Sosox3

Golden Samurai

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Golden Samurai
Sosox3, 19 Juni 2019
AliciaFarina und Eddi gefällt das.
    • Sosox3
      Viele Pferde hatten uns verlassen, 3 Neue waren dazu gekommen und auch 4 weitere sollten dazu kommen. Sacred Assault hatte sich gut eingelebt und schnaufte, als ich ihn abgeritten vor der Halle stehen ließ um ihm die Hufe auszukratzen. "Hast du gut gemacht", lobte ich ihn und klopfte seinen Hals. Ich schnappte mir die Zügel und führte ihn unter das Solarium. Das Wetter war abgekühlt und es regnete schon den ganzen Tag ununterbrochen. "Das braucht die Erde jetzt", murmelte ich und packte das Sattelzeug in die Sattelkammer. Dann schnappte ich mir Darlington um sie in der Halle laufen zu lassen. Dort war jedoch gerade Katrin mit Golden Samurai drin, dem Haflinger, der erst seit kurzem auf dem Hof war. Ich musste etwas warten, bis auch der Junghengst Connerys Brownie aus dem überdachten Longierzirkel kam. Na auf, sagte ich und ließ die Stute laufen, nachdem ich die Tür hinter mir schloss.
    • Sosox3
      23. Oktober 2015 | 10369 Zeichen von Veija
      Western Reining LK5 - LK4 (E - A)
      Heute war ich auf dem Weg zu Amy und ihren drei Pferden Nimué, Suburb Lights und Golden Samurai. Wenn man dachte, dass meine Pferdenamen schon weit hergeholt waren, waren die von Amy es ebenso. Bei Suburb Lights versprach ich mich die ganze Zeit während der Fahrt, als ich Caleb und Alexis von dem Pferd erzählte. Warum wir zu dritt waren? Tja, es ging um drei Pferde. Da Amy und Ty auch in Kanada wohnten, war unser Weg nicht weit und wir waren sehr schnell bei ihnen angekommen. Herzlich wurden wir begrüßt, ehe sie uns die Pferde zeigten. Mit Nimué würden wir 2 Einheiten pro Tag arbeiten, mit den anderen beiden jeweils nur eine. Würde Amy die Pferde in Trail ausgebildet haben wollen, wären es zwei Trainingseinheiten. Eine auf dem Hof und eine im Gelände. Aber das war bei Reining und Pleasue nicht nötig.
      Anfangen wollten wir heute also mit Nimué, die uns Amy sogleich vorstellte. Sie war eine wahnsinnig neugierige Stute, die sofort meine Jacke anknabberte. "Hey, lass das", sagte ich lachend und strich dem Pferd über den Kopf, ehe ich ihr das Halfter anzog und sie von der Koppel holte. Ich band sie am Putzplatz an und fing an, sie zu putzen. Da Amy selbst Trainerin war, überließ sie mir das Feld und kümmerte sich um die anderen Haflinger auf ihrer Ranch. Nach dem Putzen wies ich Caleb und Alexis dazu an, Light und Samurai zu putzen und zu satteln. Dann sollte ich mit Nimué fertig sein. Mit dieser ging ich nämlich in den Round Pen. Mitgeholt hatte ich eine Satteldecke und die Longe sowie eine Peitsche. Die Satteldecke schmiss ich über die Holzstangen des Round Pens, ehe ich die Stute an die Longe holte und im Schritt von mir wegschickte. Jungpferde hatten von Natur aus einen hohen Bewegungsdrang, weshalb Nimué sofort antrabte und auch sehr lange im Trab und Galopp lief, ehe ich wirklich mit Stimme mir ihr arbeiten konnte. Auf Schnalzen hörte sie schon gut, langsamer werden war dabei nicht so ihr Ding. Mehrmals wechselte ich die Seite, ehe ich sie dann zum Stand durchparierte und sie zu mir holte, ehe ich das Pad schnappte und die Stute daran schnuppern ließ. Nach dem ersten kennenlernen berührte ich sie überall am Körper damit. Der neugierigen Stute machte das überhaupt nichts aus. Sie schaute mir geduldig zu und als ich das Pad auf ihren Rücken schmiss, zuckten ihre kleinen Ohren kurz nach hinten, dann drehte sie ihren Kopf jedoch und versuchte, sich die Decke wieder vom Rücken zu ziehen. "Ey, nicht so schnell!", sagte ich lachend und hielt das Pad fest, ehe ich sie ein paar Runden im Schritt damit führte. Dann waren wir auch schon fertig und sie konnte wieder auf ihre Koppel, wo sie mit ein paar Bocksprüngen von mir weggaloppierte.
      Nun ging es zu Light, den ich nur noch so ansprach, da ich seinen Namen wirklich nicht aussprechen konnte, und Samurai. Samurai war ein wirklich schicker Hengst. Light war für meinen Geschmack zu hell, da mochte ich die etwas dunkleren Hafis mehr. Lächelnd klopfte ich die Hälse der beiden, ehe wir sie fertig sattelten und dann auf den Platz gingen. Grasplatz. So gar nicht das, was ich gewöhnt war. Gott sei Dank lief mir Amy gerade über den Weg: "Hey Amy, wir haben ein Problem", sagte ich und sie blieb stehen, ehe sie zu uns kam. "Mit Samurai.. wenn ich den auf dem Grasplatz stoppe, mach ich ihm die Beine kaputt. Ich kann ihm alles beibringen, was er braucht, außer die Sliding Stops. Dafür könnte ihr ja mal auf die Gips Reminder Ranch kommen, wir haben in unserer Halle extra Reiningsand.", erklärte ich ihr. "Ja okay, das werden wir dann wohl machen. Das wusste ich gar nicht, dass das so schädlich für die Beine ist...", merkte sie an und ich nickte. "Außerdem sind Slidingeisen sehr von Vorteil, wenn Samurai auch mal höhere Klassen laufen soll", erklärte ich weiter und bekam ein Nicken zur Antwort. So ging ich also auf den Platz, hatte Samurai im Schlepptau und Alexis mit Light. Caleb ließ ich bewusst nur am Rand stehen und Tipps geben. Ich wollte nicht, dass er die Pferde der Kunden zu hart anpackte. Zu meiner Belustigung fand er auf Amys Hof einen Namensvetter, weshalb er eh bald verschwand, um sich den Hof genauer anzuschauen. "Na komm", sagte ich zu Alexis und gurtete bei Samurai nach, ehe ich mich in den Sattel schwang. Schnell merkte ich, dass Samurai eher faul war und sich eigentlich nicht großartig bewegen wollte. Seufzend hielt ich ihn an und zog mir meine Kugelsporen an. Diese waren einach nur dazu da, dass ich feinere Hilfen geben konnte und wenn nötig auch mehr Druck aufbauen konnte, da der Hengst womöglich sonst noch im gehen einschlafen würde. Auch Alexis hatte mit Light, oder Bubi, wie Amy ihn nannte zu kämpfen. "Sie hat uns glaub ich die faulsten Pferde ihrer Ranch gegeben", sagte Alexis, als sie an mir vorbeiritt. "Ja, das hat sie wohl. Das wird ein ganzes Stück arbeit", sagte ich und rollte kurz mit den Augen, ehe ich Samurai warm ritt und Alexis immer wieder Anweisungen gab, wie sie den anderen Hengst reiten sollte. Samurai war zwar faul, hatte aber butterweiche Gänge und ging wunderschön an den Hilfen. Schon nach den ersten Spin versuchen merkte ich, dass Reining absolut nicht sein Ding war. Also rief ich Amy wieder zu mir: "Amy... Samurai hat so schöne Gänge, aber bei den Spins stolpert er über seine eigenen Füße. Roll Backs will ich da gar nicht erst versuchen... soll ich ihn nicht auch in Pleasure trainieren? Da hätte er wirklich gute Chancen. In der Reining quält er sich nur...", unterbreitete ich ihr und klopfte den Hals des Hengstes. Nach einer kurzen Überlegung nickte sie. "Also gut, dann wird es wohl Pleasure", sagte sie und lächelte mich an. "Gut", erwiderte ich und trieb den Hengst zum Trab an, ehe ich zu Alexis rüberritt. "Wir machen jetzt folgendes. Wir reiten mal die Pattern einer einfachen Walk Trot Pleasure und dann ist schon Schluss für heute. Zumindest für die zwei, ich schnapp mir Nimué dann nochmal", schlug ich vor und trieb Samurai nach einem Nicken von Alexis an. So ging es ganze Bahn auf der rechten Seite im Schritt, dann ein wenig im Trab, wieder Schritt, Handwechsel, Schritt und Trab auf der linken Hand, ehe wir noch das Rückwärtsrichten übten, fertig. Wir brachten die Pferde wieder in den Stall, wo ich Caleb, also meinem Caleb, Samurai in die Hand drückte, damit ich mir Nimué nochmal schnappen konnte. Diese longierte ich gute zehn Minuten, um sie hellhöriger auf meine Stimme zu machen. Dann war es auch schon Zeit fürs Abendessen. Wir plauderten noch ein wenig, ehe wir alle ins Bett gingen und ich schon recht früh auf den Beinen war und mir Nimué schnappte. Brav trottete sie neben mir her in den Round Pen, wo ich heute schon den Sattel hatte. Ich longierte sie gute 10 Minuten, zeigte ihr wieder das Pad, legte es auf den Rücken und zeigte ihr dann den Westernsattel. "Braves Mädchen", sagte ich zu ihr und legte den Sattel mit Schwung auf ihren Rücken. Sie blickte sich neugierig um, interessierte sich dann jedoch nicht weiter für das Teil auf ihrem Rücken. Den meisten Pferden, die ich einritt, machte der Sattel nichts aus. Einzig und allein die Steigbügel, die bei Bewegung gegen ihren Bauch schlugen, verunsicherten die Pferde. Genauso Nimué: ich zog den Gurt fest und schickte sie von mir weg. Im Schritt war alles ok, aber beim Trab fing sie an wie verrückt zu buckeln. Da sie jedoch ein sehr schlaues Pferd war, merkte sie, dass wenn sie nicht buckelte, die Bügel nicht so hart gegen ihren Bauch hauten. "Braaaaav", sagte ich immer wieder und lobte sie, als ich sie auf beiden Seiten im Schritt und Trab longierte. Dann hörte ich auch schon auf für heute und brachte sie wieder weg, ehe ich zum Mittagessen ging. Dann waren Samurai und Bubi wieder an der Reihe.
      Geputzt und gesattelt ging es auf den Platz, ehe wir das Grundlegende von gestern wiederholten. Pleasure war nicht schwer zu trainieren.. Man musste nur auf dem Hufschlag bleiben und sein Pferd gerade in der gewünschten Gangart halten, das war alles. Heute kam dann auch der Galopp hinzu, so dass wir doch ein wenig länger auf dem Platz blieben, als ich gedacht hatte, da Samurai immer nach innen driftete. Er ging zwar sauber an den Hilfen, aber reagierte nicht auf Schenkelhilfen, wenn er nach innen fiel. So kam es, dass ich ihm mein Bein einmal feste in die Seite haute, damit er endlich merkte, dass da noch jemand oben drauf war, der etwas von ihm wollte. Er spitzte die Ohren und trabte wieder nach außen. "Na war das jetzt so schwer?", sagte ich laut und klopfte ihm den Hals, da er ja nun das gemacht hatte, was ich von ihm wollte. Dann war es auch gut für heute und wir brachten die beiden wieder weg. Alexis hatte mit Bubi gar keine Probleme. Der Hengst lief sauber seine Runden, ohne Auffälligkeiten.
      Ich schnappte mir nochmal Nimué und holte dieses Mal Alexis mit, die sie longierte und beruhigte, als ich mich dann zum ersten Mal in die Bügel stellte. Nun lagen die Ohren der kleinen Stute flach am Kopf, sie sprang jedoch nicht weg. Nach ein paar Versuchen, saß ich dann im Sattel und Aliena führte mich im Kreis. Immer wieder lobte ich die Stute mit meiner Stimme und streichelte sie, ehe ich wieder abstieg und wir für heute fertig waren. In den folgenden Tagen kam dann die Trense hinzu und ich ritt sie schon alleine im Round Pen. Samurai und Bubi hatten einen Tag Pause, ehe wir sie wieder arbeiteten und unser Training auch abschlossen. Die beiden waren nun bereit, in der Pleasure LK 4 zu laufen.
      Mit Nimué hatte ich nochmal zwei Tage Arbeit, ehe ich sie auf dem Platz reiten konnte und sie halbwegs gut an den Hilfen ging. Am letzten Tag schaute Amy mir zu. "Hier schau", sagte ich und legte meine Zügel rechts an Nimués Hals an, links nahm ich sie ganz weg. Mein rechtes Bein drückte ich an ihren Bauch, während mein linkes unverändert blieb. "Keine Reaktion", sagte ich zu Amy, ehe ich einmal feste gegen den Bauch der Stute klopfte. "Also bei ihr brauchst du nicht zimperlich zu sein. Wenn sie nicht geht, haust du mal fester gegen ihren Bauch, das macht ihr gar nichts. Sie ist irgendwie genauso wie Samurai", sagte ich lachend und tauschte mit Amy den Platz. Sofort merkte ich, wie vorsichtig und behutsam sie ritt. Nimué verarschte sie komplett. "Pack sie einfach bisschen fester an, ihr macht das nichts", sagte ich ernst und sah zu, wie Nimué nun endlcih das tat, was sie sollte. "Gut", sagte ich lächelnd. "Der Rest ist Übung. Wir sind dann hier fertig, bis zum nächsten Mal!"

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      17. November 2015 | 17358 Zeichen von Catalina
      Distanztraining E - A + Wassertherapie
      Der Topf brodelte und blubberte. Oscar knabberte auf einer rohen Möhre herum, während er klein geschnittene Kartoffeln in das kochende Wasser warf. Ich stand vor der Spüle und hatte so eine gute Sicht auf die Auffahrt. Heute stand ein hoher Besuch an. Naja, es war nicht der Papst und der Premierminister von England war es auch nicht. Die leichte Süße der Möhren stieg in meine Nase. Ein moderner Transporter fuhr auf den Hof und parkte direkt neben meinem Wagen. „Sie sind da! Ich geh nach unten und begrüße sie, okay?“, quiekte ich mit einer für mich nicht typischen Stimme. Ja, ich war aufgeregt. Klar, wenn ich sonst immer nach Kanada geflogen bin um dort auf der Heartlandfarm die Pferde zu trainieren, und sie heute mal zu uns kamen, da pumpte mein kleines rotes Herzchen halt schneller. Amy und Ty stakten zu der Ladeklappe des Transporters, und sahen mich gar nicht erst. Erst, als Amy den einzigen Haflinger für dieses Mal herausführte, sah sie mich an und umarmte mich herzlich. Der raue Strick lag auf einmal um meinen Hals und ich hielt ihn dann fest. „Hallo! Willkommen in England, meine Lieben!“, sagte ich und bekam sogar eine knappe Umarmung von Ty, der nun einen extraordinären Anglo-Araber auf den Hof führte. „Und das ist First von Rothen?“, sagte ich mit einer Selbstverständlichkeit, die ich nur besaß, weil ich über ihn genau Bescheid wusste. Als Veredler und unpassender Anglo-Araberhengst kam er auf die Farm. Etwas dösend ließ er sich von mir kraulen. „Und Pearl ist auch noch da! Warte, da fehlt doch noch jemand?“, fragte ich und half ihnen, die Pferde zum Stall zu bringen. Amy lächelte. „Oh, du wirst Soraya lieben! Sie ist so liebenswürdig und freundlich. Sie bringt ja noch jemanden mit, ich hoffe, das ist nicht schlimm?“, sagte sie und folgte mir mit First in den Trainingsstall.
      Es wurde alles verstaut, die Pferde kamen in ihre Boxen. „Wie du siehst, ist das Gestüt recht klein, aber modern und traditionell gehalten. Wir bieten eine gute Grundlage zum Trainieren und Erholen.“, erklärte ich, als ich die Boxtür von Samurai schloss und mit ihnen dann in das Hauptgebäude ging.

