Samarti

Goldherz, DRP *

*2003, im Besitz seit dem 25. Dezember 2012

Goldherz, DRP *
Samarti, 26 Juli 2015
Elii gefällt das.
    • Samarti
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      Besuch auf der Gnadenweide
      24. Dezember 2014 - von Pharlap
      "Ich vermisse sie immer noch wahnsinnig", sagte Elisa und starrte auf das Foto, welches sie in der Hand hielt. Es zeigte eine gescheckte Ponystute. "Sie war aber auch ein wahnsinniges Pferd", sagte ich und setzte mich neben Elisa. "Es ist so schade, dass es so geendet hat", murmelte ich und stand dann wieder auf. "Ich muss noch was erledigen, aber ich bin zur pünktlich Abendfütterung wieder zurück." Elisa nickte und stand ebenfalls auf. Sie zog sich ihre Reitstiefel an und ging nach draußen, um mit Dahiba zu trainieren.
      Ich nahm den nächsten Bus und machte mich dann auf zu Juu. Goldherz stand auf ihrer Gnadenweide. Die Stute stand mit mehreren Pferden und Ponys auf der Koppel. Selbst wenn sie dort mit struppigem Winterfell und kleinem Weidebauch dort stand, war sie immer noch wunderschön. Ich konnte wirklich verstehen, wieso Elisa so für die Stute schwärmte.
      Juu und Joe erwarteten mich schon. Ich begrüsste die beiden freundlich. "Willst du sie holen?", fragte Juu und reichte mir ein Halfter. Ich nickte und betrat die Koppel. Kurze Zeit später hatte ich Goldherz aufgehalftert und in den Stall geführt.
      Ich band sie links und rechts auf der Stallgasse an. "Sie sieht gut aus", stellte ich fest und streichelte Goldherz. "Ja, sie hat sich sehr gut erholt. Deshalb ziehen wir auch in Betracht sie von der Gnadenweide zu holen", erklärte Juu. "Natürlich muss noch der Tierarzt sein Okay geben und es müssten noch einige vertragliche Dinge geregelt werden. Aber danach steht es dir frei sie mitzunehmen", meldete sich Joe zu Wort. Ich nickte verständnisvoll.

      Einige Minuten später kam der Tierarzt an. Er begrüßte uns freundlich und hörte sich Joes Erklärung an, dann begann er mit der Untersuchung. Goldherz stand gut im Futter und machte einen sehr munteren Eindruck. Sie fraß auch gut, konnte in der Herde mithalten und strahlte jede Menge Lebensfreude aus.
      Der Tierarzt hörte Herz und Lunge ab, konnte aber nichts auffälliges feststellen.
      Die Augen und Schleimhäute sahen ebenfalls gut aus. Ihre Hufe waren in einem guten Zustand. Dann kam der kritische Teil. Goldherz hatte sich vor etwas mehr als zwei Jahren beim Springen an der vorderen Beugesehne verletzt. Deshalb hatte man sie auch auf die Gandenweide gestellt, da dies eine Verletzung war, mit der nicht zu spaßen ist. Der Tierarzt tastete das Bein ab, es fühlte sich weder heiß noch geschwollen an. Dann folgten noch die Beugeproben, diese fielen negativ aus.
      "Also, so weit sieht alles sehr gut aus. Goldherz kann auf jeden Fall wieder leicht trainiert werden. Wichtig ist einfach, dass man das ganze sehr langsam angeht, schließlich hat sie auch sehr lange gestanden. Danach muss man ihr Bein einfach beobachten und sehen, wie sich das Ganze entwickelt", sagte der Tierarzt nach der Untersuchung.
      Ich strahlte bis über beide Ohren. Goldherz konnte nach Hause! Nach der Untersuchung unterschrieb ich noch die Papiere und wir einigten uns darauf, dass ich Goldherz am 24. Dezember abholen würde.

      Ich hatte das perfekte Weihnachtsgeschenk für Elisa!

      Michelle, du bist die Beste. Danke danke danke! ♥
    • Samarti
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      Vorsorgen für Ostern
      31. März 2013
      Laute Musik ertönte und riss mich aus dem Schlaf. Geschockt wurden meine Augen noch ganz groß, ehe ich sie wieder schloss und sie mir verschlafen rieb. Ein kurzer Blick auf die Uhr bestätigte mir, dass ich schon lange hätte aufstehen müssen.
      Langsam stand ich auf, streckte mich noch einmal und begab mich dann auf den Weg ins Bad, um mich fertig zu machen. Ein harter Tag stand mir bevor.

      „Hey, Casey, meine Süße!“, begrüßte ich die hübsche Stute, die erfreut brummelte, als sie mich erblickte. Sanft strich ich ihr über das weiche Fell an ihrem Kopf und lächelte leicht, als Casey leise wieherte. Romantica schnaubte empört – es kam mir beinah ein wenig eifersüchtig vor – und versuchte so einiges, um meine Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Ein schiefes Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen, die Beiden waren einfach zu süß. Man musste sie einfach lieb haben.
      Schon fast schleichend ging ich über die Stallgasse und legte ebenfalls kurze Zwischenstopps bei den anderen Stuten ein, die bereits darauf warteten, endlich in die Freiheit (oder eher gesagt: auf die Weide) entlassen zu werden und sich den Bauch mit leckerem, saftigen Gras vollzuschlagen.
      Nur bei Smooth'n Angel hielt ich mich zurück. Das Pony ließ mich noch immer nicht an sich heran, doch wir waren schon ein wenig weiter als zuvor. Immerhin rastete sie nicht mehr völlig aus, wenn ich in ihre Nähe kam. Das arme Pferd kam mir völlig verstört und hilflos vor, den Grund kannte ich jedoch nicht. Leider.
      Aus der hinteren Ecke der Stallgasse blickte mit ein schokoladenbrauner, zierlicher Ponykopf entgegen. Fröhlich lief ich nun etwas schneller und schloss das süße Pony in meine Arme. Wie sehr hatte ich sie vermisst. Als Weihnachtsgeschenk wurde Goldherz mir wieder von der Gnadenweide geholt. Michelle hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sie mir unbedingt wiederzuholen und ich war ihr dafür wirklich sehr, sehr dankbar. Ihr hatte die Zeit auf der Gnadenweide jedoch nicht geschadet, kein bisschen. Sie sah wunderbar aus. Das Fell glänzte leicht, wenn die Sonnenstrahlen von draußen mein Pony erreichten. Liebevoll schmiegte Goldherz ihren Kopf an mich und ich wusste, dass sie mich genauso vermisst hatte, wie ich sie.

      „Mensch, Dahiba, pass auf!“, ermahnte ich die große Schimmelstute und verdrehte die Augen. Sie konnte es überhaupt nicht erwarten, endlich auf die Weide zu kommen und so versuchte sie die ganze Zeit, schneller dorthin zu gelangen, indem sie mich herum schubste. Während ich versuchte, Dahiba davon abzuhalten, ließ Mrs. Pretty, deren Strick ich in der anderen hand hielt, sich davon nicht beeindrucken. Gelangweilt trottete das Haflingerpony neben mir her und beobachtete mit wenig Elan die Vögel im Himmel. Es wurde Frühling, die Vögel kamen wieder und das Gezwitscher ging wieder los. Darauf hätte ich gut verzichten können, vor Allem am frühen Morgen.
      Nachdem ich die Beiden endlich auf der Weide hatte, holte ich noch Flame und Bel Homme und brachte auch die Pferde zu ihren Freunden auf die Weide. Casey, Goldherz und Romantica standen bereits auf der Wiese und ließen sich das leckere Gras schmecken.

      Als ich Pamino und Sonic Syndicate aus dem Stall führte und mit ihnen zur Hengstweide ging, erblickte Pamino seine Mutter, die er sehr lange nicht mehr gesehen hatte. Trotzdem erkannte er sie sofort wieder und zog mich mit seiner ganzen Kraft zum Weidezaun. Goldherz wieherte leise und trabte auf den Zaun zu, wo Pamino seine Mutter mit einem erfreuten Schnauben empfing. Mutter und Sohn schmiegten ihre Köpfe vertraut aneinander und ich wollte die Beiden ungern aus ihrem Wiedersehen reißen, doch Sonic wurde unruhig und so musste ich Pamino und Sonic auf die Hengstweide bringen. Der Schecke regte sich darüber natürlich ziemlich auf, doch mir blieb keine andere Wahl.
      Danach holte ich noch Da Vinci, Chronos, Delicius, Lucane, Allelujah, Rapsoul, Herbstblatt und Jargo, die von dem Weg zur Weide wesentlich mehr angetan waren als Mrs. Pretty. Sie tänzelten allesamt glücklich herum und so musste ich mit jedem alleine gehen. Alles andere wäre mir zu gefährlich gewesen.

