sadasha

Focus | TRAK - Friese

Focus | TRAK - Friese
sadasha, 25 Feb. 2019
Ezi und Muemmi gefällt das.
    • sadasha
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      20. Juni 2017 | 20029 Zeichen von adoptedfox
      Pferdepflege von Landsberg

      Tag 1
      Ich brauche ganz dringend Zeit für mich stellte ich fest als ich mit müden Augen in das kleine Badezimmer meines Hotelzimmers ging. Am Abend zuvor war ich, nachdem meine Pferde versorgt waren, noch zum Flughafen gefahren um ein Last-Minute-Ticket nach Deutschland zu buchen. Mein Weg führte mich nach Caenheide im beschaulichen Nordrhein-Westfalen. Nachdem ich mich angezogen hatte verließ ich das Hotel und ging zu meinem Mietwagen. Ich stieg in den Wagen und gab die Adresse in das Navigationssystem ein. Glücklicherweise war mein Hotel nur zirka 25 Minuten vom Hof entfernt und da der Hof in einem Landschaftsschutzgebiet lag konnte ich die Fahrt dorthin genießen. Als ich den Hof erreichte stellte ich den Wagen auf dem Parkplatz ab und begab mich in den Stall. Ich begrüßte die Pferde und stellte fest, dass mir ein paar nicht unbekannt waren. Da es noch früh am Morgen war begann ich damit die Pferde zu füttern. Während die Pferde fraßen ging ich mit einer Schubkarre hinüber auf die Weiden und sammelte Pferdemist. Gleichzeitig kontrollierte ich die Zäune, konnte aber keine Beschädigungen feststellen. Ich wollte den heutigen Tag nutzen um mich den Fohlen zu widmen und begann mit Focus. Der schöne Braunschecke wirkte gelangweilt als ich an seine Box trat. Ich ging in die Box und hielt Focus meine Hand hin damit er mich kennenlernen konnte. Neugierig schob er sein kleines Maul über meine Handfläche als würde er etwas suchen. Mit meiner anderen Hand strich ich langsam über seinen Hals und bewegte sie in kreisenden Bewegungen in Richtung Rücken. Die Berührungen schienen ihm nichts auszumachen. Ich ging zur Boxentür und griff nach dem kleinen Halfter welches beim öffnen der Tür auf den Boden fiel. Behutsam legte ich den offenen Genickriemen über seinen Hals und zog ihm das Halfter auf. Bevor ich es schloss verharrte ich einen Moment. Ich lobte Focus ausgiebig als das Halfter geschlossen war und führte ihn an die Boxentür damit ich eine weiche Bürste aus der Putzbox nehmen konnte. Sanft strich ich über sein weiches Fohlenfell und entfernte so Staub und lose Haare. Um Focus nicht zu überfordern beendete ich die Trainingseinheit, ging aus der Box und verschloss diese. Ich würde die Fohlen erst später auf die Weide bringen. Neben Focus' Box schob Skittles bereits ihr Maul durch die Stangen und suchte meine Aufmerksamkeit. Ich öffnete die Boxentür und begrüßte das freundliche Stutfohlen. Während ich mit meinen Händen über ihren zierlichen Körper fuhr um sie an Berührungen zu gewöhnen ließ sie den Kopf hängen und fand offensichtlich gefallen an der Massage. Während ich zur Boxentür ging um das Halfter von der Halterung zu nehmen sprach ich beruhigend mit dem jungen Fohlen. Auch bei Skittles legte ich zuerst den Genickriemen um den Hals bevor ich das Halfter auf ihren Kopf zog. "Prima! Du bist ja eine ganz kluge!" lobte ich sie als das Halfter geschlossen war. Skittles schüttelte kurz ihren Kopf, schien aber kein Unwohlsein zu empfinden. Ich nahm die Bürste, die ich zuvor in den Trog ihrer Box gelegt hatte und strich in sanften, kreisenden Bewegungen über ihr weiches Fell. Zufrieden lobte ich Skittles und ging für einen kurzen Moment aus ihrer Box um einen Führstrick zu holen. Ich hängte den Strick in ihr Halfter und führte sie aus der Box. Das Focus neugierig an die Boxentür trat war ein Vorteil für mich, denn so konnte ich die Tür öffnen und den zweiten Strick in sein Halfter hängen. Mit einem Fohlen in der linken- und einem in der rechten Hand ging ich zu einer der großen Weiden und entließ sie für den heutigen Tag. Ungestüm galoppierten die beiden davon. Ich ging zurück in die Stallgasse und wand mich Phoebe zu. Das junge Stutfohlen war mir nicht unbekannt und ich begrüßte sie mit einem Leckerchen. Ich zog Phoebe das Halfter an und führte sie hinaus in die Stallgasse wo ich sie vor ihrer Box fest band. Ich nahm eine Bürste aus der Putzkiste und begann ihr kurzes Fell zu bürsten um es von Staub und Schmutz zu befreien. Da Phoebe mit dem Hufe geben noch unsicher war steckte ich den Hufkratzer in meine Hosentasche und beschloss mit ihr zu üben. Behutsam strich ich mit meinen Händen ihre Beine entlang und nahm den Huf für ein paar Sekunden hoch. Ein paar Mal entzug sie mir den Huf, doch das war in Ordnung. Beruhigend sprach ich mit Phoebe während ich den Huf hielt und mit der Bürste des Hufkratzers säuberte. Als alle 4 Hufe sauber waren lobte ich sie ausgiebig. Ich löste den Knoten im Strick und führte Phoebe über den Hof zu den Weiden um sie zu den anderen beiden zu bringen. Nun wand ich mich Stracciatella zu. Ich begrüßte die junge Stute ausgiebig nachdem ich die Box betreten hatte. "Na hast du Lust etwas zu lernen?" fragte ich sie und kraulte der jungen Stute die Stirn. Ich hatte das Halfter bereits mit in die Box genommen und lies Stracciatella nun daran schnuppern. Ich öffnete das Halfter und legte den Genickriemen sanft auf ihren Hals auf. Vorsichtig zog ich ihr das Halfter an und streichelte der Stute beruhigend den Hals. Stracciatella wirkte erst unsicher, fand aber gefallen am klappern wenn sie den Kopf schüttelte. Der Anblick war amüsant und ich konnte mir ein lachen nicht verkneifen. Ich hängte den Strick in das Halfter ein und führte sie aus der Box. In der Stallgasse band ich sie fest und griff nach der Bürste um die junge Stute zu putzen. Da auch für Stracciatella das Hufe geben unbekannt war, ging ich mit viel Ruhe vor und wurde überrascht. Stracciatella hatte überhaupt kein Problem mit dem Hufe geben und so konnte ich auch die Hufe auskratzen. Stolz lobte ich sie und schob ihr ein Leckerchen zwischen ihre weichen Lippen. Während sie es genüsslich zerkaute löste ich den Strick und ging mit Stracciatella zu den Weiden, wo ich sie zu ihren Freunden entließ. Mit den letzten beiden Fohlen plante ich einen Spaziergang zu unternehmen um die Gegend kennenzulernen. Ich ging in die Box von Leveneza, zog ihr das Halfter an und führte sie hinaus in die Stallgasse wo ich sie vor ihrer Box fest band. Ich holte einen Striegel und eine Bürste aus der Putzbox und begann Leveneza zu putzen. Mit den Fingern zog ich lose Strohhalme aus dem Schweif und der Mähne. Ich kratzte die Hufe der Stute aus und ließ sie in der Stallgasse angebunden stehen um mich ihrer Boxennachbarin Ases Maskwamozi zuzuwenden. Nachdem ich ihr das Halfter angezogen hatte führte ich sie neben Leveneza in die Stallgasse und band sie an der Boxentür fest. Ich klopfte den Striegel, den ich gerade noch für Leveneza verwendet hatte, auf dem Boden aus damit ich Ases Maskwamozi putzen konnte. Mit dem Hufkratzer säuberte ich ihre Hufe und auch bei ihrem Langhaar benötigte ich keinen Kamm. Ich fuhr mit meinen Fingern durch die feinen Haare um so Knötchen zu lösen. Nun, da beide Fohlen geputzt vor mir standen räumte ich die Putzbox zusammen Ich öffnete die Knoten der Führstricke und ging dann mit beiden Fohlen hinaus in den Hof. Die Natur der Caenheide wirkte unheimlich beruhigend und ich freute mich auf den Spaziergang. Wir wählten einen schmalen Schotterpfad der zwischen zwei Feldern durch führte. Ases Maskwamozi und Leveneza liefen brav neben mir her und hin und wieder schaffte Levenza es ein Büschel Gras zu erhaschen. An einer Weggabelung gingen wir nach rechts und wir hatten eine gute Wahl getroffen, da wir dem Hof entgegen liefen. Ich brachte die beiden Fohlen zu ihren Freunden auf die Weide und ging in die Stallgasse wo ich damit begann die Boxen auszumisten. Ich fegte die Boxen leer und wusch die Tränken aus. Nachbdem ich die Schubkarre auf dem Misthaufen ausgeleert hatte lehnte ich sie gegen die Stallmauer und löste ein paar Lagen vom Strohballen ab um sie in den Boxen aufzuschütteln. Als die Boxen fertig eingestreut waren kehrte ich die Stallgasse sauber und bereitete das Futter für die Fohlen zu. Ich sah auf die Uhr. Der Tag verging wie im Flug und ich nahm mir vor, für heute Ruhe walten zu lassen. Zurück im Hotel ging ich sofort ins Bett.