      Es gab ein großes Hallo. Nachdem sich alle untereinander begrüßt hatten, seufzte Amy einmal. „Soraya hat den Flug verpasst. Sie kommt in zwanzig Minuten.“, sagte sie mit einem Blick auf ihr Handy. „Ihr seid nicht gemeinsam geflogen?“ Ty schüttelte den Kopf. „Sie hatte noch was in Alberta vor.“, brummte er. Maxine trat dann aus der Küche hinaus mit dem dampfenden Möhreneintopf. „Kommt, es ist Mittagszeit. Es ist genug für alle da!“, dabei lächelte sie gutmütterlich und stellte den Topf auf den Tisch. „Na los, langt zu! Für Soraya und ihren Freund ist noch genug da.“ Es wurde gegessen und geredet. Zwischendurch vergaß man dann auch, den Wasserkocher auszustellen, und das Wasser verdampfte zum größten Teil. „Deshalb kriegen wir also monatlich mehrere Überweisungen aus Kanada? Catalina, warum hast du das nicht eher gesagt?“, warf mir August vor. Erst jetzt erfuhr ich, dass seine Eltern eine Zeit lang in der Nähe von Ottawa gelebt hatten, und so unterhielten sich Ty und August lebhaft über den kleinen Bruder Amerikas. „Wassertherapie. Klär mich auf.“, ich legte den Löffel zur Seite und trank einen Schluck. „Die Wassertherapie oder auch Aquatraining genannt ist eine recht alternative und natürliche Trainingsmethode oder Rehamöglichkeit. Sie bietet dem Pferd einen guten Einstieg zurück in das Turnierleben. Die meisten Pferde haben Spaß an der Arbeit im nassen Element. Durch ein Wasserbecken, mehrere Gänge und ein Laufband werden die Muskeln mehr beansprucht und somit können Ausdauer und Kraft erhöht werden. Die Reha kann ich natürlich als Trainerin nicht anbieten, daher vermiete ich die Wasserhalle auch an Physiotherapeuten und Tierärzte.“ „Das hast du doch abgelesen!“, grinsend hob ich einen Zettel hoch, auf dem tatsächlich das meiste geschrieben stand. Amy und Dani lachten. Draußen hielt ein Wagen vor dem Gebäude. Zwei Personen stiegen aus, schnappten sich eine Tasche und gingen dann auf die Veranda. „Nein.“, knurrte Tyler. Erstaunt schaute ich ihn an. Er wirkte sehr wütend und hielt den Löffel fest umklammert. „Verzeihung?“, gekünstelt hustete Maxine und schaute verständnislos auf unsere Gäste. Amy blieb merkwürdig stumm, dann, ganz ruhig, stand sie auf, schob den Stuhl an den Tisch und ging auf die Treppe zu. Die Doppeltür schwang auf.
      Jetzt erkannte ich, wer der Unbekannte an Sorayas Seite war. „Guten Tag allerseits!“, grüßte er übertrieben höflich und schüttelte unsere Hände. Soraya stand etwas seltsam neben ihm und setzte sich dann an den Tisch. Eine peinliche Stille dominierte das Essen.
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      „Dieser...dieser! Argh!“ Amy stampfte in meinem Zimmer herum. Sie lief vor meinem Bett auf und ab, während ich am Schreibtisch saß und Aufträge bearbeitete. Die 17jährige brummte und schnaufte wie ein Ross, als sie dann von den ganzen Macken des Chase erzählte und mir lief ein nicht unbedingt angenehmer Schauer den Rücken herunter. „Oh je, das ist sehr ungünstig. Aber vielleicht kann ich August ja dazu bewegen, mit Chase die Zäune auszubessern. Wenn das stimmt, was du erzählst will ich ihn nicht in der Nähe meiner Pferde haben.“, sagte ich und runzelte die Stirn. Dann machte ich den PC aus und führte sie dann nach unten. Chase und Ty leisteten sich einen Stierkampf der Oberklasse. Räuspernd machte ich auf uns aufmerksam. „Augusst, brauchst du nicht Hilfe beim Ausbessern der Zäune?“ Der alte Mann schaute von seiner Zeitung auf, blinzelte und stand auf. „Stimmt, ja. Chase, würden Sie mir helfen?“, fragte er und krempelte die Ärmel seines Hemdes auf. Chase rollte mit den Augen und nickte stumm. Ty stierte ihm hinterher. „Wir gehen jetzt die Pferde ein bisschen bespaßen. Mick, willst du mitkommen?“ Der Sechsjährige, der gerade 'Hoppe Hoppe Reiter' mit Soraya spielte, nickte, sprang von ihrem Schoß und trippelte auf uns zu.
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      „Und du bist dir sicher, dass alles wieder okay ist, Ty?“, ich lugte über Golden Samurais Rücken auf das Paar, dass die anderen Pferde gerade bürstete. „Ja ja, alles gut.“, brummte der Mann nur und blickte verbissen auf die ausgefranste Bürste. Amy schwieg. Mick kriegte davon nichts mit. Mit dem für ihn viel zu großen Besen fegte er den Platz, und dongerte gelegentlich mit dem Stiel gegen seinen Kopf. „Sind alle Pferde geputzt? Hufe ausgekratzt? Behang gekämmt? Gut, dann geht’s mal los!“, der Sohn von Maxine stapfte vor uns her über den Weg zur Wasserhalle, wo wir die Pferde direkt in das Wasserbecken stellten und ich in eine von den Überziehhosen schlüpfte. Sie schlackerte bei jeder Bewegung um meine Hüften. Das Wasser hatte etwa 23,4 Grad und war an der tiefsten Stelle etwa 1 Meter tief. „So, wir lassen die Pferde einfach mal ankommen, okay? Sie etwas spielen und herumwaten lassen, dann fangen wir mit dem Therapeutischen an, okay?“, erklärte ich und warf den beiden einen großen Igelball zu.
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      Besonders First und Samurai genossen die Massage und das warme Nass. Nur Pearl wusste nicht recht, was sie davon halten soll, als sie wenig späer in den Gängen watete und einige Runden auf dem Laufband lief. „Also, wenn es ihr so nicht gefällt, lassen wir das bei ihr. Heute abend geht es ins Gelände. Wer will von euch mitkommen?“ das Pony und die Vollblüter brutzelten gerade unter dem Solarium, damit sie sich nichts einfingen. Ty schüttelte nur den Kopf und richtete seine Aufmerksamkeit auf First. Die Pferde kommen erst mal auf den Paddock, damit sie für heute ausgeruht sind.“, damit schnappte ich mir Samurai und führte ihn direkt zu den Paddocks. Amy und Ty streichelten ihre Tiere noch eine Weile, dann folgten sie mir in das Hauptgebäide.
      August und Chase waren noch nicht wieder zurück. Mick und Maxine waren auf dem Weg zum Tierpark in Cambridge, so waren nur noch wir und Soraya hier. „Ihr könnt euch ruhig mal umschauen, die Pferde angucken, wie auch immer. Ich habe noch Büroarbeit vor mir.“, merkte ich an, als ich schon fast auf der Treppe stand. Die Kanadier nickten, und ich machte mich über die Papiere her.


      First und Samurai waren eindeutig in ihrem Element, als sie im Trab vom Hof liefen. Ich hatte einen abendlichen Ritt bis zum nächsten Ort geplant, der gut 17 Kilometer von hier entfernt war. Ty war am Hof geblieben, also bot sich damit die Chance, ein klärendes Frauengespräch zu führen. Ich zügelte den Haflinger ein wenig, um auf Firsts Höhe zu bleiben und sprach dann, ohne den Blick abzuwenden. „Also das Machoei von morgen, hm?“ Amy seufzte. „Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie anstrengend es ist, wenn ich einen Mädelsabend mit Soraya, Georgie, Lou und ein paar anderen aus der Stadt plane! Es ist nicht zu fassen, wie aufmerksamsgeil er manchmal ist!“ Wir beließen das Thema und ritten schweigend nebeneinander. Da die Pferde noch recht jung und unverbraucht waren konnten wir fast einen Kilometer im Galopp hinter uns bringen, trabten dann aber und gingen vermehrt auch im Schritt. Es war kalt, und es sollte noch kälter werden; verschwitzte Körper führten dann zu Unterkühlung und Krankheit. „Sag mal, Cata?“ Wir wichen einem Trecker aus; First blickte das Ungetüm sehr misstrauisch an und flapperte mit den Ohren. „Hm?“ „Wie kommt's eigentlich, dass du deinen Ausbildungsbetrieb gelegentlich auf Eis gelegt hast?“ „Erkläre ich dir, wenn wir zu Hause sind, ja? Ist ein wenig langatmig.“ Amy nickte nur, unser Blick war auf Old Helens gerichtet.

      Natürlich war ich verdammt, die Pferde abzusatteln, zu trocknen und anschließend mit Decke auf den Paddock zu stellen. Die nächtlichen Temperaturen waren in England fast genauso niedrig wie in Kanada – dafür waren die Winde hier stärker. Ich roch nicht gerade angenehm nach Pferdepipi und -mist und freute mich auf meine Dusche. Kurz darauf saß ich in bequemer Kleidung und einem Panino in der Reiterlounge und hörte mir eine sehr interessante, man könnte sogar sagen fesselnde, Story an, die sich darauf beschränkte wie Chase versuchte ein halbwildes Pferd anzureiten – und kläglich scheiterte. Der Macho blickte wütend in die Runde und legte einen Arm um Sorayas Hüfte. Dann klopfte Amy auf ihre Schenkel und blitzte mich an. „Also los! Erzähl!“, rief sie ungeduldig. Seufzend zupfte ich ein Ruccolablatt aus meinem italienischen Sandwich und fing an. „Ich habe in Deutschland recht viel Erfolg alleine gehabt, und mich dann mit Bella zusammengetan. Aber irgendwie wollte ich eine größere Menge erreichen, also habe ich in Schottland in der Legacy of Scotland mit Sarah angefangen, später kam auch Bella wieder mit ins Boot. Es gab einige Krisen, die ich irgendwie überwinden konnte, und dann habe ich wieder solo gearbeitet.“ „Und was ist daran jetzt so dramatisch?“, fragte Chase scharf und guckte mich an. Dieser nörgelnde Ton gefiel mir nicht. „Es ist in gewissen Kreisen nicht angesehen, wenn man alleine alles erledigen will.“, giftete ich zurück. Eine Weile lang sagte niemand etwas, dann zog ich mich zurück, um für morgen fit zu sein.

      Die Palominostute schmatzte friedlich auf dem Apfel herum, den die Araberstute in ihrem Maul hatte und bemerkte so nicht, dass sie binnen von Minuten geputzt und gesattelt war. Mit Pearl im Schlepptau ging es in die Halle. August kehrte gerade die Tribüne aus, und machte sich schlank, damit wir an ihm vorbei gehen und stehen bleiben konnten. Der schwanengleiche Hals bog sich zu mir, als die Stute mir beim Nachgurten und Einstellen der Steigbügel zuguckte. „So, meine Liebe, auf geht’s!“, ich klopfte ihren Hals und schaffte es direkt beim ersten Mal vernünftig im Sattel aufzusetzen und musste mich erst mal richten, meine Jacke war ein wenig verrutscht, aber das konnte man auch im Schritt erledigen. Die Dame hatte einen zügigen Schritt, der im Endeffekt im Trab eher geschwungen wirkte. Ich spürte regelrecht wie ihre Hüften und ihre Hinterhand tanzte. Kein Wunder, ihr Potential lag halt in der Dressur, und ich brauchte die Zügel nicht noch mehr in die Hand zu nehmen, als wir einen großen Zirkel ritten und die Wendung dabei immr kleiner wurde, damit daraus eventuell auch ein schöner Zirkel wurde – sie legte den Kopf in die Bewegung mit hinein. Dann versuchten wir uns auch an einer Volte bei E. Die deutlich kleinere Bahnfigur klappte nicht auf Anhieb aber das war ja kein Beinbruch. Die erfolgreichsten Dressurpferde haben mal ganz klein angefangen.

      Gegen Nachmittag veranstalteten Amy, Ty und ich den nächsten Distanzritt. Die beiden durften ihre Pferde reiten, und ich schnappte mir daher einfach Pendragon, für den der Ausritt nur ein Spaziergang sein würde; schließlich war er bis M ausgebildet. „Die selbe Strecke?“ „Die selbe Strecke wie gestern. Wir werden aber nicht durch das Dorf reiten können, da wir den National Mourn Day haben und eine Prozession bis zu der Kapelle geführt wird.“ Stattdessen hatte ich etwas zu Essen und zu Trinken eingepackt, und es ging los. Das Paar fing an, zu reden, und ich hielt mich da raus, und trabte ein wenig schneller voran. „Ein Glück muss Chase heute viel arbeiten.“, sagte Ty plötzlich. „Sei nicht so garstig.“, entgegnete seine Freundin augenblicklich.“Komm schon, du magst ihn auch nicht!“ Schmunzelnd blieben Hengst und ich ein wenig zurück. „Es sind nur noch wenige Kilometer bis zu der Wiese, kommt schon!“ Es dauerte gut eine Stunde, bis wir jetzt auf der Wiese saßen und die Pferde ein wenig grasen ließen. Wir leerten eine Flasche Wasser für unsere Reittiere und machten uns nach einer halben Stunde wieder auf den Weg, denn schwere Wolken hingen am Himmel und es roch verräterisch nach Regen. „Wie kann man Regen riechen?“, hakte Ty nach, als ich ihnen meine Beweggründe schilderte. „Wenn du an einem großen Gewässer, also einem See zum Beispiel bist und die Luft weder trocken noch feucht ist, merkt man ihr an, dass es leicht nach Wasser riecht.“ „Und woran erkenne ich, ob Luft trocken oder feucht ist?“ Verächtlich schnaubte ich und erklärte ihm fix, woran man das erkennen konnte, ehe wir dann ein wenig schneller ritten, um dann noch trocken nach Hause zu kommen.


      Das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung, denn die nächsten Tage regnete es wie aus Eimern. Dazu musste gesagt werden, dass wir seit Mitte September keinen gescheiten Regen mehr hatten. Daher mussten wir das Distanztraining ein wenig verschieben, denn der arabische Pferdetypus war nicht unbedingt gut auf Regen anzusprechen, und obwohl First ja ein Anglo-Araber und kein reinrassiger Vollblutaraber war, machte ich mir ein wenig Sorgen. Stattdessen durften er und Pearl in der Halle weiter trainieren, wobei es bei First nur um eine Ausdauersache ging, und Pearl weiterhin ihren schwungvollen Gang drauf hatte. Es kam jedoch auch vor, dass sie im Galopp nach First schnappte, wenn dieser auf dem zweiten Hufschlag im Trab ging. Doch First reagierte gar nicht erst darauf, während August draußen mit dem widerstandsfähigen Golden Samurai einen Ritt durch die Wälder machte. Einzig das Verständnisproblem zwischen Chase, Amy und Ty war immer noch nicht gelöst, und mehr als nur besorgt stellte ich fest, dass Chase nun im Stall stand und sich meine Pferde anguckte. „Du hast sehr schöne und interessante Tiere, Catalina.“, sagte er, als er an der Box von Pashmina vorbei ging. Die Jungstute begann schon langsam, auszuschimmeln und dachte gar nicht erst daran, näher zu kommen. „Danke Chase.“, erwiderte ich kühler als erwartet. Daraus machte sich der Mann jedoch nichts und schlenderte weiter, vorbei an meinem sich gerade pflegenden Berberpaar Numidia und Aldaire, auch vorbei an Pünktchen und dann zu den Reitponys. „Hätte nicht erwartet, dass du eine halbblinde Stute hast und sie auch noch behälst.“ „Was soll das denn jetzt bitte schön heißen?“ Chase lehnte sich locker auf das Geländer der Offenstalltür und lächelte. „Bringt einem doch keine Knete ein. Wer weiß ob sie ihre Blindheit nicht vielleicht weiter vererbt?“ Diese Provokation traf mich sehr hart. Ich zuckte zusammen und verschränkte die Arme. „Kein Wunder dass einige Besitzer bei dir misstrauisch werden.“, knurrte ich und streichelte Eismärchens Hals. Chase runzelte die Stirn. „Jedes Pferd hat Stärken und Schwächen, das solltest du eigentlich wissen. Und jetzt geh bitte, ich muss meine Pferde ja auch trainieren.“, ich wies ihn aus dem Stall und musste einmal vor mich hin fluchen. „Guck mich nicht so entgeistert an, Märchen. Du magst ihn ja auch nicht wirklich, oder?“

      Zwei Tage später...

      „Macht's gut, Freunde!“ Dani und Oscar standen etwas abseits der Szene, als wir uns alle gegenseitig verabschiedeten. Sogar Mick, der ja eher scheu war, umarmte liebevoll Samurais Beine (denn höher kam er ja nicht mit seinen sechs Jahren) und schmiegte sich an seine Brust. Der Haflinger schnupperte einmal am blonden Haar des Jungen und schnupste ihm sanft auf den Kopf, als wolle er sagen: „Menschenjunge, deine Mähne ist kurz aber weich – lass uns Freunde sein!“ Lachend stellte Amy ihren Haflinger in den Transporter. „Ich glaube zu Weihnachten muss ich ihm ein hübsches Haflingerfohlen schenken.“ Zwinkernd beugte sich die 17jährige zu dem Jungen hinunter und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Sofort leuchteten seine Augen auf und er nickte eifrig. „Wenn du einen Haflinger brauchst, weißt du ja an wen du dich wenden kannst, Catalina!“ Damit winkte sie mir zu, als sie staubwirbelnd vom Hof fuhren. Aber niemand konnte ahnen, wie schnell wir uns wiedersehen würden...

