Elii

Furmint* -- Furioso-North Star

*1988; Besitz seit: 23. Juli 2012

Furmint* -- Furioso-North Star
Elii, 20 Juli 2015
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    • Elii
      Pflegebericht 04. Februar - Dressur
      5313 Zeichen

      Vor Schnee konnten wir uns mittlerweile kaum noch retten und laut Wetterbericht würde das auch noch eine Weile so bleiben. Dennoch ging ich wie gewohnt dick eingepackt in den Stall, um mich um die Pferde zu kümmern.
      Nachdem alle anderen Pferde auf der Koppel standen, holte ich Furmint aus ihrer Box und führte sie zum Putzplatz. Dort band ich sie kurzerhand an und holte das Equipment aus der Sattelkammer.
      Zunächst befreite ich sie von der dicken Winterdecke, die bei der Kombination aus Minusgraden und geschorenem Fell unabdingbar war. Geputzt war die Stute schnell, dank dem vielen Schnee und der Decke konnte sie sich, zum Glück gar nicht einsauen. Nur der Schweif war wieder einmal voller Stroh, da sich Furmint wie gewohnt zum Schlafen damit einkuschelte. Doch auch das war schnell rausgefummelt und der Schweif ordentlich durchgekämmt.
      Unter ihrem schwarzen Dressursattel lag die neue Schabracke im gleichen dunklen Orangeton der Decke. Den Gurt zog ich vorerst nur locker an, schließlich musste sie fürs Bandagieren noch eine Weile stehen. Die Bandagen waren natürlich im selben orange gehalten und die passende Abschwitzdecke zum warmreifen lag ebenfalls bereit. Braun-Orange-Weiß kariert und unglaublich flauschig war genau das richtige für die verwöhnte Stute. Zuletzt kam die Kandare mit goldenem Swarovski Stirnriemen.
      Während meine Stute top gestylt auf mich wartete, tanzte ich komplett in braun gekleidet und mit schwarzen, dreckigen Stiefel an. Furmint sah mich fast schon abschätzig an, weswegen ich schnell den dicken Reitmantel über den verschmutzten Pulli anzog.
      Als ich meinen Helm in der Hand hatte, konnte es los gehen. Auf dem Weg dorthin begegnete ich Jack, der bei meinem Outfit eine Augenbraue hochzog und etwas von „wenigstens sieht das Pferd gut aus“, murmelte.
      Ich beachtete ihn nicht weiter und stieg auf, als wir aus dem Stall waren. Wie immer ging ich zuerst eine Runde um den Hof, damit die Pferde nicht nur in der Reithalle rumdümpeln mussten. Die Abschwitzdecke zog ich hierbei über meine Oberschenkel, damit diese auch schön warm blieben. Furmint stampfte tapfer den Teerweg entlang, hauptsache sie musste nicht durch den Schnee.
      Zehn Minuten später kamen wir wieder an und es ging direkt in die Halle. Schnell das Soundsystem an, damit wir bei der frühen Uhrzeit nicht gleich wieder einschliefen und dann konnte die Decke über die Bande geworfen werden
      Den Kandarenzügel ließ ich auf Furmints Hals liegen, diesen würde ich erst später brauchen, wenn wir an den höheren Lektionen arbeiten würden. Die Stute hatte ihren Kopf sofort in Vorwärts-Abwärts Stellung und trabte fleißig auf dem Hufschlag. Schon jetzt nahm ich Verstärkungen und Schulterein im Trab dazu, um ihre Konzentration bei mir zu behalten. Trab-Schritt und Trab-Halt Übergänge waren für die bis zur Klasse S ausgebildeten Stute ein Zuckerschlecken und langweilten sie, wenn man sie öfter als ein paar Mal verlangte. Bei der Trabtraversale hingegen blühte sie voll auf und wurde vom Tempo übermütig, sodass ich sie immer wieder mit kleinen Paraden daran erinnerte, bei mir zu bleiben. Sie setzte alles was ich wollte brav um, sodass ich, zur Freude meiner Stute, den Galopp dazunahm. Immer noch nur den Trensenzügel in der Hand, galoppierte ich locker an, legte an der langen Seite zu und holte sie an der kurzen vorsichtig in der versammelten Galopp. Danach stand eine längere Schrittpause an, in der ich Furmint ausgiebig lobte und ihr einen Apfelschnitz zusteckte. In der Zwischenzeit checkte ich kurz mein Handy und traf Vorbereitungen für die anstehende Stute des Monats Wahl an der Ékes teilnehmen sollte.
      Nach fünf Minuten ging es weiter und dieses Mal nahm ich auch den Kandaranzügel auf. Ich wollte mit ihr noch einmal die Piaffe angehen, da sie in letzter Zeit nicht mehr so gut klappte wie sonst. Der Kandarenzügel sollte mich unterstützen, um Furmint besser versammeln zu können, damit sie sich besser auf die Hinterhand setzt. Der erste Versuch war noch etwas stockend, da sie mit ausbrach und im Schritt weiter ging, weshalb ich es gleich ein zweites Mal versuchte. Nun verstand sie, was ich wollte, nahm Last auf und zeigte endlich di Piaffe wie ich es von ihr gewohnt war. Schnell lobte ich sie, gab ihr wieder einen Apfelschnitz und ging wieder eine Runde Schritt am langen Zügel.
      Dann nahm ich wieder beide Zügelpaare auf, trabte auf den Mittelzirkel und galoppierte dann im Aussengalopp an. Wie ein alter Hase ließ sie sich davon nicht verwundern und sprang auf die andere Hand um, als ich dies forderte. Danach ging es wieder auf die ganze Bahn, wo ich Galopp-Schritt Übergänge ritt.
      Ein letztes Mal versetzte ich die Stute in den Trab, ließ den Kandarenzügel auf ihren Hals gleiten und forderte sie auf flott vorwärts zu laufen. Ich gab ihr die Zügel hin und sie streckte sich schön nach unten, ohne die Verbindung zum Zügel zu verlieren. Wieder kam ein Lob und dann auch das Ende unserer Trainingseinhei. Eine ordentliche Portion Apfelschnitz durfte sie verspeisen, bevor wir unsere Standardrunde mit der Decke über dem Po um den Hof gingen. Wieder zurück kam erneut die Decke ab und auch das andere Equipment ging wieder zurück in den Schrank. Die Bandagen kamen auf den Wäscheständer, da sie durch den Schnee nass geworden waren und so nicht wieder in die Verpackung konnte.
    • Elii
      Pflegebericht 26. März 2015 - Umzug Teil 1
      4091 Zeichen

