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Mohikanerin

Fjara | Gekört

7 Jahre | by Kira | P1 - W1

Fjara | Gekört
Mohikanerin, 22 Juli 2016
Bracelet und Zion gefällt das.
    • Mohikanerin
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      Zusammenfassung

      Pflegebericht
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      Unbekannt | (c) Sissicat
      3959 Zeichen | - Sissicat

      Nachdem ich auch Dark Blood in die saubere Box gestellt hatte und sie gefüttert und getränkt habe ging ich zum nächsten Pferd.Bella.
      Ich streichelte die kleine Stute hinter dem Ohren dann legte ich ihr,ihr Halfter an und führte sie nach draussen.
      ,,Ok, kleine entscheide du dich reiten oder Kutsche fahren." ,lachte ich und deutete auf die Kutsche und das Sattelzeug. Dann lies ich Bella los, sofort lief die stute los und schnupperte an der Kutsche und den Sattelzeug. Bei deM sattelzeug blieb sie stehen. ,,Ok dann reiten." lachte ich weiter.
      Dann putzte ich die kleine stute und sattelte sie im Englisch Look. Dannach stieg ich auf und trabte mit ihr zum Reitplatz, dort überlegte ich was ich mit ihr machen sollte. Ich entschied mich für ein bisschen Military. Willig machte Bella alles was ich von ihr wollte, es war ein schöner Ritt obwohl es mich gewundert hatte das Bella so brav war.
      Bald war auch Bella's Stunde allein mit mir zu Ende.Ich führte sie zum Stall sattelte sie ab dann stellte ich sie zurück in ihre Box und fütterte,tränkte sie. Nachdem ging ich zur nächsten Stute.Mäddi.

      Mäddi streckte mir sofort den Kopf entgegen und zwickte mir in mein Bein.Ich lachte und führte die kleine Frechdächsin nach draussen dort putzte ich sie und sattelte ihr das Fahrgeschirr auf. Dann stieg ich auf die Kutsche und lengte Mäddi in die richtige Richtung. Wie bei den anderen Pony's zuvor wurde es ein total schöner Ausflug.

      Mäddi tat sogar einmal ganz ruhig, was ist heute bloß mit meinen Pferden los? Nach einiger Zeit waren wir wieder beim Hof angekommen und ich sattelte Mäddi ab, dann sah ich mir ihren Gang an ihre Hufrehe ist schon weg aber ich schaue trotzdem immer nach ob es sich nicht wieder verschlimmert.

      Dannach sattelte ich sie ab und brachte sie in ihre Box natürlich fütterte und tränkte ich sie noch.Die nächste Stute war Wrecking Ball.

      Ich streichelte die ruhige Stute dann führte ich sie nach draussen und legte ihr, ihr Sattelzeug an.Dann stieg ich auf und galoppierte auf meiner einzigen Welsh B Stute Richtung Wald.Dort angekommen preschten wir durch eine alte Waldstrecke ein umgefallener baum verspeerte uns den Weg aber Wrecking Ball sprang einfach hinüber.

      ich schloss meine Augen und fühlte mich als könnte ich schweben.Doch bald war das gefühl vorbei genauso wie mein Ausritt mit Wrecking.Traurig stieg ich ab und streichelte sie.Als nächstes sattelte ich sie ab und stellte sie in ihre Box.Dort tat ich Futter und Wasser rein und ging zur nächsten Box wo Sissi's Paradise mich ansah.

      ,,Ruhig...ganz ruhig Süße...ich bin die gute." ,flüsterte ich ihr zu und streichelte ihr über die schnauze ich spürte ihren heißen Atem auf meiner Hand und lächel dann führte ich die große Stute raus und brachte sie zum Putzplatz.

      Ganz vorsichtig bürstete ich Paradise bis sie glänzte, ihre Wunden waren alle verheilt jedenfalls die äußerlichen.Ich legte Paradise eine Longe an und führte sie zum Reitplatz.Dort machte ich mit ihr verschiedene Vertrauensübungen.Dann war auch schon ihre Zeit vorbei und ich brachte sie zurück in ihre Box wo ich sie tränkte und fütterte.Das nächste und letzte pferd war Klein aber Oho.

      Ich streichelte meine kleine und führte sie zum reitplatz da fing ich an mit Oho Kunststücke einzutrainieren. Es war zwar schwer ihr etwas bei zu bringen aber möglich. Nach einer Stunde hatte ich ihr sowohl steigen als auch verbeugen bei gebracht. Dann brachte ich Oho in ihre Box und fütterte, tränkte sie.


      Durch ein Hupen wurde ich nach draussen gelockt. ,,Ah die neuen Pferde." ,meinte ich und ging auf die Frau zu die aus ihrem Auto stieg. Wir begrüßten uns und dann brachte sie mir zwei Isländerstuten aus dem Hänger. ,,Das sind Frost & Snow und Otta." stellte die Frau die beiden vor dann verschwand sie wieder ich brachte Frost und Otta in ihre neuen Boxen und fütterte,tränkte sie.
      Dann brachte ich Faera,Frost und Otta auf eine Koppel damit sie sich kennen lernen konnten dann ging ich nach drinnen.

      in den Himmel für ungepflegte Pferde verschoben am 3. August 2015 von Sevannie
      gerettet von BellaS am 1. September 2015
      umbenannt von "Otta" zu "Fjara" von BellaS am 1. September 2015?

      Umzug nach Rømø
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      22. September 2015 | (c) Seimure & BellaS
      12 265 Zeichen | - Linn, Bella

      Das schrille Klingeln meines Weckers riss mich aus dem Schlaf. Ich haute ein paar mal auf das Mistding drauf, bis es endlich Ruhe gab. Dann schlug ich die Decke zurück und wuchtete mich von der Matratze, die mir für diese Nacht als Bett gedient hatte. Mit noch geschlossenen Augen irrte ich ins Bad, wobei ich gegen einen noch leeren Karton stieß. Nachdem ich geduscht und mich angezogen hatte, schlang ich ein kleines Frühstück hinunter und begann dann damit, meine Bettwäsche in den letzten noch leeren Karton zu quetschen. Gestern hatte ich schon alles andere in den Pappdingern verpackt, die jetzt in der Wohnung herum standen. Heute musste ich die Kartons in einem der drei Transporter verstauen, mit denen wir morgen nach Rømø aufbrechen würden. Ich begann damit, die Kartons auf den Hof zu tragen und sie dort abzustellen. Nachdem ich dort alle aufgestapelt hatte, öffnete ich die Tür des Transporters und begann, die Kartons in den "Kofferraum", der mehr einer zu klein geratenen Lagerhalle glich, zu wuchten. Ein paar Kartons musste ich auch auf dem Boden des Wohnabteils abstellen. Als ich aus dem Transporter kam, tauchte in der Haustür ein Umzugskarton auf, dem ein mürrisch dreinschauender Finley folgte. Ich wünschte ihm einen guten Morgen, woraufhin er mich ansah, als würde ich vor Ironie nur so strotzen. Auch Bella kam mit einem Karton aus dem Haus, sah aber sehr viel besser gelaunt aus. "Kannst du die Sattelkammer ausräumen? Ich denke, es sollte alles in den jeweiligen Transporter, in dem auch das Pferd steht, sonst gibts nur wieder Unordnung." Wir hatten uns darauf geeinigt, dass Bella die Hengste, ich Vidja, Meyja, Garpur, Fjara, Snót und Faera und Finley die übrigen Stuten nach Rømø kutschieren würde. Brött würden wir auch noch irgendwo unterbringen können. Ich lief also los, um zuerst einmal die Sättel zu verladen. Ich dachte mir eine Taktik aus: Ich trug auf jedem Arm zwei Sättel, was mich zwar im Gehen etwas verlangsamte, jedoch immer noch schneller ging, als immer nur einen Sattel zu tragen. Als ich mit meiner ersten Ladung Sättel auf den Hof kam, hatte Bella gerade einen weiteren Karton im Transporter verstaut. Als sie mich sah, lachte sie, zog ihr Handy aus der Tasche und fotografierte mich. "Eine spitzen mäßige Sattelschlepperin!", rief sie, ehe sie mir zuwinkte und im Haus verschwand. Ich hängte die Sättel in den kleinen Sattelkammern, die sich zwischen dem Laderaum und dem Pferdebereich befanden.Nachdem ich alle Sättel aufgehängt hatte, und auch Finley und Tabea Erinnerungsfotos geschossen hatten, hängte ich mir alle Trensen und Halfter über den Arm, um dann im Transporter vor dem Rätsel zu stehen, welche Trense zu welchem Sattel gehörte. Mit Hilfe von Fotos, auf denen die Pferde die Trensen und Sättel trugen, konnte ich sie schließlich zuordnen. Als nächstes kam ich auf die Idee, die Putzboxen in die Futterschüsseln zu stecken und diese dann in der Schubkarre zu transportieren.

      Ich war wach, lange bevor mein Wecker mich aus meinen Träumen reißen konnte. Um genau zu sein hatte ich kaum geschlafen. Wie immer kamen mir Zweifel, aber ich verbot mir, die getroffene Entscheidung zu bereuen. Ich schaltete die Weckfunkion meines Handys ab, damit sie nicht gleich in meiner Hosentasche losgehen würde, und rollte mich von der Matratze, die mir als Bett gedient hatte. In den letzten drei Tagen war alles Schlag auf Schlag gekommen. Wir hatten geräumt, gepackt und weggeworfen, hatten Kisten gestapelt und alles organisiert. Tabea war gestern nach Deutschland zurück gefahren, sie hatte ihr freiwilliges Jahr beendet und wollte sich nun ihrer Berufswahl widmen. Vinkona hatte sie schweren Herzens und mit der Aussicht auf baldigen Besuch bei uns zurück gelassen. Auf einmal standen wir zu dritt über einem Berg von Arbeit. Draußen erblickte ich Linn, die verschlafen zum Stall wanderte. Auch ich betrat den Hof und begann, den Inhalt unserer Futterkammer ins Gepäckabteil meines LKW zu räumen, nachdem ich auf dem Weg nach unten schon einen Karton mitgenommen hatte. An der Tür war ich auf Linn getroffen und hatte ihr, mit aller guten Laune die ich aufbringen konnte, die Aufgabe gegeben die Sattelkammer auszuräumen. Jetzt rollte ich eine Tonne Futtergerste über den Hof und scheiterte an der Stufe, die die Tonne vom Innenraum des LKW trennte. „Ich dir helfe.“, erklang Finleys Stimme hinter mir. Er war mittlerweile dazu übergegangen Deutsch zu sprechen, was leider manchmal in grammatikalischem Chaos endete. „Danke.“ Gemeinsam hoben wir die Tonne an und hievten sie in das Fahrzeug. „Hilfst du mir auch noch bei den Pellets und dem Hafer?“ „Klar.“ Finleys Laune schien sich gebessert zu haben. Gemeinsam räumten wir alle Dinge aus der Futterkammer, die ein einzelner nicht heben konnte, dann ging Finley zurück ins Haus, um den Rest der Kartons zu hohlen. Ich schaute auf mein Handy, denn meine innere Uhr war ein wenig durch den Wind. „11:23 Uhr.“, verkündete diese. „Mir müssen sehen, dass wir los kommen. Die Fährte geht heute Abend, und wir brauchen fünf Stunden mindestens nach Newcastle, außerdem müssen wir uns dann dort um einen Guten Platz für die Pferde kümmern.“ „Es fehlt nur noch das Heu für die Überfahrt.“, stellte Linn in Aussicht. „Das kann in den letzten Platz bei mir.“ Ich hatte den einzigen LKW für acht Pferde übernommen, da wir sonst für Brött keinen ordnungsgemäßen Platz gehabt hätten. „Da ist ja ein Platz frei. Am besten packen wir das zwischen Brött und die Hengste, dann gibt’s keinen Radau.“ Gesagt getan. Eine dreiviertel Stunde später war sämtliches Zeug eingepackt und die Pferde samt und sonders verladen. Nach einem letzten Rundgang über Colles Virides stiegen wir in die LKWs, winkten Arran und Mila, die gekommen waren um uns zu verabschieden und traten dann aufs Gas. Ein Fahrzeug nach dem anderen verließ den Hof und ich konnte nicht verhindern, dass sich ein Gefühl des Verlusts in mir breit machte.

      Wir fuhren über immer größer werdende Straßen bis nach Glasgow, wo wir auf die Autobahn fuhren. Als wir bei Carlisle auf die A689 wechselten waren wir erstaunlich gut in der Zeit und hatten schon über die Hälfte des Weges nach Newcastle, wo wir auf die Fähre fahren würden geschafft. Bei Bramton fuhren wir dann auf die A69. Kurz vor Newcastle fuhren wir über die A1 auf die A167, dann auf die Jesmond Road und die A1058, die A19 und die A187 und schließlich auf die Coble Dene, an dessen Ende sich der Fähranleger befand. Das Einchecken dauerte ziemlich lange, da nicht nur unsere Papiere, sondern auch die der Pferde kontrolliert werden mussten. Schließlich fuhren wir durch die Schranke und fanden uns auf einem riesigen Parkplatz wieder, der aber noch fast leer war. Wir stellte die Transporter nebeneinander auf drei freie Plätze und stiegen aus, um uns ein bisschen die Beine zu vertreten. Wir aßen eine Kleinigkeit und schauten nach den Pferden, die alle nicht so begeistert von der Idee schienen, sechs Stunden lang im Transporter zu stehen, sich aber benahmen. Allmählich füllte sich der Parkplatz mit Lastern und PKWs und wir beschlossen, uns schon einmal in die Autoschlange einzureihen, damit wir morgen früh nicht als Letzte von der Fähre fahren mussten. Wir bekamen drei Stellplätze hintereinander zugewiesen und stiegen aus, um Heu aus Bellas Transporter zu holen und den Pferden ihr Abendessen zu geben. Zum Abendessen gingen wir ins Bordrestaurant, wo wir uns die Bäuche vollschlugen und dann wieder runter aufs Autodeck, wo wir in meinem Transporter kletterten. Finley verabschiedete sich in seinen Transporter. Bella würde in meinem Transporter schlafen, da ihr Wohnteil vollkommen mit Kisten zugestapelt war.

