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vampyrin

Finlay *

Finlay *
vampyrin, 31 Aug. 2015
    • vampyrin
      Abenteuer Highlands
      © Ravenna

      Der Morgen begann mit Nebel über den Highlands, wie ich diesen Ausblick aus dem Fenster genoss! Mit einem schnellen Frühstück befanden wir uns nur eine Dreiviertelstunde später auch schon vor unserer extra abgesteckten Weide. Einen Teil der Jungpferdekoppel hatten wir abgezweigt um darauf unsere vier Turteltauben zu platzieren, in einem Teil befanden sich mein Moon und Kürbis auf der anderen Seite Finlay und die Stute dessen Name ich immer wieder vergaß. Natürlich waren die Fohlen mehr als interessiert an dem Geschehen auf ihrer Weide, waren dieser Tage jedoch eher unten am Strand anzutreffen, denn oben auf den Wiesen. Nymeria und Noomie passten zu unserem bedauern unter dem abgesteckten Zaun hindurch, zwar gab es keine Probleme mit den beiden jedoch sollten sich Cayden und Aiden – Kathis Stallpfleger- darum kümmern damit dies nicht mehr geschah. Später am Nachmittag wollte sich eine Freundin auf dem Hof „blicken lassen“ um sich mit der Stute Scylla bekannt zu machen, sie wollte diese eventuell als Reitbeteiligung haben. Zusammen mit Kathi , zwei weiteren Pflegern machten wir uns auf den morgendlichen Rundgang über die Koppeln, durch den Stall und allgemein über den Hof um zu schauen ob überall alles in Ordnung war. Vor etwas mehr als einer Woche war eine Trainerin auf dem Hof gewesen um sich die Fohlen ein wenig vorzunehmen, da der Frühling immer näher rückte waren sie mit der Weide genug ausgelastet. Thowra und Aesi hatten mit ihren knapp zwei Jahren noch Zeit, doch die beiden Shettystuten hatte ich vor demnächst ein wenig intensiver zu arbeiten. Zwar waren auch die beiden erst zwei Jahre alt, sollten jedoch schon etwas mit dem „Einfahren“ konfrontiert werden. Dies bedeutete erstmal die Bodenarbeit im Round Pen, Spaziergänge um sie an die Umgebung zu gewöhnen sowie erste Erfahrungen mit dem Geschirr. Doch zunächst durften sie ihren Sommer auf der weitläufigen Weide genießen, erst im Herbst würde ich diesem Plan folgen.?
      Auf dem Rundgang folgten uns Gamhain und Corvus quer über den Hof, der kleine Parson Russel hatte sich schnell mit der Bearded Collie Dame angefreundet, gemeinsam schliefen sie nun in einer der Boxen – vorsichtshalber hatte ich Corvus per Chip „kastrieren“ lassen um keine Welpenüberraschung zu erhalten. Zusammen mit dem Rundgang brachte ich gleich Varulv und Cayden Willow Maiden mit hoch an den Putzplatz. Mit etwas Abstand zueinander banden wir die beiden an, um anschließend ihr Sattelzeug zu holen. Die beiden wollten wir ein wenig auf dem Platz bewegen. Während unseres Gesprächs kam auch Kathi dazu, erzählte das einige ihrer Pferde nun ebenfalls verkauft werden würden, da sie sich ganz auf die Zucht konzentrieren wollte, wenig später stand sie mit ihrer Stute Green Tea ebenfalls neben uns am Anbindeplatz. Einer der Pfleger beschäftigte sich bereits mit dem Isländerhengst Uprising der nun bald eingeritten werden sollte. Die einfachen Dinge des Longierens hatte der nette Hengst bereits begriffen, eine Trense trug er ebenfalls schon. Um ihn nicht zu überfordern wollten wir mit dem Sattel und dem Reitergewicht noch ein wenig warten, doch im Grunde machte sich Uprising besonders gut. Desweiteren gefiel es mir zu sehen wie er und mein Dülmenerhengst Sturmwind einander zu gefallen schienen. Vielleicht lag dies daran, dass beide Hengste erst neu auf dem Hof waren. Nachdem die Pferde alle gesattelt waren machten wir uns zu dritt auf den Weg zum Platz, dort begannen wir zunächst recht unabhängig voneinander unsere Pferde warm zu reiten. Später als wir gemeinsam ritten hatten wir viel zu lachen, korrigierten einander und sprachen über all die möglichen Dinge die noch vor uns lagen oder getan werden mussten. Aiden war noch nicht ganz mit dem Ausmisten der Ställe fertig weswegen sie den Zaun noch nicht erledigt hatten, dafür hatten sie aber Nymeria und Noomie von der Jungpferdeweide geholt. Als Cayden sich nicht sicher war ob er das Tor geschlossen hatte zur Futterkammer gab er Willow einen ordentlichen Stupser in den Bauch, verließ im Galopp den Platz und ich schaute ihm Kopfschüttelt mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach. Auch Kathi musste ein wenig lachen, fragte bald darauf ob wir nicht ein paar Cavaletties mit aufbauen wollten. So stieg ich von Varulvs Rücken, stellte die ersten beiden an den Rand und eines etwa in die Mitte des Platzes. Etwa zur selben Zeit kehrte auch Cayden zurück – er hatte das Tor zwar nicht verschlossen, jedoch hatte Aiden daran gedacht und so waren die vorwitzigen Shettys nicht in die Futterkammer gelangt. Somit gesellte sich auch Cayden zu den Sprüngen hinzu. Bald darauf musste ich jedoch schon wieder hinunter vom Pferd, da mein Besuch nun bald auftauchen würde. Während ich nun Varulv also absattelte, ihm einen Eimer hinstellte und derweil bereits Scylla von der Koppel zu holen – dauerte bei der Größe der Wiesen auch „nur“ eine Viertelstunde, der Rückweg konnte zumindest auf dem nackten Rücken der Stute zurück gelegt werden. Dann brachte ich fix den Rapphengst Varulv noch auf die Wiese, dort wurde er bereits von meinem Wish Sehnsüchtig erwartet. Wish hatte heute eine Pause, denn er hatte erst vor zwei Tagen einen langen Ausritt zusammen mit Cayden und mir unternommen. Cayden war dabei meinen neuen alten Hengst Cap geritten, damals hatte ich ihn bereits einmal in meinem Besitz, seit nunmehr vier Tagen stand er wieder bei mir. Cap hatte sich schön in die Hengstgruppe integrieren lassen und zeigte ein vorbildliches Verhalten, sodass auch er heute eine Pause einlegen durfte. Ich wollte sie, falls es die Zeit denn dann noch erlaubte später vielleicht noch ein wenig auf dem Platz laufen lassen, anderseits mangelte es ihnen auf den Wiesen nicht unbedingt an Bewegung, da das Heu oben verfüttert wurde, die Tränke sich jedoch weiter hinten in den Hügeln befand hatten die Hengste immer eine bestimmte Strecke zurück zu legen. Auf dem Rückweg erwartete mich bereits Julie, in der Eigeninitiative hatte sie bereits begonnen Scylla zu putzen. Mit einer Umarmung begrüßten wir uns einander, während ich ihr ein wenig von der jungen Stute erzählte, doch im Grunde sollte es mit Scylla keine weiteren Probleme geben. Erst am Vortag hatte ich mich der jungen Stute beschäftigt, denn bald wollte ich auch erste Springturniere mit Scylla gehen. Vom Longieren kannte die Schimmelstute bereits die Trabstangen, sodass die kleinen Hindernisse für sie keine weiteren Probleme dargestellt hatten. Wir unternahmen nur einen ersten Spaziergang, da sowohl Julie als auch ich nicht viel Zeit hatten. Im Grunde zeigte ich ihr nur wo alles war, hatte ihr gezeigt wie Scylla gern gekrault wurde und wir hatten besprochen was sie alles mit ihr vor hatte. Da ich Julie schon lange kannte, machte ich mir da weniger Sorgen, ihr vertraute ich Scylla nur zu gern an.?
      Gegen Abend unternahmen wir dann noch alle einen schönen Ausritt, ich saß dabei auf dem Dülmenerhengst Sturmwind, Cayden hatte sich für Stormwind entschieden. Kathi gesellte sich auf dem Schimmelhengst mit der eigenwilligen Narbe dazu, Gwynnbleid war im Allgemeinen eine imposante Erscheinung. Um Finlay eine Pause zu gönnen von seinen Pflichten entschied Aiden sich für den etwas in die breite gegangenen Highlandhengst. So mit der ganzen „Familie“ in den Sonnenuntergang der Highlands zu reiten hatte etwas unheimlich entspannendes, auch kleine Galoppstrecken bauten wir ein, die Wettrennen die dabei entstanden waren immer mit dem selben Ergebnis – Gwynnbleidd gewann die Sache haushoch. Dahinter tauschten Stormy, Sturm und Finlay öfters die Plätze, nach mehr als drei Stunden – bereits im Dunkeln kamen wir zurück. Kathi und ich sagten den Jungs sie sollten die Pferde uns überlassen, mit wenigen Handgriffen war dieser Teil erledigt, jeder bis auf Finlay erhielt sein Futter. Danach brachten wir alle Hengste wieder auf ihre Wiesen, mit dreckigen Sachen huschten wir an den Jungs vorbei entledigten uns den Reitklamotten, wuschen uns ein wenig ehe wir aus der Küche alle Sachen für den Lagerfeuerabend hervor kramten. Neben ordentlich viel Gemüse, etwas Obst und dem Fleisch für die „Kerle“ hab es auch Marshmalows für uns alle. Aiden hatte aus dem Stall das Radio geholt, steckte den Musikstick hinein…bei den Klängen von Saltatio Mortis im Hintergrund ließen wir einen ereignisreichen Tag auspendeln. Dabei durfte gute Musik, Freunde und ein guter Met natürlich nicht fehlen! Im Flackern des Feuers war meine Zeit auf Heartland beinahe vergessen…hier lag nun mein neues Leben. Nach zwei Monaten hier fühlte ich mich endgültig angekommen.?

    • vampyrin
      Tierarztbericht #1
      © Eowin

      Als nächstes Pferd auf meiner Liste stand das Highlandpony Finlay.
      Sobald ich ihn um die Ecke kommen sah, stellte ich sofort fest: „Mein Gott, dünn ist der Gute auch nicht!“
      Dieser erste Eindruck bestätigte sich sofort. Er war wirklich pummelig; man spürte seine Rippen nicht einmal mehr. Herzhaft lachend erklärte Sarah mir, dass jeder Grashalm, den er fand, direkt auf seine Hüften sprang und er Experte im Unter-den-Zaun-herfressen war.
      Wir lachten gemeinsam. Dann checkte ich den Hengst weiter durch. Interessiert ließ ich mir erklären, dass der Hengst auf einer Körung für Halbblüter (auch wenngleich mir schleierhaft war, wo er bitte Halbblut sein sollte) gewonnen hatte und im Pass als Blue Roan eingetragen sei.
      Bei der Kontrolle des Sechsjährigen ergaben sich keine Anomalien oder besondere Umstände – es zeigte sich schnell, dass er zwar faul und pummlig war, aber vollkommen gesund.
      Finlay wurde daraufhin gegen Tetanus, Herpes und Influenza geimpft. Die zwei Spritzen, die er so ertragen musste, nahm er im Gegensatz zu meinen bisherigen Patienten nicht sonderlich ruhig auf sich, aber es war machbar und ich hatte den Impfstoff schnell dahin gebracht, wo er hin musste.
      Dafür war der Hengst bei der Wurmkur absolut brav und ließ es ruhig über sich ergehen – wahrscheinlich frass er einfach alles, was ihm ins Maul geriet.
      Zu guter Letzt zupfte ich ein paar Haare für den Gentest, dann durfte er wieder gehen.

      Ergebnis des Gentests von Finlay:

      EE aa Rnrn Gg
      Finlay ist in der Tat ein Blue Roan, was aber vom Grey-Gen überlagert wird. So wird diese Sonderfarbe nach und nach verblassen. Er ist homozygot auf das Extension – keines seiner Fohlen wird ein Fuchs sein.
    • vampyrin
      Trainingsbericht #1

