1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Muemmi

Fleming | Zuchthengst

Trakehner | Hengst | Im Besitz seit: Mai 2016| Pfleger: Luisa Goeke | Bitte keine Kommentare!

Fleming | Zuchthengst
Muemmi, 1 Juli 2018
Wolfszeit gefällt das.
    • Muemmi
      Alte Berichte

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 06. September 2016 | 5129 Zeichen

      Seit dem letzten Bericht sind folgende Pferde auf der Gnadenweide bzw. haben das Gestüt Naundorf verlassen:

      Narnia, Darkwood´s Storm Dancing Feather, Small Joker likes Dun,
      Firewalker, Oline, Inka Dakaprio, Awolnation, Efeumond,
      Reebook, Coda, Admiral´s Valentin, Armani, Miami´s Blue Boy,
      Apfelblüte, Tringle, La Luna

      ---------------------------------------------------------

      Neubau für die Turnierpferde des Gestütes
      Fleming, Amber, Caja, Dante, Aquentino, Reykja, Checkpoint, Mon Amie, Thor, Taciturn

      Hauptstall der Zucht
      Aeastas Amor, Zingara, Ehrengold, Ravallo, Seana, Red Diamond II, Weyganda, Lacura, Polarfuchs, Rasputin, Trink auf´s Leben, Little Sweetness, Butch, Tainted Love Toffifee

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Occani, Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Leona, Primadonna, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, La Luna, Sweet Poison
      Neu hinzugekommen

      Die große Trauerweide in der Mitte des Hofplatzes färbte sich ganz langsam in ein herbstliches Braun und auch die anderen Bäume verloren schon langsam ihr sommersattes Grün. Auf dem Gestüt hatte sich über die letzten Monate viel getan, viele Pferde haben uns verlassen und einige sind auf die Gnadenweide für ihren Lebensabend gewechselt. Auch einige Fohlen hatten ihren Weg dorthin gefunden, denn ich würde bald mit meinen Turnierpferden abreisen und nach England ziehen. Das Naundorfer Gestüt mit den Welshponys würde mit den Gnadenweidenpferden weiterhin in Naundorf bestehen bleiben und unter Isabellas Leitung, einer jungen Züchterin, die ich über die letzten Marktverkäufe kennen gelernt und dann für mich eingestellt hatte, laufen. Ich wollte mich jetzt vorranging darum bemühen, mir meinen Lebenstraum zu erfüllen und hatte mit den erwirtschafteten Gewinnen ein kleineres Landhaus südwestlich von London gepachtet. Das alte Landhaus erinnerte mich an Jane Austens Longbourn und sollte mit einem schönen Garten und einigen Stallungen für Gäste und Urlauber eingerichtet werden. Der richtige Name fehlte mir noch für das Anwesen, aber es sollte der Ausgangspunkt für eine internationale Karriere werden. Vorrangig hatte ich dafür Dante, Fleming, Aquentino und Reykja im Visier, aber vor allem sollte Amber jetzt richtig durchstarten. Die mittlerweile 7-jährige Cremellostute war mein ganzer Stolz und ich hoffte, mit ihr in England den richten Start zu finden. Doch bis es soweit war, würde es noch eine Weile dauern, die Geschäfte liefen gut, aber es gab noch den ein oder anderen Papierkram und noch ein paar Verkäufe, die getätigt werden mussten. Auch die Ausbildung der Pferde durfte nicht vernachlässigt werden. All das schwirrte mir durch den Kopf, als ich nach dem kurzen Frühstück mit Idefix, der mittlerweile schon etwas in die Jahre gekommen war, in den Welshstall hinüber ging und fütterte. Occani war als Fohlen kurz auf meinem Hof gewesen, jetzt kam sie von der Käuferin zurück und stand schon einige Wochen bei den Welshpferden. Sie sollte mit ihrer guten Abstammung die Runde komplett machen. Mit ihr auf der Weide standen Seidenfell, Nikita, Teutonia, Zimtmond, Leona, Primadonna, Lara und Luna, bis letztere an ihre neue Besitzerin ging. Bei den Hengsten waren nur noch Miro, Bow, Poison und Landwein übrig. Alle Ponys waren in einem sehr guten Zustand und erfreuten sich bester Gesundheit. Die ungekörten Mädels bespaßten derzeit die letzten Ferienkinder mit ihren Familien und die Hengste deckten auf anderen Höfen private Stuten. So spielten die Welshis einen guten Teil des Hofgeldes ein, auch wenn die Zucht noch weiter brach lag. Als ich fertig war, lief ich hinüber zu meinen alten Zuchtpferden, die ebenfalls auf dem Gestüt bleiben sollten. Sie hatten sich hier ihren Stammkundenbaum aufgebaut und waren sehr beliebt, derzeit trug Seana ein Fohlen für Eddi. Ihre Bekanntheit wollte ich aber nicht mit ihnen selbst, sondern über meine Turnierpferde international machen, weswegen ich sie auch wegen der Kapazität in Deutschland ließ. Auch hier waren drei bekannte alte Hasen zurück gekommen. Aestas Amor und Ehrengold, zwei Rennpferde, die viel geleistet hatten und bei der alten Besitzerin leider nicht mehr die Liebe und Zuwendung erhielten, die sie verdienten. Finanziell sah es auf dem Hof wohl nicht mehr so gut aus, weswegen die beiden rechtzeitig zu mir kamen und nun wieder in vollem Glanze da standen. Ehrengold war ebenfalls ein beliebter Deckhengst geworden und sorgte nicht nur auf meinem Gestüt für süße, langbeinige Babys. Neben den beiden hatte auch die wunderschöne Friesenstute Zingara ihren Weg zurück zu mir gefunden, die ich vor Jahren sehr lange besessen hatte. Auch sie musste aufgepeppelt werden und hatte leider einige Verhaltensschäden mitgenommen. Sie traute außer mir noch keinem anderen wirklich, machte sich aber von Tag zu Tag besser. Da sie wohl nicht mehr geritten werden konnte, zog ich aus ihr recht schnell ein Fohlen, Thor von Thorontos, der mit auf die Reise nach England gehen sollte. Und dann waren da die üblichen Verdächtigen: Ravi, Seana, Säufer, Toffifee, der dicke Butch, Sweety, Polarfuchs, Rasputin, Lacura, Weyganda und Red Diamond. Alle waren ausnahmslos gesund und mampften ihren Hafer und ihr Müsli, während ich die Stallungen mistete und die Gasse kehrte. Als auch hier die Arbeit getan war, ging es für mich hinüber zu den Pferden, deren Papiere ich für die Abreise im nächsten Frühjahr herrichtete. Amber und Fleming sollten mir noch im Herbst folgen, insgesamt sollten mitgehen neben den bereits genannten auch noch die süße Taciturn, die ich so ins Herz geschlossen hatte, dass ich sie unbedingt auf dem englischen Hof haben wollte, sowie Checkpoint, Mon Amie und Caja. Checkpoint hatte die Tage etwas Probleme mit dem Heustaub und durfte deswegen den ganzen Tag auf die Koppel, die ich ihm extra anders abgesteckt hatte, ansonsten war auch hier soweit alles in bester Ordnung. Nach meiner Hofrunde musste ich allerdings wieder zurück ins Büro. Erst Abends, wenn alles erledigt war, wollte ich noch mit Amber Springen und Reki Dressur üben.


      Trainingsbericht August 2016
      [​IMG]
      Dressur von E Niveau auf A Niveau

      Heute war ein wirklich verrückter Tag, denn gleich kamen direkt 3 Pferde an. Die Besitzerin Muemmi brachte den Trakehner Hengst Fleming, den Holsteiner Hengst Dante und die Stute Caja. Ich stand bereits auf dem Hof um die Pferde zu empfangen und hoffte, dass alle Pferde lernwillig waren. Bei diesem Gedanke kamen auch schon zwei Wagen mit Anhängern auf die Anlange gefahren. Sobald beide Fahrer ausgestiegen waren ging ich zu ihnen. „Willkommen im Ausbildungscenter der Mountain Ridge Ranch!“ begrüßte ich sie und eine Frau stellte sich als Muemmi vor. „Also, ich zeigen ihnen die Anlage und dann fangen wir auch direkt mit ihren Pferden an!“ Im Schnelldurchlauf zeigte ich die ganze Anlage und zum Glück waren bereits alle Pferde einsatzbereit. Ich entschied mich mit Flaming anzufangen und sobald ich im Sattel saß fing er an nervös zu tippeln. „Das ist normal bei neuen Reitern.“ meinte Muemmi ruhig. Ich ritt den Hengst erst warm und machte viele Volten um ihn zu dehnen, danach find ich mit den neuen Lektionen an und ich war erstaunt wie schnell er lernte ihn der kürze der Zeit lernte Fleming zwei neue Gangarten, denn Mitteltrab und den Mittelgalopp, außerdem Schritt- Galopp Übergänge und auch und auch das Rückwärtsrichten hatte er schnell drauf. „Muemmi das ist ein wunderbares Pferd!“ gab ich zu als ich auf Dante stieg um ihn auf A Niveau im Springen zu bringen. Ich hatte vorher ein paar Sprünge aufgebaut und nun musste man Dante nur zeigen, wann er abspringen musste. Denn beim ersten Sprung zeigte er mir direkt, dass die Höhe kein Problem war. Jedoch merkte ich schnell, dass er stark auf Hilfen reagierte und nachdem ich ich auf das Pferd eingestellt hatte lief es wie ein Länderspiel. Ein Sprung nach dem andern meisterten wir und auch hier dauerte es nicht lange, dass ich ihn aufstufen könnte. „So, die einzige Dame.“ ich lächelte und stieg auf Caja. Sie schien ein ruhig Pferd zu sein, welches sich nicht aus dem Konzept bringe ließ. „Muemmi, ich glaube bei ihr brauchen wir noch weniger Zeit.“ Sie lachte „Gut, möglich ich freu mich schon auf die Turniere.“ Und dann legte ich los und meine Güte, dieses Pferd konnte springen. Ich brauchte keine Hilfen geben, Caja wusste wann sie abspringen musste und nach 3 Durchläufen war auch dieses Pferd fertig. Ich steig ab und ging ins Haus um die Zertifikate auszufüllen, in der Zeit machen Muemmi und er andere Fahrer die Pferde transportbereit. Ich überreichte Muemmi die drei Zertifikate „Herzlichen Glückwunsch und eine gute Heimfahrt!“ wünschte ich ihnen. „Vielen Dank bis bald!“ verabschiedete sich Muemmi und düste vom Hof. (2.612 Zeichen)


      Springtraining
      auf dem Gestüt Naundorf

      Trainerin: Luisa Goeke
      Klassenaufstieg: L auf M
      Monat: Oktober 2016

      "Aufgehts mein Süßer, guuut so." Ich lobte Fleming immer wieder, während ich ihn sauber vorwärts ritt und ihn aufwärmte. Der Gute hatte heute mal wieder Training auf dem Springplatz, nachdem das Wetter es leidlicherweise grade so zu ließ. Ich hatte den Platz vorher halbwegs abgezogen, damit keine Pfützen standen, allerdings war Fleming jetzt schon nicht mehr schwarz, sondern sandfarben an den Beinen. Ich würde ihn wohl später warm duschen, abziehen und unter das Solarium stellen. Dann würde er auch nicht gar so großen Muskelkater haben. Flemi, mein kleines Baby, war nämlich langsam kein Baby mehr, sondern würde mit dem heutigen Training die Leistungsklasse L erreichen. Wir sprangen uns nach gut 20 Minuten leichter Dressur an einigen niederen Aufbauten und den zwei Oxern warm, auch ich musste erst wieder richtig rein kommen. Ich ritt zu wenig Springen, in letzter Zeit hatte ich vorzugsweise Amber und Webster dressurmäßig geritten. Aber ich war schnell wieder bei der Sache, ebenso fix ritten wir korrekt an und er landete mir sauber hinter jedem Hindernis. Auch die Abstände klappten von Runde zu Runde besser. Mia, meine zweite Ausbilderin am Hofe und zuständig für die Betreuung meiner Welshis, assistierte mir in der ersten dreiviertel Stunde. Sie legte mir die Hindernisse zusätzlich auf und korrigierte meinen Sitz, gab Ratschläge zum Anritt und ließ mich danach für den Stalldienst alleine weiter machen. Es war später Nachmittag und mir saß die Dämmerung schon fast im Nacken, als ich den ersten der 9 M-Sprünge nahm. Der letzte der L hatte 1,20m, wie der erste nun, aber dann würde ich schon auf die maximalen 1,30m gehen. Fleming spitzte die Ohren, schnellte nach oben und hob sauber die Hinterhand. Ohne Fehler ließen wir diesen hinter uns, ich nahm ihn wieder etwas zurück und warnte ihn mit der Stimme. "Vorsicht, der ist höher Großer!" Fast schaffte er ihn, mit der Vorderhand zog er die oberste Stange ab und buckelte danach leicht, was ich schon von ihm gewohnt war. Ich war mir immer noch nicht ganz schlüssig, ob er sich ärgerte, oder ob es ihn eher freute. Letzteres nahm ich nur wage an, denn ab dem zweiten Sprung merkte ich, dass er erst deutlich zu hoch, aber dann sauber abschließend die weiteren M-Sprünge nahm. Das liebte ich so an Fleming. Da war noch deutlich Luft nach oben, aber er überarbeitete sich nicht, wenn er mal die Höhe eingestellt hatte. Nun ritt ich ihn auf unseren obligatorischen Wassergraben zu, eine Buchsbaumhecke mit auf dem Boden liegender, blaubemalter Holzplatte dazwischen. Ich hatte den Abstand der Sprungweite von 1,40m, also etwas mehr als maximal bei L belassen. Diese würde ich erst nach und nach erhöhen auf die maximalen 1,55m. Ich machte mir darüber auch kaum Gedanken, Fleming schaffte die Weite gut. Mit 1,69m Stockmaß war dies auch wirklich fast ein Kinderspiel. Mir war wichtiger, dass er die Höhen gut schaffte. Zwischendrin ritt ich ihn immer wieder in Trab und Schritt Intervallen, damit er sich nicht überanstrengte. Insgesamt ging ich mit Aufwärmen 5 Runden, dann ließ ich es gut sein. Er riss insgesamt vier Mal, was ich durchaus in Ordnung fand. Morgen würde ich ihn wegen dem Muskelkater leichte Dressur reiten und den Tag darauf noch einmal im Gelände unseren Waldparcour abreiten, dann sollte den ersten erfolgreichen Turnieren in der Klasse M im Springen nichts mehr im Wege stehen. Nach der getanen Arbeit ritt ich ihn mit aufgelegter Fleecedecke ab, führte ihn in den Stall und wusch ihn sauber mit warmen Leitungswasser ab. Unter dem Solarium dampfte er glücklich vor sich hin, während er die ein oder andere Möhre und Streicheleinheiten von mir bekam, bevor er mit seinem wohlverdienten Abendessen in seiner Box seinen Feierabend genießen durfte.

      (c) Muemmi | Offizielle Springreit-Trainerin | 3736 Zeichen

      [​IMG]

      Als Lesja mit dem dritten Koffer um die Ecke bog, konnte ich das Augenrollen nicht mehr unterdrücken. „Wir sind für ein paar Tage weg, nicht für ein paar Wochen.“ Seine Antwort verstand ich aber nicht so ganz – aber, so wie ich ihn kannte, war es irgendeine lahme Rechtfertigung. Bevor ein vierter Koffer im Auto verschwinden konnte, schlug ich lieber den Kofferraum zu und schob den Hünen in Richtung Beifahrersitz. Zoe hinterm Lenkrad startete schon den Motor, als ich gerade einmal die Tür öffnete. Aber gut, unser Flug nach Deutschland ging auch schon in ein paar Stunden, wir waren noch nicht eingecheckt und allgemein noch ein bisschen weit weg vom Flughafen.
      Für Lesja und mich war es die erste Reise ins Heimatland in diesem Jahr. Dabei waren wir – oder viel mehr ich – nicht wirklich zum Urlaub machen hier. Es ging erst auf das Gestüt Naundorf in Brandenburg, und dann auf einen kleinen Roadtrip gen Süden. Aber irgendwie schien Lesja das einfach komplett vergessen zu haben; während des dreizehnstündigen Fluges plante der nämlich genauestens unsere Woche in Deutschland, was wir alles machen mussten, wen wir besuchen mussten. Pipapo. Nach etwa zweieinhalb Stunden stöpselte ich mir die In-Ear Kopfhörer ein und ließ ihn einfach weiterplappern.
      Müde und jetlagged aber einigermaßen heil kamen wir in Cottbus an und machten uns sofort auf den Weg Richtung Naundorf. Luisa Goeke würde uns bestimmt einen kleinen Powernap gönnen, bis ich mich an die Hufe ihrer zwei Pferdchen machte. Und so kam es dann auch; als Lesja und ich uns an die Haustür geschleppt hatten und uns eine junge Frau geöffnet hatte (die sich auch noch zufälligerweise als Luisa Goeke herausstellte! Was ein Zufall!), führte sie uns in ein kleines Zimmer mit einer großen, sehr bequem aussehenden Couch und bot uns an, dass wir uns erst einmal ein wenig ausruhen könnten. „Die Pferde laufen euch ja nicht weg,“ scherzte sie und schloss die Tür. Danach gab es kurz Gerangel um den besten Platz, fünf Minuten später waren wir aber auch schon eingeschlafen. Geplant war ein Powernap, aus dem dann aber ein eineinhalb Stunden Nickerchen wurde, und selbst dann fühlte ich mich noch mehr als gerädert. Ein paar Minuten, nachdem ich mich endgültig von der Couch hatte rollen lassen und den Versuch gestartet hatte, mich mit Laufen wach zu kriegen, klopfte es leise an der Tür und ein Kopf steckte sich durch die Tür.
      Luisa warf einen kurzen Blick auf den noch schlafenden Lesja, dann flüsterte sie „Kaffee?“ und Gott, das war jetzt genau das Richtige.

      ***
      Nach zwei Tassen Kaffee wollte ich mich dann doch wirklich mal an die Arbeit machen. Es war zwar gerade einmal Kaffeezeit (ha!), aber die Tage wurden kürzer und ich persönlich war ja der Meinung, dass Arbeit nur bei Tageslicht ging. Während ich mit einem immer noch ziemlich steifen Rücken mein Werkzeug auspackte und auch den Ofen schon einmal anfeuerte, holte Luisa das erste Pferd und kam bald darauf mit einer schlanken, rotbraunen Stute zurück. Etwa in meiner Größe und mit einem wachen, aufmerksamen Blick – da konnte eigentlich nichts schiefgehen. Mit einem Leckerli begrüßte ich Mon Amie erst einmal, ehe Luisa sie auf der Stallgasse anband, und dann fing die Arbeit an.
      Eigentlich müsste ich es ja gewohnt sein, jetlagged zu arbeiten. Aber schon nach dem ersten Huf brannten mir die Augen und ein dumpfer Kopfschmerz bahnte sich an. Trotzdem kontrollierte ich die Eisen, entschied mich dann dafür, sie abzunehmen und lieber neue Eisen anzupassen. „In spätestens eineinhalb Wochen sind die dann auch zu nichts mehr zu gebrauchen,“ prophezeite ich, als ich die Nägel aus dem rechten Hinterhuf zog. „Und lieber machen wir jetzt neue drauf, als dass du in zehn Tagen wieder jemanden holen musst.“ – und schwupps war auch der letzte Huf ohne Eisen. Jetzt ging es ans Kürzen; nachdem die Hufsohle ausgeschnitten war, knipste ich mit einer Zange den Tragrand weg und griff nach der Feile. Erst, als der Huf zu meiner Zufriedenheit plan auf dem Boden auflag, ging es der Tragwand an den Kragen. Dazu schob ich den Bock an und mit ein wenig Überzeugungsarbeit ließ Mon Amie den Huf auch aufgebockt.
      Nachdem dann alle vier Hufe wieder auf die richtige Länge gekürzt waren, war es an der Zeit, die neuen Eisen anzupassen. Einzeln kamen sie in den Ofen und dann auf den Amboss, um sie schon ein bisschen zurecht zu biegen. Mehrmals wiederholte ich das, legte das heiße Hufeisen immer wieder auf Mon Amies Hufe, bis sie dann super passten. Mit den Nägeln zwischen den Lippen machte ich mich dann daran, das erste Eisen aufzunageln. Eine gute viertel Stunde später war dann auch schon alles vorbei und nach einem allerletzten Check, dass auch ja alles passte, durfte Mon Amie zurück auf die Koppel. Kein einziges Mal war sie während der gesamten Prozedur zusammengezuckt, hatte alles brav und gelassen über sich ergehen lassen. Eigentlich müsste sich Bucky mal eine Scheibe von Amie abschneiden. In der Zeit, in der ich meine Stute mit Luisas verglich und mit einem Besen die ganzen alten Hornreste zusammenkehrte, war meine Gast- und Auftragsgeberin dabei, den zweiten Freund für heute zu holen.
      Fleming, so der Name, überragte mich dann dafür um gute zehn Zentimeter, und auch sonst machte er einen recht imposanten Eindruck; gut bemuskelt, selbst post-Turniersaison, mit glänzendem Fell, herumspielenden Ohren und einer Ausstrahlung, die man sich von einem erfolgreichen Turnierpferd vorstellte. Trotzdem merkte man schon als Außenstehender, dass er nicht das brave, unkomplizierte Pony war – auf den Weg zum Stall sah ich, wie Luisa öfters mit ihm anhielt und ihn ein paar Schritte rückwärts schickte, wohl, um seine Aufmerksamkeit wieder auf den Menschen an seiner Seite zu lenken. Auch, als er angebunden war, war sein Blick immer auf den Hof vor ihn gerichtet – kurze Reaktionen auf mich oder Luisa inbegriffen, aber der Hauptfokus lag auf den Trubel vor der Stalltüre. Insgeheim hoffte ich, dass er mich dann problemlos an seinen Hufen rumwerkeln lassen würde, aber siehe da: der Mann war multitaskingfähig! Die alten Eisen ließ Fleming mich noch begutachten (und auf den gleichen Schluss wie bei Mon Amie kommen), dann fand er das Hufe geben ziemlich doof und zog jedes Mal ruckartig das Bein zurück. Das führte dazu, dass ich das ein oder andere Mal fast das Gleichgewicht verlor, aber ich war mit sturen Ponys aufgewachsen, die genau das Gleiche probiert hatten. Mit viel Ausdauer und Sturheit bekam ich dann aber die alten Eisen auch noch ab und konnte nach dem Hufmesser greifen.
      Als Fleming sich dann scheinbar beruhigt hatte, war die restliche Arbeit auch recht schnell erledigt. Ein paar Schritte Tänzeln waren zwar dabei, aber damit konnte ich arbeiten. Beim Aufnageln wollte er dann auch noch mal in alte Verhaltensmuster fallen, aber dabei war sein Pech, dass ich eigentlich so gut wie fertig war. Nur noch ordentlich Vernieten, dann war auch der zweite Kunde mit neuen Schuhen unterwegs. Während wir zusammen die Stallgasse fegten und ich fast gleichzeitig auch meine Werkzeuge wieder in den Van packte, bot Luisa an, uns eine Nacht aufzunehmen. Dankend lehnte ich aber ab; Lesja lag wahrscheinlich noch in den Federn und sollte für eine Nachtfahrt in den Süden wach genug sein. Außerdem erwarteten uns unsere Familien morgens bereits und hatten ein volles Programm vorbereitet. So gerne ich natürlich die Nacht in einem schönen, weichen Bett verbracht hatte, etwa eine Stunde nach dem Gespräch waren wir auf dem Weg zur Autobahnauffahrt.