      Ich erwachte mitten in der Nacht und schlich mich leise aus der Kabine um Linn nicht zu wecken. Draußen bemerkte ich was mich geweckt hatte, Laufey trat ungeduldig gegen die vordere Wand ihres Transportabteils. Ich stieg ein und quetschte mich durch den schmalen Gang an der Seite bis zu Laufey. Leise sprach ich auf sie ein, streichelte sie und staunte nicht schlecht als Linn mich wach rüttelte. Hab lag ich halb saß ich ein einer unbequemen Haltung am Boden, ich musste eingeschlafen sein. „Sag mal, bist du wahnsinnig?! Ich habe einen Schreck bekommen als ich sah, dass du weg warst.“ „Ich hätte ja auch auf'm Klo sein können, und Guten Morgen erst mal.“ „Ja, guten Morgen. Wir legen gleich an.“ Stunden später saßen wir endlich in einem kleinen Café am Hafen und frühstückten. „Vier Stunden bis Hannover.“, stellte ich fest. „Und dann noch 5 Stunden bis Dänemark.“, ergänzte Finley. „Bis Rømø.”, meinte Linn. Ich hatte schon als Kind lange Autofahrten immer gehasst. Als ich dann irgendwann groß genug war um auf dem Beifahrersitz zu sitzen, war es besser geworden, aber selbst zu fahren machte mir immer noch keinen Spaß. Verkrampft steuerte ich den großen LKW durch den Verkehr und folgte Finley, der sichtlich Spaß an der Fahrt hatte. Als wir uns schließlich auf der A2 in Richtung Hannover befanden, fühlte es sich seit langem einmal wieder an wie nach Hause kommen. Ich sah das Gestüt Sólin vom weitem. Pferde lebten hier keine mehr, aber Mamas Hühner, gerne als „Puschelhühner“ bezeichnet, bevölkerten den ganzen Hof. Als meine Mutter die Haustür öffnete, musste ich mir Mühe geben nicht in Tränen auszubrechen. Schnell wurden die Pferde ausgeladen. Als Finley mit Stássa am Strick aus dem LKW kam, hob die Stute den Kopf und wieherte. Sie schien ihr altes zu Hause zu erkennen. Die Nacht zu Hause war zu kurz, aber sie hatte den Pferden gut getan. Wir standen um 4:30 Uhr auf, aßen ein paar Brote, luden die Pferde ein und verabschiedeten uns. Wenn meine Rechnung aufging, würden wir gegen 11 Uhr auf Rømø sein.

      Um sechs Uhr brachen wir auf. Auf der A7 war es noch relativ leer, wenn es das überhaupt einmal war. Wir fuhren über Hamburg, Neumünster, Rendsburg, Schleswig, Flensburg und schließlich über die Grenze nach Dänemark. Zur Küste brauchten wir noch eineinhalb Stunden. Die Fahrt über den Rømøvej, die Brücke, die nach Rømø rüber führt, kam mir ewig lang vor. Endlich fuhren wir auf die Insel.

      Der Rømøvej, endlich. Ich kramte in meinen Sachen, die neben mir auf dem Beifahrersitz standen, bis ich eine CD hervorzog. „The Magic 5“, verkündete der Titel, auf dem Cover befand sich ein Islandpferd. Schnell und ohne den Blick von der Straße zu nehmen, schob ich die CD in den Player und drückte auf Start. Es war eine Tradition die ich schon seit meinem ersten Urlaub auf Rømø fortsetzte: Spätestens auf dem Damm diese Islandpferdelieder anzuhören. „Celebrate our livetime, come together and we'll ridin' like the wind.“, sang ich mit und war froh, dass niemand mit mir im Auto saß, dem ich auf die Nerven fallen konnte. Wie immer schien der Damm endlos, aber als er in die, gerade mal 22 km lange, Insel mündete, hatte ich das Gefühl nach Hause zu kommen. Ich übernahm die Führung und steuerte zielsicher über die einzige befestigte Straße und über einen ziemlich langen und holprigen Pfad, bis wir eine, von Unkräutern und sonstigem Grünzeug zugewucherte, Einfahrt passierten und schließlich auf dem Hof anhielten, unserem neuen Zuhause. Beinahe übermütig sprang ich aus dem Führerhaus und schaute kurz darauf in die Gesichter von Linn und Finley. „Links ist unser Wohnhaus, rechts ist der große Stall, geradeaus die Scheune, die als Unterstand für die große Wattweide dient...“, zählte ich mit bestem Fremdenführer Tonfall auf. „Willkommen zu Hause.“
      ~
      Die nächsten Tage waren ein völliges Durcheinander und die Pferde lebten sich schneller ein als wir Menschen. Ich ertappte mich noch einige Male dabei, die Sattelkammer links vom Wohnhaus zu suchen und in meiner neuen Wohnung stapelten sich noch immer die Kisten, aber wieder erwarten hatte ich nichts bereut. Nach einem gemeinsamen Strandritt war sogar Finley überzeugt und als dann die Nachricht kam, dass Thowra und Stássa die Körung bestanden hatten, war ich von der Richtigkeit meines Schrittes Überzeugt. Die neue Isländerzucht trug den Namenglæsileikaeyjarinnar,Eleganz der Insel. Ein Name der nicht nur die Pferde und ihre eigentliche Heimat, sondern auch unserer neues zu Hause perfekt beschrieb. Wir waren angekommen, und ich hatte meinen großen Traum endlich ich greifbarer Nähe. Bald schon würde mein erstes Zuchtfohlen das Licht der Welt erblicken.

      Fliegen lernen
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      30. Oktober 2015 | (c) BellaS, Seimure
      16 364 Zeichen | - Sarah

      Der neue Tag schien schon einmal gut anzufangen: der Akku von meinem Wecker hatte in der Nacht seinen Geist aufgegeben, und so kam ich erst um sieben aus dem Bett. Als ich in die Küche kam, wurde ich von Flóki, der erst seit ein paar Tagen bei mir wohnte, begrüßt. Flóki war ein Isländischer Schäferhund, also auch ein „Isländer“, womit er super auf den Hof passte. In den letzten Tagen hatte ich ihn erfolgreich stubenrein bekommen und übte nun mit ihm an den grundlegenden Befehlen wie Sitz und Platz.Der Welpe bekam sein Futter und war dadurch eine kurze Zeit beschäftigt, die ich nutzte, um eine Schüssel Müsli zu essen, ohne das er mir zwischen den Füßen rumwuselte. Dann zog ich mich an und Flóki bekam sein Halsband um den Hals, an dem ich ihn festhalten konnte, wenn er auf die Pferde losging oder anderen Unsinn im Kopf hatte. Als wir auf den Hof kamen, trafen wir auf Finley. Finley hatte Flóki schon fast adoptiert, während man das von Bella, die gerade aus dem Stall kam, nicht sagen konnte. Das lag wohl daran, dass Flóki ihr gerne bei der Arbeit zwischen den Beinen rumlief, während er Finley akzeptierte und auf ihn hörte. Wir gingen in die Sattelkammer und teilten die Arbeit zwischen uns auf. An diesem Wochenende wollten wir mit Peppy,Brött und Vina das Fohlen-ABC machen, da Brött und Peppy schon in ein paar Monaten angeritten werden sollten, und es bei Vina auch nicht mehr lange hin war. Da wir gerade den Fohlenschub hatten, würde auch der kleine Vákur beim Führ- und Putzteil mitmachen. Wir einigten uns darauf, dass Bella Brött übernehmen würde, Finley Vina und ich Peppy. Bella würde danach noch mit Vákur ein bisschen üben.

      Ich war angenervt, musste aber auch mit der 'niiiiiiiiiedlich'-Stimme in meinem Kopf ringen, als Linns Welpe vor ihr aus der Tür hüpfte. Der kleine Flóki war zwar goldig, hatte aber ein ausgesprochenes Talent dafür, immer dann aufzutauchen, wenn man ihn in keinster Weise gebrauchen konnte. Zudem war ich noch nie ein Hundemensch gewesen. Ich war mit Katzen aufgewachsen und somit eher ein Liebhaber der kleinen, leisen und unaufdringlichen Tiger. Allerdings ging es ja nicht wirklich um Katzen oder eben Hunde, die Pferde standen im Mittelpunkt und da waren Linn und ich und absolut einig. Zu dritt betraten wir die Sattelkammer, holten die kleinen Fohlenhalfter und machten uns auf den Weg zum Offenstall der Fohlen. Während Brött eigentlich ein Jährling, eher noch ein Jungpferd war und nur noch aufs Anreiten vorbereitet werden würde, war der kleine Vákur gerade erst vollständig entwöhnt worden. Linns Stutfohlen Peppy, von mir spaßhaft PPA genannt, war nur wenig jünger als Brött, und Vina lag irgendwo dazwischen. Durch Zufall hatten Linn und ich in den letzten Tagen außerdem eine erstaunliche Entdeckung gemacht: unsere vier Fohlen waren jeweils zwei Vollgeschwister. So stammten Brött und Vákur von unserem Blettur und der bekannten Zuchtstute Milka Luflee ab, Vina und Peppy waren Nachkommen von einem Hengst namens Maxi und der Stute Palimé. Ich würde mich zu aller erst Brött widmen und belegte den Roundpen mit Beschlag. Finley und Linn gingen mit Vina und Peppy in die Reithalle.
      Ich führte Brött in den Roundpen. Wir hatten vor kurzem mit den Grundübungen zum Longieren begonnen. Sie akzeptierte nun Longe und Kappzaum und hatte verstanden was ich von ihr wollte, wenn ich sie mit einer langen Longierpeitsche zum Gehen aufforderte. Allerdings hatten wir das langweilige 'im Kreis laufen' bisher nur frei und ohne diese 'komische Ding am Kopf' probiert. Heute würde ich also beides kombinieren und Brött das erste Mal klassisch longieren.

      Finley und ich banden Vina und Peppy auf den Hof an und putzten sie schnell. Dann gingen wir in die Reithalle, da Bella mit Brött im Roundpen war. Vina und Peppy hatten auch schon die Grundlagen des Longierens gelernt, aber heute stand ein Anti-Schreck-Training an. In der Halle ließen wir die Beiden vom Strick, damit sie sich schon einmal umsehen konnten, während wir einen kleinen Pacours aufbauten. Dieser startete damit, dass die Fohlen mit verbundenen Augen über eine Regenplane laufen mussten, danach bewarfen wir sie mit kleinen Schaumstoff-Tennisbällen und einem Gymnastikball. Zum Schluss mussten die Beiden noch mit bunten Regenschirmen und Besen bekannt gemacht werden. Finley und Vina legten vor. Die Augenbinde fand Vina schon nicht so toll, aber als Finley sie dann auf die Plane führte, fand sie das zu gruselig. Nach ein paar Runden Trab und Galopp und einigen wilden Bocksprüngen, konnte sich Vina jedoch beruhigen, und Finley führte sie erst ein paar Mal ohne Augenbinde über die Plane, dann auch mit, was sie nach einigem zögern auch meisterte. Während Finley Vina mit den kleinen Schaumstoffbällen bewarf, und sie einige Fluchtversuche machte, durfte auch Peppy erst ohne, dann mit Augenbinde über die Plane zu laufen. Glücklicherweise war sie ruhiger als Vina, und wir schafften es beim ersten Anlauf. Vina hatte auch schon den Gymnastikball hinter sich gebracht, und so begann ich, Peppy mit den Tennisbällen zu bombardieren. Sie fand es nicht gerade toll, war aber auch hier ruhiger als Vina. Auch den Gymnastikball überstand sie gut. Finley und Vina hatten währenddessen Regenschirme durch die Gegend gewirbelt und sich gegenseitig mit dem Besen geärgert. Während auch Peppy und ich dies machten, gingen Finley und Vina den Pacours noch einmal durch, was sehr viel besser ging, als beim ersten Mal. Finley und ich bauten alles wieder ab, während die Fohlen die Halle untersuchten. Dann führten wir Vina und Peppy wieder auf den Hof, wo auch Bella und Brött schon waren.

      Brött hatte fast aufgefressen, als Linn und Finley ihr Fohlentraining ebenfalls beendeten. Den Utensilien zufolge, die der kräftige Schotte schleppte, hatten die beiden heute Anti-Schreck Training gemacht. Linn versorgte nun auch Peppy und Vina mit Fohlengerechten Portionen Geste. Als ich sah, wie die kleinen Mäulchen in den Futterschüsseln verschwanden, rebellierte auch mein Magen. Ich schaute auf meine Armbanduhr. Es war bereits 14 Uhr und ich hatte seit dem Frühstück um sieben nichts vernünftiges gegessen. Schnell brachte Brött wieder in ihren Offenstall und verschwand im Haus, um mir etwas zu essen zu machen.
      Nach einer halben Stunde und einer ordentlichen Portion Nudeln machte ich mich gut gelaunt und gesättigt auf zum Stall. Das ganze Fohlentraining hatte lange gedauert, länger als erwartet, und meine Motivation noch Bäume auszureißen hielt sich auch in Grenzen, also sah ich mich gezwungen meinen Tagesplan etwas zu ändern. Ich holteFaera von der Weide und putze und sattelte sie. Die fuchsfarbene Stute würde bald zur Körung gehen, und ich wollte die Kür noch einmal üben. Auf dem Weg zum Reitplatz begegnete ich Linn, die gerade mit Garpurvon der Ovalbahn kam. Ich blieb kurz stehen. „Ich übe jetzt nochmal die Kür mit Faera. Garpur ist offensichtlich auch geritten worden. Was hast du noch geplant?“ „Nur ein bisschen Tölttraining mit Meyja und vielleicht Bodenarbeit mit Lykkja, wenn ich dann noch 'nen Nerv dafür frei habe.“ „Okay, dann müssen ja noch einige raus. Was macht Finley?“ „Der? Ich glaube er ist gerade mitTopar raus. Außerdem hatte er vorhin eine handfeste Meinungsverschiedenheit mitBlettur auf der Ovalbahn.“ Linn grinste. „Wenn andere draufsitzen ist sowas eine ganz wunderbare Art der Unterhaltung.“ „Ja, ja.“, lach nur. Auch ich hatte vor einigen Tagen mit besagtem Hengst eine nicht ganz freiwillige Show abgezogen. „Hast du Lust auf einen Ausritt? Nachher? Strand? Ohne Sattel?“ Jetzt war es an mir zu grinsen, denn mit 'ohne Sattel' Ausritten zum Strand hatte Linn ihre ganz persönlichen Erfahrungen gemacht. „Nur wenn ich Sólfari kriege!“ „Abgemacht.“

      Nachdem ich Garpur mit Gerste, Pellets und Brot versorgt hatte, brachte ich ihn zurück in den Offenstall und holte Meyja von der Weide. Mit der Stute würde ich heute Tölt trainieren, da es wegen ihres einfachen, aber guten Tölt am sinnvollsten war, sie darin zu fördern. Ich putzte und sattelte sie schnell, setzte meinen Helm auf und zog statt der Stiefel Stiefeletten und Chaps an. Ich saß auf und trieb Meyja in Richtung Ovalbahn. Nach dem Aufwärmen übten wir Tölt im Arbeits- und Mitteltempo auf beiden Händen. Als wir etwa eine halbe Stunde auf der Ovalbahn waren, stießen Bella und Fjara zu uns. Fjara schien über das Training nicht sehr begeistert zu sein, und nachdem ich einige Zeit zugesehen hatte, wie Bella sich mit ihr rumschlug, überließ ich ihnen die Ovalbahn, damit sich Fjara wieder beruhigen konnte. Ich ritt mit Meyja noch eine kleine Runde durchs Gelände, wo wir auf Finley und Topar trafen, mit denen wir uns ein kleines Rennen lieferten. Natürlich gewann der Hengst das Rennen, aber Bella würde sagen: „Dafür ist Meyja süß!“ Auf dem Rückweg schwärmte Finley von Snót, deren Western-Kenntnisse er vorhin in der Halle gründlich ausgenutzt hatte. Auf dem Hof mussten wir erst einmal Bella beruhigen, der Fjara wirklich den allerletzten Nerv genommen hatte. Bella brachte Fjara wieder auf die Weide und wir gaben Meyja und Topar ihr Fressen. Während sie fraßen, versuchte ich Finley zu erklären, was es mit der deutschen Zeichensetzung und Rechtschreibung auf sich hatte, denn er sprach Deutsch schon recht gut, wenn er aber etwas schrieb, musste man stundenlang davor sitzen und versuchen, auch nur ein Wort zu verstehen. Nach einiger Zeit brachten wir die Pferde wieder auf die Weide und holten Lykkja. Da Finley nichts mehr zu tun hatte, erklärte er sich dazu bereit, mir mit der Stute etwas zu helfen. Wir hatten Lykkja erst vor ein paar Tagen von ihrer Vorbesitzerin abgeholt, und so war dies ihr erstes Training mit uns. Wir putzten sie schnell und gingen dann in den Roundpen. Zuerst longierte ich sie auf beiden Händen im Schritt, Trab und Tölt, schließlich auch im Galopp. Dann nahm ich Finleys Platz auf dem Gatter ein, und er brachte ihr einige Tricks bei, die ich noch nie einem Pferd hatte beibringen können. Schließlich waren wir fertig und ließen Lykkja wieder zur Herde auf die Weide.

