt. Den Flur entlang führte eine Treppe in einen weiteren Flur von dort gelangte man in die nächste Wohnung – die von Kathi. Wie Cayden meinte ebenfalls von Aiden, doch eigentlich hatte der junge Stallbursche eine Wohnung neben der Reithalle, oder eher in ihr. Zwar hatte Kathi mir in der Hinsicht bisher noch nichts verraten, doch fanden wir erst langsam zueinander, schließlich kannten wir uns erst seit etwa drei Monaten. Klopfend blieb ich vor der Tür stehen, die bald darauf von Kathi geöffnet wurde. Im Hintergrund erkannte ich ein Lied der Band Eluveitie, glaubte darin Omnos zu hören. „Wieder ein wenig erholt?“ Kathie winkte ab, bot mir einen Tee an „Was soll ich machen? Heulen bringt mir herzlich wenig in dem Fall. Ich habe überlegt ihn jetzt mehr in der Dressur zu fördern, aber da zeigte er bisher auch nicht die nötige Ausdauer am lernen.“ Bedächtig hörte ich zu, wenn Ikarus auf langen Strecken die Ausdauer fehlte so fiel auch die Distanz weg, Dressur war nicht seine Stärke – er hatte auch einfach nicht den nötigen Pepp in den Gängen. „Wie macht er sich denn beim Springen?“ Kathi unterbrach ihre Überlegungen kurz, dann fuhr sie fort „Seine Vorbesitzerin hat nie davon gesprochen und auch ich hab ihn bisher nicht springen sehen oder lassen.“ Da erhellte sich ihr Gesicht ein wenig, und ich zeigte ein Lächeln „Lass uns morgen die Halle ein wenig abstecken, ein paar Hindernisse aufstellen und ein paar der Pferde zusammen mit Ikarus springen lassen? Am besten Moon und Varulv, die beiden haben bereits Erfahrung und können ihm den Weg zeigen.“ Kathi stierte auf die Wanduhr – sie zeigte gerade 21 Uhr – „Ich denke da das hier unser Hof ist…könnten wir das doch jetzt machen?“ Kathi hatte ein Gedanke gefasst und soviel hatte ich bereits mitbekommen, hatte sie diesen ließ sie davon nicht zu schnell ab. Also liefen wir über den Hof, holten vom Hengstpaddock – man war ich froh das die Pferde noch nicht auf den Sommerweiden waren…denn der Weg dorthin dauerte etwa eine Viertelstunde und ehe man die gewünschten Pferde dann mal gefunden hatte konnte schon mal eine weitere halbe Stunde vergehen. Zumindest hatte mir das Cayden oft gesagt, so hatte ich beschlossen immer ein paar der Pferde hier oben zu behalten – so konnte ich faul wie ich war hin reiten um die Pferde zu holen und das andere Pferd mitnehmen. Mit Ikarus, Moon und Varulv am Strick ging es hinein in die Halle, das Licht und der Lärm beim aufbauen der Hindernisse führte auch bald Aiden zu uns der etwas verwirrt auf das Geschehen blickte, mit einem schütteln des Kopfes jedoch mit dabei war. Nach einiger Zeit hatten wir tatsächlich alles aufgestellt, die Pferde hatten sich es im Dunkeln vor der Halle beinahe gemütlich gemacht und mussten drinnen ein wenig wach gemacht werden. Mit einer Anfangshöhe von einem knappen halben Meter begannen wir also unseren Versuch. Moon und Varul taten den Anfang, Ikarus war bereits ganz heiß hinter den beiden her zu rennen als Aiden ihn vom Strick löste. In einem Affenzahn raste er auf das Hindernis zu – ich dachte schon er würde mit voller Breitseite hinein rennen ehe er seine Beine mit einer ruckartigen Bewegung beinahe bis an die Ohren nahm und über das Hindernis hinweg fegte. Wir drei sahen uns alle ein wenig belämmert an – der junge Hengst war beinahe einen Meter höher gesprungen als nötig. „Na wenn der nicht für das Springen geeignet ist…fress ich nen Besen.“ kommentierte ich die Situation. Auch die weiteren Sprünge zeigten ein solches Muster, nachdem wir alle Pferde wieder an ihren Ort gestellt hatten, gingen wir wieder ins Haus hinein. Diesmal gesellten wir uns in die gemeinsame Küche im Erdgeschoss des Hauses. „Zumindest haben wir etwas gefunden für das Ikarus geschaffen zu sein scheint. Aber ich bin so lang nicht mehr gesprungen, vor allem nicht mit einem ungeübten Pferd.“ Warf Kathi ein. Unweigerlich musste ich an die Legende der Griechen denken…Ikarus mit den Flügeln aus Harz und Federn, der zu nah an die Sonne geriet und hinab stürzte. So war es auch mit dem Pferd…im Rennen war er hoch hinaus gekommen, war tief gefallen, doch wie der Ikarus aus der Legende der nach seinem Tod zum Olymp aufgestiegen war so hatte auch der Hengst einen neuen Weg gefunden. „Was hältst du davon, wenn ich ihn trainiere?“ Kathi stieß ein leichtes quietschen aus, ihre Augen leuchteten „Würdest du?!“ „Natürlich, dafür bin ich ja auch Trainer. Am besten wir nehmen gleich das Geländespringen in Angriff, du selbst hast mal gesagt gerade im Gelände sei er eine Lebensversicherung. So haben wir ein nahezu perfektes Geländespringpferd. Gewöhnen wir ihn noch an Dinge wie Baumstämme, Wassergräben , Büsche und die Sache könnte ein ziemlich guter Plan werden, oder?“ Kathi stimmte zu umarmte mich bevor ich nach oben ging – sagte mir eine gute Nacht. Oben angekommen kuschelte ich mich zu Cayden in unser gemeinsames Bett – mein irischer Bär schlief bereits, doch das Licht brannte noch und auf seiner Brust lag ein Buch „the Daylight War“ ich hatte es bereits gelesen, doch nun hatte es Cayden in seinen Bann gezogen. Mit langsamen Bewegungen nahm ich ihm das Buch, schaltete das Licht aus und legte stattdessen meinen Kopf auf seine Brust um dann die Decke über uns zu ziehen.?
      Frisch aus den Federn, geduscht und satt gefuttert befand ich mich nun mit Ikarus am Halter auf der Hofinternen Geländestrecke, die Hindernisse die ich ihm bisher gezeigt hatte waren ihm minder egal gewesen. Der Wassergraben war nicht ganz sein Fall gewesen mit Argusaugen hatte er das Wasser beobachten, ein wenig gezögert ehe er sich durch ein Leckerli überzeugen ließ hindurch zu gehen. Ich musste nur einen Weg finden, dass er später darüber hinweg gehen würde. Später würde er einen Baumstamm überwinden müssen, dahinter ein Becken voller Wasser. Bis es jedoch dahin kommen würde musste er einige Turniere bestreiten, während dieser Zeit würden wir viel mit Wasser üben um ihn daran zu erinnern. Mit ihm kehrte ich wieder zurück, setzte mich auf seinen Rücken und kehrte mit ihm in die Halle zurück. Allein waren die Hindernisse kein Problem gewesen, doch wie sah es mit einem Reiter aus? Die ersten Sprünge machten mir recht schnell klar – nope es stellte keine Probleme dar. Also machten wir für diesen Tag Schluss mit dem Training. Am Nachmittag holte ich mir den Hengst noch einmal aus dem Stall, ging diesmal direkt mit ihm auf die Strecke. Kleine Baumstämme, die zu Trabstangen auf dem Boden lagen machten den Anfang. Es folgte ein erster Sprung, den der Hengst ein wenig widerspenstig nahm. Mit einem gewissen Mut machte er sich an den Ziellauf, zögerte einen Moment ehe ich ihm die Waden energisch in den Bauch drückte und er doch noch absprang. Also zog ich im leichten Trab einen Zirkel um das Hindernis herum um noch einmal darüber hinweg zu springen. Ein zweites und auch das dritte Mal erzielten das Ergebnis – er sprang ohne weitere Probleme. Nun folgten auch die weiteren Hindernisse in der Strecke, bis auf den Wassergraben denn da galoppierte er einfach hindurch. Da es früher Abend wurde machte ich Schluss, den Wassergraben konnte ich auch noch später in Angriff nehmen. Ich erzählte Kathi beim Abendbrot von unseren Erfolgen an diesem Tag, sie schien darüber zu strahlen und dieser Fakt machte auch mich Glücklich.?
      Die nächsten Tage hatte ich vor den Wassergraben mit Caydens Hilfe einige kleine Büsche gepflant, so sah es nicht nur hübscher aus, nein der Hengst nahm es auch endlich als ein Hindernis wahr. Der Wassergraben stellte nicht länger ein Problem dar, Ikarus sprang geübt über die einzelnen Hindernisse, sogar in Begleitung von Moon. Da jedoch lag eines der kleineren „Probleme“ da fühlte er sich wie in einem Rennen und raste sosehr durch den Parcours das ich es mit der Angst zu tun bekam. Da in einem Turnier jedoch keine anderen Pferde mit im „Ring“ dabei waren, gab es da nicht viel zu tun. Ansonsten musste bei Ikarus nun einfach die Routine dazu kommen, mit jedem Training ob nun mit mir, Kathi oder aber Aiden würde egal sein. Hauptsache man blieb bei der Sache, aber da machte ich mir mit Kathi gar keine Sorgen, auch sie hatten ihn bereits einmal gesprungen nachdem sie sich auf Moon mit den ersten Geländehindernissen bekannt gemacht hatte. Danach machten wir einen entspannten Ausritt, diesmal begleiteten uns die „Männer“ des Hofes. Aiden hatte sich für diesen Ritt Gwynnbleidd herausgesucht. Cayden gesellte sich auf Sturmwind hinzu, während ich mit Kathi noch einmal die Pferde tauschte, sie auf Ikarus und ich auf meinem Moon. Zusammen mit unserer Truppe liefen auch Uprising und Cap ohne Reiter mit einher – wir befanden uns auf einer Insel mit sehr wenig Betrieb. Sie folgten Moon ihrem Herdenchef beinahe überall hin und würden uns somit sicher nicht abhanden kommen…?
    • vampyrin
      Tierarztbericht #1
      © Eowin

