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Samarti

Firebird, DRP

Firebird, DRP
Samarti, 22 Feb. 2014
Elii gefällt das.
    • Samarti
      Pflegebericht 22. Februar 2014 - Freunde

      Ein lautes Poltern aus dem Wohnzimmer ließ mich aus dem Schlaf schrecken und sorgte dafür, dass ich meine Augen weit aufriss. Noch einmal polterte es, weshalb ich mich dazu entschied, in die Küche zu schleichen und mir ein Messer zur Hand zu nehmen, mit welchem ich mich notfalls verteidigen könnte. Bereits nach kurzer Zeit erreichte ich unsere Küche, schaltete aber das Licht nicht ein, damit ich nicht bemerkt wurde. Die Schranktür ließ sich nur quietschend öffnen, obwohl sich das Quietschen in meinen Ohren wahrscheinlich lauter anhörte, als es eigentlich war. Schnell schnappte ich mir eine Bratpfanne und ließ den Schrank offen stehen. Dafür hatte ich jetzt keine Zeit. Vielleicht befand sich ein Mörder in meinem Wohnzimmer!
      Meine Füße trugen mich direkt an den Türrahmen, durch den Flur und so leise wie es mir möglich war, tapste ich schleichend in das Wohnzimmer, in dem ich eine Person sah, die in den Schränken herumwühlte. Kurzerhand stürmte ich auf jene Person zu und zog ihr mit der Bratpfanne eine über den Kopf, sodass der Mann – wie ich bemerkte – sich fluchend den Kopf hielt und sich zu mir umdrehte, während er mir Schimpfwörter an den Kopf warf, die ich zuvor noch nie in meinem Leben gehört hatte. Meine gewünschte Wirkung, den Mann k.o. zu schlagen, schlug leider fehl, was mich so missmutig stimmte, dass ich dem Kerl vor mir aus Reflex einfach noch einmal mit der schweren Pfanne einen weiteren Schlag auf den Kopf verpasste und dieser schließlich umkippte, was mich mit einem Erfolgsgefühl füllte. Und jetzt: Wie brachte ich die verdammte Leiche hier raus?!
      Na gut, Leiche war übertrieben, aber diese Typ, der auf meinem Fußboden lag und sich vor Schmerzen krümmte, hatte es eigentlich nicht anders verdient.
      „Was zur Hölle soll das?“, schrie der Mann mich an und hielt sich seinen Kopf, der inzwischen etwas … verklebt und rot aussah. Ups.
      „Das Gleiche könnte ich dich fragen! Raus aus meinem Haus!“, entgegnete ich ihm in der gleichen Lautstärke und setzte gleich noch eine Backpfeife obendrauf.
      „Elisa, bist du jetzt völlig verrückt geworden oder was ist mit dir los, verdammt nochmal?!“
      Irgendwie kam mir die Stimme bekannt vor, und der Meinung war auch Domenic, der in dem Moment das Wohnzimmer betrat. Seine Haare waren verwuschelt, die Augen gerötet und er hatte Mühe, sie bei dem grellen Licht überhaupt offen zu halten, das seit gerade eben den Raum durchflutete.
      „Elisa, Matthew, was macht ihr hier?“, fragte er entgeistert und betrachtete uns. Ich, wie ich mit der Bratpfanne in der Hand bedrohlich vor einem Mann stand, der auf dem Boden kniete und vor Schmerzen fluchte und gleichzeitig wimmerte.
      Moment mal.
      Matthew?!
      Meine Augen weiteten sich vor Schock, als ich bemerkte, auf wen ich gerade wie eine Verrückte mit der Bratpfanne eingeprügelt hatte.
      „Scheiße, verdammt, tut mir leid“, stammelte ich nervös und legte die Bratpfanne an die Seite, ehe ich mich zu Matthew kniete und mir vorsichtig seinen Kopf betrachtete. Irgendwie schien die rote Flüssigkeit vorhin nur Einbildung gewesen zu sein oder sie war wie von Zauberhand verschwunden, jedenfalls waren auf Matthews Kopf keine Blutspuren zu sehen.
      „Oh mein Gott, ich wusste nicht, dass du das bist, ich dachte, du wärst ein Einbrecher, scheiße, das tut mir gerade so leid, verdammt, bitte verzeih mir“, ratterte ich herunter und dachte kein zweites Mal über meine Worte nach, die gerade aus meinem Mund kamen.
      „Schon in Ordnung“, meinte er kurz, richtete sich auf, hielt jedoch stets seine Hand an seinem Kopf, der anscheinend ziemlich am Brummen war. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf sein Gesicht und ließ mein Herz schneller schlagen.
      Er lächelte mich an.
      Es war das erste Lächeln, das ich von ihm seit Monaten bekam.
      Automatisch musste ich zurück lächeln und setzte mich gerade hin, ehe ich ihm meine Hand anbot und ihm somit wieder auf die Beine half. Er schien zwar etwas benommen zu sein, was vielleicht auch an dem Grund für sein Lächeln lag, doch trotzdem war ich froh darüber.
      Er hatte mich wieder angelächelt.

      Mit flinken Fingern tippte ich schnell die Nachricht an kira, dass wir bald auf ihrem Gestüt Milky Way ankommen würden, in meinem Handy ein und starrte dann wieder durch die Windschutzscheibe. Das Wetter war beschissen in England, weshalb es mich umso mehr freute, mal wieder nicht so viel Regen und trockene Straßen erblicken zu können, als wir auf dem Weg zu kira waren. Ich wagte einen Seitenblick zu Matthew, der konzentriert auf die Straße vor uns blickte. Der Grund für unseren Besuch auf kiras Gestüt war eine junge Deutsche Reitponystute, die ich mir ansehen und vielleicht kaufen wollte. Hierzu hatte ich endlich mal Matthew zu mir ziehen können, damit dieser mir mal wieder mit Rat und Tat zur Seite stand. Beim Pferdekauf war er dann doch noch derjenige, dem ich in diesem Gebiet am meisten vertraute.
      Bereits kurze Zeit später kamen wir auf dem Gestüt an und sahen uns nach der Besitzerin um, die nicht allzu lange auf sich warten ließ. Nach einer knappen Minute trat sie auf den Hof, begrüßte uns freundlich und leitete uns direkt in den Stall, wo uns sofort ein Sooty Palomino – zumindest dachte ich dies – ins Auge fiel, der seinen Hintern zu uns gedreht hatte.
      „Darf ich vorstellen: Firebird. Ignorant, genervt und schert sich einen feuchten Dreck um Menschen. Zumindest so lange, bis man sich ihr annähern kann“, grinste kira leicht und brachte die Stute mit viel Überredungskunst dazu, sich zu uns umzudrehen. Na, das konnte ja was werden.