      Irgendwie war die Zeit zu schnell vergangen und der Tag neigte sich bereits seinem Ende entgegen. Ich hatte mich gerade vergewissert, dass es Thowra und Stássa an nichts fehlte. Die werdenden Mütter bekamen jetzt öfter noch etwas Extrafutter und das Reiten hatten wir auf Grund der fortgeschrittenen Trächtigkeit bereits eingestellt. Außerdem hatte ich einen Termin mit Joyce vereinbart, die die beiden als Tierärztin noch einmal begutachten sollte. Normalerweise brauchten Isländer keine so große Aufmerksamkeit wenn es um Fohlen ging und auch diese Stuten sollten ihre Fohlen traditionell alleine auf der Weide bekommen, allerdings wollte ich mir sicher sein, dass dabei nicht zu Schwierigkeiten kam. Stuten und Fohlen waren zu wertvoll.Wieder einmal zog ich meine Uhr zu Rate und erschrak. Es war eindeutig zu spät für einen längeren Ausritt, gerade ohne Sattel und Sicherheit. „Es ist zu spät.“ Stellte ich auch für Linn, die sich gerade zu mir gesellt hatte, fest. Machen wir das Morgen. Ich gehe jetzt allerdings noch mal schnell mit Hnakkian den Strand, der muss ein bisschen rennen sonst wird der Wahnsinnig. „Er hat sich selbst zuzuschreiben, dass er in der Box stehen muss! Hätte er sich nicht unbedingt kloppen müssen...“, muffelte Linn. „Ja. Das zeigt nur, dass er viel Potenzial zum Zuchthengst hat.“ Ich versuchte Hnakki zu verteidigen, aber Linn schien die Lust am Streiten auf einmal verloren zu haben. „Ich nehme Vinkona und komme noch mit zum Strand. Ein Rennpassfoto macht sich bestimmt gut auf unserer Website.“ Linn verschwand im Haus um ihre Kamera zu holen, ich holte die Pferde.
      Es wurde ein flotter Ausritt und es entstanden traumhafte Fotos mit einem Junghengst im Rennpass, den Sonnenuntergang im Hintergrund. Schließlich hatten wir genug. Die Pferde wurden versorgt und wir beschlossen uns noch in meiner Wohnung zu treffen um einen Film zu gucken. Kaum war dieser allerdings vorbei, verschwand Linn nach unten und ich fiel ins Bett.

      Am Sonntagmorgen hatte ich mit Bella und Finley ein üppiges Frühstück, unter anderem mit isländischem Skyr, selbstgebackenen schwedischen Semlor und – auf Bellas Wunsch hin – Musik von den 'Magic 5'. So sehr ich die Musik verabscheute, so sehr machte es Spaß, mit Finley ein Kakaowetttrinken zu veranstalten. Währenddessen untersuchte Bella einen Semla. „Was – ist – das, Linn?“ Ich erklärte ihr, was es mit dem schwedischen Fastengebäck, das ich schon seit meiner Kindheit buk und aß, auf sich hatte. Der untere Teil des kugelförmigen, süßen Brötchens war mit Marzipan gefüllt, darauf tat man dann noch ordentlich Schlagsahne, dann noch den Deckel und viel Puderzucker drauf.
      Nach dem Frühstück mit viel staubendem Puderzucker holten wir Laufey und Sólfari, mit denen wir einen Strandausritt geplant hatten. Wir ritten an der Ovalbahn entlang und über die Passbahn zum Strand, wo wir angaloppierten. Sólfari jagte mir einen riesigen Schreck ein, als er mit einem riesigen Satz Laufey und Bella nachjagte. Wir ritten ohne Sattel, und der Pferderücken war rutschig, was durch das Meerwasser, das uns überall hinspritzte, nicht verbessert wurde.

      Die Sonne war noch mich lange aufgegangen und es war kühl. Bis eben hatte ich noch gefröstelt doch jetzt wärmte die Bewegung mich von innen heraus. Laufey flog förmlich über den Strand, und ich musste mein Gewicht ein Stück weiter mach hinten verlagern, um sie ohne Sattel unter Kontrolle zu behalten und mich auf ihrem Rücken zu halten. Schließlich gab ich meine Versuche die Geschwindigkeit zu drosseln auf und griff in die Mähne meiner Stute. Eiskaltes Meerwasser und Sand spritzte unter den Hufen der galoppierenden Pferde auf und versah Linn und mich mit einer feuchten Kruste. Um nicht alles von mir abzubekommen, gab Sólfari mächtig Gas und lief schließlich eine Nasenlänge vor Laufey. Er wandte den Kopf zu ihr und wieherte freudig, was Linn einen kleinen Herzanfall zu bescheren schien. Als wir die Pferde wieder durchparierten und uns auf den Rückweg machen wurde mir bewusst, dass ich eine gute Entscheidung darin getroffen hatte, Laufey das erste Mal von Sólfari decken zu lassen. Dass die beiden Pferde sich gern hatten war mehr als offensichtlich und so freute ich mich, so entschieden zu haben. Das Verhalten von Laufey und Sólfari erinnerte mich aber nicht nur an den bekannten Pferdefilm 'Spirit', sondern leider auch an meinen Exfreund und unsere Trennung im Streit. Man hätte meinen können, dass genug Zeit vergangen war, um diese Szene für immer aus meinem Gedächtnis zu verbannen, doch in Situationen wie jetzt geisterte sie mir gerne wieder im Kopf herum. „Bella! Nicht verkniffen gucken und vor allem nicht grübeln!“ Linn wusste manchmal wirklich zu genau, was in mir vorging. „Wo ist das Problem?“ „Ach, nichts.“ Diese obligatorische Phrase nervte zwar, gab meiner besten Freundin allerdings zu verstehen, dass ich nicht reden wollte. „Wenn du nicht redest rate ich!“, drohte sie mir an. „Also?“ „Ich will nicht reden! Ich brauche keinen Seelenklemptner in Form meiner besten Freundin!“ „Aha. Schon wieder Jonas?“ „Hmpf.“ Das war ihr offensichtlich Antwort genug und Linn sagte erst einmal eine Weile gar nichts, was mir recht gelegen kam. „Du musst da endlich mal drüber hinweg kommen. Vergiss dieses Arschloch!“ Damit war die Sache für sie offensichtlich erledigt und wir spornten die Pferde nochmals zum Galoppieren an. Unser Ausritt zog sich in die Länge, doch als wir endlich wieder beim Hof ankamen, erwartete uns Finley mit guten Neuigkeiten. „Zwei Mal Hengstkörung bestanden und zur Zucht freigegeben.“, rief er uns entgegen. Ab jetzt gab es kein Halten mehr. Lange hatte ich geplant was nun endlich möglich wurde. Wir befreiten Laufey und Sólfari von Trense beziehungsweise Knotenhalfter und putzen sie. Anschließend ging es aber nicht zurück auf die Weide, sondern auf ein kleines, eigens für diesen Zweck abgestecktes Koppelstück. Wir ließen die beiden laufen und warteten gespannt in einiger Entfernung. Es dauerte nicht lange bis Sólfari zur Tat schritt und ich hatte meine selbstbewusste Stute noch nie so überrascht, glücklich und entspannt zugleich gesehen. „Auf das bald eine ganze Herade wunderhübscher Fohlen auf unserer Weide herumtollt.“, grinste Linn. Wir gönnten dem Pferdepärchen noch etwas Zeit zusammen und ließen sie stehen. Dann trennten sich unsere Wege und jeder ging seiner Arbeit nach.

      Hufschmied
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      28. Dezember 2015 | (c) Bracelet
      6037 Zeichen | - Bracelet

      Es war sehr kühl als ich auf Rømø ankam. Es war allerdings ein wundervoller Tag. Die Sonne hoch am Himmel; kaum ein Wölkchen war zu sehen. Ich atmete noch einmal tief durch und hielt noch einen Moment lang genussvoll inne.
      Dann nahm ich meine Utensilien und ging in Richtung Stall, wo Bella gerade an einer hübschen Fuchsstute putzte. Ich grinste während ich mich von hinten an die Beiden heranpirschte und dann mit einem meiner gefrorenen Fingern in Bellas Jacke, an ihren Nacken fuhr. Sie fuhr zusammen und wirbelte erschrocken herum. Ich musste lachen. ,,Tut mir leid es war einfach so verlockend.''
      Als sich Bella wieder gesammelt hatte spürte ich die Hitze in mir aufsteigen, die mich überkam wenn ich rot wurde. Hach ja manchmal kam wirklich das Kind in mir durch.
      Nachdem wir daraufhin etwas gequatscht hatten ging es dann auch an die braune, nun fertig geputzte Stute. Nun beäugte sie mich zum ersten mal richtig und mir fiel ihr hübsches, hellblaues Fischauge auf. Sehr interessant, wie ich fand. ,,Náttdís van Ghosts heißt sie.'', sagte ihre Besitzerin stolz lächelnd, als sie scheinbar bemerkte, dass sie mich faszinierte. ,,Aa. Ein wirklich sehr schönes Pferd.'', antwortete ich und ließ die Hübsche an mir schnuppern. Sie wirkte sehr brav und ruhig, weshalb ich kurz später auch schon ihre Hufe kontrollierte. Sie lief barfuß, sollte jetzt aber zum ersten Mal in ihrem jungem Pferdeleben beschlagen werden. Umso wichtiger war es, ihr ein positives Bild dessen vor Augen zu führen.
      Darum bemühte ich mich immer sehr. Vorsichtig fuhr ich an ihrem Röhrbein hinunter. Sie gab brav ihr kleines Isifüßchen und legte eines ihrer Öhrchen aufmerksam nach hinten in meine Richtung. Ich begutachtete ihre Sohle und den Strahl. Dann machte ich dies auch bei den anderen drei Hufen. ,,Na dann nähern wir uns der ganzen Sache mal. Passt alles bis jetzt.'',sagte ich als Zwischenbericht und nahm mein Hufrinnenmesser in die Hand. Ich streckte es der neugierigen Stute vorsichtig entgegen, achtete aber natürlich darauf, dass sie nicht hineinbeißen konnte oder sich anderweitig damit verletzen konnte. Nachdem sie es etwas begutachtet hatte setzte ich es langsam an ihren Huf und machte einen kleinen Probeschnitt. Anschließend folgte das Ausschneiden, welches ruck-zuck ging. Dann nahm ich eine Feile heraus, zeigte sie ihr ebenfalls, und raspelte anschließend die Trageflächen des Hufes glatt. Nátt, wie Bella sie nannte, stand dabei gelassen da und hielt vorbildlich still.
      Danach folgte das Prozedere der Hufeisengrößensuche. Wie erwartet hatte die 1,40m große Stute eine Größe in der goldenen Mitte. Ich erwärmte diese; dann sollte das Aufbrennen folgen. Dabei war ich sehr vorsichtig. Es dampfte dennoch wild und das Geräusch war ebenso nicht zu vermeiden. ,,Wiiieh.'',machte die Fuchsstute und drückte ihren Kopf an Bella, die sie beruhigend streichelte.
      Danach waren wir auch schon fast fertig. Das Aufnageln war dann nämlich keine große Sache mehr. ,,Braav.'',sagte ich dann und fütterte ihr eine Möhre, welche sie freudig annahm.
      Mein nächster Klient war Fjara, eine ebenso hübsche Scheckstute. Isi. Wer hätte das erwartet??
      ,,Fjara.'',wiederholte ich mit wohl überscheußlichem Akzent. Irgendwie kam mir dieser Name, dieses Wort bekannt vor. ,,Gibt es nicht ein Lied, das so heißt?'',fragte ich dann interessiert. Bella klärte mich auf, dass ihr Name übersetzt Strand bedeutete und gut zum unbeugsamen, stimmungswechselndem, ungezähmten Meer passte.
      Auch die süße Scheckstute war Barhufer. Noch - auch sie sollte wie jedes Jahr Wintereisen bekommen um besser für die Jahreszeit gerüstet zu sein. Bei der Hufkontrolle verhielt Fjara sich sehr brav. Doch als es dann ans Ausschneiden ging zog sie immer wieder das Hüfchen weg. Einmal trat sie sogar nach mir, als ich ihr zu lange brauchte. Sie verfehlte mich jedoch; gewollt. Ich hatte das Gefühl, sie war bloß schein-böse. Einfach stur; wollte mir ihre Stimmung signalisieren und ihren Unmut loswerden. ,,Ist ja gut.'',sagte ich und griff nach der Feile.
      Dann machte ich da weiter, wo ich aufgehört hatte; beeilte mich aber mehr. Ich verstand, dass sie die Prozedur nervte.
      Schnell war ich dann auch schon fertig und Fjara fertig beschlagen.
      ,,Das hier ist Vinkona frá Sólin. Das bedeutet Ein Freundin von der Sonne.'' So stellte mir Bella Vinkona vor, die mich freundlich beschnüffelte. Genau genommen durchsuchte sie mich wohl nach einem Leckerli und wurde fündig. An dieser Stelle, meiner rechten Jackentasche, tupfte sie mich dann erst ganz vorsichtig, dann etwas mehr. Als ich immer noch nicht reagierte glupschte sie mich mit ihren riesigen, herzallerliebsten Ponyaugen an und hob das rechte Beinchen ein wenig an. ,,Awwww.'',stieß ich aus. ,,Wer hat dir das den beigebracht?'' Ich musste lachen. Bella ebenso.
      Natürlich bekam sie anschließend das Leckerchen. Der Untersuchung entging sie dennoch nicht. Und dies war gut so. Ich stellte nämlich dabei fest, dass ihr einer Huf zu kurz war. Abnutzung oder Umwelteinfluss - es konnte an allem möglichem liegen. Doch die Hufeisen würden dies perfekt korrigieren können. Wir würden einfach einen kleinen Klotz in die Eisen 'einbauen' und beim nächsten Eisenwechsel würde dieser schon nicht mehr nötig sein und wenn wir den Huf etwas beobachteten stünde auch dem barfuß gehen im Frühling wieder nichts mehr im Wege.
      Erst wurde Vinkona natürlich ausgeschnitten; das Sohlenhorn wurde gestutzt und der Strahl perfekt zurechtgestutzt. Dann wurden die anderen drei Hufe gekürzt und gerade geraspelt; ebenso die Trageflächen.
      Erst dann holte ich die neuen Hufeisen und nagelte sie nach dem Aufbrennen auf die Hufe der Isländerstute. Dabei stand sie wie eine Musterschülerin da und genoss die Streicheleinheiten ihrer Besitzerin.
      Um dann noch unsere Produktion mit dem Klotz zu testen musste Bella heute doch noch mal schwitzen. Sie durfte nämlich ein paar Runden neben ihrer Stute herlaufen, um deren Gangbild zu testen. ,,Seehr schön.'',sagte ich. Alles saß perfekt.
      Damit war meine Arbeit auch schon wieder getan.
      Bless í bili, Bella

