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Rhapsody

Favorita || Knabstrupper

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Favorita  ||  Knabstrupper
Rhapsody, 14 Jan. 2014
    • Rhapsody
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      New Best: 11
      Mit einem Grummeln steckte ich mein Handy wieder in die Tasche. Flappy Bird lenkte eh zu sehr von der Arbeit ab.
      Ich war mittlerweile seit gut 5 Wochen auf dem Gestüt meiner Tante in Wales, aber ins Klima eingelebt hatte ich mich noch nicht. Ich glaube, in den 5 Wochen hatten wir nur ein Wetter; bewölkt, ab und zu ein Schneeschauer, Schnee, der 2 Tage liegen blieb und Regen. Alles ziemlich deprimierend, wenn man keine Beschäftigung hat.
      Aber zum Glück hatte ich sowas. Sogar eine, die Geräusche macht – das hat nicht jeder!
      Vor meiner viertel Stunde Smartphone-Tippen-und-gegen-Röhren-fliegen hatte ich ausgemistet und den Pferden allen einen Arm voll Heu auf die Weiden geschmissen. Jetzt begann also die wahre Arbeit: Bewegen.
      Mit einem kurzen Pfiff rief ich Ciaran an den Zaun der Hengstweide, und er kam mit gespitzten Ohren auf mich zu. Nach einem kurzen Begrüßungsschnuffer halfterte ich ihn auf und während ich ihn am Putzplatz putzte, pfiff ich House of Gold vor mich hin.
      Als ich den letzten Huf auskratzte, merkte ich, dass ich eigentlich keinen Plan hatte, was ich machen wollte. Ausreiten? Lieber mit Favorita ausreiten? Lieber auf den Platz?
      „Was meinst du, Cia?“ fragte ich ihn, doch er guckte mich nur an. Doofes Pferd. Aber lieber ritt ich mit ihm aus, da hatte ich wenigstens eine Lebensversicherung.
      Vor mich hin summend sattelte ich also Cia, holte meinen Helm und ritt kurz später durch die Tore. Cias dichtes Winterfell schützte ihn vor dem Wind, der mich angriff und wegen dem ich es sofort bereute, nur ans Ausreiten gedacht zu haben. Cia schien aber mega Spaß daran zu haben, also drehte ich nicht sofort wieder um.
      Auf den kleinen Feldwegen, die teilweise auch durch den Wald, ließ ich ihn dann antraben und hielt die Zügel locker. Vielleicht war das ein bisschen zu gewagt, vor allem für die kurze Dauer, die ich Ciaran besaß und ritt, aber manchmal ist Liebe eben blind. (Ja, es ist Liebe, komm damit klar.)
      Eine gute halbe Stunde später ritt ich den Trampelpfad, der von hinten aufs Gestüt führte, hinunter und bekam eine Handvoll Zweige ins Gesicht geklatscht. Das wars, meine Lust auf irgendwelche Ausritte war vergangen. Und wie sich später herausstellte, hatte einer der Zweige einen schönen roten Striemen auf meiner Backe hinterlassen. „Ausgeritten wird erst, wenn hier aufgeräumt wird“ grummelte ich vor mich hin und stieg dann schließlich ab.
      Während Cia sein Müsli geräuschvoll am Putzplatz mampfte, packte ich Symbolic Splash und ließ sie im Longierzirkel ein paar Runden mit einem Gymnastikball rennen. Als ich sie dann wieder auf die Weide führte, nahm ich mir vor, ihr so schnell wie möglich einen Freund im gleichen Alter zu suchen.
      Der Himmel zog sich weiter zu, deswegen putzte ich Favorita und Last Caress nur kurz übers Fell und ließ sie dann beide in der Reithalle laufen. Die zwei hatten sich ziemlich schnell angefreundet, auch wenn Favorita ein paar Zentimenter größer war als das Pony.
      Als die ersten Tropfen fielen, hatte ich gerade das Tor geschlossen und rannte zur Tür des Gutshauses.
    • Gwen
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      Western E-A

      Es war 16 Uhr und so eben zog ein übles Sommergewitter über unsere Ranch. Eigentlich war ich sehr dankbar über diese Abkühlung, denn unsere Wälder und Wiesen brauchten dringend wieder Regen. Andererseits kam das Gewitter doch etwas unpassend, denn heute wollte meine Kundin Juli mit ihrer Stute kommen und für Fremde waren unsere Straßen schon bei schönem Wetter kein Zuckerschlecken, bei Gewitter und endlosen Regen hatten selbst wir Einheimischen zu tun, nicht abzudriften. Aus diesem Grund wanderte ich unruhig auf der Veranda auf und ab, in der Hoffnung, irgendein Lebenszeichen von den beiden zu hören oder zu sehen. Alle fünf Minuten schaute ich zudem auf mein Handy, aber wir hatten momentan kein Netz.
      Doch irgendwann hatte das Warten endlich ein Ende, als ich einen Jeep durch unsere matschige Auffahrt fahren hörte. Kurz darauf kam Juli schlitternd vor unserem Stall zum Halten und stieg vollkommen zersaust aus. „Ich dachte ich sterbe jeden Moment!“ stöhnte sie vollkommen aus der Puste. Ich nahm sie besorgt in Empfang und übergab sie direkt erst einmal meiner Mutter. „Ich glaube du gehst erst einmal rein und ruhst dich aus, während ich mich um deine Stute kümmere.“ Meinte ich und duldete keine Widerrede. Während Mama und Juli in Richtung Haus verschwanden, öffnete ich die Laderampe des Hängers, aus welchem ein verzweifeltes Wiehern erklang. Favorita machte mir das Leben nicht einfach und obwohl wir bereits direkt vor dem Stall standen, war es ein kleiner Kampf, sie hinein zu bekommen.
      Nach einer Viertelstunde waren wir endlich im Stall und pitschnass von oben bis unten. „Na, bist du jetzt glücklich?“ meinte ich seufzend und brachte Favorita in die für sie vorgesehene Box. Grummelnd ließ sich die Stute auf die Knie sinken und wälzte sich erst einmal ausgiebig im trockenen Stroh. Ich füllte noch ihr Heunetz auf und ließ dann die Lady erst einmal in Ruhe, um ins Haus zu den anderen zu gehen.
      Mama hatte Juli direkt unter die Dusche geschickt und ihr trockene Sachen gebracht. Nun saßen sie auf der Couch und unterhielten sich. Als ich reinkam, ereilte mich das gleiche Schicksal und ich wurde direkt umsorgt. Eine halbe Stunde später war auch ich frisch geduscht und wieder trocken. „War die Fahrt sehr anstrengend?“ fragte ich Juli, denn sie sah sehr erschöpft aus. „Oh ja. In Winnipeg war das Wetter noch wunderbar, aber als wir circa eine Stunde gefahren waren, kam das Gewitter. Solche rutschigen Straßen habe ich noch nie erlebt! Das Navi funktionierte nicht mehr und wir sind auch einmal im matschigen Straßenrand stecken geblieben.“ Erklärte sie seufzend. Ich nickte, dass erklärte ihre schmutzigen Sachen, denn wenn man in Kanada ein Auto aus dem Schlamm holen will, musste man sich schon dreckig machen. „Ich habe ihr schon gesagt, dass sie heute Nacht hier schlafen kann und erst morgen früh fährt.“ Meinte meine Mutti hartnäckig und Juli und ich nickten nur.

