Gwen

Fagy

Furioso North-Star ♀

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Fagy
Gwen, 1 Feb. 2015
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    • Gwen
      Pflegebericht 09.08.2013 - Gesamtbericht
      © Elii

      Auch wenn heute die Temperaturen unter die 30° fallen sollten, stand ich bereits um kurz nach 5 Uhr im Stall und ließ die Pferde auf die Koppel. Findings Neverland und Shakoor kamen zusammen mit Cresant Moon auf die kleine Koppel direkt am Stall. Direkt daneben durfte es sich Diome bequem machen. Csíny und sein Vater The Whole Story brachte ich in die gegenüberliegenden beiden Koppeln. Die Stuten kamen alle zusammen auf die Koppel am Stall, auch wenn sich beim Weg dorthin Ostara und Pipcas wieder einmal zankten und ich schon Angst hatte, dazwischen zu geraten. Furmint und Ékes begannen gleich zu grasen, als sie ihre Halfter los hatten, weshalb Unwritten genervt die Ohren anlegte, da sie wegen den beiden kaum vorwärts laufen konnte. Jumping to Conclusions und Dark Jewel trotteten hinter Unwritten her und begannen weiter hinten zu graßen.

      Schnell schloss ich das Koppeltor und lief zurück zum Stall, da noch einige Hengste auf die Koppeln gehen sollten. Zwei der größten Koppeln waren mittlerweile unterteilt, damit jeder Hengst seinen eigenen Bereich haben konnte. Dark Decission und Dark Intention kamen nebeneinander in die erste Koppel. Direkt dahinter kamen Flavio und Kalzifer. Rechts daneben konnte Fekete seine Freiheit genießen und ganz am Ende war Dark Firestorm’s Koppel.
      Als ich wieder zurück war, ging ich noch einmal ins Haus, um mehrere Kisten an Sprudel in den Stall zu bringen, damit niemand verdursten musste.
      Da der Stallbursche momentan im Urlaub war, und Melanie und Jack erst um 7.30 Uhr anfingen, begann ich alleine die Boxen zu misten. Nach einer Stunde hatte ich bereits einen Großteil geschafft, da durch die langen Aufenthalte auf der Koppel, die Boxen kaum genutzt wurden. In der letzen halben Stunde mistete ich noch die große Gemeinschaftsbox von Shakoor und Nevi, sowie die Boxen von Diome, Csíny und Cressi.
      Als ich die letzte Box neu einstreute, kamen erst Melanie und dann Jack durch die Stalltür und begrüßten mich. Nachdem wir den Ablauf des Tages bei einem Kaffee besprochen hatten, ging es auch schon los mit der Arbeit.
      Da die beiden Azubis, die seit heute auf dem Hof mitwirken sollten, erst um halb 9 kommen würden, hatte ich noch Zeit Kalzifer zu reiten. Der Fuchshengst sollte heute wieder etwas auf dem Platz gearbeitet werden, in letzter Zeit hatten wir das Training wegen der hohen Temperaturen schleifen lassen. Melanie nahm sich in der Zwischenzeit Ékes vor, die heute ebenfalls dressurmäßig geritten werden sollte. Jack hatte somit genügend Platz auf dem Springplatz, um niemand durch Flavios Eskapaden zu gefährden.
      Nachdem alle Pferde geputzt und gesattelt waren, gingen wir zusammen zu den Plätzen. Jack verabschiedete sich als wir am Springplatz ankamen, so dass Melanie und ich alleine zu Dressurplatz gingen. Während Melanie bereits im Schritt losritt, legte ich vier Stangen beim Mittelzirkel hin und stieg danach auf Kalzifers Rücken. Gemeinsam mit Mel drehte ich meine Runden auf dem Platz, bevor es mit der Arbeit losging.
      Nach zehn Minuten begann ich dann erst über die Stangen und dann in Volten um sie herum zu reiten. Danach wechselte ich die Hand und ritt die gleiche Übung noch einmal. Kalzifer arbeitete heute besonders gut mit, auch das Schenkelweichen, wo er sonst immer versuchte zu schummeln, klappte auf Anhieb. Mel hatte mit Ékes auch keine Probleme, aber die Stute machte sonst ja immer brav mit.
      Im Trab musste ich Kalzifer vermehrt mit dem äußeren Bein treiben, damit er auch wirklich über die Stangen lief. Auch wenn ich ein wenig kämpfen musste, trabte der Hengst dann doch über die Stangen und nicht daran vorbei. Melanie tat es mir gleich, da Furmint etwas maulig war und immer wieder den Kopf in die Höhe warf.
      An der langen Seite ließ ich meinen Hengst im Trab zulegen und fing das Tempo kurz vor der kurzen Seite wieder ab. Danach folgte eine kurze Schrittpause am langen Zügel, um dem Hengst etwas Erholung zu bieten.
      Als ich die Zügel wieder aufnahm, trabte ich noch eine Runde auf dem Zirkel und galoppierte dann an. Die Stange, die auf dem Zirkel lag, nahm ich gleich im Galopp mit. Nach zwei Runden parierte ich durch, wechselte die Hand und galoppierte erneut an. Auch hier ritt ich Kalzifer wieder über die Stange. Wieder parierte ich durch und galoppierte dann auf dem Mittelzirkel über alle vier Stangen. Kalzifer galoppierte fleißig, und ich hatte Mühe mich bei seinem Schwung im Sattel zu halten. Auch das Verstärken des Galopps an der langen Seite, klappte einwandfrei, auch wenn Kalzifer kurz ins Stolpern geriet.
      Ich parierte durch und trabte leicht, gleichzeitig gab ich dem Hengst die Zügel hin und lobte ihn ausgiebig. Auch Melanie hatte gerade das Training beendet und ritt bereits im Schritt ihre Runden. Damit die beiden Pferde noch etwas raus kamen, ritten wir eine Runde um den Hof zum Abschluss. Jack war bereits fertig und hatte den Schimmelhengst schon zum Putzplatz gebracht. Als Melanie und ich ankamen, war Flavio bereits abgeduscht und mit Jack auf den Weg zurück zur Koppel. Ich übernahm Ékes als sie abgesattelt wurde und duschte sie und Kalzifer zusammen ab.
      Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte mir, dass unsere Azubis jede Minute kommen würden, also beeilte ich mich die beiden Pferde auf die Koppel zu führen. Als ich zurück kam, kamen mir auch schon zwei junge Mädels entgegen. Celine, dunkelbraune Haare und 21 Jahre, und Marleen, rote Haare und 18 Jahre, hatten bereits beide ein Praktikum auf unserem Hof hinter sich, dies fand allerdings noch vor dem Umzug, weshalb die Beiden etwas verloren im Eingang standen.
      „Habt ihr gut hergefunden? Wir liegen jetzt ja etwas weiter außerhalb.“, sagte ich lachend und führte Celine und Marleen gleich weiter zu den Koppeln. „Wenn ihr wollt könnt ihr euch gleich aufs Pferd schwingen, das ihr Reiten könnt, weiß ich ja. Furmint und Ostara müsstet ihr ja noch kennen, oder?“, fragte ich während wir zur Koppel gingen, was mir durch ein Nicken bejaht wurde. Ich grinste und freute mich, da mir so auch einiges an Arbeit abgenommen wurde. Schnell halfterte ich Ostara und Furmint auf, und übergab sie dann Celine und Marleen. Während die Beiden die Stuten putzten, bequatschte ich mit ihnen den künftigen Tagesablauf und sagte, welche Pferde sie in Zukunft reiten würden. Neben den beiden Stuten sollten auch Diome und Tiny zu ihren Aufgaben gehören, sowie hin und wieder eins der anderen Pferde, wenn Jack, Mel und ich nicht genügend Zeit hatten. Während ich mich um die Azubis kümmerte, gingen Mel und Jack auf Pipcas und Jewel zusammen ausreiten.
      Um kurz vor 9 Uhr ging es dann in die Halle, da der Himmel begann sich zu verdunkeln und in Kürze der Regen folgen würde. „Fangt schon einmal an im Schritt, ich bau solange noch ein paar Sachen auf:“, rief ich Celine und Marleen zu, bevor ich in der kleinen Kammer verschwand und mit Stangen zurück kehrte. An der langen Seite legte ich drei Stangen schräg auf den dritten Hufschlag, so dass man sie mit einer einfachen Schlangenlinie oder beim Handwechseln über reiten konnte. An der anderen langen Seite baute ich noch ein Cavaletti auf, das später als Gymnastiksprung dienen sollte. „Die Sachen könnt ihr nutzen, ich muss mir jetzt kurz selbst ein Pferd fertig machen und dann komm ich wieder hier her.“