      Nachdem alle Pferde auf ihren Weiden standen, machte ich mich an den anstrengenderen Teil des Tages: die Boxen ausmisten. Ich musste insgesamt achtzehn Boxen ausmisten, doch zum Glück packten zwei meiner Stallarbeiter mit an und so wurden aus achtzehn Boxen, die zu säubern waren, sechs. Wir wurden schnell fertig und setzten uns dann ins Reiterstübchen, wo wir einige Zeit lang saßen, bevor wir die Pferde reinholen würden. Gleich würden wir das Osterfeuer anzünden und wenn meine Lieblinge draußen stehen würden, wäre das keine gute Idee. Letztes Jahr hatten die Pferde dabei so einen Terror veranstaltet, dass sie ab jetzt immer im Stall stehen mussten, wenn irgendeine Veranstaltung stattfand.
    • Samarti
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      Hufschmiedbesuch
      11. Mai 2013 - von Helly25
      Heute überprüfte ich Goldherz' Hufe. Ich war schon da, denn ich hatte gerade erst Herbstblatt's, Pamino's, Jargo's, Mrs Pretty's, Sonic Syndicate's, Dahiba's, Flame's, Chronos' und Da Vinci's Hufe überprüft. Ich half beim Anbinden und streichelte sie, bevor ich meine Werkzeuge holte. Sie beäugte mich aufmerksam, als ich an ihren Hufen arbeitete. Zuerst kratzte ich ihr sorgfältig die Hufe aus, dann überprüfte ich eben jene nach Beschädigungen, Entzündungen oder Ähnlichem. Danach machte ich einen Probeschnitt, bei dem ich feststellte, dass normal viel ausgeschnitten werden musste. Dann entfernte ich das lose Sohlenhorn von allen Hufen. Danach raspelte ich noch ein wenig an seinen Hufen herum, und schon waren wir auch damit fertig. Ich ließ sie probeweise ein wenig laufen. Die Hufe waren jetzt wieder normal. Ich streichelte Goldherz noch einmal, dann bereitete ich die Hufeisen vor. Sie beobachtete mich aufmerksam, während ich das Hufeisen, das ich vorher gründlich angepasst hatte, mit den Nägeln in ihren linken Vorderhuf schlug. Die Nagelenden, die auf der anderen Seite wieder herauskamen, verbog ich mit meinem Hammer. Diese Prozedur wiederholte ich auch noch mit den anderen 3 Hufen, dann benutzte ich den Knipser, um die noch aus dem Hufende herausragenden Nägel zu entfernen. Als ich fertig war, bekam Goldherz noch ein Pferdeleckerli von mir, danach prüfte ich, ob die Hufeisen auch richtig saßen, indem ich daran zog und sie kurz laufen ließ. Alles saß, wie es sollte. Kurz darauf verabschiedete ich mich auch von ihr.
    • Samarti
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      Von Deutschland nach England
      22. Mai 2013
      „Ruhig, Allelujah. Der Hänger tut dir nichts“, versuchte ich, meinen Reitponyhengst zu beschwichtigen, doch der Versuch misslang. Auch, wenn bereits fünf weitere meiner Pferde in dem Pferdetransporter standen, ließ Allelujah sich nicht dazu überwinden, ebenfalls das Fahrzeug zu betreten, damit die Fahrt endlich losgehen konnte. In diesem Moment drehte Goldherz ihren Kopf herum, um sich das Spektakel anzusehen. Auch sie war bereits verladen, was sich bei ihr als keinerlei Problem entpuppte. Sie brummelte dem Hengst leise zu, doch davon ließ sich dieser nur wenig beeindrucken. Seufzend drehte ich mich zu dem Hengst um und klopfte ihm den Hals. Ich versuchte bereits seit zwei Stunden, das Pony in den Hänger zu verladen, doch das wurde einfach nichts. Allelujah war viel zu stur, um sich auch nur einen einzigen Schritt dem Hänger zu nähren. Er tat beinahe so, als würde das Fahrzeug ihn gleich auffressen wollen. Leicht genervt führte ich Lujah zurück in seinen alten Stall, so wurde das nichts. Als er in seiner Box stand, nahm ich ihm das Halfter vom Kopf und sperrte ihn ein. Sonderlich viel Zeit für Streicheleinheiten mit ihm hatte ich jetzt nicht. Durch ihn hatte ich immerhin zwei Stunden an Zeit verloren, in denen ich schon mit den anderen Pferden hätte losfahren können.
      Schnell hatte ich mir das Halfter von Pamino geschnappt, ihn aufgehalftert und aus dem Stall geführt. Zum Glück war der Schecke wesentlich entspannter, was das Verladen antraf, denn ich war mit ihm schon oft zu Wettbewerben gefahren, was mit Lujah noch nie der Fall gewesen war. Schon nach wenigen Minuten hatte ich Pamino in den Transporter geführt und festgebunden. Da seine Box im Transporter direkt neben der seiner Mutter, Goldherz, war, war Pamino davon besonders begeistert. Liebevoll streckte er seinen Kopf, um ihn an dem der Ponystute zu reiben. Sanft lächelte ich. Es hatte so lange gedauert, bis er seine Mutter wieder bekommen hatte, doch schlussendlich war es doch geschafft. 2010 hatte ich sie an Juu zurückgegeben, als ich mir eine Auszeit von meinem Hof nehmen musste. Dort verletzte sie sich so sehr, dass Juu beschloss, sie in den wohlverdienten Ruhestand zu geben. Weihnachten letzten Jahres hatte Michelle sie mir geschenkt. Sie hatte schon immer gewusst, wie sehr mir die Stute fehlte. Sie war schon immer mein Lieblingspony, seit ich hierher gezogen war, und sie würde es auch auf ewig bleiben. Nichts konnte uns mehr trennen.
      „Wir können!“, schrie ich über den Lärm hinweg, den man von überall auf dem Hof entnahm. Erst heute hatte ich eine Verkaufsanzeige für Michelles und meinen alten Hof aufgegeben, und schon jetzt hatten sich mögliche Interessenten gemeldet. Michelle blieb derweil noch daheim, während ich mich darum kümmerte, dass alle meine Pferde verladen wurden. Hierfür hatte ich sage und schreibe drei Transporter mit jeweils sechs Stellplätzen organisieren müssen, damit alle meine Pferde unterkamen. Die Fahrt nach England war lang und so wollte ich die Strecke nicht öfter als nötig fahren.
      Der erste Transporter wurde gestartet, das leise Brummen des Motors ertönte. Langsam kam er ins Rollen und kurz darauf war er vom Hof verschwunden. Im nächsten Moment fuhr der zweite Transporter vor. „Matthew! Die nächsten Pferde!“, rief ich dem Mann zu, der mir zunickte. Er hatte meine Anweisung verstanden. Im Nu war er im Hengststall verschwunden, um die nächsten sechs Pferde zu verladen. Als er wiederkam, hielt er den Führstrick von Bel Homme in der rechten und den Führstrick von Lucane in der linken Hand. Die beiden Ponyhengste hatten glücklicherweise ebenfalls keine Probleme beim Verladen, sodass sie recht schnell in dem schwarzen Transporter verladen worden waren. Mat erschien wieder auf dem Hof und begab sich sofort wieder zum Hengststall, wo er nun Chronos und Jargo mit deren Transportsets ausstattete und dann in den Transporter führte. „Matthew, mach bitte Delicius schon einmal fertig. Ich brauche gleich Hilfe bei Allelujah. Vielleicht lässt er sich ja verladen, wenn Deli dabei ist“, bat ich meine Aushilfe. Auf seine Zustimmung hin ging ich wieder zurück zu Allelujahs Box. „Hey, Lujah.“ Meine Stimme war nur ein leises Gemurmel, als ich den Hengst aus der Box holte. Sein Transportset hatte er noch immer angezogen, sodass ich ihn nicht nochmal damit ausstatten musste. Widerwillig schnaubte der Ponyhengst. Er wusste genau, mit was er nun erneut konfrontiert wurde. Nichtsdestotrotz folgte er mir wie ein kleines Fohlen der Mutterstute, als wir zurück zum Transporter gingen. Matthew stand dort bereits und hielt Delicius' Strick in der Hand. Lächelnd ging ich auf ihn zu und formte mit den Lippen ein „Danke, du bist der Beste“, bevor ich den Versuch startete, Lujah durch gutes Zureden in den Transporter zu führen. Mat stand schmunzelnd neben uns.
      „Darf ich mal?“
      Es war keine Frage, sondern eine Aufforderung. Mürrisch gab ich mich geschlagen, ich würde Allelujah heute sowieso nicht mehr in den Transporter bekommen. Matthew drückte mir den Führstrick von Deli in die Hand und nahm wortlos den von meinem Palominohengst entgegen. Es bedurfte einer ordentlichen Portion Zuspruch von Matthew an Allelujah, bis der Palomino einen ersten Huf auf die Rampe machte, die in das Fahrzeug führte. Verwirrt stand ich daneben und beobachtete das Geschehen. Auch, wenn ich mich fragte, warum der Hengst bei Mat weiter ging als bei mir, war ich erst einmal froh darüber, dass er überhaupt Fortschritte machte. Nach und nach gingen die Beiden immer weiter in den Transporter, ich stand mit weit geöffnetem Mund daneben. Schließlich hatte Matthew es geschafft: Allelujah stand in seiner Transportbox!
      Grinsend kam mir der junge Mann entgegen und entnahm mir Delis Führstrick. Schon nach kurzer Zeit war das Pony ebenfalls in der für es vorgesehenen Transportbox und die Rampe wurde geschlossen. Ich gab dem Fahrer noch das Zeichen, dass er losfahren konnte, doch da sprang der Motor bereits an und der Pferdetransporter fuhr los. Schon kurz darauf war der zweite Transporter ebenfalls vom Hof verschwunden.
      Doch der Dritte ließ auf sich warten.

      „Fuck!“, schrie ich und schlug mit der Faust gegen die Wand. Es war inzwischen 12:30 Uhr, der dritte Transporter war noch immer nicht auf den Hof eingefahren. Matthew stand hinter mir, seine Hand verweilte beruhigend auf meinem Rücken. Doch auch das änderte nichts daran, dass der Transporter nun schon sage und schreibe viereinhalb Stunden Verspätung hatte. Völlig aufgebracht wollte ich den Telefonhörer nehmen, doch Mat war schneller und griff ihn. Er wählte irgendeine Nummer und hielt sich den Hörer ans Ohr.
      „Hello, here's Matthew. Where the fuck are you?!“
      Matthew sprach Englisch, er rief also den Fahrer an. Das wusste ich, weil unser Fahrer ausschließlich Englisch sprach – er kam aus England direkt hierher, um meine Pferde nach England zu fahren. Auch Matthew war aus England hergekommen, er würde mich wieder zurück nach Großbritannien begleiten und mir dort auf meinem Hof unter die Arme greifen. Ich konnte mir ein leichtes Lächeln nicht verkneifen und so entwich es mir. Ein schwaches Lächeln umspielte nun meine Lippen. Mat ging ungeduldig im Zimmer auf und ab.
      „We're waiting for more than four hours now.“
      Sein Ton klang ziemlich vorwurfsvoll, als würde ein Vater mit seinem Sohn schimpfen, der vier Stunden zu spät nach Hause gekommen war. Diesmal war ich es, die dem Mann beruhigend die Hand auf die Schulter legte. Ich wusste, dass Matthew leicht zu provozieren war und wollte dies auf keinen Fall herausfordern. Nicht, dass wir später gar keinen Fahrer mehr hatten.
      „Okay. See you then.“
      Er legte auf und stellte das Telefon zurück in die Ladestation, dann drehte er sich zu mir um. „Er ist auf dem Weg. Steht im Stau“, murmelte er leise und ließ sich auf einen der wenigen Stühle fallen, die noch im Wohnhaus standen. Das Haus war fast vollständig leergeräumt, da meine ganzen Möbel und Gegenstände bereits im neuen Zuhause in Kent, einer Grafschaft im Südosten Englands, waren. Nur die wenigen Möbel, die ich nicht mehr hatte, würden mit dem Grundstück einen neuen Besitzer finden. Ich zog mir einen der anderen Stühle heran und nahm ebenfalls Platz. „Wann wird er da sein?“
      Matthew sah kurz zu mir hoch, ein entschuldigender Blick machte sich auf seinem Gesicht breit.
      „In frühestens zwei Stunden.“
      Ein mulmiges Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit. „Na super“, entfuhr es mir. Wir hatten also noch zwei Stunden Zeit, um die sechs Pferde transportbereit zu machen, bis wir sie endlich verladen konnten.
      „Komm mit.“ Ich stand auf, ergriff Matthews Hand und zog ihn mit mir in den Stutenstall, wo ich ihn vor Dahibas Box stellte. „Sattel sie auf“, forderte ich ihn auf und sah zu, wie er Dahiba bereit zum Reiten machte. Währenddessen holte ich Flame aus ihrer Box, nahm sie mit zum Putzplatz und bereitete sie dort vor. Die Lusitanostute genoss die Aufmerksamkeit, ich hatte mich leider in der letzten Zeit viel zu wenig um sie gekümmert. Sie schloss die Augen, als ich mit dem Striegel in kreisenden Bewegungen über ihr glänzendes Fell fuhr, um die Massage zu genießen.
      Matthew hatte Dahiba bereits fertig gesattelt. Da Dahiba Matthew bereits kannte und sich mit ihm angefreundet hatte, war es für sie kein Problem, von ihm geritten zu werden, obwohl sie sonst nur ihre Bezugsperson an sich heranließ. Auch Flame war kurz darauf fertig und so stiegen wir beide in den Sattel. Ich wusste nicht, wie lange es her war, dass ich mit Flame ausgeritten war. In letzter Zeit hatte ich sie beinahe nur trainiert, was mir inzwischen Leid tat. Sie hatte viel zu wenig Aufmerksamkeit von mir bekommen, auch Dahiba erging es leider ähnlich. Ich nahm mir vor, mich in Zukunft wieder mehr um die Beiden zu kümmern, damit es ihnen so gut wie möglich bei mir erging.
      Als wir an Michelle vorbei ritten, bedeutete ich ihr kurz, dass wir auf einen kleinen Ausritt gehen würden, bis der nächste Transporter endlich ankommen würde. Sie verstand und nickte daraufhin. „Viel Spaß“, formten ihre Lippen noch, ehe sie sich wieder den Interessenten für das Gestüt zuwendete.
      „So endet es also“, nuschelte ich leise, doch Matthew verstand, was ich gesagt hatte. Er schenkte mir ein leichtes Lächeln. „Es musste irgendwann so kommen. Das Anwesen ist einfach zu groß für euch geworden, seitdem ihr so viele Pferde in den Ruhestand geschickt habt. In England wird es mit Sicherheit schön.“
      Ich brummelte nur ein gedämpftes „Du hast Recht“ vor mir hin, dann konzentrierte ich mich wieder auf Flame. Sie war wesentlich interessiert an der Umgebung, diesen Weg kannte sie noch gar nicht. Sonst war ich höchstens mit ihr den Weg im Wald geritten, doch jetzt waren wir gerade auf dem Weg zum Geländeparcours. Von dort aus ging es quer über einige verwachsene Felder und schließlich durch den Wald wieder zurück. Es war die perfekte Strecke, um ein wenig abzuschalten. Matthew sah ein paar Mal zu mir herüber, was ich im Augenwinkel wahrnahm. Ich wusste, dass ich mich immer auf ihn verlassen konnte. Er hatte sich vor einigen Wochen bei mir als Stallhilfe beworben, als ich eine Anzeige aufgegeben hatte, doch inzwischen war er viel mehr als das. Er ist mein bester Freund geworden und stand mir immer bei, wenn ich Hilfe brauchte. Zusätzlich hatte er immer ein paar Tipps für mich auf Lager und kannte sich mit Pferden bestens aus, manchmal kam er mit meinen Pferden sogar besser zurecht, als ich selbst. Zudem war er immer dazu bereit, ein wenig zu scherzen und heiterte mich immer wieder auf, wenn es mir nicht so gut ging, wie in diesem Moment. Lächelnd sah ich zu Matthew, dann trieb ich Flame an. Wir hatten bereits die ersten zwanzig Minuten im Wald hinter uns gelassen, wir waren gerade am Geländeparcours angekommen. Die Stute verstand sofort, was ich vorhatte und spitzte erfreut die Ohren. Grinsend schnalzte ich mit der Zunge und schon fiel der Lusitano in einen flotten Trab, der dann dem Galopp wich. Flame hatte ein wahnsinniges Tempo drauf, ich wechselte in den leichten Sitz und genoss den Moment.
      Als ich den ersten Sprung sah, ein Stapel von Baumstämmen, steuerte ich mein Pferd direkt darauf zu. Wir näherten uns dem Hindernis, während ich die Galoppsprünge zählte. Flame versammelte sich vor dem Sprung noch einmal mit großer Sicherheit, im nächsten Moment flogen wir durch die Luft. Auch, wenn dieser Moment nicht von langer Dauer war, schloss ich die Augen und kostete das Gefühl der Schwerelosigkeit vollständig aus.
      Beim Ende des Parcours parierte ich Flame durch. Widerwillig galoppierte sie noch ein Stück weiter zum Wald hin, vollführte ein paar grandiose Bocksprünge, die mich fast aus dem Sattel schmissen und blieb schließlich doch stehen. Mein Atem ging wahrscheinlich genauso schwer wie der von Flame, doch das interessierte mich zu dem Zeitpunkt relativ wenig. Viel mehr achtete ich auf das Hufgetrappel, welches sich uns näherte. Breit grinsend drehte ich mich im Sattel um, um Dahiba und den vor Freude strahlenden Matthew auf uns zugaloppieren zu sehen. Die Hannoveranerstute stoppte so abrupt, dass Matthew fast aus dem Sattel geschleudert wurde, weil er darauf absolut nicht vorbereitet war, doch er konnte sich gerade noch rechtzeitig fangen, um weiterhin auf dem Pferderücken zu bleiben.
      Lobend klopfte ich Flames Hals, was die Stute sichtlich freute. Sie schnaubte und nickte mit dem Kopf, als würde sie sagen wollen „Ich war doch super, oder nicht?!“. Ein Grinsen machte sich auf meinem Gesicht breit. Es war toll, einfach so loslassen zu können, weil man wusste, dass man dem mächtigen und starken Tier unter sich vollständig und blind vertrauen konnte.
      Nachdem auch Matthew Dahiba gelobt hatte und wir sowohl uns als auch den Pferden eine kurze Pause gönnten, ritten wir im Schritt weiter. Der Weg führte uns über Feldwege, an verlassenen Farmen und vergessenen Wiesen und Feldern vorbei. Mit einem sehnsüchtigen Blick auf das fantastische Ausreitgelände entfuhr mir ein enttäuschter Seufzer. Auch, wenn ich wusste, dass es in Kent genauso schön, vielleicht sogar noch schöner werden würde. Shepway lag direkt an der Nordsee, das Grün war endlos und es gab eine große Anzahl an Feldern sowie einen Fluss, der das Bild noch vervollständigte. Ich war bereits mehrmals dort im Urlaub gewesen und hatte mir Eindrücke von der Landschaft verschafft, bis ich vor Kurzem das Anwesen „Terosa“ gekauft hatte. Für mich war es bereits jetzt völlig klar, dass ich dort unbedingt hinziehen wollte – dabei spielte es keine Rolle, dass ich Deutschland dafür verlassen musste. Mein Traum war es schon immer gewesen, endlich nach England zu ziehen. Jetzt hatte ich mir diesen Traum erfüllt, was ich keinesfalls bereute.
      Schon bald wanderte mein altes Zuhause in unser Blickfeld. Wir ritten im langsamen Schritt zurück auf den Hof und stiegen ab. Nach kurzer Zeit waren die beiden Stuten abgesattelt und malmten zufrieden an dem bisschen Heu, was wir ihnen als Belohnung in ihre Futterraufe geschüttet hatten.
      Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 14:15 Uhr war, also musste der Transporter in einer Viertelstunde endlich da sein.
      Matthew und ich begleiteten Michelle noch ein wenig, die den Interessenten für das Grundstück dieses zeigte. Als wir dann aber den Transporter gesehen hatten, liefen wir schnell wieder in den Stall. Matthew kam mit Mrs. Pretty und Romantica neben sich wieder, ich hingegen holte Casey und Smooth'n Angel. Ich war schon gespannt, was das Pony sich diesmal wieder einfallen lassen würde. Mat hatte keinerlei Probleme damit, die Haflingerstute und Paminos Halbschwester zu verladen, auch Casey ging brav in den Transporter. Ich bereitete mich nun auf das Schlimmste vor, ich kannte es schließlich von Smooth'n Angel, dass sie alle um sich herum in die Hölle schicken wollte. Matthew stand neben mir, um mir zu helfen, falls ich seine Hilfe brauchte.
      Komischerweise ging Angel sofort in den Transporter und ließ sich auch brav von mir in ihre Transportbox bringen. Während ich noch darüber verwundert war und mich fragte, woher ihr plötzlicher Sinneswandel kam, holte Matthew bereits Flame und Dahiba aus dem Stall und verlud auch sie in den Transporter. Zu guter Letzt rannte ich noch zu Michelle und fiel ihr in die Arme. Meine Augen wurden feucht und einige wenige, salzige Tränen bahnten sich ihren Weg über meine Wangen. Michelle wusste sofort, was los war, auch ihre Augen begannen, sich zu nässen und nach weniger Zeit wurde auch ihr Gesicht von glänzenden Tränen geschmückt. Wir verharrten fünf Minuten lang so und standen dort Arm in Arm.
      „Versprich mir, d-dass du mich besuchst“, brachte ich unter Tränen hervor, meine Stimme verlor sich in einem Schluchzen. Das Mädchen nickte nur schwach und flüsterte ein leises „Versprochen“. Ich würde sie unglaublich vermissen, doch meine Tür stand für sie immer offen. „Viel Glück“, murmelte ich, meine Stimme war schwach und gedämpft.
      Ich ließ meine Arme sinken und löste mich aus der innigen Umarmung. Sowohl meine als auch Michelles Augen waren gerötet und angeschwollen, ein geschwächtes Lächeln schmückte meine Lippen. Dann drehte ich mich um, winkte Michelle ein letztes Mal und kletterte in die Fahrerkabine des Transporters, wo Matthew bereits wartete. Auch Loric, ein Freund von mir, der mir schon oft auf dem Hof geholfen hatte, saß bereits im Wagen. Ebenso wie Matthew begleitete er mich nach Großbritannien, um mir dort dabei zu helfen, mir mein neues Gestüt aufzubauen.
      Die sechsstündige Fahrt nach Shepway konnte beginnen.

