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Zaii

Eisvogel

* 2001, im Besitz seit 2008

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Eisvogel
Zaii, 24 Okt. 2009
    • Zaii
      Pflegebericht 4. Mai 2011 - Zwischen Prüfungsstress & Pferdepflege

      Ziemlich erschöpft betrat ich meinen großen, hellen Stall. Ich musste zugeben, dass ich meine Lieblinge in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt hatte, doch ich war im Prüfungsstress. Heute hatte ich meine Deutschprüfung geschrieben und wollte den Mittag nun mit den Pferden verbringen.

      "Na toll, da bin ich jetzt aber selbst schuld!", sprach ich mit mir selbst, als ich Eisvogel aus seiner Box holte und ihn auf der Stallgasse anband. Schon seit längerem hatte ich den Rappen immer nur übergeputzt und das sah man inzwischen. Also hieß es heute richtig striegeln. Gesagt getan, gut gelaunt begann ich mit dem Ersten von Vieren.
      Eisvogel ließ das Säuberungsprogramm brav über sich ergehen, gab die Hufe und hielt still, als ich Schweif und Mähne kämmte. Den fülligen Schweif des Hengstes hatte ich vor kurzem erst gewaschen, daher viel er noch immer schön und voller Glanz. "Fein, Dicker!", lobte ich Eisvogel und hob ihm ein Leckerli hin, was - natürlich - sofort schmatzend angenommen wurde.
      Ich trenste und sattelte Eisvogel auf und führte ihn aus dem Stall. Adrian wieherte seinem Freund hinterher und auch die Stuten ließen sich anstecken. Doch Eisvogel machte keine Macken, zuckte nur mit den Ohren und hob erwartungsvoll den Kopf. Ich führte ihn zur Halle, da es trotz Mai keine 10°C hatte.
      Ich gurtete nach, dann saß ich auf. Eisvogel lief gelangweilt vorwärts, Schritt war wirklich sehr einschläfernd.. Ich schmunzelte über das Verhalten meines Ältesten. Nach 10 Minuten ausgiebigem Warmreiten nahm ich die Zügel auf und trabte Eisvogel an. Das war schon eher nach Eisvogels Geschmack. Er schnaubte ab und lief die geforderten Bahnfiguren ohne Murren. Ich war überaus zufrieden, hatten wir nun doch schon einige Zeit nicht mehr trainiert.
      Nach 45 Minuten Trab - und auch ein bisschen Galopparbeit beendete ich das Training, ritt Eisvogel trocken und führte ihn dann zurück in den Stall. Ich sattelte und trenste Eisvogel ab und ließ ihn zurück in die Box. Sofort brummelte Adrian, als wolle er Eisvogel beschützen.

      Ich öffnete mit Halfter bewaffnet Adrians Box. "Glaub mir, Hübscher: der kann auf sich allein aufpassen" Adrian sah mich mit seinen braunen Augen an und wartete offensichtlich auf ein Leckerli. Ich kraulte ihn zwischen den Ohren und führte ihn dann nach draußen. Auch Adrian wurde gründlich gestriegelt und schließlich zum Longieren bereit gemacht.
      Der Lusitano-Hengst war noch keine 3 Jahre alt und wurde deshalb bis jetzt nur an der Longe auf die Arbeit unter dem Sattel vorbereitet.
      Auch mit Adrian ging ich in die Halle und ließ den Hengst warm laufen, während ich ein paar Stangen auf dem Zirkel bereit legte.
      Zuerst ließ ich Adrian im Schritt innen an den Stangen vorbeigehen, wobei die 'bösen, bösen' Stangen schon misstrauisch beäugt wurden. Als Adrian sich aber schließlich sogar im Trab daran vorbei traute, ließ ich ihn einen größeren Zirkel laufen und darüber traben. Die ersten Versuche wirkten sehr tapsig und ungelenkig, doch mit der Zeit überwand Adrian seine Scheu und ging gelöst v/a. Ich beließ dabei, schließlich war der Schecke fast noch ein Baby und sollte sich nicht überanstrengen. Während ich die Stangen wieder wegräumte, trottete Adrian mir brav hinterher, sodass er trocken war, als ich fertig war.
      Im Stall nahm ich Adrian Trense und Longiergurt ab und brachte ihn zurück in seine Box.

      Die beiden Stuten wollte ich heute zusammen einspannen. Dafür hatte ich mir von einem befreundeten Züchter extra einen Zweispänner geliehen. Da es für mich das erste Mal war, dass ich einen Zweispänner lenken würde, hatte er sich außerdem angeboten, mitzufahren. Ein Angebot, dass ich gerne annahm.
      Ich striegelte Patience und Basanti beide gründlich, was die jungen Stuten größtenteils brav über sich ergehen ließen. Als ich gerade dabei war, Basanti aufzuzäumen und das Geschirr anzulegen, betrat Sepp, der Züchter, den Stall. Er half mir und übernahm es, Patience das Geschirr anzulegen, während ich Basanti schon mal draußen einspannte. Kurz darauf kam er mit Patience und schnell waren beide Stuten eingespannt, schließlich war Sepp ein erfahrener Fahrer.
      Ich betrat den Kutschbock und Sepp setzte sich neben mich. Zuerst lenkte die Kutsche vom Hof und von der viel befahrenen Hauptstraße weg auf einen unscheinbaren Teerweg. Dort übernahm ich das Kommando. Es war ein ungewohntes Gefühl, die zwei Pferde zu lenken, doch obwohl Basanti und Patience noch jung waren, stellte sie sich gut an und wussten, was von ihren erwartet wurde, was mir eine große Last abnahm. Sepp lobte und verbesserte, wenn es nötig war. Nach 30 Minuten trabte ich die Pferde an. Ich stellte eins fest: Kutsche fahren war schön, doch Kutsche lenken war ein tolles Gefühl.
      Nach 1 Stunde gemütlichem Fahren kamen wir wieder zurück auf den Hof. Sepp half noch, die Pferde auszuspannen, dann verabschiedete er sich auch schon wieder, schließlich managte sich sein Hof nicht von allein. Ich nahm den zwei Stuten das Geschirr ab, dann striegelte ich sie nochmals über und ließ sie dann noch auf die Weide.

      Auch die Hengste halfterte ich wieder auf und brachte sie auf die Weide. Getrennt von den Stuten versteht sich. Alle vier galoppierten erst wie verrückt über das Gras, dann stellte Pferd sich in die Sonne und widmete sich dem Gras.
      Während die vier fraßen, mistete ich die Boxen aus und verteilte die täglichen Kraftfutter- und Heurationen. All zu lang konnte ich die Pferde eh nicht draußen lassen, dafür war es zu kalt.
      Nachdem ich die Boxen gemacht hatte, fettete ich noch die Trensen aller Pferde, dann schnappte ich mir die Halfter und machte mich wieder auf den Weg zu den Weiden. Denn nun zog auch noch ein Wind auf und das wurde dann doch zu kalt, schließlich waren all meine Pferde geschorren - wir hatten schon über 20°C gehabt.

      Wieder in ihren Boxen, machten sich meine Vierbeiner über das Kraftfutter her, so dass ich allen problemlos noch die Hufe auskratzen konnte.
      Nachdem der Hufkratzer verstaut war, schloss ich die Sattelkammer, überprüfte die Boxen und zog schließlich das Stalltor hinter mir zu.
      Prüfungen hin oder her, die Pferde waren mir trotzdem wichtig und ich freute mich sehr, dass ich mal wieder einen Mittag nur bei meinen Tieren verbringen konnte.
    • Zaii
      Pflegebericht 23. Januar 2012 - Kurzer Besuch

      Heute schaute ich mal wieder bei meinen Hengsten vorbei. Ich öffnete das Stalltor und schon schlug mir das Wiehern meiner Pferde und die warme, gemütliche Stallluft entgegen.
      Nachdem ich Eisvogel und Adrian jeweils mit einem Leckerli und einigen Streicheleinheiten begrüßt hatte, striegelte ich zuerst Eisvogel, danach Adrian über und pflegte auch das Langhaar der beiden Schwarzen.

      Als beide Hengste wieder zufrieden in ihren Boxen standen, machte ich mich daran, die Box neben Eisvogel einzustreuen und für einen Neuzugang vorzubereiten.
      Heute sollte nämlich ein Irish Draught Hengst, Soul Eater, auf meinem Hof einziehen. Der noch junge Hengst war ein wahrer Blickfang und etwas eigen. Aber dennoch sehr liebenswürdig.

      "Puuh!" - die Box war fertig eingestreut und gerade wurde das Stalltor erneut geöffnet. Mein Vater stand im Torbogen, neben sich - Soul Eater. Was für ein Timing!
      Ich bedankte mich bei meinem Vater und nahm ihm Soul ab. Ich brachte den Hengst in seine Box und ließ ihm etwas Zeit, um sich einzugewöhnen.

      Nachdem die Box inspiziert und ein bisschen mit Eisvogel gebrummelt wurde, halfterte ich alle Hengste auf und führte sie nacheinander auf die Weide.
      Nach einigen anfänglichen Quietschereien, knabberten die drei Hengste schon bald am dürren Wintergras. Zwar noch mit Sicherheitsabstand, aber komplett ruhig.