      Nachdem ich die Pferde von Sarah allesamt behandelt hatte, ging das Prozedere bei den Pferden von Kathi weiter. Gott Lob waren es nur Acht Pferde, die keine vorher angekündigten Brüche, Unwilligkeiten oder Lahmheiten zeigten, was mich schon einmal etwas beruhigte.
      Ich war froh, dass Sarah noch da war und mir im Zweifelsfalle helfen konnte, denn Kathi war verhindert gewesen – ein wichtiger Termin hatte sie abgehalten, persönlich bei der Behandlung zugegen zu sein.
      Doch Sarah und ich waren in dem Ablauf schon sehr gut routiniert, sodass sie wie selbstverständlich bereits den ersten Kandidaten aus der Box holte.
      Es war der Berber Hengst Gwynnbleidd.
      Ich begrüßte den Schimmel kurz, dann begann ich auch bei ihm mit der Kontrolle. Der Siebenjährige blieb anständig stehen und musterte mich misstrauisch, während ich Schleimhäute, Nüstern, Augen, Muskeln und Gelenke kontrollierte. Alles war vollkommen in Ordnung, mir fiel nur auf, dass er noch etwas überbaut war, sodass beim Training darauf geachtet werden müsste, ihn wirklich korrekt rund zu reiten.
      Gwynnbleidd wurde gegen Tetanus, Influenza und Herpes geimpft, da noch keine Impfungen vorlagen. Er war nicht begeistert und quietschte mich an, machte aber keinen großartigen Stress. Auch die Wurmkur nahm er zwar ruhig, aber nicht ohne seinen Unmut auszudrücken hin.
      Zu guter Letzt zupfte ich dem Schimmel einige Haare für den Gentest aus und stopfte sie in ein Röhrchen. Das Ergebnis würde ich Caed Crevan zusenden.
      Dann war der Berber auch schon fertig und mein nächster Patient konnte kommen.

      Ergebnis des Gentests bei Gwynnbleidd:

      ee aa Gg
      Gwynnbleidds Nachkommen werden zu 50% Schimmel werden. Mit einem Fuchs angepaart, wird die andere Hälfte sicher Fuchs. Durch die Homozygotie des rezessiven Agouti kann er keine braune Fellfarbe hervorrufen.
    • vampyrin
      Hufschmiedbericht #1
      © Jackie

