Sammy

Grace`s Cookie `n Cream

American Paint Horse | Stute | 9 | 0 | 6

Grace`s Cookie `n Cream
Sammy, 5 Juni 2016
Veija, kira, Snoopy und 6 anderen gefällt das.
    • Sammy
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      Ärger im Paradies
      21. Juli 2016

      Schon beim ersten Weckerklingeln saß ich kerzengerade in meinem Bett, streckte mich ausgiebig und war ein paar Sekunden später bereits auf den Beinen. In wenigen Tagen würden die ersten Teilnehmer von Jolympia auf meinem Gestüt anreisen und wir hatten noch eine Menge zu tun. Außerdem hatte ich beschlossen meinen Hof ein wenig umzustrukturieren. So sollte der Schwerpunkt künftig auf der Vielseitigkeit liegen. Selbstverständlich würde ich mich auch von den Pferden, die dazu nicht geeignet waren nicht trennen, auch sie würden Schwerpunktdisziplinen zugewiesen bekommen, in denen ich sie weiterhin fördern wollte. Doch mein Herz schlug nun einmal für die Vielseitigkeit und immerhin hatte ich mit Levistino den ersten Gewinner des größten Vielseitigkeitsturniers weltweit in meinem Stall stehen.
      Während meine Gedanken derart kreiselten, hüpfte ich voller Elan ins Badezimmer, schlüpfte in meine Stallklamotten, schlang ein kurzes Frühstück hinunter und rannte dann beinahe hinüber zu den Stallungen. Da ich heute um einiges früher als gewöhnlich aufgestanden war, war der Stall noch dunkel und ruhig. Draußen ging gerade erst die Sonne auf und ich genoss die morgendliche Idylle mit meinen Vierbeinern. Wie immer zur Zeit schaute ich zuerst bei meinen hochträchtigen Stuten Mahira, Samiyah und Benjilala vorbei. Bei den dreien sollte es in zwei bis drei Wochen soweit sein und ich konnte es kaum erwarten, die kleinen Pferdekinder endlich auf der Welt begrüßen zu dürfen.
      Als ich mich ausgiebig vergewissert hatte, dass es den werdenden Müttern an nichts fehlte, schlenderte ich durch die Stallgasse und blieb an jeder Box stehen, um dem jeweiligen Insassen gebührend Aufmerksamkeit zu schenken. Bei einigen Pferden verbrachte ich ein wenig mehr Zeit, doch im Grunde liebte ich all meine Pferde auf die gleiche Weise. Far Cry und Classic Moment waren mit ihrem Training mittlerweile soweit, dass sie uns demnächst verlassen konnten. Sobald Jolympia vorüber war, würde ich mich mit ihrem Verkauf beschäftigen. Gerade den jungen Fuchshengst Classic Moment gehen zu lassen war schwer für mich, doch ich hatte genug New Forest Ponys und war mir daher sicher, dass Classic an anderer Stelle besser gefördert werden würde.
      Kaum war ich mit meinem Stallrundgang durch, kamen meine Angestellten schwatzend angelaufen. Kurz darauf trudelten auch Patrick und Anna ein, die im nahegelegenen Dorf Sway wohnten. „Sammy was machst du denn schon hier? Heißt das etwa, wir können heute alle ein paar Boxen zum Misten abziehen?“, fragte Samuel feixend und ich boxte ihn lachend gegen die Schulter. „Nein, da muss ich dich enttäuschen. Aber ich werde euch nach der Morgenfütterung dabei helfen, die Pferde auf die Koppeln zu bringen. Ruft mich einfach, wenn ihr soweit seid, ich bin solange in meinem Büro!“, gab ich zurück und verschwand fast in der selben Sekunde, indem ich gekonnt Samuels Stöhnen überhörte. Mittlerweile hatte ich fünf neue Stallburschen eingestellt, die lediglich zum Ausmisten der Boxen und zum Abäppeln der Koppeln auf das Gestüt kamen, sodass sich meine Langzeitangestellten sowieso nur noch um die Fütterung und den Koppelgang der Pferde kümmern mussten. Ansonsten waren sie mit dem Training beschäftigt. Nur zu einigen ausgewählten Pferden ließ ich die „Ausmister“ nicht. Allen voran gehörte dazu mein stürmischer und ausnehmend dominanter Berberhengst Amayyas, aber auch der ängstliche Dream of Wyoming, der Hannoveranerhengst Black Soul, die immer noch menschenscheue Isola della Pirateria, der noch etwas zurückhaltende Andalusierhengst Negresco und die sehr heißblütige Kagami el Assuad. Offensichtlich hatte Samuel heute die Ehre, Amayyas Box auszumisten. Der Berberhengst war zwar wirklich traumhaft schön, doch bis auf Brian und mich kam keiner so richtig mit ihm zurecht. Kurz darauf hörte ich Samuel auch schon schimpfen kicherte in meine Hand. Typisch!
      Gerade als ich die To Do-Liste für Jolympia fertig geschrieben hatte, streckte auch schon Meg den Kopf zur Tür herein und meinte: „Die Pferde sind fertig mit ihrem Frühstück, kommst du?“ Ich nickte und erhob mich sofort von meinem Stuhl. Jetzt im Sommer standen die Pferde den ganzen Tag über auf der Weide und kamen erst zur Abendfütterung wieder in den Stall. Wie üblich begannen wir im Hengststall. Samuel winkte mich heran und zeigte mit flehendem Blick auf Amayyas, der ihn mit hoch erhobenem Kopf anstarrte. Ich schüttelte grinsend den Kopf und betrat die Box des herrlichen Red Roans. Sofort senkte Amayyas den Kopf und schnoberte meine Handflächen nach einer Leckerei ab. Samuel meinte nur beleidigt: „Du bist ein sturer, verwöhnter Esel!“ und zog mit grimmigem Gesicht ab, um seinen Liebling Levistino aus seiner Box zu holen. „Hör nicht auf ihn mein Gepard, er hat dich eben noch nicht verstanden!“, säuselte ich Amayyas zu, während ich den Hengst aus seiner Box führte. Aufgrund seines Temperaments musste Amayyas auf einer der kleinen Hengstkoppeln alleine stehen, doch mittlerweile konnte ich ihn wenigstens neben den anderen Hengsten führen, ohne dass es gleich einen Aufstand gab. Vor uns liefen Samuel und Donald mit Levistino und Fantastic Fly, neben mir Meg mit Ghostbuster – ihrem persönlichen Liebling unter den Hengsten, hinter und Brian mit Black Soul und Patrick mit Branagorn und die Nachhut bildete Anna mit Juego. Das schüchterne Mädchen traute sich immer noch nicht so recht an die großen Hengste heran und ich nahm mir vor, nochmals mit ihr zu reden, wenn der ganze Trubel mit Jolympia und der Fohlenzeit vorbei war. So konnte es einfach nicht weitergehen. Amayyas, Fly, Levistino und Black Soul bezogen die Hengstpaddocks, während Jojo, Ghostbuster und Juego auf die große, mittlerweile aber unterteilte Gemeinschaftskoppel der Hengste durften. Jojo und Ghost kamen auf die linke Seite, Juego auf die rechte der Ponys.
      Als nächstes führte Donald Pride and Prejudice, der sich tatsächlich so gut mit dem Holsteinerhengst Fantastic Fly verstand, dass er mit ihm zusammen eine Hengstkoppel beziehen dufte. Ich führte Hollybrook`s Cheeky Jot und Hollybrook`s Bloody Valentine auf einen weiteren Paddock, Samuel führte Hollybrook`s Casanova, der neben seinem Vater einen Paddock sein Eigen nennen durfte, Brian übernahm dessen Großvater BMs Caradoc, Meg führte den energiegeladenen Araberhengst Wüstentänzer und Patrick übernahm Someone. Anna, die auch keine aufsässigen Pferde führen wollte, holte Hollywood Undead aus seiner Box und brachte ihn zu Juego auf die Gemeinschaftskoppel. Weiter ging es mit Someone, El Racino und den beiden Neuzugängen Pawaneeh und Negresco. Sie alle stellten wir auf die verbliebenen Hengstpaddocks. Bei letzteren hatte ich noch die Hoffnung, dass sie irgendwann auf die große Koppel ziehen konnten, doch gerade der Andalusierhengst Negresco legte doch ein sehr dominantes Verhalten an den Tag. Patrick führte Khamar al Sanaa hinaus, Donald den Hannoveranerhengst Branagorn und Anna übernahm Orfino. Beim nächsten gang schnappte sich Meg die zwei Isländerhengste Fair Prince und Intolerable Life, Anna übernahm den absolut charmanten Hollybrook`s Zarin, Donald führte Golden Indian Summer, Dissident Hawk und Dream of Wyoming, Samuel durfte Damon`s Dynamo hinausbringen, Patrick den Paso Fino Wannabe, Brian führte Daemon und ich folgte mit Slaters Secret und Pierre.
      Nun folgte der letzte Gang mit den Hengsten. Dieser Trakt war dementsprechend auch schon recht leer und die Stallburschen begannen mit dem Ausmisten der Boxen. Ich überließ Anna meinen neuen American Miniature Horse Hengst Darkwood`s Storm Dancing Feather, damit sie mal wieder ein wenig aus ihrer Komfortzone herauskam, übernahm selbst San Salvador, der sich prächtig entwickelte und wies dann auch die letzten Hengste zu. Meg führte Hollybrook`s Classic Moment und Eddi`s Dead Pop Romance hinaus, Donald übernahm Candle in the Wind, Patrick den Criollohengst Cazador, Samuel den heute ein wenig überdrehten Tschiwabschischi und Brian kümmerte sich um den jungen Saddlebredhengst GH`s Safriko. Danach gönnten wir uns alle erst einmal eine kurze Pause, bevor es mit den Stuten und Jungpferden weiterging. Ich schickte Meg mit Anna zu den Ponies, während ich mit den Jungs bei meinen Vollblütern begann. Ich übernahm die Achal Tekkiner Stute Ivory, während Samuel ihre Freundin Cirilla aus der Box führte. Uns auf dem Fuß folgten Donald mit Rainbow, Brian mit Ehawee und Patrick mit Middle Ages. Die Stuten durften alle auf die mittlere Stutenkoppel. Auf dem Weg zurück kamen uns gerade Meg und Anna entgegen. Meg führte Mississle und Hollybrook`s Fairy Bluebird, während Anna mit Miniature America`s Narnia hinterherschlich. Die kleine Stute war beinahe eine Lebensversicherung, doch Anna sah trotzdem aus, als würde sie am liebsten davon laufen. Wir kehrten in den Stall zurück und ich halfterte meinen Liebling Sahira auf. Die wunderschöne Falbstute tänzelte mit aufgestelltem Schweif und hocherhobenem Kopf neben mir her. Donald führte Haadeh aus ihrer Box, Samuel nahm Little Miss Sunshine, Patrick Bittersweet und Brian holte die Palominodame Sharley aus dem Stall. Gemeinsam mit uns liefen Meg mit Napayné, Kolibri und Little Big Girl und hinter ihr Anna mit Hollybrook`s Tiny Girl. Meg machte ein Gesicht, als hätte sie gerade in eine Zitrone gebissen und ich fragte mich, was zwischen ihr und Anna vorgefallen war. Beim nächsten Gang holten wir Fallen Immortaliny, Adina De Ra`idah, Melody`s Girl, Kagami el Assuad und Success Story xx aus dem Stall. Meg kam mit Fatimah und Dark Misery aus dem Stall, Anna führte Magical Moment. Meine wunderschöne New Forest Ponystute mit dem traumhaft langen Behang wirkte irgendwie nervös. Auf dem Rückweg von den Koppeln zum Stall sprach ich Anna darauf an, doch das Mädchen versicherte mir, dass es ihm gut ging und alles in bester Ordnung war. Durch dieses kurze Gespräch kam ich erst im Stall an, als die Jungs ihre Pferde bereits aus den Boxen geholt hatten. Sie warteten mit Backup, Pirate Island, Ace of Spades und Far Cry auf mich. So schnell ich konnte halfterte ich The Morticains Daugther auf und ging mit den anderen zu den Koppeln. Gleich darauf holten wir Meg ein, die den Weg mit Thousand Sunny und Aimiliani zurücklegte. „Meg wo ist Anna?“, fragte ich meine Angestellte und Freundin, als ich mit Daughter zu ihr aufgeschlossen hatte. „Sie war mir zu langsam, deshalb hab ich ihr gesagt, dass sie die Runde aussetzen und auf mich warten soll.“, gab Meg ein wenig giftig zurück.
      Ich hob ein wenig überrascht die Augenbrauen, sagte aber nichts weiter. Als wir auf dem Rückweg zu den Ställen waren, schrie Samuel plötzlich auf: „Was macht Anna denn da?“ Sofort schoss mein Kopf in die Richtung in die Samuel blickte und ich wurde weiß. Anna führte die beiden hochträchtigen Stuten Samiyah und Mahira in Richtung der Fohlenkoppel. Nichteinmal Brian, Meg und ich nahmen die beiden temperamentvollen Trakehnerstuten zusammen und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was Anna geritten hatte das zu versuchen. „Mit was führt sie die beiden denn da? Hat sie sie aufgetrenst?“, fragte Brian da mit zusammengekniffenen Augen. Ich schloss die Augen und atmete hörbar aus. Hauptsache sie brachte die Stuten sicher zur Koppel und immerhin kamen wir dem Gespann mit jedem Schritt näher. In diesem Moment warf Samiyah ihren hübschen Kopf nach oben und ruckte am Zügel. Anstatt ruhig zu bleiben und die Stuten weiter vorwärts zu führen schrie Anna auf, wodurch auch Mahira nervös wurde. Die junge Scheckstute riss an den Zügeln und rannte rückwärts und Anna ließ tatsächlich beide Zügel los und begann lautstark zu heulen. Aufgescheucht von der ungwohnten Situation schossen die beiden Trakehnerstuten los und wir anderen standen ein paar Sekunden völlig geschockt wie erstarrt da, bevor endlich wieder Leben in mich kam. „Wir müssen sie einfangen, das könnte in einer Katastrophe enden!“, rief ich und sprintete zum Stall. „Donald schnapp dir Harmony, ich nehme Heart. Samuel bring uns Lassos!“, wies ich die beiden Jungs an, während ich schon die Box von My Golden Heart öffnete und mich auf den bloßen Rücken der Stute schwang. Donald machte es mir mit BBs Harmony nach und sobald wir die Lassos von Samuel übernommen hatten, dirigierten wir die Stuten aus dem Stall. Glücklicherweise waren beide absolute Verlasspferde und perfekt ausgebildet. Sobald wir aus dem Stall hinaus waren, galoppierten wir die Pferde an. Mahira und Samiyah rannten in Richtung der Rennbahn und wir wollten so schnell wie nur irgend möglich in ihre Nähe kommen. In diesem Moment blieb meine Prinzessin Samiyah in ihren Zügeln hängen und stürzte. Ich schlug mir erschrocken die Hand vor den Mund, sprang bei Samiyah angekommen aus dem Sattel und kniete mich neben die Stute. Ein paar Sekunden später kam Donald mit den beiden Stuten bei uns an und glücklicherweise kam Mahira im Schritt zu ihrer Freundin zurückgetrottet. Beide Stuten schwitzten stark und ich beauftragte Donald Mahira und die Westernpferde zurückzubringen. Er griff sofort nach den Zügeln der trächtigen Stute und führte sie langsam zurück zum Stall. Ich befreite Sami`s Bein von dem Zügel und forderte die Stute dazu auf, aufzustehen. Ächzend rollte die Stute sich herum und wuchte sich nach oben. Ich atmete auf, das war schon einmal gut. Allerdings belastete Samiyah ihr rechtes Vorderbein nicht und mir traten vor Wut und Angst Tränen in die Augen. Liebevoll strich ich der Cremellostute über das samtweiche Maul und führte sie langsam Schritt für Schritt zurück zum Stall. Dort erwarteten mich die anderen und Meg teilte mir sofort mit, dass sie den Tierarzt des Dorfes Sway bereits verständigt hatte. Natürlich hätte ich viel lieber meine liebste Freundin Eddi hier gehabt, doch das ging aufgrund unserer Wohnsituation natürlich nur nach vorheriger Absprache und damit meist für Voruntersuchungen der Körungen. Anna trat auf mich zu und wollte etwas sagen, doch ein Blick von mir in Meg`s Richtung genügte und sie ging dazwischen: „Anna ich denke du solltest jetzt nach Hause gehen. Wir klären das hier und Sammy meldet sich dann später oder morgen bei dir. Natürlich gebe ich dir auch Bescheid, was der Tierarzt gesagt hat.“ Anna nickte mit eingezogenem Kopf und verließ mit hängenden Schultern den Hof. Fast schon tat sie mir Leid, doch dann blickte ich auf Samiyah`s abgewinkeltes Bein und wusste, welche Entscheidung ich zu treffen hatte. „Leute macht ihr bitte alle weiter? Ich bleibe bei Mahira und Samiyah und warte auf den Tierarzt!“, sagte ich und brachte Sami in ihre Box. Die anderen nickten und machten mit den Warmblütern weiter, damit es ruhig im Stall wurde. Donald führte My Golden Heart und BBs Harmony noch ein wenig draußen herum, bevor er die beiden auf die rechte Stutenkoppel entließ. Meg übernahm American Baby und Apaches Tomahawk, Samuel führte Chaira hinaus, Brian Paradises Rafinesse und Shekitt Quinn und Patrick brachte Mizzi hinaus. Bei der nächsten Runde durften Cuchara, Unannounced Pleasure, Reminiscent Inspiration, Angels Fall First und Wild Lady Roxanne hinaus. Allmählich wurde es wirklich ruhiger und ich dankte meinen Angestellten. Meg brachte nun Glammy hinaus, Samuel und Donald nahmen Benjilala und Salwa. Letztere durfte ausnahmsweise mit der trächtigen Stute zusammen in den abgetrennten Teil der Stutenkoppel, da ich Benji nicht alleine stehen lassen wollte. Brian führte Naboo, Patrick nahm Fairylike Facility. Anschließend holte sich Meg Everybody`s Darling und lief Samuel mit Isola della Pirateria voraus. Die nachtschwarze Stute war immer noch deutlich ruhiger, wenn Darling in der Nähe war und natürlich wollten wir ihr so viel Stress wie möglich ersparen. Patrick holte Golden Flair, Donald Walk of Fame und Brian Precious Scream. Nun waren nur noch die Deutschen Reitponystuten Dorina und Cinnemont`s History sowie die Fohlen im Stall. Der Tierarzt müsste auch jede Minute kommen. Samuel kümmerte sich um die Ponystuten, Brian führte PFS Devil in Prada und Grace`s Cookie`n`Cream, Donald übernahm Siberia und Shawnée und Patrick führte die Lewitzer Rosewell und Panta Rhei auf die Fohlenkoppel. Meg betrat Mahira`s Box und strich der Stute über den Kopf, während ich bei Samiyah blieb. Kurz darauf führte Brian endlich den örtlichen Tierarzt in den Stall und ich musste mich sehr zusammenreißen, ihn nicht zu fragen, warum zur Hölle das solange gedauert hatte. Doch ich war mir natürlich im Klaren, dass er so schnell wie irgend möglich hergekommen war und er auch nichts für den Unfall von Samiyah konnte.
      Er sah sich zuerst das Bein meiner Cremellostute an. Dieses war mittlerweile dick und heiß. Ich kaute nervös auf meiner Unterlippe, während ich Samiyah am Halfter hielt. „Sehnenzerrung, das hätte sehr viel schlimmer kommen können.“, meinte Dr. Smelta schließlich. „Ist in ihrem Zustand natürlich nicht gerade toll, weil so viel zusätzliches Gewicht das Bein belastet. Sie müssen es so oft wie möglich kühlen und sie mehrmals am Tag ein wenig im Schritt führen. Mehr ist momentan auf keinen Fall drin. Möchten sie, dass ich bei beiden einen Ultraschall mache? Zur Sicherheit?“, erklärte er mir.
      Ich nickte natürlich sofort. Die Sehnenzerrung würden wir schon wieder in den Griff bekommen, auch wenn es bei der sogar jetzt noch hibbeligen Samiyah nicht einfach werden würde. Das bedeutete auch, dass ich jeden Tag eine weitere Stute im Stall stehen lassen musste, damit Samiyah nicht alleine stand. Der Ultraschall ließ uns alle Gott sei dank aufatmen, den Fohlen ging es gut. Ich bedankte mich bei Dr. Semlta, verabschiedete ihn und suchte dann sofort die Kühlgamasche heraus, um Samiyah`s Bein zu kühlen. Die Stute schauderte, als ich die Gamasche befestigte, doch ich fütterte sie mit einem Stückchen Möhre und Samiyah schaute sofort ein wenig glücklicher aus der Wäsche. Meg hatte auch sofort Anna gesimst, damit sie sich nicht mehr Sorgen als nötig machte. Wir erledigten die weitere Stallarbeit und besprachen dann die Vorbereitungen für Jolympia.
      Die Stallzelte würden auf der hintersten Stutenkoppel aufgebaut werden, allerdings erst einen Tag vor dem großen Event. Die Stallungen und die restlichen Koppeln würde ich absperren, da ich wollte dass meine Pferde weitgehend ihre Ruhe hatten. Sowieso wurde die gesamte rechte Hälfte des Hofes gesperrt und nur Pferdebesitzer und Angehörige hatten dorthin Zutritt. Die Gästezimmer waren schon bereit. Auch die Tribünen waren alle blitzblank geputzt und auch die Hindernisse hatten niemals besser ausgesehen. Am Tag vor Jolympia würden wir auch alles mit Blumen schmücken.
      Als alle Arbeiten für diesen Tag erledigt waren, kam Meg auf mich zu. „Was ist mit Anna?“, fragte sie mich. Ich seufzte und meinte: „Ich fahre heute Abend zu ihr und rede mit ihr. Vielleicht lässt sich das alles nochmal klären, aber das weiß ich jetzt ehrlich gesagt noch nicht. Das kommt auch darauf an, wie sie sich verhält.“ „Ähm Sammy…. Da ist jemand für dich…“, meinte Samuel in dem Moment und als ich mich umdrehte stand Anna vor mir. „Was machst du denn hier? Meg hat dir doch geschrieben, dass es Mahira und Samiyah gut geht oder?“, fragte ich ein wenig verwundert.
      „Ja, deshalb bin ich ja hier. Ich meine, es ist ja nichts passiert, also kann ich ja auch weiterarbeiten.“, sagte sie. Ich starrte sie etwas sprachlos an und Meg schlug sich die Hand gegen die Stirn. Als ich mich wieder gefangen hatte, forderte ich Anna auf, mir zu folgen und schickte die anderen wieder an die Arbeit. Ich führte Anna zu Samiyah und zeigte auf ihr Bein. „Ich dachte, es ist alles okay?“, fragte sie nun schon leicht unsicher. „Nein, es ist nicht okay. Du hast zwei hochträchtige Stuten in Gefahr gebracht. Und Samiyah hat eine Sehnenzerrung, die ist gerade in ihrem Zustand auch nicht ohne. Wie bist du denn auf die Idee gekommen die beiden rauszubringen?“, fragte ich. Zu meiner Überraschung hob Anna trotzig das Kinn: „Es hat mich genervt, dass Meg nicht gewartet hat. Also wollte ich ihr beweisen, dass ich ohne Probleme zwei Pferde nehmen kann. Und da Mahira und Samiyah zusammen mit Benjiala momentan am stärksten überwacht werden, dachte ich eben, dass sie dazu am besten geeignet wären. Ich kann ja nichts dafür, dass sie sich selbst in ihrem Zustand noch nicht benehmen können!“ Da die anderen schon wieder in der Nähe herumlungerten, bat ich Anna in mein Büro und sagt dort: „Anna, du willst mir also sagen, du hast zwei meiner Stuten und deren Fohlen in Gefahr gebracht, weil du irgendetwas beweisen wolltest? Du hattest hier sowieso keinen guten Stand, weil du mich bei deiner Einstellung belogen hast, aber das hier jetzt ist noch einmal etwas ganz anderes. Ich muss dir leider mitteilen, dass du hier nicht weiter arbeiten kannst. Ich werde dir deine restlichen Urlaubstage mit deinem nächsten Monatsgehalt auszahlen, aber mehr kann ich leider nicht mehr für dich tun.“
      Anna schwieg einige Sekunden, dann wurde ihr Gesicht rot: „Du wirfst mich raus? Das kannst du nicht! Es gibt Kündigungsfristen! Du kannst hier nicht alles machen, wie es dir gerade passt!“ Ich atmete tief durch und erhob mich: „Anna. Du hast gegen wichtige Regeln verstoßen. Regeln die die Sicherheit der Pferde gewährleisten sollen. Und das aus einem absolut nicht nachvollziehbaren Grund. Anstatt nun Einsicht zu zeigen, spielst du das Ganze herunter. Glaub mir, das ist ein Grund für eine außerordentliche Kündigung. Ich hätte sogar das Recht, die die heutigen Tierarztkosten in Rechnung zu stellen. Also bitte, lass uns jetzt nicht im absoluten Streit auseinander gehen.“ Ich öffnete die Bürotür und wollte Anna die Hand geben, doch die junge Frau stürmte einfach an mir vorbei und rauschte davon.
      „Du hast sie gefeuert?“, fragte Patrick mit großen Augen und ich nickte. „Leute, ich hoffe ihr könnt meine Entscheidung besser nachvollziehen als Anna. Aber fakt ist, sie ist nicht mehr rückgängig zu machen. Ich werde mich sofort daran machen, eine neue Kraft für uns zu finden, aber für die nächsten Tage bedeutet das leider, dass wir alle noch mehr Arbeit haben. Außerdem muss Samiyah`s Bein alle zwei bis drei Stunden gekühlt werden. Bei der Hitze und der Wärme ihres Beins ist das nötig.“ Die anderen nickten ein wenig betreten und auch ich war noch nicht völlig glücklich, doch wir hatten nun alle mehr als genug Arbeit am Hals.
    • Sammy
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      Ein neues Jahr beginnt!
      12. Januar 2017
      Fröhlich vor mich hinpfeifend hängte ich die letzte blau glitzernde Christbaumkugel an meinen Baum und trat dann einen Schritt zurück, um mein Werk zu bewundern. Die rießige Tanne machte sich toll in meinem Wohnzimmer mit den hohen, stuckverzierten Decken und ich konnte den Weihnachtsabend kaum noch erwarten. Meine Familie würde aus Deutschland herkommen und natürlich hatte ich auch Meg, Brian, Samuel und Donald wieder eingeladen. Meg würde diesmal allerdings in die USA zu ihrer Familie fliegen. Die drei Jungs blieben wie auch die Jahre zuvor bei mir auf dem Gestüt. Patrick hatte es nicht weit, sodass er bei sich zu Hause das Fest verbrachte. In zwei Tagen war endlich Weihnachten und ich steckte noch mitten in den Vorbereitungen. Plätzchen hatte ich bereits gebacken - überall im Stall standen Dosen mit den den süß duftenden Leckereien, von denen sich vor allem die Jungs bedienten. Meg musste nach eigener Aussage auf ihre Figur achten und ich backte sehr viel lieber als die Kekse am Ende auch zu essen. Mein Haus war nun endlich festlich geschmückt und in allen Bäumen und Büschen des Gestüts hingen wunderschöne Lichterketten. Auch die Turniersaison hatte ich vor einer Woche für beendet erklärt. Im Januar ging es dann frisch und munter weiter. Ich riss mich vom Anblick meines Bäumchens los, schnappte mir seufzend meine Jacke und die Autoschlüssel und machte mich ans Einkaufen. Normalerweise kochte ich überhaupt nicht gerne, doch dieses Jahr wollte ich eine Ausnahme machen. Immerhin kam meine Familie zum allerersten Mal auf mein Gestüt, da sollte alles perfekt sein. Auch die Gästezimmer hatte ich bereits hergerichtet, nur die Betten mussten noch bezogen werden.