      Am nächsten Morgen waren wir alle schon früh unterwegs, denn nach dem Unwetter letzte Nacht stand viel Arbeit an. Juli verabschiedete sich nach dem Frühstück und machte sich auf den Heimweg. Mama musste in die Stadt und Kathy war momentan sowieso bei einer guten Freundin zu Besuch. Also blieb ich alleine auf der Ranch zurück und alle Arbeit blieb an mir hängen. Seufzend schlüpfte ich in meine Stallsachen und brachte erst einmal die Pferde auf ihre Weiden, denn sie hatten den gestrigen Tag schon im Stall verbringen müssen. Julis Stute Favorita stellte ich mit unserer Scheckstute Ravi zusammen. Ravi verstand sich mit jedem Pferd und Favorita schien froh zu sein, nicht alleine sein zu müssen. Bei jeder Weide kontrollierte ich die Zäune, ehe ich mich dann an die Stallarbeit machte.
      Kurz nach Mittag war ich mit allem fertig und hatte auch das Gelände wieder in Ordnung gebracht. Gemeinsam mit Magic hatte ich umgefallene Bäume aus dem Weg gezogen und an den Rand unserer Einfahrt gebracht, die Tinkerstute hatte sich ihren Feierabend heute redlich verdient. Nun war Favorita an der Reihe, denn immerhin war sie nicht zum Vergnügen hier, sondern sollte trainiert werden. Juli wollte aus ihr ein Westernpferd machen und die Stute besaß auch durchaus die Veranlagung dafür. Die Grundlagen kannte sie bereits, nun wollten wir sie auf die nächsthöhere Klasse vorbereiten. Das war im Western ein wenig anders als bei uns englischen Reitern, denn statt den Niveaus gab es im Western nur Leistungsklassen, die sich sowohl auf das Können des Pferdes als auch auf das des Reiters bezogen.
      Favorita startete momentan nur in der Leistungsklasse 5, gerne auch „Freizeitreiter“ genannt. Sie diente vor allem für den Einstieg in das Turnierreiten. Heute wollte ich aber erst einmal schauen, was Favorita alles konnte, ehe ich mich mit den neuen Übungen beschäftigen würde.
      Also holte ich Madame erst einmal von der Weide und bereute es direkt, die Pferde heute Morgen rausgeschafft zu haben. Favorita war von unten bis oben mit Schlamm paniert und ich verbrachte eine halbe Stunde damit, sie nur zu putzen. Danach sattelte ich die junge Stute und wir machten uns auf den Weg in die Halle. Juli hatte mich schon gewarnt, dass man bei Favorita erst einmal klären musste, wer das Sagen hatte.
      Nach einer Viertelstunde Aufwärmphase, begannen wir mit der Arbeit. Ich fragte erst einmal alle Grundgangarten ab, ritt simple Bahnfiguren und Handwechsel, um zu sehen, wie die Stute auf meine Hilfen reagieren würde. Auch Seitengänge testeten wir nach kurzer Zeit aus. Mir fiel direkt auf, dass Favorita sich gerne einmal aushebelte und dann machte, was sie wollte. Mit viel Köpfchenbeschäftigung holte ich sie jedoch auf meine Seite und so verlief die erste Einheit richtig gut.
      Die Ausbildungsskala des Westernreitens unterscheidet sich nicht großartig von der der Klassischen Reitkunst, dennoch war sie mir wesentlich sympathischer. Sie begann mit Takt, Losgelassenheit und Nachgiebigkeit, welche die Grundlage für das gute Westernreiten bildeten. Darauf bauten dann Aktivierung der Hinterhand und das Geraderichten auf. Erst wenn diese vier Elemente wirklich stimmten, erlangte man den sechsten Punkt der Skala, nämlich die vollkommene Durchlässigkeit, das Ziel des Westernreitens.
      Heute beschäftigten wir uns lediglich mit den ersten beiden Begriffen, indem ich die Arbeit mit Stangen einbaute. Trabstangen und Cavalettis würden uns die kommenden Tage stets begleiten, genauso wie andere kleine Hindernisse aus der Sparte des Trails.
      Die erste Stunde verlief richtig gut, auch wenn Favorita danach doch sehr müde schien, wahrscheinlich hing ihr auch noch die gestrige Reise nach, so dass ich das Training für heute beendete und Favorita ihren Feierabend gönnte.

      Am nächsten Tag wollte ich schon früh am Morgen mit Favorita arbeiten, denn am Nachmittag stand mit meinen eigenen Pferden noch ein Turnier an. Aus diesem Grunde klingelte mein Wecker bereits um fünf und ich machte mich geschwind fertig, denn bevor ich das Vergnügen mit den Pferden hatte, war immer erst einmal die Stallarbeit an der Reihe. Die Sonne besuchte uns wieder und machte den Tag gleich viel angenehmer, vermutlich würde es dadurch heute aber auch wieder sommerlich warm werden. Zum Glück war auch der Reitplatz getrocknet, so dass ich heute mit Favorita draußen auf dem großen Platz arbeiten konnte und wir sind in die Halle ausweichen mussten. Ich arbeitete einfach viel lieber draußen an der frischen Luft.
      Da viele Aufgaben aus dem Westernreiten noch von den Cowboys stammten, wollte ich heute mit Favorita vom Boden aus arbeiten. Besonders Naturhindernisse würden heute zum Zug kommen. Favorita hatte ich ausnahmsweise in der Box stehen lassen, denn so war sie noch sauber und ich hatte sie schnell geputzt. Danach stattete ich sie mit Knotenhalfter und Rope aus und schon ging es los. Erst einmal wärmten wir uns mit ein wenig Pat Parelli auf und ich testete, wie aufmerksam die Stute von unten aus war. Die Stimmkommandos klappten besser als gedacht und schnell war Favorita vollkommen dabei. Gemeinsam schufen wir die Grundlagen für das Reiten von unten. Denn während unserer ganzen Spielereien wurde Favorita vermehrt locker und vergaß ganz, sich steif auf eine Sache zu konzentrieren. Ihre Gänge wurden schwungvoller und sie lief bald in einer schönen Selbsthaltung. Zum Abschluss der jetzigen Einheit zeigte ich ihr noch die unterschiedlichen Hindernisse wie Brücken oder Tore, damit sie auch das alles kennenlernen durfte.
      Als ich abends von meinem Turnier wiederkam, schaute ich bei Favorita vorbei. Die Stute stand grasend und zufrieden auf ihrer Weide. Ich entschied mich dafür, mit ihr noch einmal einen kleinen Ausritt zu machen. Das kanadische Gelände trainierte wunderbar die Trittsicherheit der Pferde und außerdem gab es hier auch viel Neues zu sehen. Wir waren nicht gar so lange unterwegs und dennoch war Favorita vollkommen fasziniert von den Wäldern und Wiesen, die unsere Ranch umgaben. Außerdem hatte sie auch mit Elchen und Bisons Bekanntschaft gemacht, was ihr zwar nicht ganz geheuer gewesen war, aber ein echtes Westernpferd musste da eben durch. Zu Hause wartete dann auch schon die frische Box auf sie.

      Die Wochen mit Favorita vergingen schneller als gedacht. Da die Stute schon weiter war als gedacht, brachte ich nicht gar so oft Einheiten vom Boden ein, denn dort war sie schon sehr weit. Stattdessen beschäftigten wir uns mit den Reiten und arbeiteten allmählich und nach Favoritas Tempo die sechs Begriffe der Ausbildungsskala ab. Perfekt können würde Favorita sie nach diesen Wochen zwar noch nicht, aber sie wäre einen wesentlichen Schritt weiter.
      Zwischendurch baute ich auch immer mal einen Ausritt ein, um für die Stute Abwechslung zu schaffen. Auf unseren Ritten baute ich dennoch immer die ein oder andere Aufgabe ein, die auch gerne auf Turnieren gefragt wurden. So lernte Favorita auf spielerische Weise die neuen Aufgaben kennen.
      Fast ein Monat war rum und ich konnte stolz sagen, dass Favorita wirklich in einer schon sehr guten Selbsthaltung unter dem Reiter lief. Was ihr noch Schwierigkeiten bereitete war einfach ihre Motivation, denn gerne war sie faul und ließ die Hinterhand eher hinterher schleifen. Auch war sie manchmal bei der ein oder anderen Aufgabe nachlässig, wenn sie diese bereits kannte. Ich war mir aber sicher, dass das mit der Routine bald verschwinden würde.
      Schon bald war ich der Meinung, dass Favorita so weit wäre. Um das zu testen, hatte ich uns an einem kleinen Turnier LK 4 angemeldet. Dort würden wir bei dem Trail und der Pleasure mitreiten.