      „Amy ich muss jetzt los“, meine Hand glitt noch ein letztes Mal durch ihr dunkelblondes Haar, ein letzter Kuss und ich stieg in meinen Jeep. „Wir sehen uns Morgen!“ Ich blickte auf die Straße. Die Sonne schien gerademal durch die Baumkronen und warf warme geld-orangene Lichtstrahlen auf die Erde nieder. Nach Cead Crevan waren es einige Stunden Fahrt. Doch war meine Aufgabe als Hufschmied heute mehr als nur wichtig – ich hatte es mit den ganzen Pferdebestand von Sarah Kyren zu tun.
      „Hallo Sarah!“, begrüßte ich sie mit einem Lächeln im Gesicht. Die altbekannte Freundin schüttelte mir die Hand. „Ist Amy nicht mit gekommen?“, ihr Blick verriet Enttäuschung. „Tut mir leid, aber momentan gibt es einfach viel zu viel zu tun.“ Sarah nickte verständnisvoll. „Ein ander‘ Mal“. Dann sah ich mich um, in der Hoffnung schon meine ‚Patienten‘ zu sehen. „Ty, Stormbringer wartet im Stall auf dich. Ich bringe dir dann die Zuchtpferde nacheinander.“ Ich nickte, betrat die Stallgasse und übernahm Stormbringers Strick. „Wann war der letzte Hufschmied Termin?“ Sarah die neben mir stand, blickte in ihr Logbuch. „Am 06.12.2013“ Ich sah mir die Hufe genauer an. „4-5 Monate sind schon eine lange Zeit. Stormbringers Hufe sind ziemlich lang – lahmt er?“ Sarah schüttelte den Kopf –„Nein er lahmt nicht, aber Ty! Es tut mir Leid hier findet sich so schwer ein potentieller Hufschmied!“ ich lächelte Amys Freundin an. „Aber Sarah das höre ich jetzt nicht zum ersten Mal.“ Aus meiner Lederschürze zückte ich eine Hufzange. Dann stellte ich Stormbringers Hufe nacheinander auf den Hufbock um die Hufe zu kürzen, anschließend in Form zu raspeln und mit dem Hufmesser zu korrigieren. Sarah verriet mir dass der Hengst auf Leckerlies abfuhr. Also lenkte sie ihn mit einem kleinen Apfelleckerbissen vom Geschehen ab. Nachdem ich fertig war, klopfte ich auf sein Hinterteil und sah Sarah an „Der nächste bitte“.
      Es war Wishing Well. „An ihn kann ich mich noch erinnern!“ sagte ich schnell und begrüßte den Hengst mit einem Kräuterleckerchen. Dieser stupste mich energisch an, in der Hoffnung noch ein weiteres Leckerchen zu bekommen. „Und wann war sein letzter Termin?“ – „Auch am 06.12.2013“. „Ja das ist mir auch aufgefallen“ sagte ich schnell, griff wieder zur Hufzange nachdem ich Wishings Well Huf auf den Hufbock gestellt hatte. Es dauerte nicht lange bis ich zur Raspel greifen konnte und schließlich beim Hufmesser angelangt kam. „Wie sieht es mit den anderen Pferden aus, waren die alle im Dezember das letzte Mal?“ Sarahs Blick im Logbuch verriet mir das sie erst einmal nachgucken musste. „Leider Ja“, antwortete sie beschämend. „Okay Sarah, ich gehe davon aus das die Hufe nur zu lang sind, wir werden ja sehen.“
      Nun war mein Liebling an der Reihe. ‚Moonlight Shadow‘ ihn kannte ich bereits vom vorherigen Jahr, noch bevor Sarah umgezogen war. Er und Figaro waren beste Freunde und kannten sich schon seit der Jährlingszeit. Ich führte den Hengst durch die Stallgasse, begutachtete die Hufe und entdeckte eine brüchige Stelle im rechten Hinterhuf. „Ich würde den Huf ordentlich einpinseln“ empfahl ich ihr. Ehe ich den Huf mit Huföl bepinselte, kürzte ich ihn in die richtige Länge, raspelte ihn ordentlich und schnitt ihn mit dem Hufmesser aus. Nun pinselte ich die Hufe ein, damit sich keine weiteren Risse bildeten.
      „Hier“, Sarah übergab mir den Strick von Kürbis. Die Connemara Stute betrachtete mich neugierig. Mit einem sachten Stupser begrüßte sie mich. „Sie ist sehr schön“, bemerkte ich nebenbei, hob jeden Huf einzeln an und begutachtete sie mit kritischen Blick. „Hier ist alles in Ordnung“. Ich nahm wieder meine Zange aus der Schürze und kürzte die mittlerweile viel zu langen Hufe. Kürbis hielt still, schnupperte nur hin und wieder an meinen Rücken. Nachdem die Hufe gekürzt waren, nahm ich die Raspel um die Hufe in eine ordentliche Form zu raspeln. Anschließend schnitt ich sie mit dem Hufmesser aus und schnitt den Hufstrahl in die ideale Form. „Fertig!“
      Nach Kürbis folgte Scylla, auch eine Connemara Stute. Sie war weiß und hatte einen ausdrucksstarken Kopf. „Sie wird keine Zicken machen“ erwähnte Sarah. Ich nickte und begutachtete ihre Hufe. Wunden fand ich keine. „Sie lahmt auch nicht oder?“ – „Nein.“ Zufrieden griff ich wieder einmal zur Hufzange um die Hufe zu kürzen, anschließend zur Raspel und zum Schluss zum Hufmesser. Als ich jedoch am rechten Vorderhuf die Hufsohle ausschnitt, konnte ich einen tiefen Riss erkennen. „Die Hufe sind zu trocken, das hier sieht nicht so toll aus.“ Gab ich seufzend wieder. Deshalb strich ich die Hufe mit einem Lorbeeröl ein.
      „Hier ist Varulv“ ich begutachtete den noch jungen Hengst. Seine Ohren nach hinten gerichtet, sein Blick voller Neugierde. „Ist er immer so?“ ich deutete auf die Ohren, Sarah lachte bloß und sagte: „Nein nur bei dir Ty“ ich musste ebenfalls lachen. „Ihr seid beide einfach frech!“. Nachdem ich den Hengst durch die Stallgasse geführt hatte, wurde meine Vermutung bestätigt. Kein lahmen, keine Fehlstellung. Also hob ich seine Hufe nacheinander auf den Hufbock um ihn anschließend zu kürzen, zu raspeln und mit dem Hufmesser auszuschneiden. Doch beim Ausschneiden ließ mir Varulv keine Ruhe. Ständig zupfte er an meiner Schürze, oder schlug mit dem Schweif nach mir – bis ich ihm schließlich einen vielversprechenden Blick zu warf „Mach das noch einmal und du wirst zu Pferdefutter!“ Sarah wusste natürlich dass ich dies nicht ernst meinte. Nachdem Varulv endlich still stehen blieb, konnte ich die Hufe zu Ende ausschneiden.