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      30. November 2015 | 4494 Zeichen von BellaS
      Distanztraining L - M
      Ein Distanztraining stand an. Einmal mehr auf Heardland bei Amy Flemming und ihren Hafis. Nur waren zu den Haflinger mittlerweile auch noch einige Vollblüter gekommen, unter anderem Fürst von Rothen, ein Anglo-Araber und Golden Girl, ein arabisches Vollblut. Mit dem wunderschönen Haflinger Hengst Golden Samurai, waren unsere heutigen, vierbeinigen Kunden dann vollzählig. Da Amy und ich für drei Pferde aber zu wenig Reiter waren, begleitete mich Mio Michalski. Eigentlich hatte ich nicht vorgehabt so schnell auszubilden, aber es hatte sich einfach so ergeben. Ich begrüße meine Freundin und stellt Mio als meine Auszubildende vor, die mich heute als Unterstützung begleitete. Dann ging es mit Halftern bewaffnet die drei Pferde einsammeln, die zwar alle im Zuchtstall, aber trotzdem ein gutes Stück von einander entfernt untergebracht waren. Wir würden Distanzreiten, allerdings hatten wir das Problem, dass Golden Samurai auf höherem Niveau ging als die beiden anderen Pferde. Wir entschieden uns also, dass ich den Hengst übernehmen und einfach noch etwas weiter reiten würde, um die geforderten Kilometer zu erfüllen. „Der Weg geh eh schnurgerade ins Nichts. Da kann man endlos reiten und sich nicht verirren.“, stellte Amy trocken fest. Wir hatte entschieden, dass sie ihre Stute Golden Girl und Mio Fürst von Rothen übernehmen würden. Putzen, satteln und trensen ging uns schnell von der Hand. Zur Entlastung der Pferde ritten wir mit leichten Fellsätteln ohne Steigbügel, da deren Riemen den Pferden sonst dauerhaft in den Rücken geschnitten hätten. Ganze vierzig Kilometer „ins Nichts“ standen an, zumindest für mich und so versorgte uns Amy noch schnell mit etwas Essbarem und ein paar Flaschen Wasser aus der Küche. „Wir teilen in Etappen. Alle zehn Kilometer machen wir eine Pause und fühlen den Puls. Das ist dann zwar keine Tieratztkontrolle, kommt dem aber sehr nahe. Da die Pferde alle schon mindestens ein Training hinter sich haben, kennen sie das ''joggen'' ja bereits und wir fangen nicht bei Null an.“ etwas umständlich kletterten wir alle drei auf die Rücken unserer Pferde. Zwar hatte ich mit dem Haflinger das kleinste Tier erwischt, aber elegant war etwas anderes. Wir kontrollierten die Ausrüstungen letztes Mal auf Druckstellen, dann ging es los. Erst zum Aufwärme im Schritt, dann im lockeren Trab, der beim Distanzreiten meist gegangen wird. Es war kalt, aber immerhin regnete oder schneite es nicht. Laut Wetterdienst würde es zumindest in dieser Hinsicht schön werden. Erleichtert stellte ich fest, dass Samurai einen schönen Trab besaß. Trotz aller Übung und allen Trainings plagte mich nämlich nach jedem Distanzritt im Fellsattel ein übler Muskelkater. Traben ohne Bügel zum abfedern war wirklich anstrengend und wo wir uns zum Anfang die Zeit noch mit Gesprächen vertrieben hatten, herrschte nun schweigen. Rechts endlose Felder, links Weiden mit Rindern, die sich bis zum Horizont erstreckten. Amy hatte recht, hier war wirklich nichts. Als wir nach zehn Kilometern die erste Pause einlegten, war Mio die erste, die eine Leidensmiene zur Schau trug. Allerdings jammerte sie nicht, was man ihr zu gute halten konnte. Wir fühlten jeweils den Puls, gaben den Pferden etwas Zeit zum ausruhen, tranken einen Schluck und saßen dann wieder auf. Unterwegs erzählte Amy mir die Geschichte von Golden Samurais tragischer Geburt. Während ich betroffen lauschte, war Mio damit beschäftigt Fürst von Rothen von Golden Girl abzuhalten. Er hatte wohl, trotz aller Anstrengung, seine Hengstmanier nicht vergessen und hiel es nun für nötig sich entsprechend zu benehmen. Mein Haflinger machte mir zum Glück keine Probleme. Nach fünf weiteren Kilometern trennen wir uns. Ich würde noch ein Stück weiter reiten, dann erst Pause machen und später umkehren. Da hier niemand war auf den ich achten musste, setzte ich mir zur nächsten Pause meine Kopfhörer auf. Samurai lief zügig aber entspannt und ich musste mir keine Sorgen machen. Im großen und ganzen verlief der Rest meines Tages ereignislos, auch wenn meine Beinmuskeln protestierten, als ich nach der letzten Pause wieder in den Sattel kletterte. Auch auf einen Galopp als Endspurts verzichtete ich deshalb dankend. Als die Sonne bereits dabei war unter zu gehen, was im Winter ja bekanntermaßen früh der Fall war, traf ich wieder au Heardland ein. Dass Amy ihren Hengst persönlich versorgen und Mio fahren wollte, kam mir momentan sehr entgegen. Also verabschiedete ich mich und wir machten uns auf den Weg nach Hause.

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      15. Februar 2016 | 6003 Zeichen von BellaS
      Distanztraining M - S
      Irgendwie wurde es langsam zur Gewohnheit zu zweit nach Heartland zu fahren und dort von einer riesigen Herde Pferde erwartet zu werden die wir in Distanz trainieren sollten. Einige der Pferde die heute auf meiner Liste standen kannte ich, andere nicht. Auch hatte ich heute nicht meine Auszubildende Mio dabei, sondern meine Partnerin Linn. Da wir zwei Pferde dabei hatten die nun auf hohem Level gehen sollten, war das auch nur gut und richtig so. Auf dem Hof erwarteten uns nicht nur eine Menge Pferde, sondern auch eine Menge Reiter. Ich koordinieren dieses ganzen Ritts als Hauptverantwortliche würde wohl die größte Herausforderung des Tages werden. Bevor ich diese allerdings beginnen konnte, mussten erst einmal alle bekannten, und natürlich auch die Unbekannten, Gesichter begrüßt werden. Ein großes Vorstellen begann und alle redeten wild durcheinander, dass ich schon befürchtete Kopfschmerzen zu bekommen. Schließlich löste Amy das Chaos auf und half mir beim Sortieren. Die westerngerittene Calla würde, genau wie L'ombre de la Lune, kurz Lune, Suburb Lights und Nimué heute nur die Strecke für E auf A gehen müssen. Die Gruppe Reiter mit diesen Pferden würde uns also ca. 8 Kilometer begleiten und dann umkehren. Pearl mitsamt Reiterin würde einen weiteren Reiter und mich dann noch etwas weiter begleiten und schließlich würden wir mit Golden Girl und Golden Samurai den Rest der geforderten Kilometer voll machen. Nach einigem hin und her hatten wir dann auch geklärt wer welches Pferd reiten würde. Lou würde Calla reiten und gemeinsam mit Amy und Ty auf Nimué und Lune die E auf A Gruppe organisieren. Dazu gehörte dann noch Ben Stilmann, der Linn heute seine Golden Girl überließ und dafür Suburb Lights ritt. Lisa und Pearl würden Linn und mich auf Golden Girl und Golden Samurai begleiten bis es für A reichte und dann umkehren. Nachdem die Organisation nun geschafft war, begann das Satteln. Immerhin wusste jetzt jeder welches Pferd er oder sie reiten würde und die Bewohnter von Heartland konnten sich selbst organisieren. Ich freute mich bereits auf den langen ritt mit Golden Samurai, den ich schon kannte und lieben gelernt hatte. Für Linn hingegen war Golden Girl Neuland. Als wir schließlich alle zum Aufbruch bereit waren, folgte eine neue Herausforderung. Wir mussten es irgendwie schaffen die aufgeregten Hengste von den Stuten fern zu halten. Schließlich bildete sich eine Art Pyramide, die Linn und ich anführten. Hinter uns kamen dann die Reiter, die nicht so weit reiten würden. Zum Glück kannte ich die Gegend hier inzwischen gut genug um so eine Gruppe zu führen und einen Ritt in der Länge problemlos würde durchziehen können. Wir ritten ein ganzes Stück im Schritt um allen Pferden ausreichend Zeit zu geben ihre Muskeln, Sehnen und Bänder vernünftig aufzuwärmen und geschmeidig zu machen. Eine Verletzung wäre das letzte was wir heute gebrauchen könnten. Dann setzten wir unseren ritt in entspanntem, von Schrittpausen durchsetztem, Trab fort. Tempo käme erst, wenn die vier Reiter mit den untrainierten Pferden hinter uns umgekehrt wäre. Dann lägen noch immer über 30 Kilometer vor uns, 20 davon nur zu zweit. Der Weg führte endlos und schnurgerade von Heartland weg. Man musste also nur auf dem Absatz kehrt machen und wen Weg zurück reiten, den wir gekommen waren. Linn und ich hüllten uns in Schweigen, doch bald schon konnte man von den Bewohnern Heartlands Gespräche hören. Zuhören und sich aufs reiten konzentrieren war generell eher mein Ding und so machte ich mir einen Spaß daraus die Gesprächsfetzen die ich mitbekam im Kopf in einen neuen Kontext zu setzten. Die Kilometer schmolzen schnell unter den Hufen unserer Pferde, die Distanzritte dieser Ausmaße längst gewohnt waren. Mehrmals mussten wir eine Schrittpause einlegen um den anderen Pferden die Möglichkeit zum verschnaufen zu geben. Nach 6 Kilometern legten wir die erste, richtige Pause ein. Ich trug allen auf den Puls ihrer Pferde alle paar Minuten zu fühlen. Wessen Tier wieder fit war, der durfte weiter reiten. Stück für Stück setzte sich die Gruppe wieder in Bewegung, nachdem die verschiedenen Pferde sich entsprechend ausgeruht hatten und nach einer kurzen Zeit drehten Ty, Amy, Ben und Lou um und machten sich auf den Weg zurück. Jetzt nur noch zu dritt ging es weiter. Von nun an wurde das Tempo schärfer und die Pausen seltener und kürzer. Schweigen hatte sich breit gemacht und jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Auch die Pferde waren darauf bedacht keine Energie mit diversen Mätzchen zu verschwenden. Schließlich kehrten auch Lisa und Pearl zum Hof zurück und Linn, Golden Girl, Golden Samurai und ich mussten den Rest der beträchtlichen Strecke allein bestreiten. Der Entspannte Trab war wesentlich schneller geworden, doch je weiter wir ritten desto öfter mussten wir jetzt auch pausieren. Auch die Kräfte von Pferden währten nicht ewig. Ganze 22 Kilometer von Heartland entfernt drehten auch wir schließlich um. Auch mein Hintern protestierte inzwischen gegen den Sattel und Linn schien es nicht anders zu gehen. Ans Leichttraben war längst nicht mehr zu denken und auch den Entlastungssitz konnte man vergessen. Wir ließen uns lieber durchschütteln und die Pferde waren so sehr darauf trainiert den Trab zu halten, dass sie das nicht störte. Der Ritt schien sich zu ziehen wie ein Kaugummi und seit es im Sattel nicht mehr ganz gemütlich war, schien die Zeit immer länger zu werden. Irgendwann tauchte dann doch noch Heartland vor uns auf und die erschöpften Pferde holten die letzten Kraftreserven hervor. Als ich aus dem Sattel glitt, wollten mir die Beine erst den Dienst versagen. Zum Glück landete ich doch noch mit einem letzten Rest Eleganz auf dem Boden. Auch Linn hiefte sich vom Pferd. Dass Amy und Ty sich erboten die Pferde für uns zu versorgen, war nun eine echte Erlösung. Nach einer kleinen Pause und einem ewigen Abschied bei dem ich bemerkte, dass mir die Hälfte der Namen schon wieder entfallen war, konnten wir schließlich nach Hause zurück kehren.

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      04. März 2016 | 1907 Zeichen von Unbekannt
      Springtraining E - A
      Im Frühling kam es endlich mal wieder dazu, dass ich die Zeit hatte Amy auf ihrem Hof zu besuchen. Wir hatten schon vor einiger Zeit abgemacht, dass ich Golden Samurai im Springen trainierte und so kam es dann endlich dazu. Den ersten Tag schaute ich mir an, was sich so schon wieder verändert hatte und lernte Samu ein wenig kennen. Wir gingen mit ihm spazieren und aßen danach zusammen Mittag. Nun zeigte Amy mir mein Zimmer und das Bad. Für eine Weile würde ich jetzt auf dem Hof wohnen.
      Die nächste Woche machte ich mit Samurai jeden Tag Freispringen. Ich erhöhte die Stangen zuerst auf einen Meter, ließ ihn damit ein wenig springen und als er ein Gefühl dafür hatte auf einen Meter und zehn Zentimeter. Nun ließ ich Samurai die Höhe ein paar Tage springen, bis sie ein paar Muskeln aufgebaut hatte und einschätzen konnte wann und wie er abspringen musste.
      Als er so weit war, sattelte ich ihn das erste mal auf. Nachdem ich ihn aufgewärmt hatte, begann ich mit einzelnen Sprüngen. Zu Anfang war er ziemlich unsicher und ich musste sie stark antreiben. Ich machte ihm Mut und von Tag zu Tag sprang er etwas energischer. Nach etwa einer Woche fing er an tatsächlich Spaß daran zu haben und selbstständiger zu springen. Amy sah mir ab und an zu und an einem Tag fragte sie dann plötzlich, ob Golden Samurai soweit war, dass sie es versuchen könnte. Ich parrierte den hübschen durch und tauschte mit Amy. Zuerst ritt sie sich ein wenig warm und bevor sie die ersten Sprünge anritt, gab ich ihr ein paar Tipps, wie es mit ihrem Pferd besser gelang. Von Anfang an war Amy total begeistert und Samu machte klasse mit.
      Nun machten wir ab, dass ich noch ein paar Tage bleiben würde, damit ihr Hengst ein wenig Routine bekam und Amy ein Gefühl für das Springen bekam. Als die beiden ein eingespieltes Team waren, konnte ich mich wieder auf den Weg nach Hause machen, wo auch noch genug zu tun war.