      „Was ist denn jetzt schon wieder los?“, murmelte ich im Halbschlaf und schlug mit der Hand solange auf der Matratze herum bis ich mein Handy traf. Mit halb zugekniffenen Augen schaute ich auf das Display und entdeckte neben dem Whatsapp-Symbol Elsas Namen. Darunter befand sich in riesigen Ziffern die Uhrzeit, kurz nach ein Uhr nachts. Ich seufzte und sah dann nach, was Elisa mir wertvolles mitzuteilen hatte.
      ‚#dinnertimewithcressi’ und ein Bild das meinen Reitponyhengst zeigte, den Elisa irgendwie zu sich ins Bild gezogen hatte. Seine Schnauze war voll mit Mash, das ich mit ihm in Kanada gelassen hatte. ‚Lasd ihn jn ruhs.‘, tippte ich mehr schlecht als recht in den Textblock und hoffte dass sie meine kryptische Nachricht verstand. Verbessern konnte ich es ohne meine vollen acht Stunden Schlaf beim besten Willen nicht.
      ‚Cressi ist traurig, wenn du trinkst.’ war das letzte was ich sah, bevor mir meine Augen zufielen und ich meinen wohlverdienten Schlaf weiterführen konnte.
      Am nächsten Morgen wurde ich vom nervösen Blinken meines Handys geweckt, dass mir damit verkünden wollte schleunigst meine Nachrichten zu lesen.
      ‚Bist du eingeschlafen?‘ ‚Ich hab dir hundert Mal gesagt, dass Alkohol keine Lösung ist‘ ‚Hallooooo‘ ‚:'( :'( :'(‚ ‚ICH REDE MIT DIR‘ …
      Gefühlte 100 Nachrichten und mindestens halb soviel Beleidigungen war ich durch und schloss den Chat mit Elisa. Die sechs Stunden Zeitverschiebung konnte sie sich immer noch nicht merken und ich wusste genau, das nächste Mal würde ich ihr eine Uhr gegen den Kopf werfen.
      Ich streckte mich noch einmal ausgiebig und stand dann endlich auf, die Pferde warteten auf Futter und einige würde morgen nach Kanada reisen. Cressi und Baila befanden sich bereits dort und standen unter Elsas Fuchtel, die Beide allem Anschein nach wie ein Königspaar verwöhnte.
      Weltwunder, Dajeen, Furmint, Fekete, Flavio und Tiny waren auch bald an der Reihe. Mein neu gebauter Stall in Kanada war endlich fertig und die immer mehr Pferde durften in ihre neue Heimat ziehen. Die restlichen fünf würden am nächsten Wochenende zusammen mit mir fliegen, bis dahin musste ich noch einige Sachen packen und alles wichtige verstauen.
      Beim Gedanken daran Deutschland völlig zu verlassen schauderte es mich immer noch. Allerdings war das ganze schon viele Monate geplant, sodass ich sogar jemanden fand, der meinen Hof übernehmen wollte. Auch einige Pferde würden schweren Herzens zurück bleiben, aber da diese alle einen schönen Platz bei Privatpersonen gefunden hatten, machte ich mich wegen ihnen keine Sorgen. Mel nahm Unwritten an sich, während Dark Decission, Dark Firestorm und Diome in Jacks Hände übergingen. Auch diese Beiden würden nicht mit nach Kanada reissen, sondern weiterhin in Deutschland bleiben.
      Die große Abschiedsfeier hatten wir bereits hinter uns und zwei Tage vor meinem Abflug wollten wir noch einmal alle zusammen grillen, wer konnte wissen, wann wir uns das nächste Mal wieder sehen würden.
      „Hast du schon die Sachen für die Pferde rausgelegt?“, fragte mich Mel und riss mich aus meinen Gedanken. „Wollte ich gerade machen.“, entgegnete ich und seufzte. Mel kannte ich schon viele Jahre, doch zum mitkommen konnte ich sie nicht überreden. „Ich werd dir jeden Tag Bilder von Unwritten schicken! Und du musst deinen ganzen Hof filmen, wenn alles fertig ist. Ich bin so gespannt wie er jetzt aussieht. Letztes Jahr konnte man ja noch nichts erkennen.“, quatschte Mel und umarmte mich anschließend. „Das wird schon.“
      Zusammen sammelten wir alle Transportdecken, - Gamaschen und Halfter ein, die die Pferde auf ihrer großen Überfahrt anziehen sollten. Wie immer war alles farblich passend, schließlich sollten sie perfekt angezogen in Kanada ankommen.

      Die Zeit verging und am frühen Abend verluden wir die vorgesehenen Pferde, um sie anschließend dem Personal am Flughafen zu übergeben.
      ‚Pferde sind auf dem Weg, WEHE ihr passt nicht ordentlich auf sie auf.‘
      Die Drohung bezog sich mehr auf Elisa, als auf Gwen. Von ihr wusste ich, dass sie mehr als nur zuverlässig war. Elisa hingegen… Naja, darüber musste man nicht sprechen.
    • Elii
      Pflegebericht 13. Juli 2015 - Kriminelle Nachbarn
      4517 Zeichen

      Dieses elendige… Klauschwein. Was zur Hölle hatte diese kleptomanische Frau schon wieder an meinem Koppeltor zu schaffen, noch dazu mit Bailas hellgrünem Halfter in der Hand.
      „Elisa?! ELISA?! Bleib gefällig stehen, wenn ich mit dir rede!“, rief ich ihr entgegen und sprang hektisch von Flavor of the Months’ Rücken.
      Gerade eben noch ritt ich völlig entspannt mit Flavio auf dem Springplatz und im nächsten Moment musste ich Elisa hinterher rennen. Sie hatte sich inzwischen Baila unter die Finger gerissen und ‚joggte‘ mit der jungen Stute in die Richtung ihres Hofes. Anscheinend reichte es ihr nicht mehr aus, immer wieder Cressi auf ihren Hof zu verfrachten, nun musste auch noch seine Freundin dran glauben. Ein Glück hatte ich die Springstiefel an, mit den hohen Dressurstiefel hätte ich mich bestimmt schon mehrmals überschlagen oder mir vor Schmerzen die Beine abgeschnitten.