      Es war ein Spontankauf gewesen, den ich jedoch nicht sonderlich bereute. Jetzt saßen wir gerade im Auto und sahen den Regen, der gegen unsere Fensterscheibe prasselte. Natürlich, England. Wir waren wieder daheim und das Dreckswetter ließ nicht lange auf sich warten. Der graue Himmel und die dicken Regentropfen verschlechterten unsere Sicht drastisch, doch irgendwann kamen wir in Penzance an – und damit auch endlich wieder auf unserem Gestüt. Mit schnellen Handgriffen öffnete ich erst die Autotür, dann die Hängerklappe und führte Firebird mit zittrigen Händen in den zweiten Stalltrakt, wo sich Birdy gierig über die bereits gefüllte Heuraufe hermachte. Just, als ich die Boxentür verriegelt hatte, umfassten zwei kräftige Arme meine Taille und zogen mich an die Brust des Mannes, der hinter mir stand. Instinktiv wusste ich, dass es Matthew war, der mich an sich zog. Wer würde es sonst tun?
      „Es tut mir leid“, wurde mir leise ins Ohr gemurmelt, während sein warmer Atem meinen Nacken streifte und dafür sorgte, dass sich auf meinen Armen eine Gänsehaut ausbreitete.
      „Mir tut es leid“, flüsterte ich leise und drehte mich in seinen Armen, um ihn ansehen zu können. Nun schlang ich meine Arme um seinen Torso, vergrub meinen Kopf in seiner Schulter und seufzte laut auf.
      „Freunde?“
      „Freunde.“
    • Eddi
      Tierarztbericht 23.02.2014 - Kontrolle

      Ich musste mir ein Lachen verkneifen, als ich hörte, dass Elisa tatsächlich schon wieder ein neues Pferd im Stall stehen hatte. Ich als ihre Tierärztin des Vertrauens, durfte natürlich wieder sofort Hand anlegen und so war sie heute der erste Kunde auf meinem Plan. Kurz nach dem Frühstück machte ich mich auch schon auf dem Weg zum Gestüt Crown Hill. Die Fahrt verließ ohne große Probleme und ich war schneller da als gedacht. Elisa wartete schon auf mich und ich wurde direkt herzlich begrüßt. Gemeinsam betraten wir den Stall und sie holte ihren Neuankömmling aus der Box. Es war eine junge Reitponystute namens Firebird, welche ein wunderschöner Sooty Palomino war. „Alle Achtung, dass nenne ich mal einen Volltreffer!“ meinte ich lächelnd und strich der Stute über den Hals, die nahm von mir jedoch keine Notiz, sondern drehte sich nur weg und beachtete mich gar nicht. „Wow...“ murmelte ich nur ironisch und lief mit Elisa zum Putzplatz. Dort bat ich sie, dass sie mir die Stute erst einmal vorführte. Einmal im Schritt und einmal im Trab führte sie sie mir auf der Stallgasse entlang. Dabei konnte ich jedoch keine Auffälligkeiten entdecken und machte mich direkt an das Röntgen. Firebird hielt still, schien aber auch nichts von mir wissen zu wollen. Die Bilder konnten wir direkt auswerten, wobei wir aber keine Auas entdeckten. Stattdessen besaß Birdy, wie sie Elisa liebevoll nannte, wunderbare Beine und schien kerngesund. „Was anderes habe ich auch nicht erwartet.“ lachte Elisa mich an und kraulte ihre Stute auf der Stirn. Ich nickte grinsend und warf einen prüfenden Blick in Augen und Maul. Danach packte ich mein Stethoskop aus und horchte Lunge und Herz ab. Auch hier war alles super und als ich ihren Rücken nach eventuellen Verspannungen abtastete, konnte ich nichts entdecken. Auch Gelenke und Sehnen waren trocken und gesund, so dass ich nur noch die Körpertemperatur kontrollierte, ehe ich guten Gewissens impfen konnte. Die Stute bekam vier Spritzen, da ich sie gegen Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut impfte. Die ersten beiden Spritzen ignorierte sie so gekonnt wie mich, doch danach wurde ihr es zu viel. Dank Elisas Hilfe schafften wir aber auch noch die letzten beiden Spritzen. Zum Schluss gab es noch die Wurmkur, welche Birdy zwar ungern annahm, aber dennoch akzeptierte. Danach hatte sie es auch schon geschafft und sie konnte zurück in ihre Box. Ich beobachtete sie noch ein wenig, doch dann verabschiedete ich mich auch schon von Elisa und machte mich auf den Weg zum nächsten Patienten.
    • Mongofisch
      Trainingsbericht 23. Februar 2014 - Dressur E-A

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      Die Ankunft
      Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien, der Himmel war blau und ich freute mich auf meinen nächsten Auftrag. Wieder einmal war es Elisa gewesen, die mich angerufen und nach einem freien Platz gefragt hatte. Sie wurde mehr und mehr zu einer guten Freundin, sodass ich ihr auch diesen Wunsch nicht abschlagen konnte, wir vereinbarten direkt einen Termin für ihre Ankunft.
      Nun war es soweit, dass ich die Box für Elisas Stute vorbereitete. Frisches Stroh und Heu und, wie für jeden meiner Schützlinge, auch hier eine kleine Portion Müsli als Begrüßung. Zufrieden mit meiner Arbeit schloss ich die Boxentür und ging zu den Fohlen, die sich wirklich prächtig entwickelten. Einige Minuten schaute ich ihnen einfach beim grasen zu, dann hörte ich schon das wohlbekannte Hupen eines Autos. Mit einem Lächeln auf den Lippen lief ich zum Parkplatz und begrüßte Elisa, die sich die Sonnenbrille in die Haare steckte.
      „Wunderbares Wetter, nicht wahr“, stellte ich lachend fest, war aber vor allem neugierig, was für ein Pferd es dieses Mal war. Elisa nickte zustimmend: „Oh ja, wirklich toll!“ Ich deutete mit dem Kopf auf den Anhänger: „Wollen wir sie ausladen?“ Wieder nickte die junge Frau und wir begaben uns zum Anhänger, Elisa vorne zur kleinen Tür und ich hinten zur Klappe.
      Rasch war die Stute ausgeladen und stieß zunächst ein grelles Wiehern aus. Ihr Fell glänzte in der Sonne, ein wirklich hübsches Tier. Ich zeigte Elisa den Weg in den Stall, den sie mittlerweile wahrscheinlich auch selbst finden würde und das Deutschte Reitpony bezog dort sein vorübergehendes Zuhause.
      Elisa und ich machten uns nun auf ins Büro, um dort alles rund um die Stute zu besprechen. Ich erfuhr nun auch endlich den Namen: Firebird. Die junge Frau erzählte mir, dass es gar nicht so einfach sei, mit der Stute Freundschaft zu schließen. Fremden gegenüber verhielt sie sich niemals böse, es war mehr Ignoranz, die Firebird an den Tag legte. Ich stellte mich also auf eine lange Kennenlernphase ein und fragte Elisa dann noch nach ihrem üblichen Futter. Als auch das notiert war, verabschiedeten wir uns und die junge Frau machte sich zurück auf den Weg nach Hause.

