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Zion

Fortun

2 Punkte | (c) Flair <3 | reales Pferd (RIP)

Fortun
Zion, 26 Sep. 2019
Rinnaja und Flair gefällt das.
    • Zion

      Le Royal Danois
      “Ey du Schlafmütze!...hallo?...mach doch endlich auf!”, hörte ich, noch schlaftrunken, Joris grölen. Demotiviert schob ich meinen Organträger zur Tür und öffnete sie zögerlich. “Was äh willst du denn? Noch nicht genug Pferdescheiße geschaufelt?”, begrüßte ich unseren Azubi und der Sarkasmus triefte förmlich aus mir. Joris, der eine Backpfeife imitierte, bekam einen Lachanfall und feixte “Man bist du ein Morgenmensch. Schon vergessen unsere neue Stute kommt heute!”. Erst jetzt wurde mir klar, dass es bereits um zwölf war und wir tatsächlich ein Pferd erwarteten. Just in dem Moment knallte ich ihm die Tür vor dem Kopf zu, steckte mir die Zahnbürste in den Mund, zottelte währenddessen die Klamotten über und kochte Kaffee um richtig wach zu werden. Willow und Finley waren beim Türöffnen rausgeschlüpft. Hinter mir fing es plötzlich an zu schnurren und ein gewisser Theodore forderte sein Futter ein. Während ich das Trockenfutter in die Napf kippte und die Zahnpasta ausspuckte, klingelte auch noch mein Handy. “...äh hallo?”, fragte ich in den Hörer - es war Peter, der mich informierte, dass soeben unsere Stute angekommen war. Mit dem kleckernden Kaffeebecher stolperte ich aus der Wohnung und runter zur Hofeinfahrt.

      “Guten Morgen, Sonnenschein”, begrüßte mich Val mit einem Zwinkern. Im Gegenzug kniff ich ihr in die Hüfte, sodass sie quiekend einen Satz zur Seite machte. Der Rest des Teams schaute uns belustigt an und dachte sich wahrscheinlich seinen Teil. Ich meine wir beide sind single und etwas necken schadet ja nie. Sobald die Hängerklappe geöffnet worden war, konzentrierten sich alle auf das Punktetier. Der Spediteur übergab mir die Papiere der äußerst attraktiven Knabstrupper Stute, während Val sie auslud. Die Stute stupste neugierig alle des Teams an und fing an die Kleidung anzuknabbern und abzulecken. “Ah du bist wohl eher der orale Typ”, entgegnete Val und alle prusteten los. “ Das ist Fortun, neunjährig und schon relativ weit ausgebildet und wie ihr seht ausgeschlossen und hübsch. Val sie kommt in deine Obhut, wenn du magst.”, erklärte ich der Gruppe und Valeria nickte kräftig, um meine Frage zu beantworten. “Was Fortun? Sie sehen aus Keks”, unterbrach Alexie die kurze Ruhe und löste somit wieder einen Lacher in der Gruppe aus. “Na gut, dann bist du eben Cookie”, konterte Val und tätschelte den Hals der Fuchstigerstute.

      Um sich einzugewöhnen, bekam Cookie eine Paddockbox neben Valquiria und sie verstanden sich auf anhieb.


      Zwei Tage später...

      Es war einer der wenigen Tage, an denen ich pünktlich, wenn auch nur aufgrund des Weckers, aufstand. Der Flug nach Kanada zur Auslosung der Pferde des Horsemakeovers stand bevor. Fliegen gehörte noch nie zu meinen liebsten Tätigkeiten, weshalb ich schon vor Nervosität nicht schlafen konnte. Während ich meine letzten Sachen packte, vernahm ich ein leises Klopfen an meiner Tür und ging zur Tür hinüber. “Val, was machst du denn um diese Uhrzeit hier?”, fragte ich verwirrt und etwas benommen von der Müdigkeit. Ohne zu antworten schlüpfte sie an mir vorbei in die Wohnung. Anscheinend verlegen zupfte sie sich an ihrem Pullover rum und senkte den Blick zum Boden. “Ich… ähh….du… Ich hab hier was für dich”, stammelte sie kurz angebunden und drücke es mir ohne den Blick zu heben in die Hand. “Es ist gegen deine Flugangst… ich dachte es könnte helfen”, fuhr sie langsam fort. Aus der zusammengeknüllten Tüte schaute ein kleines Plüschtier, eine Zeitschrift und eine Packung mit Tabletten. Da dieses Verlegene und das Necken zwischen uns beiden schon über Monate anhielt, packte ich die Tüte beiseite und machte langsam ein paar Schritte auf sie zu. Bevor sie irgendwas sagen konnte, presste ich meine Lippen auf ihre und zog sie an mich ran. Sie erwiderte den Kuss und gab sich meiner Umarmung hin. Um einer unangenehmen Situation vorzubeugen ließ ich sie langsam los, holte meine Tasche, Vals Tüte und meinen Autoschlüssel. Valeria stand immer noch verwirrt inmitten meiner Wohnung, doch bevor ich aus der Wohnung ging drückte ich ihr einen Kuss auf die Wange und sagte “Ciao, Süße”. Meine nicht pferdigen Haustieren werden derweil von allen anderen versorgt, vermissen werde ich sie definitiv. Minuten später saß ich in meinem Ram, um zum Flughafen zu fahren.

      Während das Flugzeug auf der Startbahn beschleunigte, schmiss ich mir zwei Tabletten ein und drücke das Plüschtier fest in meiner Hand.
      Etwas benommen fischte ich mein Handy aus der Tasche und versuchte mich durch den Flughafen zu navigieren. Ich fand auch eine Nachricht von Caleb auf meinem Handy, der mir die Adresse seiner Ranch schickte.
      Als endlich mein Koffer auf dem Band zu sehen war, schnappte ich ihn mir und suchte schnellstmöglich die Taxihaltestelle. Kurzerhand war mein Gepäck im Kofferraum verstaut und der Taxifahrer hatte die Adresse in sein Navi eingegeben. Nach einer gefühlten Ewigkeit ließ mich der Fahrer an der Einfahrt zur Ranch raus. Schon während der Fahrt war mir Kanadas Schönheit aufgefallen, doch Calebs Ranch war der Wahnsinn. Kurz nach meiner Ankunft wurde ich auch schon von Caleb und Octavia begrüßt, meine Wenigkeit allerdings war mehr auf die Lospferde gespannt. “Na weißt du schon, welches zu dir gehört?”, fragte Caleb neugierig. Ich muss so verwirrt und überfordert geguckt haben, sodass er sogleich hinzu fügte “Check deine Mails, Mann”. Ich lachte auf und ärgerte ich mich über meine gewohnte Verpeiltheit. Trotz der schlechten Internetverbindung aktualisierte sich meine Mailapp und schon wurde mir die eine langersehnte Mail angezeigt. “Und was ist?”, fragte Caleb mindestens genauso neugierig wie ich. “Einen wunderschönen Frederiksborger Hengst mit außergewöhnlicher Blesse und einer tollen Fuchsfarbe!”, quietschte ich wie ein kleines Mädchen. Caleb und Octavia nickten zustimmend und signalisierten mir, ihnen zu folgen. Während ich den beiden schnellen Schrittes folgte, schaute ich mir die Ranch an: ein großer Reitplatz, ein Roundpen und eine tolle riesige Reithalle. Es war noch morgens, weshalb sich der Nebel noch nicht gelichtet hatte und sich magisch über die Felder zog. Mir fielen große überdachte Boxen auf und angrenzende kleine Weidestücke. Außerdem bemerkte ich die unterschiedlichsten Pferde und tatsächlich auch Ponys. “Here we go”, sagte Caleb lässig und zeigte auf ein Weidestück mit einem abgemagerten, aber hübschen Fuchs, der sich gerade wälzte. Ich war sofort gefesselt von dieser momentan kraftlosen Kreatur. Kurzerhand zückte ich mein Handy und machte ein Bild von ihm, während er aufstand und sich schüttelte. Trotz der Zeitverschiebung antworteten fast alle in unserer “Unser Leben ist ein Ponyhof”- Gruppe, alle außer Val. Wahrscheinlich schlief sie, hoffentlich. Mir kribbelten die Finger und ich konnte es kaum erwarten, den jungen Hengst kennenzulernen. Also stellte ich mich vorerst an den Weiderand, um seinen persönlichen sicheren Ort nicht zu stören. Auf mein “Hey, Hübscher”, reagierte er nur mit einem kurzen Heben des Kopfes. Was hatte ich auch erwartet? Auch weitere Versuche wie schnalzen, rufen oder einladenden Gesten waren sinnlos. Es war mir schon fast peinlich, dass ich keine Aufmerksamkeit von HMJ 6345, so wurde er in der Mail bezeichnet, bekam. Typisch vernachlässigtes Barockpferd dachte ich im Stillen, denn es war nicht verwunderlich, dass er kein Bock auf Menschen hatte, nachdem er Ewigkeiten keine Aufmerksamkeit bekommen hatte und so nachtragend wurde. Ohne wirklich nachzudenken stieg ich durch den Weidezaun und trat ihm direkt gegenüber. Ich versuchte möglichst defensiv auszusehen und selbst ruhig und furchtlos zu sein. Tatsächlich nahm mich der Hengst war und trottete langsam auf mich zu, im gleichen Zuge weichte ich nach hinten und streckte ihm meine Hand entgegen. Je näher er zu mir kam, desto mehr gingen seine Ohren nach hinten. Gedankenlos hockte ich mich auf den Boden, was man normalerweise nicht machen sollte, aber es schien zu helfen, denn seine Ohren schnellten nach vorne und er beschnupperte meinen ganzen Körper. “Guter Junge” flüsterte ich langsam und begann seinen Hals zu streicheln, wenn auch nur für einen kurzen Moment, aber der Grundstein war gelegt. Um seine Bereitschaft nicht zu überstrapazieren, zog ich mich auch recht schnell wieder zurück. Im Stillen dachte ich an die kommende Zeit mit ihm, wie es ihm auf unserem Hof in Deutschland gefallen würde und wie er sich entwickeln würde.