      Elisa drehte sich immer wieder panisch um und langsam merkte man, wie ihr die Puste ausging. Jetzt oder nie! Nach einem weiteren Sprint, sprang ich ihr direkt in den Rücken, warf sie so auf den Boden und fasste schließlich nach Bailas Strick.
      „Wenn ich heute keinen verdammt netten Tag hätte, würde ich dir jetzt die Kniekehle durchschneiden, du Diebin!“, zischte ich ihr entgegen, während sie sich langsam aufrappelte. Meine Drohung nahm sie nicht ernst, denn sie verdrehte nur die Augen und murmelte ein leises ‚jajaja‘, bevor sie mir hinterherlief.
      „DRPs haben es bei mir einfach besser, da sind die in ihrer natürlichen Umgebung und haben lauter Artgenossen. Die werden von deinen Warmblütern doch gemobbt!“, quasselte sie schließlich und versuchte so anscheinend ihre Straftat zu rechtfertigen. Sie konnte von Glück reden, dass die Polizei sie für unzurechnungsfähig halten würde, sonst wäre sie schon lange hinter schwedischen Gardinen.

      Während sie mir weitere hundert Gründe nannte, die vor allem davon handelten, dass sich DRPs nur unter ihresgleichen wirklich wohl fühlten, nickte ich nur fleißig mit dem Kopf und verfrachtete Baila so schnell wie möglich wieder auf die Koppel. Auch nach zehn ‚Neins' meinerseits woltle sie nicht aufhören und zog dann auch noch Nathan in die Diskussion hinein.
      „DU bist doch sicher auch dafür dass die armen Ponys endlich zu mir kommen, oder?!“, rief sie ihm entgegen und packte ihn am Arm, um seinen Fluchtversuch zu unterbinden. Nach dem Nathan verzweifelt erst mich, und dann Elisa ansah, entschied er sich dazu, lieber nichts zu Sachen. Er wusste wohl, dass er sich auf dünnem Eis befand, wenn er einer von uns zustimmen würde. Hatte ihm Matthew also doch etwas beigebracht.
      Nathan ging kurz darauf wieder seiner Arbeit nach, während ich, mit Elisa am Rockzipfel, in den Stall ging, um nach Colin zu sehen. Er war heute wieder mit Cressi unterwegs, hatte allerdings noch ein paar Probleme in der Anlehnung, weswegen ich heute helfen sollte.

      Doch als ich am Putzplatz ankam, stand dort nicht nur Colin mit einem schick angezogenen Cressi, sondern auch Jojo und Gwen, die sich an Ostara und Furmint zu schaffen machten.
      „Was habt ihr hier zu suchen?“, fragte ich vorsichtig, auch wenn ich vor der Antwort Angst hatte. Meine Pferde waren also nicht genug, auch meine Mitarbeiter wurden unter Beschlag genommen. Entführung und Diebstahl waren tolle Straftaten, die Prima Hand in Hand gehen konnten. „Wir.. gehen jetzt ausreiten. Mit Colin!“, plapperte Gwen mit einem breiten Grinsen und setzte sich im gleichen Atemzug den Helm auf. Jojo nickte nur hastig und stieg dann schon in den Sattel von Furmint.
      Der einzige, der nichts zu lachen hatte, war Colin, den die Beiden anscheinend dazu gezwungen hatten. Nun gut, Cressi würde sich über den Ausritt bestimmt mehr freuen, als über die Arbeit auf dem Platz und morgen war ja auch noch ein Tag.