      Nach Varluv folgte ein weiterer Hengst, diesmal ein Highlandpony. „Bei ihm brauchst du dir auch keine Gedanken machen.“ Warnte Sarah mich vor. „Und wann war der letzte Hufschmied Termin?“ – „Er hier war das letzte Mal im April 2014“ ich lächelte begeistert. „Das sieht man ihm an.“ Ich brauchte lediglich die Hufe raspeln und erneut ausschneiden. Die Hufzange wäre überflüssig gewesen und eine Korrektur nicht nötig. Pacino’s Yeal benahm sich fabelhaft. Dösend stand er in der Gasse, während ich die Vorderhufe im Angriff nahm, die Hinterhufe gab er ohne Mucken nachdem meine Hand sein Bein berührte.
      Nun kam die letzte Patientin vom Zuchtstall – nämlich Willow Maiden. Eine Connemara Stute die Varulv ziemlich ähnlich sah. Von mir jedoch, war sie alles andere als begeistert. „Hallo Willow!“ ich streichelte ihren Kopf. Sie wich zurück und musterte mich mit einem misstrauischen Blick. „Ich verstehe schon“ sagte ich grinsend, versuchte sie mit einigen Leckereien zu besänftigen ehe ich mich um die Hufe kümmerte. Diese waren ziemlich lang, dazu brauchte ich die Stute gar nicht mal durch den Stall führen. Also nahm ich die Hufzange, kürzte sie, raspelte sie anschließend schön förmig und schnitt sie mit dem Hufmesser aus. „Wieviel Uhr haben wir?“ fragte ich Sarah welche mir gerade Willow abnehmen wollte. „Ungefähr 20 Uhr, aber Ty! Lass dir Zeit, du kannst auch gerne morgen weiter machen, ich habe ein Gästezimmer.“ Dankbar nahm ich das Angebot an und verließ für heute den Stall.
      Am nächsten Morgen begab ich mich zum Hauptstall von Caed Crevan. Hier standen die Pferde von Sarahs Zuchtpartnerin. „Wir beginnen mit Eisblume“, sagte Sarah und führte mir die Stute vor. „Hufschmied Termin?“ fragte ich sie und blickte auf den starken Gang der Stute. „Noch im diesen Jahr – 07.01“ ich nahm ihr die Stute ab und band sie an der nächst gelegenen Putzstange fest. „Die Hufe sind mittelmäßig lang. Es sieht nicht schlimm aus.“ Sagte ich während ich die Hufe mit der Raspel bearbeitete. Anschließend schnitt ich die Hufe mit dem Hufmesser aus.
      Die nächsten Pferde auf der Liste waren Ikarus und Gwynbleidd. Ich übernahm beide im Anschwung, da das Raspeln, kürzen und ausschneiden wenig Zeit in Anspruch nahm. „Auch im Januar ?“ – „Ja“, Sarah führte mir die Pferde nacheinander vor. „Ok sieht doch schon Mal ganz ok aus“, also begann ich mit Ikarus, bei ihm kürzte ich die Hufe minimal, raspelte sie dafür umso mehr. Da die Hufe in die Höhe und nicht in die Länge gewachsen waren, Gwynbleidd hingegen benötigte die Hufzange, welche mir das Kürzen der Hufe um einiges erleichterte. Anschließend schnitt ich die Hufe der beiden Pferde aus. Die Beiden waren anscheinend an den Prozess eines Hufschmiedes gewöhnt, da sie schön still hielten.
      Green Tea war das nächste Pferd. Auch sie war eine schöne Highland Stute mit einer außergewöhnlich schönen Fellfarbe. Sarah erzählte mir dass sie im Januar das letzte Mal beim Hufschmied war. Ich schaute mir die Stute genauer an. Leider konnte ich erkennen dass sie eine Fehlstellung hatte. „Die Stute steht mit den Vorderbeinen zu weit nach innen“ Sarahs Stirn zog sich kraus. „Was machen wir denn da?“ – „Keine Sorge Sarah, ich habe Hufschuhe dabei die die Stute für einen Monat tragen kann. Dadurch geht die Fehlstellung etwas weg. Aber bevor ich die Hufschuhe anpasse, muss ich erst einmal die Hufe kürzen.“, denn die waren wirklich ziemlich lang geworden. Mit der Hufzange und einer Raspel bewaffnet, stürzte ich mich auf die ersten Vorderhufe. Die Stute blieb ruhig und lauschte lediglich den Vögeln im Dachgiebel. So konnte ich auch relativ schnell die Hufe in Form raspeln und ausschneiden. Nachdem die Hufe fertig waren, ging ich zu meinem Jeep um Hufschuhe aus der mobilen Schmiede zu holen. Anschließend passte ich sie an Green Tea’s Hufen an. „Wie gesagt, in einem Monat kannst du sie wieder abnehmen.“
      Nun unser vorletzter Patient aus dem Hauptstall. ‚Finlay‘ las ich vom Boxenschild. Als ich den Hengst aus der Box führen wollte, blickte er mich bloß starr an. „Komm schon mein Dicker“, sagte ich laut und zog am Strick. Dieser jedoch stemmte seine Beine in den Boden. „Das macht er öfters.“ Sagte Sarah seufzend, begab sich in die Box und versetzte dem dicken Highlandpony einen kleinen Klaps auf den Hintern. Finlay setzte sich in Bewegung. Zuerst ließ er sich gar nicht durch die Stallgasse führen, damit ich seine Hufe begutachten konnte, doch nach einigen Aufforderungen gab auch er nach. „Danke“ sagte ich zu Sarah, die mir half Finlay in Bewegung zu versetzen. „Er hat auch etwas lange Hufe, da kann ich aber nur mit einer Raspel dran.“, erklärte ich der jungen Frau und nahm das große, monströse Gerät. Finlay legte die Ohren an, als ich seinen ersten Huf auf den Hufbock auflegen wollte. Ich ließ mich jedoch nicht beeindrucken und raspelte einfach in raschen Bewegungen den Huf in Form. Nun musste auch Finlay sich eingestehen das es keine Chance hatte, sich mit mir anzulegen. Die restlichen Hufe ließ er über sich ergehen. Nach 15 Minuten konnte ich die Hufe ausschneiden „Wunden, oder Sonstiges habe ich keine entdeckt.“