      Tag 2
      Heute war ich etwas früher auf den Beinen und nutzte die Zeit um in einem kleinen Café zu halten. Ich wählte einen Coffee-to-Go, das war für die Fahrt das einfachste. Ich parkte den Wagen und trank den letzten Schluck aus meinem Kaffeebecher bevor ich ausstieg und mich an die Arbeit machte. Heute würde ich mich den Pferden widmen. Auf dem Weg in das Stallgebäude stellte ich fest das die Fohlen gestern noch in die Boxen gebracht wurden. Das war in Ordnung und mit den Besitzern der Caenheide besprochen. Ich wandte mich dem ersten Pferd im Stalltrakt zu, Ostid OC. Der schöne Hengst klopfte mit dem Huf gegen die Boxentür und wirkte unruhig. Ich sprach beruhigend auf ihn ein und öffnete die Boxentür um ihm das Halfter überzuziehen. Ich führte ihn hinaus in die Stallgasse und band ihn an. Ich ließ ihn für einen Moment allein und holte die Putzbox aus der Sattelkammer. Mit langen Zügen striegelte ich sein Fell um es von Staub und Schmutz zu befreien. Ich nahm den Mähnenkamm aus der Putzbox und legte Striegel und Bürste wieder hinein. Sorgfältig kämmte ich Mähne und Schweif des Fuchses und kratzte anschließend seine Hufe aus. Ich ging in die Sattelkammer und holte eine der Longen. Zurück bei Ostid hängte ich die Longe in das Halfter ein und löste den Strick. Ich führte den Fuchs auf den großen Sandplatz und führte ihn in den Zirkel. Im Schritt zog er seine Runden, ein Ohr stets auf mich gerichtet. Ich schnalzte mit der Zunge und Ostid fiel in einen lockeren Trab. Er arbeitete fleißig an der Longe und auch die Handwechsel bereiteten ihm keine Probleme so das ich ihn im Galopp noch ein paar Runden auspowern lies. Ich parierte den Hengst durch und holte ihn zu mir. Lobend klopfte ich seinen Hals und brachte ihn direkt auf die Weide wo er sich nun entspannen konnte. Zurück im Stall ging ich zur Box von S'Cada. Ich begrüßte die Stute ausgiebig und zog ihr das Halfter an. Den Strick hatte ich bereits eingehängt und konnte sie so direkt in die Stallgasse bringen wo ich sie vor Ihrer Box fest machte. Ich nahm einen Striegel und eine Bürste aus der Putbox und begann das Fell der Stute zu putzen. Sorgfältig bürstete ich ihr dunkles Fell und legte Striegel und Bürste zurück in die Putzbox um mir einen Mähnenkamm zu nehmen. Ich kämmte die kurze Mähne und fuhr mit meinen Fingern durch den Schweif, bevor ich diesen ebenfalls kämmte. Nachdem auch die Hufe ausgekratzt waren zog ich mein Telefon aus der Hosentasche um mir die Beschreibungen der Pferde anzusehen. Ich hatte vor mir S'Cada spazieren zu gehen und wollte ein zweites Pferd mitnehmen. Damit es nicht zu Streitigkeiten kam fiel meine Wahl auf Estrada Dourada. Die champagnerfarbene Stute stand gegenüber von S'Cada in ihrer Box. Ich begrüßte die Stute durch die Boxenstangen, nahm das Halfter vom Sattelhalter und ging hinein. Brav ließ sie sich das Halfter anziehen und folgte mir hinaus in die Stallgasse. Ich band sie etwas versetzt an und begann sie zu putzen. In langen Zügen striegelte ich ihr Fell und hatte mit einer Stelle ganz besonders zu kämpfen. Estrada Dourada hatte sich über Nacht in ihre Hinterlassenschaften gelegt, doch zum Glück waren die Stellen bereits getrocknet und konnten mit etwas Druck ausgebürstet werden. Ich kämmte ihre Mähne und ihren Schweif und kratzte sorgsam ihre Hufe aus. Nun, da beide Pferde geputzt vor mir standen räumte ich die Putzutensilien auf die Seite und löste die Stricke. Mit beiden Pferden verließ ich die Stallgasse und nahm mir vor den gleichen Weg zu gehen, wie bereits am Tag zuvor mit den Fohlen. Das Wetter war heute zugezogen und ich hoffte inständig das es nicht zu regnen beginnen würde. Doch das Wetter hielt sich und die Stuten nahmen aufmerksam ihre Umgebung auf. Bevor wir zum Hof zurück gingen hielt ich mit beiden Stuten auf einer Wiese und lies sie etwas grasen. Der Weg zurück zum Hof verlief unspektakulär und ich brachte die beiden auf eine Weide. Die Stricke legte ich ins Gras nahe des Tors. Ich ging zurück zum Stall und wandte mich Fix the Flame zu. Nachdem ich die schöne Stute begrüßt hatte zog ich ihr das Halfter an und führte sie aus ihrer Box in die Stallgasse. Ich band die Stute vor ihrer Box an und griff in die Putzbox um Striegel und Bürste in die Hände zu nehmen. In langen Zügen putzte ich das rotbraune Fell der Stute und wandte mich ihrem Langhaar zu. Sorgfältig kämmte ich die Mähne. Bevor ich den Schweif kämmte zog ich "gesammelte" Strohhalme heraus und löste Knötchen. Als ich auch die Hufe der Stute ausgekratzt hatte ging ich zur Box von Senda Oscura. Neugierig trat sie an die Boxentür als ich diese öffnete und sie begrüßte. Ich nahm das Halfter vom Sattelhalter und zog es der dunklen Rappstute an. Noch bevor ich sie aus der Box führen konnte schob sie sich bereits an mir vorbei. "Hier geblieben!" mahnte ich sie und band sie vor ihrer Box an. Sie wirkte aufgeregt und blieb kaum ruhig stehen. Ich beeilte mich damit sie zu putzen und hatte gerade mit den Hufen einiges zu tun. Entweder sie verlagerte ihr Gewicht so sehr auf das Bein, welches ich hielt, das es mir unmöglich war sie zu halten oder sie entzog mir den Huf. Als ich endlich den letzten Huf ausgekratzt hatte strich ich mit dem Handrücken über die Stirn. Hoffentlich würde sie beim Spaziergang ruhiger werden! Ich löste zuerst den Strick von Senda Oscura und dann von Fix the Flame. Mit den beiden Stuten verließ ich die Stallgasse und ging hinaus in den Hof. Da es hinter dem Hof ein kleines Waldstück gab entschied ich mich für diesen Weg in der Hoffnung, dass Senda Oscura entspannter werden würde. Wir folgten dem schmalen Schotterweg der in den Wald führte und als hätte Senda meine Gedanken gehört, entspannte sie sich zusehends. Im Wald war es kühl und leider trieben ein paar Mücken ihr Unwesen. Nach einer entspannenden Runde im Wald schlugen wir den Weg in Richtung der Caenheide ein. Auf dem Hof angekommen brachte ich die beiden auf die Weide zu den anderen Stuten. Ich ging zurück in den Stall und widmete mich Ghost Merchant. Der Porzellanschecke stand ruhig in seiner Box. Ich öffnete die Boxentür und begrüßte den schönen Wallach bevor ich ihm das Halfter über zog und ihn in die Stallgasse führte. Ich band den Hengst vor seiner Box an und begann damit ihn zu putzen. Ghost Merchant war ein sauberer Hengst der es auch in seiner Box vor zog seine Hinterlassenschaften in eine Ecke zu platzieren. Demnach hatte sein helles Fell auch keine unansehlichen Flecken. Nachdem ich auch die Hufe ausgekratzt hatte ging zur Box von Ostid wo ich die Longe über den Sattelhalter gehängt hatte. Ich hängte die Longe in das Halfter von Ghost und führte ihn hinaus auf den Reitplatz. Von allein ging er auf den Zirkel und ich ließ ihn ein paar Runden im Schritt warm werden. Er arbeitete fleißig mit und setzte die Kommandos, die man ihm gab, gewissenhaft um. Nach ein paar Hand- und Geschwindigkeitswechseln parierte ich den Hengst durch und holte ihn zu mir. Ich lobte ihn ausgiebig und schob ihm ein Leckerchen zu. Ich führte Gost Merchant vom Reitplatz zur Nordweide wo er sich nun entspannen konnte. Bevor ich zurück in den Stall ging machte ich eine kleine Pause und ging zu meinem Wagen um mir einen Schluck aus der Wasserflasche zu genehmigen. Der Blick auf mein Telefon war ernüchternd. Keine verpassten Anrufe, keine Nachrichten. Ich entschied mein Telefon im Wagen zu lassen, trank noch einen großen Schluck und ging wieder zu den Pferden in den Stall. Ich ging zur Box von Morgane und öffnete die Tür. "Na Morgane? Wie gehts Dir denn?" fragte ich die Stute und hielt ihr die Hand zur Begrüßung hin. Die wirkte wenig begeistert das ich in ihrer Box stand, deswegen wollte ich mich mit Vorsicht nähern. In kreisenden Bewegungen streichelte ich ihren Hals und zog ihr das Halfter über. Ich führte sie hinaus in die Stallgasse und band sie vor ihrer Box an. Ich machte mich daran Morgane zu putzen und kämmte sorgfältig ihr Langhaar. Ich war erstaunt das sie keinerlei Zicken machte als ich ihr die Hufe auskratzte und lobte sie dafür. "Komm wir bewegen dich ein bisschen." sagte ich und holte die Longe. Nachdem ich die Longe in das Halfter eingehängt hatte führte ich Morgane auf den Reitplatz. Sie hatte Lust zu laufen was sie sofort zeigte in dem sie sich von mir ab wand und fleißig voranschritt. Ich sortierte die Longe in meiner Hand und achtete darauf das Morgane sie mir nicht aus der Hand zog. Morgane lief sowohl auf der linken- als auch auf der rechten Hand klar und folgte, wenn auch etwas widerwillig, den Kommandos. Im Galopp zeigte Morgane ihren Charakter und zog das Tempo an. Ich parierte sie in den Schritt und lies sie ein paar Runden laufen bevor ich ihr das Kommando gab, galoppieren zu dürfen. "Viel besser!" lobte ich sie. Sie hatte sich ordentlich ausgepowert und sich den Weidegang verdient. Ich holte Morgane zu mir und klopfte ihr lobend den Hals. Ich brachte sie auf die Weide und ging zurück in den Stall. Ich brachte die Longe zurück in die Sattelkammer und wandte mich Corde de la cerise zu. Ich begrüßte die nervös wirkende Scheckstute und führte sie hinaus in die Stallgasse, nachdem ich ihr das Halfter aufgezogen hatte. Im Stall angebunden machte ich mich an das putzen der Stute. Mit langen Zügen striegelte ich ihr Fell um Schmutz zu entfernen und bürstete nochmals nach. Sorgfältig kratzte ich die Hufe aus und bürstete festgesetzten Schmutz ab. Als ich auch die Mähne und den Schweif gekämmt hatte gab ich der Stute ein Leckerchen. Während des putzens hatte sie mehrfach an meiner Hosentasche geschnuppert und ich dachte es wäre ok wenn sie eins bekäme. Ich blickte zur Stalltür und sah das es langsam zu dämmern begann. "Na komm, eine Runde schaffen wir noch oder?" fragte ich Corde de la cerise und ging zu ihrer Boxennachbarin Busted Cherry Cake die ich mitnehmen wollte. Man hatte mir mitgeteilt das Busted Cherry Cake sich gegenüber anderen Stuten zickig verhielt, doch ich hoffte das beste. Nachdem ich auch Busted Cherry Cake geputzt hatte kratzte ich noch die Hufe aus und war bereit. Ich löste den Knoten aus dem Strick von Busted Cherry Cake und führte die an Corde de la cerise vorbei. Mit beiden Pferden an den Händen verließ ich die Stallgasse und entschied mich für den Feldweg. Damit die beiden Stuten keinen Streit anfangan konnten führte ich sie weit voneinander entfernt was ungemein zu helfen schien. Busted Cherry Cake fand es viel interessanter hier und da ein Grasbüschel zu ergattern. Nach einer 20-minütigen Runde schlugen wir den Rückweg ein. Ich brachte Busted Cherry Cake auf eine einzelne Weide nahe der Stutenweide und stellte Corde de la cerise zu den Stuten. Nun wartete nur noch ein Pferd auf mich, der Hengst Cadeau. Ich begrüßte den Hengst in seiner Box und führte ihn in die Stallgasse. Auch wenn ich ziemlich kaputt war gab ich mir die größte Mühe beim putzen und kämmte sorgsam seine Mähne und seinen Schweif. Als auch die Hufe ausgekratzt waren ging ich nochmals in die Sattelkammer und holte die Longe. Ich nahm den Strick ab und hängte die Longe in das Halfter ein. Ich führe Cadeau auf den Reitplatz welcher langsam in rotes Licht getränkt wurde. Cadeau zeigte Fleiß und arbeitete gut mit. Zum Abschluß ließ ich ihn ein paar Runden ausgelassen galoppieren bevor ich das Training beendete und ihn zu seinen Freunden auf die Weide brachte. Bevor ich mich an die Stallarbeiten machte brachte ich die Longe und die Putzutensilien zurück in die Sattelkammer. Gewissenhaft mistete ich die Boxen in diesem Stallbereich aus und fegte die Boxen leer. Mithilfe eines Schwamms wusch ich die Pferdetränken aus und brachte die volle Schubkarre ein letztes Mal auf den Misthaufen. Ich streute die Boxen wieder ein und kehrte die Stallgasse durch damit alles sauber war. Da es bereits dunkel wurde bereitete ich das Futter für die Pferde zu. Die Hofbesitzer würden die Pferde später in den Stall bringen. Ich streckte mich erschöpft aus und ging zu meinem Wagen. Ich fuhr zum Hotel zurück und stieg unter die Dusche. Das hab ich jetzt so nötig dachte ich und genoss das heiße Wasser auf meiner Haut. Am nächsten Tag würde es zurück nach Nottingham gehen.


