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Muemmi

EBS Mon Amie | gekrönt

Holsteiner - Pinto | Stute | Im Besitz seit: Juli 2016 | Pfleger: Mia Andalik | Bitte keine Kommentare!

EBS Mon Amie | gekrönt
Muemmi, 1 Juli 2018
    • Muemmi
      Alte Berichte

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      Alte Berichte von Magic

      Magic Vaconda's Ankunft
      Stelli und ich hatten alles abgesprochen. Heute sollte Vaconda zu mir kommen. Stelli fuhr also mit ihm auf den Hof und ich begrüßte sie freudig. Dann holte sie die Stute aus dem Hänger. Ich hatte sie zwar schon ein paar mal gesehen, wusste aber nichtmehr das sie so groß war. "Naa hübsche?" ging ich auf sie zu und streichelte ihre Nüstern. Dann nahm ich Stelli Condi ab und führte sie in ihre neue Box. Als ich rein kam fragte man mich schon ob das mein neues Pferd sei. Ich nickte und Condi begutachtete ihre neue Box. "Also dann." grinste ich und lief wieder mit Stelli auf den Hof. Sie musste leider schon wieder gehen da sie noch ihre anderen Pferde versorgen musste. Also räumten wir noch kurz ihre Sachen in den Schrank und dann fuhr sie schon wieder davon. Ich sah nochmal nach was sie alles hatte. Dann lief ich wieder zu Condi. "Naa? Ich kauf dir morgen oder so noch mal ne Schabracke, oder?" sagte ich lächelnd zu ihr und ging in ihre Box. Sie schnaubte mich an und begann ihr Heu zu fressen. Sie war die Ruhe selbst.

      Magic Pflegebericht 2Nun war ich wieder da. Nach einem Jahr Australien konnte ich endlich wieder zu Vaconda. Ob sie mich noch kannte? Ich werde es sehen. Am nächten Morgen, nach meiner Ankunft, zog ich mich um und fuhr erfreut zum Stall. Dort angekommen wurde ich schon von den Mädels begrüßt. Nach kurzem Getratsche machte ich mich auf den Weg zu ihrer Box. Während meiner Abwesenheit wurde sie von meiner Schwester und meine Cousine geritten. Da Condi nicht in ihrer Box war, dachte ich mir, sie ist bestimmt auf der Weide. Also schnappte ich mir einen Strick und lief zur Weide. Dort angekommen sah ich meine hübsche Stute schon traben. Ich piff nach und rief ihren Namen. Sofort blieb sie stehen, wiehrte und galoppierte auf mich zu. Sie kannte mich also noch ! Freudig lief ich auf sie zu und streichelte sie zwischen den Augen. "Na mein Schatz? Hast du mich vermisst?" Sie sah mich an und ich gab ihr eine Karotte. "Wie wärs, wenn wir einen schönen Ausritt machen?" Sie wiehrte und ich klickte den Strick ein. Am Putzplatz band ich sie an und holte den Putzkasten. Nachdem ich sie ausgiebig gestriegelt hatte, holte ich Sattel und Trense. "Na, die sind aber gut gepflegt worden, was?" Ich lachte und legte ihr beides an. Da ich sie jetzt seit einem Jahr nicht geritten war beschloss ich, erstmal wieder mit Helm zu reiten. Gesagt getan, los gings !
      2 Stunden Ausritt. Wir liebten es. Über die frisch gemähten Wiesen zu galoppieren, über das kleine Bächlein zu springen und einfach schön im Schritt durch den Wald zu reiten. Es war einfach nur wieder schön..
      Zuhause sattelte ich Condi ab und wusch ihr erstmal die Beine, da diese seehr dreckig waren. Dann beschloss ich, ihre Mähne noch zu schneiden da diese es dringend nötig hatte. Nachdem ihre Mähne wieder etwas gleich sah, mistete ich ihre Box noch etwas aus, da dort einige Pferdeäpfel lagen. Ich streute etwas Stroh drüber, holte noch einen großen Haufen Heu und dann durfte Vaconda in ihre Box. "Bis Morgen, Süße" verabschiedete ich mich, drückte ihr einen Kuss auf die Nase und fuhr nach Hause.