      ~*~

      "Ich wünsche dir einen guten Flug meine Liebe, meld dich bei mir, wenn du gut angekommen bist, ja? Und lass dich nicht ärgern!", sagte ich ein wenig wehmütig zu Meg, als ich sie am nächsten Tag verabschiedete. "Mache ich. Und falls ich es nicht aushalte, kann ich früher zurückkommen, oder?", fragte sie. Ich grinste nur und drückte sie an mich. Dann winkte ich ihr hinterher, während sie durch die Kontrolle ging und aus meinem Sichtfeld verschwand. Es würde seltsam sein, das erste Weihnachtsfest ohne sie zu verbringen. Ich fuhr zurück zum Gestüt, wo gerade das Heu angeliefert wurde. Die Jungs hievten die Ballen mit hochroten Gesichtern auf Karren, um sie zur Scheune zu bringen. "Das Futter ist schon da und verräumt, Sammy!", informierte Brian mich, bevor er sich dem nächsten Ballen zuwandte. Ich zeigte ihm den erhobenen Daumen und trollte mich in mein Büro. Es gab doch noch ein paar Formalitäten, die ich vor den Feiertagen erledigen wollte. Aber Hauptsache für die Pferde war gesorgt. Mississle und Shamal waren letzte Woche beide gekört worden und ich musste die Akten noch aktualisieren und die Eintragung ins Zuchtregister veranlassen. Außerdem hatte ich zwei Fohlenschauen gefunden, auf der ich meine beiden jüngsten Lieblinge Kazumi Princess El Assuad und Successful Dream vorstellen wollte. Dies alles erledigte ich zuerst, dann ging ich ins Haus um schon einmal das Dessert für den morgigen Abend vorzubereiten, Betten zu beziehen und ein letztes Mal das Haus zu kontrollieren. In dieser Nacht tat ich mich mit dem Einschlafen doch recht schwer, da ich ziemlich aufgeregt war, was meine Familie zu meinem Herzstück sagen würde.

      ~*~

      Am nächsten Morgen war ich trotz der bescheidenen Nacht vor allen anderen auf den Beinen, schlüpfte in meine wintertauglichen Stallklamotten und stapfte durch den frisch gefallenen Schnee hinüber zu den Stallungen. Ich schaltete die Notbeleuchtung aus und das Licht ein, drehte es jedoch ein wenig herunter. Dann begann ich mit der Morgenfütterung. Am Weihnachtsmorgen übernahm ich diese immer selbst und genoss dabei die Ruhe und das Zusammsein mit meinen geliebten Vierbeinern. Ich maß das Kraftfutter ab und stellte zehn Eimer in eine Schubkarre. Wie üblich begann ich bei den Stuten, da die Tür zum Hengsttrakt geschlossen war und sie daher nicht so viel mitbekamen wie meine Damen. Im Stuten-Fohlentrakt angekommen, fütterte ich zuerst Success Story xx und Kagami el Assuad. Ich schlüpfte auch in die Boxen und kraulte meinen Pferden liebevoll die schlanken Hälse. Selbstverständlich widmete ich mich auch den erst wenige Tage alten Bewohnern von Hollybrook Stud: Den beiden wunderschönen Englischen Vollblutmädchen Successful Dream und Kazumi Princess el Assuad. Die zwei entwickelten sich einfach prächtig und ich hatte das Gefühl, dass sie mit jedem Tag noch hübscher wurden. Dennoch riss ich mich ein paar Augenblicke später von den Pferdebabys los. Immerhin warteten auch die anderen Stallbewohner auf ihr Frühstück. Die nächsten Eimer Futter verteilte ich an meine hochtalentierte Andalusierstute Cuchara, die hübsche Barockpintostute Benjilala und die grauschimmernde Lusitanostute Salwa. Die drei restlichen Futterrationen gingen an die Saddlebredstuten Shekitt Quinn, Paradises Rafinesse und Mizzi. Alle drei waren gekrönt und wurden vor allem im Gangreiten auf Turnieren vorgestellt. Während nun langsam schon der Tumult begann, musste ich erst einmal zurück in die Futterkammer, um die nächsten zehn Eimer zu richten. Weiter ging es mit meinen Westernpferden. Wie üblich bekamen zuerst meine beiden geliebten Paints My Golden Heart und The Morticains Daughter ihre Ration, gleich darauf die Quarter Horses Your possible Pasts, American Baby und BB's Harmony und zum Schluss die Appaloosadame Apaches Tomahawk, die ich von meiner besten Freundin Eddi geschenkt bekommen hatte und die beiden Criollos Girlie und Charia. Nun waren die Fohlen beziehungsweise Jungpferde an der Reihe. Die letzten beiden Eimer bekamen die Lewitzer Rosewell und Panta Rhei. Auch die zwei hatte ich von Eddi und sie waren mittlerweile beide langsam bereit zum Einreiten. Beide sollten später im Vielseitigkeitssport gehen und ich war schon sehr gespannt darauf, wie sie sich entwickeln würden. Panta Rhei würde demnächst auch in den Hengsttrakt umziehen. Er würde zusammen mit dem Isländerhengst Ljósfari seine Jungpferdezeit genießen dürfen. Nach einem weiteren Gang in die Futterkammer bekamen auch das Paintstütchen Grace's Cookie'n'Cream, Ljósfari, die Welsh Ds Siberia und Shawnée, die Criollo Jungstute Devil in Prada und die American Miniature Horses Porcelain Doll und Ala' Forza ihr Frühstück. Gerade auf Cookie war ich sehr neugierig, da das Stutfohlen schon durch seine außergewöhnliche Fellfärbung ins Auge fiel. Die drei übrigen Eimer gingen an die noch ungekörten Miniature Horse Stuten Miniature America's Narnia und Hollybrook's Tiny Girl und die erst kürzlich gekrönte Welsh A Stute Mississle. Little Big Girl, die neben Missy untergebracht war, trat gegen ihre Boxentür, doch sie musste sich gedulden, bis ich die nächsten Futterrationen eingefüllt hatte. Danach waren auch die Welsh B Stuten Napayné und Kolibri an der Reihe, die aber geduldig auf ihr Frühstück gewartet hatten. Weiter ging es mit den drei Traberstuten Middle Ages, Ehawee und Rainbow. Gerade Letztere machte immer einen höllischen Aufstand, wenn es um ihr Futter ging und ich war jedesmal froh, wenn sie "abgefertigt" war. Die letzten vier Eimer gingen an die Trakehnerstuten Mahira und Samiyah und die Hannoveranerstuten Reminiscent Inspiration und Unannounced Pleasure. Inspiration und Pleasure hatten in diesem Jahr nach ihren frühen Krönungen eine lange Turnierpause einlegen dürfen, da ich sie in diesem Alter auf keinen Fall überfordern wollte, doch 2017 wollte ich sie wieder auf Englands Turnierplätze loslassen. Beide waren extrem talentiert, sodass man gut aufpassen musste, es nicht zu schnell anzugehen. Dafür hatte ich mich in diesem Jahr um die Förderung meiner dritten Hannoveranerstute - der Falbscheckin Angels Fall First konzentriert, die nun auch den ersten Eimer der nächsten Fuhre bekam. Das talentierte Stütchen hatte die viele Aufmerksamkeit sichtlich genossen und sich wunderbar entwickelt. Sie zählte nun zu den erfolgreichsten Pferden in meinem Stall. Von den Warmblütern fehlten nun nur noch die Holsteinerstute Wild Lady Roxanne und das gescheckte deutsche Reitpferd Glammy. Ich lief die Stallgasse weiter zu den englischen Vollblutstuten. Da Kagami und Story im Fohlentrakt standen, blieben hier nur noch Backup, Pirate Island, Ace of Spades und Far Cry. Gerade Backup entwickelte sich wahnsinnig gut, weshalb ich in diesem Jahr auch davon abgesehen hatte, sie decken zu lassen. Ich wollte sie nicht in ihrer Hochphase stören. Far Cry wiederum war mittlerweile bereit zum Verkauf, doch ich hatte noch keinen geeigneten Käufer ausfindig gemacht, dem ich die Stute anvertrauen wollte. Erschrocken fuhr ich zusammen, als mich die samtene Nase meiner Achal Tekkinerstute Ivory anstupste. Flott fütterte ich das elegante Stütchen und gab auch den Berberstuten Pangäa und Cirilla ihre Rationen. Mutter und Tochter verstanden sich ausnehmend gut, weshalb ich sie auch nebeneinander stehen ließ. Gleich nachdem ich die nächste Karre mit Kraftfutter geholt hatte, widmete ich mich meinen Araberstuten Sahira, My lovely Horror Kid - die Anfang nächsten Jahres bei einer Krönung mitmischen sollte, Saddy, Haadeh, Little Miss Sunshine, Sharley, Bittersweet, Fallen Immortaliny, Adina de Ra'idah und Melody's Girl. Ich liebte die feingliedrigen Stütchen und freute mich schon sehr auf die zukünftigen Fohlen mit meinen nicht minder talentierten Hengsten. Fehlten nur noch die restlichen Ponies, bevor ich auch meine Hengste versorgen konnte. Das Herzstück meiner alten Zucht - meine New Forest Ponies waren als nächstes dran. Ich begann mit der wunderschönen Magical Moment, machte mit der frisch gekrönten Hollybrook's Fairy Bluebird weiter und ging dann die Stallgasse entlang, vorbei an Thousand Sunny, Aimiliani, Naboo, Isola della Pirateria, Fairylike Facility, Everybody's Darling, Golden Flair und Walk of Fame. Die nächste Fuhre teilte ich auf Precious Scream, die Deutschen Reitponies Dorina und Cinnemont's History, sowie die Isländer Fatimah und Dark Misery auf. Ich wischte mir über die Stirn und atmete einmal tief durch, bevor ich mit dem Hengsttrakt weiter machte. Diese schöne Tradition hatte begonnen, als ich nur zwei Pferde besessen hatte, mit inzwischen 117 Tieren war das doch schon etwas anstrengender. Dennoch machte ich mich gleich darauf wieder an die Arbeit. Als erstes bekamen meine edlen Araberhengste Khamar al Sanaa, Shamal und Wüstentänzer ihr Futter. Danach waren der Achal Tekkiner Candle in the Wind und der Berber Amayyas dran. Da ich mit dem Beginn der Fütterung sofort einen Tumult bei meinen Hengsten auslöste, sauste ich gleich darauf in die Futterkammer und machte bei den New Forest Ponyhengsten Hollybrook's Cheeky Jot, Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Zarin, BMs Caradoc und Orfino weiter. Gleich darauf waren auch mein Starhengst Levistino, die Hannoveranerhengste Branagorn und Black Soul, das deutsche Reitpferd Pride & Prejudice und der Holsteiner Fantastic Fly versorgt. Auch die englischen Vollblüter Ghostbuster, Tschiwabschischi, El Racino und Pawaneeh stürzten sich gierig auf ihr Futter. Dagegen ging mein Liebling, der Traberhengst Damon's Dynamo mit schierer Eleganz an die Morgenroutine heran. Meine Ballettänzer - die Pferde die hauptsächlich auf die Dressur spezialisiert waren, waren ebenfalls richtige Gentleman. Dies waren die Andalusier Negresco und Ojos Azules, die Barockpintos Slaters Secret und San Salvador und der Lusitano Pierre. Bei meinen Gangpferden war das Benehmen schon gemischter: Der Saddlebredhengst Someone stürzte sich gierig auf den Trog, kaum dass ich das Futter eingeschüttet hatte, während GH's Safriko und der Paso Fino Wannabe höflich warteten. Auch die Isländer Fair Prince und Intolerable Life zeigten sich von ihrer guten Seite und ich wuschelte ihnen fröhlich durch die dichten Mähnen. Fehlten nur noch die Ponyhengste Juego, Hollywood Undead und der kürzlich gekörte Minihengst Darkwood's Storm Dancing Feather, sowie die Westernpferde Dissident Hawk, Golden Indian Summer, Dream of Wyoming und Cazador. Kaum hatte ich den letzten Futtereimer verräumt, kamen Brian, Donald, Patrick und Samuel durch die Stalltür. Obwohl sie meine Tradition mittlerweile kannten, staunten sie nicht schlecht, dass alle Pferde bereits eifrig am Kauen waren. Sie schnappten sich sofort Mistgabeln und begannen damit die Boxen herzurichten. Mittags durften die Pferde dann hinaus auf die Paddocks, doch ich ging zurück ins Haus, stellte mich unter die Dusche und wartete dann auf die Ankunft meiner Familie. Sie kamen tatsächlich pünktlich und ich ging mit einem leicht nervösen Lächeln hinaus um sie zu begrüßen. Meine Mutter, Tante und Oma sahen sich begeistert um, während mein Onkel etwas fehl am Platz wirkte. Auch mein jüngerer Bruder schien noch nicht zu wissen, ob seine Entscheidung mitgekommen zu sein so gut war. Doch meine Cousine sah aus, als hättte man sie gerade kopfüber in einen Haufen Kuhmist gestippt. Ich unterdrückte den Impuls die Augen zu verdrehen und führte meine Familie in mein Haus. Dort zeigte ich ihnen zuallererst ihre Zimmer. Meine Cousine teilte sich ihres mit meiner Tante, meine Oma mit meiner Mutter, mein Onkel hatte sein eigenes Zimmer und mein Bruder schlief auf der Couch. Ich ließ ihnen ein wenig Zeit und ging zurück in den Stall, um dort noch einmal alles zu kontrollieren, bevor ich mich ans kochen machen würde. Im Stall griff ich Donald, Brian und Samuel unter die Arme, da inzwischen auch Patrick nach Hause gefahren war. Wir rückten Stalldecken zurecht, schlossen die Türen zu den Paddocks, kontrollierten die Tränken und bereiteten die Abendfütterung vor, damit die Jungs es später leichter hatten. Irgendwann tauchte mein kleiner Bruder hinter mir auf und fragte: "Was machst du da? Sind das alles deine?" Mit großen Augen sah er sich um und ich lächelte stolz. "Jap, alles meine. Ich finde auch, dass wir morgen mal einen kleinen Ausritt machen sollten. Komm mal mit.", schlug ich vor und führte ihn hinüber in den Hengsttrakt. Dafür, dass er neun Jahre jünger war als ich, war er mittlerweile einen Kopf größer und brauchte dementsprechend auch ein großes Pferd. Außerdem wusste ich, dass er Pferde mochte, aber Angst hatte für mädchenhaft gehalten zu werden, wenn er reiten ging. Ich blieb vor der Box meines Hannoveranerhengstes Branagorn stehen und öffnete die Tür. Sofort streckte der große Leopardenschecke uns seinen hübschen Kopf entgegen und schnoberte an den Taschen meines Bruders. Der streichelte dem Hengst vorsichtig übers Maul. "Leon, das ist Branagorn. Ich denke, dass du ihn reiten könntest. Er ist zwar ein Hengst, aber ganz brav.", sagte ich. Großspurig lächelnd stimmte Leon zu. Ich legte ihm einen Arm um die Schulter und führte ihn zurück zum Haus.

      ~*~

      Das gesellige Essen am heiligen Abend war wunderbar gewesen und fast alle hatten sich prächtig verstanden. Die Ausnahme war natürlich wieder einmal meine Cousine gewesen. Sie hatte die ganze Zeit eine missbilligende Miene aufgesetzt und jegliche Unterhaltungsversuche der Jungs ignoriert. Dennoch hatte ich die Zeit mit meiner Familie sehr genossen. Auch der erste Weihnachtsfeiertag begann herrlich. Der Himmel war stahlblau, über Nacht hatte es nochmals geschneit und bis auf meine Oma und meinen Onkel wollten alle auf den Ausritt mitkommen. Das hatte mich allerdings ein wenig überrascht, da ich nicht gedacht hätte, dass meine Cousine uns begleiten würde. Nun war ich schon eine Stunde vor meinen Mitreitern im Stall, um Pferde auszuwählen und mit dem Putzen zu beginnen. Leon setzte ich wie versprochen auf Branagorn. Meine Tante sollte den pechschwarzen Andalusierhengst Ojos Azules reiten, meine Mutter Pierre, meine Cousine bekam Cazador und ich selbst würde Damon's Dynamo ein wenig Auslauf verschaffen. Alle fünf Pferde waren sehr verträglich, sodass ich sie alle nebeneinander auf der Stallgasse anbinden konnte. Mein kleiner Bruder kam in den Stall und ich gab ihm das Putzzeug für Branagorn, während ich die anderen vier Hengste fertig machte. Gerade als ich Branagorn den Sattel auflegte, kamen auch die anderen durch die Stallgasse geschlendert. Ich stellte jeden neben sein Pferd und machte mich ans auftrensen. Dann führte ich Dynamo hinaus, band ihn draußen am Halfter fest und half den anderen. Meine Mum durfte zuerst aufsitzen und streichelte begeistert Pierre's schlanken Hals. Auch meine Tante war mit meiner Wahl vollauf zufrieden, nur meine Cousine rümpfte wiederum die Nase. "Warum muss ich in so einem komischen Sattel reiten?", fragte sie hochnäßig und deutete auf Cazador's Westernsattel. "Weil Cazador ein Westernpferd und auch westernmäßig ausgebildet ist. Außerdem hast du dadrin einen sichereren Sitz, als im Vielseitigkeitssattel. Unsere Mütter hatten früher ein Pony und Leon habe ich selbst schon Reitstunden gegeben, also bist du die einzige, die noch keine Erfahrung hat. Cazador wird dir gefallen, keine Sorge.", sagte ich und musste mich sehr zusammenreißen, um meinen ungeduldigen Ton zu unterdrücken. Ich half meiner Cousine in den Sattel und führte Cazador neben Pierre und Jojo, die brav auf die Kommandos ihrer Reiter warteten. Nun trat ich neben meinen kleinen Bruder, der plötzlich recht beklommen wirkte. "Was ist denn los?", fragte ich mit gesenkter Stimme. Er schluckte und meinte: "Branagorn ist doch ziemlich groß. Bist du sicher, dass er mich nicht einfach abwirft?" Ich lächelte: "Ganz sicher. Branagorn ist das liebste Pferd hier, auch wenn man es ihm nicht gleich ansieht." Leon nickte und ich half ihm in den Sattel. Unsicher nahm er die Zügel auf und zog sie zu eng. Vorsichtig verlängerte ich sie ein wenig und strich Branagorn lobend über den Hals. In diesem Moment kamen auch Donald und Samuel auf Negresco und Hollybrook's Zarin aus dem Stall. Sie würden uns begleiten, während Brian mit Black Soul ein wenig Dressurarbeit machte. Der ruhige Mann hatte es lieber, wenn er den Hof für sich hatte, um mit dem stürmischen schwarzen Hengst zu arbeiten. Ich selbst schwang mich auf Dynamo's Rücken, schickte Donald vor und reihte mich selbst neben meinem kleinen Bruder ein. Samuel ritt neben meiner Mutter und meine Cousine neben meiner Tante. Kaum waren wir vom Hof runter, wurde Leon's Haltung entspannter. Ich grinste. Offenbar hatte er schon verstanden, dass der Hannoveranerhengst tatsächlich brav war. Dynamo schritt eifrig aus und ich musste den energiegeladenen Traber ein wenig zurück halten, damit er meine Cousine auf Cazador nicht überholte. Als wir an einen ebenen Feldweg kamen, der schneebedeckt war, schlug ich vor ein Stück zu galoppieren. Meine Mutter und meine Tante winkten ab, doch mein Bruder und meine Cousine wollten mitmachen. Also ließ ich Donald und Samuel zurück, damit sie Jojo und Pierre daran hindern konnten uns hinterherzustürmen. Die Hengste waren zwar brav, aber das war doch eine sehr große Versuchung. Unterdessen erklärte ich meinen beiden Mitreitern, was sie zu beachten hatten und ritt zum Anfang der Galoppstrecke. Ich wartete bis die beiden bereit waren und galoppierte Dynamo mit einem Schenkeldruck und leisem Zungenschnalzen an. Branagorn fiel ebenfalls sofort in seinen wunderbaren, raumgreifenden Galopp, während Cazador eher eine Art Stechtrab zeigte. Meine Cousine hatte die Zügel viel zu eng angezogen und hinderte den Schecken am galoppieren. Ich hielt Dynamo zurück, bis ich gleich auf mit ihr war und rief: "Lass die Zügel locker, sonst kann er nicht laufen!" Sie gehorchte Augen rollend und sofort galoppierte der Criollohengst an. Im Stillen dankte ich ihm für seine Geduld und trieb Dynamo wieder ein wenig vorwärts. Als das Ende der Galoppstrecke in Sicht kam, setzte ich mich vor Branagorn und Cazador und parierte durch. Aus Gewohnheit taten es die anderen beiden Hengste dem schönen Braunen gleich und verlangsamten das Temp ebenfalls. Nun warteten wir auf die Nachzügler. Meine Cousine starrte mit verbissener Mühe in den Schnee - sie hatte ihr braves Reitpferd nicht einmal gelobt. Ich lenkte Dynamo neben Cazador und klopfte dem Schecken den Hals. "Was soll denn das? Er hat nicht gehorcht!", schnappte meine Cousine. Ich biss mir auf die Zunge, doch da kamen schon Donald, Samuel und unsere Mütter an. "Konnte er ja nicht, so eng wie du die Zügel gehalten hast.", bemerkte meine Mutter in ihrer direkten Art. Meine Cousine starrte zu Boden und sagte kein Wort mehr. Ich schüttelte über so viel Uneinsichtigkeit den Kopf, beschloss jedoch mir davon die Laune nicht verderben zu lassen. Als sie die Zügel jedoch wieder so sehr anzog, dass Cazador sein Maul aufriss, nahm ich ihr die Zügel aus der Hand und gab sie Donald auf Zarin als Handpferd. Sie protestierte zwar, merkte aber schnell, dass nicht einmal ihre Mutter auf ihrer Seite war.
      Als wir wieder auf dem Gestüt waren, machte Donald noch schnell ein Familienfoto, dann versorgten wir die Pferde. Auch Leon, meine Tante und meine Mutter halfen mit, nur meine Cousine zog sich ins Haus zurück.

      ~*~

      Die nächsten Tage vergingen wie im Flug und schon war der Tag gekommen, an dem meine Familie wieder abreiste. Mit meiner Mutter und meinem kleinen Bruder hatte ich viel Zeit bei den Fohlen verbracht, vor allem natürlich bei Kazumi Princess El Assuad und Successful Dream. Ein wenig traurig war ich zugegebenermaßen schon, doch auf der anderen Seite war ich auch über alle Maßen froh, dass ich meine Cousine jetzt wieder für eine Weile los war. Sie war einfach ein unglaublich anstrengender Mensch. Es waren keine zwei Stunden vergangen, nachdem meine Familie abgereist war, als mein Handy klingelte. Eine Sekunde lang blieb mir der Mund offen stehen, denn Meg's Nummer wurde mir angezeigt. Hastig nahm ich ab. "S..S..Sammy?", krächzte eine verheulte Meg durch das Telefon. "Meg! Was ist denn los?", fragte ich alamiert. "Ich bin am Flughafen, kannst du mich morgen abholen? Ich weiß, es ist Silvester, aber....", schluchzte sie. "Natürlich hole ich dich, schreib mir einfach nur wann, ja? Aber was ist denn passiert?" "Ach, ich weiß nicht was ich erwartet habe, aber es waren alle einfach furchtbar. Ich halte es keinen Tag länger mehr hier aus. Aber ich muss jetzt Schluss machen, sonst wird die Telefonrechnung unbezahlbar." Ich seufzte: "Okay, Süße. Aber halt die Ohren steif, morgen bist du wieder daheim."