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      05. Oktober 2017 | 11.205 Zeichen von sadasha

      Der Boden war vom Regen der letzten Tage so durchweicht, dass man aufpassen musste die Wiesen durch das Beweiden nicht gänzlich zu zerstören. Die Pferde störte das herzlich wenig. Sie waren auch glücklich, wenn sie die abgesteckten Bereiche nutzen konnten, die so oder so schon vom Schlamm durchzogen waren. Der Aufruhr der letzten Wochen hatte sich gelegt. Die Pferde kamen langsam aber sicher in ihrem neuen Alltag an und auch das Team wirkte Hand in Hand, als wären es schon immer knapp dreißig Pferde gewesen, die es zu versorgen galt. Doch bis vor Kurzem lebten auf diesem Hof lediglich das Ehepaar Ziegler mit zwei eigenen Stuten. Der Rest der Pferde waren Einsteller. Dass ihr Bestand an eigenen Pferden so rasch auf beinahe zwanzig Pferde wachsen würde, damit rechnete niemand. Doch die Auflösung des Phoenix Valley Gestüts in Kalifornien kam den Zieglers wie gerufen. Sie hatten den Entschluss ein Sportpferde Gestüt aufzubauen schon in ihrer Ausbildung gefasst. Sie hatten Jahre lang hart gearbeitet um sich nun diesen Traum gemeinsam erfüllen zu können. Unter der Voraussetzung, dass sie alle Pferde nehmen, bekamen sie von den Jenkins Brüdern sogar ein unschlagbares Angebot zugesichert. Als die Pferde endlich in Deutschland ankamen war die Überraschung groß. Entgegen ihrer Erwartungen, befanden sich alle Pferde in gutem Zustand. Die iberischen Pferde fanden schnell einen neuen Besitzer in England und die Morgan Horse durften bis auf Weiteres auf Caenheide bleiben. Franziska Ziegler hatte Spaß an ihnen und würde sie alsbald auf Shows vorstellen wollen. Dafür schienen die beiden Stuten wie gemacht und es würde dem Hof nur zu Gute kommen, da die Preisgelder solchers Shows sehr üppig ausfielen. An Ausrüstung mangelte es den Pferden des ehemaligen Phoenix Valley Gestüts nicht. Alle Teile waren sehr gepflegt und manche schienen sogar maßgefertigt zu sein. Immer wieder drängte sich dem Ehepaar die Frage auf, wieso die beiden Brüder ihren Hof aufgaben. Doch es erschien ihm unhöflich, diese Frage laut auszusprechen, also beließen sie es bei den Gedanken.
      Sobald die Pferde auf dem Hof waren wurde klar, dass die zwei nicht in der Lage waren so vielen Pferden ohne Unterstützung gerecht zu werden. Sie hatten zwar Sabine Faber, die ihnen bei der allgemeinen Pflege und Versorgung half, doch das reichte nicht. Sie brauchten Unterstützung beim Training der Pferde. Zwei Wochen ließen sie sich Zeit und sprachen auch mit Sabine immer wieder die verschiedenen Bewerbungen durch. Sie ließen Trainer vorbeikommen um sich die Arbeit gleich am Pferd anzusehen und schließlich fiel die Wahl auf Dominik Seiler fürs Springreiten und auf Anna Schwab fürs Dressurreiten. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, aber sie machten ihre jeweilige Arbeit gut. Außerdem wirkten sie sehr sympathisch, was ihnen durchaus Pluspunkte verschaffte.

      Heute ging der erste Monat zu Ende. Der erste Monat mit knapp zwanzig Pferden im eigenen Besitz und erst heute konnte das Ehepaar Ziegler sagen, dass sie sich wieder eingelebt hatten. Eingelebt in diese neue Situation. Mit dem Monat hörte auch endlich der Regen auf, der sie die letzten Wochen begleitet hatte. Endlich zeigte sich die Sonne und es wurde wieder etwas wärmer. Immerhin war Sommer! Und eigentlich war es zur Sommerzeit schön in Caenheide. Doch dieses Jahr, beschränkte sich die schöne Zeit des Sommers auf gerade mal eine handvoll Tage. Motivierter als üblich ging jeder auf dem Gestüt seiner Arbeit nach. Die Pferde waren gefüttert, die Boxen gemistet und Sabine war dabei die Wiesen zu überprüfen. Leon und Franziska saßen mit einem Block und Stiften mitten im Hof und planten das weitere Vorgehen. Man wusste schon, dass nicht alle Pferde auf dem Hof bleiben würden. Vor allem der Deckhengst Ghost Merchant war den beiden ein Dorn im Auge, wegen seines Overo-Gens. Es brachte zwar eine interessante Scheckung, aber auch den Tod mit sich. Letzteres allerdings nur, sollte es reinerbig auftreten. Zu riskant sei es, dass der Deckhengst für eine Stute genutzt würde, bei der das Gen im Phänotyp nicht erkennbar ist. Im schlimmsten Fall gibt es dann nicht nur einen Toten bei einer Totgeburt. Dass das Ehepaar ohne den Overo gar keinen Deckhengst hätte schien nicht von Wert zu sein. “Sicherheit geht vor.” und “Wir haben auch noch vielversprechende Jungpferde, die seinen Platz irgendwann einnehmen können.” waren die Totschlag-Argumente. Keiner kam gegen die Meinung der beiden an. Auf die Frage, was mit dem Hengst passieren sollte, wenn er schon nicht mehr für die Zucht genutzt würde, reagierten sie unsicher. Vielleicht sollte er gelegt werden, das wäre die sicherste Methode. Vielleicht hätte ein anderer Züchter Spaß an ihm. Doch wollen die beiden das verantworten? Nein. Eigentlich wollen sie das nicht. “Wir können das ein ander mal entscheiden.” hieß es immer, wenn es zu diesem Punkt kam. Auch Busted Cherry Cakes Zukunft stand noch nicht geschrieben. Die großrahmige Stute hatte zwar ihre Mutterqualitäten schon einmal unter Beweis gestellt, doch irgendetwas schien das Paar auch an ihr zu finden, das sie zögern ließ, sie fest in ihre Pläne einzugliedern.


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      Die beiden Reitplätze des Hofes waren durch die Trainer belegt. Dominik beschäftigte Morgane und Anna Fix the Flame. Das Ehepaar beschloss sich deshalb in der Reithalle um May Bee und Yuno zu kümmern. Die beiden Fuchsstuten kamen von verhältnismäßig kleinen Höfen und waren die ersten Pferde von Franziska und Leon. “Komm schon, muss das jetzt sein?” genervt wippte Leon mit dem Fuß, als er sah, dass seine Frau gerade damit begann die Mähne ihrer Stute einzuflechten. Auf einem Mähnengummi kauend wandte sie sich kurz von ihrem Werk ab um ihm eine Antwort zu geben: “Ja. Und wenn du schon hier herumstehst: Mir sind da eben ein paar Mähnengummis runtergefallen. Hebst du die bitte auf?” Es grenzte wohl an ein Wunder, dass Leon das verstanden hatte. Vielleicht war er aber auch nur aufmerksam genug um die Blicke von Franziska zu verfolgen. Schwer seufzend hockte er sich auf den Boden um die Gummis einzusammeln und zurück in die Tüte zu packen. “Nein, nein! Ich brauche ein paar!” rief Franziska nun ohne eines der bunten Helferlein zwischen den Zähnen und lachte ihren Mann an. “Bevor die wieder alle runterfallen, gebe ich sie dir lieber einzeln an, Madame.” tadelte er ihr und gab im nächsten Moment das erste Mähnengummi an.
      Als Franziska fertig war, gingen die beiden mit ihren Fuchsstuten in die Reithalle und ritten einige Minuten warm. “Hast du von der Jagd gehört?” fragte Franziska ihren Mann um ein Gespräch zu beginnen. Leon schüttelte den Kopf. “Welche Jagd?” wollte er wissen und sie erzählte ihm davon. Schnell wurde ihm klar, dass sie sehr gerne zu dieser Jagd fahren würde, egal ob mit oder ohne ihn. Wissend lächelte er sie an. “Mit welchem Pferd wolltest du hin?” Das Feuer in ihren Augen loderte kurz noch etwas heller auf, als sie begriff, dass sie ihren Mann wiedermal unterschätzt hatte. “Mit Cadeau?” sagte sie unsicher und beobachtete die Mimik von Leon. Dieser lächelte unbeirrt weiter. “Gute Wahl. Aber du solltest trotzdem ein wenig mehr mit ihm machen, wenn du eine sicheren Ritt auf fremden Boden mit ihm haben möchtest.” Er legte die Stirn kurz in Falten und starrte gedankenverloren auf den gewölbten Pferdehals vor ihm. “Lass uns abreiten und dann mit Cadeau und Estrada Dourada ausreiten um zu sehen wie gut das klappt. Ihr kennt euch nicht so lange und von Estra weiß ich, dass sie sich draußen ruhig verhält.” Franziska nickte ein wenig übereifrig, was Leon lachen ließ.

      “Es hat sogar aufgehört zu regnen!” sagte Franziska, die noch immer vor Begeisterung sprudelte, als sie mit Cadeau unterm Sattel den Hof verließ. “Freu dich nicht zu früh.” entgegnete ihr Mann mit einem Fingerzeig auf die dunklen Wolken etwas weiter hinten am Himmel. “Da kommt noch etwas auf uns zu.” Cadeau und Franziska schlugen sich ganz gut. Nach gut einer Stunde Geländeritt waren alle vier komplett durchnässt. Leon hatte Recht behalten mit seiner dunklen Vorahnung. Wenige Minuten, nachdem sie den Hof verlassen hatten setzte der Regen ein. Zuerst sturzbachartig und später nieselig, aber weiterhin stetig. “Wie fühlst du dich auf ihm?” fragte Leon seine Frau, als er langsam aber sicher den Drang verspürte heim zu wollen. Franziska zügelte den dunklen Hengst und parierte ihn bis zum Schritt durch, bevor sie antwortete. “Er ist eine Geländeversicherung, sag ich dir.” verkündete sie fröhlich. “Das freut mich sehr mein Schatz.”


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      Am vorigen Abend noch hatte sich Franziska für die Jagd gemeldet und fieberte von nun an darauf zu. “Das wird ein toller Abschluss der Geländesaison!” Auch das Team durfte an ihrer Euphorie teilhaben. Sabine tat gleich so, als würde sie ihre Chefin nicht hören und striegelte stumm Ostid OCs rotes Fell. Leon stand einen Gang weiter und kratzte die Hufe von Corde de la cerise aus. “Beschäftigte lieber deine Pferde…” murmelte er undeutlich als Franziska an ihm vorbeilief. Sie schnaubte verächtlich, schnappte sich aber Senda Oscuras Halfter und machte sich von Dannen. “Dominik ist mit S’Cada in der Halle.” meldete Sabine sich zu Wort. Leon zeigte mit einem Nicken, dass er verstanden hatte. “Dann geh du mit Ostid auf den Platz, ich sag Franziska bescheid.” Bis zum Mittag waren alle mit den ausgewachsenen Pferden beschäftigt.
      Nachmittags ging es dann an die Arbeit mit den Fohlen. Das Team machte sich einen Spaß daraus zu sehen wer mit seinem Fohlen am Weitesten kam, natürlich immer auf das Wohlbefinden der Vierbeiner bedacht. Die zweifach prämierte Leveneza schlug sich dabei besonders gut. Aber auch Ases Maskwamozi war äußerst wesensfest. “Die macht trotzdem nur Unfug…” meckerte Sabine, als Ases mal wieder in eine komplett andere Richtung wollte als sie. Dominik hatte sich den jüngsten im Bunde geschnappt. Focus war das letzte Fohlen vom 2017er Jahrgang. Übrig blieben dann noch Stracciatella, Phoebe und Skittles. Die drei waren etwas auf dem gleichen Ausbildungsstand und wurden heute besonders gefördert, da sie zuletzt beim Hufschmied ein wenig Probleme gemacht hatten.
      “Babe?” Leon sah seine Frau ernst an, als das letzte Fohlen wieder im Stall stand. Verwundert sah sie ihn an. “Ich… möchte Corde de la cerise decken lassen. Dieses Jahr schon.” - “Sicher? Wie kommst du darauf?” Er zog den Kopf zwischen die Schultern. “Sie gefällt mir und ich habe mich auch schon nach einem Hengst umgesehen… ich hätte sogar Namen für das Fohlen…” Franziska fiel die Kinnlade runter. “Du hast es jetzt aber eilig, wir reden da gleich drüber ja?”
      Am Abend zeigte Leon seiner Frau alles, was er sich zurecht gelegt hatte. “Deo Volente also? Du möchtest die Bryère Linie weiterführen?” prüfend sah Franziska ihren Liebsten an. “Gut erkannt. Ich denke das wäre eine sehr hochwertige Anpaarung.” - “Und Namen hast du auch schon? Lass mal hören.” - “Der einzige, der dir gefallen würde wäre Devotion.” Er zählte noch ein paar andere seiner Gedanken auf, die Franziska jedoch so abwegig fand, dass sie irgendwann lauthals zu lachen begann. “Das arme Pferd!” - “Ich hab dich gewarnt!”
      Die beiden bewarfen sich noch eine Weile mit unmöglichen Pferdenamen und ließen den Tag schließlich bei einem Glas Rotwein ausklingen.