      Lange konnte ich die Pferde bei diesem Wetter nicht draußen lassen, aber etwas Gras durften sie noch knabbern.
    • Zaii
      Pflegebericht 13. Oktober 2012
      Das Stalltor quietschte, als ich es aufschob. Es musste dringend mal wieder geölt werden! Ich nahm mir fest vor, das die nächsten Tage zu tun.

      Meine drei Bubis begrüßten mich mit Brummeln und gespitzten Ohren. Ich steckte jedem ein Stückchen Karotte zu und begann dann, alle drei aufzuhalftern.
      Zuerst führte ich Eisvogel auf die Weide, danach holte ich den aufgedrehten, jungen Adrian und zu guter Letzt brachte ich noch Soul Eater zu den beiden Schwarzen. Die Pferde kamen in letzter Zeit leider wirklich zu kurz und ich wünschte mir gerne ein liebevolleres Zuhause für sie, doch leider war es gar nicht einfach, kompetente Käufer zu finden..

      Nachdem die drei Hengste sich dem, mittlerweile schon recht dürrem, Herbstgras zu wendeten ging ich zurück in das Stallgebäude. Zuerst ölte ich das Stalltor - sonst würde ich es eh nur wieder vergessen. Danach begann ich, alle Boxen zu misten. Dies dauerte einige Zeit und es wurde mir trotzdem frischen 8°C nicht kalt. Nachdem ich auch die letzte Schubkarre Mist weggefahren hatte, konnte ich wieder einstreuen.
      Das weiche Sägmehl verursachte kleine Staubwölkchen, als ich es in den Boxen verteilte. Ich öffnete die Außentüren und säuberte noch die Tränken und Futtertröge.
      Danach nahm ich mir Zeit, um alle Sättel und Trensen zu fetten. Das ganze brauchte einiges an Zeit und so war ich nach 2 Stunden fertig und hatte alles wieder ordentlich verräumt.

      Ich schnappte mir einen Strick und holte Eisvogel von der Weide, was erstaunlich schnell ging. Ich hatte mehr Komm mit-Lauf weg!-Spiele erwartet. Ich band den Isländer auf der Stallgasse an und striegelte ihn ausgiebig. Ich löste den leichten Schlamm aus seinem schwarzen Fell und entknotete Mähne und Schweif, bevor ich sein Langhaar vorsichtig kämmte.
      Eisvogel mümmelte an einigen Heuhalmen herum, die er sich geklaut hatte und entlastete ein Hinterbein. Ich trenste den Rappen auf und legte ihm einen Longiergurt an. Mein Hengst spitzte die Ohren und ließ sich brav an der Longe aus dem Stall führen. Ich schloss das Stalltor und führte Eisvogel dann auf den stalleigenen Reitplatz, Der Hengst wieherte nach seinen Kumpeln, konzentrierte sich aber schnell auf mich, als ich ihn im Kreis um mich herum schickte.
      Ich ließ ihn erst warm laufen, dann forderte ich Trab und Galopp zur Lockerung, bevor ich locker die Ausbinder anbrachte und begann, mit dem Schwarzen zu arbeiten. "Langsaaaamer!", "Eisvogel, T-erab!" gab ich ihm Kommandos, welche er auch verstand und annahm. Nach 30 Minuten arbeiten an der Longe übte ich noch einige Bodenarbeitslektionen mit ihm, dann beschloss ich, dass es genug war für heute. Ich belohnte ihn mit ein paar Streicheleinheiten, bevor ich ihn zurück in den Stall brachte. Dort nahm ich ihm Trense und Longiergurt ab, kontrollierte die Hufe und putzte ihn nochmal drüber. Danach ließ ich Eisvogel in seine Box, wo er etwas Heu bekam um sich zu beschäftigen.

      Als nächstes holte ich Adrian und Soul Eater von der Weide, ich stellte Adrian erstmal nur in seine Box und kümmerte mich zuerst um Soul Eater. Auch ihn striegelte ich und pflegte das Langhaar wie bei Eisvogel, bevor ich den schönen Schecken auftrenste und sattelte. Ich wollte etwas das Springen mit ihm üben, denn darin hatte er bereits einen ersten Erfolg auf dem Tunier verzeichnen dürfen.
      Soul Eater blieb brav neben mir stehen, als ich auf dem Reitplatz Reithelm und Reithandschuhe anzog. Ein kleiner Parcour war auf dem Platz immer aufgebaut und dieser genügte mir für heute, weshalb ich gleich aufsitzen und Soul Eater warm reiten konnte. Der Hengst ließ sich um jeden Schritt bitten und machte deutlich, dass er heute wohl keine Lust auf Arbeiten hatte. Doch nach dem Warmlaufen forderte ich einige Dressurlektionen in Schritt und Trab, was mir doch noch seine Aufmerksamkeit brachte und das Feuer, für das Soul Eater bekannt war, in ihm wieder weckte. Sofort lief er schwungvoller und erwartete mehr, wenn auch nicht unbedingt Dressur. Also begann ich mit Trabstangen, lenkte ihn über kleine Kreuze und korrigierte Galoppfehler, die sich nach dem Aufkommen ergaben. Soul Eater arbeitete bereitwillig mit und überwand zum Ende sogar einen Sprung mit fast L-Höhe. Ich war mehr als zufrieden und ließ Soul Eater ausschnaufen. Ich lobte den Irish Draught-Hengst und nach 15 Minuten trocken reiten führte ich ihn zurück in den Stall wo Adrian bereits wieherte. Soul Eater legte nur leicht die Ohren zurück, ließ sich von mir aber bereitwillig zurecht weisen und brav anbinden. Ich nahm ihm Sattel und Trense ab, putzte auch ihn nochmal über und nachdem ich die Hufe kontrolliert hatte, war auch Soul Eater mit etwas Heu in seine Box entlassen worden.

      Adrian scharrte bereits unruhig mit den Hufen, er war eben doch noch ein Kind. "Ist ja gut, Kleiner!", meinte ich zu dem Schwarzen, als ich ihn aufhalfterte. Doch auch Adrian ließ sich anbinden und genoss seine Fellpflege sichtlich. Nachdem Lang- & Deckhaar frei von Schmutz und Staub waren, trenste ich Adrian auf - das kannte er bereits - und legte ihm Gamaschen an. Adrian beeugte die komischen Dinger erst misstrauisch, kam dann aber zu dem Entschluss, dass die ziemlich langweilig waren und schenkte seine Aufmerksamkeit lieber den wenigen Heuhalmen, die Eisvogel auf dem Boden verloren hatte. Ich entfernte die Zügel von der Trense und befestigte stattdessen einen Strick daran.
      Adrian trat mit großen Schritten neben mir aus dem Stall und tänzelte bereits neben mir zum Reitplatz. Kaum da, war der Kopf oben und Adrian spielte den ganz Großen. Nur leider war er alleine und niemand sah ihn dabei.. Ich löste den Hacken von der Trense und ließ Adrian freilaufen. Sofort gewann Adrian an Geschwindigkeit und schwebte mit federndem Trab über den Platz, bevor er im Galopp losbuckelte und sich vor seinem eigenen Schatten erschrak. Ich ließ ihn laufen, bis er von sich aus langsamer wurde und mit tiefgetragenem Kopf zu mir herkam. Ich klopfte meinem Baby den Hals und führte ihn trocken. Adrian hatte ich, seit er von seiner Mutter entwöhnt wurde. In 2 Wochen war sein vierter Geburtstag. Adrian lief nun ganz enspannt neben mir, doch arbeitete immer noch bereitwillig mit, als ich Dinge wie Rückwärtsrichten, Stehen bleiben und Hinterherlaufen forderte. So viel Mitarbeit musste belohnt werden und so standen Adrian und ich eine Weile einfach nur auf dem Platz und der Kleine ließ sich genüsslich den Mähnenkamm kraulen.

      Zurück im Stall nahm ich Adrian die Trense und auch die Gamaschen ab, kontrollierte die Hufe und striegelte nochmal über das schwarze Fell. Danach ließ ich Adrian in seine Box, gab auch ihm noch eine Ration Heu und schloss dann alle Boxen. Kraftfutter brauchten sie zur Zeit nicht, die Hengste wurden auch so energiegeladen, schließlich konnten sie nun die Tage nicht mehr auf der Weide verbringen.

      Zum Abschied bekam jeder der Dreien nochmal ein Stück Karotte, dann schloss ich das Stalltor hinter mir und ging zurück ins Haus.
      Es wurde Winter, der Wind pfiff bereits über den Hof..
    • Zaii
      Pflegebericht 22. April 2013 - Frühlingsgefühle

      „Hallo, meine Lieben!“, erwiderte ich das freundliche Brummeln, das mir entgegen gebracht wurde, als ich den Stall betrat. Ich schob Eisvogel und Adrian jeweils ein Stückchen Möhre über die Boxentüre, ehe ich in der Futterkammer verschwand.
      Von dort heraus kam ich mit dem Frühstück der beiden Schwarzen. Ich verteilte die Heurationen in die Boxen und fegte danach die Stallgasse.
      Während beide Hengste sich dem Grünzeug widmeten ging auch ich ins Haus, um zu frühstücken.