      [​IMG]
      (c) Muemmi | 6399 Zeichen | 08.11.2016

      - Springreiten -
      Possy Pleasure Mainstream (S -> S*)
      Fleming (M -> S)
      Mon Amie (S -> S*)


      Heute hatte ich ziemlich viel zu tun. Es standen drei Pferde für die Ausbildung auf den Plan und ich hatte mit der Klasse S, bzw. deren Teilbereiche, mittlerweile richtige Spitzenpferde unter mir. Da Fleming aus den Dreien noch der war, der von der Klasse M auf S wechseln würde, sprang ich mich mit ihm als Trainerin warm. Er war genauso fleißig wie beim letzten Mal und arbeite gut mit, auch wenn er doch noch etwas übermütig war. Auch bei diesem Training peilte Fleming ersteinmal alle Hindernisse zu hoch ein. Er merkte langsam, dass es hier nicht mehr um Klasse A oder L ging, sondern er jetzt bei den ganz Großen angekommen war. Dennoch schaffte er sie verhältnismäßig mit einer solchen Leichtigkeit, dass es mich, Luisa Goeke, die beste Springreiterin auf dem Hof, fast aus dem Sattel katapultierte. Ich war schlicht und ergreifend nicht darauf gefasst gewesen! Willi stand am Hallentor und lachte sofort los, als ich verdutzt schaute und dann fluchte. "Von wegen Einspringen!" Fleming spitzte die Ohren und buckelte leicht, ich fing ihn wieder ein und trainierte ihn gut eine Stunde. Fleming versorgte ich noch selbst, während Mia, meine zweite Hilfe in Sachen Ausbildung, schon Possy warmritt. Die Scheckenstute war mein ganzer Stolz der neuen Pferde, ich konnte mich gar nicht genug an ihr satt sehen. Sie hatte schon auf ihrem vorherigen Hof eine unglaublich gute Ausbildung genossen. Sie stand bereits in der Klasse S und hatte schon einige Schleifen abgeräumt. Als ich mit Fleming fertig war, ging ich in die Halle und übernahm Possy von Mia. "Ich geh nochmal durch den Stall, dann mach ich Mittagessen!" meinte sie, drückte mir die Zügel in die Hand und lächelte. "Das wäre super, wenn du mir eine Stunde gibst, bin ich da und helfe beim Hinrichten." "Ok, bis später!" "Vergiss Willi nicht! Der fährt draußen den Mist zusammen!" rief ich noch, sie gab mir einen Daumen nach oben und war schon aus der Halle. Fest im Sattel sitzend, ritt ich Mainstream an. Sie war vom Gang her ganz anders als Fleming, geschmeidiger und feiner auf die Hilfen. Ich musste bei ihr nicht so sehr aufpassen, ob wir richtig absprangen oder nicht. Sie hatte schon so viel Erfahrung, dass sie die Hindernisse richtig anpeilte, hob aber die Beine nicht immer sauber. Wir fegten in der ersten Runde zwei Stangen ab, bevor wir die dritte und vierte Runde perfekt und ohne Fehler meisterten. Es dauert Anfangs immer, bis sich neuer Reiter und Pferd verstehen. Mainstream würde neben ihrer Ausbildung und Teilnahme an Springturnieren in der oberen Liga auch die Zucht etwas aufwerten. Ich hatte schon öfter Ysun-Pferde unter dem Sattel, aber ganz sicher keine Red Diamond - Kombination dieser Linie. Hier war nicht mein Hannoveraner gemeint, sondern der Scheckentrakehner von Stelli, den ich schon vor Jahren für seine Springkünste und seine Farbvererbung vergöttert habe. Und jetzt hatte ich eine direkte Nachfahrin, eine schön gemusterte, talentierte, feinrittige Trakehnerstute. Loben klopfte ich ihr den Hals und ritt sie ab. Mainstream stellte ich trockengerieben und mit einer Decke in ihre Box, da es bis zum Mittagessen etwas knapp werden würde mit dem Duschen und Solarium. So würde sie morgen ihre Spezialbehandlung bekommen, um den eventuellen Muskelkater auszutreiben. Auf meinem Weg zum Haupthaus kam ich an Mon Amie vorbei. Die Holsteinerstute schnobberte mir entgegen, ich rieb ihr über den Kopf und gab ihr einen Kuss auf die Nüstern. "Mit dir mache ich gleich weiter Süße, aber lass mich erstmal Mittag machen und meinen Rücken schonen." meinte ich, steckte ihr ein Leckerli zu und ging hinüber. Im Flur stolperte ich dann fast über Idefix, der auf seine alten Tage hin jetzt lieber mal die ein oder andere Stunde im Wohnzimmer blieb und auf seinem Knochen herum kaute. Ich kraulte ihn ausgiebig, bis Willi zur Tür herein kam und Mia aus der Küche rief. Mit dabei waren jetzt auch Tom, Susan, und Leo. Zusammen aßen wir so oft es ging Mittag, wenn nicht gerade Heuernte oder ein großes Turnier außerhalb war. Wir waren mittlerweile wie eine richtige Familie geworden.
      Nach dem Mittagessen ging ich mit Idefix über die Weiden und kontrollierte die Tränken und Zäune. Die Youngsters liefen neugierig neben mit her, immer auf Möhren und Äpfel aus. Aber heute bekamen sie nur Streicheleinheiten und mussten sich mit dem Heu zufrieden geben, dass sie heute morgen bekommen hatten. Ich lief mit meinem Jack Russel noch eine größere Runde, brachte ihn dann zurück zum Haupthaus und machte mich dann an die letzte Ausbildung. Mon Amie war schnell geputzt, gesattelt und getrenst. Langsam gingen wir hinüber zur Halle und ich schwang mich auf den Rücken der hübschen Stute. Die "Kleine" wie ich sie oft nannte, avancierte langsam zu meiner Lieblingsstute auf dem Hof und es machte mir wahnsinnigen Spaß, mit ihr zu arbeiten. Auch sie reagierte feiner auf die Hilfen, als mein spritziger Fleming, aber sie stand ihm in Eifer nichts nach. Sauber galoppierte sie unter mir dahin und nahm den ersten Sprung. Bei ihr fühlte ich mich richtig wohl und schaffte die erste Runde sofort fehlerfrei. Wir arbeiteten uns immer besser an die Sprünge heran und konnten in der Schnelligkeit drauflegen. Nach einer halben Stunde ritt ich sie dressurmäßig noch ab und ließ sie ordentlich dehnen. Dann stieg ich ab, lobte sie ausgiebig und führte sie über den Hof zurück. Während Mon Amie unter ihrer Decke trocknete, bürstete ich noch Mainstreams und Flemings Fell aus, warf ihnen eine andere Decke über und machte mich an den Stalldienst. Als dieser erledigt war, widmete ich mich mit derselben Prozedur noch einmal Mon Amie, fütterte die Pferde und ging nach getaner Arbeit ins Haupthaus. Nachdem ich geduscht war, Idefix sein Fresschen bekommen hatte und der Arbeitsplan für morgen mit allen anderen durchgesprochen war, setzte ich mich an meinen Schreibtisch und vermerkte folgende Fortschritte im Register:
      "Mon Amie war auf Stufe S* zugelassen, ebenso Your Red Possy Pleasure Mainstream. Fleming hatte die Stufe S erreicht. Gezeichnet: Luisa Goeke, Ausbilderin für Springreiten, Military, Dressur, Distanz und Einreiten, Sportpferdezentrum Naundorf, 8. November 2016"
      Zufrieden und müde schloss ich das schwere Buch, kraulte Idefix hinter den Ohren und stand auf. "Los Kleiner. Gönnen wir uns noch eine heiße Schokolade und ein Hundeleckerchen?" meinte ich, löschte das Licht und ging mit dem Rüden in die Hofküche.


      Tierarztbericht Scott Cardinal | 26.08.2016

      [​IMG]

      Der nächste Patient

      Eine Stunde später erreichte auch Luisa Goeke die Klinik. Sie kam von weiter her, nahm sich jedoch für wenige Tage Urlaub in Kanada. Diese Gelegenheit nutzte sie, um ihr Pferd Fleming checken zu lassen. Schließlich sollte Fleming später erfolgreich für die Zucht verwendet werden. Die junge Frau fuhr vor die Klinik und hielt schließlich an. Ty hörte den Jeep und begab sich zurück zum Tresen um auf seine Kundin zu warten.
      "Guten Tag!" Luisa schüttelte freundlich seine Hand und erzählte ihm weshalb sie hier wäre. "Könnten Sie ihn bitte kontrollieren ? Ich will sicher sein, dass ihm nichts fehlt. Außerdem wäre es schön wenn sie ihn impfen und eine Wurmkur verabreichen könnten", Ty lächelte freundlich "Sicher doch. Ich muss ihn nur vorher durchchecken, damit wir sicher gehen können, dass er fit genug für die Impfung ist" Der junge Tierarzt nahm sich seine Tasche und begab sich draußen auf den Hof. Dort führte Luisa ihren Hengst aus dem Hänger um ihn für Ty festzuhalten. Cassandra blickte dabei über die Schulter von ihm, um ihm bei der Arbeit zuzusehen. Ty bittete Luisa, den Hengst vorzuführen - damit er seine Gänge mustern konnte. Doch alles schien ok zu sein. "Er geht flüssig und taktklar, alles gut soweit. Er ist ein klein wenig zu dick, etwas weniger Futter sollte genügen", Luisa nickte gespannt und wartete ab. Schließlich tastete Ty den Körper des Pferdes ab, langsam strich er mit den Händen über die dünnen, muskulösen Beine und beugte die Hufe nacheinander bis zum Bauch. "Das Fell fühlt sich gut an, Beine und Hufe sind auch in Ordnung. Ich schau mir jetzt die Nüstern an." Ty richtete sich auf und leuchtete mit einer kleinen Taschenlampe in die Nüstern des Pferdes. Ein wenig irritiert tänzelte Fleming auf der Stelle. Luisa wies ihn kurz zurecht, damit Ty sich das Pferd besser ansehen konnte. Er griff mit den Fingern in das Maul des Pferdes, ein wenig unfreiwillig öffnete es den riesigen Kiefer , sodass Ty in die Luke blicken konnte. Als er hier nichts finden konnte, leuchtete er ganz kurz in die Augen, um die Reflexe zu testen. "Alles normal. Ich höre noch sein Herz ab und messe die Temperatur, dann sind wir durch mit ihm". Ty klopfte die Schulter des Tieres um es für das Stillstehen zu loben. Cassandra reichte ihm schließlich das Stethoskop, damit er den Herzschlag abhören konnte. Konzentriert lauschte Ty den Herzschlägen ehe er das Stethoskop um seinen Hals legte. Er nahm ein Thermometer, ging hinter Fleming und misste die Themperatur. Fleming gefiel diese Prozedur weniger, wodurch Luisa ein wenig Schwierigkeiten hatte ihn festzuhalten. Dafür wurde er kräftig gelobt, als Ty fertig war und eine Temperatur von 37.4° messen konnte. "Super, dein Pferd ist in einem Top Zustand. Cassandra gibt ihm jetzt die nötigen Impfstoffe, während ich ihm die Wurmkur verabreiche". Luisa sah zu, wie die junge Assistenzärztin einen Impfstoff in den Hals des Tieres spritze, während Ty die Tube Wurmkur oral verabreichte. Erneut griff er in das Maul des Tieres, welches sich zu wehren versuchte. Doch da musste Fleming leider durch.
      "So ich denke mal wir sind mit allem durch. Ich wünsche euch noch eine sichere Heimfahrt", Ty verabschiedete sich lächelnd von Luisa und begab sich zurück in die Klinik.
      3259 Zeichen | © Jackie



      Luisas Teilnahme mit
      Fleming
      an der HK 485


      [​IMG]

      Aus der Sicht von Zuschauerin Zion:

      Die Kür
      Gerade noch rechtzeitig fand ich meinen Platz auf der Tribüne, ehe die Hengstkörung anfing. Mit meinem Getränk in der Hand beobachtete ich das Geschehen. Den Anfang machte ein deutsches Reitpony in Sonderfarbe. Als zweites startete ein sehr hübscher brauner Trakehnerhengst namens Fleming. Durch die Lautsprecher grölte eine Männerstimme "Hier zu sehen der großrahmige braune Trakehner Fleming vom Gestüt Naundorf! Abstammend von Mystical Star und Ravallo hat der Junge Hengst eine Menge Potenzial im Reitsport. Präsentiert wird er von seiner Besitzerin Luisa Goeke." Die beiden ritten im versammelten Trab in auf den Platz und hielten bei X und grüßten die Richter. Anschließend ritten sie im lockeren Schritt auf den ersten Hufschlag und wechselten nach einer Runde durch die ganze Bahn, ritten dort eine Runde im Schritt und trabten dann bei C an. Was für ein toller Hengst dachte ich im Stillen, es steckte so viel Energie in den fließenden Bewegungen und er hatte Temperament, was es Luisa Goeke nicht ganz einfach machte ihn bei Konzentration zu halten. Im Allgemeinen harmonierten die beiden aber super. "Nebenbei bemerkt stammt Fleming vom Gestüt Van Helsing die schon seit längerer Zeit Trakehner züchten und den Hengst an das Gestüt Naundorf verkauften, der dort nun auf die Körung vorbereitet wurde, wir wünschen den beiden Viel Glück!" ertönte die Stimme erneut in den Lautsprechern. Nach einer kurzen Schrittpause galoppierten sie bei A an. Der schwungvolle Galopp war beeindruckend! Nachdem die beiden mit einer gekonnten Galopptraversale die Seite wechselten und dort im versammelten Galopp eine Runde ritten, kamen sie bei E zum stehen. Luisa gab Fleming die Hilfen, sodass er ein paar Schritte lief und anschließend wieder antrabte. Sie vollendeten die Runde und kamen wieder bei X zum stehen und grüßten die Richter. "Vielen Dank für diese großartige Vorstellung! Einen großen Applaus für Luisa Goeke und ihren Hengst Fleming!" Als sie den Platz im Trab verließen, schoss ich rasch ein Foto von den beiden. Noch fasziniert von Fleming schaute ich mir die weiteren Teilnehmer an und machte weiterhin fleißig Fotos.

      Reiterin: Luisa Goeke vom SPZ Naundorf | 2131 Zeichen | (c) Zion

      [​IMG]
    • Muemmi
      Pflegebericht Januar 2017

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 22. Januar 2017 | 12971 Zeichen

      Neubau für die Turnierpferde des Gestütes
      Lillifee, Bifröst, Skadi, Medivh, Reykja, Aquentino, Possy Pleasure Mainstream, Webster, Davina, Oak´s Lake Mountain, Mon Amie, Amber, Caja, Checkpoint, Meilenstein, Thor, Taciturn, Heros

      Hauptstall der Zucht
      Starlight Express II, Zarin, Elanor, Augen auf! Ich komme, Fleming, Dante, Aestas Amor, Zingara, Ehrengold, Ravallo, Seana, Red Diamond II, Weyganda, Lacura, Polarfuchs, Rasputin, Trink auf´s Leben, Little Sweetness, Butch, Tainted Love Toffifee

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Occani, Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, Sweet Poison
      (Pferde sind seit Herbst 2016 offiziell im Besitz von kira)