      Schnell holte ich Fekete von der Koppel und putzte kurz über sein ohnehin sauberes Fell, bevor ich ihm den Kappzaum anlegte und die Longe in den mittleren Ring einklinkte. Ich führte ihn so zurück zur Halle und begann dort ihm im Schritt den Hufschlag entlang führte. Marleen und Celine arbeiteten bereits fleißig im Trab mit ihren Stuten und nutzten auch die Stangen mit. Fekete konnte seine Augen kaum von den hübschen Stuten lassen, diese ließen sich von seinem sehnsüchtigen Wiehern aber nicht aus der Fassung bringen. „Treib Furmint weiter voran, die schläft dir fast ein. Und Ostara braucht ein bisschen mehr Abwechslung als Zirkel. Reite ein paar Schlangenlinien, Volten oder Tempowechsel, sonst macht die dir bald dicht.“, rief ich Celine und Marleen zu, während ich Fekete um mich kreiseln ließ. Auch er musste über die Stangen laufen und auch das Cevaletti kam zum Einsatz. Im Galopp rannte er etwas zu schnell drauf zu, konnte sich aber kurz davor noch abfangen und gesetzter Springen. Er war einfach ein Dressurpferd durch und durch. Immer wieder Handwechsel führten dazu, dass der Rapphengst sich fallen ließ und fleißig vorwärts-abwärts lief. Locker ließ ich ihn noch einige Runden traben und parierte ihn dann zum Schritt durch. Marleen und Celine ritten bereits einige Runden im Schritt, weshalb ich vorschlug noch eine Runde um den Hof zu reiten; die dunklen Wolken waren bereits vom Himmel verschwunden.
      Während des kleinen Rundgangs erklärte ich meinen Azubis das Gelände und wo sie die besten Galoppstrecken finden konnten. Wieder am Hof angekommen, zeigte ich den Waschplatz und übernahm dann die beiden Stuten, um sie auf die Koppel zu bringen.
      Währenddessen machte sich Mel mit den beiden Mädchen bekannt und nahm sie als Helfer bei Cressi mit, der heute seinen Reiter das erste Mal im Trab an der Longe tragen sollte.
      Bei mir stand als nächstes Unwritten auf der Liste, mit der ich ins Gelände gehen wollte. Nachdem ich sie geputzt hatte, sattelte ich meine Lieblingsstute schnell und stieg dann auf. Ich ritt den Wiesenweg am Reitplatz entlang und verfolgte dann die Landstraße weiter geradeaus, bis ich in den Wald kam. Dort trabte ich locker an und sorgte mit dem Schulterherein für die tägliche Portion Dressur. Für meine Scheckenstute war das kein Problem, schließlich kannte sie die Übung schon ewig. Fleißig lief die Stute voran, zuckte aber kurz zusammen, als es im Gebüsch raschelte. Jedoch hatte ich sie schnell wieder beruhigt und konnte gemütlich weiter reiten. Als es den Berg hinaufging galoppierte ich die Stute an, welche sofort lospreschte. Weiter im Wald gelangte ich zur Vielseitigkeitsstrecke, wo momentan Jack mit Deci und einem Trainer arbeitete, dieser hatte nämlich am kommenden Wochenende ein Turnier und sollte dafür Top in Form sein. Da ich nicht stören wollte, ritt ich eilig weiter und trabte die Stute ein weiteres Mal an. Ruhig setzte sie sich in Bewegung und trabte den Waldweg entlang. Kurz darauf verließen wir den Wald wieder. Als wir die Straße überquert hatten, und ich wieder in den Feldern war, galoppierte ich Unwritten erneut an. Als wir in die Nähe des alten Bauernhofs kamen, parierte ich zum Schritt durch. Kurz darauf trabte ich wieder an und parierte erst kurz vor der Brücke, die über den Fluss führte, durch. Den übrigen Weg ritt ich im Schritt, denn schon nach zehn Minuten kamen wir wieder am Stall an. Dort nahm ich Unwritten die Ausrüstung ab und duschte sie, wie die anderen Pferde, ab. Melanie und die beiden anderen hatten bereits begonnen, die anderen Pferde zu putzen, mit Cressi hatte nach Melanie alles bestens geklappt.
      Schnell brachte ich die Stute zurück zu den anderen auf die Koppel, bevor ich mir Jumina schnappte und zum Putzplatz führte. Melanie würde mit Story und Celine auf Diome, sowie Marleen auf Tiny noch eine Runde ins Gelände gehen. Ich hingegen holte für Jack noch Fire von der Koppel, da wir zusammen mit dem Trainer noch auf den Springplatz gehen wollten.
      Jack rief gerade an, als ich die Pferde satteln wollte, um mir zu sagen, dass er länger brauchen würde und ich davor noch Csíny longieren könnte.
      Daraufhin packte ich Jumina und Fire mit einem Arm voll Heu in ihre Boxen und holte mir dann den Furioso Hengst von der Koppel. Er sollte ebenfalls an die Longe, allerdings wollte ich mit ihm hauptsächlich Stangenarbeit machen. Geputzt war er in Windeseile und auch der Kappzaum saß schnell an seinem Kopf. Wieder hängte ich die Longe in den mittleren Ring und führte ihn dann in die Halle. Nach dem Aufwärmen begann ich den Hengst über die Stangen zu schicken und auch das Schenkelweichen seitwärts über die Stangen klappte einwandfrei mit ihm. Über die Stangen schnalzte ich immer wieder, damit mein Kleiner auch seine Beine hieb. Im Galopp sprang er erheblich besser über das aufgestellte Cavaletti und gab sich deutlich mehr Mühe bei der Stangenreihe. Wieder durchpariert übte ich noch einmal das Schulterherein im Schritt an der langen Seite und auch das Schenkelweichen ohne Stange klappte. Mit einer Runde um den Hof beendete ich das Training und konnte auf dem Weg sogar Jack einsammeln. Während er Csíny und Deci abduschte und in die Boxen brachte, da die Pferde über Mittag rein kamen, sattelte ich Jumina und Fire, die letzten beiden Pferde für heute. Jack hatte noch genug Zeit, um auch die Stuten in die Boxen zu bringen, dann mussten wir auch schon auf den Springplatz. Während wir im Schritt die Pferde warmritten, rief ich noch bei Melanie an, damit sie wusste, dass die Pferde noch in die Boxen sollten.
      Jumina und Fire wurden schnell warm, aufgeheizt durch die vom Trainer aufgebauten Hindernisse. Nach dem Abgaloppieren, fingen wir an zu springen, erst niedrig, wobei beide Pferde eher mäßig sprangen und man sie kaum passend reiten konnte. Hauptsache Laufen und locker Springen, war die Devise, damit Jumina und Fire warm werden konnten, auch wenn sie lieber sofort auf höchstem Niveau springen wollten.
      Als es endlich in die Höhe ging, wurden die beiden Pferde munterer und man hatte es schwer, sie überhaupt noch in Zaum zu halten. Jumina war flott unterwegs, vor den Hindernissen gab sie noch ein bisschen mehr Gas, um den nötigen Schwung für den Sprung aufzubringen. Nach dem Sprung musste sie leicht abgebremst werden, um das nächste Hindernis nicht zu verpassen. Fire hingegen war kaum zu halten, schließlich konnte er die letzten Wochen auch nicht wie sonst über den Springplatz heizen, da es schlichtweg zu heiß war. Jack hatte keine andere Möglichkeit den Hengst laufen zu lassen, aber dieser war mittlerweile auch so selbstständig, dass es kein Problem darstellte.
      Nach einer guten dreiviertel Stunde beendeten wir das Training und ritten, wie gewohnt, noch eine Runde um den Block. Daran hatten wir, und auch die Pferde, mehr Freude, als auf dem Platz zu kreiseln.
      Als unsere Pferde Frisch geduscht in ihren Koppeln standen und ihr Heu mümmelten, kamen auch Mel, Celine und Marleen auf ihren Pferden eingetrudelt. Ich half beim Verstauen der Ausrüstung, damit die Pferde schnell geduscht werden konnten und dann in ihre Box zum Heu fressen durften.
      Mittlerweile war es auch so heiß, dass Arbeit nicht mehr möglich war. Der Hunger kündigte sich zudem auch noch an, weshalb ich die gesamte Mannschaft zum Essen in mein Haus holte. Gegen Abend würden die Pferde wieder auf ihre Koppeln kommen, da es dann nicht mehr so heiß war.
    • Gwen
      Pflegebericht 22.10.2013 - Koppelgang
      © Elii