      Als Elisa begriffen hatte, dass sie weder Cressi reiten, noch mitkommen konnte, war sie fast den Tränen nach. War es doch IHR Cressi. IHR Lieblingspony. Und jetzt setzt sich da einfach jemand anderes drauf, armes Mädchen. Damit die anderen los konnten, zog ich, die inzwischen wild um sich schlagende, Elisa am Kragen hinter mir her, um mit ihr Weltwunder und Dajeen zu füttern.
      „Komm schon, die Zwei magst du doch auch.“, beruhigte ich sie und streichelte ihr zärtlich über den Kopf. Schlug sie wieder um sich, wurde darauf aber sehr schnell ein Klaps. Als sie am Koppelzaun der beiden jungen Stuten stand, war sie endlich wieder brav und fütterte ihnen Apfelstücke. Zum Glück war das kleine Kind in der Trotzphase jetzt endlich wieder ruhig.
    • Elii
      Pflegebericht 30. August 2015 - Grillparty
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      „Es ist zu warm.“, seufzte ich genervt, als ich am Rand der Stutenkoppel stand. Ich stand schon bestimmt eine halbe Stunde vor dem Tor und wartete darauf, dass es kühler wurde, damit ich doch noch reiten konnte. Doch natürlich geschah das nicht. Im nächsten Moment brachte Colin Ékes zurück zu den anderen. Sie waren die letzte Stunde im Wald unterwegs gewesen, dort war es zwar schattig, aber trotzdem sahen beide so aus, als könnten sie eine Pause vertragen.
      Ostara und Furmint mümmelten eng beieinander das Gras, während Poppysmic sich unter einen Baum in den Schatten gelegt hatte und alle vier Beine von sich streckte. Hin und wieder hob sie den Kopf und sah sich, so gut es eben möglich war, um.
      „Nate und ich gehen demnächst einkaufen. Kommst du auch…?“, fragte Coling vorsichtig und tippte mich an der Schulter an, um mich aus meinen Gedanken zu reissen. Ich nickte eifrig und streichelte Ékes zum Abschied über die Stirn.
      Während Colin unter die Dusche sprang und Nate sich auf dem Sofa ausruhte, machte ich mich an den Einkaufszettel.
      Mit Stift und Papier bewaffnet, öffnete ich den Kühlschrank und sah konzentriert hinein. Die Kälte die mir entgegen kam, veranlasste mich dazu, den Kühlschrank nur noch mehr zu lieben. Ganz oben auf meinem Zettel stand ein ‚HAUPTSACHE ESSEN‘ in Großbuchstaben, was dort seit meinem letzten geplatzten Mitternachtssnack zu lesen war. Ich vervollständigte meine Liste mit jeder Menge Obst und ein wenig Gemüse, dann noch Kartoffeln und schließlich das Fleisch für meine geplante Grillparty. Nach einem zufriedenen Nicken schloss ich den Kühlschrank und ging weiter zu der Bar. Diese hatte durch die ganzen „Feste“ (andere würden es Alkoholexzesse nennen) stark abgenommen und musste gefüllt werden.
      Da es dieses Mal Cocktails, und nicht nur wildes Zusammengemischtes, geben sollte, klappte ich ein dickes Buch auf und schlug jene Seite auf, die von den anderen mit Post-it Notizen markiert worden waren. Das letzte Mal war so ziemlich jeder „leicht angetrunken“, doch Gwens rosarote Notizzettel überwiegten stark. Neben allen Getränken, die Tequila beinhalteten, hatte sie auch Bloody Mary, Pina Colada und Long Island Ice Tea markiert - auch wenn dort Elisa ihre Finger im Spiel hatte, sofern ich mich richtig erinnerte. Diese hatte nur eine Seite mit einem ihrer grünen Zettel markiert: Sex on the Beach. Den Zettel zierte ein Herz und ein klitzekleines M, was mich dazu veranlasste den Kopf zu schütteln und das Buch zufallen zu lassen.
      Würde ich alles einkaufen, was die Anderen sich in den Kopf gesetzt hatten, könnte ich Insolvenz anmelden, sie würden sich also mit einer viel kleineren Auswahl zufrieden geben müssen.
      Als Colin endlich fertig war und seine Haare frisiert waren, warf ich Nate vom Sofa und packte Beide ins Auto.
      Nach über einer Stunde und mindestens drei Nervenzusammenbrüchen von Nate, waren wir wieder zuhause und ich konnte alles in den Kühlschrank verfrachten. Nate und Colin legten sich sofort aufs Sofa und ließen mich ganz allein in der Küche. War schon ok. DIE würden später als letztes ihr Essen bekommen. Während ich die Spare Ribs marinierte und die Gewürze liebevoll in die Steaks massierte, kochten auf dem Herd bereits die Kartoffeln, die ich später weiter zubereiten würde. Auch der Kopfsalat war wenig später gewaschen und trohnte in seiner Glasschüssel. Sein Dressing würde er erst kurz vorher bekommen.
      Weiter ging es mit ein paar Gemüsespießen, auf die ich abwechselnd Paprika, Mais und Pilze steckte und schließlich mit einem Stück Käse krönte. Ich bestreute sie mit Salz und Pfeffer und stellte sie dann wieder in einer Tupperdose in den Kühlschrank. Die zig Soßen, die ich nur für Nate machte, waren zum Glück schnell zusammen gerührt, auch wenn etwas Hilfe gut gewesen wäre. Nachdem ich drei Mal gerufen hatte, hatte ich es aber aufgegeben, dass Nate mir zu Hand gehen würde und bewarf ihn mit einem Topflappen, bevor ich ihn zum Bäcker schickte. Von der Kräuterbutter hatte ich zum Glück genug im Gefrierschrank, diese zog nur in den Kühlschrank um, damit sie bis zum Abend servierfertig war.
      „Ich glaube ich hab alles“, bemerkte ich zufrieden, als ich endlich den letzten Punkt meiner Liste abhakte. Auch die Zutaten für die Cocktails waren im Getränkekühlschrank bereit gestellt und hatten einen Aufkleber mit dem Namen des Cocktails bekommen. Ich konnte nur noch hoffen, dass niemand meine Ordnung zerstörte, ansonsten musste es Tote geben.