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      16. Februar 2018 | 6274 Zeichen von sadasha

      Sie musste sich ja unbedingt Reitponys holen. Jetzt hat sie den Salat. Wenig begeistert sah Leon seiner Frau dabei zu wie sie versuchte die Reitponyhengste Thornheart und PFS’ Heart of Ocean davon abzuhalten sich gegenseitig zu Tode zu beißen. Er wartete darauf gerufen zu werden und just in diesem Moment: “Leon! Komm mal bitte!” Schmunzelnd lief er rüber und legte sich gespielt nachdenklich eine Hand ans Kinn. “Jetzt lass das, das ist nicht witzig!” Franziska war verzweifelt darum bemüht wenigstens einen der Hengste vom Boxenfenster weg zu halten. Leon lachte gehässig. “Du hast recht. Aber... “ Er kam nicht dazu seinen Satz zu Ende zu sprechen, da Franziska ihn beherzt weg schubste. “Hallooo? Jemand zu Hause?” rief sie nun ebenfalls lachend. “Wir müssen die Hengste umordnen. So geht’s nicht.” Leon zog entgeistert die Brauen hoch. “Ach WIRKLICH?” meinte er sarkastisch und nahm sich nun den anderen der beiden Hengste vor. “Welchen möchtest du woanders haben?” Franziska überlegte kurz und beschloss dann Thornheart wegzubringen, da immerhin er der Neuzugang war. Ocean hatte das Hausrecht. Gemeinsam sortierten sie das Geplänkel und brachten den jüngeren der beiden Hengste erstmal in Einzelhaft auf eine Weide. Mittlerweile hatte sich Sabine auf dem Hof eingefunden und war sichtlich verwirrt von der leeren Box neben Ocean. “Lass dir das von Franzi erklären. Ich nehm mir jetzt St Pauli raus, der ist weniger auf Drama aus, wenn du verstehst was ich meine.” scherzte Leon und tat wie geheißen.
      Währenddessen hatte Franziska Phoebe und Leveneza von der Weide geholt. Die beiden Jungstuten benötigten nur noch etwas Feinschliff um vom Fohlen-und Jungpferde-ABC zu den Vorbereitungen des Beritts überzugehen. Die junge Deutsche übte deshalb fleißig die Geländesicherheit. Die beiden Stuten machten sich wunderbar und zeigten sich unbeeindruckt von den meisten Gegebenheiten solange sie gemeinsam ausgeführt wurden. Sabine mistete unterdessen die Boxen, während Dome und Anna Ases Maskwamozi und Aphedril im Training hatten. Die beiden Tigerschecken waren noch nicht beritten und machten noch ein paar Probleme in der Vorbereitung. Doch die Trainer übten sich in Geduld mit den beiden Knalltüten.
      Als Leon von seinem Ausritt mit Pauli heimkehrte beobachtete er die beiden auf dem Reitplatz. “Sieht chaotisch aus. Wo ist denn das Problem?” wollte er wissen, bekam jedoch nur ein. “Geh wieder arbeiten, Klugscheißer!” von der genervten Anna zugeschrien. Dafür würde sie sich später reuemütig entschuldigen. Immerhin war Leon ihr Chef, aber in Stresssituation reagierte die junge Frau gerne mal etwas voreilig. Leon hob entschuldigend die Hände und ging in den Stall um nun Scared Assault, St Paulis Sohn fertig zu machen. “Ey, das ist meiner.” beschwerte sich Franziska, als sie ihn dabei erwischte. Prüfend blickte er sich um. “Dann nimm du eben Vakany. Die ist meine, aber ich weiß wie gern du sie reitest.” Er warf ihr einen Kuss zu und widmete sich dann wieder dem Rappen neben ihm. Franziska murmelte irgendwas vor sich her, während sie zu Vakany schlenderte und sie schließlich aus der Box holte. “Wieso weißt du das?” fragte Franziska schließlich, kurz bevor Leon mit Sacred Assault die Gasse verließ. “Weil du meine Frau bist und ich Alles über dich weiß.” Wie er das so sagte klang es gruselig. Franziska erschauderte und lachte dann. “Ja ja klar…” meinte sie und wank ab. Leon lachte gespielt irre und machte sich auf den Weg zur Reithalle.

      “Franzi?” Sabine war mit dem Misten fertig und stand nun an der Bande der Reithalle um Franziska und Vakany beim Training zu beobachten. Leon und Sacred Assault beschlagnahmten den hinteren Teil der Halle. “Sagmal, was ist denn bei den Ponyhengsten los?” Im Trab kam Franziska zur Bande. “Gut, dass du das erwähnst. Du bist ja jetzt fertig oder?” Sabine nickte. “Wir müssen Thornheart von den anderen Hengsten trennen, der ist streitlustig. Hast du vielleicht Lust dir da etwas zu überlegen? Du hast da so viel Erfahrung mit.” Dem bittenden Blick ihrer Chefin konnte Sabine nicht widerstehen. Sanft lächelte sie. “Mache ich. Soll ich mich danach um die restlichen Fohlen kümmern?” fragte sie. Franziska überlegte kurz. “Stracciatella und Skittles mache ich nachher noch. aber du könntest Focus noch übernehmen.” - “So machen wirs.” Gleich machte sie kehrt und ging an die Arbeit. “Ich freue mich schon auf General und Devotion.” fügte Leon hinzu, dessen Gedanken zu den Fohlen abgeschweift waren, die noch gar nicht auf dieser Welt weilten. “Lebst du jemals im Hier und Jetzt, mein Schatz?” fragte Franziska liebevoll lächelnd. “Tue ich! Pensive Cuddlepot und Louvré zum Beispiel mache ich nachdem ich mit ihm hier fertig bin. Die hast du in deiner Planung nämlich vergessen. Siebhirn.” Er zwinkerte um ihr zu zeigen, dass er das nicht bissig meinte und Franziska lachte. “Die beiden sind Neu, was erwartest du von mir! Nenn mich nicht so! Das bekommst du später zurück!” drohte sie immer noch lachend und galoppierte Vakany an. Leon brummte schmunzelnd und verkniff sich seinen Kommentar zu dieser Drohung.
      Gegen Nachmittag stand der Weidewechsel an. Senda Oscura, Estrada Dourada, Paminta, May Bee, Yuno, Morgane, Corde de la cerise, S’Cada, Fix the Flame, Princess Sansa, Arcany, Eismärchen und Busted Cherry Cake wurden reingeholt und die Hengste Ghost Merchant, Cadeau, Ostid OC, Deo Volente, Pauli und sein Sohn, Red Diamond, Emrys und die Streithähne wurden auf die kleinen Weiden aufgeteilt. Der Tage neigte sich schon bald dem Ende zu. Sabine war schon am Nachmittag in den Feierabend gegangen und Anna und Dominik blieben bis zum Abendessen. Erst als alle Mitarbeiter den Hof verlassen hatten schlossen Leon und Franziska sämtliche Türen und Tore ab. Schließlich sah Franziska ihren Mann tadelnd an. “So, jetzt bist du fällig!” Verwirrt stand Leon da, bis ihm die Geschichte von heute Mittag wieder einfiel. “Du hast es also nicht vergessen?” Sie schüttelte mit dem Kopf. “Ich habe die Zeit genutzt um meine Rache zu planen.” Hämisch grinsend kam sie näher. Leon hatte keine Chance ihr zu entfliehen. Im Endeffekt hatte auch er Spaß an diesem Spiel. Sie ließen den Tag nun ausklingen und die Arbeit und die damit verbundenen Sorgen fielen wie eine schwere Last von ihnen ab, ehe sie sich schlafen legten.


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      30. März 2018 | 8119 Zeichen von sadasha
      Ein Haflinger

      Endlich schien die Sonne und das sogar schon am Morgen. Trotzdem war es noch bitterkalt, sobald man das Haus verließ. Es half nichts. In dicker Jacke und mit Handschuhen machten sich Leon und Franziska an die Stallarbeit. Die Pferde schlugen aufgeregt gegen die Boxen und warteten auf ihr Futter. Nach der Fütterung wurden sie nacheinander auf die Weiden gebracht, sodass gemistet werden konnte. Als Sabine heute eintraf, war das Ehepaar bereits fertig. “Was machst du hier? Du bist krankgeschrieben.” wollte Franziska von ihrer Freundin wissen. Diese zog die Schultern hoch. “Mir fällt zu Hause die Decke auf den Kopf. Durch das Antibiotikum geht es mir gut. Gib mir eine leichte Aufgabe, bitte. Alles ist besser als nutzlos zu Hause rumzuhocken.” Leon warf Sabine einen missbilligenden Blick zu, ließ aber seine Frau die Angelegenheit klären. “Du steckst uns noch Alle an, Sabine.” erklärte sie und sah Hilfe suchend zu Leon, der bereits das Weite suchte. Sabine schüttelte den Kopf. “Ich nehm seit drei Tagen Medikamente, ich bin sicher nicht mehr ansteckend!” beteuerte sie und brachte Franziska endlich dazu einzulenken. “Wehe dir wenn nicht.” drohte sie lächelnd. “Du könntest das Zubehör pflegen. Die Saison beginnt gerade wieder und wenn nicht jetzt, wann wäre dann der perfekte Zeitpunkt?” Franziskas Blick wanderte an Sabine herab. “Aber zieh dir bitte Handschuhe über.” Sabines freudige Antwort wurde in einem Hustenanfall erstickt, doch sie machte sich gleich darauf auf den Weg in die Sattelkammer.

      Dominik und Anna waren mittlerweile auch eingetroffen und kümmerten sich um die beiden Berittpferde Ases Maskwamozi und Aphedril. Leon hatte sich heute ganz den Fohlen verschrieben. Er ratterte seine kleinen Fohlen-ABC Einheiten mit Focus durch. Der kleine Wirbelwind gab mittlerweile bereitwillig jeden seiner Hufe, ließ sich ins Maul schauen und ordentlich hin und her führen. Im Gelände war er aber noch etwas unsicher. Mit der Zeit würde sich auch das legen. Schließlich war Focus erst ein paar Monate alt. Franziska zog mit ihrem Mann gleich indem sie Stracciatella, eine junge Appaloosastute abfragte. Sie war ein paar Monate älter als Focus, was ihr aber leider nicht mehr Sicherheit verschaffte. Zwar möchte sie ihrem Menschen gefallen und tut Alles für eine ausgiebige Schmuseeinheit, doch bei neuen Aufgaben wurde sie nervös. Franziska übte deshalb vor Allem das Spazierengehen. Dazu gehörten auch ein paar das Vertrauen stärkende Übungen auf dem Platz. Neben der Arbeit schweiften Franziskas Gedanken immer wieder zu Sabine, die in der Sattelkammer hockte und mit Wasser, Seife und Fett das Zubehör mehr als gründlich reinigte. Auch die zwei kaputten Halfter nahm sie sich zur Hand und vernähte sie neu. Sie sahen danach zwar nicht mehr so toll aus, waren aber wenigstens wieder einsatzbereit. Immer wieder hörte man Sabine husten oder niesen. Gut klang das nicht und Franziska machte sich Sorgen. Auch an Leon zog das nicht spurlos vorbei, doch er sorgte sich mehr um die Konzentration seiner Ehefrau. “Jetzt hör auf dich verrückt zu machen, Schatz. Sabine ist 16 Jahre älter als du. Meinst du wirklich dass sie nicht weiß was sie sich zumuten kann und was nicht?” Er sah sie innig an. “Komm, bring Stracciatella weg, die weiß gar nicht mehr wohin mit sich. Und dann gehen wir mit Phoebe und Skittles eine Runde über die Felder.” Franziska hatte noch immer diesen besorgten Gesichtsausdruck, doch sie willigte ein. Sie schloss das Training mit der wirklich desorientiert wirkenden Stracciatella mit einer einfachen Übung ab und schnappte sich dann das übrig gebliebene Stutfohlen. Nach dem Spaziergang besuchte Franziska Sabine in der Sattelkammer, die gerade dabei war das Leder einer auseinander gebauten Trense zu fetten. “Lust auf eine Pause?” fragte sie sanft und legte ihr eine Hand auf die Schulter. “Ich mach uns beiden einen frischen Kamillentee. Kein Tütenzeug, frisch!” schlug sie zustimmend nickend vor. Sabine lachte. “Dann hilf mir noch schnell mit der Trense, ich lasse keine angefangene Arbeit zurück.” gab sie forsch zurück.