      Frisch gestärkt kam ich eine halbe Stunde später wieder in den Stall.
      Adrian hatte seine Heuration schon vollständig verschlungen, während Eisvogel gerade noch dabei war, die letzten Halme aufzulesen.
      Ich holte Adrian aus seiner Box und band ihn auf der Stallgasse an, damit ich ihn putzen konnte.
      Der junge Hengst ließ sich brav striegeln, gab die Hufe wie verlangt und hielt auch beim Kämmen von Mähne und Schweif brav still. Ich lobte ihn und holte danach Eisvogel aus seiner Box.
      Der gemütliche Isländer döste fast ein, als ich auch ihn überstriegelte. Manchmal überlegte ich mir, ob er überhaupt wirklich ein Hengst war..
      Nicht anders zu erwarten, machte Eisvogel keine Probleme und so konnte ich die beiden Hengste ein paar Minuten später schon zusammen auf den Platz führen. Dort machte ich beide Stricke los und schnalzte mit der Zunge, was die Schwarzen sofort verstanden. Eisvogel fiel in einen gemütlichen Trab, währen Adrian mit großem Imponiergehabe begann, über den Platz zu galoppieren. Ich kontrollierte noch einmal das Tor, dann stellte ich mich auf die Mitte des Platzes. Nach ein paar aufmunternden Rufen fiel schließlich auch Eisvogel in Galopp und zusammen mit Adrian zog er Runde um Runde über den Platz. Wild buckelnd und quietschend – der Frühling lag in der Luft.
      Nach unzählig vielen Runden, gelegentlichem Wälzen und zufriedenem Abschnauben ließen sich beide Hengste problemlos einfangen und trotten zufrieden neben mir her zur Weide. Dort machte ich die beiden wieder los, beide senkten sofort die Köpfe und begannen, das junge Frühlingsgras abzurupfen.
      Ich nahm die Stricke mit in den Stall und mistete die Boxen von Adrian und Eisvogel.
      Nach getaner Arbeit gönnte ich mir eine kurze Pause, schaute den Pferden beim Grasen zu und genoss das Licht und die Wärme der Frühlingssonne auf meinem Gesicht.

      Aus meinem Tagtraum gerissen wurde ich von Adrian, der mich von oben bis unten nach Leckerlies absuchte. Lächelnd begann ich, den Lusitano zwischen den Ohren zu kraulen, was auch Eisvogel nicht verborgen blieb. Er ließ das Fressen sein und kam auf uns zu getrabt. Den Kopf gesenkt, lautes Schnauben. Okay, vielleicht war er ja tatsächlich ein Hengst!
      Ich begrüßte Eisvogel, holte die Stricke aus dem Stall und führte beide Hengste wieder in den Stall, in ihre Boxen.
      Das Putzen hatte ich mir eigentlich sparen können. Beide Pferde waren staubig, was auf dem schwarzen Fell nicht zu übersehen war. Aber da es trocken war, konnte ich die beiden nur kurz überputzen, was nicht viel Zeit verlangte.

      Bevor ich mich für den Mittag ins Haus verabschieden würde – Hausaufgaben ließen sich nicht gerne aufschieben – öffnete ich die Außentüren zu den Paddocks der beiden. Auch die Stalltür ließ ich offen. Es war so warm, wenn es etwas durchziehen würde, wäre das nicht weiter schlimm.

      Am späten Nachmittag kam ich wieder, Adrian und Eisvogel standen entspannt in ihren Boxen und sahen mir mit wachen Augen entgegen.
      Ich nahm Eisvogel aus seiner Box, erneutes Putzen war nicht möglich und so konnte ich den Hengst gleich satteln und trensen.
      Ich zog mir meine Reithandschuhe an, dann schwang ich mich auf Eisvogels Rücken. In gemütlichem Schritt verließen wir den Hof. Man hörte Adrian noch ein paar Mal wiehern, doch dann verstummte er und Eisvogel und ich konnten den Ausritt voll und ganz genießen.

      Nach einer gemütlichen Runde entlang des Bachs und durch den Wald trottete Eisvogel mit mir auf seinem Rücken wieder auf den Hof. Heute konnte ihn wohl nichts mehr aufwecken.
      Adrian begrüßte uns, gut möglich wäre auch, dass das nur Eisvogel galt. Manchmal glaube ich, er ist möglicherweise schwul ^^ , was Eisvogel nicht sonderlich zu interessieren schien. Ich nahm dem Isländer Sattel und Trense ab, danach ließ ich ihn zurück in seine Box.

      Adrian schlug schon aufgeregt mit dem Kopf, als ich seine Box öffnete. Kleiner Spinner!
      Ich holte ihn auf die Stallgasse und band ihn an. Mit ihm stand nur ein Spaziergang an. Aber ich wollte ihm hier für eine Fliegendecke auflegen. Gefährliches Teil, wirklich.
      Nach einigem Rumgehampel und gutem Zureden lag die Decke auf Adrians Rücken und ich konnte sie verschließen, ohne dass mir das Riesenbaby schier auf den Schoß kroch.
      Ich lobte Adrian, trenste ihn auf befestigte den Strick an der Trense. „Na komm!“, forderte ich ihn auf und bereitwillig folgte Adrian mir, die Ohren wie immer gespitzt und den Kopf hoch erhoben.

      Ich machte mit Adrian die gleiche Runde wie mit Eisvogel, allerdings kamen wir nun an einigen bösen, bösen Monstern vorbei: der Baumstumpf wirkte sehr bedrohlich und auch ein Jägerstand im Wald war nicht zu verachten. Mit empörtem Schnauben traute sich Adrian aber schließlich doch überall vorbei. Reife Leistung.

      Zurück im Stall nahm ich dem Rappe Decke und Trense ab und ließ ihn zurück in seine Box. Jeder bekam seine Portion Kraft- & Mineralfutter und die abendliche Ration Heu, dann verschloss ich die Außentüren der Boxen, verabschiedete mich jeweils mit einem Stückchen Karotte, schloss die Stalltür hinter mir und ging zurück ins Haus.
      Endlich wurde das Wetter wieder besser. Das erhellt nicht nur den Himmel, sondern auch die Gemüter.
    • Zaii
      Pflegebericht 17. Mai 2013 - Um- & Einzug