      Schnupperkurs Bodenarbeit
      [​IMG]
      © Gwen


      Pünktlich sieben Uhr morgens klingelte mein Wecker. Ein mulmiges Gefühl machte sich in meinem Bauch breit, als ich aufstand und Richtung Bad wanderte, um mich fertig zu machen. In den kommenden Tagen würde sich zeigen, ob mein Traumberuf wirklich für mich geschaffen war oder ob ich mir vielleicht doch lieber etwas anderes suchen sollte. Heute würden die sechs Teilnehmer meines zweitägigen Kurses auf dem Gestüt ankommen und dann würde sich zeigen, ob ich auch das Gelernte an andere Menschen weitergeben konnte. Natürlich plagten mich schon seit längerem Sorgen, denn ich war mir nicht einmal sicher, ob man mich frischgebackene 18-jährige ernst nehmen würde oder ob alle direkt nach der Ankunft kopfschüttelnd wieder nach Hause kehren würden.?
      In der Küche begrüßte mich Elisa mit einem fröhlichen Grinsen. Sie wusste natürlich von meinen Befürchtungen und erzählte mir schon seit Tagen nichts anderes, als dass das schon alles klappen würde, mit meiner Vorbereitung ja sowieso. Natürlich hatte ich mir viel Mühe gegeben, damit auch wirklich alles reibungslos ablaufen würde und ich hatte mich schon vor dem heutigen Tag ausführlich mit den Paaren beschäftigt, um mir einen Überblick zu verschaffen. Dennoch war ich mir immer noch sehr unsicher. Viel Zeit blieb mir jedoch nicht zum grübeln, denn 10 Uhr sollten die Teilnehmer hier eintrudeln und es musste noch genügend vorbereitet werden!?
      Die Gästezimmer hatten Elisa und ich bereits gestern fein säuberlich vorbereitet. Es waren immer zwei-Bett-Zimmer, denn wir wollten schließlich auch die menschlichen Kontakte fördern und da der Kurs vollständig aus Frauen bestand, war das kein Problem. Für diejenigen, welche dann aber doch vehement alleine bleiben wollten, gab es natürlich auch noch Einzelzimmer. Heute waren dann die Unterkünfte für die Vierbeiner noch an der Reihe. Die kommenden zwei Tage würden die Pferde in einem großen Offenstall verbringen. Dabei hatten wir auch schon festgelegt, wer sich mit wem das Schlafgemach teilen würde, da bei dem Kurs sowohl Hengste als auch Stuten vorhanden waren. Wie auch ihre Besitzer würden sie jeweils zu zweit stehen dürfen, so dass Auseinandersetzungen eigentlich ausgeschlossen wurden. Für den Fall aller Fälle war natürlich auch vorgesorgt, doch wir hofften sehr, dass es kein großen Tiraden geben würde.?
      Schneller als gedacht rückte der große Uhrzeiger der zehn entgegen und es dauerte nicht lange, bis der erste Pferdehänger am Eingang des Gestüts zu sehen war. Elisa half mir bei der Begrüßung der Gäste, denn wenn alle auf einmal kommen würden, hätten wir alle Hände voll zu tun. Ein großes Schild wies den Parkplatz aus, zu welchem ich auch direkt eilte, um meine erste Teilnehmerin zu begrüßen. „Herzlich Willkommen auf Crown Hill! Ich bin Gwendolyn Campbell.“ begrüßte ich die junge Frau, welche soeben ausstieg. „Hallo, ich bin Jessica Rheinburg und das dort ist Possibility.“ meinte sie lächelnd und deutete auf den Pferdekopf, welcher neugierig durch das Fenster des Hängers lugte. „Na dann wollen wir ihn mal ausladen.“ meinte sie und nickte zustimmend. Gemeinsam öffneten wir die Rampe und ohne Probleme ließ sich der Hengst rückwärts vom Hänger führen. Vorbildlich stand der Hengst an Jessicas Seite, doch es reichte ein kurzer Blick in sein Gesicht, um zu sehen, dass dieses Benehmen nicht positiv war. Jessica schaute mich traurig an. „Seine Vergangenheit ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen.“ meinte sie und wir liefen gemeinsam Richtung Stall, währenddessen wir uns schon ein wenig unterhielten. Possibility stammte aus schlechter Haltung und seither schien er sich aufgegeben zu haben und war stets so abwesend, wie jetzt eben auch. Ich übergab das Paar Elisa, welche den beiden ihre Unterkünfte zeigen würde, während ich mich schon auf den Rückweg zum Parkplatz machte, um den nächsten Gast zu begrüßen.?
      Es war Kathi, welche ich sogar schon vom Hören und Sehen her kannte, da sie gemeinsam mit der Sarah ein Gestüt führte, welche ich auf Heartland kennengelernt hatte. Freundlich begrüßte ich auch sie und musste erst einmal losprusten, als Kathi ihren Ponyhengst auslud. „Hm, du hast ja gesagt, er wäre rundlich, aber dass er so rundlich ist, hätte ich nicht gedacht!“ meinte ich grinsend und musterte Finlay von unten bis oben. Plötzlich gewannen Kathis Worte aus der Anmeldung ein ganz neues Gewicht, so wie auch Finlay es besaß. Ich begleitete die beiden mit zum Stall und zeigte Kathi erst einmal Finlays Offenstall. Das Highlandpony schien sich sofort wohlzufühlen, nachdem Kathi ihn losgemacht hatte. Zufrieden drehte er eine Runde im Offenstall, ehe er sich auch schon am Heunetz zu schaffen machte. „Siehst du, genau das meine ich!“ stöhnte Kathi genervt in meine Richtung, „Der hat nichts anderes als Fressen im Kopf!“. Ich hoffte ja inständig, dass sein Weidekumpane ihn ein wenig auf Trab bringen würde, doch gar so sicher war ich mir da nicht. Kathi zeigte ich noch ihr Gästezimmer, in welchem schon Jessica ihre Sachen auspackte. Beide begrüßten sich freundlich und durch Kathis unkomplizierte Art, kamen sie auch sofort ins Gespräch, so dass ich sie in Ruhe alleine lassen konnte. „12 Uhr treffen wir uns dann alle auf dem Hof bezüglich der Planung!“ sagte ich noch an, ehe ich schon verschwand.?
      Als ich das Gästehaus verließ, hörte ich schon Hufgetrappel auf dem Parkplatz, so dass ich mich beeilte. Doch Elisa war schon da und hatte unseren nächsten Gast begrüßt, was auch kein Problem war, denn es handelte sich um Zai! Fröhlich lief ich ihr entgegen und umarmte sie erst einmal. „Toll, dass du hier bist!“ grinste ich fröhlich und Zai nickte: „Na, ich kanns mir doch nicht entgehen lassen, euch mal wieder zu besuchen. Danke übrigens, dass Dreamer ausnahmsweise mitmachen darf.“ zwinkerte sie mir zu. Zai hatte ihren jungen Hannoveranerhengst mitgenommen, welcher eigentlich noch zu jung für den Kurs war, da einen Teilnehmerbedingung für die Pferde ein Alter von 2 Jahren war. Da Dreamer aber nur noch vier Monate fehlten und ich wusste, dass Zai sehr gut mit ihm umging, hatte ich sie dennoch eingeladen, herzukommen und nun standen sie vor mir. „Ich hoffe, ich enttäusche euch nicht mit dem Kurs.“ meinte ich unsicher, doch Zai schüttelte nur lachend den Kopf und führte Dreamer in Richtung Stall. Der kleine Braune war auch der erste, welcher mal die neue Umgebung genauer in Augenschein nahm und sich dafür interessierte. Aufgeregt tänzelte er neben Zai her und stieß ab und an ein leises, aber hohes Wiehern aus. In Dreamers Quartier wartete auch schon jemand, denn er war der Weidekumpane, der Finlay ein wenig auf Trab halten sollte. Auch Zai konnte sich kein Grinsen verkneifen, als sie den Schimmel entdeckte. Dreamer hingegen war aufgeregter als zuvor und trabte in großen Kreisen um Finlay umher, nachdem er ihn erfolgreich vom Heunetz verdrängt hatte. Finlay stand nur genervt da, entlastete ein Hinterbein und schloss die Augen. „Na das wird noch interessant mit den beiden!“ meinte ich grinsend und zeigte Zai noch flott ihr Gästezimmer, ehe auch schon die nächsten Hänger angerollt kamen. „Ach ja und 12 Uhr treffen wir uns auf dem Hof!“ rief ich Zai noch hinterher, ehe ich es vergaß.?
      Langsam wurde es schwer, jeden ausgiebig zu begrüßen und ihnen die Unterkünfte zu zeigen. Fynja und Maren kamen beinahe zeitgleich an, doch ich begrüßte zuerst Fynja und bat sie, ihre Stute direkt auszuladen. Fjörgyn blickte sich neugierig um und schien ganz aufgeregt zu sein, nach der langen Fahrt. Die Mausfalbin hatte ich schon jetzt ins Herz geschlossen, denn ein Blick in ihre braunen Augen reichte und jeder, der vorher Isländer nicht gemocht hatte, war plötzlich anderer Meinung, Maren ging es da nicht anders. Sie war soeben ausgestiegen und lief uns entgegen. „Hallo! Ich bin Gwendolyn Campbell.“ stellte ich mich vor und reichte ihr die Hand. Auch von Maren wurde Fjörgyn erst einmal gekrault. Ich klärte die beiden direkt auf, dass ihre beiden Stuten sich einen Offenstall teilen würde und da niemand aufgeregt Luft holte, schien alles okay zu sein. Fjörgyn brachten wir als erstes in den Offenstall und dann reichte ich Fynja an Elisa weiter, welche sie zu ihrem Zimmer bringen würde. Marens Vierbeinerin würde wahrscheinlich nicht ganz so unkompliziert in den Offenstall gehen und zur allgemeinen Stressminderung bat ich Maren, mit dem Hänger direkt an die Offenställe zu fahren. Sie nickte und machte sich auf den Weg, um das Auto zu holen. Als Hilfe hatte ich auch direkt noch Matthew gepackt, denn falls etwas passieren sollte, war ein dritter Mann sicherlich nicht schlecht. Caipirinha hieß die kleine Rappscheckin, welche jetzt schon fleißig Theater in dem Hänger machte. „Ich binde sie erst los und dann öffnen wir den Hänger, okay?“ meinte Maren und wir nickten.?
      Als sie das Zeichen gab, ließen wir die Rampe hinunter und wichen sicherheitshalber zur Seite. Aufgeregt trappelte die kleine Stute rückwärts hinunter, wobei sie die letzten Zentimeter einfach übersprang. Maren wurde mehr oder weniger hinterhergeschleift. Umso besser war es, dass wir so nah am Offenstall waren, denn durch unsere indirekte Begrenzung stand Cai schnell und ohne großes Spektakel neben Fjörgyn im Offenstall. Cai sprang ausgelassen in die Luft und trat einmal in unsere Richtung aus, bis sie plötzlich erstarrt stehen blieb und die graue Isländerin vor sich anstarrte. „Na hui?“ meinte Maren grinsend, als Cai plötzlich alles andere als selbstbewusst war, denn Fjörgyn hatte die kleine Stute die gesamte Zeit ruhig beobachtet und das schien Cai nicht sonderlich zu gefallen. Vorsichtig näherte sie sich der grauen Stute und zu unserer Freude schienen sich beide sehr gut zu verstehen. „Ein Wunder.“ murmelte ich, denn eigentlich hatte ich fest mit Problemen gerechnet. Während wir die Stuten zusammengebracht hatten, war auch die letzte Teilnehmerin eingeflogen und stand grinsend hinter uns. „Na, was gibt’s hier denn spannendes zu sehen?“ meinte Alessia grinsend und wurde erst einmal von uns alle herzlich begrüßt. Neben ihr stand der kleine Shettyhengst Erutan Wishes, welcher sich neugierig umschaute. Er würde sich seinen Offenstall mit Possibility teilen. So zeigte ich Alessia direkt die Unterkunft ihres Ponys. Possibility nahm nicht wirklich Notiz von seinem neuen Artgenossen, sondern stand weiter dösend in der Ecke. Ich erläuterte Alessia direkt, dass er aus schlechter Haltung stammte und deshalb ein solch abweisendes Verhalten aufwies. Sie nickte und betrachtete den Hengst noch ein wenig, ehe ich sie in ihr Gästezimmer einweihte. Ich hatte sie mit zu Zai gepackt und die beiden verstanden sich auf Anhieb. Maren teilte sich das Zimmer mit Fynja und schon waren alle gut untergebracht. Wunder, oh Wunder, war es tatsächlich erst kurz nach um elf, so dass mir noch ein wenig Zeit blieb, alles für die Begrüßung vorzubereiten.?

      „Herzlich Willkommen auf dem Gestüt Crown Hill, Sitz des WHT Ausbildungsbetriebs!“ meinte ich lächelnd, als wir alle in einem Kreis versammelt auf dem Hof saßen. Von allen Seiten wurde ich neugierig angelächelt und jeder wollte anscheinend wissen, wie es nun weitergehen würde. „Als erstes würde ich gerne die beiden Gruppen ansagen, in welchen wir dann arbeiten wollen.“ meinte ich kurz und wühlte in meinen Unterlagen, um den kleinen Klebezettel zu finden. „Also... In der ersten Gruppe sind Maren, Alessia und Kathi. Somit bilden Jessica, Zai und Fynja die zweite Gruppe.“ Von überall her kam ein zustimmendes Nicken, so dass ich die Tagesabläufe austeilte. „Das ist nur ein grober Zusammenschnitt, außer bei den Essen kann es zu zeitlichen Abweichungen kommen.“ meinte ich lächelnd und reichte jedem sein Blatt.?

      Tag 1
      10 Uhr – Ankunft der Teilnehmer, Unterbringung der Pferde und Reiter
      12 Uhr – Begrüßung, Einleitung in den Plan der nächsten zwei Tage
      12:30 Uhr - Mittagessen
      14-15 Uhr – Erste Gruppe
      15-16 Uhr – Zweite Gruppe
      17-18 Uhr – Videoanalyse erste Einheit
      18:30 Uhr – Abendessen

      Tag 2
      9 Uhr – Frühstück
      10 Uhr – Kurze Durchsage zum Tagesablauf
      11-12 Uhr – Zweite Gruppe
      12:30 Uhr – Mittagessen
      14-15 Uhr – Erste Gruppe
      16-18 Uhr – Videoanalyse zweite Einheit, Skripts zum Nachhause nehmen
      18:30 Uhr – Abendessen
      19 Uhr – Abschließender Ausritt mit Traileinlage; Ende am Lagerfeuer

      Tag 3
      ab 7 Uhr – Frühstück möglich
      Abfahrt je nach Belieben

      „Gibt es noch Fragen?“ fragte ich, als alle das Blatt einigermaßen überflogen hatten. Kathi meldete sich und stellte ihre Frage: „Und die Pferde haben auch Vollpension?“ - „Ja, darum braucht ihr euch keine Gedanken zu machen. Sollte noch etwas wichtiges bei euren Vierbeinern zu bedenken sein, dann könnt ihr mir das sagen und ich werde es weiterleiten.“, Kathi schien zufrieden mit meiner Antwort und lehnte sich wieder zurück. Auch die anderen sahen zufrieden aus. „Na dann würde ich sagen, dass es jetzt erst einmal eine Stärkung gibt, ehe die erste Gruppe auch schon an der Reihe ist!“ meinte ich grinsend und erhob mich. Der Kurs folgte mir brav wie Schüler ihrem Lehrer, wovon ich sie eigentlich anfangs abhalten wollte, bis mir einfiel, dass sie noch gar nicht wussten, wo der Essensraum – oder wie Elisa es gerne nannte, das Mini-Restaurant – war. Zu Essen gab es Hefeklöße mit Vanillesoße und Kirsch-Kompott. Zufrieden saßen alle vor ihren Tellern und aßen, aber auch rege Gespräche waren zu hören, als ich mich auf den Weg zu Elisa an den Tisch machte. „Und wie läufts?“ fragte sie neugierig und ich nickte glücklich. „Anscheinend besser als ich dachte.“ meinte ich lachend und begann zu essen.?