      ~*~

      Nervös trommelte ich mit den Fingern auf die Armlehne des Stuhls, auf dem ich saß. Es war bereits vier Uhr nachmittags und ich saß am Flughafen und wartete auf Meg. Eigentlich hatten Donald und Samuel mitkommen wollen, doch ich hatte sie überredet bei den Pferden zu bleiben. Am Silvesterabend wollte ich unbedingt Leute auf dem Gestüt haben. Das Essen war bereits vorbereitet, fehlte nur noch Meg. Endlich kam die Durchsage für ihren Flug. Ich suchte das Kofferband auf dem ihr Gepäck ankommen würde und schloss sie schon ein paar Minuten später in die Arme. Ihr Gesicht war rot und verquollen, doch ich wollte sie hier am Flughafen nicht ausfragen. Als wir im Auto saßen, brach es jedoch wie von selbst aus Meg hervor: "Meine Mutter hat die ganze Zeit nur gestichelt, dass ihre jüngste Tochter ja so gar nichts auf die Reihe bekommt. Immerhin haben Terry und Rima schon Kinder und Jonathan ist Anwalt. Als ich ankam hat sie meine gesamten Klamotten in die Waschmaschine gekippt, weil sie meinte die stinken nach 'diesen widerlichen Viechern mit denen ich mich ja permanent umgebe' und das würde sie nicht aushalten. Meine Geschwister haben vorgestern sogar einen Teil meiner Kleider verbrannt und meinten ich solle mir doch mal was anständiges kaufen, da ich sie so nur beschämen würde. Aber mein Vater war am Schlimmsten. Er hat kein Wort mit mir geredet, hat einfach so getan, als wäre ich überhaupt nicht da. Er hat mir zu Weihnachten nichtmal was eingeschenkt und die Pute einfach direkt an Jonathan weitergereicht." Nun liefen Meg regelrächte Tränenbäche über die Wange. Ich setzte den Blinker, fuhr links ran und nahm sie in den Arm. Ich hatte gewusst, dass Meg aus einer sehr wohlhabenden amerikanischen Familie stammte, die mit ihrem Berufswunsch überhaupt nicht einverstanden war, doch als die Nachricht ihrer Mutter eingetroffen war, dass sie sie über Weihnachten gerne bei sich haben wollte, hatte ich doch Hoffnung gehabt. Dass diese angebliche Familie die herzensgute Meg nun so gequält hatte, machte mich rasend. Ich fuhr erst weiter, als Meg sich ein wenig beruhigt hatte.
      Eine Stunde später fuhr ich durch das Tor meines Gestüts und sofort kamen die Jungs angerannt, um Meg zu begrüßen. Alle nahmen sie fest in den Arm und Donald trug sofort ihren Koffer hinüber zu den Personalwohnungen. "Siehst du Meg, du hast doch eine Familie - hier bei uns!", flüsterte ich ihr ins Ohr und das erste Mal an diesem Abend sah ich sie lächeln. Ich führte sie ins Haus und bat sie einen Moment zu warten. Dann reichte ich ihr einen schmalen Umschlag und ein in seidenpapier eingewickeltes Päckchen. Sie riss den Umschlag zuerst auf und starrte mich mit großen Augen an. "Ist gestern gekommen, ich wollte es dir aber lieber persönlich überreichen!", sagte ich lächelnd. "Meine Assistenztrainerlizenz.... du hast mir ja gar nicht gesagt, dass du sie schon beantragt hast!", sagte Meg fassungslos. "Ich weiß, aber du bist soweit. Und ich wollte dich überraschen. Aber jetzt mach mal dein Weihnachtsgeschenk auf!", forderte ich sie grinsend auf. Innerhalb von zwei Sekunden war das Papier aufgerissen und zum Vorschein kam ein Seidenblouson in royalblau und gold - den neuen Hollybrook-Farben. Dabei waren auch lederne Handschuhe und ein Helmüberzug in den selben Farben. Nun stand Meg's Mund endgültig offen. "Das.. was... oh wow.", stammelte sie. "Ich möchte, dass du endlich richtig für Hollybrook reitest und dass das auch jeder sehen kann. Du musst doch absolut super aussehen, wenn du Kazumi Princess und Successful Dream in ihren ersten Rennen reitest oder?" Meg flog mir um den Hals und schluchzte erneut hemmungslos. So waren die Jungs ein wenig fassungslos, als sie die Küche betraten, doch sie fingen sich schnell wieder und stiegen einfach in das Gruppenkuscheln ein.
      Wir verbrachten ein wunderschönes Essen, erfreuten uns an dem rießigen Feuerwer, dass hier auf dem Land in alle Richtungen meilenweit zu sehen war und gingen anschließend zu den Pferden um ihnen ein frohes neues Jahr zu wünschen. Ich wusste einfach, dass dieses Jahr noch besser werden würde als das letzte. Immerhin hatte ich die tollsten Pferde und das tollste Team, das man sich nur wünschen konnte!
    • Sammy
      Schnelle Pflege für alle Pferde
      Gähnend betrat ich die Stallungen und fing gemeinsam mit meinen Mitarbeitern an die Pferde auf die Koppeln zu bringen. Wir führten Levistino, Branagorn, Black Soul, Fantastic Fly und Pride and Prejudice auf die Weiden. Meg und Brian kümmerten sich solange um Glammy, Wild Lady Roxanne, Samiyah, Mahira, Unannounced Pleasure, Reminiscent Inspiration und Angels Fall First. Weiter ging es bei den Englischen Vollblütern. Meine wundervollen Rennpferde durften diesen schönen Sonnentag natürlich auch draußen verbringen. Wir holten Ghostbuster, Tschiwabschischi, El Racino, Pawaneeh, Success Story xx mit Successful Dream, Kagami El Assuad mit Kazumi Princess El Assuad, Backup, Pirate Island, Ace of Spades und Far Cry aus ihren Boxen und führten sie hinaus. Gleich darauf folgten meine Wüstentänzer Amayyas, Pangäa, Cirilla, Ivory, Candle in the Wind, Khamar al Sanaa, Shamal, Wüstentänzer, Sahira, My lovely Horror Kid, Saddy, Haadeh, Little Miss Sunshine, Bittersweet, Sharley, Fallen Immortaliny, Adina De Ra'idah und Melody's Girl. Als das geschafft war holten wir meine Baletttänzer nach draußen - also die Warmblütern, deren Ausbildungsschwerpunkt in der Dressur lag. Das waren Negresco, Ojos Azules, Cuchara, Slaters Secret, San Salvador, Benjilala, Pierre und Salwa. Anschließend folgten die Bewegungskünstler Damon's Dynamo, Rainbow, Ehawee, Middle Ages, GH's Safriko, Mizzi, Someone, Paradises Raffinesse, Shekitt Quinn, Wannabe, Fair Prince, Intolerable Life, Fatimah und Dark Misery. Gleich darauf kamen die ganz kleinen: Rumpelstielzchen, Darkwood's Storm Dancing Feather, Miniature America's Narnia, Hollybrook's Tiny Girl, Juego, Mississle, Little Big Girl, Hollywood Undead, Kolibri und Napayné. Fehlten nur noch drei Sparten. Als erstes waren meine Westernpferde an der Reihe. Das waren Arriba, Dissident Hawk, The Morticains Daugther, My Golden Heart, Golden Indian Summer, American Baby, Girlie, Cazador, BB's Harmony, My possible Pasts, Chaira, Dream of Wyoming und Apaches Tomahawk. Danach folgten meine Vielseitigkeitsponys Panta Rhei, Rosewell, Hollybrook's Cheeky Jot, Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Bloody Valentine, BMs Caradoc, Orfino, Hollybrook's Zarin, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Fairy Bluebird, Magical Moment, Thousand Sunny, Isola della Pirateria, Aimiliani, Naboo, Fairylike Facility, Everybody's Darling, Golden Flair, Walk of Fame, Precious Scream, Daemon, Dorina, Cinnemont's History und Eddi's Dead Pop Romance. Nun fehlten nur noch die Pferde, die noch nicht gekört waren. Das waren Ma Belle apasionada, Porcelain Doll, Ala' Forza, PFS' Glenn's Cookie, Grace's Cookie 'n Cream, GE's Ljosfari, Siberia, Shawnée und Devil in Prada. Sie alle durften diesen herrlichen Tag draußen verbringen und hatten somit frei. Meine Mitarbeiter und ich machten uns dagegen an die Stallarbeit...
    • Sammy
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      Es wird kalt auf Hollybrook!
      30. Oktober 2017
      Bibbernd zog ich meine gefütterte Stalljacke enger um meine Schultern, als mir beim Verlassen des Hauses ein eisiger Wind entgegen schlug. Mittlerweile war es Ende Oktober und der schöne Sommer war endgültig vorüber. Letzte Woche hatte es angeblich noch zwei sonnige Tage gegeben, doch nun regnete es seit Tagen beinahe ununterbrochen. Die Koppeln waren reine Schlammwiesen und meinen Pferden schlug das Wetter ebenfalls auf die Laune. Dazu kam, dass ich in den letzten Monaten sehr viel unterwegs gewesen war. Erst vor zwei Stunden war ich aus dem Flieger gestiegen und mich nach kurzem Überlegen entschlossen, zuerst meine Lieblinge zu besuchen. Meine Mitarbeiter hatten zwar die Pflege und das Training der Pferde übernommen, doch weiter ausgebildet hatten sie sie selbstverständlich nicht. Sie hatten lediglich den Auftrag bekommen, sie in Form zu halten und alte Lektionen zu festigen, sowie die Gehorsamkeit und Beweglichkeit zu schulen. Ich hoffte, dass ich nun auf den Winter hin wieder mehr Zeit auf meinem geliebten englischen Gestüt verbringen konnte, um meine Pferde während der Turnierpause weiter auszubilden. Auch die Arbeit mit den Fohlen würde dann an vorderster Stelle stehen. Kazumi Princess El Assuad und Successful Dream wurden bald ein Jahr alt und auch die beiden Pineforest Stable Fohlen PFS' Isis und PFS' Beck's Little Diva hatten ihr erstes Lebensjahr bald hinter sich. Devil in Prada, Shawnée und Siberia durften Anfang des Jahres unter den Sattel und auch für Ljósfari wurde es demnächst ernst. Grace's Cookie n' Cream, Ala' Forza, PFS' Glenn's Cookie und PFS' Daydream of Money mussten auf ihre ersten Fohlenschauen vorbereitet werden und meine kleine Porcelain Doll gewann hoffentlich ihre zweite. Ansonsten mussten selbstverständlich die Anwärter Ma Belle apasionada, Lamira, Incendio und Roi du Soleil für ihre Körungen bzw. Stutbuchwettbewerbe trainiert werden.
      In diesem Moment wurde ich unsanft aus meinen Überlegungen geholt, als mich ein besonders heftiger Windstoß beinahe von den Füßen riss. Ich biss die Zähne zusammen und legte den Rest zum Stall im Laufschritt zurück. Drinnen wurde ich wie gewohnt von warmer Luft und vielstimmigem Gebrummel empfangen. Glücklich schloss ich die Augen und so den herrlichen Stallgeruch ein, der mir entgegenschlug. Bei all dem Stress in letzter Zeit war es einfach herrlich, mal wieder einen ganzen Morgen in aller frühe mit meinen geliebten Vierbeinern zu verbringen. Mein erster Weg führte mich heute zu meinen Vielseitigkeitschampions. Levistino drückte liebevoll sein weiches Maul in meine Hand und ich kraulte ihm seine Stirn und strich seinen langen weißen Schopf aus seinem Gesicht. Gleich darauf wechselte ich zu meinem Holsteinerhengst Fantastic Fly, der mich erst einmal ein paar Sekunden lang ignorierte. Dann hielt der schöne Fuchs es jedoch nicht länger aus und empfing mich mit einem leisen Brummeln. Auch das deutsche Reitpferd Pride and Prejudice ließ sich erst ein wenig betteln. Einige meiner Pferde waren extrem eigen und das zeigte sich eben, wenn ich einmal nicht so viel Zeit für sie hatte wie sonst immer. Nachdem ich auch mit meinen Hannoveranerhengsten Black Soul, Incendio und Branagorn gekuschelt hatte, waren meine Vollbluthengste an der Reihe. Da waren die englischen Vollblüter Ghostbuster, Pawaneeh, Tschiwabschischi und El Racino, der Achal Tekkiner Candle in the Wind, der Berber Amayyas, die Araber Khamar al Sanaa, Wüstentänzer und mein Nachwuchstalent Shamal. Sie alle bekamen eine extra Portion Streicheleinheiten und vor allem bei dem schönen Araberschimmel Khamar entschuldigte ich mich. Der Hengst war schon lange Zeit bei mir und hatte einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Weiter ging es mit den Andalusiern Negresco und Ojos Azules, den Barockpintos Slaters Secret und San Salvador, dem Lusitano Pierre, dem Traber Damon's Dynamo, den Saddlebreds GH's Safriko und Someone, dem Paso Fino Wannabe und den Isländern Fair Prince und Intolerable Life. Als ich gerade durch die dicke Mähne des Rappschecken fuhr, stieß mein Liebling bei den Ponys - Hollybrook's Cheeky Jot - ein entrüstetes Wiehern aus. Der schöne Hengst hasste es, ignoriert zu werden und anscheinend hatte ich mir für seinen Geschmack mit den anderen zu viel Zeit gelassen. Also wandte ich mich dem schönen Hengstchen zu und schlang ihm die Arme um den kräftigen Hals. Meine Mitarbeiter hatten wirklich ganze Arbeit geleistet, meine Pferde sahen wunderbar aus. Nach Cheeky war sein Sohn Hollybrook's Casanova an der Reihe, dann Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Zarin, BMs Caradoc, Orfino, Panta Rhei, der Neuzugang Roi du Soleil, Eddi's Dead Pop Romance und Daemon. Als nächstes wurde meinen Minis Aufmerksamkeit zuteil. Die Miniature Hengste Rumpelstielzchen und Darkwood's Storm Dancing Feather waren als erstes dran, dann ging es mit Juego und Hollywood Undead weiter. Nachdem ich auch meine Westernpferde Dissident Hawk, Golden Indian Summer, Dream of Wyoming und Cazador geknuddelt hatte, bekamen meine Schätze ihr Frühstück.
      Da ich bei den Hengsten mit den Westernstars aufgehört hatte, waren die Stuten unter ihnen nun als erstes an der Reihe. Ich besuchte die Criollos Chaira, Arriba und Girlie, dannach Apaches Tomahawk, American Baby, BB's Harmony, Your possible Pasts, My Golden Heart und The Morticains Daughter. Auch die Minis des Hofes, Miniature America's Narnia, Hollybrook's Tiny Girl, Mississle, Little Big Girl, Napayné und Kolibri bekamen ihre Streicheleinheiten. Die Traber Rainbow, Ehawee und Middle Ages interessierten sich herzlich wenig für mich, sondern eher für die Möhren, die ich ihnen zusteckte. Meine Saddlebred Stute Shekitt Quinn genoss die Aufmerksamkeit dafür umso mehr. Genauso wie Paradises Rafinesse, Mizzi, Ma Belle apasionada und die Isländer Fatimah und Dark Misery. Gleich im Anschluss daran ging ich weiter zu Cuchara, Benjilala, Salwa, Pangäa, Cirilla, Ivory, Sahiar, My lovely Horror Kid, Saddy, Haadeh, Sharley, Bittersweet, Little Miss Sunshine, Fallen Immortaliny, Adina De Ra'idah und Melody's Girl. Nun fehlten nur noch die Ponys, die Englischen Vollblüter und meine Militarypferde. Erstere waren gleich an der Reihe. Rosewell, Hollybrook's Fairy Bluebird, Magical Moment, Thousand Sunny, Aimiliani, Naboo, Isola della Pirateria, Fairylike Facility, Everybody's Darling, Golden Flair, Walk of Fame, Precious Scream, Dorina und Cinnemont's History freuten sich sichtlich über die Aufmerksamkeit. Vor allem Isola, Darling und Fame bekamen nicht so viele Streicheleinheiten, wenn ich nicht da war. Aber auch die Vollblüter, um die sich vor allem Meg heiß und innig kümmerte, freuten sich über meine Anwesenheit. Backup, Success Story xx mit ihrem Fohlen Successful Dream, Kagami el Assuad mit Kazumi Princess El Assuad an ihrer Seite, Pirate Island, Ace of Spades und Far Cry bekamen alle eine kurze Rückenmassage, bevor ich weiter zu meinen Warmblütern ging. Der Neuzugang Lamira war zuerst dran, dann folgte die Leitstute Samiyah, Mahira, Unannounced Pleasure, Reminiscent Inspiration, Angels Fall First, Wild Lady Roxanne und Glammy. Nachdem ich all meine Stuten gefüttert hatte, setzte ich mich bei Everybody's Darling in die Box und döste ein wenig neben dem Fuchsstütchen. Geweckt wurde ich vom spitzen Schrei meiner Freundin und Angestellten Meg, die mich als erstes entdeckt hatte. "Du kommst mitten in der Nacht zurück und hast dann nichts besseres zu tun als die Pferde zu füttern? Du hättest mich wecken können!", beschwerte sie sich. "Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es sich nicht mehr lohnt, ins Bett zu gehen. Außerdem musste ich doch meine Babys begrüßen! Und jetzt erzähl mir alles. Jedes Detail, ich muss alles wissen.", wies ich Meg grinsend an.
    • Sammy
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      April, April, der weiß nicht was er will
      30. April 2018
      Mit einem leichten Stirnrunzeln sah ich von den Unterlagen auf, die ich gerade durchging. Es war Frühling auf Hollybrook und dementsprechend gab es eine ganze Menge zu tun. Die Turniersaison begann, für die frischgebackenen Jährlinge musste ein Trainingsprogramm erstellt werden und natürlich erwarteten einige meiner Stuten auch dieses Jahr wieder ein Fohlen. Die letzten Tage war es brütend heiß gewesen, die Frühlingstemperaturen waren wohl an England vorbeigegangen. Wir hatten die Pferde angeweidet und sie tollten momentan alle auf ihren Koppeln herum, während meine Mitarbeiter die Stallarbeit erledigten. Für ernsthaftes Training war es an diesem Aprilnachmittag sowieso viel zu heiß. Gerade eben hatte mich jedoch ein bedrohliches Grollen aus meiner Konzentration gerissen und nach einem Blick aus dem großen Fenster sprang ich sofort auf. Der bisher wunderbar blaue und wolkenlose Himmel war nun stahlgrau, um nicht zu sagen schwarz. Wind kam auf und schon zuckten die ersten Blitze über den Himmel. Und ich hatte sage und schreibe 129 Pferde auf den Weiden stehen. Mit zwei großen Schritten war ich aus der Tür hinaus und eilte über den Hof zu den Stallungen, um meine Mitarbeiter zusammen zu trommeln. Im Stalltrakt der Stuten lief laute Musik, weshalb das drohende Unwetter bisher unbemerkt geblieben war. Ich schaltete den Lärm ab und beschleunigte alle. Immerhin hatte ich einige höchst nervöse Tiere auf dem Hof, die mit Gewitter überhaupt nichts anfangen konnten. Wir begannen mit meinen Englischen Vollblütern. Zuerst kamen Kagami el Assuad und Success Story xx in den Stall. Die beiden Pferdedamen waren vor einem halben Jahr von ihren Babys getrennt worden und gerade Kagami war seitdem nicht unbedingt einfacher geworden. Meg und ich führten sie in die Boxen und schlossen hastig die Türen. Patrick eilte währenddessen durch die gesamten Stallungen und schloss alle Türen zu den Außenboxen. Gleich nach uns folgten Pirate Island, Ace of Spades, Backup und Far Cry. Auch die vier Hengste Ghostbuster, Tschiwabschischi, El Racino und Pawaneeh waren blitzschnell von den Koppeln geholt. Als wir den Stall das nächste Mal verließen, um die anderen Vollblüter einzusammeln, mussten wir uns schon regelrecht gegen den Wind stemmen. Ich schnappte mir zuerst Amayyas, den stolzen Berberhengst. Der Roan ließ noch immer nur Brian und mich an sich heran und Brian war gerade mit dem Araberhengst Wüstentänzer zugange. Meg folgte mit Ivory, Patrick nahm Candle in the Wind, Donald führte Cirilla und Samuel Khamar al Sanaa. Gleich darauf waren Shamal, Pangäa, Sahira, My lovely Horror Kid, Saddy und Barakah al Sanaa dran. Letztere war erst vor einer Woche auf mein Gestüt zurückgekehrt und noch von den anderen Stuten separiert. Mit Horror, Sahira und Saddy hatten wir bereits ganz schöne Probleme und auch der junge Araberhengst Shamal spielte sich ziemlich auf. Ich atmete erleichtert auf, als ich die Tür hinter dem temperamentvollen Tier schloss und auch die anderen die Stricke vor die Boxen warfen. Haadeh und Little Miss Sunshine konnte man gemeinsam führen, sodass mit ihnen auch Bittersweet, Sharley, Adina De Ra'idah, Fallen Immortaliny und Melody's Girl in die sicheren Stallungen kamen. Damit waren sämtliche Vollblüter versorgt. "Und jetzt?", fragte Meg atemlos, als sie die Tür hinter Melody schloss. "Die Vielseitigkeitspferde. Gleich danach die Traber und die Jungpferde bzw. Fohlen. Die Ponies kommen zum Schluss, weil wir die noch am besten händeln können.", gab ich meine Anweisungen wie aus der Pistole geschossen. Wir hatten gerade Lamira, Incendio, Mahira, Samiyah, Levistino, Branagorn, Black Soul, Unannounced Pleasure, Reminiscent Inspiration, Angels Fall First, Fantastic Fly, Wild Lady Roxanne, Pride & Prejudice und Glammy im Stall, als der Regen einsetzte. Ich fluchte reichlich undamenhaft vor mich hin uns sprintete los, um meinen Traberhengst Damon's Dynamo von der Koppel zu holen. Der sonst so sanftmütige Hengst hasste Regen und galoppierte bereits mit geblähten Nüstern und angelegten Ohren am Zaun seiner Koppel entlang. Ich hatte dennoch keine Mühe ihn einzufangen, glücklicherweise besaß Dynamo wirklich ausgezeichnete Manieren. Dennoch war ich sehr erleichtert als er, Ehawee, Rainbow, Middle Ages, GH's Safriko, Someone, Paradises Rafinesse, Mizzi, Shekitt Quinn, Ma Belle apasionada und Wannabe im Stall standen. Wie angekündigt folgten nun die Jungpferde Devil in Prada, Shawnée, Siberia, GE's Ljósfari, Grace's Cookie 'n Cream, PFS' Beck's Litte Diva, Ala' Forza, PFS' Glenn's Cookie, Porcelain Doll, PFS' Isis, PFS' Arctic Alinghi, PFS' Daydream of Money, Kazumi Princess El Assuad, Successful Dream und Picturesque Diova. Diova hatte ich zusammen mit Barakah von Canyon übernommen und freute mich schon sehr auf die Arbeit mit der jungen Stute. Princess lief mir vor lauter Aufregung fast in die Hacken. Dies war das erste richtige Gewitter, dass die junge Stute ohne ihre Mutter durchleben musste. Dreamy spielte dagegen völlig verrückt. Die junge Stute stieg auf die Hinterbeine und sprang im Kreis um Brian herum. Ich führte Princess schneller, um Dreamy zu überholen und hoffte darauf, dass die braune Stute ihrer Freundin folgen würde. Glücklicherweise war dies der Fall, auch wenn Dream dabei Brian hinter sich zurückließ und plötzlich neben mir bei Princess in der Box stand. Ich beschloss die beiden während des Gewitters zusammen stehen zu lassen, Dream hätte mich sonst wahrscheinlich sowieso gefressen. Immer schneller zuckten die Blitze nun über den Himmel, als wir die Andalusier Negresco, Cuchara und Ojos Azules, die Lusitanos Salwa und Pierre und die Barockpintos Slaters Secret, Benjilala und San Salvador vor dem Sturm retteten. Von den übrigen Pferden erschallte nervöses Gewieher und ich musste mich sehr zusammenreißen, um nicht in Panik zu verfallen. Der Regen schlug uns hart ins Gesicht, während wir begannen, die Ponies herein zu holen. Da waren der klatschnasse Hollybrook's Cheeky Jot, Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Zarin, Orfino, Blue Moon's Caradoc, Panta Rhei und Rosewell, Hollybrook's Fairy Bluebird, Magical Moment, Thousand Sunny, Aimiliani, Naboo, Isola della Pirateria, Fairylike Facility, Everybody's Darling, Golden Flair, Walk of Fame, Precious Scream, Eddi's Dead Pop Romance, Daemon, Dorina, Cinnemont's History, Dark Misery, Fair Prince, Intolerable Life, Fatimah und die Minis Rumpelstielzchen, Darkwood's Storm Dancing Feather, Miniature America's Narnia, Hollybrook's Tiny Girl, Juego, Mississle, Little Big Girl, Hollywood Undead, Napayné, Kolibri und Roi du Soleil. Fehlten nur noch die Westernpferde. Als wir dieses Mal den Weg zu den Koppeln gingen, begann es zu hageln. Ich zog den Kopf ein und legte noch einmal einen Zahn zu. Meg, Brian, Samuel und ich kümmerten uns um Arriba, Chaira, The Morticains Daughter, My Golden Heart, Your possible Pasts, BB's Harmony, American Baby, Girlie und Apaches Tomahawk. Die anderen holten Cazador, Dream of Wyoming, Golden Indian Summer und Dissident Hawk hinein. Völlig erledigt ließ ich mich auf den Boden vor Golden's Box sinken und atmete erst einmal tief durch. Die Pferde waren nervös und ein Großteil von ihnen klatschnass, aber immerhin waren wir nun alle geschützt vor diesem ekelhaften Unwetter. Der Donner grollte pausenlos und durch die Stallfenster sah man alle paar Sekunden Blitze aufleuchten. Ich teilte jedem ein Stallende zu und wir begannen damit, die Pferde trocken zu reiben. Die Westernpferde hatte es am Schlimmsten erwischt, Harmony und Daughter stellte ich als erstes unters Rotlicht, nachdem ich ihnen mit einem Schweißmesser das gröbste Wasser aus dem Fell geholt hatte. So arbeiteten wir uns schweigend durch den Stall, beruhigten die Pferde und auch selbst und warteten, bis das Gewitter vorbei war. Der ganze Spuck dauerte nicht einmal zwei Stunden, dann wurde der Himmel wieder hell und eine knappe Stunde später war auch die drückende Hitze wieder da. Nach einem kurzen Blick in den Wetterbericht entschied ich dennoch, die Pferde für heute nur noch auf die Paddocks hinaus zu lassen. Eine Wahnsinnsaktion pro Tag reichte mir vollkommen.
    • Sammy
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      Bunte Blätter, Nieselregen und schwerwiegende Entscheidungen
      21. Oktober 2018
      Fröstelnd zog ich den Reißverschluss meiner Softshelljacke höher und zog die Kapuze tiefer ins Gesicht. Der Herbst hatte mit voller Wucht Einzug auf Hollybrook Stud gehalten. Innerhalb kürzester Zeit hatten sich die Blätter der Bäume orange, rot und gelb gefärbt und regneten in Scharen zu Boden. Während es tagsüber meist noch angenehm warm war, erreichte es nachts schon Minusgrade. Fünf Uhr morgens war praktisch nachts, also fror ich erbärmlich. Erleichtert schlüpfte ich in die behaglich warmen Stallungen und vernahm sofort das beruhigende Rascheln der Pferde im Stroh. In ein paar Minuten würden meine Angestellten mit dem Training der Vollblüter beginnen, danach folgte die Morgenfütterung. Ich aber hatte heute ein paar wichtige Dinge zu entscheiden und so verzog ich mich gleich in mein Büro und schloss die Tür hinter mir. Die Zucht lief nicht wie geplant. Gerade nach den selteneren Rassen bestand kaum Nachfrage, dafür kostete der Unterhalt von knappen 150 Pferde eine ganze Menge. In letzter Zeit hatte ich auch nicht mehr das Gefühl, meinen Lieblingen unter den Pferden gerecht werden zu können. Hatte ich mich früher ausschließlich selbst um das Training der Fohlen und Jungpferde gekümmert, so musste ich nun schon allen wegen des ganzen Verwaltungsaufwands immer mehr darauf verzichten. So konnte es nicht weitergehen. Also hatte ich schweren Herzens beschlossen, meine Zucht rein und allein auf die englischen Vollblüter und meine Vielseitigkeitspferde zu beschränken. Alle anderen mussten gehen. Ein paar Pferde hatten sich auch definitiv ihren Ruhestand verdient und ich hatte schon ein wunderschönes Gehöft in zweistündiger Entfernung ausgemacht. Dort wurde armen und benachteiligten Kindern der Umgang mit Pferden ermöglicht. Sie durften die Tiere putzen, mit ihnen spazieren gehen und teilweise auf ihnen reiten. Das war genau das richtige, für einige meiner Lieblinge.
      Seufzend zog ich die Listen mit den Namen meiner Pferde aus der Schublade. Leicht wurde dieses Unterfangen dennoch nicht, ich hing an allen meinen Schützlingen.