      Die nächsten Stunden verbrachte ich mit Tischdeko, Duschen, Haare machen, Schminken, Eyeliner immer wieder neu ziehen und mehrmaligem Umziehen, um endlich das perfekte Outfit zu finden. Zufrieden stand ich vor dem Spiegel, als Nate herein kam und mir erklärte, dass Elisa und Matthew früher als geplant da waren. Wenig später hörte ich beide im Wohnzimmer diskutieren, anscheinend war sich einer der Beiden nicht mehr sicher, auf wann ich eingeladen hatte.
      „Wenn ich es dir doch sage, sie hat sieben Uhr gesagt.“
      „Jetzt stell mich nicht so dumm hin, sie hat uns ganz klar um Sechs eingeladen, solange hält sie es nie und nimmer ohne Essen aus. Und das Gwen und Jojo noch nicht da sind beweist nur, dass die genauso wenig zugehört haben wie du.“
      „Natürlich. Was auch sonst.“
      „Hör bloß auf mit dieser sarkastischen Tonlage, Matthew!“
      Mein Mund verzog sich zu einem geraden Strich, als ich sie wie ein streitendes, altes Ehepaar vorfand und ich hatte plötzlich das dringende Verlangen, rückwärts aus dem Haus zu rennen.
      „Endlich kommst du!“, rief Elisa genervt und zog mich am Arm zwischen sie und Matthew. „Jetzt erklär ihm mal, wann wir eingeladen sind.“
      „Sieben“, nuschelte ich und schaute zur Seite. Wenn Elisa wieder ihren Todesblick auspackte, wollte ich nicht als erstes Sterben. Schließlich war das meine Party und die wollte ich wenigstens solange genießen, bis ich auch Gwen und Jojo zu Gesicht bekam.
      Schließlich wurde mir von meiner liebenswerten Freundin ausgiebig erklärt, dass sie nur nicht zu spät kommen wollte und genau wusste, welche Uhrzeit die Richtige war. Damit sie nicht untätig rumstand, drückte ich ihr das Brotmesser in die Hand und stellte sie vor die Baguettes. Die Beschäftigungstherapie schlug hervorragend an, sodass Matthew zu Nate und Colin fliehen konnte. Zu dritt saßen sie, nutzlos wie gewohnt, auf der Terrasse und tranken Bier. Natürlich.
      Den Grill durfte ich somit alleine anheizen und auch beim Tisch decken, wurde ich allein gelassen.
      Elisa hatte den Getränkekühlschrank entdeckt und alles heraus geholt, was ein „Pina Colada“-Zettelchen aufgeklebt hatte. Etwas unbeholfen stand sie vor dem Thermomix und mischte alles zusammen. Ihr zufriedener Blick zeigte aber, dass alles nach Plan verlief und es tatsächlich schmeckte.
      Als Gwen eintraf, war sie so gütig und trug ein paar Salate nach draußen, bis Elisa sie abfing und ihr ein Glas von ihrer Mixtur in die Hand drückte. Jojo traf als letzte ein, ging allerdings nur kurz ins Haus um sich ebenfalls etwas von dem Kokos-Cocktail zu holen.
      Das Essen verlief relativ entspannt, auch wenn ich gefühlt alle zwei Minuten aufsprang, um den nächsten Cocktail zu mixen. Die Bar hatte ich zwar nach Draußen verfrachtet, trotzdem konnte anscheinend keiner außer mir mit dem Shaker umgehen. Matthew, Nate und Colin wurden zum Abräumen verdonnert, damit ich wenigstens fünf Minuten meine Ruhe hatte. Zumindest so lange, bis Elisa losnörgelte: „Ich will Sex on the Beach!“ „Dann solltest du heim. Zwar ist da nur ein Pool, aber wir hören dich und Matthew nicht mehr“, zischte Jojo und nippte an ihrem Cocktail. Elisa starrte sie nur emotionslos an und hatte ausnahmsweise kein sarkastisches Kommentar auf Lager.
      Gwen war mittlerweile außer Rand und Band und warf Nate vom Stuhl, um neben Colin zu sitzen. So konnten die Zwei gleich viel besser die Shotgläser voll Tequila trinken und sich fröhlich angrinsen.
      Matthew nutzte die Chance und setzte sich neben Elisa, so dass ich keinen Platz mehr hatte, als ich mit den Mojitos für Nate, Matthew und mich wieder kam. Ich grummelte ein paar Beleidigungen in mich hinein, setzte mich dann neben Nate und behielt alle drei Gläser bei mir. „Diebe bekommen nichts!“, erklärte ich Elisas Fast-aber-doch-nicht-Freund, als dieser wieder zickte. „Du hättest meinen Platz verteidigen sollen!“, bekam Nate zu hören, als er gerade den Mund öffnen wollte.
      Jojo legte die Schulter um mich, zog mich ran und klaute mir dann eines der Gläser. Schließlich zeigte sie Loyalität, da war es das mindeste einen Cocktail abzudrücken.
      Der Abend wurde später und Matthew und Elisa lagen sich immer mehr in den Armen. Auch Nate und ich, saßen immer näher neben einander, auch, weil wir mittlerweile zu Zweit gegen Colin im Wetttrinken antraten. Davor hatte Gwen tapfer gekämpft, aber der Tequila hatte schließlich dafür gesorgt, dass sie auf der Sonnenliege schlief. Jojo lag aus Solidarität neben ihr und versuchte ihr irgendwas über Sternbilder und Sternzeichen zu erzählen. Vor allem über das Sternzeichen Löwe, dem auch sie angehörte. So erzählte sie immer wieder wie toll Löwen waren und wie tapfer, und vor allem, wie beliebt sie doch waren. Dass Gwen sie nicht hören konnte, interessierte sie nicht, solange sie ununterbrochen reden konnte.
      Als Elisa Gwen bemerkte, hatte sie die glorreiche Idee, ihr einen Bloody Mary einzuflößen, der war genau richtig wenn man zu viel getrunken hatte und wie man sehen konnte, war das bei der schlafenden Tequilatrinkerin der Fall. Schnell zog sie mich aus Nates Umarmung und zerrte mich in die Küche. Unglücklicherweise hatte ich alle Zutaten im Haus und Elisa mixte wild drauf los. Am Ende glich es einer Hexenküche und wenn ich nichts getrunken hätte, könnte ich schwören, dass weißer Dampf aus dem Glas voll mit Tomatensaft und anderem ekligen Zeug aufstieg.
      „Aufstehen, wir haben was für dich!“, rief Elisa aufgeregt und schubste Gwen Richtung Tisch. Sie stellte das Glas vor sie hin, stopfte ihr das Röhrchen in den Mund und begann sich im Kreis drehend ‚Bloody Mary‘ zu kreischen. Bevor sie es ein drittes Mal sagen konnte, hielt ihr Jojo den Mund zu und ließ ihre Hand solange dort, bis sie sich beruhigt hatte. Gespannt starten alle Gwen an und warteten ihre Reaktion ab. Als sie dann hustend das Glas wegschubste und nur schwer ein leises „scharf“ rausbrachte, lachten alle. Elisa verschluckte sich dadurch an ihrer eigenen Spucke und musste von Matthew aufgefangen werden, der sich darüber nicht so sehr wie sonst zu freuen schien.
      Nach einer letzten Runde Shots, zu denen uns Colin verdonnert hatte, gingen alle nach Hause. Jojo wurde von Gwens Mutter mitgenommen und Elisa ließ sich von Matthew heimtragen. Anders schaffte sie es nicht mehr. Colin ging auch kurz darauf ins Bett, da niemand mehr mit ihm trinken wollte. Nate und ich hingegen saßen noch eine Weile auf der Terrasse und quatschten, dank des Alkohols konnte ich das noch besser und schneller.