      Vorahnungen
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      17. Januar 2016 | (c) Seimure, BellaS
      11 376 Zeichen | - Linn, Bella

      Mitten in der Nacht schreckte ich aus dem Schlaf hoch. Ein Albtraum? Dann musste ich ihn direkt wieder vergessen haben. „Na ganz toll.“ Ich grummelte und drehte mich auf die andere Seite, aber irgendetwas ließ mich nicht mehr einschlafen. Schließlich hielt ich es nicht mehr aus, schlüpfte in Reitstiefel und Kapuzenpulli und ging hinaus. Irgendwas stimmte doch nicht. Es war stockdunkel und empfindlich kalt. Kein Wunder, der Hebst war hier oben an der See bereits dabei in den Winter überzugehen. Langsam wanderte ich an den Boxen der Hengst vorbei. Die meisten lagen schlafend auf ihrem Strohbett, nur Hnakki streckte mir seine Nase entgegen und schnaubte leise. „Na Süßer. Auch wach?“, flüsterte ich und schob meine klammen Finger unter die üppige Mähne des Hengstes und sie zu wärmen. Herrlich. Ich hätte Stunden so verharren können, doch eine seltsame innere Unruhe trieb mich weiter. Seltsam, absolut seltsam. Ich schaute noch bei den Fohlen vorbei und ging ein Stück am Zaun der großen Weide entlang, aber mit den Pferden schien alles in Ordnung zu sein. Kopfschüttelnd machte ich mich auf den Weg zurück ins Bett.

      Am nächsten Morgen beim Frühstück erzählte ich Linn von meiner seltsamen nächtlichen Unruhe, doch sie tat es achselzuckend ab. Trotzdem beharrte ich darauf die Pferde alle einmal anzusehen, es bestand ja die Möglichkeit, dass doch etwas passiert war. Zwar schüttelten sowohl Linn als auch Finley den Kopf über mich, aber sie halfen mir doch. Mit Hnakki, Blossi undTopar ritten wir über die Wattweide und trieben unsere Stutenherde zurück zu Hof, wo wir sie alle gründlich absuchten. Mit Ausnahme einer kleinen Wunde an FjarasFlanke, die ich schnell versorgte, fand sich überhaupt nichts. Allen Stuten ging es gut und auch Fohlen und Hengste zeigten keine Auffälligkeiten. „Bella. Könntest du jetzt bitte aufhören dir Sorgen zu machen? Hier ist nichts.“ Linn schüttelte den Kopf und ich grummelte halb zustimmend. Natürlich konnte ich nicht einfach aufhören mir Sorgen zu machen. Wer konnte das schon? Doch als ich sah wie Finley und Linn sich einvernehmlich angrinsten, verzog ich das Gesicht und verschwand in der Sattelkammer um mit meinem Tagewerk zu beginnen.

      Seit dieser seltsamen Nacht waren Wochen vergangen. Es war Dezember geworden, Weihnachten stand vor der Tür und es hatte geschneit. Thowra, Stássa und auch Laufey wurden mittlerweile nicht mehr geritten und trugen ihre dicken Fohlenbäuche stolz über die Wattweide. Außerdem war meine Stute Faera durch die Körung gekommen und Linns Meyja hatte gute Chancen das Selbe zu erreichen. Eigentlich lief alles wunderbar nach Plan, doch etwas trübte unser Glück. Nur wenige Tage nach jener seltsamen Nacht erreichte uns eine schwarz umrandete Karte. Ein schrecklicher Todesfall. Unsere Freundin Sarah, die Vorbesitzerin von Uprising und Thowra und gute Freundin würde das erste Fohlen ihrer Stute nie zu Gesicht bekommen, geschweige denn Thowra nach Hause hohlen. Sie und ihre gesamte Familie waren einem Gasleck in ihrem Haus zum Opfer gefallen. Wie viele andere in der Reiterwelt dachten auch wir an Sarah und ihre junge Familie, die ein so tragisches Ende gefunden hatte. Trotzdem, wir konnten nur unsere Anteilnahme ausdrücken und weiter machen – etwas anderes konnte sowieso niemand gebrauchen. Resigniert stütze ich den Kopf in die Hände und starrte in meinen heißen Tee. Draußen tobte ein regelrechter Schneesturm und ich kam gerade völlig durchgefroren vom Distanztraining mit Snót zurück. Linn ritt in der Halle und Finley stand wahrscheinlich dabei und sah ihr zu anstelle seine Arbeit zu erledigen. Weiter starrte ich resigniert und wütend in meine Tasse. Meine Trauer über Sarah war nur ein Vorwand, in Wahrheit war ich einfach nur eifersüchtig auf die beiden die sich in der letzten Zeit unaufhaltsam näher kamen. Ich und Männer, das war ein Paradox. Einerseits wollte ich einen neuen Freund, mehr als vieles andere, andererseits plagten mich immer noch Sorgen und düstere Vorahnungen über die Trennung von meinem letzten dieser Art. Ich musste mich dringend ablenken und so setzte ich mich an den Computer. Dafür hatte ich schon so lange nicht mehr die Zeit gehabt, obwohl ich Technikkrams jeglicher Art liebte. Erst spät in dieser Nacht fiel ich ins Bett.

      Und schon wieder meinte die Zeit rennen zu müssen. Weihnachten war gekommen und gegangen, mit Mayalie war ein neues Pferd eingezogen. Auch ein neues Jahr war angebrochen und unsere Zuchtstuten zeigten die ersten Anzeichen, dass ihre Fohlen bald das Licht der Welt erblicken würden. Mal wieder hatten man mich mit Aufträgen bombardiert und ich war in der letzten Zeit so viel in der Welt unterwegs gewesen, dass ich so ziemlich alles andere verdrängt hatte. Jetzt standen noch zwei Körungen an, die Geburten von zwei Zuchtfohlen und dann würde ich wieder durchatmen können. Hoffte ich zumindest.

      Der Signalton, der eine neue Whatsappnachricht meldete, riss mich aus dem Schlaf. Die Nachricht war von Bella.
      Lust auf einen Austritt? Mayalie braucht Bewegung. :3
      Verschlafen tippte ich eine Antwort und stand dann auf. Was um Himmels Willen machte Bella um diese Zeit draußen? Es war gerade einmal halb fünf, und meistens war ich die einzige, die vor sechs Uhr auf dem Hof war. Ich machte mich schnell fertig und ging dann mit Flóki raus. Der schwarz-weiße Hund war schnell gewachsen und hatte nun fast seine Endgröße erreicht. Seinen Dickkopf hatte er zwar nicht verloren, aber er durfte seit ein paar Tagen alleine auf dem Hof rumlaufen. Draußen fiel mir gleich Mayalie ins Auge, was bei dem Koloss von einem Pferd auch nicht schwierig war. Ich mochte Kaltblüter nicht besonders gerne, aber ein Shire Horse war immer ein großer Traum von Bella gewesen, der sich mit Mayalie nun erfüllt hatte. Jetzt kam Bella mit Mayalies Putzzeug aus der Sattelkammer. Sie winkte mir fröhlich zu und machte sich dann ans Putzen. Ich überlege derweil, welches Pferd ich für den Ausritt nennen könnte. Vidja nicht, weil sie seit einer Woche nicht mehr geritten wurde, da sie von dem Leihhengst Ljóski ein Fohlen erwartete und ich bei meiner Lieblingsstute keine Risiken eingehen wollte. Schließlich entschied ich mich für meine Stute Vínd, welche genau wie Mayalie noch ein Neuzugang auf dem Hof war. Die kleine Stute war wie ich eine Frühaufsteherin und so dauerte es nicht lange, bis ich sie gesattelt hatte. Wie immer sah es ungemein lustig aus, als sich Bella auf Mayalies Rücken schwang. Wir schlugen den Weg zum Strand ein, den längsten und zugleich schönsten Weg für einen Ausritt. "Was ist eigentlich in dich gefahren?", fragte ich Bella, während wir durch den leise knirschenden Sand hinunter zum Wasser ritten "Sonst bist du doch immer erst um halb sieben bei den Pferden. Frühstens." "Ach, ich weiß nicht. In letzter Zeit bist du den ganzen Tag immer mit Finley zusammen, und irgendwie wollte ich dich mal wieder so richtig für mich haben", sagte sie, während wir mit den Pferden durch das flache Uferwasser platschten. "Bella, so ist das nunmal, wenn man einen Menschen gefunden hat, den man liebt und mit dem man seine Zeit verbringen möchte. Was meinst du, wie es mich manchmal genervt hat, wenn Jonas anwesend war, und du dich nur für ihn interessiert hast", sagte ich beschwichtigend. Bella warf mir einen düsteren Blick zu. "Das war anders. Finley gehört zum Team und wir sind ja auch befreundet. Und wenn die zwei Freunde, die als einzige in der erreichbaren Umgebung sind, plötzlich nur noch Augen für einander haben, dann fühlt man sich so... alleine. Du hattest wenigstens noch Tabea, und mit der warst du ja auch gut befreundet. Ich würde einfach gerne ein bisschen mehr Zeit mit dir verbringen." Nach einer kurzen Pause sah sie mich von der Seite her an. "Aber ich weiß, dass Finley mit dir den allerbesten Mensch gefunden hat, den er finden konnte", fügte sie mit einem kleinen Lächeln hinzu. Wir wechselten einen kurzen Blick und mussten lachen. Wie auf Kommando galoppierten wir an und jagten über den Strand. Nur für Augenblicke waren wir wieder die beiden Mädchen, zehn und dreizehn Jahre alt, die sich beim gemeinsamen Reitunterricht zunächst ignoriert hatten und schließlich aber zu den besten Freundinnen die man sich vorstellen konnte geworden waren.

      Ich hatte mir alles aus der Seele geredet und Linn hatte zugehört. Zwar nicht alles wirklich nachvollzogen, aber was solls? Das meiste war eh nur dämliches Selbstmitleid. Noch immer lag Schnee, der sich mittlerweile in einen ekligen, grau braunen Matsch verwandelt hatte. Nur am Strand und in der Halle konnte man vernünftig reiten, ohne das die Pferde ohne Wintereisen sich Schnee in die Hufe traten oder ausrutschten. Ach der Strand, wie ich ihn liebte. Wie ich Rømø liebte, meine neue Heimat. Ich war wirklich angekommen, hatte mir hier eine Exestenz und ein Zuhause aufgebaut. Jetzt, mit einem glücklichen Pärchen an meiner Seite, fehlte mir nur noch eins… „ES REICHT!“ Energisch verdrängte ich den leidigen Gedanken und konzentrierte mich auf meine heutige Arbeit. Mayalie reiten, erledigt. Mit Nátti tölten üben, weiter mit Sattel und Zaumzeug bei Brött und Kylja, Bjatur anlongieren, noch ein paar Pferde reiten. Alles mögliche stand noch auf meiner To-Do, aber ich würde mit Náttdísanfangen. Ich sattelte meine zweite Lieblingsstute und da ich die Halle heute wohl noch oft genug von innen sehen würde, entschied ich mich für die einzig weitere Option. Es ging zum tölten an den Strand. Er war es schwierig Nátti vom galoppieren abzuhalten und überhaupt in den Tölt zu bekommen, dann hatte ich ein Problem mit wirklich üblem und passigem Takt. Gerade als ich zufrieden war, tauchte hinter mir ein Reiter auf. Finley liebte Topar und seitdem er unter dem Westernsattel ging, waren die beiden nur noch schwer zu trennen. „Rennen gefällig?“ Er grinste. Obwohl ich eigentlich sinnvolleres zu tun hatte, konnte ich nicht widerstehen. So kam ich zu einem zweiten, wunderbaren Galopp am Sønderstrand.

      In der nächsten Zeit passierte nichts weiter aufregendes. Wir kümmerten uns um unsere Pferde, begannen mit den Sattel- und Zaumzeugtraining von Kylja und Brött, die bald eingeritten werden würden, bereiteten uns mit Lykkja, Garpur und Vinkona auf die anstehenden Körungen vor und fieberten den Fohlen von Thowra und Stássa entgegen, die nun bald das Licht der Welt erblicken sollten. Auch Laufeys Bauch wurde allmälich sichtlich rund. Und trotzdem hoffte ich, dass sich der Tag in dem ich meine Stute nicht mehr würde reiten können noch etwas verzögerte. Außerdem begrüßten wir mal wieder Neuankömmlinge. Ein junger Hengst und eine hübsche Stute aus meiner Zucht,Bjatur und Tilviljun, kehrten zu uns zurück. Bjatur würde eines Tages wieder auf Wanderschaft gegen, doch für Juni sollte es hier ein längerfristiges zu Hause geben. Für unsere bereits gekörten Zuchthengste gab es nicht ganz so viel Arbeit, allerdings hatten wir auch noch eine weitere Stute gedeckt. Faeratrug nun von Black Lemontree, eine gewagte aber aussichtsreiche Kombination. Bletturmachte Deckpause. Auch Sólfari und Blossi warteten sehensüchtig auf den Frühling, mit dem wohl auch unsere Fohlenherde an Zuwachs gewinnen würde. Zu allem Überfluss hatte ich mich auch noch in eine gekörte Zuchtstute verliebt und Frejkakurzerhand gekauft. Linn gefiel das zwar nicht unbedingt, doch das störte mich seit ehher sowieso nicht. Bald würde der Frühling auf glæsileika eyjarinnar Einzug halten.