      Beim Tee bekam Sabine einen Anruf. Sie begann über beide Ohren zu strahlen, als sie auflegte. “Heute ist ein großartiger Tag!” platzte es aus ihr heraus. Verwirrt runzelte Franziska die Stirn. “Weil?” - “Weil ich gerade eine Ankaufbestätigung bekommen habe. Ich bekomme ein Pferd.” Nun wurden auch Franziskas Augen groß, sie lehnte sich nach vorne und sah auf das Handy ihrer Mitarbeiterin. “Wirklich? Was für eines? Wie kommt es dazu? Hast du ein Foto?” Verzweifelt tippte und wischte Sabine auf ihrem Handy herum und ein paar Momente später knallte sie selbiges mit dem Display nach unten auf den Tisch. “Keine Ahnung wie das geht. Ich finds nicht mehr. Vielleicht hab ich es auch gelöscht.” Frustriert und verärgert sah sie zu Franziska, die aufmunternd lächelte. Sabine seufzte. “Er ist ein Haflingerhengst und heißt Golden Samurai. Er ist sogar gekört! Ich würde dir so gerne das Bild von ihm zeigen, aber ich glaube ich hab es wirklich gelöscht.” erzählte sie und lächelte nun wieder. Franziska nickte wissend. “Ist doch nicht so schlimm. Wann kommt er denn an? Können Leon und ich irgendwas vorbereiten? Wie verträglich ist er?” Die beiden Frauen saßen noch gut eine Stunde am Tisch und besprachen wie sie den Hengst in den Hofalltag eingliedern wollen. Erst als Leon völlig durchnässt ins Haus kam wurde ihnen bewusst wie viel Zeit verstrichen war. “Pensive Cuddlepot und Louvré sind jetzt auch beschäftigt. Die tragenden Stuten hab ich wieder reingeholt und Dominik und Anna arbeiten noch mit den letzten Trainingspferden. Und was habt ihr so produktives geschafft? In der Sattelkammer stehen noch ein paar Sachen?” Franziska wank ab. “Du übertreibst maßlos. Wir haben nur etwas besprochen. Jetzt geh duschen und hau dich danach vor den Fernseher. Wir kochen was. Sabine bleibt heute zum Essen, dann berichten wir dir was es Neues gibt.” meinte Franziska und tat wie geheißen.

      Auf dem Hof herrschte hektisches Treiben am Tag der Ankunft von Sabines Haflingerhengst. Die Box war hergerichtet, Jungpferde und tragende Stuten auf die Weiden gebracht und andere Hengste in neue Boxen umsortiert. Alles so, dass Golden Samurai erstmal möglichst wenig Kontakt zu den eingesessenen Pferden hatte. Zwar wurde von Allen Seiten immer wieder versichert, dass der Hengst ein freundlicher und menschenbezogener Kandidat war, doch das Ehepaar Ziegler wollte auf Nummer sicher gehen. Gerade Morgane und Corde de la Cerise, die beiden noch tragenden Stuten durften sich jetzt nicht mehr großartig aufregen oder gar verletzen. Jeden Moment könnte es bei den beiden soweit sein. Devotion und General, so sollten die zwei Fohlen heißen, wurden bereits erwartet. Gegen Mittag fuhr dann endlich der obligatorische Pferdehänger auf den Hof. Franziska und Leon hatten ihre Sabine noch nie aufgeregter erlebt. Sie hatte sich von ihrer Erkältung gerade erst erholt und wirkte gerade wieder, als sei sie kurz vor dem Kollabieren. Im Umgang mit dem Neuzugang jedoch war sie sanft wie eh und je. Golden Samurai sah sich mit aufgeblähten Nüstern und gespitzten Ohren um, sowie er von der Rampe getreten war. Er war nervös, hatte aber ein selbstbewusstes Auftreten dabei. Beim Flehmen sog der die verschiedensten Düfte seiner neuen Heimat auf und wirkte im Anschluss noch aufgedrehter. “Ruhig, Hübscher!” sagte Sabine sanft und strich dem Hengst über die Nase, sodass er den Kopf wieder ein wenig sank. “Ich führe ihn ein bisschen herum. Wir haben ja bereits Alles geklärt.” sagte sie bestimmt und wandte sich ab. Franziska und Leon unterhielten sich mit dem Händler noch ein wenig, ehe er den Hof verließ und die zwei wieder an die Arbeit gingen. Erst am späten Nachmittag fragten sie bei Sabine nach ob alles in Ordnung sei.Sabine nickte glücklich, man sah ihr jedoch an dass der Tag für sie auslaugend war. Golden Samurai war offenbar kein einfaches Pferd, doch auch er würde sich einleben und Sabine würde die Herausforderung noch lieben lernen. Sie war nur etwas aus der Übung. Franziska hatte noch ein paar aufmunternde Worte für sie, ehe sie sich verabschiedeten.


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      28. April 2018 | 8883 Zeichen von sadasha
      Sportpferdeauktion

      “Datenight, wohooo!” jubelte Franziska und drückte ihrem Mann einen Kuss auf, der nur ein verschmitztes Lächeln zustande brachte während er sich auf die Straße vor ihm konzentrierte. Es regnete aus Kübeln und sie steckten mitten im Feierabendverkehr. Leon zeigte es zwar nicht, doch die Aufregung in ihm war ähnlich groß wie die seiner Frau. Mit jeder Abfahrt an der sie vorbeifuhren kribbelte es mehr in ihm und als sie endlich die Autobahn verlassen konnten hatte sich ein glückliches Lächeln auf sein Gesicht geschlichen. Franziska entging das nicht, beschloss aber ihn nicht damit aufzuziehen wie niedlich er doch aussah. Erst als sie auf dem Auktionsgelände standen und den Wagen hinter sich ließen wuschelte sie ihm im Vorbeigehen durch die hellbraunen, fast schon blonden Haare und lachte. Empört griff er nach ihrem Arm, erwischte sie jedoch nicht. Mit einer geübten Geste richtete er seine Frisur und joggte das kurze Stück um mit Franzi wieder gleichauf zu sein. “Hast du ein bestimmtes Pferd im Auge?” fragte er neugierig und sein Glitt schweifte über die Masse an Menschen, die bereits auf der Tribüne saß. Sie sah ihn an. “Viel zu viele. Mitnehmen können wir nur eines. Und du?” Er zog die Schultern hoch. “Mir geht es nicht anders.” Sie suchten sich zwei Plätze am Gang, möglichst weit vorne um eine bessere Sicht auf die Pferde zu haben. Dann warteten sie.

      Die Auktion war im vollen Gange, Leon hatte schon einige Pferde notiert und war nun in seinem Element. Besonderes Interesse hatte er an keinem der Pferde. Außerdem schossen die Preise in der Regel in unermessliche Höhe oder die Pferde waren so schlecht gebaut, dass er sich keine Zukunft als Zuchtpferd vorstellen konnte. Schließlich brachte man eine Scheckstute mit äußerst viel Weiß in den Ring. Sie sah sich aufgeregt um und scheute ein wenig als der Auktionator zu sprechen begann. sie hatte ein super Gebäude. Möglicherweise sogar für die Vielseitigkeit. “Eine Schande, dass wir dem Pferd nur vor den Kopf gucken können. Ich wüsste gerne wie sie veranlagt ist.” brummte Leon und seine Frau nickte. Das bedeutete so viel wie: “Die hätt ich trotzdem gerne im Stall stehen.” Sie hob die Zettel zum Gebot. Leon der erst verdutzt war lachte zufrieden. Sie kannte ihn. Je länger er die Stute beobachtete, desto interessanter fand er sie. Sie wirkte jünger als sie war. Fast schon roh. Doch soweit man dem Auktionator glauben schenken durfte hatte sie eine solide Grundausbildung. Die Auktion der Stute raste wie im Traum an ihm vorbei und Franziska zögerte als die Summe höher schoss. Irgendwann gab sie auf. Der Auktionator zählte mit nun schon kratziger Stimme runter: “Zum Ersten…”. - “Der bietet nicht noch weiter, der hat sein Limit schon überstrapaziert…“ flüsterte Leon, der den Mitstreiter ins Auge gefasst hatte. Er warf Franzi einen kurzen entschuldigenden Blick hoch und gab kurz vor dem letzten Ausruf noch ein Gebot ab. Der letzte Mitbieter raunte, gab jedoch kein weiteres Gebot ab. Leon gewann die Auktion und hatte damit ein Pferd gekauft. Wieder Mal. Franziska schlug ihn mit den Papieren, die sie in der Hand hielt. “Du spinnst ja! Verteufelter...” sagte sie nicht wissend ob sie lachen oder weinen soll. Die Auktion war für das Paar damit gelaufen, denn mehr Geld hatten sie nicht auf der hohen Kante. Weitere Ersparnisse mussten sicher verwahrt bleiben um für den Notfall etwas übrig zu haben. sie standen auf und gingen raus. Ehe sie die Weiden fanden die für die Auktionspferde abgesteckt waren dauerte es ein paar Minuten. Im Dunkeln mit nur wenig Beleuchtung auf einem fremden, großen Hof herumzulaufen war nicht gerade ihre Lieblingsbeschäftigung. Dann sahen sie ihre neue Stute. Aus der Nähe fiel auf, dass sie kein großer Trakehner war, für’s Springen erstmal ein Negativpunkt. Doch sie wurde als springbegabt angepriesen, also müsste man noch sehen was es damit auf sich hatte. Die Stute stand abseits des erreichbaren Zaunes und beobachtete das Paar, welches noch immer den Steckbrief der Stute studierte. Sie machte keine Anstalten näher zu treten, auch nicht als Franziska wagemutig die Hand über die Stromleitung streckte. “Dann halt nicht…“ murrte sie. “Dein Pferd.” schloss sie grinsend. Leon hatte kein Problem mit einem reservierten Pferd. Thavila hieß sie.
      Wieder zu Hause fielen die beiden todmüde ins Bett. “Sie kommt morgen schon?” fragte Franzi nach, die bei der Kaufabwicklung nur mit halbem Ohr zugehört hatte. Leon nickte ohne sie anzusehen.

      Der nächste Tag brach an und Franziska wachte als Erste auf. Sie hüpfte ins Bad, zog danach ihr morgendliches Yoga-Programm durch und richtete schließlich ein gutes Frühstück her. Als sie bereits die erste Tasse Kaffee intus hatte bequemte sich Leon zu ihr. Verschlafen, mit komplett verwuschelten Haaren und der Schlafanzughose auf Halbmast schlurfte er zum Kaffee. Franziska, die hellwach war, taxierte ihn. “Um wieviel Uhr kommt Thavila?” fragte sie spitz. Leon runzelte die Stirn. “Was?” fragte er. “Wovon sprichst du?” - “Warst du gestern betrunken?” Leons Brauen berührten sich schon fast, als er sich mit einer Tasse Kaffee in der Hand an den Tisch setzte. Dann endlich entspannten sich seine Züge. “Ach!” begann er und nahm einen Schluck ehe er weiter sprach. “Um 10!” meinte er fröhlich und wirkte sofort energiegeladen. “Dir ist bewusst, dass wir noch eine Box vorbereiten müssen. Und es wäre vielleicht auch angebracht unser Team darüber zu unterrichten, dass heute ein Neuzugang eintrifft?” Er nickte und schlurfte weiter an seinem Kaffee. Als Franziska aufstand schob er sich eilig eine trockene Scheibe Brot in den Mund und lief ins Bad um sich fertig zu machen. Angewidert sah Franzi ihm hinterher. “Trocken Brot…“ flüsterte sie verständnislos und räumte den Tisch ab.

      Während Sabine die Pferde fütterte richtete Franziska die Box für Thavila ein. Leon steckte ein Stück Weide für seine neue Stute ab, nachdem er sein Team auf den neuesten Stand gebracht hatte. Da noch Zeit war ehe sie ankam beschäftigte sich Leon derweil mit Focus. Der Jährling forderte seine volle Aufmerksamkeit und lenkte ihn von der Nervosität ab, die ihn zu verzehren drohte, würde er nur dasitzen und warten. Er übte das Führen und stillstehen und schließlich das Putzen mit Allem was dazu gehörte. Auch schaute er zum Training ins Maul des jungen Hengstes. Leon spürte, dass Focus gerne mehr lernen wollte, doch für viel mehr war er eindeutig noch zu jung. Irgendwann ließ er sich dann doch breittreten das Auflegen einer Decke zu üben. Focus huschte die ersten male immer seitlich weg. Doch mit jedem Mal wurde er vertrauter damit und blieb schließlich mit argwöhnischen Blick stehen. Leon bemerkte nicht mal, dass es bereits halb Elf war, als endlich ein Wagen auf den Hof fuhr. Als Franziska zu ihm kam um ihm zu sagen, dass es der Hänger ist hatte er Focus schon wieder auf seine Weide gebracht.