      „Elisa! Wach auf, wir sind da!“
      Verschlafen öffnete ich meine Augen und blickte in ein paar dunkelbrauner Augen, die vor Freude glänzten. Es waren Matthews. „Wir sind endlich in Shepway“, murmelte er erneut und man konnte ihm das Glück aus der Stimme heraushören. Ein leichtes Lächeln entwich meinen Lippen, als ich sah, was für eine gute Laune der junge Mann hatte.
      Ich stieg auf, verließ den Transporter und befand mich auf dem Hof, den ich zuvor nur auf Fotos gesehen hatte. Es war ein Kauf gewesen, bei dem ich mich von meinem Bauchgefühl hatte leiten lassen und so, wie es momentan aussah, war es kein Fehler gewesen.
      Auf der Weide sah ich bereits Herbstblatt und Sonic Syndicate, die friedlich nebeneinander grasten. Sie wurden bereits auf die Weide gestellt, was ein ziemliches Glück für mich bedeutete. Auch Da Vinci und Rapsoul erblickte ich in der Nähe.
      Nachdem alle anderen Pferde ebenfalls auf der Weide standen, ging ich ins Haus, um mich ein wenig einzuleben. Meine Möbel standen bereits alle im Haus, die Kartons würde ich morgen auspacken. Jetzt war ich viel zu müde, um noch irgendetwas zu machen und ließ mich in mein Bett fallen. Schon nach kurzer Zeit fiel ich in einen tiefen, traumlosen Schlaf.
    • Samarti
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      Tierarztbesuch
      25. Mai 2013 - von Pharlap
      Heute hatte ich einen großen Auftrag! Samarti hatte mich gebeten alle ihre Pferde durchzuchecken und zu impfen. Ich machte also schon sehr früh morgens, direkt nach dem wir die Pferde gefüttert und auf die Weiden gestellt hatten, auf den Weg. Ich hatte alle nötigen Sachen in mein Auto gepackt, ehe ich los fuhr. Die Sportpferdezucht Terosa die Elisa mittlerweile leitete war nur eine knappe halbe Stunde von der Pferdeklinik entfernt.

      Um circa halb Neun erreichte ich den Hof. Ich parkierte mein Auto direkt neben dem grossen Zuchtstall, damit ich meine Ausrüstung zur Hand hatte. Da niemand zu sehen war betrat ich den Stall, zuhinterst entdeckte ich dann Elisas Stallburschen, der gerade eine Box ausmistete. "Guten Morgen!", rief ich und ging auf ihn zu. "Wo finde ich denn Elisa?"; fragte ich ihn. "Die ist gerade auf der Weide bei den Ponys", sagte er. Ich dankte ihm, nahm mein Arzt Köfferchen und machte mich auf den Weg zur Weide.
      Doch irgendetwas stimmte nicht. Ich sah Elisa schon von weitem. Sie stand neben dem Wallach Bel Homme und sah sich sein Bein an. Das Pony wirkte apatisch, als hätte es Schmerzen und seine Besitzerin wirkte angespannt. "Elisa", rief ich öffnete das Koppeltor und ging auf sie zu. Sie liess Bel Hommes Bein los und drehte sich zu mir um. "Du kommst gerade genau richtig!", sagte sie. Sie erzählte mir das Bel Homme heute Morgen urplötzlich gelahmt hatte. Gestern war noch alles in Ordnung gewesen, sie hatten eine Springstunde gehabt und der Wallach war super gelaufen. Sie hatten sich für das grosse Sommerturnier in der Umgebung vorbereitet. "Am besten wir bringen in den Stall, dort kann ich ihn mir besser ansehen als hier auf der Koppel", sagte ich ruhig und liess mir meine Bedenken nicht anmerken.

      Wir brachten alle Ponys in den Stall. Ich schnappte mir Romantica und Rapsoul, Elisa nahm Casey und Bel Homme. Elisas Stallbursche nahm Lucane. Wir brachten alle Ponys in ihre Boxen. Bel Homme banden wir auf der Stallgasse an. Elisa hielt den Kopf des Wallaches fest während ich mich niederkniete und sein linkes Vorderbein untersuchte. Bel Homme reagierte sehr schmerzempfindlich auf die leisesten Berührungen, er hatte auf jeden Fall grosse Schmerzen. Das Bein war dick geschwollen und fühlte sich heiss an. "Ich würde ihn gerne mal traben sehen. Am besten du lässt ihn einmal die Stallgasse rauf und runter traben", sagte ich. Elisa nahm den Braunen am Halfter und trabte mit ihm. Er folgte ihr nur unwillig und versuchte das verletze Bein nicht zu belasten, so das er fast nur auf drei Beinen humpelte. Er ging sehr stark lahm. Danach band Elisa den Wallach wieder an.

      „Ich vermute eine Verletzung der Beugesehne. Das ist die lange Sehne auf der Hinteren Seite des Unterschenkel, die über das Karpalgelenk bis hinunter zum Huf geht. Ich vermute das sie gerissen ist, aber ohne einen Kernspin ist es schwer zu sagen ob sie angerissen oder ganz gerissen ist.“, erklärte ich Elisa. Wir schwiegen eine Weile. Wir wussten beide nur zu genau wie schwerwiegend diese Verletzung war. „Ich gebe Bel Homme zuerst einmal ein Schmerzmittel und etwas zur Beruhigung damit er ruhig ist und keinen zusätzlichen Schaden anrichtet“, sagte ich und zog die Medikamente in einer Spritze auf. Ich gab Bel Homme ein Stück Karotte und ihm selben Moment kam die Spritze zum Einsatz, dann war das ganze schon vorbei. „Also es sieht so aus. Ich schiene sein Bein, danach muss sein Bein mehrmals täglich 10 Minuten mit Wasser gekühlt werden und neu eingebunden werden. Ich verschreibe ihm strengst Boxenruhe, er darf sich so wenig wie nur möglich bewegen. Nach einiger Zeit, je nachdem wie gut das Bein verheilt, darfst du anfangen ihn täglich 10 Minuten auf hartem Untergrund zu führen. Es kommt darauf an wie schwer die Beugesehne verletzt ist, es wird aber sicherlich 5 -6 Monate dauern bis das Bein verheilt ist. In dieser Zeit darf er weder auf den Paddock noch auf die Weide oder geritten werden.“ Ich machte eine Pause und fügte dann hinzu: „ Die zweite Möglichkeit wäre in einzuschläfern. Allerdings bin ich zuversichtlich dass er wieder auf die Beine kommt, aber es ist dein Pferd und die Entscheidung liegt bei dir.“

      Elisa schwieg einen Moment dann sagte sie: „ Ich möchte ihn nicht einschläfern …“ Ich nickte und holte meine restliche Ausrüstung aus meinem Wagen. „Eins sollte dir aber klar sein. Bel Homme ist 13 Jahre alt und damit kein junges Pferd mehr. Wenn alles gut verheilt könntest du ihn nach der Aufbauphase frühestens in einem Jahr wieder reiten, wahrscheinlich wir es sogar anderthalb Jahre dauern. Er wäre dann 14 oder 15 Jahre alt und das Risiko einer erneuten Verletzung der Sehne wird trotz allem sehr hoch sein. Eine Springkarriere könntest du mit ihm somit vergessen, du wirst mit ihm noch gemütliche Ausritte unternehmen können. Aber er sollte danach in den Ruhestand geschickt werden“, sagte ich.

      Elisa nickte und sagte dass ihr das klar seie. Danach kühlte ich Bel Hommes Bein, schiente es und gab Elisa Kühlgel und Antibiotika, Schmerzmittel in Pulverform und ein Beruhigungsmittel mit. „Ich komme in einer Woche wieder und sehe ihn mir nochmal an“, sagte ich ihr.

      Nachdem wir eine kurze Pause gemacht hatten, kamen nun die anderen Pferde an die Reihe.