      Schon zehn Minuten vor Beginn der ersten Einheit war die kleine Gruppe vollständig, so dass ich sie erst einmal für ihre Pünktlichkeit lobte. Wir hatten uns in der Halle zusammengefunden, da wir so die nötige Ruhe in die Gruppe bekommen konnten, ohne dass die Pferde von äußeren Einflüssen abgelenkt werden konnten. „In der ersten Stunde möchte ich vor allem auch erst einmal einen Einblick in die Theorie geben, denn nur wenn man weiß, wie etwas richtig geht, kann man es auch richtig machen.“ meinte ich und stellte der Gruppe mein „Vorführ“pferd Altair vor. Der braune Ponyhengst stand entspannt neben mir und wartete geduldig, bis ich mich mit ihm beschäftigen würde. „Ich habe mich schon ein wenig mit euren Problemen beschäftigt und auch schon einige Ideen gesammelt, allerdings finde ich es dennoch wichtig, dass ihr erst einmal die Grundlagen kennt, denn wenn wir mitten in dem ganzen Wirrwarr anfangen, tut das weder euch noch den Pferden gut.“ mit diesen Worten holte ich mir ein einstimmiges Nicken.?
      „Zu Beginn würde ich gerne etwas über die Hilfsmittel und deren richtigen Umgang erzählen, denn vielen ist nicht bewusst, warum man ein anderes Halfter nehmen soll.“ Nun kam Altair zum Einsatz, denn an ihm zeigte ich die unterschiedlichen Hilfsmittel. Den Beginn machte wie immer das Knotenhalfter. Ich zeigte an Altair leicht, wie sich das dünnere Seil sich auf das Pferd auswirkte und erläuterte auch noch einmal die Gefahren dieses Halfters bezüglich der Weide oder des Anbindens. „Das Knotenhalfter wirkt schärfer als ein Stallhalfter und dem Pferd wird nicht die Möglichkeit gegeben, dass es sich bei Widerwillen in das Halfter legen und abstützen kann, da die Auflagefläche nicht annähernd so groß wie die eines Stallhalfters ist.“ erklärte ich und zeigte als Vergleich ein normales Stallhalfter, der Unterschied war eindeutig und auch am Material konnte man dies festmachen. „Oft hört man, dass die Knoten „Akupunkturpunkte sind. Allerdings ist das ein Irrglaube, denn die Knoten sind schlichtweg notwendige Kreuzungspunkte, da die Knotenhalfter geknüpft werden und sonst würde es nicht halten. Wahr ist natürlich, dass diese Knoten Druck ausüben, allerdings hat der keinen besonderen Zweck.“. Meinte ich lächelnd und erntete natürlich einige verwunderte Blicke. „Und was ganz wichtig ist, ist der richtige Sitz eines Knotenhalfters, denn sonst kann die schärfere Wirkung auch ganz schnell gefährlich werden. Klingt jetzt doof, aber ein maßgefertiges Knotenhalfter ist immer die beste Lösung.“ sagte ich und deutete auf Altairs, welches auch maßgefertigt war.?
      Als nächstes folgte das Rope. „Wichtige Punkte bei dem Rope sind der Verschluss, das Material und die Länge.“ erklärte ich und zeigte den Teilnehmern Altairs Rope. „Der Verschluss sitzt fest und kann sich nicht von selbst lösen, dass ist besonders wichtig bei der Bodenarbeit. Das Material muss natürlich griffig sein, denn dieses Seil stellte die Verbindung zwischen und und dem Pferd her. Und auch die Länge ist wichtig, denn sie werden später bei den Übungen noch sehen, wie viele Dinge auf Distanz trainiert werden und dennoch soll die Verbindung ja bestehen.“ erklärte ich, während ich Altair als Beispiel von mir wegschickte, ihn anhalten und zurückkommen ließ. Als letztes erklärte ich noch, warum ein Stick so praktisch war und vielleicht auch günstiger als eine Gerte. „Durch seinen anderen Sinn besitzt er auch eine andere Beschaffenheit als eine Gerte, er liegt auch ganz anders in der Hand.“ Ich reichte meinen Stick einmal in der Runde herum und entdeckte einige Ah-Blicke.?
      „Aber genug Theorie für das erste! Nun würde ich gerne auf praktische Art und Weise mit den Grundlagen beginnen. Hat wer denn schon eine grobe Vorstellung?“ fragte ich in die Runde, um meine Teilnehmer munter zu machen. Fynja meldete sich direkt. „Also ich habe immer gelernt, dass Vertrauen und Respekt die Grundsteine der Bodenarbeit sind.“ meinte sie und ich nickte. „Das stimmt vollkommen. Allerdings geht es bei dem Respekt nicht um dieses typische „Mensch ist der Chef und Pferd ist der Untertan“, sondern viel mehr um den gegenseitigen Respekt. Es ist zwar schön und gut, wenn unser Pferd die von uns verlangten Dinge tut, weil es sich uns unterwirft, aber ein gemeinsames Arbeiten ist in meinen Augen der sinnvollere Weg.“ Während meiner Worte kraulte ich Altairs Stirn. „Altair zum Beispiel ist nicht einfach mein Pferd, er ist mein Partner. Wir finden es immer toll, wenn Tiere sofort spüren wie es uns geht und wie wir denken, doch das gleiche verlangen diese auch von uns und ich finde es nur gerecht, wenn wir ihnen in dieser Weise entgegen kommen.“ erklärte ich und musterte kurz die drei Paare vor mir.?
      Finlay stand sehr unmotiviert da und schien neben Kathi einzuschlafen. Der kleine Erutan zappelte ständig umher und wollte anscheinend endlich ein wenig Aktion und zu Caipirinha schaute man am besten gar nicht. Die kleine Stute hatte die Ohren angelegt und den Schweif zwischen die Hinterbeine geklemmt, sobald Maren unaufmerksam sein würde, würde die Stute ihr eins auswischen, das sah man sofort. Also wurde es dringend Zeit für einige praktische Übungen. „Pat Parelli ist euch bestimmt allen ein Begriff. Es baut auf den Seven Games auf, welche die Grundlage des fortführenden Pat Parelli bilden. Das erste Spiel ist das Friendly Game, es beruht auf dem simplen Streicheln des Pferdes, welches sich überall anfassen lassen soll, ohne zu weichen oder zu zappeln.“ Während ich erzählte, machte ich es bereits mit Altair vor, welcher vorbildlich mitmachte. „Das ist Teil des Gehorsamkeits-Trainings und zeigt dem Pferd, dass Menschenhände nichts böses sind. Eure Tierärzte und Hufschmiede werden euch für ein solches Pferd lieben.“ meinte ich lächelnd und ließ der Gruppe Zeit, um sich mit ihren Pferden zu beschäftigen. Kathi hatte am wenigsten Probleme damit, denn Finlay interessierte das gar nicht. Alessia hatte schon mehr zu tun, denn Erutan war ein wenig ungeduldig und überall anfassen lassen wollte er sich auch nicht. Doch bei den beiden lief es im Gegensatz zu Maren gut. Cai sprang immer davon und wollte sich gar nicht anfassen lassen. „Lass ihr Zeit. Du hattest gesagt, sie ist noch neu bei dir? Dann kennt sie dich auch noch nicht.“ erklärte ich Maren. „Fang erst einmal mit etwas ganz simplen an. Vielleicht ihr einfach durch die Mähne zu wuscheln, wenn sie neben dir steht. Ich denke bei euch beiden wird das ein Weilchen dauern.“ meinte ich aufmunternd, denn Cai war vom Charakter her wirklich kein leichtes Pferd.?
      Als nächstes stand das Abhärten an der Reihe, beziehungsweise wurde das von allen gerne Anti-Schreck-Training genannt. Die Pferde sollten lernen, dass auch die Sachen aus dem Alltag kein Problem waren. Dazu gehörten Holzpaletten, Plastiktüten, Fahnen, Flaschen. Alle drei Pferde dieser Gruppe hatten damit allerdings auch kein Problem und so konnten wir schnell weiter machen.?
      „Jetzt kommen Übungen für den Respekt zwischen Mensch und Pferd. Dazu gehört das Porcupine Game, das Driving Game und das Yo-Yo Game. Mit Altair machte ich die ersten Übungen vor. Bei dem Porcupine Game handelte es sich um simple Spiele, welche auch in der Natur in wilden Herden stattfanden. Dazu gehörten simple Bewegungen wie das Halsbiegen, das Kopfsenken oder das Rückwärtsgehen. Alle durften es einmal ausprobieren, wenn es nicht direkt klappte, gab ich den ein oder anderen Tipp. „Und alles geht von einer gewissen Distanz aus.“ erklärte ich und so bekam auch Maren die Chance, mit ihrer Stute zu arbeiten, denn aus der Distanz hinaus wurde es keinem von beiden gefährlich. „Pause!“ rief ich erneut und die Teilnehmer beendeten noch die Übung, ehe sie ihre Pferde neben sich „parkten“. „Wir machen aber ziemlich oft Pausen!“ stöhnte Alessia, welcher schon wieder ein nervender Erutan am Rockzipfel hing. „Ja, aber das hat auch einen Grund. Die Pausen sind wichtig, um das Vertrauen zwischen euch und euren Pferden zu stärken, denn in dieser Zeit könnt ihr euch mit ihnen unterhalten, sie kraulen und einfach entspannen, ehe die nächste Übung gefordert wird.“ Schon nach zwei Minuten ging es wieder weiter.?
      „Leider werden wir heute nicht alle Spiele schaffen, doch ich werde euch ein Skript zuschicken, auf welchem ihr alle Spiele finden könnt. Zum Schluss gibt es noch drei Spiele für die Respekt- und Vertrauensarbeit und da alle Pferde hier noch in einer kritischen Phase befinden, würde ich gerne diese drei Spiele ausführlicher machen wollen.“ erklärte und und wir begannen mit dem Circling Game. Dabei lief Altair im Zirkel um mich rundrum, auch ohne dass ich ihn ständig in den Augen behielt. Das Sideways Game war komplizierter, denn wer hier nicht vorsichtig genug war, hätte schnell ein scheuendes Pferd. Zum Schluss kam noch das Squeeze Game, für welches ich erst einmal ein simples Stangen-L aufgebaut hatte. Nur kurz führte ich alles mit Altair vor, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, die gesamte Zeit ausführlich nutzen zu können. Besonders bei Maren und Cai warf ich einen Blick darauf. Die kleine Stute zeigte sich sehr widerstrebend und nur kaum etwas klappte wirklich. Zudem war sie sehr abgelenkt durch die anderen Pferde und anscheinend auch aufgeregt durch die neue Umgebung. „Maren? Wenn du magst, können wir heute Abend nach dem Essen noch eine kleine Extra-Stunde einlegen, denn Cai ist ja doch ein ziemlicher Sonderfall für sich.“ meinte ich und musterte die Vollblutstute. Maren schaute mich dankbar an. „Das wäre toll!“ meinte sie begeistert und nickte glücklich. „So! Die erste Stunde ist beendet. Ich hoffe ihr könnt alle etwas mitnehmen!“ meinte ich lächelnd und entließ die Teilnehmer, denn die nächsten warteten schon vor der Tür.?
      Die zweite Gruppe war wesentlich ruhiger und während die Reiter meinen Erklärungen lauschten, standen die Pferde ruhig da, außer Dreamer, der natürlich fleißig am umherschauen war. Wie auch der ersten Gruppe erläuterte ich hier die Hilfsmittel und deren korrekten Umgang. Erneut war Altair mein Versuchskaninchen und zeigte den Teilnehmern, weshalb, warum und wieso wir diese Ausrüstung nutzten. Alle nickten während meines Vortrages und waren gleich von Anfang an begeistert. „Da in der vorherigen Gruppe die Frage kam, werde ich sie direkt im Voraus erläutern. Der praktische Teil ist mit vielen kleinen Pausen gespickt, welche den Pferden und auch euch die Möglichkeit geben soll, zu entspannen und bereit für neue Informationen zu sein. Das ist auch im ganz normalen Training wichtig.“ erklärte ich lächelnd und Zai schien sofort zu wissen, was ich meinte.?
      Nachdem der theoretische Teil geschafft war, wechselten wir zum praktischen Teil, nämlich den Seven Games. Erneut erklärte ich diese und zeigte die an Altair. Wir schnitten jedes Spiel grob an, doch bei dieser Gruppe konzentrierte ich mich vor allem auf die Übungen zum Vertrauensaufbau. Viel Wert legte ich erneut auf das Friendly Game, welches von allen genaustens ausgeführt werden sollte. Aber auch das Circling und Squeeze Game waren mir wichtig, damit die größtenteils jungen Pferde erst einmal weiter Vertrauen aufbauen konnten. Zai war vollkommen begeistert, wie gelehrig ihr kleiner Dreamer war und dass er doch ein wirklich gutes Benehmen an den Tag legte, bis Dreamer plötzlich der Meinung war, um sie herumzupreschen und sich loszureißen. „Konsequent bleiben! Hol ihn wieder zu dir und mache erst noch einmal das Yo-Yo Game, danach eine Pause und dann versuche noch einmal das Circling!“ erklärte ich ihr. Bei Fynja und Fjörgyn lief auch alles wunderbar und sie hätten am liebsten schon weitergemacht und auch die Pausen durch gemacht. „Fjörgyn ist wirklich sehr lernwillig, aber dennoch solltest du aufpassen, dass du sie nicht überforderst.“ erklärte ich Fynja, denn beide waren mir manchmal zu motiviert. Possibility und Jessica funktionierten auch gut, doch wirklich zu dem Hengst durchdringen konnte die junge Frau nicht. „Lass in mal wirklich von alleine zu dir kommen. Er muss sich mit einbauen können, wenn das klappt, dann wird er eventuell auch wieder mutiger.“ ermunterte ich Jessica, welche inzwischen genauso betrübt aussah wie ihr Hengst.?
      Auch mit der zweiten Gruppe lief es wunderbar und man merkte, dass viele indirekt schon dem Verhältnis zwischen Pferd und Mensch folgten, wie es auch bei Pat Parelli und Horsemanship wichtig war. Zufrieden entließ ich so auch die zweite Gruppe. Alle hatten nun eine Stunde Zeit, um zu entspannen, sich selbst frisch zu machen oder sich um ihre Pferde zu kümmern, denn dann würde es vor dem Abendessen zu Auswertung der heutigen Stunden kommen.?

      Wie immer waren alle Teilnehmer pünktlich dort, wo sie sein sollten. Ich hatte in der letzten Stunde die mitgeschnittenen Videos auf meinen Computer gezogen und in einem kleinen gemütlichen Raum den Beamer angeschmissen, so dass die Videos auf Großbild zu sehen sein würden. Nun konnte die Videoanalyse beginnen. „Es ist immer sehr interessant, wenn man sich selbst bei der Arbeit mit den Pferden beobachtet und es fallen einen da so einige Eigenheiten auf, manche positiv, aber manche auch negativ.“ meinte ich lächelnd und ließ das erste Video laufen. Alle schauten erst einmal ein wenig geschockt, als sie sich dort selbst vorne auf der Leinwand sahen und ich wusste nur zu gut, wie sich fühlten, als ich mich das erste Mal so gesehen hatte, hatte ich mich auch komisch gefühlt. „Beginnen wir mit der ersten Gruppe, in welcher Maren, Alessia und Kathi waren.“ meinte ich und drückte Play. Erst einmal ließ ich die Teilnehmer so zuschauen, ohne etwas zu sagen und dann spulte ich noch einmal zu Anfang. „Ich beginne jetzt einmal mit Kathi. Bei dir sieht man, dass du inzwischen auch nicht mehr gar so vor Motivation strotzt, wenn du neben Finlay stehst oder etwas mit ihm machst.“ erklärte ich und drückte Stopp, so dass wir eine Momentaufnahme hatten, auf welcher Mensch und Pferd beinahe gleich unmotiviert schauten. „Wichtig wäre es, dass auch du wieder Spaß an der Arbeit findest, denn nur so kannst du sie auch Finlay schmackhaft machen.“ fügte ich hinzu. Kathi war ein wenig erschrocken, doch sie verstand, was ich meinte. „Was Finlay selbst dann motiviert mitzumachen, dazu werden wir erst morgen kommen.“ versicherte ich ihr. Nächstes Augenmerk legte ich auf Maren und Cai. „Sehr gut finde ich dein konsequentes und selbstbewusstes Auftreten gegenüber der Stute, denn das wirst du auf jeden Fall brauchen. Allerdings sind bei euch die Positionen nicht geklärt, damit meine ich nicht die Chefposition, sondern euer Miteinander. Du verfolgst immer ein wenig den Sinn, Cai zu unterwerfen. Nun ist sie aber eine Stute die das gar nicht akzeptiert, ihr müsst euch auf die gleiche Stufe stellen. Den gleichen Respekt, welchen du von ihr verlangst, musst du ihr auch zurückgeben.“ erklärte ich und zeigte eine Szene, wo man gut sah, wie die beiden sich anlegten und keiner aufgeben wollte. Nun war noch Alessia an der Reihe und ich spulte erneut zurück. „Bei euch ist es so, dass es zwar schön ist, wenn ihr motiviert alles sofort machen wollt. Allerdings rührt von deiner Unruhe auch die Unruhe von Erutan her. Wenn du immer am liebsten keine Pausen machen willst, dann wird auch er ungeduldig. Es wäre wichtig, dass du mehr Ruhe in die Arbeit bringst, so dass er dich als Fels in der Brandung sehen kann.“ erläuterte ich anhand der Bilder.?
      „Nun, die zweite Gruppe!“ meinte ich grinsend und öffnete die zweite Videosequenz. „Hier würde ich mit Jessica anfangen. Wie man gut sehen kann, macht Possibility alles mit, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Problem ist aber, dass er es so gesehen nicht freiwillig macht, sondern weil er weiß, dass ihm dann nichts passiert. Es ist schwer eine Schnecke aus ihrem Haus zu locken und es wird eine Weile dauern, ehe du ihn wieder da hast, wo er sein soll, Jessica. Bodenarbeit ist für ihn auf jeden Fall gut, denn über kurz oder lang wird er sich einbauen müssen, denn zum Beispiel auch das Pat Parelli baut auf soziale Kontakte zwischen Pferden auf und wenn du alles ruhig angehst, müsste er sich öffnen.“ erklärte ich ruhig und Jessica nickte. Als nächste schnappte ich mir Zai. „Hier sehen wir einen typischen Junghengst, der doch einmal zu gerne verhätschelt wird.“ meinte ich grinsend und alle lachten. „Also wichtig ist, Zai, dass du wirklich immer konsequent bleibst. Dreamer ist jetzt in einem Alter, wo er jeden kleinen Fehlschritt deinerseits ausnutzt, um seinen Kopf durchzusetzen. Dann lieber noch mehr Pausen machen, damit auch immer wieder die Aufmerksamkeit bei beiden Seiten da ist. Wichtig ist dabei auch deine Körperhaltung, diese muss immer aufgerichtet und präsent sein. Du darfst niemals in dich hineinsacken, denn ab da verlierst du deine Präsens.“ erzählte ich zu dem Video, welches im Hintergrund lief. „Zu guter Letzt noch Fynja. Eigentlich hatte ich dir fast alles schon in der Stunde gesagt. Es ist wichtig, dass ihr es nicht übertreibt, denn sonst werdet ihr schnell den Spaß an den neuen Dingen verlieren. Wichtig ist, dass Fjörgyn die Übungen nicht nur kann, sondern auch perfektioniert und es geht um das Zusammenspiel zwischen Mensch und Pferd und nicht das, was sie anderen zeigen kann.“ erklärte ich und Fynja schaute mich ein wenig betrübt an. Ich wusste wie gerne sie mit der Stute voran kommen wollte, doch ein wenig Zeit musste sein.?

      Alle schienen zufrieden mit den neuen Informationen zu sein und als mein Magen zu Wort meldete, war es auch an der Zeit, über das Abendessen herzufallen. Es gab Spaghetti mit Bolognese, etwas ganz simples was wohl jeder gerne aß. Kurz nach dem Essen fing ich Maren für die kleine extra Einheit ab. „Ich würde wieder in der Halle arbeiten wolle.“ meinte ich lächelnd und half Maren bei dem fertigmachen ihrer kleinen Stute. Wie immer hatte sie alle Hände voll zu tun, um nicht getreten oder gebissen zu werden. Doch irgendwann schafften auch wir es in die Halle. Dort sollte die Cai erst einmal streng umherführen und ihr immer mehr Seil gewähren. Sobald sie jedoch lostrabte oder stehen blieb, sollte der Abstand des Seils wieder verkürzt werden.?
      Darauf folgte das Yo-Yo Game, heute Nachmittag hatte Maren einfach nicht die Aufmerksamkeit der kleinen Stute erlangen können, doch jetzt waren sie vollkommen für sich. „Schick sie weg!“ rief ich streng und Maren tat dies sofort. „Nun hol sie wieder her. Lass sie auf dem Zirkel traben.“ ich gab Maren flotte Anweisungen, denn Cai sollte gefordert werden. „Du musst ihr das Gefühl geben, dass die Aufgaben unschaffbar sind. Cai hat einen unglaublichen Willen, sie wird es dir rechtmachen wollen und beweisen, dass sie es kann.“ meinte ich und gab weiter Anweisungen. Mit fliegenden Wechseln sprangen wir zwischen den sieben Spielen hin und her, plötzlich war Cai ganz woanders. Statt sich Maren ständig zu widersetzen, legte sie es darauf an, alle Aufgaben so gut und schnell wie möglich zu erfüllen, um ihrer Besitzerin zu zeigen, dass sie nicht gegen sie ankam. Zur Folge hatte dies, dass Cai auf jede kleine Hilfe reagierte, plötzlich feinfühliger denn je wurde und mit Maren zusammenarbeitete, denn wenn diese keine Aufgaben stellte, konnte Cai ihr nicht zeigen, dass sie besser war.?
      Zwanzig Minuten lief dieses kleine Spielchen ab, dann beendete ich das Zusatztraining. „Manchmal muss man die Eigenheiten der Pferde ausnutzen.“ meinte ich lächelnd und wuschelte Cai durch den Schopf, denn diese war noch voll in ihrem Element, alles zu machen, was von ihr verlangt wurde. „Aber für heute reicht es. Du solltest dir aber keine zu großen Hoffnungen machen, es kann sein, das wir Morgen wieder von vorne anfangen müssen.“ warnte ich Maren. Doch nun hieß es erst einmal ab ins Bett. Ich war mir sicher, dass sie Teilnehmer genauso müde ins Bett fielen wie ich.?

