Zaii

Esteem

* 2014, im Besitz seit 25. Januar 2015

Tags:
Esteem
Zaii, 5 Dez. 2016
Gwen und sadasha gefällt das.
    • Zaii
      Aller Anfang ist schwer
      Pflegebericht, 25. Januar 2015

      In Arbeit!
    • Zaii
      Allgemeine Kontrolle
      Pflegebericht, 12. Juli 2015

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      Zai hatte mal wieder einen etwas größeren Auftrag für mich, weshalb ich mir einen ganzen Zeit "frei" genommen hatte und mich schon Morgens auf den Weg zu ihrem Gestüt machte. Vierzehn Patienten würden dort begierig auf mich warten und natürlich auch eine hoch motivierte Zai. Die sah dann übrigens genauso verschlafen aus wie ich. "Na? Schlechte Nacht gehabt?", fragte ich grinsend und bekam ein geseufztes "Mmh" zurück. Hach ja, wir hatte es schon nicht leicht! Zai hatte die Pferde bereits gefüttert, sie aber extra noch im Stall gelassen, damit wir keine großen Wege nutzen mussten, dementsprechend konnten wir auch direkt loslegen. "Ich würde sagen: Ladies first!", lachte ich und Zai grinste mich fröhlich an.
      Deshalb begannen wir mit Already. Die hübsche Vollblutstute kannte ich nur zu gut und mal wieder konnte ich Zai für ihren tollen Umgang mit Pferden loben. Already war bei ihr richtig aufgeblüht und ich erkannte das ehemalige NP-Pferd kaum wieder. "Herrlich!", meinte ich glücklich und kraulte Already ein wenig. Dann hieß es aber ran an die Arbeit: Zuerst sollte Zai mir die Stute im Schritt und Trab vorführen, damit ich mir ihren Bewegungsapparat anschauen konnte. Der war sichtlich in Ordnung, also ging es mit der Untersuchung am Putzplatz weiter. Dort warf ich zuerst einen Blick in Ohren, Augen und Maul, um die Schleimhäute zu kontrollieren. Already ließ das alles vorbildlich über sich ergehen und stand brav still.
      Danach hieß es Abhören und Abtasten. Dazu packte ich das Stethoskop aus und kontrollierte Herz-, Atem- und Pulsfrequenz. Alle waren in einem sehr guten Bereich und auch beim Abtasten der Wirbelsäule entdeckte ich keine empfindlichen Stellen. Einwandfrei. Nun noch die Körpertemperatur kontrolliert und schon konnte ich die Stute impfen und entwurmen. Vier Spritzen gab es für die Maus, was mir beinahe etwas leid tat, aber die Grundimmunisierungen mussten gemacht werden, das hieß also Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut. Dann gab es noch die Wurmkur zu schlucken, ehe es Already eine kurze Verschnaufpause erhielt.
      In der schnappte ich mir den Impfpass und trug die neuen Impfungen samt Stempel und Unterschrift ein. Nun hieß es noch Zahnkontrolle. Auch die ließ Already brav über sich ergehen und sie war schnell fertig, denn ich konnte keine Mängel entdecken. So durfte Already als erste raus auf die Weide und während Zai bereits die nächste Kandidatin holte, tauschte ich die alten Materialien gegen frische aus. Denn nun war Damiani an der Reihe. Für die Untersuchung der kleinen Stute würde ich wohl auf die Knie gehen müssen, aber erst hießt es im Schritt und Trab vorlaufen.
      Dann kam der bekanntliche Blick in Ohren, Augen und Maul, ehe ich die kleine Stute gründlich abhörte und abtastete. Wie vorhergesagt landete ich dabei auf den Knien, da ich ansonsten gar nicht an das Mädchen heran kam. Danach kontrollierte ich noch die Körpertemperatur und dann konnte auch Damiani geimpft und entwurmt werden. Nachdem das geschafft war, kam es noch zur Zahnkontrolle und Entfernung eines kleinen Hakens und auch Damiani durfte mich zufrieden verlassen und auf die Weide. Wieder hieß es Nachtragen im Impfpass und Materialien austauschen und ehe ich mich versah, stand auch schon Zairina am Putzplatz.
      "Nochmal!", meinte ich lachend zu Zai, welche mir die Stute wieder brav vorführte. Dann ging es ans Anschauen, Abhören und Abtasten, ehe ich zufrieden feststellen konnte, dass auch die Stute einfach topfit war. Das hieß für sie allerdings vier Spritzen und eine Wurmkur. Danach noch die Maulsperre, damit Zairina mir brav ihre Zähne zeigte, aber dann hatte es auch sie schon geschafft. Fast so problemlos lief auch die Untersuchung von Scylla ab, allerdings war die Connemarastute wiederum gar nicht so begeistert von den Spritzen und machte als erstes Pferd tatsächlich dabei Theater! Und dann musste ich bei ihr leider auch noch einige Haken an den Zähnen entfernen, was mich in der Sympathie der Stute nicht sonderlich steigen ließ, dementsprechend bockend stapfte sie dann auch hinter Zai aus dem Stall hinaus.
      Ich trug lachend die Impfungen ein und tauschte wieder brav aus. Die nächste Patientin machte mir zumindest kaum Probleme. Imadama war typisch Tinker: typisch lieb, typisch geduldig. Ein Traum von Pferd. Sie ließ sich problemlos vorführen, untersuchen und dann auch impfen und entwurmen. Vorbildliches Pferd! Auch den Blick ins Maul ertrug sie sogar ohne Maulsperre und als Dank musste ich bei ihr auch gar nichts machen. SST's Lakim hatte es da dann nicht so gut erwischt. Während sie körperlich eigentlich echt fit war und ohne Probleme auch die Impfungen und Wurmkur erhielt, machten ihr ihre Zähne echt zu schaffen. Ein Eckzahn war etwas schief gewachsen und drückte dementsprechend oben ins Zahnfleisch. Das musste dringend behoben werden und war dementsprechend auch sehr unangenehm, aber was man tat man nicht alles für das Wohl der Pferde. Als Trost gab es dann ein Leckerchen und Lakim hatte es hinter sich gebracht.
      Ihre Weidegenossin Talitha hatte hingegen Glück, bei ihr ging alles schnell von Statten und eine Viertelstunde später stand die Warmblutstute geimpft, entwurmt und mit gerichteten Zähnen wieder auf der Weide und genoss ihre Ruhe, während ich einige Impfungen im Pass nachtragen musste. Die Stuten waren damit geschafft, kamen wir nun zu Zais Zwergen, die uns sicherlich etwas mehr Probleme, ich meine natürlich Spaß!, bereiten würden.
      Dark Dreamer kannte mich und meine Prozeduren schon. Bei den Impfungen und der Zahnkontrolle waren wir uns zwar etwas uneins, aber ansonsten lief die Untersuchung eigentlich ganz passabel ab und der junge Hengst hatte es schnell hinter sich gebracht und wurde entlassen. Dakan El Assuad hingegen war typisch Vollblut und ließ sich von mir nichts sagen. Stillhalten? Nein, danke. Ordentlich vortraben? Lieber auch nicht. Zai und ich hatten alle Hände voll zu tun, damit ich mir ein Bild von Dakans gesundheitlichen Zustand machen konnte. Das Impfen war eine Tortur, die Wurmkur wollte er nicht schlucken und ins Maul schauen lassen erst Recht nicht. Aber wir gaben nicht auf und schließlich hatten wir auch diesen kleine Wildfang gebändigt.
      Da war das Stütchen Esteem wesentlich entspannter drauf. Mit ihrem einen Lebensjahr war sie zwar noch recht schüchtern und unsicher, ließ sich dafür aber problemlos von Zai beruhigen und führen. Auch hielt sie brav während der Untersuchung still, so dass ich sie problemlos abhören und abtasten konnte. Die Jährlingsstute war topfit und konnte so geimpft und entwurmt werden. Beides hielt sie aus, auch wenn vier Spritzen für das kleine Mädchen wirklich viel waren. Auch den Blick ins Maul hielt sie tapfer stand und da sie noch recht jung war, war da auch noch nichts zu machen. Mit Everybody's Dream verlief es ähnlich. Die beiden Stutfohlen waren sich sowieso recht ähnlich und so hielt auch die Knabstrupperstute traumhaft toll still und machte ihrem Namen alle Ehre. Auch wenn die Impfungen böse pieksten und die Wurmkur ekelig schmeckte: Für ihre Besitzerin ging Everybody's Dream auch da durch. Ebenso öffnete sie mir bereitwillig ihr Maule und zeigte mir ihre schönen Milchzähne, die allesamt in Reih' und Glied standen.
      "Ich würde sagen, fast geschafft!", meinte ich lächelnd, als ich Zai den Stapel Impfpässe der Fohlen zurückgeben konnte. Nun waren noch die drei Hengste an der Reihe und dann hätten wir es tatsächlich geschafft. Inzwischen war es aber auch schon früher Nachmittag und zwischenzeitlich hatte Zai uns mit Kaffee und Kuchen durch den Tag gerettet, dafür war ich ihr auch wirklich dankbar. Auch jetzt gönnten wir uns noch einmal eine kleine Verschnaufpause, ehe es motiviert in den Endspurt ging und Zai ihren Hengst Adrian aus der Box holte.
      Adrian war ein alter Hase, was den Tierarzt betraf und dementsprechend viele Flausen hatte er auch im Kopf. Der junge Hengst war immer für einen Spaß zu haben, auch wenn das bei der Untersuchung nicht immer ganz so toll war. So schaffte er es auch beinahe, mir beim Abhören das Stethoskop zu klauen und die Zahnkontrolle verlief bei Adrian auch nicht so problemlos. Letztendlich hatten wir den Hengst aber geimpft und entwurmt und seine Hengstzähne ein wenig zurecht geschliffen. So durfte er auf die Weide und der nächste Patient zu mir: Eisvogel.
      Der Isländerhengst war unerschrocken, ließ das Vorführen, Abhören und Abtasten vorbildlich über sich ergehen und auch das Körpertemperatur messen. Danach war es an der Zeit für die Impfungen und die Wurmkur. Vier Spritzen und etwas Unleckeres ließ der Hengst über sich ergehen und öffnete mir dann dennoch bereitwillig sein Maul für die Zahnkontrolle, so einen Patienten hatte man doch gerne! Letzterer für heute war Soul Eater. Die Impfungen passten ihm nicht sonderlich, aber sonst war auch er brav dabei und nach einer Viertelstunde fertig. Zai und ich übrigens auch. Dementsprechend lud sie mich erst einmal auf ein Päuschen auf ihrer Veranda ein und dazu sagte ich nach dem Arbeitstag definitiv nicht nein! Vierzehn Pferde hatten wir durchgenommen und das war echt kein Zuckerschlecken gewesen.
      Eddi
    • Zaii
      Aushilfe
      Pflegebericht, 02. August 2015

      Gut Florentina stand auf dem großen Schild, an welchem wir gerade vorbeifuhren. Ein wenig irritiert drückte ich mir die Nase an der Fensterscheibe platt und fragte mich, ob wir richtig waren. Meines Erachtens hatte ich Zaiis Gestüt unter anderen Namen in Erinnerung, glaubte ich zumindest oder hieß es doch länger schon so? Fast direkt vor dem Haupthaus hielt der Taxifahrer und half mir beim Ausladen meines einen einzigen Koffers. „Danke“, murmelte ich und bezahlte ihn. Warum ich mit dem Taxi kam? Überraschungsbesuch!
      Und der galt Zaii, welche nun gerade ein wenig verdattert in ihrer Haustür stand und mich anschaute. „Ich grüße auch dich ganz herzlich“, kommentierte ich grinsend ihr Verstummen und schleppte meinen Koffer zu ihr herüber. „Ich dachte, ich bringe mal ein wenig Abwechslung in dein ödes Gestütsleben indem ich vorbeikomme!“ – darüber gesprochen hatten wir übrigens öfter, aber ich glaube Zaii hatte es nur als Spaß aufgefasst als ich sagte, in einer Woche würde ich vor ihrer Haustür stehen. Na ja, knapp daneben war halt auch vorbei.
      Irgendwie fand sie ihre Stimme dann doch wieder, umarmte mich kurz und zeigte mir ihr zwar kleines, aber feines Gästezimmer. Wie lange ich bleiben wollte, wusste ich noch nicht. Da würde ich mich wohl nach Zaii richten und der Zeit, die sie mich ertrug. Nun wollte ich mich erst einmal kurz hier einrichten und dann hieß es erst einmal auf die Couch packen und quatschen – immerhin hatte man sich nach so einer langen Zeit doch viel zu erzählen!
      Spontan entschieden wir auch, gemeinsam zu kochen, denn zum einen war ich nach der langen Reise echt hungrig und zum anderen war es sowieso langsam Zeit fürs Abendbrot. Zusammen kochen war außerdem immer gut, es machte Spaß, es kam etwas dabei raus und man konnte nebenbei trotzdem fröhlich weiterquatschen. Da es im Stall auch nichts mehr zu tun gab, verbrachten wir den Rest des Abends im Wohnzimmer, schauten Filme und wie gesagt: Zu erzählen gab es genug.
      Dementsprechend spät war ich dann auch im Bett gelandet und gar nicht motiviert, als am nächsten Morgen der Wecker um halb acht klingelte. Am liebsten hätte ich ihn vom Nachttisch geworfen, doch dann fiel mir ein, dass mein Wecker auch gleichzeitig mein Handy war und ein neues konnte und wollte ich mir dann doch nicht leisten. Also stand ich lieber auf und nahm die Gästetoilette in Augenschein. Wohl mehr ein Gästebadezimmer, denn ich hatte alles was ich brauchte und konnte sogar duschen gehen.
      So kam ich dann frisch und munter kurz vor acht unten in der Küche an, wo Zaii schon den Tisch deckte. „Also so voll war mein Kühlschrank dann doch nicht, also musst du dich mit einem etwas dürftigen Frühstück begnügen“, meinte sie grinsend und deutete auf die paar Gläser auf dem Tisch. Ich winkte mit dem Argument ab, dass es bei mir auch nie anders aussah und ich das sowieso gewöhnt war.
      Nach dem Frühstück ging es in den Stall. Da stand das Übliche auf dem Programm: Pferde füttern, Pferde rausbringen und Boxen misten. Bei allem half ich Zaii und so waren wir dann sogar auch schnell fertig und konnten zufrieden eine Pause einlegen. Natürlich ließen wir es uns nicht entgehen, einen schönen Ausritt zu machen. Dabei durfte ich tatsächlich Adrian reiten. Der hübsche Lusitano konnte manchmal echt unmöglich sein, aber heute benahm er sich tatsächlich. Zaii schwang sich derweil auf Soul Eater und nutzte die Chance, allen drei Hengsten Bewegung zu verschaffen, indem sie Eisvogel als Handpferd mitnahm.
      Das klappte sogar besser als gedacht und außer einmal wurde sie auch nicht aus dem Sattel gezogen, weil der Isländer der Meinung war, eine andere Richtung einschlagen zu wollen. Mit Adrian hatte ich anfangs auch Startschwierigkeiten und er tänzelte aufmüpfig unter mir her. Nach dem ersten Trab war das dann aber auch gegessen und wir konnten den Ausritt tatsächlich genießen. Danach bekamen die drei Hengste bei dem Wetter auch eine erfrischende Dusche und dann ging es für sie schon wieder zurück auf die Weide, während wir uns unserem Mittagessen widmeten.
      Und danach machten wir das, was man am liebsten auf den Gestüten machte: Fohlen bespaßen! Grinsend schaute ich Zaii an, als wir am Zaun der Fohlen standen. Ihre Anzahl von Pferden hatte sich dann ja doch um einige erhöht. Aber ich bekam auch gleich die Gelegenheit nach Khiaras Fohlen zu schauen. Dakan El Assuad war in letzter Zeit unfassbar gewachsen und der Halbwüchsige machte seiner Mama alle Ehre. Auch Zaii war sichtlich stolz, den Hübschen bei sich haben zu dürfen und die beiden verstanden sich ausgesprochen gut.
      Währenddessen Dakan Zaii beinahe vollkommen in Beschlag nahm und keinen anderen ran ließ, versuchten es dann die restlichen Fohlen bei mir. Dementsprechend war ich von drei Warmblutfohlen umgeben, die alle um Krauleinheiten buhlten. Dark Dreamer machte dabei sehr deutlich, dass er als Hengstfohlen den beiden Stütchen kräftemäßig überlegen war, weshalb sich Esteem und Everbody’s Dream gegen ihn zusammenschlossen und er frustriert zu Zaii abzog. So hatte ich nur noch die beiden Stutfohlen und konnte sie so gleichzeitig kraulen. „Dream ist so schön!“, meinte ich lächelnd, während ich die dunkle Schulter des Stutfohlens kraulte. Aber auch Esteem war eine Schönheit für sich, auch wenn ich etwas geschockt war, dass die Kleine aussschimmeln sollte. „Dabei ist sie so ein schöner Brauner“, meinte ich empört, aber ihr Vater würde sich wohl oder übel durchsetzen.
      Nachdem wir beinahe den gesamten Nachmittag bei den Fohlen verbracht hatten, blieb uns gar nicht mehr so viel Zeit, aber dennoch nahm mich Zaii noch für ein wenig Bewegung ihrer Pferde in Beschlag. Deshalb hatte ich dann auch Lakim vor der Nase stehen, während Zaii Talitha putzte. Sie wollte ihre beiden Stuten heute gerne noch ein wenig dressurmäßig arbeiten und meine Versuche, sie davon zu überzeugen, dass ich daran nicht mehr sonderlich talentiert war, klappten leider nicht.
      Tatsächlich klappte es zwischen Lakim und mir besser als gedacht. Ich kam mit der ruhigen Jungstute sehr gut klar und wir wussten von Anfang an, wie man am besten miteinander arbeiten musste. Zaii und Talitha gaben ein traumhaftes Bild ab und so lohnte sich die Stunde Arbeit dann auch für alle vier Beteiligten. Danach hieß es aber die Stuten versorgen und schon stand der abendliche Stress an: Alle Pferde in den Stall holen, füttern und das Heu für die Nacht verteilen. Erst dann konnten wir den Stall guten Gewissens verlassen und uns um unser eigenes Essen kümmern.
      Den nächsten Morgen verschlief ich total, was natürlich überhaupt nicht an dem langen Abend lag. Der komischerweise tatsächlich verhältnismäßig lang geworden war, dafür, dass ich eigentlich schon um 22 Uhr völlig fertig mit der Welt gewesen war. Zaii hingegen war putzmunter und saß schon kauend am Tisch, als ich müde die Treppe herabstieg und versuchte, möglichst nicht hinzufallen.
      Nach dem Frühstück ging der übliche Alltag los und auch heute hatte Zaii wieder allerhand mit mir vor. Den Vormittag verbrachten wir in der Stadt und Zaii zeigte mir begeistert ihre Lieblingsorte, ehe wir uns in einem Café niederließen. Gut, dass ich nach der Stallarbeit nochmal geduscht hatte, denn Zaii hatte mich mit der Idee überrascht und sonst wäre ich wohl mit Stroh in den Haaren durch die Stadt gelaufen.
      Wieder zu Hause wurde es auch allmählich Zeit, sich erneut den Vierbeinern zu widmen. Dabei ließ ich Zaii völlig freies Geleit. Und siehe da, ich durfte Already wiedertreffen! Sie war heute diejenige, die mich sicher durchs Gelände tragen sollte, während Zaii sich ihre Tinkerstute Imadama schnappte. Der Ausritt war an sich entspannt und auch ein wenig peppig durch die herrlichen Galoppstrecken, welche Zaii mir zeigte. Und die beiden Stuten hatten sichtlich Spaß.
      Danach machten wir aus Spaß ein wenig Bodenarbeit mit Scylla und Damiani. Bei Scylla arbeitete Zaii momentan vermehrt daran, dass die Stute endlich ihre höllische Angst vor Wasser verlor. Sie hatte zu dem Thema einige herrliche Anekdoten bereit und irgendwann kam ich aus dem Lachen nicht mehr heraus. Mit der kleinen Damiani machte ich vor allem allerhand Quatsch bezüglich Zirkuslektionen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so Spaß machen könnte, mit so einem Zwerg zu arbeiten, aber so war es.
      Da mir inzwischen mein Hinterteil wehtat, ließ ich am Ende des Tages Zaii den Vortritt, ihre Reitponystute zu reiten. „Zairina? Sie heißt wie du, echt?“, fragte ich grinsend, als ich einen Blick auf das Namensschild der Stute geworfen hatte. Zaii verdrehte nur die Augen und hatte schon die nächsten Geschichten auf Lager, bei welchem ihre Freunde die Hauptrolle spielten.
      Zairina hatte tolle Gänge und sprang auch richtig klasse. Das war auch das, was Zaii heute mit ihr machte: Springen. Ich schaute dabei vom Zaun aus zu und gab Zaii nur ab und an einen Rat, wenn mir etwas auffiel. Das war nicht sonderlich viel und eigentlich wollte ich lieber nur still zuschauen, aber Zaii bestand darauf, dass ich etwas sagte.
      Theoretisch lief Zairina erst E-Niveau, aber Zaii wagte sich auch schon an die A-Höhe heran, was die Reitponystute auch traumhaft meisterte. Auch wenn Zairina es ihrer Reiterin nicht immer leicht machte, denn die Stute hatte schon eindeutig ihren eigenen Kopf und manchmal auch vollkommen andere Vorstellungen von dem Training als Zaii. Nach dem Springen waren Reiter und Pferd völlig fertig, so dass ich schon einmal die anderen Vierbeiner von den Weiden holte und fütterte, während Zaii ihre Stute versorgte.
      An dem kommenden Abend hielt ich dann schon länger durch, ich glaube, so langsam gewöhnte ich mich an daran und ich war mir sicher, dass die restliche Zeit mit Zaii auch noch klasse werden würde. So wie ihre Augen leuchteten, hatte sie noch allerhand vor, was wir gemeinsam bestreiten wollten. pferdetechnisch hatten wir hier ja sowieso alle Möglichkeiten und auch in die Stadt wollte Zaii noch das ein oder andere Mal. Für mich würde es auf jeden Fall ein erlebnisreicher Urlaub werden und das war auch das Ziel meiner Reise gewesen.
      Eddi
    • Zaii
      Umzug nach Kanada!
      Pflegebericht, 11. Januar 2016

      Schon länger hatte ich das alles geplant und doch verzögerte es sich nun alles. Für unsere liebste Zai hatte ich ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk, bei welchen ich natürlich auch die drei anderen aus unserer Crew zu Rate und Hilfe herbeigezogen hatte und natürlich waren auch sie von meiner Idee mehr als begeistert gewesen: Zai sollte endlich nach Kanada ziehen! Und wir würden ihr dabei helfen.
      Selbst hatte ich mir noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht, wie so etwas überhaupt von Statten ging, da aber Elena und Jojo und selbst Elisa irgendwann mal nach Kanada gezogen waren, konnten sie sich in etwa noch zusammenreimen, auf was wir alles achten mussten. Das A und O waren natürlich die Pferde. Die sollten wohlbehalten und möglichst wenig gestresst in Kanada ankommen, gar nicht so leicht bei dem Weg, welchen sie vor sich hatten!
      Als nächstes wäre da Zai. Die hatte sich bisher ja tapfer geweigert, aber so langsam musste es ja nun einmal vorwärts gehen, also würden wir ihr wohl am besten die Augen verbinden und sie notfalls mit Gewalt nach Kanada schleifen! Lange Zeit hatte sie sich mit den Arbeiten am neuen Gestüt herausgeredet, doch die waren inzwischen alle abgeschlossen.
      Das Gestüt war also bereit für seine Neuankömmlinge und damit auch alles glatt über die Bühne gehen würde, hatten Elena und ich das Gestüt schon gründlich unter die Lupe genommen. Da ein großartiger Möbeltransport nach Kanada sowieso sinnlos war, hatten wir einfach beschlossen, die Einrichtung selbst zu übernehmen. Sehr zur Freude von Elena, die sich richtig austoben konnte.
      Allerhand Tage verstrichen, in denen wir selbst strichen. Nämlich Zais Wände. Aber danach sah es richtig heimisch aus! Und wir waren mehr als zufrieden mit unserem Werk. Der Stall hatte auch einen Fingerschnipp a la Elena hinter sich und sah nun aus wie einer dieser teuren Ställe aus dem Fernsehen, gut, so sahen fast alle von uns aus, aber für die Pferde galt ja auch nur das Beste!
      Den Transport von Zais Pferden erledigten wir wortwörtlich über Nacht. So bekam Zai nichts mit und für die Pferde war es auch das angenehmste. Da sie so aber in den frühen Morgenstunden ankommen würden, mussten wir besonders früh aufstehen, um insgesamt vierzehn Boxen in dem großen Stall vorzubereiten. Zai hatte eine klare Ordnung für den Stall, welche ich ihr irgendwann mal stibitzt hatte.
      Die Pferde waren schnell durch die veterinären Sicherheitskontrollen gekommen und kamen eines Morgens mitten in Kanada an. Gemeinsam mit Elisa und Elena als Fahrerinnen kamen sie dann auch im tiefsten Winter auf ihrem neuen Gestüt an. In aller Ruhe luden wir sie aus und brachten sie in die neuen Boxen. Da Zai lieber auf brave Pferde stand, hatten wir auch kaum jemanden dabei, der Randale machte.
      Am sympathischsten waren mir ja persönlich Already und Lakim. Die beiden waren einfach Engel auf vier Hufen und so ausgeglichen, dass ich schon Sorge hatte, dass es ihnen doch nicht gut ging. Elisa tat wiederum wie immer das, was sie am besten konnte: sich mit dem zickigen Reitpony beschäftigen. Das war nämlich Zairina und auch wenn ich es selbst nicht glauben konnte, sie war teils anstrengender als Scylla. Wie war das nochmal? Zai mochte lieber brave Pferde?
      Die nächsten paar Tage kümmerten wir uns abwechselnd um das Gestüt. Ich am meisten, weil es meine Idee gewesen war und ich am nächsten wohnte. Hoch zu Ross brauchte ich fünf Minuten durch den Wald und schon war ich bei Zai. Deshalb konnte ich mich direkt auch mit ihren Pferden bekannt machen, diese würde ich sicherlich schon bald im regelmäßigen Training wiedersehen, da war ich mir sicher.
      Natürlich erreichte auch Zai die Nachricht, dass ihre Pferde weg waren, aber da standen bereits die drei anderen bei ihr vor der Haustür, während ich in Kanada wortwörtlich die Pferde hütete. Zai wurde samt Klamotten eingepackt und nach Kanada gekutscht. Da der Umzug schon seit Ewigkeiten geplant war und Zai eigentlich schon in den Startlöchern gestanden hatte, gab es auch kaum noch etwas, was sie zu erledigen hatte oder womit sie sich rausreden konnte. Nun war sie in Kanada!
      Es dauerte ein Weilchen bis sie sich eingelebt hatte, aber eigentlich ging das dank uns mehr als schnell. Inzwischen hatten wir schon Silvester hinter uns gebracht und kämpften uns wacker in das neue Jahr 2016.
      Da Zai noch relativ alleine auf ihrem Gestüt war (die Auswahl des richtigen Personals war gar nicht so einfach!), halfen wir ihr. Besonders ich beschäftigte mich zu gerne mit den Fohlen. Everbody’s Dream und Dark Dreamer waren mir ja richtig ans Herz gewachsen. Zweiterer wurde mir persönlich dann aber doch langsam zu groß. Aber auch Esteem und Dakan El Assuad waren klasse Nachwuchspferde. Zais Stall war zwar klein, aber beinhaltete dafür allerhand Schmuckstücke!
      Heute hatte Zai mich zu einem kleinen Ausritt eingeladen und da sagte ich nicht nein, zumal ich auch noch ihren geliebten Adrian reiten durfte! Der Hengst war ein witziger Kerl und ich mochte ihn von Anfang an wirklich sehr. Zai ritt ihren großen Hengst Soul Eater und nahm den Isländer Eisvogel als Handpferd mit.
      Natürlich beklagte sie sich während des Ritts sehr oft darüber, dass ich einfach ohne ihr Wissen gehandelt hatte und wie viele Mühen das doch gewesen waren! Und die Kosten erst! Am Ende hatte ich das Gefühl, sie hätte sich tatsächlich Fusseln an den Mund geredet, aber es war nur der Schnee, welcher uns unerbitterlich ins Gesicht blies, aber immerhin brachte ich Zai mit dieser Metapher zum Lachen und sie hörte auf, sich über meine Ideen zu beschweren. Eigentlich, und da war ich mir doch sicher, war sie froh, endlich bei uns zu sein.
      Wieder am Stall quietschte Zai wütend auf, als sie ihre beiden Hengste gerade hineinführte. „Damiani! Du kleine Ziege!“. Ich war ja ein wenig verwirrt, denn eigentlich war Damiani ein Falabella. Aber als ich Zai folgte, sah ich das Ausmaß der Verwüstung, welche ein Falabella anrichten konnte.
      Da hatte sich jemand aus seiner Box befreit und ein tierisches Chaos im Stall angerichtet. Die Tinkerstute Imadama betrachtete das Schauspiel neugierig von ihrer Box aus, hielt sich aber lieber im Hintergrund. Zai drückte mir derweil die Zügel von Soul Eater und Eisvogel in die Hand, um ihr Pony einzufangen und wieder hinter Riegel und Gitter zu bringen.
      Eine halbe Stunde später waren die Hengste versorgt und der Stall wieder aufgeräumt. Zai hatte sich auch wieder von dem ganzen Stress erholt und konnte über das Geschehene nur noch lachen. Damiani hatte direkt eine extra Kette an ihrer Boxentür. Mir war es sowieso ein Rätsel, wie sie die mit ihrer Größe aufbekommen hatte?
      Während wir jedoch mit Tee in der Stallgasse saßen und uns aufwärmten, entlarvten wir den wahren Übeltäter: Talitha, die Boxennachbarin. Die Hannoveranerstute war für ihren Mut und ihre Neugierde bekannt, beides sorgte dafür, dass sie oft auf dumme Gedanken kam, zum Beispiel am Riegel von Damianis Box herumzuspielen und diesen durch Zufall dann auch noch zu lösen.
      Zai schüttelte nur lachend den Kopf, so etwas hatte sie auch noch nie erlebt. Talitha spielte wirklich nur an der Boxentür herum, allerdings hatte sie sehr wohl gemerkt, was sie vorhin erreicht hatte, nur nicht wie. Bei ihrer eigenen Boxentür kam sie nämlich nicht so an den Riegel heran, dass sie ihn ziehen konnte. Dennoch ging Zai lieber auf Nummer sicher und befestigte mit meiner Hilfe auch noch an Talithas Box eine extra Sicherung. Wir unterhielten uns noch ein Weilchen, ehe ich mich schon verabschiedete, bei mir zu Hause warteten nämlich auch noch einige Chaoten. Zai passte das ganz gut, denn dann konnte sie direkt noch ein wenig mit Talitha arbeiten und sie beschäftigen, damit ihr nicht noch mehr Unsinn einfiel. Nun wohnten wir ja sowieso nebeneinander, da war es ja ein kurzer Weg, um die liebste Zai zu besuchen! Perfekt!
      Gwen
    • Zaii
      Teilnahme an der FS 248
      Pflegebericht, 08. Februar 2016

      Ich hüpfte fröhlich auf und ab, denn seit langem hatte ich endlich wieder die Gelegenheit, bei einer Fohlenschau mitmachen zu dürfen. Meine Kleinen waren entweder noch zu klein oder bereits zu groß, also hatte ich Zai kurzerhand angehauen, denn im Moment gab es die ideale Fohlenschau für Esteem! Insgeheim mochte ich die Eineinhalbjährige ja sowieso total und das, obwohl sie an sich ein schlichter Brauner war und heute würde ich sie den Richtern vorführen dürfen.
      Die Konkurrenz war stark, trotzdem war ich mir sicher, dass wir eine gute Leistung erbringen würden. Esteem war an sich eher eine schüchterne Stute, ich hoffte, dass sie trotzdem ihr tolles Potenzial zeigen würde. Unseren Fanclub hatten wir natürlich sowieso mit und kurz bevor es los ging, verschwanden diese auf die Tribünen, um uns dann lauthals (hoffentlich nicht) anzufeuern.
      Kurz darauf folgte auch unser Aufruf und dann ging es los. Ich führte Esteem im Trab in die Halle und lief geradewegs die Mittellinie entlang, um bei X anzuhalten. Wirklich geschlossen blieb Esteem nicht stehen und ohne ein paar Schritte zwischen Trab und Halt ging es auch nicht, aber das musste sie auch jetzt noch nicht können. Stillstehen konnte sie dennoch und machte neben mir wirklich eine gute Figur, so dass ich die Richter in aller Ruhe grüßen konnte.
      Dann führte ich Esteem im Schritt wieder an. Nun würde ich brav alle drei Gangarten auf jeder Hand abhandeln, ehe Esteem noch einmal beim Freilaufen zeigen konnte, was in ihr steckte. Wir begannen nun also mit der linken Hand im Schritt, liefen einen Zirkel und trabten dann wieder an. Einmal die ganze Bahn, ehe ich an der zweiten langen Seite so beschleunigte, dass Esteem auch neben mir galoppieren konnte. Danach ging es wegen meiner fehlenden Kondition zurück in den Schritt und wir wechselten die Hand.
      Auch auf der rechten Seite zeigten wir wieder nacheinander den Schritt, dann den Trab und zu guter Letzt den Galopp. Esteem ließ sich sehr schön führen und machte gut mit, auch wenn sie möglichst versuchte im Hintergrund zu bleiben und von der Kulisse doch noch etwas ängstlich war. Ich hoffte sehr, dass sich das beim Freilaufen geben würde, denn das war nun an der Reihe. Dafür ging es zurück in die Mitte der Halle, wo ich den Führstrick vom Halfter löste und Esteem sanft von mir wegschickte.
      Anfangs schritt sie nur unsicher zwei Schritte von mir weg, ehe ich sie nochmals aufforderte. Das nahm sie zum Anlass um einmal davon zu bocken und danach erst in einen schönen Galopp und dann in einen Trab zu fallen. Dabei hatte sie die Halle bereits zweimal erfolgreich umrundet und wurde dadurch direkt mutiger, so dass noch einige Runden folgten. Nichtsdestotrotz kam sie auf mein Rufen wieder zu mir und ließ sich wieder an den Strick nehmen.
      Dankend verabschiedete ich mich von den Richtern und führte Esteem im Schritt entspannt wieder aus der Halle. Ein wenig aufgeregt war die Stute noch, doch als sie von allen umkreist und gekuschelt wurde, löste sich auch ihre Anspannung.
      Gwen
    • Zaii
      Verspäteter Frühjahrsputz
      Pflegebericht, 29. Mai 2016

      "Zai! So lange wohnst du hier doch noch gar nicht!", jammere Eli herum, während sie mit mir die Stallgasse durchkehrte. Zai hatte uns zu einem Frühjahrsputz eingeladen, wenn auch verspätet. Wir waren so doof gewesen und hatten zugesagt. Allerdings hatte sie es auch "Grillen" genannt, erst als wir bei ihr eintrafen, kam die böse Offenbarung und so putzten wir nun gemeinsam mit ihr die Stallung. Es war schon 18 Uhr und so wenigstens schon etwas kühler, allerdings sorgte Jojo sowieso für genügend Abkühlung, während sie mit den Wasserschlauch wild durch die Luft segeln ließ.
      Aber irgendwann waren wir dann auch mit dem Herrichten des Stalls fertig und auch Elenas Ansprüchen genügte dieser. Elisa schickten wir schon einmal vor, damit sie sich um den Grill kümmerte, während wir restlichen drei nun noch die Pferde reinholten. Lena verteilte derweil das Futter, denn sie war die einzige, die den Futterplan auswendig konnte. "Ich hol die Fohlen! Die sind am süßesten!", meinte Eli und verschwand in Richtung der Jungpferde. "Nur weil die Weide am nächsten ist", murmelte Jojo und verdrehte die Augen.
      Während Jojo so todesmutig war und alle drei Hengste Eisvogel, Adrian und Soul Eater mit einmal in den Stall brachte, nahm ich erstmal nur zwei Stuten. Scylla und Zairina reichten auch schon, ich hatte mal wieder die beiden Zicken erwischt und war sehr froh, als sie hinter Gittern waren. Eli kam halb gebückt und rückwärts laufend die Stallgasse entlang. In der Hand hielt sie Möhren und hinter ihr her trippelten Everbody's Dream, Esteem, Dark Dreamer und Dakan El Assuad.
      "Ey! Das geltet nicht, drei davon stammen immerhin auch aus deiner Zucht!", murrte ich und Dakan war hundertpro nur ein Mitläufer, typisch Kerl halt! Dafür musste Eli noch Stuten mit mir holen. Aber auch da schnappte sie sich Lakim und Talitha. "Also du schummelst heute mächtig!", meinte ich nur und sammelte Imadama und Already ein. Die kleine Damiani ließ ich so mitlaufen und so kamen wir alle heil im Stall an.
      Nachdem dann alle Pferde zufrieden futterten, ging es für uns in Richtung Terrasse. Dort hatten Lena und Jojo schon den Tisch gedeckt und wirtschafteten nun gemeinsam mit Elisa am Grill herum. Zum Glück gab es bereits Salat in allen möglichen Formen, also falls das da mit dem Feuer nicht wurde, würden zumindest Eli und ich satt werden.
      Gwen
    • Zaii
      Fohlen ABC
      Ausbildungsbericht, 03. September 2016

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      „Ich bin überhaupt nicht gestresst, ich bekomme das auch gut alleine hin!“, grummelte ich, halfterte die beiden letzten Stuten auf und brachte sie noch fix auf die Weide. Zai beobachtete mich nur grinsend und wartete auf meine Rückkehr. Sie brachte mir heute ihre beiden Jungstuten für das Fohlen ABC vorbei und war dementsprechend auch schon relativ früh da.
      „Ja, du schaffst das. Aber jemand zweites wäre sicherlich praktisch“, sagte sie und legte diesen vielsagenden Blick auf, bei welchem ich nur die Augen verdrehen konnte – oder es zumindest versuchte. „Ja ja, ich weiß schon. Jetzt sind aber erstmal die beiden an der Reihe!“, erwiderte ich nur und zeigte Zai die Koppel für ihre beiden Stutfohlen.
      Es handelte sich um Esteem und Everbody’s Dream. Beide besaßen schöne Abstammungen und diese sah man ihnen auch an. Inzwischen gingen sie auch schon auf die zwei zu, so dass ein wenig Arbeit durchaus von ihnen gefordert werden konnten, nachdem sie die letzten Monate hatten Fohlen sein können.
      Generell beherrschten sie die grundlegenden Sachen: Sie waren halfterführig, blieben am Putzplatz ruhig stehen und gaben auch schon ganz gut Hufe. Jetzt galt es, diese Grundlagen zu vertiefen und zu erweitern und dafür überließ Zai ihre beiden Fohlen mir. „Ich bringe sie dir dann wieder persönlich vorbei!“, meinte ich grinsend und verabschiedete dann meine gute Freundin.
      Die beiden Fohlen würden heute erst einmal den kleinen Umzug verdauen und sich an unseren Tagesablauf gewöhnen dürfen, ehe wir morgen ernsthaft beginnen würden. Sowohl Every als auch Emie waren sehr ruhige und zurückhaltende Fohlen, dementsprechend war ich mir aber auch sicher, dass wir mit viel Ruhe und Geduld schnell vorankommen würden.

      Am nächsten Tag band ich sie auch direkt in meinen Plan ein. Theoretisch hätte ich die beiden einfach täglich bei Zai besucht, aber mein straffer Tagesablauf ließ keine Zeit für die Fahrten und so hatten die beiden zu mir umgesiedelt werden müssen. Ich gab es ungern zu, aber alleine mit zwanzig eigenen Pferden war es beinahe unmöglich, meinem Beruf noch sinnvoll nachzugehen.
      Fohlen auszubilden war ja nun noch entspannt, aber für Berittpferde oder kompliziertere Kandidaten blieb kaum Zeit. Doch nun widmete ich mich erst einmal Esteem, indem ich die Braune von der Weide in den Stall holte. Schon bei dieser Kleinigkeit übten wir sehr viele Sachen:
      Auf der Weide rief ich sie zu mir ans Gatter, halfterte sie vorsichtig auf und führte sie von der Weide. Auch beim Führen zum Stall achtete ich darauf, dass sie ruhig neben mir am durchhängenden Strick lief und den Abstand einhielt, welchen ich gerne wollte.
      Das war bei Esteem wirklich kaum ein Problem, denn sie ordnete sich fast schon zu sehr unter, so dass ich sie beinahe motivieren musste, auch neben mir zu bleiben und nicht zurückzufallen. Am Putzplatz band ich sie dann auch mit einem ganz einfachen Knoten an, der im Fall der Fälle schnell von alleine aufgehen würde.
      Doch Esteem zeigte mir schon beim ersten Mal, dass meine Bedenken vollkommen unbegründet waren. Sie stand vorbildlich still und ließ sich mit allen möglichen Bürsten putzen. Sogar der Kopf ging mit viel Ruhe ganz gut. Auch das Hufeheben hatte sie schon drauf. Hinten versuchte sie gerne noch wegzuziehen, doch, wenn man sie einmal ermahnte, blieb es auch dabei.
      So waren wir schneller als gedacht fertig und gingen in die Halle. Ich wollte, dass Esteem möglichst unabgelenkt wäre und da waren die vier Wände am besten. Heute widmete ich mich einfachen Führübungen und vor allem den Stimmkommandos, die würden später in der Longenarbeit und dem Einreiten noch gute Benutzung finden.
      Also führte ich Esteem und auf ein „Haaalt“ hielten wir an und auf „Sche-ritt“ gingen wir weiter. Auch übte ich mit ihr schon ein Verlangsamen und Beschleunigen im Schritt. Esteem machte so gut mit, dass ich für heute dann auch entschied, dass es reichte, außerdem hatte ich auch noch Every vor mir.
      Also ging es für Braune zurück auf die Weide und Stutfohlen Nummer zwei war an der Reihe. Auch Every ließ sich sehr gut aufhalftern und führen. Sie stand nur am Putzplatz noch nicht so still, weshalb ich sie einige Male korrigierte, worauf sie auch sehr gut einging und schnell lernte. Dafür war sie im Putzen und Hufegeben schon sehr weit.
      Auch mit ihr ging ich heute in die Halle. Beide Fohlen waren auf dem gleichen Stand, weshalb sich das Training in den ersten Tagen sehr gleichen würde. Da sie aber sogar charakterlich sehr ähnlich waren, bezweifelte ich, dass sich große Unterschiede auftun würden.
      Auch mit Every übte ich heute die Schritt-Halt-Übergänge und weil sie sehr aufmerksam und fleißig war, schickte ich sie auch schon zurück. Ein wirkliches Rückwärts war es auch noch nicht, ich wollte einfach nur, dass sie auf meine Impulse reagierte.
      Mein Ziel war es, dass sie auf den indirekten Druck wich, ohne dass ich am Halfter zupfen oder gegen ihre Brust drücken musste. Da Every ein kleines Sensibelchen war, reichte meine Energie meist schon, um sie in die rückwärtige Richtung zu bewegen, anfangs zögernd, aber dann tat sie tatsächlich auch schon einen Schritt.
      Deshalb reichte es dann auch für heute und ich beendete das Training. Wie jedes meiner Pferde wurden auch die beiden nach dem Training ausgiebig mit tätscheln und streicheln belohnt. Dann ging es auch schon für Every zurück auf die Weide.
      In den kommenden Tagen würde ich nun an den Stimmkommandos für Halt, Schritt, Trab, Zurück und Herum arbeiten. Ebenso natürlich die dazugehörigen Übungen. Das wäre dann auch schon genügend Lernstoff für die Zweijährigen, so dass ich danach den Fokus noch ein wenig auf das Schrecktraining und Spazierengehen legen wollte.

      Als die Grundlagen wirklich sicher waren, sowohl bei Esteem als auch bei Every, begann ich mit dem Spazierengehen. Es war viel angenehmer, wenn die Fohlen schon meine Körpersprache deuten konnten und so konnte ich meine Übungen auch mal im Gelände und ganz nebenbei einbauen, ohne dass die Stuten direkt damit konfrontiert wurden.
      Das kam auch bei beiden sehr gut an, auch wenn die ersten Spaziergänge immer mehr als ängstlich und hibbelig von Statten gingen. Nachdem beide ruhiger wurden, ging ich auch mal mit beiden gleichzeitig raus, so dass sie jemanden an ihrer Seite hatten, der der gleichen Spezies angehörte. Tendenziell sollten sie solche Aufgaben aber eben auch alleine bestreiten können.
      Als Abwechslung dazu gab es dann auch das Schrecktraining. Da musste ich bei den beiden wirklich vorsichtig vorgehen, sonst machten sie dicht. Deshalb beschränkte sich ein Training meist nur auf eine Sache. Im Verlauf der Zeit nahmen wir dafür aber auch Luftballons, Flattervorhänge, Tonnen, Planen und Stangen durch und am Ende waren beide entspannt.
      In den letzten Tagen wiederholte ich alles noch einmal, um es wirklich zu festigen. Dann war ich aber auch der Meinung, dass es genug Input für die Stutfohlen war und machte sie bereit für den Heimweg, den wir ja nun zu Fuß antraten.
      Zai wartete schon auf uns und freute sich sichtlich, ihre beiden wiederzusehen. Ich riet ihr, den beiden erst einmal eine Denkpause auf der Weide zu geben, ehe sie mit dem Training weitermachen würde. Doch Zai winkte nur ab „Da brauchst du dir bei mir eh keine Sorgen machen“, grinste sie und versorgte dann ihre beiden Stuten.
      Gwen
    • Zaii
      Goldener Oktober
      Pflegebericht, 12. Oktober 2016

      „Was kann ich dafür, dass Jojo kein Englisch kann?“, keifte Elena entschlossen in die Runde, während Jojo sich hinter Gwen in Sicherheit brachte. Heute hatte ich alle zu einem gemütlichen Frühstück bei mir eingeladen, denn ich wollte meinen Freundinnen eröffnen, dass mein kanadischer Hof nun endlich einen Namen trug (ich war ja schließlich auch erst vor zehn Monaten umgezogen!). Das ganze hatte sich nach der Bekanntgabe des Namens aber nicht ganz so entwickelt, wie geplant: Während Elisa und Gwen mir zu dem wohlklingenden Namen gratulierten, nickte Jojo nur; Elena fand als erste ihre Sprache wieder und hielt nun einen Vortrag darüber, dass ihr über alles geliebter Cressi ja eigentlich auch diesen Namen tragen sollte und dieser deshalb nur ihr alleine vorbehalten war. Tatsächlich gab es eine gewisse Ähnlichkeit zwischen ‚Crescent Acres‘ und ‚Crescant Moon‘, allerdings wusste ich bisher noch nicht, dass Jojo einmal so eine Niete in der englischen Sprache gewesen war, dass in die Halbmondsichel ein A anstelle eines E gerutscht war. „Ups..“, grinste ich nur entschuldigend, als Elena eine kurze Pause einlegte, um Luft zu holen. Jojo hingegen durfte sich den restlichen Vormittag über, so lange erstreckte sich nämlich unser ausgiebiges Frühstück, anhören, dass sie alleine die Schuld an diesem furchtbar schrecklichen Unglück trug und dafür wahrscheinlich auf ewig in der Höhle schmorren musste. Ein Glück, dass Jojo trotz dieser Aussicht noch genüsslich in ihr Brötchen beißen konnte.

      Als es Mittag wurde, versuchte ich die gackernden Hühner dann langsam hinaus zu scheuchen. Den Grund dafür wollte ich lieber noch verschweigen, denn wenn die Damen erfahren würden, dass heute ein neuer Mitarbeiter in eines der beiden Mitarbeiterhäuser einziehen würde, würde ich sie nie mehr loswerden! „Im Gegensatz zu euch, schmeiße ich meinen Hof alleine und habe noch ein bisschen was zu tun“, tadelte ich Elisa und Elena, die schon wieder über irgendein DRP sprachen und anscheinend nicht multitaskingfähig genug waren, um sich zeitgleich die Schuhe anzuziehen. Gwen und Jojo hingegen hatten es immerhin schon auf die Veranda geschafft, auch, wenn sie so schauten, als wollten sie bei dem kalten Wind am liebsten wieder zurück ins warme Haus. „Hopp hopp, Tempo!“, forderte ich noch einmal und warf einen Blick auf mein Smartphone, ein Fan von Uhren war ich einfach nicht. Hugo wollte bereits vor fünf Minuten hier sein und ich hatte ihn beim Vorstellungsgespräch und den zwei Terminen zum Probearbeiten als sehr pflichtbewusst kennengelernt.
      „Unfair!“, „Gemein!“, „Mobbing!“, hörte ich durch die geschlossene Haustür, als diese endlich ins Schloss gefallen war und Elena, Elisa, Gwen und Jojo auf der anderen Seite davon standen. Ich schmunzelte zufrieden vor mich hin, doch scheinbar hatte ich mich zu früh gefreut, denn ich hörte ein Auto die Straße zum Hof entlang rauschen und ein Blick aus dem Küchenfenster verriet mir, dass das tatsächlich mein neuer Bereiter am Steuer des SUVs war. „Nein!“, stöhnte ich auf und eilte zur Haustür. Natürlich hatten die Damen es noch nicht weit geschafft und so standen sie nun in einem kleinen Kreis auf dem Hof und reckten „unauffällig“ die Hälse in Richtung des Wagens. Ich riss die Tür auf und versuchte sie von der Veranda aus, durch wedelnde Armbewegungen, zum Gehen zu animieren, aber vergeblich. Ich kniff die Lippen zusammen und lief dem Wagen entgegen, der gerade geparkt worden war. „Hugo, schön dich zu sehen!“, begrüßte ich den blondhaarigen jungen Mann und schüttelte ihm die ausgestreckte Hand. Er grüßte höflich zurück und schenkte meinen Freundinnen (die immer noch auf dem Hof standen) nur einen kurzen, kühlen Blick. Ich hatte das Gefühl, in einer billigen B-Movie-Teeniekomödie zu sein, denn man hätte mir in diesem Moment sicher nicht geglaubt, dass es sich bei den vier weiblichen Wesen auf meinem Hof um über zwanzig Jährige und nicht um pubertierende Mädchen handelte. Ich entschuldigte mich bei dem Kanadier und versuchte, eine Erklärung für diesen Anblick zu finden, der nicht auf mangelnde geistige Gesundheit deuten ließ, doch ich war mir nicht sicher, ob mir das auch gelang.
      Ich übergab Hugo den Schlüssel für das Mitarbeiterhaus und nachdem er es ablehnte, Unterstützung beim Gepäck tragen zu erhalten, verzog ich mich in den Stall. Die Kommentare von den vieren, die immer noch bei mir rumstanden (hatten die auf ihren eigenen Höfen nichts zu tun?), versuchte ich so gut es ging zu ignorieren. „Hier, aufhalftern!“, kommandierte ich, während ich die Mädels der Reihe nach vor den Boxen von Lakim, Talitha, Siri und Scylla abstellte. Wenn sie hier schon nicht weg kamen, konnten sie sich wenigstens nützlich machen. Eli kannte Siri bereits, stammte die Stute doch aus ihrer Zucht und außerdem hatte sie sie aus schlechter Haltung übernehmen müssen. Auch Gwen, als Stammtrainerin des Hofes, und Scylla hatten sich bereits früher kennengelernt. Jojo hatte ich Lakim zugeordnet, da die Stute problemlos zu händeln war und ich nicht die Schuld daran tragen wollte, dass sie ihren Gips noch länger tragen musste. Ich selbst nahm mir Ima und Ani vor, die beiden Stuten waren seit Amis Ankunft ein traumhaftes Team gewesen und harmonierten auch heute noch sehr. Gemeinsam ging es für die Stuten auf die Weide und während Elisa und Jojo nochmal zurück zum Stall gingen, um die Nachzügler Scylla und Already zu holen, schnappte ich mir mit Elena und Gwen im Weststall Dakan, Dreamie und Adrian. „Er hat sich wirklich gemacht“, stellte Gwen staunend fest und betrachtete meinen Hannoveranerhengst, als dieser über das herbstfarbene Gras galoppierte. Er war mein ganzer Stolz, hatte ich ihn doch, seitdem Elena ihn von seiner Mutter abgesetzt hatte. „Er soll im Frühjahr Litha decken“, eröffnete ich meine Zuchtpläne und sicherte mir dabei gleich noch die Unterstützung von Elena zu, denn im Gegensatz zu ihr, würde das mein erstes selbst gezogenes Fohlen werden.
      Zurück beim Stall waren Elisa und Jojo bereits dabei, ihre Stuten Liluye und Tautou zu betüddeln. Neben Gwens Ameya und Elenas Baila Conmigo standen nur noch Zairina, Esteem und Every im Stall. Anfang des Monats hatte ich mit meinen Stuten die letzten Turniere bestritten, nun war die Turniersaison 2016 zu Ende und die Stuten durften den Herbst mit nur leichtem Training genießen. Während die Mädels für mich die beiden Zweijährigen putzten, machte ich Zairina startklar und nachdem auch die anderen Stuten gesattelt waren, saßen wir vor dem Hof auf. Also.. alle, bis auf Jojo, die führte Tautou nämlich, denn mit Gips ließ es sich eher suboptimal reiten. Ich selbst nahm Esteem neben Zairina an die Hand, Every hatte ich ihrer Züchterin Elena angedreht.
      Kaum hatten wir den Hof hinter uns gelassen, trat das ein, was ich schon viel früher voller Furcht erwartet hatte: „Na, Zai, wer war das denn?“, „Deshalb wolltest du uns also los werden?“, „Du hast uns gar nicht vorgestellt!“, „Erzähl doch mal ein bisschen!“ ich setzte mich an die Spitze der Truppe und tat, als würde ich die schnatternden Stimmen nicht hören, doch schnell war ich wieder eingeholt und so ergab ich mich meinem Schicksal und erzählte, was ich so von Hugo wusste. „Aber bitte verhaltet euch ihm gegenüber nicht, als wüsstet ihr das alles schon!“, setzte ich am Ende noch hektisch an, unsicher, ob meine Freundinnen mir noch zuhörten.
      Nachdem die vieren sich wieder beruhigt hatten, war es eine gemütliche Schrittrunde und somit optimal, um Every und Esteem mal wieder ein bisschen was vom Nationalpark zu zeigen, hatte sich das Training mit den Jungstuten während der Turniersaison doch eher sporadisch gehalten.
      Nach und nach verabschiedeten wir uns, als wir auf dem Rückweg am Pine Grove Stud, der Nahanni Rivers Ranch und Townsend Acres vorbei kamen. Als Elena uns an der letzten Weggabelung verließ, stieg ich ab und ging das letzte Stück zu Fuß, zwei Pferde an der Hand waren mir vom Rücken eines dritten dann doch zu waghalsig gewesen.

      Als mein Hof in Sicht kam, trat eine kurze Panik ein, da ich auf dem Reitplatz ein Pferd entdeckte. Gleich darauf machte ich aber auch Hugo auf dem Rücken von Soul Eater aus und die Panik legte sich. Ich würde mich wohl erst noch daran gewöhnen müssen, dass ich nun nicht mehr alleine auf dem Hof war. Ich versorgte die drei Stuten und brachte sie anschließend zu den übrigen auf die Weide, ehe ich mich an die Bande des Reitplatzes lehnte. Der junge Mann saß heute das erste Mal auf dem Rücken des temperamentvollen Hengstes und noch schienen die beiden nicht zu harmonieren, doch Hugo ließ sich von den Buckelattacken des Schecken nicht verunsichern. Ebenso wenig von mir, war ich doch diejenige, die ihn bezahlte. Ich war mir nicht sicher, ob ich so ruhig geblieben wäre, wenn die Situation andersrum stattgefunden hätte. So aber konnte ich mich sorglos in den Weststall verziehen und mich Eisvogel widmen. Der Isländer und ich hatten eine eher durchwachsene Saison hinter uns und ich hatte schon mehrfach überlegt, ihn in den Ruhestand zu schicken, doch auf der anderen Seite war er doch erst fünfzehn Jahre alt und noch immer ein Prachtkerl.
      Heute longierte ich ihn nur eine Runde und traf anschließend im Stall auf Hugo, der gerade Soul Eater absattelte. „Und, Kampf gewonnen?“, scherzte ich und der Blondhaarige rang sich ein Lächeln zu seiner Antwort ab: „Oui, es ‘at ganz gut geklappt für das erste Mal“ Dass er kein großer Geschichtenerzähler war, hatte ich bereits festgestellt. Dafür hatte er diese fast schon gruselig ruhige Art, die ihn immer besonnen und gelassen wirken ließ. So verlief die restliche Zeit im Stall ruhig, wir brachten die Hengste auf die Weide und bereiten bereits die abendlichen Futterrationen vor. Ich war zugegebenermaßen tief beeindruckt, dass er noch fast alle Futterpläne auswendig konnte, obwohl er das letzte Mal vor zwei Wochen hier gewesen war. Das konnte nicht mal ich, dafür hatte ich sie ja schließlich aufgeschrieben. Zu zweit ging das Ganze auch wesentlich schneller von der Hand, als alleine und so, und auch, weil Hugo angeboten hatte, die Pferde am Abend wieder in die Ställe zu holen, konnte ich mich nachmittags noch an den Schreibtisch setzen. Der Papierkram war in letzter Zeit liegen geblieben; ich hatte es ziemlich vor mir hergeschoben, doch so langsam war mein Schreibtisch nur noch zu erahnen und so musste ich ran. „Ich sollte ernsthaft in Erwägung ziehen, jemanden für den Papierkram einzustellen..“, überlegte ich mir, doch davor wollte ich Alex nochmal einladen, es war schon eine Weile her, dass wir uns das letzte Mal gesehen hatten.
    • Zaii
      Winterwonderland
      Pflegebericht, 02. Januar 2017

      „Schnee!“, schwärmte ich verliebt, während ich Dakan putzte. Hugo, der neben mir gerade Adrian fertig machte, konnte da nur den Kopf schütteln. Für die Kanadier, mit denen ich auf meinem Hof lebte, war meine Freude über die weiße Pracht nicht nachvollziehbar, schließlich gab es hier wirklich mehr als genug davon und das auch schon seit mehreren Wochen. Trotzdem würde es erst mein zweiter Winter in Kanada werden und gerade um die Weihnachtszeit und Silvester barg dieses Wetter einen ganz besonderen Zauber für mich.

      „Nun hast du ja erstmal Ruhe vor mir“, witzelte ich, als ich das Vollblut aus dem Stall führte. „Oui, merci“, gab mein Bereiter in gewohnt kühler Art zurück und widmete sich wieder dem gescheckten Andalusier, den er gleich in die Halle führen würde, um ein paar Dressurlektionen abzurufen. Im Winter stand vor allem das Wiederholen von Dingen an, die die Tiere bereits kannten, sodass man anschließend langsam darauf aufbauen konnte und sie im Frühjahr bereit für eine neue Turniersaison waren.

      Für Dakan und mich stand heute ein einfacher Spaziergang auf dem Plan.
      Genau wie auch sein Weidekumpane Dreamie, lernte Dakan momentan Sattel und Zaumzeug kennen und bald wollte Gwen vorbei schauen, um mich dabei zu unterstützen, wenn ich mich das erste Mal auf die Rücken meiner nicht Nicht-mehr-so-jung-Hengste schwingen würde. Trotzdem durften die Vierjährigen an vier Tagen der Woche ihre Jugend genießen und so schlenderten Dakan und ich heute von Crescent Acres durch die Waldwege zur Nahanni Rivers Ranch und weiter. Zwischen dem Pine Grove Stud und Townsend Acres kamen uns Alex und Theo entgegen, die gerade mit Ani und Ima einen Spaziergang unternahmen.

      Meinen Weg setzte ich mit einem Lächeln fort. Im letzten Monat war viel passiert! Hugo hatte sich super eingelebt (bisher hatte ich ihn auch vor Elisa beschützen können), außerdem war das zweite Mitarbeiterhaus vor drei Wochen bezogen worden, von Alex und Theo. Dieser hatte sich im November selbstständig gemacht, in Kooperation mit meinem Hof, und es war wirklich schön, nun auch meine Freundin Alex in greifbarer Nähe zu haben. Außerdem war es super, eine weitere Person zu haben, die mir bei den Pferden half und der das Wohl der Tiere genauso am Herzen lag. Und dann war da ja noch Friedrich! Das beste Weihnachtsgeschenk, das Alex ihrem Freund hätte machen können. Friedrich war ein zehn Wochen alter Dalmatinerwelpe mit wenigen, kleinen braunen Flecken und einem komplett braunen Ohr. Obwohl ich mehr der Katzenmensch war, musste auch ich zu geben, dass dieses kleine Ding wirklich herzallerliebst war. Mit seiner neugierigen und freundlichen Art in Kombination mit seinem Welpencharme, wickelte er wirklich jeden um den Finger. Und er hielt den Hof auf Trab! Das war die meiste Zeit ganz schön, allerdings wusste ich schon jetzt, dass ich bei meinem nächsten Kater froh sein würde, dass der Kleine nicht in mein Wohnzimmer pinkeln würde, wenn ich nicht rechtzeitig aus dem Bett kommen würde.
      Friedrich lernte von Beginn an den Umgang mit den Pferden und ich hoffte, dass er sich gut anstellen würde, sodass er eines Tages auch ein zuverlässiger Reitbegleithund sein würde.

      Zurück auf dem Hof entließ ich Dakan auf die Weide, wo bereits Dreamie auf ihn wartete. Der Hannoveraner und das Vollblut verstanden sich super, den alterstypischen Zoffereien schenkte ich keine übermäßige Bedeutung. Auf meinem Weg zum Oststall traf ich auf Hugo, der Adrian nach getaner Arbeit ebenfalls auf die Weide entließ. Eingepackt in dicke Decken hielten es die Pferde den gesamten Tag draußen aus.

      Im Stallgebäude traf ich wieder auf unser Hof-Pärchen. Friedrich saß rutewedelnd vor der Tür, wenn auch Theo ihn jede zweite Minute an sein Kommando erinnern musste.
      Das Falabella war mit dem Tinker bereits auf der Weide und auch Talitha und Already wurden gerade zu dem ungleichen Paar geführt. Die Stuten gaben eine bunt gemischte Herde ab und bis auf gelegentliche Rangeleien blieb es auch ruhig.
      Während Alex und Theo sich den jüngsten Pferden meines Hofes annahmen, überließ ich meinem Bereiter Hugo Soul Eater. Seit ihrer ersten Begegnung hatten sich die beiden zu einem durchaus ansehnlichen Paar entwickelt und verstanden sich mittlerweile durch kleinste Hilfen und Signale.
      „Viel Spaß“, wünschte ich Esteem und Everybody’s Dream, als die Stuten aus dem Stall geführt wurden. Sie würden heute auf dem Platz longiert werden, während das Irish Draught mit seinem Reiter in die Halle gehen würde. Auf die Geländestrecke ließ ich zurzeit niemanden, zu hoch war mir die Gefahr, dass bei dem gefrorenen Boden etwas Schlimmes geschehen würde.
      Ich für meinen Teil machte mich daran, die Boxen nach einander zu misten und bereits die abendlichen Heurationen zu verteilen. Das würde die Arbeit heute Abend kürzen.

      Während meine Mitarbeiter noch mit den Pferden beschäftigt waren, stibitze ich Friedrich aus der leeren Box, in der Theo ihn gelassen hatte, während er Esteem beschäftigte, und verzog mich mal wieder ins Büro. Bei dem Wetter natürlich mit kuschligen Socken und einer heißen Tasse Tee! Alex hatte sich interessiert gezeigt, mich beim Papierkram zu unterstützen, doch dafür musste ich alles erstmal in eine vorzeigbare Ordnung bringen. Tja, erst das Vergnügen, dann die Arbeit! Aber Friedrich, der sich neugierig in dem Raum umsah und alles an schnüffelte, war eine willkommene Abwechslung. Zwar war ich nicht übermäßig produktiv, aber die Zeit verging wie im Flug! Wie lange es wohl dauern würde, ehe Theo voller Panik durch die Tür stürmen würde, weil er den kleinen Kerl auf dem ganzen Hof nicht entdecken konnte?
    • Zaii
      Morgendliche Routine
      Pflegebericht, 02. Juni 2017

      „Wer hat sowas auch erfunden?“, fluchte ich leise vor mich hin, als ich Hugo Eisvogels Zügel übergab. Der Hengst sollte diesen Sommer wieder auf einigen Turnieren des Gangreitens vorstellen, damit vielleicht der ein oder andere Stutenbesitzer auf ihn aufmerksam wurde. Der einzige Nachteil am Gangreiten? Das Gangreiten. TrotzLehrgängen hatte ich mich noch immer nicht so richtig in diese seltsamen Isländer-Gangarten eingefunden und so überließ ich es bei fast jedem Training früher oder später Hugo, der sich damit zumindest leichter tat als ich mir. Trotzdem würden wahrscheinlich weder Tölt, noch der Rennpass jemals seine Lieblingsgangart werden.
      So überließ ich den dunklen Hengst meinem Bereiter und machte mich stattdessen daran, die restlichen Frühstücksrationen zu verteilen, denn zu Eisvogels Bedauern, hatte ich ihn heute bereits vor dem Frühstück zur Arbeit gebeten, denn zu dieser Zeit waren die Temperaturen noch angenehm und sowohl für Pferd, als auch für Reiter, auszuhalten.
      Die Pferde standen momentan meistens rund um die Uhr auf der Weide, nur bei Gewittern oder, wenn es ein sehr heißer Tag war, kamen sie in die schützenden und kühlen Ställe. Auch heute sollte ein heißer Tag werden, der definitiv nach Elisas Pool und nicht nach Platzarbeit schrie. So füllte ich alle Heuraufen auf und mischte für die Turniergänger und Spezialisten zusätzliches Futter zusammen, welches ich in den jeweiligen Boxen verteilte. In einigen Stunden sollten die Pferde der Temperatur wegen dann in ihre Boxen umziehen.

      Als ich gerade dabei war, die kleine Weide neben dem Gutshaus abzuäppeln, riss mich ein „Schönen guten Morgen“, aus meinen Gedanken, gefolgt von einem leisen Bellen von Friedrich, der auf mich zu gerannt kam. Auf dem Weg standen Alex und Theo, die Everybody’s Dream und Esteem mit auf die morgendliche Gassirunde des Dalmatiners nahmen. Ich winkte dem Pärchen zu und widmete mich dann Friedrich, der sich voller Freude seine Streicheleinheiten abholte. Elena und Elisa waren zum Glück nirgends zu sehen, denn ihnen war ich momentan laut eigenen Angaben zu weich und folglich war ich Anti-Zai. Bei dem Gedanken stahl sich mir ein Schmunzeln auf die Lippen und als Theos Pfiff ertönte, schickte ich den Hund zu seinem Besitzer zurück, um mit meiner Arbeit weiter zu machen, bevor es unerträglich wurde, sich in der Sonne aufzuhalten.
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  • Album:
    Jungtiere
    Hochgeladen von:
    Zaii
    Datum:
    5 Dez. 2016
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  • Pferdename Esteem
    Rufname Emie, Milka

    Von Flavor of the Month

    For Given x Pentana
    Aus der Epona

    Damn Thing x Dorioko

    Rasse Hannoveraner
    Geschlecht Stute
    Geburtsdatum 06. Juni 2014
    Farbe Braunschimmel
    Stockmaß im Wachstum, wird etwa 167 cm

    Esteem ist eine schüchterne junge Stute, die immer erst überredet werden möchte, ehe sie sich an neue Dinge wagt. Hat sie sich aber einmal dazu entschieden, so blüht die Zweijährige richtig auf und es macht Spaß, sich mit ihr zu beschäftigen.

    Sie und ihre Freundin Everybody's Dream sind ein Herz und eine Seele, scheinen sie sich doch gegenseitig Mut zu zusprechen, wenn sie sich in einer neue Situation befinden.

    Besitzer Zaii
    Ersteller Elii - Gut Sanssouci
    Vorkaufsrecht Elii

    Eingeritten Nein
    Einsatz voraussichtlich Springen, Military & Dressur

    SW 428

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    Letzter Tierarztbesuch 12. Juli 2015
    Letzter Hufschmiedbesuch nicht bekannt

    Offizieller Hintergrund