      Als erstes war Romantica an der Reihe. Es handelte sich dabei um eine hübsche, vierjährige Scheckstute. Das junge Tier war aufgeweckt und kerngesund. Beim Impfen zappelte sie ein wenig, mit etwas gutem Zureden und einem Apfel als Erpressung hielt sie allerdings brav still. Danach entwurmte ich sie noch, das passte ihr nicht da die Paste ekelhaft schmeckte.

      Als wir fertig waren durfte Romantica wieder auf die Koppel.

      Der nächste Kandidat war ebenfalls ein Schecke, diesmal handelte es sich aber um einen hübschen 10 Jahre alten Hengst. Lucane liess sich brav überall anfassen und war auch relativ brav als ich ihm ins Maul schaute, allerdings zeigte er klar dass er davon nicht sehr begeistert war. Da Impfen kannte er schon so dass er ruhig dastand und nur kurz zusammen zuckte. Ich klopfte ihm lobend den Hals und auch er bekam einen Apfel. Abschliessend wurde er noch entwurmt, dann schickten wir ihn auf die Hengstweide.

      Den nächsten Patienten kannte ich nur zu gut. Es handelte sich dabei um Rapsoul, der lange meine RB gewesen war und dann auch einige Zeit bei mir gestanden hatte, bevor er zu Elisa umgezogen war. Ich begrüsste das Pony fröhlich und checkte ihn dann durch. Auch er war gesund und munter. Nach dem impfen und entwurmen durfte auch er zu Lucane auf die Hengstkoppel.

      Das letzte Pony aus diesem Stall war Casey. Sie war ebenfalls eine sehr junge Deutsche Reitponystute mit ihren 5 Jahren. Sie war etwas nervös, liess sich aber mit gutem Zureden untersuchen. Beim Impfen hielt Elisa sie fest und fütterte sie mit Karottenstückchen. Ich beeilte mich mit dem Impfen und noch bevor Casey reagieren konnte, war die ganze Prozedur schon vorbei. Nun entwurmten wir sie noch, dabei hob sie den Kopf und lief rückwärts, aber mit etwas Geschick und Elisas Hilfe schafften wir es sie zu entwurmen.

      Danach gingen wir zum Zuchtstall. Die Pferde standen schon ihn ihren Boxen bereit, nach dem Impfen würden wir sie nach draussen auf ihre Weiden und Paddocks bringen.

      Im Zuchtstall fing ich mit Herbstblatt an, einem schwarzem Deutschen Reitponyhengst den Elisa damals aus sehr schlechter Haltung gerettet hatte. Er hatte sich sehr gut erholt und hatte sich zu einem prächtigen Hengst entwickelt. Mittlerweile hatte er im Springen und in der Dressur Klasse S*** erreicht. Vorsichtshalber kontrollierte ich seine Beine besonders gut und liess ihn auch vortraben. Den Rücken sah ich mir auch genauer an. „Es ist wichtig seine Beine immer gut zu Kontrollieren und auch zu schützen. Er ist erst 8 Jahre alt und hat noch eine wahnsinnige Karriere vor sich, aber die hohen Sprünge sind eine enorme Belastung für ein solch junges Pferd“, sagte ich. Da ich nichts finden konnte, impfte und entwurmte ich den Hengst und ging zum nächsten Pferd.

      Als nächstes war Pamino an der Reihe, der Hengst war zwar erst vier Jahre alt, aber schon jetzt ein echter Überflieger. Er hatte eine SW und zwei FS gewonnen und ich hatte das Gefühl das er es noch sehr weit bringen würde. Zudem hatte er edelste Vorfahren. Eine solche Abstammung versprach viel.

      Ich checkte ihn durch, impfte und entwurmte ihn.

      Als nächstes waren die Hafis an der Reihe. Jargo und Mrs. Pretty waren wie alle Haflinger sehr robust und auch sie waren beide kerngesund. Aber ich erwartete auch nichts anderes den Elisa und ihr Team kümmerten sich vorbildlich um ihr Pferde.

      Sonic Syndicate war ein wirklich schickes Pony. Niemand würde denken das er einmal fast gestorben wäre. Wir hatten ihn damals gerettet und mühsam aufgepäppelt. Mittlerweile war er ein stolzer Hengst geworden und hatte sich gut entwickelt. Er war kern gesund und voller Lebensenergie. Ich impfte den Hengst und entwurmte ihn, dann durfte er auf die Hengstweide.

      Nun war Dahiba an der Reihe. Sie war das was man eine echte Schönheit nannte und ich war mehr als begeistert von ihr. Manchmal vermisste ich sie ein wenig, aber bei Elisa hatte sie es gut, wurde geliebt und verwöhnt. Dahiba war gesund, so dass ich sie impfen und entwurmen konnte.

      Dann kamen noch Flame, Chronos, Da Vinci und zum Goldherz. Alle vier waren gesund und munter, so dass ich sie impfen konnte.