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      29. April 2016 | 4660 Zeichen von BellaS
      Distanztraining L - M
      Ich hasste Massenritte. Eine einsame Trainerin, haufenweise unterschiedliche Leute, haufenweise Pferde auf jedem Trainingsstand. Kurz gesagt, heillose Verwirrung, massenhaft Arbeit und einen ganzen Tag Stress. Wunderbare Aussichten. Ich hatte das Gefühl, dass mich jedes Mal wenn ich zu Amy Flemming nach Heartland fuhr, so ein Tag erwartete. Massendistanztraining organisieren und offiziell machen. Immer das selbe. Sogar die Pferde blieben oft die gleichen. Heute gab es allerdings eine Besonderheit, die mir das Leben gleichzeitig erleichterte und erschwerte. Sieben Pferde am Start und alle gehörten einer einzigen Reiterin. Amy Flemming in höchst eigener Person. Da ich mir das Chaos mit unbekannten Reitern auf, für sie dann, unbekannten Pferden ersparen wollte, hatte ich heute zwei Mitglieder meines Teams dabei. Diese stellte ich dann auch erst einmal vor, als Amy uns am Tor begrüßte. „Hast du Verstärkung mitgebracht?“ „Ist auch nötig.“ Ich grinste. „Finley McLean und...“, ich deutete auf meinen Freund „Robin Jonssen.“ Sobald Amy auch die beiden Männer begrüßt hatte, ging es direkt an die Arbeit. Als erstes mussten wir die Pferde unter uns aufteilen. Für die, die nur die kurze Strecke, E auf A gehen mussten, hatten wir keine Reiter. Wir würden Picola, Windsor und Schattenfalter als Handpferde mitgehen lassen, was für die jungen Pferde wahrscheinlich sowieso angenehmer war. Da Finley das Westernreiten liebte, beanspruchte er blue Gun. Ich würde First von Rothen reiten, da er heute die weiteste Strecke würde gehen müssen. Golden Samurai war schnell von Amy belegt und so blieb für Robin noch der, etwa isi-große, und recht faule Haflingerhengst Suburb Lights. Die drei jüngeren Pferde waren schnell aufgeteilt und so machten wir und schließlich ans satteln. Ich kannte Rothen. Ein sehr schicker, umgänglicher und vor allem kräftiger Anglo-Araber. Gedacht als Veredler für Amys Haflinger. Ein verlässliches Pferd, das nebenbei auch noch nett anzusehen war. Robin hatte es mit Lights allerdings weniger gut getroffen. Der Hengst zickte und versuchte ständig seinen Kopf an allem zu reiben, was ihm in die Quere kam.Ein Verhalten wie Katzen es zeigten, wenn sie etwas als ihren Besitz markieren wollten. „Der hat doch irgendwo ein paar falsche Gene abgekriegt.“ Robin, der sonst ein sehr geduldiger Mensch war, schien schon jetzt angenervt. Das konnte lustig werden. Dass keiner von uns lange warten musste, war auch schon ein Wunder, aber irgendwie schaffen wir es, die fremden Pferde in Windeseile reitfertig zu machen. Ein letzter Check des Sattelzeuges, ungefähre Wegeinteilung mit Pausen. Wasser in die Satteltaschen und auf ging es. Inzwischen waren mit die schnurgeraden, recht langweiligen Wege und Hartland so vertraut, dass ich die Augen schloss, so lange wir im Schritt ritten. Ich hatte als einzige kein Handpferd zu bewältigen, da meine Strecke die längste sein würde. Zumindest noch nicht. Nach vielleicht einer halben Stunde übernahm ich dann Picola von Robin, der mit der feurigen Stute und seinem faulen Hengst ziemlich überfordert war. Von einem Baum am Wegesrand mussten wir einen Ast als provisorische Gerte für ihn abbrechen und ich war heil froh, dass mein Pferd heute verhältnismäßig motiviert vor sich hin trabte. Trotzdem legten wir die erste Pause nach 10 Kilometern ein. Hier verließ uns Finley, der mit My blue Gun und Windsor zurück nach Hartland reiten würde. Bisher ein ziemlich schweigsamer und ereignisloser Distanzritt. Bei Amy waren zum Glück immer nur einzelne Testritte notwendig, um die Stufen zu erhöhen. Eigentlich war es mein Job ein Pferd wirklich hoch zu trainieren, doch Amy erledigte das für mich. Ich musste nur verifizieren. So ging keins der Pferde der geforderte Strecke zum ersten Mal und alle hielten Recht gut durch. Nach weiteren fünf Kilometern war Halbzeit für Amy und Robin. Ich übergab ihnen Picola und als ihre Pferde wieder bei normaler Pulsfrequenz angekommen waren, kehrten auch sie um. Noch einmal fünf Kilometer geradeaus trieb ich meinen Fuchs an, dann konnten auch wir umkehren. Zwanzig lange Kilometer, immer wieder von Pausen unterbrochen, zurück zur Heartlandfarm. Mein Hintern protestiere schon bei dem Gedanken. Er protestierte immer, spätestens nach der Halbzeit eines Distanzrittes. Allerdings war ein solcher auch irgendwann vorbei. Endlich angekommen, wurde mir mein Pferd abgenommen. Das war immer schön, wenn man als letztes zurück kehrte. Man bekam einen Versorgungs-Service fürs Trainingspferd. Ich kümmerte mich um den erforderlichen Parpierkram, hörte mir Robins entnervte Tiraden über Suburb Lights an und entspannte mich. Wieder ein Monatstraining geschafft.
    • Sosox3
      08. September 2015 | 4627 Zeichen von Bracelet
      Hufschmiedbesuch
      Es war ein angenehmer, kühler Tag als ich auf Amy Flemings Hof ankam. Es tat mir wirklich leid, dass ich erst so spät kommen konnte, da der Auftrag in meinem Postfach untergegangen war. Dennoch war ich nun hier und ging mit meinem Hufschmiedköfferchen Richtung Stall, wo die berühmte Haflingerzüchterin schon auf mich wartete. Ich kannte sie bereits weshalb wir gleich zu plaudern begannen während wir zu den Pferden gingen.
      Als erstes gingen wir zu Sternsinger. Der hübsche Hengst zeigte sich freundlich und neugierig als ich kam. Seine Gelassenheit beeindruckte mir tatsächlich sehr und erleichterte mir nachher auch meine Arbeit. Er gab nämlich super brav seine Beine als ich seine Hufe untersuchte. Sie waren sehr gepflegt, weshalb eine große Korrektur nicht notwendig war. Trotzdem wollte ich ihn wieder einmal ausschneiden. Dazu nahm ich ihm erst seine Eisen und anschließend auch das altes, loses und überstehende Horn ab. Dann nahm ich eine Feile zur Hand und korrigierte Unebenheiten, damit der neue Beschlag bald auch problemlos saß. Als dies getan war ging ich mit den alten Hufeisen zu meinem Auto, wo ich die passende Größe des neuen Beschlages auswählte. Dabei handelte es sich um neue Aluminiumeisen mit Stollen für einen optimalen Halt auf weichem Untergrund. Nachdem ich die Eisen, fertig bearbeitet, auf seine Hufe aufgenagelt hatte war er dann auch schon fertig und bekam noch etwas Hufbalsam aufgepinselt.
      Mein nächster Patient war Burberry, ein hübscher Hengst, Sohn des berühmten L'ombre de la Figaro. Ihm schien das ganze Prozedere irgendwie spanisch vor zu kommen. Dies war allerdings kein Problem, da er dennoch bald Vertrauen in mich hatte. Somit verlief die Hufkontrolle, die sehr gut ausfiel, und das Ausschneiden seiner Hufe total problemlos. Erst als ich begann das komische, glänzende Zeug auf seine Hufe zu halten und die Größe zu testen wurde er wieder etwas ängstlich. Vor allem beim Aufbrennen musste ihn Amy öfter beruhigen, dann ging es aber und am Ende hatte er einen tollen, gut sitzenden Aluminiumbeschlag inklusive Stollen und hübsche, glänzende Hufe vom Hufbalsam.
      ,,Das ist sie.'',sagte Amy und stellte mir ihre Stute Amsterdam Girl vor. Auch sie sollte eine Hufkontrolle bekommen. Dabei gab sie aber hin und wieder wie zufällig den falschen Huf und zog ihn immer mal wieder weg. Sie testete mich. Doch da ich selbst auch ein kleines Zickchen zu Hause hatte schaffte ich es mich durchzusetzen und beim Eisenabnehmen und Ausschneiden war sie dann ganz brav. Nachdem dies getan war suchte ich auch für sie den perfekten Beschlag aus. Als die Größe gefunden war kamen sie in den Ofen und wurden erhitzt bis sie heiß genug waren um auf die Hufe aufgebrannt zu werden. Dabei zuckte Amsterdam Girl ganz kurz, blieb sonst allerdings cool und gehorsam. Danach kamen die Eisen ins Wasserbad zum auskühlen und anschließend auf die Hufe der hübschen Stute aufgenagelt. Anschließend bekam auch sie etwas Hufbalsam und durfte dann ihrer üblichen Tätigkeit weiter folgen.
      Als letztes war ein ganz besonderer Klient dran. Es handelte sich nämlich um Golden Samurai, einem sehr jungen und nicht erfahrenem Pferd. Ich wollte ihm darum ein möglichst positives Bild von der ganzen Sache vermitteln. Immerhin ist der erste Eindruck immer sehr wichtig. Ich ließ mir dabei sehr viel Zeit für die Kennenlernphase. Ließ ihn schnuppern und streichelte ihn erst spät, als ich wusste, dass er mir vertrauen würde und ich ihn nicht verschrecke. Dann bat ich ihn, mir sein Bein zu geben um seine Hufe zu kontrollieren. Erst kannte er sich nicht ganz aus und konnte erst nicht ganz koordinieren welchen er jetzt wie heben sollte. Doch mit viel Geduld bekam ich im Endeffekt, was ich wollte. Als ich fertig war wandte ich mich an Amy. ,,Er hat wirklich gutes Hufmaterial, weshalb er möglicherweise später einmal auch barfuß laufen kann, auch wenn er öfter auf hartem Boden läuft. Die Pflege scheint auch zu stimmen. Er hat kaum Risse oder ähnliche Schrammen, die groß auffallen. Weiter so.'',sagte ich und pinselte währenddessen vorsichtig seine Hüfchen ein, wobei er neugierig zuguckte. ,,Hufbalsam ist jedoch immer gut. Um den Zustand dennoch aufrechtzuerhalten ist es auch von Vorteil in den heißen Jahreszeiten immer mal wieder mit dem Schlauch drüber zu spritzen, dass gibt dem Material immer mal ein wenig extra Feuchtigkeit und kann bei gesunden Hufen auch mal das Hufbalsam ersetzen. Sonst habe ich eigentlich nichts mehr zu sagen. Wie gesagt, weiter so.''
      Danach verabschiedete ich mich auch schon wieder bei Amy und verließ Heartland nachdem ich noch eine 6er Packung Hufbalsam beim Lager abgeladen hatte.

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      11. November 2015 | 13262 Zeichen von Eddi
      Tierarztbesuch
      Heute stand für mich ein Auftrag der etwas größeren Variante an, dementsprechend hatte ich mir auch mehr Zeit als sonst eingeplant. Eine Reihe von Patienten würde auf mich warten, allesamt Haflinger. Nein, das stimmte gar nicht! Ein Anglo-Araber war laut Anmeldung auch dabei, aber er glich seinen Stallkumpanen dann trotzdem schon sehr. Gemütlich machte ich mich direkt nach dem Frühstück auf den Weg nach Heartland.
      Dort wartete bereits Amy auf mich vor dem großen Stallgebäude und wies mir einen Parkplatz zu. Dann begrüßte ich sie kurz, ehe wir auch schon in Richtung Stall gingen. Drinnen schloss sich uns noch Ty an, der als helfende Hand an Amys Seite stand. Zu dritt sollten wir die zehn Pferde also mehr als fix gemacht haben. Neun Haflinger und ein Araber wartete also auf uns, dementsprechend ließ ich nicht mehr Zeit verstreichen, sondern bat Amy, schon einmal den ersten Kandidaten zu holen, während ich alles vorbereitete.
      Ein paar Minuten später stand vor mir Little Baby. Mit ihren ruhigen, braunen Augen musterte mich die bereits erfahrene Haflingerstute. Ich ließ sie von Amy einmal im Schritt und einmal im Trab die Stallgasse entlangführen, damit ich mir einen allgemeinen Eindruck ihres Gangwerks machen konnte. Dieses war taktklar und locker. Am Putzplatz angebunden, begann ich mit der Untersuchung.
      Zuerst der übliche Blick in die Augen, um den Pupillenreflex zu kontrollieren und danach der Blick auf die Schleimhäute, ob diese auch in einem gesunden Rosa gefärbt waren. Bei Little Baby war alles in Ordnung, dementsprechend schaute ich auch nur noch einmal kurz ins Maul, um festzustellen, dass alle Zähne in Reih und Glied standen.
      Nun hörte ich die Stute ab: Erst Herz und Lunge, dann kontrollierte ich noch einmal die Grundwerte. Danach musste ich nur noch die Körpertemperatur messen und die Stute abtasten. Dabei fokussierte ich mich auf die Wirbelsäule und die Beine. Alles war wunderbar, also konnte Little Baby guten Gewissens geimpft und entwurmt werden.
      Vorher gab es aber noch den Chip. Fix war das Präparat unter der Haut und registriert. Dann kamen die Impfungen: Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut. Alle vier hielt Little Baby tapfer aus und abschließend schluckte sie auch noch die Wurmkur und schon war sie fertig. Ty brachte die Stute weg, während Amy bereits Suburb Lights holte. Ich kümmerte mich in der Zwischenzeit darum, die neuen Materialien bereitzulegen.
      Wieder begann das Spiel von vorne: Erst ließ ich mir die Stute im Schritt und Trab vorführen, ehe ich einen Blick in Augen und Maul warf. Alles war grundlegend in Ordnung, nur eine abgebrochene Ecke am hinteren Backenzahn musste ich feilen, damit sie Suburb Lights nicht irgendwann wehtun würde.
      Danach hörte ich die Stute ab, kontrollierte die Körpertemperatur und machte mich daran, noch ihren Körper abzutasten. Ich begann dabei beim Genick und ging dann die Wirbelsäule abwärts bis zum Schweifansatz entlang. Sollte Suburb Lights irgendwo zusammen zucken, wusste ich, dass sie dort ein Wehwehchen hätte.
      Das war aber nicht der Fall und so gab es für die Stute nur noch die vier Impfungen und die Wurmkur. Von Spritzen war Surburb Lights nicht sonderlich angetan und sprang auch einmal zur Seite. Amy sprach ihr aber beruhigend zu und so hatten wir den kleinen Schreck schnell hinter uns gebracht und die Stute war entlassen. Schnaubend wanderte sie neben Ty zu ihrer Box zurück.
      Nun war Lana an der Reihe. Sie war zwar erst sieben Jahre, kannte den Tierarzt aber gut. Außer, dass sie ein paar Faxen im Kopf hatte, war sie auch wirklich lieb. So zippelte sie Amy ein paar Mal am Jackenärmel herum, während diese sie vorführen sollte. Zumindest zeigte ihr Verhalten, dass es ihr bestens ging.
      Dennoch nahm ich auch sie gründlich unter die Lupe. Erst der Test des Pupillenreflexes, dann die Zahnkontrolle. Danach hörte ich die Stute ausgiebig ab, ehe ich die Körpertemperatur kontrollierte und Lana noch abtastete. Die Stute war rundum fit, bekam so ihre vier Impfungen gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut und musste zu guter Letzt noch die Wurmkur schlucken, ehe sie gehen durfte.
      Mit meiner nächsten Patientin musste ich mit Bedacht umgehen. Tendenziell besaß L’ombre de la Lune einen sehr ausgeglichenen und ruhigen Charakter, aber als Zweijährige sollte sie mich am besten in allerbester Erinnerung behalten. Das Vorführen lief problemlos ab. Der Blick in Augen und Maul war ihr zwar unangenehm, aber sie freute sich über das darauffolgende Lob.
      Auch während des Abhörens und Abtastens hielt sie vorbildlich still, auch wenn sie neugierig schaute, was ich denn da so trieb. Als dann alles geschafft war, kamen wir zum unangenehmsten Teil: Den Impfungen. Auch Lune musste vier Impfungen ertragen, wurde aber währenddessen ausgiebig von Amy gekrault, so dass die junge Stute die Impfungen kaum mitbekam. Die Wurmkur schluckte sie dann auch bereitwillig, auch wenn es eindeutig nicht ihr Lieblingsgeschmack war. Abschließend gab es von mir noch einen Apfelschnitz und Streicheleinheiten, damit sie den Tierarztbesuch nur mit positiven Dingen in Verbindung brachte.
      Laut Amy hatten wir nun die Stuten fertig und es warteten nur noch sechs weitere Pferde auf mich. Da wir gerade alles die Ruhe in Person waren, machten wir direkt mit dem jungen Figaros Schattenfalter weiter. Auch er wurde sehr behutsam behandelt, damit er keine Abneigung gegen mich entwickelte. Unsinn hatte der halbwüchsige Hengst dennoch im Kopf und hüpfte fröhlich neben Amy her.
      Die Untersuchung verlief dennoch ganz entspannt, auch wenn ich bei Schattenfalters Zähnen Hand anlegen musste. Der kleine Kerl stammte aus schlechter Haltung und diese sah man auch jetzt noch an seinen Zähnen. Die hatten sich schon deutlich gebessert, waren aber teilweise noch etwas schief oder brüchig. Ihr war mir aber sicher, dass sie einfach nur noch etwas Zeit brauchten, bis sie wieder in Ordnung wären.
      Nun wurde Schattenfalter abgehört und abgetastet, ehe ich auch noch die Körpertemperatur kontrollierte. Alles war im grünen Bereich und der junge Kerl konnte nun geimpft und entwurmt werden. Die vier Spritzen waren sicherlich nicht sein liebster Teil, aber das Lob nach jeder einzelnen gefiel ihm schon. Dementsprechend ging auch Schattenfalter mit guten Ereignissen wieder zurück in seine Box.
      Mein nächster Patient brachte rassetechnisch dann Abwechslung ins Spiel. First von Rothen war ein Anglo-Araber und sollte Amy in der Zucht später als Veredler dienen. Begeistert erzählte sie mir von ihren Plänen, auch Edelbluthaflinger zu züchten. Das klang durchaus gut und First brachte die richtigen Grundlagen dafür mit.
      Der Hengst war erst zwei Jahre alt und schon jetzt recht stämmig, aber dafür trug er sein Herz am rechten Fleck. Leider stand für das Kerlchen heute eine größere Untersuchung an, weshalb ich mich gleich von Anfang an mit ihm gut stellte. Während des Vorführens entdeckte ich keine Auffälligkeiten, aber als ich mir ihn genauer anschaute, entdeckte ich hellen Nasenausfluss. Es war nicht viel, aber dennoch würde ich später abwägen, ob ich ihn wirklich impfen könnte, das würde dann die restliche Untersuchung ergeben. Aus dem Grund kontrollierte ich erst einmal seine Zähne und warnte Amy vor, dass er demnächst in den Zahnwechsel kommen würde und deshalb eventuell am Kopf etwas empfindlich sein könnte.
      Beim Abhören kam raus, dass seine Lunge und Atemwege frei waren, dementsprechend handelte es sich um eine schwache Erkältung und so lange seine Körpertemperatur nicht erhöht wäre, würde ich ihn guten Gewissens impfen können. Doch vorher tastete ich ihn noch ausgiebig an. Und dann musste mir der Hengst eine kleine Kanüle Blut spenden, welche ich später für das einfache Blutbild gebrauchen würde.
      Abschließend wurde First von Rothen gechippt und registriert und dann ging es an die Impfungen. Wie seine Vorgänger wurde auch er gegen Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut geimpft. Er bekam auch direkt seine Wurmkur und dann besprach ich mit Amy noch, was man am besten gegen seine Erkältung tun könnte. Ich vermutete, dass er sich diese auf seiner Reise hierher geholt hatte, denn so lange war er noch nicht da. Amy war jedoch der Homöopathie kundig und hatte bereits einiges für ihn vorbereitet und hakte bei mir nur noch einmal nach, ob das in Ordnung war. Ich gab ihr mein Ok und dann durfte der First uns auch schon verlassen.
      Nun ging es mit einer schnelleren Untersuchung weiter. Für den Zuchthengst Jargo stand nicht sonderlich viel an. Dennoch ließ ich ihn mir vorführen und er musste auch sonst die gesamte Untersuchung über sich ergehen lassen. Jargo war jedoch topfit und dementsprechend bekam er auch seine vier Impfungen und die Wurmkur. Nur bei seinen Zähnen hatte ich etwas mehr Arbeit gehabt, da er sich etwas Unerkennbares zwischen die Backenzähne geklemmt hatte. Mit etwas Pfriemeln bekam ich es aber auch raus und schon war der Hengst fertig.
      Nun war Sternsinger an der Reihe. Ich erneuerte noch schnell die Materialen, ehe Ty mir den Hengst vorführte. Amy sorgte gerade für etwas Nervennahrung und kam mit drei Tassen Tee und ein paar Keksen wieder, während ich gerade in Sternsingers Maul schaute. Die Augen des Hengstes wurden direkt größer, als er Ty einen Keks essen sah, aber er benahm sich und hielt still.
      Sternsinger hatte ein unangenehmes Problem: Er litt an einer Bindehautentzündung. Gerade jetzt im Herbst kam es schnell mal dazu. Zum Glück hatte er sie bisher nur am linken Auge und ich hoffte sehr, dass sie sich nicht übertragen würde. Doch erst einmal brauchte ich seinen Impfpass, um zu sehen, wann er das letzte Mal geimpft worden war.
      Leider musste ich allerhand nachholen, weshalb ich mir zweimal überlegen musste, was ich Sternsinger gegen seine Bindehautentzündung verabreichen würde. Es würde höchstwahrscheinlich auf homöopathischer Ebene bleiben, da sich dies nicht mit den Impfungen kreuzte, dementsprechend musste ich hoffen, dass die Bindehautentzündung noch am Anfang stand. Das ließ sich leider schwer einschätzen, da Sternsinger sich fleißig kratzte und so sein gesamtes Auge gerötet war.
      Da sich die Bindehautentzündung aber tatsächlich erst am Beginn befand, griff ich zu Euphrasia, dem Augentrost. Außerdem verabreichte ich dem Hengst dazu noch Mercurius solubilis. Dies wirkte vor allem auch dem schrecklichen Juckreiz entgegen, der bewirkte, dass Sternsinger die Entzündung sogar von selbst noch verschlimmerte.
      Beides waren Augentropfen, welche ich Sternsinger direkt verabreichte und sie dann an Amy weitergab. „Am besten zweimal täglich: Morgens und abends“, erklärte ich ihr und schrieb es auch noch mal auf die Verpackung. Des Weiteren empfahl ich den beiden, dass sie Sternsinger am besten ein Weilchen auf Späne stellen und das Heu vorher anfeuchten sollten, wegen des Staubs. So würde sich die Entzündung schneller beruhigen können.
      Für Sternsinger gab es nun nur noch die Impfungen und die Wurmkur und dann war er fertig und durfte gehen. Er sah auch sichtlich unmotiviert, aber ich konnte es ihm nicht verübeln. Nun standen nur noch zwei Pferde auf dem Plan, welche wir auch noch packen würden. Zuerst kam Ty mit Windsor um die Ecke. Ich nahm den letzten Schluck meines Tees und begutachtete dann die Gänge des Hengstes.
      Danach untersuchte ich Augen und Zähne, ehe ich den Hengst abhörte und abtastete. Während ich die Beine entlang strich, fiel mir am Hinterbein eine kleine Wunde auf. Anscheinend hatte ihn ein anderer Hengst von hinten gezwickt. An sich war die Wunde nicht groß, sie lag nur ungünstig zum verheilen.
      Deshalb machte ich zur Sicherheit direkt einen Wundverband drüber, nachdem ich sie gesäubert und desinfiziert hatte. Für Amy ließ ich eine Wundsalbe da, welche sie ab übermorgen dann täglich draufmachen sollte. „Je nachdem wie die Wunde sich entwickelt, braucht er dann auch keinen Verband mehr. Eigentlich sollte es fix verheilen“, meinte ich beruhigend und machte mit der Untersuchung weiter.
      Windsor wurde nun noch gechippt, geimpft und entwurmt. Das ganze Programm also. Er kannte das aber alles schon und auch, wenn er ungern still hielt, waren wir relativ schnell mit allem fertig. Abschließend gab es noch ein Leckerchen zur Belohnung, ehe Windsor auch schon gehen wurde. Nun waren wir beim letzten Pferd angelangt und das war Amys Liebling Golden Samurai.
      Der Hengst war wirklich eine Pracht von Haflinger und schien auch klasse Gänge zu haben. Nachdem Amy ihn mir im Schritt und Trab vorgeführt hatte, machte ich mich an die Untersuchung. Zuerst die Kontrolle des Pupillenreflex und dann ein Blick ins Maul. Alles sah bestens aus. Auch Samurais Puls- und Herzfrequenz lag im Idealbereich. Seine Körpertemperatur war in Ordnung und während des Abtastens blieb er vollkommen entspannt.
      Nun musste auch Samurai mir ein bisschen Blut geben, ehe ich mich daran machte, den jungen Kerl noch zu chippen und zu registrieren. Abschließend gab es auch für ihn die vier Impfungen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut und noch die Wurmkur, ehe er auch schon fertig war. Ich lobte ihn ausgiebig und feierte dann gemeinsam mit Ty und Amy den Abschluss des Besuchs. Zehn Pferde nacheinander waren schon anstrengend.
      Ich versprach Amy, ihr heute Abend die Laborergebnisse von Golden Samurai und First von Rothen zuzusenden und dann machte ich mich auf den Heimweg.