      Wiedersehen macht Freude
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      27. Januar 2016 | (c) BellaS
      8164 Zeichen | - Bella

      Als mich die Nachricht erreichte, dass Rachel wieder einmal Pferde verkaufte, war ich nicht besonders interessiert. Rachel hatte so einiges im Stall stehen. Trotzdem schaute ich mir wenig später an um welche Pferde es ging. Ich entdeckte Morgaine, eine Barockpinto Stute die einst mir gehört hatte, dann aber zu Gunsten meiner Isländerzucht ausziehen musste. Die anderen Pferde schaute ich nur flüchtig an, bis ich mit einem mal hängen blieb. Kjarkur stand zum Verkauf, der Vater meines ungeborenen Zuchtfohlens Silfurtoppa. Ein gekört Isländer allererste Güte. Schon rechnete ich im Kopf meine Finanzen durch und schaute was ich würde ausgeben können, da fiel mein Blick auf eine weitere Anzeige. Slaufa, eine hübsche Scheckstute und kein unbekanntes Gesicht. Kurz vor unserem Umzug nach Rømø hatte ich sie, eigentlich zu Zuchtzwecken, an Rachel verkauft. Von diesem Moment an stand fest, wir würden wieder einmal Zuwachs bekommen. Beide Pferde waren zuchtfertig und gekört, hatten gute Voraussetzungen und waren keine Problemfälle, es sprach nichts gegen ihren Einzug. Selbst für meinen Geldbeutel lief das Geschäft verhältnismäßig schonend ab, auch wenn dieser seit den letzten Käufen sowieso nicht mehr besonders voll war. Schon in den nächsten Tagen würden die neuen Pferde ankommen. Ich erledigte die restliche Büroarbeit in fliegendes Eile und suchte nach Linn um ihr von dem schnell getätigten Kauf zu erzählen. Sie hatte nichts dagegen, zeigte sich aber auch nicht übermäßig begeistert. „Wann hörst du wohl auf Pferde zu kaufen?“, fragte sie mich etwas später während eines gemütlichen Ausrittes durch den Wald. Ich saß auf Vin, meinem besten Turnierpferd, das ich dank der Zucht in der letzten Zeit sträflich vernachlässigt hatte. Linn hatte ihre Vidja nicht reiten können, denn der Fohlenbauch gestattete mittlerweile nur noch Bodenarbeit. Da sie aber die Stute Tilviljun, genannt Juni, bald ins Training nehmen würde, hatte sie sie für diesen Ritt ausgewählt. Seit der Schnee verschwunden war, hatte auch das tägliche Leben auf unserem Hof wieder an Normalität gewonnen. Finley betüddelte die Hengste, kümmerte sich um die Boxen, Heu und was sonst noch alles anfiel, Linn und ich ritten den halben Tag und halfen ihm so gut wir kommen. Trotzdem wurde es immer anstrengender. Mehr Pferde bedeuteten mehr Arbeit und wir waren eben nur zu dritt. Schließlich stellten wir gemeinsam eine Anzeige ins Internet, in der wir nach einem vierten Teammitglied suchten. Jemandem der anpacken und Isländer reiten konnte. Zum Glück war mein Dänisch mittlerweile gut genug für solcherlei Aktionen, auch wenn ich zugeben musste, dass ich von uns dreien die war, die die Sprache noch am schlechtesten beherrschte. Finley lernte gern Sprachen und Linn hatte auch noch ein echtes Talent für so was – kein Wunder also, dass ich hinterher hing. Ich ließ meine Gedanken wandern und unser Gespräch verstummte, als wir beide uns in unsere Parallelwelten zurückzogen. Den Weg kannten wir sowieso im Schlaf. Im laufe des Nachmittags hatte ich noch Laufey an der Longe, deren Bewegungsdrang trotz ihrer Trächtigkeit ungebrochen blieb. Abends ging es noch schnell mit Frejka auf den Platz, denn wir waren noch immer in der Gewöhnungsphase. Erst morgen würde es wirklich interessant werden, denn dann durfte Brött das erste Mal das Gewicht eines Reiters auf dem Rücken tragen.
      Es war doch spät geworden, denn am Abend hatten wir zu dritt einen Filmabend veranstaltet. Als ich erwachte, bekam ich einen Schreck. Es war bereits halb neun. Normalerweise stand ich um sieben Uhr auf um mit der Arbeit des Tages zu beginnen, heute hatte ich gehörig verschlafen. Ein Blick auf meinen Radiowecker zeigte mir auch warum, der Stecker war nicht eingesteckt und somit ging hier nichts mehr, mit ausnehme der Uhr, die mit ''Notfallbatterien'' ausgestattet waren. Warum die nur die Uhr versorgten und nicht auch die Weckfunktion, hatte ich bisher nicht nachvollziehen können. Missmutig steckte ich den Stecker wieder ein, zog mich an und verschwand im Bad. In der Küche schnappte ich mir ein Brötchen von gestern und einen Apfel zum Frühstück, die ich auf dem Weg über den Hof aß. Brött war erst heute Nachmittag an der Reihe, jetzt bekam Hnakki erst mal den Rest meines Apfel und dann einen Sattel auf den Rücken. Wir gingen auf die Passbahn. Rennpass mit Hnakki machte immer gute Laune und eignete sich gut zum Start in den Tag. Jetzt kam noch eine kleine Runde Training mit Vina, denn sie war auch schon bald alt genug für ernsthaftes Longieren und ähnliches. Schließlich war es Zeit für Brött. Sattel und Zaum waren längst Routine, nun würde nur noch das Gewicht eines Reiters dazu kommen. Heute allerdings erst mal in Form eines Sandsacks. Der würde sich nicht wehtun wenn er fiel und ich konnte alleine arbeiten. Allerdings kannte ich meine Stute und so folgte dieser Part erst nach genügend Bodenarbeit um sämtliche überschüssige Energie abgebaut zu haben. Dann wuchtete ich den Sandsack, dem ich im Scherz ein Smileygesicht verpasst hatte, auf ihren Rücken. Einen Moment gab ich ihr Zeit die ungewohnte Situation zu registrieren, dann forderte ich sie auf ein paar Schritte zu gehen. Zögerlich folgte mir Brött. Nach und nach wurde sie sicherer und ich begann sie an der Longe im Kreis zu schicken. Im Schritt kein Problem, doch traben oder galoppieren mit diesem schweren Ding kam nicht in Frage. Ich nötigte sie mittels einer Gerte dazu, woraufhin Brött begann den Sandsack irgendwie loswerden zu wollen. Um den heutigen Tag mit einem positiven Ereignis abzuschließen, beließ ich es dann beim Schritt. Ich konnte mich auch morgen noch mit Trab und Galopp herumschlagen. Zum Abschluss des Tages machte ich einen Strandritt mit Sólfari. Erst hatte ich ohne Sattel reiten wollen, dann reizte mich einer schneller Galopp doch mehr und ich sattelte ihn. Erst ging es im Schritt den Strand hinauf, dann im Galopp zurück nach hause. Immer eine Motivation für die Pferde noch schneller zu werden. Leichtsinnig und glückstrunken wie ich war, ließ ich die Zügel fallen und breitete die Arme aus. Sólfari wusste genau wo es nach Hause ging und er genoss die Kopffreiheit. Mein Hengst ließ ein volltönenes Wiehern ertönen und schüttelte den Kopf. Das typische Bild des wilden Mustangs in der Prärie, nur in unserem Fall des wilden Isländers mit Sattel und Reiter am Strand. Am solchen Tagen ging ich mit ''Ich liebe mein Leben'' im Kopf ins Bett.
      Geweckt wurde ich von einem lauten Hupen. Es war mitten in der Nacht doch ein Transporter stand auf dem Hof. Wahrscheinlich Kjarkur und Slaufa. „Herr im Himmel. Muss das sein?“ Genervt schälte ich mich aus dem Bett, kramte nach irgendwas zum anziehen und und ging nach unten um die Tür zu öffnen. „Frau Wincox konnte ihre Pferde nicht persönlich bringen.“ Ein übermüdeter Fahrer stand auf dem Hof und sprach mich direkt an. „Warten sie, ich bringe nur schnell die Pferde weg. So fahren sie mir nicht wieder los.“ Der Fahrer sah das ein und ich brachte Kjarkur und Slaufa schnell in die, seit gestern vorbereiteten, Boxen. Einige Minuten später hatte ich mich mit den Fahrer bekannt gemacht und ihn in einem des Gästezimmer über den Stallungen einquartiert. Dann ging ich wieder ins Bett um wenigstens noch etwas Schlaf zu bekommen, ehe die Arbeit wieder losging. Als ich wieder erwachte, klemmte ein zettel an meiner Tür. Der Fahrer hatte ihn dagelassen. Er bedankte sich und teilte mir mit, dass er bereits abgefahren sei. Tatsächlich zeugten nur noch die Reifenspuren im Kies von seiner Anwesenheit. Der restliche Tag verlief normal. Gemeinsam mit Linn und Pricess Peppy Ann arbeitete ich mit Vina, dann half mir Finley mit Brött. Heute klappte es auf einmal problemlos, auch im Trab und Galopp. Bald schon würde sich eine echte Person auf ihren Rücken setzen können. Slaufa kam auf die Wattweide, wo Stássa, Laufey, Vinkona und alle Stuten die sie noch kannten freudig begrüßten. Finley ritt Blossi, ich mistete aus, Linn arbeitete mit Vínd. Schließlich kam noch eine lustige Einheit gebisslos reiten mit Snót und ein Ausritt mit Mayalie rundete meinen Tag ab. Alle Pferde täglich zu bewegen war unmöglich, den Versuch hatten wir bereits aufgegeben.

      Sternzeichen Islandpferd
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      31. März 2016 | (c) Seimure & BellaS
      18.072 Zeichen | - Linn, Bella

      Mit einem fröhlichen "Guten Morgen!" und einem Kuss auf die Wange weckte ich Finley, welcher sich jedoch nur demonstrativ die Decke über den Kopf zog. In Sachen Aufstehen waren wir beide ganz anderer Ansicht, denn während ich es liebte, um fünf in den Tag zu starten, bevorzugte Finley es, lieber spät aufzustehen. Während er noch vor sich hin döste, frühstückte ich und machte mich fertig für den Tag. Heute stand nicht sehr viel auf dem Plan, denn die Pferde hatten am Wochenende schon trainiert, aber natürlich mussten sie trotzdem versorgt und geritten werden und zudem würde sich heute unser neuer Bereiter vorstellen, der, wenn alles gut lief, auch bald auf dem Hof einziehen würde. Das war auch der Grund, weshalb ich meine Wohnung im Erdgeschoss geräumt hatte und nun bei Finley im zweiten Stock wohnte. Während ich noch darauf wartete, dass mein Freund aufstand, spielte ich mit Flóki, der sich genau wie ich sehr schnell an die neue Wohnung gewöhnt hatte und Finley nun als vollständiges Rudelmitglied ansah. Mittlerweile war Flóki ausgewachsen, benahm sich aber nach wie vor wie ein Welpe. Um sieben schaffte es auch Finley aus dem Bett und es dauerte nicht lange, bis er seinen Morgenmuffel-Modus ausschaltete und sein übliches Grinsen auf seinem Gesichtseinen Platz einnahm. Gemeinsam gingen wir nach unten, wo uns Bella begrüßte und die Aufgaben für den Tag verteilte. Bevor Robin kam, mussten wir nur die Hengste füttern, weshalb wir zu dritt in den Stall gingen, wo wir bei Kjarkur, Garpur, Uprising, Sólfari, Hnakki, Blossi, Blettur und Black Lemontree die Heunetze füllten und die Boxen ausmisteten. Sólfari und Black Lemontree brachten wir dann auf den Paddock und sahen noch kurz nach den Stuten, bevor ein Hupen vom Hof uns aufschrecken ließ. Robin schien etwas überpünktlich zu sein, aber das machte ja nichts. Wir stellten uns ihm alle vor und begannen dann damit, ihm den Hof zu zeigen.

      Ich wäre nicht ich gewesen, hätte ich mir nicht vor der Anstellung unseres neuen Bereiters tagelang den Kopf zerbrochen. Ob das eine gute Entscheidung war, fragte ich mich und ob der Mann, den ich ausgesucht hatte auch eine gute Wahl gewesen war. Am Morgen seiner Ankunft kümmerten wir uns zu dritt um die Hengste, wo ich mich allerdings beeilte um den Mutterstuten und ihren winzigen Fohlen zuzusehen, die erst seit wenigen Tagen auf die Weide durften. Sleipnir, der ältere, war quicklebendig und tobte über die Weide. Thowras Sohn war bereits Mio versprochen und würde umziehen sobald er sechs Monate alt und entwöhnt war. Silfurtoppa hingegen erwies sich als ruhiger, aber offensichtlich klug. Das Stutfohlen war Windfarben. Eine echte Schönheit.
      So lehnte ich am Zaun der Weide und beobachtete meine jüngsten Zöglinge, als Robin ankam. Das Auto parkte neben der Auffahrt und mein Magen machte einen dämlichen kleinen Hüpfer. "Was soll das, Bella? Das ist nur der neue Bereiter!" Ich kramte mein Selbstbewusstsein als Chefin zusammen, drehte mich um und ging um Robin zu begrüßen.
      Er machte einen guten Eindruck und zu dritt zeigten wir dem Dänen den Hof und unsere Pferde. Freundlich war er, offen, aber nicht übermäßig redselig, großmäulig oder nervig. Tatsächlich hatte ich mich schon fast entschieden. Ich musste ihn nur noch reiten sehen.
      Da er in Zukunft einige der Hengste übernehmen sollte, wählte ich Blacky für Robin. Er zeigte sich sofort souverän. Sattelte den Hengst und schwang sich in den Sattel. Er ritt selbstverständlich mit Helm, was ich, Asche auf mein Haupt, zu Hause nicht immer tat. Auch auf der Bahn war ritt er entspannt aber bestimmt.
      Jetzt war alles klar. Robin würde in Linns Erdgeschosswohnung einziehen.