      Das Training
      Firebird verhielt sich tatsächlich so, wie Elisa es mir erzählt hatte. Auf die Koppel bringen und wieder reinholen war gar kein Problem, das war es aber auch schon. Mehrere Male setzte ich mich zu der Stute in die Box, in der Hoffnung, sie würde von selbst zu mir kommen, doch diese wurde schnell zerschlagen. Das Pony würdigte mich keines Blickes, sie befasste sich stur mit ihrem Futter, bis ich schließlich aufgab und eine andere Methode wählte.
      Ich ging mit dem Deutschen Reitpony spazieren, auch wenn sie davon weniger begeistert war. Gelangweilt trottete sie neben mir her, schaute mal hier, mal da, war aber nie interessiert an mir. Nur Leckerlis nahm Firebird immer wieder gerne von mir an.
      Erst nach mehreren Tagen merkte ich, wie das Eis zwischen uns langsam zu schmelzen begann. Die Stute sah mich an, wenn ich sie von der Koppel holte, freute sich, wenn ich sie putzte und krauelte und ich war mir sicher, dass wir nun mit dem Training beginnen konnten.
      Die ersten Stunden, die ich im Sattel von Firebird verbrachte, waren nichts besonderes. Wir stimmten uns erstmal aufeinander ein, ich testete wie sie auf Schenkel- und Gewichtshilfen reagierte und fragte das Wissen aus der E-Dressur ab. Es war nichts Aufregendes - Bahnfiguren, Mittelschritt und das Arbeitstempo im Galopp und Trab.
      Seit der Bann gebrochen war, arbeitete die Stute hervorragend mit. Sie war aufmerksam bei der Sache, reagierte sehr gut auf meine Hilfen und bemühte sich, alles richtig zu machen.

      Etwa zwei Wochen nachdem Firebird auf dem Hof angekommen war, begannen wir allmählich damit, die neuen Lektionen und Tempi in den verschiedenen Gangarten zu erarbeiten. Zunächst ging es um den Mitteltrab, welchen man am besten auf der Diagonalen reiten konnte. Es dauerte eine ganze Weile, bis Firebird sich deutlich im Rahmen erweiterte und die Tritte verlängerte, aber nach vielen Versuchen klappte es immer besser.
      Als nächstes kam der Mittelgalopp, den die Stute deutlich schneller erreichte. Auch die Hufschlagfiguren – durch die ganze Bahn wechseln, 10 Meter Volten und einfache Schlangenlinien – waren kein Problem. Meistens ritt man die ja auch in einer normalen Reitstunde. Das Rückwärtsrichten und Zügel aus der Hand kauen lassen kannte Firebird bereits, sodass wir das nur noch ein paar Mal wiederholten, ehe wir uns dem einfach Galoppwechsel zuwendeten.
      Hier kam es vor allem darauf an, das Pferd richtig und deutlich umzustellen, um dann auf der neuen Hand anzugaloppieren. Zunächst lockerte ich Firebird, indem ich viele Übergänge ritt und das Tempo in den einzelnen Gangarten reduzierte oder verstärkte. Es klappte alles gut, sodass ich auf den Zirkel galoppierte und dort kurz vor X zum Schritt durchparierte. Um es der Stute einfacher zu machen, verlängerte ich die eigentlich sehr kurze Schrittphase und stellte Firebird um. Das Angaloppieren auf der neuen Hand klappte noch nicht perfekt, aber vom Ansatz her hatte die Stute verstanden, worum es ging.
      Die letzte Lektion war das Viereck verkleinern und vergrößern. Diese Übung dient vor allem dazu, zu zeigen, dass das Pferd gut an den Hilfen stand und Gehorsam und Durchlässig war. Um Firebird zu verdeutlichen, dass sie dem Schenkel weichen sollte, kam Lina mir vom Boden aus zur Hilfe. Zunächst war die Stute verwirrt und konnte mit den neuen Hilfen nichts anfangen, doch nach mehrmaligem Üben klappte es schon ganz gut.
      In den folgenden Tagen wiederholte ich stetig das neu Gelernte und arbeitete, mit Linas Hilfe, weiter an dem Schenkelweichen. Von Mal zu Mal klappte es besser, bis wir schließlich so weit waren, dass Firebird sicher und ohne Hilfe beiden Schenkeln weichen konnte. Den Richtungswechsel nun einzubauen, war nichts schwieriges mehr. Die Stute arbeitete wie immer aufmerksam mit, sodass ich das Training beenden konnte.

      Firebird darf nach Hause
      Als ich Elisa anrief und ihr berichtete, dass Firebird erfolgreich auf A-Niveau trainiert wurde, freute sie sich natürlich sehr. Direkt am nächsten Tag wollte sie kommen und ihr Pferd abholen. Mir war das ganz recht, sodass wir uns darauf einigten und das Gespräch beendeten.
      Gegen Mittag am nächsten Tag traf Elisa auf dem Hof ein und wir begrüßten uns kurz, ehe wir im Büro das Training besprachen. Ich erzählte, dass es wirklich eine ganze Weile gedauert hatte, bis wir uns angefreundet hatten, aber dass das Training dann wirklich gut geklappt hatte. Die junge Frau war amüsiert, freute sich aber, dass ihre Firebird sich anständig benommen hatte.
      Draußen im Stall packten wir rasch das Sattelzeug der Stute zusammen und verstauten es in Elisas Wagen. Zum Schluss folgte noch das Pferd, welches wir auf den Anhänger führten, dann verabschiedeten wir uns und Elisa machte sich auf den Weg nach Hause.
    • Samarti
      Pflegebericht 02. März 2014 - Kanada, wir kommen!