      First von Rothens Blutbild
    • Sosox3
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        30. März 2018 | 8119 Zeichen von sadasha
        Ein Haflinger
        Endlich schien die Sonne und das sogar schon am Morgen. Trotzdem war es noch bitterkalt, sobald man das Haus verließ. Es half nichts. In dicker Jacke und mit Handschuhen machten sich Leon und Franziska an die Stallarbeit. Die Pferde schlugen aufgeregt gegen die Boxen und warteten auf ihr Futter. Nach der Fütterung wurden sie nacheinander auf die Weiden gebracht, sodass gemistet werden konnte. Als Sabine heute eintraf, war das Ehepaar bereits fertig. “Was machst du hier? Du bist krankgeschrieben.” wollte Franziska von ihrer Freundin wissen. Diese zog die Schultern hoch. “Mir fällt zu Hause die Decke auf den Kopf. Durch das Antibiotikum geht es mir gut. Gib mir eine leichte Aufgabe, bitte. Alles ist besser als nutzlos zu Hause rumzuhocken.” Leon warf Sabine einen missbilligenden Blick zu, ließ aber seine Frau die Angelegenheit klären. “Du steckst uns noch Alle an, Sabine.” erklärte sie und sah Hilfe suchend zu Leon, der bereits das Weite suchte. Sabine schüttelte den Kopf. “Ich nehm seit drei Tagen Medikamente, ich bin sicher nicht mehr ansteckend!” beteuerte sie und brachte Franziska endlich dazu einzulenken. “Wehe dir wenn nicht.” drohte sie lächelnd. “Du könntest das Zubehör pflegen. Die Saison beginnt gerade wieder und wenn nicht jetzt, wann wäre dann der perfekte Zeitpunkt?” Franziskas Blick wanderte an Sabine herab. “Aber zieh dir bitte Handschuhe über.” Sabines freudige Antwort wurde in einem Hustenanfall erstickt, doch sie machte sich gleich darauf auf den Weg in die Sattelkammer.

        Dominik und Anna waren mittlerweile auch eingetroffen und kümmerten sich um die beiden Berittpferde Ases Maskwamozi und Aphedril. Leon hatte sich heute ganz den Fohlen verschrieben. Er ratterte seine kleinen Fohlen-ABC Einheiten mit Focus durch. Der kleine Wirbelwind gab mittlerweile bereitwillig jeden seiner Hufe, ließ sich ins Maul schauen und ordentlich hin und her führen. Im Gelände war er aber noch etwas unsicher. Mit der Zeit würde sich auch das legen. Schließlich war Focus erst ein paar Monate alt. Franziska zog mit ihrem Mann gleich indem sie Stracciatella, eine junge Appaloosastute abfragte. Sie war ein paar Monate älter als Focus, was ihr aber leider nicht mehr Sicherheit verschaffte. Zwar möchte sie ihrem Menschen gefallen und tut Alles für eine ausgiebige Schmuseeinheit, doch bei neuen Aufgaben wurde sie nervös. Franziska übte deshalb vor Allem das Spazierengehen. Dazu gehörten auch ein paar das Vertrauen stärkende Übungen auf dem Platz. Neben der Arbeit schweiften Franziskas Gedanken immer wieder zu Sabine, die in der Sattelkammer hockte und mit Wasser, Seife und Fett das Zubehör mehr als gründlich reinigte. Auch die zwei kaputten Halfter nahm sie sich zur Hand und vernähte sie neu. Sie sahen danach zwar nicht mehr so toll aus, waren aber wenigstens wieder einsatzbereit. Immer wieder hörte man Sabine husten oder niesen. Gut klang das nicht und Franziska machte sich Sorgen. Auch an Leon zog das nicht spurlos vorbei, doch er sorgte sich mehr um die Konzentration seiner Ehefrau. “Jetzt hör auf dich verrückt zu machen, Schatz. Sabine ist 16 Jahre älter als du. Meinst du wirklich dass sie nicht weiß was sie sich zumuten kann und was nicht?” Er sah sie innig an. “Komm, bring Stracciatella weg, die weiß gar nicht mehr wohin mit sich. Und dann gehen wir mit Phoebe und Skittles eine Runde über die Felder.” Franziska hatte noch immer diesen besorgten Gesichtsausdruck, doch sie willigte ein. Sie schloss das Training mit der wirklich desorientiert wirkenden Stracciatella mit einer einfachen Übung ab und schnappte sich dann das übrig gebliebene Stutfohlen. Nach dem Spaziergang besuchte Franziska Sabine in der Sattelkammer, die gerade dabei war das Leder einer auseinander gebauten Trense zu fetten. “Lust auf eine Pause?” fragte sie sanft und legte ihr eine Hand auf die Schulter. “Ich mach uns beiden einen frischen Kamillentee. Kein Tütenzeug, frisch!” schlug sie zustimmend nickend vor. Sabine lachte. “Dann hilf mir noch schnell mit der Trense, ich lasse keine angefangene Arbeit zurück.” gab sie forsch zurück.

        Beim Tee bekam Sabine einen Anruf. Sie begann über beide Ohren zu strahlen, als sie auflegte. “Heute ist ein großartiger Tag!” platzte es aus ihr heraus. Verwirrt runzelte Franziska die Stirn. “Weil?” - “Weil ich gerade eine Ankaufbestätigung bekommen habe. Ich bekomme ein Pferd.” Nun wurden auch Franziskas Augen groß, sie lehnte sich nach vorne und sah auf das Handy ihrer Mitarbeiterin. “Wirklich? Was für eines? Wie kommt es dazu? Hast du ein Foto?” Verzweifelt tippte und wischte Sabine auf ihrem Handy herum und ein paar Momente später knallte sie selbiges mit dem Display nach unten auf den Tisch. “Keine Ahnung wie das geht. Ich finds nicht mehr. Vielleicht hab ich es auch gelöscht.” Frustriert und verärgert sah sie zu Franziska, die aufmunternd lächelte. Sabine seufzte. “Er ist ein Haflingerhengst und heißt Golden Samurai. Er ist sogar gekört! Ich würde dir so gerne das Bild von ihm zeigen, aber ich glaube ich hab es wirklich gelöscht.” erzählte sie und lächelte nun wieder. Franziska nickte wissend. “Ist doch nicht so schlimm. Wann kommt er denn an? Können Leon und ich irgendwas vorbereiten? Wie verträglich ist er?” Die beiden Frauen saßen noch gut eine Stunde am Tisch und besprachen wie sie den Hengst in den Hofalltag eingliedern wollen. Erst als Leon völlig durchnässt ins Haus kam wurde ihnen bewusst wie viel Zeit verstrichen war. “Pensive Cuddlepot und Louvré sind jetzt auch beschäftigt. Die tragenden Stuten hab ich wieder reingeholt und Dominik und Anna arbeiten noch mit den letzten Trainingspferden. Und was habt ihr so produktives geschafft? In der Sattelkammer stehen noch ein paar Sachen?” Franziska wank ab. “Du übertreibst maßlos. Wir haben nur etwas besprochen. Jetzt geh duschen und hau dich danach vor den Fernseher. Wir kochen was. Sabine bleibt heute zum Essen, dann berichten wir dir was es Neues gibt.” meinte Franziska und tat wie geheißen.