      Der Wecker klingelte viel zu früh an diesem Morgen, war es doch gerade mal 5.30 Uhr und Wochenende!
      Trotzdem stand ich auf, schließlich war heute ein großer Tag! Nach wochenlangen Um- & Aufbauarbeiten sollten Eisvogel, Adrian und ich heute auf meinen neuen Hof umziehen, ‚L’eredità di Florentina‘ war der wohlklingende Namen, den ich in Erinnerung an die frühere Bewohnerin gewählt hatte. Außerdem würde meine kleine „Herde“ heute auch noch Zuwachs bekommen. Gleich 2 Jungpferde würden heute ihr neues Zuhause, meinen Hof, beziehen.
      Einmal Dark Dreamer, ein schickes Hannoveraner-Hengstfohlen vom Gut Sanssouci welches vor kurzem von seiner Mutter entwöhnt worden war und dann die ein paar Monate ältere Talitha, eine Hannoveranerstute mit außergewöhnlicher Fellfarbe, die ich von Chequi übernahm.
      Als die Umzugshelfer eine gute Stunde nachdem ich aufgestanden war, aufkreuzten, um Möbel abzubauen und für den Transport zu verpacken, waren die beiden Hengste bereits gefüttert und ich war schon dabei, sie nochmal über zu striegeln. Ich wollte sie noch auf der Weide laufen lassen, damit sie ein bisschen Energie vor der 3 Stunden langen Fahrt loswerden konnten.
      Da sie die Nacht im Stall verbracht hatten, war keiner der beiden wirklich dreckig und so konnte ich, Eisvogel links, Adrian rechts neben mir, schon ein paar Minuten später zur Weide laufen, wo sich die 2 schwarzen wie erwartete buckelnd und quietschend über die Weide jagten. Der Umzug auf den neuen Hof brachte nur Vorteile mit sich. Der alte Stall war stark renovierungsbedürftig, ich hatte weder Platz noch Halle für mich alleine und musste somit für jegliches Training ins Nachbardorf reiten. Außerdem hatte ich nur eine Weide und mittlerweile wurde Adrian immer häufiger Eisvogel gegenüber aufsässig, was schon zu manchem Streit geführt hatte. Mit einem eigenen Stück Weide für jeden würde bestimmt wieder Ruhe einkehren. Und für Dreamie & Tali – wie ich die beiden schon nannte – brauchte ich ja auch noch Platz.
      Während die beiden Hengste auf der Weide Hacken schlugen, räumte ich die Sattelkammer noch vollständig aus, mistete die Boxen komplett aus und füllte ein Netz mit Heu, um es schon mal in den Hänger hängen zu können.
      Nach einer Stunde betrat ich die Weide wieder. Ich ermunterte die Hengste dazu, noch ein paar Runden zu drehen, dann hatte keiner von uns Dreien mehr Lust, über die Weide zu hetzen und bereitwillig ließen sich beide wieder einfangen.
      Ich führte Adrian und Eisvogel von der Weide direkt zum Hänger. Einer der Umzugshelfer erklärte sich bereit, meinen Isländer kurz zu halten, während Adrian neben mir brav den Hänger betrat. Ich hatte den Hänger noch nicht mal wieder verlassen, als Eisvogel schon nach seinem „kleinem Bruder“ wieherte. Diese beiden konnten wirklich weder mit, noch ohne einander! Lange stand Adrian im Hänger aber nicht alleine, ich führte Eisvogel direkt nach ihm hinein, band ihn fest und verschloss die Rampe.
      Schon 2 Umzugswägen waren in Richtung des neuen Hofes unterwegs, das dritte Fahrzeug, das vom Hof rollte, war der Geländewagen mit dem Pferdehänger hinten dran, der meine beiden langjährigen Freunde zu ihrem neuen Heim bringen würde.
      Ich blieb noch auf dem Hof, fegte noch einmal durch den nun verlassenen Stall. Es würde eine Umstellung und irgendwie auch ein Neuanfang werden. Bevor Wehmut aufkommen konnte, verschloss ich die Stalltür und kehrte zum Haus zurück.
      Dort koordinierten sich die Umzugshelfer aber bereits und waren schon in den letzten Zügen, alle Möbel waren schon abgebaut und verpackt und die Kartons wurden gerade in die Wägen geladen.
      Also konnte auch ich mich auf den Weg machen.
      Trotz meiner späteren Abfahrt war ich vor meinen Pferden auf dem Hof, konnte ich doch ohne Hänger schneller fahren.
      So hatte ich genug Zeit, die Sattelkammer des Hengststalls, wo Adrian und Eisvogel von nun an stehen würden, mit dem Zubehör der beiden zu füllen. Außer den beiden bot dieser Stall noch Platz für 3 weitere Hengste, einer davon würde später Dreamie werden, währen Tali im Hauptstall unterkommen würde, der 15 Boxen für Stuten und Wallache bot. Doch zunächst einmal würden die beiden kleinen sich den Offenstall im Herzen des Hofes teilen, so hatten sie gleich auch noch jeweils einen Spielkameraden.
      Nun fuhr auch endlich der Geländewagen mit Adrian und Eisvogel auf den Hof und parkte direkt vor dem Hauptstall. Ich lief dem Fahrer entgegen, bedankte mich und während dieser sich wieder zu seinen Kollegen aufmachte, die bereits dabei waren, die ersten Umzugskartons ins Haus zu tragen, ließ ich die Rampe des Hängers herunter, aus dem Inneren blickten mir zwei große Augenpaare entgegen. Mit ruhigem Zureden führte ich zuerst Adrian aus dem Hänger, der junge Hengst hatte etwas geschwitzt, doch wahrscheinlich hatte ihn Eisvogels Gleichgültigkeit schnell wieder beruhigt.
      Diesmal gab Eisvogel Ruhe, während Adrian neben mir verwirrt umher blickte. Den Kopf erhoben, den Schweif hoch aufgestellt tänzelte er mehr neben mir her, als dass er lief. Ich führte den Schecken auf eine der Weiden, machte ihn vom Strick los und verschloss das Gatter hinter mir. Mit schwingendem Trab schwebte Adrian über die Weide, so viele neuen Eindrücke, doch trotzdem war er verhältnismäßig ruhig.
      Ich lief zurück zum Hänger, wo mir Eisvogel entgegen brummelte, als ich den Strick los machte, um nun auch ihn auf die Weide zu führen. Der Rappe blickte sich ebenfalls erstaunt um, doch ihn brachte so leicht nichts aus der Ruhe – wenn er nicht gerade geritten wurde. Brav ließ er sich von mir auf die Weide neben Adrian führen, dieser drehte immer noch seine Runden, kam aber erleichtert schnaubend an den Zaun, als Eisvogel ihm entgegen trat.
      Ich sah den beiden Hengsten noch kurz zu, doch Eisvogel widmete sich bereits dem Gras und auch Adrian schien die Anwesenheit seines vertrauten Kumpels zu beruhigen. Zufrieden machte ich mich zurück auf den Weg zum Haupthaus, wo ich von nun an wohnen und leben werden würde.
      Auch im Haupthaus lief alles wie geplant, die Umzugshelfer kamen gut voran und so konnte ich nichts anderes, als im Weg herum zu stehen.
      Froh über die kurze Pause setzte ich mich zu Adrian auf die Weide, in der Hand eine Flasche Wasser, und sah dem Junghengst beim Grasen zu.
      Als ich gerade die Augen geschlossen hatte, um etwas die Sonne zu genießen, klingelte mein Handy.
      Es war Chequi, die so freundlich gewesen war und sich bereit erklärt hatte, Talitha zu ihrem neuen Zuhause zu bringen. So konnte sie sich den Hof gleich auch noch ansehen. Auch für Dark Dreamer hatte ich einen Abholservice vom Gestüt organisiert, sonst wäre der gesamte Umzug und der Einzug nicht an einem Tag machbar gewesen. Elii hatte sich meinen Hof schon vor Dreamies Geburt angesehen und würde den kleinen nicht persönlich bringen.
      Talitha würde in ein paar Minuten mit Chequi auf den Hof rollen, von Dreamie hatte ich heute noch nicht gehört.
      Tatsächlich hörte man kürzeste Zeit später das Bremsen eines Autos vor dem Haupthaus.
      Ich lief Chequi entgegen, die bereits ausgestiegen war und sich neugierig umsah. Aus dem Haupthaus hörte man das Klopfen und die Stimmen der Arbeiter und auch Talitha wieherte lautstark im Hänger. Chequi und ich begrüßten uns und nach einer kurzen Führung über den Hof luden wir Talitha zusammen aus. Die junge Stute hatte sich mittlerweile weitgehend beruhigt und trat vom Hänger.
      Chequi übergab mir den Strick und nach einer kurzen Bestechung in Form eines Leckerlies ging Tali brav neben mir her zum Offenstall.
      Ich schloss das Tor hinter mir und machte dem Hannoveraner dann den Strick vom Halfter ab, worauf hin dieser mich erst mal verwundert ansah. ‚Was soll das denn werden? ‘, schien ihr Blick zu fragen.
      Nach ein paar Runden mit hoch erhobenem Kopf über den Auslauf kam Talitha aufgeregt zu uns ans Gatter getrabt:
      Ein neuer, fremder Geländewagen parkte gerade neben Chequis Auto, aus dem sich dahinter befindenden Hänger hörte man lautstarkes, hohes Wiehern und demonstrierendes Hufe scharren. Dark Dreamer war da.
      Während Chequi bei Talitha blieb, die aufgeregt durch die Nüstern blies, trat ich dem Fahrer des Wagens entgegen, der sich bereits daran machte, Dreamies Zubehör auszuladen. Ich wieß ihn an, die Sachen in die Sattelkammer im Hauptstall zu räumen, dann öffnete ich die Rampe des Hängers, im Inneren tat sich der Junghengst – wobei Fohlen es fast noch besser traf – immer noch lautstark kund und bekam nun sogar schon Antwort von Talitha. Dementsprechend aufgeregt polterte Dreamie vom Hänger, da half auch gutes Zureden und „Ho, langsam!“ nicht viel.
      Nichts desto trotz stand Dark Dreamer unversehrt neben mir und betrachtete angespannt, aber auch neugierig seine neue Umgebung. Der kleine war vor ein paar Wochen von seiner Mutter entwöhnt worden, der Ruf jetzt galt aber Talitha, die auch sofort antwortete. Wenn das mal keine Liebe auf den ersten Blick – oder besser auf das erste Wiehern..? – war!
      Ich führte Dreamie um den Hänger herum in Richtung Offenstall, wo Talitha immer noch ganz neugierig am Zaun stand. Nach dem ersten Beschnuppern über den Zaun hinweg und einigem Quietschen schienen die beiden Jungpferde schon wieder etwas Interessanteres zu suchen. Also öffnete Chequi mir freundlicherweise das Tor, sodass ich den Braunen vom Halfter losmachen konnte und ihn in den Auslauf zu seiner neuen Spielgefährtin schicken konnte. Sofort forderte die ältere Tali Dreamie zum Toben heraus, spielerisch stiegen sich die beiden an und jagten sich buckelnd über die Weide. Dieses Gespann schien gut zusammen zu passen!
      Der Fahrer, der mir Dark Dreamer auf den Hof gebracht hatte, verabschiedete sich bereits wieder und auch ich räumte Talithas Zubehör in die Sattelkammer, da Chequi weiter musste.
      Wir verabschiedeten uns, natürlich konnte sie die Stute hier jeder Zeit besuchen kommen, dann rollte der Wagen auch schon vom Hof und es wurde wieder still.
      Adrian und Eisvogel grasten friedlich auf ihren Weiden und auch bei Dreamie und Tali gab es nach wie vor keine Probleme. Selbst im Haus lief alles nach Plan, mein Schlafzimmer war schon vollständig aufgebaut und auch in den anderen Zimmern fehlte nur noch der letzte Schliff, bevor alles geputzt werden konnte.
      Dies würde ich selber übernehmen und machte mich gleich daran, dort zu säubern, wo ich bereits das Okay dazu hatte, sonst würde ich heute Abend gar nicht mehr ins Bett kommen!
      Nach einer guten Stunde hatte ich Schlafzimmer und Wohn- & Essbereich geputzt und die Umzugshelfer machten sich langsam daran, zu gehen. Ihre Arbeit war getan. Ich verabschiedete mich bei dem Team und bedankte mich, danach ging ich wieder zu meinen Pferden.
      Zuerst versorgte ich Tali und Dreamie, ich brachte ihnen ihre Heurationen und war erfreut, dass sich die beiden bereits jetzt von mir streicheln ließen. Tali hatte trotz einiger Besitzerwechsel in ihrem erst kurzem Leben wohl nie etwas Böses erleiden müssen und bei Dreamie wusste ich, dass er artgerecht und liebevoll großgezogen worden war.
      Nach den Streicheleinheiten ging ich zum Hengststall. Auch dort verteilte ich für jeden der beiden schwarzen ihre Heuration in der Box, dann machte ich mich auf, um die beiden Hengste in den Stall zu holen.
      Eisvogel wartete bereits am Tor auf mich und brummelte mir vertrauensvoll entgegen. Ich führte ihn in den Stall, nahm ihm das Halfter ab und schloss seine Box. Das gleiche wiederholte ich mit Adrian, mit dem einzigen Unterschied, dass dieser natürlich nicht am Tor wartete und die beiden Pferde im Offenstall schrecklich interessant fand, welche Eisvogel kaum interessiert hatten. Trotzdem stand Adrian nun auch in seiner Box und beide Hengste malmten ihr Heu.
      Ich kontrollierte noch einmal, ob ich die Boxen richtig verschlossen hatte- Party auf der Stallgasse brauchte ich in der ersten Nacht dann doch nicht – dann verließ ich den Stall, schloss die Tür hinter mir und machte mich auf den Weg zurück ins Haus. Dort warteten schließlich noch einige Zimmer darauf, von mir gesäubert zu werden.
      An diesem Abend fiel ich wortwörtlich ins Bett, ich schaffte es kaum noch, die Augen offen zu halten, während ich mir die Zähne putzte.
      Das ganze Haus war frisch geputzt, bei meinem Kontrollgang durch die Ställe gerade eben war es überall ruhig gewesen und so konnte ich mich nun auch endlich schlafen legen. Nach einem anstrengend, ereignisreichen, aber natürlich auch schönem Tag war mein Bett noch bequemer als sonst und so schlief ich ein, sobald ich mich zugedeckt hatte, in Gedanken noch immer bei meinen zwei Neuankömmlingen Tali und Dreamie.
    • Tequila
      Tierarztbericht für Eisvogel