      Zu guter Letzt, stand ich vor Abraham van Helsing. Ein Highland x Achal Tekkiner. Er hatte schon einige Erfolge gesammelt und sein Hufschmied-Besuch liegt auch schon einige Monate hinter ihm. „Er ist an allem gewöhnt.“ Ich nickte und führte den Hengst durch den Stall. Mit baumelden Ohren, trottelte er mir hinter her. Ich trieb ihn ein wenig, damit er mir nicht einschlief. „Mein Lieber, ich kann deinen Gang nur bewerten wenn du mir auch zeigst was du kannst.“ Und das tat van Helsing. Mit federnden Schritten trabte er über den Boden. „Ich erkenne keinerlei Probleme“ mein Blick war an Sarah gerichtet. Erleichtert nahm sie mir das Pferd ab, damit ich die Hufe raspeln und ausschneiden konnte. Auch hier zeigte der Hengst sich von seiner besten Seite. „Er hat sehr gute Manieren“, sagte ich freundlich, gab ihm einem Abschiedklaps und verließ den Hauptstall. „Nun die Fohlen“, Sarah führte mich zu den Fohlen und Jährlingen.
      „Die sieht aber schön aus!“ ich betrachtete die Shettystute Noomie. Noomie war schon einiges gewohnt, weshalb sie oft zur Freizeit eingesetzt wurde. „Die Hufe sind ein wenig hochgewachsen, aber nicht lang. Ich werde sie deshalb raspeln müssen.“, also griff ich nach meiner Raspel und hob den ersten Huf auf den Hufbock. Willig ließ sich Noomie die Hufe kürzen, damit ich sie anschließend ausschneiden konnte. „Ist sie nicht lieb?“, fragte Sarah mich mit einem verträumten Blick. Ich konnte ihr nicht wiedersprechen.
      My Hope, Nymeria – ebenfalls ein Shetty und im gleichen Alter wie Noomie. „Ihr Hufschmied Termin reicht bis zum Februar hinweg.“, erklärte mir Sarah und notierte einige Dinge in ihrem Logbuch. Da Noomie und Nymeria ständig zusammen sind, bestand ich darauf dass Sarah, Noomie neben Nymeria festhielt. In der Zeit konnte ich ganz schnell und einfach die Hufe in Form raspeln und ausschneiden, ohne das Nymeria Angst bekam, da Sarah erwähnte das ihr die Unsicherheit angeboren sei.
      „Begeben wir uns nun zu den Isländern“, Sarah führte mich zu einem Islandmix, welcher gerade mal 2 Jahre alt war. Sie war eine hübsche Stute mit einem weit zurückreichenden Stammbaum. Ihre Hufe waren in einem guten Zustand, der letzte Hufschmiedbesuch reichte gerade mal einen Monat zurück – so hatte mir Sarah erzählt. Also brauchte ich die Hufe nur grob raspeln und ordentlich auszuschneiden. Nachdem das getan war, konnte ich mich direkt zum nächsten Fohlen, beziehungsweise Jährling begeben. Nämlich Aesi. Ebenfalls 2 Jahre alt. Ihre Hufe waren auch im Nu gemacht. Auch wenn Ravenna sie motivieren musste nicht vor dem gruseligen Ding ‚Die Raspel‘ zu scheuen. Die kleinen Hufe ließen sich einfach ausschneiden, die Hufsohle war noch nicht voll ausgewachsen und die Hufe wiesen keine Risse auf. „Diese Jährlinge sind vollkommen gesund.“
      „Hier haben wir Luna. Luna ist Isländerstute. Bei ihr würde ich aufpassen, sie kann zickig sein. Ich habe sie gestern erst zu mir geholt, weshalb ich dir sehr dankbar wäre wenn du sie dir mal unter die Lupe nehmen würdest.“ Doch gleich beim ersten Versuch die Hufe annähernd anzuschauen, bleckte sie die Zähne und lehnte die Ohren nach hinten an. „Könntest du sie kurz halten?“ ich warf Sarah einen bittenden Blick zu, doch auch Sarah schien nicht gerade Erfolg zu haben. Schließlich entschied ich mich dazu ihr eine kleine TTouch Massage zu gönnen, damit sie sich entspannte und nicht vollkommen vertrauenslos in mich war. „Mach du bitte weiter, damit ich anfangen kann.“ Sarah massierte sie während ich mir ihre Hufe ansah. „Ich kann nichts erkennen“ sagte ich schließlich und nahm das Hufmesser. „Nicht zu kurz, nicht zu lang. Ich schneide jetzt nur etwas Hufsohle aus“.
      Unser vorletzter Patient war eine volle Überraschung für mich. Es war das Haflingerfohlen Omnia Lunara, welches wir dieses Jahr aus Bonito und Money gezüchtet hatten. „Und wie macht sie sich?“ Sarah lächelte mich an. „Prima! Die Hufe dürften auch völlig in Ordnung sein, oder?“ ich nahm den Strick des kleinen Fohlens und führte es kurz durch die Stallgasse. „Ja, aber ich kontrolliere sie zur Sicherheit nochmal genauer.“ Sarah hielt die Kleine fest, als ich jeden Huf einzeln abhob. Es bedarf an Motivation und Vertrauen damit die kleine Stute mir die Hufe willig gab – zwingen wollte ich sie zu nichts. „Ich kann nichts erkennen“ antwortete ich zufrieden und schnitt den Huf aus. Viel konnte ich jedoch nicht wegschneiden.
      Moon’s Pumpkin war mein letzter Patient. Es war das erste Zuchtfohlen aus Moon und Kürbis. Gleichzeitig der Spielgefährte von Lunara. Pumpkins Hufe sahen sehr gut aus, sie waren nicht zu lang. Dafür musste ich den Strahl zurecht schneiden, dieser war ein wenig verwachsen. Aber nicht problematisch. „Es ist völlig normal wenn der Strahl so ausschaut.“ Antwortete ich rasch, damit Sarah sich keine Sorgen machte.
      „So ich bin jetzt fertig!“ ich schüttelte die Hand der jungen Frau und ging zu meinem Jeep. „Vielen Dank für die Unterbringung, das Frühstück und vor allem – das Wiedersehen!“ lächelnd verabschiedete ich mich und fuhr davon … Richtung Heartland … zu meiner geliebten Amy.
      May 5, 2014
    • vampyrin
      Trainingsbericht #1