      Da wir den gesamten kommenden Tag für uns hatten und ich frühes Aufstehen nach den gestrigen Anstrengungen unsinnig fand, hatte ich das Frühstück auf 9 Uhr gelegt. Ich stand dennoch zwei Stunden vorher auf, um mich mit Elisa um die Gastpferde zu kümmern, welchen unsere besondere Aufmerksamkeit zu Teil wurde. Für alle gab es zum Frühstück frisches Heu und da von den Besitzern gewünschte Kraftfutter. ?
      Bei Possibility und seinem kleinen Gefährten war es noch sehr ruhig, denn die beiden Hengste dösten noch friedlich und wurde erst aktiv, als es Futter gab. Elisa kümmerte sich darum, ihren Offenstall abzuäppeln, während ich schon einmal weiterging. Für Finlay und Dark Dreamer gab es nur Heu und ihren Offenstall wurde von mir gemistet. Dreamer war schon wieder ganz aktiv und schon wach, bevor ich kam. Die Kuhle im Stroh zeigte jedoch, dass er anscheinend tief und fest geschlafen haben musste. Anscheinend war Finlay ein guter Babysitter und schaute auch neugierig drein, statt genervt zu sein. Den letzten Offenstall machten Elisa und ich gemeinsam, schon aus dem Grund, dass irgendjemand immer Cai im Auge behalten musste, denn die kleine Vollblutstute war nicht nur ihrer Besitzerin gegenüber recht kompliziert, sondern alle anderen Menschen gegenüber auch. Fjörgyn war stattdessen neugierig und schmusig und tippelte uns ständig hinterher.
      Als wir dann mit allen Pferden fertig waren, hieß es kurz duschen und dann auf zum Frühstück. Dort trudelten nach und nach auch alle sechs Teilnehmer ein und deckten ihre Teller kräftig ein, um Kräfte zu sammeln. Es war schön zu sehen, wie alle miteinander wunderbar auskamen, ohne das es zu Streitereien kam, stattdessen wurden gegenseitig unterschiedliche Ansätze für den Umgang mit Pferden und bezügliche Erfahrungen ausgetauscht. Für das Frühstück hatte ich eine Stunde eingeplant, so dass jeder genug Zeit hatte, um sich fertig zu machen. Um zehn trafen wir uns dann auf dem Hof bei herrlichem Sonnenschein. „Heute würde ich gerne mit der zweiten Gruppe um 11 Uhr anfangen. Dann gibt es zwischendurch Mittagessen, ehe 14 Uhr die erste Gruppe an der Reihe ist. Wer während seiner Freizeit Langeweile bekommen sollte, kann gerne einen Rundgang über das Gestüt machen oder ein Sonnenbad im Garten hinter dem Gästehaus nehmen, es ist für alle was da.“ meinte ich lächelnd und alle nickten wir zufrieden zu. Ich machte mich als erstes auf den Weg in die Halle, um die Bodenhindernisse für die heutigen Lektionen auf zu bauen. Danach ging es direkt zum Stall, um Altair für unsere erste Einheit fertig zu machen, denn in einer knappen halben Stunde würde es losgehen.

      In der Halle konnte ich nun Zai, Fynja und Jessica begrüßen, welche alle voller Motivation mit ihren Pferden an der Seite in der Halle standen. „Wie ihr sehen könnt, wird es heute wesentlich praktischer als gestern.“ erklärte ich und deutete auf die gesamten Hindernisse, welche ich fleißig aufgebaut hatte. „Heute möchte ich die Kommunikation zwischen euch und euren Pferden testen und verbessern. Nachdem wir gestern schon die erste Videoanalyse hatten, wisst ihr ja schon grob, was ihr verändern solltet. Aber genug geredet, fangen wir an!“ meinte ich lächelnd und erklärte erst einmal, dass die Seven Games des Pat Parellis immer eine gute Aufwärmübung für Pferd und Reiter waren, so dass wir uns erst einmal mit den ersten drei Spielen beschäftigen. Nach der gestrigen Einheit klappte das bei allen auch schon viel besser. Bei Jessica und Possibility merkte man, dass sich etwas bei dem Verhältnis geändert hatte. Statt bei dem Yo-Yo Game immer nur blind und taub Jessicas Anforderungen zu folgen, stand der Hengst nun mit gespitzten Ohren da und wartete aufmerksam auf die nächsten Kommandos. Zai war nun wesentlich strenger zu Dreamer, was dieser anfangs gar nicht so toll fand, denn plötzlich durfte er nicht mehr machen was er wollte. Doch schon nach kurzer Zeit akzeptierte er diese Veränderung und arbeitete mit seiner Besitzerin mit. Bei Fynja und Fjörgyn lief alles fließend, doch Fynja ließ sich nun mehr Zeit und entspannte ab und an auch einmal.
      „So!“ rief ich die Gruppe zusammen. „Damit jeder immer etwas zu tun hat, werden wir alle Stationen jetzt einmal zusammen durchgehen und ich zeige und erkläre euch die zu machende Aufgabe. Danach könnt ihr euch dann selbst eure erste Station aussuchen und dann geht es im Uhrzeigersinn einmal rundherum und ich schaue euch allen immer fleißig auf die Hände beziehungsweise Hufe.“ meinte ich lächelnd und alle schauten sich neugierig um. Ich marschierte mit Altair voran zur ersten Übung. „Ehe ihr denkt, dass wir das alles spontan können, muss ich euch enttäuschen. Altair und ich haben das alles auch nicht von Anfang an hinbekommen, sondern bei manchen Übungen auch lange gebraucht.“ erklärte ich grinsend und schon waren wir bei dem ersten Hindernis da. Dies bestand aus einer einzelnen Stange und ich wurde von allen Seiten fragend angeschaut. „Mit einer einzelnen Stange kann man sehr viel machen! Habt ihr schon jemals versucht, mit euren Pferd so zu kommunizieren, dass ihr wirklich jedes Bein einzeln kontrollieren könnt?“ fragte ich und alle drei schüttelten den Kopf. Ich führte Altair über die Stange und ließ ihn direkt dahinter stehen. Mit einem sanften Tick an das rechte Hinterbein und die auffordernde Bewegung für das Rückwärts führten dazu, dass Altair erst einmal nur mit dem rechten Hinterbein über die Stange stieg, erst auf mein Kommando folgte auch das zweite. „Noch interessanter ist das seitwärts über eine Stange.“ meinte ich und führte mit Altair die Übung vor. „Für viele Pferde gar nicht so einfach, für den Menschen ideal, da er sich gut an der Stangen orientieren kann.“ erklärte ich lächelnd. Auch seitwärts konnte ein Pferd über die Stange gehen, was ich meinem Kurs schnell bewies. „Bei dieser Übung ist auch eure eigene Kreativität gefragt und eurer Pferd kann sich auch gerne selbst einbringen!“ meinte ich lächelnd und führte sie zur zweiten Übung.
      „Das Stangen-L kennt ihr bestimmt alle.“ meinte ich und zeigte auf das gelbe L. Mit Altair zeigte ich das simple vorwärts durchgehen, aber auch das rückwärts durchgehen. „Eine sehr gute Übung ist auch das Einfädeln in das L durch eine Vorhandwendung.“. Kurz hinter dem L kam eine Plane mit Pylonen, welche schon jetzt von einigen Pferden misstrauisch begutachtet wurde. „Auf einer Plane kann man alle möglichen Übungen durchführen und das Pferd lernt, dass auch fremde Untergründe nicht böse sind.“ erklärte ich und führte den Kurs zur letzten Station. „Aber hier ist gar nichts?“ meinte Zai stirnrunzelnd. „Wir brauchen auch nichts.“ meinte ich, nahm ein wenig Abstand zu Altair und bewegte ihn lediglich mit meiner Körpersprache rückwärts, zeigte ein fließendes Seitwärts auf der Mittellinie und Renvers an der langen Seite. „Hier ist wirklich die Kommunikation zwischen euch gefragt. Aber jetzt seid ihr dran! Teilt euch auf uns losgehts.“ lächelte ich und scheuchte die Gruppe sanft auseinander.
      Zai und Dreamer fanden sich als erstes bei der Plane wieder, welche der kleine Hengst anfangs gar nicht so toll fand. Jessica und Possibility hatten sich das Stangen-L ausgesucht, da sie dies sicherlich auch schon aus dem Trail kannten. Fynja und Fjörgyn waren bei der einzelnen Stange und begannen direkt mit dem kontrollierten Rückwärts. Die ersten paar Minuten beobachtete ich die drei Paare einfach nur, ehe ich mich auf den Weg vom einen zum anderen machte. Bei Fjörgyn ließ gerade die Aufmerksamkeit nach und das Seitwärts über die Stange klappte nicht mehr einwandfrei. „Lege mal eine Pause ein, spiele das Friendly Game und mache dann weiter.“ meinte ich lächelnd zu Fynja und seufzend nickte sie mir zu. Dreamer hatte inzwischen kaum noch Probleme mit der Plane und Zai wusste nicht weiter. „Übe doch schon einmal für die kommenden Stationen. Rückwärtsrichten, seitwärts gehen, einfach auf deine Kommandos hören.“ Zai dankte mir und machte direkt weiter. Bei Jessica und Possibility lief es auch ganz gut, nur die Vorhandwendung an der Hand schien nicht ganz zu laufen. „Du stehst nicht richtig.“ meinte ich zu Jessica und erklärte ihr, dass sie sich nicht schräg neben Possibility positionieren sollte, sondern vor ihm aufgerichtet stehen bleiben sollte und den Stick als Verlängerung ihres Armes nutzen sollte. Sofort war der Hengst nicht mehr verwirrt von der Haltung seiner Besitzerin und es gelang im doch ganz gut.
      Nach einiger Zeit wechselten die Paare die Stationen und die Arbeit ging von neuem los. Immer wieder besuchte ich die Paare und gab neue Tipps, erklärte das ein oder andere neu und zeigte es gegebenenfalls einmal. Die Stunde war schneller herum als gedacht und trotz des neuen Wissens waren Pferd und Mensch doch froh, jetzt erst einmal Pause haben zu dürfen.
      Nach dem Mittagessen ging es direkt weiter mit der nächsten Gruppe um 14 Uhr. Wieder waren ihr alle in der Halle versammelt. Als erste fragte ich die Kursler, wie ihre Pferde heute drauf waren, das war bei allen drei wichtig. Cai stand bereits mit angelegten Ohren neben Maren, von der gestrigen Trainingseinheit war nicht mehr viel zu sehen. Finlay war erneut am einschlafen und Erutan zappelte munter herum, so wie sie mich gestern verlassen hatten. „Heute geht es direkt mit der Praxis los. Da eure Pferde ungern warten, spare ich mir die Erklärungen und leite jeden selbst ein. Zu Beginn spielt ihr aber erst einmal das Friendly Game und das Yo-Yo Game, damit eure Pferde aufmerksam werden.“ meinte ich lächelnd. Altair hatte ich nicht mit, denn mit den Pferden hier würde ich genug zu tun haben. Als erstes pickte ich mir Kathi und Finlay heraus und brachte sie zu einer von mir gewählten Station, nämlich zu der einzelnen Stange. „Erst einmal machst du Finlay etwas munter. Spiele das Driving Game und bewege ihn in alle drei Gangarten über die Stange, dabei muss er aufmerksam bleiben, denn sonst stolpert er.“ meinte ich grinsend und tätschelte Finlay den Hals. Dann erklärte ich Kathi noch den Sinn der Stange, durch welche sie Finlay Bein für Bein kontrollieren sollte. „Greife ruhig konsequent durch, wenn er auf deine Hilfen nicht reagiert, denn bei Finlay ist das eindeutig Faulheit.“ Kathi nickte mir zu und ich ließ die beiden erst einmal alle. Als nächstes holte ich mir Maren und Cai und brachte sie zum Stangen-L. „Heute wirst du Cai zeigen, dass du die Führerposition in eurer Beziehung besitzt. Gehe erst einmal mehrfach vorwärts durch das L und übe dann zuvor noch die Vorhandwendung, denn mit dieser fädelst du Cai dann in das L ein, um es rückwärts zu durchqueren. Wenn Cai rückwärts gehen muss, muss sie dir automatisch vertrauen und da sie sicherlich gewillt ist, die Aufgabe zu lösen, wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als dir zu vertrauen.“ erklärte ich, Maren war jedoch schon voll in ihrem Element, dass sah ich in ihren Augen, so dass ich die beiden in Ruhe ließ. Das letzte Paar waren Alessia und Erutan Wishes. Die beiden schickte ich erst einmal zur Plane, auf welcher sie verschiedene einfache Übungen machen sollten, ehe sie dann an der Bande die Renvers und weitere Seitengänge trainieren konnten.
      Schnell hatte ich alle Paare untergebracht und beobachtete sie aufmerksam. Bei Alessia gab es kaum Probleme, seitdem sie mit mehr Ruhe an die Sache ging und Erutan zu verstehen gab, dass es erst Lob gab, wenn auch ein Signal das Kunststück gefordert hatte. Kathi war mit feurigen Eifer dabei und brachte ein wenig Schwung in den dicken Finlay. Der wurde allmählich munter und bewegte seinen kugelrunden Bauch durch die Halle und schien gefallen an den Seitengängen zu finden, welche ihm aber wirklich lagen. Bei Maren und Cai hatte es zu Beginn nicht geklappt. Cai war gestiegen und hatte sich geweigert, dass L rückwärts zu betreten. Streng hatte Maren sie zurechtgewiesen, in die Anfangsposition zurückbefördert und noch einmal neu begonnen und zwar so lange, bis Cai ihr endlich folgte und die Aufgabe löste. Nach einer Viertelstunde stand dann ein Wechsel der Stationen an und die Arbeit der Paare begann von neuen. Doch wieder waren alle mit Feuereifer dabei. Ich gab hier und da Tipps, erklärte dort noch einmal etwas und nahm auch einmal selbst das Seil des Pferdes in die Hand, um sowohl Reiter als auch Pferd zu helfen. Die Zeit flog davon und schneller als gedacht war auch diese Stunde herum. Ich verabschiedete meinen Kurs bis 16 Uhr, wo es dann zur zweiten Videoanalyse kommen würde.

      Erneut saßen wir in dem kleinen gemütlichen Raum beisammen und beobachteten die bewegten Bilder auf der Leinwand. Die Mädels hatten sich meine Tipps von gestern zu Herzen genommen und sie auch oftmals sehr erfolgreich ausführen können. Manch einer, besonders Kathi, erkannte sein Pferd auf den Videos kaum wieder. Auch Maren war fasziniert, wie fließend das alles zwischen ihr und Cai aussah, obwohl es sich eigentlich gar nicht so angeschaut hatte. „Wichtig ist, und das dürft ihr nie vergessen!, ihr müsst euer Pferd fühlen, nicht nur sehen.“ erklärte ich und zeigte ihnen bestimmte Szenen wo sie immer die Augen auf das Pferd richteten und nicht von ihm abließen. Die Videoanalyse zog sich circa zwei Stunden und jedem Paar hatte ich ein Skript ausgearbeitet, was extra für es gemacht worden war. Dieses konnten sie als Denkstütze mit nach Hause nehmen und ich hoffte sehr, dass es ihnen auch helfen würde.
      Gemeinsam und fröhlich plaudernd wanderten wir in den Essensraum, wo schon frisches Rührei mit Spinat auf uns wartete. Sicherlich nicht von allen das Lieblingsessen, aber es schmeckte wirklich sehr, sehr gut. Da gerade einmal alle da waren, stand ich auf, um noch eine kleine Ansage zu machen. „In einer halben Stunde, also 19 Uhr, lade ich alle ganz herzlich zu einem abschließenden Ausritt ein! Für diejenigen ohne reitbares Pferd ist natürlich auch gesorgt!“ meinte ich lächelnd und alle nickten zustimmend. So ging es nach dem Abendessen direkt hinaus in den Stall, wo alle ihre Pferde fertig machten. Elisa begleitete uns mit ihrer Knabstrupperstute Sambuca, außerdem lieh sie Maren ihre Mixstute Delite und Alessia bekam den Reitponyhengst Sonic Syndicate, welche sich sofort verstanden. Ich machte Altair fertig und hatte meine Tinkerstute Magic für Zai mitgebracht. Als alle fertig auf ihren gesattelten Pferden saßen, ritten wir gemütlich los. Elisa ritt voraus, denn sie kannte das Gelände rund um Crown Hill am besten. Wir anderen ordneten uns bequem ein, so dass immer Zweier-Grüppchen entstanden. Ich ritt mit Altair neben Elisa und besprach mit ihr den Ritt. Locker durchquerten wir den kanadischen Wald und kamen kurze Zeit später an einem breiten Fluss heraus. Elisa wusste natürlich, wo man ihn gefahrenlos überqueren konnte und dieses Erlebnis war für einige Pferde und Reiter vollkommen neu. Genauso wie die Elchkuh, welche weiter hinten am Ufer trank. Im flotten Trab erklimmten wir einen Hang und hatten den schönsten Blick über das gesamte Gelände. „Wow! Da ist eine Bisonherde!“ rief Alessia begeistert und deutete nach unten auf die grünen Wiesen. Elisa und ich grinsten uns an, denn für uns war das inzwischen der Alltag, für andere was dies immer noch etwas unglaubliches.
      Den Heimweg besiegelten wir mit einem kleinen Wettrennen und wir waren wohl alle erstaunt, als sich Finlay für die ersten fünf Minuten an der Spitze hielt, ehe er allmählich langsamer wurde. Gewinnen tat letztendlich Fynja mit der flotten Fjörgyn, welcher das Rennen sehr viel Spaß gemacht haben musste, denn danach war sie aufgeregter denn je. Als wir wieder auf dem Gestüt waren, versorgten wir gründlich alle Pferde und fütterten direkt noch. Dann holte uns auch schon Matthew ab, um die letzte Überraschung zu offenbaren: Für unsere Gäste hatten wir im Garten ein großes Lagerfeuer geplant! Es gab Marshmellows und Knüppelteig für das Lagerfeuer und Matthew grillte sogar für uns. Gemeinsam genossen wir den warmen Sommerabend am Lagerfeuer, lachten und erzählten uns noch viele Dinge.?