      Zaii kam mit einem hübschen Isländerhengst wieder aus dem Stall. Man konnte Eisvogel ansehen das er voller Energie war. Ich streichelte zur begrüßung seinen kräftigen Hals und holte dann die Spritzen. Auch er war fit für die Impfungen und ich fand schnell die richtige einstichstelle. Als ich abdrückte zuckte er nur kurz zusammen. Ich lobte ihn und auch während ich die anderen drei Spritzen gab blieb er Tapfer und rührte sich nicht von der Stelle. Nachdem er sie Spritzen so gut genommen hatte schaffte ich es auch die Wurmkur halbwegs sauber in das Pferd zu kriegen. Dann guckte ich nach seinen Zähnen. Sie waren gerade und er hatte nur einen leichten Zahnstein den ich ganz schnell abgekratzt hatte. Ich leuchtete nochmal bis hinten in sein Maul aber alles sah gut aus und so entließ ich ihn wieder. Er schnaubte zufrieden als Zaii ihn wieder in richtung Stall brachte um den nächsten zu holen.
    • Helly25
      Hufschmiedbericht für Eisvogel

      Heute überprüfte ich Eisvogel's Hufe. Ich war schon anwesend, denn ich hatte mir auch schon die Hufe von anderen auf dem Hof untergebrachten Pferden angesehen. Eisvogel wurde gerade draußen angebunden. Ich streichelte ihn kurz, bevor ich meine Werkzeuge holte. Eisvogel beobachtete mich die ganze Zeit interessiert und gab er mir brav einen Huf nach dem anderen. Zuerst machte ich einen Probeschnitt, bei dem ich feststellte, dass nur wenig ausgeschnitten werden musste. Dann entfernte ich das wenige lose Sohlenhorn von allen Hufen. Anschließend raspelte ich noch ein wenig an den Hufen herum, dann waren wir fertig. Ich ließ ihn probeweise ein wenig traben und galoppieren. Die Hufe waren jetzt wieder völlig in Ordnung. Ich kraulte ihn noch einmal kurz hinter den Ohren und gab ihm eine Möhre. Kurz darauf verabschiedete ich mich auch von ihm. Ich fuhr vom Hof, meine Sachen sicher im Kofferraum meines Autos verstaut.
    • Zaii
      Pflegebericht 14. September 2013 - Willkommen im neuen Zuhause, Lakim!
      Brummelnd sahen mir Dreamie und Talitha entgegen, als ich Richtung Offenstall lief. Ich begrüßte die beiden Hannoveraner, ehe ich mich daran machte, die Heuraufe zu füllen. Ich konnte gerade noch das Gitter schließen, bevor Dreamie seinen Kopf hineinstrecken konnte. Beleidigt trottete er davon, kam aber wenig später wieder zurück – immerhin gab es Frühstück!
      Während meine beiden Jungpferde fraßen, äppelte ich Auslauf und Offenstall ab, danach machte ich mich auf den Weg zum Hengststall, wo ich auch schon erwartet wurde. Die beiden Hengste hatten ihre morgendliche Heuration noch vor meinen „Kleinen“ bekommen und dementsprechend war Adrian auch schon fertig und sah mir nun neugierig aus seiner Box entgegen. Sein Boxennachbar Eisvogel hingegen kaute noch auf ein paar Halmen herum. Ich schnappte mir Adrians grünes Halfter, das vor der Box hing, streifte es ihm über und öffnete die Box, nachdem ich einen Strick am Halfter befestigt hatte. Mit gespitzten Ohren streckte mir Adrian seinen Kopf entgegen, auf der Suche nach Leckerlis. Trotzdem blieb er in der Box stehen bis ich ihn aufforderte, heraus zu treten. Ich führte den Lusitano auf eine der kleineren Weiden, neben dem Misthaufen. Der Weg am Offenstall der Jungpferde vorbei brachte Adrian etwas aus dem Konzept, da Talitha mittlerweile in einem Alter war, in dem sich die Rosse ankündigte – ein Glück reagierte Dreamie noch nicht darauf - doch einmal auf der Weide widmete er sich lieber dem dürren Gras, das noch übrig war. Die Sonne hatte die letzten Wochen eine unglaubliche Kraft gehabt und auch, wenn die Temperaturen mittlerweile schon wieder kühler wurden, so hatte sich das Gras noch nicht vollständig von der Trockenperiode erholt. Nach Adrian führte ich Eisvogel auf die benachbarte Weide. Die beiden Hengste kannten sich, seit Adrian mit einem halben Jahr auf meinen Hof gekommen war, doch seit Adrian kein Fohlen mehr, sondern mittlerweile Hengst ist, stellte ich die beiden lieber getrennt nach draußen. Zu oft hatten sich die beiden schon gezankt und ich wollte nicht auf ernsthafte Verletzungen warten.
      Zurück bei den Jungpferden halfterte ich Dreamie auf, ich wollte heute die Lektionen des Fohlen ABCs, das er auf der HeartlandFarm gelernt hatte, mit ihm üben. Dreamie folgte mir willig, als ich ihn Richtung Hauptstall führte, nur Talitha, die alleine zurück bleiben musste, schien gar nicht zufrieden zu sein. Mit lautstarkem Gewieher machte sie ihrem Unmut Luft, was auch meine beiden Hengste einstiegen ließ. Dreamie, den ich auf der Stallgasse angebunden hatte, stand mit gespitzten Ohren da und gab sein helles Gewieher dazu. „Super, sonst noch jemand?“, murmelte ich vor mich hin, als mein Handy klingelte. Ernsthaft jetzt? Aber als ich hörte, wer am Telefon war, war ich sofort wieder konzentriert. Während ich Dreamies Putzsachen aus der Sattelkammer holte, unterhielt ich mich mit Friese. Sie hatte einige Pferde verkauft und nach einigem Feilschen auch mir eines: Lakim. Die junge Mixstute war mir schon bei einer früheren Verkaufsanzeige aufgefallen, doch damals hatte ich mir mit Talitha und Dreamie erst zwei junge Pferde zugelegt. Als sie nun wieder zum Verkauf stand konnte ich nicht anders, den eine Koppelfreundin für Talitha fehlte mir sowieso noch und außerdem war die junge Stute mit ihrer interessanten Farbe und der grandiosen Abstammung, war sie doch ein direkter Nachkomme des berühmten Cadocs, geradezu prädestiniert, später selbst das ein oder andere Fohlen auf die Welt zu bringen. Friese kündigte sich für den Nachmittag an, sie hatte sich meinen Hof zwar schon einmal angeschaut, wollte Lakim aber vorbei bringen. Nachdem ich mich von Friese verabschiedet hatte, widmete ich wieder Dreamie. Der junge Hengst drehte interessiert die Ohren in meine Richtung, als ich begann, ihn mit einer weichen Bürste zu striegeln. Jackie hatte auf ihrer Farm ganze Arbeit geleistet, mein Junghengst hatte schon beim Anbinden keine Probleme gemacht und entspannte sich auch jetzt, beim Putzen, recht schnell. Nach dem Überbürsten folgte das Hufe auskratzen. Ich war auf ausschlagen gefasst, doch außer leichten Druck zum Anheben brauchte es nichts und es passierte auch nichts. Nachdem ich auch die beiden Hinterhufe ohne Probleme säubern konnte, lobte ich meinen „Kleinen“ ausgiebig. Ich war wirklich zufrieden und beschloss, es damit für heute gut sein zu lassen. Nachdem ich Dreamie zurück in den Offenstall geführt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Weide, auf der Adrian graste. Mit Talitha hatte ich gestern etwas Schrecktraining gemacht und da sie erst 2 Jahre alt war, hatte sie heute frei – überfordern wollte ich schließlich keines meiner Pferde.
      Adrian trottete beleidigt neben mir her, schließlich hatte ich ihn viel zu früh wieder von der Weide geholt. Nachdem er im Stall angebunden und gestriegelt worden war, sattelte und trenste ich den Rappen. In der letzten Zeit hatten Adrian und ich uns auf einigen Dressurturnieren versucht, leider ohne Erfolg. Trotzdem sollte er heute mal wieder etwas anderes als den Reitplatz sehen und so hatte ich mich zu einem gemütlichen Ausritt in den Wald entschieden. Nachdem auch die Gamaschen angebracht waren und ich nochmal die Fliegenhaube zu Recht gezupft hatte, gurtete ich ein Loch nach und saß dann im Hof auf. Am langen Zügel stapfte Adrian vom Hof, die Ohren entspannt nach vorne baumelnd. Der Ritt durch den Wald war ereignislos, bis auf das Zusammentreffen mit einem Trupp der Bundeswehr der einen seinen Märsche unternahm. Die kräftigen Männer kreuzten unseren Weg und Adrian starrte sie mit hoch erhobenem Kopf an, entspannte sich aber schnell wieder, als einer der Männer ihm ein Stückchen Apfel darbot. Ansonsten schien Adrian den Waldspaziergang zu genießen und auch das kurze Planschen in einem Bach, den wir durchquerten machte ihm Spaß.
      Zurück auf dem Hof nach ich meinem Hengst Sattel, Trense und Gamaschen ab und spritzte seine Beine mit dem Schlauch ab, ehe er – endlich – wieder auf die Weide durfte.
      Gerade, als ich den Strick neben dem Weidetor abgelegt hatte rollte ein großes Auto mit Hänger auf den Hof und hielt auf dem Parkplatz. Aus dem Hänger drang helles Wiehern und ungeduldiges Hufescharren. Ich lief Friese entgegen und nachdem wir uns begrüßt hatten, beschlossen wir, dass sich die Jungtiere auf der Weide kennen lernen sollten. Ich führte also nacheinander zuerst Tali, dann Dreamie auf die Weide, die dem Hengststall am nächsten war, während Friese unterdessen Lakim auslud und die tänzelnde Zweijährige auf die angrenzende Weide brachte. Während Dreamie auf der Weide seine Runden zog und unbedingt spielen wollte, stand Talitha brummelnd am Zaun und schien äußerst interessiert an dem Neuzugang. Lakim wiederum trabte aufgeregt umher, ihre Koppelnachbarn interessierten sie noch nicht. Friese und ich sahen dem Treiben auf den Weiden noch ein Weilchen zu, Lakim beruhigte sich schnell und machte auch schon die ersten Schritte Richtung Zaun, wo immer noch Talitha stand. Wir waren zufrieden und ich lud Friese ins Büro ein, um das Geschäftliche zu klären. Nachdem alle Dokumente unterzeichnet waren half mir Friese noch, das wenige Zubehör von Lakim auszuladen, dann verabschiedete sie sich von mir und rollte mit dem Auto vom Hof, während ich mich schon wieder auf den Weg zu den Jungpferden machte. Unglaublich, jetzt hatte ich doch tatsächlich einen Dark Intention-, einen Branagorn- und einen direkten Cadoc-Nachkomme in meinem Stall stehen! Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen und beobachtete die beiden Stuten, die sich mittlerweile schon vorsichtig ihre Nasen entgegen reckten. Dreamie hingegen trottete zu mir an den Zaun, es war ja möglich, dass ich ein Leckerli dabei hatte! Ich kraulte meinen jüngsten zwischen den Ohren, die Stuten schienen sich gut zu verstehen und trabten schon nach kurzer Zeit gemeinsam am Zaun entlang. Ich entschied mich, Talitha umzustellen, wobei mir Dreamie zum Glück nicht in die Quere kam, er war es gewohnt, dass ich Tali immer zuerst von der Weide holte. Lakim kam ruhig an den Zaun getreten, als ich mit der Hannoveranerstute die Weide betrat. Die beiden Stuten schienen sich gut zu ergänzen, Lakim war eine treue Seele und meist brav, während Talitha mit neugierig und mutig zu beschreiben war. Ich löste den Strick von Talithas Halfter und nach anfänglichem Gequietsche und Schweifschlagen knabberten die beiden Stuten schon bald nahe dem Zaun am Gras, sodass sich auch Dreamie dem zaunnahen Gras widmete. Ich wendete mich wieder von den Weiden ab und machte mich stattdessen auf den Weg zu Eisvogel, der gerade Adrian über den Zaun hinweg angiftete. Diese beiden.. konnten nicht mit, aber auch nicht ohne einander! Ich holte Eisvogel von der Weide, dankbarer Weise stand dem Hengst nicht der Sinn nach Fangspielen. Im Stall band ich ihn auf der Stallgasse an und nachdem der Rappe gestriegelt und außerdem die Hufe und das Langhaar gesäubert und von Dreck befreit waren, befestigte ich eine Hengstkette am Halfter – sicher ist sicher – und wir verließen anschließend den Stall. Auch diesmal entschied ich mich, den an den Hof angrenzenden Wald zu nutzen, denn bisher hatten mein „Senior“ und ich noch nicht die Möglichkeit gehabt, das neue Gelände auszukundschaften. Schon nach einem kurzen Stück auf dem Waldweg verließen wir diesen und bahnten uns unseren eigenen Weg quer durch den Wald. Eisvogel folgte mir aufmerksam und Dank seinem rassetypischen Gehwillen kamen wir trotz unwegsamen Gelände zügig voran und hatten auch beide unseren Spaß am Spaziergang, der außer einem gefährlichen, von einem Sturm losgelösten, toten, Baumstamm nichts aufregendes zu bieten hatte. Nach einem ausgiebigen Spaziergang kehrten der Isländer und ich zurück auf den Hof. Ich kontrollierte die Hufe des Hengstes nochmals, dann entließ ich ihn in seine Box und holte anschließend auch Adrian wieder in den Stall. Mittlerweile war es schon Nachmittag und die Wettervorhersage sollte Recht behalten, denn der Wind wurde stärker und würde heute wohl noch Regen bringen. Während Adrian und Eisvogel sich über die Boxentüren hinweg zu brummelten verließ ich den Hengststall und machte mich daran, die Jungpferde zurück in den Offenstall zu bringen. Ich war schon etwas nervös, da nun auch Dreamie und Lakim direkt aufeinander treffen würden, trotzdem versuchte ich mein bestes, mir die innere Unruhe nicht anmerken zu lassen. Zuerst führte ich die beiden jungen Stuten zurück. Mit Talitha rechts und Lakim links neben mir hatte ich zwar etwas zu tun, aber Talitha schien meiner neuen Stute Sicherheit zu geben und so konnte ich den beiden vor dem Offenstall problemlos die Halfter abnehmen und sie laufen lassen. Anschließend folgte Dreamie, der mir auf der Weide zwar schon missmutig entgegen brummelte, sich aber ohne Probleme führen ließ. Trotzdem entschied ich, ihm das Halfter anzubehalten. Ich schloss das Tor, machte den Hengst vom Strick los und wartete, doch glücklicherweise kam es zu keinen Kämpfen. Dreamie näherte sich Lakim zwar zuerst einmal mit angelegten Ohren, wurde von Talitha aber zu Recht gewiesen und damit schien alles geklärt zu sein. Ich füllte die Heuraufe im Jungpferdetrakt auf, dann verteilte ich die Futterrationen an meine Hengste, wobei diese heute nur aus Heu und etwas Mineralfutter bestand.
      Das zufriedene Malmen der Pferdemäuler wurde von einem Heulen des Windes unterstrichen. Nachdem ich die Außentüren der Hengstboxen nochmals kontrolliert hatte verließ ich den Stall, auch die Jungpferde hatten sich nach dem Fressen in den Stall zurückgezogen und standen dort entspannt zusammen. Ich war äußerst glücklich, dass es mit der neuen Herdenkonstellation keine nennenswerten Probleme gab und Dreamie damit noch eine Weile mit gleichaltrigen zusammenstehen konnte, war er doch das jüngste Tier auf meinem Hof.
    • Zaii
      Pflegebericht 22. Oktober 2013 - Heimkehr eines alten Freundes