        Auf dem Hof herrschte hektisches Treiben am Tag der Ankunft von Sabines Haflingerhengst. Die Box war hergerichtet, Jungpferde und tragende Stuten auf die Weiden gebracht und andere Hengste in neue Boxen umsortiert. Alles so, dass Golden Samurai erstmal möglichst wenig Kontakt zu den eingesessenen Pferden hatte. Zwar wurde von Allen Seiten immer wieder versichert, dass der Hengst ein freundlicher und menschenbezogener Kandidat war, doch das Ehepaar Ziegler wollte auf Nummer sicher gehen. Gerade Morgane und Corde de la Cerise, die beiden noch tragenden Stuten durften sich jetzt nicht mehr großartig aufregen oder gar verletzen. Jeden Moment könnte es bei den beiden soweit sein. Devotion und General, so sollten die zwei Fohlen heißen, wurden bereits erwartet. Gegen Mittag fuhr dann endlich der obligatorische Pferdehänger auf den Hof. Franziska und Leon hatten ihre Sabine noch nie aufgeregter erlebt. Sie hatte sich von ihrer Erkältung gerade erst erholt und wirkte gerade wieder, als sei sie kurz vor dem Kollabieren. Im Umgang mit dem Neuzugang jedoch war sie sanft wie eh und je. Golden Samurai sah sich mit aufgeblähten Nüstern und gespitzten Ohren um, sowie er von der Rampe getreten war. Er war nervös, hatte aber ein selbstbewusstes Auftreten dabei. Beim Flehmen sog der die verschiedensten Düfte seiner neuen Heimat auf und wirkte im Anschluss noch aufgedrehter. “Ruhig, Hübscher!” sagte Sabine sanft und strich dem Hengst über die Nase, sodass er den Kopf wieder ein wenig sank. “Ich führe ihn ein bisschen herum. Wir haben ja bereits Alles geklärt.” sagte sie bestimmt und wandte sich ab. Franziska und Leon unterhielten sich mit dem Händler noch ein wenig, ehe er den Hof verließ und die zwei wieder an die Arbeit gingen. Erst am späten Nachmittag fragten sie bei Sabine nach ob alles in Ordnung sei.Sabine nickte glücklich, man sah ihr jedoch an dass der Tag für sie auslaugend war. Golden Samurai war offenbar kein einfaches Pferd, doch auch er würde sich einleben und Sabine würde die Herausforderung noch lieben lernen. Sie war nur etwas aus der Übung. Franziska hatte noch ein paar aufmunternde Worte für sie, ehe sie sich verabschiedeten.
        30 März 2018Melden
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      • sadasha
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        28. April 2018 | 8564 Zeichen von sadasha
        "Ich liebe ihn, Leon!" schwärmte Franziska, während sie den bunten Hengst unter ihr kraulte, der wohlig schnaubte. Eine halbe Stunde waren die beiden auf dem Reitplatz bei schwülwarmen Wetter. Leon kam gerade von einem Ausritt mit Ghost Merchant zurück. Der alte Hengst genoß seinen Ruhestand und musste nicht mehr so hart arbeiten wie seine jüngeren Kollegen. Red Diamond, auf dem Franziska gerade saß war sogar noch ein bisschen älter. Die beiden Rentner würden ihre guten Gene vielleicht noch ein paar mal vererben, ehe sie auch aus der Zucht herausgezogen würden. Dass Franziska ihren Schecken liebte wusste Leon schon. Dennoch freute er sich darüber seine Frau glücklich zu sehen und lächelte seelig, während er sie dabei beobachtete wie weiter mit dem Pferd arbeitete. "Eh Faulpelz!" beschwerte sich Dominik, als er aus der Reithalle kam. "Nicht rumstehen, weiter arbeiten." Leon nickte. "Wen hast du schon fertig?" erkundigte er sich und sein Springreiter dachte nach, bevor er die Pferde aufzähle: "Busted Cherry Cake, Morgane, Corde de la Cerise und Yuno." Abermals nickte Leon. Die beiden tragenden Stuten hätte er sowieso nicht großartig bewegen können. "Keine Lust auf die Hengste?" Dominik lachte rau und schüttelte den Kopf. "Anna hat sich die Hengste vorgenommen und wie du siehst kommen die Stuten auch bei euch beiden etwas zu kurz heute." Er deutete auf Franziska und Leon. "Ich bring die Gute hier jetzt rein. Wenn du nicht noch weiter nutzlos herumstehen willst, kannst du mir ja folgen, damit wir als nächstes zusammen ins Gelände gehen können. May Bee freut sich sicher das Wissen aus eurem Training weiter zu festigen. Und ich komme mit Paminta mit." Ohne zu antworten nahm Leon die Zügel seines Hengstes auf und wandte sich zum Gehen. Ein Blick in den Himmel verhieß jedoch nichts Gutes. Er ahnte, dass sich etwas zusammenbraute und zweifelte an Dominiks Idee jetzt auf die Geländestrecke zu gehen. Vermutlich war es auch nur die Angst davor sein Wissen zu prüfen. Schließlich hatte Leon sich immer ganz gut vor den Cross Country Pferden gedrückt, seit er vom Lehrgang wieder heim gekommen war. Wenigstens würde er gleich nicht alleine sein. Falls etwas passierte, war gleich Hilfe zur Stelle.
        Franziska beendete alsbald die Session mit ihrem Liebling und nahm sich als nächstes Deo Volente aus der Box. Der Rappe stand mit seinen sieben Jahren in der Blüte seines Lebens. Besonders im Springen war er begabt, doch Franziska forderte auch ihn heute in der Dressur. Er befand sich auf E Niveau, würde aber mit etwas Hilfe auch eine A Dressur schaffen, da war sich die Blondine sicher. Sorgfältig putzte sie das seidige Fell und holte dann Sattel und trense aus der Kammer. Im Verbeilaufen sah sie Anna, die gerade Cadeau zurück in seine Box brachte. Franziska beobachtete sie aus dem Augenwinkel dabei, wie sie als nächstes St Pauli fertig machte. Heute morgen hatte sich Anna mit den Jungpferden Sacred Assault und Thavila beschäftigt. Deo schlug unruhig mit dem Schweif, als Franziska den Sattelgurt anzog. "Zieh den Bauch ein!" scherzte sie und streichelte den Rappen kurz, ehe sie in die Zügel griff und ihn auf den Reitplatz führte. Schwungvoll stieg sie auf und ritt den Rappen im Schritt an. Sie ließ ihm viel Zügel, sodass er sich noch strecken konnte. Beim Warmreiten legte die Reiterin nicht allzu viel Wert auf Formvollendung. Deo nutzte seine Freiheit und schnaubte über den sandigen Boden. Erst als Anna mit Paulchen ebenfalls auf den Reitplatz kam hob er neugierig den Kopf und wurde wieder unruhiger. Franziska war nun gezwungen die Zügel richtig aufzunehmen. Die beiden Hengste hatten sich für diesen Tag entschieden nicht gut Freund zu sein. Beide spielten sich etwas auf und machten es den Reiterinnen schwer sich voll und ganz auf die Reiterei zu konzentrieren. Doch auch mit solchen Situationen mussten sie umgehen. Auf Turnieren ließ sich so etwas auch nicht unbedingt vermeiden.

        Nachdem der Tag gut verlaufen war begannen Leon und Franziska den nächsten Tag mit dem Training von Fix the Flame und S'Cada.Es war regnerisch und hatte sich das Paar in ihrer Reithalle einen kleinen Parcours aus Cavaletti und Stangen aufgebaut. Die beiden Stuten wurde jedoch vorher zuerst gründlich warm geritten, ehe mit der Stangenarbeit angefangen wurde. Irgendwann gesellten sich Dominik und Anna mit Ostid OC und Vakany dazu.Der Fuchshengst war jedoch deutlich abgelenkt von so viel weiblicher Präsenz. Dominik verabschiedete sich deshalb ins Gelände, nachdem Ostid gut aufgewärmt war. Zwar konnte er bei dem Wetter nicht viel anstellen im Gelände, doch er würde wissen was er tut. Nach der Mittagspause sah Franziska bei Sabine nach dem Rechten. Die ältere Frau übernahm das Fohlentraining. Gerade hatte sie Phoebe zwischen und heute früh hatte sie mit Pensive Cuddlepot geübt. Die hübsche Scheckstute machte große Fortschritte beim Führtraining. "Kann ich dir helfen? Die meisten Pferde haben heute Pause und das schaffen die drei schon ohne mich." fragte Franziska. Sabine lächelte. "Sehr gerne! Ich bringe die Kleine eben weg. Dann können wir mit Stracciatella und Skittles eine Runde gehen." Gesagt getan. Franziska holte aus der Sattelkammer die beiden Fohlenhalfter und zwei Stricke und kam Sabine dann auf dem Weg zur Fohlenbox entgegen. Die beiden Stutfohlen freuten sich endlich Auslauf zu bekommen. "Das Wetter ist leider so unbeständig und wir wollen die jungen Pferde nicht bei Gewitter und Sturm draußen stehen haben." entschuldigte sich Franziska und kassierte eine tadelnden Blick ihrer Mitarbeiterin. "Hör auf dich zu rechtfertigen. Ich weiß, dass ihr nur das Beste für eure Pferde wollt." Draußen sahen sie zwei wie Leon mit Aphedril in die Halle ging. "Viel Spaß mein Schatz." rief er seiner Frau zu und verschwand im Dunkeln.
        Nach dem Spaziergang standen die Boxen von Leveneza, Ases Maskwamozi und Emrys leer. Die drei Jungpferde standen in den Kinderschuhen was ihren Beritt betraf und Franziska hielt es für keine gute Idee die drei gleichzeitig in einer Halle zu haben. Doch wenn Leon da anderer Meinung war, musste sie darauf vertrauen, dass er die Situation unter Kontrolle hatte. Doch auch Sabine wirkte nicht begeistert von dieser Konstellation. Sie brummte leise vor sich hin, ehe sie mit einer Idee aufkam. "Am besten machen wir weiter wie bisher und nehmen und einfach die nächsten zwei Fohlen raus." Sie zuckte mit den Schultern. "Gute Idee." meinte Franziska und stülpte das Halfter, das eben noch an Skittles Kopf saß über Nase und Ohren von Louvré. Sabine nahm sich stattdessen Focus vor. Bei diesem Spaziergang redeten die zwei viel über die Reitponys. Thornheart hatte sich auf dem Gestüt prächtig entwickelt und würde bald für die wichtigen Prüfungen vorbereitet werden. Auch das ein oder andere turnier sollte der kleine Hengst laufen. Anna hatte sichtlich Spaß an ihm und allein durch seinen schönen Körperbau und die Farbe war der Hengst interessant für die Sportponyzucht. "Stell dir vor, wenn Pleasing groß ist. Ein Fohlen von den beiden!" schwärmte Franziska und brachte Sabine damit zum Lachen. "Das kann ich mir noch nicht vorstellen, Liebes." Pleasing war einfach noch zu klein. Doch jeder Genetikliebhaber würde erkennen welch Farbpotential in dieser Anpaarung steckte. "Apropros Ponys… Golden Samurai wurde seit zwei Tagen nicht bewegt und ich glaube heute wird es mal wieder Zeit. Das Wetter ist zwar blöd, aber für einen Ausritt reichts. Solange die anderen die Halle blockieren?" Franziska nickte. "Gute Idee. Dann komme ich mit PFS' Heart of Ocean mit. Die vertragen sich zwar nicht gut, aber wir müssen ja nicht aneinander kleben." Die beiden Frauen machten sich mit diesem Vorsatz auf den Heimweg und putzten im Anschluss die beiden ausgesuchten Hengste. In der Halle bewegten Anna, Leon und Dominik aktuell die übrigen Ponys: Eismärchen, Arcany und Princess Sansa.
        Spät am Abend als die Mitarbeiter das Gestüt schon verlassen hatten sattelten Franziska und Leon abermals Pferde. Die beiden Morgan Stuten Senda Oscura und Estrada Dourada durften die frische Gewitterluft schnuppern. Es hatte sich mächtig abgekühlt und die Thermik hatte jetzt ausgesetzt. Das Gewitter war kurz und heftig. "Wie lange glaubst du halten uns Morgane und Corde de la Cerise noch vor, was sie tragen? Ich möchte meine Devotion haben!" fragte Leon seine Frau auf halber Strecke. Sie zog eine Grimasse. "Wen fragst du da? Ich möchte auch endlich meinen General!" Dass die beiden Stuten zu ihrer Überraschung noch am nächsten Tag mit nur wenigen Stunden Abstand fohlen würden, konnten sie nicht ahnen.
        18 Juni 2018Melden
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      • sadasha
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        09. Oktober 2018 | von sadasha
        Hibiskus und Thaurissan

        Auf dem Caenheide Gestüt erhielten vor Kurzem gleich zwei neue Pferde Einzug. Die Ponystute Hibiskus kam von einer alten Bekannten und hatte sich schon gut eingelebt. Sie war recht unkompliziert im Umgang, wenngleich sie durchaus verrückte Züge an sich hatte. Sie stand mittlerweile mit Eismärchen, Princess Sansa, Arcany und Pleasing auf einer Weide. Die Ponystuten hatten aktuell Pause und genossen die langen Tage auf der Weide, ehe die Temperaturen wieder so kühl wurden, dass man sie mindestens über Nacht in den warmen, schützenden Stall holen musste. Ebenfalls neu eingezogen war der stattliche Braune Thaurissan. Der Hengst verstand sich nicht ganz so gut mit anderen Pferden, weshalb er noch alleine stand, ehe man ihn mit einem Partner vergesellschaftete. Die Zeit dazu war im Moment einfach nicht da. Das Augenmerk des Ehepaars liegt zur Zeit auf den Pferden Thavila, Paminta, Skittles, Stracciatella, Thornheart und Emrys. Die beiden Ponyhengste PFS' Heart of Ocean und Golden Samurai standen aktuell leider auch viel herum. Um diese leichte Vernachlässigung alsbald zu beenden denken die Zieglers über weiteres Personal nach. Besonders freut es das Team, dass Focus, der erst frisch eingeritten wurde schon auf einem Wettbewerb punkten konnte. Phoebe ist ebenfalls als Newcomer heiß im Rennen und soll demnächst eingeritten werden, damit ihre Karriere starten kann. Leveneza wird im Moment ebenfalls schonend angeritten, ihre Ausbildung wird jedoch mit noch mehr Geduld angegangen, da sie bereits durch ihre Erfolge aus Fohlentagen genug Leistung erbracht hat. Devotion und General haben endlich das Licht der Welt erblickt und ihre Mütter Corde de la cerise und Morgane erholen sich gemeinsam mit ihren Anhängseln auf den Weiden. Damit ist die Fohlensaison 2018 auf dem Gestüt beendet. Pensive Cuddlepot, Louvré und Extra Sugar stehen als Youngstergruppe noch separat von den jungen Mutterstuten. Die beiden Morganhorse Stuten Estrada Dourada und Senda Oscura wurden regelmäßig für ausgiebige Erholungsausritte genutzt und bekam dadurch ausreichend Beschäftigung. Übrig bleiben nur noch die prämierten und gekörten Warmblüter. Vakany, May Bee, Yuno, S'Cada, Fix the Flame, Busted Cherry Cake und Chessqueen wurden in kleinen Gruppen in der Führanlage bewegt und durften dann ihren Alltag auf den Weiden genießen. Die Hengste Ghost Merchant, Deo Volente, Red Diamond, Cadeau, St Pauli, Ostid OC und Sacred Assault wurden einzeln in der Halle trainiert. Im Großen und Ganzen läuft es also ganz rund. Lediglich die Zeit ist knapp und es bedarf einer künftig besseren Organisation um diese Masse an Pferden angemessen zu beschäftigen. Vor allem den Fohlen muss sich wieder mehr gewidmet werden, damit sich ihre Erziehung und Entwicklung nicht zu stark verschlechtert.
        9 Okt. 2018Melden
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      • sadasha
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        06. März 2019 | von sadasha