      Am nächsten Morgen ritt ich mit Baila Conmigo los, schließlich stand der übliche After-Alkohol-Ausritt an. Elisa kam mir mit Goldherz putzmunter entgegen und begrüßte mich euphorisch. Auch dass Gwen und Jojo kurz darauf absagten (von Gwen kam nur ein ‚alkhol ist scheise‘ als Nachricht) störte uns nicht. So konnten wir viel entspannter quatschen und uns über die Beiden lustig machen. Nicht dass wir das sonst nicht machen würden, die Kommentare von Gwen und Jojo fehlten uns nämlich schon nach kurzer Zeit.
    • Elii
      Pflegebericht 16. September 2015 - Datesaster
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      Gwen und ich saßen zusammen auf dem Sofa, während wir verängstigt Blick austauschten, weil wir nicht wussten, was auf uns zukommen würde. Elisa ließ sich mit einem Froop (der ausgesprochen lecker aussah) zwischen uns fallen und riss genervt den Deckel ab. „Könnt ihr euch vorstellen, dass ihr überhaupt nicht interessiert hat, dass ich bald einen neuen Hengst hab?! Ich weiß gar nicht, warum der so ausrastet!“, zetterte sie und steckte den Löffel in den Joghurt. Netterweise hatte ich das Fruchtzeug schon runtergegessen, sie mochte es ja sowieso nicht. Das auch die hälfte des Joghurts fehlte, bemerkte sie zum Glück nicht, sonst wäre meine Hand wohl nicht mehr an Ort und Stelle. „Ich meine, ich kann mit meinem Geld doch machen was ich will. Und wenn ich noch ein Reitpony haben will, dann kauf ich noch eins. Ich hab sowieso viel zu wenig Hengste, die Stuten überrennen die doch“
      Gwen und ich nickten im Takt und versuchten erst gar nicht reinzureden. Dem Monopoly Mann fiel man nicht ins Wort, der wusste was zu tun war. Und der Monopoly Mann die Form von einer wütenden Elisa annahm, sollte man das sowieso nicht. Wir hörten uns geduldig Elisas Gezeter an, nickten dabei brav und brachten ab und zu ein ‚Du hast Recht‘ in die Konversation, sie sollte ja keinen Monolog führen müssen. Dafür hätten wir uns eigentlich einen Tee und Kuchen verdient, aber Elisa war schon wieder dabei sich umzuziehen, damit sie aufs Pferd konnte. „Begleitet ihr mich.. Oder nicht?“, fragte sie mit einem drohenden Unterton, dem ich mich mutig entgegen stellte. „Ich muss noch fürs die Dressur am Samstag üben, mit Furmint bin ich viel zu lang keine Lektionen mehr geritten und das muss jetzt dringend nachgeholt werden!“ Bestimmt wedelte ich mit dem Zeigefinger vor ihrer Nase rum und setzte mich dann ins Auto. „Aber Gwen hat das schon vorhin gemacht, die hat bestimmt Zeit.“
      Während ich losfuhr, sah ich noch einmal in den Rückspiegel und sah eine genervte Gwen, die allerdings wie angeheißen auf Tawny Bawny stieg und mit Elisa und Très Jolie vom Hof ritt. Vermutlich würde sie es mir früher oder später heimzahlen, aber das war es mir Wert. Schließlich war das keine einfache Ausrede, ich musste wirklich trainieren! Zwar nicht so sehr wie ich es dargestellt hatte, Furmint war ein Profi, aber ich wollte die Prüfung doch das ein oder andere Mal durchgehen, bevor wir starteten.
      Bevor es losging musste ich allerdings noch etwas Essen, der Froop hatte meinen Hunger entfacht und ich hatte immer noch vom leckeren Creme Caramell im Kühlschrank. Nach meinem Snack stiefelte ich in den Stall und legte Furmints Ausrüstung zurecht, bevor ich die Stute von der Koppel holte. Geputzt war sie in nullkommanichts und schon bald konnten wir nach unserer Schrittrunde im Gelände auf den Platz. Ich zog meine Jacke bis oben hin zu, man merkte den Herbst immer mehr und der leichte Regen, der gerade auf kam, machte es nicht besser. Egal, einmal angefangen, wollte ich nicht auch noch in die Halle wechseln. Das Aufwärmen hatten wir schnell hinter uns und wir konnten die ersten Lektionen erreiten. Fliegende Galoppwechsel waren das kleinste Problem, nur bei den Einerwechseln war die Stute etwas eingerostet. Bei den Trabverstärkungen musste ich anfangs etwas mehr nachtreiben, damit sie in das richtige Tempo kam. Eine halbe Stunde später tragen eine bockende Gwen und eine finster drein blickende Elisa ein. Anscheinend hatte sich Gwen ihren Kommentar über Elisas Kaufverhalten nicht mehr verkneifen können und dafür mehr als nur ein bisschen angeschnauzt wurde. Wer konnte es ihr verdenken. Sie nahmen mich noch ein kleines Stück mit, bevor sie den Heimweg antraten (ohne sich gegenseitig Tschüss zu sagen!) und auch ich meine Runde beendete.
      Keine fünf Minuten später erreichte mich eine Hass-SMS.
      ‚Wehe du lässt mich noch einmal mit den DRP Messi allein.‘ Sorry, Gwen. Der nächste Tequila geht auf mich.
    • Elii
      Pflegebericht 04. Oktober 2015 - Von quietschenden Sofas und Tequila
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      Es war wieder einer dieser Abende, die mit einem schlechten Haifilm begannen und mit Tequila endeten. Colin stand uns Frauen tapfer zur Seite, als der Film lief, Matthew und Nate hingegen ließen sich gleich volllaufen.
      Dinocroc vs. Mega Shark ließ uns auch nicht lange auf dem Trockenen sitzen, schließlich drehte der sich nach einer halben Stunde nur noch um das Wort „Eier“ und wir hatten unser Trinkspiel für den Abend.
      Irgendwann war Elisa so weit, dass sie lachend auf dem Boden lag, sobald das Wort kam und immer wieder Matthew anschaute. Der - wie gewohnt - seinen Mund zu einem Strich verzog und ins Leere starrte. Gwen trank irgendwann direkt aus der Flasche, nach fünfmal „Eier“ kam Colin mit dem einschenken nicht hinterher, und Frau musste sich selbst helfen. Jojo versuchte die am bodenliegende Verrückte zum verstummen zu bringen, was leider nur mäßig funktionierte. Auch wenn sie ihr den Mund zu hielt, konnte sich nicht zurückhalten und kreischte lauthals.
      Hilfesuchend drehte ich mich zu Nate und Matthew um, die sofort in eine andere Richtung sahen und auf beschäftigt taten.
      „Matthew, jetzt pack dir endlich Elisa und sorg dafür dass sie ruhig ist! Wir können den Film nicht zu Ende schauen, wenn das so weiter geht.“, rief ich genervt und hüpfte, anmutig wie ein Elefant, über das Sofa, um ihn zu ihr zu ziehen.
      „Du musst doch irgendwelche Tricks haben, um sie zum Schweigen zu bringen..“, murmelte jojo und zeigte genervt auf Elisa, die immer noch kichernd und quietschend am Boden lag. „Vielleicht hilft Tequila“, sagte Gwen in völliger Begeisterung und goss den Inhalt der fast leeren Flasche in Richtung ihres Mund. Dass sie nicht traf störte niemanden, denn dadurch wurde die Besoffene endlich ruhig.
      „Da das Problem gelöst ist, können wir jetzt endlich weiter trinken!“, verkündete ich mit einer schwungvollen Handbewegung, die eine weitere Flasche Tequila hinter meinem Rücken hervorzauberte. Colin streckte beide Arme begeistert in die Luft und fing die Flasche, etwas verstört, auf, als ich sie ihm entgegen schmetterte. Er hatte sich damit wirklich den „Angestellter des Monats“-Preis verdient. Nate hingegen machte mal wieder das, was er am besten konnte - er sah zu und tat nichts. Da es in die finale Runde des Films ging, zog ich auch ihn zum Sofa und schubste ihn mit viel Gefühl darauf. Da Elisa nicht mehr im Spiel war, musste Matthew jetzt für Zwei trinken. Selbst Schuld, wenn er seine Freundin nicht im Zaum halten konnte.
      Im Suff kam unserer Gruppe noch der geniale Einfall, dass alle zusammen im Wohnzimmer auf dem Boden übernachten könnten. Und nachdem alle versichert hatten, dass sie mir nicht auf das Parkett kotzen würden, wurde der Plan in die Tat umgesetzt.