      „Ich wünschte wirklich, wir könnten jemand für ihn finden.“, sagte ich zu Mel und schaffte es gerade noch einen Seufzer zu unterdrücken. „Für Shakoor wäre es bestimmt auch eine Erleichterung, wenn sich eine einzige Person auf ihn konzentrieren würde“, entgegnete sie. Momentan stand Shakoor zusammen mit Kedves zusammen auf der Koppel, auch wenn sie sich nicht immer grün waren. Noch war es problemlos, das der Araberhengst immer wieder andere Personen hatte, die ihm Aufmerksamkeit schenkten, aber sobald die richtige Arbeit losgeht, dürfte die Zeit vorbei sein. Schon jetzt ist er Fremden gegenüber sehr misstrauisch und reagiert teilweise aggressiv, wenn ihm die Personen überhaupt nicht passten. Aus diesem Grund kümmerte ich mich meistens um ihn, hin und wieder auch Mel, aber andere lässt er kaum an sich ran. „Kopf hoch, das wird schon noch!“, munterte mich Mel auf. „Bei manchen Pferden dauert es einfach länger, bis sich jemand passendes findet.“ Ich nickte, aber wirklich zufrieden war ich nicht. „Machen wir unsere Runde fertig?“, fragte ich dann und ging los. Nachdem bei Shakoor und Kedves alles in Ordnung schien, ging es weiter zu Diome und Cressi, die zwar getrennt, aber direkt nebeneinander standen. Sobald ich den kleinen Reitponyhengst sah, ging mir das Herz auf. Brummelnd trabte er auf mich zu und forderte mich sofort zum Kraulen auf, was ich natürlich sofort erwiderte. Diome wurde zwischenzeitlich von Mel betüttelt, sodass ich mich voll und ganz Cressi widmen konnte. Auch wenn ihm nach der Körung jetzt eine längere Reitpause bevor stand, hing er mir total am Rockzipfel und würde wohl am liebsten mit mir eine Runde im Gelände drehen.

      Als Mel zurück von Diome kam, gingen wir weiter. Als nächstes folgte die Koppel von Fagy, die zusammen mit einer Jungstute vom Nachbarhof, Pipcas und Furmint stand. Furmint kam sofort an den Zaun, während die anderen an ihrem Platz blieben und grasten. Pipcas und Furmint hatten momentan Pause, weswegen bei den jungen Stuten standen. „Die genießen es gerade so richtig, was?“, lachte Mel und streichelte über Furmints Nüstern. Langsam kam auch Pipcas zu uns und mit ihr auch Fagy und die andere Jungstute. „Jetzt können wir sie wenigstens entspannt in den Stall bringen.“, sagte ich und schnappte mir sogleich die Halfter der Beiden und hakte die Stricke ein. Mel nahm währenddessen Furmint und Pipcas, die sich kurz anzickten, als sie so nahe neben einander stehen mussten. Danach verlief alles gut, auch wenn sich Jack mit Kedves und Shakoor schwer tat, als die beiden zu den Stuten rennen wollten. Diese waren schließlich auch einmal Teil ihrer Herde. Als die sechs im Stall waren, ging ich mit Jack noch einmal zu den Koppeln und holte Cressi und Diome. Beide verstanden sich immer noch, allerdings war es zu gefährlich geworden, da ihre Spiele immer heftiger wurden und ich mir, aufgrund seiner geringen Größe, besonders Angst um Cressi machte.
      Die restlichen Pferde waren bereits im Stall, also war die Arbeit für diesen Abend getan.
    • Gwen
      Pflegebericht 02.01.2014 - Neujahrstag
      © Elii

      „Ein Glück ist das vorbei.“, murmelte ich genervt, als ich mich aus dem Bett hievte. Mein Kopf schmerzte, weshalb ich ins Bad schlich und mir eine Aspirintablette aus dem Medizinschrank holte. Ich wunderte mich es nach dem gestrigen Abend tatsächlich noch in mein Bett geschafft zu haben, vielleicht war es doch ein wenig zu viel Alkohol gewesen.
      Als es klingelte schlüpfte ich schnell in meine Jogginghose und lief die Treppe hinunter. „Du bist schon hier?“, fragte ich verwundert, als plötzlich Mel vor der Tür stand. Sie war auf der selben Feier gewesen, hatte meines Wissens mindestens genau so viel getrunken, stand aber fit wie ein Turnschuh vor mir. „Ach, ich konnte nicht schlafen und mir war langweilig. Dachte es wäre ganz geschickt, gleich zu dir zu kommen und mitzuhelfen.“, antwortete sie mit einem breiten Grinsen auf den Lippen.
      Mit einer Geste lud ich sie ein, erst einmal reinzukommen. Ohne einen Kaffee würde ich sowieso nicht wirklich wach werden. „Auch was?“, murmelte ich und zeigte zuerst auf meine Tasse und dann auf die neue Kaffeemaschine, die ich zu Weihnachten bekommen hatte. „Wenn möglich einen Chai Latte, der war richtig klasse letztens.“, sagte ich und ließ sich auf die Couch fallen. Meine zwei Kater zuckten daraufhin kurz zusammen, einer von beiden stand dadurch sogar auf und ging zur Tür. Mel eilte zu ihm und öffnete sie, damit er nicht anfing uns die Ohren voll zu miauen.
      Bevor sie zur Couch zurück kam, hatte ich ihr schon ihr Getränk serviert und setzte mich mit einem Cappuccino in den Händen hin. „Glaubst du Jack kommt heute überhaupt noch?“, fragte ich lachend. Er hatte sich am Silvesterabend kein Trinkspiel durch die Lappen gehen lassen und bekam dementsprechend ordentlich Alkohol mit. Mel schüttelte lachend den Kopf, griff aber gleich zum Handy. „Ich versuch ihn mal anzurufen, die Pferde haben heute sowieso Pause, nicht wahr?“
      Ich nickte und trank schnell die letzten Schlucke aus meiner Tasse. „Ich zieh mich noch schnell um, genieß die Pause solange es geht.“, sagte ich zu ihr und lief die Treppe nach oben. Ich holte die frisch gewaschene Reithose aus der Waschküche, holte einen Pulli aus dem Schrank und zog zuletzt noch ein paar Socken über die Füße. Eilig ging ich wieder hinunter, was meinen Kater, der sich an Mel schmiegte, aufschreckte. „Ach Kleiner, langsam müsstest du mich doch kennen.“, lachte ich und hob ihn auf meinen Arm. „Wo ist eigentlich unser Kätzchen?“, fragte ich, da sie mir plötzlich in den Sinn kam und setzte den nun quengelnden Kater ab. Kaum hatte ich ihren Namen ausgesprochen, kam die rot-weiß-getigerte Jungkatze aus ihrem Versteck und rannte auf mich zu. Kurz vor mir stoppte sie und stellte sich auf die Hinterbeine. Liebevoll streichelte ich ihr über den Kopf und nahm sie kurz hoch. Sie drückte ihren Kopf gegen meinen und schnurrte glücklich. „Kommst du mit ihn den Stall?“, fragte ich sie dann und hielt sie etwas weiter weg. Sie miaute leise, was mich und Mel zum Lachen brachte. „Dann gehen wir jetzt!“, entgegnete Mel und öffnete die Tür. Mein Kater hatte sich in der Zwischenzeit hinter dem Sofa vor dem, zugegebenermaßen fast ausgewachsenen, Kätzchen versteckt und kam langsam hervor, als sie mit uns nach draußen trabte.
      Da das Wetter schön war, sollten die Pferde auf die Koppeln, nachdem wir sie gefüttert hatten. Das Ausmisten würden wir heute auch selbst übernehmen, da die Stallburschen frei hatten.
      Mit dem Futterwagen ging es zuerst in den Stutenstall. Unwritten und Jewel waren die ersten in der Stallgasse und bekamen somit auch zuerst ihr Futter. Beide standen ruhig in der Box, machten aber große Augen, als sie sahen, wie wir die Tröge füllten. Jumina hingegen, die als nächste an der Reihe war, tänzelte nervös von rechts nach links, scharrte mit den Hufen und prustete laut, bis sie an ihr Futter konnte.Pipcas und Ostara waren auch aufgeregt, Ékes und Furmint dafür umso ruhiger. Es war einer der vielen Gründe wieso ich mich in Furiosos so verliebt hatte.
      Weiter ging es mit dem Wagen weiter zu den Hengsten. Wieder waren es die Hannoveraner die kaum noch warten konnten, wer konnte es ihnen auch verübeln? Fire und Deci waren schnell versorgt und mit Tiny und Diome war die ganze Familie versorgt. Flavio bekam als nächstes seine Portion und schmatze genüsslich, als er die ersten Bissen im Mund hatte. Danach waren Story und seine beiden Söhne Csíny und Pajtás an der Reihe. Alle drei waren furchtbar ruhige Pferde und warteten brav ab, bis die Tröge gefüllt waren. Fekete und Kalzifer machten den Abschluss.
      Auch der Nachwuchs sollte nicht leer ausgehen, auch wenn bis auf Cressi alle mit Heupellets und etwas Aufzuchtsfutter Vorliebe nehmen mussten. Kedves und Shakoor fraßen das zum Glück ohne Probleme, auch wenn sie es anfangs gerne haben liegen lassen. Fagy war schon eine ganze Weile in einem kleinen Stall mit mehreren Jungstuten untergebracht, in dem sie täglich auf die Koppel kam und dort auch eine Rundumversorgung genoss.
      Als wir zurück bei den Stuten waren, konnten wir diese schon auf die Koppeln bringen, da alle vor den geleerten Trögen standen. Während ich Jewel und Pipcas übernahm, führte Mel zunächst Furmint und Ékes auf die Koppel. Unwritten lief frei neben mir her, sie wusste schließlich ihren Weg und war so auf mich koordiniert, dass sie sich kaum zwei Meter entferntes. Ein leises „Komm!“ reichte schon aus, um sie vom Gras am Wegesrand wieder zu mir zu locken. Als wir die Koppel erreichten, öffnete ich das Gatter und nahm den Stuten die Halfter ab, Unwritten spurtete sie zum Galopp an und so ging es flott zu fünft ans andere Ende der Koppel. Wir gingen wieder zurück in den Stall, wo Mel sich um die beiden übrigen Stuten, Ostara und Pipcas, kümmerte. Ich machte mich daraufhin zum Hengststall auf und schnappte mir Fire. Mit ihm an der Hand konnte ich keinen zweiten Hengst nehmen, außer ich hatte einen Todeswunsch. Mit der Führkette über der Nase brachte ich ihn ins Freie, wo er schon den Stuten auf der anderen Koppel schöne Augen machte. Er tänzelte und ich war heilfroh, als ich an der Koppel war. Als nächstes waren Deci und Diome an der Reihe, die an der Hand furchtbar gut miteinander auskamen. Mel übernahm Kalzifer. Dieser wieherte unersättlich den Stuten entgegen, auch wenn von ihnen nur Furmint antwortete. Auch diese Drei waren schnell in ihrem eingezäunten Bereich. Nun nahmen wir uns die beiden Brüder Csíny und Pajtás vor, die gelassen nebeneinander herliefen und deren Koppeln sich auch nebeneinander befanden. Weiter ging es mit Story und Fekete, ich nahm zusätzlich zu dem Rapphengst auch noch Tiny. Ein letztes Mal liefen wir zum Stall, Mel übernahm Flavio, der nun ganz allein mit Cressi im Stall stand. Den Reitponyhengst halfterte ich kurzerhand auf und so machten wir uns ein letztes Mal auf den Weg.
      Kedves und Shakoor würden sich heute auf eine Reise machen, sie sollten heute zu Zaii fahren, da diese auf ihrem Hof eine Junghengstherde gründen wollte und ich es für eine klasse Idee empfand, den Beiden neue Eindrücke zu ermöglichen. Auch wenn ich sie etwas wehleidig für den Transport vorbereitete, vor allem bei Shakoor machte ich mir große Sorgen, da er immer noch sehr skeptisch neuem gegenüber ist und recht lange gebraucht hatte, um sich mit Kedves zu verstehen. „Hey.. Das wird schon gut gehen, keine Sorge.“, munterte mich Mel auf und legte ihre Hand auf meine Schulter. „Wenn es nicht klappt, kommen die Beiden eben wieder zurück. Es ist doch nur bis April und besuchen können wir sie sowieso jederzeit.“ Ein Glück hatte ich sie an meiner Seite, sie hatte einfach immer die richtigen Worte für mich parat. Ich nickte und erkämpfte mir ein Lächeln. Mel half mir, den beiden Transportgamaschen anzulegen und stopfte ein Heunetz, während ich ihnen eine Abschwitzdecke auflegte. Wehmütig führten wir sie zusammen in den Hänger und schlossen hinter ihnen vorsichtig die Klappe. „Du fährst jetzt und ich werde solange die Boxen ausmisten.“, deklarierte Mel und schob mich zum Wagen. Verdutzt stieg ich ein, willigte dann aber ohne Widerworte ein.
      Nach einer Stunde kam ich an Zaii’s Hof an und stieg aus dem Wagen. Ich begrüßte sie und Edfriend, die auch gerade angekommen war und half dann zuerst beim Ausladen ihrer Pferde. Ich durfte Painted Blur, einen wunderschönen Rapphengst zur Koppel führen, welcher sofort losgaloppierte, als das Halfter ausgezogen war.
      Als nächstes kamen meine eigenen Pferde an die Reihe, welche sich seelenruhig ausladen ließen. Kedves übergab ich so gleich an Zaii, er hatte keine Probleme auch mit ihm fremden Personen zu gehen. Shakoor hingegen übernahm ich selbst, da er schon zitternd aus dem Anhänger kam. Schnell nahm Edfriend die Abschwitzdecken und die Gamaschen von meinen Hengsten ab, bevor wir sie dann zur Koppel führten. Shakoor brummelte leise, als ich mit ihm sprach, tänzelte dann aber sofort wieder mit hocherhobenem Kopf um mich herum. Ich ließ Zaii mit Kedves voraus gehen. Dieser trabte schnell auf die Koppel, als er die anderen Pferde erblickte und machte sich kurzerhand bekannt mit den anderen. Mit Shakoor stand ich bisher noch außerhalb des Zaunes. „Er hat ein paar Probleme mit neuen Dingen, vor allem Ortswechsel machen ihm zuschaffen, da er schon so oft verkauft wurde.“, erklärte ich Zaii und Edfriend, die verständnisvoll zuhörten. Langsam reagierte Shakoor auf die Rufe der anderen und als Kedves schließlich im Schritt entgegen kam, wurde er munterer und ich führte ihn auf die Koppel. Dort löste ich das Halfter und streichelte ein paar Mal über seine Stirn. Eilig steckte ich meinen Beiden noch ein paar Leckerlies zu, sie würden die nächste Zeit zwar ihre Ruhe von mir haben, aber so würden sie mich bis dahin immer in guter Erinnerung haben. Zu dritt sahen wir der kleinen Herde noch eine Weile zu, bevor wir ins Haus gingen, wo sich auch die Besitzer der übrigen Hengste schon befanden. Ich begrüßte alle freundlich und aß auch einen Bissen, aber so ganz konnte ich mich nicht damit anfreunden, meine beiden Hengste allein zu lassen. Auch die anderen kämpften mit Wehmut, doch Zaii beruhigte uns alle. Da ich noch einiges zu tun hatte, machte ich mich recht schnell auf den Heimweg, auch wenn ich es nicht lassen konnte, mit eine von den leckeren Schneckennudeln für den Weg mit zunehmen.
      Obwohl es mir nicht so lang vor kam, war ich wohl ewig unterwegs gewesen, denn als ich wieder zu Hause an kam, waren bereits alle Boxen gemistet. Ich wunderte mich, dass es Mel so schnell geschafft hatte, allerdings lag es an Jack der kurz nach meiner Abfahrt doch noch auf den Hof gekommen war. „Und dir geht’s gut?“, fragte ich ihn lachend und stupste ihn in die Seite. „Klar, das bisschen Alkohol halte ich doch locker aus.“, prahlte er lachend. „Wie wäre es wenn wir uns mit der Neujahrsbrezel die ich mitgebracht hab ins Haus setzen und du uns etwas über das neue Heim der beiden Hengste erzählst?“, schlug er im gleichen Atemzug vor, woraufhin ich eifrig nickte.
      Zusammen schlenderten wir zum Haus und während ich eine große Kanne Tee machte, schnitt Jack die Neujahrsbrezel an und Mel bespaßte Kätzchen, die ihr schon die ganze Zeit am Rockzipfel hing.
      „Auf das 2014 erfolgreich wird.“, sagte ich munter und stieß mit den Beiden an.
    • Gwen
      Pflegebericht 16.07.2014 - Hoher Besuch
      © Elii

      Hurtig lief ich durch die Stallgasse und verteilte eilig das Futter an die Pferde. Warum zur Hölle musste der Wecker auch gerade heute nicht klingeln. Entnervt braute ich auch Fagy, der letzten in der Reihe ihr Futter und tauschte dann schnell die Stiefelletten gegen meine dreckigen Turnschuhe.

      „Mist, Mist, Mist.“, fluchte ich dann, als auf einmal der Schnürsenkel des linken Schuhs riss und ich doch noch auf meine Stiefel zurückgreifen musste. Was tat man nicht alles, um den ungarischen Besuch ordentlich in Empfang zu nehmen. Vor zwei Wochen hatten sich Elias und Laura Kovács, das Ehepaar von dem ich Pipcas und Furmint gekauft hatte, angekündigt, da sie Urlaub im Schwarzwald machten und somit auch mir einen Besuch abstatten wollten. Dafür hatte ich vor zwei Tagen den ganzen Hof von vorne bis hinten aufgeräumt und wollte ihnen jetzt neben Pipcas und Furmint, auch ihre Nachkommen Csíny, Pajtás, Kedves und Fagy vorstellen.
      Pipcas und Furmint würden von meinen beiden Azubis vorgestellt werden, während Pajtás und Csíny unter Mel und Jack ihr Können zeigen sollten.
      Kaum hatte ich meine Stiefel an, fuhr auch schon ein großer, schwarzen Van auf den Hof. Lächelnd begrüßte ich Elias und Laura, die mich sogleich in den Arm nahmen und mit Küsschen begrüßten. Während ich ihnen von den Erfolgender Stuten aus ihrer Zucht erzählte, brachte ich auch meinen minimalen ungarischen Wortschatz zum Besten, von dem die Beiden dennoch begeistert waren.
      Auf dem Platz wurden Pipcas und Furmint geritten, die sich heute besonders fleißig zeigten. „Na, die hätte ich mal nicht verkaufen sollen.“, lachte Elias lauthals, während er die Stuten begutachtete. „Dass aus den wilden Dingern mal so Reitpferde werden, hätte damals doch wirklich keiner geglaubt.“
      Das Kompliment ging runter wie Wasser. Auch Laura war begeistert, vor allem von Pipcas, hatte sie die rotbraune Stute doch vor vielen Jahren mit auf die Welt gebracht. „Und wie hübsch sie geworden ist.“, sagte sie strahlend, als ich ihr von ihrem unglaublichen Ergebnis bei der Körung erzählte.
      Noch eine Weile sahen wir zu, dann gingen wir zur Halle, in der gerade Csíny und Pajtás für das Springen warm gemacht wurden. „Kann ich mal auf einen drauf?“, fragte Elias nach einiger Zeit, was ich mit einem Ja beantwortete. Laura hielt sich, dank Babybauch zurück, obwohl sie am liebsten mit ihrem Mann auf den Hengsten sitzen würden. Besonders Csíny hatte ihr es angetan, mit seinen strahlend blauen Augen.
      Wir überließen ihren Mann den Pferden und gingen weiter zu den Kleinsten, Fagy und Kedves. Zweiterer stand wiehernd in der Box als wir zu ihm kamen, denn die anderen waren schon auf der Koppel. „Er hier ist von Pipcas, wir arbeiten fleißig daran ihn anzureiten, aber momentan hat er wieder etwas Pause.“, erklärte ich Laura, während sie den Junghengst streichelte. Auch Fagy kam nicht zu kurz und fand bei ihr ebenfalls großen Anklang.
      „Du hast so schöne Fohlen aus den beiden gezogen! Ich bin schon gespannt, sie unter dem Sattel zu sehen, wenn wir wieder kommen.“, sagte sie grinsend und kam mit mir mit, um die zwei Halbgeschwister auf die Koppel zu bringen. Dort führte ich sie an den anderen Furiosos vorbei, die sie völlig begeistert ansah.
      Als wir zurück kamen, war auch Elias wieder auf dem Boden und half Mel und Jack dabei, die Pferde fertig zu machen.
      Er nahm mich lachend in den Arm und lobte mich für meine Junghengste. „Fantastisch“ Einfach fantastisch!“, rief er und lachte. „Wie damals meine Jungs, so fleißig und begeistert!“
      Ich wurde schon ganz rot von den ganzen Komplimenten und bedankte mich gefühlte Tausend Mal.
      Kaffee und Kuchen genossen wir auf der Terrasse, vor der gerade ein paar der Furioso Stuten weideten. So glücklich würden die Pferde sonst nur in der Puszta sein, erklärte mir Elias und freute sich sichtlich, dass gerade ich seine Stuten damals gekauft hatte.
      Zum Abschied kündigten sie mir an, dass ich unbedingt zur Taufe ihres baldigen Kindes kommen müsste. Und neue Fohlen würde es dann auch geben, die mir bestimmt gefallen würden. „Nichts lieber als das.“, antwortete ich lächelnd und winkte ihnen hinterher, bis sie vom Hof gefahren waren.
    • Gwen
      Pflegebericht 29.11.2014 - Fütterung
      © Elii

      Heute war es gefühlte zehn Grad kälter als sonst, weshalb ich das erste Mal meine dicken Winterjacke aus dem Schrank nahm, bevor ich in den Stall ging. Als ich die Stallgasse betrat, lugten schon einige der Pferdeköpfe aus den Boxen. Schnell sammelte ich die Eimer in der Futterkammer auf und stellte sie in eine Schubkarre. Langsam schob ich diese die Stallgasse entlang und hielt immer nach drei bis vier Boxen, um den Pferden das Frühsück zu servieren. Zuerst waren Unwritten, Jumina und Jewel an der Reihe, die beglückt brummelten als ich an das Tor kam. Danach waren Saphir und Falada an der Reihe. Beide waren zwei hübsche Knabstrupper, die ich erst vor eine Weile für meine Zucht erstanden hatte. Alors on Chante, Altbekannte und Neuzugang zugleich, bekam anschließend ihr Futter. Furmint und Ostara kamen erst von ihren Paddocks, als sie das Futter in den Trog rieseln hörten, während Pipcas und Ékes ungeduldig hin und her tippelten. Als die zehn Stuten versorgt waren, lief ich zu den Hengsten, die mir, wie gewohnt, kaum Beachtung schenkten, als ich die Stallgasse betrat. Zuerst kamen Dark Firestorm und Decission an die Reihe, die neben Tiny und Diome, unglaublich quengelig wurden, wenn ich nicht schnell genug war. Flavio bekümmerte es recht wenig, dass ich etwas länger brauchte und Story sich erst von seinem Paddock runter begab, als ich bereits an der nächsten Boxentür stand. Dann bekamen Fekete und Kalzifer ihr Futter, gefolgt von den Jungspunden Csiny, Cressi Patjás. Der Nachwuchs bekam morgens kein Futter, nur nach der Arbeit gab es ein paar Krümel als Belohnung. Fagy, Undisclosed Desires, Dajeen und Baila standen zusammen im groß geratenen Offenstall direkt am Hof. Kedves war momentan außerhalb in einer Hengstgruppe, bis er im Frühjahr zum Antrainieren zurück kommen sollte. Eine gute halbe Stunde später waren die Pferde fertig mit ihrem Frühstück und kamen auf die Koppeln. In ihren gefütterten Decken konnte ihnen trotz Schur die Kälte nichts anhaben und gegen den Regen gab es Unterstände. Die Stuten kamen in Gruppen auf die Koppel, während die Hengste einzeln standen. Da ich heute einiges außerhalb des Hofes zu tun hatte, gönnte ich den meisten Pferden eine Ruhetag. Nur wenig würden später noch von Jack und Mel bewegt werden.
    • Gwen
      Pflegebericht 07.12.2014 - Doppellonge & Spaziergang
      © Elii

      Auch wenn Weihnachten Schritt für Schritt näher kommt, blieb keine Zeit an die anstehenden Festtage zu denken. Zurzeit raubten mir vor allem Kedves und Fagy Zeit und Nerven. Sie sollten nächstes Sommer angeritten werden, weswegen ich viel mit ihnen spazieren ging und einiges an Schrecktraining absolvierte, was die Grundlage für das spätere Training legen sollte. Mit etwas Glück waren die Zwei dann auch unter dem Reiter so ruhig wie bisher.
      Während ich mit Kedves schon einige Zirkuslektionen erarbeiten konnte, arbeitete ich mit Fagy immer noch daran, nicht bei jedem kleinen Geräusch zur Seite zu springen. Auch wenn sie unterschiedlich wie Tag und Nacht waren, machte jeder für sich seine Arbeit außerordentlich gut.
      Musterschüler Kedves durfte heute ein paar Runden an der Doppellonge den Sattel auf dem Rücken tragen. Bisher hatte ihm der Sattel nichts ausgemacht, in Bewegung konnte das natürlich ganz anders aussehen.
      Der Junghengst war nicht geschoren und hatte keine Decke, weshalb das Putzen dementsprechend lang dauerte. Als das geschafft war, holte ich Kappzaum, Doppellonge und den Sattel aus der Sattelkammer. Es war ein alter VSD-Sattel, der bereits bei vielen Pferden als Dummy fungiert hatte. Zwar sah er nicht besonders schön aus und hatte schon das ein oder andere Mal die Bande der Halle gestreift, aber trotzdem tat der Sattel seine Dienste.
      Darunter kam eine hellgelbe Schabracke, passend dazu gab es auch Gamaschen an die Vorderbeine und Hufglocken, da es sich immer wieder in die Haken lief, wenn er nicht bei voller Konzentration war. Der Kappzaum zierte auch bald den Kopf des Hengstes, sodass ich nur noch die Doppellonge einhaken musste und dann mit Kedves zum Aufwärmen eine Runde um den Block gehen konnte.
      War dies getan, gingen wir auf den Reitplatz, wo er auf jeder Hand ein paar Runden im Schritt lief. Schnell hatte er seine Aufmerksamkeit voll bei mir und auch die anderen Pferde, die gerade auf dem Springplatz waren, störten ihn keinesfalls. Auch im Trab machte er seine Sache wie gewohnt einwandfrei, der Sattel störte ihn auch dann nicht. Nur im Galopp zeigte sich, dass der Sattel vorne doch etwas zu eng war, was ich mir schon davor gedacht hatte. Er rannte schneller als sonst, weshalb ich für die weitere Arbeit den Sattel abnahm, um ihn nicht weiter zu stören.
      Fortan klappte der Galopp wieder und er lief locker vorwärts-abwärts. Auch die Stangen waren im Galopp kein Problem, da er mittlerweile seine Beine optimal sortieren konnte und auch nicht so schnell die Balance verlor, solange der Zirkel groß genug war.
      Danach ließ ich ihn noch einmal ohne Doppellonge ein paar Runden frei im Trab laufen, bevor wir erneut eine Runde im Schritt um den Hof ging.
      Nun war fliegender Wechsel angesagt. Ich hatte wenig Zeit, aber viel zu tun, also musste ich mich beeilen. Während Kedves mit der Abschwitzdecke am Putzplatz und wartete darauf, dass er wieder auf die Koppel konnte. In der Zwischenzeit kümmerte ich mich um Fagy, die sich zum Glück nicht komplett im Matsch gewälzt hatte. Sie war noch nicht so weit wie Kedves, weshalb wir heute nur Spazieren gingen, hoffentlich ohne größere Komplikationen.
      Um sie, vor sich selbst, zu schützen, bekam die junge Stute an alle vier Beine Gamaschen und an die Vorderbeine zusätzlich Hufglocken. Für den Spaziergang trenste ich sie auf, da ich durch das Gebiss zusätzliche Sicherheit für den Ernstfall hatte. Durch das neblig, eklige Wetter kam eine zusätzliche Schwierigkeit hinzu, schließlich konnten so überall Monster auf einen warten.
      Ausnahmsweise sprang sie nicht sofort zur Seite, als wir den Hof verlassen hatten, sondern schaute sich nur besorgt um. „Du wirst weder angegriffen, noch gefressen.“, summte ich ihr immer wieder leise entgegen, um sie so wenigstens etwas zu beruhigen. Manchmal half es, manchmal kam ein Monster, dass sie fressen wollte. Wie so oft hing ich mit meinem vollen Gewicht in der Führkette, damit Fagy nicht weglaufen konnte. Danach lief ich weiter, als ob nichts passiert wäre.
      Noch eine gute halbe Stunde ging es so weiter, zum Glück ohne mir die Arme auszureissen. Wieder am Hof schnaubte sie ab und war sichtlich froh, endlich zurück in Sicherheit zu sein. Auch sie bekam die Abschwitzdecke auf, da sie durch die Aufregung doch recht nass war.
    • Gwen
      Hufschmiedbesuch 01.02.2015 - Hufschmiede Ferro di Caballo
      © Zaii

      „Sag mal, tauchst du heute noch auf?“, schallte Elenas Stimme aus den Lautsprechern meines Autos. Ich hatte das Handy an die Freisprechanlage des Wagens gestellt und konnte mir ein Stöhnen gerade noch verkneifen. „Ja, ich hab dir doch geschrieben, dass ich auf dem Weg bin!“ Zugegeben, ich hatte heute ein klein wenig verschlafen. Das konnte doch jedem Mal passieren! Und zwei Stunden waren doch noch in einem annehmbaren Zeitrahmen, oder etwa nicht..?
      Auf dem Hof erwartete mich Elena bereits. „Hallöchen“, stieg ich gut gelaunt aus und schloss meine Freundin in die Arme. Bevor sie zu einer Predigt ansetzen konnte, drückte ich ihr meinen Hufbock in die Hand, „nicht meckern, nützlich machen“, witzelte ich. Nachdem ich mir den Koffer mit meinem Werkzeug und die Schürze geschnappt hatte, machten wir uns zusammen auf den Weg zum Putzplatz, wo uns bereits eine braune Stute entgegenblinzelte. „Fagy!“, säuselte Eli und stellte den Hufbock ab – zu meiner Freude knapp an meinem kleinem Zeh vorbei. Während ich alles vorbereitete, erzählte Elena dem Furioso North-Star, dass ich ihr nicht wehtun würde – wenn doch würde sie mir wehtun. Ich verkniff mich jegliches Kommentar, während ich die Schürze schloss und mich bei Fagy mit einem Apfelschnitz vorstellte. „Hallo Mädchen!“, murmelte ich mit leiser Stimme, ehe ich an Fagys Vorderbein entlang fuhr und schließlich den Huf aufnahm. Die junge Stute war noch nicht unter dem Sattel und trug dementsprechend auch keine Eisen. Ihre Hufe waren schön fest und hätte ich nur ihre Hufe gesehen, so hätte ich sie jünger geschätzt. Ich musste lediglich etwas Zerfallshorn aus der Sohle schneiden und die Hufwand plan raspeln. Nachdem abschließend die kleinen, entstandenen Kanten begradigt wurden, konnte Fagy ihren ersten Huf schon wieder absetzen, während ich mich dem zweiten zuwendete. Auch hier, genauso wie an den beiden hinteren Hufen, hatte ich nicht viel zu tun und war deshalb schneller als gewöhnlich mit meiner Arbeit fertig. Während ich mein Zubehör wieder sicher verstaute, ließ ich Fagy vortraben. Elenas Begeisterung hielt sich hierbei zwar in Grenzen, aber da ich ihrem Liebling nicht wehgetan hatte, kam sie meiner Bitte schließlich nach. Fagy stapfte fleißig hinter ihrer Besitzerin her. Bei den ersten Tritten hatte man das Gefühl, sie hätte rohe Eier unter ihren Hufen, doch diese kleine Unausbalanciertheit gab sich schon nach wenigen Schritten und so brachte ich meine Arbeitsutensilien zurück ins Auto, während Elena die Stute versorgte. Anschließend trafen wir uns wieder beim Putzplatz, wohin Elena zwei Cokes mitbrachte. „Wie laufen deine Pläne für Kanada?“, fragte ich..
    • Gwen
      Pflegebericht 28.02.2015 - Vorbereitungen für den Umzug

      Momentan war ich so oft unterwegs und das, obwohl ich Reisen doch hasste! Erst kürzlich hatte ich das Arabergestüt in Deutschland wieder verlassen (mit einem neuen Pferd im Gepäck) und nun war ich schon wieder den Weg in meine alte Heimat. Es sollte zu der lieben Elena auf das Gut Sanssouci gehen! Und ich freute mich wirklich schon riesig, denn dort warteten zwei wunderbare Vierbeiner auf mich, die schon bald nach Kanada umziehen sollten. Doch so eine Reise war nicht gerade ohne (mal von dem ganzen Papierkram abgesehen), so dass wir jetzt schon einen Monat vorher alles vorbereiten wollten.
      Also war ich erst einmal nach Deutschland geflogen und von der lieben Elena am Flughafen abgeholt worden. Ihr Gestüt war riesen gigantisch und selbst im Wintermatsch sah es total toll aus! Elena zeigte mir erst einmal in aller Ruhe das gesamte Gestüt und dann mein Gästezimmer. Danach lud sie mich zu einem wirklich köstlichen Mittagessen ein und schon dort kamen wir auf die lange Reise zu sprechen. Kedves und Fagy würden erst einmal tierärztlich untersucht werden müssen, dann in Quarantäne und dann auf alle Richtlinien in Kanada vorbereitet werden müssen.
      Das war allerhand und vorher mussten wir natürlich auch bereits den Kauf abhandeln, damit ich die beiden in Kanada dann als rechtmäßige Besitzerin entgegen nehmen konnte. Doch den ganzen Stress wollten wir uns Morgen widmen, stattdessen wollte mir heute Elena die beiden Furiosos erst einmal zeigen, denn seit den letzten Bildern hatten sie sich enorm verändert!
      Vor allem Kedves war noch einmal tüchtig gewachsen und generell waren beide momentan in dickes Flausch gehüllt. „Wollen wir was mit ihnen machen?“, fragte Elena mehr rhetorisch, denn sie kannte meine Antwort schon. Grinsend warf sie mir Kedves‘ Halfter zu und während ich den schönen Braunen von seiner Weide holte, kümmerte sich Elena um Fagy, die auf ihrem Paddock döste.
      Im Stall trafen wir uns wieder und Elena reichte mir Kedves‘ Putzbox und schon konnten wir loslegen. Die beiden hatten sich tüchtig eingeschweinst, so dass es lange dauerte, bis wir auch nur annähernd schöne Pferde vor uns hatten. Doch irgendwann sahen auch die beiden Jungpferde wieder ansehnlich aus. Ich wusste ja, dass beide Halbgeschwister waren, aber warum auch immer sahen sie sich wirklich verdammt ähnlich.
      „Oh, ich muss dir was zeigen!“, meinte Elena grinsend und verschwand in der Sattelkammer. Ein paar Minuten kam sie mit einem dicken Paket wieder. „Das habe ich für Kedves anfertigen lassen“, meinte sie stolz und holte eine mintgrüne Decke heraus, welche sie zufrieden über Kedves Kruppe warf. „Die Farbe steht ihm perfekt!“, schwärmte ich und starrte den jungen Hengst glücklich an. „Die darf ich nicht zufällig mitnehmen?“, fragte ich Elena grinsend, die theatralisch den Kopf schüttelte. „Natürlich darfst du sie mitnehmen“, lachte sie.
      Dann band sie Fagy los und führte sie schon einmal aus dem Stall. Direkt wieherte Kedves seiner Artgenossin hinterher, denn er schien es nicht wirklich zu mögen, alleine im Stall gelassen zu werden. „Ja ja, ich bin ja gleich fertig“, meinte ich lachend und band dann auch ihm los, um Elena zu folgen. Zum Glück hatte ich mich dick eingepackt, denn auch in Deutschland war es noch recht kühl. Wir gingen aber trotzdem eine schöne Runde spazieren und Elena klärte mich auf, wie weit die beiden Furiosos inzwischen in der Ausbildung waren und wo ich weitermachen konnte.
      Wir waren recht lange unterwegs und dementsprechend dann auch durchgefroren, als wir wieder nach Hause kamen. Kedves und Fagy wurden noch ausgiebig beknuddelt und mit Leckerlis verwöhnt, ehe Elena uns einen Tee kochte und dazu einen tollen (gekauften) Kuchen auftischte. Dann begannen wir auch bereits, die wichtigen Dinge für Kanada durchzusprechen.
    • Eddi
      Tierarztbesuch 13.03.2015 - Clinic Caen

      Nachdem ich die Winterscape Stables hinter mir gelassen und eine kurze Pause zum Kaffee trinken gemacht hatte, ging es auf direktem Weg weiter zu meinem nächsten Kunden. Genauer gesagt meiner nächsten Kundin: Gwendolyn Campbell. Bei ihr war ich schon öfters gewesen und jedes Mal bewunderte ich die kleine beschauliche Ranch, die einfach so viel Idylle und Ruhe ausstrahlte! Es war immer schön, bei Gwen, wie sie von allen genannt wurde, vorbeizuschauen.
      Es war kurz nach acht, als ich mein Auto vor dem Stall parkte und von Gwen begrüßt wurde. Zu meiner Überraschung passten meine beiden Patienten gar rassetechnisch so gar nicht in ihren Stall. Es handelte sich nämlich um zwei Furiosos. Meine Vermutung, dass die beiden nur vom Gestüt Sanssouci stammten, bestätigte sich auch während unseres Gesprächs.
      Wir begannen mit der Stute Fagy, welche Gwen bedacht aus der Box folgte und mich misstrauisch beäugte. „Die beiden sind noch nicht sonderlich lange hier. Sicherlich mögen sie mich auch nicht unbedingt mehr, wenn jetzt schon der Tierarzt kommt!“, meinte Gwen lachend und führte mir die Stute im Schritt und Trab vor. Dann schaute ich mir ihren Augen und Zähne genauer an, um eventuelle Verfärbungen oder ähnliches festzustellen.
      Da ich dort aber nichts finden konnte, machte ich direkt mit dem Abhören weiter: Erst Herz und Lunge, dann noch die Darmgegend. Auch da klang bei Fagy alles wunderbar und zufrieden tastete ich sie nun nur noch von oben bis unten ab, wobei ich besonders die Gelenke und Sehnen kontrollierte. Hier war ebenso alles in bester Ordnung und nach einer kurzen Kontrolle stand auch fest, dass ihre Körpertemperatur im Idealbereich lag. Schnell verstaute ich das Thermometer wieder vor Fagys bösem Blick, denn während meiner Untersuchung war sie die gesamte Zeit angespannt und nicht sonderlich zufrieden.
      Das wurde dann auch nicht wirklich mit den Impfungen besser, denn Fagy brauchte eine komplette Runde und das hieß drei Spritzen. Tapfer stand sie Herpes und Influenza als Kombipräparat aus. Danach war Tetanus an der Reihe und zum Schluss kam die fieseste Spritze: Tollwut. Dabei zuckte Fagy unwillkürlich zusammen und drohte auszuschlagen. Gwen beruhigte ihre Stute sofort und ich zog mich schnell zurück. Zu guter Letzt gab es nur noch die Wurmkur, die von Fagy geschluckt werden musste und sie hatte es geschafft.
      Während Gwen Fagy zurück in die Box schaffte, tauschte ich die gebrauchten Materialien gegen frische aus, denn jetzt war Kedves an der Reihe. Der braune Hengst war wesentlich selbstbewusster als seine Halbschwester und das machte er auch direkt von Anfang an äußerst deutlich. Auch ihn ließ ich mir vorführen, ehe ich Augen und Zähne kontrollierte, ihn abhörte und abtastete. Das Kontrollieren der Körpertemperatur war bei Kedves dafür echt ein Graus und wir brauchten beinahe eine halbe Ewigkeit! Umso dankbarer war ich, als das geschafft war.
      Dann gab es auch für Kedves drei gemeine Spritzen, die er mit einem protestierenden Prusten entgegen nahm, ehe auch er noch die Wurmkur schlucken musste. Mit säuerlichen Blick verließ er den Putzplatz und durfte zurück in die Box. Ich unterschrieb noch die Impfungen in den Pässen und verabschiedete mich dann auch schon direkt von Gwen, denn ich musste dringend weiter, mein Zeitplan war heute mehr als knapp!
    • Gwen
      Pflegebericht 19.03.2015 - Willkommen in Kanada!

      Mein Wecker klingelte und ich war sofort hellwach. Aufgeregt sprang ich wie ein kleines Kind aus dem Bett, klaubte mir meine Reitsachen vom Boden zusammen und huschte ins Bad. Dort duschte ich kurz, um die restliche Müdigkeit abzuschütteln und machte mich dann für den Stall fertig. Vorher machte ich aber noch einmal einen Zwischenstopp in der Küche, wo ich mir meinen Cappuccino machte und einen Vollkorn-Joghurt aß. Den Cappuccino goss ich mir in eine kleinere Thermoskanne und nahm ihn mit raus. Draußen war es noch längst nicht hell, denn es war erst kurz nach um sechs und so schlich sich die Sonne erst ganz langsam über den Horizont.
      Zu meiner Enttäuschung hatte es über Nacht noch einmal geschneit und das Thermometer neben der Tür zeigte -10°C an. „Mist“, grummelte ich leise auf den Weg zum Stall, ich konnte den Frühling gar nicht erwarten, aber er wollte sich einfach nicht zeigen! Seufzend öffnete ich die Stalltüren und wurde dort direkt von einigen neugierigen Frühaufstehern begrüßt. Dann huschte ich in die Futterkammer und machte das Frühstück für unsere Vierbeiner fertig. Nachdem alle gefüttert waren, genoss ich erst einmal meinen Cappuccino, der mich direkt wieder komplett aufwärmte. Etwas übellaunig zog ich mir dann nämlich doch die Mütze über den Kopf und zog die dickeren Handschuhe an und dann durften die Pferde auch schon auf die Weide.
      Heute war ein besonderer Tag, denn meine beiden Lieblinge Fagy und Kedves würden ankommen! Ich war schon richtig aufgeregt und hatte deshalb die Nacht auch kaum geschlafen. Vor einem Monat hatte ich die beiden in Deutschland besucht und von der lieben Elena übernommen und nun sollten sie tatsächlich hier in Kanada ankommen! Natürlich wollte ich ihnen auch ein tolles Heim bieten, weshalb ich extra so früh aufgestanden war, um mit der Stallarbeit möglichst schnell fertig zu werden. Also begann ich die Boxen zu misten, dann frisch einzustreuen. Danach befüllte ich die Heunetze neu und putzte auch einmal alle Tränken und Tröge. Außerdem richtete ich zwei neue Boxen am Ende der Stallgasse her. Dann kehrte ich den kompletten Stall inklusive der Sattel- und Futterkammer.
      Dort räumte ich auch einmal ordentlich auf, beschriftete zwei Futtereimer mit den Namen „Fagy“ und „Kedves“ und hängte die ausgedruckten Futterpläne neben die restlichen an die Pinnwand. Dann war die Sattelkammer dran: Dort richtete ich auch zwei Spinde her, damit dann Platz für die Pferdesachen sein würde. Danach gönnte ich mir erst einmal eine Pause im Reiterstübchen, ehe ich zu einem ausgiebigen Frühstück ins Haus zurückkehrte. Inzwischen war es um acht und die Sonne zeigte sich allmählich, aber so richtig wollte sie heute doch noch nicht hervorkommen.
      Nach dem Frühstück klingelte auch mein Handy und der Fahrer des Trailers war dran. Er erklärte, dass er circa in einer Stunde da sein würde. Aufgeregt sprang ich auf und wuselte die ganze Zeit ungeduldig durchs Haus bis ich dann endlich die lang ersehnten Motorgeräusche vernahm. Ich begrüßte kurz den Fahrer, setzte meine Unterschrift unter seine Papiere und lud dann gemeinsam mit Mum die beiden Pferde aus. Aufgeregt schauten die beiden sich um und musterten ihre neue Umgebung. Die beiden durften erst einmal auf die Weiden nahe des Stalls, natürlich getrennt, aber nebeneinander, so dass sie sich sehen konnte. Aufgeregt trabten sie umher und musterten misstrauisch den Schnee unter ihren Hufen. Sie zeigten sich in voller Pracht! Von Fagy und ihrem tollen Trab war ich sofort angetan und auch Kedves zeigte sich traumhaft. Die beiden durften sich erst einmal austoben, ehe sie dann den Nachmittag in die Boxen kommen würden, denn der Transport von Deutschland nach Kanada war sicherlich nicht ohne gewesen.
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    Sportpferde
    Hochgeladen von:
    Gwen
    Datum:
    1 Feb. 2015
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  • ehemals Finding Neverland
    Rufname: Fagy
    Geburtsjahr: Mai 2011

    Von: Kalzifer
    Aus der: Furmint

    Rasse: Furioso North-Star
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Brauner
    Stockmaß: 160cm

    Beschreibung:
    Fagy ist kein Pferd, auf das man sich blind verlassen kann. Oft schreckt sie vor lauten, großen Gegenständen zurück oder ist diesen Sachen sehr misstrauisch gegenüber. Kennt man sie, erkennt man die Anzeichen, besonders ihr lautes Prusten, und kann sie und sich selbst für dem Sprung zur Seite vorbereiten.
    Die Jungstute lernt außergewöhnlich schnell und zeigt jetzt schon Züge eines fleißigen, erfolgsversprechenden Reitpferdes.


    Ersteller: Elii
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: Elii

    Dressur S* -- Springen S -- Military A

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