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Zaii

Eisvogel

* 2001, im Besitz seit 2008

Tags:
Eisvogel
Zaii, 24 Okt. 2009
    • Zaii
      Pflegebericht 12. Oktober 2016 - Goldener Oktober

      „Was kann ich dafür, dass Jojo kein Englisch kann?“, keifte Elena entschlossen in die Runde, während Jojo sich hinter Gwen in Sicherheit brachte. Heute hatte ich alle zu einem gemütlichen Frühstück bei mir eingeladen, denn ich wollte meinen Freundinnen eröffnen, dass mein kanadischer Hof nun endlich einen Namen trug (ich war ja schließlich auch erst vor zehn Monaten umgezogen!). Das ganze hatte sich nach der Bekanntgabe des Namens aber nicht ganz so entwickelt, wie geplant: Während Elisa und Gwen mir zu dem wohlklingenden Namen gratulierten, nickte Jojo nur; Elena fand als erste ihre Sprache wieder und hielt nun einen Vortrag darüber, dass ihr über alles geliebter Cressi ja eigentlich auch diesen Namen tragen sollte und dieser deshalb nur ihr alleine vorbehalten war. Tatsächlich gab es eine gewisse Ähnlichkeit zwischen ‚Crescent Acres‘ und ‚Crescant Moon‘, allerdings wusste ich bisher noch nicht, dass Jojo einmal so eine Niete in der englischen Sprache gewesen war, dass in die Halbmondsichel ein A anstelle eines E gerutscht war. „Ups..“, grinste ich nur entschuldigend, als Elena eine kurze Pause einlegte, um Luft zu holen. Jojo hingegen durfte sich den restlichen Vormittag über, so lange erstreckte sich nämlich unser ausgiebiges Frühstück, anhören, dass sie alleine die Schuld an diesem furchtbar schrecklichen Unglück trug und dafür wahrscheinlich auf ewig in der Höhle schmorren musste. Ein Glück, dass Jojo trotz dieser Aussicht noch genüsslich in ihr Brötchen beißen konnte.

      Als es Mittag wurde, versuchte ich die gackernden Hühner dann langsam hinaus zu scheuchen. Den Grund dafür wollte ich lieber noch verschweigen, denn wenn die Damen erfahren würden, dass heute ein neuer Mitarbeiter in eines der beiden Mitarbeiterhäuser einziehen würde, würde ich sie nie mehr loswerden! „Im Gegensatz zu euch, schmeiße ich meinen Hof alleine und habe noch ein bisschen was zu tun“, tadelte ich Elisa und Elena, die schon wieder über irgendein DRP sprachen und anscheinend nicht multitaskingfähig genug waren, um sich zeitgleich die Schuhe anzuziehen. Gwen und Jojo hingegen hatten es immerhin schon auf die Veranda geschafft, auch, wenn sie so schauten, als wollten sie bei dem kalten Wind am liebsten wieder zurück ins warme Haus. „Hopp hopp, Tempo!“, forderte ich noch einmal und warf einen Blick auf mein Smartphone, ein Fan von Uhren war ich einfach nicht. Hugo wollte bereits vor fünf Minuten hier sein und ich hatte ihn beim Vorstellungsgespräch und den zwei Terminen zum Probearbeiten als sehr pflichtbewusst kennengelernt.
      „Unfair!“, „Gemein!“, „Mobbing!“, hörte ich durch die geschlossene Haustür, als diese endlich ins Schloss gefallen war und Elena, Elisa, Gwen und Jojo auf der anderen Seite davon standen. Ich schmunzelte zufrieden vor mich hin, doch scheinbar hatte ich mich zu früh gefreut, denn ich hörte ein Auto die Straße zum Hof entlang rauschen und ein Blick aus dem Küchenfenster verriet mir, dass das tatsächlich mein neuer Bereiter am Steuer des SUVs war. „Nein!“, stöhnte ich auf und eilte zur Haustür. Natürlich hatten die Damen es noch nicht weit geschafft und so standen sie nun in einem kleinen Kreis auf dem Hof und reckten „unauffällig“ die Hälse in Richtung des Wagens. Ich riss die Tür auf und versuchte sie von der Veranda aus, durch wedelnde Armbewegungen, zum Gehen zu animieren, aber vergeblich. Ich kniff die Lippen zusammen und lief dem Wagen entgegen, der gerade geparkt worden war. „Hugo, schön dich zu sehen!“, begrüßte ich den blondhaarigen jungen Mann und schüttelte ihm die ausgestreckte Hand. Er grüßte höflich zurück und schenkte meinen Freundinnen (die immer noch auf dem Hof standen) nur einen kurzen, kühlen Blick. Ich hatte das Gefühl, in einer billigen B-Movie-Teeniekomödie zu sein, denn man hätte mir in diesem Moment sicher nicht geglaubt, dass es sich bei den vier weiblichen Wesen auf meinem Hof um über zwanzig Jährige und nicht um pubertierende Mädchen handelte. Ich entschuldigte mich bei dem Kanadier und versuchte, eine Erklärung für diesen Anblick zu finden, der nicht auf mangelnde geistige Gesundheit deuten ließ, doch ich war mir nicht sicher, ob mir das auch gelang.
      Ich übergab Hugo den Schlüssel für das Mitarbeiterhaus und nachdem er es ablehnte, Unterstützung beim Gepäck tragen zu erhalten, verzog ich mich in den Stall. Die Kommentare von den vieren, die immer noch bei mir rumstanden (hatten die auf ihren eigenen Höfen nichts zu tun?), versuchte ich so gut es ging zu ignorieren. „Hier, aufhalftern!“, kommandierte ich, während ich die Mädels der Reihe nach vor den Boxen von Lakim, Talitha, Siri und Scylla abstellte. Wenn sie hier schon nicht weg kamen, konnten sie sich wenigstens nützlich machen. Eli kannte Siri bereits, stammte die Stute doch aus ihrer Zucht und außerdem hatte sie sie aus schlechter Haltung übernehmen müssen. Auch Gwen, als Stammtrainerin des Hofes, und Scylla hatten sich bereits früher kennengelernt. Jojo hatte ich Lakim zugeordnet, da die Stute problemlos zu händeln war und ich nicht die Schuld daran tragen wollte, dass sie ihren Gips noch länger tragen musste. Ich selbst nahm mir Ima und Ani vor, die beiden Stuten waren seit Amis Ankunft ein traumhaftes Team gewesen und harmonierten auch heute noch sehr. Gemeinsam ging es für die Stuten auf die Weide und während Elisa und Jojo nochmal zurück zum Stall gingen, um die Nachzügler Scylla und Already zu holen, schnappte ich mir mit Elena und Gwen im Weststall Dakan, Dreamie und Adrian. „Er hat sich wirklich gemacht“, stellte Gwen staunend fest und betrachtete meinen Hannoveranerhengst, als dieser über das herbstfarbene Gras galoppierte. Er war mein ganzer Stolz, hatte ich ihn doch, seitdem Elena ihn von seiner Mutter abgesetzt hatte. „Er soll im Frühjahr Litha decken“, eröffnete ich meine Zuchtpläne und sicherte mir dabei gleich noch die Unterstützung von Elena zu, denn im Gegensatz zu ihr, würde das mein erstes selbst gezogenes Fohlen werden.
      Zurück beim Stall waren Elisa und Jojo bereits dabei, ihre Stuten Liluye und Tautou zu betüddeln. Neben Gwens Ameya und Elenas Baila Conmigo standen nur noch Zairina, Esteem und Every im Stall. Anfang des Monats hatte ich mit meinen Stuten die letzten Turniere bestritten, nun war die Turniersaison 2016 zu Ende und die Stuten durften den Herbst mit nur leichtem Training genießen. Während die Mädels für mich die beiden Zweijährigen putzten, machte ich Zairina startklar und nachdem auch die anderen Stuten gesattelt waren, saßen wir vor dem Hof auf. Also.. alle, bis auf Jojo, die führte Tautou nämlich, denn mit Gips ließ es sich eher suboptimal reiten. Ich selbst nahm Esteem neben Zairina an die Hand, Every hatte ich ihrer Züchterin Elena angedreht.
      Kaum hatten wir den Hof hinter uns gelassen, trat das ein, was ich schon viel früher voller Furcht erwartet hatte: „Na, Zai, wer war das denn?“, „Deshalb wolltest du uns also los werden?“, „Du hast uns gar nicht vorgestellt!“, „Erzähl doch mal ein bisschen!“ ich setzte mich an die Spitze der Truppe und tat, als würde ich die schnatternden Stimmen nicht hören, doch schnell war ich wieder eingeholt und so ergab ich mich meinem Schicksal und erzählte, was ich so von Hugo wusste. „Aber bitte verhaltet euch ihm gegenüber nicht, als wüsstet ihr das alles schon!“, setzte ich am Ende noch hektisch an, unsicher, ob meine Freundinnen mir noch zuhörten.
      Nachdem die vieren sich wieder beruhigt hatten, war es eine gemütliche Schrittrunde und somit optimal, um Every und Esteem mal wieder ein bisschen was vom Nationalpark zu zeigen, hatte sich das Training mit den Jungstuten während der Turniersaison doch eher sporadisch gehalten.
      Nach und nach verabschiedeten wir uns, als wir auf dem Rückweg am Pine Grove Stud, der Nahanni Rivers Ranch und Townsend Acres vorbei kamen. Als Elena uns an der letzten Weggabelung verließ, stieg ich ab und ging das letzte Stück zu Fuß, zwei Pferde an der Hand waren mir vom Rücken eines dritten dann doch zu waghalsig gewesen.