      Hochwasser.
      Ein Wort, das allein schon dämlich genug klingt – welcher Idiot hatte sich das denn bitte ausgedacht?
      Nachdem Cornwall noch immer unter Wasser stand und unser ganzes Gestüt tatsächlich darunter zu leiden hatte, indem die Weiden, Reitplätze und auch die Reithalle nun völlig verstört worden waren, hatten Matthew und ich uns dazu entschieden, dass etwas Neues her musste. Und das so schnell wie möglich. Es war auch für die Pferde unzumutbar, sie noch im Stall stehen zu lassen, weshalb diese inzwischen schon auf dem neuen Gestüt untergebracht worden waren.
      So sehr es mir auch im Herzen wehtat, aus England wegzuziehen – hatte ich hier doch eine lange Zeit gelebt – so war es dennoch eine Erleichterung, dass wir zumindest unseren treuen Vierbeinern ein vernünftiges Zuhause bieten konnten. Obwohl wir erst vor knapp zwei Monaten nach Penzance gezogen waren, was für mich ein Stich ins Herz war. Ich liebte England, aber besonders nach der Zeit, die wir im ungewünschten Wasser verbracht hatten, wurde mir klar, dass dringend eine Lösung her musste.
      Zu meinem Glück sah Matthew, mit dem ich mich inzwischen wieder ziemlich gut verstand, das Ganze genauso; ebenso meine anderen paar Mitarbeiter. Bei einigen hatte ich Glück, Matthew, Sophia, Charles und seine Frau Lucy hatten beschlossen, mich zu begleiten, da ihnen die Lage in England förmlich zu Kopf stieg. Hätte ich mich zuvor nicht mit Matthew versöhnt, würde er mich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht begleiten.
      So traf es sich gut, dass neben der Ranch Gwen, dessen Hengst Altair ich bereits im Training gehabt hatte, ein leerstehendes Gestüt zum Verkauf stand. Ursprünglich wollte ich nie nach Kanada ziehen – doch das Mädchen hatte mich dann schlussendlich doch überzeugen können und inzwischen war ich mir ziemlich sicher, dass uns eine schöne Zeit bevorstand. Natürlich war ich mir über die Wetterumschwünge in Kanada im Klaren, dennoch würde es mit Sicherheit eine interessante, neue Erfahrung sein.
      Die letzten Umzugskartons waren gerade verpackt, als jemand von hinten seine Arme um meinen Torso schlang und sein Kinn auf meiner Schulter bettete. Ohne hinsehen zu müssen, wusste ich, dass es sich um Matthew handelte.
      „Ich werde England vermissen“, murmelte er leise in mein Ohr. Sein Atem kitzelte auf meiner Haut; jagte mir einen wohligen Schauer über den Rücken und sorgte dafür, dass sich Gänsehaut auf meinem Körper ausbreitete.
      „Ich auch.“ Meine Stimme war kurz vorm Versagen. Ja, ich würde England vermissen – und wie ich das tun würde. In diesem Land hatte ich so viele Erlebnisse machen dürfen, war selbstständig geworden, hatte mein erstes, komplett eigenes Gestüt aufbauen können, hatte neue Freunde gefunden, Bekanntschaften geschlossen, mit Leuten zerstritten, meistens wieder mit jenen Leuten versöhnt, hatte mir eine neue Menge Pferde gekauft, hatte viele Pferde trainiert und, und, und. Ich könnte die Liste ewig weiterführen, doch irgendwas findet alles sein Ende.
      „Wir schaffen das. Zusammen.“ Er stockte kurz und senkte seine Stimme, während sich auf meinem Gesicht ein Lächeln ausbreitete.
      „Zusammen.“

      Endlich hatte ich den ganzen Trubel um den Check-In am Flughafen hinter mir und konnte mich nun auf den Flug nach Kanada begeben. Mein Handgepäck hatte ich rasch in der Ablage verstaut, nachdem ich meine Sitzreihe, F, gefunden hatte. Matthew war mir dicht auf den Fersen, die Anderen waren schon alle längst in Kanada, um das neue Gestüt auf Vordermann zu bringen. Ich seufzte leise und ließ mich dann auf meinen Sitz sinken, ehe ich mir die Ohrstöpsel ins Ohr steckte und Musik hörte. Meine Musik wurde aber leider Gottes nur kurz darauf von den nervigen Ansagen unterbrochen, die man sowieso vor jedem Flug hörte. Ich konnte sie inzwischen schon auswendig, schließlich flog ich nicht gerade selten, um neue Pferde zu holen oder einfach nur an internationalen Turnieren teilzunehmen.
      Zum Glück war die Ansage schon bald beendet und ich startete mein Handy erneut, um mich Flappy Bird zu widmen. Ich hasste dieses Spiel abgrundtief, hing ich doch immer noch bei meinem Highscore von 73 Röhren fest, doch ich wollte eben diesen unbedingt brechen. Das bedurfte nicht nur einer Menge Geduld, sondern auch viel Zeit – zu viel Zeit. Denn irgendwann gab mein Handyakku auf und ich musste mich anders beschäftigen, weshalb ich Matthew anstieß, welcher kurz zusammenzuckte und dann überrascht aufsah. Es dauerte nicht lange und wir waren in eine Unterhaltung darüber vertieft, wie es wohl in Kanada für uns weitergehen würde.