      Während Bella noch mit Robin den geschäftlichen Teil besprechen wollte, machten Finley und ich uns wieder an die Arbeit. Ich holte Princess Peppy Ann von der Weide, um mit ihr weiter an der Longe zu trainieren. Bald würde die Stute fünf Jahre und damit alt genug fürs Einreiten sein. Ich freute mich schon darauf, denn sie würde mein erstes eigenes Pferd sein, das ich einritt. Mittlerweile konnte man gut an der Longe mit ihr arbeiten und täglich trainierten wir eine halbe Stunde, seit neuestem auch schon mit Sattelzeug. Peppy war heute nicht so konzentriert wie sonst, aber das lag vielleicht auch an mir, denn ich war heute auch eher im Standby-Modus. Dafür konnte ich heute gut mit Tilviljun arbeiten, mit der ich mich seit gestern ans Tölten wagte. Sie machte sich in dieser Gangart schon sehr gut, allerdings bisher erst an der Longe und an der Hand, was wir auch heute wieder üben wollten.
      Während ich bei Juni auf dem Anbindebalken saß und darauf wartete, dass sie ihr Futter auffraß, kam auch Finley mit Topar, seinem Lieblingshengst, mit dem er gerade im Dressurviereck gewesen war. Er gab mir einen leichten Kuss und setzte sich neben mich, während Juni versuchte, Topar das Futter streitig zu machen. Finley legte einen Arm um meine Schulter. "Wie wäre es mit einem Ausritt nachher? Nur wir beide?", fragte er mich leise. Ich lächelte. Das allein konnte er schon als Ja deuten, er kannte meine Art halt. Wir küssten uns noch einmal, dann brachte er Topar auf den Paddock und ging wieder in den Stall. Mit einem kleinen Lächeln sah ich ihm nach. In dem nun schon fast einem Jahr, in dem wir zusammen waren, hatte ich unsere Beziehung zu schätzen gelernt und Finley war für mich der wichtigste Mensch in meinem Leben geworden. Mit ihm fühlte ich mich komplett.
      Bella kam mit Robin aus dem Büro und rissen mich aus meiner Träumerei. Auch Juni hatte ihr Futter aufgefressen und sabberte nun auf meine hell-lilane Reithose. Scheiße. Bella und Robin kamen nun zu mir rüber und ich versuchte, den grau-grünen Sabber so gut es ging zu verdecken. "Darf ich dir unseren neuen Bereiter vorstellen?", fragte Bella grinsend. Ich lächelte etwas verunsichert. Robin verabschiedete sich von uns - auf Deutsch, was mich, ehrlich gesagt überraschte. Als er weg war, fing Bella sofort an zu plappern: "Er kommt aus Kopenhagen, ist aber in Rødby aufgewachsen. Er hat in Kopenhagen studiert und danach die Ausbildung zum Bereiter gemacht. Außerdem hat er in der Schule Deutschland gelernt. Ist das nicht toll? Er reitet schon seit seiner Kindheit auf Isländern und ist schon auf vielen Turnieren geritten..."
      Ich grinste. Gefühlt erzählte sie mir gerade Robins gesamte Lebensgeschichte, die sie offenbar genauestens kannte. "Bella?", unterbrach ich sie. "Ja?", fragte sie verdutzt. "Du bist hochkant in ihn verknallt", sagte ich lachend. "Das stimmt doch gar nicht!", sagte sie empört, aber ich konnte den unsicheren Unterton in ihrer Stimme hören. "Jonas ist seit mehr als zwei Jahren Geschichte", erinnerte ich sie. Bevor sie sich umdrehte, warf sie mir noch einen unsicheren Blick zu und ging dann in Richtung Weide.

      Linns Worte klangen in meinen Ohren nach. Verdammt. Ich hatte diesem Typen vor gerade Mal zwei Stunden kennen gelernt und direkt warf mir meine beste Freundin die Feststellung an den Kopf, dass ich mich in ihn verliebt hatte. Das schlimmste daran war, es stimmte. Hatte ich das ganze letzte Jahr mit Neid auf Linn und Finley gesehen, waren mir die Beiden mit einem Mal völlig egal. Solange Robin mich beachtete, war ich zufrieden. Zwei Jahre war es her, dass ich mich so gefühlt hatte. Verliebt gefühlt hatte. Seltsam. Manchmal traf einen das aus heiterem Himmel. Robin hatte sich in seine neue Wohnung zurück gezogen. Sein Zeug würde wohl auch bald ankommen und ich hatte mir schon fest vorgenommen ihm beim schleppen und aufbauen zu helfen. Finley und Linn waren mit Meyja und Slaufa auf einem gemeinsamen Ausritt am Strand. Ich konnte mir jetzt aussuchen ob ich mich lieber um Brött und Vina, die Jungpferde, kümmern wollte, einen der Hengste oder eins der Trainingspferde reiten wollte. Ich entschied mich für etwas Ovalbahntraining mit Náttdísund schloss dann eine Dressureinheit mit meinem dicken Plüsch Mayalie an. Während sie am Putzplatz mit der Nase in ihrer Futterschale wühlte, kam auch Robin wieder hinunter. Wir hatten schon besprochen für welche Pferde er zu ständig sein würde, doch eigentlich hatte er heute noch frei um anzukommen. „Wollen wir noch ausreiten?“ Er ging zielstrebig auf mich zu. Es dämmerte bereits und die Sonne würde bald untergehen. Egal, klar wollte ich. Ich bejahte und wir sattelten uns zwei der Hengste. Ich ritt Sólfari, Robin hatte sich Kjarkur ausgesucht. Am liebsten hätte ich jetzt aufLaufey gesessen, doch meine Lieblingsstute war hochträchtig und wurde nicht mehr geritten. Ich freute mich schon auf die Fohlen, die noch auf die Welt kommen würden. Faera zum Beispiel war überfällig. Seit Tagen kam sie Abends in die Geburtsbox, doch noch war nichts passiert. Jetzt ging es erst mal mit Robin an den Strand. Im Sonnenuntergang. Ich hoffte inständig, dass ich Linn nicht begegnen würde, sonst würde ich mich nicht mehr vor ihrem Spott retten können.

      In der Sache mit Bella war ich mir absolut sicher. Allerdings erzählte ich Finley nichts davon, denn ich wusste, dass Bella mich dafür gekillt hätte. Nachdem ich mit Garpur fertig war schaute ich noch kurz nach Vidja. Sie war merklich runder geworden und ich freute mich schon riesig auf ihr erstes Fohlen. Finley war noch mit Snót in der Halle, weshalb ich Færa von der Weide holte. Da die Sonne schon tief stand, musste sie bald in die Box. Sie fand es dort zwar nicht besonders schön und wehrte sich jeden Abend, in den Stall zu gehen, aber wir wollten, dass das Fohlen geschützt auf die Welt kam, da es ihr erstes war. Bis Finley das Training beendete unterhielt ich mich mit Robin, der wirklich gut Deutsch sprach, aber noch sehr zurückhaltend wirkte. Bald zog er sich in seinen Wohnung zurück und ich holte die Halfter von Meyja und Slaufa, um sie von der Weide zu holen. Natürlich musste die Herde ganz am anderen Ende der Weide stehen. Meyja begrüßte mich mit einem freundschaftlichen Schnauben und begann, mich nach Leckerlis zu durchsuchen, während Slaufa sich eher zurück hielt. Ich halfterte die beiden Stuten und schwang mich auf Meyjas Rücken. Wenn die Pferde zu weit draußen standen, ritt ich oft zurück zum Hof, das ging schneller als Laufen. Ich ließ Meyja antölten und Slaufa, die ich als Handpferd nebenher führte, tat es ihr gleich. Innerhalb von fünf Minuten hatten wir den Hof erreicht. Finley war mittlerweile mit Snóts Training fertig und sattelte sie gerade ab. Ich putzte Meyja und Slaufa, während Finley Snót versorgte. "Wollten wir mit Sattel oder ohne ausreiten?", fragte ich ihn. "Ohne, das ist viel lustiger", grinste er. Ich trenste die beiden Stuten noch schnell, dann saßen wir auf und ritten gemeinsam vom Hof.

      Linn und Finley waren mit zwei der Stuten weg, ohne Sattel. Robin und ich hatten uns für zwei Hengste entschieden. Seltsam. Noch seltsamer war allerdings der Mix meiner widerstreitenden Gefühle. Schon beim Satteln und Trensen machte sich unsicheres Schweigen breit, das ich nicht wie sonst brechen konnte. Robin sagte nichts. Ich sagte nichts. Schließlich gurteten wir nach und saßen auf. Jetzt bestand das erste Mal die Notwendigkeit zu reden. „Strand oder Wald?“, fragte ich knapp und traute mich endlich Robin anzusehen. Himmel, er sah so gut aus! Schnell wandte ich den Blick wieder ab, es reichte aber noch um sein Grinsen zu sehen, das mit der Antwort einher ging. „Wir haben Strand, das ist wohl keine Frage.“ Sein Grinsen. „Nein Bella, lass das. Du kennst ihn erst ein paar Stunden.“ „Aber er ist so toll.“ „Du benimmst dich als wärst du ein verliebter Teenie.“ „Egal, bei ihm lohnt sich das!“ „Woher willst du das wissen. Denk an Jonas… Denk an Jonas… Denk an Jonas...“ Die Worte hallten in meinem Kopf. Schlimm genug, dass ich mich nach ein paar Stunden Hals über Kopf verliebt hatte, jetzt stritten auch noch meine Gefühle. „Ausblenden, Bella.“ Ich ignorierte die Achterbahnfahrt und ritt an. „Dann komm.“ Es war einfach schön am Strand. Die Sonne versank im Meer und wir begegneten Linn und Finley nicht. Irgendwann brach Robin das Schweigen und das Antworten wurde immer leichter, bis ich mich einfach wohl fühlte. Den Galopp ließen wir zwar auf Grund der Dämmerung ausfallen, doch auf dem Rückweg ritten wir entspannt nebeneinander und redeten über Gott und die Welt. Nachdem wir die Hengste gefüttert und ich meine restliche Arbeit des Tages erledigt hatten, ließ ich mich in meiner Wohnung aufs Sofa fallen. Ich wollte einen Film sehen. Das meine Wahl heute auf den kitschigsten Liebesfilm fiel, den ich besaß, war auch nicht weiter verwunderlich.
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      Die nächsten zwei Tage verliefen völlig normal. Robin fügte sich in den Hofalltag ein, als hätte er schon immer zum Team gehört. Gemeinsam kontrollierten wir die trächtigen Stuten, die inzwischen alle vier Geburtsboxen belegten. Faera, überfällig mit ihrem Fohlen und Vidja, Laufey und Frejka, die noch etwas Zeit hatten, aber ihr erstes Fohlen erwarteten. Währenddessen scheuchte Linn ihre StuteLykkja über die Ovalbahn und Finley bespaßte die Junghengst Glanni im Roundpen. Ich würde heute noch mit Brött,Blaer, Vina und Klyja arbeiten. Die jungen Stuten standen alle auf verschiedenen Stuten des Einreitens. Brött kannte schon das Gewicht eines Reiters und lernte nun die Hilfen, die drei anderen gewöhnten sich noch an Sattel und Zaumzeug. Dieses Training nahm immer eine Menge Zeit in Anspruch. Ich schaute außerdem eine Weile bei Robins Training mit Alvari zu, während ich mein Mittagessen verspeißte und gönnte mir gegen Abend eines Ausritt mit Hnakki. Ungefähr so sah meine tägliche Routine aus. Viel Arbeit, viel zu organisieren und doch immer wieder schön.
      Wir konnten sogar ein neues Pferd begrüßen. Eine fünf Jahre junge Stute namens LR Pieaches, die wir kören und vielleicht in der Zucht einsetzten wollten. So verstrichen zwei normale Tage, ehe wieder etwas passieren sollte, das ich so schnell nicht vergessen würde.
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      Mitten in der Nacht erwachte ich unruhig. Mehrere Versuche einzuschlafen liefen ins Leere und so zog ich mir schließlich etwas über und wanderte auf den Hof. Nachdem ich eine Weile Hnakkis Nase gekrault hatte, die aus der Boxentür lugte und sah, dass Sólfari sich bei meiner Ankunft vertrauensvoll zum schlafen hinlegte, kam ich schließlich auf die Idee bei Faera, Laufey, Frejka und Vidja vorbei zu schauen.
      Leise öffnete ich die Stalltür. Sofort fiel mir ein kleines Licht auf, das im Stall brannte. Ich trat vorsichtig und misstrauisch ein. Vidja lugte mir entgegen und verlangte direkt mit einem auffordernden Blick nach Streicheleinheiten, doch die Szene, die sich in Faeras Box abspielte, verlangte meine ganze Aufmerksamkeit. Eine einzelne Taschenlampe spendete spärliches Licht, doch es reichte um die Gestalt zu erkennen, die am Kopf der liegenden Stute kniete. „Robin?“ Mein flüstern war heiser und besorgt. „Was um Himmels Willen…?“ „Psst. Komm her. Hilf mir. Das Fohlen...“ Ich hatte es gewusst, nein, ich hatte es gespürt. Und er auch. Ich öffnete mit fahrigen Fingern die Boxentür und kniete mich neben Robin ins Stroh. Eigentlich hätte Faera alles problemlos meistern müssen, es war bereits ihr zweites Fohlen, doch hier lief irgendetwas gewaltig schief. Ich ahnte böses und sah Robin an. „Liegt irgendwie falsch?“ „Höchstwahrscheinlich.“ „Scheiße.“, und einen Moment später „Wir brauchen einen Tierarzt!“ „Klar, aber der kommt unter Garantie zu spät.“ Ich bewunderte ihn für sein ruhiges und besonnenes Handeln. „Faera muss aufstehen. Manchmal korrigiert sich das Fohlen dann selbst. Wir können nur hoffen und ihr Platz machen.“ Er sprach leise und in ruhigem Ton. Ich wusste nicht, ob er mich oder Faera beruhigen wollte, aber in jedem Fall funktionierte es. Wir zogen uns in eine Ecke zurück und warteten darauf, dass Faeras natürliche Instinkte griffen. Ich konnte sehen wie sich die Muskeln bei den einzelnen Wehen verkrampften. Noch lag sie im Stroh. Die folgenden zehn Minuten waren die längsten meines Lebens. Ein zittern durchlief die Stute und sie begann sich hochzustämmen. Ich glaubte nicht daran, dass das Fohlen sich von selbst in seiner Lage korrigieren würde. Warum hatte ich bloß keinen TA zum Check-Up bestellt, dann wäre so etwas gar nicht erst passiert. Während ich mir noch Selbstvorwürfe machte, war Robin schon aus der Boxenecke aufgestanden. „Wir können ihr nur noch helfen das Fohlen raus zu bekommen und hoffen, dass es nicht erstickt.“ Langsam kehre mein Verstand zurück und auch ich richtete mich auf. Jetzt kam der Teil bei dem ich wenigstens halbwegs wusste was zu tun war. Die nächste Stunde blieb mir nur noch mit Schweißgeruch und Blut in Erinnerung, aber dann war es geschafft. Ein zitterndes, kleines Wesen lag im Stroh. Nicht erstickt, nicht missgestaltet, ein wunderschönes, kleines Stutfohlen mit einer breiten, weißen Blässe. Auch Faera schien wohlauf, denn sie war sofort bei ihren Fohlen und machte einen gesunden Eindruck. Ohne etwas zu sagen verließen wir die Box. „Væna.”, meinte ich schließlich. „Die Liebliche, die Hoffnungsträgerin.“ Damit stand der Name fest. Robin sah mich an. Nicht flüchtig. Er sah mir in die Augen. Ich war Müde, ich konnte dem Blick nicht standhalten ohne mich völlig zu zu blamieren. Verdammt, drei Tage hatten gereicht mir den Rest zu geben. Er stand einfach nur da, sah mir mit einem seltsamen Ausdruck im Gesicht an. Sein Hemd war verschmiert mit dem Blut der fohlenden Stute und ich sah wahrscheinlich nicht besser aus. Zwei Schritte Distanz trennten uns. Er überbrückte sie im Bruchteil einer Sekunde, doch für mich lief alles in Zeitlupe ab. Zwei Schritte, kein Zögern. Und dann küsste er mich. Einfach so. Keine Liebeserklärungen, keine hochroten Gesichter. Einfach nur ein Kuss, der reichte um alles zu sagen.
      Ich wusste nicht wie spät es war. Ich hatte die ganze Zeit einfach nur funktioniert. Wir hatten nicht gesprochen, nur nebeneinander gearbeitet und versucht das bestmögliche aus der Situation zu machen. Jetzt viel die ganze Anspannung von mir ab und ich fing einfach an seiner Schulter an zu heulen. Etwas unbeholfen tröstete er mich. Als wir den Stall schließlich verließen um uns um einen Tierarzt zu kümmern und noch etwas zu schlafen, ging über Rømø Die Sonne auf.