      „Und hat er schon einen Namen?“, fragte Caleb und riss mich aus meinen Tagträumen. Jetzt wo er fragte, strömten tausende Namen in meinen Kopf: Erasmus, Absalon, Aegir, Balger...Aber irgendwie passte keiner der Namen. Dank Google fand ich eine Seite, auf der die Zuchtgeschichte der Frederiksborger verzeichnet war und dort schaute ich mir die Urururururahnen, sozusagen die Stammväter dieser Rasse an und der Name “Morian” sprang mir sofort ins Auge. Euphorisch stupste ich Caleb an und sagte “Morian, er ist etwas besonderes, also wird er den Namen eines Stammvaters seiner Rasse tragen. Tja dann ist das wohl Morian.” Caleb grinste und ging danach weg, um seinen Aufgaben auf der Ranch nachzukommen. Ebenso erfreut teilte ich unserer Whatsapp Gruppe den Namen des Neulings mit. Da die Farbe seines Langhaars recht orangestichig war, kam Alex auf die Idee ihn “Kürbispony” zu nennen, aber dies sorgte nur für einen Lacher von allen anderen und für einen neuen Spitznamen für Morian.

      Am nächsten Tag

      Ich war so aufgeregt und konnte es kaum abwarten mit dem Kürbispony zu arbeiten. Statt zu frühstücken, trank ich einen schwarzen Kaffee, dessen Sorte mir sehr gefiel, und machte mich mit einem Knotenhalfter zu Morians Box. Eine Möhre durfte natürlich auch nicht fehlen. Es war durchaus möglich, dass ich zu euphorisch an die ganze Sache heranging und vielleicht zu viel auf einmal wollte, doch davon ließ ich mich nicht beirren. Diesmal schien Mo mich direkt wahrzunehmen und kam neugierig an die Boxentür. “Guten Morgen, Großer”, begrüßte ich den dunklen Fuchs und hielt ihm vorsichtig die Möhre hin, die er nach kurzem Zögern genüsslich annahm. Langsam öffnete ich die Tür und stellte ich mich zu ihm und begann vorsichtig seinen Körper abzustreichen, also zumindest den vorderen Teil und anschließend soweit er mich ließ. “Gut, Morian”, lobte ich den scheuen Hengst. Er trug bereits ein pfirsichfarbenes Halfter, welches ich vorsichtig öffnete und über die Ohren gleiten ließ. Ohne sein Kopf loszulassen, zottelte ich das zusammengeknüllte Knotenhalfter aus meiner großen Jackentasche und legte es ihm behutsam an, um mich gleich danach von ihm zu entfernen und ihm seinen Freiraum zu gewähren. Da ich mit dem “richtigen” Training noch warten wollte, bis unser gegenseitiges Vertrauen etwas gewachsen ist, entschied ich mich ihn auf sein Weidestück zu führen und ihn dort zu beobachten. Führen gehört zu den ersten Lektionen, die wir erarbeiten müssen, da er entweder anfängt zu traben und mich wegzudrängeln oder demütig mit angelegten Ohren widerwillig hinter mir her trottet.
      Trotz der Kälte genoss ich die Gegenwart Morians und die Minuten strichen ins Land.

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    • Zion

      It rains cats and dogs
      Regen, Regen und nochmals Regen. Andere Menschen scheinen ihn zu verabscheuen, warum gerade ich in dieser Hinsicht ein Kind geblieben bin, weiß ich auch nicht. Unser Hof gleicht eher einer Outdoor-Therme, als einem Reiterhof. Morian HMJ 6345 hatte sich mittlerweile sehr gut hier in Deutschland und im Offenstall eingelebt. Val und Fortun standen am Anfang ihrer Beziehung und fingen wie Morian und ich praktisch bei null an. Hachja Val… ob wir nun eine Beziehung führten oder nicht - keine Ahnung - spielte momentan auch keine Rolle, da es sich gut so anfühlt, wie es ist (warum muss man denn auch allem einen Titel und eine Schublade verpassen?). Mein Seelenpferd Valquiria kommt momentan leider wenig zur Geltung und genießt momentan eine “Wir reiten nur aus und schmusen” Pause. Auch Alexie und Mayor Jetsetter Oak ließen sich mit dem Training viel Zeit und verloren sich stundenlang im bunt gefärbten Wald. Außerdem stand Joris kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung und steckte zusammen mit Peter vollkommen in der Prüfungsvorbereitung, weshalb er Xinu momentan spazieren führte oder irgendwelchen Halligalli veranstaltete. Die Einzige, die momentan entspannt war, ist Jing, denn mit Wild Cherrys Ausbildung ist sie schon weit vorangeschritten, zudem er bereits gekört ist; momentan erarbeiten sie ein paar Zirkuslektionen. Die Letzte im Bund, Flo, hatte zwei Wochen bei ihrer Familie in Kolumbien verbracht und kam mit reichlich Bräune zurück ins Kalte Deutschland. I’m a Playboy schöpfte in dieser Zeit neue Kraft, um nun das Training wieder aufzunehmen.


      POV: Collin

      Zu meiner Überraschung regnete es heute nicht und die Sonne kam zwischen der dichten Wolkendecke hervor, dadurch hob sich meine Laune erheblich. Es war noch recht früh, weshalb ich mich in die Küche begab, Kaffee aufsetzte, den drei Plüschmonstern Futter vor die Nase setzte, mir eine Scheibe Brot toastete und einige interessante Berichte online las. Der Trugschluss, dass Sonne gleich Wärme bedeute, bestätigte sich mir auf dem Weg nach draußen, denn so schnell ich rausgelaufen war, war ich auch wieder in der Wohnung, um eine extra Schicht Klamotten anzuziehen. Meine kleinen Streuner liefen bereits freudig über den Hof und zupften die Grashalme mit den Tautropfen ab. Mein Weg führte mich in den Stall und zur Sattelkammer, wo mir Alexie über den Weg lief, der gerade dabei war die Pferd e zu füttern. “Einen Wunderschönen!” - “dir ebenfalls einen guten Morgen”, erwiderte ich und plante den Tagesablauf mit ihm. Zuallererst steht Morian, wie immer, auf dem Plan; die weitere Überlegung war einen gemeinsamen Ausritt zu unternehmen. Bevor ich mich zu Mo begab, stellte ich alle Utensilien an den Putzplatz. “Moooo!” Großer, komm!”, rief ich über den Zaun hinweg und tatsächlich schoss ganz hinten im Offenstall ein fuchsfarbener Kopf nach oben und bewegete sich langsam auf mich zu. Um Gottes Willen bloß nicht zu viel Begeisterung - eingebildetes Barockpferd dachte ich im Stillen. Um den Vorgang etwas zu beschleunigen, lief ich ihm entgegen und schnappte ihn auf halber Strecke. Wie üblich forderte er seine Belohnung für Kommen ein und knabberte das Apfelstück aus meiner Hand und schien sich damit zufrieden zu geben. Das Training bestand momentan hauptsächlich aus Vertrauensaufbau, Gymnastizierung und longieren. Aufgrund seiner geringen Körpermasse, hatte ich mich entschieden ihn leicht einzudecken für diese Saison. Am Putzplatz nahm ich die leichte verschmutze Decke ab und wechselte zur Abschwitzdecke, die uns Vriska geschenkt hatte. Mittlerweile hatten wir auch schon Besuch vom Hufschmied und vom Tierarzt, was er bestens über sich ergehen lassen hat. Seit der Futterumstellung hatte Mo gut zugenommen und wieder Glanz ins Fell bekommen - Raufutter stand natürlich an erster Stelle, aber das getreidefreie Kräutermüsli in Kombination mit Mash und Leinöl bekam ihm äußerst gut. Zu meinem Erstaunen ist er ruhiger geworden und lässt sich solide auch von anderen Führen, sowie am ganzen Körper anfassen. Nach der kleinen Putzroutine, startete ich das Kürbispony zu massieren, um sowohl seine, als auch meine Muskeln aufzuwärmen. Kurz darauf machten wir uns mit dem Kappzaum bewaffnet auf den Weg zur Halle. Mein Plan für heute war es ihm den Sattel mit Schabracke aufzulegen und ihn generell damit vertraut zu machen.