      Früh am Morgen machten wir uns dann auch schon auf den Weg und ein wenig aufgeregt war ich schon, denn laut Juli war Favorita noch gar nicht so oft auf Turnieren gewesen. Doch wie auf fast jedem Westernturnier wurden wir positiv überrascht. Die Atmosphäre war einfach wunderbar freundlich und entspannt, so dass wir beiden uns schnell einfanden und dann auch schon unsere erste Prüfung ritten.
      Im Trail sah es für uns nicht gar so gut aus, aber das hatte ich mit Favorita auch nicht explizit trainiert, stattdessen wollte ich einfach mal testen, wie ihr diese Disziplin gefiel und Spaß hatten wir beide alle mal. In der Pleasure sah es da viel besser aus und wir konnten stolz von uns sagen, dass wir wirklich eine gute Leistung erbracht hatten. Für eine Schleife reichte es aber leider dennoch noch, denn die anderen Paare waren schon öfter auf Turnieren gestartet und da hatten wir als relativ unerfahrenes Team keine Chance.
      Dennoch war es eine schöne Erfahrung gewesen und als wir am Abend wieder zu Hause waren, schickte ich Juli eine Mail mit Fotos und der Nachricht, dass sie ihre Stute bald abholen kommen konnte.

      Der Abschied kam dann schneller als gedacht und diesmal sah Juli die kanadische Landschaft auch einmal bei schönem Wetter. Bevor sie fuhren, durfte sie Favorita bei uns reiten und ich gab ihr hier und dort noch den ein oder anderen Tipp, wie sie was anfangen sollte, so dass Favorita von Anfang an mitarbeitete. „Am besten zu Beginn immer etwas Bodenarbeit, dann wird Favorita geweckt und sie denkt viel besser mit.“ Erklärte ich ihr lächelnd und Juli nickte begeistert. „Sie lässt sich so toll reiten! Irgendwie ganz anders als vor einem Monat.“ Schwärmte sie überglücklich und ich nickte er z, denn durch dieses Feedback war ich mir sicher, dass ich meine Aufgabe als Ausbilder erfolgreich erfüllt hatte. „Das freut mich.“ Meinte ich lächelnd und gemeinsam machten wir die Stute transportfertig. „Ich werde sie vermissen.“ Grinste ich und gab der Stute zum Abschied eine Möhre. Kurz darauf verließen die beiden unsere Ranch auch schon und fuhren unsere Auffahrt entlang nach Hause. Lächelnd blickte ich ihnen nach, ich würde sie vermissen, war mir aber auch sicher, dass ich sie eventuell bald wieder sehen würde.
    • Bracelet
      Der Hufschmied ist da
      An einem warmen Sommertag kam ich auf Rhapsodys Gestüt. Es war in etwar zehn Uhr vormittags als ich aus meinem Wagen stieg und mir meine Lederschürze aus dem Kofferraum nahm und sie mir umhing. Im selben Moment kam auch schon Rhapsody auf mich zu. Sie begrüßte mich freundlich und bat mich ihr zu folgen, was ich auch gleich tat.

      Heute sollte ich die Hufe ihrer Pferde kontrollieren. Mein erster Patient war Ciaran. Das kleine Exmoor Pony stand bereits tip top geputzt in der Stallgasse und beäugte mich neugierig. ,,Er sollte sich eigentlich sehr gut handhaben lassen.'',meinte seine Besitzerin lächelnd.
      Ich verließ mich darauf und ging auf ihn zu. Erst streichelte ich ihn vorsichtig um etwas Vertrauen aufzubauen. Dann bückte ich mich und betrachtete seine Hufe. Dabei ließ ich mir von ihm auch das Bein geben um auch Sohle und Strahl genauer betrachten zu können. ,,Guter Junge.'',sagte ich, da er wirklich brav mitmachte. Er gab brav sein Bein, tänzelte nicht herum und zog nie ungeduldig den Huf weg.
      ,,Seine Hufe sind in sehr guter Qualität, warum ich denke, dass ich ihn nicht ausschneiden muss oder sonstiges gemacht gehört. Allerdings sollte dies vielleicht in ein paar Monaten gemacht werden, da bei unseren 'Hauspferden' die natürliche Abnützung nicht mehr wirklich gegeben ist, wie bei Wildpferden, und so das Horn zu stark wuchern kann und Probleme beim gehen auftreten können.'',sagte ich zu Rhapsody ehe ich mich bei Ciaran verabschiedete und wir zum nächsten Pferd gingen.

      Es handelte sich dabei um eine hübsche Knabstrupperstute, die auf den Namen Favorita hörte. Ihre Besitzerin hatte mir bereits gesagt, dass sie die Menschen, welche mit ihr arbeiteten, immer mal wieder austestete. Trotzdem war ich dazu entschlossen, dass dies klappen würde.
      ,,Na du?'',sagte ich grinsend und streichelte die wunderschöne Stute vorsichtig auf der Stirn. Dann nahm ich meine Hand weg und kniete mich herunter zu ihren Hufen. Sie sah mir dabei genau zu und drehte die Ohren in meine Richtung. Ich spürte, dass sie etwas angespannt war, also versuchte ich sie mithilfe von Worten etwas zu beruhigen. Es klappte. Dies nutzte ich um ihr Bein zu nehmen. Die ersten Drei gab sie mir brav doch beim Vierten schnaubte sie und wollte es nicht geben. Ich ließ ihr einige Sekunden. Dann fuhr ich ihr mit der Hand erneut über das Bein hinunter. Diesmal gab sie es, allerdings nicht lange. Sie zog es weg und trat aus, wobei sie mich allerdings nicht erwischte. ,,Schon gut.'',sagte ich in einem sanftem Ton. ,,Schon vorbei.''
      Dann wandte ich mich an Rhapsody: ,,Ihre Hufe sind auch ganz schön, eventuell aber etwas trocken. Wenn man die Hufe etwas mit Wasser abspritzt, so heißt es, nehmen die Hufe etwas davon auf, was die Hornqualität verbessert. Allerdings ist es kein Grund zur Sorge, weil ich keine allzuauffällige Risse oder Ähnliches finde. Ausschneiden ist bei ihr ebenfalls noch nicht nötig.''