      4 Nov. 2010
      Stelli Heute besuchte ich Waconda.
      Die Stute aus meiner Zucht brummelte mich schon freudig zu als sie mich erkannte.
      Ich holte sie aus ihrer Box und band sie in der stallgasse an.
      Dann begann ich, ihr fell glänzend zu putzen.
      Ich schnitt Mähne und schweif nach und fettete ihr die Hufe ein.
      Danach stellte ich sie auf den Paddock.
      Währenddessen mistete ich ihre Box aus uns streute frisches Stroh nach.
      Ich holte Waconda wieder in ihre Box und fütterte sie.
      23 Juli 2011
      Magic Die lange Zeit in der ich in der Reha-Klinik war konnte ich fast nicht aushalten. Ich vermisste Vaconda so sehr. Endlich durfte ich wieder aufs Pferd, also zog ich mich schnell um und ging in den Stall. Dort wiehrte mir Vaconda laut zu und ich brach ihr eine Karotte in der Mitte auseinander und fütterte sie damit. Dann holte ich ihr Halfter, zog es ihr über und führte sie in die Stallgasse. Dort bekam sie erstmal ordentliche Streicheleinheiten und ich fing an, sie ausgiebig zu striegeln. Nachdem dies getan war holte ich ihren Sattel und das Zaumzeug.
      Nachdem alles angelegt war führte ich sie in die Halle. "So meine Süße, jetzt lassen wir es erstmal wieder locker angehen, sonst sitz ich morgen mit Muskelkater da" sagte ich lachend zu ihr und stieg auf.
      Nach einer Stunde sehr chilligem Reiten führte ich Vaconda wieder zurück in den Stall. Dort begegnete ich nun auch den anderen Reitern, die mich freundlich begrüßten. Wir kamen kurz ins Gespräch, doch Vaconda wurde schnell gelangweilt und stupste mich an, also versorgte ich sie. Nachdem ich ein paar Pferdeäpfel aus der Box entfernte schmiss ich noch ihr Futter in den Trog und holte etwas Heu. Nun durfte sie wieder zurück in ihre schöne, helle Box. Ich verabschiedete mich von ihr und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
      25 Apr. 2012
      Magic Da das Wetter heute einfach grandios war beschloss ich mit meiner Vaconda einen langen und schönen Ausritt zu machen. Also machte ich mich stallfertig und ging in den Stall. Da ihre Box leer war schloss ich daraus, dass sie auf der Weide war. Ich schnappte mir schnell einen Strick und lief grinsend zur Weide. Dort pfiff ich nach ihr und sie kam angetrabt. Einfach wundervoll, das Pferd. Ich begrüßte sie also freudig und führte sie zum Putzplatz. Dort angebunden bekam sie erstmal eine Karotte und ich striegelte sie eine Weile. Nachdem ich sie sattelte stieg ich auf und wir ritten los.
      Die 2,5 Stunden Ausritt waren einfach nur fabelhaft. ich lobte Vaconda sehr und auch sie sah sehr zufrieden aus. Als ich ihre Hufe auskratze fiel mir auf, dass sie mal wieder einen Hufschmied nötig hatte.
      Nachdem ich sie versorgt hatte mistete ich noch ihre Box aus und holte dann mein Handy raus, um den Hufschmied anzurufen.
      2 Mai 2012
      Magic Pflegebericht für Vaconda und Charelle
      Pflegebericht 6
      Heute entschied ich, Vaconda und Charelle nur in der Halle springen zu lassen, Vaconda allerdings wollte ich noch longieren. Also machte ich mich auf in den Stall und putzte erstmal Vaconda und legte ihr dann die Trense an. Zum Glück war sie nicht zu dreckig, so dass ich mich schnell an Charelle wenden konnte. Die Kleine hatte wohl mächtig Spaß auf der Weide, so sah sie nämlich auch aus. Also putzte ich sie schnell und spritzte sie noch mit dem Schlauch ab, mal schauen ob sie das mochte. Anfangs wurde sie etwas hibbelig und trat von einem Bein aufs andere aber kurz darauf blieb sie ruhig stehen. Nachdem ich sie trocken gerubbelt hatte nahm ich Vaconda und die Kleine und führte sie in die Halle, die gerade zum Glück leer war. Ich ließ Charelle los und sie lief erstmal langsam die Halle ab, da sie sie noch nicht kannte. Vaconda trotte im Schritt um mich herum.