      Nach ein paar Runden aufwärmen ohnen weiteres Zubehör parierte ich ihn durch, um den Sattel aufzulegen. “So Junge, dann wollen wir mal.”, presste ich zwischen den Zähnen hervor und überlegte, ob ich das sagte, um mich zu beruhigen oder ihn vorzubereiten. Mit der Schabracke hatten wir schon des Öfteren gearbeitet, weshalb er mit dieser Situation sehr sicher und selbstbewusst umging. Ich gliederte unsere Einheit wie immer in kleine Einheiten mit vielen Pausen und lobte ihn ausgiebig. Die Longe hatte ich zwar in der Hand, aber so locker, dass er die Möglichkeit hatte “nein” zu sagen und einfach wegzuspringen oder zu weichen. “Prima Großer! Nun der Sattel.”, erklärte ich ihm und nahm das anscheinend gruselige schwarze Ding in den Hand. Reflexartig legte er die Ohren an und beschnupperte skeptisch den Sattel. Sein Blick sagte “Was zur Hölle ist das für ein Monster, welches du mir da vor die Nase hälst?”. Ich wartete einige Momente, ehe ich den Sattel sanft auf seinen Rücken packte. Um Morian nicht zu überfordern ließ ich den Gurt weg und strich ihm lobend über den Hals und hielt ihm ein weiteres Apfelstück vor die Nase. Etwas eingeschnappt zögerte er dramatisch und langte danach zu, was mich zum Lachen brachte. Um sein Gleichgewicht zu schulen und um ihn an diese fremde Situation zu gewöhnen, führte ich ihn durch die Halle. “Seeehr gut!”, lobte ich Mo, der zufrieden schnaubte. Meine Idee für die Anwendung eines Gurtes war, einen weichen Lammfellgurt mit großer Fläche zu nehmen, um Gurtzwang bestmöglich zu verhindern und Druckpunkte zu vermeiden. Nach einer kurzen Verschnaufpause befestigte ich den Gurt am Sattel und schnallte ihn locker fest. Erstaunlicherweise schien ihn der Gurt nicht zu stören, aber das Rumkrabbeln unter seinem Bauch schon, denn durch eine schnelle Kopfbewegung drohte er an zu schnappen. Wieder lief ich mit ihm in der Halle rum, bis ich ihn letztendlich wieder auf den Kreis zum Longieren schickte. Morian schien irgendwie anders und passend zu meinem komischen Bauchgefühl startete er los und buckelte, bis ich ihn etwas beruhigen konnte. Danach trabte er einfach, zwar wie eine Giraffe, aber zumindest nicht wie eine angestochene Wildsau. Ich konnte die heutige Lektion nicht ohne ein positives Erlebnis beenden, da er sonst dem Sattel den Mittelfinger zeigen würde und mir wahrscheinlich auch. Also ließ ich ihn einfach laufen und tatsächlich entspannte er sich langsam und ließ den Kopf endlich fallen und dan dem Punkt ließ ich ihn zum Schritt kommen und lobte ausgiebig. “So ist’s gut! Prima Morian!”, bekräftigte ich den jungen Hengst. Nach dem Cool-Down nahm ich sofort Sattel und Schabracke und legte ihm die Abschwitzdecke auf. “Na das ging doch eigentlich Dicker.”, neckte ich den Kürbis. Ein kurzer blick auf meine Uhr sagte mir, dass schon ein gutes Stück Zeit vergangen war. “Guten Morgen, Süßer!”, trällerte Valeria und erschreckte mich fast zu Tode, was zu einem kleinen Satz von Morian führte. “Oh sorry Mo!”, fuhr sie rasch fort und strich ihm beruhigend über den Kopf und drückte mir fast zeitgleich einen Kuss auf den Mund. Meine Wangen färbten sich rot und ein breites Lächeln breitete sich in meinem Gesicht aus. So schlenderten wir zu dritt zum Putzplatz zurück. “Soll ich schon mal sein Mash aufsetzen?”, hakte Val nach. Ohne sofort zu antworten, zog ich sie an mich heran und drückte ihr einen fetten Kuss auf die Wange, was sie zum kichern brachte. “Ja, gern.”, hauchte ich in ihr Ohr. Etwas verdattert machte sie auf den Hacken kehrt und verschwand im Stall. In der Zwischenzeit kuschelte ich mit Mo und bürstete sein Fell noch einmal grob mit der Wurzelbürste ab. Es waren circa zehn Minuten vergangen, bis Val mit Prada und einer Futterschale auftauchte. Mein Blick wanderte zu ihrem Chihuahua, der einen kleinen Mantel trug. Unwillkürlich musste ich lachen “Dein Ernst?”, - “Jaa, sie friert sonst”, protestierte Val. Bevor ich zu Wort kam, stupste Mo Valeria an, da er sein Mash verlangte. Lachend stellte sie es ihm vor die Nase. Anschließend legte ich Mo seine richtige Decke auf und brachte ihn zum Offenstall.


      Als ich wieder den Stall betrat, stand die ganze Mannschaft versammelt vor mir und schaute mich erwartungsvoll an. “Was ist? Habe ich irgendwo Mash zu kleben?”, fragte ich verwirrt. Kurz darauf vernahm ich ein kleines Wiehern und konnte mir denken, was los wahr. Joris führte ein kleines Plüschfohlen hinter seinem Rücken hervor. Jing schien sehr von ihr angetan zu sein, was mich in meiner Entscheidung noch mehr bestärkte. “Haha achso...darf ich vorstellen? Das ist die kleine Edda, eine einjährige Irish Cob Stute, die nun Jing gehört”, verkündigte ich. Wie erwartet quikte Jingyu und umarmte mich stürmisch, während alle anfingen zu lachen. “Naja ich dachte mir, da Jei schon sehr weit ist, könntest du etwas zum neuanfangen gebrauchen.”, erklärte ich. Die kleine Asiatin bedankte sich tausend mal und knuddelte die kleine Edda ausgiebig und verschwand schon kurz darauf mit ihr.


      “So Chef was ist der Plan?”, fragte Peter. Trotz der noch frühen Stunde (naja gut es war bestimmt schon zwölf), waren alle Aufgaben erledigt und das Futter für den Abend vorbereitet. “Naja das Sattelzeug…” - “verschaukel nicht uns!”, protestierte Alex, der immer noch in Inversionen sprach. “Ach Mist, ihr habt mich durchschaut! Ich wollte einen gemeinsamen Ausritt bei dem tollen Wetter unternehmen.”,schlug ich der Gruppe vor und alle nickten oder stimmten mit einem “Klar, gern” zu.

      “Na liebste Quira, was macht die Kunst?”, fragte ich meine italienische Stute. Valquiria brummelte fröhlich und schmiegte sich an mich. Bevor die anderen ihre Pferde geholt hatten, verbrachte ich meine Zeit damit, meine Süße zu verwöhnen und ihre Mähne zu flechten. Alexie war bereits am Putzen von Sky, während Flo noch mit Babyboy herumblödelte. Tatsächlich konnte auch Jing sich von Edda trennen und machte ihren Jei fertig, genau wie Joris Xin mit einer gebisslosen Trense und einem Reitpad ausstattete. Der Eyecatcher des gesamten Ausrittes wird natürlich Cookie sein, die mit ihren Punkten einfach süß aussah und irgendwie super zu Val passte. Niemand schien so richtig Lust auf herausgeputze schicki micki Pferde zu haben, weshalb sich viele für ein Reitpad entschieden. Für meine Quira hatte ich statt dem üblichen Bosal auch nur ein Knoti gewählt, aber zusätzlich mit dem weichen Vaquerosattel. Im Endeffekt waren die verschiedensten gebisslosen Trensen herausgekramt und angezogen. “Na sind alle fertig ?”, hakte ich nach und erhielt von allen Seiten Zustimmung. Manchen würden sagen, dass es unverantwortlich wäre mit Hengsten und Stuten auszureiten, aber außer Jei hat keiner von ihnen gedeckt und die Stuten sind im Moment nicht rossig.

      Während alle dabei waren aufzusteigen, pfiff mit beiden Fingern im Mund, um Willow und Finley darauf aufmerksam zu machen, dass sie zu mir kommen sollten. Ein Augenschlag später kam Finley auch schon angerannt und Willow trottete langsam hinterher. Prada war in Vals Jacke eingekuschelt und freute sich über die Sicht von oben. Die Tete bildete Joris mit Xinu, da er oft ausreiten ging und eine Route im Kopf hatte. Unser Weg führte kurz nach Verlassen des Hofes in den wundervoll gefärbten Wald. Die beiden großen Hunde rannten durch Laubhaufen und spielten Fange mit uns. “Na Süße, die Aufmerksamkeit gefällt dir hum?”, flüsterte ich zu Valquiria, die wirklich zufrieden schien. Die Sonnenstrahlen, die durch die Bäume führten, verliehen dem Wald einen goldigen Schimmer - es war atemberaubend. Die anderen schienen ebenfalls begeistert zu sein, besonders Flo “Si, das ist wirklich wunderschön, in Kolumbien gibt es das gar nicht.”