      Am nächsten Morgen sahen wir alle aus wie ein elender Haufen. Fast jeder besaß Augenringe und schien kaum aus dem Bett zu kommen. Es war bereits kurz nach sieben und das Frühstück wartete schon auf einige, denn so mancher hatte heute eine lange Reise vor sich. Die Lunchpakete für alle waren schon gepackt und standen bereit auf einem Tisch, von wo sich jeder eins mitnehmen konnte. Als erste verabschiedete sich Maren schon in aller früh. Wir hatten ihr noch bei dem Verladen von Cai geholfen und dann machte sie sich auch schon auf den Heimweg nach Polen. Kathi und Fynja verabschiedeten sich gegen acht Uhr und fuhren auf eine lange Reise los. Jessica ließ sich noch ein wenig Zeit und genoss stattdessen noch einmal die herrliche Landschaft mit einem kleinen Ausritt gemeinsam mit Possibility. Zai blieb auch noch ein Weilchen bei uns, denn sie war der Meinung nicht gar so lange nach Hause zu brauchen, außerdem schien sie sich sowieso nicht wirklich von Kanada trennen zu wollen. Alessia hatte noch einmal einen Spaziergang mit Erutan gemacht, ehe das kleine Shetty verladen wurde, wir Alessia noch ein Lunchpaket in die Hand drückten und sie verabschiedeten. Gegen Mittag machte sich dann auch Jessica mit ihrem Westernhengst nach Hause. „Es war herrlich bei euch!“ schwärmte sie begeistert und blickte sich noch einmal sehnsüchtig um. Auch Zai verließ uns dann nach kurzer Zeit und plötzlich war es auf dem Hof wieder ganz ruhig. „Na, und wie fühlst du dich?“ fragte mich Elisa grinsend und auch ich strahlte von einem Ohr bis zum anderen. „Es war toll!“ meinte ich glücklich und half Elisa bei der Auffrischung von Gästezimmern und Offenställen. Ein langes, aber wundervolles Wochenende war nun vorüber.
      Aug 15, 2014
    • vampyrin
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      Täglicher Arbeitswahnsinn oder
      'Wie Smaug vor die Kutsche kommt'

      © Ravenna

      Sarah
      Cayden

      „Hab Smaug heute morgen nochmal ein wenig im Training gehabt“ kam Hansi herein und gesellte sich zum Mittagstisch – ich war in der Planung eines Besuches von Vina, dort würde ich eine ihrer Stuten zu mir nehmen und ihre beiden neuen Pferde trainieren. Hansi derweil wollte sich um den Gelderländer kümmern, damit dieser eingefahren wurde. „Ja die Langzügelarbeit war ihm ja nicht unbekannt und das Zuggeschirr hat er die letzten beiden Wochen ja auch schon dabei getragen.“ Hansi grinste mich dann über den Tisch hinweg breit an „Ich hab ihm heute einfach mal einen Reifen hinter ihn gemacht“ ich schluckte hart – Smaug war brav, aber erst seit zwei Wochen im Training für die Kutsche, jetzt schon ein Gewicht zu ziehen? „Wahnsinnig brav, stiefelte durch die Bahn als hätte er nichts anderes in seinem Leben je getan, aber was soll es auch anders sein. Die Rasse ist mit einer Kutsche am Arsch so gesehen geboren.“ Dabei kratzte er sich leicht an Kind und grinste unverfroren in meine Richtung. Ich rollte ein wenig die Augen, nickte dann „Ich vertraue darauf ,dass er bei dir eine Menge lernt, aber geh es nicht zu schnell an, wenn er auch so brav ist – man kann schließlich nie wissen.“

      Mit der Hand griff ich nach einem der Teller, der mir von Sarah entgegen gehalten wurde. Natürlich war sie berechtigt in ihrer Sorge um den Hengst, aber ich hatte ja mittlerweile Erfahrung im Training der Pferde. Aiden und ich beeilten uns mit dem Mittag zusehends, denn wir hatten noch den Paddock der Hengste zu reinigen und eine Box vorzubereiten. Sarah hatte sich während des Filmdreh´s in eine der mitgebrachten Stuten verliebt, nach langem hin und her mit Theo hatte der sie schlussendlich verkauft. Argo - dem Pferd aus der Serie Xena nachbenannt, war seit frühsten Jahren ein Filmpferd der extra Klasse, in einigen Serien und ein paar Filmen war sie mit von der Partie gewesen, sogar als das Pferd eines Lakotahäuptlings war sie schon dabei gewesen. Heute würde sie im Laufe des Nachmittags ankommen, da gab es noch eine Menge zu tun.

      Argo mümmelte zufrieden an ihrem frisch gebrachten Heu, ließ sich von Kürbis aus Gesellschaft neben sich gar nicht ablenken in der Box – natürlich, sie war es auch gewöhnt. Ich strich ihr mit der Hand über die weiche Nüster, verabschiedete mich auch von Kürbis und kehrte zu meinem eigentlichen Job – Smaug zurück. Gemeinsam mit Aiden wollten wir erst einmal die Kutsche mit dem Transporter bei Julie abholen, wo sie noch immer stand. Anschließend die Stute Willow einspannen, mal sehen wie Smaug auf die Stute, die Kutsche und das mitnehmen reagieren würde, dann konnten wir ihn daran ein wenig gewöhnen. Sollte er das gut verkraften hatte ich bereits vor ihn etwas ins kalte Wasser zu schmeißen und vor die Kutsche zu spannen – oder eher das Trainingssulky, welches wir auch für Willow zu Anfang genommen hatten. „Los Komm, wir müssen los.“ Drängte Aiden bereits, also schwang ich mich hinter das Steuer, legte den ersten Gang ein und wir rollten die Einfahrt des Hofes hinaus. Die Fahrt würde nur knapp 5 Minuten dauern, also würde das kalte Auto sich nicht so schnell erwärmen. „Wirklich kalt geworden in den letzten Tagen“ murrte ich – ich hasste den Winter, zu allem Übel war hier auf der Insel auch noch der Nebel – momentan hatte man manchmal nicht mal Sicht auf 50 Meter, wenn überhaupt. Über Weihnachten hatte ich ursprünglich vorgehabt nach Deutschland zu meinen Eltern zu fliegen, doch hatte mich Sarah zu einem Ausritt zusammen mit Siobhan und Ty eingeladen, sodass ich meinen Eltern abgesagt – es war das einfach nicht wert…weder den Stress noch den Rest. „Tja…du hast Glück den letzten Winter nicht gesehen zu haben, da lag jetzt schon sehr hoch Schnee, dieses Jahr haben wir wirklich Glück.“ Aiden war hier geboren, oder zumindest in Schottland – er sprach Deutsch mit deutlichem Akzent, lernte jedoch außerordentlich schnell, wobei wir auch oftmals ins Englische sprangen, damit auch ich lernen konnte.

      Mit der Stute am Zügel – der Kutsche hinterher liefen wir neben einander her – Smaug zeigte sich mal wieder wunderbar diszipliniert, beäugte nur Willow von Zeit zu Zeit. Diese jedoch ignorierte den Hengst weitestgehend, suchte ihr Heil in der Arbeit womit die Arbeit sehr gut von der Hand ging. „Lass und eine kleine Runde um den Hof drehen mit den beiden“ schlug Aiden vor, also setzte sich mein Freund auf den Kutschbock, ich stieg hinten auf und führte Smaug um die Kutsche herum damit er dahinter laufen konnte. Und so setzte sich unser Tross in Bewegung, während es langsam begann zu dämmern – zumindest vermutete ich dies, denn der Nebel verdeckte die Sonne. Im Trab trottete Smaug hinterher, nahm ein wenig an Tempo zu und befand sich nun neben der Kutsche – mir gelang es nicht den Strick schnell genug herum zu dirigieren und quetschte mir dabei den Daumen ein. Mir gelang es nur knapp einen Laut des Schmerzes zu unterdrücken, leicht schüttelte ich die Hand – die Stelle puckerte und begann bereits ein wenig blau zu werden. Na Klasse…..

      Zumindest hatten wir das Training von Smaug ein ganzes Stück weiter angekurbelt, Aiden und ich wollten nun jeden Tag eine solche Tour machen – denn auch für Willow war es Training für ihre Distanzturniere.

      Betreten senkte ich den Kopf – „Verdammt!“ murmelte ich. Cayden sah mich verwirrt an, legte den Kopf schief wie er es so oft tat. „Meine Eltern wollen zu Weihnachten hier her kommen!“ Auch Cayden schwieg einen Moment, während Kathi ungerührt in die Runde fragte „Was ist daran so schlimm?“ Erst rangen wir beide ein wenig an Worten „Naja, sie wissen noch nicht das wir uns verlobt haben, außerdem sind sie manchmal ein wenig anstrengend. Zudem feiern wir beide ja Weihnachten als Paganisten gar nicht offiziel – wir feiern bereits am 21.12 Yule und das haben sie bis heute nicht verkraftet.“ Meinte Cayden etwas zerknirscht. Wir berichteten vom letzten Jahr, dass wir beide bei ihnen verbracht hatten – als frisches Paar gemeinsam. Wir hatten keinerlei Geschenke mitgebracht, keine erwartet und das war etwas…naja weniger gut angekommen. „Im Grunde müssen sie es nun akzeptieren, dass hab ich auch schon am Telefon gesagt. Nur muss ich Vina Bescheid geben, dass es in diesem Monat wegen des Besuches nicht klappt.“
      In der Zwischenzeit beendeten wir unser gemeinsames Frühstück – heute waren Kathi und ich an der Reihe die Pferde zu versorgen, während sich Aiden und Cayden der Bewegung von Darym und Ikarus kümmern wollten, da noch kein Schnee lag wollten sie auf die Militarystrecke. Ich freute mich so unfassbar, dass sich Cayden so mit seinem neuen Hengst verstand. Hansi würde sich wieder dem Training mit Smaug widmen – nach über einer Woche lief der Hengst nun vollkommen sicher vor der Kutsche. Gerne hätte ich den Hengst mit einem der anderen zusammen angespannt, doch waren sie von der Größe her ziemlich unterschiedlich. 2Hansi? Was hast du heute vor mit Smaug?“ Der große Blonde Mann war noch beschäftigt unseren Abwasch zu erledigen und drehte mir bei seiner Antwort nicht den Kopf zu. „Da der Kleine jetzt so gesehen als Eingefahren gilt, hab ich auch gestern schon mit dem ersten Parcours für Turniere begonnen, wenn er in der A starten will.“ Ich nickte, dass würde Salera sicher freuen, denn der Hengst war jetzt bereits das November wieder hier in Schottland bei uns. „Sehr schön! Dann werde ich mich heute mal ein wenig Argo widmen und Bucks ein wenig bewegen. Die Mädels kommen später und wollen Little Grey und Kürbis auf dem Platz reiten, hast du da vielleicht ein Auge drauf?“ Hansi trocknete sich die Hände ab, nickte ebenfalls und damit verstreuten wir uns wieder in alle Richtungen auf dem Hof. Jeder ging seiner heutigen Arbeit nach – vom Stress her ließen wir uns wegen Weihnachten überhaupt nicht einnehmen. Am Nachmittag schaute ich nochmal bei Siobhan und ihrem kleinen Fionn vorbei – wahnsinnig, wie das Baby nun doch langsam nach einem Menschen ansah.

      Dec 14, 2014
    • vampyrin
      Die Sache mit der Stallgasse
      © Ravenna & väämp

      Sarah

      Kathrin
      Hansi

      Wir hatten die etwas stressigen Weihnachtsfeiertage mit meinen Eltern wunderbar hinter uns gebracht, am zweiten Feiertag hatten wir gemeinsam Siobhan und den kleinen Fionn besucht. Die Mutter von Ty und meine hatten der Mutter kaum eine Chance gegeben ihn zu halten – dabei hatte ich beinahe Tränen in den Augen gehabt. Nie würde meine Mutter einen eigenen Enkel in den Armen halten, das tat mir irgendwie dann doch Leid. Silvester war hier auf der Insel und in näherer Umgebung nicht viel los gewesen – umso besser war es für die Pferde gewesen. Zwar hatten wir gemeinsam ein wenig gefeiert, aber nicht sonderlich groß, die Arbeit musste weiter gehen.
      Freudig stand ich nun am Rande des Offenstalles beobachtete die Hengste, die mit dem gerade zu ihnen gelassen Gwyn umher tobten, sich aber nach wenigen Minuten schon wieder beruhigten. Es freute mich besonders, dass sich Draki und auch Moon so Klasse in unsere recht große Hengsttruppe integriert hatten – klar durch ihre kleinen Verletzungen standen sie nachts lieber drinnen in den Boxen, aber jeden Morgen kamen sie zu den anderen raus. Zwar hatte ich Moon eine Decke für den Winter geben wollen, doch Cayden winkte ab, da dies nur den Wärmehaushalt des Hengstes stören würde, Recht hatte er ja dabei. Gwyn hatte ich heute morgen leicht lahmen sehen, also hatte ich ihn aus dem Offenstall geholt und das rechte Vorderbein untersucht – da es jedoch weder heiß war oder geschwollen hatte er sich vielleicht erstmal nur vertreten. An die Pinnwand im Stall hatte ich gleich einen Zettel gepinnt, dass Gwyn beobachtet werden sollte, dann hatte ich die Zeit gleich genutzt um den Hengst ein wenig zu putzten.
      Ein Blick auf das Display meines Handys verriet mir die Uhrzeit – fast 9 Uhr – bedeutete unser Frühstück stand gleich an! Somit bewegte ich mich durch den feinen, aber zutiefst nervigen Nieselregen hinein ins Haus – das schlimme war gar nicht die Nässe an sich, aber wenn es mehrere Tage nur durchregnete, man durch den Nebel fast nichts sah und der Wind einem um die Ohren pfiff – machte die Arbeit im freien kaum Spaß. Zumindest ging es mir so…manchmal auch Hansi, diejenigen unter den Mitgliedern des Hofes die sich schon ewig in Schottland aufhielten oder gar hier aufgewachsen waren, tja die schienen dieses Wetter vollkommen zu ignorieren. Im Vorflur entledigte ich mich meiner gefütterten Gummistiefel, sprang ein wenig auf der Stelle um die innere kälte meiner Glieder loszuwerden, da ging die Tür erneut auf und Aiden kam mit nassen Haaren hinein. Zusammen mit ihm hatten wir seit um sieben den Paddock von den gröbsten Pferdeäpfeln befreit und die Pferde mit frischem Heu versorgt. Hansi hatte sich dazu bereit erklärt Moon und Draki zu den anderen zu stellen, während Cayden und Kathi sich heute um unser Frühstück kümmerten. Ich mochte diese Art der Aufgabenverteilung, rieb mir ein letztes Mal die Hände aneinander und hielt Aiden dann die Tür zum Rest des Flures auf. „Hinein in die gute Stube“ meinte ich und folgte ihm auf dem Fuße in die gemeinsame Küche des geräumigen Haupthauses. Mit einem plumpsen ließ ich mich an meinem Platz nieder, legte die Hände wohltuend um die Warme Tasse Tee und versuchte nippender Weise ihn mir einzuflößen. „Also…ganz ehrlich, wenn wir bei der Stallgasse nicht bald etwas tun, dann brech ich mir bei den dämlichen Holpersteinen noch den Hals!“ murrte ich ein wenig in die Tasse. Die anderen hatten sich auch bereits an den Tisch gesetzt, sodass sie auch mitbekamen wovon ich rede. Hansi warf ebenfalls eine Tirade gegen die Stallgasse ein – klar sie und der ganze Stall war noch aus der Gründungszeit des Hofes und man hing an der Nostalgie. Die alten Holzbalken, die Mauern aus Stein ließen einen an das Mittelalter denken, wenn man darin stand – aber nicht nur wir hatten Probleme mit den holprigen Steinen der Stallgasse, auch die Pferde eierten darüber hinweg. „Bevor wir hier im Haus neue Möbel besorgen, will ich erst die Stallgasse ordentlich haben – da ist mir die Nostalgie ehrlich gesagt egal!“ meinte Hansi – zwar war er mittlerweile ein Angestellter und durfte viele Entscheidungen treffen, doch die höchste Entscheidungsgewalt lag bei Kathi und Cayden, nach unserer Hochzeit auch bei mir.