      Als wir fertig waren füllte ich noch sämtliche Impfbücher aus und überreichte sie Elisa. Ich wünschte ihr alles Gute und viel Erfolg mit ihrem neuen Hof dann verabschiedete ich mich von ihr.
    • Samarti
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      Urlaubsvertretung
      25. Juli 2013 - von Ponyfreak
      „Grr, was für ein Wetter“, sagte ich und stieg aus meinem Auto, welches ich gerade auf dem Hof von Elisa Cranfield parkt hatte. Es regnete in Strömen und ein kalter Wind blies über den Hof. Ich zog demonstrativ die Kapuze meiner Regenjacke über den Kopf und marschierte schnurstracks in Richtung Pferdestall,wo ich mit einem lauten Gewieher empfangen wurde. Ich beschloss mich zuerst um Elisas Reitpferde zu kümmern,ehe mich den Zuchtpferden zu widmen. Gleich rechts vom Stalleingang sahen mir vier hübsche Scheckstute entgegen und ich lief näher zu ihnen. Anhand den Boxenschildern konnte ich erkennen, dass es sich um Smooth'n Angel, Santa Fee, Casey und Romantica handelte. Ich beschloss die drei frei in der Halle laufen zu lassen, da das Wetter zu nass war um sie auf die Weide zu stellen. So ging ich in Romanticas Box um diese aufzuhalftern. Anschließend halfterte ich Casey und Angel auf,welche mit angelegten Ohren neben mir herlief. Mit den vier Stuten am Strick lief ich nun in Richtung Halle. Dort angekommen, ließ ich sie laufen und Casey galoppierte sofort los, dicht gefolgt von Romantica und Santa Fee. Die Einzige, welche sich zuerst nicht in das Spiel einmischte,war Smooth'n Angel, welche sich lieber niederlegte und ausgiebig wälzte. Nachdem sie sich wieder aufrichtete,schüttelte sie sich und galoppierte bockend und mit zurückgelegten Ohren den anderen drei Stuten hinterher. Ein Glück, dass die Halle überdacht war! So beobachtete ich eine Weile das bunte Treiben zwischen den vier Stuten,ehe ich sie wieder zurück in ihre Boxen brachte. Nun waren die Hengste an der Reihe. Ich ging zu Delicius in die Box, um diesen aufzuhalftern, was kein Problem war.Anschließend führte ich ihn aus seiner Box und band ihn am Putzplatz an. Ich holte geschwind seinen Putzkasten und begann mit dem Putzprogramm. Zuerst bürstete ich den groben Dreck aus seinem Fell,ehe ich mit der Feinarbeit begann. Nach einer knappen halben Stunde Powerputzen glänzte und blinkte Delicious und ich brachte ihn wieder zurück in seine Box. Sein Boxennachbar Bel Homme erwartete mich schon sehnsüchtig. Als ich den Wallach aus seiner Box führte, um ihn für die Longestunde fertig zu machen, folgte er mir brav ohne zu zicken. Nachdem ich ihn ausgiebig geputzt hatte, legte ich ihm die Ausbinder an und verschnallte diese mit der Trense. Als ich nun fertig war, hakte ich die Longe ein und ging mit Bel Homme in die Reithalle. Ich stellte mich in die Mitte des oberen Zirkels und trieb den Wallach auf den äußersten Hufschlag. Dort angekommen,lief er brav im Schritt auf dem Zirkel. Nach einer Viertelstunde Aufwärmtraining,ließ ich ihn antraben und er folgte brav meinen Anweisungen. Nach einer halben Stunde wechselte ich die Hand und ließ Bel Homme angaloppieren. Dieser machte zu Beginn einen riesigen Satz und preschte buckelnd los. Da merkte man deutlich,dass das Fohlen in ihm durchkam. Nach ein paar Runden verlangsamte er sein Tempo und kaute zufrieden auf seinem Gebiss. Nun longierte ich ihn noch eine halbe Stunde,ehe ich die Longenstunde für beendet erklärte.Ich lobte ihn ausgiebig und brachte ihn zurück in seine Box nachdem ich ihn abgetrenst hatte. Nun wendete ich mich an Lucane, Allelujah und Rapsoul. Nachdem ich ausgiebig ihre Steckbriefe gelesen hatte, kam ich zu dem Entschluss, die drei ebenfalls frei in der Halle laufen zu lassen, da sie sich untereinander verstanden. So halfterte ich die drei auf und brachte sie in die Reithalle. Als ich sie losband, blieben sie zuerst fest angewurzelt stehen,ehe Lucane in einem wahrlich traumhaften Trab mit aufgestelltem Schweif an der Bande entlang zu traben. Daraufhin machte Allelujah einen Hopser nach vorne und wieherte laut hörbar durch die gesamte Halle. Rapsoul blickte daraufhin misstrauisch um sich,ehe er im gestreckten Galopp Lucane folgte, welche immer noch seine Runden auf dem äußersten Hufschlag drehte. Als nun Rapsoul dicht neben Lucane galoppierte, wurde es diesem zu bunt und schlug nach hinten aus. Da Rapsoul eine wahnsinnig gute Reaktion hatte, konnte dieser gerade noch ausweichen. Nun mischte sich Allelujah ein, welcher mit Hengsthals auf die beiden zugetrabt kam. Nochmals blieb er stehen und wieherte durch die Halle. Nun stieg er und ging auf Rapsoul los. Dieser tat es ihm gleich und die beiden Hengste mischten sich in ein Knäuel und man konnte böses Gewieher hören. Mir lief es in diesem Moment kalt den Rücken hinunter,da ich wirklich Angst um Elisas Pferde bekam. Mit einer Gerte bewaffnet kletterte ich über die Bande und ging zwischen die zwei Hengste. Als ich diese nun trennen konnte, nahm ich alle drei beim Halfter und führte diese wieder zurück in ihre Box. Nun ging ich zu Elisas Zuchtpferden. Sofort stach mir ein Schwarzbrauner Ponyhengst in das Auge, welcher laut wiehernd mir entgegensah. Ich schlüpfte in seine Box und halfterte den Hengst auf.Anschließend führte ich Herbstblatt auf den Putzplatz, wo ich ihn für eine Springstunde vorbereitete.Als alles saß,nahm ich die Zügel in die Hand und ging in Richtung Springplatz. Mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen und die Sonne spickelte hinter den Wolken hervor. Als wir nun auf dem Springplatz angekommen warn,gurtete ich nochmal nach und schwang mich in den Sattel von Herbstblatt.Mit langen Zügeln ließ ich ihn erst einmal im Schritt gehen.Anschließend nahm ich die Zügel etwas auf und ließ ihn antraben um seine Muskulatur zu lockern und aufzuwärmen. Nach einer 15-minütigen Aufwärmphase ging es an die Arbeit.Wir überwanden Steilsprünge, Oxer,Wassergräben, Kombinationen und diverse andere Sprünge ohne Probleme.Nach einer intensiven Trainingsstunde,lobte ich Herbstblatt ausgiebig, da er seine Aufgabe sehr gut gemacht hatte und führte ihn wieder in seine Box und sattelte ihn ab. Nun ging ich zu seinem Boxennachbar Pamino, welchen ich mit einer kleinen Schmuse-und Streicheleinheit verwöhnte.Anschließend war Jargo, der verschmuste Haflinger an der Reihe.Ich nahm seinen Putzkoffer direkt mit in die Box.In einer knapp einstündigen Putzsession polierte ich ihn auf Hochglanz und flocht sein Langhaar ein.Nachdem ich damit fertig war, ging ich zu Mrs. Pretty, welche als sehr kompliziert galt. Als ich ihre Box betrat,sah sie mich misstrauisch an. Als ich ihr jedoch einen Apfel anbot nahm sie diesen ohne zu zögern und ich beschloss ein wenig Bekanntschaft mit ihr zu schließen. So näherte ich ihr mir immer mehr an und streichelte sie. Als sie mehr Mut gefasst hatte, schwang ich mich auf ihren Rücken und beobachtete, was sie machte. Sie sah interessiert um sich und ich tätschelte sie.Nach einer knappen Stunde verließ ich ihre nun ihre Box und ging mit ein paar Leckerlis bewaffnet zu Sonic Syndicates Box.Als ich die große Boxentüre öffnete, trat der Kohlfuchs in das hinterste Eck seiner Box zurück und kehrte seinen Hintern in meine Richtung. Ich redete beruhigend auf ihn ein,jedoch half dies nichts.So setze ich mich kurzerhand in die gegenüberliegende Ecke und redete munter weiter über alles mögliche. So verflog die Zeit und Sonic wendete sich interessiert zu mir. Eine Weilchen später kam er mit gespitzten Ohren auf mich zu und ich lobte ihn ausgiebig mit meiner Stimme.Dies sollte für den Anfang genügen und so verließ ich wieder seine Box.Als ich zu Dahiba in die Box trat,fand ich diese gelangweilt in einer Ecke stehen.Ich halfterte sie auf und führte sie in die Reithalle,wo ich sie Freispringen ließ. Dahiba war begeistert mit bei der Sache und hüpfte wie ein großer Gummiball über die Hindernisse. Als ich sie wieder zurück in ihre Box führte,schnaubte sie zufrieden und ich lobte sie nochmals ausgiebig. Nun widmete ich mich Flame, welche ausgiebig geputzt wurde, da sie aussah, wie ein kleines Wildschwein. Man sah ihr den letzten Weidegang im Schlamm und Matsch deutlich an und deshalb war heute eine Putzsession auf dem Programm. Nach einer geschlagenen Stunde war es vollbracht und man konnte nichts mehr von Wildschwein erkennen. Nun ging ich zu Chronos, einem schneeweißen Lusitanohengst mit beachtlichem Stockmaß.Als ich seine Boxentüre öffnete,kam mir der sanfte Riese entgegen und ich halfterte ihn auf um ihn auf den Putzplatz zu führen.Als ich ihn fertig für den Ausritt gemacht hatte, begann es wieder zu regnen.Ich gurtete noch einmal nach und schwang mich in den Sattel und nahm die Zügel auf.Nun konnte es losgehen! Im gemütlichen Schritt verließen wir den Hof und ritten in Richtung Wald.Dort angekommen,nahm ich die Zügel auf und setzte mich in den leichten Sitz. Chronos verstand sofort und preschte im vollen Galopp los. Mit enorm kraftvollen Galoppsprüngen rasten wir den Wald hinunter. Wir befanden uns auf einem Art Rundweg,welcher um den Hof ging. Mit der Zeit wurden Chronos' Galoppsprünge etwas gemächlicher und ich verlangsamte sein Tempo,so dass es im flotten Trab weiterging.Nach einer weiteren knappen halben Stunde kamen wir wieder an den Hofeingang. Dieser passierten wir im Schritt und ich lobte den Hengst, da er sehr artig auf unserem gemeinsamen Ausritt war.Als ich ihn abgesattelt hatte,brachte ich ihn in seine Box und verabschiedete mich von ihm.Sein Boxennachbar Da Vinci erwartete mich schon sehnsüchtig. Nachdem ich im rasanten Tempo den kleinen DRP-Hengst für die Dressurstunde fertig gemacht hatte,nahm ich die Zügel der Kandare in die Hand und lief in Richtung Reithalle.Dort angekommen,gurtete ich nochmals nach und stieg dann auf.Die 15-minütige Aufwärmphase verflog wie im Flug und ich machte mich daran mit Da Vinci,welcher sehr kooperationsbereit war, schwierige Lektionen aus der S-Dressur, wie etwa die Piaffe, Passage oder den fliegenden Galoppwechsel, zu üben. Dies klappte sehr gut und ich war begeistert von seinen federleichten und doch sehr kraftvollen Bewegungen.Nachdem ich die Dressurstunde beendet hatte und den Hengst versorgt hatte, war es bereits dunkel geworden. Nun war noch Goldherz an der Reihe, mit welcher ich einen kleinen Spaziergang unternehmen wollte. Ich halfterte sie auf und führte sie in Richtung der Weiden.Ab und zu legten wir während unserem kleinen Spaziergang eine Pause ein, in der die Scheckstute etwas grasen konnte. Nach einer Stunde brachte ich sie wieder zurück in ihre Box und verabschiedete mich von Elisas Pferden. Anschließend stieg ich in mein Auto und verließ den Hof.
    • Samarti
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      Alte Bekannte
      05. November 2013
      „Damit wären wir fertig!“, triumphierte ich und hörte selbst den Stolz, der in meiner Stimme mitschwang heraus, als ich auf meinen Hof sah. Matthew, der neben mir stand, grinste mich erfreut an. „Ja. Hat auch lange genug gedauert … but we've done it!“ Ich lächelte leicht. Er hatte es sich angewöhnt, fast nur noch Englisch zu sprechen, da wir inzwischen in Kent, einem kleinen Küstenort im Südosten Englands, lebten.
      Ich wendete meinen Blick von der Reithalle, die heute Morgen fertig gestellt worden war, ab und begab mich auf den Weg zum Parkplatz, denn wir hatten gerade Besuch bekommen.
      Es war ein braunhaariger, junger Mann. Schon vom Weiten erkannte ich die Grübchen, die entstanden, wenn er grinste. Ohne es zu erkennen, wusste ich, dass seine Augen glänzten, als er mich erblickte.
      „Hey“, flüsterte er mir charmant ins Ohr, als ich bei ihm angekommen und ihm in die Arme gefallen war, „schön, dich zu sehen.“ Ich grinste wie ein Honigkuchenpferd, so froh war ich, ihn wiederzusehen.
      „Hallo, Harry“, murmelte ich in seine Schulter, an der mein Gesicht verweilte, und hob dann wieder den Blick, nachdem ich ein letztes Mal seinen wohlriechenden Duft eingeatmet hatte.
      Er legte die Hände an meine Hüfte und drückte mich leicht weg, um mich zu mustern. Ich fühlte mich ein wenig unwohl, als sein Blick über meinen Körper schweifte, doch dann sah er mir wieder in die Augen, sodass ich sofort in dem Olivgrün seiner versank. „Gut siehst du aus.“
      „Danke, gleichfalls“, erwiderte ich und hielt mich kurz. Er sah wirklich gut aus, hatte er sich ziemlich verändert, seit ich ihn das letzte Mal gesehen hatte. Die dunkelbraunen Haare waren perfekt gestylt, kein Haar stand irgendwie zur Seite ab. Er war ebenfalls ziemlich gewachsen, er war nun um Einiges größer als ich.
      „Wie kommt's, dass du mich besuchst? Ich meine … wir haben uns bestimmt fünf Jahre nicht gesehen.“
      Das letzte Mal, dass ich Harry begegnet war, war ich gerade dreizehn Jahre alt geworden. Er war damals bereits fünfzehn und ich hatte ziemlich lange für ihn geschwärmt. Seine Schwester war damals meine beste Freundin gewesen und so waren wir uns irgendwann näher gekommen und hatten uns ziemlich gut angefreundet, bis er schließlich mein bester Freund war. Nachdem er allerdings mit seiner Familie weggezogen war, als er gerade sechzehn geworden war, hatten wir nur noch per Facebook Kontakt gehabt. Dieser verschwand aber auch immer weiter, bis wir schließlich gar nichts mehr mit dem Anderen zu tun gehabt hatten.
      „Ich habe deinen neuen Hof im Internet gefunden und da wir uns ziemlich lange nicht mehr gesehen haben … hatte ich mir gedacht, komme ich dich einfach mal besuchen.“ Er lächelte mich an und ich konnte nicht anders, als das Lächeln zu erwidern. „Das freut mich“, brachte ich hervor und winkte dann Matthew zu mir, um die Beiden miteinander bekannt zu machen. Matthew schlenderte lässig zu uns rüber, seine Augen blitzten skeptisch auf. „Hallo“, begrüßte er Harry kurz angebunden und hielt ihm anscheinend eher widerwillig als erfreut zur Begrüßung die Hand hin.
      Harry tat, als würde er dies nicht bemerken, schenkte Matthew sogar noch ein freundliches Lächeln und ergriff die Hand. „Hey.“
      Ich wagte einen kurzen Seitenblick zu Matthew, dessen Miene wie versteinert war. Er schien ein ziemliches Problem mit Harry zu haben, doch ich wusste nicht, wieso.
      Mat ging nach einiger Zeit wieder weg und verschwand im Haupthaus, während ich Harry die Ställe zeigte.
      Als wir im Hengststall waren und Harry sich gerade Pamino anschaute, der frech über seine Boxentür blickte, erklang ein kehliges Wiehern aus dem Nebengebäude. Harry blickte auf und ging, ohne irgendetwas zu sagen, in den Stuten- und Wallachstall, wo er auf Casey traf. Die Ponystute hatte es wieder geschafft, ihre Boxentür zu öffnen und stand vor der Box von Goldherz. Dem Anschein nach zu urteilen versuchte sie, Goldherz' Boxentür ebenfalls zu öffnen, doch dies gelang ihr nicht. Ich lächelte leicht, dann brachte ich Casey wieder in ihre Box. Das Pony versuchte, zu protestieren und stemmte zuerst die Vorderbeine in den Boden, doch nach einigen Versuchen gelang es mir, sie wieder in ihre Box zu verfrachten. Dann öffnete ich sowohl das Tor zum Paddock als auch das Verbindungstor zwischen Paddock und Weide. Das Gleiche tat ich auch bei Dahiba, Flame und Dajeen, sodass alle vier Stuten nun auf die Weide gehen konnten. Dajeen wich ihrer Mutter nicht von der Seite, und ich beobachtete lächelnd das Geschehen, ehe ich aus meinen Gedanken gerissen wurde.
      Goldherz scharrte ungeduldig in den Sägespänen herum. Ich ging zu ihr und streichelte sanft über ihre Stirn, woraufhin sie sich an mich schmiegte. Ich liebte diese Stute; und ich wusste, dass diese Liebe bedingungslos war. Sie würde für mich ins Feuer gehen, und ich würde für sie ins Feuer gehen. Leise brummelte Goldherz und schnaubte kurz darauf, bevor sie mich spielerisch anstupste. Lachend trat ich einen Schritt zurück und öffnete die Boxentür, nur, um sie hinter mir wieder zu schließen und auch Goldherz den Zugang zur Weide ermöglichte. Gemächlich schritt die Stute an mir vorbei und beobachtete mich dabei, bevor sie losgaloppierte und mit einer Vollbremsung bei den anderen zum Stehen kam. Kurz darauf hatte sie schon den Kopf gesenkt und fraß genüsslich das letzte Gras, das der Sommer dagelassen hatte. Bald würde der Winter anbrechen und das hieß auch hier, dass es kalt werden würde und die Pferde die Nacht vorerst in ihren Boxen verbringen mussten.
      Auch Santa Fee machte sich nun bemerkbar und als ich auf sie zuging, trat sie energisch gegen die Boxentür. „Pscht!“, zischte ich ermahnend, weshalb das Pony sofort aufhörte. Auch sie hatte ich ziemlich lieb gewonnen. Ursprünglich war sie ein Import aus Amerika, wo eine Farm aufgelöst wurde, doch sie hatte es mir sofort angetan. Weshalb, wusste ich nicht – aber irgendwie hatte sie das gewisse Etwas.
      Kurz darauf begab auch sie sich auf den Weg zu den anderen Stuten auf die Koppel. Auch Romantica gesellte sich kurz darauf zu ihnen.
      Als ich gerade das Stallgebäude verlassen und das Nächste betreten wollte, schlangen sich von hinten zwei kräftige Arme um meine Taille. Heißer Atem kitzelte mir im Nacken und ich begann, zu kichern. „Harry, lass das!“, murrte ich und versuchte, mich aus seinem Griff zu befreien. Wie nicht anders zu erwarten war, schlug der Versuch fehl. Irgendwann ließ der Lockenkopf mich dann doch los und ich durfte in den Hengststall gehen, während er mich wie ein kleiner Hund verfolgte. Schnell waren auch Pamino, Sonic Syndicate, Herbstblatt und Rapsoul auf der Weide verschwunden. Seufzend sah ich Rapsoul hinterher. Er war erst vor einiger Zeit gekört worden, und ich war mächtig stolz auf ihn, doch noch hatte er keine Nachkommen. Ich hoffte, das in naher Zukunft ändern zu können. Auch Da Vinci verließ schnell seine Box und betrat die Weide. Chronos tänzelte schon ungeduldig in seinem Paddock herum, während die anderen Hengste auf die Weide stürmten, deshalb verließ auch er schnell seinen Paddock, als ich das Tor zur Weide öffnete. Zufrieden betrachtete ich die Pferde und Ponys, wie sie friedlich auf der Weide grasten, bevor ich mich Harry zuwandte, der mich grinsend ansah. „Was ist?“, fragte ich verwirrt und sah an mir herunter, konnte jedoch nichts feststellen. „Nichts“, winkte er ab und ich gab mich widerwillig zufrieden. Wenn er meinte. Schweigend gingen wir nebeneinander ins Haus, wo wir uns ins Wohnzimmer setzten und den Fernseher einschalteten. Es lief mal wieder nichts vernünftiges, abgesehen von irgendwelchen dämlichen Soaps, die mich immer wieder an „Mitten im Leben“ oder „Familien im Brennpunkt“ erinnerten, doch sowas wollte und musste ich mir nicht antun.
      Irgendwann bemerkte ich, dass Harry mir immer näher rückte und mich schließlich an sich zog. Müde kuschelte ich mich an ihn und schloss die Augen, bevor ich sie wieder öffnete, um zu sehen, wer die Tür so zugeknallt hatte. Matthew hatte gerade das Haus betreten und sah Harry mit einem finsteren Blick an, weshalb ich nur verwirrt die Augenbrauen hochzog und ihn fragend ansah. Bevor er mich angesehen hatte, war er allerdings schon in sein Zimmer verschwunden.
      „Ich muss da mal hinterher“, murmelte ich leise und löste mich aus Harrys festem Griff, was mir erst nach einigen Versuchen gelang. Unsicher machte ich mich auf den Weg zu Matthews Zimmer. Vorsichtig klopfte ich an die Tür und vernahm nur ein schwaches „Herein“, weshalb ich die Türklinke langsam herunter drückte und die Tür öffnete.
      „Was ist los?“, fragte ich, während ich noch auf Matthew zuging, der auf seinem Schreibtischstuhl saß und den Kopf in die Hände gestützt hatte. Müde blickte er auf und seine Augen waren ungewöhnlich matt.
      „Was ist los?“, wiederholte ich mich, diesmal etwas lauter. Er schüttelte nur leicht den Kopf und stand im nächsten Moment auf. Kurz darauf stand er schon hinter mir und flüsterte mir leise eine Frage ins Ohr, die mich erschaudern ließ.
      „Liebst du ihn?“
    • Samarti
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      Weihnachten auf dem Gestüt
      24. Dezember 2013
      „Unser erstes gemeinsames Weihnachten“, murmelte ich leise und betrachtete den riesigen, noch ungeschmückten Weihnachtsbaum, der den Weg in unser Haus gefunden hatte. Matthew und Harry brummelten mir zustimmend irgendetwas zu, während sie am großen Tisch saßen und Armdrücken spielten. Sie wollten unbedingt wissen, wer von den Beiden der Stärkere war. Seufzend drehte ich mich wieder von ihnen weg und befestigte eine weitere Christbaumkugel an einem der Zweige. Im Hintergrund lief leise Weihnachtsmusik und die letzten Töne von „Let It Snow“ erklangen gerade, als das nächste Lied angespielt wurde.
      „Mach das aus!“, schrie ich nahezu und fuchtelte wild mit den Armen in der Luft herum, was dazu führte, dass mein Gleichgewichtssinn sich verabschiedete. Ich konnte mich gerade noch so auf der Leiter halten, ohne umzukippen und stieg schließlich die Stufen herunter, um mich auf den Weg zum Radio zu machen.
      „Schalt es ab“, wiederholte ich knurrend und suchte den Lautstärkeregler des Radios.
      „Was hast du denn gegen Last Christmas?“ Matthew sah mich verwundert an, seine Augenbrauen schossen fragend in die Höhe.
      „Ich hasse es einfach. Es ist nervig.“
      „Ich finde es schön“, protestierte Lucy und ich warf ihr einen tödlichen Blick zu, um sie zum Verstummen zu bringen. Im nächsten Moment musste sie laut lachen. Nein, meine Blicke konnten leider nicht töten.
      „Macht es einfach aus“, stimmte Joline mir zu, „ich finde es auch scheußlich. Jedes Jahr dasselbe, dämliche Lied. Ich kann es nicht mehr hören.“
      Ich sah sie lächelnd an, dankte ihr dafür und beobachtete Harry, der auf einen anderen Sender umschaltete. Als er sich zu mir umdrehte, zierte ein belustigtes Grinsen sein Gesicht.
      „Da haben sich die Radiosender wohl gegen dich verschworen.“
      Ich stöhnte genervt auf und ließ mich auf einen der Stühle fallen, die im großen Wohnzimmer verteilt standen. Mein Gesicht vergrub ich demotiviert in meinen Handflächen und ein lauter Seufzer verließ meinen Mund. Es konnte doch nicht wahr sein, dass auf jedem gottverdammten Sender dieses nervtötende Lied gespielt wurde! Ein wunderbarer Weihnachtstag, ein wunderbarer Heiligabend wegen diesem wunderbaren Lied. Man bemerke bitte die Ironie in dieser tatkräftigen Aussage.