      „Danke, Zasa!“, entgegnete ich, als diese uns eine gute Heimfahrt wünschte. Ich stieg in mein Auto und zusammen mit einem neuen Pferd im Hänger rollte ich vom Gelände des Rettungshofes. Doch ein „neues Pferd“ war Soul Eater für mich eigentlich nicht. Ich hatte den schicken Irish Draught-Hengst einst an Zasa verkauft, da ich zu dieser Zeit mehrere Pferde besaß und dem Potential des Schecken so nicht gerecht werden konnte. Nach nicht mal einem Jahr allerdings hatte ich den Hübschen im Internet in einer Verkaufsanzeige entdeckt. Zunächst hatte ich auf ein gutes Zuhause gehofft, doch als sich herausstellte, dass Soul Eater mittlerweile auf einem Rettungshof stand dauerte es nicht lange und ich kündigte bei Zasa und der Hofbesitzerin an, dass ich den Guten mit mir und zu mir zurück nehmen würde. Zasa war einverstanden, denn sie würde nach Australien auswandern und konnte dorthin nicht alle Tiere mitnehmen.
      Auf dem Hof parkte ich Auto samt Hänger neben dem Gutshaus und wurde erst mal von meinen drei Jungpferden begrüßt, die mich natürlich sofort erblickt hatten. Während Talitha und Lakim sich wieder dem taufeuchten Herbstgras widmeten und Dreamie mir am Zaun entlang folgte, machte ich mich auf den Weg zum Hengststall, wo auch Dark Dreamer später einmal stehen würde. Aus ihren Boxen blickten mir bereits Adrian und Eisvogel entgegen, zweiter noch mit dem morgendlichen Heu in der Maulspalte. Ich halfterte die beiden auf und führte sie dann nacheinander auf die beiden kleinen Weiden neben dem Hengststall, Adrian auf die mittlere. Laut Zasas Aussage hatte sich Soul Eater nicht verändert, was das Verhalten anderen Hengsten gegenüber anging und so würde ich ihn wahrscheinlich nicht mit einem der anderen Hengste vergesellschaften können. Zudem kannten sich die Drei schon, Eisvogel und Adrian hatte ich schon, als ich Soul damals gekauft hatte. So weit, so gut. Ich machte mich auf den Weg zurück zum Hänger, wo Soul sogleich lautstark zu Wiehern begann, als er mich hörte. Ich öffnete die Klappe und trat zu dem Hengst in den Hänger. Sein Verhalten war so typisch für ihn, die Ohren gespitzt und den Kopf etwas gesenkt, schob er mir sein Maul entgegen und brummelte in meine Hand. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, er trug seinen Namen einfach zu Recht! Nachdem sich das Irish Draught ein paar Streicheleinheiten abgeholt hatte, machte ich ihn los und führte ihn rückwärts aus dem Hänger. Wieder mit ebenem Boden unter den Hufen sah sich Soul mit hocherhobenem Kopf um, folgte mir aber bereitwillig, als ich ihn auf die Weide neben Adrian führte, welche größer war, aber auch am weitesten vom Stall entfernt. Ungewöhnlich problemlos ließ Soul mich den Strick vom Halfter lösen, ehe er kehrt machte und mit großen Sprüngen über die Weide setzte. Sofort hatte Adrian ihn entdeckt und auch bei Eisvogel dauerte es nicht lange. Während Adrian noch mit gespitzten Ohren am Zaun stand, drehte Eisvogel drüben seine Runden, die Ohren nach hinten kippend und mit gestelltem Schweif. Soul Eater machte sich gerade auf den Weg zum Zaun, zu Adrian. Ich stand noch immer auf Souls Weide, denn ein gerne mal dominanter Soul und ein eher leichtsinniger Adrian waren möglicherweise nicht die beste Mischung. Aber immer noch besser als eine direkte Konfrontation mit Eisvogel, denn auch wenn der Isländer im Umgang, sei es mit Mensch oder Tier, eigentlich unproblematisch war, so hatten er und Soul sich doch bereits die ein oder andere Rauferei geleistet, wobei auch schon manche Schrammen davon getragen wurden. Adrian hingegen war bei Souls Verlassen noch mehr Jungpferd als Hengst gewesen und so war ich gespannt, was nun passieren würde. Während ich langsam am Zaun entlang ging, um notfalls eingreifen zu können, dass dies schief gehen konnte, dem war ich mir durchaus bewusst, reckten Soul und Adrian gerade die Hälse und stupsten sich an die Mäuler. Beide Hengste quietschten, Ohren wurden angelegt und Soul stieg einmal leicht. Ich war aufs Äußerste angespannt, doch hier schien es zu keiner größeren Auseinandersetzung zu kommen, Adrian senkte den Kopf und schnaubte auf den Boden, wie eine Stute. Er unterwarf sich, was mich dann ehrlich gesagt doch etwas überraschte, und Soul schien zufrieden mit sich. Nach einigen Minuten, in denen immer wieder einer der beiden die Nase zum anderen hinüberstreckte, widmete sich Soul nun dem Gras und Adrian tat es ihm nach. Ich verließ die Weide und beobachtete Eisvogel, der die ganze Zeit mit schlagendem Schweif am Zaun gestanden und das Treiben mit angesehen hatte, mittlerweile aber auch wieder graste.
      Ich machte mich auf den Weg zum Jungpferdestall, wo mir alle Drei bereits entgegen sahen. Ich halfterte zunächst Lakim auf, die junge Mixstute konnte, genau wie Talitha bald gearbeitet und somit an die Longe herangeführt werden. Heute aber stand nur ein Spaziergang an, für weiteres wollte ich mir professionelle Hilfe holen. Nachdem ich die junge Stute übergeputzt hatte, was sie bereits problemlos machen ließ, ersetzte ich ihr Stallhalfter durch ein schwarzes Lederhalfter, den Strick durch eine Führkette und los ging es. Lakim trat ruhigen Schrittes neben mir her, die Ohren gespitzt, aber immer sehr auf mich bedacht. Der Weg durch den Wald war kühl, auch wenn die Temperatur momentan fast wieder 20°C betrug. Nach einer halben Stunde kamen Lakim und ich wieder auf dem Hof an und da Lakim total entspannt war, beschloss ich, noch mit ihr in die Halle zu gehen. In die Halle deshalb, da ich zunächst keine Faktoren von außen wollte, die die Zweijährige möglicherweise abgelenkt hätten. Nachdem ich das Tor sicher verschlossen hatte stellte ich Lakim auf X, ehe ich sie vom Strick machte. Nach meiner Aufforderung, mir zu folgen, lief die Cadoc-Tochter mir gleichmäßig hinterher und folgte mir durch jede Kurve, die ich machte. Ihr treuer und braver Charakter machten es leicht, mit ihr nur durch Lob zu arbeiten. Nachdem auch einige Richtungswechsel die Stute nicht von mir trennen konnten, begann ich zu joggen und animierte Lakim mit der Stimme, in Trab zu fallen. Gemächlich setzte sich diese in den Trab und folgte mir auch in dieser Gangart. Nach ein paar Runden wurde ich wieder langsamer und nachdem auch Lakim durchpariert war, lobte ich sie und beschloss, dass es genug für heute war. Ich nahm Lakim wieder an die Führkette, führte sie auf den Putzplatz vor dem Hauptstall, wo ich sie nochmals überstriegelte, die Hufe kontrollierte und ein paar kleine Zweige aus dem Langhaar entfernte. Danach entließ ich Lakim wieder zu den zwei Hannoveranern, nur um mir sogleich Talitha zu schnappen und auch mit ihr in die Halle zu gehen, nachdem ich sie gestriegelt hatte. Dreamie wollte ich heute nicht arbeiten, die Zeit mit Lakim alleine würde ihm sicher auch gut tun, stellte sich doch normalerweise oftmals Talitha zwischen die Annäherungsversuche der beiden. In der Halle wiederholte ich das Programm, welches ich auch schon mit Lakim gemacht hatte und auch der Schecke arbeitete gut und willig mit, worauf hin ich bei Talitha noch einen Schritt weiterging und damit begann, sie an der langen Führkette um mich herum gehen zu lassen. Zunächst schien der Hannoveraner verwirrt, wieso ich sie wegschickte, außerdem wollte sie jedes Mal wissen, ob ich denn etwas in meiner Hand versteckt hielt, als ich diese ausstreckte, um sie von mir weg zu treiben. Doch nach etwa 10 Minuten hatte Talitha bereits verstanden, was ich von ihr wollte und schaffte es, auf beiden Händen ein paar Runden um mich zu drehen. Ich war mehr als zufrieden und lobte die Jungstute, ehe ich sie nochmals überstriegelte und die Hufe kontrollierte. Nachdem ich der Tigerscheckin noch ein Leckerli zugesteckt hatte, ließ ich sie zurück in den Offenstall, wo sie von Dreamie und Lakim bereits erwartet wurde.