      Franziska hielt sich im Hintergrund und beobachtete, wie Leon mit dem Fahrer sprach und dann half seine neue Stute auszuladen, die souverän vom Hänger schritt. Erst als sie ihren neuen Bestimmungsort sah riss sie den Kopf hoch und inspizierte die Umgebung. Leon blieb ruhig und versuchte sie mit Streicheleinheiten zu etwas mehr Besonnenheit zu bewegen, doch Thavila ignorierte diese Gesten, wirkte sogar noch angespannter als zuvor. “Ruhig, Liebes!” sagte Leon und nahm die Hand wieder weg. Erst jetzt beachtete Thavila ihn und ließ sich von ihm führen. Nach der Anreise sollte sie sich erstmal die Beine vertreten und so kam sie auf die eigens abgesteckte Weide. Dabei konnte sie auch gleich die anderen Stuten des Gestüts kennenlernen. Leon blieb noch einige Minuten am Weidenzaun stehen um zu beobachten wie das hübsche Tier stetig ruhiger wurde. Er hatte sich Hals über Kopf in die fast reinweiße Stute verliebt und könnte ihr noch stundenlang dabei zusehen wie sie die Umgebung beobachtete und es ab und an wagte etwas zu grasen. “Hey Babe, wie wärs mit weiterarbeiten?” fragte Franziska, die Stracciatella und Phoebe an der Hand hatte. Leon nickte.”Gute Idee.” Er nahm den Strick von Stracciatella entgegen und die beiden gingen eine Runde um den Hof. Die beiden jungen Stuten genossen die Erkundungstour. Sie liefen brav neben ihren Besitzern her und orientiert sich am Tempo, das sie vorgaben. Auf halber Strecke trafen sie Sabine, die sich Skittles geschnappt hatte. Skittles war aufgewühlt und wierthe schrill, als sie ihre beiden Freundinnen in der Ferne sah. Sabine blieb jedes Mal stehen, wenn der Schecke versuchte sie einzuholen. Leon und Franziska lachten bei dem Chaos das sie verursacht hatten. Ihre beiden blieben recht ruhig, da sie zu zweit waren. Doch auch sie waren jetzt ein wenig abgelenkt und vergaßen das Tempo zu halten. Sabine beschloss beim Zusammentreffen einfach mitzulaufen. Zurück auf dem Hof verabschiedeten sie die drei Stütchen auf ihre Weide und gingen danach wieder an getrennte Arbeiten.


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      18. Juni 2018 | 8564 Zeichen von sadasha

      "Ich liebe ihn, Leon!" schwärmte Franziska, während sie den bunten Hengst unter ihr kraulte, der wohlig schnaubte. Eine halbe Stunde waren die beiden auf dem Reitplatz bei schwülwarmen Wetter. Leon kam gerade von einem Ausritt mit Ghost Merchant zurück. Der alte Hengst genoß seinen Ruhestand und musste nicht mehr so hart arbeiten wie seine jüngeren Kollegen. Red Diamond, auf dem Franziska gerade saß war sogar noch ein bisschen älter. Die beiden Rentner würden ihre guten Gene vielleicht noch ein paar mal vererben, ehe sie auch aus der Zucht herausgezogen würden. Dass Franziska ihren Schecken liebte wusste Leon schon. Dennoch freute er sich darüber seine Frau glücklich zu sehen und lächelte seelig, während er sie dabei beobachtete wie weiter mit dem Pferd arbeitete. "Eh Faulpelz!" beschwerte sich Dominik, als er aus der Reithalle kam. "Nicht rumstehen, weiter arbeiten." Leon nickte. "Wen hast du schon fertig?" erkundigte er sich und sein Springreiter dachte nach, bevor er die Pferde aufzähle: "Busted Cherry Cake, Morgane, Corde de la Cerise und Yuno." Abermals nickte Leon. Die beiden tragenden Stuten hätte er sowieso nicht großartig bewegen können. "Keine Lust auf die Hengste?" Dominik lachte rau und schüttelte den Kopf. "Anna hat sich die Hengste vorgenommen und wie du siehst kommen die Stuten auch bei euch beiden etwas zu kurz heute." Er deutete auf Franziska und Leon. "Ich bring die Gute hier jetzt rein. Wenn du nicht noch weiter nutzlos herumstehen willst, kannst du mir ja folgen, damit wir als nächstes zusammen ins Gelände gehen können. May Bee freut sich sicher das Wissen aus eurem Training weiter zu festigen. Und ich komme mit Paminta mit." Ohne zu antworten nahm Leon die Zügel seines Hengstes auf und wandte sich zum Gehen. Ein Blick in den Himmel verhieß jedoch nichts Gutes. Er ahnte, dass sich etwas zusammenbraute und zweifelte an Dominiks Idee jetzt auf die Geländestrecke zu gehen. Vermutlich war es auch nur die Angst davor sein Wissen zu prüfen. Schließlich hatte Leon sich immer ganz gut vor den Cross Country Pferden gedrückt, seit er vom Lehrgang wieder heim gekommen war. Wenigstens würde er gleich nicht alleine sein. Falls etwas passierte, war gleich Hilfe zur Stelle.
      Franziska beendete alsbald die Session mit ihrem Liebling und nahm sich als nächstes Deo Volente aus der Box. Der Rappe stand mit seinen sieben Jahren in der Blüte seines Lebens. Besonders im Springen war er begabt, doch Franziska forderte auch ihn heute in der Dressur. Er befand sich auf E Niveau, würde aber mit etwas Hilfe auch eine A Dressur schaffen, da war sich die Blondine sicher. Sorgfältig putzte sie das seidige Fell und holte dann Sattel und trense aus der Kammer. Im Verbeilaufen sah sie Anna, die gerade Cadeau zurück in seine Box brachte. Franziska beobachtete sie aus dem Augenwinkel dabei, wie sie als nächstes St Pauli fertig machte. Heute morgen hatte sich Anna mit den Jungpferden Sacred Assault und Thavila beschäftigt. Deo schlug unruhig mit dem Schweif, als Franziska den Sattelgurt anzog. "Zieh den Bauch ein!" scherzte sie und streichelte den Rappen kurz, ehe sie in die Zügel griff und ihn auf den Reitplatz führte. Schwungvoll stieg sie auf und ritt den Rappen im Schritt an. Sie ließ ihm viel Zügel, sodass er sich noch strecken konnte. Beim Warmreiten legte die Reiterin nicht allzu viel Wert auf Formvollendung. Deo nutzte seine Freiheit und schnaubte über den sandigen Boden. Erst als Anna mit Paulchen ebenfalls auf den Reitplatz kam hob er neugierig den Kopf und wurde wieder unruhiger. Franziska war nun gezwungen die Zügel richtig aufzunehmen. Die beiden Hengste hatten sich für diesen Tag entschieden nicht gut Freund zu sein. Beide spielten sich etwas auf und machten es den Reiterinnen schwer sich voll und ganz auf die Reiterei zu konzentrieren. Doch auch mit solchen Situationen mussten sie umgehen. Auf Turnieren ließ sich so etwas auch nicht unbedingt vermeiden.

      Nachdem der Tag gut verlaufen war begannen Leon und Franziska den nächsten Tag mit dem Training von Fix the Flame und S'Cada.Es war regnerisch und hatte sich das Paar in ihrer Reithalle einen kleinen Parcours aus Cavaletti und Stangen aufgebaut. Die beiden Stuten wurde jedoch vorher zuerst gründlich warm geritten, ehe mit der Stangenarbeit angefangen wurde. Irgendwann gesellten sich Dominik und Anna mit Ostid OC und Vakany dazu.Der Fuchshengst war jedoch deutlich abgelenkt von so viel weiblicher Präsenz. Dominik verabschiedete sich deshalb ins Gelände, nachdem Ostid gut aufgewärmt war. Zwar konnte er bei dem Wetter nicht viel anstellen im Gelände, doch er würde wissen was er tut. Nach der Mittagspause sah Franziska bei Sabine nach dem Rechten. Die ältere Frau übernahm das Fohlentraining. Gerade hatte sie Phoebe zwischen und heute früh hatte sie mit Pensive Cuddlepot geübt. Die hübsche Scheckstute machte große Fortschritte beim Führtraining. "Kann ich dir helfen? Die meisten Pferde haben heute Pause und das schaffen die drei schon ohne mich." fragte Franziska. Sabine lächelte. "Sehr gerne! Ich bringe die Kleine eben weg. Dann können wir mit Stracciatella und Skittles eine Runde gehen." Gesagt getan. Franziska holte aus der Sattelkammer die beiden Fohlenhalfter und zwei Stricke und kam Sabine dann auf dem Weg zur Fohlenbox entgegen. Die beiden Stutfohlen freuten sich endlich Auslauf zu bekommen. "Das Wetter ist leider so unbeständig und wir wollen die jungen Pferde nicht bei Gewitter und Sturm draußen stehen haben." entschuldigte sich Franziska und kassierte eine tadelnden Blick ihrer Mitarbeiterin. "Hör auf dich zu rechtfertigen. Ich weiß, dass ihr nur das Beste für eure Pferde wollt." Draußen sahen sie zwei wie Leon mit Aphedril in die Halle ging. "Viel Spaß mein Schatz." rief er seiner Frau zu und verschwand im Dunkeln.
      Nach dem Spaziergang standen die Boxen von Leveneza, Ases Maskwamozi und Emrys leer. Die drei Jungpferde standen in den Kinderschuhen was ihren Beritt betraf und Franziska hielt es für keine gute Idee die drei gleichzeitig in einer Halle zu haben. Doch wenn Leon da anderer Meinung war, musste sie darauf vertrauen, dass er die Situation unter Kontrolle hatte. Doch auch Sabine wirkte nicht begeistert von dieser Konstellation. Sie brummte leise vor sich hin, ehe sie mit einer Idee aufkam. "Am besten machen wir weiter wie bisher und nehmen und einfach die nächsten zwei Fohlen raus." Sie zuckte mit den Schultern. "Gute Idee." meinte Franziska und stülpte das Halfter, das eben noch an Skittles Kopf saß über Nase und Ohren von Louvré. Sabine nahm sich stattdessen Focus vor. Bei diesem Spaziergang redeten die zwei viel über die Reitponys. Thornheart hatte sich auf dem Gestüt prächtig entwickelt und würde bald für die wichtigen Prüfungen vorbereitet werden. Auch das ein oder andere turnier sollte der kleine Hengst laufen. Anna hatte sichtlich Spaß an ihm und allein durch seinen schönen Körperbau und die Farbe war der Hengst interessant für die Sportponyzucht. "Stell dir vor, wenn Pleasing groß ist. Ein Fohlen von den beiden!" schwärmte Franziska und brachte Sabine damit zum Lachen. "Das kann ich mir noch nicht vorstellen, Liebes." Pleasing war einfach noch zu klein. Doch jeder Genetikliebhaber würde erkennen welch Farbpotential in dieser Anpaarung steckte. "Apropros Ponys… Golden Samurai wurde seit zwei Tagen nicht bewegt und ich glaube heute wird es mal wieder Zeit. Das Wetter ist zwar blöd, aber für einen Ausritt reichts. Solange die anderen die Halle blockieren?" Franziska nickte. "Gute Idee. Dann komme ich mit PFS' Heart of Ocean mit. Die vertragen sich zwar nicht gut, aber wir müssen ja nicht aneinander kleben." Die beiden Frauen machten sich mit diesem Vorsatz auf den Heimweg und putzten im Anschluss die beiden ausgesuchten Hengste. In der Halle bewegten Anna, Leon und Dominik aktuell die übrigen Ponys: Eismärchen, Arcany und Princess Sansa.
      Spät am Abend als die Mitarbeiter das Gestüt schon verlassen hatten sattelten Franziska und Leon abermals Pferde. Die beiden Morgan Stuten Senda Oscura und Estrada Dourada durften die frische Gewitterluft schnuppern. Es hatte sich mächtig abgekühlt und die Thermik hatte jetzt ausgesetzt. Das Gewitter war kurz und heftig. "Wie lange glaubst du halten uns Morgane und Corde de la Cerise noch vor, was sie tragen? Ich möchte meine Devotion haben!" fragte Leon seine Frau auf halber Strecke. Sie zog eine Grimasse. "Wen fragst du da? Ich möchte auch endlich meinen General!" Dass die beiden Stuten zu ihrer Überraschung noch am nächsten Tag mit nur wenigen Stunden Abstand fohlen würden, konnten sie nicht ahnen.


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      19. Juli 2018 | 7721 Zeichen von sadasha
      Mit Zucker?