      „Beverly und Dajeen sind bereits in ihren Boxen. Was ist mit Goldherz und Casey?“ Harry lief unruhig auf und ab, verwirbelte dabei einige Strohhalme in der Stallgasse, die soeben gefegt worden war. „Goldherz steht in ihrer Box. Casey muss noch hereingeholt werden, Romantica auch. Machst du das bitte eben?“, bat ich ihn und händigte ihm die zwei Halfter aus, die für die beiden Reitponystuten bestimmt waren. Er nickte und verschwand nach draußen. Es würde laut Wetterberichten eine kalte Weihnachtsnacht werden, weshalb die Pferde und Ponys die Nacht in den Ställen verbringen würden. Der Regen dürfte in Folkestone auch nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Dieses Jahr gab es wohl keine weiße Weihnacht. Danke, Erderwärmung.
      Nur kurze Zeit später erschien Harry mit den beiden Scheckstuten im Stalltrakt und führte sie in ihre warmen, frisch eingestreuten Boxen. Ich seufzte bei dem Gedanken daran, dass wir wahrscheinlich bald wieder umziehen würden. Eigentlich wollte ich dies nicht, doch ich hatte eine kleine Ranch in Aussicht, ganz in der Nähe von diesem Gestüt. Sie war gemütlich und wurde nur verkauft, weil die ehemaligen Besitzer verstorben und keinerlei Erbanwärter vorhanden waren, weshalb sie schließlich zwangsversteigert werden musste. Ich hatte mich sofort in diese Ranch verliebt, aber … es war schwierig, vom Gestüt The Mountain Yard loszukommen. Schließlich wohnten wir hier erst seit einem halben Jahr, doch ich bemerkte, dass die Anlage einfach zu groß für uns war. Wir hielten nur siebzehn Pferde, und für diese reichte die kleine Ranch in Dover in der Nähe der Kreidefelsen vollkommen aus. Dann würde ich das Gestüt hier wohl oder übel verkaufen müssen.
      Ein wenig Hufgetrappel ertönte, als ich mich umdrehte und nach draußen sah. Dort standen Flame und Dahiba, fertig geputzt und gesattelt. Sie warteten nur noch darauf, ihre Trensen übergezogen zu bekommen, dann würden wir in einen kurzen Ausritt starten. Sie brauchten ihre Bewegung.
      Mein Reithelm saß fest auf meinem Kopf, als ich auf Dahiba aufstieg und Joline neben mir das Gleiche bei Flame tat. Es war kühl und ich fror ein wenig, hatte ich doch nur einen Sweater angezogen, aber das musste nun sein. Augen zu und durch!

      Nach nicht sehr viel Zeit trafen wir wieder auf dem Hof ein. Die Dämmerung brach schon an, als die beiden Stuten in ihren Boxen standen und es schien, als würde sich bald die Nachtdecke über Folkestone niederlassen. Der Himmel war in eine bunte Mischung aus verschiedensten Farben getaucht worden, und kurz gesagt: Es war wunderschön.
      „Rapsoul, Pamino und Sonic Syndicate sind in den Boxen. Holt bitte noch Herbstblatt, Chronos und Da Vinci rein!“, wies Charles Neill und Mason an, die sofort auf seine Anweisung hörten und auf der Weide verschwanden, um besagte Hengste in die Boxen zu bringen.
      „Hat sich Dusk Till Dawn gut eingelebt?“, wandte sich der Ausbilder und oberste Stallmeister nun an mich und ich nickte nur leicht. „Ja. Trotz der Tatsache, dass er erst seit einem Tag hier ist, macht er sich wahnsinnig gut.“
      „Das ist schön zu hören. Monsta muss noch in die Box!“, rief er Harry zu und klatschte in die Hände, um alle auf sich aufmerksam zu machen. „Elisa, hol du Nacromancer in the Dark in den Stall. In Ordnung?“ Ich nickte erneut. Obwohl er für mich arbeitete, war er so etwas wie ein Vater für mich und half mir oft dabei, alles geordnet zu halten.
      Meine Beine trugen mich eilig auf die Hengstweide und mit einem kurzen 'Klick' sprang der Karabinerhaken ein, sodass Nacros Halfter nun fest auf seinem Kopf saß. Es war eigentlich unnötig, denn der Hengst folgte mir auch so. Dennoch ging es so schneller.
      Es war bald schon in seiner Box und die Pferde waren alle versorgt worden – inklusive einer kleinen Weihnachtsüberraschung, die sie in ihren Trögen fanden.