      Das neue Gestüt war riesig. Mir stand der Mund vor lauter Staunen offen, als ich aus dem Taxifenster blickte und unser großes Gelände erspähen konnte. Überall erstreckten sich lange, grüne Wiesen, dichter Wald umgab uns und hin und wieder sah man einmal ein Feld. Kurzum: Es war unglaublich. Das CHS in England war im Vergleich zu diesem winzig gewesen und ich zweifelte daran, ob es gut war, ein solch großes Gestüt zu besitzen. Schnell schlug ich mir den Gedanken wieder aus dem Kopf. Wir hatten uns vergrößert und würden auch demnächst noch einige neue Pferde erwarten, weshalb so viel Platz vielleicht ein ziemlicher Vorteil war, sollten doch bald eventuell sieben weitere Zuchtpferde von Elena bei uns ankommen, um die wir uns kümmern sollten.
      Mein Weg führte mich zunächst einmal ins Haus, wo Matthew und ich die restlichen Kartons und Koffer ablegten, ehe er mich völlig unerwartet bei der Hand nahm. Ein leichtes Kribbeln breitete sich an der Stelle aus, weshalb ich lächelnd zu Boden sah und ihm nicht ins Gesicht blicken wollte. Er grinste kurz, zog mich dann aus dem Haus heraus und wir standen etwas ratlos auf dem Gestüt herum, da wir nicht wussten, wo was war – weshalb wir uns erst einmal zu dem längsten Gebäude begaben, welches, wie nicht anders zu erwarten, der Stall war.
      Die Pferde standen momentan alle in ihren Boxen und zermalmten zufrieden ihr Heu, während wir an den neuen Außenboxen vorbeiliefen. Diesmal hatten wir uns gegen die Innenboxen und für die Außenboxen entschieden, da die Pferde somit einfach mehr „Luft“ hatten, es schien ihnen allerdings auch zu gefallen. Scheinbar hatten sie alle die anstrengenden Reisen gut überstanden, lediglich Pushin' Jazz for Cash hatte eine kleine Schürfwunde an der Brust, welche jedoch nicht allzu schlimm aussah. Kein Grund, sich Sorgen zu machen.
      Casey brummelte mir freundlich zu und sah neugierig auf, als wir an ihrer Box vorbeiliefen, doch ich streichelte ihre Stirn nur kurz zur Begrüßung und wir liefen weiter. Rapsoul beachtete mich nicht weiter, ebenso Audio Delite at Low Fidelity – sie beide waren nur mit ihrem Heu beschäftigt und hatten keine Zeit für uns übrig. In der Box gegenüber der Mixstute stand eine Kabstrupper-Stute, die ich vor kurzer Zeit von Elena gekauft hatte, aber bisher noch nicht selbst in Empfang nehmen konnte, da sie sofort nach Kanada gebracht worden war, ohne einen Zwischenstopp in England einzulegen. Die Gute hieß Sambuca und wollte sich lediglich einige Streicheleinheiten erbetteln, ehe auch sie sich wieder dem Futter zuwandte.
      Die drei kleinen Fohlen auf unserem Gestüt Dajeen, Beverly und Lunaris schienen sich trotz ihres niedrigen Alters ebenfalls schon ziemlich gut eingelebt zu haben, widmeten doch auch sie sich lieber dem Futter, als mich zu begrüßen. Lediglich der neue Hengst im Bunde, ein Buckskin Roan aus der Zauberhaft, der vor einem Tag geboren worden war und dementsprechend noch wackelig auf den Beinen stand und sich nur bei Zauberhaft in der Box befand, sah mich etwas verängstigt an. Der kleine war ein Nachkomme von dem Deutschen Reitponyhengst Unique Affair, der in der Zucht Burnin' Valentine stand und hatte daher auch seinen Namen bekommen: Burnin' Unbridled Dreams.
      Auch Sonic Syndicate war gut angekommen, ebenso Nacromancer in the Dark und Nickles 'n Dimes, auf den ich inzwischen meine ganzen Hoffnungen setzte. Der schon etwas ältere Kerl hatte eine ausgesprochen interessante Fellzeichnung, die auch der Farbzucht neues Leben einhauchen würde. Romantica und Ace of Clubs, die Farbwechsler-Stute, hatten wir inzwischen wieder auf dem Gestüt, nachdem sie eine Zeit lang bei Lisa auf dem Hof gelebt hatten, wo sie in der Dressur jeweils eine Stufe höher trainiert worden waren. Monsta lag dösend in ihrer Box und schien nicht mehr hungrig zu sein; sie blickte allerdings auch nicht auf, als ich an ihrer Boxentür vorbeiging und kurz herein sah. Das letzte meiner inzwischen sieben Sportponys war nun Firebird geworden, die junge Sooty Palomino-Stute, die ich von kira gekauft hatte.
      Schließlich folgten noch die Zuchtpferde, die wir uns einen Moment lang ansahen und bei denen wir kontrollierten, ob alles in Ordnung war. Beginnend bei Herbstblatt arbeiteten wir uns weiter voran, besuchten Pamino, Dahiba, Da Vinci und auch Star's Diamond nacheinander. Bei Goldherz verharrten wir eine Sekunde – sie brummelte mir erfreut zu und schmiegte sofort ihren Kopf gegen meine Brust, als sie mich sah. Das zwischen uns hatte sich wirklich zu etwas Besonderem entwickelt, so kitschig es sich jetzt auch für Außenstehende anhören mag. Sie war schon immer mein Lieblingspferd gewesen und nichts oder niemand könnte sich jemals wieder zwischen uns stellen, waren wir doch inzwischen beste Freunde geworden. Sie begleitete mich überall hin und das bereits seit fast fünf ganzen Jahren. Um nichts in der Welt würde ich sie jemals eintauschen oder hergeben wollen, so viel stand fest.
      Nachdem ich mich von Goldherz lösen konnte, liefen Matthew und ich zur nächsten Box, in der Zauberhaft ihr Heu fraß. Direkt neben ihr stand der einen Tag alte Hengst von Unique Affair, der es mir schon im ersten Moment angetan hatte. Ich hoffte wirklich, dass aus ihm mal ein ganz Großer werden würde, denn die richtigen Veranlagungen dazu hatte er allemal.
      Die letzten drei vergebene Boxen waren von den drei Neuen belegt worden. Wir hatten sie, wie auch Star's Diamond und Zauberhaft, von Husky kaufen können und so standen sie nun bei uns in Kanada. Ebenso wie Sambuca waren auch sie sofort nach Kanada gebracht worden, sodass ich sie zuvor noch nicht wirklich hatte sehen können.
      Der erste Hengst war ein Brauner, der bereits zwölf Jahre alt war; Dancer in the Moonlight. Der Hengst war ziemlich menschenbezogen, was mir schon in den ersten Sekunden auffiel: Er kam sofort zu mir, drückte sein Maul gegen meine Jackentasche und suchte nach Leckerlis, wollte aber zeitgleich auch gestreichelt werden.
      Daraufhin folgte Kronjuwel, der Papa von meiner Stute Zauberhaft. Er war ein wirklich schöner Buckskin, wurde ebenfalls im Jahre 2002 geboren und sein Charakter ähnlich wie der von Dancer in the Moonlight. Liebenswert, menschenbezogen und einfach ein Prachtkerl, der nicht nur sein faszinierendes Äußeres, sondern auch sein Interieur bisher immer mit vollem Erfolg weitergeben konnte.
      Das letzte der drei neuen Ponys war eine gekrönte Deutsche Reitponystute, die ich bereits von früher nur zu gut kannte. Inzwischen hatte ich eine stolze Zahl von vier gekrönten Deutschen Reitponystuten im Stall stehen, was mich ziemlich erfreute – war es doch vor gut zwei Monaten lediglich Goldherz, die bei mir im Stall stand. Nun jedoch hatte auch Star's Diamonds Mutter, Star, zu uns gefunden, die früher mal Juliane gehört hatte, mit der ich vor einigen Jahren mal das Gestüt Liberté geführt hatte. Ich war besonders froh darüber, sie bei mir haben zu können, strahlte sie doch schon früher solch einen Lebensmut aus, dass er beneidenswert war. Zwar war sie inzwischen schon fünfzehn Jahre alt, führte sich aber dennoch immer noch auf, als wäre sie eine dreijährige Stute, die erst noch eingeritten werden müsste.

      „Scheint, als ginge es ihnen allen gut“, bemerkte Matthew das Offensichtliche und ich lachte als Antwort nur kurz auf. „Ja, da magst du recht haben. Zum Glück haben sie die Reise alle gut überstanden“, seufzte ich erleichtert und fügte dann hinzu: „Aber jetzt werden wir erst einmal unsere neue Nachbarin begrüßen gehen.“
    • Mongofisch
      Trainingsbericht 15. März 2014 - Dressur A-L

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      Die Ankunft
      Das Wetter hatte sich in den letzten Tagen verschlechtert, es regnete und die Welt war wieder grau wie noch vor ein paar Wochen. Ich zog mir die Kapuze weiter ins Gesicht und lief in gebückter Haltung zum Stall. Elisa würde heute mit Firebird ankommen, die ich schon einmal im Training hatte, sodass ich noch rasch eine Box vorbereiten musste.
      Ich hatte noch etwas Zeit, sodass ich mich, nachdem die Box fertig war, zu Summer gesellte und ein wenig mit ihr schmuste. Meine Pferde bekamen in letzter Zeit wenig Aufmerksamkeit, was natürlich auch an meinem neuen Beruf lag, der mir aber viel Spaß machte. Dann kam da auch noch Mieke zu und wollte einiges an Beachtung, gar nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bekommen.
      Das Hupen eines Autos schreckte mich aus meinen Gedanken. Wieso konnte Elisa nicht einfach reinkommen oder anrufen? Naja, wie dem auch sei. Ich verließ den Stall und lief mit schnellen Schritten zum Parkplatz. Es regnete immer noch und weder Elisa, noch ich waren begeistert davon. Wir begrüßten uns kurz, dann schafften wir rasch das Sattelzeug und anschließend das Pferd in den Stall.
      „Das ist ein Wetter“, beklagte ich mich, als wir im Büro saßen. Elisa stimmte mir nickend zu. Es gab nicht viel zu besprechen, ich kannte die Stute ja bereits, sodass wir das Training kurz durchsprachen und Elisa sich dann verabschiedete. Ich begleitete sie noch zum Auto, dann machte sie sich auf den Weg nach Hause.