      Tierarzt
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      1. Mai 2016 | (c) DisneyHorse
      5239 Zeichen | - DisneyHorse

      Rømø. Eine der bekanntesten Inseln Dänemarks, die in der Nordsee liegt. Mit dem Flugzeug ging es von Málaga nach Rømø. Vor dem Flughafen wartete ich auf Annabell Schmiedemann, die Frau mit dem Herz für Isländer. Sie war eine alte Freundin, die schon von klein auf eine Leidenschaft für Isländer hatte. Die Insel faszinierte mich. Während der Fahrt, schaute ich aus dem Fenster und sah Dünen und kleine niedliche Holzhütten. Der Hof war beeindruckend und voller Isländer. Die Temperaturen waren deutlich kälter als die in Spanien und eine kühle Brise wehte, aber dies waren die perfekten Bedingungen für Isländer. Er als wir zu der großen Wattweide gingen, um die ersten drei Pferde zu holen, fiel mir erst auf, dass Annabell moosgrüne Augen hatte. Unsere Haare wehten wild durcheinander und ihre blonden Locken ließen sich nicht mehr bändigen. An der Weide erwartete uns schon Linn Ylva Petri – kurz Linn. Sie hatte den Hof zusammen mit Annabell aufgebaut. Jede von uns war mit einem Strick gewappnet und zusammen holten wir die Shire Stute Mayalie und die zwei Isländer Stuten Náttdis und Vinkona. Wie es für die Insel typisch, zogen sich die Wolken zusammen und es fing an zu regnen. Schnell huschten wir in den Stall und banden die Pferde an. Ich öffnete meine Tasche und fing an Mayalie zu untersuchen. Am Körper befanden sich keinerlei Auffälligkeiten. Danach machte ich sie mit dem Stethoskop vertraut und überprüfte ihren Herzschlag. Ich schaute auf meine Uhr und zählte die Schläge. „31 Schläge pro Minute!“, verkündigte ich. Annabell nickte zufrieden. Die große Shire-Stute war gelassen und interessierte sich gar nicht dafür was ich machte. Nun ging es ans Temperaturmessen. Beim Abtasten waren die Lymphknoten nicht geschwollen, denn das wäre ein erstes Anzeichen von Fieber. Bella nahm den Schweif von Mayalie beiseite und ich führte das Thermometer vorsichtig in den After. „Gaaanz ruhig Plüschi!“, flüsterte Bella mit ruhiger Stimme. Mayas Ohren drehten sich nach hinten und sie entspannte sich. Ihre Temperatur lag bei 38,1°C – alles im Normalbereich! Nun zählte ich noch ihre Atemzüge. Trotz der Hektik in den Stall zu kommen, war Maya ganz ruhig. 10 Züge in der Minute – auch hier war alles okay. Auch ihr Darm machte die üblichen „Grummelgeräusche“. Jetzt waren nur noch die Impfungen fällig, für Mayalie hatte ich schon die 4-fach-Impfung vorbereitet die vor Tetanus, Herpes, Influenza und Tollwut schützt. Da Maya ziemlich viel Fell hatte, musste ich erst die Stelle am Hals rasieren, die mittlerweile schon 13-jährige Stute war tiefen entspannt und ließ alles über sich ergehen. Ich nahm die Hautfalte und drückte sie zusammen und spritze kurzer Hand die Impfung ins Gewebe.
      „Prima Maya du warst super!”, lobte ich Annabells Stute. Linn hatte in der Zwischenzeit auch Fjara geholt, die sich über den Regen sichtlich freute. Mayalie durfte nun in ihre trockene Box und die nächsten waren dran. Ich behandelte gleichzeitig Náttdis und Vinkona, beide hatten keine Auffälligkeiten am Körper und die Vitalwerte lagen alle im Normalbereich. Mir fielen Náttdis‘ Fischaugen auf, generell hatte die Stute ein besonderes Aussehen. Bei beiden musste ich eben falls das Fell am Hals rasieren. „Ganz ruhig ihr beiden!“, sprach Linn zu den beiden Stuten und hielt sie mit Annabell fest. Vinkona bekam alle Impfungen sprich die 4-fach-Impfung und bei Nátt musste Influenza wiederholt werden, da die Impfung alle 6 Monate wiederholt werden muss, Tollwut und Herpes fehlten ihr auch noch. Sie war ganz ruhig und machte super mit. Auch Vinkona die alle Impfungen bekam, war neugierig, aber blieb ruhig. Ich trug nun von den 3 Pferden die Impfungen in den Impfpass und brachten sie anschließend auf die Weide. Ein junger Mann mit roten Haaren und grünen Augen warte bereits mit der gelangweilten Fjara. „Also Fiona das ist Finley MacLean, er ist Schotte und für Fjara zuständig!“, stellete mir Bella den Mann vor. Freundlich begrüßte ich Finley und Fjara. Bella hatte mich über die sture und teils wilde Stute informiert. Ich zog mir neue Gummihandschuhe an und begann sie abzutasten. Kurz bevor ich fertig war, hob sie den Huf und trat nach hinten aus. Das war Knapp! Nun als ich auch in ihr Maul schauen wollte schnappte sie nach mir und riss einen Knopf von meinem Mantel ab. Finley entschuldigte sich für ihr Benehmen. „Alles gut, das passiert mir öfters.“, sagte ich mit einem Lächeln auf den Lippen. Nun hielt der Schotte die Isländer Stute stärker fest, sodass ich ihr den Hals rasieren konnte, um sie zu impfen. Komischer weise hielt sie hierbei still, doch als ich sie loben wollte, wollte sie wieder nach mir schnappen, doch Finley hielt sie rechtzeitig fest. Der Rest der Untersuchung verlief super und es gab keine weiteren Eskapaden. Da ich noch das restliche Wochenende hier verbrachte, boten mir Bella und Linn an mit ihnen auszureiten, natürlich willigte ich ein!
      Am nächsten Abend ging es in Richtung Heimat, etwas traurig schaute ich aus dem Flugzeugfenster und betrachtete die kleine Insel. Rømø was für ein schöner Ort!

    • Mohikanerin
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      Training

      Gangreiten E - A
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      26. Oktober 2015 | (c) BellaS
      4006 Zeichen | - Bella

      Ein Trainingstag stand an. Ein Trainingstag für einige meiner Pferde. Eigentlich war dergleichen schon länger geplant, aber meine Motivation hielt sich in Grenzen. Ganz genau so ging es Finley und Linn, die ebenfalls reichlich missgelaunt auf dem Hof herumstanden, in der Hoffnung nicht anfangen zu müssen. „Morgen.“, nuschelte ich. Für einen 'guten' Morgen reichte es heute nicht. Alles was ich an Antwort bekam, zeugte von ähnlichem Gemütszustand. Keiner von uns hatte Lust die Pferde auf der Bahn im Kreis zu quälen. „Dann lasst uns Ausreiten. Ein Distanztraining tut es auch.“, schlug ich vor und begegnete sofort freundlicheren Gesichtern. „Gut. Ein Anfänger Ritt? Dann nehme ich Lykkja mit. Wird ihr gut tun!“ Linn kratzte sich am Kopf. „Ich reite Fjara.“, teilte ich mit. „Vinkona muss dann noch. Finley?“ „Die war doch schon bei Catalina im Training.“ Jetzt ließ sich auch Finley vernehmen. „War das nicht September?“ „Nein. Diesen Monat.“ „Gut. Dann nimm doch Snót. Dann kannst du sogar im Westernsattel reiten, wenn du willst.“ „Ja. Okay, dann lasst uns loslegen!“ Ich pflügte durch die Küche und fand ein paar restliche Frühstücksbrötchen und etwas Obst. Zusammen mit einigen Falschen Wasser verstaute ich unseren Proviant in drei Satteltaschen, dann verließ ich das Haus und machte mich auf den Weg in de Sattelkammer, wo Linn und Finley die Sattelgurte einfetteten um sie gegen das salzige Meerwasser zu schützen.
      Eine halbe Stunde später standen die Pferde fertig auf dem Hof und wir waren bereit zum Aufbruch. „Alle Sättel passen? Alle waren auf'm Klo? Alles da?“ Wurden die obligatorischen Fragen gestellt. Dann saßen wir auf und machten uns auf den Weg. Zum Strand waren es nur ein paar hundert Meter. Eine echte Traumlage für jeden der einen langen Ausritt an den Strand liebte. Eine Weile ließen wir die Pferde im Schritt gehen um ihnen genug Zeit zum aufwärmen ihrer emfindlichen Muskeln zu geben. Keiner sprach. Wir alle genossen den Anblick des Strandes, der so breit war, dass man das Meer von hier noch nicht einmal sehen konnte. Zudem war Ebbe und das Wasser hatte sich zurückgezogen. „Wir könnten ins Watt reiten. Laut Plan dauert es noch vier Stunden bis zur Flut und wir müssen heute nur 25 Kilometer reiten.“ „Au ja.“ Linn klang wie ein kleines Kind. „Watt.“ „Gut, aber passt auf Muschelansammlungen auf. Die tun den Pferden nicht gut. Außerdem könnten wir mal ein Stück tölten.“ Kaum hatte ich das gesagt, ließ Finley seine Snót antölten. Auch Lykkja töltete an, wenn auch etwas trablastig und nicht besonders ausdauernd. Auch ich gab Fjara die Hilfe zum antölten, doch die Stute hatte ihre eigene Meinung. Fjara machte einen Satz nach vorne und galoppierte an. Sie liebte den Strand und benahm sich immer übermütig, wenn sie dort gehen durfte. Der harte Sand spritze um ihre Huf auf und ich gab mir gar keine Mühe sie vom rennen abzuhalten, ich liebte es doch genau so wie sie. Spätestens jetzt gab es kein halten mehr. Zu dritt jagten wir über den Strand bis die Pferde von sich aus in den Trab oder Tölt fielen. Nach einer Schrittpause ließen wir unsere Pferde wieder antraben oder tölten. Um das allgegenwärtige Schweigen zu brechen, begann ich eine Unterhaltung über Körungen, die aber nur schleppend in Gang kam. Schließlich legten wir eine Pause ein, kehrten um und machten uns auf den Weg zum Hof zurück. Unsere Unterhaltung verlor sich schließlich und wortwörtlich im Sand. Erst kurz vor dem Hof brach Filey das Schweigen. „Lasst uns das letzte Stück nochmal galoppieren!“ Sofort willigten Linn und ich ein. Fjara legte, trotz des langen Ritts, ordentlich vor und aus dem gemeinsamen Galopp wurde ein Rennen. Ich beugte mich tief über den Hal der Stute und jubelte als Fjara eine Nasenlänge vor Snót über die Linie aus Strandkräutern preschte, Strand und Wiese markierte. Ich ließ die Zügel los und breitete die Arme aus. Erst auf dem Hof parierte ich Fjara wieder durch. „Gut, dass das keiner gesehen hat.“ Ich keuchte und das Grinsen auf meinem Gesicht sprach Bände.