      „Sie erinnert mich an ein kleines My Little Pony“, lächelte ich Matthew zu und deutete auf das Bild einer Criollo-Tinker-Mix Stute, die momentan zum Verkauf stand. Ich hatte sofort ein Auge auf sie geworfen und mich um sie beworben, doch ich war nicht die Einzige, die sie haben wollte. Dennoch hoffte ich auf das Beste.
      „Lass uns zu den Anderen“, murmelte Matthew und strich mir sanft über den Rücken. Ein kleiner Schauer lief mir über diesen und ich musste augenblicklich noch breiter lächeln.
      „Gerne“, erwiderte ich, stand auf und zögerte dann., bevor ich wirklich zu den Anderen ging und ihn hinter mir herzog. Und so verbrachten wir einen ganzen Abend mit leckerem Weihnachtsessen, einer wunderschönen Bescherung und einem ebenso wunderbaren Heiligabend. Trotz der Tatsache, dass wir in England waren, behielten wir noch deutsche Traditionen bei uns – mal sehen, wie lange die noch anhalten würden.
    • Samarti
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      Tierarztbesuch
      02. Januar 2014 - von Eddi
      Ich gähnte müde und las in Ruhe noch meine Zeitung zu Ende, ehe ich mich allmählich für die Arbeit fertig machte. Der Tag begann früh und draußen war es noch nicht einmal hell, als ich mich daran machte, im Auto alle vorhandenen Materialen zu überprüfen. Gerne kam einmal ein Notfall per Anruf rein, wenn man gerade unterwegs war und dann sollte wirklich alles dabei sein, damit man nicht unnötig Zeit verlor. Nachdem ich noch meine Tasse Kaffee ausgetrunken hatte, machte ich mich auch schon auf den Weg zu meinem ersten Kunden. Wieder führte mich mein Terminplaner zu Elisa, wo zwei Patienten auf mich warten würden. Pünktlich sieben Uhr traf ich dann auch schon auf ihrem Gestüt ein und trotz der frühen Stunde lief dort schon alles auf Hochtouren. „Tja, Eddi, nicht nur zu hast einen wichtigen Job zu erledigen.“ lachte mich Elisa fröhlich an, als sie mich entdeckte. Da fiel mir auch wieder ein, dass sie ja Pferdetrainerin war und das sehr erfolgreich, was wiederum einiges an Kundschaft bedeutete. Ich begrüßte sie lachend und folgte ihr dann in den Stall. „Kennst du Pamino noch?“ fragte sie neugierig und band den Reitponyhengst am Putzplatz an. Ich musterte ihn kurz und dann machte es Klick, mit Selbstverständlichkeit bejahte ich ihre Frage, denn ich konnte mich sogar noch daran erinnern, als der Hengst noch ein kleines Fohlen gewesen war. „Ein Goldherz-Fohlen.“ murmelte ich lächelnd und machte mich vorsichtig mit dem Hengst bekannt. „Na dann wollen wir mal.“ kündigte ich ihm an und begann damit, seinen Kopf abzutasten. Ich überprüfte die Atemwege und die Nüstern auf Verschleimungen, kontrollierte bei dem Hengst den Pupillenreflex und warf einen Blick in seine Ohren. Doch alle Sinnesorgane waren in Ordnung, so dass ich den Hengst weiter begutachten konnte. Ich tastete seinen gesamten Körper ab, damit mir keine Auffälligkeiten entgangen, doch auch dort war alles okay. Hier und da hatte er ein paar Schrammen, aber bei einem Hengst der fast 24 Stunden mit anderen Kerlen auf der Weide stand, war das normal. Die Jungs zickten sich gerne einmal untereinander an. „Und am Bauch ist er kitzlig.“ stöhnte ich, kurz nachdem ich mit einer Haaresbreite dem Tritt des Hengstes entgangen war. Ich tätschelte ihm beruhigend den Hals und machte mich daran, die Spritzen aufzuziehen. Elisa platzierte sich schon am Kopf des Hengstes, um ihn festzuhalten, denn sicher war sicher. „So, jetzt kommt der böse Onkel Doktor.“ lachte ich und kraulte Pamino noch ein wenig, während ich die passende Stelle suchte. Erschrocken zuckte der Hengst zusammen, als ich ihm die Impfung gegen Influenza gab. „Das war der erste Streich und der zweite folgt so gleich.“ murmelte ich und setzte die Tetanusimpfung direkt hinterher. Dann durfte Pamino sich kurz wieder entspannen, ehe noch zwei Spritzen gegen Herpes und Tollwut folgten. Erst dann hatte er es fast geschafft, nur der letzte Kampf musste noch bewältigt werden. „Er liebt das Zeug.“ grinste Elisa und ich dachte sie hätte einen Spaß gemacht, doch tatsächlich nahm Pamino die Wurmkur ohne Probleme an und verzog das Gesicht in keinster Weise. „Da ist er aber auch das einzige Pferd auf der Welt.“ meinte ich erstaunt und verabschiedete mich von meinem ersten Patienten. Während Elisa ihn wegschaffte, kümmerte ich mich um die neuen Spritzen und Geräte. Nun durfte ich Goldherz besichtigen und das war wirklich eine Ehre, denn Elisa ließ nur ungern jemand Fremden an ihre Lieblingsstute heran. Wieder begann ich mit der Grunduntersuchung und schaute mir Augen, Nüstern und Ohren an. Außer leicht verschleimten Atemwegen ging es der Stute aber prima. „Ich glaube da hat jemand zu viel im Stroh gewühlt.“ lächelte ich, denn nachdem ich die Nüstern mit einem Tuch gesäubert hatte, sah man eindeutig, dass Goldherz eigentlich nur Dreck und Strohstaub in den Nüstern hatte. Da dort alles okay war, tastete ich noch den restlichen Körper ab. Besonders bei ihrer vorderen Beugesehne schaute ich genau, denn Elisa hatte mich kurz vorher schon darauf hingewiesen, dass Goldherz dort eine Verletzung gehabt hatte. Nun hatte Elisa wieder mit dem leichten Training begonnen und ich sollte überprüfen, ob trotzdem alles okay war. Vorsichtig tastete ich mich dort entlang, doch nichts war dick oder warm. Ich machte die übliche Beugeprobe, aber dabei konnte ich nichts entdecken. „Magst du sie mir einmal vorführen?“ fragte ich Elisa, welche nickte und die Stute einmal im Schritt und einmal im Trab die Stallgasse entlang führte, ehe sie sie wieder anband. „Okay, also ich denke dort ist alles in Ordnung und wenn du das Training wirklich nur allmählich steigerst, dann sollte es dort keine Probleme mehr geben. Wenn du mehr Sicherheit magst, können wir es aber noch röntgen.“ erklärte ich und Elisa nickte. Ich verschwand kurz, um mein mobiles digitales Röntgengerät zu holen und begann es dann vor Goldherz aufzubauen. Das ging alles ganz schnell und genauso schnell hatte ich die Beugesehne der Stute geröntgt. Kurze Zeit später konnte ich die Röntgenbilder mit Elisa auswerten. „Dort ist sie... Da sieht man noch die leichte Veränderung von der Verletzung, aber man sieht auch, dass es wunderbar verheilt ist. Sie scheint also wieder vollkommen okay.“ lächelte ich und Elisa schien ein Stein vom Herzen zu fallen. Ich packte meine Geräte wieder zusammen und machte mich noch an das Impfen der Stute. Schnell bekam auch sie noch ihre vier Spritzen und ließ diese brav über sich ergehen. Kurze Zeit später war auch Goldherz gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut geimpft. Zu guter Letzt bekam auch sie noch ihre Wurmkur, welche sie zwar nicht so gerne nahm wie Pamino, sie aber immerhin ohne großen Widerstand akzeptierte. Ich lobte die Stute ausgiebig und verabschiedete mich von ihr, als Elisa sie wegschaffte. Ich packte meine Sachen wieder zusammen und verabschiedete mich von Elisa. „Bis nächstes Mal!“ rief ich noch lachend, als ich ins Auto stieg und zu meinen nächsten Patienten fuhr.
    • Samarti
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      Der Umzug nach Penzance
      11. Januar 2014
      Mit emotionslosem Blick betrachtete ich das bunte Treiben auf dem Gestüt The Mountain Yard. Es war noch hektischer und lauter als sonst. Dabei war es erst sechs Uhr in der Früh, doch wir alle mussten uns auf den Umzug vorbereiten. Mit einem lauten Seufzer zog ich mir schließlich meine Jacke über, schlüpfte in meine Schuhe und schnappte mir meinen Schlüssel, bevor die Haustür lautstark hinter mir zuknallte und ich ins Freie trat. Mir wurde kaum Beachtung geschenkt – waren doch alle mit dem Verpacken von Ausrüstung, dem Verladen der Pferde oder sonst irgendwelchem Kram beschäftigt, der uns auf den Umzug vorbereiten sollte. Es standen nur noch vier Pferde auf dem Hof, besser gesagt vier Ponys. Goldherz brummelte mir aus ihrer Box zu, als sie mich erblickte und damit auch die paar Karotten in meiner Hand sah. Ich bewegte mich mit langsamen, ruhigen Schritten auf die Boxentür meiner Stute zu und streichelte sanft über ihr weiches Winterfell, das auf ihrem Nasenrücken wuchs. „Na, Liebling?“, murmelte ich leise und meine Hand wanderte zu ihren Ohren, die ich kraulte. Ein stummes Lächeln schlich sich auf mein Gesicht, als Goldherz ihre Augen schloss, tief ausatmete und den Kopf ein wenig senkte. Dann jedoch wurden ihre dunkelbraunen Augen wieder sichtbar und ein kleiner Ponykopf rieb sich behutsam an meinem Oberarm, bevor Goldherz sich mit ihrem Kopf an mich lehnte und erneut tief ausatmete. Ich entspannte mich für einen Moment, vergaß den Umzugsstress und den Trubel auf meinem Hof und konzentrierte mich nur auf das gescheckte Pony vor mir. Goldherz war schon immer der Liebling meiner Pferde gewesen. Bereits vor einigen Jahren hatte sie ich zuerst erblickt und sie daraufhin gekauft. Ich hatte keine Kosten und Mühen gescheut, um aus ihr die Stute zu machen, die sie heute ist. Ich hatte sie krönen lassen, mit mir hatte sie mehrere Schönheitswettbewerbe und Turniere bestritten und Schleifen nach Hause bringen können. Ich war jedes Mal dabei, wenn sie ein Fohlen auf die Welt brachte. Leider war ich auch diejenige, die völlig überstürzt das Land verlassen hatte. Goldherz fand zwar einen Platz bei Juu, verletzte sich aber beim Springen an der Beugesehne und Juu beschloss, sie zu ihrem Wohl auf die Gnadenweide zu stellen. Niemand hatte eigentlich Hoffnung gehabt, dass die Verletzung wieder abklingen würde – war doch nicht mit ihr zu spaßen. Doch Weihnachten 2012 hatte Michelle mir das wohl beste Weihnachtsgeschenk gemacht, das sie mir hätte machen können. Sie war mit einem Tierarzt und joe zu Juu gefahren, um Goldherz abzuholen. Ihre Verletzung war zu dem Zeitpunkt nicht mehr besonders schwerwiegend gewesen und sie konnte langsam wieder mit dem Training beginnen. Nun, irgendwann hatte Michelle mir erzählt, dass sie eine Überraschung für mich hätte. Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass sie mir tatsächlich Goldherz wiederholen konnte.
      Aus der Nebenbox ertönte ein empörtes Schnauben und Goldherz hob ihren Kopf, um Casey einen giftigen Blick zuzuwerfen. Sie war zwar die Mutter des Grauschecken, doch wenn Goldherz ein wenig Aufmerksamkeit bekam und ihr die jemand wegnehmen wollte, wurde sie zickig und beinahe eigen. Ein erneutes Lächeln zierte meine Mundwinkel, während ich Goldherz eine Möhre zusteckte und sie diese genüsslich zermalmte. Die Zeit nutzte ich, um mich Casey zu widmen. Diese studiere mich aufmerksam, als ich auf sie zulief und mit der Möhre vor ihrem Kopf wedelte. Ihre blauen Augen verfolgten wachsam diese und ich konnte sehen, wie ihr förmlich das Wasser im Mund zusammenlief. Dennoch machte sie keine Anstalten, mir die Karotte aus der Hand zu ziehen, weshalb ich sie ihr schließlich doch selbst gab und ihr den Hals klopfte. Mein Weg führte mich zur nächsten Box, in der sich Romantica befand. Sie war heute Morgen bereits versorgt worden und trotz der Tatsache, dass sie durch den Koppelzaun gesprungen und ihre Verletzung somit erst drei Tage her war, sahen ihre Schnittwunden nicht mehr gänzlich so schlimm aus wie zu Anfang. Auch die Prellung am Bein hatte nachgelassen und sie dürfte die Fahrt problemlos überstehen. Romantica bekam ebenfalls eine Möhre zugesteckt, ebenso wie Monsta, die in der vierten Box im Stutenstall stand. Kurz darauf verließ ich diesen Stalltrakt wieder und lief in die anderen beiden. Es herrschte gähnende Leere. Selbst die Büros im Stall waren bereits ausgeräumt worden, alle Unterlagen waren verschwunden. Hier gab es nichts mehr zu sehen.
      Es tat mir in der Seele weh, zu wissen, dass ich dieses Gestüt verkaufen müsste. Ich wusste nicht, was mich dazu gebracht hatte, das Gestüt mit dem Namen Crown Hill Stables zu kaufen. Es war wahrscheinlich diese Verlockung, wieder etwas Neues zu erleben – aber sie gefiel mir um Längen besser als das Gestüt The Mountain Yard und so beschloss ich, dieses zu verkaufen und einen erneuten Umzug zu wagen.
      „Elisa?“, riss Matthew mich aus meinen Gedanken und ich drehte mich ruckartig um, weshalb ich fast in ihn prallte. „Ja?“, brachte ich heraus und sah ihn mit gerunzelter Stirn an. Auch er schien nicht sonderlich gelassen zu sein, ihn schien der Umzugsstress ebenso mitzunehmen wie mich. Trotz der Tatsache, dass das neue Gestüt sich im Südwesten Englands in Penzance befand, hatten viele meiner Mitarbeiter beschlossen, mich zu begleiten. Bereits zuvor hatte die Mehrzahl von ihnen bei mir auf dem Gestüt gelebt, so würde es auch in Zukunft sein. Mich überraschte dies zwar, doch vielmehr freute ich mich darüber. Die Stallburschen würden mich nicht begleiten, ebenso wie zwei meiner Jockey abgesagt hatten. Dies taten auch drei weitere Ausbilder, was mich zwar etwas trauriger stimmte, aber nicht umbringen würde. In Penzance gab es mit Sicherheit auch gute Ausbilder, die ich mir an Land ziehen könnte.
      Aber Harry würde uns verlassen. Ihn zog es wieder nach London, wo er zuvor bereits gewohnt hatte und wie Matthew mir gerade mitteilte, war es für mich an der Zeit, mich nun von dem Ausreißer zu verabschieden.
      Mit trägen Bewegungen schritt ich auf Harry zu, der bereits auf dem Hof wartete. Als ich seine Koffer erblickte und den grimmigen Taxifahrer sah, wurde mir mulmig und ich versuchte, nicht allzu sehr nach ʻam Boden zerstörtʼ auszusehen. Obwohl ich traurig war, dass er verschwand, wusste ich, dass es besser so wäre. Er gehörte hier nicht hin. Harry gehörte in eine Großstadt, in Clubs und Diskotheken. Nicht auf das Land und ganz besonders nicht auf ein Gestüt.
      Als er mich im Arm hielt und mir sanft mit seinen großen Händen über den Rücken strich, schluchzte ich laut auf. Er war nun eine ganze Weile lang auf dem Gestüt gewesen und ich konnte es mir gar nicht mehr ohne ihn vorstellen. Dennoch war es die einzig richtige Entscheidung, die er treffen konnte.
      Nach gut zehn Minuten vernahm ich ein leises Räuspern seitens des Taxifahrers. Harry wischte mir kurz die Tränen von der Wange, dann gab er mir einen kurzen Kuss auf die Stirn. So, wie er es bereits vor Jahren gemacht hatte, als er und seine Familie von Deutschland nach England gezogen waren und mich zurückließen. Er war schon immer wie ein großer Bruder für mich, der beste Freund, den ich mir wünschen konnte. Wie sollte ich es wieder so lange ohne ihn aushalten?
      Wir ließen voneinander ab und ich setzte ein gezwungenes Lächeln auf. „Pass auf dich auf“, murmelte Harry mir ins Ohr und winkte mir noch einmal zu, während ich nur benommen nickte. Mit diesen Worten drehte er sich um und stieg in das Taxi, das kurz darauf mit brummendem Motor vom Gestüt fuhr.
      Nachdem es hinterm Horizont verschwunden war, drehte ich mich um und setzte ein Lächeln auf. „Dann wollen wir mal die letzten Pferde verladen“, grinste ich Matthew an und dieser nickte nur schnell, bevor er in den Stalltrakt verschwand, in dem sich die vier Ponystuten befanden.
      Meine Gedanken wanderten wieder zu dem Gestüt in Cornwall, während wir die besagten Stuten aus dem Stall holten uns sie auf den Pferdetransporter zuführten, der gerade angekommen war. Allerdings wurde mir das nicht lange erlaubt, denn Casey sträubte sich, das Ungeheur zu betreten. Es verwunderte mich ziemlich, hatte sie doch sonst keinerlei Probleme mit Pferdetransportern gehabt. Erst, als Goldherz vorlief, schritt die Grauscheck Stute ihrer Mutter langsam und skeptisch hinterher und ließ sich in ihre provisorische Box führen.
      Der Transporter verschwand ebenfalls bald von der Bildfläche und so waren es nur noch Matthew und ich, die auf dem Gestüt blieben. Wir mussten noch auf die Immobilienmaklerin warten, die uns dabei helfen wollte, das Gestüt zu verkaufen. Sie hatte bereits einige Zeit Verspätung, doch es machte mir nicht sonderlich viel aus. Ich wollte noch so viel Zeit auf dem Gestüt verbringen, wie es mir möglich war.
      „Ich werde die lila Dächer vermissen“, hörte ich Matthews Stimme und problemlos vernahm ich sein Schmunzeln.
      „Das ist wohl das mindeste“, entgegnete ich grinsend und blickte hinauf zu den Dächern. Sie waren wirklich lila. Ich wusste nicht, was die Leute, die das Haus erbaut oder erbauen lassen hatten, sie dabei gedacht hatten. Es war zwar nicht sonderlich auffällig, aber eigentlich gar nicht mein Fall. Dennoch konnte ich diesen Schönheitsfehler immer gut übersehen und nach einiger Zeit störte es mich schon gar nicht mehr.