      Distanztraining E auf A

      Shortys Ausbildungscenter
      © Ofagwa


      ".. Heute war ich bei Sarah Kyren, es ging um das Distanztraining von Gwynbleidd. Ich ging zum Offenstall, dort hatte Sarah den weißen Hengst schin gesattelt und erwartete mich bereits," Hei ich bin Sarah Kyren und das ist Gwynbleidd", begrüste sich mich, ich gab ihr die Hand," Michelle Mckes", antwortete ich freundlich und schaute sie an, ich wusste warum sie selbst nicht reiten konnte, sie tat mir leid aber ich wusste man sollte sie nicht noch drauf ansprechen.. ich ging zu Gwyn und reichte ihm einen Keks," na schmeckt?", fragte ich ironisch, nachdem er mir seine Nüstern in mein Gesicht gedrückt hatte. Wir führten ihn in richtung Wald, Sarah drückte mir ein Walki-talki in die Hand und sprach," Wenn etwas ist dann musst du diesen Knopf drücken"; sie deutete auf aufen schwarzen Button an der Seite," und sprechen, aber ich denke das alles glatt läuft, hier hast du eine karte vom Wald und den Feldern, ich habe die makiert wo du lang musst, es geht auch durch einen Fluss aber er macht das", sagte sie und drückte mir noch einen Rucksack mit einer Waserflasche in die Hand. "Klasse dann sehen wir uns", sagte ich und stieg auf. Gwyn lief einen fleißigen Schritt und ehe ich mich versah waren wir schion im Wald, heute war es Windstill und recht angenehm, es war aufjedenfall nicht zu warm zum reiten. Während Gwyn fast von alleine die ersten 5 kilometer im Wald bewältigte schaute ich mich um, es waren helle Mischwälder und nirgends waren Menschen zu sehen. Nun ließ ihn Gwyn traben, der Hengst sprang artig an und ließ ein gleichmäßiges Tempo, ich nahm die Zügel etwas an, so das ich eine gute verbindung hatte, er hielt sehr gut durch und war kaum aus der Puste, ich schaute auf die Uhr, es war 14 Uhr und wir hatten schon gue 7 kilometer hinter uns, ich meldete mich kurz bei Sarah," Hey, wir sind jetzt schon gute 7 Kilimeter geritten die meiste zeit noch Schritt, jetzt kommen wir zu den Feldern"," Du kannst jetzt gern traben und Galoppieren, ich denke er dürfte warm genug sein", sagte sie und wir beendeten das Gespräch. Ich schaute erneut auf die Karte um mir sicher zu sein das ich richtig war. " Na komm", sagte ich und legte mein Bein nach hinten, Gwyn galoppierte an und rannte voller Elan über die Weide, es machte ihm sichtlich spaß und wir legten ein gutes Stück zurück. " na kannst du noch?", fragte ich den Hengst nach dem 3 Berg den wir nun schon hoch galoppiert waren, er wurde langsamer und ich ließ ihn traben, aber stätig. Jetzt hatten wir so circa die Hälfte geschafft, Gwyn began schon zu schwitzen und bei mir machte sich ein durst gefühl breit. Ich holte die Flasche hinten aus der tasche und lief gwyn weiter gehen, denn bald würde der kleine Fluss kommen wo er auch trinken konnte. Ich trank etwas ehe ich die Falsche wieder wegsteckte. Gut 7 Minuten brauchten wir bis zum Fluss, gierig streckte Gwyn seinen Hals nach dem kühlen nass und ließ sich beim trinken kaum stören. Der Fluss floss langsam dahin und er war nicht sehr tief, ich freute mich innerlich schin darauf danach das Feld hochzugaloppieren, denn Gwyn machte alles klasse mit. " Also los"; sagte ich nachdem Gwyn beschlossen hatte das er keinen Durst mehr hat, ich trieb ihn durch den Fluss, er hob die Beine schön hoch und der Schweif wurde durchs Wasser gezogen, als ich ihn angaloppierte schlug er mit dem Schweif und ich bekam etwas Wasser im Gesicht ab, ich grinste und ließ ihm die Zügel. Zurück durch den Wald trabten wir fast durchgehend, er hatte ein gutes Tempo gefunden aber trotzdem wurde er langsam K.O. denn immerhin hatte der Hengst schon gute 25 kilometer hinter sich und noch 5 vor sich. " Na komm", sagte ich und galoppierte ihn an, als eine schöne gerade strecke vor uns lag. Diesmal gab Gwyn gas, ich denke mal er wusste das sein "Zuhause2 vor uns lag. Der kühle Wind im gesicht war sehr wohltuend, und seine Mähne war nur gerade kurz genug das sie mir beim leichten Sitzt nicht immer ins Gesicht peitschte. Kurz vor Ankumpft auf den Hof dämmerte es schon und im Wald neben mir konnte man einen Hirsch erkennen, als er Gwyn entdeckte schaute er und perplex an und wand sich ganz langsam in richtung Unterhol, ehe er zwischen Bäumen und Streuchern verschwand. Als wir auf den Hof kamen war Gwyn erledigt, ausgepowert und kladder nass am Hals und am Gurt. ich schaltete das Walki-Talki an ," Hei schau mal nach rechte", sofort wendete Sarah ihren Blick zu uns," Na wie war es?"," Gut gut", sagte ich," er konnte zwischendurch nicht mehr und wir haben eine Schrittpause eingelegt, aber sonst war er fleißig dabei, aber bei mir ist auch Ende im Gelände, mein Hintern tut weh", bermekte ich lachend als ich von dem weißen Hengst stieg. Sarah lachte und nahm mir den Hengst ab, ich ging mit und zusammen duschten wir seinen Hals, die Brust und die Beine samt Gurtbereich ab, danach bekam er noch einen Keks von mir und ich konnte zusehen wie er sich sichtlich wohl im Offenstall in den Sand packte und sich ausgibig wälzte. Ich verabschiedete mich von Sarah Kyren und dem weißen Hengst und fuhr Heim."
      Jul 22, 2014
    • vampyrin
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    • vampyrin
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    • vampyrin
      Trainingsbericht #2

      Military von E auf A
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      © Gwen


      Es war sehr früh am Morgen, als mein Handy klingelte. "Hm?", nahm ich verschlafen ab und bekamen einen halben Schreck, als ich Elisas hochmotivierte und aufgeregte Stimme hörte. "Das ist nicht dein Ernst? So lange schon? Hm - bleibt mir was anderes übrig?", murmelte ich seufzend und legte auf. Stöhnend ließ ich mich zurück in mein Kissen sinken und versuchte verzweifelt noch einmal einzuschlafen, doch daran war nun nicht mehr zu denken.?
      Ich hatte von Elisa gerade ein weiteres Pferd übernommen und in meinem Kopf begannen bereits die Planungen des Trainings. Mich würde ein junger Berberhengst erwarten, welchen ich auf unserer Militarystrecke trainieren durfte. "Mein erstes Militarytraining mit einem fremden Pferd!", murmelte ich aufgeregt und so wie ich Sarahs Pferde kannte, würde auch Gwynbleidd eine kleine Besonderheit sein.

      Am nächsten Morgen war es auch schon so weit - ja, Elisa hielt nichts von frühen Ankündigungen - und der Schimmel sollte in Kanada ankommen.?
      Ich hatte lange überlegt, ob ich ihn doch lieber bei Elisa auf dem großen Gestüt unterbrachte, doch dann entschied ich mich doch für meine kleine Ranch. Von hier aus brauchte ich im Schritt auch nur 10 Minuten zur Militarystrecke und es gab dann immer viele Aufwärmungsmöglichkeiten.?
      Die morgendlichen Stallarbeiten hatte ich schnell hinter mich gebracht, denn der Fahrer hatte sich schon für recht früh angekündigt. Das hieß für mich etwas Stress, denn die Box für den Neuankömmling musste auch noch hergerichtet werden!?
      Punkt genau war ich fertig und als ich dann Stall verließ, hörte ich auch schon den Trailer kommen. Der Fahrer war sehr in Eile, ließ mich nur schnell die Papiere unterschreiben und lud dann den Berberhengst aus. Ich nahm ihm dankend das Pferd ab und dann war er auch schon weg.
      "Also du bist Gwynbleidd.", murmelte ich und strich dem großen Hengst sanft über die Nüstern. Mit meinen knapp 1,64m wirkte ich neben seiner Statur wie ein Zwerg und das, obwohl er eigentlich gar nicht so groß war - stattdessen besaß er eine sehr wirkungsvolle Aura.