      Da wir uns für einen entspannten Ausritt entschieden hatten, gab es nur kurze Trab- und eine Galoppstrecken, in der Val einhändig ritt, um Prada festzuhalten. Ohne zu übertreiben, aber dieser Ausritt war einfach Balsam für die Seele. In letzter Zeit hatte ich mir sehr viele Gedanken zu den Pferden und meinen Mitarbeiter gemacht und feilte bereits an den Weihnachtsgeschenken. Und eine Sache konnte ich nicht verheimlichen: “Okay eigentlich wollte ich es euch nicht erzählen, aber nun gut. Es wird demnächst noch ein Pferd einziehen, etwas dezent kräftigeres aus Skandinavien”, verriet ich, ohne zu sagen, dass es eine Überraschung für Joris zu seiner abgeschlossenen Prüfung sein würde. Auf die neugierigen Fragen gab schwammige, lapidare Antworten, um die Spannung zu erhalten.

      Im weiteren Verlauf des Ausrittes erzählten wir uns von den verschiedenen Weihnachtstraditionen in den unterschiedlichen Traditionen. Die Zeit verflog geradezu, denn als wir zurück auf den Hof kamen, dämmerte es bereits. Alle brachten ihre Pferde sozusagen ins Bett und gaben ihnen ihr wohlverdientes Abendbrot. “Es war mir eine Freude Leute! Aber jetzt ab ins Warme, ich koche”, verkündigte ich fröhlich. “Mit anderen Worten du willst uns vergiften?”, konterte Peter, der gerade aus dem Stallbüro kam.
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    • Zion

      2019 - Ein Jahresüberblick
      Wynja von Atomic | Vösk von Atomic | Kría von Atomic | Bjama von Atomic | Teigur von Atomic | Halldór von Atomic | Ávaldi von Atomic

      Hawking von Atomic | Feuergeist di Royal Peerage | Nautilus | St.Pauli‘s Amnesia | Milska | Lu’lu’a

      Glanni frá glæsileika eyjarinnar | Litfari | Tesla | Almost Illegal | Overo | Ruvik | Voodoozirkus

      Mademoiselle | Songbird | Ryuk | Flic Flac’s Milano | Friede sei mit dir

      Wild Reflex | Willa | Krít | Kempa | Blávör | Snotra | Otra | Fönn | Saints Row | Snúra | Þögn | Ylfa


      Bruce

      Das Jahr begann tragisch, sehr tragisch. Vater verstarb in Folge eines Herzinfarktes im Krankenhaus, zu dem Zeitpunkt fing der Hof bereits an rote Zahlen zu schreiben. Also mussten wir anfangen Lösungen zu finden und konnten nicht sehr lange trauern. Deswegen sind viele Pferde gegangen und wir haben das erste Land verkauft, um wieder etwas Guthaben zu haben. Doch auch das half nur für einige Zeit, da auch mein Dasein als Trainer schrumpfte. Immer mehr Aufgaben mussten auf dem Hof übernommen werden und das Geld fehlte für die Angestellten, weswegen wir nur noch zwei bei uns behalten konnten. Fünf Leute zu beschäftigen war nicht mehr möglich. Doch auch einiges Gutes ist passiert. Die Fohlen haben gute Noten bei der Beurteilung bekommen und für einige von ihnen, gibt es bereits Interessenten. Snót und Blávör haben sich verbessert. Sie sind entspannter geworden und auch unter anderen Reitern besser unter Kontrolle. Besonders im Distanzreiten sind die Beiden begabt, was einen guten Ausgleich bildet zur Ovalbahn. Auch Willa, Krít und Kempa befinden sich im Training und sollen demnächst wieder auf dem Turnier mitlaufen. Die drei Stuten genießen es wieder mehr Kontakt zum Menschen zu haben. Ihre Fohlen sind tolle Pferde und ich bin gespannt was aus ihnen wird.

      Nachdem unsere Lage sich ein wenig verbesserte hatte, kam der nächste Schlag. Im Wald, der direkt an das Atomics Valley grenzt, brach ein verheerender Waldbrand aus. Das Feuer loderte Wochen lang. Auch wenn wir rechtzeitig uns und die Pferde evakuieren, konnte der Hof nicht gerettet werden. 95% sind abgebrannt, kein Gebäude steht mehr. Die Versicherungssumme war zwar ziemlich hoch, doch es kamen noch mehr Kosten auf uns zu, mit denen wir nicht rechnen konnten. Einige Paddocks hatten wir errichtet, um die Pferde wieder zu uns stelle zu können, doch die Angst der Tiere durch die den Abgebrannten Geruch war deutlich zu spüren. Wieder mussten wir überlegen welches Pferd bleiben kann und welches nicht. Diesmal war es sogar noch schwieriger. Vriska hat Ylfa gekauft und sie möchte bei uns bleiben um uns zu helfen. Nach langer Überlegung haben wir auch ihr Ruvik angeboten und sie hat zugesagt. Unsere beiden Problempferde hätten wir sonst an sonst niemanden verkaufen können. Sie hat schon oft mit den beiden Pferden gearbeitet und die Drei passen gut zueinander.

      Dann kam die Idee des Umzugs auf und wir bekamen ein gutes Angebot in Schweden. Dort gab es ein Ausschreiben für ein 120 ha großes Land, das bewirtschaftet werden soll und einen kulturellen Nutzen bekommen. Also bewarben wir uns mit dem Konzept, dass wir mit unseren langjährigen Freunden und Nachbarn erarbeitet hatten: Ein Akademisches Reitzentrum. Wir wollen Reitunterricht anbieten, Beritt machen und verschiedene Events veranstalten. Es war schon immer mein Traum auszuwandern und diesmal ist die Möglichkeit zum greifen Nah. Wir mussten nun nur noch auf die Entscheidung des Landes warten. Diese würden uns auch dabei unterstützen, den Umzug zu organisieren.


      Collin

      Im Gegensatz zu unseren Nachbarn hatten wir das Jahr 2019 als äußerst positiv wahrgenommen. Pferde kamen und Pferde gingen, doch der Kern blieb erhalten und die zukünftige Zucht von Barockpferden sollte nun endlich ins Rollen gebracht werden. Mit wechselnden Rassen zur Auswahl kam der Plan von der Zucht wieder auf die Wartebank und stattdessen kam das Horsemakeover ins Spiel. Morian HMJ 6345 war eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht, obwohl sein Training äußerst zeitaufwendig war. Nichts desto trotz ging es voran, denn Valeria und ich kamen endlich zusammen und unser Azubi Joris hatte seine Abschlussprüfung bestanden. Leider hatte wir auch gewisse Verluste zu bedauern, denn unsere liebe Flo war gezwungen zurück nach Lateinamerika zu gehen, da ihr Arbeitsvisum abgelaufen war, weshalb wir gezwungen waren I’m a Playboy zu verkaufen. Außerdem war Sky aufgrund einer Verletzung unreitbar und so gut wie nicht bewegbar geworden, weshalb er trotz des extrem jungen Alters nun seine Frührente verbringen musste.

      Mittlerweile waren wir auch mit der Planung vorangeschritten und entschieden uns für die Zucht von Knabstruppern und Barockpintos, die beide alles vereinten, was wir uns wünschten. Doch wie nach jedem Höhenflug folgte auch bei uns der Fall, denn das ganze Land um Forest Creek und Atomics Valley war abgebrannt. Einige Pferde waren mit leichten Wunden davon gekommen, doch Peter, der die Pferde heroisch retten wollte, erlitt stärkere Verbrennungen und verbrachte einige Zeit im Krankenhaus. Alles was wir uns mühsam aufgebaut hatten war nun in Schutt und Asche gerichtet. Doch wie sagt man so schön, der Phönix steigt aus der Asche empor, denn wie es das Schicksal anscheinend wollte wurde uns gewissermaßen ein Wink gegeben, der uns letztendlich nach Schweden führte. Letztendlich machten wir auch so die Bekanntschaft mit Robin Wolff, ein junger akademischer Reiter anfang der dreißiger, der uns bedingungslos seine Hilfe anbot und nun ein Zuchtpartner in Schweden sein wird. Robin, ein attraktiver Rotschopf, der sich den Knabstruppern primär widmen wird.