      Nach einer guten halben Stunde fing ich Charelle wieder ein, was ein bisschen dauerte. Im Stall striegelte ich Vaconda nochmals und ließ Charelle in ihre Box und öffnete wieder den Paddock. Bei Vaconda öffnete ich den Paddock ebenfalls und ließ sie dann auch hinein. Ich holte beiden noch ein wenig Heu und machte mich dann auf den Weg ins Reiterstübchen.
      18 Mai 2012
      Minarie Hufschmied Besuch
      Am Nachmittag ging es weiter für mich. Mit dem Auto fuhr ich durch einen Wald. Sobald er sich lichtete konnte ich schon den Hof der Kundin entdecken. Dem Telefonat vom Vortag konnte ich entnehmen was heute meine Pflichten sein würden. Eine Trakehner Stute sollte dabei behandelt und neu beschlagen werden. Bei Trakehner dachte ich unwillkürlich an mein eigenes kleines Fohlen.
      Ich hielt den Wagen am dafür vorgesehenen Parkplatz und lief den Rest zur Besitzerin, die bereits mit der Stute bereit stand. Vaconda war eine große Stute mit sehr hübscher Blesse.
      Neugierig sah sie mir entgegen und spitzte die Ohren. Nach der Begrüßung und dem ersten Kennenlernen mit der Stute machte ich mich an meine Pflichten. Zwar beobachtete die Stute mich aufmerksam doch arbeitete sie wunderbar mit und machte keine Anstalten. Brav ließ sie sich an den Hufen rumwerkeln und stand geduldig an ihrem Platz. Vaconda trug noch ihre alten Hufen von denen eines leicht locker geworden war. Mit geübten und sicheren Griffen, sowie einer passenden Zange, entfernte ich die Hufeisen.
      dann folgte die typische Reihenfolge. Mit dem Hufmesser das Horn zurecht schneiden dann mit der Raspel alles glattschleifen. Bei Vaconda war glücklicherweise nicht viel zu tun da sie schon zuvor eine Hufträgerin war.
      Auch hier kannte ich bereits die GRöße der Hufe. Doch es stellte sich heraus das ich noch etwas nacharbeiten musste. So verschwand ich einige Minuten in der Ladefläche hinten im Wagen in der ich meine kleine Werkstatt besaß. Den Ofen elektrisch eingeheizt begann ich auch schon die vier neuen Eisen mit passenden Hammerschlägen zu bearbeiten.

      Wieder prüfte ich ob das Eisen nun passen möge und siehe da, es passte. Mit Nägeln und Hammer fügte ich die fertigen Eisen an die behandelte Hufen und war damit auch schon fertig. Langsam richtete ich mich auf da mein Rücken vom Beugen wieder etwas schmerzte.
      Magic lief mit der Stute noch Probe um zu sehen ob diese auch Problemlos laufen und auftreten konnte. Da alles passte verabschiedete ich mich freundlich von Magic und fuhr auch schon wieder zu meinem eigenen Hof.
      18 Mai 2012
      Magic Pflegebericht 7
      Heute beschloss ich, alle meine Pferdchen durchzuputzen und dann auf die Weide zu lassen. Anfangen wollte ich mit Spotted Face, also holte ich die Kleine aus ihrer Box und begrüßte ihn mit einem Leckerli. Sie schnaubte mich total süß an und ich lief grinsend mit ihr zum Putzplatz. Dort angebunden holte ich aus meinem Schrank meinen Putzkasten und fing an, die Mixstute zu striegeln. Sie genoss es richtig und als sie wieder glänzte lobte ich sie, gab ihr ein Leckerli und führte sie auf die Weide. Dort tobten sich schon 2 andere Fohlen aus, mit denen Spotted Face normalerweise gut auskommen konnte. Also beobachtete ich die 3 noch kurz und war dann zufrieden.