      Dave´s Bewerbung

      Der Himmel war dunkel und das Schneegestöber zuckerte die ganze Landschaft innerhalb von Minuten noch weiter ein, als eh schon. Wir hatten heute morgen erst geräumt, aber es lag jetzt schon am frühen Nachmittag 5cm frischer Schnee und das, obwohl die Naundorfgegend nicht wirklich für solches Wetter bekannt ist. Idefix war die letzten Wochen nicht mehr aus dem Haupthaus gekommen, der Kleine war mittlerweile alt geworden und folgte mir mit seinen 12 Jahren nicht mehr wirklich überall hin. Ich war ziemlich traurig, als mir die Tierärztin beim letzten Besuch riet, ihn zu schonen und nicht mehr unbeaufsichtigt über den Hof rennen zu lassen, da er mittlerweile immer schlechter sah und hörte. Und zusätzlich kamen jetzt die kalten Temperaturen, die seine Gesundheit stark forderten. So beschränkten sich unsere gemeinsamen Stunden immer mehr auf den Abend, in denen er sich zu mir ins Bett kuschelte und neben mir schlafen durfte. Ich wischte mir bei den Gedanken die feuchten Augen, räumte den Rest des Schnees auf die Seite und klopfte mir die Stiefel ab, bevor ich in die Stallungen ging. Es hatte sich in den letzten Wochen einiges getan, ich hatte ganz spontan die Leitung der Fahrturniere übernommen, obwohl ich davon am allerwenigsten Ahnung hatte. Das Sportzentrum richtete sie seit sieben Wochen unter der Leitung eines Freundes von Tom, meinem Bereiter in der hohen Dressur, aus. Aber der hatte mir nach der Auswertung bekannt gegeben, dass er das schon ab nächster Woche nicht mehr machen würde. Noch ein Punkt, der mich in die Mangel nahm. Sofort schrieb ich die Stelle offiziell aus, denn auch Mia, Susan und Leo waren in anderen Disziplinen ausgebildet. „Naja, dann können wir auch offiziell Fahren ausbilden!“ „Falls jemand die Vollzeitstelle so schnell antritt!“ meinte ich zu Leo, der ganz begeistert vom Fahren war. Wir hatten auch darüber gesprochen, ihn neben der Military auch dort ausbilden zu lassen. Ich war wirklich stolz auf meine beiden Azubis, die sich hier schon wie zu Hause fühlten und wirklich verlässlich waren. Ich konnte allen alles anvertrauen und war wirklich glücklich, dass sich Naundorf so entwickelt hatte. Die Pläne, nach England zu gehen, hatten sich immer mehr auf Eis gelegt, obwohl die Welsh-Pferde schon verkauft waren. Kira hatte sie schon vor Wochen auf dem Papier erworben, dennoch standen sie bis zum Frühjahr noch hier auf dem SPZ. Ich ging deswegen so oft ich noch konnte hinüber und streichelte der hübschen Scheckenstute Nikita, der hellen Seidenfell und der munteren Teutonia über die süßen Köpfe. Ich wurde ihnen einfach nicht mehr gerecht und hatte mich entschieden, die Zucht im Ganzen abzugeben. Das umfasste damit auch Haselnuss, Occani, Lara, Miro, Erdbeere, Bow und den talentierten Poison. Lediglich Lillifee, ein Stutfohlen aus der Lara würde bei mir bleiben. Sie stand derzeit mit Taciturn und Bifröst in einer Box. Letzterer war erst vor kurzem unerwartet zurück auf meinen Hof gekommen. Ich fütterte die Stuten, mistete den abgetrennten Offenstall und füllte die Heuraufen. Den Hengsten gab ich ebenfalls mehr Heu zu fressen, damit sie es warm hatten und streute frisch ein. Gerade als ich mit dem Kehren fertig war, klingelte mein Handy. Auf der anderen Seite der Leitung eine tiefe Männerstimme, zwar jung aber erfahren und sehr sympathisch. Ich konnte gar nicht sagen, wie froh ich war, als es um die ausgeschriebene Stelle ging. Er hatte sie von einem Bekannten Tom´s erfahren, der ebenfalls seine ehemaligen Arbeitskollegen über unsere Situation unterrichtet hatte. Er würde noch heute nach Naundorf für ein Gespräch kommen, sofern das so zeitig möglich wäre. Ich sagte sofort zu und machte ein Treffen für den späten Nachmittag aus. Immer noch ziemlich platt steckte ich das Handy wieder ein, lief weiter zu Taciturns Box und gab auch ihr und den beiden Babys zu fressen. Bifröst war langsam etwas aufmüpfig, ich musste ihn also bald trennen oder legen lassen. „Das entscheide ich beim nächsten Mal!“ flüsterte ich und strich ihm über die kurze Mähne. Ich bürstete Taciturns dicke Mähne, flocht sie im Zopf zusammen und kratzte ihr die Hufe aus. Sie hatte ebenfalls wöchentlich Starts bei den Fahrturnieren und bezauberte mich immer wieder aufs Neue, weswegen ich ihr genauso viel Aufmerksamkeit zukommen ließ, wie meinen Sportlern. Sie war auch eine der Einzigen, die mit mir kuschelte und immer wenn ich mich nicht gut fühlte, kam ich zu ihr und den beiden Zwergen. Sie würde immer die gute Seele von Naundorf bleiben. Nach einer halben Stunde strich ich ihr nochmal durch den Schopf, verließ die Box und lief hinüber ins Haupthaus. „Mia! Rate mal, wer uns heute Nachmittag besuchen kommt!“ rief ich meiner Vertreterin und besten Freundin zu. Sie konnte es auch nicht glauben, stieß Tom sofort darauf an, der vom Dressurtraining mit Reykja und Webster kam und war genauso glücklich wie ich. „Na, hoffentlich passt der dann auch hier rein!“ meinte Willi, der ebenfalls ins Haupthaus gekommen war und sich gerade den Schnee abklopfte. Mit Leo und Susan aßen wir dann zusammen zu Mittag, ich knuddelte ein wenig mit Idefix, bevor ich mich als Letzte fertig machte für den Kontrollgang. Susan, meine zweite Azubi jetzt im zweiten Lehrjahr, begleitete mich auf die Koppeln. Alle Hengste waren heute draußen, da es durch den Schneefall nicht so kalt war wie sonst. Fleming und Dante, meine zwei jüngsten Körsieger lieferten sich am Zaun ein Wettrennen, als sie uns kommen sahen und scheuchten den Rest der Gruppe mit Amor, Ehrengold, Red Diamond, Socke, Flemings Vater Ravallo, Rasputin, Weyganda, Checkpoint, Polarfuchs, Säufer, Butch und Zarin auf. Zarin war der Einzige, der nur hochsah, kurz mittrabte und sich dann zurück zum Heu verzog. „Den holen wir nach unserer Kontrolle rein, ich möchte ihn langsam an die Koppel und die Anstrengung gewöhnen. Ich bin mir da noch nicht so sicher.“ Susan nickte und stieg mit mir durch den Zaun. Der Berberfuchs war deutlich schlanker, als ich ihn von meinem Verkauf viele Jahre zuvor in Erinnerung hatte. Er war seit zwei Wochen auf meinem Hof und machte sich gut, aber war wie Starlight Express, der ebenfalls vor vielen Jahren vom Gestüt Ammersee aus verkauft wurde, ein Pflegefall geworden. Verwahrlost und hungernd hatte ich die beiden aufgenommen und aufgepeppelt. Der anfängliche Eindruck war aber schlimmer als befürchtet, auch der seelische Schaden schien sich jetzt schon langsam abzubauen. Der Shettyhengst war für die große Gruppe zu klein, weswegen er einen großen eigenen Paddock besaß und bei Thor, meinem Friesenfohlen stand. Susan und ich liefen die Sportlerweide ab, kontrollierten die Zäune, die Leitungen und die Wassertröge. Brav folgte der Berber Susan, als diese ihn mit Möhren und Äpfeln zu sich brachte und ihm den Führstrick anlegte. „Ich werde mich um die Fohlen kümmern, wenn ich eh schon rüber gehe!“ meinte sie und ich nickte. Gemeint war neben Thor auch die hübsche Meilenstein, die jetzt schon Susans Liebling war. Ich ließ sie diese so oft es ging mitversorgen und sie dankte es mir, indem sie auch ihre anderen Pflichten ernst nahm. Willi fuhr den Misthaufen gerade zusammen, als ich um den Trakt lief und mich zu den Stuten aufmachte. Skadi war im Schnee schwer zu erkennen und löste sich erst kurz vor ihrem Stop bei mir aus ihrem Umfeld. „Nana, was bist du heute schnell unterwegs!“ Ich klopfte ihr den Hals und drückte Zingaras Nase auf die Seite, die wie Yin und Yang immer an Skadi hing. „Meine zwei schönen Friesen...“ murmelte ich, Zingara immer noch suchend nach Leckerchen ihre Nüstern an meinen Taschen. „Jetzt lass das doch mal!“ lachte ich und ging ohne zu Zögern durch das Grüppchen, zu dem sich Mainstream, Seana und Davina gesellt hatten. Mon Amie, Lake, Amber, Caja, Sweety und Augen auf standen paarweise oder vereinzelt über die Weide verteilt und suchten unter der Decke aus Schnee und Eis etwas Gras. Reykja war wohl wie Webster von Tom im Stall gelassen worden, nachdem er mit ihnen trainiert hatte. Da fiel mir Elanor ein, eine weitere Scheckenstute, die Seana sehr ähnlich sah. Ich blickte mich nach ihr um und sah sie dann doch neben Amber stehen. Auf die hatte ich es abgesehen und holte mir Halfter und Strick, nachdem auch auf der Stutenweide alles in Ordnung war. Etwas zögerlich folgte sie mir in den Stall, unentschieden, ob sie lieber bei ihren Freundinnen auf der Weide in der Kälte bleiben wollte oder ob sie mit mir im Warmen arbeiten wollte. Durch das Hufgeklapper rief ich den letzten Vierbeiner auf meinem Hof auf den Plan. Tainted Love Toffifee, mein einziger gekrönter Quarterhengst auf dem SPZ stand in seiner Box und wartete auf seine neue Besitzerin. Auch er würde uns noch heute verlassen, weswegen ich ihn geputzt und hergerichtet in seiner Box gelassen hatte. Er sah neugierig über die Türe und beobachtete mich dabei, wie ich Amber von Schnee und Dreck befreite und sie anschließend sattelte und trenste. Ich wollte mit ihr regelmäßig trainieren und forderte sie immer wieder in der größeren Halle, die wir über die Wintermonate fürs Springtraining eingerichtet hatten. Nach ungefähr einer Stunde ritt ich sie ab und sah auf die Uhr. Das Treffen! Ich war knapp dran, führte Amber zurück in die Stallungen und kam an unserer Hoflichtung vorbei. Zwischen den Ästen der Hecken sah ich ein fremdes Auto parken, ein schwarzer, älterer Geländewagen. Ich hatte noch 10 Minuten, sattelte Amber ab und warf ihr die Abschwitzdecke über. Gerade als ich den Sattel in die Kammer gebracht hatte und zurück kam, stand ein Mann bei ihr, streichelte ihr den Hals und sah sie sich genau an. Ich hielt inne, betrachtete die Szene kurz und trat dann auf die beiden zu. „Kann ich Ihnen helfen?“ Lächelnd trat ich neben ihn, legte den Kopf schief – und erstarrte. Er lächelte ebenfalls, als er mich mit seinen hellen blauen Augen ansah und mir die Hand hinstreckte. „Sie müssen Frau Goeke sein, mein Name ist Lange, wir haben vorhin telefoniert.“ Seine Stimme passte so gar nicht zu ihm, er machte auf mich einen gemischten Eindruck – wahnsinnig jung und wahnsinnig erfahren zugleich und das, obwohl er ungefähr 10 Jahre älter war als ich. Nun wieder bei Sinnen, ergriff ich seine Hand. „Ja, bin ich, aber nenn mich Luisa. Wir duzen uns hier alle auf dem Hof.“ meinte ich. „Dave.“ er lächelte immer noch. „Hübsche Stute. Deine?“ „Ja, ich bilde hier die Springer aus. Tom ist für Dressur zuständig und bildet die Azubis Susan und Leo aus, die im Springen gehen, Leo vertieft in Military. Mia macht derzeit schwerpunktmäßig Distanz, hat aber auch die Zulassung in Dressur, was eher ihr Steckenpferd ist. Leider fehlt uns jetzt jemand fürs Fahren.“ Ich lächle wieder. „Und da komme ich ins Spiel?“ fragt er und lächelt zurück. „Richtig. Wenn du mich Amber noch schnell weg bringen lässt, dann zeige ich dir den Hof und du kannst mir mal ein wenig erzählen, was du bis jetzt so gemacht hast.“ Er nickt und ich führte meine Warmblutstute den Gang hinunter, bevor wir eine kurze Runde über das SPZ drehen und dann ins Haupthaus einkehren. Mia ist ebenso erstaunt und wirft mir eine eindeutige Geste zu, als sie Dave begrüßt und dann zum Stalldienst der Hengste hinüber geht. Wir betreten die Küche, in deren Ecke sich Idefix eingerollt hat. Er knurrt kurz, als er den Mann sieht. „Alles gut Idefix, braver Hund.“ meine ich, kraule ihn kurz hinter den Ohren und biete Dave etwas zu trinken an. „Unser Hofhund. Ist allerdings schon sehr alt, begleitet mich seit er ein Welpe war. Er sieht nur nicht mehr so gut, weswegen er jetzt die Küche hütet.“ Dave nickt nur stumm, nimmt die heiße Tasse Kaffee dankend an und berichtet mir, dass er seit längerem eine feste Stelle als Trainer sucht. „Hauptsächlich bin ich ebenfalls im Military unterwegs, ich würde als einzige Prämisse meine Hengste Medivh und Heros mitbringen wollen. Allerdings war mein Vater viel im Fahrsport tätig, weswegen meine Ausbildung dort fast besser ist.“ „Wegen den Pferden wäre das kein Problem, das SPZ hat genug Platz und auch Möglichkeiten, falls du sie weiter ausbilden möchtest. Es wäre nur recht schnell die Organisation der Fahrturniere zu stemmen.“ Er freute sich sichtlich, anscheinend hatte er bis jetzt Probleme mit diesem Wunsch. Ich sprach mit ihm die Details durch und bot ihm eine Probezeit von zwei Wochen an, die Dave glücklicherweise sofort annahm. Sollte sich die Zusammenarbeit danach als gut herausstellen, würde der Vertrag dauerhaft gültig. Ich gab ihm die Papiere mit, vereinbarte den ersten Arbeitstag für übermorgen und verabschiedete mich von ihm. Als sein Auto den Hof verließ, kam Mia zurück, stupste mich an und lachte. „Luisa, wenn du den nicht nimmst...“ „Hab ich schon, hat die Papiere mitgenommen!“ unterbrach ich sie und zwinkerte. „Endlich mal ein heißer Typ auf dem Hof!“ „Das hab ich gehört!“ Willi warf uns einen gespielt bösen Blick vom Traktor zu, von dem er gerade abstieg und das Hallentor schloß. Mia und ich lachten laut, nahmen Willi in den Arm und gingen zusammen ins Haupthaus zurück.
    • Muemmi
      Teilnahme HK 485 | erfolgreiche Körung

      Kür

      Gerade noch rechtzeitig fand ich meinen Platz auf der Tribüne, ehe die Hengstkörung anfing. Mit meinem Getränk in der Hand beobachtete ich das Geschehen. Den Anfang machte ein deutsches Reitpony in Sonderfarbe. Als zweites startete ein sehr hübscher brauner Trakehnerhengst namens Fleming. Durch die Lautsprecher grölte eine Männerstimme "Hier zu sehen der großrahmige braune Trakehner Fleming vom Gestüt Naundorf! Abstammend von Mystical Star und Ravallo hat der Junge Hengst eine Menge Potenzial im Reitsport. Präsentiert wird er von seiner Besitzerin Luisa Goeke." Die beiden ritten im versammelten Trab in auf den Platz und hielten bei X und grüßten die Richter. Anschließend ritten sie im lockeren Schritt auf den ersten Hufschlag und wechselten nach einer Runde durch die ganze Bahn, ritten dort eine Runde im Schritt und trabten dann bei C an. Was für ein toller Hengst dachte ich im Stillen, es steckte so viel Energie in den fließenden Bewegungen und er hatte Temperament, was es Luisa Goeke nicht ganz einfach machte ihn bei Konzentration zu halten. Im Allgemeinen harmonierten die beiden aber super. "Nebenbei bemerkt stammt Fleming vom Gestüt Van Helsing die schon seit längerer Zeit Trakehner züchten und den Hengst an das Gestüt Naundorf verkauften, der dort nun auf die Körung vorbereitet wurde, wir wünschen den beiden Viel Glück!" ertönte die Stimme erneut in den Lautsprechern. Nach einer kurzen Schrittpause galoppierten sie bei A an. Der schwungvolle Galopp war beeindruckend! Nachdem die beiden mit einer gekonnten Galopptraversale die Seite wechselten und dort im versammelten Galopp eine Runde ritten, kamen sie bei E zum stehen. Luisa gab Fleming die Hilfen, sodass er ein paar Schritte lief und anschließend wieder antrabte. Sie vollendeten die Runde und kamen wieder bei X zum stehen und grüßten die Richter. "Vielen Dank für diese großartige Vorstellung! Einen großen Applaus für Luisa Goeke und ihren Hengst Fleming!" Als sie den Platz im Trab verließen, schoss ich rasch ein Foto von den beiden. Noch fasziniert von Fleming schaute ich mir die weiteren Teilnehmer an und machte weiterhin fleißig Fotos.

      2131 Zeichen | Zion

      [​IMG]
    • Muemmi
      Teilnahme 77. HdM-Wahl | April 2017

      „Ja warum denn nicht? Damit kommt das Gestüt auch zu einem Namen!“ hatte ich am Dienstag gemeint, als ich Dave die Bewerbungen für Fleming und Mon Amie vorlegte. Aktuell liefen die Hengst- und Stutenwahlen. Eine besondere Auszeichnung für schon gekrönte und gekörte Stuten und Hengste. „Vor allem, wenn sie mehrere Pokale einheimsen. Wenn das mit Socke, Possy und Amber jetzt demnächst klappt, gehen die auch raus.“„Das wird stressig Luisa. Ich bin jetzt die nächsten zwei Tage auf einer Fortbildung und das Osterfahrturnier findet statt...“ warf er ein. Er würde also vermutlich nicht aus können. „Kaum bist du wieder fit.“ schalte er mich und ich runzelte die Stirn. Dann lächelte er und ich konnte ihm nicht böse sein. Er hatte schon genug Ärger, da kam ich ihm auch noch mit den Hengstwahlen. „Ich würde Fleming einfach gern wieder vorstellen wollen… Der Arme versauert seit seiner Krönung.“ Da fing er an zu grinsen. Och nö, nicht schon wieder dieses Thema. „Ach, versauern nennst du das?“ feixte er und ich wusste was jetzt kommen würde. „Wie viele Stuten hat er seither gedeckt? 20? 30?“ „19 Dave. Übertreib mal nicht.“ Ich verdrehte die Augen gen Decke und schnappte mir die Formulare. Mir war es ziemlich peinlich, mit ihm darüber zu reden, wo es mir doch sonst nichts ausmachte über Zuchtpläne zu sprechen. „Dann frag ich eben Mia für Mon Amie.“ Gekonnt schnitt ich ihm das Wort ab, bevor er eine der Andeutungen machen konnte. Seit letzter Woche hatte sich die soziale Lage etwas beruhigt,vor allem, da Susan nicht auf dem Hof war. Nach ihrem Wochenende kam sie nicht zurück. Sie sei angeblich krank, habe sich wohl bei mir angesteckt. Dave hatte bei der Meldung betreten in den Boden gestarrt. Er machte sich selbst Vorwürfe, weil er ihr am Freitag klar eine eindeutige Antwort gegeben hatte, als sie ihn wieder einmal bezirzte. Zum genauen Inhalt des Gespräches schwieg er sich aber verhement aus und ich hatte weiß Gott zu viel Anstand, ihn näher danach zu fragen. Das ungute Gefühl, dass es damit nicht gewesen sein kann, blieb aber auch bis heute. Donnerstag. Dave würde heute Nachmittag wieder zu Hause sein und alleine die letzten Vorbereitungen für das Fahrturnier treffen müssen. Mia hatte mir freudestrahlend zugesagt, sie liebte Amie und stand jetzt striegelnd in deren Box, als ich jetzt zu ihr stieß. „Sie hat noch nicht ganz aufgefressen.“ meinte sie, die Sättel und Trensen hingen geputzt und ordentlich verstaut schon ihm Hänger. Es war 6:30Uhr morgens, den Stalldienst würden heute Tom, Leo und Willi gemeinsam übernehmen. Den Rest des Tages waren nur noch Anmeldungen entgegen zu nehmen und die letzten Vorbereitungen für das Wochenende zu erledigen. Ersteres übernahm Tom, letzteres Willi und Leo. Vor allem auf Leo war ich ziemlich stolz, er würde das erste Mal mit Heros und Medivh teilnehmen, Dave hatte ihm in den letzten Wochen viel beigebracht. Er stand auch ganz kurz vor dem Ende seiner Ausbildung zum Pferdewirt und würde auf dem Hof bleiben. Wir hatten für das Wochenende auch einige Helfer eingestellt, viele Freunde von benachbarten Höfen kamen und würden uns unter die Arme greifen. Es war nicht das erste Turnier auf dem Gestüt und auch nicht das Größte. Ich war mir sicher, dass irgendetwas schief gehen würde, ganz egal, wie gut wir es planen würden. „Ich werde bis 7:00 mitmisten, dann mach ich mich an Fleming. Lass dir ruhig Zeit, wir haben ja schon alles vorbereitet.“ Wenn alles gut lief, würden wir als dritte und vierte Reiterin starten, also schon bis ca. 11Uhr mit den Prüfungen durch sein. Da in der Saison noch recht wenige gemeldet hatten, würden wir bis spätestens 15 Uhr wieder zurück auf dem Hof sein. Der abendliche Stalldienst war dann nur von Mia und mir zu erledigen, der Rest würde sich um das Turnier kümmern. „Ich lasse die Hengste nach draußen Willi, dann haben wir die Boxen leer!“ rief ich nach hinten und klinkte einen Führstrick nach dem anderen in die Halfter. Mit vier Pferden, zwei auf jeder Seite, lief ich auf die Weide, ließ die Jungs laufen und kehrte zurück. Die Stuten durften ebenfalls nach draußen, der Stall war innerhalb von 20min leer. Ich fütterte noch die Fohlen, bevor ich mich zu Fleming aufmachte. Mia stand mit Mon Amie schon in der Stallgasse, bürstete Schweif und Mähne noch einmal durch. Wir hatten die Pferde gestern gewaschen, die Mähnen verzogen und die Schweife eingebunden, damit wir nicht mehr zu viel zu tun hatten. Wir flochten die Mähnen frisch ein, putzten das Fell, kratzten die Hufe aus und ölten diese. Da standen sie nun, gegen 8 Uhr, zwei wunderschöne, braune Pferde in sauberem Turnierdress. Beide bekamen die schwarzen Fleecedecken mit dem Naundorf-Siegel und dem weißen Besatz über geworfen, kurz vor dem Hänger die Gamaschen an und wurden hinaufgeführt. Fleming folgte Mon Amie brav, zum Glück rosste diese im Moment nicht. „Klappe zu, schnell umziehen und los!“ meinte Mia und ich sah nochmal kurz nach Idefix. Der Kleine ruhte sich immer noch aus, war aber wieder fitter, was es mir leicht machte, ohne große Sorgen vom Hof zu fahren. Wir fuhren eine gute Stunde, bis wir ankamen und die Pferde wieder entladen konnten. Wir banden diese nicht wie sonst am Hänger an, sondern wurden von der Besitzerin des Hofes, die die Wahlen abhielt, in den Stall geführt. „Die hinteren zwei Boxen, ihr seid um 10:00 beide dran. Haben das gut getaktet!“ meinte Brace freundlich und wir bedankten uns. „Also doch nicht gegenseitig zusehen!“ lachte Mia, wir waren aber beide heilfroh darüber. So konnten wir vielleicht schneller zurück zum Hof. „Ich gebe zu, es ist etwas stressig. Aber wie wird das, wenn es mit der Saison richtig los geht?“ „Vor allem, weil uns ja jetzt noch jemand im Personal fehlt.“ Ich ließ es unkommentiert. Mia und ich verstanden uns ohne Worte. Die Arbeit schien uns über den Kopf zu wachsen. Vielleicht war das mit der Wahl doch so keine gute Idee gewesen. Wir machten die Pferde fertig und ritten dann doch lachend auf dem Platz warm. Nein. Es war eine gute Idee gewesen mit meiner besten Freundin und zweien unserer besten Pferde auf ein Turnier zu fahren. Endlich konnten wir abschalten, uns freuen, zeigen, was wir so gut konnten. Mia würde Amie in der Dressur vorstellen, ich Fleming im Springen. „Ich wünsch dir viel Glück!“ „Danke, dir auch! Halt dich fest im Sattel, der Gute hat das Funkeln in den Augen, ich sehs!“ lachte Mia und ritt dann vor mir vom Platz. Ich hörte noch die Ansage aus der Halle: „Die nächste Reiterin kommt vom Gestüt Naundorf...“