      Bruce

      Der Umzug stand natürlich schneller vor der Tür als gedacht. Somit mussten die Pferde so schnell wie möglich transportfähig gemacht werden. Im Haus waren schon so gut wie alle Sachen eingepackt, nur noch die Dokumente unserer Tiere lagen verteilt im großen Schlafzimmer sortiert auf dem Boden. Mein Bruder, Tyrell, befindet sich bereits auf unserem neuen Grundstück und kann somit in den nächsten Tagen schon einige Pferde in Empfang nehmen. Somit werden als Erstes die Jungpferde auf die Reise in die neue Heimat gehen. Dafür haben Vriska und ich uns schon bereit gemacht. Gemeinsam holen wir die ersten beiden Stuten von der Weide. Es sind Wynja und Vösk, doch es war auch nicht wirklich einfach die beiden aufzuhalftern, deswegen waren sie die ersten. Am Stall putzen wir sie noch mal über und machen ihnen kleine Glocken an die Hufe, nur zur Sicherheit, da die Reise mehr als 10h dauert und in Dänemark eh Pause gemacht werden muss. Weiter ging es dann mit Bjama, Kría, Teigur, Halli und Ávi. Als alle Jährlinge endlich am Hof und verladefertig waren, fängt die Arbeit erst richtig an. Mithilfe von Max sortierten wir noch einmal die Papiere und übergaben sie den Fahrer. Jedes Pferd hatte seine eigene Folie in einem Ordner. Dort sind alle Unterlagen der Tiere drin, unter anderem die Bestätigung des Tierarztes, dass das Pferd gesund ist sowie dem Impfpass. Auch hatten wir extra sonder Papiere für die Überführung besorgt. Damit stand die Reise für die ersten Pferde fest.

      Vorsichtig fuhr der Transporter an und macht sich auf dem Weg richtig Schweden. In Zwei Wochen werden wir die Jährlinge wieder sehen. Sie kommen dort erst mal auf die Weide. Tyrell hat und auch noch einmal bestätigt, dass die Zäune stehen und sicher sind.

      Natürlich ist es nicht immer ganz leicht in ein anderes Land zu ziehen. Also hatten auch noch wir Rennerein, bis der nächste Transporter vor der Tür steht.

      Nun werden die nächsten Jungpferde verladen. Feuergeist, Amnesia, Milska, Hawking, Lu und Nautilus gehören zur Truppe. Diesmal gehen allerdings einige Pferde mehr mit. Der Transporter hatte noch einen Anhänger dabei, in den die beiden Jungstuten kommen. Lu, Hawking und Nautilus dürfen mit bei den großen Jungs fahren. Dort stehen Voodoo, Glanni, Litfari, Tesla, Ruvik, Illegal und Overo. Die Hengste haben alle Glocken um die Hufe, zum Schutz vor Verletzungen.

      Die letzten Tage rücken immer näher und der größte Teil unserer Kartons sind schon auf dem Weg nach Lindö. Auch sind schon so gut wie alle Pferde auf der Reise. Mademoiselle, Songbird, Milano, Fried, Ryuk und Wild sind gemeinsam auf den Weg. Der letzte Transporter hatte die Isländer bei sich. Thögn, Fönn, Snúra, Saint, Otra, Krít und Kempa waren das. Nun sind nur noch Willa, Ylfa, Snotra und Blávör noch hier am Hof. Die Vier werden wir mit nehmen, wenn wir fahren.


      Vriska

      Während die Jungs die Kartons und den ganzen Rest in die Autos bringen, stehe ich auf dem Paddock und versuche Ylfa aufzuhalftern und in den Hänger zu bringen. Da ich weiß, dass dies etwas länger werden könnte, werde ich direkt Willa mitnehmen, um der Stute mehr Sicherheit zu geben. Schon seit mehreren Wochen üben wir diese Situation, doch Ylfa hat gemerkt, dass es nun ernst ist. Nur noch drei andere Stuten sind da und das verunsichert sie sehr. Als ich die Stute nach langer Überzeugung am Halfter zum Hof führen kann, ist sie völlig schockiert, als sie den Hänger sieht. Sie versucht aus der Situation zu flüchten und steigt. Deswegen lasse ich Willa einfach los, die entspannt neben uns stehen bleibt. Daran merkt Ylfa, dass alles okay ist und schnaubt ab. Ich streichle sie beruhigend über den Hals und warte noch einen Moment, bevor wir näher an den Hänger gehen. Willa ist mittlerweile soweit, dass sie benah alleine in den Hänger geht. Ich ziehe den Strick vom Halfter ab und schicke sie hinein. Mit Ylfa in der Hand versuche ich hinter Willa die Stange zu befestigen, was sich als sehr schwierig herausstellt als gedacht. Die Stute hat offenbar panische Angst vor der Stange, also muss Willa erst mal ohne im Hänger stehen. Ich führe Ylfa noch mal vom Hänger weg und lasse sie einige Minuten grasen auf dem kargen Grasstreifen am Wegesrand.

      Nach fast einer Stunde ist es endlich geschafft. Ylfa steht entspannt im Pferdehänger und fummelt am baumelden Heunetz herum.


      Collin

      Erneut warf ich einen Blick auf die Checkliste für die Reise. Hatten wir tatsächlich an alles gedacht? Waren wir überhaupt gut genug vorbereitet für Schweden? Mir schossen unzählige Gedanken durch den Kopf, die mich mehr und mehr zum Zweifeln brachten, doch nun gab es kein zurück mehr. Die Pferde wurde allesamt in Transport LKWs verladen und erreichten unsere kleine Insel schließlich mit der Fähre. In Gedanken vertieft zählte ich die Pferde auf: “Aurelia, Morian, Fortun, Frans, FC Encantador, Sakura Blomst, Tacito il Vero, Wild Cherry, Valquiria, Xinu…” “Babe hattest du schon mit Familie Lindström Kontakt aufgenommen?”, fragte Val und riss mich aus meinem Gedankenkarussell. Erschrocken schüttelte ich den Kopf und zückte mein Handy. Familie Lindström besaß einen kleinen Hof in Mittelschweden und hatte einige Schicksalsschläge erlitten und nun mangelte es ihnen an Geld und eigentlich allem. Ich habe sie durch ihren Hengst Haldor kennengelernt, den ich für meine Zucht ins Auge gefasst hatte, doch stattdessen lernte ich ihre Familie ein und entschied sie auf unserem Hof einzuladen, da wir mehr als genug Platz hatten. Zuerst zögerten sie und versuchten das Angebot aus Scham und Höflichkeit abzulehnen, doch ich konnte sie überzeugen und schließlich verhandelten wir die letzten Angelegenheiten.


      Robin

      Um ehrlich zu sein, war ich sehr aufgeregt auf das neue Leben in Schweden und den neuen Menschen, die nun meine neue Familie werden würden. Es wird auch eine Umstellung sein, eigene Pferde zu besitzen, da ich bisher immer nur welche in Beritt hatte und somit die Verantwortung nicht auf mir lastete, dennoch freute ich mich darauf. Collin Jones, mein zukünftiger Arbeitgeber und Zuchtpartner hatte mich bereits in Deutschland mit meinen baldigen Vierbeinern vertraut gemacht. Wir beide teilten die Leidenschaft für Barockpferde, doch ich interessierte mich mehr für die “farbigen” unter ihnen, um nicht so zu sagen die Knabstrupper. So teilte er mir Tacito il Vero, Sakura Blomst und Frans zu, die nun in Schweden unter meiner Obhut stehen werden. Trotz der ganzen Aufregung freute ich mich riesig auf die neuen Möglichkeiten, die sich auf unserem Gelände und der Umgebung ergaben - ich meine hallo eine eigene kleine Insel?! (Na gut zumindest ein Teil davon)

      -to be continued-

    • Zion

      da waren 's nur noch drei
      POV: Collin
      Seitdem wir nach Schweden gezogen waren, hatte sich so vieles verändert - die Menschen, die Umgebung, die Tiere. Ich hatte die Möglichkeit Sachen aus den verschiedensten Perspektiven zu betrachten und kam so zu dem Entschluss, dass ich die Anzahl unserer Pferde drastisch sinken müsste; jedes Pferd wurde irgendwie lieblos abgefertigt und erwartete täglich so ziemlich das Selbe, was auf lange Sicht weder für den Menschen, noch das Pferd hilfreich ist. Nun war die Frage, wer den kleinen Kreis bilden würde und an unserer Seite bleiben würde: letztendlich fiel die Entscheidung auf Morian HMJ 6345, Valquiria und Fortun. Selbst die Zuchtambition hatten wir aufgegeben und sind glücklich mit der Entscheidung, da wir uns voll und ganz auf die drei Pferde konzentrieren konnten und auch die Möglichkeit hatten aus den zwei Stuten noch Nachkommen zu ziehen. Im Zuge dessen mussten wir uns auch leider von vielen Mitarbeitern trennen, die mittlerweile schon Familienmitglieder geworden waren: bei Peter und Jin viel es uns dennoch am schwersten, doch warum sollten wir Angestellte bezahlen, die nichts zu tun haben?
      to be continued
    • Wolfszeit
      [​IMG]
      09.10.2020|Wolfszeit
      Pflegekinder
      Avicii, Liliada, Mystic Fantasy Dahlia, Ases Maskwamozi, WHC' Avahni, Valquira, Fortun, Morian, ZM's Zanaro, Aldaire, Torashko, Chocolate Churro, Löwenherz, Osgiliath, Fanya HMJ 7469, Zephyr, Sasancho, WHC' Solist, Balisto, Ardehel, BS' Sowwhite, Darly Gone Mad, Lilli vom Hirschberg, Ermgravin, Aschenflug, Wo der Wolf Heult, PFS' Caillean, Delyx

      Magnus| Ich wachte auf, weil die ersten Sonnenstrahlen durchs Fenster fielen. Ich schlug die Augen auf und blicke in das friedlich schlafende Gesicht, von Alec. Seine Haut leuchtete hell im Sonnenlicht. Das Licht machte die braunen Strähnen in seinen Haaren sichtbar und betonte seine wunderschönen Wimpern. Ich lächelte und schmiegte mich wieder an ihn. Ich lauschte seinen ruhigen gleichmäßigen Atemzügen und schlief wieder ein.