      Als mein Hof in Sicht kam, trat eine kurze Panik ein, da ich auf dem Reitplatz ein Pferd entdeckte. Gleich darauf machte ich aber auch Hugo auf dem Rücken von Soul Eater aus und die Panik legte sich. Ich würde mich wohl erst noch daran gewöhnen müssen, dass ich nun nicht mehr alleine auf dem Hof war. Ich versorgte die drei Stuten und brachte sie anschließend zu den übrigen auf die Weide, ehe ich mich an die Bande des Reitplatzes lehnte. Der junge Mann saß heute das erste Mal auf dem Rücken des temperamentvollen Hengstes und noch schienen die beiden nicht zu harmonieren, doch Hugo ließ sich von den Buckelattacken des Schecken nicht verunsichern. Ebenso wenig von mir, war ich doch diejenige, die ihn bezahlte. Ich war mir nicht sicher, ob ich so ruhig geblieben wäre, wenn die Situation andersrum stattgefunden hätte. So aber konnte ich mich sorglos in den Weststall verziehen und mich Eisvogel widmen. Der Isländer und ich hatten eine eher durchwachsene Saison hinter uns und ich hatte schon mehrfach überlegt, ihn in den Ruhestand zu schicken, doch auf der anderen Seite war er doch erst fünfzehn Jahre alt und noch immer ein Prachtkerl.
      Heute longierte ich ihn nur eine Runde und traf anschließend im Stall auf Hugo, der gerade Soul Eater absattelte. „Und, Kampf gewonnen?“, scherzte ich und der Blondhaarige rang sich ein Lächeln zu seiner Antwort ab: „Oui, es ‘at ganz gut geklappt für das erste Mal“ Dass er kein großer Geschichtenerzähler war, hatte ich bereits festgestellt. Dafür hatte er diese fast schon gruselig ruhige Art, die ihn immer besonnen und gelassen wirken ließ. So verlief die restliche Zeit im Stall ruhig, wir brachten die Hengste auf die Weide und bereiten bereits die abendlichen Futterrationen vor. Ich war zugegebenermaßen tief beeindruckt, dass er noch fast alle Futterpläne auswendig konnte, obwohl er das letzte Mal vor zwei Wochen hier gewesen war. Das konnte nicht mal ich, dafür hatte ich sie ja schließlich aufgeschrieben. Zu zweit ging das Ganze auch wesentlich schneller von der Hand, als alleine und so, und auch, weil Hugo angeboten hatte, die Pferde am Abend wieder in die Ställe zu holen, konnte ich mich nachmittags noch an den Schreibtisch setzen. Der Papierkram war in letzter Zeit liegen geblieben; ich hatte es ziemlich vor mir hergeschoben, doch so langsam war mein Schreibtisch nur noch zu erahnen und so musste ich ran. „Ich sollte ernsthaft in Erwägung ziehen, jemanden für den Papierkram einzustellen..“, überlegte ich mir, doch davor wollte ich Alex nochmal einladen, es war schon eine Weile her, dass wir uns das letzte Mal gesehen hatten.
    • Gwen
      Pflegebericht 24. Dezember 2016 - Weihnachten

      Ungeduldig tippte ich mit der Fußspitze auf den Boden. „Wo bleiben die denn?“, murrte ich leise und warf einen kurzen Seitenblick auf Neelix, welcher dösend neben mir im Stall stand. Eigentlich hatten wir uns alle zu einem Weihnachtsausritt verabredet, aber so wie es aussah, verspäteten sie sich. Oder war ich zu früh?
      Dieses Jahr hatte ich die Strecke ausgesucht und ich hoffte, dass wir uns nicht verreiten würden. Zwar schien die Sonne und der Himmel war strahlend blau, aber die Temperaturen waren dennoch frostig. Deshalb war ich auch sehr dick angezogen und hoffte, nicht zu erfrieren.
      Das hatte sich wohl auch Elena gedacht, denn sie sah heute doppelt so dick aus wie sonst. Nicht, dass es komisch ausgesehen hätte – endlich sah die Blondine mal aus wie ein normaler Mensch. Während sie stolz auf ihrem Schimmel Flavor Of The Month saß, ritt neben ihr Nate auf Kalzifer her.
      „Nate hat eine Wette verloren, deshalb darf er nun mit und irgendwer muss ja mein Pferd mit nach Hause nehmen, wenn ich länger bei dir bleibe“, meinte sie erklärend. Ich nickte nur und ignorierte Nates leidenden Blick. Es war sicherlich eine fiese Wette gewesen, aber hätte ja auch nicht einschlagen müssen.
      Als nächstes trudelte Jojo ein und präsentierte und ihren neuesten Schatz: Ares. Ein brauner Warmbluthengst, der edel daher geschritten kam. „Bla bla bla, das ist alles meine gute Zucht!“, meinte Elena knapp und Jojo verdrehte nur die Augen. Außer Eli schien heute niemand sonderlich gesprächig zu sein.
      Das änderte sich jedoch schlagartig, als Elisa und Zai eintrafen. Beide auf einem kleineren Rappen, leider schienen sich Levi und Eisvogel aber nicht sonderlich zu verstehen und die Reiterinnen hatten gerade die Diskussion, welcher Hengst schuld wäre. Elena wollte schon ihre Meinung äußern, als ich die Diskussion knapp im Keim erstickte und alle zum losreiten bat.
      Wie bereits bekannt wurde es im Winter schneller dunkel und wenn wir nun noch länger bräuchten, würden wir mit Laternen oder Taschenlampen reiten müssen. „Eine coole Idee! Ein Mitternachtsausritt!“, kommentierte Zai meine sarkastische Anmerkung direkt. Oh weh und dann am besten noch mit mindestens 5 Tequila intus…
      Der Ausritt wurde dafür aber wie erwartet lustig und entspannt. Wie immer gab es viel zu erzählen, besonders Quatsch und es wurde auch ausgiebig über Outfits diskutiert. Nicht nur für den Reiter, sondern auch fürs Pferd. Elena hielt zudem einen ausführlichen Vortrag darüber, wie ungemein wichtig es doch wäre, dass beide Outfits zueinander stimmig wären.
      „Und genau deshalb kleidest ja auch immer du uns ein“, meinte Jojo grinsend und Elena nickte nur wissend. Inzwischen kamen wir schon wieder bei mir zu Hause an. Wir waren gut zwei Stunden unterwegs gewesen und ein wenig durchgefroren. Da Elena ihren Hengst direkt Nate in die Hand drückte, machte sie uns liebenswürdiger Weise einen Tee, während der Rest noch seine Pferde versorgen und in die Boxen stellen musste.
      Dann verkrümelten wir uns schnell in mein warmes Wohnzimmer, wo schon ein vorgeheizter Ofen auf uns wartete. Davor lagen bereits Shiva und Ivy, welche auch direkt von meinen Freundinnen in die Mangel genommen wurde. Das schien beide Vierbeiner aber nicht zu stören.
      Während sich alle aufwärmten, machte ich den Punsch fertig und bereitete das Raclette vor. „Ih, Raclette!“, kommentierte Eli, deren Geschmack das nicht zu sein schien. „Ja ja, für dich gibt’s extra Fleischfondue“, meinte ich knapp und baute beides auf. Ich hatte alles schon heute Morgen vorbereitet und so konnten wir direkt loslegen.
      Knapp eine Stunde später lagen wir alle voll auf dem Sofa oder den Sesseln und jammerten darüber, dass wir zu viel gegessen hatten. „Wieso unterschätzt man das auch immer so?“, jammerte ich theatralisch.
      „Zeit für die Geschenke!“, quietschte dann Zai und ich starrte sie entgeistert an. Als dann tatsächlich alle was hatten, blickte ich traurig in die Runde. „Toll, dieses Jahr schenkt ihr alle was, nur ich nicht!“, jammerte ich traurig, bekam dann aber erst einmal drei Geschenke gereicht.
      Zai überzeugte ja mit ihrer kreativen Idee, uns ein Einhornspucke-Duschgel zu schenken. Von Eli gab es verdammt leckere Gummibärchen, während Jojo auf Nagellack und gesunde Snacks gesetzt hatte. Und Elisa punktete mit ulkigen, aber verdammt süßen Geschenken. Für Shiva und Ivy war natürlich auch was dabei gewesen.
      Nun kaute Shiva zufrieden auf einem Kauknochen, während Ivy mit einer Zuckerstange spielte. Gut, eigentlich war alles für den Hund gewesen, aber als Katze nahm man sich halt einfach das, was man wollte. Nachdem ich lange eine Schnute gezogen hatte, kramte ich hinter dem Sofa und zog grinsend einen Beutel hervor.
      „Hab doch was für euch!“, meinte ich fröhlich und verteilte eingepackte Geschenke. Allen hatte ich ein eingerahmtes Bild geschenkt. Es zeigte jeweils ein Pferd des Beschenkten und die Freude war mehr als groß. „Hätte mich auch gewundert, wenn Gwen ein Weihnachten ohne Schenken überstanden hätte“, lachte Eli fröhlich und schenkte uns allen noch einmal Punsch nach.
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    • Zaii
      Morgendliche Routine
      Pflegebericht, 02. Juni 2017

      „Wer hat sowas auch erfunden?“, fluchte ich leise vor mich hin, als ich Hugo Eisvogels Zügel übergab. Der Hengst sollte diesen Sommer wieder auf einigen Turnieren des Gangreitens vorstellen, damit vielleicht der ein oder andere Stutenbesitzer auf ihn aufmerksam wurde. Der einzige Nachteil am Gangreiten? Das Gangreiten. TrotzLehrgängen hatte ich mich noch immer nicht so richtig in diese seltsamen Isländer-Gangarten eingefunden und so überließ ich es bei fast jedem Training früher oder später Hugo, der sich damit zumindest leichter tat als ich mir. Trotzdem würden wahrscheinlich weder Tölt, noch der Rennpass jemals seine Lieblingsgangart werden.
      So überließ ich den dunklen Hengst meinem Bereiter und machte mich stattdessen daran, die restlichen Frühstücksrationen zu verteilen, denn zu Eisvogels Bedauern, hatte ich ihn heute bereits vor dem Frühstück zur Arbeit gebeten, denn zu dieser Zeit waren die Temperaturen noch angenehm und sowohl für Pferd, als auch für Reiter, auszuhalten.
      Die Pferde standen momentan meistens rund um die Uhr auf der Weide, nur bei Gewittern oder, wenn es ein sehr heißer Tag war, kamen sie in die schützenden und kühlen Ställe. Auch heute sollte ein heißer Tag werden, der definitiv nach Elisas Pool und nicht nach Platzarbeit schrie. So füllte ich alle Heuraufen auf und mischte für die Turniergänger und Spezialisten zusätzliches Futter zusammen, welches ich in den jeweiligen Boxen verteilte. In einigen Stunden sollten die Pferde der Temperatur wegen dann in ihre Boxen umziehen.

      Als ich gerade dabei war, die kleine Weide neben dem Gutshaus abzuäppeln, riss mich ein „Schönen guten Morgen“, aus meinen Gedanken, gefolgt von einem leisen Bellen von Friedrich, der auf mich zu gerannt kam. Auf dem Weg standen Alex und Theo, die Everybody’s Dream und Esteem mit auf die morgendliche Gassirunde des Dalmatiners nahmen. Ich winkte dem Pärchen zu und widmete mich dann Friedrich, der sich voller Freude seine Streicheleinheiten abholte. Elena und Elisa waren zum Glück nirgends zu sehen, denn ihnen war ich momentan laut eigenen Angaben zu weich und folglich war ich Anti-Zai. Bei dem Gedanken stahl sich mir ein Schmunzeln auf die Lippen und als Theos Pfiff ertönte, schickte ich den Hund zu seinem Besitzer zurück, um mit meiner Arbeit weiter zu machen, bevor es unerträglich wurde, sich in der Sonne aufzuhalten.
      Gwen gefällt das.
    • Zaii
      Der Kälte trotzen
      Pflegebericht, 11. Januar 2018

      Mit in die Luft gestrecktem Mittelfinger verließ Alex den Stall und führte Everybody’s Dream und Esteem hinter sich her. Mir entfuhr ein lautes Lachen, das Damiani aufgeregt schnauben ließ. Die kleine Stute schien meinen Humor nicht zu teilen und war viel mehr daran interessiert, zurück in ihre Box zu kommen, wo ihr Frühstück bereits wartete. Ungeheuerlich, aber wahr, denn ich hatte das Falabella bereits vor der morgendlichen Fütterung zur Arbeit gebeten und mit ihr die morgendliche Ruhe genutzt, um während eines kleinen Spaziergangs einige Lektionen der Bodenarbeit zu wiederholen. Die kleine Stute arbeitete für gewöhnlich gut mit, war heute aber schwer zu motivieren gewesen, doch ich konnte es ihr nicht lange verübeln, schließlich war das Frühstück wirklich wichtig.
      Während Alex nun also die beiden dreijährigen Stuten bewegen würde, die ab dem Frühjahr an Sattel und Reitergewicht gewöhnt werden sollten, sah ich nach Scylla und Talitha, die auf der Weide hinter dem Weststall standen. Die beiden Stuten genossen die dicken Decken, die auf ihren Rücken lagen und erwarteten mich bereits am Tor. Das Wetter in Kanada war eisig kalt und in Momenten wie diesen überkam mich ein starkes Verlangen, zurück nach Deutschland zu ziehen, wo aktuell weder Schnee noch Minusgrade das Leben schwer machten. Aber alles Jammern half ja nichts, so schnappte ich mir die Stuten und führte sie zurück in den Stall. Litha, die den Sommer mit Dreamie auf der Weide verbracht hatte, sah man bereits ein winzig kleines Bäuchlein an, bei Scylla, die Wishs Gesellschaft genossen hatte, warteten wir alle noch auf den Babybauch.
      Nachdem die zukünftigen Mütter noch je ein Stück Möhre aus meiner Jackentasche zugesteckt bekommen hatten, verließ ich den Stalltrakt und ging die wenigen Meter bis zum Weststall, wo mich Adrian bereits von der Stallgasse aus anbrummelte. Hinter ihm tauchte Hugos Kopf auf und er nickte mir höflich zu, während er seine Arbeit fortsetzte. Ich holte Dakan El Assuad aus seiner Box und putzte ihn zügig über, denn der Frankokanadier wartete nur auf mich. Wie immer war er recht wortkarg und holte irgendwann noch Eisvogel aus seiner Box, um ihn mit Knotenhalfter auszustatten. Dakan und Adrian, die beiden Sensibelchen, bekamen noch je eine Nierendecke an, dann begannen Hugo und ich unseren, erwartungsgemäß sehr schweigsamen, Ausritt. Vielleicht würden wir ja die Bisons entdecken, bei dem vielen Schnee würden sie sich auffallen.
    • Zaii
      Miau!
      Pflegebericht, 21. Juni 2018

      Pflege für
      Imadama, Damiani, Undisclosed Desires, Scylla, Zairina, SST’s Lakim, Already, Talitha,
      Déchante, Wolkenvogel, Everybody’s Dream, Esteem,
      Jesper, Moon’s Wishing Well, Turf Runner, Dakan El Assuad, Dark Dreamer, Soul Eater, Eisvogel, Adrian

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      „Teambildende Maßnahme“, kommentierte Alex nur schulterzuckend Theos leise Frage, wieso wir gestern auf die grandiose Idee gekommen waren, den Tequila auf den Tisch zu stellen. „Ihr wolltet ja keinen Vodka“, meinte ich und schürzte die Unterlippe. „Ssssch!“, war das einzige, was von Seiten Hugos kam, doch bei ihm lag es nicht an einem möglichen Kater, denn er war auch nüchtern wortkarg.
      Gerade hatten wir die Stuten von der großen Weide geholt, um sie vor dem heißen Wetter des kanadischen Sommers zu schützen.

      Nach langer Kälte und häufigem nächtlichen Frost hatte der Sommer Kanada mit voller Wucht erreicht und tagsüber kletterte das Thermometer inzwischen gerne an die 30°-Marke. Dieses Wetter machte allen zu schaffen:
      Friedrich trottete tagsüber nur von einem schattigen Plätzchen zum nächsten, die Pferde durften die kühle Luft des Stalls genießen, während sie den frühen Abend bis zum Vormittag des folgenden Tages auf den Weiden verbrachten. Gearbeitet wurde nur frühmorgens (heute überraschenderweise nicht) oder abends, denn auch die Crew verbrachte die Mittage lieber bei Elisa am Pool, als mit Stallarbeit oder im Sattel. Die weniger beliebte Alternative bestand aus Büroarbeit, aber wenigsten waren die Temperaturen auch dort zu ertragen.

      Auch die Hengste dösten bereits wieder in ihren Boxen, nur die Jungstuten hatten sich noch unter einer Baumgruppe am anderen Ende der Weide versammelt. „Nicht sein!“, schrie Alex und tippte sich mit dem linken Zeigefinger an die Nase, während sie den rechten Arm triumphierend in die Luft riss. Sofort zuckten Theo, Hugo und ich zusammen und der Lockenkopf fing sich böse Blicke ein. Das konnte ihre Freude über das gewonnene Duell jedoch nicht trüben und während ich mich der Situation einfach geschlagen gab und bereits losgestapft war, lösten Theo und Hugo die Frage, wer die Pferde mit mir zum Zaun treiben sollte, wie echte Männer. Mit einer Runde Schnick-Schnack-Schnuck. Theo ging als Sieger hervor und während er sich zu seiner Freundin begab, folgte Hugo mir mit großen Schritten und mürrischem Blick. Die Pferde ließen sich ohne wilde Fangspiele zum vorderen Ende der Weide schicken und freuten sich im Stall über das vorbereitete Heu.

      Die Arbeit mit den Pferden wurde einstimmig auf den Abend verschoben. Unter Vorbehalt, da noch nicht abzusehen war, ab wann das Team katerfrei sein würde. Ab einem gewissen Alter steckte man spontane Aktionen, die mit dem Genuss von Alkohol zu tun hatten, einfach nicht mehr so gut weg.
    • Zaii
      Von wegen Klimaerwärmung
      Pflegebericht, 31. Januar 2019

      Pflege für
      Adrian, Eisvogel, Dark Dreamer, Dakan El Assuad, Turf Runner, Moon’s Wishing Well, Jesper, Soul Eater,
      Talitha, Already, SST’s Lakim, Zairina, Scylla, Undisclosed Desires, Damiani, Imadama,
      Esteem, Everybody’s Dream, Wolkenvogel, Déchante, Dark’s Darling, Soirse, Tristan di Royal Peerage

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      Der Schnee dämpfte alle Geräusche ab, nur das Knirschen war an diesem Morgen zu hören, als Hugo und ich uns von zwei Seiten dem Oststall näherten. Wir nickten uns nur knapp zu, zu früher Stunde kam meine Morgenmuffeligkeit der schweigsamen Art des Bereiters nahe. Als Hugo die große Stalltür öffnete, kam uns warme Luft entgegen, getränkt im Geruch von Pferden und Heu. Ich sog tief die Luft ein, das war der Geruch von Zuhause. Während ich die Kraftfutterportionen zusammenstellte, begann Hugo damit, Heu in jede der Boxen zu packen. Aktuell besuchten wir mit einigen Pferden Hallenturniere, ansonsten nutzten wir das schneereiche, kalte Wetter vermehrt für leichtes Training und ausgiebige Weidegänge, soweit es durch die Witterung möglich war.
      Auch heute sollten die Stuten als große Herde auf die Weide kommen. Siri hatte sich zur Leitstute gemausert, seit Talitha mit dem Muttersein beschäftigt war. Während sich ihr Kleiner inzwischen aber vermehrt Tristan zuwandte und mit diesem die Jungstuten ärgerte, allen voran Scha, bekam Siri langsam wieder Konkurrenz. Die restlichen Jungstuten hatten sich gut in die Herde der voll im Training stehenden Stuten eingegliedert, doch da die beiden Herden sich schon länger einen Weidezaun geteilt hatten, war dies zu erwarten gewesen.
      Während Hugo schon den Zaun der Weide geöffnet hatte, die sich hinter der Reithalle befand, hatte ich den Hengsten ihre Heurationen verteilt. Dort war auch Friedrich zu uns gestoßen, gefolgt von Theo und Alex, die recht genervt von der Energie zu sein schien, die ihr Freund versprühte. Sie schüttelte nur den Kopf, als ich fragend eine Augenbraue hob und marschierte an mir vorbei.
      Ich fand sie in Rinas Box, nichts anderes hatte ich erwartet. „Ich dachte, man gewöhnt sich mit den Jahren daran!“, jammerte sie schlagartig los, „aber es ist nicht so! Nach all der Zeit bin ich noch immer davon genervt, dass er so ein Morgenmensch ist. Wieso tut er mir das an?“ Theatralisch leidend legte sie den Kopf in den Nacken und es folgte ein unzufriedenes Grummeln. Ich konnte mir ein lautes Losprusten knapp verkneifen und warf ihr nur mit einem breiten Grinsen im Gesicht das Halfter des Reitponys zu. Zwischenzeitlich waren auch Hugo und Theo zu uns gestoßen und zusammen brachten wir die Stuten und den Nachwuchs auf die große Weide.
      Ähnlich machten wir es anschließend mit Adrian, Dreamie, Dakan, Tuffi und Wish. Die Hengstgruppe, liebevoll auch als die Bachelor-Gang bekannt, teilte sich schon länger eine Weide, denn abgesehen von gelegentlichen Rangeleien trugen die Hengste keine ernsten Blessuren davon. Auf ein daran anschließendes Weidestück kam Jesper. Wir hatten den Knabstrupper im Sommer probehalber für einige wenige Wochen zu der Gang gestellt, doch leider ließen die anfänglichen Rangeleien nicht nach, weshalb wir den Kontakt nun wieder durch einen Zaun begrenzten. Ähnlich verhielt es sich mit Eisvogel und Monster. Ruhige Tage gab es zwar bei ihnen, doch sie überwogen nicht annährend.

      „Erledigt“, flötete Theo, nachdem wir die Halfter und Stricke zurück in den Stall gebracht hatten. Alex strafte ihn dafür mit einer Fluchtirade auf unserem Weg ins Büro. Während die Pferde sich nämlich die Füße vertraten und im Schnee nach ein paar Halmen stöberten, würden wir uns der Planung des zukünftigen Jahres widmen. Allem voran dem Absetzen der Halbjährigen und der Aufnahme der Jungstuten ins volle Training. Nicht zuletzt wollten wir ab dem Frühjahr einige Hengste vorstellen und vielleicht auch wieder eigenen Nachwuchs ziehen. Aber eines nach dem anderen. Zunächst mal gab es für alle Tee und das knisternde Feuer des Holzofens.
    • Zaii
      Schwerstarbeit
      Pflegebericht, 07. Oktober 2019

      Pflege für
      Adrian, Eisvogel, Dark Dreamer, Dakan El Assuad, Turf Runner, Moon’s Wishing Well, Jesper, Soul Eater,
      Talitha, Already, SST’S Lakim, Zairina, Scylla, Undisclosed Desires, Damiani, Imadama,
      Esteem, Everybody’s Darling, Wolkenvogel, Déchante, Dark’s Darling, Saoirse, Tristan di Royal Peerage

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      Selbstzufrieden lächelte ich in mein Handy, als ich den Anruf beendete. Alex zog eine Augenbraue in die Höhe und warf mir einen fragenden Blick zu. „Meine Schwester“, erklärte ich, „bei hat es aktuell fünf Grad.“ „Ih, das ist kalt!“, bestätigte mich meine Freundin. Ich nickte zustimmend und hob den Kopf noch oben, um mir die herbstliche kanadische Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Auch hier würde es früh frieren und schneien, aber noch bewegten wir uns in einem sehr milden und angenehmen Temperaturrahmen und das wollte genossen werden.
      Während die Jungtiere sich die Sonne auf der Weide auf die Rücken scheinen ließen und die Stuten es ihnen gleich taten, waren Alex und ich auf dem Weg zu Jesper und Tuffi. Wir wollten die beiden heute auf dem Platz arbeiten, denn beide sollten in absehbarer Zeit auf einer Schau vorgestellt werden. Während der Knabstrupper seine Passion in der Dressur gefunden hatte, war es für das Vollblut mehr Pflicht als Kür. Trotzdem musste er in regelmäßigen Abständen durch diese Arbeit und heute war es mal wieder so weit.
      Hugo und Theo hatten sich direkt nach dem Füttern mit Adrian und Daki auf einen Ausritt begeben und nach der Mittagspause hatten sie geplant, das gleiche mit Dreamie und Monster zu wiederholen. Hugo wollte außerdem Wish als Handpferd mitnehmen. Unschwer zu erkennen, dass sie sich für den heutigen Tag nur schwere Aufgaben vorgenommen hatten. Von dieser Tatsache restlos begeistert war auch Friedrich. Der Dalmatiner von Alex und Theo war inzwischen bestens an die Pferde gewöhnt und ein guter Begleiter auf Ausritten und Wettkämpfen.
      Alex und ich wollten uns in den späteren Stunden des Tages Eisvogel zuwenden. Der Senior des Hofes, der mit 18 Jahren aber noch lange nicht an Rente dachte, sollte eine intensive Pflege für Mähne und Schweif erhalten, denn die fielen überaus üppig bei ihm aus. Abschließend wollte sich Alex auf den Rücken des sensiblen Hengstes schwingen, während ich die beiden auf Wölkchen begleitete. Für die junge Stute bedeuteten Ausritte immer Arbeit am Tölt und wer sollte da eine bessere Begleitung darstellen, als ihr Vater (und das einzige andere Islandpferd in näherer Umgebung)?
    • Zaii
      Titel war aus
      Pflegebericht, 22. März 2020

      Pflege für
      Adrian, Eisvogel, Dark Dreamer, Dakan El Assuad, Turf Runner, Moon’s Wishing Well, Jesper, Soul Eater,
      Talitha, Already, SST’S Lakim, Zairina, Scylla, Undisclosed Desires, Damiani, Imadama,
      Esteem, Everybody’s Darling, Wolkenvogel, Déchante, Dark’s Darling, Saoirse, Tristan di Royal Peerage

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      Mit gespitzten Ohren und wehendem Langhaar kam die Herde der Stuten auf uns zugetrabt, als ich mit Alex an den Zaun getreten war. „Wie im Film“, dachte ich kurz, verwarf den Gedanken aber schnell wieder, als ich sah, zu welch hohem Prozentsatz das Fell der Tiere aus Schlamm zu bestehen schien. Außerdem kackte Ima zeitgleich. Vorbei war es mit der romantischen Szene. Alex holte mich durch das Öffnen des Weidetors zurück in die Realität. Zielstrebig schnappte sie sich Ally, legte ihr das Halfter an und verließ mit dem Vollblut die Grünfläche. Die restlichen Stuten folgten routiniert. Auch die Neuen der Herde, Every, Emie und Schanti, hatten sich gut in die bestehende Ordnung eingefunden. Selbst Scha, die mit Abstand die Jüngste war, lief brav mit. Da ihre Weidekumpanen nach der Entwöhnung Baby und Tristan gewesen waren, war es nötig geworden, die Ponystute früher in die Herde der Stuten einzugliedern. Während sich die beiden Junghengste also ausgiebig rauften und sich gegenzeitig versuchten, zu dominieren, fand Scha in der Herde bei den Älteren Anschluss.

      Im Stall machte sich jede Stute in der gewohnten Box über die jeweilige Heuration her. Der Winter war kalt und einsam, die Pferde verbrachten trotzdem so viel Zeit wie möglich draußen. Um zu vermeiden, dass das Fell der Tiere zum Frühling hin eine undurchdringbare Schlammkruste wurde, gab es regelmäßige intensive Bürstmassagen.
      Wie auf Kommando traten Hugo und Theo in den Stall. Bei dreizehn Tieren waren wir auch zu viert eine Zeit lang beschäftigt. Nicht auszumalen, wie lange es dauern würde, wären wir lediglich zu zweit.
      „Da freut man sich ja geradezu auf die Hengste morgen“, nörgelte Theo unter den Beinen von Scylla hervor. Die Schimmelstute war heute eine besonders harte Nuss. Und alle hatten sich so lang wie möglich vor dem einstmals weißen Schimmel gedrückt. Der einzige, der Spaß an der ganzen Sache zu haben schien, war Friedrich, der ungeniert in den Putzeimern der Tiere umherkramte und immer wieder begeistert war, was sich darin alles fand – und vor allem, wie handlich, oder sollte ich mundlich sagen?, das alles war, denn er verteilte die Utensilien nur zu gern über die gesamte Stallgasse. Das sorgte dafür, dass Alex‘ Belehrungen in regelmäßigen Abständen durch den Stall hallten.
    • Zaii
      Morgendliche gute Laune. Oder so ähnlich.
      Pflegebericht, 23. November 2020

      Pflege für
      Adrian, Eisvogel, Dark Dreamer, Dakan El Assuad, Turf Runner, Moon’s Wishing Well, Jesper, Soul Eater,
      Talitha, Already, SST’S Lakim, Zairina, Scylla, Undisclosed Desires, Damiani, Imadama,
      Esteem, Everybody’s Darling, Wolkenvogel, Déchante, Dark’s Darling, Saoirse, Tristan di Royal Peerage

      ______________________

      Mit hoch gezogenen Schultern rieb ich meine in Handschuhe gepackten Hände aneinander. Es war 7 Uhr morgens, dunkel, kalt und dicke Flocken fiel vom Himmel hinab. Ich zog meine Mütze weiter in die Stirn und blickte mit zusammen gekniffenen Augen in den Himmel. Sofort landete eine Schneeflocke auf meiner Nase und wurde zu einem kleinen Tropfen Wasser, den ich mir unwirsch aus dem Gesicht wischte. „Nicht mein Wetter!“, murmelte ich, als ich die Tür zum Oststall öffnete. Die Pferde sahen mir aus ihren Boxen entgegen und begrüßten mich, Emie gähnte mit gestrecktem Hals. Nickend sah ich sie an. „Ist auch nicht meine Uhrzeit“, erklärte ich ihr, ehe ich mir eine Heugabel schnappte und den Tieren ihr Frühstück portionierte.

      Man hörte nur das Malmen der Heuhalme, als die Stalltür erneut aufging und Hugo eintrat, wir begrüßten uns einsilbig, dann verschwand er in Siris Box, während ich zu Ally ging. Wir putzten die Stuten über, da sie im Winter mit Decken auf die Weide kamen, hielt sich der zeitliche Aufwand dafür aber in Grenzen. Während die beiden Stuten fertig fraßen, ging ich zu Lakim und danach zu Litha weiter, während Hugo sich um Rina und Scylla kümmerte. Während wir die Sättel von Siri und Ally aus der Kammer trugen, hörte man Stimmen, die sich dem Stall näherten. Alex und Theo betraten kurz darauf das Stallgebäude, ihnen hinterher Friedrich. Bestens gelaunt und Witze machend. Hugo und ich warfen uns einen kurzen Blick zu, der ausreichte, um ein Augenrollen auszutauschen. „So viel gute Laune am Morgen, wie machst du das nur?“, fragte ich Theo, als er die Box neben der von Ally betrat und sich daran machte, Litha zu satteln. Die Frage war rhetorischer Natur, trotzdem erhielt ich von dem breit grinsenden Theo prompt eine Antwort: „Bevor wir eben im Weststall gefüttert haben, haben Alex und ich schon Plätzchen gebacken!“ Ich zog eine Augenbraue hoch. Alex war kein Morgenmensch und wir hatten gerade mal 8 Uhr. Theo nickte, um seine Worte zu unterstreichen und aus der Box schräg gegenüber tauchte Alex‘ Kopf hinter Lakim auf: „Ich habe mir angewöhnt, um 21 Uhr schlafen zu gehen. Dann geht das auch mit dem frühen Aufstehen“ Meine andere Augenbraue schoss in die Höhe. Nicht, dass ich um 21 Uhr nicht schlafen könnte, aber dafür umso früher am Morgen das warme, gemütliche Bett verlassen? Nein danke. Alex zuckte nur mit den Schultern, ehe sie den Sattelgurt ins erste Loch machte und dann zu der Trense griff, die vor der Box hing. Nachdem die vier Stuten gesattelt waren, trensten wir Rina, Scylla, Ima und Ani auf. Letztere wurde an einen extralangen Strick genommen. Jeweils mit Reit- und Handpferd im Gepäck verließen wir das Stallgebäude.
      Der Tag startete mit einem Ausritt und so schwer mir das kalte, dunkle Wetter das Aufstehen auch machte, kam ich trotzdem nicht umhin, den Anblick des verschneiten Nationalparks zu genießen, in dem der Schnee an jeder Ecke glitzerte. Auch den anderen schien es so zu gehen und dass Friedrich beste Laune hatte, wurde auch mehr als deutlich. Der Dalmatiner rannte kreuz und quer vor uns auf dem Weg entlang und führte die Kommandos, die Theo gelegentlich vom Pferd aus abrief, mit Motivation durch.

      Zurück im Stall versorgten wir die Stuten, ehe wir zu den Boxen der noch übrigen Tiere gingen. Schnell waren Emie, Every, Vögelchen und Schanti geputzt und gesattelt. Zu viert gingen wir in die Halle, legten ein paar Stangen aus und nutzten diese nach dem Warmreiten zum Gymnastizieren und um die Aufmerksamkeit der Pferde zu schulen.
      Die Stuten machten ihre Sache gut, anfängliches Stolpern wurde mit schnell weniger und nach beendeter Arbeit konnten sich alle vier am langen Zügel hingeben.
      Nach dem Bewegen der Stuten deckten wir alle ein und brachten die dreizehn Pferde auf die große Weide. Weil die Herde durch die (nicht mehr so richtig) Jungstuten größer wurde und die Stuten mit steigendem Alter begannen, vermehrt die Rangordnung in Frage zu stellen, wollten wir uns mit der Aufteilung der Tiere auf zwei Weiden beschäftigen. Alex und Theo hatten dafür zu sich eingeladen, auch Punsch und Plätzchen waren als Motivationshilfen erwähnt worden.
      So brachten wir die Hengste auf dem Weg aus ihren Boxen auf die Weiden und gönnten uns dann erstmal eine Pause vor prasselndem Feuer und mit einer heißen Tasse in der Hand. Der Winter hatte doch auch schöne Seiten.
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  • Album:
    Hengste
    Hochgeladen von:
    Zaii
    Datum:
    24 Okt. 2009
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  • Pferdename Eisvogel
    Rufname ---
    Von Engel
    Aus der Djunjá
    Rasse Isländer
    Geschlecht Hengst
    Geburtsdatum 21. Juli 2001
    Farbe Rappe
    Stockmaß 145cm

    Der lackschwarze Hengst strotzt nur so vor Energie. Seine Mähne glitzert wie das Wasser im Gefieder eines Eisvogels, auch seine Bewegungen erinnern an den Flügelschlag des blauen Vogels, sind sie doch genau so elegant. Eisvogel kann mit fast jedem gut Freund sein, versteht sich mit allen Tieren - außer anderen Hengsten - und ist im Umgang sehr unproblematisch. Beim Reiten braucht sein Reiter einen guten Sitz und eine weiche Hand, da Eisvogel überaus empfindlich auf die Hilfen des Reiters hört und dazu sofort auf jeden Reiz in seiner Umgebung reagiert. Mit der nötigen Feinheit eröffnet Eisvogel seinem Reiter so fünf schwungvollen Gänge.
    Eisvogel vererbt vor allem seine schönen, klaren Gänge. Seine Nachkommen sind außerdem empfindlich im Maul und benötigen somit eine feine, einfühlsame Reiterhand. Im Umgang sind sie meist gelassen, doch ähnlich dem Vater kommt auch bei ihnen manchmal das Fluchttier durch, sodass es durchaus möglich ist, dass einmal gescheut oder umgedreht wird, wenn etwas nicht geheuer ist. Die lernwilligen Pferde fixieren sich aber oft - und am liebsten - auf eine Person, anstatt herumgereicht zu werden. Hat man einmal das Vertrauen, so hat man einen wahren Freund gefunden.

    Genetik Ee aa gg cc dd zz ww oo toto Ss soso rnrn rbrb FF prlprl chch lplp splspl pgpg
    Eisvogel trägt versteckt eine Sabino-Scheckung, welche sich lediglich in seinen vier hochweißen Beinen ausdrückt. Diese wird er zu 50% an seine Nachkommen vererben.

    Nachkommen

    Totengräber (*2004 ✝2015)
    Kjarkur (*2006)
    Wolkenvogel (*2013) aus der Lila Wolken

    Besitzer Zaii
    -- maya -- Zaii
    Ersteller Yashafreak -- umgemalt Lizzy02
    Vorkaufsrecht verfallen

    Eingeritten Ja
    Gangreiten S** -- Dressur M -- Springen A -- Military A -- Distanz A

    HK 452
    17. Gangturnier | 110. Gangturnier | 119. Gangturnier | 123. Gangturnier | 124. Gangturnier | 126. Gangturnier | 128. Gangturnier | 129. Gangturnier | 133. Gangturnier | 135. Gangturnier | 140. Gangturnier | 152. Gangturnier | 168. Gangturnier | 222. Gangturnier
    200. Dressurturnier | 245. Dressurturnier | 197. Galopprennen | 165. Westernturnier | 166. Westernturnier | 160. Springturnier | 164. Springturnier | 165. Springturnier


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