      „Glaubst du wirklich ich hätte etwas dagegen? Diese Steine sind eine verdammte Todesfalle!“, murrte ich und streckte meine Hände aus um die verkrusteten Stellen zu zeigen, die ich mir am Vortag eingefangen hatte, als ich mich lang auf die Nase gelegt hatte.
      „Von dem Azubi den wir bald kriegen hatte ich euch erzählt richtig?“
      Schweigen.
      Alle in der Küche sahen mich ratlos an und ich meinte im Hintergrund die Grillen zirpen zu hören.
      „Es ist Winter, es gibt keine Grillen!“, murmelte ich. Obwohl ich nicht gedacht hätte, dass dies überhaupt möglich war, wurden die Blicke noch ratloser.
      „Oh.. also, wir kriegen vermutlich bald einen Azubi zugeteilt, ich habe letztens die Prüfung abgelegt und wir sind jetzt offiziell ausbildungsberechtigt. Hatte ich das echt nicht erzählt?“
      Schweigen.
      „Leute?!“
      Ich sah wie Hansi langsam den Kopf schüttelte. „Jetzt wisst ihr jedenfalls Bescheid!“, schmollte mich und vergrub mich hinter meiner Kaffeetasse.
      Den Rest des Frühstücks unterhielten wir uns nur noch über Belanglosigkeiten, dann sahen alle so schnell es ging zu, dass sie an die Arbeit kamen.
      Eigentlich hatte ich den Auftrag einen Handwerker zu finden, der die Stallgasse ausbessert, gerade an Cayden abschieben wollen, da war er auch schon an mir vorbeigehuscht und hatte die Tür hinter sich zugeworfen.
      „War ja klar, jetzt darf ich mich wieder um den langweiligen Mist kümmern“, zischte ich leise, schenkte mir noch einen Kaffee ein und begab mich dann Richtung Büro um die Arbeit rasch hinter mich zu bringen.


      Nachdem Kathi die Sache mit dem Azubi erwähnt hatte, hatten es seltsamerweise alle sehr eilig an die Arbeit zu kommen. Ich begleitete Aiden schnell in den Stall um mir Gwyn zu sichern, bevor jemand anderes die Möglichkeit hatte. Auch wenn ich es niemals zugeben würde bedeutete mir der Hengst verdammt viel, man konnte ihn fast als mein Lieblingspferd bezeichnen. Ach, streichen wir das 'fast'.
      'Gwyn's Bein beobachten', entzifferte ich aus der schnell hingekrakelten Notiz an der Pinnwand mit etwas Mühe. „So'n Mist!“, fluchte ich, dabei hatte ich eigentlich mit ihm auf den Geländeparcours gewollt.
      „Viel Spaß dabei Gwyn zu putzen!“, hörte ich Aiden aus einer der Boxen lachen. „Wieso?“, gab ich zurück, „ich dachte Sarah hätte das vorhin gemacht?!“
      „Mag schon sein, aber davon ist nicht mehr allzu viel übrig!“
      Wieder hörte ich ihn Lachen.
      „Du bist so ein schadenfrohes Ekel!“, zog ich ihn auf und seufzte laut als ich den (ehemals) schneeweißen Hengst sah, der mir freudig zuwieherte.
      „Du ebenfalls!“
      Er hatte sich offensichtlich gerade genüsslich im eigenen Dreck gewälzt und hätte so locker als Brauner durchgehen können. „Nein, nimm den Kopf weg!“, warnte ich, als er seinen großen, schmutzigen Schädel gerade an meiner Schulter reiben wollte. „Du bist 'ne elende Drecksau, weißt du das?“, murrte ich, trat einen Schritt zur Seite und gab ihm den Befehl aus der Box zu treten. Ein wenig stolz war ich schon darauf, dass er mir auf's Wort gehorchte, bei den anderen klappte das nie so gut. Gwyn stubste mir die Nase in den Bauch und ich musste unwillkürlich grinsen. „Abmarsch jetzt.“, befahl ich wieder etwas gefasster und der Hengst stellte sich mitten in die Stallgasse um sich nochmals gründlichst schrubben zu lassen.
      Gerade kämpfte ich mit einem großen Fleck auf Gwyn's Hinterteil, als Cayden mit Ikarus im Schlepptau den Stall betrat. Eine Weile gingen wir schweigend unserer Arbeit nach während im Hintergrund 'Heidevolk' aus den Boxen trällerten.
      „Könnt ihr diesen Krach nicht mal aus machen?“, knurrte Cayden, woraufhin er mit einen finsteren Blick von Aidan und mir bestraft wurde. Dennoch ging ich nach einem längeren Zögern zur Musikanlage und drehte sie leiser, aber nicht aus. Cayden konnte mit diesem 'Holländischen Käse', wie er es gerne nannte einfach nichts anfangen.
      Ich widmete mich wieder Gwyns Hintern und erneut herrschte Schweigen. Aiden räusperte sich. Wir blickten uns vielsagend an, die gleiche Frage auf den Lippen.
      „Uuund?“, sprach ich sie als erster aus „was hältst du von der Sache mit dem Azubi?“
      Einen Augenblick dachte ich er hätte mich gar nicht gehört und wollte die Frage gerade wiederholen.
      „Ich weiß nicht.“, murmelte er. Schweigen.
      Ich trommelte ungeduldig mit einer Hand auf Gwyns Rücken.
      „Ich weiß nicht.“
      „Du wiederholst dich.“, warf Aiden ein, allerdings so leise, dass nur ich ihn hören konnte.
      „Ich bin mir nicht sicher, ob wir wirklich schon wieder jemand neues hier haben müssen.“, dann fing er an zu grinsen. „Immerhin haben wir dich gerade erst halbwegs anständig erzogen.“ Die Bürste verfehlte Cayden nur knapp und fiel hinter ihm scheppernd zu Boden. Ikarus spitzte kurz die Ohren und verfiel dann wieder in seinen Halbschlaf.
      „Och ich weiß nicht, eine heiße Blondine die mir ein wenig zur Hand geht, hätte schon was.“, hörte ich Aiden lachen. Wir stimmten ein. Cayden verstummte als erstes und verfiel wieder in seine nachdenkliche Stimmung. „Aber was soll das heißen, wir kriegen einen zugewiesen? Nachher taucht irgendein Schwachkopf hier auf und bringt alles durcheinander..“


      „Wäre es dir lieber, wenn ich wieder den erstbesten Besoffenen vom Festival anschleppe, so wie Hansi?“, rief ich etwas lauter als beabsichtigt und sah belustigt wie Cayden zusammenzuckte. Hansi wollte wohl gerade zu einer Gegenwehr anstimmen, verstummte dann aber mitten im 'Eh', als er feststellte, dass er dem nichts entgegenzusetzen hatte. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht klopfte ich Cayden auf die Schulter. „Keine Sorge, das wird schon und es ist nicht so, dass wir den erstbesten Deppen von der Straße angedreht kriegen, das letzte Wort haben immer noch wir und die ein oder andere helfende Hand mehr kann wohl kaum schaden, allmählich wächst uns die Arbeit doch allen über den Kopf.“ Das schien seine Sorgen zumindest ein wenig zu zerstreuen. Gut gelaunt klatschte ich in die Hände. „Die Handwerker kommen übrigens in 2 Wochen.“ Mit diesen Worten auf den Lippen machte ich mich auf den Weg nach draußen um Argo einzusammeln, nicht ohne vorher die Musik wieder aufzudrehen wohl wissend was Cayden von dem 'Holländischen Käse hielt'.

      Ich kam gerade mit dem Hengst Bucks am Strick den Weg zum Stall hinauf – es regnete immer noch, dabei zog sich die Kälte bis in die Tiefe meiner Kleidung, sodass auch irgendwie das Gefühl hatte mir in die Hose gemacht zu haben. Ich seufzte betreten, froh gleich diesem Nebel – Nieselregen Gemisch aus dem Weg gehen zu können. Ich hatte bereits mit Braum ein wenig in der Halle longiert – der Kleine würde im Verlauf dieses Jahres ganz schonend angeritten werden und konnte sich bereits jetzt mit dem Gewicht eines Sattels anfreunden. Außerdem wollte ich später irgendwann mit dem Stutfohlen Primo Victoria ein kleines Führtraining für unsere nächste Fohlenschau machen. Bucks hingegen wollte ich ein wenig putzten – nachdem ich fast eine gute halbe Stunde damit zugebracht hatte ihn vom Paddock zu holen. Einerseits hatte es mich gefreut ihn wieder mit allen Hengsten in den Offenstall entlassen zu können nach seiner Genesung – er hatte ein Hufgeschwür gehabt, welches langsam aber sicher doch abgeklungen war. Auf der anderen Seite ließ er sich zwar mittlerweile „recht gut“ händeln, aber in vielen Situationen keilte er ohne ersichtlichen Grund aus. Aus diesem Grunde hatte ich auch den beiden Mädchen Maeve und Lia geraten von ihm Abstand zu halten, zumal sich Lia noch immer von ihrem gebrochenen Arm erholte. In letzter Zeit hatte ich mich oft in den Büchern wieder gefunden, im Internet geschaut und auch befreundete Trainer angeschrieben wegen dem „Problem“ mit Bucks. Im Grunde ging es ihm gut unter den Hengsten, er hatte seine Kumpels, genoss es draußen zu sein, sogar die Leckerli und Streicheleinheiten schien er zu genießen. Wir konnten alle nicht verstehen was in dem kleinen Pottockhengst so vor sich ging, klar war nur – er würde wahrscheinlich nie wie jedes andere Pferd werden, darin bestand aber auch ein Risiko für mich und jeden der ihn versorgte. Erst letzte Woche hatte er einen saftigen Tritt in Richtung Kathi ausgeteilt, dem sie nur knapp entgehen konnte. So in Gedanken versunken erschrak ich plötzlich als der Hengst gegen meine Schulter prallte – die Ohren tief angelegt. Kathi kam gerade aus dem Stall, in dem deutlich hörbar Musik drang, ich liebte die Tatsache,dass wir dort Boxen hatten! Bucks schien sich offenbar tierisch vor Kathi erschreckt zu haben, zappelte nun an der Hand und zeigte deutliche Ansätze vorn hoch zu gehen. Quietschend bewegte er sich plötzlich deutlich in meine Richtung, was mich dazu veranlasste den Strick sofort durch den Ring des Halfters gleiten zu lassen und aus der Bahn zu gehen. Wir nutzten nie einen Panikhaken, sondern nutzten einfach eine einfache Schnur, die problemloser durch den Ring zu ziehen war um aus dem Weg zu gehen. Im unruhigen Stechtrab bewegte sich der Hengst aus unserer Reichweite, drehte uns dann deutlich die linke Seite seines Körpers zu – nur allmählig schien die Fassung zurück zu kommen. Kathi war stehen geblieben, blickte zerknirscht lächelnd zu mir herüber – unser Sorgenkind! „Das fällt mir immer öfter auf….du bist von rechts gekommen….und schau er dreht uns seine linke Seite zu.“ Nachdenklich begann ich an meiner Unterlippe zu kauen, dachte an all jene Momente an denen er so reagierte. „Was sagst du dazu?“

      Wir sollten da dringend ‘nen Tierarzt drüber gucken lassen“. In Gedanken versunken beobachtete ich den Hengst, der immer noch etwas hin und her tänzelte. „Wollte Eddi nicht eh die Tage mal vorbeischauen? Dann kann sie ihn ja vielleicht gleich ein bisschen genauer untersuchen.“
      „Stimmt wohl.“
      „Gut, fragst du sie dann noch eben? Ich wollte gerade mit Argo ein wenig ausreiten, willst du mitkommen? Vielleicht kriegen wir die anderen Chaoten ja auch noch mit.“, grinste ich. „Jetzt mach dir keinen Kopf, so schlimm wird das mit Bucks schon nicht sein“, versuchte ich sie zu trösten, obwohl ich mir selber nicht sicher war, was ich von der Sache halten sollte.

      „Ja bitte, bringst du mir Yoomee mit?“
      „Klar.“

      Gut 10 Minuten später trat ich mit den beiden Ponys im Schlepptau wieder in den Stall und legte mich prompt lang über die Stallgasse.
      Argo legt die Ohren an, tänzelte ein paar Schritte zur Seite und sprang noch im selben Moment wieder zurück um Ikarus‘ Zähnen zu entgehen, wobei sie Yoomee gefährlich nahe in Richtung Wand stieß. Cayden reagierte zum Glück blitzschnell und trennte die Streithähne bevor schlimmeres passieren konnte.
      Hansi lachte.
      „Vollidiot!“, rief ich zu ihm rüber, murmelte Cayden ein zerknirschtes ‚Danke‘ zu und rappelte mich auf.
      „Sarah und ich wollen gleich ausreiten gehen, will wer mitkommen?“, fragte ich in die Runde und vergewisserte mich, dass die Pferde sicher angebunden waren.
      Eine Weile später verließen Cayden, Sarah, ich und Hansi, der etwas zerknirscht auf Ikarus saß, weil Gwyn leider noch nicht wieder ganz klar lief, den Hof. Eine Weile ritten wir schweigend den Trampelpfad entlang der von unserem Hof weg führte. Cayden eilte mit Darym ein ganzes Stück voraus, gefolgt von Sarah und Yoomee. Ich hatte schwer zu kämpfen mit Ikarus Schritt zu halten, offenbar war heute nicht Argo’s bester Tag.
      „Na, haste Angst dich nochmal auf die Nase zu legen wenn du zu schnell reitest?“, grinste Hansi zu mir herunter. Kurz darauf hatte er meine Gerte in der Seite. „Ich weiß schon warum ich die mitgenommen habe!“, lachte ich, als Hansi mich irritiert anschaute. „Und jetzt mal ein bisschen Respekt vor deiner Chefin, mein Lieber! Bevor du an mir rumkrittelst lern lieber mal das Einflechten!“
      „Da muss ich ihr allerdings rechtgeben, ich glaub die Knoten in Thowras Mähne krieg‘ ich nie wieder raus.“, grinste Sarah, die sich hatte zurückfallen lassen und nun neben mir ritt. Hansi öffnete den Mund und beschloss, dass es doch besser war nicht gleich ZWEI seiner Chefs gegen sich aufzubringen.
      „Cayden, wo willst du eigentlich so schnell hin?“, rief er stattdessen nach vorne, denn Pferd und Reiter waren bereits fast vollständig im langsam aufsteigenden Nebel verschwunden. Wir ließen die Pferde antraben um aufzuholen.
      „Also, wo wollen wir hin?“, fragte Sarah in die Runde.
      „Lasst uns die Runde am Meer lang nehmen, ich war schon ewig nicht mehr da!“, rief Hansi aufgeregt.
      „Och nööö..“, doch leider wurde meine fehlende Begeisterung einstimmig ignoriert und so schlugen wir den Weg Richtung Küste ein.