      Als ich erneut aufwachte hörte ich das Alec schon unter der Dusche war. Ein Blick auf meinen Wecker verriet mir auch sogleich, dass es schon 9 Uhr war. Ich stand auf und sah aus dem Fenster. In den Schatten glitzerte schon der Raureif auf dem Gras, denn hier oben in den Bergen, dauerte es nicht lange bis der Herbst so einzog. Dennoch zwitschern auch hier schon die ersten Vögel. Alec kam nur mit einem Handtuch um die Hüften aus der Dusche und umarmte mich von hinten. “Morgen Babe”, raunte er mir ins Ohr. Seine Haut war wunderbar warm, sodass sich die Härchen auf meiner Haut aufgestellt. “Du bist so schön warm, willst du nicht noch ein wenig hier bleiben”, sagte ich genüsslich. Darauf hin murmelte er nur etwas unverständliches, bevor er sich von mir löste um sich anzuziehen. Auch ich verschwand unter der Dusche und genoss das warme Wasser auf meinem Körper. Nach dem Duschen, zog ich mich an und stylte mich, wie immer vermutlich ein wenig zu extra für den Stall.
      Im Wintergarten, war das Frühstück bereits angerichtet. Alec und Anu saßen schon bei Tisch. Ich gesellte mich zu den beiden und genoss den Ausblick auf die Hauskoppel wo die Stuten in der Morgensonne grasten. Avicii und Liliada grasten Seite an Seite in der Morgensonne. Vicii und Lila waren seit ich sie kannte unzertrennlich und bewegten sich selten unabhängig voneinander fort. Luchy hatte mal erzählt, dass die Stuten schon immer sehr oft zusammen waren. Lila wurde dann verkauft, was die Hellbraune Stute wohl recht gut verkraftete. Liliada hingegen, hatte es wohl nicht allzu gut verkraftet. Sie hörte auf zu fressen und magerte ab. Das schien ihre neue Besitzerin auch nicht groß zu stören. Statt sich um die Schwarzbraune Stute zu kümmern, kaufte sie sich ein anderes Pferd und ließ Lila allein auf einer Koppel stehen. Sie wäre vermutlich verhungert, wenn niemand sie entdeckt hätte. Eine Bekannte von Luchy erkannte die Stute und Benachrichtige Luchy. Diese hatte dann beschlossen Lila zurück zu holen. ch hatte Fotos gesehen, die hübsche Stute war wirklich nur noch der Schatten ihrer selbst gewesen. Als Lila und Avicii wieder vereint waren, wich Lila der hübschen braunen Stute nicht mehr von der Seite und wurde zu ihrem Schatten. Auch wenn Lila sich gerne mal Aufgespielt ist Avicii, das einzige Pferd was immer alles darf bei Lila. Avicii ist eine wundervolle Stute und zwar nicht nur wegen ihrer Außergewöhnlichen Färbung. Vicii ist für ein Vollblut sehr ruhig und leicht zu Händeln, sogar ein Kind könnte man ihr anvertrauen ohne das etwas passieren würde. Außerdem ist die die Stute sehr verschmust. Niemand kommt an der Stutenkoppel vorbei ohne die erdfarbene Stute zu streicheln.
      Gedankenverloren rührte ich in meinem Kaffe und beobachtete wie Vicii und Lila anfingen sich zu putzen. Anus Stute Mystic Fantasy Dahlia, war damit beschäftigt wie man das Tor öffnen könnte. Zum Glück kannten wir die schlaue Stute und hatten das Tor extra Dahlia sicher gemacht. Denn Die Stute neigt leider dazu, dass ihr schnell langweilig wird, weshalb sie auch immer Spielzeug hat. Allerdings schien der Torverschluss spannender zu sein, als ihr Joy Ball. Dieser lag nämlich unbeachtet unter dem Baum. Die letzte Stute auf der Koppel war Ases Maskwamozi mit ihrem Fohlen Ahvani. Die Appaloosastute stand bei Lila und Vicii und döste.ein wenig, Während ihr Fohlen einen Schmetterling jagte. Das kleine Stutfohlen war jetzt schon fast 4 Monate alt und brachte einiges an Leben in die kleine Herde. Der Vater des Fohlens ist nicht wie man erwarten würde ein Appaloosa oder ein Vollblut, sondern ein Isländer. Glymur ist ein hübscher Smokey Black Schecke und damit genauso ein Hingucke wie unsere Wamzi. Das Ziel der Anpaarung war ein Gangpferd zu erhalten, welches Größer als ein Isländer ist. Das hatte auch tatsächlich gut funktioniert, denn die kleine Vahni zeigt viel natürlichen Tölt.
      Nachdem ich mein Frühstück mit frischen Crossaints beendete hatte, machte ich mich zusammen mit Alec auf den Weg zu den Koppeln. Es galt nämlich nach den drei Neuankömmlingen zu schauen. Die drei Pferde kamen aus Schweden. Ihr Besitzer hat aktuell zu wenig Zeit um sich selbst um seine Pferde zu kümmern und es wird vermutlich länger so bleiben. Also hatte er Luchy um Hilfe gebeten. Da auf dem WHC nicht der Platz für drei weitere Pferde, vorhanden ist, kamen sie zu uns. Die beiden Stuten Valquiria und Fortun standen noch separiert von der Herde, damit sie sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen können. Gestern hatten die Stuten neugierig ihr neues Zuhause erkundet. Nach dem langen Flug hatten wir sie über nacht gleich auf die Koppel gelassen. Wenn man die Stuten so an sah hatten sie auch ganz gemütlich geschlafen. Denn das helle Fell der beiden hatte nun hübsche braune Matschflecken. "Die beiden sehen aus als könnten sie einen Spaziergang gebrauchen", sagte Alec und Strich der neugierigen Schimmelstute durch die Mähne. "und ein paar schicke Halfter", fügte ich hinzu. Alec verdrehte nur die Augen. Ich hatte es mir zur Aufgabe gemacht allen Pferden ein hübsches Outfit zu zuteilen. Jedes Pferd hat dadurch seine Farbe im der es perfekt zu Geltung kommt. "Was hältst du von Oliv für Vali oder doch eher Bordeaux…", überlegte ich laut. "Mach doch mal langsam, lass die beiden Schönheiten doch erstmal ankommen", sagte Alec lachenden und befestigte den Strick an Fortuns Halfter. "lass uns den Schönheiten doch erstmal den Hof zeigen". "Na gut, aber wir fahren noch die Woche bei Luchy vorbei", erwiderte ich und hakte den Strick in das Halfter des Schimmel. Vali war eine echt brave Stute.
      Wir gingen den Weg runter zum Hof. Hier und da blieb eins der Pferde stehen um sich umzusehen. Auf dem Hof war so früh noch wenig los. Anu frühstückte noch und Eva war vermutlich noch nicht einmal Aufgestanden. Nur Basti war schon unterwegs frisches Heu und Wasser auf die Koppeln bringen. Es würde nicht mehr allzulange dauern, bis die meisten Pferde die Nacht im Stall verbringen. Denn hier in Kanada wurde es richtig kalt. Nicht wie in New York wo es selten unter die Null Grad fällt. Hier sind auch Tagsüber teilweise Temperaturen unter - 20 Grad zu erwarten. Und es wird nicht mehr lange dauern bis die Temperaturen hier nachts unter 0 Grad fallen.
      Wir waren inzwischen einmal um den Hof spazieren und wieder an den Stallungen angekommen. Vali hatte sich vorbildlich benommen. Fortun hatte sich zweimal Grundlos erschrocken, hat sich aber gut Händen lassen. "Lass und die beiden noch ein wenig putzen, bevor sie wieder auf die Koppel kommen", sagte ich zu Alec. Da die beiden noch kein eigenes Putzzeug hatten holte ich das von Churro und Aldaire. "Die zwei haben noch ganz schön wenig Winterfell. Ich fürchte wir müssen die bald eindecken, das Klima hier ist nicht ganz so mild wie in Schweden", stellte Alex fest. Ich hatte derweil einige Mühe den Matsch aus dem grauen Fell der Stute zu bürsten.
      Sauber und entspannt ging es für die beiden zurück auf die Weide.
      Alec wolle als nächstes zu unserem Frisch gekört en Hengst ZM' Zanaro. Ich hingegen wollte zu Aldaire. Der Berberhengst hatte, laut Alec zu viel Weidebauch und ich hatte ein Abspeckprogramm bekommen.
      Heute stand ein längerer Ausritt an. Ich ging an die Koppel und als ich das Tor öffnete kam Daire auch schon an getrottet. Ich hängte den Strick in seinem Halfter ein und ging mit dem Hengst zum Putzplatz, wo er wie immer erstmal einen halben Apfel bekam,bevor ich begann sein von der Sonne erwärmtes Fell zu bürsten. Der Hengst verlor ganz schön viele Haare, das war der Nachteil am Fellwechsel. Allerdings hatte der Hengst schon ganz schön viel Plüsch bekommen. Nachdem der Hengst Staub und Haarfrei war holte ich den Fellsattel und Blosal und legte es dem Hengst an. Danach begab ich mich von der Aufsteighilfe aus auf seinen Rücken. Heute war ein schöner Sonniger Spätsommertag. Aldaire schlug von allein den Weg zum Fluss ein und ich ließ den Hengst laufen. Im gemütlich Trab lief der Braune den Waldweg entlang. Das Hufgeklapper wurde begleiten von ein paar Vögel die ihre Lieder sangen.
      Am Fluss wurde der Berber langsamer und fiel in den Schritt um vorsichtig die Böschung hinunter zu klettern. Laut prustend stieg der Hengst ins Knietiefe Wasser und eine Ente flog empört schnattert hinfort. Fröhlich planschte Aldaire im Wasser. "Genieß es nochmal, bevor es richtig klat wird mein Dicker", sagte ich zu dem Hengst und tätschelte seinen Hals. Nachdem ich und der Hengst nass genug waren trieb ich ihn an und brav kletterte er die Böschung wieder hoch. Ich lenkte den Weg den Waldweg entlang Richtung Galoppwiese.
      Auf dem Weg dorthin kamen mir Eva und Fanya HMJ 7499 engegegen. Beide waren von oben bis unten gesprenkelt. “In welches Matschloch seit ihr denn gefallen?”, fragte ich Eva. “Wir sind die Geländestrecke geritten und oben im Wald ist es so nass, dass es da extrem Matschig ist”. Ich unterhielt mich noch kurz mit Eve bevor ein Specht der sich lautstark beschwerte unser Gespräch beendete. Als der Berber die Wiese erblickte stellte er die Ohren auf und wartete auf das Signal zum los laufen. Im Schritt betrat ich die Wiese. "Na los großer hab deinen Spaß", das ließ sich der Hengst nicht zweimal sagen und starte direkt in den Galopp. Der Wind strich mir kalt durchs Gesicht und riss schon die ersten Blätter von den Bäumen. Am Waldrand parierte ich Aldaire durch und schlug den Weg zurück zum Hof ein. Nach Insgesamt 2 Stunden war ich mit Aldaire wieder am Hof angekommen.
      Alec war scheinbar inzwischen mit Zany fertig, denn Chocolate Churro stand auf dem Putzplatz und döste. Allister hatte gerade Torashko angespannt um mit ihm das Futter abzuholen. Es war zwar nicht nötig, dass mit der Kutsche zu machen, doch Allister, bestand meistens darauf, seinen Tory anzuspannen und es selbst zu holen. Der alte Mann genoss die Zeit mit seinem Pferd und auch Torashko war nach solch einem Tripp noch gelassener als Sonst. Ich ritt zum Putzplatz, wo nun auch Anu mit Löwenherz stand. Sie wollte den Tinker heute zum ersten mal selbst reiten. Bisher hatte sie entweder vom Boden gearbeitet oder die Nichte von Allister ritt ihn. Der kleine Tinker hat leider große Probleme Vertrauen zu Erwachsen aufzubauen, doch ist ein Kind in seiner Nähe ist er wie ausgewechselt.
      Ich sattelten Aldaire ab und brachte ihn zurück zur Koppel. Osgiliath warte schon in etwas Entfernung und beobachtet misstrauisch das Geschehen. Ich kraulte meinen Berberhengst noch ein wenig, bevor er beschloss das es genug war. Auf dem Rückweg blieb ich an der Koppel mit den anderen Neuankömmlingen stehen. Der eine war Zephyr. Der Gidranhengst war jetzt seit knapp 3 Wochen bei uns. Der Fuchs ist wendig und schnell, aber weil er sehr sensibel ist haben wir ihn noch nicht mit in die große Hengstherde integriert. Er hat nur Sasancho als Gesellschaft bekommen. Der große Holsteiner ist neben Tory der entspannteste Hengst auf dem Hof.
      Obwohl noch keiner Zephyr geritten war, war schon zu erahnen woher er seinen Namen hatte. Der Dunkelfuchs ist unglaublich schnell und wendig. Der zweite Neuankömmling ist Morian. Der Hengst der von seinem Besitzer liebevoll Kürbis genannt wird ist kein ganz unbekannter. Er ist nämlich eines der Pferde aus dem HMJ vom letzten Jahr. Doch nun war der Hengst kaum wieder zu erkennen. Er war kräftig und gut im Futter. Sein rotes Fell ist nicht mehr so matt, sonder es ist seidig und glatt. Dazu glänzt es mit einem leichten goldenen Unterton in der Sonne. Ich beobachte wie der Friedrichsborger neugierig seine Nase über den Zaun strecke. Auf der andern Seite des Zaunes standen die Jährlinge Solist und Balisto und beäugten den Fuchs neugierig. Solist trat einen Schritt vor und beschnupperte den großen Hengst. Solist spielt sich ein wenig auf und quietscht auf. Zephyr nahm das zum Anlass durch zu starten. Sancho schloss sich an und als die beiden an Morian vorbeiflitzen war auch diese nicht mehr zu halten. Freudensprünge machen galoppierte er den anderen beiden hinterher. Während er mit dem Holsteiner noch ganz gut mithalten konnte hatte er gegen Phyri keine Chance.
      Die beiden Jährlinge hatten nun begonnen zu spielen, wobei Solist im Vorteil war weil man Balisto super an seiner langen Mähne ziehen konnte.
      Ich hatte den Hengsten lang genug zugeschaut und machte mich auf den Weg zu den Minis. Ich wollte heute Ardehel und Little Snowwhite anspannen. Auch wenn die Stuten charakterlich sehr unterschiedlich waren, gaben sie ein gutes Gespann ab. Snowy wiehert mir schon zu als sie mich entdeckte. "Na süße hast du Lust ein bisschen was zu arbeiten?", begrüßte ich die Stute und strich ihr über die weichen Nüstern, bevor ich die Halfter der Stuten holte. Ich Band beide am Putzplatz an und begann sie zu putzen. Zum Glück waren die beiden Stuten recht sauber, sodass ich nur den Staub aus dem Fell bürsten musste. Dann schirrte ich die Ponys an und ging mit ihnen auf den großen Platz. Dort machte ich nach dem warmlaufen ein paar Dressurlektionen, bevor ich zum Abschluss noch eine kurze Runde ins Gelände ging.

