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vampyrin

Green Tea & Lotusflower *

Green Tea & Lotusflower *
vampyrin, 16 Nov. 2015
Janina2604 und Veija gefällt das.
    • vampyrin
      Abenteuer Highlands
      © Ravenna

      Der Morgen begann mit Nebel über den Highlands, wie ich diesen Ausblick aus dem Fenster genoss! Mit einem schnellen Frühstück befanden wir uns nur eine Dreiviertelstunde später auch schon vor unserer extra abgesteckten Weide. Einen Teil der Jungpferdekoppel hatten wir abgezweigt um darauf unsere vier Turteltauben zu platzieren, in einem Teil befanden sich mein Moon und Kürbis auf der anderen Seite Finlay und die Stute dessen Name ich immer wieder vergaß. Natürlich waren die Fohlen mehr als interessiert an dem Geschehen auf ihrer Weide, waren dieser Tage jedoch eher unten am Strand anzutreffen, denn oben auf den Wiesen. Nymeria und Noomie passten zu unserem bedauern unter dem abgesteckten Zaun hindurch, zwar gab es keine Probleme mit den beiden jedoch sollten sich Cayden und Aiden – Kathis Stallpfleger- darum kümmern damit dies nicht mehr geschah. Später am Nachmittag wollte sich eine Freundin auf dem Hof „blicken lassen“ um sich mit der Stute Scylla bekannt zu machen, sie wollte diese eventuell als Reitbeteiligung haben. Zusammen mit Kathi , zwei weiteren Pflegern machten wir uns auf den morgendlichen Rundgang über die Koppeln, durch den Stall und allgemein über den Hof um zu schauen ob überall alles in Ordnung war. Vor etwas mehr als einer Woche war eine Trainerin auf dem Hof gewesen um sich die Fohlen ein wenig vorzunehmen, da der Frühling immer näher rückte waren sie mit der Weide genug ausgelastet. Thowra und Aesi hatten mit ihren knapp zwei Jahren noch Zeit, doch die beiden Shettystuten hatte ich vor demnächst ein wenig intensiver zu arbeiten. Zwar waren auch die beiden erst zwei Jahre alt, sollten jedoch schon etwas mit dem „Einfahren“ konfrontiert werden. Dies bedeutete erstmal die Bodenarbeit im Round Pen, Spaziergänge um sie an die Umgebung zu gewöhnen sowie erste Erfahrungen mit dem Geschirr. Doch zunächst durften sie ihren Sommer auf der weitläufigen Weide genießen, erst im Herbst würde ich diesem Plan folgen.?
      Auf dem Rundgang folgten uns Gamhain und Corvus quer über den Hof, der kleine Parson Russel hatte sich schnell mit der Bearded Collie Dame angefreundet, gemeinsam schliefen sie nun in einer der Boxen – vorsichtshalber hatte ich Corvus per Chip „kastrieren“ lassen um keine Welpenüberraschung zu erhalten. Zusammen mit dem Rundgang brachte ich gleich Varulv und Cayden Willow Maiden mit hoch an den Putzplatz. Mit etwas Abstand zueinander banden wir die beiden an, um anschließend ihr Sattelzeug zu holen. Die beiden wollten wir ein wenig auf dem Platz bewegen. Während unseres Gesprächs kam auch Kathi dazu, erzählte das einige ihrer Pferde nun ebenfalls verkauft werden würden, da sie sich ganz auf die Zucht konzentrieren wollte, wenig später stand sie mit ihrer Stute Green Tea ebenfalls neben uns am Anbindeplatz. Einer der Pfleger beschäftigte sich bereits mit dem Isländerhengst Uprising der nun bald eingeritten werden sollte. Die einfachen Dinge des Longierens hatte der nette Hengst bereits begriffen, eine Trense trug er ebenfalls schon. Um ihn nicht zu überfordern wollten wir mit dem Sattel und dem Reitergewicht noch ein wenig warten, doch im Grunde machte sich Uprising besonders gut. Desweiteren gefiel es mir zu sehen wie er und mein Dülmenerhengst Sturmwind einander zu gefallen schienen. Vielleicht lag dies daran, dass beide Hengste erst neu auf dem Hof waren. Nachdem die Pferde alle gesattelt waren machten wir uns zu dritt auf den Weg zum Platz, dort begannen wir zunächst recht unabhängig voneinander unsere Pferde warm zu reiten. Später als wir gemeinsam ritten hatten wir viel zu lachen, korrigierten einander und sprachen über all die möglichen Dinge die noch vor uns lagen oder getan werden mussten. Aiden war noch nicht ganz mit dem Ausmisten der Ställe fertig weswegen sie den Zaun noch nicht erledigt hatten, dafür hatten sie aber Nymeria und Noomie von der Jungpferdeweide geholt. Als Cayden sich nicht sicher war ob er das Tor geschlossen hatte zur Futterkammer gab er Willow einen ordentlichen Stupser in den Bauch, verließ im Galopp den Platz und ich schaute ihm Kopfschüttelt mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach. Auch Kathi musste ein wenig lachen, fragte bald darauf ob wir nicht ein paar Cavaletties mit aufbauen wollten. So stieg ich von Varulvs Rücken, stellte die ersten beiden an den Rand und eines etwa in die Mitte des Platzes. Etwa zur selben Zeit kehrte auch Cayden zurück – er hatte das Tor zwar nicht verschlossen, jedoch hatte Aiden daran gedacht und so waren die vorwitzigen Shettys nicht in die Futterkammer gelangt. Somit gesellte sich auch Cayden zu den Sprüngen hinzu. Bald darauf musste ich jedoch schon wieder hinunter vom Pferd, da mein Besuch nun bald auftauchen würde. Während ich nun Varulv also absattelte, ihm einen Eimer hinstellte und derweil bereits Scylla von der Koppel zu holen – dauerte bei der Größe der Wiesen auch „nur“ eine Viertelstunde, der Rückweg konnte zumindest auf dem nackten Rücken der Stute zurück gelegt werden. Dann brachte ich fix den Rapphengst Varulv noch auf die Wiese, dort wurde er bereits von meinem Wish Sehnsüchtig erwartet. Wish hatte heute eine Pause, denn er hatte erst vor zwei Tagen einen langen Ausritt zusammen mit Cayden und mir unternommen. Cayden war dabei meinen neuen alten Hengst Cap geritten, damals hatte ich ihn bereits einmal in meinem Besitz, seit nunmehr vier Tagen stand er wieder bei mir. Cap hatte sich schön in die Hengstgruppe integrieren lassen und zeigte ein vorbildliches Verhalten, sodass auch er heute eine Pause einlegen durfte. Ich wollte sie, falls es die Zeit denn dann noch erlaubte später vielleicht noch ein wenig auf dem Platz laufen lassen, anderseits mangelte es ihnen auf den Wiesen nicht unbedingt an Bewegung, da das Heu oben verfüttert wurde, die Tränke sich jedoch weiter hinten in den Hügeln befand hatten die Hengste immer eine bestimmte Strecke zurück zu legen. Auf dem Rückweg erwartete mich bereits Julie, in der Eigeninitiative hatte sie bereits begonnen Scylla zu putzen. Mit einer Umarmung begrüßten wir uns einander, während ich ihr ein wenig von der jungen Stute erzählte, doch im Grunde sollte es mit Scylla keine weiteren Probleme geben. Erst am Vortag hatte ich mich der jungen Stute beschäftigt, denn bald wollte ich auch erste Springturniere mit Scylla gehen. Vom Longieren kannte die Schimmelstute bereits die Trabstangen, sodass die kleinen Hindernisse für sie keine weiteren Probleme dargestellt hatten. Wir unternahmen nur einen ersten Spaziergang, da sowohl Julie als auch ich nicht viel Zeit hatten. Im Grunde zeigte ich ihr nur wo alles war, hatte ihr gezeigt wie Scylla gern gekrault wurde und wir hatten besprochen was sie alles mit ihr vor hatte. Da ich Julie schon lange kannte, machte ich mir da weniger Sorgen, ihr vertraute ich Scylla nur zu gern an.
      Gegen Abend unternahmen wir dann noch alle einen schönen Ausritt, ich saß dabei auf dem Dülmenerhengst Sturmwind, Cayden hatte sich für Stormwind entschieden. Kathi gesellte sich auf dem Schimmelhengst mit der eigenwilligen Narbe dazu, Gwynnbleid war im Allgemeinen eine imposante Erscheinung. Um Finlay eine Pause zu gönnen von seinen Pflichten entschied Aiden sich für den etwas in die breite gegangenen Highlandhengst. So mit der ganzen „Familie“ in den Sonnenuntergang der Highlands zu reiten hatte etwas unheimlich entspannendes, auch kleine Galoppstrecken bauten wir ein, die Wettrennen die dabei entstanden waren immer mit dem selben Ergebnis – Gwynnbleidd gewann die Sache haushoch. Dahinter tauschten Stormy, Sturm und Finlay öfters die Plätze, nach mehr als drei Stunden – bereits im Dunkeln kamen wir zurück. Kathi und ich sagten den Jungs sie sollten die Pferde uns überlassen, mit wenigen Handgriffen war dieser Teil erledigt, jeder bis auf Finlay erhielt sein Futter. Danach brachten wir alle Hengste wieder auf ihre Wiesen, mit dreckigen Sachen huschten wir an den Jungs vorbei entledigten uns den Reitklamotten, wuschen uns ein wenig ehe wir aus der Küche alle Sachen für den Lagerfeuerabend hervor kramten. Neben ordentlich viel Gemüse, etwas Obst und dem Fleisch für die „Kerle“ hab es auch Marshmalows für uns alle. Aiden hatte aus dem Stall das Radio geholt, steckte den Musikstick hinein…bei den Klängen von Saltatio Mortis im Hintergrund ließen wir einen ereignisreichen Tag auspendeln. Dabei durfte gute Musik, Freunde und ein guter Met natürlich nicht fehlen! Im Flackern des Feuers war meine Zeit auf Heartland beinahe vergessen…hier lag nun mein neues Leben. Nach zwei Monaten hier fühlte ich mich endgültig angekommen.
    • vampyrin
      Tierarztbericht #1
      © Eowin

      Als nächste Patientin kam endlich mal wieder eine Stute, und zwar genauer gesagt ein fünfjähriges Highlandpony in der schönen Sonderfarbe Braunwindfarben.
      Im Gegensatz zu den Highland-Hengsten diesen Bestandes war Green Tea wirklich dünn, aber sie hatte eine sehr gute Figur, hier war nichts zu beanstangen.
      Ich begrüßte sie, indem ich ihr den Hals klopfte, dann machte ich mich auch bei ihr an die allgemeine Gesundheitskontrolle.
      Zunächst schaute ich nach der Farbe der Schleimhäute und übte einen leichten Druck mit der Fingerspitze aus, um zu sehen, wie schnell das Blut zurück in das Gewebe floss.
      Anschließend sah ich mir die Nüstern und Augen an, auch den Pupillenreflex kontrollierte ich. Ich schaute nach, ob die Stute Schmerz beim Abtasten der Hufe, Muskeln und Gelenke hatte und suchte nach Verdickungen, Verknotungen und warmen Stellen, doch so weit war alles in Ordnung. Nur ein Überbein vorne links konnte ich finden.
      Ich lobte die Stute dafür, dass sie alles so brav mitgemacht hatte, dann wurde auch sie gegen Influenta und Tetanus durch ein Kombipräparat und gegen Herpes geimpft. Sie quietschte kurz, als ich mit der Nadel in ihren Muskel stach und zuckte zusammen, blieb aber ruhig. Ich rieb kurz über die Einstichstelle, dann bekam sie schnell noch ihre Wurmkur, die sie nicht vom Hocker riss, aber auch nicht aus der Fassung brachte.
      Auch diese kleine Stute musste noch ein paar Härchen lassen für den Gentest. Sie zog gegen meinen Druck an, sodass sie mir eigentlich noch half, ihr die Haare auszuziehen. Sie wanderten in ein Röhrchen und die Stute wieder in den Stall.

      Ergebnis des Gentests bei Green Tea & Lotusflower

      Ee Aa Zz Soso ff
      Tea verdankt ihre schöne, dunkle Färbung des Sooty-Gens, welches sie heterozygot trägt. Die Hälfte ihrer Fohlen statistisch gesehen werden das schöne, blonde Langhaar tragen. Außerdem trägt sie homozygot Flaxen, was sich bei ihr nicht auswirkt; richtig angepaart könnte jedoch ein Lichtfuchs fallen.
    • vampyrin
      Konfrontation
      © Ravenna

      Nachdem die Arbeiten an der Halle nun endlich beendet waren, hatte ich mir Greentea geschnappt um mit ihr ein wenig in der „neuen“ Halle zu trainieren. Die Stute selbst war ein wenig schwer davon zu überzeugen gewesen, die saftige Wiese wieder zu verlassen, hatte dann jedoch ihre Herde hinter sich gelassen und sich von mir ausgiebig putzen lassen. Bei der Gelegenheit schnippelte ich ihren Schweif wieder auf eine normale Länge, denn auf dem Boden zu hängen brauchte er nicht. Das Training, wenn es auch eines hatte werden sollen absolvierten sowohl Stute als auch ich irgendwie nur mit der halben Arschbacke – weder das Schritte verlängern im Trab noch der einfache Galoppwechsel wollten heute so richtig klappen. Frustriert brach ich das Training dann einfach ab, brachte Greentea schlurfenden Schrittes zurück zum Putzplatz, in der Sattelkammer landete der Sattel etwas lauter als gewollt auf der dafür vorgesehenen Aufhängung.

      Ein Kopf streckte sich aus der Futterkammer, der zu Kathi gehörte, die an diesem Morgen die Pferde hatte versorgen wollen. „Huch, was ist denn mit dir los?“ Innerlich wollte ich ihr erzählen was gerade in mir vor ging, doch kannte ich sie einfach noch nicht lang genug um ihr das anvertrauen zu können. Also winkte ich mit der Hand ein wenig ab, zuckte mit den Schultern „Streit mit Cayden, aber das wird schon wieder irgendwie.“ Kathi kam nun etwas mehr aus der Futterkammer „Wow, ich dachte immer so was passiert bei euch gar nicht.“ Ob diese Aussage jetzt aufmunternd gewesen sein sollte, vermochte ich nicht genau zu sagen, also schenkte ich Kathi ein Lächeln. „Naja, die nächsten Tage bin ich nicht hier, da haben wir eine kleine Pause, die uns sicher ganz gut tun wird. Ich werde zu Maren nach Polen fliegen um einen ihrer Hengste zu trainieren, vielleicht auch noch ein Besuch bei Vina, der neue Hof ist wohl bereits bezogen.“

      Außerdem benötigte ich wen zum Reden….zwar hatte ich Vina noch nicht gefragt, doch war ich mir sicher meine langjährige Freundin würde es mir nicht verübeln. Zwar hatte ich auch Amy im Kopf gehabt, doch die schwebte mit Ty gerade irgendwo in den Wolken und diese Glückseligkeit war es nicht unbedingt die ich jetzt gebrauchen konnte. „Ja, hab den Termin schon im Kalender eingetragen gesehen, war ja alles schon vor deinem Krankenhaus Aufenthalt geplant gewesen, da wird es jetzt ja höchste Zeit. Dieses Mal werd ich ein Adlerauge auf Bucks gerichtet haben, nicht das er wieder ausreißt wenn du fort bist!“ Da fiel mir noch etwas ein, „Kathi, besorgt bitte noch einen Hufschmied der sich so bald wie möglich an seine Hufe macht, die sehen schon gang schön arg aus.“ Kathi nickte und notierte es sich gleich in ihrem Handy, ehe sie sich wieder ihrer Aufgabe widmete und ich zurück zu Greentea ging. Die Stute hatte ihr Mahl beendet, also band ich sie los und schwang mich auf ihren Rücken um sie zur Weide zu reiten.
      Dort entließ ich sie wieder in die Freiheit und beobachtete wie sie der kleinen Gruppe von Stuten entgegen galoppierte. Ich hoffte sie bald gekrönt zu bekommen, sie und auch Willow, denn dann konnte die Zucht in eine weitere Runde gehen. In diesem Jahr hatten wir keine der Stuten bisher decken lassen, dafür war es uns gelungen Ikarus und Varulv kören zu lassen. Auf dem Weg zurück von den Weiden begegnete ich niemandem, kümmerte mich dann persönlich um die Futterration von Bucks.
      Der Hengst schien sich immer besser zu erholen, auch wenn ich es noch immer bedauerte ihm seine Mähne und auch den Schweif SO kurz geschnitten zu haben, aber es war nun mal sehr verfilzt gewesen. Mit zurückgelegten Ohren beobachtete Bucks, wie ich das Futter aus dem Eimer von außen in den Trog füllte, erst als ich einen Schritt von der Boxentür wegtrat bewegte sich der Hengst nach vorn. Da würde noch einige Zeit vergehen müssen, wenn Bucks freiwillig zu mir kommen sollte „Guten Hunger“ wisperte ich ihm zu ehe ich den kleinen Ponyhengst wieder verließ.
      Sollte es je soweit sein, so war ich mir bereits jetzt sicher – einen Reiter würde er vielleicht nie auf seinem Rücken dulden, aber vielleicht würden wir es mit einem Sulky versuchen können.