      Die Zauberwald Ranch verkleinert sich. Ob wir eine Hannoveranerstute für die Zucht übernehmen würden? In Sonderlackierung, gut ausgebildet und bereits prämiert? Welcher Idiot würde dazu "Nein." sagen? Nun, vermutlich jemand, der sich die Stute schlichtweg nicht leisten könnte. Doch da sie weit unter Wert verkauft wurde hätten wir wohl auch einen Kredit aufgenommen, nur um die Stute kaufen zu können. Doch das mussten wir nicht. Chessqueen konnten wir sofort abholen. Franziska blieb auf dem Hof, während ich mich in den Wagen schwang und auf den Weg machte. Als ich auf der Ranch eintraf sah ich mich kurz um und lief dann gezielt zum Haupthaus, wo ich auf Rin traf. "Hey!", grüßte ich freundlich und reichte ihr meine Hand. Sie musterte mich kurz und erriet dann gleich wer ich war. "Caenheide, nicht wahr?" Ich nickte. "Gut, dann kommen Sie mal mit. Ich hab noch keine Zeit gehabt Chessqueen für den Transport fertig zu machen. Ich zeig Ihnen wo Alles liegt, dann können Sie das gleich übernehmen und Ihre neue Stute dabei kennenlernen." Abermals nickte ich und folgte ihr dann in die Stallungen. Neugierig sah ich in die Boxen und musste dabei feststellen, dass einige von ihnen leer standen. Möglicherweise standen die Pferde auf ihren Weiden. Unbekümmert ließ ich mich in die Sattelkammer führen, wo ein kleiner Spind bereits offen stand. "Wie Sie sehen, hatte ich schon damit angefangen ihr Transportzubehör rauszuholen. Ich wurde unterbrochen und muss gleich wieder an die Arbeit gehen. Tut mir leid, dass ich so wenig Zeit für Sie habe, Herr Ziegler.", beteuerte sie und erklärte mir dann welches Zubehör zu Chessqueen gehörte und wo sie stand, damit sie wieder ins Haupthaus verschwinden konnte. Chessqueens Transportzubehör war in grün und türkis gehalten und gefiel mir persönlich sehr gut. Neben dem Zubehör schleppte ich außerdem ihren Putzkasten zur Box meiner Stute, ehe ich mich um sie kümmerte. "Na du.", grüßte ich sie und beobachtete wie sie sich gleich zu mir umdrehte und ans Boxengitter kam. Neugierig beschnupperte sie meine Hand, als ich die Tür aufschob um hereinzukommen. Ich wies der Stute per Handzeichen an ein paar Schritte zurück zu tun und sie reagierte prompt. "Braves Mädchen." lobte ich und zog ihr das Halfter über um sie aus der Box zu holen und auf der Stallgasse anzubinden. Sie war nicht dreckig, trotzdem striegelte ich sie ein paar Minuten lang und kratzte ihre etwas mit Stroh zugesetzten Hufe aus. Chessqueen hatte kein Problem mit neuen Menschen. Das war schon mal sehr positiv. Sie wirkte freundlich und interessiert. Ich warf ihr eine dünne Abschwitzdecke über und legte dann die Transportgamaschen an. Das mochte sie nicht so gerne, blieb aber relativ ruhig stehen. "Gut machst du das." lobte ich abermals. Chessqueen hatte sogar einen Schweifschoner, den ich ebenfalls anlegte, ehe ich die Mähne grob einflocht. Ich packte die Putzkiste und danach auch Chessqueens übriges Zubehör in Pferdehänger und Wagen. Die Stute musste solange auf der Stallgasse warten. Ich verabschiedete mich noch von Rin, bevor ich Chessqueen abholte und in den Hänger verlud. Auch hier gab es keine Probleme. Ich stellte sicher, dass der Hänger fest verschlossen war, sah noch einmal nach der Kupplung zum Wagen und fuhr dann zurück nach Hause. Dort angekommen lud ich die Tigerstute aus und führte sie erstmal ein bisschen über den Hof, damit sie sich mit der neuen Umgebung bekannt machen konnte. Aufmerksam sah sie sich um. Wir trafen auch auf Franziska, die gerade mit Focus arbeitete. Sabine ließ sich nicht auffinden, also vermutete ich, dass sie mit Skittles oder Pensive Cuddlepot unterwegs war. "Wohin des Wegs?", fragte Anna, die gerade aus der Halle gekommen war. "Wer ist das?", fügte sie mit Blick auf Chessqueen hinzu. Ich lächelte breit. "Das ist ein Neuzugang, an dem du sicher auch deinen Spaß haben wirst. Hannoveranerstute, bisher im Springen ausgebildet, zeigt aber auch ordentlich Potential für die Dressur.", erzählte ich als würde ich für Chessqueen werben. Ich führte sie zum Putzplatz wo ich sie festband um das Transportzubehör zu entfernen, ehe ich sie in ihre neue Box brachte.

      "Heute bitte mit extra Zucker!", wies ich meine Frau am nächsten Morgen an, die dabei war mir Kaffee einzuschütten. Sie lachte auf. "Idiot!", meinte sie immer noch lachend und reichte mir meinen Kaffee ohne Zucker. "Das war mein voller Ernst.", sagte ich traurig und zog eine Schnute, nippte aber trotzdem an meinem Kaffee. Franziska beobachtete mich kurz, ehe sie sich selbst auch eine Tasse nahm. "Noch eine Stunde.", sagte sie nach einem Blick auf ihre Armbanduhr. Sie fieberte diesem Tag nun schon seit Wochen entgegen. "Die kannst du jetzt auch noch in Ruhe abwarten.", meinte ich locker und lehnte mich demonstrativ etwas im Stuhl zurück. Verzweifelt sah sie mich an und schüttelte langsam den Kopf. "Wenn du wüsstest!" - "Ich weiß!", unterbrach ich sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich sehe es dir an! Aber es hilft nichts. Du kannst die Zeit nicht vorspulen. Außerdem hätte das fatale Konsequenzen falls du es könntest. Denk an Click!" Franziska lächelte gequält. "Du hast ja recht.", gab sie zu. "Ich mache ihre Box gleich schon fertig." Ich zog die Stirn in Falten. "Noch einmal?", fragte ich verwirrt. "Das hast du doch gestern schon gemacht." Sie zog die Schultern hoch und seufzte. Ich lächelte mild und stand auf um den Rest meines Kaffees zu exen. "Ich schnapp mir jetzt Deo Volente und mache einen gemütlichen Ausritt." Franziska nickte. "Gut, dann komm ich mit.. Oder sollte ich hier bleiben? Was wenn sie ankommt, während wir noch unterwegs sind?" Sie stand auf und blickte nervös aus dem Fenster. "Wenn die Kleine früher kommt als erwartet haben wir hier noch immer ein eingeweihtes Team, das sie mit Sicherheit gerne unterhält, bis wir eintreffen.", sagte ich und legte ihr einen Arm um die Hüfte und bugsierte aus dem Haus in Richtung Stallungen. "Du schnappst dir jetzt Red Diamond und dann sehen wir uns in ein paar Minuten auf dem Innenhof.", befahl ich ihr und verschwand in der sattelkammer um Deo Volentes Putzbox zu holen.
      Der Ausritt war sehr entspannend und auch Franziska kam wieder etwas herunter. Als wir wieder zu Hause waren hatten wir gerade noch genug Zeit um die Hengste abszusatteln und zurück in ihre Boxen zu bringen. Dann kam auch schon der Wagen samt Pferdehänger, auf den Franziska so lange hatte warten müssen. "Da ist sie!", jubelte sie hysterisch auf und ab hüpfend, als sie ihn sah. Der Mann, der uns Extra Sugar brachte sprach ein recht gebrochenes Deutsch und war dankbar, als wir ihm Englisch zur Kommunikation anboten. Die junge Stute musste nur zwei Stunden ohne Begleitung im Hänger stehen, da zuvor noch ein anderes Pferd ausgeliefert wurde, das ebenfalls nach Deutschland verkauft wurde. Die Braune war etwas nervös, als man sie auslud und brauchte einen Moment um sich zu beruhigen. "Schau Schatz, sie passt perfekt zu dir.", neckte ich Franziska, der es vor Begeisterung über ihren Neuzugang die Sprache verschlagen hatte. Meine Anspielung hatte sie leider entweder nicht gehört oder nicht verstanden. Man erklärte uns, dass sie ihrem Alter entsprechend ausgebildet war und gab uns dann die Papiere, die für den Transport noch mitgeführt werden mussten. Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen und Tests hatte man uns bereits im Voraus gemailt. "Vielen Dank." sagte ich dem Fahrer. Ich lud ihn noch auf einen Kaffee ein, ehe er sich verabschiedete und heim fuhr. "Nun Franziska, die Kleine sollte jetzt erstmal ankommen. Wie wärs stattdessen mit einem Spaziergang mit Louvré und Phoebe?". schlug ich vor. Sie stimmte ein. Also holten wir die beiden Jährlinge aus ihrer Box und machten sie für einen Spaziergang fertig.


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      09. Oktober 2018 | von sadasha
      Hibiskus und Thaurissan

      Auf dem Caenheide Gestüt erhielten vor Kurzem gleich zwei neue Pferde Einzug. Die Ponystute Hibiskus kam von einer alten Bekannten und hatte sich schon gut eingelebt. Sie war recht unkompliziert im Umgang, wenngleich sie durchaus verrückte Züge an sich hatte. Sie stand mittlerweile mit Eismärchen, Princess Sansa, Arcany und Pleasing auf einer Weide. Die Ponystuten hatten aktuell Pause und genossen die langen Tage auf der Weide, ehe die Temperaturen wieder so kühl wurden, dass man sie mindestens über Nacht in den warmen, schützenden Stall holen musste. Ebenfalls neu eingezogen war der stattliche Braune Thaurissan. Der Hengst verstand sich nicht ganz so gut mit anderen Pferden, weshalb er noch alleine stand, ehe man ihn mit einem Partner vergesellschaftete. Die Zeit dazu war im Moment einfach nicht da. Das Augenmerk des Ehepaars liegt zur Zeit auf den Pferden Thavila, Paminta, Skittles, Stracciatella, Thornheart und Emrys. Die beiden Ponyhengste PFS' Heart of Ocean und Golden Samurai standen aktuell leider auch viel herum. Um diese leichte Vernachlässigung alsbald zu beenden denken die Zieglers über weiteres Personal nach. Besonders freut es das Team, dass Focus, der erst frisch eingeritten wurde schon auf einem Wettbewerb punkten konnte. Phoebe ist ebenfalls als Newcomer heiß im Rennen und soll demnächst eingeritten werden, damit ihre Karriere starten kann. Leveneza wird im Moment ebenfalls schonend angeritten, ihre Ausbildung wird jedoch mit noch mehr Geduld angegangen, da sie bereits durch ihre Erfolge aus Fohlentagen genug Leistung erbracht hat. Devotionund General haben endlich das Licht der Welt erblickt und ihre Mütter Corde de la cerise und Morgane erholen sich gemeinsam mit ihren Anhängseln auf den Weiden. Damit ist die Fohlensaison 2018 auf dem Gestüt beendet. Pensive Cuddlepot, Louvré und Extra Sugarstehen als Youngstergruppe noch separat von den jungen Mutterstuten. Die beiden Morganhorse Stuten Estrada Dourada und Senda Oscura wurden regelmäßig für ausgiebige Erholungsausritte genutzt und bekam dadurch ausreichend Beschäftigung. Übrig bleiben nur noch die prämierten und gekörten Warmblüter. Vakany, May Bee, Yuno, S'Cada, Fix the Flame, Busted Cherry Cake und Chessqueen wurden in kleinen Gruppen in der Führanlage bewegt und durften dann ihren Alltag auf den Weiden genießen. Die Hengste Ghost Merchant, Deo Volente, Red Diamond, Cadeau, St Pauli, Ostid OC und Sacred Assault wurden einzeln in der Halle trainiert. Im Großen und Ganzen läuft es also ganz rund. Lediglich die Zeit ist knapp und es bedarf einer künftig besseren Organisation um diese Masse an Pferden angemessen zu beschäftigen. Vor allem den Fohlen muss sich wieder mehr gewidmet werden, damit sich ihre Erziehung und Entwicklung nicht zu stark verschlechtert.
    • sadasha
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      06. März 2019 | von sadasha