      Ich hatte die Ponys Fertig versorgt und stand nun neugierig am Zaun des Reitplatzes, denn Alec wollte nun Zephyr reiten. Anu drehte schon mit Redneck ihre Runden. Wobei der zweite Name des Hengstes deutlich besser passte, Daryl Gone Mad. Luchy hatte mir erzählt, dass sie den Hengst vom Tierschutz übernahm. Er ließ sich nicht anfassen und trat um sich sobald man ihm zu nahe kam. Ursprünglich war der Vollbluthengst ein Rennpferd gewesen. Wegen einer eher enttäuschend Gewinnquote wurde er offiziell aus dem Sport genommen. Was danach mit ihm geschah ist ungewiss. Daryl landete dann als Tierschutzfall bei Luchy und ging danach an eine erfahrene Trainerin. Dort wurde der Hengst wieder liebevoll zu einem Reitpferd umgeschult. Er lebte dann noch einige Zeit auf der Gips Reminder Ranch, bevor er zu uns kam. Da der Hengst durch seine Vergangenheit nur schwer Vertauen fasst, lag das bisherige Ziel bei uns sein Vertrauen zu gewinnen und ihn aufzutrainieren. Vor kurzem hatte Anu sein Talent zum Springen entdeckt und beginnt ihn nun schritt für schritt daran heranzuführen. Auch wenn Daryl kein reines Nervenbündel mehr ist, ist er dennoch mit vorsicht zu genießen, weil unsicherheit sich häufig in aggression bei ihm äußert.
      Alec hatte nun mit Zephyr den Platz betreten. Der Dunkelfuch drehte seine Ohren in alle Richtungen und schaute mit großen Augen und aufgepusteten Nüstern in die Gegend. “Magnus kannst du ihn mal kurz festhalten?”, rief er mir zu. Ich ging zu ihm auf den Platz und hielt Phyri, während Alec nachgurtet. Nachdem ich ihm gegengehalten hatte ging ich zurück und setzte mich auf den Zaun. Der Dunkelfuchs war zwar noch etwas guckig, aber das legte sich nach einigen Runden. Mit jeder Runde wurde der Fuchs lockerer und begann ab zu schnauben. Als Alec antrabte begann der Hengst sich rauszuheben. Der Hengst wirkte unausbalanciert, was sich auch im Galopp zeigte. Während Alec noch ein wenig ritt ging ich zu den Koppeln und wollte die Pferde ablichten.
      Mit Kamera im Gepäck ging ich zuerst zu den Stuten. Auf der ersten Koppel standen Fortun und Vali. Die Schimmelstute kam neugierig auf mich zu , was sich wunderbar als Fotomotiv machte. Fortun war ein wenig zurückhaltender und beobachtete mich lieber auf etwas Abstand. Ich saß noch eine ganze Weile auf der Koppel und es entstanden einige hübsche Fotos von den Stuten. Auf der nächsten Koppel wollte ich vor allem Ahvani fotografieren. Das kleine Fohlen hatte sich bisher wunderbar entwickelt und war genauso wie ihre Eltern wunderschön. Es war erstaunlich wie groß sie inzwischen geworden war.
      Auf der letzte Stutenkoppel standen Lilli und Fanya grasend zusammen. Lilli ist inzwischen wunderbar bemuskelt und kaum noch vergleichbar mit dem Pferd was Alec anfangs vorgefunden hatte. Ihre lange Mähne ist inzwischen gepflegt und auch nicht mehr so dünn und zerrupft wie damals. Doch auch Gräfin hat sich gemacht. Sie hat an Masse zugelegt Un ihr Fell glänzte Seidig. Gräfin begann freudig über die Wiese zu rennen und stecke die anderen beiden an. Ich genoss den Anblick von Fanya vor einem Jahr war kuam denkbar gewesen, dass sie mal so viel Lebensfreude ausstrahlen wird.
      Die letzten Models für heute, waren dann noch Wolf, Aschenflug, Delyx und Caillean. Die Hengste boten sich heute leider nicht so schön an, weshalb ich relativ schnell aufgab.
      Die Bilder von Morigan, Fortun und Vali würde ich ihrem Besitzer schicken. Sicher freut er sich wenn er sieht, dass es seinen Pferden gut geht. Ich bin schon sher neugierig auf den Vergleich in ein paar Monaten. Aufgrund des Zeitmangels waren die drei Pferde wohl etwas aus dem Training, was man ihnen auch ansah. Aber mit ein wenig Training werden auch diese drei wieder gut bemuskelt sein.
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    • Wolfszeit