      Der Schimmel musste eine lange Reise hinter sich haben, denn das Gestüt Caed Crevan lag in Schottland. Also würde sich Gwynbleidd erst einmal auf seiner Weide die Beine vertreten dürfen. Während ich überlegte, schubberte sich der Hengst an mir und schaute mich mit seinen großen dunklen Augen neugierig an. "Na, ich glaube mit uns beiden wird das was.", meinte ich lächelnd und führte ihn zu der Weide.
      Gwyn war sehr gut erzogen und wartete geduldig, bis ich ihm das Halfter abgenommen hatte, doch dann hielt ihn nichts mehr. Wie ein verrückter jagte er über die Weide und buckelte fröhlich vor sich hin. Da schien jemandem eindeutig die Bewegung gefehlt zu haben! Grinsend beobachtete ich ihn noch ein Weilchen, ehe ich ihn erst einmal in Ruhe ließ. Er durfte sich den Vormittag über ausruhen und auf der Weide bewegen, ehe wir unsere erste Trainingseinheit beginnen würden.
      Ich hatte allerhand Zeit gehabt, mich mit meinen Vierbeinern zu beschäftigen und nun wurde es Zeit für Gwyn. Ich wollte den hübschen Hengst erst einmal besser kennenlernen, weshalb ich ihn nur longieren wollte. Mit einer Karotte bewaffnet, lief ich zur Weide, doch der Hengst war sogar schon vor mir am Gatter und schien nur auf Abwechslung zu warten. Ich halfterte ihn auf und gab ihm zur Belohnung die Karotte, ehe ich ihn in den Stall führte. Aufgeregt tänzelte Gwyn neben mir her und von dem ruhigen Hengst von vor einigen Stunden war nun nichts mehr zu merken.
      Ich musste ihn einige Male zurechtweisen, damit er nun endlich still am Putzplatz stehen blieb und ich ihn fertig machen konnte. Natürlich hatte er sich in seiner freien Zeit gründlich gewälzt und ich durfte das Elend nun wieder bereinigen. So konnte ich ihn aber wenigstens besser kennenlernen und nach seiner kurzen Trotzphase war er wirklich lieb. Ich machte ihm den Kappzaum um, die Longe dran und schnappte mir die Longierpeitsche und schon ging es raus auf den Reitplatz.
      Dort führte ich ihn erst einmal ein Weilchen herum, damit er warm wurde und seine Muskeln sich lockerten, immerhin war Oktober und es war schon lange nicht mehr so warm wie sonst. Dann schickte ich ihn auf den Zirkel und ließ ihn auf beiden Händen im Schritt gehen und übte die Schritt-Halt Übergänge. Als er locker und entspannt den Hals fallen ließ, ging ich in den Trab über. Anfangs lief er wie angestochen los, entspannte sich aber wieder schnell und arbeitete fleißig mit.
      Natürlich sollte ihm nicht langweilig werden, also vergrößerte und verkleinerte ich den Zirkel, übte Tempi- und Handwechsel und baute auch ab und an eine Stange mit ein. So war Gwyn stets bei mir und voll motiviert.
      Wir arbeiteten doch recht lange, aber Gwyn schien die Bewegung zu brauchen, danach war er sehr verschwitzt, da er auch noch nicht geschoren war, weshalb ich ihm direkt eine Abschwitzdecke überwarf und ihn ein wenig trocken führte. Dann brachte ich ihn in den Stall, wo ich erst einmal nochmal drüberputzte und ihn dann in seine Box stellte. Dort wechselte ich die Abschwitzdecke gegen eine Neue, damit er wieder etwas trockenes auf den Rücken hatte. Am Abend würde ich ihn dann wieder von seiner Last befreien.

      Die kommenden Tage wollte ich Gwyn erst einmal unter dem Sattel kennenlernen, aber natürlich baute ich auch schon die Grundlagen für die Geländestrecke ein. Denn im Gelände war der Schimmel noch arg unerfahren. Heute wollte ich ihn erst einmal auf dem Platz reiten und kennenlernen – dort hatte ich heute Mittag schon Hand angelegt und allerhand aufgebaut.
      Den Vormittag hatte er wieder auf der Weide verbracht und nun holte ich ihn zum putzen und satteln in den Stall. Gwyn strotzte schon nur so vor Energie und wirkte sehr aktiv. Aus dem Grunde führte ich ihn auch heute wieder warm, ehe ich mich in den Sattel schwang. Sofort war Gwyn nämlich hellwach und wollte losmachen. Ich beschäftigte ihn also mit vielen Übungen, damit er bei mir blieb und gar nicht die Gelegenheit hatte, Unsinn zu machen.
      Als wir beide dann warm waren und ich sehr gut mit ihm klar kam, nutzte ich die aufgebauten Sachen. Erst ritten wir über die Trabstangen und Cavaletti und übten auch das Durchreiten von bunten Flatterbändern, Planen und bunter Gummi-Stangen. Im Gelände konnte einem jederzeit etwas unerwartetes begegnen, umso besser war es, wenn der Hengst schon jetzt gegen die ulkigsten Dinge abgehärtet war.
      Die heutige Stunde beendete ich damit, dass ich Gwyn noch an niedrigen Hindernissen springen ließ, um zu schauen wie ausgereift seine Springtechnik schon war. Er sprang zwar mutig ab, aber wir mussten wohl oder übel noch allerhand an dem Timing und der Technik trainieren und so wusste ich schon, was wir die kommende Woche erst einmal trainieren würden, ehe es in das Gelände ging.

      Gwyns Trainingsplan war sehr abwechslungsreich gestaltet und das schien dem Hengst auch zu gefallen. Einen Tag in der Woche hatte er komplett frei, nämlich den Mittwoch. An zwei weiteren durfte er Vormittags freispringen und wurde nachmittags longiert und die restlichen vier Tage beschäftigte ich ihn unter den Sattel. Dabei gab es eine große Auswahl am Training:
      Zum einen ließ ich immer eine Stunde Dressur mit einfließen, denn die möglichst leichte Hilfegebung und das Gehorsam des Pferdes im Gelände waren ungemein wichtig. Dann trainierten wir viel Springen, erst nur an einzelnen und kleineren Hindernissen, doch irgendwann auch schon in einem kleinen und einfachen E-Parcours. Und zu guter Letzt machten wir auch allerhand Schrecktraining, gingen vor oder nach der Stunde noch eine kleine Runde ins Gelände und so konnte ich Gwyn alles zeigen, was ihn schon bald auf der Geländestrecke erwarten würde.
      Zwei Wochen hatte ich mit Gwyn auf der Ranch verbracht, ohne auch nur ein einziges Mal an die Geländestrecke zu denken, denn das Geländereiten war eine hohe Kunst und ohne gefestigte Grundlagen mehr oder weniger gefährlich. Gwyn schien die tägliche Bewegung und Beschäftigung sehr gut zu tun und er wurde auch von Mal zu Mal entspannter. ?
      Es war noch relativ früh am Nachmittag, als ich mich dafür entschied, heute nach dem Schrecktraining die Geländestrecke zu besuchen. Also machte ich Gwyn fertig und ging erst einmal wie immer mit ihm auf den Reitplatz. Doch diesmal beendete ich das Training etwas eher und brach in Richtung Crown Hill auf.
      Da Gwyn schon warm war, konnte ich auch ein wenig traben und so waren wir schnell bei der Geländestrecke angekommen. Heute wollte ich die Strecke nur mit ihm abgehen, damit er die seltsamen Hindernisse kennenlernen konnte und er fand alles sehr interessant. Ich ließ ihn sich immer alles genau anschauen und Hügel oder Wasserbecken durchquerte ich auch schon mit ihm.
      Dann machten wir uns auf den Heimweg. Dort versorgte ich den Hengst für den Abend und telefonierte danach erst mit Sarah, um ihr Bericht zu erstatten und dann mit Elisa, um das morgige Training auszumachen.