      Es dauerte noch eine Weile, bis wir alles mit der Immobilienmaklerin besprochen hatten und endlich auf dem Weg nach Penzance waren. Auf dem Weg in unsere neue Heimat.
      Ich hatte mir zwar schon Fotos von der Landschaft angeschaut, doch als wir in der Grafschaft Cornwall ankamen, überwältigte der Anblick mich dennoch. Raue, steile Felsen zierten die Landschaft, hin und wieder erschienen lange Strände und malerische Buchten. Weite Felder, grüne Wiesen und dichte Wälder vervollständigten das Bild noch und es war der Anblick, der mich schließlich davon überzeugte, das richtige getan zu haben.
      Das Fahrzeug, in dem Matthew und ich schweigend saßen, fuhr einen etwas holprigen Sandweg empor. Links und rechts von uns waren vereinzelt einige Sträucher und Büsche, einige Meter vor uns befand sich das Wohnhaus des Gestüts. Es war nicht sonderlich groß, aber mehrere Stockwerke hoch und bot genug Platz für ein paar Personen.
      Wir erreichten einen kleinen Parkplatz, der sich in der Nähe des Hauses befand und der Motor verstummte, als der Wagen endlich anhielt. Voller Vorfreude sprang ich wortwörtlich aus dem Wagen und stolperte einige Schritte vorwärts, ehe ich mich wieder fangen konnte und mein Gleichgewicht wiederfand. Drei Möbelwagen standen ebenfalls auf dem Parkplatz, doch ich hatte keine Zeit, mich diesen näher zu widmen. Gerade, als ich an der Haustür klopfen wollte, wurde sie mir schon geöffnet.
      Vor mir stand ein grinsender Charles, der bis über beide Ohren strahlte. Matthew fand ebenfalls zu uns und wir wurden ins Haus gezogen. Es war noch ziemlich leer, es waren kaum Möbel vorhanden und das ganze Gebäude wurde mit Pappkartons gefüllt, in denen unser Zeug war.
      Unser Weg führte uns durch einige Zimmer und ich kam mir vor, als würden wir im Kreis laufen, doch nach kurzer Zeit befanden wir uns in einem Raum, der einem Wohnzimmer ähnelte. Dort trafen wir auf Lucy – Charles' Frau – und Joline, die uns ebenso erfreut wie Charles empfingen. „Die anderen sind draußen“, klärte das blonde Mädchen mich auf und ich nickte kurz. Joline war inzwischen eine vollwertige Ausbilderin in meinem Betrieb. Sie hatte ihre Ausbildung auf meinem Gestüt gemacht und als sie sie erfolgreich hinter sich gebracht hatte, bot ich ihr an, dass sie für mich als Ausbilderin arbeiten könnte. Zu meiner Freude sagte sie sofort zu, weshalb sie nun auch vor mir stand.
      Ich sah mich in dem Raum um, um mir ein Bild von meinem neuen Zuhause machen zu können. Im Großen und Ganzen gefiel mir, was ich sah. Die Wände waren in zarten Pastelltönen gestrichen, einfache Holzböden befanden sich unter unseren Füßen.
      „Wollen wir mal weiter?“, fragte Matthew und ich stimmte ihm eilig zu. Auch die anderen beschlossen, uns zu begleiten. Zwar waren sie schon etwas länger hier, doch sie wollten uns die Anlage zeigen.
      Unsere Füße betraten wieder den Sandweg, während wir um das Haus herum und auf das Gestüt zuschritten. Der Anblick überwältigte mich immer wieder. Zwar hatte ich das Gestüt schon besichtigt, doch ich hatte es nicht so groß in Erinnerung. Hinter dem Wohnhaus befand sich ein kleiner Teich, daneben grenzten riesige Weiden an. Zu unserer Rechten befanden sich ebenfalls zwei Weiden. Auf der Weide, die uns und dem Sandweg näher war, zermalmten die Stuten schon zufrieden die Grashalme, die ihren Weg kreuzten. Dahiba bemerkte uns als erste, kümmerte sich jedoch nicht weiter um uns und widmete sich wieder dem Gras. Beinahe zeitgleich flogen auch Audio Delite at Low Fidelitys, Pushin' Jazz for Cashs und Flames Köpfe in die Höhe. Die drei Stuten schritten gemächlich auf den Zaun zu, der sie von uns abgrenzte. Dies allerdings nicht, ohne hin und wieder einen Grasbüschel abzureißen und darauf herum zu kauen. Eine kurze Streicheleinheit holten die drei sich von uns ab, drehten sich dann jedoch wieder um und widmeten sich wieder dem Gras, was anscheinend interessanter war als wir es waren.
      Mein Blick glitt weiter über das Gelände. Geradeaus war das dreiteilige Stallgebäude gebaut worden, aus dem schon jetzt Hufgetrappel, Mistgabeln auf dem Boden und schnaubende Pferde zu hören waren. Soweit ich es beurteilen konnte, befand sich nur noch ein kleiner Teil der Hengste in den drei Stalltrakten. Beverly, Dajeen und Bel Homme waren mit den anderen Stuten auf der Weide; Rapsoul, Da Vinci und Herbstblatt fraßen auf einer anderen das Gras. Daneben befanden sich Pamino, Nacromancer in the Dark und Sonic Syndicate, die auch das Grünzeug aus dem Boden rupften. Die einzigen Pferde, die ich nicht sah, waren Chronos und Edward's Disk till Dawn. Matthew schien dies auch zu bemerken, denn im selben Moment zog er mich mit in den Stall. Unsere Wege trennten sich, als ich in den zweiten Stalltrakt ging, in dem die Sport- und Turnierpferde untergebracht waren. Matthew hingegen begab sich auf den Weg zu den Freizeitpferden.
      Nicht viel später stand er neben dem Tinkerhengst in der Stallgasse und schloss die Boxentür, ehe die beiden „Männer“ nach draußen verschwanden. Edwards Hufe hallten lautstark von den Wänden wider, was Chronos nervöser machte. Er war nun das einzige Pferd im Stall und das konnte er wirklich nicht sonderlich leiden. Schnell führte ich auch ihn auf die Weide, auf der die anderen Hengste standen. Da meine Hengste sich alle inzwischen aneinander gewöhnt hatten und sich hauptsächlich in Frieden ließen und nur hin und wieder herumzickten, konnte ich sie problemlos auf einer einzigen Weide stehen lassen.
      Der Schimmelhengst preschte sofort los, nachdem ich ihm das Halfter entfernt hatte. Er buckelte einige Male, dann ließ auch er den Kopf sinken und wandte sich dem Gras zu.

      „Der Ausbildungsbetrieb gehört dazu. Es wird kein Problem sein, ein paar Pferde mehr hier unterzubringen. Wir haben schließlich genug Boxen“, erklärte Charles und ich nickte zustimmend. „Ja, du hast recht. Es war ja sowieso von Anfang an klar, dass ich den Betrieb nicht aufgeben möchte.“
      „Was ist mit dem Ferienbetrieb? Also der, der hier zuvor schon war? Dass Kinder Reitferien auf dem Gestüt machen können und für eine Woche oder so ein Pferd kriegen, um das sie sich kümmern müssen“, erkundigte sich Lucy, die mit uns am Tisch saß und vor sich die Unterlagen des Gestüts liegen hatte.
      „Wir könnten es doch aufnehmen. Dann bieten wir den Kindern eben Reitunterricht an und reiten, je nach Reiterfahrung und Pferd, hin und wieder mit ihnen aus. Dann machen wir Anfänger-, Amateur- und Fortgeschrittenengruppen. Das lässt sich besser einteilen und ich denke, damit würden wir auch den Feriengästen einen Gefallen tun.“
      „Also möchtest du nur Kinder als Gäste?“, fragte Joline an Charles gewandt, der diesen Vorschlag in die Runde geworfen hatte.
      „Ich persönlich würde mit Kindern anfangen. Schließlich gehen in den Schulferien viele Mädchen in die Reiterferien und bei dieser Gegend dürfte es nicht schwierig sein, welche zu finden, die darauf Lust hätten.“
      Nachdenklich sah ich auf den Tisch und starrte ihn an, bevor ich langsam den Blick hob. Auf mir lagen mehrere Augenpaare, die auf meine Reaktion warteten.
      „Ich finde die Idee gut“, sagte ich schließlich und spielte mit dem Kugelschreiber herum, den ich in der Hand hielt. „Aber nur, wenn wir die Gäste wirklich in Gruppen einteilen. Und auch nur, wenn sich welche dazu bereit erklären, den Kindern die passenden Pferde zuzuordnen und sich um sie zu kümmern. Ich würde das ja übernehmen, bräuchte dabei aber Hilfe, weil ich mich um den ganzen Papierkram und auch noch die Ausbildung kümmern muss. Das würde ich nicht allein schaffen“, sagte ich und blickte in die Runde. Zustimmendes Nicken.
      „Dann wäre das geklärt. Der Ferienbetrieb bleibt bestehen. Er wird allerdings erst wieder aufgenommen, wenn wir den Umzugsstress hinter uns haben“, besiegelte ich den Beschluss und rückte mit dem Stuhl nach hinten, um aufzustehen. Lächelnd trat ich die Treppe hoch und ließ mich in dem Zimmer nieder, das ich als mein Schlafzimmer betitelt hatte. Von hier hatte man eine wunderbare Aussicht auf das Gestüt und während ich auf der breiten Fensterbank saß und das Geschehen beobachtete, wurde mir bewusst, dass die Entscheidung, dieses Gestüt zu kaufen, definitiv die richtige gewesen war.
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    26 Juli 2015
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    400px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: Goldi
    geboren: März 2003


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Bay Tobiano (Ee Aa Toto)
    Stockmaß: 143 cm

    Beschreibung:

    Goldherz ist eine muntere und lebensfrohe Stute, die allerdings ihre Zeit braucht, bis sie jemandem ihr Vertrauen schenkt. Sollte es einem dennoch gelingen, das Vertrauen von ihr zu erlangen, so wird er mit ausgiebigen Schmusestunden belohnt, denn dann ist sie eine treue, anhängliche Seele, die liebend gern mit jemandem kuschelt und Streicheleinheiten liebt. Goldherz kann trotzdem ziemlich frech werden und das ein oder andere Mal versuchen, jemandem einen Streich zu spielen. Das Pony braucht eine feste Bezugsperson, die sich gut um sie kümmert und ihr Aufmerksamkeit schenkt. Ohne solch eine Person wäre sie niemals die lebensfrohe Stute, die sie heute ist: liebenswürdig, verspielt und frei.

    Unter dem Sattel stellt die Scheckstute einen Traum für alle Reiter dar, weil sie wunderschöne Gänge hat und sich gerne präsentiert. Das Pony liebt es, im Mittelpunkt zu stehen und mit Aufmerksamkeit überschüttet zu werden. Zudem reagiert sie sehr gut auf Hilfen und befolgt die Anweisungen ihres Reiters. Dies bedeutet aber nicht, dass sie im Reitunterricht eingesetzt werden sollte - ganz im Gegenteil. Für jegliche Art von Reitschülern ist sie zu ungeduldig.
    Mit den anderen Ponys und Pferden versteht sie sich meistens sehr gut und belegt den Rang als Leitstute in ihrer kleinen Herde, da sie sich durchzusetzen weiß und sich nicht so einfach unterwirft. Sie ist immer für Casey da – trotz ihres manchmal nervigen Verhaltens weiß die Mutterstute ihre Tochter zu schätzen und beschützt sie vor den anderen Stuten, wenn sie die Grauscheckstute mal wieder ankeifen.

    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Juu

    Dressur E - Springen A - Western A - Distanz A

    SK 275
    SW 175
    152. Westernturnier
    13. Synchronspringturnier
    89. Distanzturnier

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    Offizieller Hintergrund