      Nachdem ich mich auch bei Favorita verabschiedet hatte ging es weiter zu einer Hannoveranderstute. Sie hieß Chicago Light, wurde aber auch von manchen Spotlight genannt. Laut Rhapsody schien sie 'kein leichter Brocken' zu sein. Bereits als ich auf sie zuging schien sich das zu bestätigen.
      Sie legte die Ohren an, noch bevor ich ganz bei ihr war. Als ich allerdings doch noch näher kam schnaubte sie unwillig und machte Anstalten zu steigen. Zumindest verließen beide Vorderbeine ein paar cm den Boden. ,,Ruuhig.'',sagte ihre Besitzerin und holte sie etwas herunter. Ich ging ging mit ihr hinüber zu der Stute und hielt ihr ein Leckerli vor die Nüstern. ,,Willst du es haben?'',meinte ich, da sie sich erst weigerte es anzunehmen. Allerdings überwog dann doch die Lust es zu fressen. ,,Braves Mädchen.'',lobte ich sie und streichelte sie vorsichtig. Sie ließ es zu, weshalb ich auch schon begann ihre Hufe zu betrachten.
      Ich bückte mich erneut und sah mir jeden Huf einzeln an. Dann wollte ich mir wieder die Unterseite ansehen. Ich fuhr ihr Bein herunter und zu meinem Überraschen gab die wunderschöne Hannoveranerstute gehorsam ihr Bein. Ich sah mir auch die übrigen Hufe von Unten an und wie durch ein Wunder war Spotlight plötzlich ganz ruhig und machte mit. ,,Braaav.'',lobte ich sie dann und gab ihr erneut ein Leckerli.
      ,,Hufzustand wie auch bei den anderen Beiden sehr zufriedenstellend.'',sagte ich lächelnd. ,,Bei ihr ist Ausschneiden auch nicht nötig und auch eine Korrektur halte ich für nicht nötig. Ich denke, wenn die Hübsche regelmäßig kontrolliert wird wird sie, so wie es gerade aussieht, keine Probleme haben.''