      Eine entspannte Zeit war es aktuell auf dem Caenheide Gestüt. Die Turniersaison war vorbei und würde erst in ein paar Monaten wieder beginnen, keine Stute war für das kommende Jahr gedeckt und so bestand die tägliche Arbeit darin den Betrieb in Stand zu halten. Ein wenig auf den Kopf stellte uns das ganze nur die Ankunft gleich zwei neuer Schützlinge. Darlington, war eine besondere Trakehner Stute aus Irland, die wir durch Zufall beim Stöbern durch Verkaufsanzeigen gefunden hatten. Jeune Mariée hingegen war Franziskas wahr gewordener Traum eines bunten Trakehnerfohlens. Die beiden Stuten kamen in der gleichen Woche, nur wenige Tage versetzt auf dem Hof an und lebten sich derzeit ein. Die Quarantäne Zeit war bald vorüber und dann würde kein Zaun mehr bei der Kontaktaufnahme mit den Koppelfreunden stören. Franziska verbrachte viel Zeit damit ihr Stutfohlen einfach nur zu beobachten, das Fohlen ABC abzufragen. Immer wieder erinnerte ich sie daran, dass es auch noch andere Pferde auf dem Gestüt gab, die sich über ihre Zuneigung freuen würden. So widmete sie sich auch den anderen Jungpferden. Devotion, General und Pensive Cuddlepot waren bald bereit für die ersten Schritte in Richtung Beritt. Es war erschreckend wie groß die drei nun schon waren. Phoebe gesattelt und beritten zu sehen, brachte uns jedes Mal ins Staunen. Extra Sugar war da noch eine ganze Ecke kleiner, verspielter und unberechenbarer. Die Jüngste auf dem Gestüt, neben Marie. Gedankenversunken stand ich neben May Bee und verlas ihren dichten Schweif. Meine Frau konnte ich durch das offene Stallfenster bespitzeln. Sie lief draußen hin und her um die Koppeln ohne automatische tränken mit Wasser zu versorgen. Als ich meine Stute fertig geputzt und schon aufgesattelt hatte kam Franziska auf die Stallgasse und sah mich mit weitem Blick an. „Was ist los?“, fragte ich, unsicher darüber was sie wohl schockierte. Sie hob eine Hand um mir Einhalt zu gebieten. „Warte einen Moment, ich komme mit S'Cada mit!“ Hektisch wandte sie sich um und entspannte sich just in dem Moment, als sie sah, dass S'Cada mit Abschwitzdecke in ihrer Box stand. Das Putzen würde so ein wenig schneller gehen. Lächelnd beobachtete ich das Prozedere und kraulte May Bee an Hals und Schulter. Irgendwann fand ich genau den Punkt, der die Fuchsstute dazu brauchte sich lang zu strecken, den Kopf zu senken und das Gesicht zu einer lustigen Grimasse zu verziehen. Als sie dann auch noch anfing zu stöhnen lachte ich und hörte kurz auf. Enttäuscht wandte May Bee den Kopf zu mir um. Auch Franziska hielt kurz inne, ging dann jedoch in die Sattelkammer. Keine zehn Minuten später ritten wir uns in der Halle warm. Wir blieben nicht lange hier. Kaum waren die beiden Stuten warm ging es raus ins Gelände. Wir ritten bis hoch zum Wald und suchten die Wege aus, die noch trocken genug waren, damit wir das Tempo ab und an erhöhen konnten. Für S'Cada und May Bee war das am Ende des Ritts eine gelungene Trainingseinheit. Wir bewegten den Rest des Tages noch Vakany und Corde de la cerise. Die übrigen Pferde hatten heute frei und würden morgen bewegt werden. Wir ließen den Abend mit einem gemeinsamen Essen ausklingen und gingen dann ins Bett.
      Der nächste Morgen begann mit viel Sonne und entsprechend guter Laune. „Hengsttag.“, beschloss Franzi beim Frühstück. „Erst der Senior?“, schlug sie vor und funkelte mich begeistert an. Ich nickte und bereitete mich in Gedanken auf eine Springstunde mit
      Red Diamond vor. Er war der älteste Hengst auf dem Hof und lief keine Wettbewerbe mehr. Ab und an gab es noch Interessenten für einen Natursprung, doch er hatten hier ein weitestgehend ruhiges Leben und durfte bei uns bleiben, bis es irgendwann zu Ende geht. Nach dem Senior schnappten wir uns Cadeau und Ostid OC. Die zwei ritten wir in der Reithalle, wo wir abermals auf unsere Trainer trafen. Deo Volente und Sacred Assault wurden von ihnen gerade gearbeitet. Die Hengste verstanden sich nur minder gut und wir gingen uns so gut es ging aus dem Weg. Alltag im Umgang mit Hengsten, sie mussten trotzdem lernen auch bei Anwesenheit anderer Pferde, egal welchen Geschlechts, bei der Sache zu bleiben und ihren Job zu machen. Auch Focus war davon nicht ausgenommen, wenngleich er noch so jung war, dass wir nicht allzu viel erwarteten. Überraschender Weise arbeiteten heute vor allem diese beiden besonders fleißig mit und ließen sich nicht irritieren. Wir machten nach den eher eintönigen Trainingseinheiten auf Halle und Platz einen gemeinsamen Ausritt mit Thaurissan und Golden Samurai. Zwei Hengste, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wir genossen die warme Sonne auf unseren Gesichtern und setzten nicht viel daran die Pferde zum arbeiten zu bekommen. Der leichte Wind machte den fast schon frühlingshaften Tag perfekt. Zumindest solange, bis sich unter die rauschenden Geräusche der Umgebung auch ein klägliches Jammern mischte. „Hörst du das?“, flüsterte Franziska und sah mich mit besorgter Miene an. Wir hielten die Hengste an und versuchten das Klagen zu orten. „Da!“, rief Franziska und deutete auf den Feldgraben. Ein sich bewegendes Bündel lag dort im Dreck. Wir stiegen ab und nahmen die Pferde mit, die uns nur unsicher folgten. Das Bündel war eine Leinentasche. Darin wuselten drei kleine Katzen. „Wer tut so etwas?“, fragte Franziska enttäuscht und nahm die Kätzchen eins nach dem anderen hoch. Sie waren dreckig und verschnupft. „Leg sie zurück in die Tasche, dann können wir sie einfacher transportieren.“, bestimmte ich und Franziska folgte meinem Rat. Wir machten uns sofort auf den Heimweg. Samurai war zum Glück ein wenig entspannter als Thaurissan, was das merkwürdige Bündel betraf. Ruhig ließ er sich führen und schnupperte ab und an an den Kätzchen, wenn sie besonders laut Maunzten. Mein brauner Hengst hingegen spielte sich ab und an so sehr auf, dass ich lieber ein paar Meter hinter meiner Frau ging. Ich konnte es dem Hengst nicht verübeln. Es sah merkwürdig aus, wenn sich die Katzen in dem Beutel hin und her bewegten, das könnte auch ein besonders agiles Alien sein! Zu Hause angekommen legten wir die Katzen in einem Wäschekorb ab und sattelten unsere Pferde ab und brachten sie in ihre Boxen. Erst dann schickte ich Franziska los mit den Katzen zum Tierarzt zu gehen und danach ins Tierheim. Ich kümmerte mich in der Zwischenzeit um Punchdrunk, Emrys und Thornheart. Die drei Reitponyhengste ritt ich nicht, ich steckte sie in die Führanlage und blieb dann mit meiner Frau über das Smartphone in Kontakt. Sie war so aufgeregt, schaltete sofort Anzeigen im Internet ob jemand die Katzen vermisste. Doch es war unter diesen Umständen recht eindeutig, dass die Katzen ungewollt waren. Man hatte sie ausgesetzt. Immer wieder fragte Franziska was für Menschen so eine Tat vollbrachten, wohlwissend, dass die Kätzchen auch hätten sterben könnten. Sie vergoss in der Nacht einige Tränen darüber und dachte sich viel zu sehr in die Materie hinein. Tröstend streichelte ich ihr über den Rücken und sagte gar nichts dazu. Egal was ich gesagt hätte, es wäre nicht richtig gewesen oder hätte die bösen Gedanken nur vertieft. „Ich möchte sie alle behalten, wenn sie überleben.“, beschloss Franzi. Auch das ließ ich unkommentiert. Wir würden noch genug Zeit haben diese Überlegung zu diskutieren, doch jetzt war dafür der falsche Zeitpunkt. Ich kümmerte mich am Tag darum meine Frau mit Arbeit abzulenken. Ich suchte für sie die Ponys aus, mit denen sie arbeiten sollte und ritt selbst ein paar der Großpferde. Am Ende waren Hibiskus, Pleasing und Eismärchen von ihr beschäftigt worden. Ich hingegen hatte mich um Stracciatella, Aphedril und Thavila gekümmert. Die Trainer hatten Arcany am Morgen gearbeitet. Nachmittags hatten sie dann Estrada Dourada und Senda Oscura rausgenommen. Die beiden Morganstuten waren auch für sie eine Herausforderung und Spaß zugleich. Wir hatten ihnen beigebracht wie sie mit ihrer zusätzlichen Gangart zu reiten waren und sie nutzten jede freie Minute um mit ihnen zu üben. Franzi und ich verbrachten den Nachmittag damit uns um die Kätzchen zu kümmern. „Das ist eine prima Vorbereitung auf eigene Kinder.“ Franziska schmunzelte und lächelte mich vielsagend an. „Ich dachte die Pferde sind unsere Kinder, reicht das nicht?“, fragte ich feixend. Ich sah ihr an, dass sie überlegte eine Diskussion zu starten, doch sie ließ es bleiben. Es hätte die Stimmung zu sehr gedrückt und deshalb bin ich ihr dankbar. Sie ließ mir die Zeit, die ich brauchte. Eigene Kinder waren ein großer Schritt, vor Allem wenn man nebenbei einen Betrieb führen musste. Konnten wir das überhaupt stemmen? Zeitlich? Vielleicht irgendwann, doch nicht jetzt, nicht in nächster Zukunft. Wenn mehr Personal da ist, die Einnahmen stabil sind. Kurz: Wenn der Betrieb auf einer stabilen Basis steht.
    • sadasha
      @Friese
      Bitte lösche das Pferd bei mir selbst, sobald du es fertig hochgeladen hast.
      Es kann sein, dass ich ein paar Wochen oder Monate nicht dazu kommen würde!
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Verkaufte Pferde
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    25 Feb. 2019
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    3

    EXIF Data

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    330,1 KB
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    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

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    Hengst
    3 Jahre
    Rasse Trakehner
    Stockmaß/Endmaß 166cm
    Fellfarbe Braunschecke
    Geno Ee Aa nTo

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    Charaktereigenschaften
    Neugierig, Temperamentvoll, Aufmerksam, Wild, Mutig

    Beschreibung
    Focus ist ein schöner, hochbeiniger Braunschecke der neben seinem Aussehen, mit seinem angenehmen Temperament besticht. Beim Fohlen ABC zeigt er sich aufmerksam und interessiert. Bei Spaziergängen durch den Wald zeigt Focus sich mutig und möchte am liebsten alles allein erkunden. Focus wird ein ausgezeichnetes Sportpferd werden.

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    Trainingsplan
    Fohlen ABC - | Eingeritten x | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M S

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S


    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S

    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****
    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100 BE100Plus Novice Intermediate Advanced Intermediate Advanced


    Western E A L M S

    Western Pleasure: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Reining: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Trail: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Cutting: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Barrel Racing: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Pole Bending: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Roping: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Hunter under Saddle: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1


    Distanz E A L M S
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***

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    Offiziell
    SW 506
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    Inoffiziell

    keine

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    Von Fleming
    Von Ravallo [FS1 | FS2] Aus der Mystical Star
    Von Rasputin [FS1 | FS2] Aus der Ibiza | Von Pacey Aus der Ysun

    Von Raven Aus der Marah (Yin Yang x Miami Blood Moon) | Von unbekannt Aus der unbekannt Von unbekannt Aus der unbekannt | Von unbekannt Aus der unbekannt


    Aus der Busted Cherry Cake

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    Körpunkte
    Abstammung 4
    Schleifen 1
    HS 0
    TA 0
    Trainer 0
    Zubehör 0
    Gesamt 5


    Schleife
    HK

    Eingetragene Zucht Caenheide
    Züchter/Herkunft Phoenix Valley
    Besitzer sadasha (Leon Ziegler)
    VKR/Ersteller Rinnaja

    Information zur Genetik
    To ist an E gekuppert. Das heißt Tobiano Nachzucht erbt von Focus xE xTo.
    x steht hierbei für den Genpool der Mutter, der natürlich variieren kann.


    Nachkommen
    keine


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    Letzter Tierarztbesuch unbekannt
    Gesamteindruck unbekannt


    Letzte Zahnpflege überfällig
    Letzte Wurmkur überfällig
    Letzte Impfung überfällig


    Letzter Hufschmiedbesuch unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert nein


    Beschlag vorne keiner
    Beschlag hinten keiner


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    PNG | Puzzle PNG | Offizieller Hintergrund
    Fohlen PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund