Gwen

Ensnare the Sun

Paint Horse ♀

Ensnare the Sun
Gwen, 13 Jan. 2018
Calypso, Elii und Zaii gefällt das.
    • Gwen
      Trainingsbericht 03.Dezember 2014 - Western E auf A
      © Veija

      Heute war ich mal zu einem etwas anderen Auftrag unterwegs. Ich sollte Esnare the Sun in Working Cowhorse ausbilden. Nicht alle Pferde waren dazu geeignet, weshalb ich natürlich mit vollem Elan bei der Sache sein würde und auch schon etwas organisiert hatte. Ich hatte Fynja gesagt, sie solle mit der fertig gesattelten Stute auf dem Hof stehen. Als ich auf den Hof auffuhr, sah ich sie auch schon. Ich stieg aus und wir begrüßten uns kurz, ehe wir die Stute einluden. Ich hatte einen Amerikanischen Trailer, in den man Pferde gesattelt stellen konnte.
      Unser Ziel war eine nahe gelegen Halle, in die ich ein paar Rinder gestellt hatte. Ein Freund von mir hatte mir geholfen die Tiere hierher zu bringen. Er saß auch als Turnback-Rider auf einem seiner Pferde, um mir zu helfen- es waren auch seine Rinder. Gemeinsam mit Fynja lud ich die Stute aus dem Trailer und brachte sie in die Halle. Missmutig beäugte sie die Rinder. Doch daran wagten wir uns noch gar nicht. Ich wollte sie zu erst einfach ein wenig im Beisein der Tiere longieren. David sollte nur aufpassen, dass keines an die Stute rankam. Wenn sie sich jetzt schon zu Tode erschrecken würde, hätte niemand Etwas gewonnen. Das Longieren klappte allerdings sehr gut, auch wenn sie etwas stocken und misstrauisch lief. Fynja hatte es sich auf der Bande bequem gemacht und fing die Longe, die ich ihr zuwarf ehe ich mich in den Sattel schwang. Zunächst ritt ich ein paar einfache Bahnfiguren, um sie lockerer zu machen, ehe ich sie frontal auf die Runder zusteuerte und eines sich einfach provokant vor sie stellte. Das war hart, für die unerfahrene Stute und David war schon auf dem Weg, um es wegzutreiben. "Lass..", sagte ich knapp und trieb die Stute vorwärts. Sie sollte lernen, dass die Rinder vor ihr weichen sollten, auch wenn das hier alles andere als der optimale Einstieg war, so war ich dennoch voller Zuversicht, dass sie das schaffen würde. Zu meiner Verwunderung ging sie wirklich langsam vorwärts, blieb dann aber ruckartig stehen und scharrte einmal stark mit einem der Vorderhufen. Erschrocken sprang das Rind weg und wollte rechts an ihr vorbei. Ich nutzte die Chance, lenkte sie nach rechts und drückte mein linkes Bein feste in ihren Bauch. Erschrocken sprang sie nach rechts und blockierte dem Rind den weg, welches abdrehte und im 90° Winkel von uns weglief. Sofort gab ich Sunny passende Hilfen, damit sie ihm nachgaloppierte, was sie dann auch tat. Stoppen konnte die Stute schon ein wenig, weshalb ich das auch ausnutzte und etwas machte, was wohl nicht so gern gesehen war. Doch so trainieren vor allem die Amerikaner ihre Pferde: Das Rind lief parallel zu uns. Ich nahm die Zügel ein ganzes Stück kürzer und in zwei Hände, ehe ich den linken Zügel ruckartig nach hinten zog, so dass sie ihren Kopf stark nach links beugte, ehe ich gleichzeitig die Hilfen zum Stop gab. Esnare schlitterte also quer vor das Rind, welches erschrocken stehen blieb und genau in die andere Richtung lief. Nun war ich wirklich überrascht. Ohne auch nur den Ansatz von Hilfen sprang Esnare dem Rind hinterher und drängte es an die Bande, ehe ich ihr wieder half, es in die andere Richtung zu treiben. Ich nickte David zu und er übernahm, so dass ich zu Fynja reiten konnte. "Sie ist ein Naturtalent!", sagte ich ihr freudig und schwang mich von ihrem Rücken. Ich hielt Fynja die Zügel hin. "Hier, versuch mal. Sie macht vieles von selbst. Halt dich nur fest und fall nicht runter!", mahnte ich sie lächelnd und half ihr in den Sattel. Esnare the Sun und Fynja waren ein tolles Team, weshalb ich beschloss, David, Sunny und Fynja noch ein wenig weiter trainieren zu lassen. Esnare durfte nun in der LK4 starten. Somit war mein Ziel erreicht. Lächelnd verabschiedete ich mich von Beiden und setzte mich in den Wagen. David würde Esnare und Fynja nachher heimbringen, weshalb sie meinen Hänger nicht mehr brauchten und ich nach Hause fuhr.
    • Gwen
      Pflegebericht 28. Februar 2015 - Festspielkurs

      Gähnend trank ich meinen Milchkaffee aus und scheuchte dann auch Elisa vom Frühstückstisch hoch. „Los! An die Arbeit“, murmelte ich noch halb verschlafen und gemeinsam wanderten wir Richtung Haustür. Es war erst kurz nach sechs Uhr morgens, aber heute wollten die Teilnehmer des Festspielkurs‘ kommen und vorher war noch eine Menge zu erledigen. Zu aller Erst mussten wir die vier Boxen herrichten, das bedeutete auskehren, einstreuen, Lecksteine und Heunetze aufhängen. Als wir damit fertig waren, kümmerte sich Elisa darum, die vier eventuellen Gästezimmer herzurichten, während ich gemeinsam mit Joline in die Halle verschwand und dort die Grundlagen für die erste Einheit aufbauen wollte. Nachdem die Stangen und Hütchen an ihrem Platz waren, verließ ich zufrieden die Halle und gönnte mir noch eine kleine Pause, welche aber nicht sehr lange währte, denn bereits fuhr der erste Wagen samt Anhänger auf das Gestüt.
      Es handelte sich um Fynja. Ich nahm sie herzlich in Empfang und half ihr direkt beim Ausladen ihres Pferdes. Auf dem kurzen Weg zum Stall stellte sie mir begeistert ihre Paint Horse Stute Ensnare the Sun vor. Nachdem die Stute zufrieden in der großen Box stand, leitete ich Fynja weiter an Elisa, welche ihr das Gästezimmer zeigen würde, denn der nächste Gast war bereits auf dem Weg zum Parkplatz. Auch Alicia Grey begrüßte ich herzlich auf unserem Gestüt und es war schön, bekannte Gesichter wiederzusehen. Aus ihrem Anhänger dröhnte ein lautes Wiehern und jemand stapfte wütend auf. „Das ist typisch Rusdmo Remi“, erklärte Alicia seufzend und wir hatten zu tun, den übermütigen Fjordhengst heile aus dem Hänger zu bringen. Sowohl Alicia als auch ich waren froh, als er endlich sicher und wohlbehalten in seiner Box stand und ich Alicia ihr Zimmer zeigen konnte.
      Die anderen beiden Teilnehmerinnen ließen auf sich warten, aber Alessia hatte bereits geschrieben, dass sie im Stau stand und ich vermutete stark, dass es Verena nicht anders ging. Und ich sollte Recht behalten: Kurz vor 10 Uhr kamen die beiden fast zeitnah an, so dass ich Matthew aus dem Stall scheuchte, damit er Verena und ihren Wallach Gipsy übernahm, während ich Alessia begrüßte. Alessia hatte eine kleine, todschicke Shetlandponystute namens Nymeria mitgebracht und ich war schon sehr gespannt, mit ihr zu arbeiten.
      Als nun endlich alle Teilnehmer anwesend waren, verkündete ich, dass wir uns in einer halben Stunde unten im großen Saal treffen würden. Vorbildlich wie immer waren alle pünktlich und saßen bereits am Tisch, als ich eintrat. Ich begrüßte sie herzlich und sprach die üblichen einleitenden Worte, ehe ich nach Fragen fragte und direkt mit allerhand beworfen wurde. „Warum haben wir eigentlich ein eigenes Zimmer? Ich dachte der Kurs geht nur einen Tag?“ – „Wie sind die Einheiten aufgebaut und wie lange gehen sie in etwa?“ – „Haben wir die Möglichkeit, unsere Pferde vorher noch einmal auszulasten?“ – und und und …
      „Pause!“, rief ich grinsend und atmete kurz durch. „Also: Ihr habt ein Zimmer, weil ihr den ganzen Tag hier verbringen werdet und vielleicht auch eine Pausen machen möchtet oder eure Privatsphäre nutzen wollt. Um eure Pferde braucht ihr euch keine Gedanken zu machen. Alle Boxen haben einen großen Paddock, so dass die Vierbeiner genügend Bewegung bekommen und zum Ablaufplan kommen wir jetzt“, endete ich und drückte jedem Teilnehmer ein A4-Blatt in die Hand.
      So besprachen wir die kommende halbe Stunde den Ablauf des Tages und ich beantwortete noch zig Fragen. Für nur vier Teilnehmer waren sie wirklich gesprächig, aber das lag auch daran, dass alle vier nicht das erste Mal hier waren, sondern bereits schon öfter an WHT-Veranstaltungen von mir oder Elisa teilgenommen hatten. So wussten sie, dass sie guten Gewissens fragen konnte, ohne Angst vor einer doofen Antworte zu haben. „Gut! Um 12 treffen wir uns alle in der Halle, also macht‘ bitte eure Pferde vorher fertig. Wir werden erst einmal vom Boden aus arbeiten, also reicht eine Zäumung. Ich bevorzuge ja das Knotenhalfter, wem es aber mit Trense oder normalen Halfter lieber ist, kann auch das nutzen“, damit verabschiedete ich mich von den Teilnehmern fürs erste und huschte ins Büro, um alles für die erste Einheit vorzubereiten.
      Pünktlich um zwölf tummelten sich die vier Paare in der Halle. Sie waren alle etwas eher gekommen und auch ich war schon etwa dreiviertel da gewesen und hatte noch hier und da etwas aufgebaut. Das hatte jedoch lediglich dem Vorwand gedient, dass ich die Reiter und ihre Pferde beobachten wollte. Ich hatte in diesem Kurs ein sehr gemischtes Repertoire an Pferden, wobei schnell eines feststand: alle waren ängstlich und hegten gegenüber neuen Dingen kein sonderlich großes Vertrauen in ihre Besitzer, außer das Quarter von Verena.
      „Super Voraussetzungen“, murmelte ich leise und warf in Gedanken schon einmal einen Großteil meines Planes um, denn der hatte Pferden gegolten, die bereits weiter waren als die vier, die man hier nun sah. Mir blieb jedoch nichts anderes übrig, als auf meine Kunden einzugehen. Nun nützte es aber nichts und innerhalb von Sekunden baute sich vor meinem inneren Auge bereits der Grundriss eines neuen Plans auf.
      „So meine Lieben! Unsere erste Stunde soll eindeutig unter dem Motto der der L’s stehen: Love, Language und Leadership. Das sind drei Worte, bei welchem wir immer der Meinung sind, wir wüssten ihre Bedeutung und würde diese zu unserer Genugtuung auch erfüllen, aber wenn man sein Handeln wirklich einmal kritisch betrachtet, ist dem wirklich so?“, leitete ich meine Kunden in unser heutiges Thema ein und erklärte ihnen in etwa einer Viertelstunde die grundlegenden Regeln, nach welchen wir heute arbeiten würden.
      „Respektiert euer Pferd und es wird auch euch respektieren. Überfordert es nicht, sondern konzentriert euch wirklich darauf, aktiv Pausen einzusetzen. Mit Zwang erreicht man recht wenig, gebt eurem Pferd immer die Möglichkeit einer Wahl.“
      Da ich der Meinung war, bei Verena und Gipsy würde ich am ehesten etwas in der Form, wie ich es sehen wollte, zeigen können, begann ich mit ihnen. Die beiden besaßen ein inniges Verhältnis zueinander und man sah direkt, dass Gipsy seinem Menschen vertraute. Schon während des Beginns war er der einzige gewesen, der ruhig, mit einem angewinkelten Hinterbein, neben seiner Besitzerin gestanden hatte.
      Verena wusste, dass er nur mitarbeiten würde, wenn sie gemeinsam zusammen arbeiteten. Das hieß also auch, dass sie ihm ihre volle Aufmerksamkeit widmete und ihn für voll nahm. Ich ließ die beiden einige Grundlagen der Bodenarbeit durchgehen: das einfache Führen, das Anhalten mit durchhängenden Seil, das Rückwärtsrichten, das Weichen. All das funktionierte bei beiden gut. Nur beim Rückwärtsrichten war Verena immer noch dazu verleitet, leicht am Seil zu zupfen.
      „Lass das Seil mal wirklich komplett locker durchhängen und konzentriere dich lediglich auf deine Körpersprache und ganz wichtig: keine Seitenblicke zu Gipsy“, meinte ich grinsend und ließ die beiden die Übungen noch einmal durchgehen und schon lief Gipsy viel eher und mit mehr Elan rückwärts. „Gut! Und diese Übungen möchte ich nun auch von euch anderen sehen und zwar mit möglichst wenig Ausübung von Druck“, das war leichter gesagt als getan und ich hatte schon jetzt alle Hände voll zu tun.
      Alessia und Nymeria hatten nicht viele Probleme, doch da lag es vor allem daran, dass Nymeria schlichtweg klein war. „Lass deiner Stute Raum für eigene Ideen! Nur weil sie klein ist, heißt das nicht, dass sie keine hat“, erklärte ich lächelnd, denn Nymeria war es anscheinend gewohnt, dass man sie sowieso hätte leicht zur Seite drücken können und reagierte dadurch natürlich sofort und zwanghaft. „Außerdem soll sie mit der Konzentration vollkommen bei dir sein und nicht irgendwo anders, aber das geht nur, wenn auch du ihr die volle Aufmerksamkeit schenkst“, erklärte ich. Das war auch der Grund, warum jetzt schon so vieles in der Halle stand. Ohne die ganze Ablenkung hätte es sicherlich besser geklappt, aber dann hätten die Pferde auch keine andere Wahl gehabt, als sich auf den Menschen zu konzentrieren – es gab ja nichts anderes.
      Mein größtes Sorgenkind heute war Remi. Zu Beginn hatte er permanent Kreise um Alicia gezogen und an Stillstehen war gar nicht zu denken und so sahen natürlich auch die Übungen aus. „Alicia! Bleib einfach fest auf deinem Punkt stehen, entspann dich, atmete tief ein und aus. Du musst der Ruhepol für Remi sein. Seine Schutzzone, in der er sich sicher fühlen kann. Das geht aber nur, wenn du dich selber wohl fühlst“, erklärte ich ihr ruhig und gemeinsam arbeiteten wir erst einmal an ihr. Diese Ruhe übertrug sich dann auch allmählich auf den aufgebrachten Remi, der anfangs noch fleißig seine Runden um Alicia drehte, dann aber langsam und sicher ruhiger wurde, als er merkte, dass sie nicht mehr die ganze Zeit versuchte ihn zu halten und mit Worten zu beruhigen. Es dauerte wirklich lange, aber dann kam endlich Ruhe und Entspannung in das Paar.
      In der Zwischenzeit war ich bei Fynja und Sun gewesen. Die Stute hatte eigentlich kein großes Problem, denn sie war nur ängstlich. Das große Problem lag darin, dass sie diese Angst in Aggressionen zeigte. Natürlich war Sun dieses ganze Tamtam in der Halle direkt zu viel und ich hatte sie bereits mehrmals steigen und bocken sehen. Auch bei Fynja bat ich darum, dass sie selber aufhörte, das Pferd so massiv mit ihren Gesten und Worten unter Druck zu setzen und stattdessen einfach selber zu entspannen und Sun dazu einzuladen. Bei den beiden dauerte es gar nicht so lange und Sun akzeptierte die neue Schutzzone und war sichtlich froh darüber, so dass auch sie die Übung bald ganz gut bewerkstelligen konnten.
      Mein Zeitplan war trotzdem über den Haufen geworfen, denn wir hatten eigentlich nur noch zehn Minuten, aber das ließ ich mir nicht anmerken. „Gut. Nachdem die Grundlagen klappen und die Pferde sehen, dass sie bei euch sicher sind, wollen wir einfach mal eine Runde durch die Halle drehen und ihnen die neuen Dinge zeigen“, erklärte ich und setzte mich in Bewegung, mein Kurs folgte mir im Entenmarsch. Wir liefen erst eine große Runde rundrum und gingen dann die einzelnen Hindernisse ab. Gipsy ließ ich ganz vorne laufen, da er doch recht entspannt war und Verena sofort folgte. Danach kam Nymeria, die anfangs zögerte, aber sobald sie sah, dass Gipsy keine Angst hatte, ihm brav hinterher lief. Das hatte zur Folge, dass auch Remi und Sun sich nach einiger Zeit trauten und die Hindernisse ohne schreckhaftes Zurückspringen oder ähnliches zu betrachten.
      Wir hatten ein wenig überzogen und dafür entschuldigte ich mich vielmals, aber die meisten schienen es nicht sonderlich schlimm zu finden. „Gut, ihr könnt eure Pferde jetzt erst einmal zurück in den Stall bringen. Dort steht euch auch Matthew mit Rat und Tat beiseite! Dann erst einmal eine kleine Pause. Danach geht es mit den Einzelstunden los: jeder eine halbe Stunde. Wir beginnen 14 Uhr mit Verena und Gipsy“, sprach ich die Abschlussworte, beantworte noch die ein oder andere Frage, ehe die Halle verlassen war, so dass ich mir auch erst mal einen Kaffee gönnen konnte.
      Verena hatte Gipsy bereits vorbildlich aufgewärmt mit leichten und lockeren Übungen und einigen Dehnungen. Die beiden waren auf jeden Fall keine Frischlinge mehr auf dem Gebiet und es freute mich, zumindest mit einem Paar wirklich an den Festspielen arbeiten zu können. Dementsprechend widmeten wir uns in der Einzelstunde nur kurz den aufgebauten Dingen, ehe wir uns daranmachten, die für Festspiele grundlegenden Dinge einzustudieren: Wichtig dafür waren zum einen, dass Verena auf dem Pferd „alles“ machen konnte, ohne das Gipsy auch nur Notiz davon nahm. Sie setzte sich verkehrtherum drauf, streckte sich, duckte sich, trug eine Fahne mit sich und und und. Dann ließ ich mir meinen Braunen Altair holen und wir übten das gemeinsame Nebeneinander- und Hintereinanderreiten. Gipsy durfte nie drängeln und sollte immer im Gleichschritt mit Altair bleiben. Das gelang uns beiden tatsächlich richtig gut und man spürte förmlich das Vetrauen, was auch Verena ihrem Wallach entgegen brachte und was diesen erst selbstbewusst machte. Leider war die halbe Stunde schneller rum als gewollt und schon stand Fynja mit Ensnare vor der Tür.
      Die Scheckstute war sichtlich aufgeregt, als sie dann alleine in der großen Halle mit all diesen gruseligen Dingen stand. Ich bat Fynja deswegen, Ensnare erst einmal frei laufen zu lassen. Sie sollte sich ruhig alles in Ruhe anschauen. Derweil erklärte ich Fynja erst einmal, was wir heute alles gemeinsam machen würden. Sie war sofort dabei und dann ging es daran, weiter das Vertrauen zu Ensnare aufzubauen. Erst führte Fynja sie und zeigte ihr erneut all die Dinge: Sie umrundeten Hütchen, gingen durch Tore und Flatterbänder. Dann stieg Fynja auf und ich führte die beiden erst einmal, ehe ich sie noch einmal alleine reiten ließ. Ensnare zuckte zwar immer noch häufig zusammen, aber wir wiederholten die Übungen so lange, bis Ensnare meistens entspannt wurde, weil sie die Prozedere bereits kannte. Auch mit den beiden hätte ich gerne noch länger gearbeitet, doch es wurde langsam Zeit für den nächsten Kandidaten. Ich ließ die beiden noch einmal in allen Gangarten einmal um die Halle reiten, damit Ensnare die Gegenstände in guter Erinnerung behielt und dann verließen sie mich auch schon und vor der Tür stand Alicia mit ihrem Remi.
      Mit den beiden hatte ich wesentlich mehr zu tun als mit den vorherigen. Remi war wirklich noch sehr scheu und auch nicht sonderlich begeistert von meiner Nähe oder meinen Berührungen, so dass ich den beiden oft nur von der Entfernung Tipps geben konnte. Erst einmal sollte Remi mehr Vertrauen in Alicia fassen und so arbeiteten wir die erste Viertelstunde vor allem daran, ehe es erst überhaupt in Richtung Festspiele gehen konnte. Als das Vertrauen allmählich da war, verlor Remi auch langsam seine Angst vor den gefährlichen Dingen die in der Halle standen und er wurde zunehmend mutiger. Auch mich akzeptierte er von Minute zu Minute immer mehr und ich war langsam gewollt. So konnte ich mitwirken und die beiden, als Alicia auf ihm saß, sogar ohne Probleme durch die Halle führen. Wir machten in der halben Stunde unglaubliche Fortschritte!
      Das letzte Paar war Alessia mit Nymeria. Auch bei den beiden festigte ich noch einmal die Vertrauensbasis durch einige Übungen aus der Bodenarbeit, damit Nymeria sah, dass sie Alessia in jeder Situation ihre Sicherheit anvertrauen konnte. Danach konnten wir loslegen, dass Nymeria alle besonderen Dinge in der Halle kennen und lieben lernte. Anfangs waren wir damit nicht sonderlich erfolgreich und hatten alle Hände voll zu tun, doch nach und nach wurde es immer besser und ich sah Alessia an, wie sehr sie sich selbst über die Fortschritte von Nymeria freute! So konnte ich auch die letzte Einzelstunde mit einem guten Gefühl beenden und traf die vier Paare noch einmal im Stall für ein gemeinsames Gespräch für das weitere Vorgehen. „18 Uhr treffen wir uns alle hier im Stall!“, mit den Worten gönnte ich allen eine einstündige Pause.
      Wieder frisch und hochmotiviert traf ich meine Kursleute dann im Kurs an und wartete dort schon mit Federn, bunten Schleifen und Handmalfarben auf sie. Der Großteil starrte mich entgeistert an, doch ich grinste nur. „Das hier ist ein Festspielkurs, also wollen wir jetzt zum Abschluss ein kleines Festspiel machen!“, meinte ich lachend und verteilte Kostüme für Pferd und Reiter. Die Reiter sollten sich als erstes Umziehen, damit die Pferde sie dann schon in ihrer neuen Kleidung während des Putzens kennenlernen konnten. Dann wurden die Pferde schick gemacht und herausgeputzt. Da die heutigen Kursteilnehmer nicht ganz meinem Ideal entsprachen, hatte ich unsere Parade zwar etwas abgewandelt, aber sie würde dennoch ihre Wirkung entfalten.
      In der Halle trafen wir uns. Dort hatte ich aus den gruseligen Dingen einen ordentlichen Parcours gestaltet, durch welchen wir jetzt marschieren würden. Ravi und ich waren als Indianer und sein Pferd verkleidet und würden die Gruppe anführen, danach sollte Verena kommen, dann Alicia, dann Alessia und zum Schluss Fynja. Ich gab ein Zeichen und meine kleine Schwester schaltete die Musik ein. Sie war nicht sonderlich laut, sondern gab einen entspannten Hintergrund her. Und so liefen wir mindestens zweimal durch die gesamte Halle. Am Anfang hatten sowohl Reiter als auch Pferde allerhand Bedenken, beim zweiten Mal sah das Ganze dann aber schon viel entspannter aus! Zufrieden lobte ich nach dem dritten und gerittenen Durchgang meinen Kurs und kündigte offiziell das Ende dieses Tages an. Alle würden noch ihre Pferde versorgen und dann zum Abendessen eilen, denn ich war bestimmt nicht die einzige mit einem Bärenhunger. Morgen in aller Frühe würden sich alle samt ihrer Pferde wieder auf den Heimweg machen. Der Kurs war also erfolgreich geschafft!
    • Gwen
      Pflegebericht 13.01.2018 - Neues Jahr, neues Pferd

      2018 klopfte an die Tür und brachte einige stürmische und schneereiche Tage mit sich. Wir waren vollkommen eingeschneit gewesen, aber das hatte für ganz Kanada gegolten. Inzwischen hatte man die Schneemassen wieder in den Griff bekommen und so stand heute Morgen auch schon Elena vor meiner Tür. Etwas irritiert lud ich sie nach drinnen ein und bot ihr eine Tasse Kaffee an.
      "Hab ich einen Sattlertermin verpasst?", fragte ich geschockt, denn ich wusste, dass Sinfonie und Pinero demnächst wieder an der Reihe waren, ich aber bisher noch keinen Termin ausgemacht hatte. Dachte ich zumindest. Doch Elena schüttelte grinsend den Kopf. "Ich bin wegen etwas anderem hier. Dafür wirst du allerdings dein Gedächtnis anwerfen müssen: Festspielkurs 2015 sagt dir bestimmt noch was, oder?", und während ich noch vor mich hingrübelte, begann Elena zu erzählen.
      Der Kontext, wie Elena nun in den Besitz eines Westernpferdes kam, erschloss sich mir nicht zu hundert Prozent. Fakt war aber, dass eines der damaligen Teilnehmerpferde nun wieder in ihrem Besitz war. Ensnare the Sun hieß die zwölfjährige Paintstute, die nun schon seit einem Monat in Kanada auf Gut Sanssouci verweilte.
      Elena lag das Pferd schon immer am Herzen und nun hatte es den Besitzer wechseln müssen und da hatte sie nicht lange gezögert. Nur, dass Sun eben nicht wirklich in ihren Stall passte, so zwischen die ganzen Sportwarmblüter. Also kam sie zu mir. Mein Kopf ratterte ununterbrochen, denn natürlich kannte ich Sun noch und sie war eine wirklich sympathische Stute. Außerdem trug sie eine seltene, gefühlt einzigartige Abstammung mit sich und war so ein wahres Goldstück.
      "Sie müsste sowieso erst einmal prämiert werden", erklärte Elena und ich schaute sie erstaunt an. Bei dem Alter und ihrer Vergangenheit hätte ich gedacht, wäre die Stute schon längst gekrönt gewesen, doch Elena schüttelte den Kopf. "Na dann hat sie ja fürs erste schon einmal eine perfekte Aufgabe", meinte ich grinsend und Elena grinste mit. Sie schien sichtlich froh zu sein, die Stute in ihrer Nähe behalten zu können.
      "Das passt übrigens ganz gut, weil Nate vermutlich in ein bis zwei Minuten mit ihr hier sein wird", meinte Elena lächelnd und mir klappte erst einmal die Kinnlade herunter. Wie unglaublich sicher meine Freundinnen immer waren, dass ich ja sagen würde und auf keinen Fall nein, war wirklich unfassbar. Aber statt zu diskutieren, seufzte ich ergeben und folgte Elena hinauf auf den Hof.
      Tatsächlich hörten wir kurz darauf den Automotor und schon erschien der Wagen samt Hänger vor meinem Stall. Ciaran kam heraus und musterte das Szenario auch etwas irritiert. Sein vorwurfsvoller Blick galt jedoch nicht Elena, sondern mir. Dementsprechend schaute ich entsetzt und genauso vorwurfsvoll zurück, immerhin war es Elenas Idee gewesen! Gut, ich hatte zugestimmt... und mich vielleicht auch schon ein bisschen in das Pferd verliebt, welches Nate gerade aus dem Hänger führte. Aber trotzdem!
      "Bitteschön! Äh, sie es als nachträgliches Weihnachtsgeschenk an", meinte Elena und lief zu der Stute, um ihr sanft den Hals zu tätscheln. Sun war ein wahres Prachtstück. Einen Fuchsschecken mit einem so schönen Farbton und einer so schönen Scheckung hatte ich selten gesehen. "Ich danke dir", meinte ich lächelnd zu Elena und nahm Nate das Pferd ab. Die Stute war tiefenentspannt, hatte aber auch nur eine kurze Fahrt hinter sich gehabt.
      Aus diesem Grund stellte ich sie direkt auf die kleinere Weide hinter dem Stall. Bei Gelegenheit würde ich ihr Gesellschaft zum Kennenlernen holen, doch nun durfte sie erst einmal ankommen und sich in Ruhe umsehen. Nun freute ich mich umso mehr auf das neue Jahr und auf unsere nächste Turniersaison. Ein neues Pferd bedeutete immer auch eine neue Aufgabe und das war toll.
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    • Gwen
      Pflegebericht 28.02.2018 - Eisiger Sturm

      Der letzte Tag des Februars begrüßte uns schon morgens mit einer Eiseskälte, die jedem durch die Glieder fuhr. Fast alle Pferde hatten wir heute Morgen eingedeckt, auch wenn ihnen sonst das Winterfell genügte. Es war zudem den ganzen Tag über bedeckt und es schneite ab und an auch.
      Doch gegen 15 Uhr zog es sich stark zu und ein mächtiger Wind kam auf. Ciaran und ich saßen gerade im Büro und waren eigentlich mit der Planung der kommenden Turniersaison beschäftigt, als wir den starken Wind um das Haus pfeifen hörten.
      Sowohl die beiden Hunde, als auch Katze Ivy, hatten sich heute gar nicht großartig aus dem Haus gewagt und so sprangen wir jetzt auch schnell auf, um unsere Schützlinge in den Stall zu holen. Bei so vielen Pferden dauerte das meistens doch ein Weilchen und dementsprechend war nun Eile geboten.
      Ciaran kümmerte sich zuerst um die Stuten, während ich unsere Jüngsten in den Stall holte. Dort begann ich bei den beiden Hengstfohlen Ohnegleichen und Prismatic. Unsere beiden Nachwuchsponys machten sich wirklich schon gut und waren hinsichtlich des Führens sehr unproblematisch. Auch Stolen Dance und PFS' Disparo de Fiasco hatten eine gute Fohlenschule genossen und kamen mit rein.
      Eventuell lag es auch an dem Futter, was in den Boxen auf die Pferde wartete, aber man redete sich als Besitzer ja gerne was ein. Hollybrook's Arce musste ich in der Box dann erst einmal abdecken. Die junge Stute begann schnell zu frieren und so hatte auch sie heute ihre Weidedecke aufbekommen.
      Die Jüngsten standen dementsprechend bereits alle im Stall, so dass ich mich um die Pferde kümmerte, die Ciaran hineinbrachte, während sich draußen das Wetter immer mehr verschlechterte. Ich deckte die Pferde entweder ab oder um, je nachdem wie der Gemütszustand der Vierbeiner war.
      In der Box brauchten sie eigentlich keine Decken, aber da die Temperaturen gerade in den Keller schossen, ging ich lieber auf Nummer sicher. Kurz vor dem Frühling brauchte mir kein Pferd krank werden. Bei den Hengsten Neelix und Kedves sah es aber gut aus. Die beiden waren auch nicht geschoren und konnten so ihren dicken Winterpelz nutzen.
      Sinfonie hingegen wechselte ich die Weidedecke gegen eine dünnere Stalldecke. Sie stand eh relativ weit vorne im Stall und war doch etwas mäkelig, wenn es um Luftzug ging. Bei Ensnare the Sun legte ich auch lieber noch eine Stalldecke auf, denn die Stute war noch nicht gar so lange in Kanada und hatte uns vor allem erst im Winter beehrt, so dass sie keine Chance auf ein dickes Winterfell bekommen hatte.
      Back To Business und Dead Memories waren hingegen hartgesottene Reitponys und konnten ohne Decke stehen. Die beiden widmeten sich bereits zufrieden ihrem Heu. Generell ging das schlechte Wetter den Pferden eher am Allerwertesten vorbei. Inzwischen hatte sich draußen hingegen ein ziemlicher Schneesturm zusammengetan, so dass Ciaran und ich alles noch einmal überprüften und sicher verschlossen, ehe auch wir uns ins Warme verzogen.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.03.2018 - Turnierplanungen

      Obwohl sich Kanada gefühlt noch im tiefsten Winter befand, saßen Ciaran und ich beisammen und nutzten die letzte Kälte für die Planung der kommenden Turniersaison. 2018 stand wieder sehr viel Neues auf dem Plan und spätestens im April sollte es dann endlich wieder losgehen. Und nebenher durfte auch gerne der Frühling endlich mal bei uns einkehren.
      Doch nun widmete ich mich dem Plan, der vor uns lag und noch ziemlich leer aussah. Unsere Standard-Sportpferde würden wie jedes Jahr regulär auf festen und vor allem größeren Events vertreten sein. Es war immer gut, sich dort als Trainer und Züchter zu zeigen. Außerdem wurden so die Pferde bekannt und das schadete auch nie.
      Doch von größerem Interesse waren unsere Turnierneulinge. So beispielsweise Sinfonie, oder Ensnare the Sun, aber auch Pinero und Smoke Cream. Die beiden letzteren würden aufgrund ihrer Ausbildung noch auf Sparflamme laufen. Sie durften erst einmal in aller Ruhe die Abläufe kennenlernen, ehe es ernst werden würde.
      Für unsere Paintstute hingegen visierte ich bereits eine eventuelle Prämierung an, doch vorher würde sie gute Resultate bei den Turnieren bringen müssen. Außerdem liefen wie immer die beiden deutschen Reitponys Back To Business und Dead Memories auf den Turnieren mit. Und damit es auch was für Ciaran gab, standen Kedves und Fagy wie immer auf dem Plan.
      Er liebte die Furiosos und war ganz vernarrt in sie. Aber auch Ceredwen war stets auf Turnieren an seiner Seite. Ich widmete meine freien Wochenenden da ja lieber den Sportponys wie Neelix oder Altair. Das war mehr meine Welt, aber das war ja auch gut so. So glichen wir uns perfekt aus.
      Für die Jüngsten stand dieses Jahr nichts auf dem Plan. Ganz eventuell und wenn es wirklich gut passen sollte, könnte man die Kleinsten auf Fohlenschauen vorstellen, doch zugegebenermaßen hielt ich davon nicht besonders viel und den Stress war das Ganze dann auch nicht wert.
      Also widmeten wir uns nach der Planung lieber noch den eventuellen Sommerweiden für die Jungspunde. Aktuell empfand ich alle eigentlich noch als zu jung und so richtig aufgetan hatte sich in der näheren Umgebung auch noch keine Möglichkeit. Außerdem war unser Kindergarten groß genug, dass wir selbst die Spielgefährten bereitstellen konnten. Das war kein Problem und für den Notfall hatte man auch gute Nachbarn.
      So waren Ciaran und ich letztendlich doch schneller mit den Planungen fertig als gedacht. Und ich freute mich schon auf die wärmeren und grüneren Tage! Man jammerte ja doch gerne über die Wärme, aber ewig Winter und Schnee war dann auch nicht so schön. Und im Gegensatz zu Deutschland hatte man hier in Kanada einen herrlichen Sommer, bei welchem es selten zu warm wurde. Und wenn doch, dann kühlte es über Nacht zumindest gut wieder ab.
      Auf unserem Plan stand nun nur noch die Besprechung der kommenden WHT Events an. Für April war der Osterwanderritt geplant, bei welchem Ciaran und ich eine kleine Gruppe an Reitern durch die kanadische Wildnis begleiten würden. Im Mai wäre dann ein Jungpferdetreffen an der Reihe. Ich war sehr gespannt auf die Resonanz der beiden Events, hatte aber bisher meine Zweifel, dass die Teilnehmerzahlen besonders groß sein würden.
      Aktuell war das Interesse für solche Veranstaltungen doch eher gering. Aber eventuell wurde ich ja dieses Jahr doch noch überrascht. Zumindest hielt die regelmäßige Teilnahme für einige bekannte Gesichter zu Ende des Jahres eine Überraschung bereit, denn Ciaran und ich hatten entschieden, dass Treue schließlich belohnt werden müsse.
    • Gwen
      Pflegebericht 22.05.2018 - Fortschritte

      Smoke Cream war nun schon ein halbes Jahr bei uns im Stall und seither hatte sich auch viel getan. Die Stute sah mittlerweile wesentlich besser aus. Das Fell glänzte, sie war muskulöser geworden und wusste sich immer besser zu bewegen. Zu Beginn hatten wir durch Longenarbeit erst einmal eine körperliche Basis geschaffen. Nebenher hatte sich Smoke Cream auch mit der Bodenarbeit anfreunden müssen, dadurch aber viel an Ausdruck und Selbstbewusstsein gewonnen.
      Inzwischen tasteten wir uns auch schon ein wenig an die Freiarbeit heran, aber nur die einfachen Sachen, um Smoke Cream nicht zu überfordern. Sie wurde nun auch schon geritten, nachdem einmal das Rundumpaket da gewesen war. Wir hatten einen Zahnarzt und einen Ostheopathen kommen lassen. Danach hatte Elena der Stute einen gescheiten Sattel angepasst und direkt eine neue Trense mitgeliefert. Smoke Cream war also bestens ausgestattet in die diesjährige Saison gestartet.
      Da sie in den vergangenen Monaten auch so eine wunderbare Entwicklung durchgemacht hatte, durfte sie bereits einige Turniere besuchen und zeigte sich auch dort von ihrer besten Seite. Begleitet wurde sie dabei immer von Ensnare the Sun, die bei allem super verlässlich war und uns wirklich glücklich machte. Für Smoke Cream war sie die perfekte Stütze bei dem Turniertrubel und so kamen wir mit beiden neuen Stuten bestens voran.
      Auch Ensnare the Sun ging bei uns nämlich regelmäßig Turniere. Zeitgleich wurde sie aber auch von mir für längere Wander- und Distanzritte ausgebildet. Mit der Stute machte mir das mehr Spaß als gedacht und war gespannt, wie sich das weiterentwickeln würde. Heute hatte die Stute hingegen ihren freien Tag, während Smoke Cream mit mir eine lockere Runde ins Gelände gehen würde.
    • Gwen
      Pflegebericht 30.06.2018 - Wellness für die Turnierpferde

      Heute war Samstag, aber statt wie jedes Wochenende auf Turniere zu fahren, hatten unsere Pferde heute frei. Und das hatte auch seinen Grund, denn statt der Turniere stand das Wohl der Tiere im Vordergrund und gute Sportler waren nur so gut, wie sie sich fühlten. So hatten unsere momentanen Turnierpferde dieses Wochenende Pause und ich hatte allerhand Wellness eingeplant. Und nebenher Dinge, die auch einfach erledigt werden mussten.
      Deshalb holte ich mir als erstes Shenandoah von der Weide. Die Stute gehörte zu meinen absoluten Lieblingen und mit kaum einem Pferd ging ich so gern auf Turniere wie mit ihr. Heute jedoch bekam sie Wellness vom feinsten. Zunächst schnitt ich Mähne und Schweif wieder auf eine anschauliche Länge, ehe ich die Stute putzte und dann gründlich abduschte.
      Danach bekam sie die Hufe eingefettet und eine Portion warmes Mash wartete bereits auf sie. Ich ließ sie außerdem draußen am Putzplatz stehen und fressen, so dass sie in der Sonne in aller Ruhe trocknen konnte. In der Zwischenzeit holte ich Ensnare the Sun. Die Hübsche war noch nicht allzu lange bei uns, hatte sich aber wunderbar schnell eingegliedert.
      Auch ihr schnitt ich Mähne und Schweif gründlich, bevor ich sie ordentlich putzte. Nachdem Sun fertig war, brachte ich Shenandoah auf die Weide hinter den Stall, denn mit ihrem Mash war sie bereits fertig.
      Mit Sun ging es auf den Platz wo heute entspanntes Joggen an der Longe anstand. Die Stute war noch nicht allzu lange im Training, weshalb zwei Tage Pause doch zu viel gewesen wären. Deshalb wurde heute trotzdem ein wenig bewegt. Danach bekam aber auch Sun ihre wohlverdiente Dusche und ihr Mash.
      Was man bei Shenandoah maximal an den Beinen gesehen hatte, lohnte sich bei Sun richtig. Denn die fast weiße Stute glänzte nach der Dusche wieder richtig. Ich wartete dieses Mal, bis sie mit ihrem Mash fertig war, ehe ich sie gemeinsam mit Shenandoah wieder auf die Weide brachte.
      Von dort nahm ich mir direkt Ceredwen mit und auch bei ihr musste die Mähne mal wieder geschnitten werden. Ebenso lohnte sich bei ihr das gründliche Abduschen und einiges an Schmutz kam aus dem sonst so weißen Pferd. Ihre Portion Mash nahm sie nur zu gern an und mittlerweile hatte sich auch Ciaran zu uns gesellt.
      Er hatte Sinfonie und Fagy von der Weide mitgebracht und nebeneinander angebunden. Er überließ mir Sinfonie, während er Fagy putzte. Die hübsche Furiosostute war erst vor kurzem bei Elena gewesen, um ihren Sattel neu anpassen zu lassen und während der Wartezeit hatte ihre Züchterin ihr kurzerhand die Mähne gekürzt.
      Also war heute ein Pferd weniger an der Reihe und Ciaran schneller. Dafür stand für Fagy auch Longieren auf dem Plan, so dass ich ihn nach kurzer Zeit mit Sinfonie eingeholt hatte. Mit den beiden Stuten gingen wir danach noch eine kleine Runde um den Hof, ehe beide ihr Mash bekamen.
      Der letzte war Kedves. Ich holte unseren routinierten Sportler von der Weide und ihm erging es wie den Mädels: Mähne schneiden, putzen und abduschen. Aber als Belohnung gab es Mash und ehrlich gesagt hatte ich sowieso das Gefühl, dass die Pferde nichts gegen so viel Aufmerksamkeit hatten.
      Während Ciaran bereits Sinfonie und Fagy weggebracht hatte, machte ich Kedves fertig und brachte ihn auch wieder auf die Weide. Danach hieß es, sechs Eimer von ihrer Pampe zu befreien und zum Trocknen in die Sonne zu stellen. Das war das Schöne am Sommer, alles trocknete sehr schnell.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.07.2018 - Sommerzeit

      Aktuell war es sogar bei uns in Kanada recht warm und der Juli machte seinem Ruf alle Ehre, der heißeste Monat im Jahr zu sein. Dementsprechend schoben wir das Training meist auf die frühen Morgen- und die späten Abendstunden, um so die Pferde und auch uns zu schonen.
      Schon seit Juni waren die Gesuche für Auszubildende und Praktikanten online. Es flogen auch bereits Bewerbungen ein, doch weder Ciaran, noch ich, hatten aktuell die Zeit gefunden, uns die Bewerbungen in Ruhe anzuschauen und Potenzielle einzuladen.
      Wir hatten uns darauf geeinigt, Anfang August die Zusagen zum Vorreiten zu verschicken und noch in diesem Monat jemand passenden zu finden. Und tatsächlich war geplant, dass wir uns heute Abend zusammensetzen würden, um einige Bewerbungen anzuschauen.
      Ciaran war jedoch für heute ausgeflogen, denn für ihn war es mit Sinfonie und Ceredwen aufs Turnier. Meine beiden Schützlinge hatten heute frei bekommen. Dabei war Pinero aktuell ganz gut dabei aufzuholen, was die Turniererfolge betraf. Panino hingegen hatte heute frei, nachdem er sich gestern auf seinem ersten Turnier wirklich mehr als gut geschlagen hatte.
      Es war ein Synchronspringen gewesen und an der Seite von Zais routinierter Stute Lakim hatte er eine wirklich gute Figur abgegeben. Da er aber noch nicht lange bei uns war und erst recht noch nicht lange im Turniersport, wollten wir mit ihm schonend anfangen. So hatte er heute frei und würde morgen nur locker bewegt werden, ehe es dann wieder mit dem Training losgehen würde.
      Darum kamen heute Ensnare the Sun und Smoke Cream nicht herum. Ich hatte beide Stuten von der Weide geholt und bereits geputzt und Sun gesattelt. Smoke Cream würde als Handpferd mitgehen. Seitdem die Vollblutstute bei uns war, hatte sie ganz schön zugelegt und aufgebaut. Das schmale Vollblut war Geschichte.
      Für die beiden stand heute ein wenig Ausdauertraining auf dem Plan. Tatsächlich nahm ich dabei selten Handpferde mit, aber wenn personalbedingt Leute fehlten, musste man nun einmal kreativ werden. Außerdem funktionierte das bei den beiden Stuten einwandfrei, da sie einen ähnlichen Rang innehatten und sich generell vertrugen.
      Auf dem Trainingsplan stand so heute ein eineinhalbstündiger Ritt durch unsere Wälder. Fünfzehn Minuten Schritt zum aufwärmen, danach fünfzehn Minuten Trab und dann eine kurze Pause, ehe noch einmal fünfzehn Minuten Trab und daraufhin fünfzehn Minuten Schritt folgten. Den Abschluss machten fünfzehn Minuten Galopp mit lockerem Austraben und den restlichen Heimweg im Schritt.
      Smoke Cream hatte sich zu einer exzellenten Springerin gemausert, unter anderem auch wegen ihrer Kondition und Kraft. Dementsprechend wollten wir bald vermehrt im Geländespringen starten, doch dafür benötigte sie noch mehr Ausdauer. Ensnare the Sun war durch und durch ein ausdauerndes Pferd und eignete sich so ideal als Begleiterin, somit war die Stute für heute auch versorgt.
      Ich spritzte beide Stuten in Ruhe ab, ehe sie noch ihr Kraftfutter bekamen und danach zurück auf die Weide durften. Von dort schnappte ich mir Fagy und nahm sie mit in den Stall. Sie und ihr Halbbruder unterstanden im Training meist Ciaran, der echt einen Narren an den Furiosos gefressen hatte. So bekam ich Elenas Nachzuchten nur selten zu sehen.
      Nein Spaß, ich hatte sie oft genug an der Backe. So wie heute. Für Fagy stand Longieren mit Stangenarbeit auf den Plan und für Kedves zum Glück nur lockeres Reiten. So war ich mit den beiden Spezialisten schnell durch. Aber es freute mich sehr, Fagys Entwicklung zu sehen.
      Zu Beginn ihrer Zeit hatten wir beide arg lange gebraucht, um warm zu werden, doch mittlerweile war sie ein unglaublich souveränes Reitpferd geworden und ich konnte mich wirklich nicht mehr beschweren. Sie machte sich echt gut.
      Für den restlichen Tag blieb mir nicht mehr viel. Gegen Nachmittag wollte Ciaran wiederkommen und hatte sich für das Geländetraining Shenandoah reserviert. Da die Uhr bereits fast zwölf anzeigte, beschloss ich, mich auch erst einmal ins Büro zurückzuziehen und schon einmal ein wenig Vorarbeit bei den Bewerbungen zu leisten.
      Für heute Abend hob ich mir Aspantau und Khadir auf. Den dreijährigen Vollblüter Aspantau gewöhnten wir momentan ein wenig ans Arbeiten. Zweimal die Woche wurde er longiert, einmal ging er als Handpferd mit ins Gelände und einmal machte ich mit ihm Bodenarbeit oder arbeitete an der Hand, um die Grundlagen an Seitengängen und solche Späße zu erarbeiten.
      Die restlichen drei Tage hatte er frei, denn wir hatten schon bei seinem Kauf entschieden, dem Jungspund noch Zeit zu geben. So durfte er stattdessen aktuell in alles ein wenig hereinschnuppern, ehe es dann für August und September in eine Junghengstherde auf eine große Sommerweide gehen würde, wo er noch einmal richtig entspannt Pferd sein durfte.
      Und Khadir wollte ich heute Abend noch ein wenig reiten. Aufgrund seines Daseins als Deckhengst war das manchmal ein wenig zu kurz gekommen. Er hatte zwar grundlegend eine solide Ausbildung absolviert, aber eben mehr nicht.
      Zu Beginn hatten wir viel an einem gesunden Vorwärts-Abwärts mit aktiver Hinterhand, denn Khadir rollte sich gerne ein und marschierte dann in schönster Arabermanier über den Platz - nur dass wir daran kein Interesse hatten.
      Inzwischen machte er sich aber wirklich gut. Man merkte wie er an Kraft gewann und sich immer mehr auf die Hinterhand setzen konnte. Außerdem war die Anlehnung mittlerweile viel konstanter und weicher, so dass wir schon hier und da ein paar kurze Reprisen in Aufrichtung ritten.
      Und der Hengst hatte wirklich tolle Gänge, man musste sie eben nur aus ihm herauskitzeln. Genau das Vergnügen würde ich wohl heute wieder haben. Aber wir kamen immer schneller zum Ziel, dementsprechend war ich gespannt, was mich heute erwarten würde.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.08.2018 - Ausritt

      Es war bereits spät am Abend, doch dem Tag sah man das nicht an. Noch immer schien die Sonne, auch wenn sie nun tiefer am Himmel stand. Die Grillen zirpten und allmählich erwachte alles wieder mehr zum Leben, denn endlich gingen die Temperaturen herunter und es wurde erträglicher. Es war immer noch unendlich warm, aber man konnte wieder durchatmen.
      Aus diesem Grund holte ich Ensnare the Sun, Sinfonie und Snow White Cassedy von der Weide. Trotz der diesjährigen Hitzeperiode mussten die Pferde bewegt werden, damit sie nicht gänzlich aus dem Training kamen. Leider schaffte man nicht alle Pferde in den frühen Morgenstunden, also musste man sich auch die Abendstunden zu Nutze machen.
      Inzwischen war es 19 Uhr und geplant war ein Ausritt. Ciaran ritt Sinfonie und ich Sun, während Cassedy als Handpferd mitgehen würde. Abgesehen davon, dass die beiden großen Stuten absolute Verlassepferde waren (und Cassedy auch), sollte es sowieso nur eine entspannte Runde werden.
      Also putzten wir fix die drei und sattelten die beiden Reitpferde. Cassedy bekam ein Knotenhalfter um und als Strick nahm ich das Rope. Dank der Länge und Festigkeit war es ideal für Handpferde, so war man wesentlich flexibler als mit einem herkömmlichen Strick. Ein kurzer Pfiff von Ciaran und mir und schon kamen die beiden Hunde um die Ecke angeschossen.
      Clyde und Shiva würden uns begleiten. Bei Shiva war es nur bedingt so, dass sie viel Bewegung brauchte, doch sie liebte die Natur über alles und die Wälder umso mehr. Bei Clyde hingegen war es definitiv der Grund der Bewegung. Unser schlanker Dalmatiner strotzte bei der Hitze trotzdem nur so vor Energie und die musste immerhin irgendwo hin.
      Also machten wir uns zu sechst auf den Weg. Wir hielten uns größtenteils im Wald auf, aber einen Abstecher an den Fluss ließen wir uns nicht nehmen. Nach einer längeren Trabstrecke und einem kurzen Galopp konnten dort die Pferde ihren Durst stillen, die Beine kühlen und etwas plantschen. Das Gleiche galt für die Hunde und alle Vierbeiner nahmen das Angebot dankend an.
      Dieses Jahr sah man dem Nationalpark den Sommer mehr an, dementsprechend hofften wir sehr auf Regen und einem dankbareren Herbst. In Kanada hielt sich das aber alles noch in Grenzen und worüber wir uns beschwerten war ein Witz im Gegensatz zum Rest der Welt.
      Also genoss ich unseren abendlichen Sommerritt und wenn wir wieder zu Hause wären, gäbe es für alle Beteiligten noch eine kühle Dusche und dann wäre Feierabend.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.10.2018 - Wintervorbereitungen

      Viel hatte sich bei uns verändert. Gerne dachte ich an meine Anfangszeit hier in Kanada zurück, als meine Mutter entschied, es wäre Zeit, Deutschland zu verlassen. Wie wir diese Ranch übernahmen und lange Zeit nur drei Pferde hatten. Es war eine tolle Zeit gewesen und immer mal vermisste ich sie. Ich musste auch schmunzeln, wenn ich daran dachte, was uns Ohnezahn zu Beginn zum Beispiel für Probleme gemacht hatte.
      Wie oft war mein kleiner Lieblingshengst verschwunden, teilweise in den stürmischsten Winter. Oder wie hatte er meine Mutter in den Wahnsinn getrieben, weil er sich partout nicht von ihr auf die Weide bringen lassen wollte. Dann dachte man natürlich auch an die anderen Pferde zurück. Einmalige Pferde, die uns aber teilweise wieder verlassen hatten. Zu den meisten neuen Besitzern hatte ich Kontakt und oftmals war es kein Problem, die Vierbeiner ausfindig zu machen.
      Und nun hatten wir einen gefüllten Stall, oftmals noch Berittpferde da. Ich war oft unterwegs, entweder mit unseren Vierbeinern oder bei anderen. Erst war Ciaran gekommen und nun waren wir tatsächlich schon zu viert. Hazel und Celeste hatte ich schneller ins Herz geschlossen als es mir lieb war. Normalerweise war ich nicht der sozialste Mensch und mein kleiner, aber feiner Freundeskreis hier in Kanada reichte mir vollkommen.
      Die beiden Mädels waren aber so herzlich und engagiert, man konnte sie nur mögen. Elena hatte mir auch schon Celeste streitig machen wollen und das tatsächlich aufgrund ihres Geschmackes. Celeste liebte Reiteroutfits, bald noch mehr als Pferdeoutfits und damit war sie bei Elena goldrichtig. Und dementsprechend hatte Elena sich auch schon sehr beschwert. „Nathan und Colin interessieren sich nicht für ihre Kleidung, das ist so schrecklich!“, jammerte sie uns nun immer öfter die Ohren voll.
      Hazel hielt noch weniger von passender Kleidung als ich. Kurzerhand hatten wir sie also ein wenig eingekleidet. Weniger als Kritik an ihrem Kleidungsstil, sondern mehr an der Haltbarkeit ihrer Sachen. Sie hatte sich auch tapfer gesträubt, vor allem, weil ich entschieden hatte es zu übernehmen, da sie es für mich beziehungsweise ihren Beruf benötigt.
      Wenn man nun aber täglich mehrere Pferde ritt und bei jedem Wetter einige Stunden draußen war, hielten günstige Chaps und Reitklamotten leider keine zwei Wochen aus. Elena war natürlich sofort zur Tat geschritten und hatte uns bestens versorgt. Außerdem war ich den Kompromiss eingegangen, dass Hazel zunächst nur ein Reitstiefelpaar bekam.
      Geplant war einmal Springen und einmal Dressur gewesen, aber da war Hazel förmlich in Panik ausgebrochen. Also hatte Elena uns ein tolles Mittelding gesucht und alle waren glücklich. Inzwischen war sie mehr als glücklich und dankbar für unsere Entscheidungen. Besonders jetzt, wo doch langsam der Herbst deutlich machte, dass Schluss war mit dem Sommer.
      Dementsprechend wurde auch auf der Ranch allmählich umstrukturiert. Bisher zeigte sich der Herbst mehr als dankbar, er war sonnig und trocken. Doch ich war mir sicher, dass es nicht mehr allzu lange dauern würde, bis es regnete und eigentlich war das auch wirklich von Nöten.
      Also bezogen wir nun allmählich die Winterweiden und ließen die vorherigen Weiden sich ausruhen. Nur zu gerne halfen mir Shiva und Clyde bei den Kontrollgängen der Zäune und Weiden. Mittlerweile war Clyde von der Schulterhöhe her ein gutes Stück größer als Shiva, auch wenn er die schwarze Labradorhündin nie in der Masse übertreffen würde.
      Er war zumindest wesentlich aktiver und ich war dankbar, dass ich ihn von Anfang an als Reitbegleithund ausgebildet hatte, ohne die Ausritte wüsste ich ihn sonst zeitlich gar nicht auszulasten. Wobei wir tatsächlich auch viel in Richtung Frisbee und Agility machten. Ich liebte ja diese Hundesportarten und Clyde war ideal dafür. Nur manchmal fehlte mir neben der Ranch eben die Zeit dafür.
      Für was aber immer Zeit war, waren die regelmäßigen Besuche bei seiner Schwester Bonnie. Es war ein kurzer Weg bis zu Elisa und außerdem mussten wir dringend unsere Freundschaften wieder mehr pflegen. Clyde und Bonnie hatten schon immer eine innige Beziehung und war eine Freude, den beiden beim Spielen zuzuschauen.
      Heute war für das alles aber keine Zeit, denn das Wochenende war fest eingeplant für die Wintervorbereitungen. Die Wasserleitungen mussten nun doch mal wieder neu gedämmt werden, was immer eine ätzende Arbeit war. Außerdem brauchten wir wieder Feuerholz. Zwar war es nur bedingt notwendig, aber im Haus und im Reiterstübchen machte es einfach ein ganz anderes Feeling.
      Während also Ciaran und Hazel die Leitungen übernahmen, kümmerten Celeste und ich uns ums Feuerholz. Was beide Mädels einwandfrei konnten, war mit anpacken. Inzwischen war ich auch echt glücklich, den Schritt gewagt zu haben und das Team zu vergrößern. Und mit den beiden hatten wir auch einen wirklichen Glückstreffer gehabt.
      Neben diesen Arbeiten stand auch der jährliche Herbstputz an. In meiner Krankenzeit im September hatte das Team den Großteil schon übernommen, dennoch mussten hier und da noch ein paar Neuerungen erledigt werden. Ebenso gab es, wie jedes Jahr, hier und da bei den Zäunen Verbesserungsarbeiten, aber wir waren schneller fertig als gedacht.
      Die Pferdedecken waren alle überprüft, intakt und neu imprägniert. Ciaran hatte direkt nochmal Halle und Reitplatz abgezogen und außerdem hatten wir den Reitplatzzaun und die Stalltüren neu gestrichen. Sechs Jahre sah man ihnen eben doch irgendwann an und wenn man jedes Jahr ein bisschen was machte, ließ sich alles wunderbar intakt halten.
      So war alles für den Winter bereit. Wir erhielten noch eine letzte Heu- und Strohlieferung und dann würden wir auch da gut über den Winter kommen. Um die neue Futterlieferung kümmerte sich Ciaran, der sich die Zeit nahm und nach Dauphin rüberfuhr, um die Säcke zu holen.
      Dieses Jahr war er sowieso sehr motiviert gewesen. Er wohnte ja schon seit zwei Jahren mit auf der Ranch und hatte auch einiges im Haus gemacht. Ich musste zugeben, damit hatte ich mich nie wirklich beschäftigt, ich hatte es einfach von meiner Familie übernommen.
      Er hatte aber hier und da einige Sachen erneuert und uns auch zwei schöne Gästezimmer eingerichtet. Theoretisch schien es, wären das eher Aufgaben für mich gewesen, aber wie es nun einmal war, hatte ich eben nicht für alles Zeit und war umso dankbarer, wenn alle so hilfsbereit anpackten.
      Dementsprechend lud ich auch diesen Sonntagabend mal wieder Hazel und Celeste zum Abendessen ein. Erst gab es gemeinsames Essen und danach verkrochen wir uns ins Wohnzimmer vor den gemütlichen Kamin und schauten noch einen Film. Jeder brachte eine Kleinigkeit zu Knabbern mit, ich besorgte die Getränke und schon hatte man einen geselligen Filmeabend.
      Ab und an konnten mich die anderen auch zu Gesellschaftsspielen überreden und das waren einfach wirklich schöne Abende, wenn wir zu viert dort saßen, Clyde mal wieder versuchte, überall was Essbares zu klauen, Shiva sich gemütlich an die Füße von Ciaran platzierte, sich kraulen ließ und Ivy ihren Lieblingsschlafplatz auf dem Kaminsims einnahm. Schon letztes Jahr hatte ich unserer grauen Katze dort ein Kissen platziert und für sie gab es keinen tolleren Platz.
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  • Album:
    Sportpferde
    Hochgeladen von:
    Gwen
    Datum:
    13 Jan. 2018
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    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: Sun
    Geburtsjahr: März 2006

    Von: unbekannt
    Aus der: Splattersplatterbloodsplatter

    Rasse: Paint Horse
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Fuchsschecke
    Stockmaß: 157cm

    Beschreibung:
    Sun ist eine eher etwas schüchterne Stute, die ihre anfängliche Angst gegenüber neuen Dingen oder Personen oft in Aggression ausdrückt. Leider hat sie so schon einige schlechte Erfahrungen gemacht und wanderte durch einige Hände ehe sie bei der Vorbesitzerin das erste Mal richtig verstanden wurde und pferdefreundlich gearbeitet wurde. Leider hatte diese bald schon keine Zeit mehr für die Stute und so kam Sun zu uns. Sie ist das Reitpferd von Fynn und geht mit ihm durch dick und dünn. Im Laufe der letzten Jahre hat sie immer mehr Angst verloren und entwickelt sich zu einem verlässlichen Pferd, dass seinem Namen alle Ehre macht. Gegenüber fremden Personen ist sie noch immer vorsichtig, wird jedoch kaum noch aggressiv.Auch gegenüber anderen Pferden ist sie ehr schüchtern und zieht sich zurück als eine rangniedrige Stute. Steht sie in einer Herde mit zu dominanten Pferden kann es leicht passieren, dass sie verkloppt wird, da sie sich kaum wehrt, steht sie jedoch bei lieben Pferden schließt sie auch Freundschaften.

    Ersteller: Elii
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: Elii

    Dressur L - Springen S* - Western M - Galopprennen M - Distanz A

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