      Kurz darauf verabschiedete ich mich bei Rhapsody und ihrer Stute und verließ dann auch schon wieder das Gestüt.
    • Eddi
      Zu Besuch bei einer guten alten Freundin
      Nachdem mein Leben auf dem französischen Gestüt so plötzlich geendet hatte, brauchte ich dringend Ablenkung.
      Durch Zufall entdeckte ich „meillion aur“ und als ich den Namen der Besitzerin las, stand fest, dass ich den Wales einen Besuch abstatten würde.
      Schon vor ein paar Monaten hatte es mich dort hingezogen, allerdings als Tierärztin. Während ich die Auffahrt hinauffuhr, erinnerte ich mich wieder an die großen Weiden und den schönen kleinen Stall.
      Angekündigt hatte ich mich, das hatte ich nicht für nötig gehalten und eigentlich wollte ich auch nur kurz für ein oder zwei Stunden vorbeischauen.
      Ich parkte neben dem Haus und stieg aus. Der Herbst war in den Wales schon längst angekommen. Die Bäume färbten sich in den verschiedensten Gelb-, Rot- und Orangetönen und es wehte ein kühler Herbstwind.
      Neugierig schaute ich mich um, konnte aber niemanden entdecken. Also beschloss ich, dem Stall einen Besuch abzustatten, denn wenn, fand man meistens dort die Besitzer.
      Doch auch auf der Stallgasse herrschte Ruhe. Man hörte lediglich das zufrieden Brummeln einiger Pferde. Neugierig schlenderte ich die Gasse entlang und schaute mal hier mal dort in die Boxen.
      Alle waren nicht gefühlt, aber ich hatte schon bei meiner Ankunft gesehen, dass viele der Pferde auf den Weiden standen.
      Während ich gedankenversunken in die nächste Box schaute, runzelte ich plötzlich die Stirn, denn das kleine gescheckte Fohlen kam mir sehr bekannt vor.
      „Na aber hallo! Das ist ja die kleine Symbolic Splash!“, meinte ich lächelnd und begrüßte das neugierige Stutfohlen. Sie war eine Tochter von Elisas geliebten Pamino und sie war sehr nach ihrem Vater gekommen.
      Während ich das kleine Fohlen betüddelte, wurde plötzlich die Stalltür aufgerissen und Hufgeklapper erfüllte den Stall.
      Erschrocken drehte ich mich um und entspannte mich gleich wieder, denn da kam Juli hinein, neben ihr das Exmoorpony Ciaran – anscheinend kamen sie gerade von einem Ausritt, denn Juli war warm angezogen und beide sahen ziemlich zerzaust aus.
      Ungläubig starrte sie in meine Richtung. „Eddi? Bist du das?“, fragte sie und dann grinste sie von einem Ohr bis zum anderen, ließ Ciaran einfach stehen und lief mir entgegen, um mich zu umarmen.
      „Lange nicht mehr gesehen!“, lachte sie und begann sofort mich auszufragen. Ich versuchte ihren Fragen auszuweichen, denn über meine unangenehme Lage wollte ich nicht zwingend sprechen, stattdessen fragte ich vermehrt sie, wie es denn mit dem Gestüt hier lief.
      „Irgendwann gewöhnt man sich an das Wetter, aber schön ist was anderes. Man sieht es ja an Ciaran, der hat schon wieder Fell wie ein Plüschbär – oh Ciaran!“, meinte sie erschrocken, wandte sich um und sammelte ihr Pony ein, welches es sich in einer der vorderen Box gemütlich gemacht hatte und dort das Heu fraß.
      „Ähm. Ich sattele ihn schnell ab.“, sagte sie nur knapp und machte das Pony fertig, während sie mir noch von den neusten Ereignissen berichtete.
      Als Ciaran dann in seiner eigenen Box stand, schaute Juli stirnrunzelnd auf die Uhr. „Also, wenn du Zeit hast, würde ich schnell noch Last Caress bespaßen und dann können wir gerne einen Ausritt machen!“
      Dazu sagte ich natürlich nicht nein, stattdessen half ich Juli gerne bei dem Betüddeln ihrer Welshstute.
      Wir putzten den kleinen Rappen gründlich und dann durfte sie sich auf dem Longierzirkel ein wenig austoben. „Nennt sich Beschäftigungstherapie.“, meinte Juli grinsend, als sie der Stute noch einen Gymnastikball dazu gab.
      Kurze Zeit später hatten wir die beiden Stuten Favorita und Spotlight von der Weide geholt, geputzt und gesattelt. „Dann zeige ich dir mal die wunderschöne Landschaft der Wales!“, lächelte Juli und ich ritt ihr bedächtig hinterher.
      Da mir Spotlight mit ihren 1.78m Stockmaß einen Ticken zu groß war, hatte ich Favorita bevorzugt und war auch sehr glücklich mit der Knabstrupperstute unter mir, welche sich von ihrer besten Seite zeigte.
      Unser Ausritt wurde jäh unterbrochen, als es aus heiterem Himmel zu regnen anfing – und zwar kein einfacher Nieselregen, sondern es prasselte richtig stark auf uns herab.
      Im Eiltempo machten wir uns auf den Heimweg, wo dann erst einmal die Pferde trocken gerubbelt werden mussten, ehe Juli mich zu einer Tasse heißen Kakao einlud.
      „Du, wenn du willst kannst du auch bei mir übernachten. Dann können wir Morgen vielleicht der Stadt einen Besuch abstatten!“, meinte Juli begeistert und ich war genauso von der Idee angetan.
      „Total gerne! Genau das brauche ich momentan!“, grinste ich glücklich und nahm dankend die Tasse Kakao entgegen.
    • Rhapsody
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      Sobald es herbstlich wurde, wurde ich krank. Das war in Deutschland so, und anscheinend auch in Wales. Vor ein paar Wochen, als meine alte Freundin Eddi mich besuchen kam und wir im schönsten Spätsommer ausritten gingen, ging es mir noch super – und jetzt hatte ich die Erkältung des Jahrtausend.
      Was natürlich nicht meinte, dass die Boxen sich von selbst ausmisten würden.
      Die Herbstsonne, die mich heute Morgen noch geweckt hatte, hatte sich jetzt hinter dicke Wolken verkrümmt und kündigte Regen an, wie schon die letzten Tage. Das erste Mal wurde ich noch durchgeweicht (Symbolic Splash hatte es gefallen, in den Pfützen zu spielen anstatt zu arbeiten – die Matschflecken waren immer noch in meiner alten Jeans), doch seit zwei Tagen blieb ich größtenteils in der Reithalle oder verließ den Hof nur mit Regenjacken und –decken.
      Und jetzt, auch nur mit selbstgestrickten Schalen und Mützen, optional Hustenbonbons oder, wenn’s sein musste, Thermoskannen mit Zitronentee.
      Als ich so drüber nachdachte, musste ich glatt wieder husten. Ich brauchte definitiv einen Helfer für den Stall brauchte, der mir unter die Arme griff, wenn ich krank war. Oder falls meine Tante sich doch noch entschließen würde, wieder zu züchten und ich jeden Tag dreißig Boxen ausmisten musste. Und krank war. Dann musste man doch bestimmt einen Stallhelfer beim Amt beantragen können.
      Vor mich hingrummelnd lud ich die letzte Schaufel dreckiges Stroh auf die Schubkarre und fuhr sie aus Lashy’s Box. Jetzt nur noch einstreuen, dann konnte ich wenigstens mit der Arbeit anfangen.
      Last Caress war gerade erst aus Kanada zurückgekommen, denn sie wurde von Gwen (mithilfe eines Daniel Smiths, den ich leider nicht kennenlernen dürfte) eingefahren, und so wollte ich – sollte die Wolkendecke doch mal aufreißen – zusammen mit ihr und Ciaran eine kleine Kutschfahrt machen. Meine Tante hatte mir eine Kutsche dagelassen, das Geschirr hatte ich mir am gleichen Tag besorgt, an dem Caress zurück kam. Das war jetzt fast schon eine Woche her, aber das Wetter hatte mich immer davon abgehalten, eine Ausfahrt zu machen.
      Als ich Spotlights Box eingestreut hatte, holte ich gleich ihre Putzbox und hängte ihren Sattel über die Boxenwand. Zuerst war Dressurtraining angesagt.
      Die nächsten Wochen würde nämlich ein Trainer kommen, um mit uns beiden zu trainieren. Spotlight konnte ein richtiges Sportpferd werden, doch dazu musste sie erst einmal aufhören, gegen den Reiter zu arbeiten. Das wollte ich in dieser Woche noch hinkriegen, damit wir uns nicht vollkommen blamierten.
      Sie sah mir jedoch schon angesauert entgegen, als ich die Weide betrat. Zusammen mit Favorita – die beiden waren richtige Freunde geworden, obwohl sie vom gleichen Holz geschnitzt waren – oder genau deswegen. Aber im Gegensatz zu ihrer 1.78m großen Freundin brummelte mich Favorita an und schnupperte an meinen Händen. Sie hatte in den letzten Wochen viele Turniere, auf denen wir nicht mal schlecht abgeschnitten hatten, und durfte sich jetzt eine Pause gönnen.
      Ich rieb Favorita’s Stirn und versuchte, Spotlight so gut es ging zu ignorieren. Sie graste wieder friedlich, doch kaum machte ich einen Schritt auf sie zu, sprang sie zurück. „Heute nicht,“ meinte ich entschlossen und griff nach dem Halfter, dass gut einen halben Meter über mir in der Luft war. Als ich den Führstrick einhakte, schnaubte Spotlight missbilligend, folgte mir aber ohne große Zwischenfälle von der Weide.
      Ich putzte sie schnell und gründlich, bandagierte ihr dann die Beine um die Sehnen zu unterstützen und sattelte sie schließlich. Es hatte draußen wieder begonnen zu tröpfeln, und die fünf Schritte, die wir nass wurden, gefielen der Hannoveranerstute ganz und gar nicht. Sie drängelte, trat mir zweimal auf den Fuß und war kurz vorm Steigen (okay, das war übertrieben. Aber sie war extrem nervig.)
      Nachdem wir beide aufgelockert waren und uns abreagiert hatten, fing ich mit der eigentlichen Arbeit an. Sie sollte lernen, den Rücken nicht mehr wegzudrehen, und so fing ich an, sie weiter über den Rücken zu reiten. Auch, wenn sie am Anfang noch ordentlich motzte und auch schon ihren Kopf zwischen die Beine zog, letztendlich war Spotlight genauso zufrieden wie ich. Zur Belohnung ließ ich ihr die Zügel lang und ließ sie noch ein paar Runden Schritt gehen, ehe ich sie zurück in den Stall führte und ihr die Abschwitzdecke überwarf. Es würde jedoch wenig helfen – die Gute hatte einfach schon zu viel Winterpelz. Ich konnte nicht mal sagen, ob sich Scheren wirklich lohnte, da ich sie ja noch kein ganzes Jahr hatte; ich hatte also keinen Plan, wie stark ihr Immunsystem war.
      Ich kramte mein Handy hervor, während die Stute auf ihrem Müsli herumkaute, und machte eine neue Notiz, die mich daran erinnern sollte, dass ich so früh wie möglich Eddi Bescheid geben musste, sollte sie sich doch irgendeine Erkältung holen.
      Als Spotlight, immer noch etwas nass aber sichtlich zufrieden, wieder auf der Weide stand, hatte es aufgehört zu regnen. Der Himmel sah immer noch grau aus, aber ich nahm das Risiko auf mich und führte schließlich Caress von der Weide. Die Welsh-Stute hatte es, laut Ex-Besitzer, faustdick hinter den Ohren, doch das hatte ich noch nicht gespürt. Sie war brav an der Longe, eine Lebensversicherung im Gelände und ich würde sie jederzeit an Kinder übergeben. Auch jetzt folgte sie mir freudig von der Wiese, ließ sich ohne Probleme putzen und zuckte nicht einmal zusammen, als ich die Ponykutsche an den Stalleingang stellte. Ich holte noch fix Ciaran, ehe ich dann beide vor die Kutsche spannte und vom Hof bugsierte. Die beiden waren zuvor noch nicht an der Kutsche zusammen gegangen, doch dafür machten sie sich prima.
      Mit zwei dreckigen Ponies und pitschnass – uns hatte doch ein kleiner Wolkenbruch überrascht – kehrte ich eine halbe Stunde später zurück. Nachdem Ciaran und Caress noch ihr Müsli gemampft hatten, schickte ich die beiden Sauponies wieder auf die Weide und krallte mir die Thermoskanne.
      *
      Es war bereits dunkel und nieselte wieder als ich am Abend nochmal auf den Hof fuhr. Meine Mama hatte mir ausnahmsweise ihr Auto geliehen, während sie zu Besuch war, also wurde ich nicht durchgenässt.
      Die Pferde waren mittlerweile wirklich alle matschig aber glücklich. Wenigstens das. Hoffentlich würde ich das morgen auch noch wissen, wenn ich alle putzen musste.
      Als alle ihr Heu mampften und im trockenen Stall standen – Lashy hatte sich sogar schon hingelegt und schlummerte, schaltete ich das große Stalllicht aus, sodass nur noch ein dämmriges Licht schien. Ich strich Ciaran noch über die Stirn, dann ging ich nach Hause, wo schon ein neuer Kübel Pfefferminztee auf mich wartete.
    • Rhapsody
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      Ein Frösteln übermannte mich sofort, als ich die Haustür öffnete. Es war kalt. Kalt und nass. Und obwohl es schon halb eins war war es düster, als hätte die Sonne komplett aufgegeben. Ich grummelte, funkelte den Himmel streitlustig an, ehe ich zusperrte und mich auf mein Fahrrad schwang.
      Nach dem Füttern heute morgen hatte ich mich wieder auf den Heimweg gemacht und gehofft, die ewige Wolkendecke würde aufbrechen und mich ein wenig mit Motivation bescheren, aber nada.