      Cayden – noch immer gut drei Pferdelängen vor uns – führte die Truppe hinunter zur Küste, auch wenn sich Kathi von dieser Idee nicht begeistern ließ. Für Yoomee und auch für Argo würde dies der erste Kontakt zum Meer werden. Ikarus wurde sichtlich schneller, kein Wunder, denn im Sommer hatten sich die Jungs hier unten Rennen geliefert. Zwar wurde der Vollbluthengst nun mehr auf Military trainiert, aber seine einstige Rennkarriere steckte ihm natürlich noch immer in den Knochen. Darym und Cayden hatten auch ihren Spaß am Sprung, denn der Hengst zeigte dafür wahrliches Talent darin. „Komm schon Kathi, zieh nicht ein solches Gesicht, oder hast du Angst nass zu werden?“ neckte sie Hansi von irgendwo weiter vorn und Kathi streckte ihm nur die Zunge raus. Ich beobachtete derweil unsere Umgebung, ganz anders als im letzten Winter in dem wir im Schnee versunken waren, gab es dieses Mal zwar eine Schweinekälte aber keinen Schnee. Noch jetzt lagen auf den Gräsern gefrorene Tautropfen, die den Eindruck von Schnee gaben. Erst in der letzten Nacht hatten wir Temperaturen von -10 Grad gehabt, sodass ich mich in meinen vielen Schichten von Sachen etwas ungelenk auf dem Pferd fühlte. Während allerdings mein Oberkörper wunderbar warm war, begannen meine Füße bereits in den Eisklumpenmodus zu gehen. Zwischen den Gräsern lagen mit ihrer dichten, weißen Wolle einige Schafe, die als solche beinahe nicht zu erkennen waren, sondern eher aussahen wie Nester. Als die Pferde den ersten Huf auf den etwas ungewohnt, tiefen Sand des Strandes setzten, senkten sie den Kopf um zu sehen was das denn genau war. Yoomee trabte etwas voran, ein kleiner Stechtrab mit hoher Beinaktion, da sie ganz offensichtlich den Sand nicht ganz Geheuer fand. Die anderen blieben stehen, bis ich mein Pferd etwas beruhigt hatte, dann ging es im Schritt weiter. „Langsam friert mir das Gesicht ein und meine Hände und Füße spür ich auch nicht mehr, dabei sind wir gerade mal ne Viertelstunde unterwegs“ stöhnte ich in Richtung Kathi, die mir nur einen erwidernden Blick zuwarf. Dann deutete sie nach vorn zu Ikarus, bei dem Hansi offensichtlich Probleme hatte ihn vom Schritt zu überzeugen. Gemeinerweise galoppierte sie nun an, preschte dicht zwischen Darym und Ikarus vorbei und rief irgendetwas das ich nicht mehr verstehen konnte. Auch ich gab Yoomee die Zügel und eine leichte Galopphilfe, folgte den anderen im rasenden Galopp. Argo und Kathi gelang es nicht lang an der Spitze zu bleiben, denn Ikarus holte sie in Windeseile ein, dahinter folgte Argo, die auch ordentlich Versengeld gab, dann kam Cayden auf Darym während ich das Schlusslicht bildete. Nach einer ordentlichen Runde im gestreckten Galopp parierten wir alle wieder zum Trab und anschließend zum Schritt durch. „Gewonnen“ feixte Hansi, grinste breit und hob die Faust in die Höhe – Ikarus stand bis knapp zu den Knöcheln im Wasser, während sich Kathi auf Argo von hinten nährte und ihm einen Stoß an der Schulter gab. Eigentlich nicht im bösen gemeint, verlor Hansi ein wenig das Gleichgewicht, dass Ikarus in dem Moment nervös zur Seite ging trug dann nicht gerade dazu bei das ihm wieder mehr Gleichgewichtssinn dazu kommen zu lassen. Da landete Hansi also im – wortwörtlich arschkalten Wasser und schneller als wir hätten „Achtung“ sagen hören können, war er auch schon wieder am Stand – seine komplette linke Seite war nass und einiges hing in seinen Haaren. „Okay, dann ist der Ausritt hier beendet – zurück zum Hof!“ kommandierte Cayden, der dem nun bereits ruhigeren Ikarus an den Zügeln hielt während Hansi mürrisch aufstieg. Ich jedoch wandte mich mit erhobenem Zeigefinger an Kathi „Lass solche Späße in Zukunft!“ befahl ich wobei ich mir ein fettes Grinsen ja doch nicht von den Lippen wischen konnte.
      Zurück am Hof versorgten wir die Pferde, gaben ihnen ein wenig Futter und schickten Hansi ins Haupthaus vor den Kamin. Anschließend teilten wir uns wieder auf, ich brachte die beiden Stuten zurück und Cayden die Hengste, während Kathi den Schmutz aus der Stallgasse etwas beseitigte – dieses Mal hatte sich keiner von uns auf die Nase gelegt. Cirilla und Primo befanden sich in einer der geräumigen Boxen, während wir den älteren Camilero zusammen mit Braum in einer anderen Box zu stehen hatten. Ansonsten befand sich kein Pferd in den anderen Boxen, morgen würde Smaug nun endgültig den Hof verlassen. Für heute jedoch hatten wir die Nase voll und gingen drinnen.

      Zwei Wochen später werkelten die Handwerker fleißig in der Stallgasse, der Termin für den Tierarzt war gelegt und Gwyn lahmte noch immer ab und an. Hansi jedoch war wegen einer Bronchitis erst einmal an das Bett gefesselt, da der Landarzt befürchtete daraus könnte eine Lungenentzündung werden. Kathi hatte ihm eine Tafel Schokolade als Entschuldigung geschenkt, sodass sie sich nun von neuem gemeinsam in die Pfanne hauen konnten. Braum machte im Round Pen mit dem baumlosen Sattel auf dem Rücken wirkliche Fortschritte und auch Aesi kam dem Thema einreiten immer näher. In der Arbeit vom Boden aus hatte sie etliche Erfahrung, Sattel und Trense waren ihr bereits geläufig und nach und nach würde ich mich auf ihren Rücken schwingen. Braum hatte jedoch noch eine ganze Weile Zeit bevor sich jemand auf seinen Rücken setzten würde. Argo hatte sich mittlerweile super eingelebt, wenn auch das Training etwas haperte, die Stute hatte in ihrer Filmzeit keine richtige Reitweise kennengelernt und die Dressur schien nicht ihr Steckenpferd zu sein. Kathi und ich spielten deshalb mit dem Gedanken, sie wie Stormbringer Western umschulen zu lassen. Aiden beschäftigte sich in der letzten Zeit besonders mit dem etwas fettleibigen Yael, damit dieser nicht noch weiter auseinander gehen würde und vor allem fitter. Zumindest zeigte der Hengst reges Interesse in der Dressur und wir wollten ihn einfahren in diesem Jahr um ihn für die kommende Turnier und Körungssaison vorzubereiten. Besonders legten wir auch Wert auf das weitere Training unserer Stuten, besonders der Connemaras damit wir bald mit ihnen auf geeigneten Krönungen starten konnten. Im Grunde jedoch legten wir nicht den kompletten Tag darauf aus, die Stuten und Hengste sollten einfach ihr Leben bei uns genießen können. Maeve und Lia waren jetzt in der Unterrichtsfreien Zeit oft auf dem Hof – kümmerten sich um ihre Lieblingsstute Soul Dance, gingen zusammen mit Draki und Moon spazieren und ritten fast jeden Tag. Noch mussten sie eine Menge lernen, das taten sie fleißig auf Kürbis und Eisblume, die als Lehrpferde wunderbar waren und lernten auch mit Soul Dance die Arbeit mit der Kutsche näher kennen. „Na wenn das so weiter geht, werden die beiden bald die Nachfolge hier antreten“ witzelte Cayden. Ich erwiderte darauf nichts weiter und biss in mein Toast belegt mit Käse, welches ich mir von drinnen mit gebracht hatte. Die Temperaturen waren noch immer kalt, aber man hielt es ganz gut draußen aus. Gamhain und Corvus erfreuten sich derweil an den Futterresten die Soul Dance rechts und links neben dem Futtereimer verteilte. „Mensch, fressen nicht ständig daneben schütten“ tadelte ich sie leicht und scheuchte die Köters beseite….ulkige Angewohnheit, die sie sich da angeeignet hatte. Ich strich ihr über die Rückenparte, flauschte durch das dicke Fell und erfreute mich einfach an der kleinen Stute. Es war Zufall gewesen, das ich ihre Verkaufsanzeige gesehen hatte und sofort ihre Besitzerin angeschrieben gehabt – ich und Amy waren es damals gewesen, die Soul eingeritten hatten. Das sich unsere Wege noch einmal kreuzen würden nachdem sie mit Pepe nach Kanada gegangen war, hielt ich zunächst gar nicht für möglich und nun befand sie sich in meinem Besitz. Sie war noch jung, hatte jedoch schon eine ganze Menge an gutem Training genossen. Es stand zur Debatte, sie vielleicht eine kleine Weile zu Vina ins Training zu geben zum Zirkuspony, doch so schnell wollte ich sie nun auch nicht wieder fort schicken – eine Reise nach Prag würde ziemlich lang für sie werden. Im Grunde konnte ich ihr einige Dinge auch selbst beibringen, oder Maeve und Lia würden dies sicher auch gern ausprobieren. Wundersam wie ich diese beiden Mädchen schon zum Inventar den Hofes zählte….
      Nach einer weiteren Woche sahen wir uns einer vollkommen erneuerten Stallgasse gegenüber in der weder wir noch die Pferde stolpern konnten. Kathi und ich „hüpften“ vor Freude durch die Gasse, grinsten uns beide Gegenseitig vollkommen dümmlich an und waren einfach nur froh. „So ist´s wirklich viel besser als der alte Zustand!“ sagte Hansi, der dick eingepackt, die Taschen mit etlichen Taschentüchern bestückt, noch immer heiser neben uns stand. Unmerklich hielt ich Abstand von ihm, da ich keinerlei Interesse daran hatte ebenfalls krank zu werden.
      Feb 8, 2015
    • vampyrin
      Willkommen Auszubildener!
      © BluePearl & Ravenna & väämp

      Sarah, Kathrin, Cayden, Meg, Killian


      "Fertig!" seufzt Cayden, lehnt sich in dem Stuhl weiter zurück, beginnt das Haarband um seine Haare herum zu lösen. In sanften Wellen fallen sie ihm den Rücken herunter. Auf nackten Füßen lief ich zu ihm hinüber über den Parkettboden, vor einem Jahr war dieser Dachboden noch nicht ausgebaut worden. Zwar waren es damals schon Dielen gewesen, doch musste man aufpassen das man sich ohne Schuhe keine Splitter in den Fuß jagte. Der Boden war das erste gewesen, dass renoviert worden war. Ansonsten hatte dieses Zimmer seinen Look behalten - graue Steine des Hauses zwischen den Steinen gab es einige Halterungen für Kerzen. Der große, aber vorallem alte Schreibtisch der darin stand diente Cayden als Arbeitsplatz. Auf ihm gab es etliche Kratzer seiner Vorbesitzer, auch an dieser Wand gab es Kerzen, die den Raum in heimeliges Licht tauchte. Zwar stand direkt neben ihm eine altersschwache Lampe, die jedoch selten brannte. Sacht ließ ich mich auf Caydens Schoß nieder, bis eben hatte ich auf der Chaiselounge gelegen mit einem Buch. Das geräumige Büro war an den Wänden nicht nur bedeckt mit einigen Kerzenleuchtern, sondern mit einer ansehnlichen Buchsammlung, die Dank mir auch immer größer wurde. "Was hast du da eigentlich gemacht? " fragte ich ihn leise flüsternd. "Ach ich hab Kathi die Abrechnung für das Futter und die Rechnung wegen der Stallgasse abgenommen. Außerdem alles geklärt damit Marens Caiphi hier unbeschadet auf dem Hof ankommt, sie kommt in zwei Tagen hier an." Ich nickte, ich hatte zugesagt die Stute von Maren einzureiten... erst vor ein paar Tagen war die da gewesen um sich wieder einmal Bucks zu widmen. Periodische Augenentzündung hatte die Diagnose gelautet... ihm die Arznei einzuflößen war nicht einfach gewesen. Ein leises Winseln ließ uns beide auf den Boden zu schauen, zu unseren Füßen hockte Corvus, wollte offenbar bei der Runde mitmachen. Mit seinen Rehbraunen Augen schaute er zu uns hinauf, im Sommer hatten wir eine Hundeklappe eingebaut, sodass sich nun beide Hunde entscheiden konnten ob sie im Stall oder Haus schlafen wollten. Gamhain jedoch schaffte es mit ihrer HD nicht mehr die Treppen hinauf, während Corvus also hier oben war hörte man Gamhain unten jammern. "Holst du sie hoch?" fragte ich an Cayden gewandt. Der Tag war angenehm gewesen, noch immer hing der Nebel in der Luft, es war kalt aber für wenige Stunden hatte die Sonne unsere Leiber beschienen. Argo befand sich bei Hansi im Training, meine Hilfskraft hatte mehr Erfahrung mit Westernlektionen. Aufgrund ihres bisherigen Daseins als Filmpferd war sie sowohl Western als auch Englisch "geritten", sie konnte auf Kommando halten und in jede Gangart wechseln, Dinge wie Versammlung, Haltung und Anlehnung waren ihr fremd. Da Argo eher an den Westernsattel gewöhnt gewesen war, hatten wir beschlossen sie ebenso wie Stormbringer Western auszubilden. Nun arbeitete Hansi fast jeden Tag mit der Palominostute, langsam gewann sie immer mehr an Muskeln dazu. Außerdem hatten wir in der letzten Woche zwei Neulinge dazu bekommen - Black Lemontree und Corry. Black hatte sich bei meinen Eltern schon einmal in meinem Besitz befunden...war der Vater von Blettur und somit Großvater von Uprising. Damit hatte ich nun drei Generationen an Islandhengsten bei uns, irgendwie freute ich mich daran. Corry war ebenso wie Soul Dance ein Exmoorpony, begabt vor der Kutsche und für sein Alter recht gelassen. Maeve kümmerte sich liebevoll um den jungen Hengst, im Round Pen hatte sie bereits auf seinem Rücken gesessen. Erst hatte ich die Überlegung gehabt ihn Kastrieren zu lassen, das Thema jedoch erstmal beiseite gepackt. Vor der Kutsche mit Soul wollte ich ihn dennoch mal probieren laufen zu lassen. Gemeinsam mit Cayden hatte ich begonnen die Lerneifrige Yoomee vor die Kutsche zu bringen - mit Willow im Gespann orientierte sie sich wunderbar an der erfahrenen Rappstute. Thowra hatte heute einen freien Tag gehabt, ebenso wie Kürbis. Letztere befand sich langsam im Aufbau Training nach ihrem Fohlen...für dieses Jahr hatten wir kein weiteres Fohlen mit ihr geplant. Ganz anders Greentea, die bereits tragend von Finlay war. Mit Yael hatten wir leider einen kleinen Rückschlag was das Gewicht anging, beim Holen seiner Sachen hatte sich der verfressene Hengst losgerissen und wahrhaftig den Weg in die Futterkammer gefunden. Erst bei meiner Rückkehr hatte ich sein Fehlen bemerkt und eine halbe Stunde mit suchen verbracht - ich hatte vermutet er sei zur Hengstkoppel gelaufen. Kathi hatte den Hengst schließlich in der Kammer entdeckt, seit dem Vorfall befand er sich in Boxenhaltung neben Bucks, seine Fütterung wurde kontrolliert und täglich ging es für ihn in die Führanlage, falls niemand die Zeit fand ihn zu longieren bis der Sattelgurt wieder ordentlich passen würde. Finlay dagegen hatte langsam eine schlankere Linie bekommen, was alle versammelten freute. Auch Gwyns Lahmen hatte sich verbessert, sodass Hansi auch ihn endlich wieder reiten konnte. Damit gingen Aiden, Hansi und auch Cayden fast jeden Abend noch in die Halle um ein wenig über die Hindernisse zu jagen, da die Geländestrecke noch etwas gefroren war. Cayden erhob sich aus dem Sessel, ich hörte wie er die knarzende Treppe hinunter lief und ein wenig schnaufend mit Gamhain auf dem Arm wieder hinauf kam. Corvus trappelte Rute wedelnd aus dem Raum und kam hinter der Bearded Collie Hündin hüpfend wieder hinein. Die beiden waren wirklich ein niedliches Pärchen geworden. "Ich staune das die beiden im Haus sind." sagte Cayden, da sie sonst lieber im Stall schliefen. Ich zuckte mit den Schultern "Wer weiß, vielleicht zu kalt draußen?" Cayden wuschelte Gamhain durch das Rückenfell, kam dann wieder zu mir an den Sessel. "Wollen wir ins Bett?" dabei sah ich wie er ein Gähnen nicht unterdrücken konnte. Sehnsüchtig starrte ich noch auf mein zugeschlagenes Buch hinüber, nickte dann jedoch, folgte ihm den Flur hinunter zu unserem Zimmer. Auch dieses Zimmer war eher rustikal als modern, doch genau dieser Stil gefiel mir besonders, zwar fehlten hier die Decken hohen Bücherregale unseres Büro´s , aber ein offener Kamin und das Bett in seiner Nähe sorgten für eine ähnliche bequeme Atmosphäre. Da ich vor knapp zwei Stunden Holz hinauf gebracht hatte, konnten wir nun ein Feuer in dem Kamin entfachen und ich schlüpfte unter die dicke Federdecke. „Morgen kommt der neue Azubi, ich bin wirklich gespannt auf ihn… auch wenn ich lieber auf eine weibliche Verstärkung gehofft hatte. Die anderen Bewerber haben aber einfach nicht so eine gute Figur gemacht wie Killian.“ Bemerkte ich zu Cayden, der sich gerade seiner Hose entledigte und anschließend zu mir unter die Decke kroch. Als seine kalten Füße meine berührten zog ich die meinen ein wenig weg, kuschelte den Rücken jedoch näher an seinen Oberkörper. „Wir werden es sehen, wann wollte er noch mal kommen?“ fragte er flüsternd irgendwo in meinen Haaren. „Puuh… irgendwie gegen Mittag, aber sicher bin ich nicht genau. Wir werden es beim Frühstück erfahren, denke ich.“ Setzte ich dazu, denn manchmal schlief Kathi doch etwas länger als Cayden und ich, die einfach Frühaufsteher waren – gegen 7 Uhr war unsere Nacht einfach vorbei. „Denke ich auch, aber er schien wirklich recht anständig und beim Probearbeiten hat er sich ja sowohl mit den Hengsten als auch den Stuten gut angestellt.“ Bemerkte Cayden, während ich bereits langsam dem Schlaf entgegen sank.