      Am nächsten Morgen kam mir eine schlecht gelaunte Jojo entgegen und beschwerte sich lautstark über das quietschende Sofa. „Es hörte einfach nicht auf! Egal wann ich wach wurde, das scheiß Teil quietschte“, berichtete sie, als alle sich zum Frühstück am Tisch saßen. „Das war bestimmt Nate“ erklärte Elisa kühl und schob sich ihr Brötchen (ja, das ganze) in den Mund. Dieser war gerade nicht anwesend und konnte sich dementsprechend nicht verteidigen, auch wenn Gwens Blick das sagte, was ich vermutete: Er hatte dort nicht geschlafen. Aber mein Kopf tat weh, und da er mir später nicht beim Aufräumen helfen würde, würde ich ihn auch nicht verteidigen. Ausgleichende Gerechtigkeit.
      Nachdem alle gestärkt waren, ging es nach draußen in den Stall und auf die Pferde. Der standesgemäße „Tag danach“- Ausritt dürfte auch heute nicht fehlen. Gwen durfte auf Furmint, Elisa auf Ostara, ich schnappte mir Tavasz und Jojo setzte sich, immer noch genervt durch ihren gestörten Schlaf, auf Poppysmic.
      „Sag mal, Elisa. Bist du nachts eigentlich mal aufgestanden? Dein Bett war leer, als mich das scheiß Sofa geweckt hat“, fragte Jojo in ihrer genervtesten Stimmlage und zog gekonnt eine Augenbraue hoch.
      „Äh.. Ich.. Äh.. War da auf dem Klo, ja genau. Ich war auf dem Klo“, antwortete diese stotternd, nachdem alle Blicke auf ihr lagen. Das nächste Mal würde ich sie an ihr Bett binden.
    • Elii
      Pflegebericht 22. November 2015 - Wintereinbruch
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      Mal wieder hatte ich mich dazu breit schlagen lassen einen Monopolyabend bei mir Zuhause zu veranstalten. Das ganze hatten „wir“ auf einem Ausritt beschlossen, bei dem ich meine Schimmelstute Dahiba und ihre Tochter Dajeen ausführte. Auch wenn ich erst Nein sagen wollte, schaffte Elisa mit ihren Drohgebärden mich irgendwie zu überreden. Eigentlich wollte ich Gwen auf meine Seite ziehen, doch diese jammerte nur davon, dass es keinen Spaß machen würde immer wieder Monopoly zu spielen. Vor allem weil Elisa alle abzockte und außerdem die Bank ausräumte. Leider konnten wir es ihr bisher nicht nachweisen, sonst hätte sie schon lange Spielverbot bekommen. „Man ist so lange unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen wird!“, zitierte sie auch heute, nachdem wir mal wieder darauf zu sprechen kamen. Gwen murmelte mir unbekannte Schimpfworte, die mit Sicherheit weit über FSK 18 waren.
      Wir versprachen Gwen also, dass sie 2000 Mark mehr bekommen würde, damit sie wieder mit einer weniger schlechten Laune mit uns durch die Gegend streifte. Anderthalb Stunden später kamen wir wieder am Stall an, wo ich sogleich absattelte und das Mutter-Tochter-Gespann zurück auf die Koppeln stellte.
      Nicht nur, dass ich als Spielelocation ausgesucht wurde, auch für die Snacks war ich zuständig. Mir war zwar so, dass diese Aufgaben sonst auf zwei Personen wurden, aber bevor ich wieder in der nächsten Diskussion landete, nickte ich es einfach ab. Sogleich setzte ich mich in mein Auto und machte mich auf den Weg in die Stadt. Da der Wocheneinkauf anstand, hatte ich Nate im Schlepptau, der nörgelnd auf dem Beifahrersitz saß. Müsste ich keine neuen Getränke mitbringen, hätte ich ihn erst gar nicht mitgenommen, denn von Nörgeleien hatte ich heute schon genug gehabt. Mit zwei Kisten Bier konnte ich ihn wieder zur Raison bringen, so dass er halbwegs gut gelaunt hinter mir durch den Supermarkt schlappte.
      Nachdem ich eine Stunde mit einem Kleinkind unterwegs war, konnte ich endlich mit einem vollgepackten Auto zurück nach Hause fahren. Vor meiner Haustür warteten Gwen und Elisa schon wie bestellt und nicht abgeholt. Laut ihnen warteten sie schon seit einer Ewigkeit und wurden nur noch wütender, als sie drinnen Colin vor der Konsole sitzen sahen. Er hatte Kopfhörer an, doch das entschuldigte nichts, weshalb er die ganzen Abend die bösen Blicke der zwei Mädels auf sich hatte. Zum Glück war das Spiel spannender, sonst hätten sie ihn vermutlich ständig mit irgendetwas abgeworfen.
      Elisa hatte einen schweren Start und kam am Anfang drei Mal hintereinander auf bereits verkauften Straßen. Alle waren ins Gwens Hand, weshalb diese immer wieder schäbig lachte. Es war gruselig eine so nette Person in Abgründe stürzen zu sehen. Unauffällig schnappte ich mir die Bahnhöfe und die Schloßallee, sowie einige andere Straßen. Heute war ich bereit zum Gewinnen und niemand würde mich daran hindern! Bis ich auf Gwens Hotel in der Bahnhofstraße kam. Dreimal.
      „Ich geb dir die Bahnhöfe, ok?“, handelte ich resigniert, nachdem ich nicht noch einmal die unmögliche Summe aufbringen konnte.
      „Die und 2000 Mark“, entgegnete sie knallhart und spielte mit ihrer Sonnenbrille. Da ihre anderen Angebote nur noch unverschämter waren, willigte ich schließlich ein und würfelte erneut. Das musste man leider bei einem Pasch. Ein Glück landete ich nur auf Elisas Badstraße.
      „HA, ich bekomme 80 Mark von dir!“, schrie sie lauthals und hüpfte aufgeregt auf ihrem Stuhl auf und ab. Ich gab ihr einen Hunderter und ließ ein lässiges „Behalt den Rest“ raus. Auch wenn ich am Existenzminimum hing, die Freude ließ ich mir nicht nehmen. Während Multimillionär Gwen ihre Spielfigur gekonnt nur auf ihren Straßen landen ließ, zehrte auch Elisa an ihren letzten Scheinen. Straßen hatte sie fast keine abbekommen, dafür gehörten ihr beide ‚Du kommst aus dem Gefängnis frei‘ Karten. Die ihr nichts brachten außer zusätzliche Frustration.
      Gwen und ich wechselten ständig die Positionen, während McMoneysack ausnahmsweise auf dem Zahnfleisch kroch. Richtig verlieren wollte sie allerdings auch nicht. Das könnte noch eine Weile dauern...