      *
      Als ich am Hof ankam, wieherte Ciaran mir von der Weide schon freudig entgegen. Er war eine regelrechte Pelzkugel im Gegensatz zu seinem Weidekumpel Attonito. Reggie hatte bis jetzt nur ein bisschen Winterfell gekriegt, was ziemlich schade war – ich würde seine ausgefallene Fellfarbe nur zu gerne mit Pelz sehen.
      „Na ihr?“ begrüßte ich beide Hengste und steckte ihnen ein paar Apfelschnitze zu. Als ich weiterlief und vor mich hinsummte folgten sie mir bis der Zaun sie daran hinderte. Dafür streckte sich mir ein zarter kleiner schwarzer Kopf durch die Lücke in der beginnenden Umzäunung der Stutenkoppel. Last Caress hatte wohl gesehen, dass die Hengste Leckerlis bekamen und fühlte sich natürlich ausgeschlossen. Ich kraulte ihr die Nüstern, ehe ich auch ihr einen Apfel anbot, den sie natürlich nicht verschmähte. Wenige Sekunden später hörte man, wie sich kleine Hufe herannäherten. „Ihr habt euch doch gegen mich verschworen!“ murmelte ich, doch natürlich bekam auch Symbolic Splash ein Apfelstück.


      *
      Die Stalltür hinter mir fiel schwer ins Schloss und sofort spitzten sich zwei Ohrenpaare und zwei Köpfe ragten über aneinandergrenzende Boxen. Spotlight und Favorita freuten sich genauso über die Willkommensgabe wie die anderen, aber Spotlight war schnell gelangweilt und Favorita fand es zusehend blöd, wie ich versuchte, ihre Augen zu überprüfen. Die letzten 10 Tagen waren die nämlich stark gereizt und tränten. Das Ganze begann, als es letztendlich kälter und windiger wurde, doch auch mit Boxenruhe in einem winddichten Stall war es noch nicht besser geworden. Mit gerunzelter Stirn setzte ich einen schwachen Kamilletee auf und reichte nach einem sauberen Stalllappen. Das würde ihr noch weniger gefallen, aber da musste sie jetzt einfach durch.
      Spotlight sah uns gelangweilt zu, wie ich versuchte, Favoritas Auge auszuspülen. Am Ende hatte ich zweimal den Zähnen der Stute ausweichen müssen und meine Zehen litten unter wiederholten unvorsichtigen Schritten. Für ihre Tapferkeit bekam Favorita noch einen Apfel, ehe sie zurück in die Box durfte und sich erstmal mit Spotlight anzickte.
      Kopfschüttelnd verließ ich den Stall. Wie die beiden beste Freundinnen geworden sind war mir unklar.