      Luisa? Die Richter lassen auf den Platz bitten!“ Brace winkte mir, sie war herüber gelaufen und stand gegenüber des Abreitplatzes. Ich nickte nur und ritt Fleming dann im zügigen Schritt hinüber. Ich gurtete kurz vor dem Start noch einmal nach, fasste die Zügel kürzer und trabte Fleming an. Zwischen den Hindernissen hindurch, deren Plan ich vorher noch einmal mit Brace durchgegangen war, ging Fleming in Anlehnung, ließ sich brav auf X halten und ich die Richter ordnungsgemäß grüßen. Die Ansage informierte die Zuschauer über unser beider Herkunft, dass ich als Gestütsleitung und Züchterin aus der Region stamme und Fleming ein Zögling meiner langjährigen Zucht sei. Von Ravallo aus der Mystical Star… Es kam mir wie gestern vor, als ich Ravallo das erste Mal als Fohlen gesehen hatte und jetzt ritt ich seinen so unauffällig gefärbten Sohn auf seiner ersten Hengst des Monats-Wahl. Ich hatte ihn aussitzend angetrabt, eine Runde geritten und ihn dann angaloppieren lassen. Mia hatte Recht behalten, Fleming war ziemlich spritzig und ließ sich die ersten Sprünge nur schwer zurück nehmen. Seine enorme Kraft und Präzision ließ er aber nicht auf der Strecke, was einigen Züchtern unter den Zuschauern durchaus auffiel. Ein paar raunten, als er viel zu weit ansetzte und das Hindernis trotzdem sauber überflog, bei der Kombination aber musste ich ihn mit der Stimme zusätzlich ausbremsen, sonst hätten wir mindestens das letzte mitgenommen. Ich trieb ihn vorsichtig an das nächste Hindernis, einen Oxer, und nahm ihn dann wieder zurück. Fleming war trotz allem wirklich sehr treu und besannte sich dann auf der Hälfte der Kür zu seiner Ausbildung. Er schnaubte laut ab, warf die Vorderhand nicht mehr so und legte den Rest der Prüfung wirklich lehrbuchmäßig hin. Einen der vorletzten Sprünge ließ ich ihm dann mit lockereren Zügeln, den Wassergraben. Der war auf dem Platz keine Attrappe, sondern zu meinem Erstaunen eine Festinstallation. Im leichten Galopp umrundeten wir die bereits gesprungenen Hürden und hielten auf die letzten Sprünge zu. Er landete sauber, griff weit aus und ließ sich dann in einem sauberen Galopp durchparieren zu Mitteltrab und Schritt. Ich ließ ihm lange Zügel, die er zufrieden kauend aus der Hand zog und schritt die letzte große Runde. Ich hielt wieder auf X und verabschiedete mich von den Richtern. Da wir ein paar persönliche Worte zur Teilnahme an der Wahl an die Richter wenden sollten, erklärte das übliche und entschuldigte mich im gleichen Zuge für die übermütige Vorstellung. Ich sei lange krank gewesen und mein Partner sehr übereifrig. Ein paar Lacher gingen durch die Zuschauer, als ich ein betretenes Gesicht machte und abschließend noch einmal grüßte, bevor wir den Platz endgültig verließen.
      *Link Teilnahme*


      Als ich auf den Abreiteplatz ritt, war auch Mia wieder da. Sie lächelte vor sich hin, bevor sie mich bemerkte, sie schien wohl sehr zufrieden mit sich und Amie zu sein. Die Stute reckte den Hals und wieherte jetzt. Fleming spitzte die Ohren und schlug mit dem Schweif. Aha. Also war die Rosse doch nicht mehr weit. „Na? Scheint gut gelaufen zu sein!“ rief mir Mia entgegen, die Amie souverän unter sich hielt. Solange Reiter auf den beiden Pferden saßen waren sie wirklich wahnsinnig verlässlich, das musste man den beiden Braunen wirklich lassen. „Warum das, hast du doch zugesehen?“ „Nein, dein Dress ist nicht voll Sand!“ Mia brach in schallendes Lachen aus, als ich das ganze nur mit einem „Haha!“ quittierte. Aber ja, sie habe Recht gehabt, am Vortag Springen zu üben wäre durchaus nochmal eine gute Idee gewesen. Und ja, ich würde Fleming später auf die Weide schicken, damit er sich austoben könne. Zusammen ritten wir in die Stallungen, versorgten die Pferde, verstauten das Sattelzeug und holten die vorläufigen Bestätigungen ab. Da nicht alle Teilnehmer an einem Tag reiten würden, würden wir die Preisverleihung erst später feiern, die Ergebnisse kämen online. „Früher war das irgendwie anders. Da kamen gleich so viele, dass am selben Tag die offizielle Auswertung statt finden konnte.“ murmelte ich Mia zu, als wir schon im Auto auf dem Heimweg waren. Ich sah auf mein Handy und hatte mehrere Nachrichten, mitunter von Tom und Dave. Letzterer hatte geschrieben, dass er ab Mittags auf dem Heimweg sei und Tom, dass alle Anmeldungen voll wären und sonst alles klappe. Also doch mal ein ordentliches Turnier.
      Wir waren wirklich erst gegen 15:30 zu Hause, versorgten die Pferde, misteten die Ställe und kehrten die Gasse. Erst gegen 18:30 waren Mia und ich mit allem fertig, liefen zusammen mit Willi und Leo den Parcour für das Fahren ab und besprachen den Tagesplan für morgen. Zu viert gingen wir hinüber in die Küche, in der es nach leckerem Essen duftete. Tom hatte Pfannkuchen gemacht, für die Jungs auch welche mit Speck und Lauch. Dave war seit einer guten Stunde zu Hause und telefonierte gerade, als wir den Tisch hinrichteten und uns Tom zu unserem Tag befragte. Dave stieß dazu, als sich Mia gerade wieder über Fleming ausließ und ich lächelte. Dave grinste und wir sahen uns kurz an, als er sich hinsetzte und nach dem Teller mit den Pfannkuchen griff. „Fast hätte ichs vergessen. Brace hat auf ihrer Internetseite den Bericht der Dressur veröffentlicht, Marcel hat mir vorhin den Link zugeschickt. Warte, ich hab ihn ausgedruckt.“ Tom war in Sachen Dressur immer ganz vorne dabei, betreute auch unsere Internetpräsenz und veröffentlichte regelmäßig Berichte über das Alltagsleben und die Turniere. Ein hübsches Foto von Mia und Amie im Mitteltrab prangerte über der Seite, darunter ein mehrzeiliger Bericht der Dressurschau Regional.

      Mit der lauten Ansage, die nächste Reiterin sei jemand vom bekannten Sportzentrum Naundorf, das auch sehr große Bekannt- und Beliebtheit in der Zucht in der Region hält, ritt die blonde, souveräne Mia Andalik in die Halle, unter ihr die neueste Prämienstute. EBS Mon Amie hieß die Braune, die die Prüfung in der Dressur ablegen sollte und im Mitteltrab sauber die Bahn entlang schritt. Ihre Farbe ließ so gar nicht auf ihre Abstammung schließen, eine Fügung, die nicht das erste Mal auf dem Gestüt vorkam. Der Sprecher stellte die Stute als Nachkommin der Valentine´s Ka Zee Bonanza von Darym vor, eine beiderseits edle Linie aus gekreuzten Holsteiner-Pintos. Geschlossen blieben die beiden stehen, streng nach Vorschrift und hübsch anzusehen grüßt die Reiterin die Richter auf der Seite der Zuschauer. Das besondere der Kür war die freie Wahl der Abfolge, die Halle war ruhig. Mit dem Gongschlag wurde also eröffnet und die schmale Stute galoppierte korrekt aus dem Stand auf die rechte Hand. Ein raumgreifender, aber nicht so weit fassender Galopp auf dem oberen Zirkel, ein sauberer, fliegender Wechsel auf X und das Hindurchparieren nach einer Runde auf dem unteren waren die nächsten Geschehnisse. Fleißig notierten die Richter, bis zu diesem Punkt eine sehr schöne Vorstellung der Zuchtstute. Mit nur einem Fohlen war diese hauptsächlich noch im Turniersport zu finden, was man dem Gespann auch durchaus ansah. Sauber hielt EBS Mon Amie unter ihrer Reiterin, ließ sich rückwärts richten und aus dem Stand antraben. Eine Traversale klappte zwar zögerlich, aber über die Diagonale hinweg zunehmend flüssig. Durch die Versammlung in Schritt und Trab sammelten die Naundorfteilnehmer zusätzlich Pluspunkte, die Stute würde durchaus gute Nachwuchstalente in diesem Bereich hervorbringen und sollte jedem Züchter in der Dressur im Hinterkopf bleiben. Es bleibt abzuwarten, ob die drahtige Schönheit auch ihrer Eltern Jacket weiter vererben wird, eine interessante Kombination aus Veranlagung und Talent. Zuletzt bleibt die ruhige Hand Frau Andaliks zu loben, die ebenfalls zu ihrer letzten Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht hat und für die kommende viel verspricht. Es bleibt zu hoffen, dieses Team auch öfter noch zu bewundern, während sie für diese Kür mit dem Richtergruß und im Schritt am langen Zügel erstmal wieder Abschied nehmen.“
      *Link Teilnahme*


      Dave grinste vor sich hin, während Tom den Artikel vorgelesen hatte und die leichte Kritik an Mia und Amie zur Sprache kam. Die blieb nach außen hin gelassen, aber wir alle kannten die Verfasserin. „Die Gruberin hat´s geschrieben.“ meinte Tom trocken, legte das Blatt auf den Tisch und Mia dann den Arm auf die Schultern. „Ich bin echt stolz auf dich! Des bissle Kritik, jeder der die kennt weiß doch, dass das net ohne geht!“ „Danke Tom!“ lächelte Mia und nahm ihn in den Arm. „Ich muss zugeben, dass ich noch nie einen so netten Bericht von ihr gehört habe.“ legte Leo drauf und feixte mit Dave um die Wette. „Ihr zwei...“ murmelte ich und grinste mit. „Mia, ich sag dir, die rennen uns die Bude ein wegen Amie. Vor allem, wenn sie hören, von wem ich sie demnächst decken lassen werde...“ meinte ich verschwörerisch und die anderen sahen mich neugierig an. Unter den Nachrichten auf meinem Handy war mitunter die Bestätigung, dass Painted Blur auf den Hof kommen wurde. „Nicht dein Ernst!“ Mia war total aus dem Häuschen. Seit Cadoc damals eingegangen war und Calina nicht mehr in der Zucht, hatte es keinen mehr in der Linie gegeben. Die Kreuzung mit der Prince-Linie war eine Traumkombination, der wir schon lange hinterher schmachteten. „Ja dann, mach ich mal ne Flasche auf!“ warf Willi dazwischen, der noch die alten Zeiten kannte und zusammen stießen wir an. „Auf uns, auf´s Wochenende!“ Jeder für sich nippte für den Moment still an seinem Glas. Nur Dave und ich sahen uns schweigend an, bevor wir uns wieder angrinsten.

      (c) Muemmi | 16011 Zeichen

      Fleming belegte erfolgreich Platz 1. und hat sich für die HdJW qualifiziert

      77. HdMW

      [​IMG]
    • Muemmi
      Pflegebericht Juli 2017

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 05. Juli 2017 | 15215 Zeichen

      Neubau für die Anwärter des Gestütes
      Aquentino, Skadi, Your Red Pleassure Mainstream, Solsikke, Valentine´s Candy Fireflies, Al Aasiyah ox, Caja, Checkpoint, Medivh, Oak´s Lake Mountain, Occani, Reykja, Webster, Taciturn

      Fohlenweide auf der Lichtung
      Aufgepasst, hier kommt Arcada!, Scamander, Painted Minimalistic Art, Elfenlied, Lillifee, Capona, CM´s Meilenstein, Symphonie de la Bryére, Thor, Picutre of a Ghost

      Hauptstall der Zucht
      Fleming, Amber, EBS Mon Amie, Heros, Zarin, Dante

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, Sweet Poison
      Pferde befinden sich seit Oktober 2016 im Besitz von kira

      Mach´s gut Kleiner

      Die letzten Gewitterwolken fingen an sich zu verziehen und die ersten Sonnenstrahlen blinzelten durch die Kronen der mittlerweile dicht bewachsenen Laubbäume. Die Wiesen schmatzen vor sich hin, während das Wasser im Boden versank, der sandige Schlamm klebte an Sockes Hufen, während ich ihn im Westernsattel den Weg an der Weide entlang ritt. Langsam, einen Schritt nach dem anderen setzte er einen Huf vor den nächsten. Die Luft war klar und kühl im Verhältnis zur schwülen Hitze, die die letzten Tage geherrscht hatte. Ich ließ die Zügel lang, wir hatten es nicht eilig. Die letzten Wochen und Tage waren ein einziges Auf und Ab gewesen. Allein darüber nachzudenken…
      Susan hatte den Ausbildungsplatz gewechselt und letztendlich mir die Schuld gegeben, dass sich ihre Situation so entwickelt hatte. Trotz der angespannten Lage ließ ich Tom unter der Hand einige Kontakte abfragen und der Wechsel ging geschäftlich gesehen für beide Seiten ohne weitere Blessuren aus. Sie würde ihre Prüfung zum selben Termin abschließen und nahe Leipzig, auf dem Hof, an den Tom sie vermittelt hatte, später weiter festangestellt arbeiten. Dave konnte mit der ganzen Situation, für die er sich irgendwie die Schuld gab, nicht umgehen und zog sich ebenfalls in Arbeit zurück. Mitte Mai reiste er für drei Wochen nach England und Schottland, was uns alle doch sehr überraschte. Als sich die Sache mit Susan merklich zuspitze, kam er zeitgleich in Kontakt mit einem führenden Kutschen-Hersteller und Züchter. Da die Verbindung nach England vor allem für unsere Sportpferdezucht sehr interessant sein könnte, willigten wir alle ein und ließen ihn fliegen. Die Verabschiedung zwischen ihm und mir war überraschend eisig. Von den Vertrautheiten seit seiner Einstellung mir gegenüber war nichts mehr übrig. Tom bemerkte es, blieb aber stumm.
      Und kaum war Dave weg, ging es auf dem Hof komplett drunter und drüber. Ohne seine Unterstützung war es für Leo und mich extrem schwer, die Fahrturniere ohne Probleme zu organisieren. Aber mit ein paar Blessuren schafften wir die Planung irgendwie, woran Leo auch weiter wuchs. Ich war stolz auf meinen Azubi, der jetzt so viele Aufgaben übernahm und das so kurz vor seiner Abschlussprüfung. Er muss gemerkt haben, wie sehr es mir zusetzte, dass ich als Betrieb einen Azubi verloren hatte, in den ich so viel Hoffnung gesetzt hatte. Ich ärgerte mich sogar eine ganze Zeit lang so dermaßen, dass ich verlauten ließ, erstmal keine Auszubildenen mehr aufzunehmen. Aber genau dann bewies sich Leo. Ich stellte ihn dann Nachmittags so gut es ging frei, damit er mit Webster für die Dressur und Springen üben konnte. Tom korrigierte ihn dabei, ich sah beim Springen immer wieder mal drüber, aber da dann nur noch Mia, Willi und ich für den Rest der anfallenden Arbeiten auf dem Hof waren, kam wirklich alles zu kurz. Da demnächst die Welshis vollständig vom Hof ziehen sollten und die Stallungen für Einsteller frei werden würden, richteten wir den Offenstall auf der alten Koppel her und stellten dort die Stuten unter, die Hengste kamen in einer Teilabtrennung zu den Zuchtpferden. Heros und Fleming machten sich Anfangs einen heiden Spaß daraus, die kleinen Ausgaben durch die Gegend zu scheuchen. Take a Bow, Miro, Landwein und Poison trabten den ganzen Nachmittag am Zaun entlang und buckelten vor sich hin, aber zum Abend hin waren die Jungs so erschöpft von der schwülen Hitze, die diese Tage in die Ebene drückte, dass sie am nächsten Tag müde vor sich hin dösten. Auch die Großen kamen tagsüber kaum auf die Koppel, erst Abends, als es deutlich milder war, standen sie am hinteren Ende des Geländes und grasten die zugesteckten Weideflächen ab. Als die Welshis aus dem Nebenstall ausgezogen waren, fingen wir an, die Sattelkammer dort auszumisten. Alle Schabracken, Sattel und Trensen, Putzkästen und sonstiges Zubehör, das an die neue Welshzüchterin gehen würde, putzten wir und lagerten wir im Haupthaus sorgfältig für den Umzug ein. Lediglich je drei Decken, Schabracken und gebrauchte Bandagensets für Taciturn, sowie das komplette Equipment für Occani zog in den Hauptstall um. Die Scheckstute würde als Gesellschafterin für Lillifee und die Fohlen doch vorerst auf dem Hof bleiben, aber auch im Ponyreitsport gefördert werden. Da sie auch noch sehr jung war, klappte die Eingliederung recht gut, sie behauptete sich aber als ehemaliges Herdenmitglied einer erfahrenen Pferdeherde aber gleich und mauserte sich recht fix an eine der höheren Ränge. Lediglich die resolute Meilenstein blieb davon unberührt und ließ sich nichts gefallen. Sie würde als fast Dreijährige bald unter den Sattel kommen und eingeritten werden. Ich hatte lange mit Tom und Mia geredet und unsere Zahlen überflogen. Wir standen durch die Pacht, Verkäufe und Trainingseinnahmen so gut da, dass wir uns mit zwei weiteren Mitarbeitern vergrößern könnten. Mia kümmerte sich diesmal um die Ausschreibung der Stellen, die Wohnungen wurden neu gestrichen und bezugsfertig gemacht, die im Haupthaus noch über waren. So ging der Mai um und es wurde Juni. In dieser Zeit arbeiteten wir uns alle schier zu Tode, ich war vier Tage auswärts und trainierte auf Abajo´s Hof ihre Pferde und übernahm dort ein Fohlen namens Picture of a Ghost. Allgemein vergrößerte sich nach der Auflösung der alten Zucht des Ammerseegestüts von damals die Zahl der Fohlen auf Naundorf deutlich. Der Decksprung von Mon Amie war geglückt, das Spektakel um Painted Blur war nach wie vor ein Highlight, das so schnell nicht vergessen werden würde. Ihr kugelrunder Bauch wurde immer dicker, bis sie in den letzten Maitagen einem kleinen Hengst das Leben schenkte. Er hatte von der Farbigkeit so gar nichts von seinem berühmten Uropa und auch Mon Amie behielt ihre Farbigkeitsvererbung für sich. Painted Minimalistic Art kam so vollkommen nach seinem Papa, war Schwarzbraun und hatte nur ganz wenige Abzeichen, was ihm seinen Namen verlieh. Und auch Mitte Juni kam ein lang ersehntes Wunschfohlen auf den Hof. Ein Hengst, auf den ich mich, neben Painted, ebenfalls besonders freute. Schwarzgold war sein Vater, ein Elitehengst, der auf Naundorf eine Zeit als Jungpferd verbracht hatte, bevor er an eine sehr alte Freundin von mir ging. Durch einen Verkauf eines Rasputin-Ravallo Fohlens, hatte ich eine Leihmutterschaft einer Co Pilot Tochter bekommen und Schwarzgold als Vater ergattern können. So bereicherte ab Mitte Juni Scamander unsere Babyherde und war mit seinem halben Jahr unglaublich niedlich anzusehen. Ich packte ihn mit Lillifee, Symphonie und Arcada auf eine Weide, die drei Mädels waren sehr lieb zu ihm und ließen seinen Trennungsschmerz von seiner Mama schnell vergessen. Mit der Zeit, wenn er kräftiger werden würde, würde ich die vier wieder zurück in die Gruppe der anderen Fohlen integrieren, die neben diesen aus Meilenstein, Capona, Thor und Elfenlied bestand. Painted blieb mit Mon Amie natürlich für die nächsten Monate erst einmal separat.
      Ich lächelte, als ich so an die Kleinen dachte, die mir meinen eigenen Kummer eine kurze Zeit lang nahmen und trieb Aquentino, der bei allen den Namen Socke trug und auch nie mehr anders gerufen wurde, in einen leichten Galopp. Freudig setzte er die Hufe voreinander und griff locker aus, schnaubte ab und spitzte die Ohren. Er hatte sichtlich Spaß und auch ich ließ einen Moment los. Nicht nur das Chaos und der Arbeitsstress auf dem Hof waren derzeit eine große, emotionale Belastung. Idefix hatte sich seit dem Winter erst noch sichtlich erholen können, allerdings wurde bei einigen Kontrollterminen, weil er mir sehr schlapp erschien, ein Tumor entdeckt, der zu unser aller Schreck nicht mehr operierbar war. Ich heulte mir an dem Abend schier die Augen aus dem Kopf, Mia war in dieser Zeit eine wahre Freundin und tröstete mich wie keine es hätte sonst können. Sie wusste, wie viel mir Idefix bedeutete und dass er der letzte, verbliebene Partner aus einer sehr alten Zeit war. Tom kümmerte sich ebenfalls liebevoll um mich und auch Leo und Willi erwiesen sich als echte Familie. Da Idefix nur oft müde war und sonst keine Schmerzen litt, bekam er vorerst Medikamente und würde noch eine ganze Weile unter uns bleiben, was den Schmerz, ihn zu verlieren, zwar nicht milderte, aber ertragbar machte. Ich verbrachte so viel Zeit wie möglich mit ihm, spielte mit ihm, streichelte ihn, hielt ihn im Arm. Er durfte auch ab diesem Tag auch in meinem Bett schlafen und wurde vom Rest auch sehr verwöhnt. Er schien seine Situation durchaus zu genießen und war recht glücklich – und so war ich es irgendwie auch.
      Ich parierte Socke durch und trabte am äußersten Rand unserer Weiden entlang. Der Dänenhengst streckte sich und verlangsamte immer mehr, bis ich ihn zum Schritt parierte und die Zügel wieder lang ließ. Nach einer guten Stunde war ich wieder auf dem Hof, sattelte den Hengst ab, striegelte Aquentino und führte ihn in seine Box. „Alles gut draußen?“ fragte Willi und ich nickte. Er schob die Mistkarre durch die Gasse und fing an bei Mainstream die Box zu säubern. Ich fing gegenüber an und kümmerte mich um Ambers Box. Mia gesellte sich dazu, Abendessen würde heute Tom machen, Leo war drüben bei den Welshis und kümmerte sich um die Stuten Seidenfell, Teutonia, Nikita, Lara und Haselnuss. „Ich würde nach dem Stalldienst gern noch eine Runde mit Aasiyah drehen.“ meinte sie und schwang in deren Box die Gabel. „Ich würd dich gern begleiten, wenn du nichts dagegen hast.“ tönte eine Stimme vom Gang her und wir drehten alle drei die Köpfe. Dave. Er stand einfach mitten im Stall, grinste und hielt sich für unwiderstehlich. Er hatte sich eigentlich erst für morgen Vormittag angekündigt. Der Satz, der mir durch den Kopf schoß war schneller draußen, als ich schauen konnte. Wegen ihm hatten wir die letzten Wochen so zu kämpfen, wegen ihm war alles drunter und drüber gegangen. „Nein, du übernimmst ihre Schicht. Du bist abgelöst Mia, sei so lieb und schau nach Leo, nimm ihn und Lake Mountain mit. Das hat er sich verdient.“ Dabei betonte ich ´übernimmt´ und sah dabei nur Dave an. Der war erstmal perplex, nahm dann aber die Mistgabel von Mia, die mittlerweile genauso verärgert war auf Dave und von dannen zog. Willi erklärte, dass er sich um die Hengste Medivh, Dante und Checkpoint kümmern würde. „Ich sehe später nach ihnen, danke Willi.“ meinte Dave jetzt kleinlaut, drehte sich von mir weg und mistete Cajas Box. Ich wechselte gegenüber zu der von Skadi und fragte dann in einem versucht weicheren Ton, während Dave direkt neben mir eine Gabel nach der anderen in die Karre warf, warum er heute schon hier sei und nicht, wie geplant, erst morgen. Er erzählte etwas von verbuchtem Flug und gewissen, privaten Geschehnissen in England. „Du scheinst dich ja nicht wirklich zu freuen.“ schloss er trocken, hielt inne und stütze sich auf die Gabel. „Wir sind in Arbeit abgesoffen, Dave.“ antwortete ich, sah ihn an und war jetzt wirklich verärgert. Was dachte er sich? Dass er sich nur 2x bei Tom meldet in den ganzen drei Wochen und dann einfach hier aufschlägt und alles völlig in Ordnung ist? Ich atmete durch und warf die letzte Gabel aus Skadis Box in die Karre. „Wir werden zur weiteren Unterstützung zwei weitere Angestellte einsetzen, Leo bekommt wegen seiner guten Leistungen eine Festanstellung und die Wohnung von Susan.“ Bei letzterem drehte ich mich um und sah ihn an. Er wirkte verletzt und merkte erst jetzt, wie sauer ich eigentlich war. „Wir sind in Arbeit abgesoffen, Dave.“Ich knallte ihm den Satz ohne große Emotion. Damit ging ich aus der Box, drehte die Karre und wollte los zum Misthaufen. „Das mit den Pferden hat geklappt.“ meinte er jetzt eisig. Natürlich. Er mauerte, zog sich zurück und war beleidigt. Ich hielt inne. „Wann sollen sie kommen?“ fragte ich jetzt, wieder die nüchterne Geschäftsfrau und Chefin, die ich eigentlich war. „Am Wochenende. Ich werde alles fertig machen, ich habe eben mit Tom gesprochen. Auch, was das Jubiläumsturnier angeht.“ Wenigstens darum musste ich mir keine Gedanken mehr machen. Eigentlich war Dave ganz in Ordnung und ein wahnsinnig guter Mitarbeiter. Wenn er denn kein Chaos gestiftet hätte, bei Susan – und mir. „Weiß er, dass du mitisst?“ fragte ich und rang mit doch ein leichtes Lächeln ab, streiten hasste ich wie die Pest und er würde dann viel eher wieder auf mich zukommen. Aber ich hatte mich geirrt. „Nein, ich werde heute auswärts essen. Ich bin morgen zum Frühdienst wieder da.“ Mir fror das Lächeln regelrecht ein, ich war aber recht schnell wieder Herr meiner Sinne und quittierte das nur mit einem „Ok, ist gut.“ Ich wollte die Karre gerade wieder anschieben, da meinte er, dass er von Tom auch das mit Idefix erfahren hatte. „Es tut mir ehrlich Leid, Luisa.“ „Lass gut sein. Ich will nicht drüber reden.“ So ließ ich ihn stehen.
      Es war still am Abendtisch, keiner sprach oder scherzte herum, wie es trotz dem ganzen Stress die letzten Tage der Fall war. Ruhig sprachen Tom und Mia mit uns anderen die Einstellung der neuen Leute ab und wir entschieden, dass wir alle zusammen die Leute sichtigen würden, damit sie auch auf den Hof passen würden. „Noch ein paar Frauen wären nett. Mia und Luisa seh ich ja kaum...“ witzelte Willi und lockerte damit dann doch die Stimmung. „Zarin geht’s übrigens wieder richtig gut, man sieht kaum mehr was, dass er mal kurz vorm Schlachter war.“ meinte er dann zu mir und ich nickte. Wenigstens dieses Sorgenkind hatte jetzt endlich die Kurve bekommen. „Wer weiß Willi, vielleicht geht er als Deckhengst doch noch auf Reisen. Aber jetzt peppeln wir ihn auch reiterlich erstmal wieder auf.“ „Wenn du magst, würde ich damit morgen gerne anfangen.“ Tom kam in letzter Zeit viel zu kurz, konnte kaum in den Sattel steigen und seiner Leidenschaft, der Dressur, nachgehen. „Ich glaube, das wäre das allerbeste, du hast ihn stärker unter Kontrolle. Und dann nimmst du dir den Rest des Tages frei, kümmer dich mal wieder um Reykja. Ich mag das morgen mit dem Büro. Brauch mal ne Pause.“ Er lächelte dankbar, er machte gerne Bürozeug, aber war auch gern draußen. Dann sprachen wir auch für die anderen die morgige Tagesplanung durch.
      Zwei Tage später wachte ich mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Es war noch dämmrig, ich konnte gerade die Umrisse meines Zimmers erkennen. Heute sollten die beiden Pferde Solsikke und Candy Fireflies ankommen. Erstere, eine Knabstrupperstute, war mir unbekannt, Fireflies allerdings hatte ich vor Jahren schon mal als Fohlen auf einer Schau gesehen und ich war wirklich überrascht, als ich seinen Namen auf den Papieren entdeckte. Ich drehte mich nun vorsichtig um, damit ich Idefix nicht versehentlich weckte. Es wurde langsam immer heller und meine Befürchtung wurde mit jedem Lichtstrahl mehr Realität. Er hatte sich mit dem Rücken zu mir an mich gekuschelt, sein Kopf lag auf den Vorderpfoten, er hatte sich eingerollt und die Augen geschlossen. Ich streichelte ihm das weiche Fell, sein Körper war noch warm, aber viel kühler, als ich ihn über all die Jahre kannte. Auch hob und senkte sich sein Brustkorb nicht mehr, er schnarchte nicht mehr leise vor sich hin und schien doch so zufrieden wie ewig lange nicht mehr. „Mach´s gut mein Kleiner.“ flüsterte ich, drückte mein Gesicht in sein Fell und fing leise an zu weinen.
    • Muemmi
      Pflegebericht November 2017