      Während die Warmblüter sich gegenseitig anbrummelten, machte ich mich auf den Weg zurück zu den Weiden der Hengste. Auch hier war alles friedlich, also holte ich Eisvogel von der Weide und führte ihn zurück in den Stall. Dort striegelte ich den glänzenden Rappen, legte ihm Gamaschen an und trenste ihn anschließend auf. Eisvogel wollte ich heute longieren und an den Stimmkommandos arbeiten. Auf dem Platz angekommen schickte ich Eisvogel zuerst im Schritt um mich herum, danach im Trab, locker entspannt ließ der Hengst den Kopf während des Warmlaufens fallen. Als ich ihn schließlich dazu aufforderte, vermehrt seine Hinterhand einzusetzen trat Eisvogel von selbst in die Versammlung. Bei dem Naturtölter hatte es nach seinem TSV- Aufenthalt lange gedauert, bis er Tölt und Trab wieder unterscheiden und bewusst und gewollt in beiden Gangarten gehen konnte, als es gefordert wurde, doch mittlerweile trabte Eisvogel auf Stimmkommando an und brachte den Tölt nur, wenn gefordert. Ich ließ den Isländer aus dem Trab durchparieren, um ihn dann aus dem Stand anzugaloppieren. Der Hengst schnaubte ab, während er mit schwungvollen Tritten um mich herum ging. Ich war zufrieden, sowohl die Übergänge, als auch die Reaktion auf Stimmkommandos waren trotz momentan passiven Trainings perfekt. Nachdem ich die Grundgangarten mit Übergängen auf beiden Seiten gefordert hatte, ließ ich ihn noch an der Hand neben mir tölten, während ich über den Platz joggte. Eisvogel hatte die Ohren gespitzt und hielt mein Tempo problemlos mit, wovon andersrum nicht mehr die Rede gewesen wäre, wenn Eisvogel schneller geworden wäre. Ich lobte den Hengst, den Pass wollte ich heute nicht mehr fordern. Der Fünfgänger erfüllte den Traum eines jeden Gangpferdereiters, war er doch fein im Maul und bereits auf ein aufbaufähiges Level ausgebildet, doch für mich, die mit ihm ihr erstes Gangpferd besaß war er fast zu viel. Trotzdem würde ich ihn nicht verkaufen, frühere Verkaufsanzeigen brachten kein zufriedenstellendes Ergebnis und so wollte ich mir lieber einen Trainer suchen, der mir auf Eisvogel weiterhelfen konnte. Nachdem ich dem Hengst auf der Stallgasse Gamaschen und Trense abgenommen hatte und die Hufe nochmals kontrolliert hatte ließ ich Eisvogel in seine Box. Es war bereits später Nachmittag und bald stand die abendliche Fütterung an. Nachdem ich Adrian, dem ich heute ebenfalls einen Ruhetag gegönnt hatte, in den Stall gebracht hatte, verteilte ich Heu und Mineralfutter in die drei Boxen im Hengsstall, sodass Souls Boxenbezug nachher nicht die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Der Irish Draught-Hengst würde in die Box neben Eisvogel kommen, auch wenn die Hengste nicht sonderlich grün miteinander waren. Die Boxen des Hengststalls waren so gebaut, dass zwar jedes Tier aus der Box sehen und seinen Kopf über die Boxentüre strecken konnte, allerdings nicht die Möglichkeit bestand, dass Körperkontakt aufgenommen werden konnte. Während also Eisvogel und Adrian sich ihrem Futter widmeten betrat ich mit Soul den Stall, Adrian brummelte kurz, während Eisvogel kaum den Kopf hob. Ich war erleichtert und zufrieden und entließ Soul in seine Box, wo auch er sogleich zu fressen begann. Ich sah Soul noch eine Weile zu, der sich trotz neuem Stall und alten Bekannten ruhig verhielt und gelassen wirkte, dann verließ ich den Stall und machte mich auf den Weg zum Offenstall der Jungpferde, auch meine „Kleinen“ wollten gefüttert werden. Nachdem ich auch hier das Heu in der Heuraufe verteilt hatte, schaute ich nochmal in den Hengsstall, doch hier war glücklicherweise alles ruhig. Also verschloss ich die Tür, ehe ich mich zurück zum Gutshaus machte, wo auch ich etwas zu essen bekommen würde.
    • Zaii
      Teilnahme an der [HK452] Alle Rassen
      Beruhigend strich ich meinem Isländerhengst über den Hals, „ist ja schon gut, mein Junge!“. Die Glocke hatte gerade geläutet und nun wurden Eisvogel und ich in der Halle erwartet. Mit sanftem Schenkeldruck trieb ich den Rappen in den Trab, um in die Halle einzureiten. Das Gemurmel auf den Zuschauertribünen verstummte und alle Augen waren auf uns gerichtet. Bei X parierte ich zum Stand durch und während Eisvogel eifrig auf dem Gebiss kaute grüßte ich die Richter durch Tippen an meinen Zylinder. Nachdem Startgong trabte ich den Isländer wieder an und lenkte ihn auf der linken Hand auf die ganze Bahn. Bei H begann ich, eine einfache Schlangenlinie im Trab zu zeigen. Eisvogel schnaubte deutlich ab und nach der Bahnfigur parierte ich bei A zum Stand durch. Gekonnt richtete ich Eisvogel eine Pferdelänge rückwärts; nachdem der Hengst vier Schritte rückwärtsgegangen war galoppierte ich ihn nach einer Sekunde im geschlossenen Stand an und ging auf den Zirkel. Langsam und gesetzt galoppierte der Rappe eine Zirkelrunde, die Ohren dabei interessiert in meine Richtung gerichtet, dann bereitete ich ihn auf den fliegenden Galoppwechsel vor, mit dem wir aus dem Zirkel wechseln würden. Ich atmete erleichtert auf, als die Lektion geglückt war – hatte gar nicht gemerkt, dass ich den Atem angehalten hatte. Trotz Training hatte man nie die Garantie, dass es auch im Ernstfall funktionieren würde. Doch Eisvogel konnte sich bereits auf einigen Turnieren platzieren und sogar siegen und war somit auch in fremden Umgebungen nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Eine Eigenschaft, die ich an dem sensiblen Hengst sehr schätzte. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, konzentrierte mich aber schnell wieder auf meinen Hengst unter mir. Nach eineinhalb Zirkelrunden setzte ich mich bei C tief in den Sattel und parierte Eisvogel so zum Trab durch. Bei M wechselten wir durch die ganze Bahn. Auf der Geraden verlängerte ich Eisvogels Trabtritte, damit die Richter auch seinen starken Trab sehen konnten. Mit einer halben Parade fing ich den Hengst auf dem 1. Hufschlag wieder ein. Bei A parierte ich zum Schritt durch und wir begannen, das Viereck zu verkleinern; anschließend vergrößerten wir es wieder. Eisvogel drehte aufmerksam die Ohren, als ich ihn abschließend bei M aus der Ecke kehren ließ. Auf dem ersten Hufschlag ritten wir ganze Bahn bis A, hier wendete ich den Isländer auf die Mittellinie ab und parierte ihn bei X erneut zum Halten durch. Während Eisvogel leicht am Zügel zupfte verabschiedete ich mich von den Richtern, wendete den Hengst dann ab und gab ihm die Zügel hin. Am langen Zügel verließen wir die Halle und ich klopfte zufrieden den Hals meines langjährigen Freundes. Obwohl der Hengst ein Fünfgänger war hatte ich mich dazu entschieden, nur seine Grundgangarten zu zeigen, denn im Vergleich zu ihm war ich kein Naturtalent und hatte wenig Erfahrung mit den isländischen Gangarten. Bis ich diese abrufen und vor allem reiten konnte musste noch etwas Training vergehen.
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  • Album:
    Hengste
    Hochgeladen von:
    Zaii
    Datum:
    24 Okt. 2009
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  • Pferdename Eisvogel
    Rufname ---
    Von Engel
    Aus der Djunjá
    Rasse Isländer
    Geschlecht Hengst
    Geburtsdatum 21. Juli 2001
    Farbe Rappe
    Stockmaß 145cm

    Der lackschwarze Hengst strotzt nur so vor Energie. Seine Mähne glitzert wie das Wasser im Gefieder eines Eisvogels, auch seine Bewegungen erinnern an den Flügelschlag des blauen Vogels, sind sie doch genau so elegant. Eisvogel kann mit fast jedem gut Freund sein, versteht sich mit allen Tieren - außer anderen Hengsten - und ist im Umgang sehr unproblematisch. Beim Reiten braucht sein Reiter einen guten Sitz und eine weiche Hand, da Eisvogel überaus empfindlich auf die Hilfen des Reiters hört und dazu sofort auf jeden Reiz in seiner Umgebung reagiert. Mit der nötigen Feinheit eröffnet Eisvogel seinem Reiter so fünf schwungvollen Gänge.
    Eisvogel vererbt vor allem seine schönen, klaren Gänge. Seine Nachkommen sind außerdem empfindlich im Maul und benötigen somit eine feine, einfühlsame Reiterhand. Im Umgang sind sie meist gelassen, doch ähnlich dem Vater kommt auch bei ihnen manchmal das Fluchttier durch, sodass es durchaus möglich ist, dass einmal gescheut oder umgedreht wird, wenn etwas nicht geheuer ist. Die lernwilligen Pferde fixieren sich aber oft - und am liebsten - auf eine Person, anstatt herumgereicht zu werden. Hat man einmal das Vertrauen, so hat man einen wahren Freund gefunden.

    Genetik Ee aa gg cc dd zz ww oo toto Ss soso rnrn rbrb FF prlprl chch lplp splspl pgpg
    Eisvogel trägt versteckt eine Sabino-Scheckung, welche sich lediglich in seinen vier hochweißen Beinen ausdrückt. Diese wird er zu 50% an seine Nachkommen vererben.

    Nachkommen

    Totengräber (*2004 ✝2015)
    Kjarkur (*2006)
    Wolkenvogel (*2013) aus der Lila Wolken

    Besitzer Zaii
    -- maya -- Zaii
    Ersteller Yashafreak -- umgemalt Lizzy02
    Vorkaufsrecht verfallen

    Eingeritten Ja
    Gangreiten S** -- Dressur M -- Springen A -- Military A -- Distanz A

    HK 452
    17. Gangturnier | 110. Gangturnier | 119. Gangturnier | 123. Gangturnier | 124. Gangturnier | 126. Gangturnier | 128. Gangturnier | 129. Gangturnier | 133. Gangturnier | 135. Gangturnier | 140. Gangturnier | 152. Gangturnier | 168. Gangturnier | 222. Gangturnier
    200. Dressurturnier | 245. Dressurturnier | 197. Galopprennen | 165. Westernturnier | 166. Westernturnier | 160. Springturnier | 164. Springturnier | 165. Springturnier


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