      Nachdem wir gestern noch bis halb 3 Monopoly gespielt hatten, fiel es mir unglaublich schwer um kurz vor sieben aus dem Haus zu gehen. Die Fensterläden öffnete ich erst gar nicht, denn auch draußen würde es noch dunkel sein. Gähnend öffnete ich die Tür, woraufhin mir sofort ein eiskalter Wind entgegen kam. Anscheinend hatte es gestern Nacht geschneit und nicht mehr aufgehört, kein Wunder bei den -5° Celsius die das Thermometer anzeigte. Ohne zu zögern schloss ich die Tür wieder, stapfte zurück ins Ankleidezimmer und zog die dicke Winterjacke aus dem Schrank. Auch ein zweiter Pullover und ein Stirnband kamen mit, ebenso ein zweites paar Socken.
      In der Küche begrüßte mich Colin, der mit nassen Schuhen und Schnee in den Haaren vor der Kaffeemaschine stand.
      „Die zieht man aus!“, zischte ich und zeigte auf die von den Schuhen verursachten Spuren. Während ich zum Ausgang ging drohte ich ihm noch einige Male, ihn zusammen mit Cressi zu Elisa zu schicken. Das letzte Training bei ihr hatte er knapp bestanden, da er einmal den inneren Zügel zu sehr aufgenommen hatte und Elisa um das Wohlergehen ihres Lieblingsponys fürchtete. Ein zweites Mal würde sie das nicht durchgehen lassen.
      Mit den Gummistiefeln an den Füßen stapfte ich durch den Schnee. Die Pferde waren dank Colin schon auf der Koppel, das war auch das mindeste, dafür dass mich ins Messer von zwei durchgefrorenen Zicken hat laufen lassen. Poppysmic stand bereits am Koppelzaun und schaute mir aufmerksam entgegen, als ich ihr entgegen ging. Die kleine Stute hatte nur noch am Kopf und an den Beinen ihre goldgelbe Farbe, ansonsten hatte sie sich durch das Scheren silbergrau gefärbt. Brav folgte sie mir in den Stall, wo ich sie auch gleich von ihrer Decke befreite. Während des Putzens im kalten Stall bekam sie eine Abschwitzdecke über den Rücken, die auch nach dem Satteln dort verweilte. Während ich mir meine Lammfellstiefel anzog, kam Nate mit Tavasz und Furmint vorbeigestiefelt. Mit den beiden Stuten waren er und Colin schon vor sieben unterwegs gewesen. Nun durften sie zurück auf die Koppel zu den anderen Stuten, von denen jetzt Ostara und Ékes an der Reihe waren. Inzwischen unen stieß auch Colin mit zwei Thermoskannen voll Kaffee zu uns.
      Nachdem ich mich auf Poppys Rücken geschwungen hatte ging es zuerst einmal durch die weiße Winterwunderwelt, bevor das Training in der Halle anstand. Heute standen Seitengänge und das Verstärken auf dem Plan, sollte die Stute doch schon so gut wie möglich vorbereitet sein, bevor Elisa ihre „Arbeit“ tat. Meistens war es eher ein Draufsitzen und kurz Überprüfen, ob Poppy bereits alle Lektionen kannte - Natürlich kannte sie die, was auch sonst.
      Auch jetzt schon konnte ich sie bequem von Arbeitstrab in de n starken Trab versetzen und auch das Tempo zurückführen. Im Galopp hatte sie ihre größten Schwierigkeiten war es doch ihre schwächste Gangart. Zu meinem Verwundern klappten dort die Traversansätze am besten.

      „Seid ihr am Putzplatz eingeschlafen?“, rief ich Colin und Nate entgegen, als die Beiden mit ihren Stuten entgegen kamen. Daran dass sie besonders ordentlich bandagieren wollten, lag es auf jeden Fall nicht, denn Ékes und Ostara hatten nur Dressurgamaschen an. Sie murmelten irgendwelche Gründe vor sich hin, doch da war ich mit Poppy bereits fast aus der Halle. Nach einer weiteren Runde um den Hof packte ich die Stute wieder in ihre Winterjacke ein und brachte sie zurück zu ihren Freundinnen.
    • Elii
      Pflegebericht 26. Januar 2016 - Neujahrsfreuden
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    2.0 Pferde im Ruhestand
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    Elii
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    20 Juli 2015
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  • Rufname: --
    geboren: April 1988

    von: Blokád -- Furioso-North Star
    aus: Szofi -- Furioso-North Star

    Rasse: Furioso-North Star
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Schwarzbrauner
    Stockmaß: 161 cm

    Beschreibung:
    Furmint ist erst seit kurzem in Deutschland beheimatet; ihre bisherige Zeit verbrachte sie im heimischen Ungarn halbwild in der Puszta. Sie ist sehr skeptisch ungewohntem gegenüber und hasst es in Situationen zu geraten, die sie nicht kennt.
    Arbeitet man konstant mit Furmint lernt sie sehr schnell, auch wenn es hin und wieder zu Unterbrechungen kommt, wenn der Stute mal etwas nicht passt und sie lieber ihren eigenen Weg geht.
    Ihr fällt es nicht leicht Vertrauen zu fassen, auch weil sie erst spät mit Menschen in Kontakt getreten ist und selbst dann lieber fern von ihnen blieb.

    Ersteller: Elii
    Besitzer: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Dressur E -- Springen E

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    Gewinnerin [BSK 384] Einfarbige Stuten
    Gewinnerin der 44. Stute des Monats Wahl


    Nachkommen:

    Kanngee - von Kalzifer
    Fagy - von Kalzifer


    offizieller Hintergrund