      Nun machte ich mich an Charelle. Auch sie sollte nachher zu Spotted Face und den 2 anderen Fohlen auf die Weide. Auch sie band ich an den Putzplatz und begann ihr glänzendes braunes Fell zu striegeln. Ganz leicht konnte man erkennen, wie sie langsam ausschimmelte. Lächelnd kratzte ich ihre Hufe aus, kämmte ihr Langhaar und strich sanft mit der Würzelbürste über ihre Beinchen. Als ich zufrieden war mit ihrem Aussehen durfte auch sie auf die Weide.
      Nun zu Vaconda. Meine Große wiehrte mir schon entgegen und ich gab ihr lachend ein Leckerli. Halfter aufgezogen band ich sie dieses mal vor ihre Box. Dort begann ich, sie ausgiebig zu striegeln und zu verwöhnen. Da sie etwas träge aussah, beschloss ich sie noch eine halbe Stunde zu longieren. Also gings los. Nachdem ich sie ein bisschen treiben musste, gab sie sich dann doch Mühe und arbeitete brav mit. Danach durfte sie dann auch wohl verdient auf ihre Weide.
      Nun ging es noch an meinen Wallach Excelsior. Der Grauschimmel stand dösend in seiner großen Box und als ich schnalzte und "Excelsioooor" rief, kam auch schon der Kopf aus der Box zum Vorschein. Ich strich ihm über die Nüstern und gab ihm ein Stück Apfel.
      Als ich ihn an der Box angebunden hatte sah ich, dass er ziemlich dreckig war. Das Wetter passte, also führte ich ihn zum Waschplatz, der gerade zum Glück nicht besetzt war und begann, ihn zu waschen.
      Als ich ihn wieder trocken gerieben hatte, bekam er nochmal ein Stück Apfel und auch er durfte dann endlich auf seine Weide. Ich schaute ihm noch eine Weile zu und machte mich dann an die Arbeit, ihre Boxen zu misten.
      11 Juni 2012
      Magic Pflegebericht für Vaconda, Charelle, Excelsior, Spotted Face, Rivé, Scelection und Silmpy’s Ronja
      Heute beschloss ich, alle Pferde zu putzen und dann auf die Weide zu stecken. Also zog ich mich um und fuhr zum Stall. Dort dösten alle in ihren Boxen herum. "Naaa meine Süßen? Heute ist es ja zum Glück nicht so heiß, da könnt ihr locker auf die Weide!" sagte ich lächelnd und schon wieherten mir Vaconda und Rivé zu. Ich gab jedem eine Karotte und holte dann erst meine Vaconda aus der Box. "Mit dir muss ich auch mal wieder ausreiten." Sagte ich lächelnd zu ihr, während ich sie putze. Nachdem sie wieder glänzte führte ich sie hinaus ins Freie auf und lies sie auf der Wiese los. Sie trabte davon und begann gleich, das Gras zu genießen.
      Weiter ging es mit meiner kleinen Charelle. Sie wurde immer mehr zur Dame. Auch sie striegelte ich und holte gleich darauf Spotted Face aus der Box. Nachdem ich auch sie herausgeputzt hatte nahm ich beide am Halfter und führte sie zu Vaconda auf die große Wiese. Dort konnten es beide kaum erwarten und lachend ließ ich sie los. Beide schlugen aus und galoppierten dann in Richtung Vaconda. Weiter ging es mit Excelsior und Scelection. Scelection hatte noch kein großes Vertrauen zu mir gefasst, also brachte ich erst Excelsior auf die Weide neben den Stuten und putzte Scelection noch ein Weilchen länger, bis sie ruhiger stehen blieb. Dann bekam sie einen Apfel und auch sie durfte dann zu den Stuten auf die Weide. Nun kamen noch Rivé und Ronja dran. Ronja hatte ich erst seit ein paar Tagen im Stall und wollte sie erst etwas in der Halle longieren. Also putzte ich geschwind meine Rivé und machte mich dann an Ronja. Langsam putzte ich sie und sprach mit ruhiger Stimme auf sie ein. Sie war nach einer Weile ganz entspannt und ich führte sie in die Halle. Dort angekommen longierte ich sie ca eine halbe Stunde, was auch wirklich super lief. Sie hatte sich wohl schon einigermaßen hier eingelebt. Nun durfte sie ebenfalls auf die Weide. Ich blieb noch ein bisschen am Zaun stehen, um die Stuten zu beobachten. Vaconda und die anderen Stütchen waren aber sehr lieb zu Ronja und die grasten zufrieden nebeneinander.