      Definitiv verkaufen wollte ich Hollybrook's Barakah al Sanaa, Bittersweet, Wüstentänzer, Far Cry, Candle in the Wind & Ivory, Pierre und Salwa, Someone & Mizzi, Dream of Wyoming, American Baby & BBs Harmony, Daemon, Dorina und Eddi's Dead Pop Romance, Kolibri, Hollybrook's Tiny Girl, Precious Scream, BMs Caradoc, Hollybrooks Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Zarin, Hollybrook's Fairy Bluebird und Hollybrook's Casanova. Gerade bei Letzterem zeriss es mir beinahe das Herz, so sehr liebte ich den jungen Hengst. Allerdings konnte ich es mir nur erlauben einen New Forest Hengst zu behalten und das war unstreitig Hollybrook's Cheeky Jot, das erste Fohlen der Hollybrook Zucht. Niemals könnte ich mich von ihm trennen. Außerdem hoffte ich für Casanova und all die anderen Käufer zu finden, die die Tiere gut förderten und ihnen ein schönes Zuhause schenkten. Auch bei Wüstentänzer fiel mir die Entscheidung alles andere als leicht. Jedoch hatte ich mit Khamar al Sanaa und Shamal zwei Araberhengste die weitaus besser zu meinen künftigen Plänen passten. Rosewell und Panta Rhei würde ich Eddi anbieten, immerhin hatte ich die beiden damals im Fohlenalter von ihr übernommen und großgezogen.
      Dann gab es in den letzten Jahren leider auch einige Verluste zu beklagen. Meine wunderschöne Berberstute Cirilla hatte sich beim Toben eine Sehne gerissen, die nie mehr richtig verheilt war. Auch die Fohlen Ala Forza und Shawnée würden niemals in einer Zucht mitwirken können. Apaches Tomahawk und Girlie hatten sich den Ruhestand dagegen redlich verdient. Mississle war nach einem Kutschunfall nicht mehr dieselbe. Sie kam nicht mehr mit dem Trubel auf dem großen Gestüt zurecht und obwohl ich so viele Hoffnungen in die süße Stute gesetzt hatte, würde ich sie gehen lassen. Selbes galt für Chaira, Cazador, Napayné, Wannabe, Juego und Little Big Girl. Sie hatten alle tolle Arbeit geleistet und sich ein wenig Entspannung mehr als verdient. Meine Traberstute Middle Ages war während eines Rennens gestürzt und hatte sich das Röhrbein gebrochen. Ich hatte gehofft, dass sie sich nach einer ausgiebigen Ruhepause so weit erholen würde, um Mutter werden zu können, doch der Tierarzt hatte mir davon abgeraten. Das Gewicht eines Fohlenbauches wäre zu viel für das Bein. Bei Shekitt Quinn, GH's Safriko, Paradises Rafinesse und Ma Belle apasionada war ich mir noch nicht sicher, was ich tun sollte. Sie passten nicht mehr auf den Hof, aber ich hing doch sehr an jedem von ihnen. Gerade Belle hatte ich ja noch gar nicht so lange in meinem Besitz. Hollywood Undead, Orfino, Dark Misery, Fair Prince, Sahira, Hadeeh, Slaters Secret, Little Miss Sunshine, Sharley, Golden Flair, Walk of Fame und Melody's Girl lag der Umzug ebenfalls am Alter. Der Mix San Salvador machte mir zur Zeit Sorgen. Er hatte hohes Fieber und stand mittlerweile sogar in Quarantäne. Der Tierarzt machte mir nicht allzu viele Hoffnungen. Und falls sich der junge Hengst erholte, würde er wohl nicht mehr im Sport mitmischen können. Mein Flaschenfohlen Everybody's Darling litt an der gleichen Krankheit wie Salvador, nur dass es ihr noch wesentlich schlechter ging. Bei ihr rechnete ich schon nicht mehr damit, dass sie sich noch erhohlen würde. Fallen Immortaliny und Adina De Ra'idah waren für das hektische Gestütsleben einfach nicht gemacht. Sie waren unzufrieden und sollten deshalb in ein ruhigeres Heim umziehen. Ich macht Haken und Kreuze, schrieb neue Listen, teils mit, teils ohne Fragezeichen dahinter. Schließlich war ich soweit, dass ich nur noch die Pferde auf einer Liste hatte, die definitiv bleiben sollten.
      Inzwischen war die Morgenfütterung vorbei und ich trat hinaus auf die Stallgasse, um alles über das Training der Vollblüter zu erfahren. Pawaneeh, Ghostbuster, Tschiwabschischi und El Racino waren heute ein Trainingsrennen gegeneinander gelaufen, was anscheinend auch hervorragend geklappt hatte. Es überraschte mich nicht, dass der ehrgeizige Racino als Sieger daraus hervorgegangen war. Für Pirate Island, Ace of Spades und Backup hatte heute nur leichtes Galopptraining stattgefunden, während Kagami El Assuad und Success Story xx alles hatten geben dürfen. Die Fohlen der beiden waren mittlerweile fast zwei Jahre alt und bereiteten mir täglich mehr Freude. Kagami und Story waren wieder ganz die Alten und gaben auf der Bahn alles. Auch wenn sie eigentlich nicht mehr aktiv im Galopprennsport liefen, brauchten sie das schnelle Training auf der Bahn ab und an einfach. "Sammy! Kagami war der absolute Wahnsinn!", rief Meg mit strahlenden Augen. Ihr Herz schlug vor allem für das Rennreiten und sie war völlig aus dem Häuschen gewesen, als ich sie schließlich auf die äußerst talentierte aber auch besonders schwierige Kagami gesetzt hatte. Ich grinste und zeigte ihr den erhobenen Daumen. "Bereit für die Vielseitigkeitsstars? Donald nimmt wie üblich Fantastic Fly und Brian Black Soul. Für die beiden steht heute Dressurarbeit auf dem Programm. Lasst euch nicht veralbern, die haben das Dressurtraining dringend nötig. Samuel nimmt Levistino und Meg Angels Fall First. Mit den beiden geht es heute mal wieder ins Gelände. Zieht euch warm an und wärmt die zwei gut auf, es ist verdammt kalt heute." gab ich meine Anweisungen. "Oh und Patrick? Du schließt dich mit Branagorn an. Du bist so weit und Branagorn passt auf dich auf.", sagte ich zu dem unerfahrensten Reiter in meinem Team. Der konnte sein Glück kaum fassen. Ich selbst schnappte mir die Cremellostute Samiyah und machte sie fürs Springen fertig. Sami war eine echte Diva, aber eine Sportskanone sonder gleichen. Ich packte mich dick ein und warf der Stute eine Fleecedecke über den glänzenden Rücken, bevor wir uns zum Springplatz aufmachten. Der leichte Nieselregen störte Samiyah zwar, doch da musste sie durch. Ich hatte gestern bereits mit meinem deutschen Reitpferd Pride & Prejudice trainiert, weshalb der Parcours noch aufgebaut war. Der schöne Schecke hatte seine Sache wirklich gut gemacht und ich erwartete von Samiyah dasselbe. Ich ritt die Stute im Schritt am langen Zügel um den Platz und ignorierte den schlagenden Schweif und die zeitweise angelegten Ohren. Sami war eine ausgemachte Zicke, wenn ihr etwas nicht passte und dieses Gehabe hatte uns bei schlechtem Wetter schon den ein oder anderen Turniersieg gekostet. Ich ignorierte es und wärmte Samiyah in aller Seelenruhe auf. Beim Angaloppieren buckelte die Stute, doch darauf war ich schon gefasst gewesen und saß tief im Sattel ein. Als ich das Tierchen endlich auf den ersten Sprung zusteuerte musste Sami sich konzentrieren. Immerhin sprangen wir hier einen Parcours auf S-Niveau. Das Gezicke wurde weniger und ich hatte endlich mein arbeitswilliges Stütchen unter mir. Sami flog über die Sprünge des Parcours, als wären sie überhaupt nicht vorhanden und riss bis auf die letzte Stange kein Hindernis. Ich klopfte ihr den feuchten Hals, sprang aus dem Sattel und führte sie zum Stall. Der Regen war stärker geworden, so würde Samiyah sowieso nicht trocken werden. Im Stall angekommen, befreite ich sie von Sattel und Zaumzeug, legte ihr ihre Abschwitzdecke auf und führte sie die Stallgasse auf und ab, damit sie abkühlte. Dann brachte ich sie in die Box zurück. Zwischenzeitlich standen auch Fantastic Fly und Black Soul wieder in ihren Boxen. Für Mahira, Unannounced Pleasure und Reminiscent Inspiration - die drei Jungspunde bei den Warmblütern - stand heute ebenfalls Dressurtraining an. Brian übernahm Pleasure, Donald Inspiration und ich selbst holte die Scheckstute Mahira aus ihrer Box. Meg und Samuel sollten später Glammy und Wild Lady Roxanne longieren und damit waren wir mit den Vielseitigkeitspferden dann auch schon durch.
      Nur neun Hengste gemischter Rassen sollten endgültig auf Hollybrook bleiben. Darunter war natürlich mein gliebter Traberhengst Damon's Dynamo. Er war gestern erster bei einem Gangturnier geworden und hatte sich daher heute einen freien Tag verdient. Mit den beiden Andalusiern Negresco und Ojos Azules arbeiteten Brian und ich zu Zeit an einem Pas de deux. Ich hatte vor in naher Zukunft beim Fohlenverkauf und auch auf Turnieren eine kleine Show aufzuziehen, wobei die beiden Hengste eine große Rolle spielten. Ich liebte meine Spanier und könnte mich niemals von ihnen trennen. Dann waren da noch die beiden Westernhengste Golden Indian Summer und Dissident Hawk. Bei ihnen hatte ich sehr lange überlegt, ob ich sie nicht in eine gute Zucht geben sollte, aber da ich auch zwei Paint Horse Stuten behalten würde und einfach an den beiden hing, durften sie bleiben. Auch der Berberhengst Amayyas hatte seinen festen Platz auf meinem Hof gefunden. Der Red Roan war immer noch schwer zu händeln und ließ außer Brian und mir keinen auf seinen Rücken. Er hatte allerdings so unglaublich viel Charakter, dass die Arbeit mit ihm viel Freude machte. Auch er sollte irgendwann in der Hengstparade mitlaufen, genau wie die beiden Araber Khamar al Sanaa und Shamal. Der Schimmel Khamar gehörte schon so lange zum festen Bestandteil des Hofes, dass all meine Mitarbeiter ihn abgöttisch liebten. Er war zwar auch temperamentvoll, aber wunderbar feinfühlig zu reiten. Bei Shamal musste man sich noch etwas mehr durchsetzen, doch der Hengst war trotz seiner ganzen Erfolge ja auch noch immer ein Jungspund. Zuletzt blieb mein Isländerhengst Intolerable Life. Bei ihm hatte ich lange überlegen müssen, ob ich ihn und seine Zwillingsschwester Fatimah behalten sollte. Allerdings waren die Zwillinge für mich etwas so Besonderes, dass ich mich nicht von ihnen trennen konnte. Sie waren die ersten Fohlen meines allerersten Zuchtpferdes. Zuletzt ging ich bei Hollybrook's Cheeky Jot vorbei. Der New Foresthengst hatte heute ebenfalls seinen freien Tag, bekam aber wie üblich seine Schmuseeinheit von mir.
      Als nächstes waren die verbliebenen Stuten an der Reihe. Donald, Samuel, Brian, Patrick und Meg kümmerten sich um die Westernpferde Arriba, My Golden Heart, The Morticains Daugther und Your possible Pasts. Da der Regen nachgelassen hatte, würden sie einen schönen ausgiebigen Ausritt mit den vier Stuten machen. Ich dagegen kümmerte mich in dieser Zeit um das Dressurtraining der Berberstute Pangäa, der Andalusierdame Cuchara und der Barockpintostute Benjilala. Die Dressurchracks liebten das Training und grade Cuchara war der unangefochtene Star im Stall. Als ich mit dem Training der drei Stuten fertig war, kamen auch die Westerndamen wieder auf den Hof zurück. Ich nahm Samuel und Brian Heart und Daugther ab und übergab ihnen dafür die Traberstuten Ehawee und Rainbow. Auch für sie stand ein schön langer Ausritt auf dem Programm. Nach kurzem Überlegen schickte ich Donald und Meg auf den Araberstuten Saddy und My lovely Horror Kid hinterher. Patrick wirkte etwas enttäuscht, aber keine der Stuten war ruhig genug, um sie mit ihm ins Gelände zu schicken. Ich winkte ihn heran. Die sechs verbliebenen New Forest Stuten Magical Moment, Aimiliani, Isola della Pirateria, Thousand Sunny, Naboo und Fairylike Facility sowie die Isländerstute Fatimah durften heute ein bisschen in der Halle laufen. Immer zu zweit, bzw Aimi, Magic und Fatimah zu dritt. Magic, Aimi und Sunny bildeten einen Teil meines Feenpferdchen-Programms mit ihren langen, wallenden Mähnen. Sie würden zusammen mit Fairy und Fatimah auch für Ausritte potentieller Gäste zur Verfügung stehen. Ich ging nun mit der Ministute Miniature America's Narnia ein wenig in den Round Pen, während Patrick Rumpelstielzchen und Darkwood's Storm Dancing Feather frei laufen ließ. Die Minihengste hatten schon einige Erfolge für sich verbuchen können und ich hoffte, bald schon die ersten Fohlen von ihnen auf dem Hof begrüßen zu dürfen.
      Nun fehlten nur noch die Pferde in den Nebenstallungen, also die, die noch nicht gekört waren. Ich setzte Patrick auf den dressurbegabten Welsh D Hengst Roi du Soleil, während ich selbst den Hannoveraner Incendio sattelte. Beide waren von ihrem Trainingsstand her bald soweit, eine Körung zu bestreiten. Die Hannoveranerstuten Lamira und Cassidy brauchten dagegen noch ein wenig. Mit ihnen gingen wir heute eine Runde um das Gestüt spazieren, was bei dem Herbstwetter, wo alles raschelte und zappelte, eine ganz schöne Herausforderung war. Sowohl Lamira als auch Cass waren nämlich nicht unbedingt nervenstark. Als wir die Stuten gerade wieder in ihre Boxen brachten, kamen die ziemlich durchgefrorenen Geländereiter wieder zurück. "Bitte, bitte schick uns nicht gleich wieder raus. Ich brauch nen Tee!", sagte Samuel bibbernd und rutschte aus dem Sattel seiner Stute. Im Gegensatz zu meinen Mitarbeitern machten die Stuten einen recht munteren Eindruck. Gerade Horror Kid sah überhaupt nicht aus, als hätte sie sich anstrengen müssen. "Keine Sorge, wir sind schon durch. Fehlen nur noch die Babys. Aber versorgt ihr erstmal eure Pferde und wärmt euch auf. Patrick und ich nehmen solange Prada und Ljósfari mit.", beruhigte ich sie grinsend. Gesagt getan. Patrick holte die Criollostute, die mit vollem Namen PFS' Devil in Prada hieß und ich übernahm den Isländerhengst GE's Ljósfari. Die beiden wurden zur Zeit schonend eingeritten, doch heute stand nur ein kleiner Spaziergang an. Im Gegensatz zu den Hannoveranerdamen blieben die beiden aber vollkommen ruhig. Grade Prada war ein absoluter Fels in der Brandung und ich freute mich schon, sie und Arriba auf schöne lange Ausritte mit Gästen des Gestüts zu schicken.
      Die Ministute Porcelain Doll hatte heute frei, da sie gerade eingefahren wurde und gestern gewaltige Fortschritte gemacht hatte. Genauso verhielt es sich mit der Welsh B Stute Siberia und dem Paint Horse Grace's Cookie 'n Cream. Nun blieben nur noch die "Fohlen" übrig. Das waren die fast dreijährigen PFS' Daydream of Money, PFS' Arctic Alinghi und PFS' Glenn's Cookie und die fast zweijährigen Picturesque Diova, Kazumi Princess el Assuad, Successful Dream, PFS' Isis und PFS' Beck's Little Diva. Für Princess und Dream würde es bald ernst werden, da sie in die Fußstapfen ihrer Mütter treten und auf der Rennbahn großes vollbringen sollten. Die anderen hingegen hatten noch eine Weile Ruhe, da ich meine Pferde erst vierjährig einritt. Dafür standen Schrecktrainings, Spaziergänge und Gehorsamkeitsübungen an. Als alle Pferde wieder gut versorgt in ihren Boxen standen, eröffnete ich meinen Mitarbeitern meine Pläne. Die Reitponystute Cinnemont's History war sogar vor einigen Tagen schon zu Occulta umgezogen, was viele überrascht hatte. Normalerweise trennte ich mich so gut wie nie von meinen Pferden, da kam dieser Rundumschlag doch sehr überraschend. Wie erwartet wurde viel Protest laut, Meg fragte sogar, ob sie die Araberstute Melody's Girl nicht kaufen konnte. Doch ich schüttelte den Kopf. Melody war krank und Meg hatte nicht das Geld, um sie ordentlich zu versorgen und hätte ich es, hätte ich die schöne braune Stute behalten. Die anderen sahen abwechselnd zwischen Meg und mir hin und her. Wir hatten uns noch nie gestritten und waren selten nicht einer Meinung gewesen. Dies war das erste Mal, dass Meg zu spüren bekam, dass der Hof mir gehörte und nicht ihr. "Meg, glaub mir, das fällt mir auch nicht leicht. Aber ich habe alles durchgerechnet und so geht es nicht weiter", setzte ich an, doch Meg drehte sich einfach um und ging. Die anderen sahen ihr bestürzt hinterher. "Die kriegt sich schon wieder ein. Mach dir keinen Kopf Sammy. Wir verstehen das alle.", sagte Samuel leise. Dennoch blieb ein bitterer Nachgeschmack.
    • Sammy
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      Dressurstar & Windgeist
      19. April 2019
      "Mensch, wenn die alle gehen, wird es hier ja richtig leer.", sagte Samuel mit leisem Bedauern in der Stimme. Ich nickte mit einem Klos im Hals. Aber ich hatte mich entschieden. 42 Pferde wurden zum Verkauf angeboten, außerdem war meine Araberstute Fallen Immortaliny bereits für Occulta reserviert. Zunächst war ich mir nicht sicher, ob ich mich von der hübschen Schimmelstute trennen konnte, doch Occulta hatte mir ein unschlagbares Angebot gemacht und so würde das Stütchen demnächst in einen anderen Teil Englands umsiedeln.
      Auch Mississle, Rosewell, Panta Rhei, Napayné und Apaches Tomahawk hatten bereits einen Platz gefunden. Sie würden zu Eddi zurückkehren. Es tat mir sehr Leid, dass ich die Pferde, die mir meine Freundin anvertraut hatte, nicht behalten konnte, doch es war einfach höchste Zeit für einen Umbruch.
      Für Hollybrook's Barakah al Sanaa, Candle in the Wind, Girlie, Hollybrook's Tiny Girl, Hollybrook's Fairy Bluebird, Hollybrook's Zarin, Cirilla, Middle Ages, Ivory, Wannabe, Pangäa, Chaira, Far Cry, Glammy, Eddi's Dead Pop Romance, Dream of Wyoming, BB's Harmony, Wüstentänzer, Juego, American Baby, Hollywood Undead, Kolibri, Daemon, Dorina, Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, BMs Caradoc, Someone, Black Soul, Mizzi, Pierre, Salwa, Little Miss Sunshine, Bittersweet, Sharley, Golden Flair, Precious Scream und Adina De Ra'idah hatte ich bereits Inserate geschaltet und auch schon einige Angebote bekommen.
      Bei Branagorn, Ghostbuster, Tschiwabschischi, Naboo, Rainbow und Ehawee war ich mir noch nicht sicher, ob ich sie verkaufen oder behalten wollte. Gerade Naboo war aufgrund ihres Charakters nicht einfach zu vermitteln, passte aber eigentlich auch nicht mehr auf das Gestüt. Das hatte nun nämlich eine klare Linie. Mein Hauptaugenmerk lag darauf, ausgezeichnete Deutsche Sportpferde für die Vielseitigkeit und Englische Vollblüter für Galopprennen und Vielseitigkeit zu züchten. Daneben wollte ich eine eigene Gestüts-Show aufziehen, zu der auch eine aufwändige Hengstparade gehörte. Diese Pferde würde ich zum großen Teil auch für Filmprojekte zur Verfügung stellen. Sie sollten den Bekanntheitsgrad des Gestüts erhöhen. Dann gab es natürlich noch meine Feenpferdchen, die Minis auf dem Hof. Von ihnen hatte ich mich auch nach langem Überlegen nicht trennen können und sie somit kurzerhand in der Show eingeplant. Blieben zu guter Letzt nur noch die Ranchpferde, soll heißen meine Westernstars. Auch bei ihnen hatte ich lange hin und her überlegt, ob ich sie weggeben oder behalten sollte. Schließlich hatte ich mich dafür entschieden, geführte Ausritte für geübte Reiter anzubieten. Außerdem hatte ich ja Donald, der sich liebend gerne um die Turnierteilnahmen der sieben Pferde kümmern wollte. Mit dieser Umstrukturierung würde hoffentlich wieder mehr Geld in die Kassen fließen, denn ich wollte einige Umbauten am Gestüt vornehmen. Weiterhin hatte ich die Hoffnung, selbst wieder etwas freier atmen zu können. In den letzten Jahren hatte sich alles nur noch um Geld, Training und Turniere gedreht. Ich war jeden Tag auf unzähligen Pferden gesessen und hatte mich überhaupt nicht mehr richtig mit meinen Lieblingen beschäftigen können. Das Reiten war zum Job geworden, zur Verpflichtung, die nunmal erfüllt werden musste. Davon wollte ich wieder wegkommen, daher die drastischen Maßnahmen.
      Ana, meine neuste Trainingsreiterin gesellte sich zu uns und legte mir den Arm um die Schultern. "Manchmal sind Veränderungen nötig. Wer das nicht sieht, hat in diesem Geschäft nichts verloren. Du hast das gründlich durchdacht, also ist es auch das richtige.", sagte sie tröstend und ich lächelte sie an.
      Ana war als Ersatz für Meg hier und auch wenn sie ihren Platz nie ausfüllen konnte, hatte ich die junge Frau ins Herz geschlossen. Sie ging toll mit den Pferden um und war der Sonnenschein des Gestüts. Außerdem hatte ich mit ihr endlich wieder eine Frau auf dem Hof. Nichts gegen meine Jungs, aber es war halt doch nicht dasselbe. "Komm, ich stelle dir endlich alle vor!" Eigentlich unternahm ich diesen Rundgang mit meinen neuen Angestellten gleich am ersten Tag, doch da hier gerade alles im Umbruch war und Ana mir sowieso mit meinen beiden Nachwuchsstars Successful Dream und Kazumi Princess El Assuad geholfen hatte, waren wir noch nicht dazu gekommen. Das wollten wir nun jedoch nachholen. Zunächst machten wir einen Abstecher zur Mini-Weide. Hier standen der Überrest meiner ehemaligen New Forest Pony Zucht und natürlich meine American Miniature Horses. Magical Moment kam sofort an den Zaun, dicht gefolgt von Aimiliani und Thousand Sunny. Meine drei Mähnenwunder ließen sich ausgiebig kraulen und Magic giftete Sunny an, als diese sie wegschieben wollte. Die drei Stuten wirkten in der Dressurquadrille mit und Aimiliani war sogar schon einmal bei einem Filmdreh dabei gewesen. Ich pfiff leise durch die Zähne und die beiden anderen New Forest Damen Fairylike Facility und Isola della Pirateria kamen ebenfalls zu uns. Facility war eine echte Lebensversicherung unter dem Sattel, war aber eher für spritzige Ritte durchs Gelände und spannende Springparcours geschaffen, als für eine ausdrucksstarke Dressurkür. Daher übten wir mit ihr eine Stuntnummer ein. Isola dagegen war schon immer mein Problemkind gewesen und seit sich Darling die Hüfte gebrochen hatte und eingeschläfert werden musste, war die Rappstute nur noch schwieriger. Ich strich ihr behutsam den schwarzen Schopf aus der Stirn und streichelte ihr samtenes Maul. Als Ana ebenfalls die Hand ausstreckte, hielt ich sie zurück. "Bei Isola musst du aufpassen. Sie lässt sich fast ausschließlich von mir anfassen und braucht viel Zeit, um einen Menschen zu akzeptieren. Sie hat schon sehr viel mitgemacht, daher gebe ich ihr diese Zeit.", erklärte ich der jungen Frau. Ana nickte und bat um die Erlaubnis, sich ab und an mit Isola beschäftigen zu dürfen. Freudig willigte ich ein. Es wäre toll, wenn Isola eine zweite Bezugsperson finden würde. Nun schenkten wir unsere Aufmerksamkeit den Minis. Prämiert war hier nur Miniature America's Narnia, meine wunderschöne Silver Dapple Stute. Doch auch Porcelain Doll, das eitle Scheckstütchen sollte bald ihren Stutbuchwettbewerb bestreiten. Da die junge Stute unglaubliches Talent besaß, sah ich dem Ereignis zuversichtlich entgegen. Schließlich gab es da noch meine Halbstarken, die ebenfalls mit den Ponys auf der Weide standen.
      Das waren die Welsh D Stute PFS' Daydream of Money, das Paint Horse Grace's Cookie 'n Cream, das deutsche Sportpferd Picturesque Diova, die Minis PFS' Glenn's Cookie und PFS' Beck's Little Diva und nicht zu vergessen natürlich mein kleiner Liebling PFS' Isis. Wobei keines der Jungpferde mehr wirklich klein war. Sie alle waren ausgewachsen und sollten demnächst eingeritten werden. Bis auf Diova waren sie alle absolute Liebhaberpferde, die irgendwann bei der Gestütsshow mitwirken sollten. Besonders auf Isis war ich sehr gespannt, da die kleine Stute sich einfach prächtig entwickelte.
      Wir schlenderten über den Hof und gelangten schließlich zur großen Hengstkoppel. Hier standen alle Hengste, die verträglich waren. Meine Raufbolde hatten dagegen ihre eigenen, kleinen Koppeln. Wieder zeigte ich zuerst auf die Miniature Pferde. Hier stand auch der letzte Jungspund, PFS' Arctic Alinghi. Der winzige Tigerschecke stolzierte stolz hinter seinem alten Kumpel Rumpelstielzchen her und zwickte spielerisch nach dem älteren Hengst. Darkwood's Storm Dancing Feather, mein dritter Minihengst, hatte seine eigene Koppel, da der kleine Mann extrem hengstig war und sogar auf die ganz Großen losgehen wollte. Dafür kam nun mein geliebter Isländer GE's Ljósfari an den Zaun. Mein Lichtbringer. Der Ponyhengst gehörte mir nun schon eine ganze Weile und hatte mich mit seinem Charme völlig in seinen Bann gezogen. Auch wenn ich meine anderen Isis, inklusive den Zwillingen Intolerable Life und Fatimah hergegeben hatte, von Ljósfari würde ich mich niemals trennen können. Der Fünfgänger war mit seinen spektakulären Gängen aber auch ein wichtiger Punkt der Show, weshalb ich mich gar nicht groß rechtfertigen musste. Auf dieser Koppel standen auch meine beiden Westernhengste Dissident Hawk und Golden Indian Summer. Die beiden waren Donalds erklärte Lieblinge, was ich Ana schnell erklärte, als ich ihren verliebten Blick auf Hawk ruhen sah. "Westernreiten ist eh nicht so mein Ding. Da fühle ich mich auf der Rennbahn doch wesentlich wohler.", lachte die junge Frau. Ich ließ den Blick über meine wundervollen Hengste schweifen und zeigte schließlich auf Damon's Dynamo. Der Hengst sah auf, spitzte die feinen Ohren und kam mit federnden Schritten auf uns zugetrabt. "Oh, ist der aber schön!", hauchte Ana, als Dynamo sein weiches Maul in ihrer Hand vergrub. "Das ist er. Und ein absoluter Schatz. Dynamo ist zur Zeit unser Schleifensammler. Er räumt einfach alles ab.", sagte ich stolz, während ich den muskulösen Hals des Hengstes streichelte. Ich wimmelte Dynamo ab und zeigte auf meine beiden Spanier. Die Andalusierhengste Negresco und Ojos Azules. Die beiden waren seit Negresco's Ankunft hier unzertrennlich und wir übten gerade ein schwieriges Pas de deux mit ihnen ein, da sie beide absolute Dressurtalente waren. Zu den Dressurkünstlern zählte auch der Welsh D Hengst Roi du Soleil. Ausgebildet war er für die Vielseitigkeit, doch sein Talent lag ganz eindeutig in der Dressur, weshalb ich den Schwerpunkt der Ausbildung auf diese Disziplin gelegt hatte. Ich strich Negresco ein letztes Mal über die Stirn und wandte mich dann Hengstkoppel Nummer zwei zu.
      Hier standen zunächst einmal der englische Vollbluthengst Pawaneeh. Der schöne und talentierte Schimmel war Papa meiner über alles geliebten Kazumi Princess El Assuad. Da Ana diese im Training und auch bei dem bald anstehenden Stutbuchwettbewerb ritt, war sie an Pawaneeh besonders interessiert. Der Hengst lief mit seinen 12 Jahren längst nicht mehr im Galopprennsport, doch er machte sich sehr gut als Vielseitigkeitspferd. Ich hoffte, dass er dieses Talent an seine Tochter vererbt hatte. Auch der Hannoveranerhengst Incendio und mein Spitzenhengst Levistino standen hier. Levistino war der erste Gewinner von Jolympia und erst kürzlich hatte ich seine Enkelin auf mein Gestüt holen können. Es war unglaublich, wie ähnlich sich die beiden waren. Wir schlenderten um die Ecke des Stalls herum und kamen bei den Einzelkoppeln an. Sofort ließ mein New Forest Pony Hengst Hollybrook's Cheeky Jot ein lautes Wiehern vernehmen. Das Punktetier passte tatsächlich wenig zum neuen Zuchtziel, doch von Cheeky würde ich mich niemals trennen können. Der Abschied von seinem Sohn Casanova fiel mir schon schwer genug. Auch mein stürmischer Berberhengst Amayyas stand hier in Einzelhaft. Obwohl der Hengst nun schon einige Jahre auf Hollybrook lebte, war er immer noch oft unberechenbar und ging liebend gern auf andere Hengste los, wenn ihm der Sinn danach stand. Ich strich ihm den langen roten Schopf aus der Stirn und riss erstaunt die Augen auf, als das eigensinnige Tier sich von Ana anfassen ließ. Normalerweise gestattete Amayyas das nur Brian und mir, bei allen anderen machte er zunächst ein rießiges Tamtam. "Samuel, Donald und Patrick werden dich küssen, wenn sie wegen dir Amayyas nicht mehr von der Koppel holen müssen.", lachte ich. Hinter der nächsten Hecke erwarteten uns meine beiden Arabischen Vollbluthengste Khamar al Sanaa und Shamal. Khamar war eigentlich sehr verträglich, doch da Shamal nur ihn an sich heranließ, hatte ich die beiden kurzerhand zusammengepackt. Das funktionierte sehr gut und so musste der Junghengst Shamal nicht alleine stehen. "Gehen sie auch im Rennsport?", wollte Ana mit leuchtenden Augen wissen. Ich nickte. "Beide, ja. Außerdem nehme ich mit ihnen an Distanzritten teil. Dressur- und Springtechnisch haben sie aber auch ganz schön was drauf. Die beiden sind meine Allrounder.", sagte ich, während wir uns El Racino zuwandten. Das englische Vollblut galoppierte mit hoch erhobenem Schweif über seine Koppel und genoss die warme Aprilsonne. "Den darfst du morgen früh im Training reiten. Aber Achtung, er ist ein Hitzkopf.", sagte ich. Ana lachte nur: "Kann er sein. Ich bin selbst einer, wie könnte ich ihm das dann vorwerfen." Ich grinste und führte sie zu den beiden letzten Koppeln. "Das sind Fantastic Fly und Pride & Prejudice. Sie gehen beide Vielseitigkeit und kommen so gar nicht mit anderen Hengsten klar.", stellte ich den Holsteiner und das deutsche Warmblut vor und verdrehte dabei die Augen. Fly war Samuel's erklärter Liebling, während ich sehr an Pride hing. Die stahlblauen Augen des Hengstes hatten mich einfach von Beginn an verzaubert. "So das wars mit den Hengsten. Weiter gehts mit den Damen!", sagte ich fröhlich und führte Ana zu den Stutenkoppeln.
      Auf Koppel Nummer eins befanden sich meine Ranchpferde. PFS' Devil in Prada kam sofort zum Zaun und suchte uns nach Leckerchen ab. Die junge Criollostute war extrem anhänglich und mindestens ebenso talentiert. Ihr Name passte wirklich überhaupt nicht zu ihr, denn Prada war ein Engel. Selbes traf auf My Golden Heart zu. Die Stute begleitete mich seit ihrer Geburt und hatte schon so viele Erfolge eingeheimst, dass ich sie kaum noch zählen konnte. Zeitgleich war sie unglaublich sanft und liebesbedürftig. Auch Your Possible Pasts, Arriba und The Morticains Daugther kamen nun zum Zaun, um zu sehen, ob wir nicht eine Kleinigkeit dabei hatten. Lachend schob ich ihre Nasen zur Seite und stellte sie alle der Reihe nach vor.
      Koppel Nummer zwei beherbergte die Showpferde. Dazu gehörte natürlich mein Andalusierstar Cuchara. Die Stute hatte mir in ihren wilden Jahren recht spektakulär das Bein gebrochen, doch inzwischen hatte sie sich zum Dressurass gemausert. Auch die arabischen Vollblutstuten My lovely Horror Kid und Saddy waren auf dieser Koppel zu Hause und demnächst würde auch Isis hierher umsiedeln. Wieder leuchteten Ana's Augen. Sie war genauso begeistert vom Rennsport wie Meg. Stolz zeigte ich auf eine große Stute, deren lange lockige Mähne bis weit über die Schulter reichte. "Das ist unser Neuzugang, Where's Sleep. Ich hab sie gesehen und war verliebt. Sie passt einfach wunderbar hierher und ist dressurtechnisch am weitesten fortgeschritten. Ich plane ein Pas de deux mit ihr und Cookie. Die zwei würden zusammen sicher fantastisch aussehen.", schwärme ich. Where's Sleep war tatsächlich ein absoluter Spontankauf gewesen. Ungeplant und daher umso schöner. Für die Stute hatte es viele Bewerber gegeben und als ich schließlich den Zuschlag erhalten hatte, hatte ich mein Glück kaum fassen können. Ich lockte die Stute zum Zaun und das schöne Tier kam anmutig auf uns zu. Ich kämmte ihr mit den Fingern die langen Strähnen des schwarzen Schopfes aus den Augen und hauchte einen Kuss auf die samtigen Nüstern. Where's Sleep war defintiv etwas ganz Besonderes und ich konnte es kaum erwarten, endlich mehr Zeit für die schöne Stute zu haben.
      Nun waren noch zwei Koppeln übrig. Zuerst kamen wir an die meiner englischen Vollblutstuten. Natürlich kamen Successful Dream und Kazumi Princess El Assuad zuerst an den Zaun galoppiert. Sie überholten sich auf dem Weg zu uns immer wieder gegenseitig und buckelten übermütig. Meine beiden Wildfänge. Ich liebte sie abgöttisch, zumal sie von meinen eigenen Stuten stammten. A propos - da kamen auch schon die stolzen Mamis Kagami El Assuad und Success Story xx. Kagami giftete ihre Tochter an, woraufhin die sich flott zurückzog, doch Successful Dream warf den Kopf nach oben und bleckte die Zähne. Ich verdrehte die Augen. Dream war sozial absolut unverträglich und ich hatte gehofft, die Zeit bei den Großen würde ihr ein paar ihrer Flausen austreiben. Zu meinem großen Erstaunen war es jedoch Kagami, die zurückwich und dafür nach der Rappstute Ace of Spades schnappte. Kagami gesellte sich schließlich zu ihrer Freundin Backup, während Successful Dream sich genüsslich den Hals kraulen ließ. Die schicke Falbstute Pirate Island hielt sich wie immer im Hintergrund und wartete darauf, dass der Pferdeauflauf sich auflöste. Sie mochte keine Konflikte und ich stellte mich schnell etwas abseits, um sie zu streicheln.
      Nun fehlten nur noch meine Warmblutstuten. Hier hatte sich in letzter Zeit einiges getan. Zuerst stellte ich Ana die alten Hasen vor. Zu denen gehörten zweifellos und als erstes Wild Lady Roxanne und Angels Fall First, dicht gefolgt von Samiyah und Mahira und schließlich den Hannoveranerstuten Reminiscent Inspiration und Unnanounced Pleasure. Cassidy gehörte zu den jüngeren Stuten hier, gleich danach folgte die wunderschöne Rappstute und Enkelin von Levistino - Leveneza. An diesem Pferd konnte ich mich überhaupt nicht satt sehen und Ana ging es genauso. Ehrfürchtig streichelte sie Leveneza's feinen Kopf und strich dann den glänzenden Hals entlang. Das Stütchen war zwar durch zwei gewonnene Fohlenschauen bereits prämiert, doch so langsam startete ich ihre Turnierkarriere. Und das sehr erfolgreich. Leveneza hatte sich in allen drei Prüfungen, in denen sie bisher gestartet war, plaziert und ich könnte nicht stolzer sein. Dann gab es da natürlich noch die beiden unprämierten Damen. Zum einen das Schimmelchen Lamira. Die Hannoveranerstute war nun aber körfertig und sollte schon an diesem Wochenende ihren Stutbuchwettbewerb bestreiten - den sie wohl auch erfolgreich absolvieren würde. Und dann war da noch meine große Liebe Lilith oder wie sie mit vollem Namen hieß: Coeur de Lilith. Die wunderschöne Fuchsstute mit den strahlend weißen Abzeichen war erst gestern auf meinem Gestüt angekommen und daher noch von den anderen Stuten separiert. Lilith hatte ich im Tausch gegen Fallen Immortaliny bekommen und ich bereute diesen Handel keine Sekunde. Die sanften braunen Augen der Stute taxierten uns und forderten uns quasi auf, näher zu kommen. Als wir auf sie zugingen, ließ Lilith sich kurz streicheln und wirbelte dann herum, um mit wilden Sprüngen über die Koppel zu laufen. Lilith - der Windgeist. Einen passenderen Namen hätte man diesem sprunghaften, stürmischen Pferd wahrlich nicht geben können. Die junge Stute präsentierte sich nun in ihrer ganzen Pracht vor uns. Sie trabte am Zaun entlang, der rote Schweif wehte wie eine Flagge hinter ihr her. Plötzlich stoppte das Holsteinerstütchen, wirbelte auf der Hinterhand herum und begann die Parade von neuem. Ich war völlig hingerissen. Bald schon würde ich mit dem Einreiten beginnen und ich konnte es kaum erwarten auf dem Rücken dieses Traumpferds zu sitzen. Lilith stammte von Leitz, dem Hengst einer guten Freundin und Colored Belle, einer Stute mit eigensinnigem Charakter und toller Abstammung ab. Diese Anpaarung war vor langer Zeit mein Wunsch gewesen und ich konnte mein Glück noch immer kaum fassen, dieses Traumgebilde nun vor mir auf und ab traben zu sehen. Lilith würde mir sicher noch sehr viel Freude bereiten, davon war ich überzeugt.
    • Sammy
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      Umbaupläne & eine Freundin für Elfentanz!
      18. Oktober 2019
      "Ana, nimmt sie zurück! Sie verarscht dich!", rief ich über die Sandbahn. Dort kämpfte meine beste Arbeitsreiterin mit meiner erfolgreichen Vollblutstute Successful Dream. Bisher war nur ich auf dem Rücken der jungen Stute gesessen, doch Ana hatte sich in den letzten Wochen so hervorgetan, dass ich beschlossen hatte, ihr eine Chance zu geben. Bisher lief es allerdings nicht wirklich gut. Die braune Vollblutstute spielte mit Ana. Die ersten Minuten war sie vorbildlich im ruhigen Galopp an den Rails entlanggelaufen, doch nun wurde Dreamy immer schneller und driftete von den Rails weg. So viel also zu meinem Plan, das Training der Rennpferde hauptsächlich vom Boden aus zu überwachen. Ich sah auf die Uhr. Dream's Trainingszeit war gleich vorbei, dann kam der nächste Pulk Vollblüter an die Reihe. Meine Verkaufspferde Ghostbuster, Tschiwabschischi und Pirate Island waren ebenso wie Success Story xx, die erfolgreiche Mama von Dreamy, bereits ein Trainingsrennen gelaufen. Ghost, Tschiwi und Island gingen demnächst zurück zu Flair, die die drei Pferde gezüchtet hatte. Ich riss mich aus meinen Gedanken und sah wieder zur Bahn. Ana saß mittlerweile im Sattel, anstatt in den Bügeln zu stehen und versuchte so, Dreamy's Tempo zu drosseln. Die junge braune Stute hatte allerdings augenscheinlich überhaupt keine Lust, sich ihrer Reiterin unterzuordnen, denn sie begann nun, im Zickzack über die Bahn zu rennen. Ich konnte kaum hinsehen. Eingreifen konnte ich allerdings ebenso wenig. Ana war eine gute Reiterin, ich musste nun wohl einfach darauf vertrauen, dass sie die temperamtenvolle Stute in den Griff bekam.
      "Oh, oh Dreamy hat wohl wieder ihre fünf Minuten, was?", ertönte da Samuel's Stimme. Der junge Mann saß auf meinem Schimmelhengst Pawaneeh. Das Vollblut, dass schon etliche Schleifen mit nach Hause gebracht hatte, war der Vater meiner Stute Kagami El Assuad und damit der Großvater von Kagami's Tochter Kazumi Princess El Assuad. Die junge Scheckstute hatte heute genau wie ihre Mama ihren freien Tag. Sie warteten im Stall auf ihr Frühstück, dass es wie üblich erst nach der Morgenarbeit gab. Gleich hinter Samuel und Pawaneeh folgte Donald, der den Rapphengst El Racino führte. Das wunderschöne lackschwarze Vollblut war zu einem richtig stattlichen Hengst herangewachsen und bereitete mir jeden Tag viel Freude. Während Pawaneeh auf der Bahn mittlerweile recht gut zu händeln war, stach Racino ab und an immer noch der Hafer. Dabei interessierte es das inzwischen neunjährige Vollblut auch herzlich wenig, dass es unter den Rennpferden nun bald zu den alten Hasen gehörte. Rennen liefen beide Hengste kaum noch, aber ab und zu genossen sie einen schnellen Galopp auf der Bahn und genau den würden sie heute morgen auch bekommen. Vorausgesetzt, wir bekamen Dreamy von der Bahn. Sobald das verrückte Jungpferd jedoch die beiden schönen Hengste entdeckte, wurde es langsamer und kam freiwillig auf den Ausgang zugaloppiert. Ich stellte mich an die Lücke in den Rails und hob die Arme. Dreamy fiel in einen zuckeligen Trab und schließlich in den Schritt. Erleichtert griff ich nach ihren Zügeln und tastete ihre Beine ab. "Es tut mir so Leid, Sammy. Sie hat einfach nicht auf mich gehört.", sagte Ana niedergeschlagen. "Ich weiß schon Ana. Es ist nicht deine Schuld. Ich hatte nur die Hoffnung, dass Dream sich mittlerweile ein wenig mehr mit anderen Reitern arrangieren würde. Aber wenn sie auf der Rennbahn schon so abgeht, brauchst du es in der Halle oder auf dem Platz gar nicht erst versuchen.", sagte ich. Dream liebte die Rennbahn. Der Dressur konnte sie dafür herzlich wenig abgewinnen. Sobald es in die Halle ging, wurde Successful Dream mürrisch und fing an, Blödsinn zu machen. Auch ich hatte in diesen Momenten meine liebe Not, die junge Stute einigermaßen unter Kontrolle zu halten. "Immerhin hat sie dich nicht in den Sand gesetzt. Frag mal Donald, den lässt sie an schlechten Tagen nicht einmal in ihre Nähe.", sagte ich aufmunternd. Donald hob zur Bestätigung seinen muskulösen Arm, auf dem ein verblassender blauer Fleck zu sehen war, wo Dream ihm gezeigt hatte, wie wenig sie ihn in ihrer Nähe haben wollte. Das junge Vollblut war ebenso unberechenbar wie talentiert. Dennoch war Successful Dream, genau wie ihre Lieblingsfreundin Kazumi Princess El Assuad bereits gekrönt. Fohlen würden die beiden aber in nächster Zeit noch nicht bekommen. Dreamy stupste mich an und ich strich ihr über die weiche Nase. Dann drückte ich Ana die Zügel in die Hand. "Bring sie zurück in den Stall, ich muss jetzt hier weiter machen, sonst werden wir heute nicht mehr fertig. Oh und bring danach Bearing Spot's raus.", gab ich meine Anweisungen. Ana führte Dreamy geknickt weg. Ich grinste. Die junge Frau durfte gleich Bearing Spot's reiten. Das junge Punktepferd war noch nicht allzu lange in meinem Besitz und machte momentan quasi die ersten Schritte auf der Rennbahn. Im nächsten Frühjahr sollte sie dann die ersten Rennen gehen. Gleiches galt für die Scheckstute Little Miss Backyard und meine geliebte Pirate's Pride. Letztere war ein Fohlen von Pirate Island und Ghostbuster und hatte ihre Jungpferdezeit auf einer riesigen Weide verbracht. Nun wurde Pride bald drei Jahre alt und war somit soweit, zu arbeiten. Ich war schon unglaublich gespannt, wie sich das Stütchen machen würde. Aber mit solch erfolgreichen Eltern musste Pride einfach talentiert sein. Nun übernahm ich jedoch erst einmal El Racino. Der schöne Rappe drückte sein weiches Maul in meine Hand und ich strich ihm über die schneeweise Blesse. Racino war schon immer mein Baby gewesen und würde es wohl auch immer bleiben. Deshalb würde er auch nicht zurück zu Flair gehen. Von dem Rapphengst würde ich mich niemals trennen können. Donald warf mich in den Sattel und ging dann los, um PFS' Storm Cat fertig zu machen. Morgens lief hier alles wie am Fließband, damit die Vollblüter möglichst früh mit ihrem Rennbahntraining fertig waren. Ich strich Racino über den glänzenden Hals und ritt den Hengst durch die Öffnung der Rails. Samuel folgte uns mit Pawaneeh. Wir wärmten die Hengste zunächst im Uhrzeigersinn auf. Ich nahm die Zügel auf und trabte Racino an. Der Rappe lief mit schwungvollen Schritten los und trug mit flott um die Bahn. Als ich ihn schließlich im Arbeitstempo angaloppieren ließ, drängte er sofort gegen das Gebiss. "Ist Pawa auch so heiß?", rief ich über die Schulter zu Samuel. "Jap. Gut, dass es gleich losgeht.", kam es postwendend von Samuel zurück. Ich wendete Racino in einem großen Zirkel und gleich darauf schloss Samuel mit Pawaneeh zu uns auf. Als wir den 800-Meter-Pfosten erreichten, gaben wir die Zügel nach und die beiden Hengste schossen vorwärts. Racino wechselte so fliegend in den Renngalopp, dass Pawaneeh sofort eine Pferdelänge zurückfiel. Beide Hengste waren so talentiert und erfahren, dass es in den Rennen zwischen den beiden tatsächlich meist auf Glück ankam. Diesmal hatte Racino den besseren Start erwischt und es war unwahrscheinlich, dass der Schimmel uns einholen würde. Der Rappe streckte sich immer mehr und verschlang mit jedem Galoppsprung regelrecht den Boden unter sich. Ich kauerte mich so tief ich konnte über seinen Hals und ließ Racino ansonsten machen. Hatte der schöne Hengst ersteinmal freie Bahn, war er kaum noch zu schlagen. So kam es auch, dass wir eine knappe Länge vor Pawaneeh und Donald über die Ziellinie schossen. Ich stellte mich in die Bügel und pullte Racino auf. Der schöne Hengst schüttelte den feinen Kopf und wehrte sich ein wenig. Scheinbar wäre er gerne noch weitergelaufen. "Schon gut mein Hübscher. Wir wiederholen das bald und dann darfst du wirklich rennen." Sowohl El Racino als auch Pawaneeh waren Steher, also Pferde für längere Distanzen. Allerdings konnte ich sie ja nicht bei jedem Training die volle Distanz gehen lassen, wenn ich sie nicht überfordern wollte. Wir parierten die Hengste zum Schritt durch und ritten auf die Öffnung in den Rails zu. Dort warteten bereits Ana mit Bearing Spot's, Donald mit PFS' Storm Cat und Brian mit Backup und Ace of Spades. Brian machte sich nichts aus dem Rennreiten und ich zwang ihn nicht dazu. Solange wir genug Reiter waren, konnte Brian sich den anderen Disziplinen widmen. Neben dem jungen Mann lief Edward. Ihn hatte ich auf meinem Heimflug von Kanada mit HMJ 7786 Elfentanz kennengelernt und kurzerhand mit auf mein Gestüt gebracht, da er eine neue Bleibe suchte. "Brian wollte mir keins der Pferde geben, er sagte, dass müsstest du entscheiden.", meine Edward ein wenig mürrisch. Ich sprang von Racino's Rücken und lachte. Du kannst Racino trocken führen und versorgen. Ich muss mich jetzt nämlich um unser Kätzchen kümmern." Mit diesen Worten drückte ich Edward Racino's Zügel in die Hand und ließ mich von Donald in PFS' Storm Cat's Sattel werfen. "Dann reitet Donald Bearing Spot's?", fragte Ana unsicher. Ich schüttelte den Kopf. "Donald übernimmt Ace of Spades und Samuel reitet Backup. Du übernimmst ab jetzt Bearing Spot's. Zumindest, wenn ich sie nicht selbst reite." Ana machte große Augen. Ich war bekannt dafür, dass ich neue Pferde erst einmal ausschließlich selbst ritt, sodass diese Ausnahme ein großer Vertrauensbeweis war. Ana strahlte und sah sich nach Donald um, der ihr sofort in Spot's Sattel half. Dann ging der Mann zu Ace hinüber und schwang sich in deren Sattel. Brian und Samuel tauschten Pferde und so machten wir vier Reiter uns auf den Weg. "Ach Brian, bringst du mir dann Little Miss Backyard? Wenn Edward es sich zutraut, kann er dir auch helfen.", rief ich über die Schulter. Die Scheckstute war zwar unglaublich schön und ebenso talentiert, aber vollkommen unberechenbar. Sie war noch nicht soweit, mit anderen Pferden auf der Bahn zu laufen. Nun konzentrierte ich mich aber erst einmal auf Storm Cat. Die wunderschöne Schimmelstute aus dem bekannten Gestüt Pineforest Stable von Occulta zählte zu meinen absoluten Lieblingen. Und das wusste sie auch. Unser Kätzchen war einfach rundum wunderbar. Sie hatte ein angenehmes Temperament, ließ sich toll reiten und gab bei jedem Training alles. Ana konnte auch gar nicht mehr aufhören zu grinsen und strich Spotty unentwegt über die schwarz-weiße Mähne. "Ana, du weißt schon, dass wir zum arbeiten hier sind, ja?", neckte ich sie. "Werden wir ja auch. Aber sie ist so schön. Und so süß!", strahlte Ana. Die beiden Jungs verdrehten nur die Augen. Ace of Spades lief schon lange keine Rennen mehr, aber ich setzte sie gerne im Training mit den jüngeren Pferden ein. Auch Backup zählte zu meinen erfahrenen Rennpferden, war sie doch genauso alt wie mein Liebling Kagami El Assuad. Allerdings hatte Backup das Pech gehabt, immer in Kagami's Schatten zu stehen, obwohl die Stute keineswegs untalentiert war. Wir wärmten die vier Stuten ordentlich auf. Sie sollten heute über knapp 1.200 Meter rennen. Allerdings noch ohne Startbox, da wir das mit Bearing Spot's und Storm Cat erst noch üben mussten. Was die Kondition anging waren alle Stuten in Topform, daher sollte diese Distanz kein Problem sein. Ich blickte zum Eingang der Bahn zurück und sah Brian winken. Er würde unsere Zeit stoppen. Also hatte Edward ihn überredet, sich um Little Miss Backyard kümmern zu dürfen. Wir stellten unsere Pferde in einer Linie auf und trabten an. Diesen Start hatte ich mir aus Australien abgeschaut und fand ihn für die Trainingsanfänge ganz praktisch. Ich fasste die Zügel nach und sprach leise auf mein Kätzchen ein. Die graue Stute wollte rennen. Als wir die Markierung erreichten wechselten wir fast synchron in den Galopp und kauerten uns über die Hälse unserer Stuten. Backup fiel sofort zurück, die Stute kam im Endspurt gerne von hinten. Ace positionierte sich wie üblich in der Mitte, doch Bearing Spot's lief direkt neben uns. Storm Cat drängte gegen das Gebiss und legte ein wenig an Tempo zu. Ich hielt sie zurück, da ich nicht wollte, dass sich die junge Stute so früh zu Beginn des Rennens schon mit einem Kopf-an-Kopf Duell mit Spotty auspowerte. Bearing Spot's lag nun mit einer Halslänge vor uns und Storm Cat ließ sich überzeugen, auf dem zweiten Platz zu bleiben. Da wir ganz innen an den Rails liefen, hatten wir in den Bögen die bessere Position. Im zweiten Bogen machte das Kätzchen langsam Boden gut und schloss zu Spotty auf. Auf der Zielgeraden blickte ich unter meinem Arm hindurch und sah, wie Samuel auf Backup heranfegte. Das erfahrene Rennpferd hatte sich seine Kräfte perfekt eingeteilt und nun ausreichend Reserven für einen starken Endspurt. Ich ließ Strom Cat mehr Zügel. Spotty brach neben uns ein wenig ein, die Stute hatte sich zu früh verausgabt. Doch auch mein Schimmelchen war inzwischen ziemlich am Pumpen. Der frühe Kampf mit Spotty forderte seinen Tribut. Storm Cat lief eine halbe Länge vor Spotty, doch da kam Backup von außen und zog an uns vorbei. Die schöne braune Stute ging mit einer Länge Vorsprung über die Ziellinie und Samuel lobte sie begeistert. Ich ließ Storm Cat auslaufen und parierte sie dann durch. "Super geritten, Samuel! Ana, du natürlich auch. Unsere beiden Stütchen müssen einfach noch lernen, dass sie sich ihre Kräfte einteilen müssen. Donald? Wie war Ace?", wandte ich mich schließlich an den jungen Mann auf der kräftigen Rappstute. "Sie war gut, kann aber definitiv nicht mehr mithalten. Aber ich glaube, sie hatte Spaß an dem Rennen.", antworte Donald. Die Rappstute war inzwischen 18 Jahre alt und ging nur noch im Training mit, um die Jungpferde zu unterstützen. Ab und an genoss das Vollblut aber einen spritzigen Ritt. Wir dirigierten die vier Stuten zum Ausgang der Bahn und ich sprang vom Rücken meines Kätzchens. Die Schimmelstute schwitzte ziemlich, aber Brian würde sich darum kümmern, sie trockenzuführen. Der junge Mann kam in diesem Moment auch schon auf mich zu und nahm mir das Stütchen ab. Gleich darauf erschien Edward mit Little Miss Backyard. Er lachte: "Das ist ja vielleicht ein Clown. Die wollte die ganze Zeit über spielen!" Ich grinste und trat an die Seite der schönen Scheckstute. "Stimmt. Sie ist eine ganz besondere Stute. Nur unter dem Sattel haben wir noch viel Arbeit vor uns.", gab ich zurück. Edward half mir in den Sattel und ich nahm die Zügel auf. Missy wölbte sofort den Hals und tänzelte auf der Stelle. Ich strich ihr über den braun-weißen Hals. "Ganz ruhig Missy. Wir machen heute nur ein leichtes Training.", sagte ich zu der Stute. Ich ritt im Schritt auf die Bahn und ritt im Uhrzeigersinn an den Außenrails entlang. Außen war Missy leichter zu kontrollieren, als auf der Innenseite der Bahn. Ich trabte die schöne Stute an und trabte im Rhythmus von Missy's Schritten leicht. Die Stute wurde schneller, lief dabei aber gleichbleibend gleichmäßig, also ließ ich sie gewähren. Als ich schließlich in den Galopp wechselte, fühlte sich die Stute unter mir an, wie ein Pulverfass, dass jeden Moment in die Luft gehen konnte. Ich spielte mit den Zügeln und versuchte, Missy's Aufmerksamkeit mit halben Paraden bei mir zu halten. Wir fegten mit langen Sprüngen um die Bahn, doch noch gehorchte Missy mir. Plötzlich brauste etwas über unsere Köpfe. Missy quiekte erschrocken und wechselte mit einem riesigen Satz in den Renngalopp. Sie schoss quer über die Bahn zu den Innenrails und ich musste meine gesamte Reitkunst aufwenden, um Missy davon abzuhalten, in die Rails zu rennen. Ich gab zwei harte Paraden mit dem äußeren Zügel und atmete erleichtert auf, als die sensible Stute wieder ein wenig nach außen driftete. Eigentlich hielt ich nichts von zu heftigen Zügelhilfen, doch alles war besser, als mit Missy durch den Zaun zu krachen. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich die Stute wieder unter Kontrolle bekam und als ich sie schließlich zum Schritt durchparierte, keuchten wir beide. Edward kam über die Bahn auf uns zugelaufen. Ich saß mit zitternden Beinen ab und strich Missy über den nassen Hals. "Was zur Hölle war das?", fragte ich Edward mit dünner Stimme. "Ne Drohne. Die ist erst über mich drüber geflogen und dann über die Bahn. Als Missy abgegangen ist, ist das Ding ganz schnell verschwunden.", erklärte Edward, während er nach Missy's Zügeln griff und die Stute vorwärts führte. Mein Blick verfinsterte sich. "Dieser miese Sack. Diesmal ist er zu weit gegangen!", fluchte ich vor mich hin. "Du weißt, wer das war?", fragte Edward überrascht. "Ohja. Wir hatten das blöde Ding schon mehrmals auf dem Gestüt, aber bisher hat Meyer zumindest den vorgeschriebenen Höhenabstand eingehalten. Scheu gemacht hat es die Pferde natürlich trotzdem, aber das heute ist ja wohl die Höhe.", ereiferte ich mich. "Heute steht sowieso ein Ausritt mit Arriba und PFS' Devil in Prada an. Du kannst mich begleiten und wir reiten hin.", beschloss ich kurzerhand. Glücklicherweise hatte ich sogar Kameras an der Rennbahn, um das Training der Pferde im Nachhinein nochmals ansehen zu können. Das bedeutete aber auch, dass der Vorfall mit der Drohne ebenfalls auf dem Band zu sehen war. Gemeinsam versorgten wir Little Miss Backyard und erzählten dann den anderen von dem Vorfall. Sie ereiferten sich ebenso wie ich. Von uns hatte jeder schon Erfahrungen mit dem blöden Ding sammeln dürfen und ich war schon mehrmals bei Mr. Meyer gewesen, um mit ihm zu reden. Diesmal würde ich wesentlich deutlicher werden.

      ~*~

      Nach dem alle Pferde gefüttert waren, begannen wir damit, die Tiere, die heute frei hatten, hinaus auf die Koppeln zu bringen. Neben den englischen Vollblütern, die ja ihr Training alle schon hinter sich hatten, waren das vor allem meine Verkaufspferde. Napayné, Apaches Tomahawk, Mississle und Panta Rhei würden zurück zu Eddi ziehen, sobald meine Freundin Zeit hatte, die Pferde abzuholen. Solange durften die vier natürlich auf meinem Gestüt bleiben und wurden auch weiterhin bewegt. Auch für die beiden Achal Tekkiner Candle in the Wind und Ivory hatte ich bereits einen potenziellen Käufer gefunden. Cascar interessierte sich für das hübsche Pärchen. Der Paso Fino Hengst Wannabe kam zusammen mit Branagorn, Pierre, dem Appaloosa Dream of Wyoming und den Ponys Juego, Hollywood Undead und den Hollybrook Nachkommen Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Zarin und Eddi's Dead Pop Romance auf die Hengstkoppel. Meine Einzelgänger Black Soul, Someone, Wüstentänzer, BMs Caradoc, Hollybrook's Casanova kamen alle auf Einzelkoppeln. Damit waren die Hengste unter meinen Verkaufspferden untergebracht. Fehlten die Stuten. Es fiel mir immer noch nicht leicht, mich von all den Pferden zu trennen, doch es war nötig, um mich auf das Hauptziel der Zucht zu konzentrieren. Bei einigen Pferden hing auch noch in der Schwebe, ob ich sie nicht in den Ruhestand auf ein schönes Gestüt außerhalb schicken sollte. In der Auswahl dafür standen vor allem Glammy, Mizzi, Salwa, Chaira, Precious Scream und Dorina, da die Stuten alle schon älter waren und in ihren Leben viel geleistet hatten. Ich seufzte, weil ich doch mehr mit diesem Thema zu kämpfen hatte, als gedacht. Wir brachten nun nacheinander Angels Fall First, Hollybrook's Barakah al Sanaa, Sharley, Little Miss Sunshine, Adina De Ra'idah, Cirilla, Pangäa, Middle Ages, Girlie, BB's Harmony, American Baby, Hollybrook's Tiny Girl, Kolibri, Hollybrook's Fairy Bluebird und Golden Flair auf die Koppeln. Für die beiden Quarter Horse Stuten American Baby und BB's Harmony hatte ich bereits mehrere Interessenten und musste mich nur noch entscheiden, in welchen Teil der Welt die beiden Stuten zukünftig ziehen sollten.

      ~*~

      Um mich von dem unliebsamen Thema der Verkaufspferde abzulenken, stand als nächstes die Pflege meiner Feenpferdchen an. Dies waren meine Ponys, unter anderem der Überrest meiner geliebten New Forest Ponys. Das Hauptzuchtziel umzulegen, war mir nicht leicht gefallen, doch die Vielseitigkeitspferde waren einfach meine große Leidenschaft. Dennoch würden meine Knutschkugeln immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, allen voran mein nunmehr einziger New Forest Ponyhengst Hollybrook's Cheeky Jot. Der hübsche Pintaloosa war auf meinem damaligen Gestüt geboren worden und ich hatte ihn aufgezogen. Auch seine Mutter Magical Moment würde mich niemals verlassen. Ich strich GE's Ljósfari, der neben Cheeky Jot stand, liebevoll den dichten, hellen Schopf aus der Stirn und führte die beiden Hengste gemeinsam nach draußen. Cheeky Jot war unfassbar eigen, was andere Pferde - vor allem Hengste - anging, doch den hübschen Isländer mochte er. Daher waren die beiden Ponyhengste nun Weidekumpanen. Erst gestern hatten Ana und ich mit ihnen einen ausgiebigen Ausritt gemacht, daher hatten die zwei heute ihren freien Tag. Auch die New Forest Stuten Magical Moment, Thousand Sunny, Isola della Pirateria, Fairylike Facility, Naboo und Aimiliani brauchten heute nicht zu arbeiten. Während Magic, Sunny, Aimiliani und Fairy mir wahrscheinlich auch ohne Halfter gefolgt wären, waren Naboo und Isola immer noch schwierige Pferde. Naboo sprang zwar jedes Hindernis, das ihr vor die Nase kam, hatte mich aber schon so oft in den Sand gesetzt, wie kaum ein anderes meiner Pferde. Und die schöne Isola hatte eine sehr schwierige Vergangenheit und das Vertrauen in uns Zweibeiner niemals wieder völlig gewonnen. Die Stute vertraute mir zwar inzwischen soweit, dass ich sie umsorgen und auch reiten durfte, doch anderen Menschen gegenüber war sie noch immer unheimlich scheu. Ich hoffte, dass ich bei Elfentanz mehr Erfolg haben würde. Momentan sah es allerdings ganz danach aus und das freute mich sehr. Die Arbeit mit der schönen jungen Stute stand heute Nachmittag auch noch auf dem Plan. Allerdings durften zuvor meine Minipferdchen, also meine American Miniature Horses auf die Koppeln. Die vier großen waren mittlerweile alle gekört und hatten zurzeit Trainingspause. Somit kamen meine beiden Hengste Rumpelstielzchen und Darkwood's Storm Dancing Feather zusammen auf die Koppel. Anfangs hatten sich die Miniaturhengste überhaupt nicht leiden können, doch nach unzähligen gemeinsamen Trainingseinheiten hatten sie sich miteinander angefreundet. Das war mir nur recht. Die Minis konnten nämlich nicht auf die Koppeln der Ponys und Großpferde, da der Abstand zwischen Zaun und Boden zu groß war. Daher hatte ich für meine kleine Nebenzucht zwei extra Koppeln eingerichtet. Die richtigen Koppeln mit Holzzäunen wurden gerade noch gebaut. Sowieso hatte ich momentan Baupläne auf meinem Schreibtisch liegen. Ich wollte den Hengsttrakt vom Stall absplitten und eine zweite Reithalle zwischen Stuten- und Hengsttrakt setzen. So mussten wir bei schlechtem Wetter und im Winter nicht immer über den gesamten Hof laufen und hatten zudem mehr Platz, um die Pferde zu trainieren. Eventuell würde ich auch eine zweite Longierhalle mit direktem Zugang zum Stall bauen lassen, da waren sich mein Bauleiter und ich allerdings noch nicht ganz einig. Schon im nächsten Frühjahr sollte mit den kostspieligen Arbeiten begonnen werden und im selben Zug würden auch die Koppeln für meine Minis fertiggestellt werden. Ich ließ den Schecken und den Roanhengst laufen und hielt das Band des Elektrozauns für Brian offen, der mir mit dem wunderschönen Punktepferdchen PFS' Arctic Alinghi folgte. Alinghi war zwar noch Jungpferd und noch längst nicht gekört, allerdings war er mit seinen drei Jahren schon zu alt, um mit den Stütchen in seinem Alter zusammen auf einer Koppel zu stehen. Daher hatten Brian und ich ein kleines Stück der Koppel von Feather und Rumpel abgetrennt, um die Hengste miteinander zu vergesellschaften. Wir kehrten gerade zurück in den Stall, als Ana und Edward die beiden Miniature Horse Stuten Miniature America's Narnia und Porcelain Doll aus den Stallungen führten. Die beiden Damen waren beide trächtig und ich konnte die Geburt der Fohlen kaum abwarten. Immerhin hatten die Babys eine hervorragende Abstammung und äußerst talentierte Eltern. Noch mehr freute ich mich allerdings auf das erste Fohlen von Arctic Alinghi mit Porcelain Doll. Das würde sicherlich eine wunderbar seltene Fellfarbe werden. Brian stieß mich an und holte mich damit zurück in die Gegenwart. Die beiden Jungstuten PFS' Glenn's Cookie und PFS' Beck's Little Diva wieherten nämlich schon ungeduldig in ihren Boxen nach uns. Sie wussten genau, dass ihre Weidekumpanen bereits draußen waren und wollten nun natürlich auch hinaus. Ich atmete auf, als alle Feenpferdchen draußen waren.