      Dressur E - A
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      29. Dezember 2015 | (c) BellaS
      3002 Zeichen | - Bella

      Es musste schnell gehen. Ich war schon wieder mit dem Training im Verzug. Erst Vorsatz fürs neue Jahr schon einmal gescheitert. Zu allem Überfluss hatte Fjara es auch noch geschafft sich in ein völliges Schneemonster zu verwandeln, sodass ich wahrscheinlich zwei Stunden brauchen würde um sie nur ansatzweise von Eis und Schnee zu befreien. Diese Aussicht trug nicht grade zur Verbesserung meiner Laune bei. So kam es, dass Linn mich Wutschnaubend und verzweifelt herum bürstend neben einer Fjara mit angelegten Ohren vorfand. „Bella! Was ist denn hier los?“ „Argh.“ Ich schmiss die Bürste zurück in den Putzkasten. „So eine Scheiße!“ Dass ich mich nur über mich selbst ärgerte, erkannte Linn zum Glück sofort. Sie hatte über die Zeit gelernt mich einzuschätzen und wusste wann mein Zorn sich gegen andere richtete und wann nicht. „Lass mich Fjara machen. Such dir ein anderes Pferd, dann gehen wir zusammen in die Halle. Dressur, oder?“ „Ja.“ Ziemlich froh gab ich Fjara an meine beste Freundin weiter und wanderte zur Wattweide um mir meinen heutigen Trainingspartner auszusuchen. Nátti kam in Frage, aber sie war in der Dressur bereits zu weit und eigentlich wollte ich sie nun in Gang fördern, Vinkona und Snót brauchten kein Training. Dann sprang mir meine riesige Plüschkugel ins Auge. Mayalie. Meine Shirestute und heutiger Trainingspartner. Linn würde nicht begeistert sein, aber sie war eh zum Putzen und abtauen von Fjara in den Stall gegangen und würde das erst in der Halle merken. Mayalie war riesig, eine ganz andere Dimension als gewohnt. Ich musste mich richtig strecken um den Rücken, besonders die Sattellage, von Schnee und Dreck zu befreien und auch das Trensen war anstrengend. Zum Glück war die Stute unglaublich lieb. Ein bockiges Shire wäre wirklich unlustig geworden. Trotzdem schafften wir es vor Linn in der Halle zu sein. So konnte ich mir bequem eine Aufstiegshilfe suchen bevor Linn mit entsetztem Gesicht die Halle betrat. „Dieses Vieh ist zu groß. Viel zu groß!“, lamentierte sie, während sie auf Fjaras Rücken kletterte. „Quatsch.“ Ich grinste und ritt an. Die Stute hatte wirklich schöne Gänge, auch wenn die Riesenschritte noch immer gewöhnungsbedürftig waren. Dressur auf A war eigentlich nichts besonderes. Die ''Lektionen'' waren nicht viel mehr als die, die man mit den Pferden auf dem Platz sowieso jeden Tag übte. Ein Sammelsurium von Bahnfiguren in allen Gangarten, Rückwärtsrichten, übertreten oder Zügel überstreichen. Nichts wirklich besonderes. Dementsprechend schnell waren wir auch fertig. Offenbar übte Mayalie einen positiven Einfluss auf andere Pferde aus, denn Fjara hatte nicht einmal gröbere Zickereinen veranstaltet. So musste auch Linn zugeben, dass meine große, dicke Plüschkugel durchaus nützlich war. Nur wenn ich Übungen im Galopp geritten war, hatte Linn das Weite gesucht. Auch wenn sie noch immer „Zu groß. Zu schwer und überhaupt“ vor sich hin moserte, wusste ich doch: Irgendwann würde auch Mayalie sich ein Weg in ihr Herz erschleichen.

      Gangreiten A - L
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      27. Januar 2016 | (c) BellaS
      1166 Zeichen (Quelle?) | - Bella

      Training mit Fjara stand an. Ich hatte die Wahl zwischen Distanz, Dressur, Viergang oder Tölt. Ich entschied mich für letzteres. Die Ovalbahn war wieder Eisfrei und konnte genutzt werden, also putzen, satteln und ab ging es. Natürlich entdeckt ich wieder Bissspuren an der Flanke meiner kleine, rabiaten Stute. Das Drachenblut-Pflasterspray hatte seinen angestammten Platz bereits in Fjaras Putzkasten gefunden. Mit fertigem Pferd auf der Ovalbahn angekommen konnte das Training nun beginnen. Ein paar Runden Schritt zum aufwärmen und dann ging es ans tölten. Fjara töltete grundsätzlich nicht schlecht, versuchte aber immer mal wieder in den Trab umzuschalten. In langsamem Tempo tölten fiel ich leichter als das schnellere Tempo Tölt, das auch gefordert war. Immer wieder von Schrittpausen unterbrochen übten wir so lange, bis es klappte. Zwar hatte sowohl die Stute als auch ich keine wirkliche Lust mehr, doch immerhin hatten wir die Anforderungen erfüllt. Zur Belohnung gab ich Fjara am Ende des Trainings die Zügel frei und ließ sie laufen. Etwas Galopp um diversen Frust abzulassen war des Ergebnis. Ein kurzes, aber immerhin halbwegs erfolgreiches, Training.

      Dressur A - L
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      26. März 2016 | (c) Samanta
      4476 Zeichen | - Samanta

      "Tut mir so leid", war das erste, was ich sagte, als ich Annabell Schmiedemann endlich ans Telefon bekommen hatte."Die letzten Monate waren echt vollgestopft mit Terminen, sodass ich mit dem Training nicht mehr hinterher gekommen bin." Sie meinte es sei kein Problem. Fjara müsse jetzt aber bereits auf L trainiert werden. "Natürlich, gar kein Problem. Würde es dir passen, wenn ich in zwei Tagen bei dir aufschlage?" Sie checkte das kurz und stimmte dann zu. Zwei Tage später war ich bereit zum Aufbruch und verabschiedete mich von meinen Pferden und meinem Team. Jonathan brachte mich zum Flughafen. Er würde mich auch wieder abholen, wenn ich wieder zurück war. Schließlich kam ich an und nachdem ich meinen Koffer ausgepackt hatte, kam eine junge Frau auf mich zu und reichte mir die Hand. "Hallo, ich bin Annabell. Ich nehme an du bist Samanta?" Ich nickte und sagte:"Ja, genau. Freut mich dich kennen zu lernen. Schön hast du es hier." Ich sah mich um und ließ mir dann erstmal zeigen, wo ich schlafen konnte. Anschließend brachte mich Annabell zu Fjara. "Ich liebe Isländer", erklärte ich Annabell,"ewig her, dass ich einen geritten bin, deshalb freue ich mich ja schon sehr." Sie grinste und meinte dann:"Mal sehen, was du hinterher sagst. Fjara kann ziemlich frech sein." Ich lachte. Gemeinsam putzten wir die Stute und nachdem ich sie aufgesattelt und getrenst hatte, gingen wir mit ihr in die Halle. Ich gurtete nach und stieg dann auf. Im Schritt gab sich die Stute noch recht entspannt, aber im Trab offenbarte sie dann ihre Power. Im Galopp musste ich mich ganz schön durchsetzen, um ihre Aufmerksamkeit und ihren Respekt zu bekommen. "Ich habs dir ja gesagt", sagte Annabell grinsend und ich nickte keuchend. "Die hat ganz schön Pfeffer", stimmte ich zu. Mein erster Eindruck war jedoch gut. Sie war schnell und hatte ihren eigenen Kopf, aber sie war dabei nie unkontrolliert. "Gefällt mir trotzdem", sagte ich schmunzelnd. Nachdem ich sie versorgt hatte, setzte ich mich noch eine Weile mit Annabell zusammen und wir besprachen, wie das Training weiter verlaufen sollte. Wenn alles gut ging, würde ich 3 bis 4 Wochen für das Training brauchen. Eine lange Zeit, die aber nötig war, wenn man alles richtig machen wollte. Schließlich ging ich zu Bett. Die nächsten Tage beschäftigte ich mich erstmal mit dem versammelten Trab und dem versammelten Galopp. Isländer waren von ihrer Konstitution zwar nicht unbedingt für diese Lektionen geboren, aber jede Rasse war im Prinzip dazu in der Lage. Ich entwickelte die Versammlung aus dem Zulegen und dem Einfangen und mit der Zeit freundete sich Fjara mit den neuen Gangarten und auch mit mir als Reiterin an. Zwischendurch legte sie immer mal wieder einen schnellen Galopp ein, aber ansonsten kamen wir ganz gut miteinander aus. Die nächsten Lektionen Außengalopp und einfacher Galoppwechsel stellten für Fjara keine allzu große Herausforderung dar. Man merkte, dass sie entspannter wurde, wenn man sie richtig forderte und dass sie auch arbeiten wollte. Natürlich hatte sie einen Ponydickschädel, aber ich mochte die Stute wirklich sehr. Annabell sah immer mal wieder beim Training zu, aber die meiste Zeit arbeitete ich erstmal mit der Stute alleine, um mich eben ganz auf sie einzulassen. Abends unterhielten wir uns lange und tauschten Erfahrungen aus, was ich wirklich sehr entspannend und interessant fand. Dreieinhalb Wochen hatte ich gebraucht, um die Stute auf L-Niveau zu bringen. Die größte Herausforderung waren die Versammlungen und die Umstellung auf Kandare gewesen. Ansonsten hatte die Stute gut mitgearbeitet. Die letzte 'Prüfung', die sie zu bestreiten hatte, war der Ritt mit Annabell. Ich wollte sehen, ob die Lektionen so gefestigt waren, dass auch jemand anders sie mit der Stute reiten konnte und das waren sie. Annabell hatte natürlich auch schon Erfahrung und das merkte man einfach. "Das war wirklich toll", lobte ich die beiden und nachdem wir gemeinsam die Stute versorgt hatten, machte ich mich auch auf den Heimweg. "Melde dich, wenn irgendwas ist",sagte ich und umarmte sie zum Abschied. Dann stieg ich ins Mietauto und machte mich auf den Nachhauseweg. Am Flughafen wurde ich von Jonathan erwartet. Zufrieden lümmelte ich mich auf den Beifahrersitz und schloss die Augen. Alan erwartete uns bereits am Hoftor und umarmte mich. "Ich bin froh wieder bei euch zu sein", sagte ich, "auch wenn die Isländer toll waren." Nach einem entspannten Abendessen legte ich mich schließlich schlafen.

      Gangreiten L - M
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      1. April 2016 | (c) BellaS
      3085 Zeichen | - Bella

      Die Körung stand an und so übte ich in letzter Zeit häufig mit Fjara. Je mehr Fortschritt eine Stute den Richtern präsentieren konnte, desto besser würde sie abschneiden. Momentan arbeiteten wir am Viergang, da ich mit der Fohlenzeit ausgelastet war und keinen Nerv für Tölttraining frei hatte. So viel unser Training auch meistens Stückhaft und spontan aus, bis ich entschied, dass wir uns nun eine Klasse höher qualifiziert hatten. Schon praktisch wenn man selbst Trainerin war und hier und da etwas lockerer arbeiten konnte, gerade mit den eigenen Pferden. Auch das heutige Training war völlig spontan. Ich musste mein Pferd bewegen und tat das am liebstem am Strand. Da das Militär-Sperrgebiet in der Nähe lag, hatten wir den Strandabschnitt nahe unserem Hof fast immer für uns. Die Touristen-Reittouren fanden weiter entfernt statt, genau wie die Rennen mit diesen Buggy-Segel-Dingern, die hier irgendwie beliebt waren. Maximal Hundebesitzer verirrten sich manchmal auf einem Sparziergang hier her, aber das nur bei wirklich schönem Wetter. Ein riesiges Stück Strand, das wir also quasi für uns hatten. Also war es auch nicht gefährlich oder unüberlegt hier einfach ein Training abzuhalten. Keine einengende Zäune und harter, feuchter Sand, ein perfekter Boden zum reiten. Auch Fjara war gern am Strand. Egal ob sie dort arbeiten musste oder planschen konnte. Der Weg zum Strand war schon genug Schritt zum aufwärmen gewesen und angekommen begann ich direkt mit dem nervigsten Teil des Trainings, dem Tölt. Auf gerader Strecke am Strand ging dieser allerdings wesentlich besser als auf der Bahn, stellte ich zufrieden fest. Ein Handwechsel war hier nicht nötig, wir konnten einfach in die Richtung reiten in die wir wollten. Nach dem tölten ging es ein gutes Stück im Trab weiter. Wir hatten uns schon eine ziemliche Strecke vom Hof entfernt. Interessant, was man beim Training an Distanz so zurücklegte und auf der Bahn nicht bemerkte. Ich nutze den letzten Teil, den Galopp, um diese Distanz in die andere Richtung auszugleichen. Es war Ebbe und das Wasser zog sich gerade zurück, außerdem schien die Sonne wieder. Also Galopp durchs Watt, das war auch noch eine kleine Abkürzung, da der Strand bei Flut einen Bogen beschrieb. Ich hatte allerdings nicht bedacht, dass der Sand nass und von Pfützen durchzogen war. Ich trug beim reiten am Strand an feuchten Tagen immer eine Sonnenbrille um keinen Sand in die Augen zu bekommen, aber darüber hatte ich heute gar nicht nachgedacht. Trotzdem galoppierte ich an und musste sofort die Augen zusammenkneifen, da der nasse Sand von Fjaras Hufen hoch aufgewirbelt wurde. Sandig und nass kam ich schließlich wieder zu hause an, entledigte mich meiner ungemütlichen Sachen und kümmerte mich dann um Fjara, indem ich sie kurzerhand von Kopf bis Fuß abspritze. Ich entfernte das überschüssige Wasser, trocknete ihre Beine vorsichtig mit einem alten Handtuch, pachte eine Decke auf ihren Rücken und brachte Fjara zurück auf den Paddock der Pferde im Training. Vielleicht würde man uns ja schon bald auf einem Turnier in der V3 starten sehen.

    • AliciaFarina
      Kurzer Besuch bei Vriska



      Heute statte ich Vriska einen kurzen Besuch ab, sie hatte momentan viel um die Ohren, sodass ihre Pferde derzeit etwas kurz kamen.

      Nachdem ich angekommen war suchte ich die Isländer. Auf der einen Weide sah ich schon von weiten viele Isis mit ihren typischen voluminösen Langhaar. Auf der Stuten Weide standen: Willa, Òfeig, Throwa, Fjara, Grima, Kvika und Aska. Die hübschen Stuten standen einträchtig auf der Wiese und fraßen, sie kuckten hoch als ich sie alle kurz unter die Lupe nahm, aber fraßen schnell weiter. Nun besuchte ich die Hengte, hier standen: Mökkur, Dáti und Hervir. Die drei Herren machten ebenfalls einen guten Eindruck, sodass ich mich wieder auf den Weg nach Hause machte.



      717 Zeichen by AliciaFarina
    • Eddi
      Verschoben am 20.07.2017
      Grund:
      6 Monate Pflege.
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Mohikanerin
    Datum:
    22 Juli 2016
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    EXIF Data

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  • [​IMG]
    Fjara
    Stute

    Isländer, *23.06
    Isabellschecke,
    eeAanCrnZnT
    131 cm

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    Fjaras Name passt gut zu ihr, denn sie ist gleichzeitig wild, unbeugsam und stur, kann aber auch lieb und eine echte Freundin sein - wie das Meer. Auffällig ist auch ihr Faible für Wasser. Sie liebt den Wasserschlauch und geht gerne Schwimmen, auch mal ohne, dass der Reiter das unbedingt möchte.

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    Vater
    Vater | Mutter

    Mutter
    Vater | Mutter

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    Nachkommen | Vater

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    SK 440


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    Gangreiten M | M
    Dressur L | M

    Distanz A | M

    Gangveranlagung
    4 Gänge
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    SS 103 | ST 339 | SS 106 | ST 345 | SS 113 |
    GT 58 | GT 68 | GR 325 |

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    Ausbildungsdaten
    Führen | Anbinden | Sattel | Trense | Hufe geben
    Reiter | Grundgänge | Tölt | Verstärken | Versammeln

    Zirkuslektionen
    x |


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    Tierarzt | 2. Februar 2016
    Influenza Ja
    Tetanus Ja
    Herpes Ja

    Sommerexem
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    Hufschmied | 28. Dezember 2015
    Hufeisen Ja
    keine Beschwerden

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    PSD | Weide | Tagebuch