      Das Training
      Meine Hoffnung, dass Firebird mich noch in Erinnerung hatte, bestätigte sich zunächst nicht. Mit betrübtem Blick stand ich vor der Box der Stute. „Das finde ich wirklich nicht fair. Wir hatten das Thema doch schon mal, es ist gar nicht so lange her.“
      Firebird war es mal wieder egal, was ich hier vor mich hinredete, sodass ich also erneut mit dem Kennenlernen begann. Das Wetter hatte sich deutlich verschlechtert, Spaziergänge an den Strand fielen also aus. Stattdessen gingen wir in die Halle, wo ich die Stute frei laufen ließ. Mit einem Hocker setzte ich mich etwa in die Mitte und beobachtete Firebird. Sie verstand wohl nicht direkt, was wir hier machten, trottete also langsam auf mich zu und stupste mich vorsichtig an. „Das machst du doch jetzt nicht wirklich“, lachte ich und strich ihr über die Stirn. „Da hätten wir uns das ja auch sparen können.“ Die Stute brummelte leise und ich wette darauf, wenn Pferde grinsen könnten, dann hätte Firebird jetzt ein breites Grinsen auf den Lippen.

      Am nächsten Tag begann das Training. In der L-Dressur kommen eine Reihe neuer Lektionen und Bahnfiguren hinzu, die sorgfältig erarbeitet werden wollen.
      Ordentlich geputzt, fertig gesattelt und getrenst und etwas ungeduldig stand Firebird auf der Stallgasse. Der Wind fegte um den Stall und machte den Pferden das Leben nicht unbedingt einfacher. Auch das Deutsche Reitpony schien unruhig zu sein. „Komm, hier ist nichts außer Wind“, sagte ich, nahm die Zügel der Stute und ging mit ihr zur Halle. Draußen machte sie ein paar kleine Zicken, folgte mir dann aber doch. Bevor ich mich in den Sattel schwang, führte ich Firebird ein paar Runden in der Halle. Sie war heute besonders guckig und stolperte vor Aufregung hier und da über ihre eigenen Füße. Ich blieb stehen und klopfte ihr den Hals, dann stellte ich einen Fuß in den Steigbügel und stieg auf.
      Zum Aufwärmen und damit Firebird alle Gespenster persönlich kennen lernen konnte, ritt ich erst im Schritt, dann im Trab, viele Bahnfiguren. So konnte ich gleichzeitig das Wissen aus der A-Dressur abfragen. Die Stute ließ sich nicht sauber in die Ecken reiten, es könnte ja etwas gefährliches da sein, auch die Zirkel wurden eher Eier. Ich nahm es der jungen Firebird aber nicht übel, wir ritten einfach immer wieder die schrecklichen Stellen ab. Es dauerte eine ganze Weile, bis die komplette Halle als sicher eingestuft wurde und ich mit dem eigentlichen Training beginnen konnte.
      Das Überstreichen im Trab und die verschiedenen Volten und Kehrtvolten standen heute auf dem Plan. Nachdem Firebird und ich die Situation geklärt hatten, lief sie nun wirklich schön an den Hilfen. Die engen Volten, mit einem Durchmesser von 8 Metern, bereiteten der Stute von Anfang an keine Probleme. Gut gestellt und gebogen bemühte sie sich, einen schönen, runden Kreis zu traben. Während der Schrittpausen ritt ich mehrere Schlangenlinien durch die Bahn mit 5 Bögen und doppelte Schlangenlinien. Nachdem ich im Galopp ein wenig gearbeitet hatte, beendete ich das Training für heute.

      Den Außengalopp übten wir in den folgenden Tagen. Es war nicht einfach, Firebird zu vermitteln, dass es die Aufgabe war, im 'falschen' Galopp zu gehen. Immer wieder sprang die Stute selbstständig um. Zunächst übte ich ausschließlich auf der geraden, so konnte Firebird sich ausbalancieren lernen. Bis wir den Außengalopp auch auf dem Zirkel schafften, war es noch ein weiter weg.
      Um ein wenig Abwechslung ins Training zu bringen, wagten wir uns an die Kurzkehrtwendung, welche Firebird sehr schnell verstand und gut ausführen konnte. Auch das versammelte Tempo im Trab und Galopp waren kein Problem für die Stute. Wir festigten jeden Tag das neu gelernte, bis wir schließlich den Außengalopp auf dem Zirkel und auch die Hinterhandwendung gut beherrschten.
      Als letzte Lektion war nun nur noch der einfache Galoppwechsel übrig. Ich war wirklich wiedermal erstaunt, wie schnell die hübsche Reitponystute doch lernte. In null Komma nichts hatte sie das Prinzip verstanden und ich konnte das Training guten Gewissens abschließen.

      Firebird darf nach Hause
      Ein langer Weg lag hinter Firebird und mir, doch nun war es geschafft und Elisa freute sich, ihre Stute wieder abholen zu können. Am Telefon besprachen wir schon das Gröbste und machten einen Termin aus.
      Wenige Tage später stand Elisa gegen Mittag auf dem Hof. Wir gingen zunächst ins Büro, wo wir genau durchgingen, wie das Training verlaufen war. Außerdem erzählte Elisa mir von ihrem Umzug nach Kanada und das alle gut angekommen waren. Ich freute mich wirklich für sie, nun gingen wir aber zu ihrer Stute und luden das Sattelzeug ins Auto. Firebird ging brav auf den Anhänger, sodass Elisa und ich uns verabschiedeten und die junge Frau sich dann auf den Weg nach Hause machte.
    • Samarti
      Pflegebericht 27. Juli 2014 - Zurück nach Deutschland

      Platzhalter!