      *
      Es wurde langsam dunkel und das hieß für mich: Pferde reinbringen, heim gehen, sich mehr über den Winter und das blöde englische Wetter zu beschweren. Wie gewohnt musste ich Lashy einfangen, wie gewohnt folgten mir Reggie und Ciaran brav und Last Caress stemmte beide Hufe in den Boden, als ich sie einen Schritt von der Weide führen wollte.
      Am Ende standen sie aber alle in ihren Boxen, zufrieden auf Heuhalmen kauend, und beschwerten sich nicht, als ich das helle Licht zum Dämmerlicht umschaltete. Dann musste ich nur noch das Frühstück für morgen vorbereiten und konnte dann heimgehen. Ein schlechtes Gewissen hatte ich natürlich, aber dafür nahm ich mir vor, demnächst einen Wohlfühltag einzulegen. Komplett mit lackierten Hufen und Gurkenmasken.
    • Eddi
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      Der letzte Kunde für heute war Juli und die Fahrt zu den Stallungen meillion aur war einfach nur der reinste Nervenwahnsinn! Es war inzwischen später Nachmittag und alle Berufler wollten so schnell wie möglich nach Hause. Leider endete solch ein Drängeln immer in Staus und manchmal auch in Unfällen. Ich hatte heute auf der Strecke von beidem allerhand. Erst zwei aufeinander gefahrene Autos, dann auf der Autobahn ein Stau und die einzige Straße, die von mir aus zu Julis Stall führte, war gesperrt. Das hieß für mich einen riesigen Umweg fahren. Als ich dann endlich da war, war es bereits dunkel und ich hatte zu tun, die Einfahrt zu finden. Wie froh ich war, als ich endlich vor dem Stall stand! Juli wartete bereits grinsend auf mich und begrüßte mich herzlich. Bei ihr hatte ich noch zwei Patienten. Als erste sollte ich ihren Neuankömmling Attonito untersuchen. Er war ein bunter Welshhengst und hatte einige Unarten an sich. Zwar hatte er sich laut Juli schon stark gebessert, aber manchmal kam eben seine alte Furcht noch durch. Also bestach ich ihn direkt mit einigen Leckerlis, so dass er von mir nicht gar so abgeneigt war. Dann begann ich mit der Untersuchung, dass hieß zuerst der gründliche Blick in Augen und Maul. Danach hörte ich Herz und Lunge ab, ehe ich den kleinen Hengst von unten bis oben abtastete. Erst als ich mir sicher war, dass er wirklich kerngesund war, impfte ich ihn. Zu guter Letzt gab es noch die Wurmkur und er hatte es geschafft. Meine zweite Patientin war Favorita, die hübsche Knabstrupperstute aus der bekannten Zucht Sanssouci. „Ihre Augen tränen schon seit einiger Zeit, aber am Zug liegt es nicht.“, erklärte Juli mir seufzend. Ich untersuchte die Stute erst einmal allgemein, konnte aber keine Auffälligkeiten entdecken. Also betrachtete ich ihre Augen näher. An den inneren Augenwinkeln zeigte sich vermehrter Ausfluss von Sekreten, welche aber nur durchsichtig und wässrig waren. „Also ich kann keinen Eiter oder Schleim entdecken, das hat aber leider nichts zu sagen.“ – Ich schaute mir die Bindehäute an und diese waren deutlich gerötet und geschwollen. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie eine Bindehautentzündung hat.“, meinte ich seufzend zu Juli und die nickte nur frustriert. Vorsichtig tastete ich Favoritas Nase ab und merkte schon von außen, dass auch ihre Nasennebenhöhlen geschwollen waren. Da schien sich jemand tüchtig erkältet zu haben und das momentane Wetter trug nicht zwingend positiv dazu bei. Als erstes machte ich mich daran, ihre Augen gründlich zu säubern und von dem Sekret zu befreien. „Das wirst du jetzt wohl auch täglich machen müssen, damit auch eventuelle Bakterien wieder entfernt werden.“, erklärte ich Juli. Dann zog ich eine Spritze auf. „Das ist ein entzündungshemmendes Antibiotikum.“, meinte ich und gab der Stute vorsichtig die Spritze. Danach holte ich eine Augensalbe aus dem Auto, welche gegen die Bakterien helfen sollte. Ich zeigte Juli, wie man diese innen an den Bindehäuten auftrug. „Täglich einmal.“ – Zuletzt erhielt Favorita noch ein schmerzlinderndes Mittel, damit sie sich nicht an den Augen rieb, sondern sich ausruhen konnte. Juli ließ ich einen Futterzusatz aus homöopathischen Kräutern bestand, welche Favoritas Immunsystem unterstützen sollten und auch die Reizungen verhindern sollten. „Sollte es wieder schlimmer werden, melde dich einfach noch mal!“, meinte ich lächelnd und machte mich müde auf den Heimweg.
    • Ally
      Der Hufschmied ist da!
      Kurz nachdem mich Gwen angerufen hatte und einen Termin für ihre beiden Pferde wollte, rief mich auch meine Freundin Juliane an, die wollte, dass ich all ihre Pferde kontrollierte. Eigentlich hatte ich kaum Zeit, aber weil sie so lieb fragte, stimmte ich seufzend zu und machte mich auf den Weg zu ihr.
      Angekommen auf ihrem Hof Meillion Aur sah ich schon, wie sie die ersten paar Pferde heraus führte und am Putzplatz anband. Ich begrüßte sie und machte mich dann sofort an die Arbeit. Erst kam Ciaran dran, ein hübscher Exmoor Pony Hengst. Ich tastete seine Hufe ab und schnitt sie dann aus, achtete natürlich darauf, dass die Oberfläche gerade war und feilte sie dann nochmal zurecht. Das wiederholte ich auch bei Favorita, die Juliane jetzt neben sie stellte. Favorita war eine sehr hübsche Knabstrupperstute, die ich aus der Zucht von meiner anderen Freundin Elena kannte - Sie hatte sie vor ein paar Monaten erst verkauft. Nach kurzer Zeit führte sie auch Symbolic Splash heran, eine schöne DRP-Stute, die in letzter Zeit extrem gewachsen war und bald angeritten werden sollte. Nach ihr kontrollierte ich noch die Hufe von Spotlight, einer hübschen Hannoveraner-Stute, die etwas scheu und zappelig war. Dann kam Attonito, mein Liebling aus ihrem Stall, denn er stand dank seiner besonderen Fellzeichnung sehr heraus und ich liebte den Kleinen einfach. Dann kam noch Star dran, die schön ruhig hielt, und danach ihre beiden Neulinge Paramour und Cíola. Ich sagte Juliane spaßig, dass ich Cíola irgendwann klauen würde, denn die junge Stute war wunderschön gezeichnet. Nachdem alle Pferde ausgeschnittene und kontrollierte Hufe hatten, verabschiedete ich mich bei Juliane, die sich abermals bedankte. Ich winkte allerdings nur ab und sagte, dass es ja selbstverständlich sei, und fuhr dann nach hause.
    • Veija
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      Western Pleasure LK 2 auf LK 1
      Heute hatte ich mal wiedr ein besonderes Training vor mir. Ich sollte Favorita von Juli Mayers in der Western Pleasure von der LK 2 auf die LK 1 bringen. Die hohen Klassen trainierte ich besonders gerne, da man dort wirklich alles aus den Pferden rausholen konnte, was möglich war. Und sei es nur die Kopfhaltung im Stand oder ein winziger Schritt nach rechts. Kaum war ich bei Juli angekommen, ging ich auf den Stall zu und wurde herzlich von ihr begrüßt. Wir gingen in den Stall und dort fanden wir sogleich Favorita, die genüsslich ihr Heu fraß. "Na Große, genug gefressen, jetzt gehts an die Arbeit", sagte ich und halfterte sie auf. Putzen musste ich nicht so lange, da sie schon recht sauber war. Ich sattelte sie also nun. Juli hatte gesagt, dass ich mir ruhig ihre Showausrüstung holen dürfte. Also kam ein frisch gewaschenes, glänzendes Pad auf ihren Rücken, der reichlich verzierte Showsattel und die glitzernde Trense auf ihren Kopf. All das brauchte man, um bei der Pleasure zu punkten. Denn dort wurde auch auf das Aussehen geachtet. Lächelnd zog ich mir meinen Reithelm und meine Schutzweste an. Ohne diese, stieg ich nicht auf fremde Pferde- auch, wenn der Schutz das ganze Outfit zerstörte, musste es sein. Zusammen gingen wir in die Halle. Nach dem nachgurten schwang ich mich in den Sattel und lies sie ersteinmal ein wenig stehen. Nach einer kurzen Pause also nahm ich kurz die Zügel an und drückte meine Beine an ihren Bauch, damit sie den Kopf runternahm. Ich zupfte immer wieder kurz an den Zügel bis er da war, wo ich ihn haben wollte. Dann nahm ich die Beine von ihrem Bauch weg, während ich gleichzeitig die Zügel lockerte, die letztendlich weit durchhingen. Erst dann schnalzte ich einmal und tippte sie sachte mit den Fersen an, damit sie im Schritt losging. Wir gingen ganze und halbe Bahnen, ehe ich sie antrabte und wir Schlangenlinien ritten. Zum Schluss galoppierte ich sie auf dem Zirkel an, ehe es an die wirkliche Arbeit ging. Ich hatte mir eine Ranch Pleasure rausgesucht, als höchste Stufe der normalen Western Pleasure. Denn in der Ranch Pleasure kamen alle Elemente der normalen Pleasure drin vor, jedoch war die Ranch Pleasure noch etwas schwieriger, als die Normale. Nach ein paar lockeren Manövern aus der Western Pleasure war ich mir sicher, dass die Stute keinerlei Probleme damit hatte.
      Ich stellte mich mit Favorita in die linke Ecke, von wo aus ich lostrabte. Zu erst geradeaus, dann eine Rechtskurve, ein wenig geradeaus, eine erneute Rechtskurve, geradeaus und dann zwei Linkskurven. Nun ritt ich paralell zur rechten Bande und galoppierte an. Ich hatte schon jetzt gemerkt, dass die Stute sich nicht gerne bog. Daran arbeitete ich nachher noch. Der Zirkel auf der rechten Hand war in einem langsamen Galopp gehalten. Als wir am Punkt X ankamen, gab ich Hilfen zum Galoppwechsel. Wir galoppierten bis in die zweite Ecke, ehe ich sie gerade hielt und den Galopp verstärkte. So galoppierten wir also in einem Extended Lope an der Bande entlang, ehe ich sie in der Mitte der kurzen Seite zum Trab druchparierte und wir locker weitertrabten. Nun standen uns nur noch 2 Übungen bevor. Die Trabstangen und die 360° Drehungen. Die Trabstangen waren kein Problem. Etwa fünf Schritte weiter, hielt ich sie dann an und machte eine 360° Drehung nach links, kurzer Stop, 360° Drehung nach rechts. Nun schnalzte ich wieder und wir gingen bis in die Ecke der Halle im Schritt. Dann stoppte ich erneut und lobte sie ganz doll. Sie lief einwandfrei, abgesehen von den Biegungen, an denen ich jetzt noch arbeiten würde. Ich teilte die Zügel und nahm jeden in eine Hand. Den linken lies ich normal, den rechten nahm ich so kurz, dass Favoritas Kopf auf meinem Bein lag. Mit dem rechten Bein drückte ich sie also rum. Langsam lies ich den Zügel immer lockerer, so dass sie immer größere Kreise gehen konnte. Das Gleiche machte ich nun auch auf der anderen Hand, ehe ich nochmal ein paar Kurven und Biegungen ging. Nachdem alles super geklappt hatte, durfte Juli noch ein wenig vorreiten, ehe ich mich lächelnd von ihr verabschiedete und nach Hause fuhr.
      4084 Zeichen, by Veija
    • Rhapsody
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      Als ich diesen Morgen aufwachte, war das erste, was ich hörte, Vogelgezwitscher. Und wie hatte ich das vermisst! Als nächstes spürte ich Sonnenstrahlen, die meine Nase kitzelten – was nur bedeuten konnte, dass ich verschlafen hatte.
      Die ersten Vorboten des Frühlings hin oder her, ich war richtig spät. Wahrscheinlich hatten die Pferde ihre Boxen bereits gefressen und rannten jetzt kopflos über den Hof. Wundervoll.
      Mit einem Brötchen im Mund radelte ich los und versuchte gleichzeitig noch, meine Arm in den Jackenärmel zu stopfen. Dass das fast in einem Unfall mit einem Baum endete, muss ich ja wohl nicht erwähnen.
      Das schöne Wetter konnte ich nicht mal auf der Fahrt genießen. Natürlich lag noch ab und an Schnee, doch es war spürbar wärmer geworden und die Sonne schien – was wollte ich mehr?
      Vielleicht Pferde, die mich immer noch liebten, auch, wenn sie ein leicht verspätetes Frühstück bekamen.