      Es ist Deins

      ~ Beschreibung der Protagonisten ~

      (c) Muemmi | 16317 Zeichen | 31. August 2017 (am 17. Oktober veröffentlicht)
      Aus der Sicht von: Luisa Goeke
      Bericht gilt für: Medivh, Candy Fireflies, Amber, Fleming, Dante, Aquentino, Heros, Checkpoint, Solsikke

      Sportpferdezentrum Naundorf - Brandenburg – bewölkt/teils regnerisch - 9 Grad
      31. August 2017


      Ich zog die Jacke enger und sah die Baumreihe entlang. Die Spitzen der vereinzelten Birken zwischen den Kiefern färbten sich teilweise schon gelb und bestätigten, was sich alle seit dem Temperatursturz im August dachten - der Herbst hielt Einzug.

      Die letzten Wochen waren für uns alle wahnsinnig anstrengend gewesen, wir kamen der Arbeit kaum hinterher und nahmen auch nicht mehr wirklich an Turnieren teil, damit wir die Aufträge nicht vernachlässigten. Die Militarysaison ging langsam dem Ende zu und Leo traute sich seit dem Vorfall nicht mehr wirklich, Candy ans Äußerste zu reiten oder gar mit ihm wieder regelmäßig auf Turniere zu fahren. Er war einmal mit mir zusammen noch auf ein kleineres Springturnier gefahren, doch nur ich nahm eine Schleife mit seiner Zweitstute Solsikke mit. Ich konnte ihn verstehen, auch ich hatte schon viele schwere Stürze miterlebt und war nach einigen genauso "gelähmt". Da Candy dann nicht so ausgelastet war, ließ er sich von Medivh in der Nebenbox mit Dummheiten anstecken und entwickelte eine leichte Zerstörungswut. Ich ließ ihn deshalb lieber mit Fleming, Dante, Checkpoint und Aquentino auf die große Weide, damit er sich austoben konnte. Aber bei Medivh ging das leider immer noch nicht. Er war eineinhalb Wochen nach dem Unfall von Eddis Klinik entlassen worden und kam selbst mit dem Umstand seiner linksseitigen Blindheit erstaunlich gut zurecht. Wir mussten nur darauf achten, dass wir ihn vorsichtig ansprachen, wenn wir uns von seiner blinden Seite aus näherten und er sich nicht unabsichtlich die verheilende Augenhöhle irgendwo anstieß. Denn die bräuchte wie jeder Knochen um die sechs Wochen. Er war dazu anfangs angebunden und auch wegen der Schmerzen leicht sediert. Trotz allem kaute er uns vor Langeweile drei Stricke kaputt und riss seine Bürsten an der Boxenwand ab. Einmal pfriemelte er auch die obersten Riegel der Tür auf und wäre uns stiften gegangen, wenn er nicht angebunden gewesen wäre. Als er die Phase überstanden hatte, montierte Willi am Fuß der Tür zwei weitere Riegel, um Medivh am Freigang zu hindern. Wir hatten schon Angst, dass er uns das Weben anfangen würde, aber Leo führte ihn regelmäßig über den Hof und kümmerte sich so gut es ging. Dann nahm sich ihm auch Tom an. Der Schimmel blühte recht schnell auf, als er von Tom regelmäßig vom Boden aus gearbeitet wurde. Er musste sich jetzt nur daran gewöhnen, dass ihm trotz der Blindheit auf einer Seite nichts passieren würde und er mehr auf die Hilfen achten musste, als vorher. Im Militaryspringsport würde er dennoch vermutlich nie wieder gehen können.

      Und das hatte auch Dave erkannt.

      Er lag wegen dem komplizierten Bruch der Schulter und zur weiteren Beobachtung zwei Wochen im Krankenhaus. Er hatte eine Platte eingesetzt bekommen und kurz nach dem Unfall mit Reha anfangen müssen, damit sich die Beweglichkeit nicht weiter einschränkte. Er hatte Glück im Unglück gehabt, er würde wieder reiten können und mit viel Physio und Übung auch wieder Springen. Ganz der Alte allerdings würde auch er nicht mehr. Und auch das hatte er mittlerweile begriffen.

      Das Krankenpersonal ließ mich nach dem Unfall erst mehrere Stunden nach der OP zu Dave, da ich keine Angehörige war und unter dem Trubel unterging, dass Dave nach mir verlangt und einem Besuch zugestimmt hatte. Er trug einen dicken Verband um die rechte Schulter, hatte Abschürfungen im Gesicht und am linken Arm. Hinzu kam eine Gehirnerschütterung. Der Rest des Körpers war von der weißen Bettdecke des Krankenbettes verdeckt. Mit der Zeit sollten sich Prellungen und blaue Flecken zeigen, aber keiner seiner Wirbel oder anderes war verletzt worden. Ich musste mich zusammenreißen, nicht zu heulen, es zerriss mir fast das Herz, als ich ihn da so liegen sah, die Augen geschlossen, mit eingefallen wirkendem Gesicht und zwei Infusionen im Arm.

      Ich stand auf der linken Seite des Bettes und musste den Impuls unterdrücken, ihm seine längeren, dunkelblonden Haare aus der Stirn zu streichen. Sie waren vom Ritt noch ganz verklebt und fielen ungewohnt in wilden Strähnen um seinen Kopf.

      In dem Moment ging die Tür auf und hinter der Krankenschwester, die regelmäßig nach Dave sah, kam Tom mit ins Zimmer. Wir sagten nichts, wir sahen uns nur an. Ich blickte zurück zu Dave, der sich nicht rührte. Tom sprach ein paar Worte mit der Krankenschwester, wie es um Dave stand. Mehr würde der Arzt morgen wissen. "Komm Luisa. Lass uns heimfahren." Ich nickte, konnte mich aber kaum lösen. Die Schwester verließ das Zimmer und kurz darauf auch wir. Tom legte den Arm um mich und langsam merkte ich, wie erschöpft ich eigentlich war. In der Nacht heulte ich mich das erste Mal seit der Sache mit Susan und dem Bruch zwischen ihm und mir in den Schlaf.

      Am nächsten Vormittag fuhren Leo, Mia, Tom und ich nach dem Stalldienst ins Krankenhaus, Willi würde auf dem Hof die Stellung halten. Dave hatte gerade den Arzt bei sich, als wir eintrafen. Leo ging als Erster ins Zimmer, Tom und Mia folgten. Ich schloss als Letzte die Türe, mein Herz schlug mir dabei bis zum Hals. Wir kamen gerade so an, dass der Arzt mit seinem Bericht fertig war. "Ah, sie kriegen Besuch. Wer von Ihnen ist denn Frau Goeke?" "Das bin ich. Hallo." Ich lächelte den Arzt milde an, als ich aus dem kleinen Gang heraus in Daves Sichtweite trat. Der Arzt kam auf mich zu und entschuldigte sich für das Chaos gestern, die Schwester hätte ihm heute morgen beim Schichtwechsel erzählt, dass ich erst Stunden nach der OP zu Dave konnte und noch später nach Hause gefahren wäre. Dave richtete sich in dem Moment etwas auf. Ich nickte und meinte, dass das vollkommen in Ordnung wäre und bedankte mich bei ihm und seinem Team. Er freute sich und verabschiedete sich dann von uns. Als er die Tür schloss, trat kurzes Schweigen ein. Ich drehte mich zu Dave um und sah ihn jetzt direkt an. "Du siehst noch übler aus als gestern." Ich ging auf ihn zu und lächelte. "Als ich morgens die Treppe runter kam oder nach der OP?" antwortete er matt, lächelte dann aber doch. Wir alle lachten verhalten und Tom meinte, wenn er solche Scherze machen könne, hätten wir uns ja ganz umsonst solche Sorgen gemacht. Leo allerdings nahm das alles ziemlich mit. Er konnte nicht in die Witzelei mit einsteigen. Dave berührte ihn am Arm und meinte dann, dass er ohne ihn gestern aufgeschmissen gewesen wäre. Er könne sich nur an wenig erinnern, aber er hätte mitbekommen, dass Leo uns sofort alarmiert und sich um Medivh gekümmert hätte. Leo nickte und lächelte dann doch. Als Dave Medivh erwähnte, brach er ab und sah Tom und mich schweigend an. Seine Frage, ob sein Hengst in Ordnung war, stand ihm im Gesicht geschrieben. "Er lebt, es geht ihm gut. Eddi kümmert sich derzeit um ihn, ich hab gestern nochmals mit ihr telefoniert. Mia und ich fahren mit Leo gleich weiter und sehen nach ihm." Er nickte erleichtert. Keiner von uns würde jetzt erwähnen, dass der Hengst sein linkes Auge verloren hatte. Tom hatte uns allen an dem Morgen erzählt, dass es nicht mehr zu retten war. Mia und er hatten sich beraten und sich auf Eddis Drängen für die Entfernung entschieden. Gemeinsam haben wir beschlossen, es Dave erst zu sagen, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen werden würde und es ihm deutlich besser ginge. Da Dave noch sehr mit der Gehirnerschütterung zu kämpfen hatte, ließen die anderen ihn recht schnell mit mir alleine und fuhren weiter zur Tierklinik. Als sich die Tür schloss und wir nur noch zu zweit waren, wurde mir ziemlich mulmig. Dave sah mich schweigend an und wirkte auf einen Schlag so unsagbar unglücklich. „Hast du Schmerzen?“ fragte ich sanft, meine Stimme deutlich gesenkt, um ihn nicht weiter zu belasten. „Kopf und die Prellungen. Aber es geht schon.“ murmelte er. Er versuchte sich weiter aufzusetzen. „Warte, ich helf dir.“ Ich richtete das Kissen im Rücken, ohne seinen Verband zu berühren, ihm näher als je zuvor. Mich wieder aus der geringen Distanz zu lösen fiel mir wahnsinnig schwer. Er saß jetzt aufrecht im Bett, geschafft, aber soweit in Ordnung. „Ich hab heute morgen mit Tom ein paar Sachen für dich zusammen gerichtet.“ Ich nickte in Richtung der Tasche an der Wandseite gegenüber. „Danke Luisa.“ Er hatte die Augen kurz geschlossen, neigte dann den Kopf nach links und sah mich wieder an. „Was ist passiert?“ fragte ich leise. „Ich Idiot war zu schnell.“ gab er kurz und knapp zu. Er traute sich dabei nicht, mich anzusehen. Dave, der, der immer alles besser wusste und sich immer so sicher war, in dem, was er tat, gab einen Fehler zu. „Wie sehr hast du dir den Kopf gestoßen? Als wenn du jemals zu schnell unterwegs bist…“ scherzte ich. Ich hatte ihn schon tausendmal wissen lassen, dass er mir persönlich zu halsbrecherisch ritt und ich es nicht gerade gut fand, dass Leo ihm in dem Punkt nacheiferte. Wir hatten uns seit Susans Abbruch auf Naundorf mitunter deswegen immer häufiger in den Haaren gehabt, was uns immer weiter auseinander rücken ließ. Er lächelte über die Ironie, aber irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Er schien fast gebrochen. „Ich hätte dabei draufgehen können.“ stellte er trocken fest. „Als Medivh wegrutschte und ich abflog, ist mir nur eins durch den Kopf geschossen.“ Er sah mich erst nicht an, dann schluckte er. „Etwas, was ich ewig vor mir hergeschoben habe…“ Mein Herz schlug bis zum Hals, als ich sah, dass er seine linke Hand auf dem Bett öffnete und mir zudrehte. Vorsichtig nahm ich sie und hielt sie fest. Wir sagten beide lange nichts. Draußen fing es an zu regnen. „Wie lang warst du gestern hier?“ fragte er nach ein paar Minuten. „Bis nach Mitternacht. Du warst kurz wach nach der OP, aber daran wirst du dich vermutlich nicht erinnern. Sie haben mich erst gut zwei Stunden danach zu Dir gelassen, als ich ewig lange erklärt habe, wer ich bin. Es war zwischenzeitlich Schichtwechsel, vermutlich ist da dein Wunsch untergegangen.“ Er sagte nichts, schüttelte nur leicht den Kopf. „Ich dachte, du wachst nochmal auf. Aber dann hat mich Tom irgendwann abgeholt.“ Er sagte wieder nichts, drückte einfach nur meine Hand. „Was ist mit Medivh passiert?“ seine Stimme zitterte, er hatte sichtlich Angst, mir diese Frage zu stellen. „Er sah schlimm aus, ist die Böschung hinabgestürzt. Er ist aber ein zäher Brocken, wie sein Besitzer nicht kaputt zu kriegen. Als wir ankamen, hat sich der Tierarzt vor Ort schon um ihn gekümmert, du bist gerade mit dem Krankenwagen weggebracht worden. Er hat ebenfalls viele Prellungen und eine ziemlich große Wunde an der Brust. Aber die Beine sind heil, nichts gebrochen.“ Letzteres war irgendwie gelogen, aber Medivh würde ja wieder vollkommen gesund werden. Er atmete auf und entspannte sich etwas. Ich blieb an dem Tag noch so lange bei ihm, bis er einschlief und hinterließ ihm eine Notiz, dass ich morgen wieder kommen würde und er mir jederzeit eine Whatsapp schreiben könne, falls er etwas brauche. Ich versuchte fortan, jeden Tag ins Krankenhaus zu fahren und neben dem sowieso schon anstrengenden Alltag auf dem Hof Zeit für Dave zu finden. Unser „Streit“, den wir ja eigentlich nie hatten, war wie weggeblasen, es war wieder wie vorher zwischen uns. Er hasste die Physiotermine, weil er ziemliche Schmerzen dabei hatte, aber die Wunde heilte gut und er es schien mir, als würden ihn meine Besuche deutlich aufmuntern.