      ~*~

      Meine Mitarbeiter hatten auch die Vielseitigkeits- und Shopferde schon hinaus gebracht und wir mussten uns nun nur noch um die Ranchpferde kümmern, bevor es endlich Mittagessen gab. Prada und Arriba waren bereits für den Ausritt zu Mr. Meyer verplant, doch die anderen sechs Westernpferde bekamen heute richtiges Training. Donald schnappte sich wie üblich seinen Liebling, den schicken Quarter Horse Hengst Golden Indian Summer, während Samuel sich sofort für den Paint Horse Hengst Dissident Hawk meldete. Die Westernpferde passten nun so überhaupt nicht in mein Zuchtkonzept, aber ich konnte mich von diesen achten nicht trennen. Meine Lieblinge waren die Paint Horse Stute My Golden Heart, die ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit besaß und die Jungstute Grace's Cookie 'n Cream. Ana hielt sich aus dem Training der Westernpferde heraus, doch Brian setzte ich kurzerhand auf die Rappscheckstute The Morticains Daughter und Edward bekam die wunderschöne Your possible Pasts unter den Hintern. Ich selbst kümmerte mich um Heart. Für unsere Palominoroanstute Cookie 'n Cream stand heute Gelassenheitstraining auf dem Plan. "Also Leute, auf gehts. Donald, Samuel, ihr geht mit den beiden Herren auf den Platz. Für alle fünf Pferde steht heute Reining an. Donald, du hast bei euch beiden das Sagen.", gab ich meine Anweisungen. Samuel verdrehte die Augen, sagte jedoch nichts. Jeder wusste, dass Donald sich neben mir am Besten mit der Westernreiterei auskannte. So trennten sich vor dem Brunnen am Haupthaus unsere Wege und ich ritt auf My Golden Heart als erstes in die Halle ein. Brian und Edward folgten mir. Daughter und Possy waren beide solch erfahrene Westernpferde, dass ich auch keine allzu passionierten Westernreiter auf ihre Rücken lassen konnte. Wir wärmten die Stuten in aller Ruhe auf und begannen dann mit dem Training. Alle drei Stuten liefen im Reining bereits in der höchsten Leistungsklasse, weshalb das Training mit ihnen hauptsächlich eine Wiederholung der schon gelernten Lektionen war. Als ich an der Reihe war, galoppierte ich My Golden Heart locker an, wendete bei A auf die Mittellinie ab und ließ die Scheckstute Gas geben. Etwa bei X gab ich der Stute eine ganze Parade und sie schlitterte in einem herrlichen Sliding Stop zum Halt. "Boah, das war cool! Kann ich das auch machen?", rief Edward begeistert. Ich nickte, ließ Brian jedoch den Vortritt. Morticains Daughter brauchte eine sicher Hand und auch wenn Brian's Herz nicht gerade für die Westernreiterei schlug, so besaß er trotzdem unglaublich viel Einfühlungsvermögen und kam mit jedem noch so schwierigen Pferd auf dem Gestüt zurecht. Auch Daughter legte einen sauberen Stopp hin und ich erklärte Edward nochmals kurz, was er zu tun hatte. Das Paar galoppierte die Mittellinie hinunter und als Edward nur leicht am Zügel zupfte, zog Possy sofort die Bremse. Ich grinste über Edward's verdutztes Gesicht, als die zwei einige Meter weit rutschten und dann zum Stehen kamen. "Ich weiß ja nicht, sah aus, als hätte Possy die ganze Arbeit alleine gemacht. Also sollte ich wohl nur sie loben, meinst du nicht auch?", zog ich ihn auf. Edward lachte nur und rieb der dunklen Palominostute liebevoll über den Hals. Ich nickte wohlwollend. Edward passte wirklich hervorragend zu uns. Auch Brian war zufrieden und schien seine Vorbehalte gegen den stets grellbunt gekleideten Paradiesvogel langsam zu überwinden. Wir ritten die Stuten trocken und versorgten sie. Anschließend schnappten sich Edward und ich die beiden Criollostuten PFS' Devil in Prada und Arriba und machten uns auf dem Weg zum Dörfchen Sway. Prada und Arriba waren beide absolute Lebensversicherungen im Gelände, daher waren sie perfekt für unsere kleine Mission geeignet. Während wir weg waren, würde Ana mit Cookie 'n Cream das Gelassenheitstraining absolvieren und dann mit den Jungs Pizza zum Mittagessen bestellen. Wir ritten vom Hof und ließen die Stuten antraben. Ich strich Prada über den hellgrauen Hals und die weiße Mähne. Ich liebte mein junges Criollostütchen über alles. Auch Edward schien mit seinem Reittier, der glänzenden Palominostute, sehr zufrieden. Wir trabten an den inzwischen verblühten Heidefeldern entlang und anschließend ein kleines Stück durch den Wald. "Du hast es hier wirklich wunderschön.", staunte Edward. Ich nickte stolz. "Das Gestüt war ein absoluter Glückskauf. Es war quasi nichts vorhanden, als die Außenmauer und das Gelände an sich. Ich hab natürlich viel reingesteckt, aber es hat sich wirklich gelohnt und ich ziehe nie wieder weg von hier, wenn ich nicht unbedingt muss.", erklärte ich ihm. Er nickte verstehend. Wir erreichten das Dorf und die Menschen grüßten uns freundlich. Da Sway nur ein kleines Dörfchen war, kannte man sich untereinander und mittlerweile behandelten mich die meisten Menschen wie eine Einheimische. "Sammy! Was machst du denn heute hier? Bist du zum Einkaufen da?", fragte mich die dickliche Bäckerin, als wir die Straße entlangritten. Ab und an ging ich tatsächlich mit Prada oder Arriba einkaufen, wenn es nicht allzu viel zu besorgen gab. "Nein, Margie, heute nicht. Wir sind auf dem Weg zu Mr. Meyer. Er hätte durch seine blöde Drohne heute früh fast einen Unfall verursacht.", erklärte ich. Die Frau wurde puterrot im Gesicht. "Dieser alte Mistkerl! Er geht uns allen mit dem Ding auf die Nerven, aber wenn es jetzt auch noch gefährlich wird, geht das ja wirklich zu weit! Wir sollten Eddi Bescheid geben, der weiß vielleicht was zu tun ist.", ereiferte sie sich. Ich lächelte ihr zum Dank für die Unterstützung zu und wir ritten weiter. Eddi war der ortsansässige Polizeiwachtmeister. Doch ich wollte ihn nur hinzuziehen, wenn es nicht anders ging. Immerhin war Mr. Meyer ein einsamer Mann, der nur ein wenig Ablenkung suchte. Vor dessen Haus angekommen, sprang ich aus dem Sattel und drückte Edward Prada's Zügel in die Hand. Die Porzellanscheckstute wäre wahrscheinlich auch so an Ort und Stelle stehen geblieben, doch wer wusste schon, was für Gerätschaften Mr. Meyer noch aus seinem Hut zaubern würde. Ich drückte auf die Klingel und gleich darauf wurde die Tür aufgerissen. "Sie! Was erlauben sie sich, mich zu stören?", fuhr er mich gereizt an. Ich verzog keine Miene und meinte höflich: "Aber Mr. Meyer, sie sagten mir, vor 12 Uhr wäre ein Besuch angemessen. Und es ist vor 12. Außerdem habe ich eine dringende Angelegenheit mit ihnen zu besprechen, die keinerlei Aufschub duldet." Mr. Meyer zog angesichts meiner gewählten Wortwahl die Augenbrauen nach oben. Seiner Meinung nach sollten in "seinem" Land nur gebürtige Engländer leben. Da ich das nun einmal nicht war, gehörte ich hier nicht her. Als er sich wieder gefasst hatte, fragte er: "Und diese Angelegenheit wäre?" "Ihre Drohne. Sie ist heute morgen viel zu dicht über mein Gestüt geflogen. Ihretwegen ist eines meiner wertvollsten Rennpferde durchgegangen und hätte sowohl sich, als auch mich schwer verletzen können.", sagte ich, so freundlich ich konnte. Mr. Meyer's Gesicht verdunkelte sich noch mehr. "Das müssen sie erst einmal beweisen. Ich weiß von nichts.", sagte er und wollte mir die Tür vor der Nase zumachen. Ich stellte blitzschnell den Fuß dazwischen, da begann der Mann zu toben. "Nana, was ist denn hier los?", fragte da plötzlich eine dunkle Stimme. Eddi schob sich an mir vorbei und forderte Mr. Meyer auf, aus dem Haus zu kommen. Ich schilderte ihm das Problem, da er nun ja schon einmal hier war und ignorierte Mr. Meyers Gezeter. "Kannst du denn irgendwie beweisen, dass es die Drohne unseres geschätzten Mr. Meyers war?", fragte Eddi mich. Ich wusste, dass er auf meiner Seite war, doch Eddi hielt sich immer ganz genau an das Gesetz und ließ jegliche Sympathie außen vor. Ein Charakterzug, den ich sehr schätzte. "Ich hab ein Video. Ich zeichne die Trainingseinheiten auf der Rennbahn immer auf, um das Training im Nachhinein bewerten zu können.", gab ich sofort zurück. Mr. Meyer schnappte empört nach Luft. "Das ist ja eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts! Mich einfach so auf Video aufzunehmen!", schrie er. Ich warf einen Blick auf die Pferde, doch Prada spielte lediglich ein wenig unruhig mit den Ohren, blieb jedoch brav neben Arriba stehen. Die wiederum interessierte sich überhaupt nicht für das Gebrüll. "Mr. Meyer. Damit haben sie zum einen gerade zugegeben, dass es sich um ihre Drohne handelt, zum Zweiten, dass sie so tief geflogen sind, dass sie damit auf dem Bild der Kameras zu sehen sind und zum Dritten ist das keine Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Sie allerdings haben einen Verstoß dagegen begangen. Ich nehme das Ganze auf und übergebe es an den Richter. Ich gehe aber davon aus, dass er ihnen verbieten wird, die Drohne nochmals über Sammy's Gestüt zu fliegen.", sagte Eddi geschäftsmäßig. "Aber, aber... Dagegen werde ich vorgehen!", wetterte der Mann weiter. "Tschau Mr. Meyer. Notfalls sehen wir uns vor Gericht.", sagte ich nun deutlich kühler. Die Unverschämtheit dieses Mannes ging mir allmählich gehörig auf den Keks. Ich drehte mich um, nahm Edward Prada's Zügel ab und schwang mich in den Sattel. Eddi kam mir hinterher. "Das bekommen wir schon hin. Der gute Mann terrorisiert das ganze Dorf mit seinem blöden Spielzeug, aber das geht nun wirklich zu weit. Vielleicht spricht der Richter ja gleich ein generelles Verbot aus. Das würde wahrscheinlich das ganze Dorf freuen." "Danke für deine Hilfe, Eddi. Das heute Morgen war echt kritisch und ich hab herzlich wenig Lust drauf, dass wegen diesem blöden Ding irgendjemandem etwas passiert. Selbst wenn gerade kein Reiter in Gefahr gerät, wenn die Pferde auf der Koppel Panik bekommen, ist das auch nicht gerade lustig.", sagte ich. Eddi nickte verstehend. Wir plauderten noch kurz und ich füllte von Prada's Rücken aus ein Formular aus, mit dem ich Anzeige erstattete. Dann machten sich Edward und ich auf den Rückweg zum Gestüt.

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      Nach dem Mittagessen stand das Training der Überflieger an. Die Überflieger waren meine Hauptzuchtpferde, also meine Vielseitigkeitsstars. Ana hatte sich bereits mit den beiden Fohlen Picturesque Diova und meinem kleinen Liebling Jeune Mariée beschäftigt. Die zwei beherrschten inzwischen das Fohlen ABC sehr gut, doch eine kleine Wiederholung ab und an schadete nicht. Meine Zuchthengste hatten heute frei. Daher ließen wir mein erfolgreichstes Vielseitigkeitspferd Levistino, den wunderschönen Trakehnerschecken Cadeau, den Hannoveraner Incendio, den Holsteiner Fantastic Fly und den schwarz-weiß gescheckten Pride & Prejudice für heute in Ruhe. Ich versammelte Edward, Ana und Brian um mich und teilte ihnen jeweils eine der Stuten zu. Edward sollte meine Cremellostute Samiyah reiten, Ana mein Schimmelchen Reminiscent Inspiration und Brian das Fuchsstütchen Coeur de Lilith. Letztere war gerade mitten in der Vorbereitung für ihren Stutbuchwettbewerb. Ich selbst würde die Rappstute Leveneza reiten. Donald und Samuel würden mit der Rappstute Wild Lady Roxanne und dem Schimmelchen Lamira einen ausgiebigen Ausritt machen. Auf unserem Plan stand eine nette kleine Dressurquadrille, da alle Stuten ausgemachte Balletttänzer waren. Vor allem die lackschwarze Leveneza. Wir verschwanden in den Boxen unserer Pferde und machten sie in Ruhe fertig. Ich duldete keine Eile beim putzen und satteln, da ich nicht wollte, dass die Pferde gestresst ins Training gingen. Dasselbe galt auch für das Versorgen nach dem Training. Ich strich Leveneza über das samtweiche Maul und zog ihr den schwarzen Schopf aus dem Stirnband des Zaumzeugs. Dann führte ich die Stute hinaus auf den Hof. Lilith, Inspiration und Samiyah folgten uns. In der Halle angekommen, gurteten wir nach, stellten die Steigbügel ein und schwangen uns in die Sättel. Edward hatte ich selbstverständlich vorreiten lassen, denn Samiyah war nicht unbedingt einfach. Die Cremellostute war recht eigensinnig und setzte sich deutlich zur Wehr, wenn ihr etwas nicht passte. Lilith war meine große Hoffnung, daher durfte Brian sie reiten. Er war der beste Dressurreiter unter meinen Angestellten. Inspiration war temperamentvoll, doch Ana kam gut mit dem Schimmelchen klar. Wir wärmten die Pferde unabhängig voneinander auf. Leveneza fühlte sich einfach großartig an. Die Rappstute stammte von Levistino ab, daher sah ich ihrer Zukunft mit Spannung entgegen. Sie war bereits als Fohlen gekrönt worden und nun schickte ich sie allmählich auf Turniere. Die Stute schmiss ihre weißen Beine von sich und trabte mit großen Schritten diagonal durch die Bahn. Lilith und Brian kamen uns entgegen und ich lächelte, da die Fuchsstute ebenso wunderbar lief wie mein schwarzes Stütchen. Als die vier Stuten gut aufgewärmt waren, bildeten wir Paare. Ana ritt mit Inspiration neben mich und Brian lenkte Lilith neben Samiyah, die prompt die Ohren anlegte. "Zicke.", murmelte ich leise. Aber Edward kam gut mit meiner Prinzessin klar und so beruhigte sie sich schnell wieder. Ich schaltete über mein Handy die Musikanlage ein und wir begannen mit dem Quadrillentraining. Alle vier Stuten arbeiteten schön mit und wir machten große Fortschritte. Wir bildeten Paare, lösten sie bei Erreichen des Hufschlags auf und kamen kurz darauf wieder zusammen. Paarweise wechselten wir gegeneinander durch die Bahn und aus dem Zirkel. Am Ende des Trainings war ich mehr als zufrieden mit Mensch und Tier. Ich lobte mein Rappstütchen, sprang aus dem Sattel und führte Leveneza zum Stall zurück. Dann versorgte ich die Stute liebevoll. "Also Leute, fertig?", fragte ich kurz darauf. Nun stand nämlich eine Springstunde an. Edward ritt Unannounced Pleasure, Ana Mahira und Brian Cassidy. Ich würde die Stunde geben und dabei gleich die Form aller drei Stuten bewerten. Die drei machten ihre Pferde fertig und ich ging schon einmal den Parcours ab. Alle drei gingen im Springen auf S-Niveau, heute waren die Hindernisse jedoch nur ca. auf M-Niveau. Kurz darauf führten die drei Reiter die beiden Hannoveraner und die Trakehnerstute auf den Platz, gurteten nach und schwangen sich auf die Rücken ihrer Pferde. Ich gab vom Zaun aus Anweisungen und sah zu, wie die Stuten zum Aufwärmen ihre Runden drehten. Schließlich gab ich Brian ein Zeichen, mit Cass den Anfang zu machen. Die Fuchsstute war ein routiniertes Springpferd und Brian führte sich mit sicherer, aber weicher Hand durch den Parcours. Ich zeigte ihm den erhobenen Daumen, als das Paar den letzten Sprung überwand, als wäre es ein Haufen Streichhölzer. Brian ritt Cassidy nun schon einmal trocken, während Ana mit Mahira an den Start ritt. Die wunderschöne Scheckstute wurde im Parcours gerne ein wenig heiß, doch Ana hatte das temperamentvolle Tier gut im Griff und flog nur so mit ihr über die Hindernisse. Zuletzt waren Edward und Unannounced Pleasure an der Reihe. Die Falbscheckstute war von den dreien die Erfahrenste, dennoch konnte ich erkennen, dass Edward auch im Springreiten außerordentlich versiert war. Seine Reitausbildung musste wirklich hervorragend gewesen sein. Als auch die beiden den Parcours erfolgreich abschlossen, brachten wir die Stuten gemeinsam zurück und ich sprach mit Edward über seine Zukunft auf dem Gestüt. Ich wollte den jungen Mann gerne hierbehalten und Edward stimmte begeistert zu. Da er mit allen Angestellten und mit den Pferden gut zurechtkam, passte er perfekt zu uns. Vor den Stallungen trennte ich mich von Edward und ging hinüber zur Fohlenkoppel, auf der momentan Hollywood Undead II und HMJ 7786 Elfentanz untergebracht waren. Mit einem Eventpferdchen lief es ziemlich gut. Inzwischen ließ Elfentanz sich ohne Probleme aufhalftern und auch führen. Vor anderen Menschen und Pferden hatte die schöne braune Stute aber immer noch unglaubliche Angst. Ich ging zu Elfentanz auf die Koppel und begrüßte das Stütchen. Mittlerweile wich Elfentanz nicht mehr aus, wenn ich auf sie zutrat. Sie kam mir zwar noch nicht entgegen, doch das würden wir auch noch schaffen. Gleich darauf ließ ich die Trakehnerstute stehen und ging zum Elektroband, das durch die Hälfte der Koppel gespannt war. Ich hakte es aus und hängte es weg. Elfentanz warf den Kopf hoch und starrte mich alarmiert an. "Alles gut Mäuschen.", sagte ich beruhigend zu ihr. Dann ging ich zu der Palominostute Hollywood Undead II und hakte den Führstrick in ihr Halfter ein. "Komm meine Süße, es wird Zeit, dass ihr euch mal richtig kennen lernt.", sagte ich zu der schönen Stute. Holly sah ganz allmählich wieder besser aus. Das Fell begann in altem Glanz zu erstrahlen und die Knochen zeichneten sich nicht mehr so deutlich ab. Selbst Muskelansätze waren ganz langsam wieder zu erkennen. Ich führte die Stute auf Elfentanz' Seite hinüber und blieb etwa in der Mitte der Koppel mit ihr stehen. Dann setzte ich mich mit dem Führstrick in der Hand ins Gras und wartete ab. Holly warf einen Blick hinüber zu der braunen Stute, doch sie hatte Elfentanz während der letzten Tage nun immer gesehen, daher verlor sie schnell das Interesse an dem anderen Pferd. Im Gegensatz zu meiner Elfe hatte Holly begriffen, dass das andere Tier ihr nichts tat. Holly senkte den Kopf und begann friedlich Gras zu rupfen. Elfentanz dagegen stand stocksteif in ihrer Lieblingsecke der Koppel und ließ die Palominostute nicht aus den Augen. "Komm doch her, meine Elfe. Dir passiert hier nichts, versprochen.", rief ich leise nach der Stute. Elfentanz spitzte die braunen Ohren mit den schwarzen Spitzen, die ich so liebte, blieb aber an Ort und Stelle. Dafür stupste mich nun Holly an, als wollte sich die ältere Stute darüber beschweren, dass ihr weniger Aufmerksamkeit zuteil wurde als Elfentanz. Ich strich der schönen Stute über die Blesse und entzog Elfentanz nun meine gesamte Aufmerksamkeit. Das wiederum passte der braunen Stute nicht wirklich. Sie hatte sich während der letzten Tage daran gewöhnt, dass sie mein Mittelpunkt war, wenn ich bei ihr auf der Koppel oder in der Box war. Sie war gekrault, geputzt, massiert und mit Apfelstückchen verwöhnt worden. Und nun brachte ich einfach ein anderes Pferd auf ihre Koppel und kümmerte mich nur noch um dieses?! Elfentanz machte einen unsicheren Schritt in unsere Richtung und blieb dann wieder stehen. Als nichts passierte - Holly blickte nicht einmal auf - machte die Stute einen zweiten und einen dritten Schritt, bis sie irgendwann nur noch etwa eineinhalb Meter von uns entfernt war. "Feines Mäuschen!", lobte ich sie mit leiser Stimme und erhob mich dann langsam. Glücklicherweise hatte ich mein langes Bodenarbeitsseil in Holly's Halfter eingehakt, sodass ich nun problemlos zu Elfentanz gehen konnte, ohne, dass die ältere Stute mir hinterherkam. Ich strich Elfentanz über das samtene Maul und dann über Stirn und Augen, so wie sie es besonders gerne hatte. Dann kraulte ich Elfentanz weiter, während ich Holly zu mir rief. Die Trakehnerstute kam ein paar Schritte näher und machte dann den Hals lang, um Elfentanz zu beschnuppern. Die braune Stute wurde sofort wieder bewegungslos. Doch Holly sog nur die Luft durch ihre Nüstern ein, schnaubte und begann dann wieder zu grasen. Elfentanz machte große Augen, als könne sie kaum glauben, dass nichts weiter passiert war. In Zeitlupe senkte nun auch sie den Kopf und rupfte ein paar Halme Gras, die andere Stute dabei immer im Auge. Ich nahm Holly den Führstrick ab und entfernte mich ein paar Schritte. Elfentanz sah kurz zwischen mir und Holly hin und her, als würde sie damit rechnen, dass die Stute nun auf sie losging. Holly sah aber nur kurz auf und widmete sich dann wieder dem Gras. Vielleicht schmeckte es auf dieser Seite der Koppel ja auch besser? Ich lächelte und kletterte durch den Zaun, von wo aus ich die beiden Stuten noch ein wenig beobachtete. Auch wenn Elfentanz noch skeptisch war, begann sie doch in unmittelbarer Nähe zu Holly zu grasen und das war für mich ein riesiger Fortschritt!

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      Ich ging in den Stall und schnappte mir den Araberhengst Shamal. "Edward? Lust noch einen kleinen Ausritt zu machen?", rief ich dem jungen Mann zu, der ein wenig verloren vor der Box meiner Lewitzerstute Rosewell stand. Seine Augen leuchteten auf. "Klar! Die anderen haben irgendwie alle ihre Aufgaben und plötzlich war ich alleine im Stall.", sagte er. Ich nickte. "Du kannst Khamar al Sanaa nehmen. Das ist der weiße Araberhengst. Dann können wir dir auf dem Ausritt auch ein paar Pferde zuteilen, um die du dich fest kümmerst.", sagte ich. Brian und Ana waren gerade mit den Araberstuten Saddy und My lovely Horror Kid auf dem Springplatz und tobten sich ein wenig aus. Beide Araberdamen waren furchtbar schwierige, hitzige Pferde, die man mit viel Konsequenz und Geduld reiten mussten. Doch Brian und Ana kannten sich ja aus. Mein drittes Araberstütchen war PFS' Isis. Das wunderschöne Jungpferd hatte inzwischen das Fohlen ABC hinter sich, doch ich arbeitete noch nicht allzu viel mit ihr. Dasselbe galt für die Welsh D Stute PFS' Daydream of Money. Ihr späterer Zuchtpartner Roi du Soleil hatte heute frei. Auch meine drei Liebhabertraber Damon's Dynamo, Ehawee und Rainbow durften ihren freien Tag auf den weitläufigen Koppeln genießen. Bei Dynamo war es damals Liebe auf den ersten Blick gewesen und schnell hatte ich mich entschieden, dass der edle Hengst unbedingt eine passende Stute brauchte. Da ich mich nicht dazu durchringen konnte, mich von Ehawee oder Rainbow zu trennen, würden vorerst beide bleiben. Donald und Samuel waren mit den Andalusierhengsten Ojos Azules und Negresco im Gelände. Eigentlich hätten sie Edward ja mitnehmen können. Aber wahrscheinlich hatten sie sich ohne meine Erlaubnis nicht getraut und ich hatte allen klar gemacht, dass ich beim Training mit Elfentanz nicht gestört werden wollte. Edward und ich machten die beiden Araberhengste fertig und verließen schon kurz darauf den Hof. Diesmal nahmen wir einen anderen Weg und kamen eine knappe Viertelstunde später zu meiner Galoppstrecke. Shamal wölbte den Hals und tänzelte seitwärts. Er wusste genau was jetzt kam. Khamar war wesentlich rittiger als sein jüngerer Boxennachbar. Er war zwar gespannt und man sah das Feuer in seinen Augen, doch er wartete geduldig ab, bis er die entsprechende Erlaubnis zum Rennen bekam. "Du musst ein bisschen aufpassen. Die beiden sind schon etliche Rennen gelaufen, aber ich will nicht, dass das hier zu einem ausartet. Geh du mit Khamar an die Spitze, das wird ein gutes Training für meinen Feger hier.", sagte ich, während ich mich bemühte, den jungen Hengst in einem ruhigen Trab zu halten. Shamal ging beinahe in die Luft, als Edward sich mit dem Schimmel vor uns setzte und angaloppierte. Ich musste all mein reiterliches Können aufbringen, um Shamal in einen kontrollierten Galopp zu bekommen. Doch irgendwann fügte sich der Hengst. Ich strich ihm lobend über den Hals und ließ ihn zu Khamar aufschließen. Edward sah überrascht zu mir hinüber, doch als er sah, dass ich meinen Hengst unter Kontrolle hatte, wandte er sich wieder nach vorn. Er strahlte. Ich konnte es ihm nicht verübeln. Khamar war ein wundervolles Pferd, das auf die leiseste Hilfe hörte und dessen Galopp sich anfühlte, als säße man auf einer fluffigen, weißen Wolke.
      Zurück im Stall wurde allmählich schon alles für die Abendfütterung vorbereitet. Ich ging im Kopf meine Pferde durch. Donald und Samuel waren schon länger von ihrem Ausritt zurück und Brian und Ana kamen gerade mit den Stuten Cuchara und Where's Sleep aus der Halle. Ich sah sie gespannt an. "Wir haben ein bisschen Freiheitsdressur gemacht. Das macht mit den zweien so viel Spaß!", schwärmte Ana begeistert. Ich nickte zufrieden. "Dann ist jetzt ja nur noch Amayyas übrig.", sagte ich. Amayyas war mein wunderschöner Red Roan Berberhengst. Allerdings kam außer Brian und mir niemand mit ihm zu recht und der junge Mann war heute wirklich bereits auf genügend Pferden gesessen. Sofort schallte Samuels entsetzte Stimme um die Ecke: "Ich war gestern dran, heute hole ich ihn nicht rein!" Ich verdrehte die Augen. "Ich hole ihn. Und dann gehe ich noch eine Runde mit ihm auf den Springplatz. Ihr könnt solange ja schonmal das Heu verteilen, Kraftfutter vorbereiten und die Pferde reinholen. Aber denkt dran, Finger weg von Elfentanz und Holly!", mahnte ich nochmals, dann verschwand ich in Richtung der Hengstkoppeln. Edward folgte mir. "Darf ich mal versuchen, ihn einzufangen? Scheinbar reißt sich ja niemand darum, sich um ihn zu kümmern.", fragte er. Ich sah ihn von der Seite an. "Klar. Wenn du hier arbeitest, musst du ihn eh irgendwann rausbringen. Momentan ist jeden Tag ein anderer dran und die meisten sind nicht gerade froh darum. Wenn sie irgendwie können, bestechen sie Brian damit er sich um Amayyas kümmert.", sagte ich mit einem Grinsen. Bei den Koppeln angekommen, zeigte ich auf das herrliche Tier, das sofort seinen feinen Kopf hob und zum Zaun getrabt kam. "Das ist ja ganz einfach!", freute sich Edward. Doch sobald Amayyas sah, dass er und nicht ich die Koppel betrat, machte er auf der Hinterhand kehrt und galoppierte davon. Edward stöhnte und ich lachte. Amayyas lief noch zweimal vor Edward davon, dann verlegte er sich darauf, dem jungen Mann zu drohen, wenn er ihm zu nahe kam. Schließlich erbarmte ich mich und fing Amayyas ein. Ich liebte den Roan abgöttisch, aber manchmal machte er es mir wirklich nicht leicht. Im Stall angekommen kam Samuel um die Ecke und sah uns fragend an. Als er jedoch sah, dass ich Amayyas führte, wirkte er erleichtert. Es kratzte ziemlich an seinem Stolz, dass er mit dem Berber nicht zurechtkam. Ich strich Amayyas das rötliche Langhaar aus der Stirn und machte den Hengst mit routinierten Handgriffen fertig. Auf dem Platz ließ er erst einmal ein wenig Dampf ab, bevor er bereit war, ordentlich mit mir zu arbeiten. Dann jedoch lief es wie am Schnürchen. Amayyas nahm jeden Sprung mit einer fast schon spielerischen Leichtigkeit und sah sich am Ende des Parcours eifrig nach einem weiteren Hindernis um. "Na komm mein Großer. Es ist schon spät und du verpasst sonst dein Abendessen.", vertröstete ich ihn, als ich ihn trocken ritt und aus dem Sattel sprang. Es war ein langer Tag gewesen und ich freute mich schon riesig auf meine Badewanne. Voll mit nach Lavendel und Rosen duftendem Schaumbad. Ein bisschen schöne Musik und eine Chai Latte und ich hatte die Aussicht auf einen perfekten Abend.
    • Sammy
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      Neues Jahr, neues Glück?!
      09. Januar 2020
      Gähnend rollte ich mich herum und schlug auf meinen Wecker, um den nervtötenden Piepston auszustellen. Das blöde Ding hatte seit Neustem eine Macke und schaltete automatisch auf diesen Ton um, anstatt mir meine geliebte Aufwachmusik zu gönnen. Es war Anfang Januar und heute hatte ich mir einen trainingsfreien Tag eingeplant. Auf meinem Programm standen heute diverse Planungen für das Jahr und vielleicht der ein oder andere entspannte Ausritt in das herrlich schneebedeckte Gelände, rund um mein Gestüt. Meine englischen Vollblüter hatten heute Morgen frei, daher konnte ich es mir erlauben, länger im Bett zu bleiben. Die Morgenfütterung bekamen meine Angestellten auch ohne mich hin. Ich drehte mich auf den Bauch, legte den Kopf auf die Arme und ließ das letzte Jahr Revue passieren. Es war einiges vorgefallen. Gutes, wie Schlechtes. Das nun kommende Jahrzehnt war das wohl Entscheidendste meines Lebens. Würde ich den richtigen Mann finden? Würde ich Kinder haben? Wie entwickelte sich das Gestüt und vor allem die Zucht? Würden all meine Verkaufspferde ein schönes Zuhause finden? Und ganz aktuell: Wie würde meine schöne Trakehnerstute HMJ 7786 Elfentanz beim Abschlusswettbewerb des Horse Makovers abschneiden? Letzteres war für meine Zukunft als Trainerin natürlich enorm wichtig. Wer sich in diesem Wettbewerb platzierte, würde mit Sicherheit auch in Zukunft genügend Aufträge bekommen. Und auch die Prestige für mein Gestüt wäre enorm. Allerdings zweifelte ich in letzter Zeit daran, ob mein großes Gestüt der richtige Ort für eine sensible Stute wie Elfentanz war. Ich liebte das Stütchen und sie liebte mich, doch ich war mir nicht sicher, ob sie hier wirklich jemals zur Ruhe kommen konnte. Anderen Pferden gegenüber war Elfentanz noch immer sehr scheu und zurückhaltend und gerade von Hengsten hielt sie überhaupt nichts. Auf Springturnieren glänzte mein Makeoverpferdchen absolut, bei der Dressur gingen ihr noch zu sehr die Nerven durch. Daher hatte ich mich auch gegen die Teilnahme an einem Stutbuchwettbewerb entschieden. Es war einfach noch zu früh. Dafür stand mit meinem Elfentanz bereits morgen das Abschlusstraining für den Aufstieg in die Klasse L der Dressur an. Im Training machte sich Elfentanz ganz wunderbar. Sie war intelligent, arbeitete immer fleißig mit und wollte unbedingt gefallen. Zumal ihre Grundgangarten ein echter Traum jedes Dressurreiters waren. Dennoch - momentan spielte ich mit dem Gedanken, die schöne Stute nach dem Wettbewerb an jemanden zu verkaufen, der einen kleineren Hof sein eigen nannte. Oder jemanden, der noch gar kein Pferd hatte und Elfentanz in einem kleinen, ruhigen Pensionsstall unterbringen konnte. Allein der Gedanke mich von dem jungen Pferd zu trennen, bereitete mir Bauchschmerzen, doch ich wollte, dass es Elfentanz an nichts fehlte. Ich seufzte und schlug die Bettdecke zurück. Dann schüttelte ich den Kopf, um den traurigen Gedanken zu vertreiben. Diese Entscheidung musste ich noch nicht jetzt fällen. Elfentanz hatte in den letzten drei Monaten so viele Fortschritte gemacht, vielleicht lernte sie ja noch, mit dem Trubel der mit einem Gestüt wie meinem nun einmal einherging, umzugehen. Ich sprang unter die Dusche, kuschelte mich in meinen Lieblingspulli und eine Leggins und ging hinunter in die Küche. Dort bereitete ich mir ein leckeres Frühstück bestehend aus Obstsalat, Latte Macchiato und Naturjoghurt zu und setzte mich in mein Wohnzimmer auf die Couch. Dort stand schon mein Laptop bereit. Außerdem bedeckten diverse Blätter meinen Wohnzimmertisch. Unter anderem waren das die Baupläne für mein Gestüt. Der Umsatz im letzten Jahr war - vor allem durch meinen Trainingsbetrieb - ziemlich gut gewesen, daher hatte ich mich entschieden, in neue Anlagen zu investieren. Die ein oder andere davon würde mir mit Sicherheit noch mehr Trainingspferde einbringen und auch das Training mit meinen eigenen Vierbeinern erleichtern.
      Die erste und wichtigste Veränderung war ein Umbau der Stallungen. Da ich mich von vielen Pferden trennte, hatte ich für diese Maßnahme endlich den benötigten Platz. Stuten- und Hengsttrakt würden zukünftig komplett voneinander getrennt sein. Der gesamte Hengsttrakt wurde abgerissen, der Stutentrakt blieb bis auf vier neue Putzboxen mit Rotlichtanlagen so wie er war. Direkt an den Stutentrakt sollte eine Reithalle angebaut werden. Vom Stutentrakt aus, kam man in der Mitte der langen Seite in die Halle hinein. An die kurze Seite bei A sollte es einen zweiten Ausgang geben, der direkt an den Hengsttrakt anschloss. So mussten wir bei Regen, Unwetter und im Winter nicht immer über die gesamte Anlage laufen, um mit den Pferden zu trainieren. Weiterhin sollte es auf dieser Seite meines Gestüts einen kleinen Außenreitplatz und einen weiteren überdachten Roundpen geben. Die Anlagen auf der anderen Seite würden immer noch meine Haupttrainingsorte sein, doch gerade wenn ich einmal Events auf meinem Gestüt veranstaltete, gestaltete sich das alltägliche Training meiner Pferde eher schwierig. Auf diese Art und Weise konnte ich den Weg, der zu Koppeln und Stallungen führte einfach absperren und meine Pferde und Pfleger hätten ihre Ruhe. Die zweite große Neuerung war ein Pferdeschwimmbad. Ich besaß viele Sportpferde, die außerhalb der Wintermonate mehr als zwölf Stunden auf den weitläufigen Koppeln verbrachten. Da waren Verletzungen leider keine Seltenheit. Ganz davon abgesehen, war Schwimmtraining eine hervorragende Methode, um Muskeln aufzubauen. Gerade bei Jungpferden, um sie auf das Einreiten vorzubereiten, aber auch bei Sportpferden, die nach einer Verletzung wieder antrainiert werden sollten. Das Schwimmbad kostete mich fast so viel, wie meine großzügige Reithalle, doch es war schon lange mein Traum gewesen, eine solche Anlage mein Eigen nennen zu dürfen. Die vorerst letzte Neuerung war mein ganzer Stolz, da mir nicht bekannt war, dass es in der näheren und ferneren Umgebung eine solche Anlage gab. Das Training meiner Rennpferde hatte mich in diesem Winter vor größte Herausforderungen gestellt, da die Bahn zur Zeit unmöglich zu benutzen war - trotz dem Spezialboden auf meiner Sandbahn. Deshalb hatte ich beschlossen, eine Indoor-Rennbahn zu errichten. Sie würde die Sandbahn ersetzen. Damit war sie zwar ein wenig kleiner, als meine normale Grasrennbahn, doch ich konnte meine Vollbüter im Winter genauso trainieren, wie im Sommer. Früher hatte ich mit den Vollblütern im Winter einfach andere Trainingsschwerpunkte bearbeitet, zum Beispiel hatten vermehrt Bodenarbeit, Spaziergänge und Dressur auf dem Plan gestanden. Doch seit Successful Dream im Training war, klappte das nicht mehr so wirklich. Die junge Stute wurde fürchterlich unleidig, wenn sie nicht richtig rennen durfte. Und das war bei dieser Witterung nunmal weder im Gelände noch auf der Bahn möglich. Daher hatte das junge Vollblut des Öfteren versucht, in der Halle durchzustarten, was beinahe damit geendet hätte, dass wir beide in der Bande hingen. Seit letztem Jahr hatte ich nun ein weiteres Pferd, das so tickte - Little Miss Backyard. Die wunderschöne Scheckstute war beinahe noch eigensinniger als Dreamy und machte das Training zwar interessant, aber auch ein wenig anstrengend. Die beiden Stuten waren im Moment reine Pulverfässer und das wollte ich im nächsten Winter unbedingt vermeiden. Die Investition, die ich für diese Rennbahn war enorm, doch ich hoffte, damit auch ein wenig Geld reinholen zu können. In den USA flog man seine Rennpferde oft in wärmere Staaten, um sie auch im Winter starten zu lassen. Ich bot nun mit meiner Rennbahn englischen Trainern die Möglichkeit, dasselbe hier zu tun. Außerdem würde ich benachbarten Höfen anbieten, ihre Pferde im Winter entweder bei mir einzustellen oder zum Training herzufahren. Das würde natürlich auch wieder Einnahmen bringen. Die Indoor-Rennbahn würde eine bewegliche Startbox und diverse Tribünen besitzen. Außerdem sollte es Kameras geben, um das Training seines Tieres aufzuzeichnen und zu analysieren. Wenn all diese Vorhaben erst einmal in die Tat umgesetzt waren, würde mein Gestüt definitiv eines der bestausgestattetsten in ganz England sein.
      Ich lächelte bei dem Gedanken daran und klappte dann meinen Laptop auf, um den Fohlenkalender zu öffnen. Im letzten Jahr hatte ich mir endlich meinen Traum erfüllt und zwei Stuten von meinem Spitzenhengst Levistino decken lassen. Der Trakehner war der erste und noch immer einzige Gewinner von Jolympia und darauf war ich mächtig stolz. Die Entscheidung darüber, welche meiner Stuten ich von Levistino decken lassen sollte, war mir absolut nicht leicht gefallen. Die beiden Stuten, auf die meine Wahl gefallen war, waren meine Cremellostute Samiyah und meine Chestnut-Frame-Overo Stute Mahira. Beide hatten eine sehr gute Abstammung und bereits einige Schleifen eingeheimst. Außerdem erhoffte ich mir durch ihre Fellfärbung interessante Farben für die beiden Fohlen. Weiterhin war mein absoluter Liebling - Levistino's Enkelin Leveneza trächtig von meinem Trakehnerhengst Cadeau. Ihr Fohlen würde als deutsches Sportpferd eingetragen werden und hoffentlich die Talente seiner Eltern erben. Und dann war da natürlich noch Corde de la Cerise. Occulta hatte die schöne Stute im letzten Jahr von Levistino decken lassen, was bedeutete, dass ich noch ein reinrassiges Trakehnerbaby erwartete. Auch meine beiden Hannoveranerstuten Unannounced Pleasure und Reminiscent Inspiration waren hochträchtig. Während Reminiscent Inspiration von meinem Hannoveranerhengst Incendio gedeckt worden war, hatte ich bei Pleasure meine erste Vollblut-Warmblut-Paarung vorgenommen. Die wunderschöne Buckskin-Tobiano Stute war trächtig von meinem erfolgreichen Vollbluthengst Pawaneeh, der durch seine hervorragende Abstammung glänzte. Auf dieses Fohlen war ich besonders gespannt.
      Aber natürlich würde ich auch einige reinrassige Englische Vollblutfohlen bekommen. Meine Stute Backup war ebenfalls trächtig von Pawaneeh und meine geliebte Kazumi Princess El Assuad, der Nachkomme der berühmten Khiara El Assuad, war trächtig von meinem Rapphengst El Racino. Dies bedeutete, dass hoffentlich bald acht niedliche Pferdebabys meinen Hof bevölkern würden. Die Termine waren von Ende Januar bis Mitte März angesetzt und ich war sehr gespannt, ob meine Stuten sich daran halten würden. Ich checkte die Termine für die Kontrolluntersuchungen der Stuten und nahm mir vor, gleich heute nach den Abfohlboxen zu sehen. Man konnte ja nie wissen, ob eine der Stuten auf die Idee kam, ihr Baby früher auf die Welt zu bringen. Eigentlich hätte ich auch Successful Dream gerne decken lassen, doch die Stute war mir noch zu unausgelastet, um Mama zu werden. Vielleicht würde sie im nächsten Jahr ihr erstes Fohlen bekommen. Ich träumte noch eine Weile vor mich hin und stellte mir die acht niedlichsten Pferdebabys vor, die meine Fantasie hervorbringen konnte. Insgeheim träumte ich ja von einem Silver Buckskin aus der Anpaarung von Levistino mit Samiyah, doch diese Chance war extrem gering. Außerdem wollte ich mit den Fohlen Geld verdienen, was bedeutete, dass ich sie verkaufen musste. Und das würde mir auch schon ohne außergewöhnliche Fellfarben schwer genug fallen...

      ~*~

      "Sammy?! Sagmal, kommst du heute auch mal noch nach draußen? Ich hab Holly und Elfentanz gesattelt. Komm schon, wir wollten doch ins Gelände!", weckte mich Edward, indem er an meine Haustür hämmerte. Ich schreckte von der Couch hoch und wankte zur Tür. Mist, da war ich doch einfach wieder eingeschlafen. Ich rieb mir die Augen und öffnete die Tür. Edward strahlte mich an und zog dann die Augenbrauen hoch. "Ähm Sammy, du hast da Tinte im Gesicht, weißt du?", grinste er. Ich wurde rot. "Ich hab über Fohlennamen nachgedacht und muss dabei eingeschlafen sein.", gab ich zu. Edward rollte nur die Augen. "Reitest du so aus? Ich meine, Elfentanz lässt dich sicherlich auch in dem Aufzug auf ihren Rücken, aber ich stelle mir das doch ein bisschen kalt vor.", zog er mich auf. Nun war es an mir, die Augen zu verdrehen. "Gib mir zwei Minuten, ich komme gleich.", rief ich, während ich schon auf dem Weg nach oben war.
      Kurz darauf stand ich dick eingepackt neben meinem Elfenpferd. Die junge braune Stute schnoberte mich liebevoll ab, als ich behutsam nachgurtete und ihr über den inzwischen recht muskulösen Hals strich. Edward saß bereits auf meiner Trakehnerstute Hollywood Undead II, die zu Elfentanz bester Freundin geworden war. "Wenn du dann mit deinem Liebesgeflüster fertig bist, könnten wir vielleicht los? Ich friere ja schon auf Holly fest.", maulte Edward gespielt genervt. Ich rollte nur mit den Augen, schwang mich auf Elfentanz' Rücken und ließ die Stute sofort antreten. Holly trabte ruckartig an, um zu uns aufzuschließen, was Edward unsanft durchrüttelte. "Blöde Kuh!", schmollte der, aber ich lachte nur. Edward's Eltern hatten Geld wie Heu, hatten ihn aber rausgeschmissen, weil er seinen Job in einem renommierten Stall hingeworfen hatte. Ich hatte den jungen Mann kennengelernt, als ich Elfentanz nach Hause gebracht hatte und ihm angeboten, auf meinem Gestüt mitzuarbeiten und dafür kostenlos hier zu wohnen. Mittlerweile war Edward mein bester Freund. Dass er schwul war erleichterte die ganze Sache, denn alle Mädchen, die ich kannte, verknallten sich sofort in den gut aussehenden Mann. Wir ritten vom Hof in Richtung Heide. Dort war ich im Winter nicht allzu oft, da man aufgrund der Witterung meist nur im Schritt reiten konnte, doch heute stand sowieso nur ein gemütlicher Spazierritt auf dem Plan. Elfentanz schritt ruhig vorneweg und ich konnte kaum glauben, welch große Fortschritte die Stute in den letzten drei Monaten gemacht hatte. Sie war so sehr über sich hinausgewachsen, wie es ich niemals erwartet hätte. Als ein Vögelchen aus einem Gebüsch flog, zuckte Elfentanz kurz zusammen und richtete beide Öhrchen nach hinten, um auf mich zu lauschen. Ich klopfte ihr beruhigend den Hals und es ging weiter. Früher wäre die sensible Stute in solchen Momenten völlig ausgeflippt. Wenn sie so weitermachte, wurde sie noch zum echten Verlasspferd. Das wäre bei ihrer Vergangenheit ein richtiges Wunder.
      Nach fast zwei Stunden kehrten wir auf das Gestüt zurück und versorgten Holly und Elfentanz umsichtig. Die zwei durften gemeinsam auf einen der größeren Paddocks, während ich mal einen Rundgang durch meine Stallungen machte. Heute begann ich im Hengsttrakt. Levistino und Cadeau waren gerade mit Samuel und Donald draußen im Gelände. Brian arbeitete mit seinem Liebling Amayyas in der Halle an ein wenig Bodenarbeit und Patrick ging mit Incendio spazieren. Somit waren die ersten beiden Hengste, die ich begrüßte, der Holsteiner Fantastic Fly und das deutsche Reitpferd Pride & Prejudice. Ich strich beiden über die samtenen Mäuler und ging dann weiter. Pawaneeh und El Racino standen gemeinsam mit Ojos Azules und Negresco auf der Koppel. Die vier Hengste verstanden sich recht gut und ich war sehr froh, dass Racino endlich Artgenossen gefunden hatte, mit denen er auskam. Weiter ging es zu Damon's Dynamo, Khamar al Sanaa und Shamal. Letzterer war heute so liebesbedürftig, dass er mich am liebsten gar nicht mehr gehen lassen wollte. "Heute Nachmittag mache ich auch mit dir einen schönen langen Ausritt, versprochen, mein Hübscher!", tröstete ich ihn, als ich meinen Rundgang fortsetzte. Die Ponyhengste Roi du Soleil, Hollybrook's Cheeky Jot, Rumpelstielzchen, Darkwood's Storm Dancing Feather und GE's Ljósfari begrüßten mich ausgelassen. Auch bei PFS' Artic Alinghi verbrachte ich ein wenig Zeit. Das süße Miniature Horse war mittlerweile fast ausgewachsen und versprach ein wunderschöner Hengst zu werden. In diesem Frühjahr würde ich bei ihm mit dem Dressurtraining beginnen und ihn dann langsam auf eine passende Hengstkörung vorbereiten. Die beiden Westernhengste Dissident Hawk und Golden Indian Summer standen ruhig gemeinsam auf ihrem Paddock und beobachteten das Treiben um sich herum. Im Frühjahr würden sie alle in provisorische Stallungen umziehen, damit der Stall umgebaut werden konnte. Doch noch hatten sie ihre wunderschönen Boxen mit den dazugehörigen Paddocks. Ich blickte mich ein letztes Mal im Hengststall um und ging dann weiter zu den Stuten. Dort begann ich bei den Westernpferden. Meine Criollo's PFS' Devil in Prada und Arriba schmusten ein wenig mit mir, während meine Paint Horse Stute My Golden Heart mich völlig ignorierte. Die schöne Stute war sehr aufmerksamkeitsbedürftig und scheinbar hatte ich ihr in letzter Zeit zu wenig davon gewidmet. The Morticains Daughter und Your possible Pasts standen zur Zeit sehr gut im Training und auch mein Nachwuchspferdchen Grace's Cookie 'n Cream machte sich gut. Die Welsh D Stute PFS' Daydream of Money war nun auch allmählich so weit, angeritten zu werden und ich war sehr gespannt darauf, ob sie so gut zu Roi du Soleil passen würde, wie ich mir das vorstellte. Meine beiden absoluten Lieblinge bei den Stuten waren aber das Trakehnerfohlen Jeune Mariée, die zu einer wunderschönen, eleganten Stute heranwuchs und mein Araberfohlen PFS' Isis. Im Grunde liebte ich sie jedoch alle. Picturesque Diova war wunderschön geworden und auch PFS' Beck's Little Diva und PFS' Glenn's Cookie brachten meine Augen zum leuchten. Beide hatten sich zu einmalig schönen Ponys entwickelt und würden meine kleine Nebenzucht um ein Vielfaches bereichern. Ich ging weiter und erreichte mein neuestes Pferd - Pashmina. Sie sollte die Partnerin für meinen Berber Amayyas sein und ich konnte noch immer kaum glauben, dass die edle Stute endlich mir gehörte. Als ich die Box von Where's Sleep erreichte, war ich nicht überrascht, die schöne Stute mit dem traumhaften Langhaar drinnen vorzufinden, während die meisten anderen Pferde den Nachmittag auf ihren Paddocks verbrachten. Sleepy wurde nicht gerne nass oder dreckig und hielt sich im Winter daher lieber drinnen auf, als draußen herumzutollen. Das war für mich völlig in Ordnung, Hauptsache war, dass die Stute die Möglichkeit bekam, nach draußen zu gehen. Meine Traberstuten Rainbow und Ehawee standen gemeinsam auf einem Paddock, da sie ziemlich unzertrennlich waren. Erst vor kurzem hatte ich entschieden, die beiden doch erst einmal zu behalten. Irgendwie träumte ich eben doch von zwei reinrassigen Dynamo-Fohlen. Cuchara tollte draußen herum und schenkte mir daher weniger Beachtung, aber dafür kamen meine beiden Araberstuten Saddy und My lovely Horror Kid sofort herein, als sie mich kommen hörten. Auch meine Ponys freuten mich, dass ich sie besuchte - obwohl ich das ja jeden Tag tat. Rosewell legte mir den Kopf auf die Schulter und Magical Moment drückte mir ihren Kopf gegen die Brust. Das hatte das wunderschöne Tier schon getan, als sie zu mir auf den Hof gezogen war und seitdem war es ihr Markenzeichen. Allerdings hatte sich mein Goldpferdchen vor zwei Wochen verletzt, weshalb sie nicht mit den anderen Ponies hinaus auf die kleine Koppel durfte. Dort standen also im Moment nur Naboo, Fairylike Facility, Aimiliani, Thousand Sunny, Isola della Pirateria, Porcelain Doll und Miniature America's Narnia. Meine englischen Vollblutstuten standen dafür alle in ihren Boxen, beziehungsweise auf den Paddocks. Princess und Backup würden demnächst in den Abfohltrakt umziehen, damit sie mehr Ruhe hatten. Für Dreamy, Kagami El Assuad, Ace of Spades, Success Story xx, Pirate's Pride, Bearing Spots, PFS' Storm Cat und Little Miss Backyard ging es dagegen mit dem gewohnten Training weiter. Die letzten drei sollten auch gleich Anfang des Jahres bei einem Suttbuchwettbewerb mitmischen, den sie sicherlich erfolgreich absolvieren würden. Nun fehlten nur noch meine heißgeliebten Warmblüter. Natürlich machte ich erst Halt bei meinen hochträchtigen Stuten Corde de la Cerise, Unannounced Pleasure, Samiyah, Mahira, Reminiscent Inspiration und Leveneza. Auch diese sechs Stuten würden demnächst umziehen, damit sie ihre Ruhe hatten. Lamira, Cassidy, Wild Lady Roxanne, Coeur de Lilith und Hollywood Undead II sollten dagegen weiterhin bei den Winterturnieren um den Sieg kämpfen. Vor allem auf Lilith war ich unsagbar stolz. Ihr erstes Fohlen konnte ich kaum erwarten, doch das war frühstens nächstes Jahr soweit, da die junge Stute erst vor kurzem gekrönt worden war. Ich ging weiter und öffnete die Tür zum Abfohltrakt. Alle acht Boxen waren bereits vorbereitet und dick eingestreut. Außerdem war die Wächter-Kammer geputzt und aufgeräumt. So nannten wir das kleine Zimmer, in dem in der heißen Phase immer einer von uns schlafen würde, um die Stuten zu beobachten, ohne sie zu stören. Ich lächelte. Meine Mitarbeiter hatten an alles gedacht und alles vorbereitet, bevor ich auch nur ein Wort sagen musste. Was konnte man sich als Arbeitgeber schon mehr wünschen?
      Als letztes machte ich einen Abstecher zu meinen Verkaufspferden. Auch wenn ich sie verkaufte, bedeuteten sie mir unglaublich viel. Daher tat ich mich bei manchen auch recht schwer, einen Besitzer auszuwählen. Dennoch hatten mich im letzten Jahr einige Pferde verlassen. Noch hier waren aber Hollybrook's Barakah al Sanaa, Candle in the Wind, Girlie, Apaches Tomahawk, Hollybrook's Tiny Girl, Hollybrook's Fairy Bluebird, Hollybrook's Zarin, Cirilla, Middle Ages, Ivory, Wannabe, Pangäa, Chaira, Napayné, Glammy, Eddi's Dead Pop Romance, Dream of Wyoming, BB's Harmony, Wüstentänzer, Juego, Pirate Island, American Baby, Hollywood Undead, Kolibri, Dorina, Branagorn, Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, BMs Caradoc, Black Soul, Angels Fall First, Someone, Mizzi, Pierre, Salwa, Sharley, Little Miss Sunshine, Golden Flair, Precious Scream und Adina De Ra'idah. Dieses Jahr mussten sie unbedingt einen geeigneten Platz finden, denn ich brauchte den Platz für meine Zucht und die neuen Fohlen...
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  • Album:
    Trainingsstall
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    Sammy
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    5 Juni 2016
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    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Grace`s Cookie `n Cream
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    Spitzname: Cookie

    --------------------------------------------------

    ~ Abstammung ~
    Von:
    Spooks Gotta Gun
    V: ?
    M: Colonels Smoking Gun
    Aus der: Goodbye Graceful
    V: Ronny the Fabulous
    M: Caddo Susanna

    --------------------------------------------------

    Rasse: American Paint Horse
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 01. März 2013
    Stockmaß: wird ca. 1,56 m
    Fellfarbe: Palomino Roan Minimal Frame Overo
    Kopfabzeichen: Stern & Schnippe
    Beinabzeichen: v.l. weiße Fessel, h.l. + h.r. weißer Fuß

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Grace`s Cookie `n Cream ist eine süße kleine Stute, die durch ihre auffällige Färbung sofort ins Auge sticht. Cookie ist unglaublich anhänglich und menschenbezogen. Sie braucht ihre täglichen Schmuseeinheiten und fordert diese im Zweifel auch vehement ein. Allgemein ist Cookie überhaupt nicht schüchtern, sondern extrem neugierig, weshalb man das Stütchen ab und an vor sich selbst schützen muss, da sie wirklich alles anfrisst, was sich in Reichweite befindet.
    Ansonsten ist Cookie recht dominant und versucht immer ihren hübschen Kopf durchzusetzen.
    Dank ihrer hervorragenden Abstammung hoffen wir natürlich, sie später zu einem erfoglreichen Turnier- und Zuchtpferd machen zu können - die genetischen Voraussetzungen bringt Cookie allemal mit!
    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: /
    Ersteller: Sammy
    Vkr: /

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    ~ Qualifikationen ~
    Western:
    %
    Distanz: %
    Galopprennen (Quarter Mile): %

    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~
    ///

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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Nein
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///