      Als ich am Hof ankam, stand noch kein Gebäude in Flammen und kein Pferd rannte auf dem Hof. Das musste gar nichts heißen. Im Stall wurde ich dann mit protestierenden Schnauben und Grummeln begrüßt.
      Ohne weitere Verzögerungen bekamen dann alle ihre morgendliche Portion Hafer. Und auch ohne Verzögerungen brachte ich zuerst Ciaran, Attonito, Newt, Paramour und Muraco auf die Weide, nachdem sie ihr Frühstück verputzt hatten. Muraco hatte sich bereits sehr gut eingelebt und verstand sich vor allem mit Paramour sehr gut – das war meine größte Sorge gewesen, da Muraco doch sehr hengstig war.
      Nach den Hengsten kamen Spotlight, Favorita, Star, Cíola, Lashy, Chepa und Bacia auf die Stutenweide. Auch Chepa und Bacia hatten ihren Platz gefunden, auch, wenn Bacia immer noch ein wenig die Rolle der Neuen spielte und von Spotlight öfters von der Heuraufe verscheucht würde. Das würde sich jedoch mit der Zeit geben.
      Ich sah den Pferden eine Weile beim Spielen zu, ehe ich mich daran erinnerte, dass heute ein paar Reitbeteiligungen kommen würden. Tante Molly war mir wochenlang in den Ohren gelegen, doch da ich mit den Turniervorbereitungen der Lewitzer erst mal wenig Zeit für anderes hatte, hatte ich nachgegeben. Also sollten Favorita, Star und Attonito von drei lieben Mädels aus dem Ort ein paar Mal in der Woche bewegt werden. Heute war das erste Probereiten und ich war vielleicht nervöser als die potentiellen Reitbeteiligungen.
      Aber bevor die drei kamen, sollte ich wohl nochmal die Boxen ausmisten und die Stallgasse kehren. Einen schlechten Eindruck wollte ich ja nicht machen.
      Bis zum geplanten Termin hatte ich dann letzten Endes doch noch genug Zeit und sattelte Newt spontan auf. Er war noch recht neu unterm Sattel, und bevor ich ihn mit irgendwelchen Sachen überforderte, wollte ich das, was er bereits konnte, erst einmal festigen. So übten wir vorwiegend Übergange und Anhalten, bis ich nach einer dreiviertel Stunde wieder abstieg.
      Danach blieben mir immer noch ein paar Minuten, also führte ich kurzerhand Lashy und Cíola auf den Putzplatz, nur, um das ganze Stillstehen ein bisschen zu üben. Sie waren nämlich beide ziemlich ungeduldig.

      Zehn Minuten später trudelten die drei Mädels dann ein. Freundlich begrüßte ich sie und auf dem Weg zur Weide, wo ich Lashy und Cíola wieder hinführte, ließ ich sie sich selbst vorstellen. Ihre Namen waren Cerys, Enfys und Gwendolyn, sie hatten alle schon mehrere Reitbeteiligungen in ihrem Leben und konnten für ihre zarten 14 Jahren anscheinend schon ziemliche Verantwortung übernehmen, so schien es mir. So fies wie ich war ließ ich sie die Ponys gleich selbst holen; nur Cerys half ich mit Attonito, da ich von den Vorbesitzern erfahren hatte, dass Muraco wohl noch nicht wirklich an Kinder gewöhnt war. Doch glücklicherweise beäugte er uns nur kurz und widmete sich dann wieder seinem Heu.

      Als dann jedes der Mädchen im Sattel saß – Enfys sah auf Favorita zwar ein bisschen verloren aus, aber wenigstens lief sie und stolperte nicht vor sich her – machte ich es mir auf einen ziemlich unbequemen Hocker bequem. Es war Jahre her, dass ich Reitunterricht gegeben hatte, aber das war wahrscheinlich wie Fahrrad fahren - das verlernte man nicht.
      Die Mädels kamen allesamt gut mit den Ponys zurecht und so machte mir es fast schon Freude, ihnen zu sagen, dass sie so oft sie wollten und konnten kommen durften.


      Nach einer kleinen Streicheleinheit für Spotlight, die sich von einem schlimmen Husten erholte, packte ich mir schließlich Chepa und ließ sie erst in der Halle ein wenig freilaufen, ehe ich sie aufsattelte und mich zum ersten Mal auf ihren Rücken setzte. Wie immer fühlte es sich ziemlich ungewohnt an, doch schon nach wenigen Minuten hatten wir uns aufeinander eingespielt und der erste Schritt in Richtung Team war getan.
      Chepa schien fast ein wenig beleidigt, dass wir nur Grundlagen machten und sie über kein einziges Hindernis springen durfte, doch ich musste immerhin noch Paramour bewegen und eigentlich wollte ich auch noch mit Bacia ein bisschen Bodenarbeit machen, ehe ich daheim noch ein paar Sachen für die Praxis und den eventuellen Umzug machen musste. Der Tag hatte einfach nicht genug Stunden.

      Mit Paramour ging ich eine kurze Runde ins Gelände, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages voll auszunutzen. Der Hengst trabte fröhlich schnaubend den Weg entlang und auch er schien diesen wunderschönen Tag genossen zu haben.

      Als ich Bacia holen wollte, sah sie mir misstrauisch entgegen. Vielleicht sollte ich ihr Vertrauen erst einmal ein wenig mit Leckerlis aufbauen? Denn, um ehrlich zu sein, hatte ich wenig Lust, mich noch einmal intensiv mit ihr zu beschäftigen, und sie schien mir nicht böse zu sein, dass ich ihr lieber Leckerli um Leckerli anbot, als sie in der Halle noch einmal geistig zu fordern.

      Da die Nächte immer noch ziemlich eisig waren, brachte ich alle Ponys in den langsam mehr als vollen Stall. Es wurde Zeit, dass der alte Zuchtstall auf Vordermann gebracht wurde – sollten noch mehr Lewitzer kommen, würden wir nämlich ein richtiges Platzproblem kriegen.
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  • Album:
    9 | Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Rhapsody
    Datum:
    14 Jan. 2014
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  • [​IMG]
    name: Favorita
    nickname:

    age/place of birth: 7 years; Gestüt Sanssouci

    sire/dam: Pount / Falada

    gender: mare

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    breed: Knabstrupper

    coat: black semi leopard
    genotype: aa EE dd Lplp/Patn1

    height:
    162cm

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    character traits/biography:
    intelligent; lively; stubborn

    Westernorientierte Stute, der man die Arbeit schmackhaft machen muss. Die Disziplinen Reining und Pleasure kennt sie bereits, doch auch andere dürften durch ihre aufgeschlossene Art kein Problem sein. Ihr Reiter muss bestimmt vorgehen und manchmal etwas deutlicher werden, sobald man das überwunden hat, ist sie allerdings fleißig bei der Arbeit.

    ___________________________________________________________________________

    training:
    lk 1 (western S)

    specialty: reining, pleasure

    breeding confirmation:
    []

    competitions:
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    Schleifen verlinken zum Gewinnerthema.
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    last vet check up:
    11/24/14
    last farrier check up: 01/25/14

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    owner: Juli Mayers (Rhapsody)
    artist (+vkr): Elii
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    png - offizieller Hintergrund - zubehör