      Am Abend saß ich gerade in der gemeinsamen Küche nahm einzig ein Mahl aus Tomatensalat zu mir, trank ein Glas Bier als Cayden zur Tür hinein kam. Seine Schultern waren nass, auch aus seinem Bart troffen einige Tropfen des Regens der draußen fiel. Erst ging sein Blick auf das beinahe leere Glas mit dem Bier auf dem Tisch, zuckte dann zu mir und nachdem dies einige Male geschehen war zogen sich seine Augenbrauen in einem gequälten Ausdruck zusammen. Ein Sinn der leichten Erkenntnis schien in seinem Blick zu liegen, langsam ohne sich auch nur darum zu kümmern das er den Boden voll tropfte kam er zu mir herüber, ließ sich schwer auf den Platz vor mir sinken. Mit forschenden Augen sah er mich über den Tisch hinweg an, es fiel mir so unheimlich schwer den zornigen oder eher schmerzvollen Blick seiner grau-grünen Augen zu erwidern.
      Als nach mehreren Sekunden, die mir eher wie Stunden erschienen, seine zornige, laute Stimme an meine Ohren drang erschrak ich so sehr das mir der Löffel aus der Hand fiel. Seine Hände, die noch zuvor sein Kinn gestützt hatten prallten laut auf dem Tisch auf, der Stuhl war etwas nach hinten gerutscht, Cayden sprach laut, schrie jedoch nicht „Diese Entscheidung lag nicht allein bei dir, auch ich hatte ein Recht darauf, das war unser Kind!“ seine Stimme zitterte, ob es vor Zorn auf mich war oder der Schmerz den seine Augen zu versprühen begannen war mir nicht ganz klar.
      „Ein Kind das ich bereits begann in mir zu hassen, ich habe die gesamte Zeit im Krankenhaus darüber nachgedacht, mir eingeredet ich könnte wenn ich den Mann liebte auch das Kind lieben. Aber sieh uns doch an, sie mich an! Ich lebe zusammen mit einem Mann den ich nicht einmal ein Jahr kenne, auf einem Hof der nicht der meinige ist mit Pferden die ich abgeben müsste, wenn wir uns eines Tages nicht mehr verstehen würden. Die Zeit für ein Kind war nicht reif, wird es auch nie sein.“
      Auch ich hatte meine Stimme erhoben, war näher an ihn heran getreten. Cayden lachte auf, dabei wirkte er beinahe wie Irr „Deswegen tötest du etwas das auch meinem Blute entstammte – ohne es mit mir abzusprechen!?“ jetzt wurde seine Stimme lauter, energischer.
      „DU bist nicht mein Mann, also obliegt diese Entscheidung noch immer bei mir“ es war raus, Worte im Zorn gesprochen, niemals wahrhaftig so gemeint und doch konnte ich sie in diesem Moment nicht mehr zurück nehmen. Da spürte ich plötzlich ein heftiges Brennen auf der Wange, hörte Caydens Worte in meinen Ohren „Egoistin“ und sah wie er aus dem Raum verschwand. Meine Wange brannte an der Stelle an der seine Hand mich getroffen hatte, der Widerhall seiner Worte in meinen Ohren mochte nicht weichen. Das war nicht Cayden gewesen, das war das Monster gewesen das ich aus ihm gemacht hatte als ich seinem Kind das Leben genommen hatte.
      Mit dem Rücken prallte ich gegen die Tür des Kühlschrankes, als hemmungslose Tränen begannen meine Wangen hinab zu laufen und mein schluchzen die Küche erfüllte. Dann hörte ich das Quietschen der Tür, ein Kopf in der dunklen Öffnung, den ich durch den Schleier meiner Tränen nicht erkennen konnte. Erst als ich in eine Umarmung genommen wurde, die Wange an der mich Caydens Schlag getroffen hatte Nass wurde und der unverkennbare Duft meines Partners mir in die Nase drang wusste ich, dass es Cayden war. Im ersten Moment verspürte ich den Drang ihn mit wilder Macht von mir zu stoßen, auf seine Brust einzuhämmern bis auch mein Zorn verpufft war, doch dieser rumorte schon längst nicht mehr durch mich hindurch. „Es tut mir so unendlich Leid“ murmelte Cayden, dessen Stimme brüchig klang, da hockten wir also Arm in Arm auf dem Boden unserer Küche und weinten beide um etwas das wir im Inbegriff waren aus den Augen zu verlieren – unsere Beziehung.

      Wir hatten uns am Abend irgendwann ohne weitere Worte von einander gelöst, jeder auf seiner Schlafstatt verbracht, die Bettseite neben mir fühlte sich ohne seinen Körper noch immer so leer an. Heute Morgen hatte ich einen zügigen Ausritt mit Thowra unternommen, beinahe viel zu sehr hatte ich die Stute unten am Strand zu einem Galopp getrieben. Thowra wollte sich danach kaum beruhigen, tänzelte etwas hin und her und blieb noch eine ganze Weile schwer zu bremsen. Erst nachdem wir einen weiteren, dieses Mal kontrollierteren Galopp gewagt hatten mit einer langen folgenden Trab oder eher Töltphase schien Thowra sich zumindest soweit beruhigt zu haben das ich am langen Zügel mit ihr zurück kehren konnte.
      Danach folgte meine morgendliche Runde zu Bucks an die Box, heute schien er weniger aggressiv was das Anlegen seiner Ohren betraf, der Blick seiner Augen schien beinahe Neugierig zu sein. Als ich die Box verließ sah ich gerade Cayden und Ikarus als kleine Punkte, den Hof in Richtung unserer Geländestrecke verlassen, mit einem Schimmel hintendrein der Gwynn sein musste.
      Zwar konnte der Schimmel im Springen nicht unbedingt punkten, doch ein paar Sprünge und Geschicklichkeitshindernisse würden für Abwechslung im Training sorgen. Nach der Runde durch den Stall, in dem ja zur Zeit nur Bucks und Braum standen, letzterer um dem anderen Hengst Gesellschaft zu leisten, musste ich mich auch schon auf den Weg zum hiesigen Flughafen machen.

      Der Flieger landete mit einiger Verspätung, dann endlich am Flughafen von Warschau von hier aus würden mich Maren und vielleicht auch Alex abholen. Am Gate unten erwartete mich jedoch nicht Maren sondern Angy, die mich in Richtung des Gestütes mitnahm – sie erzählte um den Trubel den es zum derzeitigen Zeitpunkt um Peeta gab und Maren es vorzog den Hof so wenig wie möglich zu verlassen. „Na, da bin ich nicht die einzige die im Moment viel um die Ohren hat.“ Die Fahrt ging schnell dahin, am Hof wurde ich wie üblich freundlich begrüßt. „Na da haben sich aber schon wieder einige neue Farbflecke dazu gesellt, oder?“ fragte ich als ich den Blick meiner Augen über die Weide der Stuten gleiten ließ.
      Eine Stute mit schwarzem Kopf und auch so wunderschönen Abzeichen stand nahe des Zaunes und beobachtete uns eingehend „Das da ist Walinka, die erst seit kurzem bei mir ist, aber jetzt führ ich dich mal zu meinem Counterpart zu Katniss – dem Peeta:“ Ich verzog etwas das Gesicht in ihre Richtung „Na Klasse ich nehme an du bist auch so ein Peeta- Fan, bei dem Namen?! Dabei war Gale einfach geil!“ Maren blieb einen Moment stehen, „Gale? Der ist immerhin für den Tod von Prim verantwortlich!“, „Also das die da rein rennt konnte Gale ja wohl schlecht sehen?“ verkündete ich in halb sarkastischem Tonfall. Noch den ganzen Weg bis zu dem wunderschönen Braunwindfarbenen Hengst stritten wir im Spaß über das Buch, bis ich doch kurz inne halten musste.
      „Okay, in Pferdeform gefällt mir Peeta dann doch besser als der aus dem Film“ dabei streckte ich dann seitlich die Zunge zu Maren aus, die mein Grinsen auch etwas schief erwiderte. „Wie er so von Charakter ist brauch ich dir ja nicht mehr zu sagen, haben wir ja alles am Telefon bereits besprochen. Soll ich gleich helfen ihn mit fertig zu machen, dann siehst du wo alles steht für morgen.“ Für dieses Angebot bedankte ich mich bei Maren, schwatzend machten wir uns also daran den Hengst für ein erstes Springtraining vorzubereiten. In der Rittigkeit war Peeta um einiges einfacher als Katniss, sodass ich eine vorherige Bodenarbeit jetzt nicht in den Raum gestellt hatte. Sollte es zu Problemen kommen, konnte ich dies noch immer nachholen.
      Bereits eine halbe Stunde später machte ich mich an den ersten Kreuzer heran – nicht das Peeta nicht schon auf Niveau A war, ich für meinen Teil kannte seine Springmanier jedoch nicht und war auch in letzter Zeit nicht mehr gesprungen. Deshalb begannen wir auch mit kleinen Sprüngen, Trabstangen auf den Boden damit sich Pferd und auch Reiter aneinander gewöhnen konnten. Erst dann half Maren dabei die Hindernisse auf eine Höhe von knapp 1,15 Meter zu bringen – diese Höhe war nur bedingt höher als die Sprünge die der Hengst ohnehin schon kannte. Mit einer mir beinahe unbekannten Kontrollierbarkeit bewegten wir uns auf die erste Kombination heran, ein schneller Rein-raus Sprung.
      Mit einem kräftigen Absprung hievte Peeta uns beide über den ersten Sprung, dabei verlor ich einen meiner Steigbügel, begann etwas zu klammern mit den Beinen und Peeta brach den nächsten Sprung ab. „Woooow“ beruhigte ich den Hengst, oder eben auch mich. Maren kam heran getrabt „Alles okey bei dir?“ „Oh ja, aber mit so einem kräftigen und hohen Absprung hab ich jetzt nicht gerechnet.“ Maren kratzte sich am Hinterkopf „Joa, der war viel Höher als er hätte gemusst.“
      Also sortierte ich mich wieder ein bisschen, nahm die Kombination erneut, war jetzt jedoch mehr vertraut mit dem Absprung des Hengstes und wir kamen ohne weitere Probleme durch den Parcours. Da es hier doch sehr warm noch war, Peeta schon beträchtlich am Schwitzen war brach ich das Training nach dem ersten erfolgreichen Parcours ab und gesellte mich zu Angy in den Schatten.

      Die nächsten Tage beschäftigte ich mich morgens und in den späten Abendstunden mit Peeta, einmal als er vor einem Wassergraben doch mal verweigert hatte warf es mich seitlich aus dem Sattel, ich trug nur einen Schrecken und einen blauen Fleck davon.
      Also widmete ich mich am Abend dieses Tages dem Freispringen am Wassergraben, damit Peeta zu einer gewissen Routine an diesem Sprung gelangte. Dabei nahm ich sogleich die Maximalweite von 3 Metern für den Wassergraben, der aus nichts als einer Plane mit davor gestellten Hindernissen bestand – erst bei wirklichen Turnieren würde sich in ihnen Wasser befinden.
      Ein Training mit Wasser hatte der Hengst jedoch schon öfters mit Maren und Angy gemacht, sodass ich dies nicht zu übernehmen brauchte.Zumal er erst kürzlich von einem Extrem Trail aus Kanada zurück gekehrt war. Am vierten Tag erklärte ich meine Arbeit mit Peeta für vorläufig beendet „Die Hindernishöhe kennt er nun, der weitere Wassergraben stellt keine Probleme dar – jetzt könnt ihr ihn auf weiteren Turnieren vorstellen.“ Maren bedankte sich bei mir, wir nahmen ein gemeinsames Essen ein, dann fuhr in Zurück in mein Hotelzimmer.

      Ursprünglich hatte ich von hier aus vorgehabt zu Vina zu fahren, da Kathi jedoch angerufen hatte der Typ sei aufgetaucht der den Brief vor einiger Zeit geschickt hatte wegen Stormbringer, schnappte ich mir meine Sachen und buchte den nächsten Flieger Richtung Schottland. Am Flughafen schließlich rief ich Vina einfach an, schilderte ihr nun doch meine derzeitige Lage – der Schlag jedoch den Cayden mir versetzt hatte verschwieg ich auch ihr, in diesem Moment war er einfach nicht er selbst gewesen.
      Vina jedoch ließ mich nicht vollkommen ausreden
      „Sarah, an deiner Stelle hätte ich GENAU das selbe getan. Ich kann Kinder auch einfach nicht leiden, sie sind laut, rauben dir nicht nur den Schlaf sondern auch irgendwann nach und nach das Leben, die sabbern und manche von ihnen sind auch einfach dumm wie Stroh – ehe die wieder zu ertragen sind hätten sie mir mehrere Male den Verstand geraubt. Ich bewundere jede Mutter, die das auch nur irgendwie aushält!"dann beruhigte sich Vina wieder, doch ich vernahm noch so etwas wie *nichts als menschliche Affen* und musste dann doch mit dem Grinsen kämpfen.
      Vina ließ mich schlussendlich doch noch Ausreden, kommentierte nicht länger jedes meiner Argumente das gegen ein Kind gesprochen hatten und sprach mir auch Mut zu das Cayden sich wohl auch wieder beruhigen würde. Von Hansi wurde ich dann abgeholt, der mir auch gleich erzählte wie der Typ, der sich mit dem Namen Theodor Quarvel vorgestellt hatte vor zwei Tagen aufgetaucht war.
      “Wir haben ihm erstmal eines der Gästezimmer zugewiesen, ein Glück konntest du so schnell zurück kommen, jetzt wo Cayden weg ist“ Ich riss meine Augen auf, drehte den Kopf Ruckartig in seine Richtung „Weg?“ hauchte ich leise. „Naja nicht für immer, er hat sich kurzfristig Willow geschnappt und ist mit ihr auf einem Wanderritt durch Kanada, veranstaltet von dieser Gwen die auch hier war.“ Ich nickte bedächtig…ja Abstand würde wohl auch ihm gut tun.

      Aug 18, 2014
    • vampyrin
      Täglicher Arbeitswahnsinn oder
      'Wie Smaug vor die Kutsche kommt'

      © Ravenna

      (Sarah)
      „Hab Smaug heute morgen nochmal ein wenig im Training gehabt“ kam Hansi herein und gesellte sich zum Mittagstisch – ich war in der Planung eines Besuches von Vina, dort würde ich eine ihrer Stuten zu mir nehmen und ihre beiden neuen Pferde trainieren. Hansi derweil wollte sich um den Gelderländer kümmern, damit dieser eingefahren wurde. „Ja die Langzügelarbeit war ihm ja nicht unbekannt und das Zuggeschirr hat er die letzten beiden Wochen ja auch schon dabei getragen.“ Hansi grinste mich dann über den Tisch hinweg breit an „Ich hab ihm heute einfach mal einen Reifen hinter ihn gemacht“ ich schluckte hart – Smaug war brav, aber erst seit zwei Wochen im Training für die Kutsche, jetzt schon ein Gewicht zu ziehen? „Wahnsinnig brav, stiefelte durch die Bahn als hätte er nichts anderes in seinem Leben je getan, aber was soll es auch anders sein. Die Rasse ist mit einer Kutsche am Arsch so gesehen geboren.“ Dabei kratzte er sich leicht an Kind und grinste unverfroren in meine Richtung. Ich rollte ein wenig die Augen, nickte dann „Ich vertraue darauf ,dass er bei dir eine Menge lernt, aber geh es nicht zu schnell an, wenn er auch so brav ist – man kann schließlich nie wissen.“

      (Cayden)
      Mit der Hand griff ich nach einem der Teller, der mir von Sarah entgegen gehalten wurde. Natürlich war sie berechtigt in ihrer Sorge um den Hengst, aber ich hatte ja mittlerweile Erfahrung im Training der Pferde. Aiden und ich beeilten uns mit dem Mittag zusehends, denn wir hatten noch den Paddock der Hengste zu reinigen und eine Box vorzubereiten. Sarah hatte sich während des Filmdreh´s in eine der mitgebrachten Stuten verliebt, nach langem hin und her mit Theo hatte der sie schlussendlich verkauft. Argo - dem Pferd aus der Serie Xena nachbenannt, war seit frühsten Jahren ein Filmpferd der extra Klasse, in einigen Serien und ein paar Filmen war sie mit von der Partie gewesen, sogar als das Pferd eines Lakotahäuptlings war sie schon dabei gewesen. Heute würde sie im Laufe des Nachmittags ankommen, da gab es noch eine Menge zu tun.

      Argo mümmelte zufrieden an ihrem frisch gebrachten Heu, ließ sich von Kürbis aus Gesellschaft neben sich gar nicht ablenken in der Box – natürlich, sie war es auch gewöhnt. Ich strich ihr mit der Hand über die weiche Nüster, verabschiedete mich auch von Kürbis und kehrte zu meinem eigentlichen Job – Smaug zurück. Gemeinsam mit Aiden wollten wir erst einmal die Kutsche mit dem Transporter bei Julie abholen, wo sie noch immer stand. Anschließend die Stute Willow einspannen, mal sehen wie Smaug auf die Stute, die Kutsche und das mitnehmen reagieren würde, dann konnten wir ihn daran ein wenig gewöhnen. Sollte er das gut verkraften hatte ich bereits vor ihn etwas ins kalte Wasser zu schmeißen und vor die Kutsche zu spannen – oder eher das Trainingssulky, welches wir auch für Willow zu Anfang genommen hatten. „Los Komm, wir müssen los.“ Drängte Aiden bereits, also schwang ich mich hinter das Steuer, legte den ersten Gang ein und wir rollten die Einfahrt des Hofes hinaus. Die Fahrt würde nur knapp 5 Minuten dauern, also würde das kalte Auto sich nicht so schnell erwärmen. „Wirklich kalt geworden in den letzten Tagen“ murrte ich – ich hasste den Winter, zu allem Übel war hier auf der Insel auch noch der Nebel – momentan hatte man manchmal nicht mal Sicht auf 50 Meter, wenn überhaupt. Über Weihnachten hatte ich ursprünglich vorgehabt nach Deutschland zu meinen Eltern zu fliegen, doch hatte mich Sarah zu einem Ausritt zusammen mit Siobhan und Ty eingeladen, sodass ich meinen Eltern abgesagt – es war das einfach nicht wert…weder den Stress noch den Rest. „Tja…du hast Glück den letzten Winter nicht gesehen zu haben, da lag jetzt schon sehr hoch Schnee, dieses Jahr haben wir wirklich Glück.“ Aiden war hier geboren, oder zumindest in Schottland – er sprach Deutsch mit deutlichem Akzent, lernte jedoch außerordentlich schnell, wobei wir auch oftmals ins Englische sprangen, damit auch ich lernen konnte.