      Momentan stand ich wirklich unter Stress, und das bekamen leider auch meine vierbeinigen Lieblinge zu spüren. Ich beschäftigte mich kaum noch mit ihnen, ließ vielmehr mein Personal alles mit ihnen machen und sie trainieren und das nur, weil ich kurzerhand zurück nach Deutschland reisen musste, um dabei zuzusehen, wie meine Tante ihre letzten Stunden mit ihrer Familie verbrachte. Sie leidete schon länger an Krebs, der inzwischen so weit fortgeschritten war, dass ihr nicht mehr viel Zeit blieb – genauer gesagt erwarteten die Ärzte ihren Tod in wenigen Tagen, weshalb ich auch noch einmal anreisen wollte, um sie ein letztes Mal zu sehen.
      Während sich Rapsoul, Casey, Beverly, Audio Delite at Low Fidelity, Pushin' Jazz for Cash, Skyrim, Dajeen, Burnin' Unbridled Dreams, Sambuca, Sonic Syndicate, Romantica, Nacromancer in the Dark, Monsta, Nickles 'n Dimes, Ace of Clubs, Firebird, Trés Jolie, Santa Fee (die vor kurzem wieder zu uns zurückgekehrt war), Herbsblatt, Pamino, Dahiba, Da Vinci, Star's Diamond, Star, Zauberhaft, Goldherz, Dancer in the Moonlight, Kronjuwel, Darym, Yanetha, Casablanca, Laurencio, Fine Frenzy, Draugsa, Silenc Dream und Season's Princess also in Kanada auf den weitläufigen Weiden fröhlich ihre Bäuche vollschlugen, verbrachte ich meine Zeit in meinem Heimatland. Und erst dann wurde mir klar, wie sehr ich meine Familie vermisst hatte – dennoch zog es mich zurück nach Kanada.

    • Samarti
      Pflegebericht 31. August 2014 - Von getrennten Wegen und langen Reisen