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      25.12.2020|Wolfszeit
      Wintertime
      Lilli vom Hirschberg, Balisto, BS’Little Snowwhite, PFS’ Caillean, Ardehel, Delyx, Torashko, Löwenherz, Fortun, Valquira, Morian HMJ 6345, Liliada, Avicii, Ases Maskwamozi, WHC’Avahni, Chocolate Churro, Aldaire, Fanya HMJ 7469

      Als ich heute aufwachte, konnte ich ein paar Schneeflocken am Fenster vorbeischweben sehen. Hier in den Bergen lag schon lange dick Schnee und die Pferde waren alle zu flauschigen Teddybären geworden, wobei Lilli und ihr Sohn Balisto mit Abstand am meisten Fell hatten. Hier lag sogar so viel Schnee, dass die Minnis schon bis zu Brust darin versanken. Gerade Snowwhite, die die kleinste von den Vieren ist, ähnelt häufig einem Schneepflug. Heute sah der Schnee besonders schön aus, den alle Spuren waren zugeschneit. Auch der große Tannenbaum auf dem Hof sah wunderschön aus mit seinen bunten Lichtern. Weil es so schön aussah, zog ich mich an und beschloss noch vor dem Frühstück einen Spaziergang über den Hof zu machen. Ich ging zuerst zum Stall, denn die meisten Voll- und Warmblüter, wie auch die Minis verbrachten die kalten Nächte im warmen Stall, da die meisten von ihren entweder wenig Winterfell bekamen oder geschoren waren. Dennoch hatten sie alle einen Paddock, weshalb sie auch alle mindestens eine Regendecke trugen. Von weitem konnte ich schon sehen, dass die einzigen beiden die auf ihrem Paddock waren, die beiden Kaltblutwallache waren. Tory, der große, schwarze Tinkermix döste ein wenig und der Schnee blieb überall auf ihm liegen. Gerade seine verschneite Mähne sah sehr hübsch aus. Löwenherz hingegen stand an seinem Heunetzt und fütterte gemütlich. “Na ihr zwei. Euch kann das Wetter wohl nichts”, begrüßte ich die beiden. Als ich anfing nach ein Leckerli zu suchen, kam auch Balisto mit gespitzten Ohren aus seiner Box getrottet. Der kleine Hengst war inzwischen ganz schön groß geworden. “Na komm her kleiner”, Balisto kam an den Zaun und nahm mir sanft das Leckerli mit seinen haarigen Lippen ab. Die Tinker hatte jetzt im Winter alle einen niedlichen Schubart bekommen. Ich betrat den Stall und wurde gleich mit einem freundlichen Grummeln von Fortun und Valquira begrüßt. Die beiden Stuten waren zurzeit als Gastpferde auf dem Hof, da ihr Besitzer aktuell nicht so viel Zeit für sie hatte. In den Zwei Monaten, in denen die drei Pferde inzwischen, da waren, hatten sie schon wieder ordentlich an Muskeln aufgebaut und machten ihrer Rasse inzwischen wieder alle Ehre. Da ich wusste, dass einige von unseren Pferden Schnee über alles liebten, beschloss ich sogleich die Pferde auf die Koppel zu bringen. Somit nahm ich zuerst Liliada und Avicii. Kaum auf der Koppel angekommen, begann Lila nervös zu werden und wollte um bedingt los. Also machte ich sie los und ließ auch Avicii gleich hinterher. Lila liebte Schnee über alles. Augenblicklich begann sie durch die Gegend zu bocken. Avicii hingegen wollte sich lieber wälze und stapfte Nase voran durch den kniehohen Schnee, auf der Suche nach einer passenden Stelle. Während die beiden Vollblüter schon mal ihren Spaß hatten, holte ich Wamzi und ihr Fohlen. Die inzwischen gar nicht mehr so kleine Avahni hüpfte fröhlich hinter ihrer Mama her und versucht die Schneeflocken zu fressen. Ases hingegen blieb entspannt und machte sich auf der Koppel lieber auf die Suche nach etwas zu fressen. Avicii hatte sich inzwischen gründlich gewälzt und bockte nun gemeinsam mit Lila durch die Gegend. Nach und nach brachte ich auch noch die anderen Boxenpferde auf die Koppel. Danach ging ich noch zu den Ausläufen um auch Churro, Aldaire, Lilli, Fanya und Gräfin die Koppel zu öffnen. Gräfin war ähnlich, wie Lila ein Pferd was total vernarrt in Schnee war. Lilli hingegen begann lieber den Schnee vom Geländer zu fressen.
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  • Album:
    LDS - Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Zion
    Datum:
    26 Sep. 2019
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  • Fortun

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    Abstammung

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    Von unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt


    Aus der unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt


    Exterieur

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    Stute

    *Mai 2011
    Rasse: Knappstrpper
    Stockmaß: 161cm
    Deckhaar: Tigerschecke (Fuchstiger)
    Abzeichen:


    Beschreibung

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Charaktereigenschaften:

    Ausgeglichen ●●●● Unausgeglichen

    Aufmerksam ●●●● Unaufmerksam

    Intelligent ●●●● Unintelligent

    Sozial ●●●● Unsozial

    Begabt ●●●● Unbegabt

    Ruhig●● Nervös

    Loyal ●●●● Untreu

    Gutmütig ●●●● aufgeregt

    Nervenstark ●●●● Scheu

    Temperamentvoll ●●●● Faul

    This horse is a Pet: Do you have to go now? It's so nice being groomed. Ohhh yeah! Right there, yes yes yes! Oh, how it loves a good belly scratch ... It is mouthy, it likes to nip and nibble...preferably on human clothes or skin. I'm always up in your business, whether you're cleaning my stall or my coat, whatcha doin'? Hmmmmm?
    Cookie ist eine ganz besondere Stute, manchmal ein Dressurcrack, manchmal ein Clown (okay meistens ein Clown), dennoch ist sie stehts bemüht den Menschen zu gefallen.


    Besitzer: Zion (Valeria Martens)

    VKR/Ersteller: Flair

    im Besitz seit: September 2019

    Kaufpreis: x


    Qualifizierungen

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯


    Dressur E

    Western E

    Springen E

    Military E

    Galopprennen E

    Distanz E



    Erfolge
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

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    518. Westernturnier | 529. Westernturnier


    Zuchtverband

    -



    Zucht

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    Schleife

    HK/SK


    Gencode: --

    Zur Zucht zugelassen: Nein

    Eingetragene Zucht: --


    Nachkommen

    -


    Gesundheit

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt

    gechippt [] zuletzt kontrolliert []


    Gesamteindruck: fit

    Aktue Krankheit/en: x

    Chronische Krankheit/en: x

    Erbkrankheit/en: x


    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt

    Ausgeschnitten/Korrigiert:

    Hufbeschaffenheit: robust, fest

    Hufkrankheit/en: x


    Beschlag vorne: x

    Beschlag hinten: x


    Zubehör

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    PNG | Puzzle PNG| JPG

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