      Er kam drei Tage nach Medivh zurück nach Naundorf. Ich fuhr ihn alleine abholen, nachdem ich meinen Rundgang von heute morgen beendet hatte. Tom und Mia hatten zu viel mit dem Beritt zu tun und Leo kümmerte sich mit Willi um die Pferde. Mir war nicht besonders gut, als ich auf dem Parkplatz des Krankenhauses hielt. Ich hatte Dave am Vorabend erzählt, dass Medivh erblindet war. Er war geschockt und wütend, aber er registrierte schnell, dass der Unfall nicht nur ihn stark mitgenommen hatte, sondern auch Medivh. Er liebte seine zwei Pferde. Wir redeten lange miteinander, was Eddi dazu gesagt hatte und er stellte viele Fragen. Dennoch war er wahnsinnig geknickt und war dann dementsprechend down. Ihm brach mit Medivh sein stärkster Partner im Military weg. Heros hatte auch viele Erfolge, allerdings war der nicht so mutig und verweigerte deutlich öfter mal im Gelände. Das Springreiten hatte sich jetzt aber für diese Saison sowieso für Dave erledigt. Als ich ins Zimmer kam, erklärte ihm der Arzt gerade die letzten Details und entließ ihn. „Soll ich dir beim Zusammenpacken helfen?“ „Ja, einhändig wird das alles etwas schwer…“ meinte er trocken. Ich musste ihm auch in den Pullover helfen, die Jacke warf er sich auf der einen Seite nur über die Schulter. „Die Tasche kann ich selbst tragen.“ „Ok, dann lass uns nach Hause fahren.“


      Willi winkte uns, als der Wagen auf den Hof rollte. Dave grinste und freute sich sichtlich, wieder auf dem Hof zu sein. Mia hatte für alle gekocht, es tat gut, wieder vollständig am Tisch zu sitzen und miteinander zu reden. Die anderen erzählten wild durcheinander, was alles auf dem Hof passiert war und Dave blühte richtig auf. „Freu dich nicht zu sehr Dave, da du jetzt wieder hier bist, wirst du ab sofort meinen Bürokram übernehmen. Das wird wie Urlaub!“ lachte Tom und Dave schüttelte ebenfalls lachend den Kopf. „Ja, die Arbeit, dachte mir schon, dass ihr mich nicht verschonen werdet.“ Wir lachten und waren richtig gut drauf. Dann löste sich die Gruppe langsam auf.


      Als nur noch Dave, Tom und ich am Tisch saßen kippte die Stimmung allerdings. „Ich spüle ab. Geht ruhig.“ Wir standen auf und liefen schweigend hinüber in den Stall. „Hey mein Großer!“ begrüßte Dave erst Heros, der den Kopf über die Tür streckte und ihm entgegen wieherte. Er streichelte seine Stirn und beide freuten sich sichtlich sich zu sehen. Dann raschelte es in der Nebenbox. Medivh hatte immer noch den blauen Schutzverband am Kopf, solange die Fäden noch nicht gezogen worden waren. Dave sah zuerst dessen rechte Seite und ging langsam auf ihn zu. „Oh Medivh….“ Er streichelte den Hengst vorsichtig am Hals und Kopf. „Eddi wird entweder heute oder morgen die Fäden ziehen. Sie weiß noch nicht, ob sie vorbeikommen kann, sie hat ne schwierige Fohlengeburt.“ murmelte ich und beobachtete die beiden weiter. Dave schwieg und wirkte auf einmal so unfassbar traurig. „Ich lass dich allein, wenn du das willst.“ „Nein, bitte bleib.“ seine Stimme klang gebrochen. Wir schwiegen weiter und standen eine ganze Weile bei Medivh, der sich nach den Streicheleinheiten wieder seinem Heu zuwendete. „Er kommt erstaunlich gut zurecht.“ Stellte er trocken fest und wirkte dann doch beruhigt. „Es geht ihm sonst ausgezeichnet Dave. Du hättest ihn nach dem Sturz sehen sollen… Ich dachte, ich müsste ihn einschläfern lassen.“ Er nickte, wir starrten beide weiter in die Box des Schimmels. „Luisa! Der Tierarzt ist da!“ rief Willi uns plötzlich zu und wir drehten uns beide in seine Richtung. „Ging wohl doch gut…“ meinte ich und wir liefen zusammen nach draußen. Bei der Untersuchung ließ ich Dave mit Eddi allein und kümmerte mich stattdessen um Amber. Sie sollte ebenfalls untersucht werden. Ich kam mit der Cremellostute nach einer guten halben Stunde auf den Innenhof, als Eddi mit Dave zusammen aus dem Stalltrakt der Hengste heraustrat. Die beiden waren in ein Gespräch vertieft, Eddi erklärte Dave auf den letzten Metern zu mir, wie er sich jetzt am besten um Medivh kümmern müsse. „Pass nur auf, dass er sich nicht wetzt, das juckt ziemlich, wenn die neue Haut ganz schließt und das Fell nachwächst. So, hallo Luisa! Na, dann wollen wir mal gleich weiter machen…“ Eddi ging um Amber herum, nachdem sie mir kurz die Hand gereicht hatte und untersuchte die Stute gründlich, tastete sie ab und lächelte dabei. Sie liebte ihre Arbeit und das sah man ihr an. Ich ging ein Stück weg von den beiden zu Dave, der die Stirn runzelte und mich dann doch besorgt fragte, ob mit Amber alles ok sei. Er hatte an ihr einen Narren gefressen, seit er sie bei der Bewerbung damals das erste Mal gesehen hatte. Manchmal zogen die Jungs ihn sogar deswegen auf, selbst ich konnte mir manche Eifersucht auf meine springbegabte Stute nicht verkneifen. „Ja.“ Ich grinste und legte den Kopf schief, als ich ihn ansah. „Nein…“ flüsterte er einen kleinen Augenblick verzögert, er verstand und totale Freude erfasste ihn. Aber was ich dann anhing, als Eddi bestätigend nickte, machte ihn dann zu meiner ganzen Freude komplett sprachlos. „Von Heros… und es gehört dir.“

      Credits: Beschreibung Umgebung zu Beginn (c) Jackie
    • Muemmi
      Pflegebericht Januar 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 04. Januar 2018 | 15647 Zeichen


      Neubau für die Anwärter des Gestüts
      Uranium Fever | Occani | tc Annakiya | Orchidee´s Nikita | Take a Bow | Chocolate Chip Cookie | CM´s Meilenstein | Valentine´s Candy Fireflies | Al Aasiyah ox | Aquentino | Caja | Checkpoint | Reykja | Solsikke | Taciturn | Webster

      Hauptstall der Zucht
      Cadoc´s Rohdiamant | Amber | EBS Mon Amie | Heros | Medivh | Dante | Fleming | Zarin

      Fohlenweide auf der Lichtung
      SPN Harvey | Thor | Scamander | Painted Minimalistic Art | Elfenlied | Lillifee | Capona | Aufgepasst, hier kommt Arcada | Symphonie de la Bryére

      Gnadenweide
      Efeumond | Oline

      "Hallo Cleo"

      „Du hast was?“ Dave starrte erst mich an und dann auf die Papiere, die ich ihm unter die Nase hielt. „Viel Spaß mit ihr.“ „Luisa, ich…“ „Gern geschehen!“ Ich lachte und ließ ihn gar nicht mehr zu Wort kommen. Unser Verhältnis zueinander hatte sich nach seiner Rückkehr zwar etwas abgekühlt, weil Dave zu mir wieder etwas auf Distanz ging. Aber es war deutlich besser als vor dem Unfall, wir hatten uns seitdem kein einziges Mal mehr gestritten. Ich stand im Büro und ging nachdenklich ein paar Briefe durch, während Dave in der Tür stand und auf die Papiere in seiner Hand starrte. Er lehnte sich mit seiner gesunden Schulter leicht an den Türrahmen und runzelte die Stirn. Von meinem Platz aus sah ich ihm heimlich dabei zu und konnte den Blick kaum abwenden. Was er da studierte war der Kaufvertrag und die Eintragungen, sowie Tierarztbescheinigungen von Uranium Fever. Die Stute war meiner Meinung nach eine unserer besten Errungenschaften in diesem Jahr, die auch ein stolzes Sümmchen gekostet hatte. Aber da sich Dave langsam vom aktiven Reitsport zurückziehen wollte und mehr und mehr Interesse an einer Sportzuchtlinie entwickelte, hatte ich zugeschlagen. Ich wollte ihn unterstützen, wo ich nur konnte. Nach dem Unfall, als er zurück auf den Hof kam, hatte sich eine ganze Weile eine leichte Depression bei Dave eingestellt. Er kämpfte verbittert in der Physiotherapie, hielt sich an die Ratschläge, übte fleißig und brachte sich in das Hofleben ein, wo er nur konnte. Doch obwohl er Tom und mir so viel Arbeit abnahm, irgendwann war auch die erschöpft, während wir anderen mit dem Training der Pferde, dem Misten und den restlichen Arbeiten auf dem Hof schier absoffen. Dave fühlte sich also nach drei Wochen zurück auf Naundorf nutzlos. Er ließ sich dann die ersten Oktoberwochen hängen. Seine Arbeit erledigte er natürlich immer noch und auch zur Physiotherapie ging er regelmäßig, doch jeder von uns sah ihm an, dass es ihm nicht gut ging. Seine Haare wurden immer länger und er ließ sich immer öfter einen Drei-Tage-Bart wachsen. Von mir ließ er sich in dieser Zeit nur bedingt helfen, so richtig ließ er mich nicht an sich heran. Bis Tom die brillante Idee hatte, eine eigene Zuchtlinie aufzubauen.

      Dave und ich saßen an einem Novemberabend zusammen im Büro, während ich das Hoftagebuch für den Tag ausfüllte, als Tom zu uns ins Zimmer kam. Er hatte das Auktionsheft dabei und warf es Dave zu. Dann eröffnete er uns seine Idee, wir saßen bis spät in die Nacht zusammen und unterhielten uns. Ich war glücklich zu sehen, dass diese neue Veränderung Dave wieder ein Leuchten in die Augen zauberte. Er blieb an dem Abend zwar sehr rational und blätterte scheinbar uninteressiert das Heft durch, aber schon am nächsten Tag zeigte er mir eine Stute und fragte, was ich von ihr halten würde. „Die hat keine belegte Abstammung, ist wohl eine gefundene Stute. Aber scheint in Topform zu sein. Als Basis wäre sie vom Exterieur ja genau das, was du und Tom suchen würdet. Aber sie hat damit auch einen sauberen Startpreis“ Er diskutierte noch eine Weile mit mir das für und wider, als er sich dann aufrappelte und an die Büroarbeit machen wollte. Im Flur blieb er am Spiegel stehen und sah sich einen Moment erschrocken an. „Wie seh ich denn aus?“ Ich konnte es mir nicht verkneifen und musste lachen. „Ich fahr später zum Friseur.“ Damit war er aus dem Haupthaus. Ich zog das Heft an mich heran, wählte die Nummer und hatte den Besitzer an der Leitung. Ich sollte an dem Tag das Höchstgebot abgeben und die Stute zwei Tage später unser Eigen nennen.

      Und nicht nur Uranium Fever zog mit zu uns auf den Hof. Anfang Dezember erhielten wir einen Anruf, nachdem ausgerechnet Cadoc´s Rohdiamant aus einer nachlässigen Haltung gerettet wurde. Also fuhren Willi und Tom am selben Tag zu dem einen Hof, an dem Dave und ich Fever holten. Allgemein hatten wir jetzt viele neue Pferde auf Naundorf. Kurz bevor Dave mit Medivh im Sommer gestürzt war, hatte er Chocolate Chip Cookie zu uns geholt. Das Sportpony mit seiner hübschen Färbung wurde jetzt von Leo übernommen und ausgebildet, der mit Candy Fireflies weiterhin unfassbar viele Schleifen und Erfolge sammelte. Die Beiden waren zu einem unglaublich guten Team geworden. Zum Einkreuzen von Vollblut wollten wir uns neben Aasiyah noch eine zweite Vollblutstute holen. Wir hatten jetzt nur noch Interesse an Stuten, da wir mit unseren Hengsten Fleming, Dante, Checkpoint, Aquentino, Webster und Heros genügend Starter hatten, um unseren Plan in die Wirklichkeit umzusetzen. Auch unsere Newcomer wie Painted und Scamander würden auf dem Hof bleiben. Wir überlegten auch, Efeumond zurück auf den Zuchtplan zu holen, um einen Engländer mit einfließen zu lassen. Jedenfalls freuten wir uns, als wir eine zweite Chance erhielten und Anfang Dezember auch Annakiya nach Naundorf holten. Die hübsche Scheckstute war ein wahrer Traum und zeigte sich mit ihrem liebevollen Wesen und ihrem ansprechenden Exterieur von ihrer besten Seite. Mia war ganz hingerissen, die sich um unsere Araber und Vollblüter kümmerte. Tom bildete weiter Reykja und Webster aus, die diese Saison so ihre Probleme mit Erfolgen hatten. Wir konnten uns das nur mit einer sehr starken Konkurrenz in der Dressur erklären, die uns aber nicht daran hinderte, stehts weiter zu machen und weiter auszubilden. Denn die Bestätigung in unseren Leistungen erhielten wir durch die Rückmeldung unserer Kunden und durch den Durchbruch im Springreitsport. Dort hatten wir uns 2017 einen Namen gemacht. Vor den Boxen hingen teilweise so viele Schleifen, dass wir kaum mehr zählen konnten. Vor allem an der von Medivh. Der Hengst hatte in den letzten Tagen seiner Genesung Anzeichen fürs Weben gezeigt. Auch er war wohl vor einer Depression nicht gefeit. Da Dave noch immer in Behandlung war und noch bis ins Frühjahr „Reitverbot“ hatte, übernahm ich Medivhs Beritt. Ich hatte mit einer Freundin lange Telefonate geführt, deren Friesenhengst vor vielen Jahren wegen einer Krankheit erblindet war. Mir ihrer Hilfe drang ich recht schnell zu Medivh durch. Erst vom Boden, dann aus dem Sattel gab ich ihm nach und nach sein Selbstwertgefühl und seinen Mut zurück. Er vertraute darauf, dass er mit seinen Sinnen die einseitige Blindheit ausgleichen konnte und ihm nichts geschah. Er war dennoch etwas schreckhafter seitdem und brauchte viel Liebe und Aufmerksamkeit. Ab dem Moment, als er seit dem Unfall das erste Mal wieder unter dem Sattel ging, stellten sich die Anzeichen des Webens sofort ein. Dave fiel ein Stein vom Herzen.

      In all dem Trubel, brachte Amber still und leise etwas früher als erwartet ihr erstes Fohlen zur Welt. Es war das schönste Zeichen für uns alle, dass es jetzt wieder bergauf ging. Leo hatte den dunklen Hengst, den wir später mit unserem Kürzel SPN Harvey nennen sollten, entdeckt. Er kam in die Küche gelaufen, hechelte und grinste übers ganze Gesicht. „Amber hat gefohlt, es steht grad!“ Dave und ich sahen uns erschrocken an, dann sprangen wir alle auf und liefen hinüber. Willi kam auf dem Weg dorthin auf uns zu. „Wasn hier für ne Hektik?“

      „Oh ist der niedlich!“ flüsterte Mia, die rechts neben mir stand. Links von mir Dave, der lächelnd die halbe Portion in der Box betrachtete. Amber schleckte ihn immer noch sauber, während Tom vorsichtig auf Amber zuging und sie kurz durchcheckte. „Wir sollten später noch einen Tierarzt holen lassen. Aber es sieht alles gut aus.“ „Auch im Abfohlen ist sie ein Naturtalent. Hast du schon nen Namen Dave?“ fragte Leo. Zusammen liefen wir zurück zum Frühstücken, bevor sich Dave um den Tierarzt für Amber und Harvey kümmerte und der Rest von uns den Stalldienst verrichtete. Dabei hatte ich mich an dem Morgen endlich mal wieder für die Fohlen eingetragen. Ich bekam von den Kleinen viel zu wenig mit und sie wuchsen auch viel zu schnell. Scamander hatte schon seine erste Fohlenschauschleife an der Box hängen, Thor war mittlerweile auch zu einem Riesen geworden, Symphonie und Arcada waren mittlerweile auch keine Babys mehr. Die hübschen Stuten würden ebenfalls auf dem Hof bleiben und bald in ihre Grundausbildung starten. Ebenso wie Lillifee, Elfenlied und Capona. Ihr streichelte alle gefühlt stundenlang, putzte ihr Fell, mistete ihre großen Gemeinschaftsboxen und ging die Weiden ab. Es hatte die Tage immer mal wieder geschneit, aber wirklich lange liegen geblieben ist davon nichts. Wir hatten diesen Winter noch nicht wirklich Probleme mit eingefrorenen Wasserleitungen oder Eisschollen auf den Weiden zu tun.

      Als ich bei den Fohlen fertig war, holte ich mir Meilenstein. Die schwarze Stute machte gute Fortschritte bei ihrer Ausbildung. Ich longierte sie am frühen Nachmittag, als Dave wieder aus dem Haupthaus kam. Er hatte einen ziemlich geknickten Gesichtsausdruck. Ich gab Meilenstein ein kurzes Kommando, auf dem sie zu mir herkam, dann liefen wir gemeinsam zum Zaun, an dem Dave jetzt stand und lehnte. „Was ist los?“ „Die Stute, von der ich dir erzählt habe, erinnerst du dich?“ „Ja. Wieso?“ „Sie wurde am selben Tag verkauft. Ich hätte nicht warten sollen.“ „Ach Dave, dann hat es nicht sein sollen.“ Ich war froh, dass er mich in dem Moment nicht ansah, weil ich mich sonst verraten hätte. Willi, Tom und Mia wussten Bescheid, Leo weihten wir noch nicht ein, weil er sich gerne mal verplapperte. Wir sollten sie am nächsten Tag abholen und ich ihm die Papiere in die Hand drücken. „Danke Luisa.“ Dave kam plötzlich auf mich zu und umarmte mich. Als er mich losließ, sahen wir uns kurz in die Augen. Es war eine spontane Umarmung, die so gar nicht zu Dave passte. Er war zwar immer gern auf „Kuschelkurs“, wie es Mia gern nannte, aber eine Umarmung hatte er sich mir gegenüber noch nie getraut. Ich löste das Ganze, indem ich lachte und ihn fragte, was er sich zum Mittagessen überlegt hätte. Er grinste, aber er war dankbar für die Vorlage.

      Mitte Dezember hatten wir endlich wieder Luft für einen gemeinsamen Ausritt. Normalerweise machten wir das immer an einem Sonntagvormittag nach dem Stalldienst im Monat, aber wir hatten einfach zu viel zu tun. Leo ritt auf seiner Solsikke, die sich immer besser mit ihm machte. Tom hatte sich Zarin genommen, Mia auf Mon Amie und ich auf Fleming. Die beiden Hengste waren trotz ihres Deckeinsatzes sehr umgänglich und ließen sich gut führen. Fleming war unter mir sowieso ein kleines Schäfchen. Dave lag in der Woche nach Leo flach. Willi ritt sowieso nicht mit und da er auf dem Hof blieb, hustete Dave so lange, dass wir Spaß haben sollten, bis wir alle aufbrachen. Er fehlte trotzdem, obwohl ihn Leo nacheiferte. „Bis zur Tanne!“ rief er, da stob Tom mit Zarin schon an ihm vorbei. Ich hatte lange nicht mehr über so einen verdutzten Blick gelacht. Als wir zurückkamen, trabte Take a Box einmal quer über den Hof. Dann Willi direkt hinterher. Tom schnitt ihm mit Zarin gleich den Weg ab und packte sich den Hengst. Wir anderen mussten nochmal herzlich lachen. Er hatte sich gerade um Taciturn und den wilden Ausreißer gekümmert. „Wie geht’s Dave?“ „Der hat sich vorhin hingelegt.“ meinte Willi, schnaufte schwer und kam dann mit uns zurück zum Stall, Take im Schlepptau.

      Und natürlich feierten wir dann auch Weihnachten. Wir machten ein richtig fettes Raclette, jeder hatte eine Kleinigkeit für jeden und wir stießen zusammen an. Tom und Mia zogen sich im Laufe des Abends dann irgendwann zurück, Willi hatte zu unser aller Überraschung eine geheimnisvolle Verabredung und Leo fuhr hinüber zu seinen Eltern. Dave und ich blieben dann natürlich als Einzige in der Küche zurück. Es war das erste Weihnachten ohne Idefix, der mir in den letzten Tagen so unglaublich fehlte. „Sollen wir nochmal eine Runde über den Hof gehen?“ fragte er und so liefen wir nebeneinander über den dunklen Weg der Weide zu den Fohlenställen. Wir sahen auch noch einmal nach Harvey. Doch die Lücke schloss sich einfach nicht. „Luisa…“ Mir kullerte eine Träne über die Wange, die ich sofort wegwischte. Jetzt kam er gewollt auf mich zu und nahm mich fest in den Arm. „Danke.“ murmelte ich. Gemeinsam gingen wir zurück zum Hof.

      „Luisa!“ Es war Silvester und ich saß gerade im Büro, als Leos Ruf vom Hof schallte. „Ist was passiert?“ rief ich aus dem Fenster. „Schau mal!“ Im selben Moment fuhr Dave in einer kleinen Kutsche um die Ecke. Über die letzten zwei Nächte hat es richtig ordentlich geschneit. Er hatte Occani und Nikita angespannt. „Komm raus aus dem Büro, wir machen ne Spritztour!“ Tom kam im selben Moment hinter mir rein. „Raus mit dir.“ Er lächelte. „Also keine Wahl?“ „Nö“ Ich zog mir meine warme Jacke und die Lammfellstiefel an. Dave grinste übers ganze Gesicht, als ich mich zu ihm setzte und mit der Zunge schnalzte. Die Kleinen hatten ziemlichen Spaß dran, uns hinter sich her zu ziehen und sahen auch echt knuffig aus. „Wo hast du bitte die Welsh-Kutsche her? Sowas hatten wir zu Hochzeiten der Zucht nicht.“ „Ach, hab da ein wenig telefoniert.“ feixte er. „Gehört der dir jetzt?“ „Ja, kann man so sagen. Müssen wir leider öfter fahren jetzt.“ „Was für eine Schande.“ Wir sahen uns an und lachten.