        Eine entspannte Zeit war es aktuell auf dem Caenheide Gestüt. Die Turniersaison war vorbei und würde erst in ein paar Monaten wieder beginnen, keine Stute war für das kommende Jahr gedeckt und so bestand die tägliche Arbeit darin den Betrieb in Stand zu halten. Ein wenig auf den Kopf stellte uns das ganze nur die Ankunft gleich zwei neuer Schützlinge. Darlington, war eine besondere Trakehner Stute aus Irland, die wir durch Zufall beim Stöbern durch Verkaufsanzeigen gefunden hatten. Jeune Mariée hingegen war Franziskas wahr gewordener Traum eines bunten Trakehnerfohlens. Die beiden Stuten kamen in der gleichen Woche, nur wenige Tage versetzt auf dem Hof an und lebten sich derzeit ein. Die Quarantäne Zeit war bald vorüber und dann würde kein Zaun mehr bei der Kontaktaufnahme mit den Koppelfreunden stören. Franziska verbrachte viel Zeit damit ihr Stutfohlen einfach nur zu beobachten, das Fohlen ABC abzufragen. Immer wieder erinnerte ich sie daran, dass es auch noch andere Pferde auf dem Gestüt gab, die sich über ihre Zuneigung freuen würden. So widmete sie sich auch den anderen Jungpferden. Devotion, General und Pensive Cuddlepot waren bald bereit für die ersten Schritte in Richtung Beritt. Es war erschreckend wie groß die drei nun schon waren. Phoebe gesattelt und beritten zu sehen, brachte uns jedes Mal ins Staunen. Extra Sugar war da noch eine ganze Ecke kleiner, verspielter und unberechenbarer. Die Jüngste auf dem Gestüt, neben Marie. Gedankenversunken stand ich neben May Bee und verlas ihren dichten Schweif. Meine Frau konnte ich durch das offene Stallfenster bespitzeln. Sie lief draußen hin und her um die Koppeln ohne automatische tränken mit Wasser zu versorgen. Als ich meine Stute fertig geputzt und schon aufgesattelt hatte kam Franziska auf die Stallgasse und sah mich mit weitem Blick an. „Was ist los?“, fragte ich, unsicher darüber was sie wohl schockierte. Sie hob eine Hand um mir Einhalt zu gebieten. „Warte einen Moment, ich komme mit S'Cada mit!“ Hektisch wandte sie sich um und entspannte sich just in dem Moment, als sie sah, dass S'Cada mit Abschwitzdecke in ihrer Box stand. Das Putzen würde so ein wenig schneller gehen. Lächelnd beobachtete ich das Prozedere und kraulte May Bee an Hals und Schulter. Irgendwann fand ich genau den Punkt, der die Fuchsstute dazu brauchte sich lang zu strecken, den Kopf zu senken und das Gesicht zu einer lustigen Grimasse zu verziehen. Als sie dann auch noch anfing zu stöhnen lachte ich und hörte kurz auf. Enttäuscht wandte May Bee den Kopf zu mir um. Auch Franziska hielt kurz inne, ging dann jedoch in die Sattelkammer. Keine zehn Minuten später ritten wir uns in der Halle warm. Wir blieben nicht lange hier. Kaum waren die beiden Stuten warm ging es raus ins Gelände. Wir ritten bis hoch zum Wald und suchten die Wege aus, die noch trocken genug waren, damit wir das Tempo ab und an erhöhen konnten. Für S'Cada und May Bee war das am Ende des Ritts eine gelungene Trainingseinheit. Wir bewegten den Rest des Tages noch Vakany und Corde de la cerise. Die übrigen Pferde hatten heute frei und würden morgen bewegt werden. Wir ließen den Abend mit einem gemeinsamen Essen ausklingen und gingen dann ins Bett.
        Der nächste Morgen begann mit viel Sonne und entsprechend guter Laune. „Hengsttag.“, beschloss Franzi beim Frühstück. „Erst der Senior?“, schlug sie vor und funkelte mich begeistert an. Ich nickte und bereitete mich in Gedanken auf eine Springstunde mit Red Diamond vor. Er war der älteste Hengst auf dem Hof und lief keine Wettbewerbe mehr. Ab und an gab es noch Interessenten für einen Natursprung, doch er hatten hier ein weitestgehend ruhiges Leben und durfte bei uns bleiben, bis es irgendwann zu Ende geht. Nach dem Senior schnappten wir uns Cadeau und Ostid OC. Die zwei ritten wir in der Reithalle, wo wir abermals auf unsere Trainer trafen. Deo Volente und Sacred Assault wurden von ihnen gerade gearbeitet. Die Hengste verstanden sich nur minder gut und wir gingen uns so gut es ging aus dem Weg. Alltag im Umgang mit Hengsten, sie mussten trotzdem lernen auch bei Anwesenheit anderer Pferde, egal welchen Geschlechts, bei der Sache zu bleiben und ihren Job zu machen. Auch Focus war davon nicht ausgenommen, wenngleich er noch so jung war, dass wir nicht allzu viel erwarteten. Überraschender Weise arbeiteten heute vor allem diese beiden besonders fleißig mit und ließen sich nicht irritieren. Wir machten nach den eher eintönigen Trainingseinheiten auf Halle und Platz einen gemeinsamen Ausritt mit Thaurissan und Golden Samurai. Zwei Hengste, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wir genossen die warme Sonne auf unseren Gesichtern und setzten nicht viel daran die Pferde zum arbeiten zu bekommen. Der leichte Wind machte den fast schon frühlingshaften Tag perfekt. Zumindest solange, bis sich unter die rauschenden Geräusche der Umgebung auch ein klägliches Jammern mischte. „Hörst du das?“, flüsterte Franziska und sah mich mit besorgter Miene an. Wir hielten die Hengste an und versuchten das Klagen zu orten. „Da!“, rief Franziska und deutete auf den Feldgraben. Ein sich bewegendes Bündel lag dort im Dreck. Wir stiegen ab und nahmen die Pferde mit, die uns nur unsicher folgten. Das Bündel war eine Leinentasche. Darin wuselten drei kleine Katzen. „Wer tut so etwas?“, fragte Franziska enttäuscht und nahm die Kätzchen eins nach dem anderen hoch. Sie waren dreckig und verschnupft. „Leg sie zurück in die Tasche, dann können wir sie einfacher transportieren.“, bestimmte ich und Franziska folgte meinem Rat. Wir machten uns sofort auf den Heimweg. Samurai war zum Glück ein wenig entspannter als Thaurissan, was das merkwürdige Bündel betraf. Ruhig ließ er sich führen und schnupperte ab und an an den Kätzchen, wenn sie besonders laut Maunzten. Mein brauner Hengst hingegen spielte sich ab und an so sehr auf, dass ich lieber ein paar Meter hinter meiner Frau ging. Ich konnte es dem Hengst nicht verübeln. Es sah merkwürdig aus, wenn sich die Katzen in dem Beutel hin und her bewegten, das könnte auch ein besonders agiles Alien sein! Zu Hause angekommen legten wir die Katzen in einem Wäschekorb ab und sattelten unsere Pferde ab und brachten sie in ihre Boxen. Erst dann schickte ich Franziska los mit den Katzen zum Tierarzt zu gehen und danach ins Tierheim. Ich kümmerte mich in der Zwischenzeit um Punchdrunk, Emrys und Thornheart. Die drei Reitponyhengste ritt ich nicht, ich steckte sie in die Führanlage und blieb dann mit meiner Frau über das Smartphone in Kontakt. Sie war so aufgeregt, schaltete sofort Anzeigen im Internet ob jemand die Katzen vermisste. Doch es war unter diesen Umständen recht eindeutig, dass die Katzen ungewollt waren. Man hatte sie ausgesetzt. Immer wieder fragte Franziska was für Menschen so eine Tat vollbrachten, wohlwissend, dass die Kätzchen auch hätten sterben könnten. Sie vergoss in der Nacht einige Tränen darüber und dachte sich viel zu sehr in die Materie hinein. Tröstend streichelte ich ihr über den Rücken und sagte gar nichts dazu. Egal was ich gesagt hätte, es wäre nicht richtig gewesen oder hätte die bösen Gedanken nur vertieft. „Ich möchte sie alle behalten, wenn sie überleben.“, beschloss Franzi. Auch das ließ ich unkommentiert. Wir würden noch genug Zeit haben diese Überlegung zu diskutieren, doch jetzt war dafür der falsche Zeitpunkt. Ich kümmerte mich am Tag darum meine Frau mit Arbeit abzulenken. Ich suchte für sie die Ponys aus, mit denen sie arbeiten sollte und ritt selbst ein paar der Großpferde. Am Ende waren Hibiskus, Pleasing und Eismärchen von ihr beschäftigt worden. Ich hingegen hatte mich um Stracciatella, Aphedril und Thavila gekümmert. Die Trainer hatten Arcany am Morgen gearbeitet. Nachmittags hatten sie dann Estrada Dourada und Senda Oscura rausgenommen. Die beiden Morganstuten waren auch für sie eine Herausforderung und Spaß zugleich. Wir hatten ihnen beigebracht wie sie mit ihrer zusätzlichen Gangart zu reiten waren und sie nutzten jede freie Minute um mit ihnen zu üben. Franzi und ich verbrachten den Nachmittag damit uns um die Kätzchen zu kümmern. „Das ist eine prima Vorbereitung auf eigene Kinder.“ Franziska schmunzelte und lächelte mich vielsagend an. „Ich dachte die Pferde sind unsere Kinder, reicht das nicht?“, fragte ich feixend. Ich sah ihr an, dass sie überlegte eine Diskussion zu starten, doch sie ließ es bleiben. Es hätte die Stimmung zu sehr gedrückt und deshalb bin ich ihr dankbar. Sie ließ mir die Zeit, die ich brauchte. Eigene Kinder waren ein großer Schritt, vor Allem wenn man nebenbei einen Betrieb führen musste. Konnten wir das überhaupt stemmen? Zeitlich? Vielleicht irgendwann, doch nicht jetzt, nicht in nächster Zukunft. Wenn mehr Personal da ist, die Einnahmen stabil sind. Kurz: Wenn der Betrieb auf einer stabilen Basis steht.
    • Sosox3
      Viele Pferde hatten uns verlassen, 3 Neue waren dazu gekommen und auch 4 weitere sollten dazu kommen. Sacred Assault hatte sich gut eingelebt und schnaufte, als ich ihn abgeritten vor der Halle stehen ließ um ihm die Hufe auszukratzen. "Hast du gut gemacht", lobte ich ihn und klopfte seinen Hals. Ich schnappte mir die Zügel und führte ihn unter das Solarium. Das Wetter war abgekühlt und es regnete schon den ganzen Tag ununterbrochen. "Das braucht die Erde jetzt", murmelte ich und packte das Sattelzeug in die Sattelkammer. Dann schnappte ich mir Darlington um sie in der Halle laufen zu lassen. Dort war jedoch gerade Katrin mit Golden Samurai drin, dem Haflinger, der erst seit kurzem auf dem Hof war. Ich musste etwas warten, bis auch der Junghengst Connerys Brownie aus dem überdachten Longierzirkel kam. Na auf, sagte ich und ließ die Stute laufen, nachdem ich die Tür hinter mir schloss.
    • Sosox3
      Pflegebericht
      März 2020
      Kapitel 1

      Brooke| Ich hatte Norisk zum Verkauf gestellt, denn ich kam mit ihm nicht sonderlich klar. Ich hatte keine große Ahnung vom Fahren und nur Dressur schmeckte dem Noriker gar nicht. Er brauchte Abwechslung und die konnte ich ihm so nicht bieten. Es waren einige Interessenten gekommen in den letzten Tagen, trotz der Corona-Krise und ich hatte mich entschieden einem jungen Pärchen das Tier zu vermachen. Die sympathische Art des fast 30 Jährigen Mannes namens Jack Baldwin hatte mir gefallen und seine zurückhaltende Freundin die Ahnung in der Dressur hatte, hatten mich doch überzeugt. Das Ausschlaggebende Argument jedoch war, dass sie ihn bei uns im Stall stehen lassen wollten, da sie nur 10 Min von der Arbeit zum Stall brauchten. Das hieß, dass Norisk trotzdem hier bleiben würde. Er durfte in seiner Box stehen bleiben und weiterhin mit dem Haflinger Golden Samurai auf einem Paddock stehen über die Wintermonate.

      Ich machte gerade die Verkaufspapiere fertig für Norisk, da klopfte es leise an der Tür, die einen Spalt geöffnet war. “Herein”, bot ich der Person an, die gleich darauf auch schon in der Tür stand. Ich schaute kurz hoch und starrte in die hellblauen Augen von Jack. Seine Freundin war nicht dabei. “Hey, ich bin da wegen dem Vertrag”, sagte er mit einer dunklen Stimme. “Ich mach sie grad fertig, du kamst rechtzeitig”, lächelte ich ihn an. Als wäre das Starren gerade nicht passiert. Er lächelte und setzte sich mir gegenüber. In meinem Büro herrschte Ordnung, nur nicht auf meinem Schreibtisch. Während der Drucker seinen Job erledigte, versuchte ich etwas Platz für beide Parteien zu schaffen und räumte einige Dokumente, bestehend aus Boxenverträgen, Lieferscheinen und Kaufverträgen zur Seite. Die würde ich später einheften in die dazugehörigen Ordner. “Wo ist deine Partnerin?”, fragte ich forsch und hatte die beiden bisher nur zusammen gesehen. “Die kümmert sich zuhause um den Haushalt, sie wollte nicht mitkommen”, zuckte er mit den Schultern. Gott war ich froh, dass Nathan und ich eine Haushaltshilfe hatten, denn wirklich viel Zeit blieb uns nur abends, nachdem wir die Pferde geritten hatten und alles im Stall erledigt hatten. “Achso.” “Ich würde mich dann gleich ein bisschen um Norisk kümmern, vielleicht eine Runde ausreiten”, informierte er mich und ich grinste. “Er gehört ja jetzt euch, die Sattelkammer steht euch frei!”, lächelte ich. “Ich kann dir aber auch das Gelände zeigen, wenn du möchtest.” War das etwa ein Flirt? “Gerne”, die Antwort fiel knapp aus, denn der Drucker spuckte die Verträge aus und ich unterschrieb rasch. “So, dann wären wir hier fertig, ich geb dir grade noch den Equidenpass dabei und dann müsstest du alles haben.” Jack nickte selbstbewusst und nahm sich die Sachen. “Ich bring die grad ans Auto, treffen wir uns dann in einer halben Stunde an den Paddocks?” Ich nickte und stand dann auf um mich gleich in Richtung der Stallungen zu machen. Gott sei Dank war Darlington nicht rossig, sonst müsste ich mir ein Pferd von Nathan ausleihen und das fand mein Bruder gar nicht toll. “Ich geh eine Runde mit Jack ausreiten”, sagte ich zu meinem Bruder, der gerade mit dem Schimmelhengst Dorincourt in die Stallgasse kam um ihn abzusatteln. “Okey”, sagte er kurz angebunden. Irgendwas verriet mir, dass er mit den Gedanken ganz woanders war. “Erde an Nathan, was ist los?” “Nichts, es lief nur nicht gut mit Kurt”, sagte er und schüttelte den Kopf, als wolle er die Gedanken beiseite schlagen wollen. “Warte, wer ist Jack?” “Der neue Besitzer von Norisk”,sagte ich und sah ihn über den Rücken von meiner Stute an. “Aha”, gab er kurz von sich und ließ den Schimmel in seine Box laufen. “Dafür, dass dein Hengst sie nicht mehr alle hat, ist der wenigstens Hübsch und erfolgreich”, grinste ich. “Ja, der Schmale Grad zwischen Genie und Wahnsinn”, seufzte er auf.

      Ich ging in die Sattelkammer und nahm mir was ich brauchte um Line, wie ich sie gerne nannte, zu satteln. Ich blickte auf die Uhr und merkte ich musste mich beeilen. Ich stieg noch in der Sattelkammer auf und trieb sie aus dem Stallgebäude. Auf dem Weg zu den Paddocks kam mir auch schon Jack auf Norisk entgegen. “Die ist aber hübsch”, sagte er und musterte Darlington scharf. Norisk war nicht viel kleiner als Line, deckte den ca. 190 cm großen Mann gut ab. Line schien sich für den Noriker kaum bis gar nicht zu interessieren, im Gegensatz zu mir. Denn ich fand den dunkelblonden Reiter ziemlich attraktiv, doch ich wusste auch, dass er vergeben war. Jack hatte einen schwarzen Hoodie an, denn trotz des schönen Wetters und der Sonne, die auf uns herunter schien, zog öfter eine milde Brise durch das Land und ich wünschte mir, ich hätte mir eine Jacke mitgenommen, statt dem T-Shirt, welches ich trug. Ich sah die Gänsehaut auf meinen Armen und verfluchte mich dafür. “Ganz schön kühl hier”, sagte er, als er meine Gänsehaut auf den Armen sah. “Ja, es geht”, versuchte ich das Frösteln zu verstecken. Er schmunzelte nur. “Ihr habt es schön hier.” “Danke, das find ich auch. Das Waldstück ist auch unser Privatbesitz, sodass hier keine Fußgänger oder Fahrradfahrer her kommen.” Die meiste Zeit waren wir still und genossen einfach die Natur, die uns umgab. Die Vögel zwitscherten und man merkte, dass es langsam Frühling wurde. Wäre da nicht plötzlich sein klingelndes Handy gewesen. Er rollte mit den Augen als er nachschaute, wer ihn da gerade anrief. “Nur Tanja”, sagte er und nahm nicht ab. “Warum gehst du nicht dran?”, fragte ich verwirrt. Sie war schließlich seine Freundin. “Weil ich beschäftigt bin” Ein Lächeln umspielte seine Lippen und seine fast weißen Zähne kamen zum Vorschein. “Aber wir haben uns doch nicht mal unterhalten, du hättest ruhig dran gehen können.” “Ich genieße aber die Ruhe.” Ich nickte nur und lobte Darlington für ihr brav sein. “Und wie kamt ihr dazu, dass ihr ein Pferd kaufen wolltet?”, fragte ich neugierig. “Ja, also eigentlich wollte ich ein Pferd kaufen und sie wollte sich eine Reitbeteiligung suchen. Da sie im Umkreis aber keine gefunden hatte für ihre Verhältnisse, bot ich ihr an, das Pferd, dass ich kaufen sollte mit zu reiten. Sie hätte viel lieber eins eurer Sportpferde, aber ich fand Norisk toll und fürs Fahren und Reiten in meinem Niveau reicht er vollkommen aus.” Ich musste lächeln, sah ihn dann aber fragend an. “Wir waren doch auf der Suche nach einer Reitbeteiligung für unsere Gracy und für Lavendeltanz.” Er sah mich verwundert an. “Echt? Warum hat sie sich nicht gemeldet?”, fragte sich Jack laut und ich zuckte mit den Schultern. “Keine Ahnung.” Von hier oben, sah ich ein kleines Tattoo an der Seite seines Halses. Ein bisschen neugierig machte er mich schon damit, ob er noch mehrere am Körper trug, doch ich wollte ihm nicht unbedingt auf die Pelle rücken. Der Rückweg bahnte sich langsam an und wir quatschten noch ein wenig über unsere Anfänge mit Pferden. Als wir auf dem Hof angekommen waren, sah ich wie Nate mit Coleur’s Candycane aus der Halle kam. “Ich muss gleich noch Diet Mountain Dew reiten, wenn du magst kannst du dir im Stübchen einen Kaffee machen und zuschauen.” “Ich glaub ich muss wieder los, Tanja hat mir geschrieben, aber ich denke wir sehen uns die Tage!” Und so trennten sich zumindest für heute unsere Wege.
    • Sosox3
      Pflegebericht
      April 2020
      Kapitel 2

      Nathan | Ich lag gerade vor dem Fernseher auf der Couch, Brooke ein Meter neben mir, da klingelte ihr Handy. Warum konnte sie es nicht einmal stumm schalten? Mit einem Lächeln entsperrte sie ihr Smartphone und antwortete direkt im selben Atemzug. Ich schüttelte nur mit dem Kopf. Cooper hatte sich längere Zeit nun nicht gemeldet, seitdem wir abends essen gegangen waren und ich hatte ihr auf die Mailbox geantwortet, dass unser Caprimond dringend eine Untersuchung brauchte, für die Körung, die Anstand. Das war jetzt vor einer Woche. Erneut nervte mich dieser Pfeifton, als eine weitere Nachricht einging. “Wer ist das?”, fragte ich sie genervt von den Umständen. “Nur der neue Besitzer von Norisk.” Sie lächelte wie ein Honigkuchenpferd. “Und was will der?” Er war mir nicht sonderlich sympathisch. Er schien mir ziemlich geblendet und auch sonst redeten wir nicht viel. “Nichts.” Und wieder der nervige Klingelton. “Brooke, jetzt schalt gefälligst dein Handy auf Stumm. Es nervt!” “Beruhig dich”, sagte sie und stand dann auf. Immerhin konnte ich jetzt in Ruhe nach dem harten Tag meine Serie auf Netflix weiter schauen. Doch im Augenwinkel sah ich immernoch meine kleine Schwester hibbelig an der Kücheninsel sehen. “Brooke, mach, dass du wegkommst, sonst hol ich dir das Handy weg. Du nervst!” Die braunhaarige junge Frau seufzte, verschwand dann aber in ihr Schlafzimmer und schloss die Tür hinter sich. Endlich konnte ich die Serie genießen.