      Es war noch recht früh und Gwyn war der einzige Vierbeiner, der heute noch nicht auf die Weide durfte. „Tut mir leid, mein Hübscher, aber Elisa hat sonst keine Zeit.“, meinte ich grinsend und machte ihn fertig. Gwyn schien sogar noch ein wenig verschlafen zu sein und ließ sich ohne große Probleme putzen und satteln. Dann schlüpfte ich noch schnell in meine Reitstiefel, setzte den Helm auf und los gings.
      Ich drehte kurz ein zwei Runden auf den Platz, ehe wir uns durch den nebeligen Wald auf den Weg zur Geländestrecke machten. Das Wetter war heute nicht sonderlich berauschend und würde unser Training auch behindern, aber leider konnte ich den Nebel nicht davonpusten.
      An der Geländestrecke erwarteten uns schon Elisa und Nacro, welche mich begleiten würden – alleine sollte man nie im Gelände trainieren. Gemeinsam drehten wir eine Trabrunde durch den Parcours und Elisa erklärte ihn mir kurz und rief mir wieder die wichtigsten Stellen ins Gedächtnis. Danach entfernten wir uns jedoch noch einmal von dem Parcours und übersprangen auf der davorliegenden Wiese einige kleinen Naturhindernisse, welche nicht höher als 50cm waren.
      Gwyn machte sich ganz gut und schien auch durch die Anwesenheit eines zweiten Pferdes entspannter zu sein. Also konnten wir den nächsten Schritt wagen und gingen dann allmählich die einzelnen Hindernisse des einfachen Parcours durch. Zuerst sprang immer Elisa und dann folgten Gwyn und ich. Wir verbrachten viel Zeit an den einzelnen Hindernissen, damit der Schimmel sich daran gewöhnen konnte. Manche sprangen wir mehrmals, andere klappten direkt einwandfrei.
      So wandelte sich unser Trainingsplan allmählich. Ich verbrachte fast jeden Tag auf Gwyns Rücken und wir waren viel im Gelände unterwegs und mindestens jeden zweiten Tag mit Elisas auf der Geländestrecke. Erst immer nur zum Springen über einzelne Hindernisse, doch irgendwann nahmen wir auch schon mehrere hintereinander und begannen den Parcours flüssiger und ohne große Pausen zu durchlaufen.
      Gwyn lernte in der kommende Woche sehr schnell und viel und am Samstag gingen wir gemeinsam ohne Probleme und Stopper durch die Geländestrecke. Selbst der gruselige Wassergraben war nun kaum noch ein Problem, ebenso wie der auf und ab Sprung. Elisa war immer anwesend und nach ein paar Trainingseinheiten bestellte sie auch einen Teil ihres Teams her, welche sich an unterschiedliche Hindernisse stellten und Gwyn so an fremde Menschen gewöhnten.
      „Ich glaube er ist so weit.“, lächelte Elisa, als wir an diesem Abend nun zum dritten Mal gemeinsam den Parcours, sogar mit leicht erhöhten Hindernissen!, durchsprungen hatten. Ich lächelte ihr glücklich zu und lobte Gwyn ausgiebig. Dem warf ich direkt die Abschwitzdecke über und machte mich auf den Heimweg. Dort versorgte ich ihn und überbrachte Sarah die tolle Neuigkeit.

      Es war sehr spät am Abend, als ein kleiner Hänger auf die Ranch fuhr und eine geschaffte Sarah ausstieg. Ich begrüßte sie herzlich und lud sie zu einer Tasse Tee ins Haus ein. Der Weg von Schottland nach Kanada war nicht ohne und so hatte ich Sarah angeboten, eine Nacht bei uns zu bleiben, um dann früh am Morgen mit Gwyn nach Hause zu fahren. Der Hengst stand wohlversorgt in seiner Box und würde morgen sein blaues Wunder erleben.
      Mit Sarah unterhielt ich mich noch ein Weilchen, ehe ich ihr ihr Gästezimmer zeigte und sie erst am nächsten Morgen wieder weckte. „Aufstehen!“, grinste ich und warf sie aus den Federn. Unten hatte ich schon das Frühstück fertig und ließ Sarah dann auch noch sitzen, während ich mich draußen im Stall zu schaffen machte. Nachdem alle groben Arbeiten erledigt waren, ließ ich Gwyn noch einmal kurz auf die Weide zum toben, ehe ich ihn transportfertig machte.
      Eine gute halbe Stunde später verabschiedete ich mich von Sarah und dem hübschen Schimmel welcher nun wieder nach Hause zurückkehren würde.
      Oct 29, 2014
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    vampyrin
    Datum:
    31 Aug. 2015
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    Height:
    400px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Gwynbleidd

    Abstammung
    Zarin x Sheza
    _____________________________

    Exterieur
    Rasse Berber

    Geschlecht Hengst
    Geboren 2007
    Stockmaß 1,52m

    Fell Schimmel
    Gencode ee aa Gg

    Gwynnbleidds Nachkommen werden zu 50% Schimmel werden. Mit einem Fuchs angepaart, wird die andere Hälfte sicher Fuchs. Durch die Homozygotie des rezessiven Agouti kann er keine braune Fellfarbe hervorrufen.
    _______________________________

    Charakter & Beschreibung

    Gwyn ist seiner Rasse entsprechend Lauffreudig,er strahlt eine ungemeine Eleganz aus,der Hengst ist sich seiner Kraft sehr wohl bewusst ist. Im Umgang gibt er sich als extrem liebesbedürftig, seine angeborene Neugier macht es dem Reiter leicht mit ihm zu arbeiten. Bei neuen Sachen ist er schnell Feuer und Flamme, bei zu viel Wiederholung kann der Hengst auch schonmal mürrisch werden. Gwyn sucht sich zuweilen seine Reiter aus, weshalb er nicht für Anfänger geeignet ist, doch er würde nie böswillig buckeln. Wir nennen sie seine Freudenbuckler, die er jedoch mit konsequenter Bewegung sein lässt.

    Herdenverhalten
    Im Verhalten auf der Weide nimmt er die Rolle des Chefs an,die er mit Genügsamkeit aber auch einer gewissen Strenge ausführt. Geht ihm jemand auf den Geist gibt es schonmal einen saftigen Tritt oder ein angedeutetes Beißen.
    _______________________________

    Zuchtinfos
    Zuchtzulassung vorhanden

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    HK 462 für normale Fellfarben

    Zucht Freigegeben als Deckhengst
    (Anfragen per PN oder Profilpost)
    Decktaxe -

    Nachkommen
    Cirilla
    Mash'al
    Pashima
    _______________________________

    Besitzdaten
    Besitzer vampyrin
    Ersteller/VKR vampyrin

    Wert 3280,-
    _______________________________

    Ausbildungsstand
    Reitweise Englisch

    Eignung Distanz, Military

    Distanz E A L

    Dressur E A
    Military E A
    Springen E

    Turnier, Training


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    2. Platz 357. Dressurturnier

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    3. Platz 250. Distanzturnier


    Training
    [+] am Boden gearbeitet
    [+] anlongiert
    [+] eingeritten
    [-] eingefahren

    [-] Anfänger geeignet
    [+] Geländesicher

    Zirzensik Plié, Liegen

    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG]
    BSW 8, ZSW 387, BZSW 4, BZSW 8, BSW 395

    [​IMG]
    2. Platz des Ghazastreifenrennens Keep Smiling

    _______________________________

    Puzzle PNG