      Mitten auf der Lichtung hinter halb der Rennbahn hielten wir kurz an. „Magst du ne Tasse Tee?“ Dave drehte sich um und deckte die Ablage ab. Darunter kam ein kleiner Korb mit einer Thermoskanne und einer Schachtel meiner Lieblingskekse zum Vorschein. „Oh, was für ein Luxus! Jetzt mal ehrlich, was hast du ausgefressen.“ Ich lachte, weil er mich verdutzt ansah. „Du kennst mich langsam etwas zu gut, befürchte ich.“ „Kann sein ja.“ Ich grinste immer noch. „Naja, ich dachte, ich räche mich mal für die Aktion mit Uranium Fever.“ „Rächen, ja?“ „Ja, das war echt gemein!“ „Stell dir vor, du hättest es viel eher erfahren und wärst viel länger geknickt gewesen, war ja nur ein Tag.“ „Trotzdem, ihr wusstet alle Bescheid!“ „Na dann… Jetzt bin ich gespannt.“ Da tauchte hinter uns plötzlich ein schwarzer Geländewagen auf und hielt mit einigen Metern Abstand. Eine Frau stieg aus, die ich von irgendwoher kannte, aber mir fiel nicht sofort ein, woher. „Warte hier.“ Er drückte mir die Zügel in die Hand und lief auf die Frau zu. In mir machte sich ein komisches Gefühl breit. Die Frau lief hinter den Wagen und holte etwas aus dem Wagen. Sie drückte das Packet in Decken gewickelt in Daves Arme, schloss die Klappe und verabschiedete sich wieder. Langsam ging Dave auf mich zu und erst nur noch einige Meter von mir entfernt begriff ich, was er da trug. Ein hübscher, hellbrauner Hundekopf sah aus der Decke heraus und da legte mir Dave die Jack Russel Hündin schon in den Schoß. Die sah erst Dave an, dann mich und versuchte mir das Gesicht abzuschlecken. „Ihh, lass das doch, du Süße! Hi! Wer bist du denn?“ Ich sah Dave verwirrt an, der sich jetzt wieder neben mich gesetzt hatte. „Ihr Name ist Cleo. Eigentlich müsste sie einen mit „I“ tragen, wie ihre Mama… Ida.“ „Verarsch mich.“ „Nein, ist so.“ Ida war im letzten Wurf von Idefix Welpen die einzige Tochter. Sie hatte ihrem Papa sehr ähnlich gesehen. Nach seinem Tod musste ich immer wieder an sie denken und hatte es sehr bereut, keinen seiner ganzen Welpen für mich behalten zu haben. Jetzt erkannte ich auch im Nachhinein die Frau, sie hatte Ida damals gekauft. „Oh Dave…“ Ich streichelte Cleos Fell und wischte mir die Freudentränen aus den Augen. Die Kleine war herzzerreißend niedlich. „Dankeschön.“ flüsterte ich und sah ihn an. „Damit du 2018 wieder mehr lächelst. Ich hab gemerkt, wie sehr dir Idefix fehlte an Weihnachten. Cleo ist kein Ersatz, das weiß ich, aber…“ Weiter kam er nicht. Ich hatte mich zu ihm rüber gelehnt und ihn auf die Backe geküsst. „Danke, wirklich.“ Er wurde rot, sah mich direkt an – und küsste mich dann richtig.
    • Muemmi
      Pflegebericht Juli 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 02. Juli 2018 | 12894 Zeichen


      Hengstweide
      Take a Bow | Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Checkpoint | Webster | Heros | Medivh | Dante | Fleming | Zarin

      Stutenweide
      Amber | EBS Mon Amie | Uranium Fever | Occani | tc Annakiya | Orchidee´s Nikita | CM´s Meilenstein | Al Aasiyah ox | Caja | Reykja | Solsikke | Taciturn | Chocolate Chip Cookie | Oline | Forever Yours | Cara Mia

      Fohlenweide
      SPN Harvey | Thor | Scamander | Painted Minimalistic Art | Elfenlied | Lillifee | Capona | Aufgepasst, hier kommt Arcada | Symphonie de la Bryére | Efeumond


      "Morgendliche Stoppelfelder"

      Vermutlich hörte man schon von Weitem das Donnern der Hufe auf dem trockenen Feldboden. Es war in den frühen Morgenstunden, als wir unsere Pferde fertig machten und direkt nach dem ersten Füttern in den Wald aufbrachen. Morgens war es noch kühl, was man vom Rest des Tages nicht behaupten konnte. Leo hatte einen richtigen Sonnenbrand beim Heumachen davongetragen und auch Dave und ich waren deutlich dunkler geworden die letzten Wochen. Dafür war er jetzt fast schon hellblond und machte damit Mia ziemlich Konkurrenz.
      Wir hatten uns die letzten Monate ganz schön abgerackert. Der Hof wurde ja teilweise immer noch umgebaut und saniert, Dave und ich sind in meine Wohnung zusammen gezogen und Leo hatte die größere Zwei-Zimmer Wohnung von ihm übernommen. Dort war also auch einiges neu gemacht worden, Wände wurden gestrichen, Koppelzäune erneuert, Wege neu gezogen und der Eingangsbereich des SPN neu bepflanzt. Überall gab es neue Baustellen. Und dann natürlich die verdammte Heuernte. Wir hatten immer noch niemanden neu einstellen können und waren wirklich unterbesetzt. Aber irgendwie hatten wir es auch dieses Mal wieder geschafft. Im Zuge dessen haben wir aber nach langem Überlegen die Betreuung der Fahrturniere abgegeben. Dave war etwas weh zumute, denn es war ja auch seine absolute Leidenschaft neben dem Militaryreiten. Letzteres traute er sich auch nach fast einem Jahr nach dem Unfall nicht wieder so wie früher. Doch er ging in den neuen Aufgaben total auf. Und auch die Beziehung zu mir gab ihm den Halt, den er gebraucht hatte. Er war endlich in einem Zuhause angekommen.
      Tom hatte erst mich und dann Dave lachend umarmt, als wir im Januar von unserem Schlittenausflug zurückkamen. Er hatte als Einziger natürlich vorher von Cleo gewusst, Dave hatte ihn um Rat gefragt und Tom für ihn den Kontakt mit der Züchterin hergestellt. Und dass wir uns gegenseitig heimlich lieben war durch unsere offenen Zankereien sowieso kein Geheimnis mehr. Leo klopfte ihm anerkennend auf die Schulter und zwinkerte mir ganz frech zu, was auf dem Hof plötzlich zu einer Schneeballschlacht führte. Die letzten Anspannungen, die noch aus dem Horror im Sommer 2017 übrig waren, waren auf einmal wie weggeblasen. Ich war seit diesem Tag so sorglos wie schon lange nicht mehr.
      Und so hatten wir die Kraft, alles anzupacken, was wir uns für dieses Jahr bis hierhin vorgenommen hatten. Wir zogen alle so gut an einem Strang, dass wir sogar mit unserem Trainingsprogramm allein schwarze Zahlen schrieben und auch unser Zuchtprogramm als zweites Standbein weiter ausbauen konnten. Wir strukturierten unsere Organisation der Pferdepflege um und fingen langsam damit an, die Fohlen aus den letzten Jahrgängen auszubilden. Scamander und Painted Minimalistic Art sollten später als Springpferde Karriere machen bzw. dort ihre Hauptspezialisierung besitzen. Deswegen wurden diese beiden speziell mir zugewiesen. Außer leichter Bodenarbeit und einigen Tricks, sowie den allerersten Standartdingen wie Halftern, Putzen, Hufe geben und auf den Hänger gehen wurde aber noch nichts gemacht. Ich merkte bei beiden schnell, dass sie sehr spritzig und eifrig waren, manchmal aber natürlich auch noch etwas ungehalten. Es würde viel Arbeit werden, aber wir hatten hier zwei tolle Fohlen mit gutem Stammbaum. Tom, Mia und Dave hatten ebenfalls jeweils zwei Fohlen in die Ausbildung übernommen. Tom würde sich um Symphonie de la Bryére und Capona kümmern. Die hübschen Mädels würden dann natürlich weiter im Dressursport gehen. Und dafür war Tom unser erster Mann. Dave durfte sich natürlich um sein Amberfohlen Harvey kümmern. Was wir mit ihm machen würden, wussten wir eigentlich noch nicht genau. Er war noch so klein und verspielt, dass dafür noch genügend Zeit blieb. Bis dahin hatte Dave auch die Chance, sich weiter zu erholen, denn ich hoffte doch, dass er in Daves Spezialgebiet des Military oder je nach Körperbau in die Distanz gehen könnte. Da Harvey noch so klein war und erst nur das Halftern lernte, bekam Dave zusätzlich Thor an die Hand. Der war mittlerweile zu einem stattlichen Jugendlichen herangewachsen und machte ordentlich Eindruck, auch wenn er noch sehr schlaksig war für einen Friesenmix. Doch sein Wesen war des eines liebevollen, friedlichen Kuschelbärs. Er hatte schon auch seine fünf Minuten, doch er schien anscheinend zu merken, dass Dave aus Reflex seine Schulter noch immer wegdrehte oder nicht ganz belastete, obwohl der Physiotherapeut die Behandlung schon vor drei Monaten erfolgreich abgeschlossen hatte. Jetzt war Thor eben sein neuer Therapeut. Der schwarze Hengst mit den blauen Augen lernte schnell und verdiente sich damit eine Karotte oder Apfelschnitze nach der anderen und forderte seinen Ausbilder so, dass der irgendwann gar nicht mehr an die Auswirkungen des Unfalls dachte. Eines Abends kam er pfeifend in unsere Wohnung, drückte mir grinsend einen Kuss auf die Stirn und zog sich ohne jede Mühe das T-Shirt über den Kopf, um dann weiter pfeifend unter der Dusche zu verschwinden. Ich kann nicht sagen, was mich in dem Moment mehr umhaute – der Anblick an sich oder die Tatsache, dass es jetzt alles gut war.
      Und weil alles gut war, alles so wunderbar lief und es uns so gut ging wie noch nie auf dem SPZ Naundorf, jagten wir jetzt mit einem Affenzahn über das frisch abgemähte Weizenfeld am nördlichen Waldrand. Dave saß auf Heros, der ein absolutes Verlasspferd im Gelände war, dicht gefolgt von Leo auf seinem Fireflies, der noch dieses Jahr zur Körung gemeldet werden würde. Mia hatte sich ihren Checkpoint ausgesucht, da wir ohne große Reibereien nur mit Hengsten reiten wollten. Tom nahm sich Webster, dem etwas Geländeerfahrung nicht schaden konnte. Der Erfolgshengst unseres Zentrums in Sachen Dressur hatte schon einige Schleifen gesammelt und würde wohl auch bald in unser Zuchtprogramm überwechseln. Mia und Tom galoppierten auch über das Feld, allerdings nicht so schnell wie wir anderen drei. Ich klopfte Dante den immer heller werdenden Hals, als wir am unteren Rand des Feldes ankamen. Im Trab ritten wir weiter, bis Tom und Mia aufgeschlossen hatten.
      Die beiden waren natürlich auch noch ein wahnsinnig glückliches Paar und wir saßen oft abends noch nach dem gemeinsamen Abendessen zusammen draußen auf der Veranda. Dort trugen wir wichtige Daten und Ereignisse des Tages zusammen, besprachen bevorstehende Termine und alberten nach getaner Arbeit miteinander herum. Während der Heuernte waren wir aber oft auch so platt, dass es nur dabei blieb, ab und an eine Flasche Rotwein miteinander zu trinken und dem Hof zuzuhören, wie es nach dem Tag langsam ruhiger wurde. Denn Mia hat mit Tom und mir die meisten Pferde zu betreuen. Neben den beiden Fohlen Efeumond und Arcada, waren in ihrer Obhut neben Checkpoint bei den Hengsten vier Stuten: Annakiya, Mon Amie, Al Aasiyah und Caja. Mit Mon Amie arbeitete sie derzeit nicht wirklich, außer einige Dehnarbeiten. Sie war wieder tragend von Dante. Daher lag ihre Aufgabe hauptsächlich auf die Ausbildung der Distanz. Annakiya und Aasiyah vertrugen sich so gut, dass sie abwechselnd auf einer der beiden ritt und die andere angebunden mitführte. So drehte sie um den Hof ihre Runden, wenn sie alleine unterwegs war, alternativ kam ich mit Aquentino mit. Dieser, sowie meine Hengste Fleming und Dante, die Stuten Cara Mia und Amber und die beiden Fohlen Scamander und Painted waren meiner Betreuung zugefallen. Daher hatten wir nach dem Stalldienst am Vormittag bis zum Mittagessen, bei dem wir uns alle abwechselten, immer genug zu tun. Wir hatten uns auch die freien Tage, die jedes Pferd hatte, auch so eingeteilt, dass Mia und ich dann gegebenenfalls anfallende Arbeiten im Haupthaus oder ähnliches zusammen machen können oder unsere Trainigseinheiten eben aufeinander abgestimmt waren. Tom und Dave fanden das gut und holten Willi und Leo mit ins Boot. Willi kümmerte sich um die Kurzen auf dem Hof und hatte daher bei den Fohlen die kleine Lillifee, den charmanten aber manchmal etwas eigensinnigen Take a Bow und die drei Süßen Nikita, Occani und Taciturn übernommen. Letztere war neben Lillifee als Welshfohlen die Kleinste auf dem Hof und unsere Herzensdame. Neben Cleo, die gerne mit ihr auf der Weide spielte, war sie sozusagen unser „Maskottchen“. Unsere Besucher liebten sie und regelmäßig wurde sie mit Leckerchen und Streicheleinheiten überhäuft. Mittlerweile war sie ja auch schon 17 Jahre und wurde zu allen anderen Pferden auf dem Hof wenn nur spazieren geführt. Auf die Gnadenweide wollten wir sie aber noch nicht stellen, da der Ausbau für die Kleineren noch nicht fertig war und wir sie doch gerne im Stutenstall sahen, wie sie neugierig den süßen Kopf gerade so über die Tür streckte.
      Hier standen natürlich auch noch die Stuten, die Tom und Leo betreuten. Neben seiner Solsikke, die neben Fireflies Leos absolute Turnierpferdchen geworden waren, kümmerte sich Leo auch noch um die hübsche Lewitzerstute Chocolate Chip Cookie, sowie um die Dänin Oline. Er hatte an diesen ebenfalls einen besonderen Narren gefressen und arbeitete regelmäßig und fleißig mit ihnen. Cookie war etwas spritziger als Oline, aber genau das hatte meiner Meinung nach nur Vorteile für Leo. Er sollte mit verschiedenen Charakteren arbeiten und sich nicht zu sehr auf eine Verhaltensart spezialisieren. Neben den erwachsenen Stuten hatte er deshalb auch Elfenlied als Fohlen bekommen. Wir unterstützen ihn dabei natürlich, bis jetzt macht er seine Sache wirklich sehr sehr gut. Neben den bereits genannten betreut Tom mit insgesamt sieben Pferden zusätzlich im Stutenstall Forever Yours, Meilenstein und seine Reykja. Erstere haben wir lange nicht so gefordert, da wir sie ja aus schlechter Haltung übernommen haben. Sie soll höchstens noch zwei Fohlen tragen, bevor wir sie wohl doch auf die Gnadenweide entlassen. Dagegen machen Meilenstein und Reykja von Tag zu Tag weiter Fortschritte. Meilenstein wird mittlerweile geritten, Anfangs saßen hauptsächlich Mia, Leo und ich auf ihr, da wir vom Gewicht her etwas leichter sind als Tom. Doch mit dem richtigen Training konnte sich Meilenstein bald so gut ausbalancieren, dass sich Tom mittlerweile von unten in den Sattel ziehen kann und sie sauber unter ihm austritt. Reykja ist parallel dazu mit Webster unser Dressurass geworden. Ich liebe es, Tom und ihr in der Halle zuzusehen. Er hat dafür einfach das richtige Gespür und gibt uns allen immer noch Korrekturunterricht oder reitet unsere anderen Pferde zur Kontrolle regelmäßig auf dem Platz. Der Rest von uns will immer nur über Hindernisse oder ins Gelände, worauf ja unser Zentrum hauptsächlich ausgelegt ist, aber die Dressur ist eben die Basis und darauf achtet Tom zum Glück.
      So hat er auch Dave unterstützt, der mit der Arbeit mit Thor und Zarin langsam auch wieder vermehrt Zugang zu Medivh bekam. Bei beiden waren die körperlichen Wunden verhältnismäßig schnell verheilt, aber was blieb ist, dass die beiden jetzt nicht mehr genau wussten, auf was sie ausweichen sollen. Military würde vermutlich nie wieder gehen, obwohl Medivh im Gelände ein erstaunlich gelassenes Verhalten zeigt. Auch vor den Hindernissen hat er an sich keine Angst, aber verweigert doch deutlich häufiger bei den ersten kleinen Versuchen auf dem Sandplatz, wenn er es durch Drehen des Kopfes nicht ganz sieht. Wir haben angefangen uns durch die Turnierwelt zu fragen und auch zwei Fälle gefunden, in denen einseitig blinde Pferde wieder springen. Ein Versuch mit dem Abdecken des blinden Auges durch eine Maske zeigte erste Erfolge. Vielleicht brauchte er einfach die Bestätigung, dass er das jetzt ganz sicher einseitig blind machen wird und deshalb auf seinen Reiter vertrauen muss. Oder aber es ist die Angst, sich erneut zu verletzen. Wir können es uns nicht erklären, aber mit zunehmendem Training fasste Medivh mehr und mehr Vertrauen. Viel über Stimmtraining, Toms Erfahrungsschatz und gute Bodenarbeit hörte Medivh nach einigen Wochen wieder auf zu Weben. Wir entließen ihn auf Anraten von den Besitzern der anderen blinden Pferde voll und ganz in den Herdenverband der Hengste. Anfangs rumpelte er noch ein bis zweimal an andere an, aber irgendwann bemerkte man nichts mehr. Dennoch überlegten wir uns, ihn eher in die Distanz und ins Fahren zu bringen. Dort hatte er mittlerweile auch Erfolge eingeheimst und ging dort genauso auf. Ein weiterer Grund, warum der pfeifende Dave nicht wieder verschwand hinter jemandem, der keine Perspektive mehr für sich sah. Und mit Harvey, sowie der flinken Uranium Fever hatte er zwei weitere Pferde, mit denen er nach meiner Einschätzung das Military eben nicht verlieren würde. Ich denke, das weiß Dave für sich auch und fand mit dem Unfall seinen Frieden.
      So ritten wir also nebeneinander her, alle fünf außer Willi und Cleo, die wie immer den Hof hüteten- ausgelassen, zufrieden, den Sommer genießend. Die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht und die dampfenden Pferde unter uns.
    • Muemmi
      Pflegebericht Dezember 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 02. Dezember 2018 | 9910 Zeichen


      Hengstweide
      Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Webster | Checkpoint | Take a Bow | Joschi | Medivh | Heros | Dante | Zarin | Fleming

      Stutenweide
      Caja | Reykja | CM´s Meilenstein | Uranium Fever | Chocolate Chip Cookie | Solsikke | Occani | Cara Mia | Orchidee´s Nikita | Al Aasiyah ox | tc Annakiya | Taciturn | Tassila | Oline | Forever Yours | EBS Mon Amie | Ambie

      Fohlenweide
      Efeumond | Thor | Lillifee | Painted Minimalistic Art | Symphonie de la Bryére | Aufgepasst, hier kommt Arcada! | Elfenlied | Capona | Scamander | SPN Harvey


      "Glück pur"

      „Luisa! Wir müssen los!“ Daves Stimme schallte durch den Flur und das Treppenhaus hinauf in unsere Wohnung. Er stand unten in der Eingangstüre und blickte zu mir hinauf, als ich eben diese Treppe hinunterstolperte. „Sorry, bin schon fertig.“ Er grinste, während ich in meine Jacke schlüpfte und die Stiefel anzog.