      Noch im Halbschlaf öffnete ich ein Auge und blickte auf meinen Wecker. „Verdammt!“, rief ich und war sofort hellwach. Es war fast halb 10, ich hatte mal wieder verpennt und um 11 sollte der neue Azubi hier aufkreuzen, was ich natürlich mal wieder vergessen hatte weiterzuleiten.

      In Rekordzeit war ich aufgestanden, geduscht und angezogen und hätte mich fast an meinem Toast verschluckt, während ich in den Stall hetzte. Keuchend stand ich in der Stallgasse und blickte mich um. Keiner da. „Hallooo?“, rief ich zaghaft ins Blaue hinein. Keine Antwort. „Na super, wo sind denn wieder alle?!“ murmelte ich und eilte in Richtung der Offenställe.
      „Wow, endlich mal etwas Leben hier“, rief ich Aiden zu der gerade mit der Schubkarre in einer Schlammpfütze steckengeblieben war. Nachdem wir sie mit vereinten Kräften hinaus gehievt hatten, verriet er mir, dass wohl zumindest Hansi und Sarah sich in der Reithalle aufhalten sollten.
      Ich bedankte mich für den Tipp und bald darauf hatte ich sie endlich gefunden.
      „Morgen!“, rief ich und die beiden wandten sich mir zu. Keiner schien sonderlich begeistert, dass ich mal wieder so spät dran war. „Hey, jetzt rück endlich mit der Sprache raus, wann genau soll Killian jetzt hier aufkreuzen?“
      „Um 11.“
      „Verdammt, so früh schon? Dann sollte ich mich wohl beeilen.“
      Jetzt wirkte sie noch weniger begeistert.
      „Wo ist Cayden, der muss doch bestimmt auch Bescheid wissen?“
      „Der ist grad erst weg, wollte ein wenig ins Gelände mit Darym. Aber wir brauchen den armen Kerl ja nicht gleich mit alle Mann belagern, dann kommt er halt später nach..“
      Damit war ich wohl knapp einer Kugel entgangen, ich wollte nicht noch mehr Ärger stiften und wandte mich an Hansi.
      „Ich wollte jetzt noch schnell sein Zimmer herrichten, wie sieht’s aus, kann ich mich in eure Wohnung trauen?“
      „Ach, über das bisschen Unordnung kannst du wohl hinwegsehen oder?“, grinste er zurück. Ich verdrehte die Augen und stieg die Treppe zur Wohnung hoch, die direkt über der Reithalle lag.


      Da Kathi noch einen Anruf bekommen hatte musste ich nun den Sitter spielen für unseren Jungspund auf dem Hof, Aiden hätte lieber ein Mädchen in unserer lustigen WG gehabt...aber man konnte ja nicht alles haben,was?
      Die Straße hinauf, Richtung Fähre in Craighnure führte mich die holprige Straße – nun parkte ich auf dem Platz, nahm das alberne Schild von Kathi entgegen auf dem in Gaelic und Englisch die Begrüßung von „Killian McKenzi“ stand. Also ging es nun zum Anleger, in der Ferne konnte ich bereits die Fähre kommen sehen, na immerhin war ich dieses Mal pünktlich. Eine kleine Flut von Menschen ergoss sich über den Anlegeplatz, ich präsentierte das Schild und wartete also bis ich ihn wieder erkannte oder er das Schild sehen konnte. Ob ich mich lächerlich fühlte? Und ob! Wie ich da also so mit dem Schild stand sah ich den leicht schlaksigen Jungen auf mich zukommen – er sah aus wie jemand der noch nie richtig hatte arbeiten müssen in seinem Leben. Mit Pferden konnte er umgehen, dass stand außer Frage – aber die Mistgabel konnte er noch nicht sonderlich schwingen. Auf Caed Crevan jedoch musste jeder seinen Teil beitragen, also würde aus dem schlaksigen vielleicht doch noch ein wirklicher Mann werden. Wobei nicht gesagt werden konnte, das er nicht ein hübsches Gesicht aufzuweisen hatte...irgendwie erinnerte er mich an jemanden. Genau das war mir bereits beim Vorstellungsgespräch und dem späteren Probearbeiten aufgefallen. Als wir an der Bushaltestelle vorbei zum Wagen liefen, sah ich das schwarzehaarige Mädchen von Siobhan dort stehen. Mit dem Handy in der Hand stand sie da, schaute auf die Anzeige der Buszeiten und verzog das Gesicht. „Die Kleine ist mir schon auf der Fähre aufgefallen, heißes Teil oder?“ meinte Killian zu mir, hatte mir in die Magengegend gestupst dabei. Mit hochgezogener Augenbraue sah ich ihn an „Heißes Teil, eh?“ meinte ich, schüttelte den Kopf...grün hinter den Ohren..Ich stiefelte zu ihr hinüber „Lost the bus?“ fragte ich sie, da ich nicht wusste wie viel Deutsch sie sprach. Mein Englisch war...nunja bescheiden, aber zumindest konnte ich es überhaupt!

      Na toll. Der nächste Bus würde erst in einer Stunde kommen. Und natürlich keinen Empfang. Das passt ja mal wieder gut zusammen. Ich könnte die Strecke laufen oder ich warte einfach. Zum Warten war es mir aber zu kalt. Ein Mann kam auf mich zu. Ich kannte ihm vom sehen her. Er gehörte zum Caed Crevan. „Yes. Can we speak german?“ Er nickte und so fragte ich: „Du fährst doch zurück zum Hof. Könntest du mich mitnehmen?“ Hätte ich nicht gewusst, dass er einer von Sarahs Angestellten war, hätte ich so etwas nicht gefragt. Für mich wäre es super, da ich so nicht warten musste. Meine Shoppingtour hatte ich beendet und es waren auch nur zwei Tüten. Ich brauchte mehr Reitklamotten.

      Durch das tägliche reiten brauchte ich öfters neue Handschuhe und auch mehr als zwei Reithosen. Vor allem, wenn es an die Turniersaison ging.
      „Natürlich, dann lernst du gleich unseren neuen Auszubildenden kennen – das ist Killian, soeben auch mit der Fähre hier angekommen“ stellte ich dem jungen Mädchen, den jungen Mann rechts von mir vor. Zusammen ging es dann also zum Auto, da auf dem Beifahrersitz der eigenwillige Russelrüde Corvus seinen Platz eingenommen hatte – verfrachtete ich die beiden Grünschnäbel auf die hinteren Sitze und machte mich auf die Heimreise – erst Richtung Classical Harmony und dann zu unserem Hof zurück. „Auf geht´s“

      „Wie lange bist du schon Auszubildende?...Ist die Schule eigentlich direkt hier auf der Insel oder wie läuft das hier?“ Hatte ich eine Planung? Nicht wirklich, Hauptsache ich musste nicht mehr bei meiner Mutter in der Wohnung in Edinburgh verbringen, langsam wurde es mir da zu eng. Meine Schule hatte ich fast 6 Jahre in Deutschland, bei meinen Großeltern absolviert, da meine Mutter gemeint hatte ich sollte so viele Sprachen lernen wie möglich. Zugegeben eine Sprachbegabung hatte ich wirklich, aber lies das jetzt nicht gern raus hängen. Aus blauen Augen sah sie mich, vollkommen frei von Unsicherheit von der Seite her an.

      „Ich bin Mittem im zweiten Lehrjahr, aber ich bin erst seit Ende Oktober hier. Mein alter Hof musste Insolvenz anmelden und da die Leiterin gut mit meiner jetzigen Chefin befreundet ist, hat sie sich darum gekümmert, dass ich hier meine Ausbildung beenden kann. Wenn du zur Grundschule möchtest, dann bist du hier richtig. Wir haben hier keine Schule. Es gibt Unterricht per Internet und ab und an müssen wir aufs Festland um Prüfungen abzulegen“, antwortete ich ihm. Er wusste aber schon, wie das mit der Ausbildung laufen sollte, oder? Er wirkte auf mich etwas verplant. Vielleicht lag es auch an der Tatsache, dass das gerade alles neu für ihn war. Ich glaube, ich war nicht viel besser als ich das erste mal gesehen habe wo ich arbeiten werde.

      Ich beugte mich ein wenig zu ihr herüber, der Typ vorn am Steuer sollte ja nicht gleich mitbekommen, dass ich oft ziemlich verpeilt und dazu noch faul war um irgendwas zu lesen „Ich hab die Unterlagen irgendwie im Zug liegen gelassen“ ich zuckte unbekümmert die Schultern. Irgendwie hatte ich mich immer durchgeschlagen, selbst durch die Schule – dabei war ich nicht mal ein schlechter Schüler, nur fehlte es mir bei vielem an Durchhaltevermögen. Ging es jedoch um die Pferde, da war ich sofort Feuer und Flamme, weshalb es mich freute die Ausbildung auf einem Hof wie Caed Crevan zu beginnen!

      Etwas besorgt schaute ich im Rückspiegel den beiden Grünschnäbeln zu, die sich wegen der vielen Sachen auf dem Rücksitz, eng aneinander quetschen mussten. Dieser Killian würde sich doch nicht etwa als einer dieser Womanizer herausstellen? Doch schätzte ich das junge Mädchen als Bodenständige Natur ein, zumindest machte sie diesen Eindruck auf mich. Ich zuckte leicht mit den Schultern, konzentrierte mich weiter auf die Straße – in knapp 5 Minuten würde ich das Mädchen eh auf ihrem Hof absetzten….verdammt das ich mir nie ihren Namen merken konnte.

      „Oh. Das ist ja blöd“, antwortete ich ihm. Kann ja mal passieren. Ich war anfangs auch etwas durch den Wind, als ich hier angekommen war. Es war alles so neu und schön gewesen. Auch die Begrüßung von Ty und Cayden war herzlich ausgefallen und man hat sich sofort wie Zuhause gefühlt. Anfangs hatte ich etwas Zweifel, dass es mit der Sprache schwer wird, aber das war unbegründet. Wir waren schon kurz vor Lochdon, sodass ich gleich auf dem Hof sein würde. Das wäre gut. Erstmal die neuen Sachen waschen und dann schnell einweihen. „Ich denke mal, dass sie dir bestimmt nochmal alles erklären werden, wie es ablaufen wird.“

      Gerade als ich ihr antworten wollte, hielt der Wagen an einem anderen Hof – dem Hof auf dem sich wohl wohnte - „Das denke ich auch“ bleibe versonnen sitzen, ehe ich merke...sie kann gar nicht aussteigen, wenn du es nicht tust. Mit der Hand fummelte ich an der Türklinke, gehe hinaus um ihr den nötigen Platz zu geben. „Wir werden einander sehen?“ stellte ich ihr offen eine Frage. Zumindest hätte ich dann jemanden, den ich auf dieser Insel kennen würde – in meinem Alter.

      „Wer weiß. Ich bin eigentlich immer hier auf Classical Harmony. Sarah besucht uns öfters. Du weißt ja, wo du mich finden kannst, wenn man sich nicht so mal sehen sollte“, antwortete ich ihm und nahm meine Einkaufstüten auf dem Kofferraum. Ob wir uns wiedersehen würden? Bestimmt irgendwann mal. Die beiden Höfe feierten öfters mal zusammen. Von daher würden wir uns schon über den Weg laufen. „Danke Hansi fürs mitnehmen.Das war echt nett von dir. Tschüss“, sagte ich zu dem Mann und schlenderte den Weg hoch zum Hof.
      Auf dem Weg zurück schien der junge Kerl recht dünn angebunden, doch mein Blick auf die Uhr verriet mir – ich musste mich langsam beeilen! Wir würden in weniger als einer halben Stunde besprechen wollen wer zum Distanzrennen kommen würde.

      Zusammen mit Cayden, Hansi(der etwas zu spät kam) und auch Julie,Kathi und natürlich Siobhan hockte ich mit der Liste der Anmeldungen am großen Küchentisch - wir hatten uns noch nicht 100% entschieden wen wir hatten nehmen wollen. Auch der neue Auszubildende hockte gleich mit bei dieser Veranstaltung. In den letzten zwei Stunden waren wir alle gründlich durchgegangen, hatten verglichen und schließlich schon zwei Entscheidungen getroffen. Auf unserer Liste standen bereits Django und Maren "Der Kleine ist zwar nicht sonderlich ängstlich, aber um ihn an die andere Umgebung hier zu gewöhnen, könnten wir ihn und Siobhans Falabellastute zusammen vor den Trainingssulky spannen - zumindest für´s erste." schlug ich dabei vor und bekam keinerlei Einwände. Da erhob Siobhan die Stimme "Ich dachte es sei eine gute Idee, Meg das Training mit Was immer du tust absolvieren zu lassen und später am Rennen teilzunehmen?" "Wunderbar! Dann kann unser Grünschnabel vielleicht gleich bei ihr mitmachen - als Zusammenarbeit?" warf Kathi fragend in die Runde. Siobhan überlegte kurz, nickte dann aber "Fänd ich gut" - auch Killian legte kein Veto ein.
      "Zurück zur Liste" ermahnte ich dann aber wieder - sonst wäre der Abend vorrüber und noch immer keine Entscheidung getroffen.
      Wir einigten uns auf Alicia und Nienke - sie würde einen eigenen Wagen mitbringen, was die Sache für uns erleichterte.
      Bei den Reitern und ihren Pferden knobelten wir eine Weile, dabei stand dort auch schon jemand fest "Vina kommt definitiv - sie war lange nicht hier und als Trainerin braucht sie nur eine Art der Anweisung, denn sie weiß auch wie man Ausdauer mit dem Pferd üben kann. So können wir uns auf die oder den letzten im Bunde sehr gut konzentrieren. Wobei eh jeder von uns einen der Teilnehmer betreut." warf ich bittend in die Runde. "Sieht aber ganz schön nach Freundschaftsbonus aus" murmelte Hansi leicht spöttisch(offensichtlich lauter als gedacht) zu Cayden. Trotzdem wurde der Vorschlag nicht abgelehnt und Vina und Wolfi landeten auf der Liste. "Dann darf ich jetzt aber auch entscheiden,ja?" kam Kathi in die Runde zurück, mit einer Tasse Kaffee, die dampfte und einen angenehmen Geruch verbreitete. In der anderen Hand trug sie eine weitere Tasse des schwarzen Gesöffs, die Hansi froh entgegen nahm. "Battle Scars - kommt zwar jetzt doof, wenn noch ein Tinker dabei ist, aber da entscheid ich jetzt in Symphatie für den Namen!" meinte sie leicht lachend, wobei Hansi und auch Julie sofort Partie ergriff. Ich schlug die Hände in die Luft "Ganz ehrlich reizen mich alle...aber so viel kann ich uns nicht zumuten und ehe wir jetzt per Los entscheiden, gut dann eben nach dem Namen. Wer nen anderen Einwand?" allgemeines Kopfschütteln - also wurden Joyce und Battle Scars ergänzt in der Liste.
      "Damit haben wir´s - wer bleibt zum Essen?"
      Mar 24, 2015
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
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    vampyrin
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    31 Aug. 2015
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  • Finlay

    Abstammung
    unbekannt x unbekannt
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    Exterieur
    Rasse Highlandpony

    Geschlecht Hengst
    Geboren 2008
    Stockmaß 1,44m

    Fell Blue Roan
    Gencode EE aa Rnrn Gg

    Finlay ist in der Tat ein Blue Roan, was aber vom Grey-Gen überlagert wird. So wird diese Sonderfarbe nach und nach verblassen. Er ist homozygot auf das Extension – keines seiner Fohlen wird ein Fuchs sein.
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    Charakter & Beschreibung

    Finlay ist ein etwas eigenwilliger Geselle. Wenn ihm etwas nicht passt wird er bockig, rammt einfach die Beine in den Boden und weigert sich mitzuarbeiten. Andererseits ist er verschmust, liebesbedürftig und die Gelassenheit in Person. Um ihn zu erschrecken braucht es schon einige Anstrengung.
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    Zuchtinfos
    Zuchtzulassung vorhanden

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    HK 373 für Ponys mit schwarzem Langhaar

    Zucht Caed Crevan
    Decktaxe -

    Nachkommen
    Winter Woede
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    Besitzdaten
    Besitzer vampyrin
    Ersteller/VKR YankeeDoodle

    Wert 2080,-
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    Ausbildungsstand
    Reitweise Englisch

    Eignung Distanz

    Distanz E A L M

    Dressur E
    Military E
    Springen E

    Turnier, Training


    Training
    [+] am Boden gearbeitet
    [+] anlongiert
    [+] eingeritten
    [-] eingefahren

    [+] Anfänger geeignet
    [+] Geländesicher

    Zirzensik -


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    1. Platz - 226. Distanzturnier, 230. Distanzturnier, 250. Distanzturnier


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    BSW 292, BZSW 351, BSW 405, BZSW 10
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