      Mit der Stute am Zügel – der Kutsche hinterher liefen wir neben einander her – Smaug zeigte sich mal wieder wunderbar diszipliniert, beäugte nur Willow von Zeit zu Zeit. Diese jedoch ignorierte den Hengst weitestgehend, suchte ihr Heil in der Arbeit womit die Arbeit sehr gut von der Hand ging. „Lass und eine kleine Runde um den Hof drehen mit den beiden“ schlug Aiden vor, also setzte sich mein Freund auf den Kutschbock, ich stieg hinten auf und führte Smaug um die Kutsche herum damit er dahinter laufen konnte. Und so setzte sich unser Tross in Bewegung, während es langsam begann zu dämmern – zumindest vermutete ich dies, denn der Nebel verdeckte die Sonne. Im Trab trottete Smaug hinterher, nahm ein wenig an Tempo zu und befand sich nun neben der Kutsche – mir gelang es nicht den Strick schnell genug herum zu dirigieren und quetschte mir dabei den Daumen ein. Mir gelang es nur knapp einen Laut des Schmerzes zu unterdrücken, leicht schüttelte ich die Hand – die Stelle puckerte und begann bereits ein wenig blau zu werden. Na Klasse…..

      Zumindest hatten wir das Training von Smaug ein ganzes Stück weiter angekurbelt, Aiden und ich wollten nun jeden Tag eine solche Tour machen – denn auch für Willow war es Training für ihre Distanzturniere.

      (Sarah)
      Betreten senkte ich den Kopf – „Verdammt!“ murmelte ich. Cayden sah mich verwirrt an, legte den Kopf schief wie er es so oft tat. „Meine Eltern wollen zu Weihnachten hier her kommen!“ Auch Cayden schwieg einen Moment, während Kathi ungerührt in die Runde fragte „Was ist daran so schlimm?“ Erst rangen wir beide ein wenig an Worten „Naja, sie wissen noch nicht das wir uns verlobt haben, außerdem sind sie manchmal ein wenig anstrengend. Zudem feiern wir beide ja Weihnachten als Paganisten gar nicht offiziel – wir feiern bereits am 21.12 Yule und das haben sie bis heute nicht verkraftet.“ Meinte Cayden etwas zerknirscht. Wir berichteten vom letzten Jahr, dass wir beide bei ihnen verbracht hatten – als frisches Paar gemeinsam. Wir hatten keinerlei Geschenke mitgebracht, keine erwartet und das war etwas…naja weniger gut angekommen. „Im Grunde müssen sie es nun akzeptieren, dass hab ich auch schon am Telefon gesagt. Nur muss ich Vina Bescheid geben, dass es in diesem Monat wegen des Besuches nicht klappt.“
      In der Zwischenzeit beendeten wir unser gemeinsames Frühstück – heute waren Kathi und ich an der Reihe die Pferde zu versorgen, während sich Aiden und Cayden der Bewegung von Darym und Ikarus kümmern wollten, da noch kein Schnee lag wollten sie auf die Militarystrecke. Ich freute mich so unfassbar, dass sich Cayden so mit seinem neuen Hengst verstand. Hansi würde sich wieder dem Training mit Smaug widmen – nach über einer Woche lief der Hengst nun vollkommen sicher vor der Kutsche. Gerne hätte ich den Hengst mit einem der anderen zusammen angespannt, doch waren sie von der Größe her ziemlich unterschiedlich. 2Hansi? Was hast du heute vor mit Smaug?“ Der große Blonde Mann war noch beschäftigt unseren Abwasch zu erledigen und drehte mir bei seiner Antwort nicht den Kopf zu. „Da der Kleine jetzt so gesehen als Eingefahren gilt, hab ich auch gestern schon mit dem ersten Parcours für Turniere begonnen, wenn er in der A starten will.“ Ich nickte, dass würde Salera sicher freuen, denn der Hengst war jetzt bereits das November wieder hier in Schottland bei uns. „Sehr schön! Dann werde ich mich heute mal ein wenig Argo widmen und Bucks ein wenig bewegen. Die Mädels kommen später und wollen Little Grey und Kürbis auf dem Platz reiten, hast du da vielleicht ein Auge drauf?“ Hansi trocknete sich die Hände ab, nickte ebenfalls und damit verstreuten wir uns wieder in alle Richtungen auf dem Hof. Jeder ging seiner heutigen Arbeit nach – vom Stress her ließen wir uns wegen Weihnachten überhaupt nicht einnehmen. Am Nachmittag schaute ich nochmal bei Siobhan und ihrem kleinen Fionn vorbei – wahnsinnig, wie das Baby nun doch langsam nach einem Menschen ansah.


      Dez 14, 2014
    • vampyrin
      Die Sache mit der Stallgasse
      © Ravenna & väämp

      (Sarah)
      Wir hatten die etwas stressigen Weihnachtsfeiertage mit meinen Eltern wunderbar hinter uns gebracht, am zweiten Feiertag hatten wir gemeinsam Siobhan und den kleinen Fionn besucht. Die Mutter von Ty und meine hatten der Mutter kaum eine Chance gegeben ihn zu halten – dabei hatte ich beinahe Tränen in den Augen gehabt. Nie würde meine Mutter einen eigenen Enkel in den Armen halten, das tat mir irgendwie dann doch Leid. Silvester war hier auf der Insel und in näherer Umgebung nicht viel los gewesen – umso besser war es für die Pferde gewesen. Zwar hatten wir gemeinsam ein wenig gefeiert, aber nicht sonderlich groß, die Arbeit musste weiter gehen.
      Freudig stand ich nun am Rande des Offenstalles beobachtete die Hengste, die mit dem gerade zu ihnen gelassen Gwyn umher tobten, sich aber nach wenigen Minuten schon wieder beruhigten. Es freute mich besonders, dass sich Draki und auch Moon so Klasse in unsere recht große Hengsttruppe integriert hatten – klar durch ihre kleinen Verletzungen standen sie nachts lieber drinnen in den Boxen, aber jeden Morgen kamen sie zu den anderen raus. Zwar hatte ich Moon eine Decke für den Winter geben wollen, doch Cayden winkte ab, da dies nur den Wärmehaushalt des Hengstes stören würde, Recht hatte er ja dabei. Gwyn hatte ich heute morgen leicht lahmen sehen, also hatte ich ihn aus dem Offenstall geholt und das rechte Vorderbein untersucht – da es jedoch weder heiß war oder geschwollen hatte er sich vielleicht erstmal nur vertreten. An die Pinnwand im Stall hatte ich gleich einen Zettel gepinnt, dass Gwyn beobachtet werden sollte, dann hatte ich die Zeit gleich genutzt um den Hengst ein wenig zu putzten.
      Ein Blick auf das Display meines Handys verriet mir die Uhrzeit – fast 9 Uhr – bedeutete unser Frühstück stand gleich an! Somit bewegte ich mich durch den feinen, aber zutiefst nervigen Nieselregen hinein ins Haus – das schlimme war gar nicht die Nässe an sich, aber wenn es mehrere Tage nur durchregnete, man durch den Nebel fast nichts sah und der Wind einem um die Ohren pfiff – machte die Arbeit im freien kaum Spaß. Zumindest ging es mir so…manchmal auch Hansi, diejenigen unter den Mitgliedern des Hofes die sich schon ewig in Schottland aufhielten oder gar hier aufgewachsen waren, tja die schienen dieses Wetter vollkommen zu ignorieren. Im Vorflur entledigte ich mich meiner gefütterten Gummistiefel, sprang ein wenig auf der Stelle um die innere kälte meiner Glieder loszuwerden, da ging die Tür erneut auf und Aiden kam mit nassen Haaren hinein. Zusammen mit ihm hatten wir seit um sieben den Paddock von den gröbsten Pferdeäpfeln befreit und die Pferde mit frischem Heu versorgt. Hansi hatte sich dazu bereit erklärt Moon und Draki zu den anderen zu stellen, während Cayden und Kathi sich heute um unser Frühstück kümmerten. Ich mochte diese Art der Aufgabenverteilung, rieb mir ein letztes Mal die Hände aneinander und hielt Aiden dann die Tür zum Rest des Flures auf. „Hinein in die gute Stube“ meinte ich und folgte ihm auf dem Fuße in die gemeinsame Küche des geräumigen Haupthauses. Mit einem plumpsen ließ ich mich an meinem Platz nieder, legte die Hände wohltuend um die Warme Tasse Tee und versuchte nippender Weise ihn mir einzuflößen. „Also…ganz ehrlich, wenn wir bei der Stallgasse nicht bald etwas tun, dann brech ich mir bei den dämlichen Holpersteinen noch den Hals!“ murrte ich ein wenig in die Tasse. Die anderen hatten sich auch bereits an den Tisch gesetzt, sodass sie auch mitbekamen wovon ich rede. Hansi warf ebenfalls eine Tirade gegen die Stallgasse ein – klar sie und der ganze Stall war noch aus der Gründungszeit des Hofes und man hing an der Nostalgie. Die alten Holzbalken, die Mauern aus Stein ließen einen an das Mittelalter denken, wenn man darin stand – aber nicht nur wir hatten Probleme mit den holprigen Steinen der Stallgasse, auch die Pferde eierten darüber hinweg. „Bevor wir hier im Haus neue Möbel besorgen, will ich erst die Stallgasse ordentlich haben – da ist mir die Nostalgie ehrlich gesagt egal!“ meinte Hansi – zwar war er mittlerweile ein Angestellter und durfte viele Entscheidungen treffen, doch die höchste Entscheidungsgewalt lag bei Kathi und Cayden, nach unserer Hochzeit auch bei mir.

      (Kathi)
      „Glaubst du wirklich ich hätte etwas dagegen? Diese Steine sind eine verdammte Todesfalle!“, murrte ich und streckte meine Hände aus um die verkrusteten Stellen zu zeigen, die ich mir am Vortag eingefangen hatte, als ich mich lang auf die Nase gelegt hatte.
      „Von dem Azubi den wir bald kriegen hatte ich euch erzählt richtig?“
      Schweigen.
      Alle in der Küche sahen mich ratlos an und ich meinte im Hintergrund die Grillen zirpen zu hören.
      „Es ist Winter, es gibt keine Grillen!“, murmelte ich. Obwohl ich nicht gedacht hätte, dass dies überhaupt möglich war, wurden die Blicke noch ratloser.
      „Oh.. also, wir kriegen vermutlich bald einen Azubi zugeteilt, ich habe letztens die Prüfung abgelegt und wir sind jetzt offiziell ausbildungsberechtigt. Hatte ich das echt nicht erzählt?“
      Schweigen.
      „Leute?!“
      Ich sah wie Hansi langsam den Kopf schüttelte. „Jetzt wisst ihr jedenfalls Bescheid!“, schmollte mich und vergrub mich hinter meiner Kaffeetasse.
      Den Rest des Frühstücks unterhielten wir uns nur noch über Belanglosigkeiten, dann sahen alle so schnell es ging zu, dass sie an die Arbeit kamen.
      Eigentlich hatte ich den Auftrag einen Handwerker zu finden, der die Stallgasse ausbessert, gerade an Cayden abschieben wollen, da war er auch schon an mir vorbeigehuscht und hatte die Tür hinter sich zugeworfen.
      „War ja klar, jetzt darf ich mich wieder um den langweiligen Mist kümmern“, zischte ich leise, schenkte mir noch einen Kaffee ein und begab mich dann Richtung Büro um die Arbeit rasch hinter mich zu bringen.

      (Hansi)
      Nachdem Kathi die Sache mit dem Azubi erwähnt hatte, hatten es seltsamerweise alle sehr eilig an die Arbeit zu kommen. Ich begleitete Aiden schnell in den Stall um mir Gwyn zu sichern, bevor jemand anderes die Möglichkeit hatte. Auch wenn ich es niemals zugeben würde bedeutete mir der Hengst verdammt viel, man konnte ihn fast als mein Lieblingspferd bezeichnen. Ach, streichen wir das 'fast'.
      'Gwyn's Bein beobachten', entzifferte ich aus der schnell hingekrakelten Notiz an der Pinnwand mit etwas Mühe. „So'n Mist!“, fluchte ich, dabei hatte ich eigentlich mit ihm auf den Geländeparcours gewollt.
      „Viel Spaß dabei Gwyn zu putzen!“, hörte ich Aiden aus einer der Boxen lachen. „Wieso?“, gab ich zurück, „ich dachte Sarah hätte das vorhin gemacht?!“
      „Mag schon sein, aber davon ist nicht mehr allzu viel übrig!“
      Wieder hörte ich ihn Lachen.
      „Du bist so ein schadenfrohes Ekel!“, zog ich ihn auf und seufzte laut als ich den (ehemals) schneeweißen Hengst sah, der mir freudig zuwieherte.
      „Du ebenfalls!“
      Er hatte sich offensichtlich gerade genüsslich im eigenen Dreck gewälzt und hätte so locker als Brauner durchgehen können. „Nein, nimm den Kopf weg!“, warnte ich, als er seinen großen, schmutzigen Schädel gerade an meiner Schulter reiben wollte. „Du bist 'ne elende Drecksau, weißt du das?“, murrte ich, trat einen Schritt zur Seite und gab ihm den Befehl aus der Box zu treten. Ein wenig stolz war ich schon darauf, dass er mir auf's Wort gehorchte, bei den anderen klappte das nie so gut. Gwyn stubste mir die Nase in den Bauch und ich musste unwillkürlich grinsen. „Abmarsch jetzt.“, befahl ich wieder etwas gefasster und der Hengst stellte sich mitten in die Stallgasse um sich nochmals gründlichst schrubben zu lassen.
      Gerade kämpfte ich mit einem großen Fleck auf Gwyn's Hinterteil, als Cayden mit Ikarus im Schlepptau den Stall betrat. Eine Weile gingen wir schweigend unserer Arbeit nach während im Hintergrund 'Heidevolk' aus den Boxen trällerten.
      „Könnt ihr diesen Krach nicht mal aus machen?“, knurrte Cayden, woraufhin er mit einen finsteren Blick von Aidan und mir bestraft wurde. Dennoch ging ich nach einem längeren Zögern zur Musikanlage und drehte sie leiser, aber nicht aus. Cayden konnte mit diesem 'Holländischen Käse', wie er es gerne nannte einfach nichts anfangen.
      Ich widmete mich wieder Gwyns Hintern und erneut herrschte Schweigen. Aiden räusperte sich. Wir blickten uns vielsagend an, die gleiche Frage auf den Lippen.
      „Uuund?“, sprach ich sie als erster aus „was hältst du von der Sache mit dem Azubi?“
      Einen Augenblick dachte ich er hätte mich gar nicht gehört und wollte die Frage gerade wiederholen.
      „Ich weiß nicht.“, murmelte er. Schweigen.
      Ich trommelte ungeduldig mit einer Hand auf Gwyns Rücken.
      „Ich weiß nicht.“
      „Du wiederholst dich.“, warf Aiden ein, allerdings so leise, dass nur ich ihn hören konnte.
      „Ich bin mir nicht sicher, ob wir wirklich schon wieder jemand neues hier haben müssen.“, dann fing er an zu grinsen. „Immerhin haben wir dich gerade erst halbwegs anständig erzogen.“ Die Bürste verfehlte Cayden nur knapp und fiel hinter ihm scheppernd zu Boden. Ikarus spitzte kurz die Ohren und verfiel dann wieder in seinen Halbschlaf.
      „Och ich weiß nicht, eine heiße Blondine die mir ein wenig zur Hand geht, hätte schon was.“, hörte ich Aiden lachen. Wir stimmten ein. Cayden verstummte als erstes und verfiel wieder in seine nachdenkliche Stimmung. „Aber was soll das heißen, wir kriegen einen zugewiesen? Nachher taucht irgendein Schwachkopf hier auf und bringt alles durcheinander..“

      (Kathi)
      „Wäre es dir lieber, wenn ich wieder den erstbesten Besoffenen vom Festival anschleppe, so wie Hansi?“, rief ich etwas lauter als beabsichtigt und sah belustigt wie Cayden zusammenzuckte. Hansi wollte wohl gerade zu einer Gegenwehr anstimmen, verstummte dann aber mitten im 'Eh', als er feststellte, dass er dem nichts entgegenzusetzen hatte. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht klopfte ich Cayden auf die Schulter. „Keine Sorge, das wird schon und es ist nicht so, dass wir den erstbesten Deppen von der Straße angedreht kriegen, das letzte Wort haben immer noch wir und die ein oder andere helfende Hand mehr kann wohl kaum schaden, allmählich wächst uns die Arbeit doch allen über den Kopf.“ Das schien seine Sorgen zumindest ein wenig zu zerstreuen. Gut gelaunt klatschte ich in die Hände. „Die Handwerker kommen übrigens in 2 Wochen.“ Mit diesen Worten auf den Lippen machte ich mich auf den Weg nach draußen um Argo einzusammeln, nicht ohne vorher die Musik wieder aufzudrehen wohl wissend was Cayden von dem 'Holländischen Käse hielt'.

      (Sarah)
      Ich kam gerade mit dem Hengst Bucks am Strick den Weg zum Stall hinauf – es regnete immer noch, dabei zog sich die Kälte bis in die Tiefe meiner Kleidung, sodass auch irgendwie das Gefühl hatte mir in die Hose gemacht zu haben. Ich seufzte betreten, froh gleich diesem Nebel – Nieselregen Gemisch aus dem Weg gehen zu können. Ich hatte bereits mit Braum ein wenig in der Halle longiert – der Kleine würde im Verlauf dieses Jahres ganz schonend angeritten werden und konnte sich bereits jetzt mit dem Gewicht eines Sattels anfreunden. Außerdem wollte ich später irgendwann mit dem Stutfohlen Primo Victoria ein kleines Führtraining für unsere nächste Fohlenschau machen. Bucks hingegen wollte ich ein wenig putzten – nachdem ich fast eine gute halbe Stunde damit zugebracht hatte ihn vom Paddock zu holen. Einerseits hatte es mich gefreut ihn wieder mit allen Hengsten in den Offenstall entlassen zu können nach seiner Genesung – er hatte ein Hufgeschwür gehabt, welches langsam aber sicher doch abgeklungen war. Auf der anderen Seite ließ er sich zwar mittlerweile „recht gut“ händeln, aber in vielen Situationen keilte er ohne ersichtlichen Grund aus. Aus diesem Grunde hatte ich auch den beiden Mädchen Maeve und Lia geraten von ihm Abstand zu halten, zumal sich Lia noch immer von ihrem gebrochenen Arm erholte. In letzter Zeit hatte ich mich oft in den Büchern wieder gefunden, im Internet geschaut und auch befreundete Trainer angeschrieben wegen dem „Problem“ mit Bucks. Im Grunde ging es ihm gut unter den Hengsten, er hatte seine Kumpels, genoss es draußen zu sein, sogar die Leckerli und Streicheleinheiten schien er zu genießen. Wir konnten alle nicht verstehen was in dem kleinen Pottockhengst so vor sich ging, klar war nur – er würde wahrscheinlich nie wie jedes andere Pferd werden, darin bestand aber auch ein Risiko für mich und jeden der ihn versorgte. Erst letzte Woche hatte er einen saftigen Tritt in Richtung Kathi ausgeteilt, dem sie nur knapp entgehen konnte. So in Gedanken versunken erschrak ich plötzlich als der Hengst gegen meine Schulter prallte – die Ohren tief angelegt. Kathi kam gerade aus dem Stall, in dem deutlich hörbar Musik drang, ich liebte die Tatsache,dass wir dort Boxen hatten! Bucks schien sich offenbar tierisch vor Kathi erschreckt zu haben, zappelte nun an der Hand und zeigte deutliche Ansätze vorn hoch zu gehen. Quietschend bewegte er sich plötzlich deutlich in meine Richtung, was mich dazu veranlasste den Strick sofort durch den Ring des Halfters gleiten zu lassen und aus der Bahn zu gehen. Wir nutzten nie einen Panikhaken, sondern nutzten einfach eine einfache Schnur, die problemloser durch den Ring zu ziehen war um aus dem Weg zu gehen. Im unruhigen Stechtrab bewegte sich der Hengst aus unserer Reichweite, drehte uns dann deutlich die linke Seite seines Körpers zu – nur allmählig schien die Fassung zurück zu kommen. Kathi war stehen geblieben, blickte zerknirscht lächelnd zu mir herüber – unser Sorgenkind! „Das fällt mir immer öfter auf….du bist von rechts gekommen….und schau er dreht uns seine linke Seite zu.“ Nachdenklich begann ich an meiner Unterlippe zu kauen, dachte an all jene Momente an denen er so reagierte. „Was sagst du dazu?“

      Wir sollten da dringend ‘nen Tierarzt drüber gucken lassen“. In Gedanken versunken beobachtete ich den Hengst, der immer noch etwas hin und her tänzelte. „Wollte Eddi nicht eh die Tage mal vorbeischauen? Dann kann sie ihn ja vielleicht gleich ein bisschen genauer untersuchen.“
      „Stimmt wohl.“

      (Kathi)
      „Gut, fragst du sie dann noch eben? Ich wollte gerade mit Argo ein wenig ausreiten, willst du mitkommen? Vielleicht kriegen wir die anderen Chaoten ja auch noch mit.“, grinste ich. „Jetzt mach dir keinen Kopf, so schlimm wird das mit Bucks schon nicht sein“, versuchte ich sie zu trösten, obwohl ich mir selber nicht sicher war, was ich von der Sache halten sollte.
      „Ja bitte, bringst du mir Yoomee mit?“
      „Klar.“

      Gut 10 Minuten später trat ich mit den beiden Ponys im Schlepptau wieder in den Stall und legte mich prompt lang über die Stallgasse.
      Argo legt die Ohren an, tänzelte ein paar Schritte zur Seite und sprang noch im selben Moment wieder zurück um Ikarus‘ Zähnen zu entgehen, wobei sie Yoomee gefährlich nahe in Richtung Wand stieß. Cayden reagierte zum Glück blitzschnell und trennte die Streithähne bevor schlimmeres passieren konnte.
      Hansi lachte.
      „Vollidiot!“, rief ich zu ihm rüber, murmelte Cayden ein zerknirschtes ‚Danke‘ zu und rappelte mich auf.
      „Sarah und ich wollen gleich ausreiten gehen, will wer mitkommen?“, fragte ich in die Runde und vergewisserte mich, dass die Pferde sicher angebunden waren.
      Eine Weile später verließen Cayden, Sarah, ich und Hansi, der etwas zerknirscht auf Ikarus saß, weil Gwyn leider noch nicht wieder ganz klar lief, den Hof. Eine Weile ritten wir schweigend den Trampelpfad entlang der von unserem Hof weg führte. Cayden eilte mit Darym ein ganzes Stück voraus, gefolgt von Sarah und Yoomee. Ich hatte schwer zu kämpfen mit Ikarus Schritt zu halten, offenbar war heute nicht Argo’s bester Tag.
      „Na, haste Angst dich nochmal auf die Nase zu legen wenn du zu schnell reitest?“, grinste Hansi zu mir herunter. Kurz darauf hatte er meine Gerte in der Seite. „Ich weiß schon warum ich die mitgenommen habe!“, lachte ich, als Hansi mich irritiert anschaute. „Und jetzt mal ein bisschen Respekt vor deiner Chefin, mein Lieber! Bevor du an mir rumkrittelst lern lieber mal das Einflechten!“
      „Da muss ich ihr allerdings rechtgeben, ich glaub die Knoten in Thowras Mähne krieg‘ ich nie wieder raus.“, grinste Sarah, die sich hatte zurückfallen lassen und nun neben mir ritt. Hansi öffnete den Mund und beschloss, dass es doch besser war nicht gleich ZWEI seiner Chefs gegen sich aufzubringen.
      „Cayden, wo willst du eigentlich so schnell hin?“, rief er stattdessen nach vorne, denn Pferd und Reiter waren bereits fast vollständig im langsam aufsteigenden Nebel verschwunden. Wir ließen die Pferde antraben um aufzuholen.
      „Also, wo wollen wir hin?“, fragte Sarah in die Runde.
      „Lasst uns die Runde am Meer lang nehmen, ich war schon ewig nicht mehr da!“, rief Hansi aufgeregt.
      „Och nööö..“, doch leider wurde meine fehlende Begeisterung einstimmig ignoriert und so schlugen wir den Weg Richtung Küste ein.

      (Sarah)
      Cayden – noch immer gut drei Pferdelängen vor uns – führte die Truppe hinunter zur Küste, auch wenn sich Kathi von dieser Idee nicht begeistern ließ. Für Yoomee und auch für Argo würde dies der erste Kontakt zum Meer werden. Ikarus wurde sichtlich schneller, kein Wunder, denn im Sommer hatten sich die Jungs hier unten Rennen geliefert. Zwar wurde der Vollbluthengst nun mehr auf Military trainiert, aber seine einstige Rennkarriere steckte ihm natürlich noch immer in den Knochen. Darym und Cayden hatten auch ihren Spaß am Sprung, denn der Hengst zeigte dafür wahrliches Talent darin. „Komm schon Kathi, zieh nicht ein solches Gesicht, oder hast du Angst nass zu werden?“ neckte sie Hansi von irgendwo weiter vorn und Kathi streckte ihm nur die Zunge raus. Ich beobachtete derweil unsere Umgebung, ganz anders als im letzten Winter in dem wir im Schnee versunken waren, gab es dieses Mal zwar eine Schweinekälte aber keinen Schnee. Noch jetzt lagen auf den Gräsern gefrorene Tautropfen, die den Eindruck von Schnee gaben. Erst in der letzten Nacht hatten wir Temperaturen von -10 Grad gehabt, sodass ich mich in meinen vielen Schichten von Sachen etwas ungelenk auf dem Pferd fühlte. Während allerdings mein Oberkörper wunderbar warm war, begannen meine Füße bereits in den Eisklumpenmodus zu gehen. Zwischen den Gräsern lagen mit ihrer dichten, weißen Wolle einige Schafe, die als solche beinahe nicht zu erkennen waren, sondern eher aussahen wie Nester. Als die Pferde den ersten Huf auf den etwas ungewohnt, tiefen Sand des Strandes setzten, senkten sie den Kopf um zu sehen was das denn genau war. Yoomee trabte etwas voran, ein kleiner Stechtrab mit hoher Beinaktion, da sie ganz offensichtlich den Sand nicht ganz Geheuer fand. Die anderen blieben stehen, bis ich mein Pferd etwas beruhigt hatte, dann ging es im Schritt weiter. „Langsam friert mir das Gesicht ein und meine Hände und Füße spür ich auch nicht mehr, dabei sind wir gerade mal ne Viertelstunde unterwegs“ stöhnte ich in Richtung Kathi, die mir nur einen erwidernden Blick zuwarf. Dann deutete sie nach vorn zu Ikarus, bei dem Hansi offensichtlich Probleme hatte ihn vom Schritt zu überzeugen. Gemeinerweise galoppierte sie nun an, preschte dicht zwischen Darym und Ikarus vorbei und rief irgendetwas das ich nicht mehr verstehen konnte. Auch ich gab Yoomee die Zügel und eine leichte Galopphilfe, folgte den anderen im rasenden Galopp. Argo und Kathi gelang es nicht lang an der Spitze zu bleiben, denn Ikarus holte sie in Windeseile ein, dahinter folgte Argo, die auch ordentlich Versengeld gab, dann kam Cayden auf Darym während ich das Schlusslicht bildete. Nach einer ordentlichen Runde im gestreckten Galopp parierten wir alle wieder zum Trab und anschließend zum Schritt durch. „Gewonnen“ feixte Hansi, grinste breit und hob die Faust in die Höhe – Ikarus stand bis knapp zu den Knöcheln im Wasser, während sich Kathi auf Argo von hinten nährte und ihm einen Stoß an der Schulter gab. Eigentlich nicht im bösen gemeint, verlor Hansi ein wenig das Gleichgewicht, dass Ikarus in dem Moment nervös zur Seite ging trug dann nicht gerade dazu bei das ihm wieder mehr Gleichgewichtssinn dazu kommen zu lassen. Da landete Hansi also im – wortwörtlich arschkalten Wasser und schneller als wir hätten „Achtung“ sagen hören können, war er auch schon wieder am Stand – seine komplette linke Seite war nass und einiges hing in seinen Haaren. „Okay, dann ist der Ausritt hier beendet – zurück zum Hof!“ kommandierte Cayden, der dem nun bereits ruhigeren Ikarus an den Zügeln hielt während Hansi mürrisch aufstieg. Ich jedoch wandte mich mit erhobenem Zeigefinger an Kathi „Lass solche Späße in Zukunft!“ befahl ich wobei ich mir ein fettes Grinsen ja doch nicht von den Lippen wischen konnte.
      Zurück am Hof versorgten wir die Pferde, gaben ihnen ein wenig Futter und schickten Hansi ins Haupthaus vor den Kamin. Anschließend teilten wir uns wieder auf, ich brachte die beiden Stuten zurück und Cayden die Hengste, während Kathi den Schmutz aus der Stallgasse etwas beseitigte – dieses Mal hatte sich keiner von uns auf die Nase gelegt. Cirilla und Primo befanden sich in einer der geräumigen Boxen, während wir den älteren Camilero zusammen mit Braum in einer anderen Box zu stehen hatten. Ansonsten befand sich kein Pferd in den anderen Boxen, morgen würde Smaug nun endgültig den Hof verlassen. Für heute jedoch hatten wir die Nase voll und gingen drinnen.

      Zwei Wochen später werkelten die Handwerker fleißig in der Stallgasse, der Termin für den Tierarzt war gelegt und Gwyn lahmte noch immer ab und an. Hansi jedoch war wegen einer Bronchitis erst einmal an das Bett gefesselt, da der Landarzt befürchtete daraus könnte eine Lungenentzündung werden. Kathi hatte ihm eine Tafel Schokolade als Entschuldigung geschenkt, sodass sie sich nun von neuem gemeinsam in die Pfanne hauen konnten. Braum machte im Round Pen mit dem baumlosen Sattel auf dem Rücken wirkliche Fortschritte und auch Aesi kam dem Thema einreiten immer näher. In der Arbeit vom Boden aus hatte sie etliche Erfahrung, Sattel und Trense waren ihr bereits geläufig und nach und nach würde ich mich auf ihren Rücken schwingen. Braum hatte jedoch noch eine ganze Weile Zeit bevor sich jemand auf seinen Rücken setzten würde. Argo hatte sich mittlerweile super eingelebt, wenn auch das Training etwas haperte, die Stute hatte in ihrer Filmzeit keine richtige Reitweise kennengelernt und die Dressur schien nicht ihr Steckenpferd zu sein. Kathi und ich spielten deshalb mit dem Gedanken, sie wie Stormbringer Western umschulen zu lassen. Aiden beschäftigte sich in der letzten Zeit besonders mit dem etwas fettleibigen Yael, damit dieser nicht noch weiter auseinander gehen würde und vor allem fitter. Zumindest zeigte der Hengst reges Interesse in der Dressur und wir wollten ihn einfahren in diesem Jahr um ihn für die kommende Turnier und Körungssaison vorzubereiten. Besonders legten wir auch Wert auf das weitere Training unserer Stuten, besonders der Connemaras damit wir bald mit ihnen auf geeigneten Krönungen starten konnten. Im Grunde jedoch legten wir nicht den kompletten Tag darauf aus, die Stuten und Hengste sollten einfach ihr Leben bei uns genießen können. Maeve und Lia waren jetzt in der Unterrichtsfreien Zeit oft auf dem Hof – kümmerten sich um ihre Lieblingsstute Soul Dance, gingen zusammen mit Draki und Moon spazieren und ritten fast jeden Tag. Noch mussten sie eine Menge lernen, das taten sie fleißig auf Kürbis und Eisblume, die als Lehrpferde wunderbar waren und lernten auch mit Soul Dance die Arbeit mit der Kutsche näher kennen. „Na wenn das so weiter geht, werden die beiden bald die Nachfolge hier antreten“ witzelte Cayden. Ich erwiderte darauf nichts weiter und biss in mein Toast belegt mit Käse, welches ich mir von drinnen mit gebracht hatte. Die Temperaturen waren noch immer kalt, aber man hielt es ganz gut draußen aus. Gamhain und Corvus erfreuten sich derweil an den Futterresten die Soul Dance rechts und links neben dem Futtereimer verteilte. „Mensch, fressen nicht ständig daneben schütten“ tadelte ich sie leicht und scheuchte die Köters beseite….ulkige Angewohnheit, die sie sich da angeeignet hatte. Ich strich ihr über die Rückenparte, flauschte durch das dicke Fell und erfreute mich einfach an der kleinen Stute. Es war Zufall gewesen, das ich ihre Verkaufsanzeige gesehen hatte und sofort ihre Besitzerin angeschrieben gehabt – ich und Amy waren es damals gewesen, die Soul eingeritten hatten. Das sich unsere Wege noch einmal kreuzen würden nachdem sie mit Pepe nach Kanada gegangen war, hielt ich zunächst gar nicht für möglich und nun befand sie sich in meinem Besitz. Sie war noch jung, hatte jedoch schon eine ganze Menge an gutem Training genossen. Es stand zur Debatte, sie vielleicht eine kleine Weile zu Vina ins Training zu geben zum Zirkuspony, doch so schnell wollte ich sie nun auch nicht wieder fort schicken – eine Reise nach Prag würde ziemlich lang für sie werden. Im Grunde konnte ich ihr einige Dinge auch selbst beibringen, oder Maeve und Lia würden dies sicher auch gern ausprobieren. Wundersam wie ich diese beiden Mädchen schon zum Inventar den Hofes zählte….
      Nach einer weiteren Woche sahen wir uns einer vollkommen erneuerten Stallgasse gegenüber in der weder wir noch die Pferde stolpern konnten. Kathi und ich „hüpften“ vor Freude durch die Gasse, grinsten uns beide Gegenseitig vollkommen dümmlich an und waren einfach nur froh. „So ist´s wirklich viel besser als der alte Zustand!“ sagte Hansi, der dick eingepackt, die Taschen mit etlichen Taschentüchern bestückt, noch immer heiser neben uns stand. Unmerklich hielt ich Abstand von ihm, da ich keinerlei Interesse daran hatte ebenfalls krank zu werden.


      Feb 8, 2015
    • vampyrin
      Willkommen Auszubildener!
      © BluePearl & Ravenna & väämp

      (Sarah)
      "Fertig!" seufzt Cayden, lehnt sich in dem Stuhl weiter zurück, beginnt das Haarband um seine Haare herum zu lösen. In sanften Wellen fallen sie ihm den Rücken herunter. Auf nackten Füßen lief ich zu ihm hinüber über den Parkettboden, vor einem Jahr war dieser Dachboden noch nicht ausgebaut worden. Zwar waren es damals schon Dielen gewesen, doch musste man aufpassen das man sich ohne Schuhe keine Splitter in den Fuß jagte. Der Boden war das erste gewesen, dass renoviert worden war. Ansonsten hatte dieses Zimmer seinen Look behalten - graue Steine des Hauses zwischen den Steinen gab es einige Halterungen für Kerzen. Der große, aber vorallem alte Schreibtisch der darin stand diente Cayden als Arbeitsplatz. Auf ihm gab es etliche Kratzer seiner Vorbesitzer, auch an dieser Wand gab es Kerzen, die den Raum in heimeliges Licht tauchte. Zwar stand direkt neben ihm eine altersschwache Lampe, die jedoch selten brannte. Sacht ließ ich mich auf Caydens Schoß nieder, bis eben hatte ich auf der Chaiselounge gelegen mit einem Buch. Das geräumige Büro war an den Wänden nicht nur bedeckt mit einigen Kerzenleuchtern, sondern mit einer ansehnlichen Buchsammlung, die Dank mir auch immer größer wurde. "Was hast du da eigentlich gemacht? " fragte ich ihn leise flüsternd. "Ach ich hab Kathi die Abrechnung für das Futter und die Rechnung wegen der Stallgasse abgenommen. Außerdem alles geklärt damit Marens Caiphi hier unbeschadet auf dem Hof ankommt, sie kommt in zwei Tagen hier an." Ich nickte, ich hatte zugesagt die Stute von Maren einzureiten... erst vor ein paar Tagen war die da gewesen um sich wieder einmal Bucks zu widmen. Periodische Augenentzündung hatte die Diagnose gelautet... ihm die Arznei einzuflößen war nicht einfach gewesen. Ein leises Winseln ließ uns beide auf den Boden zu schauen, zu unseren Füßen hockte Corvus, wollte offenbar bei der Runde mitmachen. Mit seinen Rehbraunen Augen schaute er zu uns hinauf, im Sommer hatten wir eine Hundeklappe eingebaut, sodass sich nun beide Hunde entscheiden konnten ob sie im Stall oder Haus schlafen wollten. Gamhain jedoch schaffte es mit ihrer HD nicht mehr die Treppen hinauf, während Corvus also hier oben war hörte man Gamhain unten jammern. "Holst du sie hoch?" fragte ich an Cayden gewandt. Der Tag war angenehm gewesen, noch immer hing der Nebel in der Luft, es war kalt aber für wenige Stunden hatte die Sonne unsere Leiber beschienen. Argo befand sich bei Hansi im Training, meine Hilfskraft hatte mehr Erfahrung mit Westernlektionen. Aufgrund ihres bisherigen Daseins als Filmpferd war sie sowohl Western als auch Englisch "geritten", sie konnte auf Kommando halten und in jede Gangart wechseln, Dinge wie Versammlung, Haltung und Anlehnung waren ihr fremd. Da Argo eher an den Westernsattel gewöhnt gewesen war, hatten wir beschlossen sie ebenso wie Stormbringer Western auszubilden. Nun arbeitete Hansi fast jeden Tag mit der Palominostute, langsam gewann sie immer mehr an Muskeln dazu. Außerdem hatten wir in der letzten Woche zwei Neulinge dazu bekommen - Black Lemontree und Corry. Black hatte sich bei meinen Eltern schon einmal in meinem Besitz befunden...war der Vater von Blettur und somit Großvater von Uprising. Damit hatte ich nun drei Generationen an Islandhengsten bei uns, irgendwie freute ich mich daran. Corry war ebenso wie Soul Dance ein Exmoorpony, begabt vor der Kutsche und für sein Alter recht gelassen. Maeve kümmerte sich liebevoll um den jungen Hengst, im Round Pen hatte sie bereits auf seinem Rücken gesessen. Erst hatte ich die Überlegung gehabt ihn Kastrieren zu lassen, das Thema jedoch erstmal beiseite gepackt. Vor der Kutsche mit Soul wollte ich ihn dennoch mal probieren laufen zu lassen. Gemeinsam mit Cayden hatte ich begonnen die Lerneifrige Yoomee vor die Kutsche zu bringen - mit Willow im Gespann orientierte sie sich wunderbar an der erfahrenen Rappstute. Thowra hatte heute einen freien Tag gehabt, ebenso wie Kürbis. Letztere befand sich langsam im Aufbau Training nach ihrem Fohlen...für dieses Jahr hatten wir kein weiteres Fohlen mit ihr geplant. Ganz anders Greentea, die bereits tragend von Finlay war. Mit Yael hatten wir leider einen kleinen Rückschlag was das Gewicht anging, beim Holen seiner Sachen hatte sich der verfressene Hengst losgerissen und wahrhaftig den Weg in die Futterkammer gefunden. Erst bei meiner Rückkehr hatte ich sein Fehlen bemerkt und eine halbe Stunde mit suchen verbracht - ich hatte vermutet er sei zur Hengstkoppel gelaufen. Kathi hatte den Hengst schließlich in der Kammer entdeckt, seit dem Vorfall befand er sich in Boxenhaltung neben Bucks, seine Fütterung wurde kontrolliert und täglich ging es für ihn in die Führanlage, falls niemand die Zeit fand ihn zu longieren bis der Sattelgurt wieder ordentlich passen würde. Finlay dagegen hatte langsam eine schlankere Linie bekommen, was alle versammelten freute. Auch Gwyns Lahmen hatte sich verbessert, sodass Hansi auch ihn endlich wieder reiten konnte. Damit gingen Aiden, Hansi und auch Cayden fast jeden Abend noch in die Halle um ein wenig über die Hindernisse zu jagen, da die Geländestrecke noch etwas gefroren war. Cayden erhob sich aus dem Sessel, ich hörte wie er die knarzende Treppe hinunter lief und ein wenig schnaufend mit Gamhain auf dem Arm wieder hinauf kam. Corvus trappelte Rute wedelnd aus dem Raum und kam hinter der Bearded Collie Hündin hüpfend wieder hinein. Die beiden waren wirklich ein niedliches Pärchen geworden. "Ich staune das die beiden im Haus sind." sagte Cayden, da sie sonst lieber im Stall schliefen. Ich zuckte mit den Schultern "Wer weiß, vielleicht zu kalt draußen?" Cayden wuschelte Gamhain durch das Rückenfell, kam dann wieder zu mir an den Sessel. "Wollen wir ins Bett?" dabei sah ich wie er ein Gähnen nicht unterdrücken konnte. Sehnsüchtig starrte ich noch auf mein zugeschlagenes Buch hinüber, nickte dann jedoch, folgte ihm den Flur hinunter zu unserem Zimmer. Auch dieses Zimmer war eher rustikal als modern, doch genau dieser Stil gefiel mir besonders, zwar fehlten hier die Decken hohen Bücherregale unseres Büro´s , aber ein offener Kamin und das Bett in seiner Nähe sorgten für eine ähnliche bequeme Atmosphäre. Da ich vor knapp zwei Stunden Holz hinauf gebracht hatte, konnten wir nun ein Feuer in dem Kamin entfachen und ich schlüpfte unter die dicke Federdecke. „Morgen kommt der neue Azubi, ich bin wirklich gespannt auf ihn… auch wenn ich lieber auf eine weibliche Verstärkung gehofft hatte. Die anderen Bewerber haben aber einfach nicht so eine gute Figur gemacht wie Killian.“ Bemerkte ich zu Cayden, der sich gerade seiner Hose entledigte und anschließend zu mir unter die Decke kroch. Als seine kalten Füße meine berührten zog ich die meinen ein wenig weg, kuschelte den Rücken jedoch näher an seinen Oberkörper. „Wir werden es sehen, wann wollte er noch mal kommen?“ fragte er flüsternd irgendwo in meinen Haaren. „Puuh… irgendwie gegen Mittag, aber sicher bin ich nicht genau. Wir werden es beim Frühstück erfahren, denke ich.“ Setzte ich dazu, denn manchmal schlief Kathi doch etwas länger als Cayden und ich, die einfach Frühaufsteher waren – gegen 7 Uhr war unsere Nacht einfach vorbei. „Denke ich auch, aber er schien wirklich recht anständig und beim Probearbeiten hat er sich ja sowohl mit den Hengsten als auch den Stuten gut angestellt.“ Bemerkte Cayden, während ich bereits langsam dem Schlaf entgegen sank.

      (Kathi)
      Noch im Halbschlaf öffnete ich ein Auge und blickte auf meinen Wecker. „Verdammt!“, rief ich und war sofort hellwach. Es war fast halb 10, ich hatte mal wieder verpennt und um 11 sollte der neue Azubi hier aufkreuzen, was ich natürlich mal wieder vergessen hatte weiterzuleiten.
      In Rekordzeit war ich aufgestanden, geduscht und angezogen und hätte mich fast an meinem Toast verschluckt, während ich in den Stall hetzte. Keuchend stand ich in der Stallgasse und blickte mich um. Keiner da. „Hallooo?“, rief ich zaghaft ins Blaue hinein. Keine Antwort. „Na super, wo sind denn wieder alle?!“ murmelte ich und eilte in Richtung der Offenställe.
      „Wow, endlich mal etwas Leben hier“, rief ich Aiden zu der gerade mit der Schubkarre in einer Schlammpfütze steckengeblieben war. Nachdem wir sie mit vereinten Kräften hinaus gehievt hatten, verriet er mir, dass wohl zumindest Hansi und Sarah sich in der Reithalle aufhalten sollten.
      Ich bedankte mich für den Tipp und bald darauf hatte ich sie endlich gefunden.
      „Morgen!“, rief ich und die beiden wandten sich mir zu. Keiner schien sonderlich begeistert, dass ich mal wieder so spät dran war. „Hey, jetzt rück endlich mit der Sprache raus, wann genau soll Killian jetzt hier aufkreuzen?“
      „Um 11.“
      „Verdammt, so früh schon? Dann sollte ich mich wohl beeilen.“
      Jetzt wirkte sie noch weniger begeistert.
      „Wo ist Cayden, der muss doch bestimmt auch Bescheid wissen?“
      „Der ist grad erst weg, wollte ein wenig ins Gelände mit Darym. Aber wir brauchen den armen Kerl ja nicht gleich mit alle Mann belagern, dann kommt er halt später nach..“
      Damit war ich wohl knapp einer Kugel entgangen, ich wollte nicht noch mehr Ärger stiften und wandte mich an Hansi.
      „Ich wollte jetzt noch schnell sein Zimmer herrichten, wie sieht’s aus, kann ich mich in eure Wohnung trauen?“
      „Ach, über das bisschen Unordnung kannst du wohl hinwegsehen oder?“, grinste er zurück. Ich verdrehte die Augen und stieg die Treppe zur Wohnung hoch, die direkt über der Reithalle lag.

      (Cayden)
      Da Kathi noch einen Anruf bekommen hatte musste ich nun den Sitter spielen für unseren Jungspund auf dem Hof, Aiden hätte lieber ein Mädchen in unserer lustigen WG gehabt...aber man konnte ja nicht alles haben,was?
      Die Straße hinauf, Richtung Fähre in Craighnure führte mich die holprige Straße – nun parkte ich auf dem Platz, nahm das alberne Schild von Kathi entgegen auf dem in Gaelic und Englisch die Begrüßung von „Killian McKenzi“ stand. Also ging es nun zum Anleger, in der Ferne konnte ich bereits die Fähre kommen sehen, na immerhin war ich dieses Mal pünktlich. Eine kleine Flut von Menschen ergoss sich über den Anlegeplatz, ich präsentierte das Schild und wartete also bis ich ihn wieder erkannte oder er das Schild sehen konnte. Ob ich mich lächerlich fühlte? Und ob! Wie ich da also so mit dem Schild stand sah ich den leicht schlaksigen Jungen auf mich zukommen – er sah aus wie jemand der noch nie richtig hatte arbeiten müssen in seinem Leben. Mit Pferden konnte er umgehen, dass stand außer Frage – aber die Mistgabel konnte er noch nicht sonderlich schwingen. Auf Caed Crevan jedoch musste jeder seinen Teil beitragen, also würde aus dem schlaksigen vielleicht doch noch ein wirklicher Mann werden. Wobei nicht gesagt werden konnte, das er nicht ein hübsches Gesicht aufzuweisen hatte...irgendwie erinnerte er mich an jemanden. Genau das war mir bereits beim Vorstellungsgespräch und dem späteren Probearbeiten aufgefallen. Als wir an der Bushaltestelle vorbei zum Wagen liefen, sah ich das schwarzehaarige Mädchen von Siobhan dort stehen. Mit dem Handy in der Hand stand sie da, schaute auf die Anzeige der Buszeiten und verzog das Gesicht. „Die Kleine ist mir schon auf der Fähre aufgefallen, heißes Teil oder?“ meinte Killian zu mir, hatte mir in die Magengegend gestupst dabei. Mit hochgezogener Augenbraue sah ich ihn an „Heißes Teil, eh?“ meinte ich, schüttelte den Kopf...grün hinter den Ohren..Ich stiefelte zu ihr hinüber „Lost the bus?“ fragte ich sie, da ich nicht wusste wie viel Deutsch sie sprach. Mein Englisch war...nunja bescheiden, aber zumindest konnte ich es überhaupt!

      (Meg)
      Na toll. Der nächste Bus würde erst in einer Stunde kommen. Und natürlich keinen Empfang. Das passt ja mal wieder gut zusammen. Ich könnte die Strecke laufen oder ich warte einfach. Zum Warten war es mir aber zu kalt. Ein Mann kam auf mich zu. Ich kannte ihm vom sehen her. Er gehörte zum Caed Crevan. „Yes. Can we speak german?“ Er nickte und so fragte ich: „Du fährst doch zurück zum Hof. Könntest du mich mitnehmen?“ Hätte ich nicht gewusst, dass er einer von Sarahs Angestellten war, hätte ich so etwas nicht gefragt. Für mich wäre es super, da ich so nicht warten musste. Meine Shoppingtour hatte ich beendet und es waren auch nur zwei Tüten. Ich brauchte mehr Reitklamotten.
      Durch das tägliche reiten brauchte ich öfters neue Handschuhe und auch mehr als zwei Reithosen. Vor allem, wenn es an die Turniersaison ging.
      „Natürlich, dann lernst du gleich unseren neuen Auszubildenden kennen – das ist Killian, soeben auch mit der Fähre hier angekommen“ stellte ich dem jungen Mädchen, den jungen Mann rechts von mir vor. Zusammen ging es dann also zum Auto, da auf dem Beifahrersitz der eigenwillige Russelrüde Corvus seinen Platz eingenommen hatte – verfrachtete ich die beiden Grünschnäbel auf die hinteren Sitze und machte mich auf die Heimreise – erst Richtung Classical Harmony und dann zu unserem Hof zurück. „Auf geht´s“

      (Killian)
      „Wie lange bist du schon Auszubildende?...Ist die Schule eigentlich direkt hier auf der Insel oder wie läuft das hier?“ Hatte ich eine Planung? Nicht wirklich, Hauptsache ich musste nicht mehr bei meiner Mutter in der Wohnung in Edinburgh verbringen, langsam wurde es mir da zu eng. Meine Schule hatte ich fast 6 Jahre in Deutschland, bei meinen Großeltern absolviert, da meine Mutter gemeint hatte ich sollte so viele Sprachen lernen wie möglich. Zugegeben eine Sprachbegabung hatte ich wirklich, aber lies das jetzt nicht gern raus hängen. Aus blauen Augen sah sie mich, vollkommen frei von Unsicherheit von der Seite her an.

      (Meg)
      „Ich bin Mittem im zweiten Lehrjahr, aber ich bin erst seit Ende Oktober hier. Mein alter Hof musste Insolvenz anmelden und da die Leiterin gut mit meiner jetzigen Chefin befreundet ist, hat sie sich darum gekümmert, dass ich hier meine Ausbildung beenden kann. Wenn du zur Grundschule möchtest, dann bist du hier richtig. Wir haben hier keine Schule. Es gibt Unterricht per Internet und ab und an müssen wir aufs Festland um Prüfungen abzulegen“, antwortete ich ihm. Er wusste aber schon, wie das mit der Ausbildung laufen sollte, oder? Er wirkte auf mich etwas verplant. Vielleicht lag es auch an der Tatsache, dass das gerade alles neu für ihn war. Ich glaube, ich war nicht viel besser als ich das erste mal gesehen habe wo ich arbeiten werde.

      (Killian)
      Ich beugte mich ein wenig zu ihr herüber, der Typ vorn am Steuer sollte ja nicht gleich mitbekommen, dass ich oft ziemlich verpeilt und dazu noch faul war um irgendwas zu lesen „Ich hab die Unterlagen irgendwie im Zug liegen gelassen“ ich zuckte unbekümmert die Schultern. Irgendwie hatte ich mich immer durchgeschlagen, selbst durch die Schule – dabei war ich nicht mal ein schlechter Schüler, nur fehlte es mir bei vielem an Durchhaltevermögen. Ging es jedoch um die Pferde, da war ich sofort Feuer und Flamme, weshalb es mich freute die Ausbildung auf einem Hof wie Caed Crevan zu beginnen!

      (Cayden)
      Etwas besorgt schaute ich im Rückspiegel den beiden Grünschnäbeln zu, die sich wegen der vielen Sachen auf dem Rücksitz, eng aneinander quetschen mussten. Dieser Killian würde sich doch nicht etwa als einer dieser Womanizer herausstellen? Doch schätzte ich das junge Mädchen als Bodenständige Natur ein, zumindest machte sie diesen Eindruck auf mich. Ich zuckte leicht mit den Schultern, konzentrierte mich weiter auf die Straße – in knapp 5 Minuten würde ich das Mädchen eh auf ihrem Hof absetzten….verdammt das ich mir nie ihren Namen merken konnte.

      (Meg)
      „Oh. Das ist ja blöd“, antwortete ich ihm. Kann ja mal passieren. Ich war anfangs auch etwas durch den Wind, als ich hier angekommen war. Es war alles so neu und schön gewesen. Auch die Begrüßung von Ty und Cayden war herzlich ausgefallen und man hat sich sofort wie Zuhause gefühlt. Anfangs hatte ich etwas Zweifel, dass es mit der Sprache schwer wird, aber das war unbegründet. Wir waren schon kurz vor Lochdon, sodass ich gleich auf dem Hof sein würde. Das wäre gut. Erstmal die neuen Sachen waschen und dann schnell einweihen. „Ich denke mal, dass sie dir bestimmt nochmal alles erklären werden, wie es ablaufen wird.“

      (Killian)
      Gerade als ich ihr antworten wollte, hielt der Wagen an einem anderen Hof – dem Hof auf dem sich wohl wohnte - „Das denke ich auch“ bleibe versonnen sitzen, ehe ich merke...sie kann gar nicht aussteigen, wenn du es nicht tust. Mit der Hand fummelte ich an der Türklinke, gehe hinaus um ihr den nötigen Platz zu geben. „Wir werden einander sehen?“ stellte ich ihr offen eine Frage. Zumindest hätte ich dann jemanden, den ich auf dieser Insel kennen würde – in meinem Alter.

      (Meg)
      „Wer weiß. Ich bin eigentlich immer hier auf Classical Harmony. Sarah besucht uns öfters. Du weißt ja, wo du mich finden kannst, wenn man sich nicht so mal sehen sollte“, antwortete ich ihm und nahm meine Einkaufstüten auf dem Kofferraum. Ob wir uns wiedersehen würden? Bestimmt irgendwann mal. Die beiden Höfe feierten öfters mal zusammen. Von daher würden wir uns schon über den Weg laufen. „Danke Hansi fürs mitnehmen.Das war echt nett von dir. Tschüss“, sagte ich zu dem Mann und schlenderte den Weg hoch zum Hof.
      Auf dem Weg zurück schien der junge Kerl recht dünn angebunden, doch mein Blick auf die Uhr verriet mir – ich musste mich langsam beeilen! Wir würden in weniger als einer halben Stunde besprechen wollen wer zum Distanzrennen kommen würde.

      (Sarah)
      Zusammen mit Cayden, Hansi(der etwas zu spät kam) und auch Julie,Kathi und natürlich Siobhan hockte ich mit der Liste der Anmeldungen am großen Küchentisch - wir hatten uns noch nicht 100% entschieden wen wir hatten nehmen wollen. Auch der neue Auszubildende hockte gleich mit bei dieser Veranstaltung. In den letzten zwei Stunden waren wir alle gründlich durchgegangen, hatten verglichen und schließlich schon zwei Entscheidungen getroffen. Auf unserer Liste standen bereits Django und Maren "Der Kleine ist zwar nicht sonderlich ängstlich, aber um ihn an die andere Umgebung hier zu gewöhnen, könnten wir ihn und Siobhans Falabellastute zusammen vor den Trainingssulky spannen - zumindest für´s erste." schlug ich dabei vor und bekam keinerlei Einwände. Da erhob Siobhan die Stimme "Ich dachte es sei eine gute Idee, Meg das Training mit Was immer du tust absolvieren zu lassen und später am Rennen teilzunehmen?" "Wunderbar! Dann kann unser Grünschnabel vielleicht gleich bei ihr mitmachen - als Zusammenarbeit?" warf Kathi fragend in die Runde. Siobhan überlegte kurz, nickte dann aber "Fänd ich gut" - auch Killian legte kein Veto ein.
      "Zurück zur Liste" ermahnte ich dann aber wieder - sonst wäre der Abend vorrüber und noch immer keine Entscheidung getroffen.
      Wir einigten uns auf Alicia und Nienke - sie würde einen eigenen Wagen mitbringen, was die Sache für uns erleichterte.
      Bei den Reitern und ihren Pferden knobelten wir eine Weile, dabei stand dort auch schon jemand fest "Vina kommt definitiv - sie war lange nicht hier und als Trainerin braucht sie nur eine Art der Anweisung, denn sie weiß auch wie man Ausdauer mit dem Pferd üben kann. So können wir uns auf die oder den letzten im Bunde sehr gut konzentrieren. Wobei eh jeder von uns einen der Teilnehmer betreut." warf ich bittend in die Runde. "Sieht aber ganz schön nach Freundschaftsbonus aus" murmelte Hansi leicht spöttisch(offensichtlich lauter als gedacht) zu Cayden. Trotzdem wurde der Vorschlag nicht abgelehnt und Vina und Wolfi landeten auf der Liste. "Dann darf ich jetzt aber auch entscheiden,ja?" kam Kathi in die Runde zurück, mit einer Tasse Kaffee, die dampfte und einen angenehmen Geruch verbreitete. In der anderen Hand trug sie eine weitere Tasse des schwarzen Gesöffs, die Hansi froh entgegen nahm. "Battle Scars - kommt zwar jetzt doof, wenn noch ein Tinker dabei ist, aber da entscheid ich jetzt in Symphatie für den Namen!" meinte sie leicht lachend, wobei Hansi und auch Julie sofort Partie ergriff. Ich schlug die Hände in die Luft "Ganz ehrlich reizen mich alle...aber so viel kann ich uns nicht zumuten und ehe wir jetzt per Los entscheiden, gut dann eben nach dem Namen. Wer nen anderen Einwand?" allgemeines Kopfschütteln - also wurden Joyce und Battle Scars ergänzt in der Liste.
      "Damit haben wir´s - wer bleibt zum Essen?"

      Mar 24, 2015
    • vampyrin
      Ein Sturm zieht auf
      © Ravenna

      Die Wolken am Himmel zogen sich unsanft zusammen, wurden grau – hier auf den Inseln kam es im Verlauf des Frühlings öfters zu heftigen Gewittern. Also schwang ich mich vom Rücken des jungen Hengstes, um ihn zurück in den Stall zu bringen. Seit nun mehr fast zwei Wochen befand sich Ghost in der richtigen Ausbildung zum Reitpferd. Seitdem ich ihn gekauft hatte zusammen mit Kathi hatten wir Übungen mit ihm gemacht, Hansi hatte viel Bodenarbeit gemacht und ihn bereits an Sattel und Trense gewöhnt. Jetzt hatte er vor knapp einer Woche das erste Mal einen Reiter auf seinem Rücken gehabt. Bis hier hin hatte der Hengst wirklich wunderbare Arbeit geleistet , weder gebuckelt noch sonst irgendwelche Unarten entwickelt.

      Wenige Minuten später betrat ich mit dem jungen Hengst am Zügel den Stall, einige Regentropfen hatten den Weg meinen Nacken hinunter gefunden. „Uuua...nächstes Mal nehm ich ein Tuch mit.“ flüsterte ich leise. Den leicht verschwitzten Hengst stellte ich in eine der Boxen als ich den Sattel in die davor vorgesehene Kammer brachte. Die Stirn kraus gezogen drehte ich mich im Kreis herum. „Wo hab ich denn jetzt seine..?“ da fand ich die grüne Abschwitzdecke, brachte sie zurück in die Box um sie ihm auf den Rücken zu legen. Als ich nochmal in die Kammer wollte um noch ein wenig Müsli zu holen, nahm ich leise geflüsterte Worte wahr. Ich drehte mich verwundert um, hatte ich das nicht vorher auch schon gehört oder war die Musik noch an? Da ich jedoch aus den Lautsprechern nichts hörte stiefelte ich die kleine Treppe zum Heuboden hinauf. Es gab nur zwei kleine Fenster, die sanftes Dämmerlicht erschufen. Genau unter so einem sah ich nun Cayden auf dem Boden sitzend, an seine Schulter gelehnt erkannte ich die kleine Lia, auf ihrem Gesicht konnte ich die Tränen erkennen. Cayden hielt sie im Arm strich mit sanften Bewegungen über ihren Rücken, murmelte dabei Worte auf Gälisch. Als er mich sah, hob er seine Hände um mich wieder davon zu scheuchen, ich nickte still und krabbelte die Leiter wieder hinunter. In letzter Zeit war Lia abweisender denn je gewesen, hatte sich sogar von Maeve abgekoppelt – sonst waren beide Freundinnen wie Geschwister. Ich schüttelte den Gedanken zunächst beiseite, dann lief ich hinaus in den leichten Nieselregen. Da sich die Wolken weiter zusammen zogen wollte ich Bucks noch in den Stall zu bringen – bei einem Gewitter im letzten Jahr war er schließlich ausgebrochen. Es war immer noch schwierig mit dem kleinen Pottockhengst, allerdings nahm er endlich wieder richtig zu, seine Mähne und der Schweif hatten beinahe wieder eine normale Länge. Allerdings wurde der Kleine schon wieder von seiner Augenentzündung geplagt, Maren hatte beim letzten Besuch erwähnt falls es nicht besser würde , müsste das Auge entfernt werden. Natürlich wollte ich das es dem Hengst besser ging, aber solche Maßnahmen fand ich doch etwas zu drastisch – beide Augen? Cayden und ich wollten in dieser Sache noch eine zweite Meinung einholen. Zusammen mit dem Pottockhengst brachte ich auch Moon in den Stall, der noch immer mit einer Decke herum lief – seine Arthrose machte momentan wieder einiges an Mucken. Erst letzte Woche hatte er eine leichte Kolik gehabt, ich machte mir wirklich Sorgen um meinen geliebten Hengst.

      Am Offenstall der Hengste traf ich Aiden und Hansi, die mir mit einer Schubkarre voller Pferdeäpfel entgegen kamen. „Für heute sind wir fertig!“ verkündete der blonde Hüne „Heute Nachmittag werd ich zusammen mit Catalina noch ein wenig was mit Dorn tun, soll ich dann Thwora mit hinüber zu Bella nehmen?“ In der letzten Zeit hatten wir hier oben eine Menge an Zuwachs bekommen, da sich Bella auf die Islandzucht spezialisiert hatte und sie noch keine fertigen Zuchtpferde gehabt hatte wollte ich ihr unter die Arme greifen. Sowohl Uprising als auch Thowra würden bei ihr ein gutes zu Hause finden, wenn auch letztere noch immer in meinem Besitz war – doch dort wurde sie Rassenspezifischer gefördert als es uns möglich war. Zurück im Stall sah ich gerade noch wie eine etwas geknickte Lia mit Argo am Halfter den Hof verließ und mir Cayden entgegen kam, auf seinem Gesicht lagen leichte Schatten. „Was ist los mit ihr?“ mein Verlobter nahm mir den Strick von Moon ab, begann dabei zu erzählen. „Lia´s Mutter..die Leukämie ist zurück, jetzt macht sie sich unheimliche Sorgen. Ihre Mutter ist im Krankenhaus auf dem Festland, nächste Woche wird Lia sie dort erst besuchen dürfen, da die Mutter wohl noch viele Arztbesuche hat. Außerdem befindet sich ihr Bruder momentan in einer Pflegefamilie in die wohl auch Lia gehen wird, um ihrer Mutter beistehen zu können.“ Mittlerweile saß ich auf einem der Eimer, die Hände auf meine Knie gestützt „Das hat sie wirklich nicht verdient….wie lang ist das letzte Mal her?“ Cayden zuckte die Schultern „Ich weiß es nicht genau, aber damals war die Mutter glaube ich gerade mit dem Bruder schwanger, deswegen wurde es erst festgestellt. Den Vater hat sie erst vor knapp drei Jahren verloren, jetzt vielleicht noch die Mutter“ er strich sich mit der Hand durch das Gesicht über den mittlerweile ziemlich langen Bart. „Ich hab sie einfach ein wenig getröstet“ jetzt zuckte er mit den Schultern „Sie erinnert mich so eine meine jüngere Schwester, immer darum bemüht alles beieinander zu halten. Im Unterschied das bei Lia wohl alles auseinander fällt. Sie hat gefragt ob...“ Cayden hockte sich vor mich zu Boden. „Sie würde gern das wir sie begleiten...wir sind so ziemlich das nächste was einer Familie kommt.“ jetzt lachte er auf, lächelte mir zu „Schließlich ist sie neben dem Internat hier am meisten...in der Zeit seitdem wir hier wohnen war sie selbst in den Ferien kaum bei ihrer Mutter zu Hause, sondern eher hier.“

      Dabei musste ich an die beiden oben auf dem Dachboden denken...schon immer hatte sich das junge Mädchen an meinen Verlobten orientiert oder an mir. Sie stellte für mich schon beinahe ein Teil der Familie dar. „Natürlich, wenn sie sich das wünscht kommen wir mit!“ verkündete ich flüsternd. Der Gedanke eine Jungendliche zu ihrer offensichtlich sterbenden Mutter zu begleiten zog mein Innerstes zusammen – das war etwas das sie nicht sehen dürfte. Auf der anderen Seite würde sich Lia´s Zukunft in den nächsten Monaten mehr als nur drastisch verändern, ich wollte ihr beistehen so viel ich es zumindest konnte.

      Wir besprachen bei einem Abendessen mit Lia noch wann genau wir zum Krankenhaus aufbrechen wollten. Einigten uns dann auf die nächste Woche, da Cayden und ich noch einen Termin bei einem Paganpriester hatten, der uns trauen würde. Zwar ließen wir uns auch noch offiziell vor dem Standesamt verheiraten, allerdings war das ganze erst in einem Jahr geplant – per Handfasting würden wir für ein Jahr und einen Tag einander versprochen werden und erst dann wahrhaftig heiraten. Wie ich fand war das ein wunderbarer Brauch, dem ich gern zugestimmt hatte. Das gab und die Zeit wahrhaftig herauszufinden ob wir miteinander klar kamen, wenn auch Siobhan immer meinte ich solle mir darüber keine Gedanken machen.

      Also würden wir in der nächsten Woche mal wieder auf das Festland fahren.

      Jun 26, 2015
    • vampyrin
      Mit der Wende der Sommersonne
      © Ravenna

      „Moment soll das etwa bedeuten?“ Sarah stand auf, die Hände vor der Brust verschränkt als wolle sie sich selbst schützen, ihre Augen huschten unruhig durch den Raum. Die letzten Wochen waren Nerven aufreibend gewesen, nicht nur in Anbetracht der Tatsache das wir kurz vor dem Handfasting standen. Es hatte uns ein ganzer Sturm an Entscheidungen getroffen.

      Vor knapp drei Wochen hatten wir beiden Lia ins Krankenhaus ihrer Mutter begleitet, die bereits seit geraumer Zeit gegen die Leukämie ankämpfte. Wir hatten Asmin McDubh bereits einmal kennengelernt, eine wirklich starke Frau die für ihre Kinder viel getan hatte. Jetzt jedoch verließ sie mit jeder Woche mehr und mehr die Kraft. Lia hatte es nicht lange in dem Raum gehalten in der ihre Mutter an das Bett gefesselt war, doch im Laufe unseres Besuches war klar geworden das nicht nur Lia gewollte hatte das wir beiden ins Krankenhaus kamen.

      „Meine Tochter sollte endlich wieder ein geregeltes fast normales Leben führen….wenn sie von eurem Hof erzählt, der Arbeit mit den Pferden und der Schule in Craighnure. Sie strahlt wie ich es seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Es ist unwahrscheinlich das ich dieses Mal den Krebs überstehe...Angus ist bereits in einer liebevollen Pflegefamilie, der Kleine versteht ja kaum was mit seiner Mutter geschieht. Auch wenn sie Lia ebenfalls bei sich aufnehmen..“hier hatte ein Hustenanfall die Kranke unterbrochen. „Ich möchte einfach nicht das die beiden getrennt werden...genauso wenig möchte ich das Lia aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen wird. Ich habe mit ihr darüber gesprochen, genauso wie mit dem Jugendamt. Wäre es für euch abwegig Lia und meinen Sohn bei euch aufzunehmen?“

      Diese Frage hatte Sarah und mich schon ziemlich überrascht, wir hatten über eine Bedenkzeit gebeten und drei Tage bekommen. Zurück auf dem Hof hatten wir mit Kathi und dem Rest des Teams darüber gesprochen. Im Grunde war uns im Falle Lia die Entscheidung nicht sonderlich schwer gefallen...ihr Bruder Angus jedoch war ein Kind von knapp 3 Jahren, das war eine ganz andere Liga gewesen. Gerade meine Partnerin hatte daran zu knabbern gehabt. Erst im letzten Jahr hatte sie ohne mein Wissen unser gemeinsames Kind abgetrieben, sie wollte nie eine Mutter werden. Zumindest war es das was sie immer erzählt hatte. Doch seitdem hatte sich einiges geändert...Fionn war in ihr Leben getreten, sie war seine Patin...oder würde es bei seiner Taufe werden. Sarah war im Umgang mit ihm anders geworden, hatte ihn in sein Herz geschlossen. Sie war einen ganzen Tag lang bei Siobhan verschwunden, doch als sie zurück kam stimmte sie wahrhaftig zu. „Machen wir sie zu einem Teil unserer Familie!“

      Nun waren zwei weitere Wochen, jede Menge Papier und Organisationskram, vergangen….neben der Hochzeit hatten wir kaum einen freien Moment für die Pferde gehabt. Da war ich mehr als froh gewesen einige der trainierten Pferde abgeben zu können. Ghost wurde jedoch nicht vernachlässigt, denn auch die Hochzeit von Siobhan und Ty rückte immer näher und wir wollten Ghost dem kleinen Fionn zur Taufe schenken. Neben der Entscheidung die Kinder bei sich aufzunehmen hatten wir ebenfalls einige unserer Pferde abgeben – nicht das uns diese Sache einfach gefallen wäre, aber weniger Pferde bedeutete auch etwas weniger Arbeit für alle von uns.

      Jetzt jedoch saßen wir – mal wieder – Büro unserer Jugendamtszuständigen und soeben mit einer weiteren „Überrraschung“ erfasst hatte. „Ja ganz richtig Frau Kyren. Sie haben die besten Voraussetzungen um beide Kinder bei sich aufzunehmen. Ein geregeltes Umfeld, im Falle des Mädchens wird sie weiterhin ihre Schule besuchen dürfen. Im Falle von ihrer Krankheit befinden sich in ihrem näheren Umfeld andere Menschen die sich um die Kinder kümmern können.“ Dabei musste ich mir ein Lachen verkneifen, wenn ich da an Hansi dachte dem wir Fionn lieber nicht übergaben da der Hüne ständig irgendwo gegen lief oder aber Kathi die noch viel weniger mit kleinen Kindern umgehen konnte….Im Grunde waren wir alle ein total chaotischer Haufen, dem wohl lieber kein Kind anvertraut werden sollte. „Nur gibt es eben diesen einen Fakt...um beide vollwertig mündig für die Kinder zu sein müsst ihr verheiratet sein, sonst wird das nur einem von euch übertragen oder jedem ein Kind.“

      Sarah setzte sich wieder auf den Stuhl, sah mit leicht entrücktem Blick zu mir hinüber. „Können wir das wagen?“

      Ich schluckte ein wenig, lächelte dann...“Wir haben eine Zucht gegründet….trainieren seit einiger Zeit Pferde und sind dabei zwei Kinder aufzunehmen. Na wenn wir das nicht packen, wer dann? Wieso noch ein Jahr warten, wenn es auch danach noch schief gehen kann. Lieber etwas riskieren….das haben wir doch immer so geregelt?“ Sarah nickte, ihre Augen dabei etwas glasig dann wandte sie sich unserer Sachverständigen zu „Also dann Miss Devencord, wir haben vor in knapp einer Woche ein Handfasting abzuhalten...wieso nicht auch am gleichen Tag eine wirklich offizielle Hochzeit auf dem Standesamt!“ Es breitete sich ein Lächeln auf dem Gesicht der sonst so streng wirkenden, tatrigen Frau aus „Dann möchte ich sie bitten hier zu unterschreiben und wir leiten alles weitere in die Wege.“

      Eine knappe Stunde später, einigem an Infomaterial und noch zwei anderen unterschriebenen Unterlagen, hockten wir vollkommen geflasht im Auto und sahen einander an. „Bin ich froh, wenn das alles vorbei ist!“ murmelte Sarah, als ich gerade den Motor anließ um in Richtung Caed Crevan aufzubrechen. Ich konnte ihr dabei nur zustimmen. „Unser verrückter Haufen auf dem Hof wird immer größer, bald bauen wir an!“ lachte Sarah auf, was in Anbetracht des Herrenhauses in dem wir wohnten lächerlich war. Es gab da noch den ein oder anderen Raum der überhaupt nicht genutzt wurde „Noch eine Woche dann sind wir richtig verheiratet. Kann ich irgendwie noch gar nicht richtig fassen. Aber so verrückt sind wir dann doch nicht.“ aus dem Augenwinkel sah ich ihren unverblümt skeptischen Ausdruck auf dem Gesicht und lachte auf „Ja okay...vielleicht doch ein wenig.“

      Der Weg nach Hause verging ohne weitere Besonderheiten, als wir allerdings zur Tür hinein kamen explodierte irgendetwas. „Woow“ Sarah ging vorsichtshalber in die Deckung, da es jedoch mehr wie Glas auf dem Boden klang und ein Fluch auf Schwedisch(zumindest denke ich das) hinterher kam.Es kostete nur einige Schritte bis zum Beginn der großen Küche, Hansi hockte auf dem Boden und kehrte Glas vom Boden auf. „Tja...eigentlich wollten wir den Met aufmachen um mit euch zusammen zu feiern. Aber der Depp hier schmeißt die lieber auf den Boden.“ dabei klopfte Kathi Hansi auf den die Schulter, der nur ein brummiges „haha“ verlauten ließ. „Kein chaotischer Haufen, eh?“ flüsterte Sarah leise zu mir.

      Trotzdem wurde der Abend ein wunderbarer...fast alle die uns Nahe standen waren bei uns um zu „feiern“. „Somit wird eure Hochzeit symbolisch also noch mehr als die Feier eurer Heirat, wir werden auch feiern das ihr Eltern werdet. Allerdings sind die Umstände besonders, ihr habt auf der einen Seite etwas zu feiern, andererseits verliert Lia ihre Mutter….eine schwierige Situation für euch.

      Unsere tägliche Frühstücksrunde war heute besonders schnell beendet gewesen „Also Aiden und ich kümmern uns darum das die Pferde heute auf die Weiden kommen – da werden sie jetzt auch bis zum Herbst bleiben. Allerdings würde ich sowohl Moon als auch Bucks viel lieber hier am Paddock lassen, damit wir sie besser unter Beobachtung haben. Killian, du bist heute für das Training von Eisblume, Green, Varulv und Kürbis verantwortlich – bei Fragen sind wir jederzeit da.“ Hansi schenkte sich noch einen Schluck Kaffee ein, genauso wie Kathi, die meine Ansprache fort führte „Dann werd ich mir heute mal Argo, Wisp und Yael zu genüge ziehen, vielleicht noch Abraham. Wobei der Spinner momentan schon wieder buckelt, vermute der Sattler muss echt mal kommen – das kann ja nicht sein. Mach später einfach mal einen Termin für uns.“

      „Wunderbar, dann kann ich mit Darym gleich mal dazu kommen, durch das viele Training müsste der Springsattel aufgepolstert werden.“ warf Cayden sogleich ein. „Gut dann für Abraham und Darym! Wolltest du heute wieder nach Morvern rüber Hansi?“ Der Hüne hob den Kopf, überlegte einen Moment lang – in letzter Zeit war er oft drüben bei Catalina und half ihr, als wolle er dem Vorbereitungsstress der Hochzeit entgehen. „Warscheinlich, vorher wollen Cayden und ich mit Darym und Yoomee erst noch auf die Geländestrecke – der Hengst soll ihr bisschen mehr Sicherheit im Parcours geben. Wollen demnächst auf ein Turnier mit der Kleinen. Anschließend mach ich noch etwas mit Gwyn, vielleicht nen Ausritt. Kommst du mit mir Aiden? Vielleicht mit Ikarus, der war auch lange nicht mehr gemütlich im Gelände.“ Aiden nickte nur bedächtig mit dem Kopf, da er den Mund noch vom Essen voll hatte. „Na dann sind ja fast alle aufgeteilt – ich selbst mach bisschen was mit Stormy. Lia kommt später noch vom Festland hierher und wollte sich mit einem Ausritt etwas ablenken.“ Wir wussten alle wovor, das ihre Mutter im sterben lag, war eine unschöne Gegebenheit, es fühlte sich einfach nicht richtig an! Zu gern würde ich ihr helfen wollen, doch ihr Leben befand sich momentan im Abwärtskurs, ihr stand ein Wechsel in die Pflegefamilie bevor, der Auszug aus dem Internat. Am meisten schien es sie zu zermürben das sie den Hof verlassen müsste. „Allerdings würde ich gerne das Training mit Yoomee machen, war schon lange nicht mehr auf unserer Strecke!“ dabei kratze ich mich am Kopf und lachte etwas gekünstelt, was Hansi mit einem Schulterzucken kommentierte „Meinetwegen!“ Somit verstreuten wir uns quer über den Hof um unseren Aufgaben nachzugehen – in knapp zwei Tagen würde die Hochzeit stattfinden.

      21. Juni 2015
      „Ich geh heute komplett vor die Hunde!“ nörgelte ich, auf dem Stuhl sitzend während meine Tante sich emsig um meine Haare zu kümmern begann. Meine Eltern hatten zugegeben etwas verwirrt auf meine Pläne reagiert...noch mehr darauf wie diese Hochzeit ablaufen würde – es war weit entfernt von einer kirchlichen Heirat, doch auch ziemlich entfernt von ihrer einfachen auf dem Standesamt. Gingen wir nämlich davon aus, so waren Cayden und ich bereits seit dem Morgen Mann und Frau, doch hatten wir eine waschechte Paganhochzeit vor uns! Wobei waschecht auch wieder falsch formuliert wäre, da es weder ein richtig noch ein falsch in unsrem „Glauben“ gab – wir hatten einige germanische, aber auch keltische Einflüsse kombiniert mit älteren schottischen Bräuchen. Da wir Lia nun als Familienmitglied bei uns aufnahmen hatten wir knapp eine Woche vor der Hochzeit noch einmal etwas in der Besetztung geändert – wir hatten Lia zu unserer Ringmaid gemacht. Ursprünglich hatten wir dafür sowohl Siobhan und Amy haben wollen, da wir nun jedoch mit einer wirklichen Maid aufwarten konnten waren die beiden von diesem Dienst entfernt worden. In Caydens Gelage den Schildbrüdern hatte sich jedoch nichts geändert – Ty, Aiden, Hansi und auch Ben waren zu diesen erwählt wurden. Zu Zeiten der „wahren“ Pagans waren diese Schildbrüder die Waffenbrüder eines Mannes gewesen – in den Schlachten als würdig, loyal und wertvoll erwiesen. Zu diesen Zeiten vielleicht nicht ganz so, doch auch sie hatten sich als die nächsten Freunde meines Mannes erwiesen. „Du wirst mir gar nichts gehen!“ erwiderte Catalina von der Seite, die Hände in die Hüfte gestützt. „Einige der Gäste sind bereits eingetroffen, deine Pferde wurden versorgt und jetzt kannst du dich gefälligst mal auf deinen Tag freuen!“

      Es war sonderbar eine Hochzeit zu feiern für mich...ich hatte nie damit gerechnet! Jetzt war ich hier inmitten meiner Freunde, meiner kleinen Welt an Familie die ich hier besaß. Trotzdem ich glücklich war hing das Schicksal von Lias Mutter schwer auf meinen Schultern, ein wahnsinniger Zwiespalt den auch Cayden ergriffen hatte. "Sag mal du gehst überhaupt nicht nach diesen traditionellen Bräuchen oder?" kam es gerade von Siobhan, die Fionn auf dem Arm hielt. Cayden hatte dem Winzling ein geschniztes Holzpferd gemacht, in dem Fionn nun seine ersten Zähne versenkte. Mittlerweile waren meine Haare zu einer komplizierten Flechtfrisur verwoben und es befanden sich jetzt im Raum nur noch Catalina, Siobhan, Amy,Kathrin und ursprünglich Lea, die jedoch war auf der Suche nach ihrem Freund war. Ich drehte mich mit dem Wickelgürtel in der Hand um,lächelte breit "Welche Bräuche genau meinst du?"
      "Was blaues,was neues - klingelt es da nicht bei dir?" warf nun Catalina statt Siobhan ein, die der jungen Frau neben sich jedoch ein Nicken schenkte. "Mhpf...klar bekannt ist es mir, aber ich war doch schon immer etwad anders, dann also auch meine Hochzeit! "
      "Natürlich dagegen ist auch absolut nichts einzuwerfen, die Kleider sind wirklich wunderschön." Dabei strich sie über den Tartanrock in dunkelrot,grün und Gold den meine engsten Freunde trugen, den Farben meines baldigen Clans. Auch klein Fionn hatten wir eine Hose verpasst in der Farbe, ein Leinenhemd und ein Tuch um ihn gegen den Wind zu helfen. "Wann er wohl den ersten Kilt trägt, so als Waschechter Highlander? " fragte ich um das Thema etwas abzulenken. "Waschecht ist er ja nun nicht wirklich, bin doch eigentlich eine Sassenach!"
      "Du hast einen Schotten geheiratet Mistress McLean,also seit ihr nicht länger eine Sassenach."
      "Tschuldige aber könntet ihr uns Nicht -Highlander mal erklären was das sein soll?" warf Amy ein,die einen Schluck von ihrem Getränk nahm, auch Cata sah etwas verwirrt aus. Siobahn und ich schenkten uns einen Blick, erinnerten uns wahrscheinlich jeder an die erste Begegnung mit dem Wort. "Früher war es wohl eine Art Schimpfwort, es bedeutet einfach nur so etwas wie Outlander,Stranger."
      Jetzt wurden wir allerdings unterbrochen von Kathi, Bella und Lea die gesammelt in den Raum "Langsam wirds eng" murmelte ich rückte näher zum Spiegel um endlich mein ankleiden zu beenden - wiedermal war ich die letzte! "Wir haben die Pferde nochmal mit Heu versorgt, Bucks in die Box gebracht zusammen mit Moon und dann umgezogen. Kann also nichts mehr schief gehen!"
      "Habt ihr eigentlich Julie schon gesehen?" fragte ich an Kathi gewandt, die den Kopf schüttelte. Ich hatte sie angerufen ob sie ihre Jungstute mitbringen würde,damit Pumpkin auf der Koppel spielerische Gesellschaft hatte. Wobei ich mir bei der ziemlich verspielten Yoomee kaum darum Gedanken machte. "Allerdings hat sie angerufen, sie muss laufen da der Hänger nen Platten hat."
      Zum Glück war die Distanz zwischen uns nicht so groß, wenn sie über unsere gepachtete Wiese lief sogar noch kürzer - vorausgesetzt Julie würde daran denken. Fertig angezogen ließ ich mich auf einen der Hocker sinken,wippte leicht mit den Füßen - wie immer war ich etwas zu früh dran. "Wann soll es eigentlich genau los gehen?" stellte nun Amy wieder die Frage.
      Unbestimmt zuckte ich die Schulter "Im Grunde bei Dämmerung in der letzten Zeit hat sie immer gegen 22 Uhr angefangen, aber da ja nun der längste Tag ist - vielleicht auch später. " Aus gleich zwei Richtungen kam ein Seufzen, welches ich sowohl Catalina als auch Siobhan zuordnen konnte,letztere wechselte den Arm mit einem offensichtlich sehr müden Fionn. "Willst du ihn bei uns im Gästezimmer in das Kinderbett verfrachten?" Da der Knirps öfter mal bei uns die Nächte verbrachte um den beiden auch Entspannung zu gewähren hatten wir ein Kinderbett für ihn besorgt, da das hin und her mit dem Reisebett nervig geworden war. "Ich glaube das ist ganz gut, das Babyphone nehm ich dann mit runter,mittlerweile schläft er allerdings ziemlich gut durch" Also verschwand Siobahn für die nächste halbe Stunde erst einmal während nun auch etwas verspätet Bella und Julie zu uns,langsam wurde der Raum etwas eng hier. Auch Lia kam noch einmal vorbei,sodass ich sie beiseite nahm, ihr mit auf die Person gerichtetem Finger alle vorstellte und ihr ihre Aufgabe nochmal erklärte. "I'm so bloody nervous, but you as bride...you're calm as always amd beautiful!" kam es so schnell über ihre blassen Lippen, das ich Mühe hatte sie zu verstehen aufgrund der Lautstärke in dem Raum hier. "Well...we're married since this morning before the law, now we just celebrate with family, friends and have a Paganwedding.This is why I'm not nervous. " ich strich ihr durch die lockigen blonden Haare "You're beautiful,too sweaty." Die Spur eines Lächelns huschte über ihr Gesicht, gesunde röte kam in ihre verblassten Züge. Ein Blick aus dem Fenster verriet mir den langsam beginnenden Sonnenuntergang, also erhob ich mich strich meine Kleider glatt und klatschte in die Hände. "Wir können uns dann zumindest schon nach draußen begeben."
      Ursprünglich hatte ich geplant gehabt das wir beide - Cayden und ich - zum Platz des Geschehens zu reiten, da unser gefundener Priester allerdings einiges an Respekt vor diesen Tieren hatte, war das einfach verplant worden. Im Endeffekt sogar besser für uns da wir nicht noch auf die Pferde achten mussten,sondern uns auf die Zeremonie konzentrieren konnten. In unserem Garten brannten bereits die Feuer, ein Gang aus Fackeln markierte den Weg den ich später hinunter getragen werden würde. Aus Lautsprechern drang leise Musik von Wardruna - gewählt um die nicht Metalfans nicht gleich zu vertreiben. Freudige Spannung schickte mir einen wohligen Schauer den Rücken hinab und ein Lächeln auf die Lippen. Meine Freundinnen gingen hinüber zu den anderen Gästen die entweder auf dem Boden neben den Feuern saßen oder herum standen. Dann wurde mein Blick auf vier hochgewachsene Männer gerichtet die sich auf die Tür zu bewegten. Ein letzter Blick auf den Kreis verriet mir das dort in der Ferne nun auch Cayden und der Priester seinen Platz in der Mitte eingenommen hatten. Es war Hansi der ein großes Rundschild in der rechten trug, in schwarzen Lettern war die Rune Tywaz darauf. Mit nunmehr klopfendem Herzen wurde ich auf dieses Schild gesetzt, während die vier Männer mich durch den Gang trugen ihnen vorweg mein Vater. Die ganze Zeremonie hier würde auf Englisch stattfinden, weshalb ich meinem Vater die gesprochenen Worte eingeprägt hatte und für unsere deutschen Gäste die Worte übersetzt hatte. Nervös schenkte ich Aiden zu meiner linken ein kleines Lächeln, der jedoch blickte stur nach vorn um sich auf die Zeremonie zu beschäftigen.
      Kurz vor dem Priester kamen wir zum stehen "Wer bringt die Braut in den Bund der Ehe?"
      "Mario Kyren" antwortete mein Vater mit fester stolzer Stimme. Die Nachricht das ausgerechnet ich heiraten würde hatte meine Eltern unheimlich gefreut, noch wussten sie allerdings nicht um die Erweiterung unserer Familie. Die vier Männer versuchten möglichst synchron in die Hocke zu gehen,damit ich mithilfe von Papa besser von dem Schild kam.

      Ein Blick auf meine Mutter am Rand, offenbarte mir ihre Tränen die silbern auf ihrer Haut schimmerten, trotzdem schenkte sie mir ein Lächeln. Mein Herz wollte am liebsten aus der Brust springen vor Stolz und Liebe zu meinen Eltern. Doch dachte ich auch an die Zeit zurück da ich mit meinen Pferden im Schlepptau von Hof gestürmt bin,mich Kopfüber in das Studium der Medizin geworfen hatte bis es mich komplett zerstört hatte. Mein Hof war pleite gegangen, ich hatte keine Ahnung was zu tun war und hatte mich nach Heartland zu Amy verschanzt. Dort war ich langsam wieder zu mir gekommen, hatte abgestreift was mir zu schaffen machte und begonnen Pferde zu trainieren - meine wirkliche Berufung gefunden. Nach und nach war meine Seele geheilt worden - vieles hatte ich auch Cayden zu verdanken. Nachdem der Friede mit mir geschlossen war, begann ich mich wieder meinen Eltern anzunähern - diese Pause hatte uns allen gut getan. Die restlichen Meter überbrückten mein Vater und ich Seite an Seite hinter uns folgten Lia und die Männer. Jeder von ihnen stellte sich in die vier Himmelsrichtungen, gerade aufgerichtet das Schwert vor sich in den Boden gestellt. Die Musik wurde lauter, der Wirbel der Trommeln immer eindringlicher - Hansi begann ins seiner Sprache melodisch mitzusingen. Als meine Hand die des kahlköpfigen Priesters berührte verstummte jedes weitere Geräusch um uns herum bis auf das prasseln des Feuers. Nun stand ich dem Priester und hinter ihm einem breit lächelndem Cayden gegenüber. Mein Mann - wie ungewohnt - trug einen traditionellen Plaid in den Farben seines Clans, an der Schulter gehalten von der Schnalle auf der "Fortiter" zu lesen war - Tapferkeit.
      "Willkommen zu dieser Stunde der Vereinigung zweier Menschen im Bund der Ehe. Wir stehen hier im Angesicht der Götter um Cayden Mc Alistair und Sarah Kyren zu ehelichen. " Mit einer Schale gefüllt mit blauer Farbe trat er auf Cayden zu zeichnete die Rune Wunjo auf seine Stirn nur um selbiges mit mir zu tun. Er begann anschließend damit den Kreis der Männer mit Wasser zu segnen, während Lia einen Kranz aus geflochtenen Blumen auf den Kopf bekam. In ihrer Hand mithilfe eines Tuches verborgen befand sich das neue Schwert von Cayden, wie es zu alten Zeiten Brauch gewesen war...er selbst trug eines an seiner Hüfte welches nun vom Priester Undr gezogen wurde. "Mit dem Bund der Ehe endet etwas altes um etwas neues beginnen zu lassen. " Damit winkte er Lia zu sich heran, schlug das Tuch beiseite - nun drehte Lia sich zu mir um. Ihre Nervosität schien gewichen, Stolz erfüllte nun ihren Blick als das Schwert zum Vorschein kam. " Mit dem Blute des alten soll das neue erwachen, möge Freya diese Verbindung segnen. Willst du Cayden McAlistair diese Frau zu der deinen nehmen, sie beschützen in Zeiten des Krieges, ihr Fels sein in Zeiten der Stürme dann sprich mit dem Segen der Götter deinen Eid!"
      Mit lauter Stimme und gälischen Worten begann er zu sprechen, nur wenige der Gäste verstanden ihn, selbst ich hatte meine Schwierigkeiten.
      "So as long as my body lives,and yours - we are one flesh. And when my body shall cease,my soul will still be yours. I swear by my hope in the gods,I shall be never parted from you." Damit drehte sich der Priester nun zu mir,mit gebrochenen gälischen Worten erwiderte ich den geleisteten Eid.
      Undr nickte wohlwollend in unsere Richtung, dann erhob er die Hand mit Caydens Kurzschwert. Als erstes ergriff er Caydens rechte Hand ritzte die Rune Wunjo nun auch in unsere Haut statt nur auf die Stirn gemalt. Mein Herz begann nun auch zu schlagen als die kalten Finger des Priesters mein Handgelenk nahm. Ich atmete tief ein als die Klinge den ersten Schnitt tat und es kostete mich meine Selbstbeherrschung ihm die Hand nicht zu entziehen. "Im Blute sind wir geboren,im Blute werdet ihr gebunden."
      Undr legte beide Hände mit der eingeritzten Rune aufeinander, unser beider Blut begann sich zu vermischen und wie aus einem Mund sprachen wir einen Schwur der schon so alt wie die Highlands selbst waren. "You are blood of my blood, and Bone of my bone. I give you my body that we two may be one. I give you my spirit, 'til our life shall be done. You are blood of my blood, and bone of my bone."
      Nun war es geschehen. ..Cayden und ich hatten auf die Ringe bei dieser Zeremonie verzichten. Was bedeutete schon ein Stück Papier und Metall für eine Verbindung? Wir würden durch den Blutschwur und die Rune in unserer Haut daran erinnert werden, denn wir waren Schmerz ein gegangen um diese Verbindung zu besiegeln. Für mich bedeutete das viel mehr und ich wusste das auch Cayden so dachte - gebunden durch Blut und Schmerz würden wir andere Krisen überstehen.
      Mit der freien Hand nahm Cayden von Lia das neue Kurzschwert entgegen,steckte es sich an den Gürtel.
      "Vor den Göttern seit ihr nun endgültig Ehemann und Eheweib, mögen sie diese Verbindung ehren und zur Kenntnis nehmen auf das sie halten mag." Während der Priester sprach legte er uns ein Band um die verschlungenen Hände, darauf erkannte ich einige Binderunen, sowie einzelne darunter wieder Wunjo welche für Harmonie und auch Partnerschaft stand.
      Jubel setzte um uns herum ein, dann traten einzelne Personen nach vorn oder in zweier Gruppen um wie zuvor der Priester ein Band um unser Handgelenk zu legen, jeweils begleitet mit einem kleinen Segensspruch. Als erstes trat Hansi nach vorn mit einem blauen Band "Glück brauche ich euch wohl nicht zu geben aber ich schenke euch mit diesem Band Verstehen...auf das ihr nicht nur einander versteht,sondern auch die Welt um euch herum." Weder Cayden noch ich sagten einen Satz dazu, senkten nur wippend den Kopf wie zu einer Verbeugung. Nach Hansi trat Aiden nach vorn „With this „ er hob das gelbe Band nach oben „ I give you courage. So you might fight for the ones in need.“ Nun waren es noch zwei Mitglieder der Schildbrüder nach Aiden war es an Ben nach vorn zu treten. „ Mit diesem Band gebe ich euch Vertrauen , damit ihr entscheiden könnt was richtig und falsch ist. Nutzt es um euch selbst durch schwierige Zeiten zu navigieren, verliert die Treue in eure Liebe nicht.“ Ty trat als letzter der vier auf uns zu, klopfte Cayden erst aufrichtig auf die Schulter, anschließend verschlang er sein graues Band mit einem geschickten Knoten „I´ll give you endurance, use it well to keep going even when you feel as though all hope and strength have left you.“ Ich war fast froh das er die Worte nicht in Englisch gesprochen hatte.

      Nun kamen langsam alle den Gang aus Fackeln hinauf um ihnen ein Band um die Hände zu schlingen und einen Segensspruch zu äußern. Nach meinen Eltern war es Caydens Vater der uns einen Teil seines Kilts gab, die Worte die er auf Gälisch zu uns sprach verstand ich zu meinem Bedauern nicht, ich würde Cayden später fragen müssen. Als erste unter meinen Freundinnen kam Amy zu uns ein dunkelrotes geflochtenes Band in den Händen „Möge eurer Weg euch stets leiten.“ Besonders freute es mich auch das ihr Großvater Jack, ihr Freund Ty und Lou gekommen waren – in ihrer Vertretung hatte Amy ebenfalls das Band geschlungen. Sie waren Teil geworden meiner ersten seelischen Heilung, deren Ende ich noch nicht erreicht zu haben glaubte. Nach Siobhan kamen auch Julie und Kathi nach einander auf uns zu. Bei so vielen Wünschen und Sprüchen konnte ich meine Tränen nun auch nicht mehr zurück halten, unaufhaltsam rannen sie in stummer Ehrfurcht meine Wangen hinab – ich hätte nie gedacht das ich einmal solche Freunde die meinen nennen könnte.

      „Mögen all Eure Träume wahr werden, mögen alle Himmel blau sein, mögen alle Freunde wahrhaft Freunde sein, mögen all eure Freuden vollkommen sein, mögen Glück und Lachen all Eure Tage erfüllen.“ sprach es Catalina aus, die zusammen mit Bella nebeneinander gekommen war. Doch auch Bella, die ich doch erst seit ein paar Monaten kannte, band eine Schleife zu den vielen anderen um unser Handgelenk und sprach „ Mögen tausend Sterne über euch wachen, wo immer ihr geht. Mögen euch tausend glückliche Stunden beschert sein, wo immer ihr steht. Möge eure Freundschaft wahrhaft und endlos sein.“

      Ich formte ein stummes Danke mit den Lippen. Nach ihnen kam Salera, die ich durch den Filmdreh und das spätere Training von Smaug ebenfalls erst seit kurzem zu meinen Freunden zählte. Joyce und ihr Helfer Ty, von der ich einst die Anzeige zugesteckt bekommen hatte die mich bewog Moon zu kaufen.

      Ich wusste am Ende nicht mehr wie viele Leute schließlich ihre Glückwünsche geäußert hatten, doch dem Bündel an Bändern zu urteilen dann doch eine ganze Menge – wir würden dies später über dem Bett aufhängen. Im Nachhinein hätte ich gern alle Sprüche mitgeschrieben oder wenigsten auf Video gehabt, so jedoch würden nur noch die Götter selbst von den Worten wissen – gewirkt in jedem einzelnen der Bänder. Nach dem Handfasting hatten wir uns die Hände gewaschen, desinfiziert und zumindest einen kleinen Verband angelegt. Danach hatten wir ein Festessen gegeben – nicht nur für uns als Vegetarier gab es einiges an Angebot. Hansi hatte doch Tatsächlich einen ganzen Ochsen besorgt, der komplett am Spieß gebraten worden war. Von dem Ding würden wir wahrscheinlich noch in drei Wochen etwas haben…

      Trotzdem hatten wir unseren Spaß bei Musik, Tanz und Undr ließ es sich natürlich nicht nehmen für einige Interessierte die Runen zu befragen. Am Abend mit einem kleinen Horn Met in der Hand saß ich in der Nähe des Feuers am Boden „Vor die Hunde bist du nun nicht gegangen, allerdings hast du eine Feier an die du dich immer erinnern kannst. Für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen zu kitschig, aber trotzdem..nun ja nicht zu leicht nachzumachen!“ sprach Cata zu mir. Ich musste allerdings in mich hinein lächeln, sie war gerade 19 Jahre alt...damals hätte ich eine Heirat niemals in Frage gezogen doch nun mit knapp 25 Jahren war das ein anderer Gedanke.

      Jun 26, 2015
    • vampyrin
      Tierarztbericht #2
      © Eddi
      Klinik Caen


      Im raschen Tempo ging es von einem Termin zum nächsten. Nun stand Kathrin McAlistair auf dem Plan. Ich hatte sie schon länger nicht mehr gesehen, dementsprechend freute ich mich natürlich, wieder einmal auf ihrem Gestüt vorbeizuschauen, für einen kleinen Plausch während der tierärztlichen Untersuchungen war schließlich immer Zeit. Als ich auf dem Hof ankam, machte ich mich direkt erst einmal auf die Suche nach Kathy. Natürlich dauerte es nicht sonderlich lange sie zu finden, denn wie jeder Pferdemensch war sie im Stall.
      Ich begrüßte sie herzlich und hakte direkt nach dem ersten Pferd nach, beziehungsweise welcher meiner beiden Patienten heute den Anfang machen wolle. "Ach, wir beginnen am besten mit Tee, mit ihr geht das fix", meinte Kathy und führte mich zur Box der Highlandstute, welche uns neugierig und brummelnd begrüßte. Kathy holte sie aus der Box und ich bat sie direkt, mir die Stute erst einmal im Schritt und Trab vorzuführen. So konnte ich mir ein Bild von ihrem Bewegungsapparat machen, ehe wir mit der gründlichen Untersuchung weitermachten.
      Am Putzplatz warf ich direkt als erstes einen Blick in Augen und Maul. Der Pupillenreflex funktionierte einwandfrei und die Schleimhäute wiesen ein gesundes Rosa auf. Auch die Zähne standen in Reih und Glied, dementsprechend musste ich an diesen nichts machen. Nun hörte ich Tee ab. Erst Herz und Lunge, dann noch die Darmgegend. Ihre Werte lagen im Idealbereich und der Darm hörte sich vollkommen normal an. Das Gleiche galt auch für die Körpertemperatur.
      Ehe wir nun weitermachten, tastete ich Tee noch fix ab, konnte aber keine Auffälligkeiten entdecken, also ging es nun weiter zum Röntgen. Da die Stute so wunderbar still hielt, hatte ich schnell alle Aufnahmen, die ich brauchte. Danach nahm ich ihr fix etwas Blut für das später folgende Blutbild ab und schon waren wir fast am Ende, denn nun standen nur noch die Impfungen und das Chippen auf dem Plan. Zuerst bekam Tee das Chip-Präparat unter die Haut. Das ging wirklich fix und Tee spürte es nicht einmal wirklich. Danach waren noch die vier Impfungen an der Reihe, die Spritzen empfand Tee als nicht so toll, gab aber ihr bestes um stillzuhalten.
      Zum Abschluss musste sie nur noch die Wurmkur schlucken und dann durfte sie auch schon gehen. Der nächste Patient war an der Reihe: Winter Woede. Der Halbwüchsige trippelte aufgeregt neben Kathy her, während diese ihn mir vorführte. Auch bei der Untersuchung hatte er Probleme still zu halten, aber trotzdem konnte ich einen Blick in Augen und Maul werfen. Seine Milchzähne waren alle in Ordnung und die Schleimhäute waren auch okay. Danach hörte ich auch Woede gründlich ab, ehe ich ihn noch abtastete.
      Kurz darauf folgten die Röntgenbilder und die Blutabnahme. Beides war bei dem jungen Kerl schwieriger als bei Tee, aber machbar. Nun musste er nur noch gechippt, geimpft und entwurmt werden. Gemeinsam mit Kathy zog ich das hintereinander weg durch, so dass Woede gar nicht alles mitbekam und dann auch schon fertig war. Ich lobte ihn ausgiebig und dann durfte er zurück in die Box. Ich verabschiedete mich von Kathy und machte mich auf den Heimweg.

      Röntgenaufnahmen
      Vorne links befindet sich ein leichtes Überbein, welches die Stute jedoch in keiner Weise beeinträchtigt. Ansonsten ließen sich keine Auffälligkeiten entdecken.

      Blutbild
      Die Werte der Stute liegen alle im Normalbereich.
      Nov 1, 2015
    • vampyrin
      Hufschmiedbericht #1
      © Sosox3
      Hufschmiede Briar Cliff


      „Wo befindet sich denn der Hof?“, fragte ich vorsichtig nach. Noch einmal wollte ich mich jetzt nicht unbedingt erkälten, sodass ich zuhause bleiben müsste. „In den Highlands“, strotzte es nur so voll Stolz in der Stimme der Person am anderen Hörer. „Alles klar, ich mach mich auf den Weg“, sagte ich und legte kurz darauf auf. Ich seufzte. „Jan Niklas – Du kommst mit. Kannst mir bei der Arbeit helfen“, befahl ich meinem neuen Azubi und dann ging es auch schon los.

      Die Fahrt gestaltete sich als sehr unterhaltsam und wir besprachen noch so ein paar Dinge, damit gleich alles gut von Statten ging. Auf Stress hatte ich nämlich keine Lust. Wir fuhren auf einer Fähre rüber zu den Highlands, anders wäre es nicht möglich gewesen dort überhaupt anzukommen.

      Auf dem Hof von Kathrin McAlistair angekommen wurden wir auch gleich freundlich in Empfang genommen und zu der Stute geführt, die heute beschlagen werden würde. „Wer ist denn die hübsche da vorne?“, lächelte ich und bekam auch gleich meine Antwort. „Führ sie am besten zu unserem Wagen, da ist ein mobiler Ofen drin wegen den Hufeisen“, sagte ich kurz und machte mich auch wieder auf den Weg zum Wagen wo ich meine Sachen sortierte. Kathrin hatte ihr Pferd nun auch schon am Wagen angebunden und ich kratzte ich ordentlich die Hufe aus. Auf den ersten Blick sah ich nichts großartiges, doch beim genaueren hinsehen, erkannte ich, dass der Strahl sich zu entzünden begann. Die Form und die Konsistenz der Hufe waren aber an sich sehr gut. Ich schnitt ihr die Hufe aus und raspelte sie dann. Nach dem Feilen schmierte ich der Stute vorne rechts eine Salbe an den Strahl. „Smetti? Kannst du mir bitte ein paar Springbeschläge in verschiedenen Ponygrößen geben, ich muss schauen was am besten passt“, und er nickte. Er machte sich gut als Azubi und er würde wohl die Prüfung gut bestehen. Er übergab mir die verschiedenen Größen und ich merkte Gr.2 passte. Musste eben nur rasch angepasst werden, was mir mein Azubi abnahm.

      Als die Hufeisen drauf waren, führte Kathrin ihre Stute vor, welche sich die ganze Zeit ruhig und gelassen gezeigt hatte und sie lief taktklar. „Ich hab hier noch eine Salbe für den Huf vorne rechts. Müsste täglich 1x eingecremet werden... nach einer Woche müsste sich das dann gelegt haben und sie ist wieder voll belastbar.“ Dann übergab ich ihr die Stollen in einem kleinen Tütchen und wir packten unsere Sachen, erst dann verabschiedeten wir uns und wir machten uns an den langen Weg nach Hause.

      Nov 8, 2015
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    vampyrin
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    16 Nov. 2015
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  • Green Tea & Lotusflower

    Abstammung
    Abraham van Helsing x Eisblume
    _____________________________

    Exterieur
    Rasse Highlandpony

    Geschlecht Stute
    Geboren 2009
    Stockmaß 1,42m

    Fell Silver Dapple
    Gencode Ee Aa Zz Soso ff

    Tea verdankt ihre schöne, dunkle Färbung des Sooty-Gens, welches sie heterozygot trägt. Die Hälfte ihrer Fohlen statistisch gesehen werden das schöne, blonde Langhaar tragen. Außerdem trägt sie homozygot Flaxen, was sich bei ihr nicht auswirkt; richtig angepaart könnte jedoch ein Lichtfuchs fallen.
    _______________________________

    Charakter & Beschreibung

    Green ist eine gelassene Stute, die sich selten als zickig erweist - vielleicht in ihrer Rosse, doch da ist auch die netteste Frau mal nicht gut drauf. Green besitz einen eigenen Vorwärtsdrang, sodass eine Gerte in den seltensten Fällen nötig ist. In der Dressur macht sie an sich keine schlechte Figur, doch ihre wirkliche Begeisterung liegt am Sprung. Hierbei kann sie bisweilen ein wenig übermutig werden, würde jedoch auf keinen Fall buckeln. Green ist eine Stute, welche ihren Reiter beschützen will, gerade wenn es unerfahrene Reiter sind passt sie auf diese auf.
    _______________________________

    Zuchtinfos
    Zuchtzulassung vorhanden

    [​IMG]
    SK 425
    (20 Punkte)

    [​IMG]
    3. Platz - 64. SdM

    Zucht Caed Crevan
    Decktaxe -

    Nachkommen
    Winter Woede
    _______________________________

    Besitzdaten
    Besitzer vampyrin
    Ersteller/VKR vampyrin

    Wert 2800,-
    _______________________________

    Ausbildungsstand
    Reitweise Englisch

    Eignung Springen, Military

    Distanz E
    Dressur E
    Military E A L

    Springen E A L M S*
    Geschwindigkeit (Rennen) E A

    Turnier, Training


    Training
    [+] am Boden gearbeitet
    [+] anlongiert
    [+] eingeritten
    [-] eingefahren

    [+] Anfänger geeignet
    [+] Geländesicher

    Zirzensik -

    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG] [​IMG]
    1. Platz - 60. Synchronspringen, 282. Springturnier, 352. Springturnier
    2. Platz - 64. Synchronspringen, 107. Synchronspringen
    3. Platz - 336. Springturnier

    [​IMG]
    3. Platz - 131. Militaryturnier


    [​IMG]
    1. Platz - 329. Rennen

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    3. Platz 1. Vereinsturnier (Springreiten), 2. Vereinsturnier (Stilspringen)
    5. Platz Geländespringen beim GHT Sommerturnier

    _______________________________

    PNG