      In letzter Zeit hatte ich schon einige Flüge in verschiedene Länder hinter mir – ins regnerische England, ins heimische Deutschland oder auch einfach zurück nach Kanada.
      All dies änderte jedoch nichts daran, dass ich ständig wieder verreiste, um mir Neuankömmlinge anzusehen, die eventuell ein neues Zuhause auf meinem Gestüt finden sollten.
      Bis heute. Denn als ich heute vor meinem riesigen Stallgebäude stand, mir die Pferdenasen ansah, die sich über die Boxentüren streckten, zog sich mein Herz bei diesem Anblick zusammen. Ich wusste, dass ich viele Pferde besaß, und leider Gottes konnte ich mich nicht in vierzig Stücke schneiden und jedem die Aufmerksamkeit geben, die ihnen zustand.
      Umso klarer wurde mir allmählich, dass es so nicht weitergehen konnte. Denn auch, wenn wir massig Platz auf dem Gestüt hatten und jede Menge Leute hier arbeiteten, tat es mir im Herzen weh, zu sehen, wie ich mich nicht persönlich um jedes kümmern konnte. Matthew griff mir tatkräftig unter die Arme, Joline half, wo sie konnte und auch der Rest des gesamten Teams ließ mich nicht im Stich.
      Doch ich wollte es ändern – ändern, dass viele von ihnen vernachlässigt wurden. Zumindest von mir. Es waren meine eigenen Pferde und ich sollte mich wenigstens ab und zu selbst um sie kümmern und nicht einfach abfertigen. Vierzig Pferde kosteten sehr viel Zeit; Zeit, die ich nicht hatte.
      Deshalb fanden sich bisher bereits ganze sieben Pferde wieder, die ich in den Ruhestand entließ. Nicht, weil sie zu alt waren, sondern einfach, weil es ihnen dort besser gehen würde. Ich könnte mich noch immer mit ihnen beschäftigen und sie gesund und munter wissen, brachte ich es doch nicht übers Herz, sie gehen zu lassen. Vier gekörte Hengste standen nun dort gemeinsam mit Bel Homme, Firebird, meiner lieben Casey, Lucane und Nikan. Ich wollte nicht, dass die Hengste überfordert wurden, sie hatten der Zucht lange genug gedient. Nacro war vor nicht allzu langer Zeit gekört worden, doch irgendwie hatte ich nur diese Bestätigung gebraucht, dass er es schaffen könnte. Er sollte nie ein Zuchthengst werden, ihm machte die Arbeit auf dem Platz oder ruhige Ausritte im Gelände viel mehr Spaß. Genau wie Herbstblatt war er in einigen Disziplinen ziemlich stark vertreten, doch dies war nicht mein Verdienst. Nach Jahren stellte sich dann heraus, dass beide in jungen Jahren überfordert worden waren. Herbstblatts Gelenke machten das hohe Niveau nicht mehr mit, er hatte Schmerzen und wollte nicht mehr. Bei Nacro sah das Ganze besser aus, er hatte keine Gelenkprobleme – doch nach der Erfahrung mit dem Schwarzbraunen wollte ich den Braunen nicht demselben Risiko aussetzen, weswegen ich mich dazu entschied, ihn auf eine der weiten Wiesen Kanadas zu entlassen.
      Nikan und Lucane standen dort, weil sie dann doch verhältnismäßig schon alt waren – sie würden dennoch weiter gearbeitet werden, sie waren die perfekten Gefährten für ruhige Ausritte im Gelände.
      Und Casey … Ja, Casey hatte wohl dasselbe Schicksal wie einst ihre Mutter erlitten: eine Verletzung an der Beugesehne. Eines der Ferienkinder des mehr oder weniger unregelmäßig laufenden Ferienbetriebs hatte sie zu der Zeit geritten, und als es über einen Sprung ging, war Casey blöd aufgekommen und erstmal in Quarantäne geschickt worden, da sie stark lahmte. Als der Tierarzt später eintraf, entdeckte er jene Verletzung.
      Seufzend riss ich mich von dem Anblick der acht Pferde los und nahm die Arme vom Zaun, wo ich sie zuvor abgestützt hatte. Mein Koffer stand bereits vor der Haustür, wartete darauf, endlich mitgenommen zu werden. Und während Julien noch vor der Haustür stand und seinen gerade auf den Hof hievte, begab ich mich auf den Weg in seine Richtung, um mir meinen Koffer zu schnappen und mich ein achtes Mal zu vergewissern, dass ich doch wirklich alles dabei hätte. Der fast zehn Jahre ältere Mann lächelte mir aufmunternd zu, als er meinen sehnsüchtigen Blick bemerkte, der in Richtung Casey ging. Die acht würden bald ihre Reise zu einem kleineren Gestüt in der Nähe antreten, wo sie den Rest ihres Leben würden verbringen dürfen.
      Ich hatte mich bewusst dagegen entschieden, Matthew mitzunehmen. Er machte seine Arbeit gut und wir verstanden uns prima, doch nach seiner Abfuhr fühlte ich mich von ihm irgendwie … verarscht, um es auf gut Deutsch zu sagen.
      Apropos gut Deutsch: Unsere Reise war lang, und sie führte uns in verschiedene Länder. Nach Deutschland, um Salera Darym wieder zurückzubringen, von dem ich mich trennen wollte, dann auf Gaitanos Gestüt, die Carachillo wieder zu sich nahm. Mit beiden wurde ich nicht warm, deshalb war es für sie besser, ein neues Heim zu finden, wo sie genügend Aufmerksamkeit bekamen.
      Als ich ein letztes Mal über die Schulter sah und den bunten Haufen der Deutschen Reitponys erblickte, versetzte es mir einen Stich, doch dann wandte ich den Blick nach vorn und auf den dunklen Jeep, der uns zum Flughafen fahren würde.
      Und direkt im Anschluss würde es uns nach Wyoming verschlagen. Julien war total darauf aus, endlich mal wieder Ranchboden unter seinen Füßen zu haben, und da es Eddi auf eine Ranch verschlagen hatte, hatte ich ihn gefragt, ob er mich nicht begleiten wollte. Ich wusste noch nicht, wie lang wir dort bleiben würden, weshalb ich praktisch für einige Wochen ausgerüstet war. Dennoch war ich gespannt, wie Eddis Ranch aussah und wie sie sich bisher so als Einsiedlerin machte – und vor allem, ob die Umgebung nun wirklich so an den Wilden Western erinnerte, wie sie zu sagen pflegte. Zudem schwärmte sie ständig davon, dass ich völlig überwältigt von Wyoming sein würde und sie doch endlich ihren endgültigen Platz gefunden hatte.
      Ich hatte ja keine Ahnung, welch Überraschung mich dort erwartete.
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    22 Feb. 2014
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  • [​IMG]
    Firebird
    „Birdy“
    von: Hawk Eye
    Creek's Hawk x Tiny Bird
    aus der: I See Fire ubk x ubk
    Abstammung
    Die Eltern zeugen beide nicht von guten Qualitäten, sind sie doch eher Freizeitponys, als im Sport oder in der Zucht tätig. Ihre Mutter nur ein Kinderpony, der Vater nur auf Dressur- und Springturnieren der Klasse A oder L vertreten - und doch ist Firebird für die Zucht vorgesehen, dies nicht zuletzt wegen ihres schicken Kleids, sondern auch wegen ihrer Erfolge in der Dressur bis zur Klasse L in jungen Jahren.
    [​IMG]
    Grundinformationen
    Geburtsjahr: 2010
    Alter: 4 Jahre Geschlecht: Stute Rasse: Deutsches Reitpony Stockmaß: 151 cm Deckhaar: Sooty Palomino Abzeichen: Blesse
    Besitzer: Samarti
    Vorbesitzer: --
    Ersteller/Züchter: kira
    Um-/Großgemalt von: --
    VKR: kira
    Pfleger: --
    Reitbeteiligung: --
    Kaufpreis: 80.000 Joellen
    verkäuflich []
    Verkaufspreis: n. v.
    [​IMG] Beschreibung Firebird ist eine junge Stute, deren Schale man erst knacken muss, damit der offene, warmherzige Kern zum Vorschein kommt. Harte Schale, weicher Kern – zu diesem Pony passt jener Spruch wie die Faust aufs Auge. Dennoch braucht sie ihre Weile, bis sie sich einer Person wirklich öffnet, vorher schaltet sie auf stur, Fremde werden größtenteils ignoriert. Dann dreht sie schon einmal ihren Hintern zur unbekannten Person, kümmert sich nicht um sie oder tut, als wäre sie gar nicht anwesend. Trotz der Tatsache, dass sie eine Weile braucht, bis sie jemandem vertraut, war, ist und bleibt sie doch in ihrem Innern ein Jungpferd, das den lieben langen Tag mit Weidegenossen herumtollen möchte. Auch mit Menschen spielt sie gerne, schubst sie leicht und tut beinahe so, als würde man mit ihr Fangen spielen, sie sich vor jemandem verstecken oder irgendwelche anderen Spiele spielen – sobald man sich so lange mit ihr beschäftigt hat, dass sie merkt, dass Interesse an ihr gezeigt wird.
    Vorgeschichte
    Firebird stammt ursprünglich aus einer Vater-Mutter-Tochter-Familie. Es war das typische „Mama, ich will ein Pony“-Spektakel, bei dem die Mutter der Tochter das langersehnte Pony kauft und das Mädchen dann doch andere Interessen zeigt. Birdy wurde zwar nie wirklich vergessen, doch vernachlässigt und dies erklärt wohl auch, warum sie gegenüber Fremden sehr ignorant ist und ihre Zeit braucht, bis sie einer Person ihr Vertrauen schenkt.
    [​IMG] Ausbildungsstand
    eingeritten []
    eingefahren []
    Reitstil: Englisch
    für Anfänger geeignet []
    geländesicher []
    verladefromm []
    schmiedefromm []
    longiert []
    Schwerpunkt-Disziplin(en): Dressur
    Eignungen
    [​IMG][​IMG][​IMG] Dressur Springen – Zucht
    Aufgrund der erblichen Veranlagungen in den Disziplinen Dressur und Springen sollte es Firebird nicht schwer fallen, dort mindestens bis zur Klasse L zu gelangen, doch stellt sie oftmals bei fremden Trainern und Ausbildern auf stur, lässt sich wenig beibringen und ist mehr desinteressiert als konzentriert, was die Sache ein wenig schwieriger gestaltet. Im Gelände benimmt sie sich ruhig, beinahe vorbildlich - allerdings nur, wenn ihre Bezugsperson dabei ist. Fremde kann sie nicht leiden und dies zeigt sich auch, indem sie einfach nicht bei der Sache ist.
    Gerade beim Longieren zeigt sie, dass sie ihren eigenen Willen hat - denn im Kreis laufen empfindet sie als öde, lieber rennt sie zum Zaun und versucht, an das naheliegende Gras zu gelangen. Hier benötigt sie dringend noch eine gewisse Ausbildung und Disziplin, was zunächst einmal angestrebt werden sollte.
    Dressur: E A L M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
    Springen: E A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
    Military: E A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
    Distanz: E A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆ Rennen: E A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆ Western: E A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆ Fahren: E A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆ Wendigkeit: E A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆ Roter Stern: Aufstieg durch Turniererfolg // Blauer Stern: Aufstieg durch Training
    Kondition
    Ausdauer
    Stärke
    Schnelligkeit
    Wendigkeit
    Gelassenheit ★★★☆☆
    Gehorsam
    [​IMG]
    Zuchtdaten zur Zucht zugelassen []
    steht als Leihmutter zur Verfügung []
    Erreichte Punktzahl: 3 Punkte
    Erbkrankheiten: keine
    Eingetragene Zucht: -- Gencode: ee aa Cc Soso
    Vererbung
    Firebird vererbt in 50% der Fälle ihre aufgehellte Fellfarbe bzw. die dunkle Farbe durch das Sooty, gekoppelt wird dies in 25% der Fälle. Sie ist homozygot rezessiv auf das Agouti, dies bedeutet, dass angepaart mit einem Rappen nur ein Fuchs oder ein Rappe, jedoch kein Brauner, fallen kann.
    Gentest durchgeführt von: Tierarztpraxis zum Gestüt Federsee
    Carenté-Pferd []
    Leihmutterschaft: --
    Nachkommen --
    [​IMG] Körperliche Gesundheit
    gechippt []
    Letzte Impfung: 23.02.2014 Letzte Wurmkur: 23.02.2014
    Krankheiten: keine Beschwerden: keine Hufzustand
    beschlagen []
    Letzte Kontrolle: -- Letzter Beschlag: -- Beschlag: -- Beschwerden: keine
    [​IMG]
    Offizieller Hintergrund | PNG | Puzzle PNG | PSD