      Es war kurz vor halb elf als ich den Fernseher aus machte und mich in mein Zimmer begab um mich nach dem harten Tag endlich aufs Ohr zu legen. Doch auch als ich im Bett lag, hörte ich ihre helle aufgedrehte Stimme. Ich drehte mich um und legte mein Kopfkissen auf den Kopf. Aber auch das brachte nichts. Ich konnte sie immer noch hören, mit einem Lachen immer mal wieder zwischendurch. Ich seufzte auf und ging zu ihr rüber. Ohne eine Vorwarnung stürmte ich in das Zimmer und sah, wie sie facetimte. “Was willst du? Geh raus”, sagte sie und lachte. “Wer ist das, Brooke?” “Geht dich nichts an!” Sie verbarg ihr Handy als ich zu ihr näher herantrat um zu schauen wer es ist. “Brooke?”, die Stimme aus dem Telefon kam mir bekannt vor. “Ich mach jetzt schluss, ich muss weg, bis morgen!” und schon hatte meine kleine Schwester aufgelegt. “War das Jack?” Sie sagte nichts, sondern grinste nur. Es war Jack. “Mach ja keinen Fehler. Seine Freundin hat sich jetzt nen Haflinger gekauft und bringt den Morgen an den Stall. Ich kanns mir nicht leisten, wenn noch mehr Einsteller gehen.” “Hab dich mal nicht so!” Sie begriff es einfach nicht. “Aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt!” Und dann verschwand ich auch und konnte endlich schlafen.

      Der Morgen begann wie immer. Die Rumänen waren um sechs Uhr schon dabei die Boxen zu misten und ich fütterte währenddessen die Pferde mit dem Kraftfutter. Als das erledigt war, ging ich zu Sacred Assault in die Box. Ich zog ihm das Halfter über und führte ihn raus zum Putzen. Er war nicht sonderlich dreckig und so konnte ich ihn putzen und das letzte bisschen Unterwolle aus seinem Fell putzen. Aber nicht jedes unserer Pferde hatte Glück mit dem leichten Winterfell. Batman’s Rendezvous hatte zum Beispiel viel Fell geschoben und auch Conway und Connery’s Brownie sahen aus wie Teddybären, wenn sie nicht gerade geschoren waren um das Trocknen nach getaner Arbeit zu erleichtern. Ich sattelte ihn und führte ihn dann in die leere Halle. Ich hatte sie gestern abend noch abgezogen, sodass sie jetzt noch unberührt war. Ich ritt ihn im Schritt warm und mailte Rabea fix, dass sie doch bitte, wenn sie um acht Uhr kam, Eyeball und Primo in die Führmaschine zu stellen und Free Willy gemeinsam mit Conway auf ein Paddock zu stellen. Die beiden verstanden sich nämlich außerordentlich gut. Dann ritt ich ihn im Trab ein paar Runden als Brooke mit Marlboro Nights reinkam rein kam. “Was machst du denn schon hier?” Ich hatte so früh noch nicht mit ihr gerechnet. “Ich arbeite, siehst du doch!”, knatschte sie mich an. Ich hob beide Hände auf Höhe meiner Brust. “Ist ja gut, ich hab nichts gesagt”, sagte ich und ritt den Hengst unter mir vorwärts, der jetzt mit mir die Galopparbeit durchmachen musste, während Marlboro durch die Gegend dümpelte. “Treib die mal vorwärts, das ist kein Warm reiten was du da machst... “ Sie quittierte meine Aussage mit einem Bösen Blick und ich musste mir ein Lachen verkneifen. Margo, so wie wir die Oldenburgerstute nannten, war ein Schatz, neigte aber zum schlurfen und stolpern, wenn sie unterfordert war. Meine Stunde mit Sacred war vorbei und ich ritt den guten ab, er hatte sich gut im Training gehalten und das war gut. Wir hatten auch sein erstes Fohlen ‘Secret Harm’ Nun bei uns auf dem Hof, welches Sharona, Dentsply, SH Benihana und In the Shadows Gesellschaft leistete. Wir hofften, dass Secret Harm sich gut machen würde und in die Fußstapfen von ihrem Vater treten würde. Sie hatte schließlich beachtliche Eltern. "Nate… Ich glaub ich hab ein Problem", kam es dann ziemlich leise von ihr. "Warum?", fragte ich und sah sie fragend an. Schließlich wollte ich gleich aus der Halle raus und Sacred Assault aufs Paddock bringen. "Ich glaub… Ich muss dir das später erzählen!" unterbrach sie sich dann selbst und ich folgte ihrem Blick. Tanja stand an der Bande und sah sich unser Rumdümpeln an. "Morgen!" rief ich ihr zu. Ich hatte die Befürchtung, dass sie etwas sagen wollte, was höchstwahrscheinlich mit meiner Schwester zu tun hatte. "Ich wollte nur bescheid sagen, dass ich meinen neuen Haflingerhengst in die Box neben Norisk gestellt hab!" Ich nickte zustimmend. "Alles klar, dann wissen wir bescheid." Dann verließ sie uns auch wieder und ich sah, wie Brooke tief ausatmete. "Ich komm gleich mit Baltic Wave in die Halle, dann reden wir okey." Sie nickte stumm. Ich ritt mit Sacred aus der Halle, sattelte ihn ab und brachte ihn auf eines der leeren Paddocks.

      Brooke | Kurz nachdem Nate die Halle mit dem schwarzen Hengst verlassen hatte begann ich auch schon mit der Trabarbeit und ich hätte es besser wissen sollen. Ich hätte besser wissen sollen, dass wenn ich Zeit mit Jack verbrachte, meine Gedanken sich nur um ihn drehen würde. Aber ich war doch kein verliebter Tennager mehr. Ich war Stalleigentümerin und das mit knapp 23 Jahren. Aber vielleicht sehnte sich mein Körper nach der Aufmerksamkeit, die er mir gab und ich wusste dennoch, dass es falsch war an mehr zu denken als nur Freundschaft, denn er hatte eine Partnerin. Doch Margo verzieh mir keine Fehler. Wenn ich nicht mit dem Kopf da war, ließ sie einen kleinen Buckler sehen, der mich wieder in den Sattel brachte. “Ey!”, schrie ich den Fuchs an und trieb sie ordentlich vorwärts. Das hatte sie jetzt davon. Ich übte mit ihr die Grundlagen der Dressur und nahm neben den Bahnfiguren auch noch die Übergänge rein. Margo war erst ein halbes Jahr unterm Sattel. Einen Monat davon bei uns am Stall und sie machte sich prima! Anfangs waren die Trab-Galopp-Übergänge holprig und an Balance war kaum zu denken. Aber je öfter ich mit ihr in der Halle gearbeitet hatte, desto besser wurden die fließenden Übergänge und so war ich gerade am Trockenreiten, als Jack unerwartet mit Norisk reinkam. Ich schaute auf, meine Augen wurden groß. “Was...Was machst du denn hier?” “Reiten?” Als hätte er die Frage nicht verstanden. “So früh?” “Ja, Tanja’s Pferd kam ja an. Das war auch der Grund weshalb sie bei euch nicht nach einer Reitbeteiligung gefragt hatte. “Oh Okey”, ja ich hab das eben nicht mitbekommen… Aber ich muss jetzt auch die Halle verlassen. Margo ist etwas fertig und deutete auf das leicht geschwitzte Pferd unter mir. Er nickte lächelnd, sah jedoch auch ein bisschen verwirrt aus. Ich ritt aus der Halle raus und entschied mich auf dem Platz weiter zu reiten. Hauptsache raus aus der Räumlichkeit mit Jack, bevor Tanja was merkte. Ich mein eigentlich konnte es mir ja herzlich egal sein, ich war schließlich auf meinem Grundstück, aber momentan war mir nicht so nach vermeidbaren Streitthemen zu Mute. Ich ritt in einem zügigen Schritt aus der Halle und an einem unserer Privaten Stallgassen vorbei. Ein paar der Stuten schauten raus, darunter Coleur’s Candycane und unsere neue Oldenburgerstute in Sonderfarbe Mirabelle. Margo brummelte kurz auf, als sie die anderen Stuten sahen. “Ja du kommst gleich mit den anderen auf die Paddocks”, murmelte ich und konnte meinen Augen kaum trauen, als ich sah, dass Tanja gerade einen Haflinger ritt. Aber diesen konnte ich von weitem nicht erkennen. Was sollte ich auch sagen… Für mich sahen Haflinger alle gleich aus. Mal mit größerer und mal mit schmalerer Blesse. Je näher ich zu ihr kam, desto eher sah ich um welches Pferd es sich handelte. Es war einer der beiden Hafi’s von Melanie, die ich seit einiger Zeit nicht mehr hier auf dem Hof gesehen hatte. Auch Meike sah trotzdessen, dass wir sie fütterten, nicht mehr so gut aus. Ich wusste, dass die Stute was älter war, etwas über 20, aber für ein Pony war das eigentlich kein Alter. Ich hinterließ Melanie auf Whatsapp eine kleine Nachricht mit dem Hinweis, dass sie sich bitte etwas mehr um Meike kümmern musste, da ich die Befürchtung hatte, dass sie bald einging. Ich entschied mich dann dafür eine kleine Runde außen rum zu reiten um Margo das nötige Cool Down zu geben, das sie brauchte. Denn sie war leicht geschwitzt und nicht geschoren. Als wir wieder am Stall ankamen war sie immer noch leicht feucht. “Dann bekommst du halt eine Abschwitzdecke drauf”, zuckte ich mit den Schultern. “Was wolltest du mir sagen, Brooke?”, fragte mich die dunkle raue Stimme meines Bruders. “Ich.. Ich glaub ich hab mich etwas verguckt…” “Ich wusste es , denk gar nicht dran. Du musst dich ablenken!” “Lustig Nate, ganz lustig… Ich hab die letzte Nacht kein Auge zugemacht , weil ich an ihn denken musste.” “Du hast sie nicht mehr alle!” Nate murmelte was unter seinem Atem und ich sah ihn nur an, ehe ich mich umdrehte und zu Patagonia lief. Mein Schmuckstück sah mich neugierig aus ihren großen dunklen Augen an. “Was hast du wieder mit deiner Tränke angestellt!”, lächelte ich sie an und ging in ihre Box. Pata folgte mir und ich musste grinsen, als ich die Tränke von dem ganzen Heu befreite. “Du Ferkel!”, lächelte ich sie an und strich ihr über die große Schnippe. “Du hübsches Mädchen.” Ich nahm sie aus der Box und wollte sie gerade putzen, da kam auch schon Jack um die Ecke. "Hey… Ich wollte dir eben eigentlich nur sagen, dass ich mir ein zweites Pferd gekauft habe. Eine…" Ich ließ ihn gar nicht ausreden. "Jack, du darfst hier nicht sein, dass ist unser privater Stalltrakt!" Sein verwirrter Blick brannte sich in meinen Kopf ein. "Ich dachte nur, dass es dich interessieren könnte, dass ich jetzt noch eine Stute gekauft hab. Rhoda heißt die." "Jack… Wenn uns hier jemand sieht… Das kann Ärger geben mit Nate oder Tanja!" Er gestikulierte nur locker meine Worte weg. "Da passiert schon nichts!" Er kam ein Stück näher und ich fühlte seine Körperwärme nur zu gut. Und am liebsten hätte ich mich direkt von ihm umhüllen lassen. "Jack, das geht wirklich nicht", versuchte ich dagegen anzukommen und sah zu Pata, die neben uns etwas Aufmerksamkeit erhaschen wollte. "Die ist genauso hübsch wie ihre Besitzerin", umschmeichelte er mir und sah mich während er sich leicht auf die Unterlippe biss von unten nach oben an. Viel zu gerne, wäre ich mit ihm zu uns in die Wohnung gegangen, aber es ging einfach nicht. "Jack, komm gleich ins Büro wegen dem Einstellervertrag für Rhoda." Damit kappte ich unser Gespräch und stürmte in die Sattelkammer um das Putzzeug zu holen. Doch er stand immer noch da und wartete auf mich. Also entschied ich mich dazu das Sattelzeug in einem mitzunehmen. Ich musste für die Anstehende Prämierung trainieren, denn bald würde es für meine Stute so weit sein. Ich durfte Jack jetzt keine Beachtung mehr schenken, das lenkte mich zu sehr ab. Also sagte ich ihm, dass er in einer Stunde bitte in mein Büro sollte und ging nach dem Aufsatteln schnurstracks auf den Reitplatz, wo Tanja nun mit Golden Samurai trainierte und mich nur anlächelte als ich Aufstieg. Ich zwang mich trotz schlechtem Gewissen auf den Rücken und ritt erstmal warm.
    • Wolfszeit
      Pflegebericht
      Juli 2020
      Tesla|In The Shadows|Sharona|Cinnemont's Accento|Autumnmoon|Batman's Rendezvous|BOS Nandor|Caprimond|Conway| Dorincourt| Eyeball| Free Willy| Whiskey| Primo| Baltic Wave| BOS Gracy| Coleur's Candycane| Darlington| Diet Mountain Dew| Gold Veronica| BOS Lavendeltanz| Malboro Nights| Mirabelle| Pandora II| Patagonia| BOS Schneefürstin| Norisk|Didga| Golden Samurai| Rhoda| Sunshine Shadow| Myrkvidr| Espiritu| Descarado| Mercedes| Maybach| Connery's Brownie| Capri| SH Benice| Secret Harm| Dentsply

      Als ich heute morgen den Stall betrat wiehrte mit Tesla schon entgegen. Ich ging in dei Futterkammer um das Futter für die Pferde zu holen und kippte dann jedem seine Portion in den Trog. Nachdem alle Pferde gefüttert waren, brachte ich sie nacheinander auf die Koppeln. Als alle Pferd draußen waren begann ich zu misten. Nachdem die Boxen alle sauber waren begann ich mit dem Training der Pferde.
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  • Album:
    Roanoak Stables
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    Sosox3
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    19 Juni 2019
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  • Golden Samurai
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Abstammung

    Von Abajo
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der Golden Diamond
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Exterieur

    Haflinger
    17.08.2015 | Stute| 150cm

    Flaxen Chestnut | Fuchs mit heller Mähne
    ee AA ff

    Interieur
    Samurai, ein äußerst dickköpfiger und eigensinniger Haflingerhengst. Bei der Arbeit ist er aufmerksam, er lernt schnell, ist spritzig - bzw. besitzt ein hohes Temperament. In Schrecksituationen ist er Nervenstark, generell jedoch nervös. Lange stillstehen ist nichts für den Hengst, schon nach kurzer Zeit tänzelt er ungeduldig auf der Stelle, streckt den Kopf empor und ruft nach seinen Weidegenossen oder stampft ungeduldig in den Boden. Er ist äußerst verfresse, seinem Besitzer gegenüber loyal, doch erfordert es eine starke Hand um ihn vom Rasen fern zu halten.


    Besitzer: Melanie Frei (22)
    Züchter: Heartland Ranch

    VKR/Ersteller: sadasha
    Kaufpreis: 200 Joellen

    Karriere

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    Platzierungen 3/0/2
    Trainingsstatus inaktiv
    Registriert in -


    Dressur E A
    Springen E A L
    Military E A

    Distanz E
    Rennen E
    Western E A L
    Fahren E A




    Klasse E

    SW 431
    232. Distanzturnier, 1. Platz
    321. Westernturnier, 1. Platz
    323. Westernturnier, 3. Platz
    324. Westernturnier, 3. Platz


    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -
    Zuchtinformation
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    HK 479

    Zuchtverfügbarkeit [​IMG] Offen [​IMG]

    Zuchtbedingungen:
    Nur offen für Haflinger, Araber
    Stuten müssen mind. im L Dressur o. Springen platziert erreicht haben
    Name des Fohlens muss bei Stutfohlen den Anfangsbuchstaben des Vaters erhalten
    Decktaxe: 300 J.

    Nachkommen:
    1.
    2.
    3.
    4.
    5.
    Zuchtpotenzial :
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    Bilder
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