      Der Sommer war so schnell vorbei gegangen, dass ich mich jetzt gefühlt unvorbereitet im Dezember mit nasskaltem Wetter wiederfand. Wir hatten einen superschönen Herbst gehabt, mit vielen bunten Blättern und sonnigen Ausreittagen. Dave und ich hatten uns nach der stressigen Zeit der Heuernten und der Tuniersaison, die außer für Dave und Willi für uns alle noch im vollen Gang war, Zeit für uns genommen. Medivh hatte sich mittlerweile vollständig erholt und wir uns alle an den etwas seltsamen Anblick seines linken, blinden Auges gewöhnt. Er ging jetzt vermehrt in der Dressur und Dave hatte Heros mehr in die Ausbildung des Springens genommen. Aber wir hatten gemeinsam beschlossen, dass er diese Saison noch nicht wieder im Turniersport mitmischen würde. Dave ging jetzt dafür eher in der Aufgabe auf, mich und den Hof bei allem zu unterstützen. Ich war richtig beeindruckt von seinen Ausbilderfähigkeiten, die er bei den Kutschpferden, den Springern und den Militärygängern zeigte. Die Sportpferde unseres Zentrums blühten regelrecht auf und unsere Kunden lobten Dave zufrieden für seine Arbeit. Allgemein bemerkte ich, dass ihm das Leben hier auf Naundorf richtig guttat. Es gab im Frühsommer ein kurzes, unschönes Aufeinandertreffen mit seinem Vater auf einem der Trabrennen, die wir uns in Zusammenhang mit Uranium Fever ansahen. Er hatte sie zur Probe mal vor einen Sulky gespannt und war auf der Sandbahn oben im Wald eine kurze Runde gefahren. Auch an ihr hatte Dave ganze Arbeit geleistet und wir wollten sie daher in der Saison 2019 in ein paar Fahrturnieren laufen lassen. Die hatten wir bereits vor einigen Monaten schon als Organisatoren aufgegeben und erst da gemerkt, wie sehr uns das eigentlich belastet hatte, auch wenn es eine Leidenschaft für uns alle war. Kaum war das vorbei, kam mit der Tatsache, dass Dave jetzt mit mir, Eine der Teilhaber Naundorfs zusammen war, Stunk von Seiten seiner Verwandschaft. Daves Dad war schon immer schwierig gewesen und hatte sich schon früh einen guten Ruf im Fahrsport gemacht. Er war aber auch für sein Cholerisch-Sein bekannt und konnte es sich mit dem zunehmenden Erfolg Naundorfs, das ihm mitunter den ein oder anderen Kunden abgeworben hatte, nicht verkneifen auf Dave zu zielen. Dieser ließ sich das nach außen hin nicht anmerken, aber mir gegenüber gab er zu, dass es ihn immer noch schwer traf, wenn sein Vater ihn als „Nichtsnutz“ und „Schnorrer“ hinstellte. Da konnte auch seine wundervolle Mutter, mit der ich mittlerweile gut befreundet war und regelmäßig Kontakt hatte, nichts ändern. Es führte sogar zu noch mehr Ärgernis, da wir sie natürlich auf Naundorf immer willkommen geheißen hatten – seinen Vater allerdings auf Daves Wunsch nicht. Ich mischte mich da nicht ein, da das Daves Sache war. Ich konnte ihn nur unterstützen und für ihn da sein. Um uns also zusätzlich eine Auszeit zu gönnen, waren Dave und ich eine Woche nach London und zu Freunden, die Sportpferde in Großbritannien züchteten gefahren. Es war einfach nur wunderschön dort und wir haben diese eine Woche in vollen Zügen genossen. Ich hatte schon immer eine Schwäche für das satte Grün der Weiden und die alten Gemäuer der Herrenhäuser gehabt. Doch nichts würde mir je so viel bedeuten, wie unser Naunhofer Gestüt, bei dem ich mich mittlerweile so viel mehr zu Hause fühlte, als ich es damals im alten jemals getan hatte. Und das galt eben auch für Dave.

      So stürzten wir uns mit neuer Energie wieder in die Arbeit und in die Ausbildung unserer Jungpferde. Thor war mittlerweile so groß, dass man ihn langsam unter den Sattel nehmen konnte. Der Gute wurde im Januar jetzt 3 Jahre alt und würde demnächst auf die große Hengstweide wechseln. Auch Efeumond hatte seine Ausbildung hinter sich und kam jetzt zum Beritt in Mias Hände. Der spritzige Hengst sollte aufgrund seines höheren Alters nicht mehr in anderweitigen Rennen, als denen im Amateursport laufen und uns als guter Springer und Vererber in der Zucht dienen. Auch Painted nahmen wir in der Fohlenausbildung weiter in Beschlag, er war mittlerweile ein Jahr von seiner Mutter abgesetzt und ordentlich gewachsen. Wir würden ihm aber noch mindestens ein Jahr geben, bevor wir mehr mit ihm trainieren würden, als über das Absolvieren einer Fohlenschau hinausgehen würde. Auch die Stutfohlen Symphonie de la Bryére, Arcada, Capona und Lillifee durften noch ganz Fohlen sein. Sie standen alle zusammen auf einer Weide und hatten bei dem matschigen Wetter bis zum ordentlichen Bodenfrost erstmal nur Ausgang auf den großen Sandpaddock. Auch Scamander und Harvey waren noch etwas zu jung und tollten um mich herum, als ich zum Misten kam. Elfenlied allerdings war ähnlich wie Thor langsam groß genug, um auf die Stutenweide zu wechseln und in eine reiterliche Ausbildung über zu gehen. Den Sattel nahm sie schon gut an und lief auch unter ihm an der Longe recht gut. Nur mit einem reiterlichen Gewicht hatte sie noch Schwierigkeiten, was wir regelmäßig mit Sandsäcken und kurzen Ritten an Muskulatur aufbauten.

      Aber nicht nur unsere Fohlen veränderten sich, indem sie immer größer wurden. Auch unser Team hatte sich vor kurzem geändert. Lange hatten wir gesucht und wussten nicht, wie wir die nächste Saison überwinden sollten, ohne jetzt langsam jemanden einzustellen. Und gerade Leo hatte dann die Lösung. Nach dem Unfall auf Medivh kamen einige Artikel dazu heraus und die Erblindung eines Sportpferdes war wieder mehr im Gespräch in der Reiterwelt der Region. Da Leo damals direkt mitten im Geschehen war, hatte eine junge Reiterin, die schon länger für ihn geschwärmt hatte, die Möglichkeit, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Denn sie hatte sich bisher nicht getraut, ihn anzusprechen. Sie meinte später, dass Dave immer mit Leo rumhing und das deshalb unmöglich für sie war. Leo war nach dem Unfall selbstverständlich länger nicht im Turniersport aktiv gewesen und Sophie, die ebenfalls als junge Reiterin viele Erfolge gefeiert hatte, hatte seinen Namen in einem der Artikel gesehen. Über Facebook hatte sie ihn dann angeschrieben und die beiden sich getroffen. Dass sie ihn über die Berichte gefunden hatte, erzählte sie natürlich erst sehr viel später, aber da waren die beiden schon einige Wochen zusammen. Wir auf dem Hof bekamen das offiziell erst im Sommer mit. Da brachte Leo Sophie das erste Mal mit. Die junge Reiterin war mit ihrem Deutschen Reitpony Tassila uns voher schon etwas bekannt, aber je öfter sie hier war, desto mehr gehörte sie mit zum Hof. Sie war eine hübsche, schlanke Frau mit schwarzen Haaren und seltenen grünen Augen, die für ihre gerade mal 19 Jahre einen sehr erwachsenen und reifen Eindruck machte. Sie hatte ihr Abitur abgeschlossen und war ein paar Monate im Ausland gewesen, bevor sie sich entschied, ihr Hobby doch zum Beruf zu machen. Nur der richtige Betrieb fehlte noch. Und da waren wir als Betrieb richtig dankbar. Dave und ich erklärten ihr aber, was damals mit Susan, die sich mit Dave überworfen hatte passiert war. Und dass wir sie gerne auf dem Hof mit ihren beiden Ponys Tassila und Joschi willkommen heißen würden, sofern es keine Streitigkeiten geben würde. Doch als wir alle sahen, wie die beiden zusammen arbeiteten und sich Sophie machte, verschwanden unsere Zweifel. So zog Sophie erstmal in ihr eigenes Zimmer im Haupthaus. Denn mittlerweile lebten auch Mia und Tom zusammen. Die beiden waren fast noch glücklicher als Dave und ich und nach allem, was uns auf Naundorf passiert war, konnten wir das Glück zwar kaum fassen, aber vollends genießen.

      So steuerten wir also mit dem ersten Advent auf die Weihnachtszeit zu, während langsam eine gemütliche Routine auf Naundorf einkehrte. Wir hatten genügend Zeit unsere Pferde zu trainieren und auch die von Kunden zu betreuen, den Hof an einigen Stellen zu sanieren und endlich die gesamten Zäune auf Vordermann zu bringen. So kamen bei Tom, Webster, Reykja, Forever Yours und Meilenstein ordentlich voran und zeigten in der Dressur erstaunliche Fortschritte. Auch Tom lebte jetzt nach dem ganzen Stress auf und hatte richtig Spaß an der Arbeit. Auch Mia konnte ordentlich trainieren und sich um ihre Schützlinge Checkpoint, Annakiya, Mon Amie, Aasiyah und Caja kümmern. Sophie half Leo mit Oline, die wir ihr bei der Einstellung fest zuteilten. Sie sollte mit einem Großpferd arbeiten, da sich Willi um Joschi kümmern würde. Der Beistellshetty hatte jetzt mit Occani, Taciturn, Nikita und Take a Bow neue Weidengenossen und verstand sich vor allem mit Bow sehr gut. Leo hatte also mehr Zeit, sich auf seine Solsikke und auf Cookie zu konzentrieren. Die beiden Damen hatten sich auf dem Hof wirklich gut gemacht und so langsam konnte es auch bei ihnen in die Turniere gehen. Candy allerdings hatte sich wirklich super gemacht und einige Schleifen eingeheimst. Er würde demnächst mit Aquentino zur Körung eingeschrieben werden. Auch meine Pferde machten sich gut. Ich hatte endlich wieder genügend Zeit, um mit Fleming und Dante richtig lange Ausritte zu machen und eine Parcour abzureiten. Auch Cara Mia und Amber kamen wieder zum Zuge, vor allem Amber hatte nach Harvey wieder ihre alte Form und sprang besser denn je. Dave sah immer mal wieder neidisch rüber, als er gerade mit Zarin trainierte.

      Und wie gesagt, konnten wir uns endlich wieder auf andere konzentrieren. Um unsere Zuchtpläne weiter zu verfolgen, hatte Dave einen Großverkauf entdeckt und auch zum Trainieren und Pflegen der Pferde dort brachen wir heute auf. Dave grinste immer noch, als er vorne ums Auto herumlief und einstieg, während ich mich auf dem Beifahrersitz niederließ. „Bis später!“ rief uns Tom zu und winkte zum Abschluss.
    • Muemmi
      Pflegebericht Mai 2019

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 28. Mai 2019 | 5095 Zeichen


      Hengstweide

      Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Webster | Checkpoint | Take a Bow | Joschi | Medivh | Heros | Dante | Zarin | Fleming | Joschi

      Stutenweide
      Caja | Reykja | CM´s Meilenstein | Uranium Fever | Chocolate Chip Cookie | Solsikke | Occani | Cara Mia | Orchidee´s Nikita | Al Aasiyah ox | tc Annakiya | Taciturn | Tassila | Oline | Forever Yours | EBS Mon Amie | Amber | Windrose | Paminta | Skittles

      Fohlenweide
      Efeumond | Thor | Lillifee | Painted Minimalistic Art | Symphonie de la Bryére | Aufgepasst, hier kommt Arcada! | Elfenlied | Capona | Scamander | SPN Harvey | Rabano | HGT´s Royal´s Daydream

      „Regentage und anderes Alltägliches"

      „Es regnet wieder!“ Willi schüttelte sich die gröbsten Regentropfen aus den Haaren und grinste Dave und mich im Hausflur an. „Kaffee steht in der Maschine, ist grade fertig geworden.“ meinte Dave zu ihm. Willi verschwand in der kleinen Küche, in der Mia noch saß. Tom war recht früh zu einem Dressurkurs aufgebrochen, Mia war mit ihm aufgestanden und hatte bereits die Fohlenstallungen ausgemistet. Neben unseren Großen Thor, Efeumond, Painted Minimalistic Art, Lillifee, sowie den Halbstarken Scamander und Harvey, standen immer noch unsere Eigenzuchten Symphonie de la Bryére, Arcada, Elfenlied und Capona bei uns. Auch Royal´s Daydream hatte sich gut eingelebt, eine Enkelin meines Hannoveraners Red Diamond II, der nicht unweit auf der Gnadenweide friedlich sein Leben genoß. Und erst vor ein paar Tagen kam Rabano zu uns zurück, ebenfalls ein Nachkomme unserer Gnadenweidenpferde – Ravallo und Zingara. Wir hatten vor, Rabano neben Thor auf dem Hof zu behalten, um die beiden später als Kutsch- und Dressurpferde als Besonderheiten zu führen. Vor allem Rabano war mit seiner Farbe ein wahrer Hingucker.

      Willi, Mia, Dave und ich frühstückten zusammen und brachen dann auf, um den Rest der Pferde zu versorgen. Willi und Mia gingen hinüber zu den Stuten, Dave und ich zu den Hengsten. Auch unser Stutenstall hatte in den letzten Wochen nochmal Zuwachs bekommen. Das lag auch an der hübschen Sophie, die wir im März eingestellt hatten. Sie hatte Leo öfters auf Turnieren getroffen und eines Tages hatte er sie mit auf den Hof gebracht. Sie hatte ihre Ausbildung nicht unweit von Naundorf vor einem Jahr abgeschlossen und war mit 22 Jahren in Leos Alter. Uns gefiel sofort ihre liebe und geschickte Art, mit Pferden umzugehen und als sie mehr und mehr ihre Freizeit auf Naundorf verbrachte, baten wir ihr an, ganz zu uns zu wechseln. Somit brachte sie mit Skittles und Joschi zwei neue Vierbeiner zu uns. Unser Haupthaus war jetzt nach fast 5 Jahren seit dem Kauf des Gestüts fertig renoviert und sie hatte dort ihre eigenen zwei Zimmer bekommen. Leo und sie verstanden sich fast besser als Dave und ich, ihre Verliebtheit steckte uns richtig an. Obwohl das gar nicht nötig war.

      Dave und ich waren immer noch wahnsinnig glücklich miteinander. Zusammen leiteten wir mit Tom und Mia Naundorf so erfolgreich, dass wir mit dem Training mittlerweile langsam anfingen, über Brandenburg hinaus bekannt zu werden. Ich war vor kurzem mit Heros, Dante und Fleming nach München und Stuttgart gefahren, hatte unsere besten Zuchthengste dort präsentiert und Werbung für Naundorf gemacht. Mittlerweile hatten die drei zusammen um die 250 Fohlen. Medivh und Zarin waren ebenfalls in der Region überaus beliebt, wir wollten sie aber aufgrund ihrer Verfassungen nicht gar so weiten Reisen aussetzen. Dave führte gerade Webster, Fireflies, Aquentino und Checkpoint hinaus, während ich mit den ersten Boxen anfing. Zusammen brauchten wir für den Hengststall mit Säubern, Füttern und Einstreuen eine knappe Stunde. Dave brachte die restlichen Hengste auf die Weide, Take a Bow und Joschi auf eine eigen abgesteckte. Die beiden verstanden sich prächtig und waren wirklich toll anzusehen. Sophie war total hin und weg von Take a Bow, der von seinen Vorbesitzern eine ganze Reihe von Tricks zeigen konnte. Zusammen übte sie jetzt in ihrer Freizeit mit ihm und Joschi, was uns alle mehr zur Bodenarbeit brachte. Tom ließ sich davon sogar so inspirieren, dass seine ruhige und sanfte Reykja es irgendwann auf Kommando sehr beeindruckend schaffte zu steigen und sich zu verbeugen. Auch ich dehnte Aquentino und Amber mehr, achtete mehr auf die Ausbildung der Fohlen.

      Als Dave und ich fertig waren, gingen wir hinüber in den Stutenstall. Dort standen natürlich mittlerweile mehr Pferde als im Hengststall. Meilenstein war mittlerweile voll ausgewachsen, Uranium Fever hatte sich gut eingelebt, Solsikke und Chocolate Chip Cookie tobten mit Skittles und Cara Mia schon auf der Stutenweide. Occani, Nikita und die alte Taciturn standen wie Bow und Joschi auf einem eigenen abgetrennten Teil der Weide, während Mia und Willi, Tassila, Oline, Paminta, Annakiya, Aasiyah, Mon Amie, Ronja und Forever Yours brachten. Die beiden hatten die Weiden vorher abgesteckt und kontrolliert, die Tröge draußen geputzt und die Fohlen nach draußen gelassen. Zusammen brauchten wir jetzt nur noch eine halbe Stunde, bis alles Boxen gemistet und die Stallgasse gekehrt waren.

      „Mit wem willst du ausreiten?“ Dave grinste mich am Nachmittag an, als wir mit den ersten Trainingspferden fertig waren. Er wollte gerade Uranium Fever holen, als ich ihm Windrose nannte. Die hübsche Braune hatte mitunter mein Herz erobert, seit sie seit Ende letzten Jahres ebenfalls zu unserer Stutenherde gehörte. Sie war als sehr sehr junge Stute mal in meinem Besitz, kam aber auch glücklicherweise irgendwie wieder zurück in unsere Hände. Als reinrassige Trakehnerin würde sie unsere Zucht gut unterstützen, wenn sie vollends im Training angekommen war. Pfeifend schlenderte Dave davon und ich ging in die Sattelkammer, um grinsend das Reitzeug zu holen.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Sportpferde Naundorf - Hengstweide
    Hochgeladen von:
    Muemmi
    Datum:
    1 Juli 2018
    Klicks:
    417
    Kommentare:
    14

    EXIF Data

    File Size:
    289,3 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Abstammung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Von Ravallo
    Von Rasputin Aus der Ibiza

    Von Raven Aus der Marah (Yin Yang x Miami Blood Moon) | Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der Mystical Star
    Von Pacey Aus der Ysun

    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von Royal Champion Aus der Mon Cherie


    Exterieur
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Hengst
    30.03.2012 | 4 Jahre

    Rasse: Trakehner
    Stockmaß/Endmaß: 169cm
    Gewicht: 450kg
    Fellfarbe: Brauner
    Abzeichen: Stern, weiße Krone
    Geno: x


    Interieur + Beschreibung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Verhalten in der Box: Neutral
    Verhalten auf der Weide: Neutral, Sozial


    Charaktereigenschaften:

    Aufmerksam, Intelligent, Sozial, Ruhig, Gutmütig, Nervenstark, Temperamentvoll, Neugierig, Lernbereit

    Fleming ist als Nachkomme von Ravallo aus der Mystical Star eine wunderbare Mischung.
    Seine Spritzigkeit hat er von seiner Mutter und Großmutter übernommen und ist daher nicht immer einfach zu händeln.
    In ihm ruht aber dennoch ein absolut verlässlicher Partner, mit dem man in ausdauernden Disziplinen sehr viel Spaß haben kann.
    Fleming soll nach seiner guten Ausbildung auf dem Gestüt Van Helsing weiter auf dem Gestüt Naundorf gefördert werden.
    Seine Besitzerin Luisa entschied sich recht schnell für den Schwerpunkt des Springreitens, startet Fleming aber auch gerne mitunter auf Military und Distanzturnieren.
    Die Dressur liegt Fleming zwar auch, unterfordert ihn aber zuweilen, für Fahren und Western ist Fleming gänzlich ungeeignet.

    Weide: Hengstweide
    Unterbringung: Weide/Box

    Einstreu: Sägespäne
    Futtersorte: Kraftmüsli, Saftfutter, Heu
    Fütterungszeiten: morgens und abends


    Besitzer: Muemmi
    VKR/Ersteller: Occulta


    Qualifizierungen + Erfolge
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L M
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M

    Springen E A L M S S* S**
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S
    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****
    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100 BE100Plus Novice Intermediate Advanced Intermediate Advanced

    Galopprennen E A L M S
    Ausgleichsrennen|Hindernisrennen: AIV AIII AII AI | AU AM AG
    Flachrennen: 800m 1000m 1250m 1500m 1750m 2000m 2250m 2500m 3000m 3400m

    Distanz E A L
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***

    Fahren E A L M
    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2 CAI-A4
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2 CAI-M-A4
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2 CAI-CA4
    Trabrennen: 800m 1000m 1600m 1760m 1900m 2100m 2300m


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Offiziell
    243. Militaryturnier | 357. Springturnier | 250. Distanzturnier| 376. Springturnier | 397. Springturnier
    399. Springturnier
    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG]

    77. HdMW

    [​IMG]

    Inoffiziell
    -

    Gewinnsumme: x


    Ausbildung + Zuchtdaten
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Springpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Hindernisgewöhnung ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    Dressurpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    Kutschpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Einfahren x | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen


    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1
    Wasser: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Gelände: 6 5 4 3 2 1
    Straßen: 6 5 4 3 2 1

    Stangenarbeit: 3 2 1 ✪
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪
    Verladefromm: 3 2 1 ✪

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✔ | Rückwärtsrichten ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✔
    Abstand halten ✔ | Wenden + Handwechsel ✔ | Abruf ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment x | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten ✔ | Spanischer Schritt x | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel ✔ | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) x | Levade x | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Pferdepass

    Schleife
    HK 485

    [​IMG]

    Zur Zucht zugelassen: ja
    Eingetragene Zucht: Gestüt Naundorf
    Züchter/Herkunft: Muemmi/Elsaria - Gestüt Van Helsing

    Nachkommen

    Focus aus der Busted Cherry Cake *2017


    Gesundheitszustand
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Letzter Tierarztbesuch: August 2016

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) überfällig

    Wurmkur (jedes Jahr) überfällig
    Tollwut Impfung (jedes Jahr) überfällig
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) überfällig
    Influenza Impfung
    (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4
    (alle 6 Monate) überfällig


    Gesamteindruck:
    Aktue Krankheit/en:
    Chronische Krankheit/en:
    Erbkrankheit/en:


    Letzter Hufschmiedbesuch: Oktober 2016
    Ausgeschnitten/Korrigiert: ja
    Hufbeschaffenheit: sehr gut
    Hufkrankheit/en: keine

    Beschlag vorne: Springeisen
    Beschlag hinten: Springeisen


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund