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Jackie

Everyday As It Comes | 13 Punkte (bzw. 17 Punkte)

Everyday As It Comes | 13 Punkte (bzw. 17 Punkte)
Jackie, 4 März 2016
    • Jackie
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      11. März 2016 - Samanta hilft aus
      14.727 Zeichen © Samanta


      Gestern war ich in Kanada angekommen. Ich hatte Lou Fleming nämlich zugesagt, dass ich mich einen Tag um all ihre Pferde kümmern würde. Ein Tag voller Pflege stand heute an. Amy, deren Freund und Thomas würden mir dabei helfend zur Hand gehen. Früh hatte ich mich aus dem Bett gequält. Ich war Frühaufsteher, so war das nicht, aber letzte Nacht war dann doch etwas länger gewesen. Einmal kalt geduscht und ich fühlte mich fit, noch schnell einen Tee hinterher und der Morgen sah schon viel freundlicher aus. „Dann wollen wir mal“, murmelte ich und schickte ein Gähnen hinterher, grinste dabei über mich selbst. Diese Motivation war unbezahlbar. Ich schnappte mir meine Jacke und beschloss zuerst zum Nebenstall zu gehen. Ausmisten stand bei allen Pferden auf dem Plan, ein paar würde ich außerdem putzen. Wer das war hatte ich jetzt noch nicht festgelegt. Das würde sich nach dem Schmutzgrad der Pferde entscheiden. Bevor das aber passierte, mussten alle erst mal mit Futter versorgt werden. Unterwegs stießen Amy, Ty und Thomas zu mir und ich scheuchte sie zum Zuchstall sowie zur GreenBriar Ridge, damit sie dort die Pferde schon mal mit dem Futter versorgen konnten. Ich würde dann später zu ihnen stoßen, wenn ich im Nebenstall fertig war. Halb hüpfend, halb gehend legte ich den Weg zum Stall zurück, um die Motivation anzukurbeln. Ehrlich, ich war normalerweise nicht so schwer wach zu kriegen, aber heute musste ich wirklich alle Register ziehen. Am Stall angekommen krempelte ich meine Arme hoch und sagte zu mir selbst: „Auf geht’s.“ Das Füttern hatte ich relativ schnell erledigt. Trotzdem hatte es seine Zeit gebraucht, denn als ich beim letzten Pferd fertig war, war das erste Pferd beinahe schon wieder fertig mit seinem Futter. Langsam? Nein, das war ich wirklich nicht gewesen, aber ich hatte dann auch nochmal gründlich die Stallgasse gefegt und das hatte auch nochmal Zeit gekostet. Ich griff nach dem ersten Halfter und sah mich suchend im Stall um. Celsius brauchte dringend eine Putzeinheit. Ich wusste nicht wieso, aber Schimmel waren konsequent braun. Egal, wie oft man sie putzte. Die braunen Flecken gingen wirklich nur raus, wenn man sie wusch und sobald sie wieder im Stall oder auf der Koppel waren, fanden sie die dreckigste Stelle zielsicher. Ich holte Celsius aus der Box und band ihn an. „Ehrlich, wieso bist du nicht einfach zufrieden mit der Farbe, die du hast? Das Weiß sieht doch so schön aus.“ Grinsend begann ich damit den Hengst zu putzen und wich immer wieder geschickt seinen Versuchen aus, seinen Huf an einem meiner Körperteile zu platzieren. Wieso der Hengst so aggressiv war, konnte ich nicht sagen, aber ich sah es ihm nicht nach. Lou und Amy arbeiteten gerade daran, dass er dem Menschen mehr vertraute. Das Putzen schien ihn jedoch gnädig zu stimmen, denn irgendwann entspannte er sich und ich konnte ihn gründlich putzen, sodass er wenigstens ansatzweise wieder wie ein Schimmel aussah. Ich nutzte die Gelegenheit, dass er gerade so ruhig stand dafür, seine Box auch gleich mit auszumisten. Die Boxen hatten es definitiv alle nötig. Nachdem das erledigt war, konnte der Hengst auch schon wieder zurück in seine Box. Hätten wir das auch schon mal geschafft. Die nächste Kandidatin auf meiner Liste war The Dead Angle. Mit ihr hatte ich wieder zielstrebig einen Schimmel erwischt. Die Stute sah nicht ganz so schlimm aus, wie Celsius, aber es reichte, um definitiv einer Komplettreinigung gerecht zu werden. Heute hatte sie sich offenbar dazu entschieden ihre süße Seite zu zeigen. Ganz entspannt ließ sie sich von mir putzen und blieb auch artig stehen, während ich ihren Stall ausmistete. Es folgte Cindarella. Auch sie wollte ich definitiv putzen. Viele weiße und graue Stellen, ihr versteht? Die kleine Prinzessin machte ihrem Namen wirklich alle Ehre, genoss es sichtlich, dass sie gerade im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit stand und ließ sich das Ganze in königlicher Würde gefallen. Schmunzelnd entwirrte ich Schweif und Mähne, kratzte die Hufe aus und putzte auch den Rest ihres Körpers ordentlich. Auch ihren Stall mistete ich aus und nachdem ich fertig war, brachte ich sie zurück in ihre Box. Kurze Pause. Währenddessen schaute ich aus, wie es so in den beiden anderen Ställen aussah. Ty und Amy besuchte ich zuerst. Sie hatten mittlerweile alle Pferde gefüttert und Everyday as it comes, Picola, HL Figaros Schattenfalter, Franzl von Falkenstein und Faster ausgemistet, sowie geputzt. „Ich bin stolz auf euch“, sagte ich grinsend, „weiter so. Ich komme nachher noch vorbei und dann helfe ich euch, wenn noch etwas zu tun ist.“ Sie nickten und grinsten mich an. „Ich lass euch ja schon alleine“, sagte ich und verschwand lachend zu Thomas, der sich um die Pferde in GreenBriar Ridge kümmerte. Er hatte bereits Rekja geputzt und ihren Stall ausgemistet, hatte Mellow Billow ebenfalls ausgemistet und war gerade dabei Darly gone Mad zu putzen. Ich beschloss ihn noch beim Stall ausmisten zu unterstützen, schnappte mir eine Mistgabel und eine Karre und begann die Box des Hengstes auszumisten. Nachdem ich fertig war, umarmte ich Thomas und sagte: „Ich danke dir für deine Hilfe. Ohne dich und die anderen beiden wäre ich echt aufgeschmissen.“ Er meinte, es sei selbstverständlich und er würde mir jederzeit wieder helfen. „Ich weiß." Ich beschloss ihn noch beim Stall ausmisten zu unterstützen, schnappte mir eine Mistgabel und eine Karre und begann die Box des Hengstes auszumisten. Nachdem ich fertig war, umarmte ich Thomas und sagte: „Ich danke dir für deine Hilfe. Ohne dich und die anderen beiden wäre ich echt aufgeschmissen.“ Er meinte, es sei selbstverständlich und er würde mir jederzeit wieder helfen. „Ich weiß.“ Grinsend machte ich mich auf den Weg zurück zum Nebenstall. Da es mir zu langsam ging mit den Pferden alle in ihren Boxen schmiss ich erst mal konsequent nach und nach alle Pferde auf ihre Koppel und begann dann systematisch alle Ställe zu misten. Nur Celsius, The Dead Angle und Cindarella blieben in ihrer Box, da ich die drei schon geputzt hatte. Bei den anderen würde ich dann später entscheiden, wen ich putzte und wen nicht. Es war gar nicht mal so einfach, wirklich alle Boxen auszumisten und nicht die Motivation zu verlieren, aber die Tatsache, dass es gemacht werden musste, machte die Sache doch etwas einfacher. Ich strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. „Geschafft“, murmelte ich und sah sich zufrieden in dem sauberen Stall um. Anschließend holte ich noch die letzten drei verbleibenden Pferden rein und überlegte mir, wen ich noch putzen sollte. Eigentlich alle, so wie die nach dem Weidegang aussahen. Ich beschloss nur die ganz harten Fälle wirklich gründlich zu putzen. Die anderen würde ich einfach nur ein bisschen überputzen, damit ich jedem Pferd ihre Aufmerksamkeit gewidmet hatte. Zuerst nahm ich mir die ‚harten‘ Fälle vor. Darunter waren Luzifer, Prince of the Halfmoon, Valentine’s Cilion und Wikotikabesa. Ich begann mit Luzifer. Der Friese war wirklich wunderschön, aber gerade sah er aus, wie … Dafür gab es keine Worte. Ich ‚kratzte‘ den Dreck nur so runter, aber danach erstrahlte er wieder in gewohntem Glanz und war auch dem Leckerli, das ich ihm hinstreckte sicherlich nicht abgeneigt, ließ sich dafür auch brav von mir knuddeln. Was man für Leckerlis nicht alles tat. Ich grinste und brachte den Hengst zurück in seine Box. Es folgten die anderen, bereits genannten Pferde. Jedes bekam meine volle Aufmerksamkeit und dem einen gefiel es gut, dem anderen eher weniger. Das war nun mal einfach so. Nachdem ich kurz etwas getrunken und gegessen hatte, begann ich damit My Blue Gun, Double Diamonds, As War fades und Herbert über zu putzen. Diese vier waren relativ schnell abgehandelt, was nicht hieß, dass sie nicht ebenfalls meine volle Aufmerksamkeit bekamen. Es wurde geknuddelt, geputzt und ermahnt, wenn einer nicht stehen blieb und ich hatte viel Spaß bei der ganzen Sache. Sicherlich mehr, als beim Ausmisten, wenn ich ehrlich war. Es folgte die Fohlenfront, namentlich: Maelis, HGT’s Dead Snow, Burnin‘ Castiel, Cabbalero, Par Dieux, Puppy und Findus II. Diese Süßen genossen jede Aufmerksamkeit, die sie kriegen konnten und man merkte bei ihnen einfach, dass sie noch voll Fohlen waren, denn sie hatten es faustdick hinter den Ohren. Keiner war frech, aber sie nutzten doch jede Gelegenheit um Schabernack mit mir zu treiben. Lachen blieb hierbei definitiv nicht aus. Neben den Dreckfinken gab es dann natürlich auch diejenigen, die ich gar nicht putzen brauchte, deren Ställe ich einfach nur ausgemistet hatte und die meine Aufmerksamkeit durch kurze Massagen, Putzen und Knuddeln erhielten. Dazu zählten Skywalker, Azzurro, Panino, I see you und Mon Chérie. „Ich liebe euch“, sagte ich grinsend, „ihr seid wirklich ganz artig.“ Mittlerweile hatte ich eine dünne Staubschicht auf Haaren, Gesicht und so ziemlich jedem anderen Körperteil, das nicht durch Klamotten geschützt war, aber das war der Preis der Freiheit und den zahlte ich für das Glück der Pferde natürlich gerne. Ein letztes Mal griff ich noch zum Putzzeug und widmete mich Lakritz und The Black Death. Auch die beiden waren einigermaßen sauber, sodass ich mich wirklich nur aus das nötigste beschränkte und lieber Zeit zum Kraulen mit ihnen hatte. Wie bei allen anderen auch, schaute ich die Hufe nach eventuellen Steinen ab und entfernte diese notfalls. Fertig. Zumindest mit diesem Stall und der GreenBriar Ridge. Nun musste ich noch schauen, wie weit Amy und Ty mittlerweile im Zuchtstall gekommen waren. Wenn sie nicht irgendwo knutschend lagen. Was sie natürlich nicht taten. Mittlerweile hatte sie alle Pferde ausgemistet und waren gerade dabei Pearl und Golden Girl zu putzen. Ich nahm mir also First von Rothen vor. Die Sache war schnell erledigt, denn der Hengst hatte sich wohl dazu entschieden, dass er heute besonders schön aussehen wollte, was mir natürlich zu Gute kam. Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich nicht vermutet, dass er ein Anglo-Araber war, höchstens ein bisschen vom Temperament her, aber ansonsten hätte er auch gut einen Haflinger-Mix abgeben können. Also dann die nächsten Kandidaten, bitte. „Ich will Lana“, teilte ich den beiden mit. Die Stute war einigermaßen sauber. Ty übernahm Lady Äppel und Amy widmete sich HL L’ombre de la lune. Die drei waren auch relativ schnell geputzt, sodass ich noch eine Weile mit Lana schmuste. Schnell hatte sie raus, wie sie die Tasche meiner Jacke öffnen konnte und so bekam sie auch ein Leckerli. Ich musste einfach lachen, denn die Stute hatte es tatsächlich Faustdick hinter den Ohren. Niedlich fand ich das, konnte mir aber auch vorstellen, dass es anstrengend war. Windsor, Golden Diamond, Sunshine Shadow und Amsterdam Girl mussten nicht geputzt werden, sodass wir die vier einfach nur ein bisschen betüddelten und immer mal wieder untereinander tauschten, bevor wir uns Bonito, Askan und HL Calla widmeten. Ich putzte Bonito. Ty und Amy nahmen sich der beiden anderen Pferde an. Bonito war wirklich ein Schönling. Der Hengst gefiel mir wirklich gut und es machte mir Spaß ihn zu putzen und seine lange Mähne zu entwiren und zu kämmen. Schnell wurde ich mit seiner Verschmustheit bekanntgemacht, in dem er sich an mich drückte und mich erst mal eine ganze Zeit nicht mehr gehen ließ. Ich lachte und sagte: „Ich schätze ihr zwei müsst ohne mich weitermachen, ich habe hier jemanden an der Backe.“ Amy grinste und meinte dann: „Das könnte dir so passen. Du hast uns das ganze hier doch erst eingebrockt, also hilfst du uns gefälligst.“ Ich verabschiedete mich bedauernd von Bonito und versprach ihm zum Schluss nochmal vorbeizukommen, bevor ich mich Nachtigall widmete. Ty und Amy hatten in der Zwischenzeit, während ich bei Bonito war, schon Small Joker, Samie, Nordstern, Money in a Bank und HL Nimué geputzt. Teilweise sehr gründlich, wenn die Pferde dreckig gewesen waren, teilweise aber auch einfach nur übergeputzt, damit auch sie Aufmerksamkeit bekommen hatten. Ja, ich gab es zu, ich war ziemlich lange bei Bonito gewesen. Nachtigall musste ich nicht sonderlich lange putzen, nur bei der Mähne und beim Schweif hatte ich einiges an Arbeit. Die Mähne war zwar nicht außergewöhnlich lang, aber dafür extrem dick, sodass sie sich leicht verknotete und intensiver Pflege bedurfte. Nachdem auch das erledigt war, kam bei mir Mrs. Pretty dran. Ty kümmerte sich um Little Baby und sagte grinsend zu Amy: „My little Baby, die bekommt natürlich die beste Behandlung.“ Amy ignorierte das gekonnt und kümmerte sich stattdessen um Meike. „Leute wir sind auf der Zielgeraden“, sagte ich nach einem Blick durch den Stall. Drei Pferde mussten noch intensiv geputzt werden und das waren Mirabella, Burberry und Abajo. Diesen drei widmeten wir uns noch einmal mit großer Geduld. Die anderen kamen natürlich auch nicht zu kurz. Wir putzten oder knuddelten Golden Samurai, Sternsinger, L’ombre de la figaro, Suburb Lights und Jargo mit der gleichen Aufmerksamkeit, die die anderen bekommen hatten, nur manchmal etwas weniger zeitintensiv. Dafür würden sie dann bei den nächsten Malen sicher mehr Aufmerksamkeit bekommen. Wichtig war nur, dass wir uns um alle Pferde gekümmert hatten. Lou stieß zu uns, als wir uns gerade erschöpft den Schweiß von der Stirn wischten. „Ruf mich nie wieder an“, sagte ich grinsend und zwinkerte ihr zu. Amy und Ty stimmten mir zu. „Das war echt heftig.“ Das war es, aber es hatte auch Spaß gemacht. „Kommt mit rein, es gibt Kuchen.“ Es war mittlerweile schon dunkel draußen, aber Kuchen konnte ich immer essen und so nahm ich die Einladung an. Wir unterhielten uns noch lange alle zusammen und hatten wirklich viel Spaß zusammen, aber schließlich verabschiedete ich mich und sagte: „Ich muss jetzt wirklich ins Bett, sonst falle ich einfach um.“ Ich machte mich noch auf den Weg nach Hause. Gott sei Dank musste ich nicht selbst fahren, denn sonst wäre ich wohl einfach sang und klanglos irgendwo dagegen gefahren. Natürlich hätte ich auch bei Lou und Amy übernachten können, aber ich war die letzten Wochen so viel rumgereist, dass ich den Heimflug noch auf mich genommen hatte. Alan holte mich vom Flughafen ab und es dauerte keine zwei Sekunden, da war ich schon auf dem Beifahrersitz eingeschlafen. Anstatt mich zu Hause zu wecken, trug er mich einfach hoch in mein Bett und deckte mich zu. Die Klamotten hatte er mir vorher noch ausgezogen. Am nächsten Morgen würde er dafür etwas von mir zu hören bekommen, aber momentan war ich einfach nur froh, schlafen zu können. Ich würde Lou und Amy trotzdem jederzeit wieder helfen. Sie brauchten nur zu fragen und ich würde kommen und einspringen. Egal, was war. Dazu waren Freunde schließlich da und ich verstand mich definitiv als eine Freundin, hoffte auch, dass es umgekehrt ebenso war.
    • Jackie
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      26.03.2016 - Distanztraining A-L
      4204 Zeichen © BellaS


      Langsam schien ich dauergebucht zu sein, denn mein Beruf als Trainerin führte mich neuerdings ständig zu Amy Flemming & Co nach Heartland. Immer waren es mehrere Pferde, die ich trainieren sollte und immer schien es Distanztraining zu sein. Auf den Wegen um das Hafigestüt kannte ich mich bald besser aus als in meinem eigenen zu Hause, Rømø. Ich war heilfroh, dass ich heute nur zwei Pferde auf der Liste hatte. Die Organisation des letzten Distanzritts war nämlich einfach nur anstrengend gewesen. Heute hatte ich aber die einfache Wahl zwischen zwei Stuten, Haflinger und Araber, und den Besitzern des anderen Pferdes als Begleitung. Sowohl Amy Flemming als auch Lisa Stilman kannte ich gut und mochte sie, das würde also kein Problem werden.
      Wie immer wurde ich von Amy empfangen und ohne großes herum Gerede zu den Pferden geführt. Ich hatte mich schon auf der Fahrt hier her entschieden, dass ich Nimué reiten würde. Haflinger gefiel mir von der Größe her einfach besser als Araber. Dementsprechend würde Lisa meine Begleitung sein und ihre Everyday as it comes selbst reiten. Schnell erfuhr ich auch den Spitznamen der Stute, Daydream. „Wer diesen Namen nicht abkürzt…“, Lisa grinste zaghaft. „Aber heute sind keine Problempferde dabei. Nimué ist nur neugierig und frisst ziemlich gerne und meine Süße hier ist echt unerschütterlich brav.“ „Klingt gut.“ Ärger hatte ich in der letzten Zeit oft genug gehabt, liebe Pferde waren da immer eine nette Abwechslung. Als wir beim Satteln angekommen waren, bereute ich kurz, dass ich Nimué gewählt hatte. „Western geritten?“ Mein Gesichtsausdruck sagte wohl alles. Ich war kein wirklich großer Fan vom Westernreiten, einfach, weil ich nicht gut darin war. Entspannte Reitweise, schön und gut, aber warum mussten diese dämlichen Sättel Hörner haben? Ich war Meisterin in der Kunst an den Dingern hängen zu bleiben oder mir damit blaue Flecken zu verursachen. Dabei besaß ich selbst ein paar westerngerittene Isländer. „Na von mir aus.“ Und schließlich saßen wir auf den Pferden und es ging los. Gute 20 Kilometer standen auf dem Programm. Eine ganz ordentliche Strecke. Wir begannen im Schritt um den Stuten Zeit zum aufwärmen zu geben, dann ging es im Trab weiter. Die erste Regenerationspause hatten wir bei ungefähr fünf Kilometern eingeplant.
      Während wir anfangs noch über dieses und jenes redeten, stellte sich schon nach wenigen Kilometern im Trab schweigen zwischen uns ein. Wir waren genug mit unseren Pferden und der ungemütlichen Gangart beschäftigt und hatten nicht mehr wirklich viel Lust auf Gespräche. Die erste Pause war noch relativ entspannt. Beide Pferde brauchten nicht lange bis der Puls auf Normalwert gefallen war. Kaum war das der Fall ging es weiter. Distanzreiten lief schließlich auf Zeit. Es ging direkt im Trab weiter und wieder mussten wir nach fünf Kilometern eine Pause machen. Jetzt machte sich der erste Unterschied zwischen Araber und Haflinger bemerkbar. Daydream war schneller wieder fit und so wies ich Lisa an direkt weiter zu reiten. Ich folgte den beiden sobald auch meine Nimué wieder auf der Höhe war. Die Stute war inzwischen schon ziemlich erschöpft und genauso genervt. Zum Glück verschwendete sie keine Energie zum Buckeln oder für ähnliche unklugen Ideen, die nur schlechte Laune bereiteten. Schon bei der nächsten und für heute wohl letzten Pause, stieß ich wieder auf Lisa und ihre Stute. Natürlich ritte die Beiden auch jetzt wieder vor mir los, doch immerhin hatten wir uns nicht völlig aus den Augen verloren. Die letzte Etappe zog sich dahin. Die Stute war Müde und mein Hintern protestierte. Wie immer. Ein Blick auf die Uhr sagte mir allerdings, dass unsere Zeit gar nicht so schlecht war wie befürchtet. Als dann der Hof in Sicht kam, mobilisierte Nimué noch einmal ungeahnte Kräfte und galoppierte an. Ich hatte ihr dazu keine Hilfe gegeben, aber ich ließ sie laufen. Auch mir gefiel ein kleiner Endspurt. Erwartet wurden wir von Amy und Lisa. Daydream und sie waren wesentlich früher angekommen als wir und die Stute stand schon versorgt in ihrer Box. Wie immer übernahm Amy das Versorgen ihrer Pferde nach dem Ritt und ich konnte mir eine kleine Pause gönnen. Anschließend trat ich die Heimreise an.
    • Jackie
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      14. April 2016 - Tierarztbesuch
      © DisneyHorse | 12.109 Zeichen

      Routinebehandlung (+Wurmkur) Sir Outlaw, Celsius, Panino, My Blue Gun, Everyday as it comes
      Vom Flugzeug aus, beobachtete ich den vorbeifliegenden Wolken und schlief ein…
      Mit dem Taxi fuhr ich zu der Heartland Farm, denn mich hatte es wieder mal nach Kanada beziehungsweise nach Alberta verschlagen zu Amy Fleming. Ich hatte meine dicken Sachen eingepackt, denn im Gegensatz zu Spanien war es hier popokalt, sprich -2°C. Ein leichter Wind wehte über die Ranch. Amy begrüßte mich und führte mich in den Stall zu den Pferden. Heute hatte ich es mit einem Doppel Auftrag zu tun, denn 2 zu behandelnde Pferde standen im Nachbarort Fairfield.
      „Also Fiona ich habe gerade ein Trainingspferd auf der Ranch, er kann Tierärzte nicht ausstehen, sei also vorsichtig!“, warnte mich Amy die aber dennoch mit in die Box kam. Ty war ebenfalls dabei ich kannte ihn von damals noch. Der fuchsfarbene Hengst schaute mich an und ahnte anscheinend schon was ihm blühte. Ich zog meine Handschuhe an und gerade als ich anfangen wollte ihn vorsichtig abzutasten, schnappte er nach mir. Das war knapp! Ty und Amy hielten ihn nun stärker fest und versuchten ihn zu beruhigten. Unterhalb der Kastanie von Sir Outlaw fand ich eine tiefere Schramme die relativ tief war. Ich fragte Amy ob sie davon gewusst hatte, doch sie verneinte, da er ja nicht ihr eigenes Pferd ist. Ty hatte Sir Outlaw etwas lockerer gelassen und so geschah was kommen musste, ich fühlte an der Schramme und Out biss mich. „AUA!“, schrie ich und verstummte von selbst. Mallory hatte dies mitbekommen und holte mir schnell ein Kühlakku, welches ich mir um den Arm band. So etwas passierte mir leider öfters, es war halt mein Beruf der diese Gefahr mit sich brachte.
      Nun nach dem ich wieder weitermachen konnte, reinigte und desinfizierte ich die Schramme. Da ein Verband nicht nötig war, rieb ich die betroffene Stelle mit einer Lebertran-Zink-Salbe ein. Ich strich vorsichtig über Outs Hals, sodass er sich an mich gewöhnte. „Amy du solltest ihn nun erstmal schonen, dass heißt er darf nur im Schritt bewegt werden und du trägst jeden Morgen und Abend die Salbe auf bis alles gut verheilt ist.“, erklärte ich ihr. Ty nickte nur. Genau in diesem Moment find es draußen an in Strömen zu regnen. Mell war vor die Box getreten und fragte mir Löcher in den Bauch, bis Amy sie wegschickte. Jetzt konnte ich mit der normalen Untersuchung weitermachen. Auch Sir Outlaw hatte sich beruhigt und ich konnte nun die Pulsfrequenz messen, die bei 35 Schlägen pro Minute lag. Es wunderte mich nicht, dass sein Herz bei der Aufregung minimal schneller schlug als es sollte. Ich streichelte vorsichtig sein Hals und zählte nun die Atemzüge pro Minute die bei 10 Zügen lag. Also alles im grünen Bereich. Nun vor dem Impfen maß ich die Körpertemperatur die bei 37,4°C lag und horchte mit dem Stethoskop ob sie Darmfunktion in Ordnung war. „Also ihr Beiden, bis auf die Schramme geht es Sir Outlaw sehr gut!“, verkündete ich.
      Nun gab noch 2 zu überwindende Hürde – das Impfen und die Wurmkur. Das Impfen verlief bis auf eine Zuckung recht reibungslos, ich nahm eine Hautfalte drückte sie zusammen und spritzte die 4-fach-Impfung in sein Gewebe. „Prima Junge, sehr gut!“, lobte ich den Trakehner Hengst. Ich hatte schon bevor ich zu Amy geflogen bin, die Wurmkuren vorbereitet. Die Spritzen lagen 3 Stunden im Kühlschrank, damit der penetrante Chemiegeschmack wegging. Außerdem hatte ich Apfelmus zu der Wurmkur getan, damit die Pferde sie besser annehmen. Sir Outlaw konnte mich immer noch nicht besser leiden, dennoch öffnete Ty ganz leicht sein Maul, ich drückte die Masse in sein Maul und klopfte seinen Hals. „Siehst du halb so schlimm Großer!“, sagte ich zu ihm. Er schluckte die Wurmkur mit dem Apfelmus runter und leckte sogar noch die Spritze ab. Wir begannen zu lachen.
      Man hörte auf dem Dach, wie es anfing zu regnen. Der Regen wurde immer stärker und stärker. Gott sei Dank waren wir im Trockenen. Völlig erschöpft und pitschnass kam Jack, Amys geliebter Großvater. Amy begrüßte und fragte ihn was er gerade jetzt hier wollte, er antwortete, dass er bei Blues Behandlung dabei sein wollte. Nicht anders erwartet, kam auch Mell wieder und war ebenfalls pitschnass. Ich atmete tief durch und bat Mell mir nicht schon wieder tausende von Fragen zu stellen. Mit einem etwas beleidigten Gesicht zog sie ab, doch sie hatte schon eine neue Person gefunden, die sie nerven konnte, es war Lou. Ich musste grinsen als ich die Beiden hörte. Nun weiter zu My Blue Gun. Jack erzählte mir ein bisschen was zu ihm und hielt den Hengst fest. Blue war eigentlich ein liebes Pferd, doch konnte manchmal ziemlich dominant sein. Bei ihm führte ich genau das Selbe durch wie bei Law. Seine inneren Körperwerten entsprachen alle den Normen. Seine Körpertemperatur lag bei 38,1°C und sein Herz machte 28 Schläge pro Minute. Seine Atemfrequenz lag bei 9 Züge pro Minute und war sehr entspannt. „Toll machst du das Blue, so ist brav!“, lobte ich den hübschen Hengst. Ich erklärte Jack, dass ich noch nie ein Pferd mit solch einer Farbe gesehen habe. Blue hatte interessante Abzeichen, die ich noch nicht in dieser Komposition gesehen hatte. Seine Farbe erinnerte mich an das White Splash Gen was eher selten auftrat. Nun nahm ich wie bei Law eine Hautfalte und spritzte die Impfung ins Gewebe. Ohne zu zucken machte der Hengst alles mit, dass lag aber wahrscheinlich auch daran, dass Jack ihn festhielt. Zu guter Letzt verabreichte ich auch ihm die Wurmkur, welche er erstaunlich gut annahm. Ich verabschiedete mich von Jack und begab mit zum letzten zu behandelnden Pferd auf Heartland. Eine hübsche Araber Stute die uns mit einem Schnauben empfing. „Darf ich vorstellen, das ist Everyday as it comes! Ich habe sie erst vor kurzem gekauft und kenne sie noch nicht allzu gut, aber dennoch ist sie sehr artig.“, erklärte Amy mir. Die Stute war sehr ruhig und ich strich ihr über den Hals. Zum Anfang tastete ich die Stute vorsichtig ab und fand eine Verdickung am rechten Hinterbein, Es schien wie eine Entzündung. Ich fragte Amy ob sie das gewusst hatte, sie schüttelte verunsichert den Kopf. Es fühlte sich an, als ob die sich vertreten hatte, vielleicht sogar umgeknickt und die Sehnen etwas abbekommen haben. Zudem war die Stelle ziemlich warm und Everyday zuckte immer als ich diese Stelle berührte. Was mir anfangs gar nicht aufgefallen war, sie schonte das Hinterbein. Die Verletzung war sichtbar also hochgradig. Erstmal ließ ich sie in Ruhe und checkte die Körperwerte und verabreichte ihr die Impfung und die Wurmkur, beides war kein Problem für sie. Ihre Werte waren normal, bis auf die Temperatur, sie hatte erhöhte Temperatur, welche sich auf die Entzündung der Sehne zurückführen ließ. Wir stellten fest, dass die Verletzung auf Everydays zu schnelle Galoppaden hinwies. Sie war beim Rennen anscheinend umgeknickt und hatte sich dabei die Bänder gezerrt und diese hatten sich entzündet. Amy fragte wie lange die Verletzung ausheilen müsste, ich antwortete: „Es kommt darauf an, wie sich die Verletzung entwickeln, es kann frühestens 3 Monate oder spätestens 6 Monate dauern.“ Amy war niedergeschlagen, dass konnte ich verstehen, da es ihr neues Pferd war. Nun nach dem auch die Araber-Stute umsorgt worden war, standen noch 2 Pferde auf der Liste – Panino und Celsius.
      Im Nachbarort Fairfield, befand sich das Sportpferdegestüt GreenBriar Ridge. „Bis später Fiona ich komme nicht mit.“, rief Amy mir hinterher. Ty hatte mir bereits die Tür des Jeeps geöffnet. Etwas verwundert, stieg ich in den Jeep und schaute mir während der Fahrt die Landschaft an – Kanada welch‘ ein schönes Land! Dort angekommen verwies Ty mich an den Stallburschen Thomas. Mit einem Handschütteln begrüßte ich den jungen Mann, der mich anschließend zu den Boxen von den Beiden brachte. „Thomas richtig? Würdest du mir vielleicht helfen bei den Pferden, da ich sie beim Untersuchen nicht festhalten kann.“, bat ich ihn. Er nickte ausdruckslos und informierte mich nebenbei ein bisschen über die Pferde. Zu Erst gingen wir in die Box von Panino. Der Knabstrupper Hengst schaute uns mit seinen freundlichen Augen an und ließ uns ohne Faxen in die Box. Während Thomas den Hengst aufhalfterte, stellte ich meinen Koffer ab und zog mir die Handschuhe an. Ich tastete ihn langsam ab und fand keinerlei Auffälligkeiten, was ein gutes Zeichen war. Panino machte keine Anstalten und benahm sich super. Lobend strich ich ihm über den Hals und checkte danach die Vitalwerte von Panino. Seine Herzfrequenz lag bei 34 Schläge pro Minute, da er sich etwas über das Stethoskop aufgeregt hatte, wären die 4 Schläge mehr nicht von Bedeutung. Scherzhaft sagte ich zu Pani, er solle tief ein und wieder ausatmen. Thomas grinste. Der Hengst schien mich verstanden zu haben, denn er blähte seine Nüstern und atmete tief ein. Er atmete 12 Mal pro Minute ein, also auch hier ist alles im Normalbereich. Zu guter Letzt vor der Impfung und der Wurmkur, maß ich die Körpertemperatur und lauschte ob seine Darmfunktion tätig war. „37,9°C!“, verkündetet ich mit einem Lächeln auf den Lippen. Ich weiß nicht warum, aber mich freute es immer, wenn es den Pferden gut ging. Nun nahm ich heute schon zum vierten Mal eine Hautfalte und spritzte die Impfung in das Gewebe. Panino zuckte kurz, doch machte weiter nichts. Erneut lobte ich ihn. Auch die Wurmkur mit Apfelmus schien ihm zu gefallen, wahrscheinlich hätte er mit Apfelmus noch mehr haben wollen. Zwischendurch stellte Thomas mir ein paar Fragen, die ich mit Freude beantwortete, denn es waren sinnvolle Fragen zur Pferdemedizin und nicht die nervigen Fragen von Mell. An und für sich mochte ich das pubertierende Mädchen, doch ihre Art konnte einem ziemlich oft auf die Nerven gehen. Ich verabschiedete mich von Panino und zusammen mit Thomas ging ich in die Box von Celsius. Ein deutsches Reitpony, welches eigentlich eher untypisch für Kanada war. Eins musste man ihnen lassen, sie sind und bleiben wunderbare Sportpartner. Amy hatte mir im vorherrein schon etwas von dem aggressiven Hengst erzählt, doch ich wollte es gar nicht glauben, doch als ich mich seiner Box näherte, legte er die Ohren an und schnappte nach mir. Thomas schlich sich in die box und halfterte den aggressiven jungen Hengst. Da ich nicht wollte, das Celsius mit einer Nasenbremse zum Gehorsam gezwungen wird, denn er war auch nicht wirklich an Menschen gewöhnt, gab ich ihm eine Beruhigungsspritze. Diese wirkte sich nicht negativ auf die Impfung oder die Wurmkur aus, denn sie bestand hauptsächlich aus natürlichen Stoffen wie Baldrian. Schon nach 5 Minuten kam der Hengst zur Ruhe. Nun konnte ich mir den Fliegenschimmel etwas genauer anschauen. Seine Schleimhäute war rosa, die Zähne sauber und gerade, am Körper gab es nichts auszusetzten und seine Vitalwerte waren sehr gut. Ich musste mich beeilen, da eine Spritze mit natürlichen Stoffen nicht all zulange anhielt. Mit einem gekonnten Handgriff nahm ich wieder eine Hautfalte am Hals und spritzte die Impfung in sein Gewebe. So langsam kam der Hengst zu sich und ich verabreichte ihm noch schnell die Wurmkur, welche er gelassen herunterschluckte. Ich strich ihm über den Hals und flüsterte: „Beim nächsten Mal klappt das auch ohne Beruhigungsmittel!“. Thomas fragte: „Hast du gerade ernsthaft mit dem Pferd gesprochen?!“. Er lachte, obwohl ich es nicht amüsant fand, wenn man mit Pferden sprach. Ich streichelte zum Abschied noch den Kopf von Celsius und ging nach draußen.
      Ich wäre fast gegen ein Pferd gelaufen, ich schaute verdutzt nach oben und sah Amy auf Amsterdam Girl, sie hatte noch weitere Zügel in der Hand und sagte neckisch: „Na Lust auf einen Abschlussausritt in Kanada?“. Nichts lieber als das! Ich zog meinen Kittel aus und legte ihn zusammen mit dem Koffer in den Jeep mit dem Ty gerade geparkt hatte. Ich schwang mich auf Nimué und ritt mit Amy los…

      Wieder in Spanien…
      Ich berichtete Angie von Amys Haflingern und den Pferden die ich untersucht hatte. Sie hörte mir gebannt zu und war etwas neidisch auf mich da sie Kanada liebte.

      Sir Outlaw, Celsius, Panino, Everyday as it comes und My blue Gun haben nun eine Routinebehandlung hintersich!
    • Jackie
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      24. April 2016 - Galopprennen E-A
      5538 Zeichen © Veija

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      Everyday as it comes Galopprennen L-M, Golden Girl Galopprennen A-L, Pearl Galopprennen L-M, HL' L'ombre de la Lune Pleasure M-S(LK 2 - LK1), HL' Nimué Trail M-S(LK2 - LK1)

      Heute würde ich Jackie wieder einen kurzen Besuch abstatten, mit an Bort waren Alexis und Aliena, da die beiden mir am ehesten von meinen Mitarbeitern helfen konnten, denn es standen wieder fünf Pferde auf dem Programm. Everyday as it comes und Pearl sollten im Galopprennen von L nach M gebracht werden, Golden Girl von A nach L. Dazu kamen noch HL' L'ombre de la Lune in Pleasure von LK 2 auf LK 1 und HL' Nimué im Trail von LK 2 auf LK 1.
      Bei Jackie angekommen begrüßten wir sie kurz und gingen dann sofort zu den drei Arabern, von welchen ich mir Golden Girl schnappte und sich die beiden Mädels die anderen zwei Pferde unter sich aufteilten. Alexis ritt nachher Pearl und Aliena Everyday as it comes.
      Das Putzen verlief relativ schnell, so dass wir ruck zuck auf der Bahn waren. "Wir reiten sie erst ein bisschen warm, im Schritt und Trab locker über die Bahn, noch nicht galoppieren", erklärte ich und fügte dann an: "Es ist egal, wer vorne ist, reitet die Pferde ordentlich warm." Gesagt getan, wir gurteten nach, machten die Steigbügel lang und ritten zu erst ein paar lockere Runden im Schritt und Trab über die Bahn, ehe ich das Zeichen zum lockeren galoppieren gab. Da wir alle an verschiedenen Punkten angefangen hatten, konnte man nicht bestimmen wer gerade führte. Das war auch mein Ziel gewesen, denn ich wollte beim aufwärmen den Kampfgeist der Pferde nicht wecken, damit sie nicht plötzlich losgaloppierten und sich womöglich noch verletzten. An der Startbox angekommen parierte ich Golden Girl zum Stand durch und wartete auf meine beiden Kollegen. Dann ritten wir in die Startbox, die Türen öffneten sich und die Pferde galoppierten los. Man merkte sofort, dass Golden Girl noch nicht so weit war, wie die anderen beiden Pferde, denn sie würde sich sofort auf den ersten hundert Metern verausgaben. Ich hielt sie jedoch ein wenig zurück, damit sie sich ihre Kräfte für den Schluss sparen konnte. Erst auf den letzten Metern gab ich die Zügel frei und sie konnte gelöster galoppieren. Die anderen beiden konnten wir nicht überholen, aber das war gar nicht mein Ziel. Mein Ziel war es, dass sie ein besseres Gefühl für die Strecke bekam, damit sie sich nicht gleich komplett fertig lief, sobald die Türen sich öffneten. "Super Alexis!", gratulierte ich ihr zum Sieg. "Ihr habt euch aber auch gut geschlagen, Aliena", lobte ich sie und zusammen ritten wir zurück zum Stall, um die Pferde wieder fertig für die Box zu machen. Dann schnappten Aliena und ich uns L'ombre de la Lune und Nimué, wovon ich letztere ritt. Wir würden den selben Parcours reiten, den ich mit einem anderen Trainingspferd die letzten Tage auch geritten war. Aliena und Lune verbannte ich deshalb auf den Platz, wo Alexis den beiden zuschauen und lernen konnte.
      Derweil ritt ich Nimué warm und galoppierte sie auf der rechten Hand an, ehe es über insgesamt 6 Stangen, wovon je zwei auf 3:00, 6:00 und 9:00 Uhr lagen. Zwischen je zwei Stangen konnte die Stute einen Galoppsrpung machen, so dass sie immer komplett mit allen vier Hufen zwischen diesen zwei Stangen war. Als wir wieder ungefähr auf der Höhe waren, wo wir gestartet hatten, nahm ich sie zum Schritt zurück und ging in eine Box aus vier Stangen hinein. Dort drehten wir uns einmal um 360°. Nun ging es im Schritt über drei Stangen, die ein wenig schräg lagen, weshalb die Stute sich ein wenig neu orientieren musste, doch auch das schaffte sie ohne Probleme. Nun waren wir an der kurzen Seite angekommen, ich lenkte sie nach links und trabte sie an. Im Trab ging es über drei Stangen, ehe ich Nimué wieder angaloppierte und es erneut über drei Stangen ging, die jedoch ziemlich schräg dort lagen, weshalb wir uns einmal versprangen, es aber doch irgendwie schafften, ohne die Stangen zu berühren über sie zu galoppieren. Nun parierte ich sie wieder zum Trab durch, lenkte sie nach links ab und trabte über eine der drei Stangen, die auf 2:00, 9:00 und 5:00 Uhr verteilt waren. Zu erst die zwei Uhr Stange, dann die neun Uhr Stange und zum Schluss die fünf Uhr Stange. Von dort trabte ich zwischen zwei Stangen, bis ich mit den Vorderbeinen am Ende der Stangen angekommen war. Genau da stoppte ich sie dann und ging rückwärts, bis ich am Anfang der Stangen angekommen war. Dort lenkte ich Nimué rückwärts zum Tor, welches wir durchschreiten wollten, aber Nimué stieg einfach. Es war doch ein wenig zu viel auf einmal für die junge Stute. Ich seufzte kurz und ritt sie nochmal zwischen die zwei Stangen hinein, von wo wir wieder rückwärts gingen und uns wieder neben dem Tor befanden. Dieses Mal hatte ich ihr viel mehr Zeit gelassen, rückwärts zu gehen, was sie mir damit dankte, dass sie mir endlich wieder zuhörte und sich genau da hin stellte, wo ich sie haben wollte, statt zu steigen. Wir durchritten das Tor und fertig waren wir mit dem Training. Jackie musste den Parcours nur noch ein paar Mal wiederholen, dann würde sie fehlerfrei hindurch laufen.
      Ich machte die Stute fertig für den Stall und ging Aliena zuschauen, die gerade mit Lune ganze Bahn galoppierte. "Super!", lobte ich die Beiden und ging dann zu Jackie, um ihr von unseren Fortschritten zu erzählen. "Lune macht sich super, bei Nimué musste ich die Bremse reinhauen, sie hat mich irgendwann nicht mehr verstanden. Hab das ganze dann nochmal langsamer gemacht und alles hat super geklappt", lachte ich. "Die drei Vollblüter machen sich auch super, wir können also wieder abreisen", erklärte ich ihr, sammelte meine beiden Kollegen wieder ein und dann verabschiedeten wir uns. Wir würden uns schon bald wieder sehen.
    • Jackie
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      18. Mai 2016 - Hufschmiedbesuch

      17.486 Zeichen © Snoopy

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      Nun kam der größte Auftrag meiner Hufschmiede an die Reihe, es war Amy Fleming, sie hatte mir damals im Gegensatz gute Fotos von meinen Pferden in Bewegung geschossen und ich bat ihr statt Geld, einen Hufschmiedbesuch an. Somit fuhr ich meinen großen Transporter auf Heartland und parkte Nähe des Stalls meinen Wagen. Dann stieg ich aus und grüßte erst mal Amy mit einer Umarmung, wir hatten uns schon lange nicht mehr gesehen. Ebenso gratulierte ich ihr für den Sieg zur Stutenkörung, wo auch meine Stute Sugarlips Habasi siegte. Wir unterhielten uns noch eine Weile und dann begab ich mich an meine Arbeit.

      Also holte Amy ihre Stute Everyday As it Comes aus den Stall und gab mir sofort Bescheid, das die Kleine eine Sehnenentzündung hatte und ich da etwas aufpassen sollte. Mit einem Nicken bestätigte ich ihre Bitte und kümmerte mich nun um die Hufe. Also hob ich das erste des Vollbluts an und begann es zu säubern. Als es sauber war schnitt ich das abgestorbene Horn innen weg, bockte ihren Huf vorsichtig auf und besserte Außen das überstehende Horn aus. Dann raspelte ich es glatt und stellte es wieder auf den Boden. Dann ging ich zum Hinterhuf und hob es an, ehe ich es säuberte und gründlich ausschnitt, dann stellte ich es auf den Hufbock und raspelte mit der Hufrapsel die kleinen Kanten zurecht, den hier musst ich nicht viel ausschneiden, nur kleine Mängel bearbeiten. Als der Huf nun auch fertig war machte ich weiter mit der rechten Seite der Stute und hob hier das Vorderbein an, schnappte mir den Huf und begann mit dem Ausschneiden. Als das abgestorbene Innenhorn wieder weg war, bockte ich den Huf der Stute auf und begann mit der Außenkorrektur also schnitt ich das überstehende Horn weg und hobelte es dann bis zur Glätte. Nun kam der letzte Huf an die Reihe also glitt ich an der Hinterhand der Stute hinab, schnappte mir das angehobene Bein und begann es mit dem Hufkratzer zu säubern. Als es sauber war, schnitt ich das abgestorbene Horn weg und stellte den Huf dann auf den Hufbock. Dann schnitt ich überstehendes Horn weg und hobelte die Kanten glatt, dann war das Huf fertig. Nun begann ich im Gasofen die Aluminiumeisen mit Stahl aufzuheizen und bat Amy um Hilfe, das sie mir das Bein hielt, klar alleine ging es auch gut nur zusammen geht es immer einfacher. „Und nicht einatmen!“, wies ich Amy an die zustimmend nickte und ich das Eisen an das Huf anlegte. Sofort brannte es sich in das Horn ein und passte sogar ideal also konnte ich es abkühlen und anschließend festnageln. Als es dran war bog ich die Nägel, machte eine Kante rein und knipste den Rest ab, dann hobelte ich die Fläche glatt, dann ging es weiter mit dem Hinterhuf, Everyday wurde leicht unruhig, doch ließ sich schnell von Amy entspannen, die nur ein paar kurze Griffe ausübte und sie sich entspannte. Ich staunte nicht schlecht, aber fragte nicht viel nach und begann das Hufeisen anzulegen, welches ich am Amboss nochmal bearbeitete und dann abkühlte, auch dieses war bald gründlich festgenagelt. Dann ging es auf die rechte Seite, dort schnappte sich Amy wieder das Huf und ich presste kurz das glühende Eisen an, auch hier musste ich noch etwas daran arbeiten und kühlte es nach dem Amboss hämmern ab. Dann schnappte ich mir meine Nägel aus den Seitentaschen und befestigte es wie bei den anderen am Huf. Das letzte Eisen konnte ich auch schnell anlegen, da es nicht viel bearbeitet werden musste. Nun bat ich Amy eine Runde zu drehen, was sie auch tat und konnte zufrieden feststellen das alles in Ordnung war. „Passt sie läuft super!“, berichtete ich der jungen Dame.
      Das erste Pferd war nun fertig und ich konnte mit dem nächsten weiter machen, dieses war die Haflingerstute Picola. Sie bekam wie Comes Stahleisen, doch trug im Moment schon welche, also mussten diese erst mal weg und das Horn zurecht geschnitten werden. Also begann ich mit dem ersten Eisen wo ich die Nägel auf nietete und anschließend mit der Zange entfernte, dann säuberte ich das Huf und schnitt das abgestorbene Horn weg, den das neue Eisen brauchte frischen Halt. Als dieses weg war bearbeite ich das Außenhorn am Hufbock und schnappte mir dann das erste Eisen welches ich anlegte und anschließend abkühlte. Dann nagelte ich es im Huf fest, entfernte die überstehenden Nägel und ging zum hinteren Huf, wo ich auch erst mal die Nägel auf nietete und dann das Eisen mit der Zange entfernte. Dann säuberte ich das Huf und schnitt das abgestorbene Horn weg, ehe ich das Außenhorn bearbeitete und das glühende Eisen aus dem Gasofen holte, dieses legte ich an und merkte, dass es noch nicht passte also musste ich es am Amboss nochmal bearbeiten. Dann probierte ich es erneut, diesmal passte es, somit konnte ich das Eisen abkühlen und am Huf von Picola befestigen. Die junge Hafidame ließ es brav über sich ergehen und beäugte neugierig die alten Eisen. Zufrieden lobte ich die junge Dame und ging auf die rechte Seite, wo ich an der Schulter hinab glitt, den Huf anhob und das Eisen mit der Zange nach dem auf nieten entfernte. Dann säuberte ich den Huf, schnitt abgestorbenes Horn weg und kümmerte mich anschließend um das Außenhorn, dann übernahm Amy wieder den Huf während ich das glühende Eisen holte. Auch hier mussten ein paar Stellen verbessert werden also schlug ich es am Amboss nochmal zurecht und legte es erneut an. Diesmal passte es und das Eisen wanderte in den kalten Wassereimer, ehe es dampfte und abgekühlt war. Nun befestigte ich es am Huf der Stute und wagte mich an den letzten ran. Dort folgte der gleiche Ablauf und in Kürze stand das zweite Pferd auf vier neuen Hufeisen. Hier ließ ich Amy auch wieder eine Runde drehen und konnte ihr wieder bestätigen das ihr Pferd gut lief.
      Nun ging es weiter mit dem hübschen Hengst namens Figaros Schattenfalter, er war wirklich ein richtiger Prachtkerl. Bei ihm mussten auch neue Eisen ran, doch erst mal die alten ab, also folgte das gleiche Ritual wie bei Picola. Also nietete ich die alten Nägel auf allen Hufen auf und begann dann das erste Stahleisen zu entfernen. Als dieses weg war ging es weiter mit dem hinteren welches ich auch mit der Zange entfernte und das auf der rechten Seite genauso folgte, nun stand Schattenfalter Barfuß da und neue Eisen mussten ran. Somit kehrte ich zum Anfang zurück und begann den dreckigen Huf gründlich zu Säubern. Als dieser sauber war schnitt ich das abgestorbene Horn weg und bearbeite anschließend das Außenhorn, ehe ich die Kanten mit der Hufraspel glättete und den Huf Amy übergab. Dann kam wieder der Gasofen zum Einsatz, wo ich das Hufeisen erst mal erwärmte und dann an den Huf des Pferdes ranhielt. Es zischte und stank doch es passte, also wieder abkühlen und festnageln am Fuß des Pferdes. Nun kam das nächste Eisen an die Reihe also ging ich zum Huf zurück säuberte es gründlich und schnitt dann mit dem Hufmesser das abgestorbene Horn weg und begradigte die kanten am Außenhorn, dann übernahm Amy wieder das Huf und ich ging zum Gasofen wo ich mir das glühende Eisen schnappte und an das Huf des Hengstes anlegte, es musste noch verändert werden also hieß es, zum Amboss, Huf bearbeiten und wieder zurück. Beim zweiten Versuch wurde dieser mit Erfolg gekrönt und das Eisen verschwand wieder im kalten Wassereimer. Dann schnappte ich mir die Hufnägel und befestigte sie gründlich am Huf des Dunkelfuchses. Nun stand der dunkle Herr auf zwei Eisen und die rechte Seite folgte, wo ich gleich mal den Vorderhuf säuberte und ausschnitt, als es sauber geschnitten war folgte das Anpassen vom Hufeisen. Also hielt ich das glühende Eisen an das Huf, es stank und musste auch noch bearbeitet werden also ran ans Werk. Somit schlug ich am Amboss die unpassenden Stellen zurecht und prüfte nochmal. Diesmal passte es also kühlte ich es ab und nagelte dann fest. Der letzte Huf war an der Reihe, wo der gleiche Ablauf folgte und in Kürze stand der dunkle Kerl auf vier neuen Eisen, wo ich nur noch die kleinen raustehenden Kanten von den Hufnägeln begradigte, damit sie mit dem Außenhorn gleich auf waren. Amy wusste schon was zu tun ist und ich ließ den Blick über den Gang des Pferdes gleiten: „ Auch er läuft super!“, bestätigte ich Amy und wartete dann auf das nächste Pferd.
      Die nächste war Lana sie bekam vorne Kunststoffeisen mit Stollen und hinten normale Stahleisen. Also fing ich gleich mal mit dem Abnehmen der alten Eisen an, nietete die Nägel auf und hebelte das Eisen vom Huf. Dann säuberte ich es und schnitt es gründlich aus, das Außenhorn bearbeite ich ebenfalls noch auf dem Hufbock. Dann bat ich Amy wieder das Huf zu übernehmen und ging zurück zum Gasofen wo ich das erste Kunststoffeisen aufwärmte und anpasste, es saß, also konnte ich es abkühlen und festnageln. Dann reinigte ich das Gewinde wo die Stollen reinkommen sollten und schraubte nochmal mit einem Spezialwerkzeug das Gewinde nach, dann kamen die Stollen rein und der erste Huf war fertig. Dies machte ich beim zweiten Vorderhuf ebenso und entfernte erst mal das alte Eisen, säuberte mit dem Hufkratzer das Huf und schnitt es gründlich Außen und Innen zurecht. Dann passte ich das zweite Kunststoffeisen an und befestigte es nach dem Abkühlen am Huf von Lana. Dann folgte das Gewinde Säubern und Nachschneiden, denn man wollte ja immer auf Nummer sicher gehen. Als dies getan war kamen die nächsten Stollen rein und die Stute war vorne fertig. Amy begann nun die Hafidame etwas abzulenken, da sie sich langweilte und das bei ihr kein gutes Zeichen war. Nun ging es aber weiter mit den Hinterhufen, also schnappte och mir das erste Huf, nietete die Nägel auf und zog das Eisen mit der Zange ab. Dann ging es weiter mit den Säubern und ausschneiden der Hufe, was in Kürze erfolgte und ich dann das glühende Stahleisen anpasste, als es passte kühlte ich es ab und befestigte das Eisen dann mit Nägeln am Huf fest. Nun folgte das letzte Eisen und ich nietete die alten Nägel aus und entfernte das Eisen dann mit der Zange, damit ich mit den Säubern beginnen konnte. Nach dem Auskratzen und Ausputzen des Hufes schnitt ich das abgestorbene Horn weg und begradigte die überstehenden kanten am Außenhorn, dann konnte das letzte Eisen ran, welches ich glühend an Lanas Huf anlegte und anschließend am Amboss bearbeitet, als es beim nächsten anpassen des Hufes passte, kühlte ich es ab und begann es mit den Nägeln gründlich festzunageln. Dann entfernte och überstehende Nägel und begradigte sie anschließend mit der Hufrapsel, dann bat ich Amy die Stute eine Runde zu führen und konnte ihr zufrieden mitteilen das alles passte.
      Nun kam die Stute L‘ombre de la Lune an die Reihe, bei ihr kamen auch nur die alten Stahleisen ab und Neue ran. Somit kümmerte ich mich gleich mal um das erste Huf, nietete die alten Nägel auf und nahm das Eisen mit der Zange ab, dann säuberte ich das Innenleben vom Huf und schnitt dieses zurecht. Das Außenhorn bearbeitete ich auf dem Hufbock und konnte in Kürze Amy darum bitten, das sie das Bein der Stute festhielt. Dann passte ich das Stahleisen an und bearbeitete es am Amboss ehe ich es abkühlte und am Huf der Stute festnagelte. Die herausstehenden Nägel bearbeitete ich gründlich und machte dann mit dem Hinterhuf weiter. Dieses hob ich an, nietete die Nägel auf und entfernte das alte Eisen und schnitt den Rest des Hufes gründlich aus. Das Außenhorn bearbeitete ich ebenso gründlich und begann dann das neue glühende Eisen anzupassen. Es passte gleich beim ersten Mal also kühlte ich das Eisen ab und befestigte es dann am Huf der Stute. Dann machte ich mit der rechten Seite weiter, nietete die Nägel vorne auf und hob das Huf hoch, sodass ich mit der Zange das alte Stahleisen abnehmen konnte. Dann säuberte ich gründlich ihr Huf, schnitt es aus und kümmerte mich dann um das Außenhorn was ich am Hufbock bearbeitete. Dann übernahm Amy wieder das Bein und ich passte das glühende Eisen an, dieses bearbeitete ich nochmal auf dem Hufbock und kühlte es dann ab. Somit nagelte ich es fest und bearbeitet die überstehenden Nägel. Der letzte Huf war an der Reihe, also entfernte ich das alte Eisen und schnitt den Huf nach dem Säubern gründlich aus. Als auch das Außenhorn passte, konnte ich das nächste Stahleisen befestigen, passte es zuerst am Huf an und kühlte es anschließend ab. Als es dann gründlich festgenagelt war kontrollierte ich nochmal die Nägel im Außenhorn und bat Amy wieder ihre Runde zu drehen: „Auch Lune läuft super!“, gab ich ihr zu wissen und setze mich dann erst mal kurz hin.
      Amy brachte mit kurz ein Glas Wasser und bat mir einen Kuchen an, was ich natürlich annahm, bei den vielen Pferden wurde es schnell mal anstrengend zu Arbeiten. Wir hatten eine halbe Stunde Pause eingelegt und kehrten dann wieder zum Stall zurück wo die Arbeit dann vom Neuen begann.
      Nimué war die Nächste, auch sie bekam normale Stahleisen angelegt. Somit fing ich gleich mit neuer Power an und nietete die alten Nägel auf, ehe ich das Eisen anschließend mit der Zange entfernte. Dann säuberte ich das dreckige Huf der Stute und musste ein wenig Kämpfen da sie ziemlich zappelig war und Amy Mühe hatte sie ruhig zu stellen: „Naja ist halt ein kleines Powerpferdchen!“, schmunzelte ich Amy an und schnitt das überflüssige Horn gründlich weg. Dann kam Amy und übernahm den Huf, ehe ich zum Gasofen ging und das neue Stahleisen rausnahm. Das glühende Eisen hinterließ einen kräftigen Gestank am Huf und musste zum Glück nicht weiter bearbeitet werden, sodass ich sofort abkühlen konnte und mit dem befestigen anfangen konnte. Der nun festgenagelte Huf stellte Amy zurück auf den Boden und begleitete mich nach Hinten zum nächsten Huf. Dort entfernte ich auch erst mal das alte Eisen und schnitt sauber, nach dem Hufe kratzen, aus. Dann wurde das neue Stahleisen angepasst und ohne zu Zögern nach dem Abkühlen fest genagelt. Schon stand die Stute auf zwei neuen Eisen. Beim vorderen huf war das Eisen schon ziemlich locker und fiel auch gleich hinab als ich das Bein anhob. Somit musste ich den Rest des Hufes gründlich reinigen und dann das abgestorbenen Horn entfernen. Am Hufbock begradigte ich die Kerben, die das wackelige Hufeisen verursacht hatte und schnitt die restliche Form zurück. Dann konnte ich auch schon das nächste Eisen anlegen, welches ich erst am Huf anlegte und dann flott abkühlte, damit auch das Dritte Huf in Kürze fertig war. Das Vierte kam nun dran, wo ich erst das alte Eisen entfernte damit der Rest des Hufes wieder gründlich zurecht scheiden konnte. Als dies getan war passte ich das nächste glühende Eisen am Innenhorn an und kühlte es nach kurzer Arbeit am Amboss ab. Dann wurden die Nägel befestigt und das Huf hinunter gelassen. Zuletzt hobelte ich die Oberfläche des Außenhorns an den Nägeln und konnte nun auch bei Nimués Rundgang feststellen, dass alles in Ordnung war.
      Nun kam das Pferd Suburb Lights an die Reihe, ein richtig süßer Haflingermann, der jeden irgendwie Freude bereitet. Er bekam heute zwei Sliding Eisen vorne und hinten Kunststoff mit Stahl Eisen. Also viel zu tun für mich, somit begann ich auch schon mal vorne mit den Slidingeisen. Also nietete ich die Nägel des alten Eisens auf und entfernte dieses anschließend mit der Zange, dann ging es weiter mit der rechten Seite, wo ich auch erstmal die Nägel aufnietete und dann mit der Zange das komplette Eisen entfernte. Nun ging es weiter mit den Ausschneiden der Hufe. Also schnappte ich mir mein Hufmesser und schnitt das abgestorbene Horn weg, sowie begradigte auf beiden Seiten vorne das Außenhorn. Als der Umriss des Hufes fertig war ging es weiter mit den Eisen wo ich eine bestimmte kleine Fehlstellung in Lights Hufen beachten musste, also bearbeitete ich beide Eisen nochmal gründlich am Amboss sodass sie dem Pferdehuf Halt geben sollten und ließ auch noch eine spezielle Einlage mitgehen, denn diese brauchte er ebenso zur Förderung seiner Hufstellung. Als beide Eisen korrekt bearbeitet worden sind, begann ich mich dem Abkühlen und festnageln der Slidingeisen. Als auf beiden Seiten vorne die Hufeisen befestigt waren ging es hinten weiter mit hinten, dort nietete ich die alten Eisen auf und entfernte sie mit der Zange, dann begann ich mit dem gründlichen Ausschneiden beider Hufe. Als das ganze unpassende Horn weg war, holte ich mir die Eisen und befestigte sie gründlich mit den speziellen Nägeln. Nun drehte Amy noch mal eine Runde mit Lights und ich bestätigte den fehlerfreien Lauf.
      Nun kam das letzte Pferd an die Reihe hierbei handelte es sich um den Haflingerhengst Windsor. Er bekam ebenfalls Kunststoff mit Stahl Eisen, aber diesmal vorne. Somit fing ich an und nietete die Nägel auf ehe ich das Eisen entfernte und mit dem Hufmesser und der Raspel alles gründlich begradigte. Dann wärmte ich die Eisen im Gasofen an und testete sie, sie mussten beide etwas bearbeitet werden, also übernahm Amy wieder die Hufe und ich passte an. Gründlich befestigte ich beide Eisen am Huf von Windsor und machte hinten dann mit den Stahleisen weiter. Dort entfernte ich erstmal auf beiden Seiten die alten Eisen, nietete die Nägel auf und entfernte sie mit der Zange, dann begann ich die Hufe Außen und Innen zu schneiden, ehe ich weiter machte mit den Eisen anpassen. Dies hatte ich auch bald geschafft und konnte die Hufeisen festnageln. Als diese passten, ging Amy mit ihm nochmal eine Runde und schon konnte ich den fehlerfreien Lauf bestätigen.

      Am Ende gab ich Amy noch den Koffer mit den Stollen für Lana, wo auch nochmal Blindstollen waren, den diese waren ja bei ihm schon im Huf und die eigentlichen Stollen, da ja das Pferd sonst ständig wie auf Haken laufen würde.

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    • Jackie
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      18. Mai 2016 - Dressurtraining A-L
      4004 Zeichen © Friese

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      Die Bürsten sausten über das Fell von mehreren Pferden im Stall. Neben mir standen andere Trainer, Stallhelfer und weitere Mitarbeiter des Stalls. Hier war ein bisschen mehr los auf unserem Zuchtgestüt, aber trotzdem war es unglaublich interessant. Mein heutiger Fall war wieder die Araberstute Everyday As It Comes. Ich war nun schon seit ein paar Tagen auf Heartland und kümmerte mich um sie. Sie war wirklich brav und ich musste mir keine Sorgen beim Training machen. Es ging also nicht mehr um die neuen Lektionen, sondern nur noch um das Verbessern und komplette Zusammensetzen der Kür. Ich übte also nochmal genauer den versammelten Trab und einen versammelten Galopp. Diese waren die einzigen beiden Gangarten, die noch zu denen aus der A-Lektion dazukamen. Die Volten waren noch nicht ganz unsere Stärke, aber die würden morgen dran kommen. Für heute würde das Üben der Gangarten anstehen. Es fehlten noch weitere Lektionen auf der Liste. Diese ging ich in meinem Kopf weiter durch und erstellte für die nächsten Tage einen Plan. Ich holte den Sattel der Stute und die Trense. Ich platzierte beides an der Box und holte dann die Bandagen für das Training. Diese wickelte ich schnell und geschickt um die dünnen Beine der Stute und klopfte dann ihren Hals. Als nächstes folgten der Sattel und die Trense. Ich führte sie zum Platz und stieg dort auf ihren Rücken. Ich übte die Schlangenlinien, welche für die L-Lektion nötig sind. Diese müssten dann in den anderen Gangarten auch abfrag sein. Jetzt waren sie jedoch nur zum Warmreiten und Dehnen da. Nachdem die Stute warm war trabte ich sie an und ließ ihr erst mal noch lange. Sie sollte sich ein bisschen loslassen und sich selber tragen, dann würde die Arbeit losgehen. Nachdem sie das schon sehr gut machte, nahm ich den Zügel auf und ließ sie durch die ganze Bahn die Hand wechseln. Hier saß ich tiefer in den Sattel und trieb die Stute in den versammelten Trab. Die Stute schnaubte kurz ab und ließ dies auch mit sich machen. Es war noch nicht so perfekt wie bei den fertig L-Dressur Pferden aber auch das würden wir in den nächsten Tagen schaffen. Ich klopfte ihren Hals danach und ließ sie dann ein bisschen weiter traben. Nach einer normalen Runde wechselte ich nochmal die Hand durch die ganze Bahn. Hierbei versuchte ich nochmal die Stute in einen schönen versammelten Trab zu bekommen und genau das gelang mir dann auch. Die Stute führte es dieses Mal besser aus wie davor. Ich klopfte sanft ihren Hals und war sehr stolz auf die Fortschritte der letzten Tage. Ich ließ sie ein paar Runden Schritt gehen und ein bisschen abschnauben. Dann nahm ich die Zügel wieder auf und galoppierte sie an. Ich ließ sie erst zwei Runden am längeren Zügel galoppieren und nahm ihn dann endgültig auf. Ich klopfte nochmal ihren Hals und ließ sie dann an der nächsten langen Seite eine Schlangenlinie mit drei Bögen gehen und baute hierbei auch einen einfachen Galoppwechsel ein. An der nächsten langen Seite trieb ich sei in den versammelten Galopp. Dies funktionierte schon nahezu perfekt. Ich lobte die Stute und ließ ihr dann die Zügel lang. Für heute sollte die Lektion reichen. Ich wollte sie ja immerhin nicht überfordern. Ich stieg von ihrem Rücken und lobte sie dann ausgiebig. Ich ging mit ihr nach drinnen und brachte sie in die Box. Die nächsten Tage trainierte ich alle erforderlichen Aufgaben für L-Dressur mit der Stute und konnte am Ende somit Amy fröhlich berichten, dass ihre Stute nun auch auf Turniere für Pferde mit L-Dressur-Hinterwissen gehen darf. „ Ich freue mich, dass alles so gut geklappt hat“ meinte sie und ich nickte. Dann gingen wir noch ein letztes Mal gemeinsam zu der Stute und machten sie fertig. Amy stieg in der Halle auf den Rücken der Stute und ging dann mit ihr die komplette L-Dressur einmal durch. Nachdem sie begann zum abreiten, verabschiedete ich mich und ein Mitarbeiter fuhr mich zum Flughafen. In ein paar Stunden würde mein Flug schon gehen und ich war froh bald wieder in meinem eigenen Stall zu sein.
    • Canyon
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      24. Juli 2016 - Ray kommt zu Besuch!
      32.438 Zeichen © Canyon

      "Boar Stanley, hast du noch nen Bier in deinem Rucksack? Bei dieser Schweinehitze kratz ich ja voll ab."
      "Ian alter, kauf dir selbst nen Bier und halt endlich deine Fresse, sonst klebe ich sie dir mit Panzertape zu."
      Ich schlug meine Hand vors Gesicht und atmete tief durch. Alles wird gut, alles wird gut, sagte ich mir, bevor ich die Hand wieder vom Gesicht wegnahm und meinen Blick wieder Richtung Decke wandte. Eine einsame Spinne hatte sich dort in der Ecke ein Netz gesponnen und wartete nun vergebens darauf, dass eine Fliege den Weg dort hinein fand. Allerdings schienen auch die Fliegen der Sommerhitze in irgendeiner dunklen Ecke entkommen zu wollen und so wartete die Spinne vergebens.
      Nur noch knapp eine Stunde, sagte ich mir, dann wäre ich endlich am Ziel meiner Reise.
      Seit, ich blickte auf die Uhr, genau zwei Stunden und 43 Minuten saß ich nun schon in dem Abteil eines verrauchten, stinkenden Zuges, welcher stetig gen Westen fuhr, genau auf Alberta zu.
      Ich wusste selbst nicht, warum ich den Zug genommen hatte und nicht etwas Einfacheres und schnelleres, wie zum Beispiel ein Flugzeug, aber anscheinend hatte ich mir die Fahrt viel angenehmer vorgestellt, als sie im Endeffekt geworden war.
      Eine kleine Jungsbande, alle so um Anfang zwanzig, waren kurz nach mir eingestiegen, schimpften sich seit dem gegenseitig voll und hatten zusammen nun schon den zweiten Kasten Bier geleert. Ein dritter fehlte.
      Ich hatte sogar die Langeweile gehabt, mir die Namen aller zu merken und kannte nun nicht nur Stanley und Ian mit Vorname, sondern auch Frank, Kevin und Steven, welche zusammen so sehr stanken, wie ein ganzer Kühlschrank voll saurer Milch und ich wusste, wovon ich redete.
      Ich schloss meine Augen, versuchte die nervigen Stimmen der Jungs zu ignorieren und vielleicht noch etwas Schlaf zu finden, bevor ich in Millarville ankommen würde.
      Und tatsächlich. Als ich kurz darauf von einem nuschelnden Schaffner geweckt wurde, der so etwas Ähnliches murmelte wie: "Sir, sie müssen aussteigen, Millarville.", wurde mir bewusst, dass ich tatsächlich geschlafen hatte.
      Meine unangenehme Begleitung schien mittlerweile auch ausgestiegen zu sein, oder zumindest konnte ich sie nirgends mehr entdecken. Solch schräge Menschen. Wenn ich überlegte, dass es auf der Welt davon so viele gab...
      Ich schnappte mir meinen Rucksack und meine Jacke vom Hacken und verließ dann eilig den Zug und fand mich, wie erwartet, auf dem Bahnhof von Millarville wieder.
      Noch etwas orientierungslos blickte ich mich um, wurde jedoch kurz darauf von einer jungen Frau begrüßt, welche mir ihre Hand hinhielt und meinte: "Lou Fleming. Sie müssen Ray Greenwald sein, nehme ich an?"
      Ich nickte. "Richtig, freut mich ihre Bekanntschaft zu machen!"
      Ich hatte keine Ahnung, was mich dazu angetrieben hatte auf die Anzeige der Heartland Ranch zu klicken, welche für einige Wochen etwas Aushilfe suchte, allerdings hatte es mich gejuckt, wieder einmal ein neues Gestüt und neue Pferde kennenzulernen, seitdem die letzte Ranch, für welche ich gearbeitet hatte, den Bach herunter gegangen war. Nun würde ich den Sommer auf dem Zuchtgestüt für Haflinger arbeiten und hoffentlich einige nette Menschen kennenlernen.
      Lou brachte mich zu ihrem Auto, mit welchem wir dann den letzten Abschnitt meiner Reise hinter uns brachten. Während sie mich nun Richtung Heartland kutschierte, erzählte sie mir schon das Wichtigste vom Ablauf des Tages. So bekam ich mit, dass es außerdem dem Zuchtstall der Haflinger noch einen Nebenstall mit jeder Menge anderer Pferde gab. Lou teilte mich auch schon für die erste Zeit im Nebenstall ein, später würde ich dann auch wechseln, um auch die anderen Pferde kennenzulernen.
      Die Heartlandranch war ein riesiges Anwesen mit jeder Menge Weiden und vielen Möglichkeiten Pferde zu trainieren und zu reiten. Bereits auf den ersten Blick konnte ich einen Springplatz, Paddocks und ein großes Stallgebäude erkennen.
      Das Wohnhaus, in welchem ich die nächsten Wochen auch ein Zimmer haben würde, lag gleich auf der linken Seite und besaß nach hinten hin eine gigantische Aussicht auf einen See, welchen ich wohl auch die nächste Zeit genießen durfte.
      Nachdem wir den Wagen abgestellt hatten, zeigte mir Lou mein Zimmer und ließ mir etwas Zeit, mich einzurichten. Viel war es ja nicht: Etwas Arbeitskleidung und ein paar wichtige Dinge für den Alltag, mehr würde ich wahrscheinlich nicht brauchen.
      Eine halbe Stunde später trag ich Lou vor dem Wohnhaus, von wo aus sie mich als Erstes zum Stall führte.
      Ich schüttelte jede Menge Hände, hörte mir Namen an (Amy, Jack, Mallory, Ty und noch viele mehr) und durfte einen ersten Blick auf die Pferde werfen.
      Ich war kein wirklich guter Reiter, hatte mich nur mal hier und da aus Spaß auf ein Pferd gesetzt, und trotzdem mochte ich diese kraftvollen und eleganten Geschöpfe, weswegen ich mich auch dafür entschieden hatte, ein einfacher Stallbursche zu werden. Man lernte viele verschiedene Menschen kennen, hatte einen vollen Arbeitstag, jedoch ständig voller Abwechslung und man hatte immer mit Tieren zu tun.
      Die junge Mallory konnte es kaum abwarten, dass Lou zurück ins Haupthaus ging und mich den anderen überließ, denn kaum war sie weg, hatte ich eine kleine Fessel am Fuß, welche mir unbedingt das ganze Gestüt und die Pferde zeigen wollte.
      Es war gerade erst früher Nachmittag, doch ich war jetzt schon so geschafft vom Tag, dass ich meine Augen mit aller Kraft davon abhalten musste, zuzufallen. Die frühe und lange Zugfahrt und die unangenehme Begleitung hatten mich doch anscheinend ganz schön geschafft.
      Für heute war ich noch nicht in die Arbeit angebunden, morgen früh musste ich jedoch um sieben auf der Matte stehen und das am besten wach!
      Dank Mallory lernte ich einige der Mitarbeiter gut kennen und konnte mir schonmal einen ersten Eindruck verschaffen, allerdings bedankte ich mich irgendwann bei ihr und meinte, dass ich wohl heute zeitig ins Bett müsse. Sie schien etwas enttäuscht und zog eine kleine Schnute, jedoch versprach ich ihr, dass sie die nächsten Wochen noch genügend von mir haben könnte.
      Mein erster Tag auf der Ranch ging dann zum Glück doch noch ganz entspannend zu Ende, so dass ich am Abend früh und schnell einschlafen konnte.
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      Der nächste Tag begann tatsächlich recht früh, allerdings war ich dies ja auch schon von meinen anderen Arbeitsstellen gewöhnt. Vor allem im Sommer freute man sich dann, in der frühen Morgenkälte arbeiten zu dürfen, als in der Hitze des Mittags.
      Nach einem gemeinsamen Frühstück mit all denen, die auf der Ranch arbeiteten, begaben wir uns in den Stall.
      Jack Bartlett, der Besitzer der Ranch, wie mir Mallory mitgeteilt hatte, hatte sich netterweise dafür bereit erklärt, die ersten Tage mein "Aufpasser" zu sein, bevor ich wohl von selber wissen würde, was anstand.
      Obwohl Jack schon recht alt aussah, ich traute mich nicht ganz so zu schätzen, wer weiß, vielleicht war er auch noch gar nicht so alt, hatte er noch ganz schön viel Kraft in seinen Knochen. Mit seinen knorrigen Händen hob er noch jede Schubkarre und jeden Wassereimer, ohne auch nur zu stöhnen. Wie peinlich, das schaffte ja noch nicht mal ich!
      Jack und ich waren heute eingeteilt, uns um die Jungpferdefraktion zu kümmern. Das waren gar nicht allzu wenige und waren dazu noch die unterschiedlichsten Rassen. Ich konnte einige Trakehner ausfindig machen, aber auch Englische Vollblüter und einen Isländer. Eine interessante Mischung hier! Unterschiedlich alt waren sie auch noch alle.
      Zuerst stand das Füttern an der Reihe. Jeder bekam seine Portion Kraftfutter, sowie etwas Heu. In jeder Box kontrollierten wir dann auch noch das Wasser, bevor wir damit begonnen, die Youngster auf den Weiden zu verteilen.
      "Ray!" rief mich Jack durch den Stall. "Komm mal her."
      Ich kam aus einer der Boxen und schritt zu Jack, welcher im Gang stand und auf mich wartete. "Wir fangen mit den beiden Stuten an, die kommen auf eine andere Weide als die Hengste. Da du noch nicht weißt wohin, muss ich wohl mitkommen. Morgen machst du das aber alleine."
      Ich nickte und fühlte mich fast so wie in meiner Ausbildungszeit, der Mann hatte echt Selbstvertrauen.
      Die eine der kleinen Stuten hieß Maelis und war eine überaus hübsche Trakehnerstute, während die andere den verdammt niedlichen Namen Puppy trug. Natürlich bekam ich die kleine Isländerstute, während Jack Maelis das Halfter umlegte. Zum Glück waren die Weiden hier ja nicht allzu weit auseinander, sodass wir recht schnell wieder zurück im Stall waren, um auch die Hengste nach draußen zu bringen.
      Jack betrachtete mich im Stall eingehend, bevor er kurz seine Nasenflügel nach oben zog und mich dann fragte: "Meinst du, du schaffst drei Pferde auf einmal? Dann müssen wir nicht doppelt gehen und außerdem mögen diese kleinen Racker es sowieso nicht, wenn man sie von ihren Freunden trennte."
      Ich zuckte mit den Schultern. "Klaro, warum nicht!"
      Jack brummte kurz, bevor er mir meine Anweisungen gab. "Gut, dann schnappe dir mal Par Dieux, Findus und Dead Snow, wir treffen uns gleich vor dem Stall."
      Zugegeben, es war doch gar nicht so einfach, drei übermütige Hengste zusammen aus den Boxen zu holen und durch die enge Stallgasse nach draußen zu bringen, allerdings wollte ich Jack unbedingt zeigen, dass ich es voll drauf hatte. Bei diesem Gedanken musste sogar ich lachen.
      Jack war natürlich schneller gewesen und wartete draußen bereits mit Castiel, Cilion und Cabbalero, drei feurigen Jungpferden, welche, magischerweise, alle mit C begannen. Magic!
      Der Weg mit drei Pferden zu den Koppeln war definitiv weitaus anstrengender als mit einem. Ständig wechselte einer der drei die Seite, blieb plötzlich stehen oder drängelte sich an einem anderen vorbei.
      Jacks Rat war nur: "Zeig ihnen wo der Hacken hängt, die machen sonst nur Blödsinn mit dir"
      Er hatte ja leicht Reden, würde ich das bereits seit dreißig Jahren jeden Morgen machen, hätte ich das bestimmt auch drauf. Bestimmt...
      Als wir zurückkamen hatten die anderen Mitarbeiter bereits die anderen Pferde auf die Weiden gebracht, sodass nun natürlich die richtige Stallarbeit anstand. Boxen ausmisten, neues Stroh und Heu holen und Stallgasse fegen; Es war bereits Mittag, als auch diese Arbeit erledigt war.
      Nach einer Mittagspause ging die Arbeit weiter. Diesmal arbeiteten wir allerdings viel weitgefächerter und jeder ging seinem Job nach.
      Amy konnte ich immer wieder mit Pferden auf den Platz gehen sehen, andere äppelten die Weiden ab oder reparierten Zäune. Ich musste zugeben, zu diesem Zeitpunkt war ich etwas überfordert, hoffte jedoch, dass dies schnell jemand mitbekommen würde.
      Und tatsächlich: Der junge Ty schien dies zu bemerken und half mir, in dem er mir eine Schubkarre vor die Nase stellte. "Komm Ray, abäppeln!"
      Ich seufzte, diese Arbeit hatte ich schon immer geliebt!
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      Die nächsten Tage verliefen meist recht gleich. Ich war am Morgen weiterhin für die Jungpferde zuständig und ich musste sagen, dass ich mich jeden Tag verbesserte und die Fohlen auch besser kennenlernte. Auch am Nachmittag fand ich nun des Öfteren viel schneller einen Arbeitsplatz, je tiefer ich in der ganzen Rancharbeit drinnen steckte. Zum Abäppeln dazugekommen war jetzt auch, dass ich des Öfteren dabei half, die Pferde zum Training von der Weide zu holen und vorzubereiten, mit den Jungpferden spazieren zu gehen oder mit dem Traktor umherzufahren und Dinge von A nach B zu schleppen. Vor allem gefiel mir die freundliche Stimmung und die gute Zusammenarbeit unter den Mitarbeitern, sodass ich die Ranch am liebsten gar nicht mehr verlassen wollte.
      Nach einigen Tagen sagte mir Jack dann, dass es für mich bei den Fohlen zu Ende war und ich zu den Großpferden gelassen wurde.
      Hier arbeitete ich meist zusammen mit Ty oder Lou, welche mich die ersten Tage immer gut begleiteten.
      Jeden Morgen und jeden Abend, brachte und holte ich die Pferde von den Weiden und dazwischen die Zeit verging wie im Flug.
      Die ersten Tage war ich wieder für die Stuten verantwortlich, wovon es doch erstaunlich wenige gab. Wikotikabesa, Mon Chérie, The Death Angel und Cindarella waren alle vier leicht zu händeln und ich liebte den Alltag mit den vier Stuten. Doch trotzdem hieß es auch irgendwann für mich, weiter gehts, denn natürlich wollte ich auch noch die unhaffigen Hengste kennenlernen, bevor es für mich zu den Zuchtpferden gehen würde.
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      Ich konnte mir gar nicht vorstellen, was die Heartlandranch so mit Hengsten hatte, denn davon gab es hier im Übermaß, was ich natürlich nicht schlimm fand. Es war nur - etwas mehr Arbeit.
      Um all die Hengste früh auf ihre Weiden zu bringen, benötigten wir dringend mehr Hände, die mit anpackten. So stießen zu mir, Amy und Ty auch noch Caleb und Chase, welche beide nicht ganz so mein Typ waren, allerdings musste ich ja nur mit ihnen zusammen arbeiten können.
      Damit keine Pferde verloren gehen würden, trafen wir uns jeden Morgen kurz zu einer Besprechung im Stall, welche meist von Amy oder Ty geführt wurde. Vor allem am ersten Morgen war ich noch etwas überfordert, da ich die meisten der Pferde noch nicht allzu gut kannte. Natürlich hatte ich den ein oder anderen schonmal geputzt oder für den Hufschmied festgehalten, aber das war es dann auch schon.
      "Da Ray ab heute für einige Tage hier mit helfen wird," meinte Ty am ersten Morgen zu den anderen, "Wird die Aufteilung etwas anders sein." Und dann teilte er zu. Es waren dreizehn Pferde und jeden Morgen etwa vier bis fünf Helfer im Stall. Es war daher mit Sicherheit so, dass wir nicht alle Pferde auf einmal verschiffen konnten.
      Ich würde zweimal laufen, einmal mit Jim Beam Bastian, einem hübschen Welsh C Hengst, und mit Celsius, einem Deutschen Reitpony. Das zweite Mal teilte mir Ty nur einen großen gepunkteten Hengst zu, an der Boxentür stand: Herbert. Innerlich musste ich laut auflachen. Allerdings schien der Name Herbert für alle schon so normal geworden zu sein, dass das außer mir kein anderer witzig fand.
      Jeden Morgen brachte ich nun diese drei auf die Weide, mistete auch ihre Boxen aus und holte sie am Abend wieder hinein. Ich verstand die anderen ja, dass hier Ordnung angesagt war, aber etwas langweilig war es schon.
      Da Ty wegen seines Jobs als Tierarzt nicht immer da sein konnte und auch der ein oder andere mal frei hatte, gab es dann auch Tage, an denen ich noch andere Pferde nach draußen bringen durfte.
      So war ich einmal ganz erstaunt, als ich zurück in den Stall kam und mir Caleb zwei große dunkle Hengste in die Hand drückte und meinte, dass ich die nach draußen bringen sollte. Ich war ganz erstaunt, tat aber wie mir geheißen.
      Die beiden kannte ich schon etwas, oder jedenfalls hatte ich mir ihre Namen von den Boxenschildern gemerkt. Der Friese besaß den anmutigen Namen Luzifer, die Farbe und der Name waren genau der gleiche wie von meiner alten Katze, und der Trakehner hieß The Black Death. Ich konnte mich noch daran erinnern, dass es bei den Stuten eine gegeben hatte, die auch Trakehner gewesen war und so einen ähnlichen Namen getragen hatte.
      Zum Glück war es keine ganz so schwierige Aufgabe, die beiden auf die Weiden zu bringen, auch wenn Death etwas temperamentvoll und eigensinnig war, dafür behielt jedenfalls Luzifer die Ruhe, sodass beide dort landeten, wo sie hingehörten.
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      Einmal die Woche hatte ich frei. Immer an unterschiedlichen Tagen, was mich aber nicht störte. Mein nächster freier Tag fiel dieses Mal jedoch auf einen Samstag. Auch diesen nutzte ich wieder gründlich, um etwas schlaf nachzuholen und stand so erst kurz vor dem Mittag auf, um mir in der Küche etwas zum Frühstück zu machen.
      Wenig später traf ich im Stall mal wieder Mallory, welche sich natürlich riesig freute mich zu sehen. Sie faselte mich natürlich wieder mit den neuesten Geschichten zu und ich schaffte es, ihr jedenfalls mit einem halben Ohr zuzuhören.
      Mit dem anderen war ich in den Trubel im Stall vertieft. Ich genoss es, einfach mal die anderen entspannt zu beobachten.
      Ty brachte gerade ein großes hübsches Saddlebred, der Name war glaube ich Prince of the half moon oder so, nach draußen und kurz darauf kam Amy mit den beiden kleineren Lakritz und Skywalker hinterher. Auch sie verschwand durch einen Ausgang nach draußen, sodass ich nun Mallory auch meine andere Hälfte des Ohrs schenken musste.
      "Ray, was hältst du eigentlich von einem Ausritt? Ich bin mir sicher, dass Amy damit einverstanden wäre. Bist du bis jetzt eigentlich schonmal hier ausgeritten?"
      Ich brauchte etwas länger um ihren Worten folgen zu können, bevor ich zu einer Antwort ansetzte. Ich wusste nur noch nicht so ganz was ich sagen sollte, weswegen nur ein "Hä" oder so aus meinem Mund kam.
      "Jaja, ein Ausritt! Du hast doch heute frei oder? Bei diesem schönen Wetter MUSS man einfach das Gelände rund um Heartland kennenlernen, wirklich!"
      Ich zuckte mit den Schultern. "Ach Mal, ich weiß nicht, ich bin nicht gerade wirklich ein guter Reiter und ob man mir hier ein Pferd zutraut, bei den ganzen wertvollen Pferde..." versuchte ich mich herauszureden.
      "Ach Quatschradatsch, ich kläre das mit Amy und Ty sobald sie zurück sind, die werden bestimmt nichts dagegen haben!" meinte sie und rannte in Richtung Weiden.
      Ich seufzte. Ein Ausritt, wo ich beweisen konnte, dass ich es nicht konnte, war eigentlich das Letzte was ich jetzt wollte. Ich ließ mich vor dem Stall auf einer Bank nieder und genoss die warmen Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Die Temperaturen waren bereits die letzten Tage angenehm gewesen. Nicht zu warm, nicht zu kalt, ohne Regen, aber mit einer leichten Dauerbrise im Gesicht, welche einem die Mücken von den Armen wehte. Perfekt, vor allem bei einem Ausritt...
      Als Mallory mit Ty und Amy zurückkam, schien sie die Beiden schon davon überzeugt zu haben, einen Ausritt zu machen. Es war jetzt Mittagszeit, so dass die Zeit für alle da war.
      Wie es der Zufall so wollte, stieß auch Lou einige Minuten später noch zu uns. Auch sie schien sich auf einen Ausritt zu freuen.
      Der zweite Zufall war, dass noch fünf Pferde im Stall standen. Eins für jeden von uns. So langsam fingen meine Beine an zu zittern und meine Gedanken wirbelten umher wie die Gemüsesuppe in der Schulkantine, wenn die dicke Köchin wild mit dem Löffel in dieser herum rührte. Jedenfalls war das zu meiner Schulzeit so gewesen. Ich hasste Gemüsesuppe.
      Ich nahm mir kurz die Zeit um durchzuatmen, bevor mich auch schon Ty rief. "Ray? Komm, ich zeige dir dein Pferd!" schallte seine Stimme durch den Stall.
      Oh nein, oh nein, das würde mein Untergang sein! Lou und Amy würden mich vom Hof werfen und das bestimmt ohne Bezahlung, wenn sie sahen, was ich mit ihren armen Pferden anstellte. Ich war erledigt, ich würde mein restliches Leben von Harz IV leben müssen, ich... Plötzlich tauchte Mallory neben mir auf und zupfte mir am Ärmel. "Wo bleibst du denn Ray, wir müssen uns etwas beeilen!" Dann zog sie mich zu Ty, welcher vor einer Box mit einem mittelgroßen aber übermäßig hübsch gescheckten Hengst, an dessen Boxentür nur "I See You" stand. Na etwas gruselig war der Name ja schon!
      "Bittschön", meinte Ty und deutete auf die Box. "Ein überaus ruhiger und nervenstarker Hengst. Der wird dir bestimmt gefallen, wie ich dich kenne!" meinte Ty mit einem freundlichen Lachen. "Sage mir einfach Bescheid, sobald du Hilfe brauchst oder Satteln möchtest. Einer von uns wird dir bestimmt helfen."
      Ich nickte nur leicht eingeschüchtert und murmelte ein "Danke", mit welchem sich Ty aber zufriedengab und sich dann zu seinem eigenen Pferd begab.
      "Ray, du siehst ja fast so aus als hättest du Angst? Wie witzig!" Mallory lachte, bevor sie sich hüpfend zu einer Box, einige Meter neben meiner, aufmachte.
      Ok, sagte ich mir, Putzen ist doch kein Problem, das hatte ich jetzt schon oft gemacht, kein Problem. Sachte schob ich die Boxentür auf und hielt Isee (ich nannte den jetzt einfach so) meine Hand hin. "Na du?" flüsterte ich, "Du nimmst es mir doch bestimmt nicht übel, wenn ich vielleicht nicht so gut reiten kann, oder?"
      I See You blickte mich einfach mit dunklen Augen an, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich deutete das jetzt mal als "Ja".
      Putzen war zum Glück wirklich nicht so schwer, beim Satteln holte ich mir dann aber die Hilfe von Mallory, welche mir Isees Sattel zeigte und diesen dann auch mit mir zusammen auf den Rücken des Hengstes verfrachtete. So ein Westernsattel hatte doch schon ganz schön Gewicht! Die Trense hängte ich erstmal nur an das Horn (ach, was war ich stolz, dass mir dieser Begriff einfiel!) und half dann auch Mallory, ihr Pferd zu satteln. Gegenseitige Hilfe uns so... Das junge Mädchen durfte einen großen und kräftigen Knabstrupper Hengst namens Panino reiten, was bedeutete, dass der Sattel noch weiter hochgestemmt werden musste, als bei Isee. Ich hätte wohl doch ab und zu etwas Sport machen sollen, dachte ich bei mir.
      Als auch Panino fertig war, ging ich wieder zurück zu Isee, welcher nun nur noch getrenst werden musste. Nur noch, was für eine Ironie! Der Hengst schien es nicht einzusehen, dass Gebiss in den Mund zu nehmen und so peinlich es mir dann auch war, ich rief Mal ein weiteres mal um Hilfe an. Sie schaffte es innerhalb von Sekunden, was mich noch mehr verunsicherte, ob ich einem Ausritt gewachsen war, aber jetzt gab es kein Zurück mehr.
      Als alle fünf mit ihren Pferden vor dem Stall standen, ging es ans Aufsteigen. Mallory hatte mit ihrem Knabbi als Jüngste tatsächlich das größte Pferd erwischt, während Lou mit dem Quarter Horse As War Fades das kleinste Pferd hatte. Ich lag dann irgendwo in der Mitte, was ich ganz praktisch fand.
      Die anderen beiden Pferde kannte ich noch nicht beim Namen, aber Mal half mir wie immer weiter. "Das Pferd bei Ty heißt My Blue Gun und Amy reitet Azzurro, den Barockpinto." erklärte sie mir auf meine Bitte hin.
      Ich war ganz geschickt, in dem ich die Bank, auf welcher ich mich vor kurzem noch gesonnt hatte, als Aufstiegshilfe nutzte und auch wenn mir dabei der schlecht sitzende Helm verrutschte, so kam ich trotzdem ganz gut rauf, wie ich fand.
      Im Endeffekt war der Ausritt dann doch gar nicht so schlimm gewesen; Ty, Amy und Lou hatten mir immer wieder Tipps, aber auch Lob gegeben und anscheinend waren sie doch gar nicht so verwundert darüber gewesen, dass ich kein Grand Prix Reiter war, zum Glück! Ich hatte mir also wohl unnötigerweise Gedanken gemacht.
      Im Schritt, wie aber auch im Galopp hatte ich mich gut im Sattel halten können, was mich besonders stolz machte. Isee war wirklich ruhig, auch wenn er ganz aufgeregt getänzelt hatte, als wir an der großen Rinderwiese vorbeigeritten sind. Das Cuttingblut steckte bei ihm wirklich im ganzen Körper!
      Auch wenn es nur ein gemütlicher Ausritt gewesen war, so hatte ich viel gelernt und die Ranch war mir noch ein Stückchen näher ans Herz gewachsen.
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      Nach der Hälfte meiner Zeit, traute man mir nun zu, mich um die Zuchtpferde zu kümmern. Das waren noch mehr, als die Nichtzuchtpferde aus dem Nebenstall und mein größtes Problem war, dass sie alle gleich aussahen.
      Selbst nach den ersten Tagen kannte ich nur ein paar markante Pferde, welche vielleicht eine dunklere Farbe besaßen oder dessen Mähne unnatürlich lang war.
      Vor allem war mir da natürlich Golden Samurai aufgefallen, ein überaus stattlicher und prächtiger Hengst, welcher sogar schon seine Körung hinter sich hatte. Figaros Schattenfalter war, im Gegenteil zu der hellen Masse der anderen, viel dunkler, fast schwarz und so wie mir Amy erklärte, nannte man seine Farbe Kohlfuchs.
      Außer den Haffis gab es dann noch fünf Pferde, welche zur Veredlung da waren, aber auch die hatten diesen Haflinger-Farbton. Faster das große Englische Vollblut und dann noch vier Araber. So wie ich das mit bekommen hatte, waren Golden Girl und Pearl Arabische Vollblüter, während First von Rothen ein Anglo-Araber war und Everyday As It Comes eine Shagya-Araber Stute. Also eine bunte Mischung.
      Der Rest der Pferde, ja wie sollte ich es ausdrücken, bei denen fiel es mir schwer sie mir wirklich zu merken.
      Bei den Stuten gab es da eine Picola und eine Lana und die freche Calla und dann hörte es mit Namen auf. Alle anderen kannten diese natürlich und machten sich regelmäßig, aber ohne böse auf mich zu sein, sich über mich lustig. Auch Mallory, welche nach der Schule oft ihre Freizeit auf dem Gestüt verbrachte, fragte mich eines Tages: "Also ehrlich Ray, wie hast du es nur bis jetzt geschafft durchs Leben zu kommen, wenn du dir noch nicht mal so ein paar einfache Dinge merken kannst?"
      Einfach, sie hatte gut reden, das war ein 20 Kilometer Lauf für mein Gehirn, wenn ich versuchen würde all die Namen dort zu speichern! Und trotzdem gab ich mir jeden Tag aufs neue Mühe und wiederholte den Namen jedes Pferdes fünfmal, bis ich fast alle konnte.
      Die grazile, recht große Stute hieß L'ombre de la Lune, oder einfach nur Lune genannt. Die, die man immer von der Koppel ziehen musste, weil sie mal wieder nicht aufhören wollte zu fressen, hieß Nimué und die mit der langen gelockten Mähne war Money in a Bank. So ging das weiter. Ich suchte bei jedem Haffi eine auffällige Eigenschaft und versuchte den Namen darum zu puzzeln. Nordsterns Mähne leuchtete zum Beispiel so hell wie ein Nordstern, die Farbe von Golden Diamond war sehr extrem und die lange Mähne von Mrs. Pretty hatte genau die gleiche Farbe wie ihr Fell.
      Die jüngste hieß Mirabella und war so ein Sonnenschein, dass ich mich am ersten Tag in sie verliebte. Verschmust und anhänglich, genau mein Geschmack!
      Ich konnte Ty und Amy nicht davon überzeugen, dass sie mich nicht mehr auf die armen Pferde setzen sollten, aber sie ließen gar nicht mit sich reden und gaben mir weiterhin Reitunterricht, was ich natürlich nicht bereute! Reiten war toll, nur war man als Junge in der Schule gleich Außenseiter gewesen, wenn man geritten ist und später hatte ich nie das Geld dazu gehabt. Beide waren außerdem davon überzeugt, dass das ganze nur auf einem Haflinger stattfinden sollte, wenn ich schon einmal auf der Heartland Ranch war.
      So saß ich den einen Nachmittag mal auf der alten Meike, sonntags dann auf Nachtigall und des Öfteren auf Little Baby, welche sich besonders gut reiten ließ, wie ich fand.
      Auf Amsterdam Girl saß ich nur einmal und das auch recht kurz, bevor sie beschlossen hatte, mich mit einem Hüpfer in den Sand zu versetzen und mir mein Bein dann leider so wehgetan hatte, dass ich es kein zweites Mal versuchen konnte. Aber das gehörte nunmal auch zum Reiten dazu, im Sand zu landen.
      Auf dem Rücken einer Stute fühlte ich mich wohl, weswegen man es mir auch nicht übel nahm, dass ich mich nicht mal auf einen der berühmten Heartlandhengste setzen wollte.
      Bei den Hengsten hatte ich nämlich leider auch das gleiche Problem wie bei den Stuten, die Namen wollten einfach nicht in meinen Kopf. Außer L'ombre de la Figaro, welchen ich von Turnieren und so kannte, waren es einfach alles Haffis für mich.
      Eines Abends nahm ich mir dann mal die Zeit und ging die Stallgasse entlang, während ich mir jeden Namen notierte und mit meiner nicht allzu guten Handykamera von jedem Pferd ein Bild machte. Bis Mitternacht saß ich dann in meinem kleinen Zimmer und sortierte die Namen den Pferden zu, um am nächsten Tag jeden mit meinem Wissen zu überraschen.
      Die Pferde mit S waren besonders schlimm. Samie, Small Joker, Sunshine Shadow, Surburb Lights und Sternsinger. Das schlimme war ja, dass sie dann auch noch alle gleich aussahen! Surburb Lights (oder einfach Bubis) Mähne war recht lang, die von Sunshine allerdings auch, weswegen es für mich immer schwer war auf die Anweisung von Ty hin ("Hole mal den und den von Weide" und so) auf Anhieb das richtige Pferd zu erkennen.
      Abajo, Bonito und Burberry waren noch leichter zu erkennen als Jargo, Windsor, Askan und Franzl von Falkenstein, DOCH irgendwann hatte ich es drauf. Aber so was von richtig. Früh, wenn alle auf die Weiden gebracht wurden, zwischendurch zum Reiten und zum Arbeiten und abends, als alle Pferde wieder zurück in den Stall kamen, ich wusste, wer Abajo war, wer Franzl und wer Sunshine. Mit viel Arbeit hatte ich das für mich unmögliche geschafft und jedem Pferd in meinem Kopf einen Platz gegeben, wo es hoffentlich noch lange bleiben würde.
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      Kurz bevor ich Heartland wieder verlassen würde, fragten mich Ty und Amy eines Samstagnachmittags, ob ich nicht morgen mit zu einem in der Nähe gelegenen Verkaufshof kommen wollte. Die beiden wollten nach Pferden Ausschau halten, welche vielleicht für ihre Zucht praktisch wären.
      Ich fuhr ohne jegliches Vorherwissen mit zu den Briar Ridge Stables, doch als ich bereits durch die Fensterscheibe des Wagens blickte, merkte ich, dass das nicht ganz so mein Geschmack war. Zu spießig, war mein erster Gedanke.
      Amy schien die Besitzer zu kennen und auch wenn sie das nicht sagte, so hatte sie doch anscheinend eine kleine Abneigung gegen diese.
      Wie mir mein erstes Gefühl bereits bestätigt hatte, fanden wir, oder besser gesagt Amy und Ty, hier keine passenden Pferde, auch wenn einige wirklich vielversprechend aussahen!
      Auf dem Green Briar Ridge gab es Pferde jeder Rasse, jedes Aussehens und jeder Größe und so war eine breite Auswahl an Interessenten damit abgedeckt. Und so stach mir vor allem eine junge Isländerstute namens Rékja in die Augen, aber auch ihre Nachbarin, ein interessant gepunktetes Warmblut namens Double Diamonds fiel mir sofort auf.
      Amy und Ty standen einige Zeit vor einer Box, in welcher ein Isländer stand, welcher vom Aussehen her viele Ähnlichkeiten mit einem Haffi hatte. Bjatur hieß dieser laut einem Schild an der Box.
      Eine Box daneben stand Acacia, allerdings schon verkauft, wie ein großes rotes Schild besagte und noch eine Box weiter stand ein Hengst namens Heros. Hübsch aber leider auch nicht mein Ding.
      Da der Besuch auf dem Gestüt nicht der gewünschte Erfolg gewesen war, entschieden wir uns einstimmig dafür, noch etwas anderes zu machen. Eis essen, da waren wir uns alle einig. Nachdem ich die letzten Wochen nur auf der Ranch verbracht hatte, tat es gut endlich mal wieder draußen zu sein und auch wenn Stadtluft nicht besonders gut roch, so hatte ich sie doch vermisst.
      Meine Zeit auf der Heartland Ranch war bald vorbei, besser gesagt nur noch zwei Tage, bis ich wieder in Millarville in den Zug steigen würde und mit diesem diesmal in die entgegengesetzte Richtung, nach Osten nämlich, fahren würde.
      Umso mehr genoss ich deswegen die letzten paar Stunden mit meinen neuen Freunden, wie ich sie hoffentlich nennen durfte.
      Amy und ich fanden auch eine neue Gemeinsamkeit: Wir beide waren ganz vernarrt in Stracciatella Eis. Ich liebte Stracciatella!
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      Zwei Tage später war es dann auch soweit: Ich hatte mein Zimmer gründlich geputzt, all meine Kleidung und Souvenirs eingesteckt, ein letztes Mal Reitunterricht bekommen und nochmal alle Mitarbeiter verabschiedet und alle Pferde gestreichelt, denn nun ging es für mich nach Hause. Nach Hause, das hörte sich fast komisch an, denn in den letzten Wochen war die Heartland Ranch zu meinem "Zuhause" geworden und es zerbrach mir fast das Herz, diese nun wieder verlassen zu müssen.
      Aber wer weiß, vielleicht würde meine Hilfe ja auch irgendwann mal wieder gefordert sein und dann würde ich zur Stelle sein!
      Als ich in Millarville in den Zug einstiegt und auf einem Platz am Fenster Platz nahm, störten mich noch nicht mal die lauten Geräusche der Jugendlichen, oder die Spinne in der Ecke oder die stickige Luft, ich hatte einfach nur ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen, blickte entspannt in die Zukunft und winkte Lou, Ty und Amy ein letztes Mal, welche mich alle mit zum Bahnhof gebracht hatten.
      Auch wenn ich es nie für möglich gehalten hatte, so hatte die Heartland Ranch mir gezeigt, was ich wirklich wollte und nun wusste ich, in welche Richtung ich laufen sollte, um meinen Weg zu finden.
    • Jackie
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      16.09.2016 - Hufschmiedbesuch
      2242 Zeichen © Sosox3

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      Während einem kurzen Gespräch mit Amy ergab sich gleich eine weitere Möglichkeit, noch etwas Geld zu verdienen. Zwei weitere Stuten sollten ihren Beschlag erneuert bekommen. Erstere Namens Picola, stand gerade vor mir und sah mich neugierig und auch gleichzeitig ziemlich launisch oder eher misstrauisch an. Nur zögerlich hob sie den Huf, doch ich gab ihr noch etwas Zeit um die Balance zu finden um ihr die alten Stahleisen auf allen vier Hufen zu entfernen und eine Kontrolle durchzuführen. Sie hatte nicht allzu lange Hufe und auch die Härte war ziemlich optimal. Hinten rechts fand ich eine kleine Fehlstellung und Picola zeigte nun ihr temperamentvolles Wesen, als ich hinten rechts ihren Huf korrigierte, denn sie versuchte öfter mal auszuschlagen, was ich aber standhielt. Als das ganze Prozedere dann erledigt war, machte ich mich an die Arbeit, die verstärkten Aluminiumhufeisen anzupassen und aufzunageln. Ein wenig ärgerte sie mich schon. Ich wusste ja, dass sie noch nicht viel Erfahrung mit Hufschmieden hatte, aber die junge Stute stellte sich ab einem bestimmten Zeitraum stur und versuchte besonders hinten bei beiden Huf mich meine Arbeit nicht machen zu lassen, aber wie das so ist bei zwei Dickköpfen, gaben wir beide nicht nach und ich erledigte meine Arbeit, zwar langsamer, aber ich machte sie ordentlich. Und das war die Hauptsache. Ich reichte Picola ein Leckerli und schon brachte Ty mir die Shagya Araber Stute mit dem Namen ‚Everyday As It Comes‘.
      Sie war ein schicker dunkler Palomino und um einiges ruhiger und erfahrener als Picola. Sie strahlte von Beginn an eine Ruhige Aura aus und schnaubte sanft ab. Ich strich ihr über den feinen Hechtkopf und wandte mich dann an die Hufe. Ich nahm ihr die alten Stahleisen von ihren Hufen und unterzog diese dann einer Kontrolle. Sie hatte etwas zu kurze Hufe, was mich ziemlich wunderte bei ihrer guten Hornqualität. Auch bei ihr fand ich eine kleine Huffehlstellung hinten links, diese musste man nur minimal wegraspeln. Beim Feilen döste die Araber Stute und ich ging wunderbar meiner Arbeit nach. Die reinen Aluminiumeisen waren etwas schwieriger aufzunageln als die mit Stahl verstärkten, aber auch dies meisterte ich und gab ihr zum Schluss ebenfalls ein Leckerli.
    • Jackie
      Fair Field
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      12. Oktober 2016 - Dressurtraining A-L & Bodenarbeit
      42.327 Zeichen © Canyon

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      Everyday As It Comes Dressur A → L | Wendy Distanz E → A
      42.327 Zeichen | (c) Canyon

      Die Heartland Ranch, soweit weg und doch auch hier bei uns im fernen Norwegen noch eines der bekanntesten Gestüte Kanadas. Haflinger über Haflinger und so freute ich mich natürlich riesig, als Amy mich eines kühleren Morgens anrief und mich bat, mal wieder zu ihr auf die Ranch zu kommen.
      All die letzten Tage hatte es in strömen bei uns geregnet und auch die Temperaruren waren jeden Tag mehr abgesunken, der Sommer wollte uns anscheinend zeigen, dass er jetzt entgültig vorbei war. Froh konnte ich trotzdem sein, dass ich im Norden wohnte, denn auch in Alberta waren es, laut dem unendlich schlauen Google, nur fünf Grad. Dank der dicken Jacke und den tausend Paar Wollsocken reichte also diesmal mein Rucksack nicht aus, welcher mir für meine Reisen immer genügte, sodass ich tatsächlich auch noch nach eienr größeren Tasche suchen musste.
      Um meinen Wolfshund Gerry nicht schon wieder bei Petyr lassen zu müssen, kam auch er mit und ich hoffte inständig, dass er keine Probleme machen würde. Eigentlich war er ja ein Engel, aber so weit weg war er in seinen alten Jahren schon lange nicht mehr gewesen.
      Doch recht freudig gestimmt auf die neue Aufgabe, verließ ich also die Tyrifjord Ranch, fuhr zum nächsten Flughafen und machte mich auf den Weg nach Alberta, wo ich wohl einige Zeit verbringen würde.

      Einige viele Stunden später hatte mich ein Taxi dann zur Heartland Ranch gebracht und endlich, endlich war ich angekommen. Die Weiden, die Pferde und ja, selbst der Geruch hier hatte sich nicht verändert und genauso wenig Amy, welche mich wie immer freundlich begrüßte und mir mein Zimmer zeigte, welches ich mir dieses Mal allerdings mit meinem Hund teilen musste. I m Gegenteil zu mir schien ihm das kühle Wetter hier nichts auszumachen, denn mit seinem dicken Fell könnte er bestimmt auch von einem Schneesturm heimgesucht werden und es würde sich für ihn trotzdem nur wie ein Blütenregen anfühlen. Warum hatte ich eigentlich nicht so etwas wuschliges an mir dran?
      Amy ließ mir den Abend noch Zeit mich einzugewöhnen und wir verabredeten uns für den nöchsten Morgen, wo sie die beiden Stuten vorstellen wollte.

      Auch wenn die kühleren Temperaturen zum Arbeiten nicht so angenehm waren, mit offenem Fenster schlief es sich perfekt. Die Luft roch so gut, dass ich tatsächlich so gut schlief wie noch nie, was aber bestimmt auch daran lag, dass ich verdammt viele Stunden im Flugzeug vegetieren musste.
      Nach eienm kargen Frühstück, ich aß am Morgen nie all zu viel, ging es für mich in de Stall, wo bereits reges Treiben herrschte. Einige Mitarbeiter kannte ich noch von früher, auch wenn diese anscheindn so in ihre Abeit vertieft waren, dass sie mich kaum wahrnahmen.
      Auch Amy war schnell gefunden, sodass sie mich sogleich zu den beiden Stuten führte. Ich war froh zu sehen, dass es nicht zwei Haflinger waren, sondern eine schicke Shayga Araber Stute auch dabei war. Ich hatte zwar nichts gegen Haflinger, aber je dickköpfiger sie waren, desto schneller war ich genervt und das wollte ich definitiv vermeiden! Mit Shagyas kannte ich mich zum Glück mehr aus, denn auch zwei der hübschen Geschöpfe lebten auf der Tyrifjord Ranch und auch wenn der eine davon des öfteren nur Blödsinn im Kopf hatte, war die andere eine ruhige und ausgeglichene Stute und schnell konnte ich auch bei dieser Stute erkennen, dass sie außerordentlich gut erzogen worden war.
      Dieses Mal stand nicht nur ein einfaches Stufentraining auf dem Plan, sondern auch die Bodenarbeit, von welcher sich Amy erhoffte, dass die beiden Stute ihre Basis finden und weiterentwickeln können, sodass die Kommunikation und die Arbeit zusammen immer besser werden wird.

      Ich entschied mich dafür mit Everyday As It Comes anzufangen, denn Shagya waren schon etwas besonderes, jedenfalls für mich. Hätte ich mein Traumpferd nicht in Óslogi gefunden, so wäre es wohl auch eines dieser Rasse geworden.
      Es war noch in aller Frühe, als ich Daydream, wie die hübsche Stute immer genannt wurde, aus ihrer Box holte und nach draußen an die frische Luft brachte. Für die einen war es nur Putzen was jetzt an der Reihe stand, für mich war es bereits der erste Trainingsschritt.
      Das Putzen war vor allem für mich so wichtig, weil ich mich das erste Mal richtig mit dem neuen Trainingspferd bekannt machte, sie kennenlernte und meist auch gleich herausfand, was sie mochte, vor was sie angst hatte und was ihr so gar nicht gefiel.
      Schnell wurde mir klar, dass nicht mal ein umfallender Metalleimer, noch ein Motorengeräusch sie verschrecken konnte. Entspannt blieb sie stehen, war jedoch stets aufmerksam und erkundete die Umgebung mit all ihren Sinnen. Auch mich schien sie zu beobachten, denn natürlich wollte auch sie wissen, wer ich eigentlich war und was ich von ihr wollte.
      Ich ließ mir heute viel Zeit und erst als ich mir sicher war, sie nun besser einschätzen zu können, nahm ich Halfter und Strick und begab mich damit auf den Platz.
      Der Grundbaustein jeglichen Trainings basierte einfach auf Vertrauen. Vertrauen war das, was ein ordentliches Training mit dem Pferd überhaupt erst möglich machte und so war es nur sinnvoll, dass ich damit begann, mit dem Vertrauen aufbauen.
      Das Vertrauen, welches ich am Boden beim Pferd erlangte, würde sich später beim Reiten auszahlen, wenn ich Daydream in der Dressur fördern sollte und so wollte ich versuchen, alles so genau wie nur möglich zu machen.
      Die erste Übung hatte die Stute bereits erfolgreich am Putzplatz bestanden, sodass ich nun zu der nächsten Lektion überging.
      Amy hattemir bereist gesagt, dass Daydrams größtes Problem immer noch das Führen war. Die Stute war stets gehorsam und aufmerksam, nur beim Führen verschnellerte sie manchmal ihr Tempo, ohne sich davon abbringen lassen zu wollen.
      Ich wollte mir heute deswegen die Zeit nehmen, an diesem kleinen Problem zu arbeiten und ich hoffte, dass es erfolgreich ein würde.
      Ich begann damit, dass ich mit Daydream über den Platz lief und mein Tempo, sowie meinen Gang immer wieder veränderte. Mal lief ich völlig normal, dann verschnellerte ich mein Tempo immer mehr und blieb dann wieder abprubt stehen. Daydeams Aufgabe war es nun, mir zu folgen, mich als Führer zu akzeptieren und ihre Konzentration auf mich zu legen. Die ersten Minuten klappten die Übungen problemlos und ich fragte mich schon, was Amy da nur beobachtet hatte. So einer konzentrierten und aufmerksamen Stute traute ich so etwas nicht zu. Aber ich hatte mich getäuscht! Als ich die Aufgabe gerade beenden wollte, schien Daydream meine Position zu übernehmen und wurde nach ihrem Belieben schneller. Amy hatte also doch Recht gehabt.
      Ich seufzte, fast hatte ich mich schon gefreut, und begann mit den Übungen, die ihr mir bereit gelegt hatte.
      Die erste bestand daraus, dass ich Daydream vor mir weichen ließ und somit meine Führerposition bestärkte. Das schien sie gar nicht zu mögen und wehrte sich die ersten Male erheblich dagegen. Ich blieb jedoch ruhig und trotzdem direkt, sodass sie irgendwann zwei zaghafte Schritte nach hinten machte.
      Um unser Vertrauen jedoch nicht allzu schnell zu missbrauchen, beließ ich es bei dieser Übung und nahm mir vor, diese in den nächsten Tage immer wieder auch im Alltag bei weniger stressigen Situationen zu wiederholen.
      Dann ließ ich unser heutiges Training noch mit ein paar weiteren Führübungen ausklingen, welche dazu dienen sollten, dass Daydream mich und später auch all die anderen als ihren Führer anerkannte und diesem stets folgte, ohne schneller zu werden.
      Dann brachte ich die zurück zum Stall und von da aus dann weiter auf die Weide, denn für heute hatte sie erst einmal genug geleistet.

      Aber nicht nur Daydream war heute an der Reihe, auch die alte Wendy sollte noch etwas dazu lernen. Selten hatte ich so ein altes Pferd im Training gehabt, meist rief man mich, wenn man wollte, dass ich aus jungen Pferden alles herausholte. Bei Wendy jedoch war das Ziel wo anders. Sie hatte bereits ihr ganzes Leben gelebt, schien eine tolle Zeit gehabt zu haben und sollte nun einfach nur noch etwas bewegt und gefordert werden.
      27 Sommer hatte die Stute bereits miterlebt und das sah man ihr nun so gar nicht an! Mit einem aufmerksamen Blick und freudig gespitzten Ohren begrüßte sie mich und ich konnte gar nicht anders, als die alte Stute erst mal gründlich zu kraulen. Ich war gespannt wie sie sich machen würde und holte sie aus ihrer Box.
      Auch sie putzte ich mehr als gründlich, ließ mir viel Zeit sie kennenzulernen und tat genau das Selbe wie bei Daydream. Allerdings entschied ich mich nach einigen Minuten dafür, mal etwas neues auszuprobieren. Wendy bot sich einfach perfekt dafür an, so ruhig wie sie am Anbindeplatz stand.
      Ich löste den Knoten des Stricks, legte ihr diesen um den Hals und putzte dann wie gewohnt weiter. Auch das war eine bekannte Übung aus der Bodenarbeit, dessen Ziel es war, dass das Pferd dort stehen blieb, wo man es abstellte und erst auf Kommando weiterlief.
      Ich war erstaunt, dass Wendy dies schon gut beherrschte, denn nur einmal, als ich gerade ihren Schweif bürstete, wollte sie anscheinend irgendwohin. Schnell hatte ich jedoch den Schweif fallen gelassen, den Strick gegriffen und hatte Wendy zurück zur Stelle gebracht, an welcher sie zuvor gestanden hatte.
      Als Belohnung gab es ein kleines Stück Möhre aus meiner Hosentasche, denn nicht jedes Pferd blieb so geduldig stehen wie sie, auch wenn es so alt war.
      Mit Wendy ging es nicht auf den Platz wie mit Daydream, sondern ich begab mich ab ins Gelände. Wendy sollte nämlich nach der Arbeit am Boden auch ein Distanztraining verabreicht bekommen und was lag da näher, als so früh wie möglich das Pferd Geländetauglich zu machen. Von Amy hatte ich bereits erfahren, dass Wendy im Gelände für unerfahrene Reiter nicht zu halten war und so setzte ich mir die Aufgabe, an dieser Schwierigkeit zu arbeiten.
      Die ersten Meter ließ ich sie entspannt neben mir laufen, achtete auf ihre Bewegungen und ihren Ausdruck und versuchte sie so besser kennenzulernen.
      Bei der ersten Übung wurde mir schnell klar, dass Wendy, im Gegenteil zu Daydream, Führsicher war. Ich hielt an, sie folgte mir willig, ich verschnellerte mein Tempo und auch da hielt sie sich mit etwas Abstand stets an mich. Erst als ich in den Trab fiel und das Tempo erhöhte, schien auch Wendy aufgeregter zu werden und je länger sie trabte, desto unkonzentrierter wurde sie.
      Ich konnte das nur zu gut verstehen, denn auch ich liebte es, einfach durch den Wald zu rennen und nur auf die Natur zu achten, allerdings konnte das bei einem Pferd schnell gefährlich werden, vor allem, wenn kleine Kinder auf ihrem Rücken saßen.
      Ich überlegte mir also ein paar Übungen, welche sie vielleicht dazu bringen würden, auch im Gelände entspannt laufen zu können. Ich versuchte zu erst mit ihr langsam zu traben, sobald sie schneller wurde, verstärkte ich sofort den Griff und zeigte ihr damit, dass schneller werden kein angenehmes Gefühl war. Wenn sie nicht reagierte, parierte ich in den Schritt durch, um nicht die Kontrolle zu verlieren.
      Das taten wir auch erfolgreich einige Zeit, nur leider war irgendwann, als die Trabperioden immer länger und besser wurden, meine Puste so alle, dass ich im Schritt weitergehen musste.
      Wendy war wirklich eine bezaubernde Stute und auch wenn sie im Gelände noch unbedingt ihren eigenen Willen durchsetzen wollte, so konnte sie sich auch richtig entspannen. Ich konnte mir gut vorstellen, dass ein Distanztraining ihr weiterhelfen würde, wenn sie sich auch im Gelände mal so richtig auspowern konnte. Vielleicht fehlte ihr das ja, einfach laufen zu können, ohne ständig davon abgehalten zu werden.
      Auch mit Wendy beendete ich unseren kleinen Ausflug alsbald und schickte auch sie zu den anderen Stuten auf die weitläufigen Weiden.

      Am nächsten Tag hatte ich mir vorgenommen, mit Beiden vor allem an der Longe zu arbeiten. Da dies allerdings pro Pferd nicht länger als eine halbe Stunde dauern würde, hatte ich vor, am Nachmittag mit Wendy auf den Platz zu gehen und dort noch ein paar Übungen zu machen und mit Daydream ging es diesmal ins Gelände, denn auch bei ihr wollte ich herausfinden, wie sie sich dort mir gegenüber verhielt.
      Bereits in aller Frühe begann ich, diesmal mit Wendy, mit der Arbeit. Ausführlich putzte ich sie, suchte mir dann ein Knotenhalfter und eine Longe und begab mich mit ihr in den Roundpen.
      Mit Wendy wollte ich heute vor allem Übergänge üben, um die Rittigkeit später unter dem Sattel zu verbessern. Das Longieren hatte ich schon immer als Wichtig empfunden. Nicht nur bei teuren Turnierpferden, sondern auch bei kleinen Ponys und älteren Pferden. Es dient vor allem der Ausgleichsgymnastik und gab mir die Möglichkeit, das Pferd genau zu beobachten und dadurch auch festzustellen, ob es sich verbessert hatte oder woran manche Probleme so lagen.
      Wendy schien am Anfang nicht allzu begeistert, war nur mäßig dabei und schien keine Lust dazu zu haben, immer das Tempo zu wechseln. Auch die Stangen, welche ich kurz darauf zur Hilfe nahm, musste ich übermäßig oft wieder an die richtige Stelle rollen und das unterbrach das Training leider viel zu oft.
      Trotzdem schaffte ich es gegen Ende hin, Wendy jedenfalls ein wenig zu motivieren, in dem ich nicht nur Übergänge übte, sondern sie auch mal einfach galoppieren ließ, was ihr zu gefallen schien.
      Da ich heute Nachmittag allerdings nochmal mit ihr arbeiten wollte, zog ich das Training nicht in die Länge, sondern wechselte das Pferd und holte Daydream zu mir.
      Auch mit ihr hatte ich im Grunde genau das Gleiche vor. Longieren klang so einfach und trotzdem konnte man auch hier so viel falsch machen.
      Daydream wurde, im Gegenteil zu Wendy, in letzter Zeit oft und intensiv geritten. Sie war noch jung und fit und so wollte ich ihr die Möglichkeit geben, sich auch mal ohne das Reitergewicht bewegen zu können.
      Auch mit ihr übte ich viele Übergänge. Schritt, Stand und Schritt Galopp, sowie Stand und Trab und so weiter. Alles was mir einfiel und ich war angenehm überrascht, wie leichtfüßig sie korrekt stehen blieb, wenn ich es wollte.
      Da ich Daydream auch noch in der Dressur fördern sollte, legte ich bei ihr mein Augenmerk vor allem auf die Stangenarbeit, welche dafür da war, die Versammlungsfähigkeit und die Rückentätigkeit zu verbessern. Hier erhöhte ich die Stangen auch ein wenig, damit sie ihre Beine noch höher heben musste. Grazil wie sie war meisterte sie auch diese Hürde mit Bravour.
      Daydream war das genaue Gegenteil von Wendy. Sie hatte mit viel Motivation begonnen, welche sich jedoch zum Ende hin immer im Sand verlief, sodass das Training mit der Zeit immer anstrengender wurde.
      Ich war trotzdem zufrieden mit der Arbeit der Stute, sodass ich positiv gestimmt auch mit ihr das Training beendete und uns beiden erst mal eine entspannte Mittagspause gönnte.

      Am Nachmittag war Wendy wieder die erste, die an meinem Training teilhaben durfte, oder besser gesagt musste. Auch wenn sie es nicht einsah, schon wieder von ihrer Weide zu müssen, so holte ich sie trotzdem zu mir und begab mich mit ihr auf den Platz.
      Thema war heute vor allem Vertrauen und Schrecktraining und ich war mir sicher, dass das eine von Wendys Stärken war. Ich hatte bereits einiges vorbereitet, begann erst einmal jedoch nur mit einem Halfter und einem Führstrick.
      Ich stellte sie in der Mitte des Platzes auf, da ich noch nicht genau wusste, wie sie reagieren würde und begann dann mit der Übung. Langsam und ruhig begann ich den Führstrick über ihren Rücken, ihren Hals und ihren Kopf zu schwingen, sie an allen Stellen damit zu berühren und versuchte, dass sich Wendy dabei entspannte. Das Ganze ging auch viel schneller als gedacht, denn bereits nach wenigen Minuten schloss die alte Stute ihre Augen und schien es zu genießen.
      Diese Übung diente vor allem dazu, dass das Pferd lernte, dass um es herum viel Aktion sein konnte und es trotzdem ruhig und entspannt stehen bleiben sollte. Nur die Bewegungen, welche ich klar und deutlich formulierte sollten für sie von Belang sein.
      Ausführlich lobte ich die alte Stute, gab ihr eine Möhre aus meiner Hosentasche und überlegte mir dann eine weitere Übung.
      Der Rückwärtsgang. Eine große Überwindung für manche Pferde, jedoch trotzdem unendlich wichtig. Für ein Pferd, welches ein pures Fluhttier war, war es eine große Überwindung nach hinten zu gehen, ohne zu wissen was sich dort befand.
      Wendy hatte diese Übungen bestimmt schon tausendmal in ihrem langen Leben gemacht und trotzdem war es wichtig, diese immer wieder zu wiederholen. Zaghaft bewegte sich die Stute einen Schritt nach hinten und blieb dann erst mal wieder stehen. Als ich ihr jedoch dafür eine kleine Belohnung gab, ging sie mit viel mehr Motivation an die Sache heran, wahrscheinlich einfach nur des Futters wegen, was jedoch nicht weiter schlimm war.
      Am Ende der Stunde versuchte ich es noch mit einem kleinen Experiment, bei welchem ich wusste, dass jedes Pferd anders reagierte. Ich legte Wendy den Strick über den Hals und stellte mich dann einfach entspannt in die Mitte des Platzes. Aus Erfahrung wusste ich bereits, dass es bei so einer Situation viele Möglichkeiten gab, wie das Pferd reagieren konnte. Das Pferd konnte sich mit mir entspanne, vielleicht unruhig werden, weil es solche Pausen noch nicht kannte, oder sich einfach umdrehen und den Platz erkunden. Bei Wendy war ich überrascht, als sie sich in Bewegung setzte. Von ihr hätte ich genau das Gegenteil erwartet. Jedoch drehte sie nur eine Runde um mich herum, stellte sich dann neben mich und blieb einfach stehen. Da hatte ich mit meiner Vermutung doch gar nicht so falsch gelegen! In Gedanken klopfte ich mir selber auf die Schulter.
      Um zu sehen wie lange Wendy entspannen konnte, übte ich mich etwas in der Geduld und blieb noch einige Minuten so stehen, bevor ich mich langsam zu der entspannten Stute umdrehte und sie zu kraulen anfing. Dann bekam sie noch ein kleines Leckerli zugesteckt, bevor ich die Arbeit für heute beendete und sie zurück zum Stall brachte.

      Wie gerne hätte auch ich mich jetzt in die Sonne gesetzt, welche seit Heute tatsächlich wieder kräftig schien, jedoch hatte ich auch noch mit Daydream etwas vor.
      Mit ihr würde ich mich heute ins Gelände begeben und dort noch etwas am Führen arbeiten, was zur Zeit noch ihre größte Schwäche war.
      Gründlich putzte ich sie abermals und versuchte auch mit ihr, dass sie ohne Anbindung am Putzplatz stehen blieb. Daydream brauchte gefühlt zehnmal so lang, bis sie sich dazu überreden ließ, einfach mal stehen zu bleiben, während ich sie zu Ende putzte.
      Das Putzzeug wegzubringen, ohne sie anzubinden, traute ich mir noch nicht, auch wenn ich mir sicher war, dass auch sie das mit etwas regelmäßigem Training bestimmt schaffen würde.
      Jetzt um diese Jahreszeit gab es auch hier in Kanada unmengen an Stoppelfeldern, perfekt also für etwas Bodenarbeit mitten in der Natur. Nachteil war natürlich, dass nicht nur Daydreams Hufe alsbald mit Schlamm überseht waren, sondern, dass sich auch meine Füße tausendmal schwerer anfühlten.
      Trotzdem war es erstaunlich, wie konzentriert Daydream bei der Arbeit war. Ihr schien die Natur Motivation und Ruhe zu geben und es war großartig mit anzuschauen, wie ruhig sie sich von mir führen ließ. Wahrscheinlich lag es daran, dass sie die Natur viel spannender fand und deswegen überhaupt keinen Grund hatte, ihr Tempo zu erhöhen und trotzdem sah ich es als einen großen Fortschritt an.
      Der lehrreiche Spaziergang wurde viel länger als geplant und ich merkte gar nicht, wie schnell die Zeit verstrich. Erst als die Abendsonne den Wald so langsam in einen dunklen Schatten tauchte, fiel mir auf, dass es bereits recht spät war.
      Mit zügigen Schritten suchte ich mir also den Weg zurück durch die Dämmerung zur Heartland Ranch und war froh, als ich das bekannte Gestüt vor meinen Augen auftauchen sah.

      Auch wenn ich liebend gerne auch die restlichen Tage damit verbracht hätte, mit den beiden Stuten neue Bodenarbeits Lektionen zu erarbeiten, so war ich auch hier, um sie in der Distanz und der Dressur zu fördern.
      Die Shagya Araber Stute Everydays As It Comes sollte in der Dressur von A nach L gebracht werden und der alte Haflinger Wendy würde wohl ihr erstes Distanztraining erleben. Ich hatte mir bereits jetzt schon einiges zurecht gelegt und freute mich darauf, mich endlich auf den Rücken der Pferde setzen zu können, nachdem ich mit ihnen mehrere Tage so intensiv vom Boden aus gearbeitet hatte,
      Die Bodenarbeit war mit beiden eine wunderbare Vorbereitung auf das Training gewesen und so erhoffte ich mir, dass es ohne Probleme und größere negative Überraschungen ablaufen würde.
      Es war Sonntagmorgen und dementsprechend verschlafen wirkte das Gestüt. Alle hatten einen freien Tag verdient und auch wenn ich ungerne die Pferde auch sonntags trainierte, so musste es diesmal eben sein, damit ich alles in der dafür vorhergesehenen Zeit schaffen würde.
      In aller Frühe holte ich Daydream aus ihrer Box, putzte sie (natürlich nicht, ohne wieder mit ihr an ihren Putzplatzmanieren zu arbeiten) und machte mich dann auf die Suche nach ihrer Dressurausrüstung, welche ich auch in der Putzkammer fand. Amy hatte mir bereits gesagt, dass sie alles nötige für eine M-Dressur besaß und tatsächlich war ihre Ausrüstung wirklich tiptop.
      Nachdem sie geputzt und gesattelt war, ging es für uns mal wieder auf dem Platz, heute hatten wir allerdings ein anderes Ziel, nämlich die Aufstufung in der Dressur.
      Um nicht sofort mit den neuen Lektionen einer M-Dressur zu beginnen, hatte ich mir für die heutige Stunde nur vorgenommen, mit ihr alles aus der L-Dressur zu üben und zu festigen und uns beiden so erst einmal die Zeit zu lassen, uns aneinander zu gewöhnen. Auf ihrem Rücken zu sitzen war nämlich etwas ganz anderes, als ihr vom Boden aus Befehle zu erteilen.
      Nach einer ausreichenden Erwärmung im Schritt fing ich damit an, sie ein paar grundlegende Bahnfiguren abzufragen. Erst im Schritt, dann auch im Trab ging ich mit ihr Volten, Schlangenlinien und Zirkel, wendete sie immer wieder in verschiedene Richtungen und versuchte sie so biegsam wie nur möglich zu bekommen. Es war interessant, nun endlich auf ihr zu sitzen und ich war überrascht, wie leicht und einfach sie ich zu reiten und zu lenken ließ.
      Auch in den verschiedensten Gangarten, wie dem versammelten Trab oder dem Mittelgalopp funktionierte alles wie am Schnürchen, auch wenn ich merkte, dass bei ihr der Drang groß war, den Kopf nach oben zu ziehen. Diesen unterband ich jedoch von vornherein mit deutlichen Hilfen, sodass es nie soweit kam.
      Der Außengalopp lag ihr nicht so und ich nahm mir vor, diesen immer mal wieder etwas zu üben, damit sich darin sicherer und besser wurde. Dafür liebte sie die Kehrtwendungen auf der Hinterhand. Leichtfüßig folgte sie brav meinen Hilfen und schaffte selbst die schwierigsten Wendungen bravurös. Mit dem einfachen Galoppwechsel hatte sie schon mehr zu kämpfen, der Galopp war einfach nicht so ihre Stärke. Doch dafür funktionierte das Überstreichen im Trab wie eingeprobt, sodass ich das Training mit dieser positiv gelungenen Lektion beendete und die Stute trocken ritt.
      Ich fühlte mich nun sicher genug auf ihrem Rücken, um mich morgen mit ihr den neuen Lektionen zu widmen.

      Den Nachmittag hatte ich mir nur für Wendy reserviert, was ja nicht schwer gewesen war, denn was anderes hatte ich hier ja nicht zu tun. Mit Wendy ging es das erste Mal im Sattel ins Gelände und trotz einiger Warnungen von Amy war ich frohen Mutes, dass Wendy und ich es schaffen würden.
      Es war ein ganz anderes Gefühl, als ich nach dem Putzen auf die kleine und kräftige Wendy stieg, nachdem ich gerade erst den dünnen und schmalen Rücken von Daydreams verlassen hatte.
      Heute stand vor allem auf meinem Plan, Wendy davon zu überzeugen, dass es nicht gut war, im Gelände stur und dickköpfig zu sein und ich war gespannt, ob es mir gelingen würde.
      Die Sonne schien mal wieder und ich ärgerte mich mittlerweile, dass ich den Wetteransagen im Internet so viel Vertrauen geschenkt und meine dicke Winterjacke eingepackt hatte. Wendys Körperwärme und ihr dickes Fell reichten völlig aus, um auch mich warm zuhalten.
      Nach einer Erwärmung im Schritt ging ich in den Trab, ließ ihr allerdings, als ich merkte, dass sie sich versuchte von mir freizumachen, gar nicht erst die Möglichkeit und bremste sie schon früher ab. Einige Meter ging ich wieder in den Schritt und trabte sie dann wieder an, solange wie sie brav und artig lief, so wie ich sie auf dem Platz kennengelernt hatte.
      Ich wusste, dass sie es konnte. Ihr Übermut lag wahrscheinlich einfach nur an dem Drang nach Bewegung und Freiheit und ich musste es schaffen, ihr diesen zu geben, ohne, dass ich die Kontrolle über sie verlor.
      Als sie sich im Trab eingelaufen hatte, versuchte ich es auch noch mit Galopp und galoppierte dann vor allem an steilen Hügeln, wo ich sie dann aber auch bis oben hin galoppieren musste. Am Ende schien sie dann verstanden zu haben, dass es nicht immer gut war, einfach losrasen zu wollen. Sie schien nun willig, sich meinen Tempovorschriften anpassen zu wollen und das war für uns ein großer Fortschritt. Ich wusste, dass man diesen Standpunkt noch ganz schön optimieren konnte, aber ich war mir sicher, dass das mit etwas Training kein Problem war.
      Erschöpft und müde kamen wir beide wieder auf dem großen Gestüt an, aber endlich fühlte ich mich dazu bereit, am nächsten Tag einen Distanzritt mit ihr zu wagen!

      Auch mit Daydreams ging es bereits in aller Frühe am nächsten Morgen weiter, denn immerhin wollten noch einige neue Lektionen erlernen. Da meine Zeit jedoch so langsam etwas knapp wurde, hatte ich mir die wichtigsten und schwierigsten ausgesucht, welche ich mit ihr zusammen erarbeiten wollte.
      Zur Erwärmung begann ich gleich damit mit ihr Schlangenlinien zu laufen denn diese würde ich gleich um einiges verschweren. Nach einigen Schlangeninien mit drei und vier Böge, begann ich eine mit fünf Bögen durch die ganze Bahn und ich merkte, dass Daydreams die anderen beiden so verinnerlicht hatte, dass es mir schwer fiel, ihr nun noch die nächste beizubringen. Als sie jedoch verstanden hatte, dass sie einen weiteren Bogen gehen sollte, schaffte sie auch dies.
      Es blieb jedoch nicht dabei, sondern nun kamen noch die Schlangenlinien mit drei Bögen im Galopp und mit einfachem Galoppwechsel hinzu und nun prallten zwei unterschiedliche Gebiete aufeinander. Schlangenlinien beherrschte Daydreams schon sehr gut, Galopp und Galoppwechsel fielen ihr noch schwerer. Zum Glück war es jedoch nur ein einfacher Galoppwechsel.
      Am Anfang galoppierte ich einen Bogen, parierte sie durch, stellte sie um und ließ sie erst im nächsten Bogen wieder angaloppieren. So ließ ich ihr für den Anfang genügend Zeit und Ruhe für diese Lektion.
      Nachdem ich dann mit ihren Galoppwechseln zufrieden war, beließ ich es für heute beim Galopp und widmete mich noch ein paar anderen Übungen.
      Die halbe 10 Meter Volte im Trab, die Kehrtvolte und die 8 Meter Volte waren kein Problem für sie. Hier arbeitete ich mit ihr noch ein bisschen an der Genauigkeit und Präzision, bevor ich das Training für heute beendete und sie zurück in den Stall brachte.

      Der Nachmittag war perfekt für den ersten Distanzritt mit Wendy geeignet. Frische Luft, ein kleines Windchen, aber keine einzige Wolke am Himmel zu sehen. Perfekt. Auch die Waldwege waren mittlerweile wieder so trocken, dass ich mit der alten Dame ungefährlich reiten konnte, ohne, dass ich Angst davor hatte, dass sie im Schlamm ausrutscht.
      Nachdem Wendy gesattelt und getrenst war, nahm ich ihr ihren ersten Wert und trug diesen auf der Checkkarte ein. Ein kleines, rotes Kärtchen, ohne welches man bei jedem Distanzturnier disqualifiziert werden würde. Dort standen nicht nur die Pulswerte, sonder auch die Start- und Ankunftszeit, sowie Pferdename, Reitername und alles was noch so wichtig war. Das Kärtchen würde ich bei meiner Abreise Amy in die Hand drücken, so etwas zeigte einem später immer gut die Trainingsfprtschritte des Pferdes.
      Dann schwang ich mich in den Sattel und begann Wendys ersten Distanzritt. Bereits gestern hatte ich mir, mit Amys Hilfe, einen Route ausgesucht, welche ich nun mithilfe von GPS-Gerät, sowie meiner Karte finden musste. 17 Kilometer sollten es sein, für ein unerfahrenes Pferd konnte das schon anstrengend werden. Wendy hatte jedoch die benötigte Kondition, durch all die Jahre, die sie schon auf dem Buckel hatte, dafür, sodass ich mir recht sicher war, dass das kein Problem sein sollte.
      Die ersten Meter ging es im Schritt. Etwa zwei Kilometer folgten wir einer Landstraße, bevor ich diese verließ und mit Wendy auf einen Feldweg abbog. Genau richtig, um endlich antraben zu können. Auch wenn die Stute nicht danach aussah, hatte sie doch noch ein ganz schönes Tempo drauf und so kamen wir auch im Trab gut vorwärts.
      Schritt liefen wir nur, wenn es das Gelände nicht zu ließ, ansonsten fand ich einen gutes Mitteltempo, bei welchem Wendy gelassen laufen konnte und nicht gleich am Anfang ihre ganze Energie erschöpfte.
      Nach der Hälfte der Strecke legte ich eine kurze Pause ein, nahm ihre Pulswerte, welche noch gut unter 64 lagen und ließ uns beiden eine kurze Pause.
      Beim zweiten Teil des Wegs ließ ich Wendy auch kleinere Strecken galoppieren und war erstaunt, wie gelassen und ruhig sie blieb. Dafür ließ ich ihr mehr Schrittpausen, um unsere Tempovorschrift nicht zu überschreiten und ihr Erholung bieten zu können.
      Nach knappen 1½ Stunden kamen wir wieder auf der Heartlandranch an. Amy hatte mir bereits eine Decke zurecht gelegt, sowie Wasser für uns beide. Wendy stürzte sich begierig auf den Eimer, während ich ihr den Sattel vom Rücken zog und ihr die Abschwitzdecke überwarf. Auch dann nahm ich einen Schluck aus der Flasche.
      Den ersten Schritt hatten wir geschafft, jetzt fehlte nur noch ein perfekter Abschlussritt am nächsten Tag und dann konnte ich stolz auf die arme Dame sein.
      Wendy brachte ich dann in ihre Box, wo sie sich in Ruhe entspannen konnte. Auch ich brauchte Entspannung und ging zeitig ins Bett.

      Am nächsten Morgen war ich erstaunt, wie ausgeschlafen ich doch war, obwohl ich nur wenige Stunden mehr Schlaf gehabt hatte. Das war jedoch gut so, denn nicht nur mit Daydreams, auch mit Wendy würde ich heute den finalen Schritt wagen. Auch wenn ich mit beiden an nächsten Tag noch etwas ganz besonderes vor hatte, so würde sich heute unter Beweis stellen, ob das Training gelungen war.
      Mit Daydreams begab ich mich mal wieder in die Halle, um unser Dressurtraining fortzusetzen. Die neuen Bahnfiguren und einige der Lektionen hatte sie bereits verstanden, sodass nur noch wenige Übungen übrig blieben.
      Für den Anfang begann ich damit, das neu gelernte noch einmal abzufragen und kleine Verbesserungen zu unternehmen, bevor ich mich nun auch den letzten Neuheiten widmete.
      Als erstes war der Außengalopp dran. Diesen hatte ich mit ihr am Anfang schon versucht, jedoch war sie mir da viel zu ungenau und steif gewesen, sodass ich das heute weiter üben wollte. Ich galoppierte sie nach dem Warmreiten normal an, ließ sie einige Zeit laufen und machte dann einen einfachen Galoppwechsel, welchen wir gestern bereits bei den Schlangenlinien geübt hatten. Einige Meter lief Daydreams so weiter, bevor es ihr unangenehm wurde und sie wieder von alleine umsprang. Ich versuchte es jedoch noch einige weitere Male und siehe da, irgendwann hatte sie den passenden Takt gefunden und auch ich wusste nun, mit welchen Hilfen ich sie dazu bringen konnte.
      Nach dem Außengalopp folgte nur noch die Kurzkehrtwendung und die Hinterhandwendung. Ich ließ mir viel Zeit, doch wie erwartet verstand sie das überaus schnell, sodass ich mich nun nur noch dem versammelten Galopp widmen musste. Den versammelten Trab kannte und konnte sie bereits, sodass ich diesen als erstes nochmal abfragte und sie dann ohne große Umschweife angaloppieren ließ, ohne jedoch die Versammlung aufzuheben. Eins, zwei, drei, vier Schritte, dann parierte ich wieder durch und ließ ihr etwas Freiraum mit den Zügeln. Vier Schritte später galoppierte ich sie jedoch wieder an und holte sie in die Versammlung. Fast schon hatte ich vergessen, dass sie gerne ihren Kopf in die Höhe riss, sodass ich kurz darauf davon überrascht wurde. Da ich aber auch die restliche Stunde darauf achtete, passierte es nicht wieder.
      Als auch der versammelte Galopp gut funktionierte, dachte ich mir eine kleine Kür aus mit all den neuen Elementen aus der L-Dressur, welche ich dann mit ihr bravurös durchging. Nur ein paar kleine Stocker und Unsicherheiten traten auf und das war pure Normalheit. Wenn man mit ihr die Übungen noch etwas vertiefte, würde auch das perfekt sitzen.
      Ich ritt sie also entspannt trocken, sprang dann von ihrem Rücken und entfernte ihr all die Ausrüstung. Zum Schluss zog ich ihr auch ihre Trense vom Kopf und ließ ihr Freilauf. Es dauerte keine halbe Minute, bis die hübsche Stute im Sand lag und sich ordentlich von unten bis oben mit Sand verschmutzte. Da würde ich wohl viel zu putzen haben!

      Der Nachmittag war wieder nur für Wendy gedacht. Um ihr letztes Training interessanter zu gestalten, hatte ich Amy um einen kleinen Gefallen gebeten, welchen sie mir prompt ermöglichte.
      Kurz nach der Mittagspause verluden wir beide die Stute in einen Hänger und verließen dann zu zweit den Hof samt Ausrüstung. Viele Pferde fanden es nämlich unheimlich langweilig, immer durch das gleiche Gelände reiten zu müssen und da es einem echten Distanzritt viel mehr ähnelte, hatte ich Amy gebeten, Wendy und mich vom Hof wegzufahren. Die Strecke zum Hof würden Wendy und ich dann zurück reiten.
      Wir hatten einen gemütlichen Parkplatz gefunden, welcher kaum noch als ein solcher zu erkennen war und versteckt im Wald lag. Hier luden wir die Stute aus, putzten und sattelten sie zusammen und nahmen ihr dann abermals ihre Werte. Bevor ich losritt, wünschte Amy uns noch viel Glück und stieg dann ins Auto und fuhr zurück zur Ranch.
      Heute lagen zwanzig Kilometer vor uns und ich war gespannt, wie es werden würde. Leider hatte es kurz nach Mittag angefangen zu regnen und auch wenn die Sonne ab und zu noch hinter einer Wolke hervorlugte, fror ich erbärmlich.
      Wendy schien die Kälte nichts auszumachen und aufgeregt und froh wie sie immer war, lief sie durch den Wald. Das Tempo versuchte ich heute nicht allzu groß zu ändern, sondern hielt mich an das vom Vortag. Vor allem im Trab klatschte mir der Regen ins Gesicht, sodass ich durch den dicken Schleier kaum etwas erkennen konnte. Aber ich wusste, dass genau das die Turniersituation sein könnte und war gespannt, wie Wendy mit dieser umging.
      Diese hatte jedoch anscheinend eine imaginäre Skybrille und einen Regenmantel an, denn nicht einmal der Regen konnte sie aufhalten. Nach der Hälfte der Strecke und einer unglaublich guten Zeit, erreichten wir unseren Pausenplatz an welchem Amy uns einen Eimer Wasser, sowie eine Flasche Wasser für mich versteckt hatte.
      Dank des Regens fiel es mir auch schwer, Wendys Puls zu nehmen. Als ich diesen dann jedoch hatte, war er unglaublich niedrig, was wahrscheinlich an der stetigen Abkühlung von oben lag.
      Auch die nächsten zehn Kilometer verliefen reibungslos und zum Glück hörte es kurz vor Heartland auf in strömen zu regnen, sodass Wendy und ich die Ranch betraten, als gerade die Sonne die dicke Wolkenwand durchbrach und mit ihren Strahlen versuchte, die Erde wieder trocken zu bekommen.
      Wie gestern auch schon, sattelte ich Wendy ab, legte ihr eine Decke über und nahm ihr anschließend die Pulswerte, welche leicht gestiegen waren, jedoch noch immer im guten Bereich lagen.
      Das Distanztraining mit Wendy erklärte ich für beendet, auch wenn die Stute morgen nochmal etwas arbeiten musste, dafür aber nicht im Gelände, sondern auf dem Platz und ich war mir sicher, dass ihr das gefallen würde.

      Es war purer Zufall gewesen, dass genau jetzt einige Kilometer weiter ein kleines Hofturnier stattfand. Vom Spring- und Dressurreiten, bis hin zu Gelassenheitsprüfungen und einem kleinen Working Equitation Turnier. Daydreams hatte ich natürlich an der Dressurprüfung angemeldet und ich war gespannt, ob die Stute alles gelernte zeigen konnte.
      Mit Wendy wollte ich beim Working Equitation mitmachen, denn ich war mir sicher, dass das genau das richtige für die alte und vor allem entspannte Stute war.
      Bereits in aller Frühe, mal wieder, hatte ich die Pferde in den Hänger gebracht und hatte mich mit beiden auf den Weg zum Turnier gemacht.
      Wendy war als erstes an der Reihe. Punkt um zehn sollten wir an der Reihe sein, sodass nicht mehr viel Zeit war. Schnell, aber doch gründlich putzte ich Wendy, flocht ihre dicke Mähne zu einer hübschen Frisur und sattelte sie dann. Einige der anderen Teilnehmer hatten sich und ihre Pferde passend zum Working Equitation in traditioneller Kleidung gekleidet, Wendy und ich würden so auftreten wie wir waren und ich war gespannt, ob wir trotzdem eine Chance hatten.
      Nachdem bereits die ersten beiden Pferde eine hinreisende Schau hingelegt hatten, waren Wendy und ich als dritte am Start. Kurz nachdem die Reiterin vor uns mit einer riesigen hellen Warmblutstute die Halle verlassen hatte, wurden Wendy und ich aufgerufen. Ich saß zum Glück bereits im Sattel, sodass ich pünktlich die Halle betrat. Im Schritt lief ich an der langen Seite entlang, bog dann zu X ab und hielt Wendy genau in der Mitte der Halle an. Zum Glück saß dieses kleine Ritual bereits sattelfest bei Wendy, sodass sie geschlossen, aber doch entspannt stehen blieb, während ich höflich die Richter grüßte.
      Ruhig bereitete ich Wendy auf unseren Start vor, nahm die Zügel etwas auf und gab ihr dann sachte das Zeichen zum antraben. Auch Wendy war vollkommen gelassen und entspannt, wahrscheinlich war die kleine Kür nichts im Gegenteil zu dem Distanztraining, welches sie die letzten Tage bestritten hatte.
      Im Trab ging ich auf die linke Hand, blieb auf dieser auch eine ganze Runde und wendete dann auf einen Zirkel ab. Auf diesem ließ ich Wendy dann angaloppieren, galoppierte eine weitere Zirkelrunde und zeigte dann einen einfachen Galoppwechsel, während ich aus dem Zirkel wechselte. Auch auf der anderen Hand galoppierte ich noch eine Runde, bevor ich wieder in den Trab überging und Wendy kurz darauf sachte in den Schritt durchparierte. Im Schritt ging ich mit Wendy einige Schlangenlinie mit vier Bögen und begann dann mit den uns gestellten Aufgaben.
      An einer langen Seite hielt ich Wendy an, ließ ihr kurz Zeit zum entspannen und trieb sie dann an. Anstatt Wendy jedoch nach vorne gehen zu lassen, lenkte ich die Hilfe durch meine Zügel um und Wendy, welche diese Übung nach all den Jahren natürlich perfekt konnte, trat eine Pferdelänge nach hinten. Ich ließ wieder locker, ließ ihr einen Moment Entspannung und trabte sie dann aus dem Stand an.
      Als nächstes war nämlich unsere Aufgabe, einen Slalom im Trab zu durchqueren und ich war gespannt, wie die leicht dickliche Stute um die Hütchen kommen würde. Die ersten drei schafften wir auch ohne Probleme, beim vierten stieß Wendy jedoch mit dem Huf dagegen und auch der siebte fiel um. Halb so wild, ich hatte sowieso nicht mit einer ausnahmslos perfekten Kür gerechnet. Ich blieb weiterhin entspannt und zum Glück schienen auch Wendy die beiden umgefallenen Hütchen nicht weiter zu stören, sodass wir uns der nächsten Aufgabe widmen konnten. Eine Brücke.
      Ich hatte leichte Bedenken, dass diese Wendy nicht aushalten würde, jedoch hoffte ich einfach, dass sie es tun würde. Wendy hatte bestimmt schon viel Quatsch in ihrem Leben mitgemacht und auch wenn sie kurz verwundert vor dem Ding aus Holz stehen blieb, setzte sie sachte, Schritt für Schritt, einen Huf vor den anderen und auch wenn ich es kaum glauben konnte, so kamen wir beiden doch heil auf der anderen Seite an.
      Ich grinste leicht und lobte Wendy, welche mit gespitzten Ohren und immer noch vollkommen ruhig auf die nächsten Befehle wartete.
      Diese folgten auch sogleich. Ein Tor zum auf und zu machen, sowie eine auf dem Boden liegende Stange. Gemächlich trottete Wendy zum Tor und auch wenn ihr kleines Bäuchlein den Weg vom Pferd zum Tor um ein wenig erhöhte, schaffte ich es dieses zu öffnen, dann hindurch zu reiten, Wendy zu wenden und dieses dann auch wieder zu schließen. Die größte Angst, nämlich vom Pferd zu fallen, nein, wohl eher zu rutschen, war zum Glück nicht eingetreten!
      Die Stange und somit letzte Hürde vor dem Ziel würde wohl auch die schwerste sein. Wendy war nicht gerade ein Dressurtalent und so waren die Seitwärtsgänge ihr noch recht wenig vertraut. Ich versuchte jedoch mein Glück, was anderes blieb mir auch kaum übrig, und lenkte Wendy auf die Stange zu. Überrascht musste ich feststellen, dass sie doch recht geschickt war und auch wenn es eher ein seitwärts über die Stange stolpern war, war ich stolz auf die alte Stute, dass sie es überhaupt versucht hatte.
      Im gemütlichen Trab ritt ich nun wieder zur Bahnmitte, hielt dort an und verabschiedete mich von den Richtern, bevor ich doch ganz zufrieden mit Wendy die Halle verließ.
      Draußen hatte ich dann nicht mehr viel Zeit Wendy abzusatteln und mit frischem Wasser und Heu zu versorgen, bevor auch Daydreams auf ihren Start vorbereitet werden musste. Grpndlich putzte ich sie und versuchte mit meinen ungeschickten Händen das beste aus ihr herauszuholen.
      Umso zufriedener war ich, als sie kurz vor Start tatsächlich gar nicht so schlecht aussah. Auch das gestern von mir frisch geputzte Zubehör passte perfekt dazu.
      Einige Dressurreiter hatte ich bereits beobachtet, welche mit ihren Pferden atemberaubende Auftritte hingelegt hatten, weswegen ich etwas an mir zweifelte, ob es die richtige Entscheidung gewesen war.
      Diese war es jedoch auf jeden Fall gewesen! Gleich zu beginn hatte Daydreams versucht, das Beste aus ihr herauszuholen, sodass sie nicht nur die Schlangenlinien, die Volten und die Wendungen perfekt hinlegte, sondern auch ihr bestes bei den verschiedenen Galopplektionen zeigte. Ich war auf jeden Fall überaus zufrieden mit ihrem Auftritt als ich kurze Zeit später wieder die Halle verließ und fuhr dann wieder mit beiden Stuten nach Hause zur Ranch.
      Eine Platzierung hatte es nicht gegeben und trotzdem war es für uns alle eine gute Erfahrung gewesen, wie ich fand. Auch Amy freute sich, dass wir alle so froh und munter wieder zu Hause angelangt waren und versorgte ihre Pferde sofort.
      Für mich hieß es nur leider mal wieder: Abschied nehmen.
      Ich verabschiedete mich vor allem von Wendy und Daydreams, dann aber auch von Amy und all den anderen Mitarbeitern, bevor ich mich mit meinem Rüden und meinem Rucksack auf den Heimweg machte.
      Wiederkommen würde ich bestimmt irgendwann!
    • Jackie
      Fair Field Stable
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      02. Januar 2017 - Eine Stallhilfe
      1816 Zeichen © Ionia

      Nun ist es schon der vorletzte Tag und heute waren die Vollblüter an der Reihe und ich hatte mich schon von Anfang an auf diese gefreut. Dier erste war ZM´s Sweety Candypie, sie schlief beim putzen fast ein und war wirklich angenehm. PFS`Bring me to Life war auch mit seinen zwei Jahren wirklich brav, er sah mich nur oft an, aber stand sehr still und schnaufte oft. Auch Silberstern war wie die anderen beiden total brav und ausgeglichen, weshalb ich wirklich gut weiter kam. Everyday As It Comes erstaunte mich auch wirklich, bis jetzt waren alle sehr lieb und auch sie änderte daran nichts und Jackies Pferde sind alle wirklich super erzogen. Faster tippelte etwas herum, aber das störte mich nicht wirklich, da ich sie gut putzen konnte und mich nicht einschränkte. Pearl war wirklich mein kleiner Traum, sie war so ruhig und diese Farbe war unglaublich. Sie ist einfach ein Träumchen und am liebsten hätte ich sie einfach mitgenommen aber ich musste ja weiter machen. Golden Girl wollte mich die ganze zeit kuscheln, welshalb es wirklich witzig war, aber sie ist wirklich ein Herzenspferd, so liebevoll. First von Rothen war ein Kraftpaket und wirklich wunderschön, obwohl er sehr stämig war. Ich putzte ihn und es war wirklich angenehm heute, da bis jetzt keiner probleme machte. Zuletzt kamen jetzt die Fohlen und Burnin` Castiel war wirklich angenehm, er war zwar wirklich froh als ich fertig war aber er machte auch keine Faxen. Valentines Cilion war der einzige problematische, er sprang herum und wieherte freudig. Er machte es mir wirklich schwer, aber mit viel Geduld schaffte ich es wirklich gut. Danach trank ich mit Jackie Kafee und wir gingen mit ein paar Fohlen spazieren. Und wir ließen den letzten Abend zusammen wirklich gut ausklingen, was es mir wirklich schwer machte morgen abend abzureisen.
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Jackie
    Datum:
    4 März 2016
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  • Abstammung

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    Von unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Exterieur

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    Stute

    25.08.2006
    (9 Jahre gealtert)
    Rasse: Shagya Araber
    Stockmaß: 150cm
    Gewicht: 427kg
    Deckhaar: Dark Palomino
    Abzeichen: Blesse, 2x Halbweißer Fuß

    Interieur / Beschreibung

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    Verhalten in der Box: Neutral

    Verhalten auf der Weide: Aggressiv

    Charaktereigenschaften:
    Ausgeglichen ●● Unausgeglichen
    Aufmerksam Unaufmerksam
    Intelligent Unintelligent
    Sozial ●● Unsozial

    Begabt ●● Unbegabt
    Ruhig Nervös

    Loyal ●● Untreu
    Gutmütig ●● Boshaft

    Nervenstark ●● Scheu
    Temperamentvoll●● Faul

    Daydream kam urspünglich als Veredlerstute nach Fair Field Stable. Lisa und Amy hatten sich zusammen abgesprochen, dass die Stute später von einen ihrer Haflingerhengste gedeckt werden soll. Mittlerweile haben sich die Pläne geändert, bzw. Daydream wird für die ersten Rennen vorbereitet und auch für Lisas Vollblutzucht.


    Daydream ist eine der sanftesten Araber im ganzen Stall. Sie ist ruhig, kinderfreundlich und sehr lernbegierig. Ein absolutes Traumpferd eben. Sie scheut vor nichts, ist offen und zeigt perfekte Anlagen für eine wahre Freundschaft. Mit Problemsituationen geht die Stute gelassen um und mag außerdem Hunde. Daydream hält sich am liebsten bei Golden Girl oder auch Pearl auf. Vom Gang her läuft sie sehr weich und federnd. Beim galoppieren nimmt sie jedoch gerne mal den Kopf ein wenig zu hoch und galoppiert hastig.

    Weide: Stutweide 2
    Unterbringung: Box & Weide
    Einstreu: German Horse Pellets
    Futtersorte: 7.5kg Heu, 1kg Amino-Sport-Müsli, 300g Weizenkleie
    Fütterungszeiten: 8:30 Uhr Heu, 16:00 Uhr Kraftfutter

    Besitzer: Jackie (Fair Field Stable)
    VKR/Ersteller: Nuray

    Qualifizierungen & Erfolge

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    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential

    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L M S S* S** S***

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S S* S** S***

    Galopprennen E A L M S
    Ausgleichsrennen|Hindernisrennen: AIV AIII AII AI | AU AM AG
    Flachrennen: 800m 1000m 1250m 1500m 1750, 2000m

    Distanz E A L M S S* S** S***
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***

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    Offiziell


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    2. Platz - 191 Distanzturnier
    2. Platz - 265 Distanzturnier
    1. Platz - 274 Distanzturnier
    2. Platz - 276 Distanzturnier
    1. Platz - 358 Dressurturnier
    1. Platz - 337 Galopprennen
    1. Platz - 355 Galopprennen
    3. Platz - 365 Galopprennen


    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -

    GHP - Prüfungen
    -

    Gewinnsumme: x
    Verursachte Kosten: x

    Ausbildung und Zuchtdaten

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    Trainingsplan

    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Rennpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Hindernisgewöhnung x | Startboxgewöhnung x | Gelassenheitstraining x

    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren Antrainiert Prüfung Abgeschlossen

    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1
    Wasser: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Gelände: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Straßen: 6 5 4 3 2 1 ✪

    Stangenarbeit: 3 2 1
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪
    Verladefromm: 3 2 1 ✪
    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben & Bremsen x | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Anhalten (Kommando) x
    Abstand zum Pferd x | Wenden & Handwechsel x | Auf Komando kommen x

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Rückwärts-weichen x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Spanischer Schritt x | Steigen x | Kompliment x

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Pferdepass


    Schleife
    HK/SK

    Gencode: ee AAt CRcr
    Zur Zucht zugelassen: nein
    Eingetragene Zucht: Fair Field Stable
    Züchter/Herkunft: unbekannt
    Trächtig [] Nächste Rosse (alle 30 Tage): 31/5 - 4/6

    Nachkommen
    0/5

    1.
    2.
    3.
    4.
    5.


    Gesundheitszustand
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Letzter Tierarztbesuch: 14.04.2016

    Chipnummer: 124 4 33 457275868
    zuletzt kontrolliert [x]

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) überfällig
    Wurmkur (jedes Jahr) überfällig
    Tollwut Impfung (jedes Jahr) überfällig
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) überfällig
    Influenza Impfung (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4 (alle 6 Monate) überfällig

    Gesamteindruck:
    Aktue Krankheit/en:
    Chronische Krankheit/en:
    Erbkrankheit/en:

    Letzter Hufschmiedbesuch: 16.09.2016

    Ausgeschnitten/Korrigiert: 16.09.2016
    Hufbeschaffenheit:
    Hufkrankheit/en:

    Beschlag vorne: Stahleisen
    Beschlag hinten: Stahleisen

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