      22 Aug. 2012
      Magic Pflegebericht 9
      Heute beschloss ich einen langen Ausritt mit Vaconda zu machen. Sie war am längsten in meinem Besitz und ich liebte sie abgöttisch. Allerdings hatte ich auf Grund meiner Arbeit in letzter Zeit kaum noch Möglichkeit in den Stall zu gehen.
      Also machte ich mich fertig und lief grinsend in den Stall. Ich begrüßte ein paar andere Einsteller und pfiff dann nach Condi, die schon freudig ihren Kopf aus ihrer großen, hellen Box streckte. "Naaaa du?" begrüßte ich sie und gab ihr eine Karotte. Sie schnaubte erfreut und ich nahm ihr Halfter vom Haken, öffnete ihre Boxentür und strich ihr erstmal über den Hals und kuschelte mich kurz an sie. Dann legte ich ihr Halfter an und führte sie auf die Stallgasse. An ihrer Box band ich sie an und holte die Putzbox aus dem Kasten, der in der Box eingelassen war, wo man Putzbox, Leckerlis und sonstigen Kleinkram aufbewahren konnte.
      Ausgiebig striegelte ich die schöne Trakehnerstute und sprach immer wieder leise mit ihr. Nachdem ich dann ihren Schweif verlesen und durchgekämmt hatte sah sie wieder richtig schick aus. "So, ich hol jetzt mal kurz deinen Sattel und deine Trense." sagte ich lächelnd, strich ihr über die Kruppe und lief zur Sattelkammer. Dort schloss ich meinen Spind auf und holte Sattel und Trense raus. Die Satteldecke gefiel mir allerdings nicht sonderlich, also schnallte ich kurzerhand von schwarz auf grau um. "Perfekt." grinste ich und lief zu Condi zurück. Dort legte ich ihr erstmal den Sattel auf den Rücken und schloss den Sattelgurt. Dann die Trense. "So, dann gehts los" sagte ich immernoch lächelnd, stieg auf und im Schritt gings los. Einen Reithelm brauchte ich nicht, ich vertraute Vaconda blind.
      Nach einem zweistündigen Ausritt kam ich wieder am Stall an. Ich sprang vom Rücken und lobte sie erstmal. "War super, meine Süße. Ein Apfel gibts gleich!" sagte ich zu ihr und führte sie in den Stall. Dort nahm ich ihr die Trense ab, legte ihr das Halfter über den Hals und gab ihr den Apfel. Während sie diesen zermalmte nahm ich den Sattel ab und brachte ihn in die Sattelkammer. Dort legte ich ihn kurz auf dem Sattelbock ab und wusch das Gebiss am Waschbecken aus. Dann hängte ich sie zurück in den Schrank, machte die Satteldecke vom Sattel und legte diesen auch in den Schrank. Die Satteldecke legte ich auf den Sattel. Sie war dann doch etwas verschwitzt.
      Bei Condi angekommen bekam sie noch eine leichte Abschwitzdecke aufgelegt und durfte wieder zurück in die Box. Ein kurzer Blick durc hdie Box, es war kein Ausmisten nötig. Das Halfter hängte ich zurück an den Haken vor der Box und holte noch einen großen Haufen Heu. "So, lass es dir schmecken. Bis bald!" verabschiedete ich meine Stute, drückte ihr einen Kuss auf die Nüstern und verschloss die Box.
      Nachiwa
      Tierarztbesuch bei Vaconda, Charelle,Excelsior.Spotted Face und Rivé
      Heute war ich wieder mal auf dem Weg um ein paar Pferde durchzuchecken. Magic hatte mir per Telefon gesagt, dass sie einen Tierarzt bräuchte der mal über all ihr Pferde schauen würde und nun hatte ich 9 Patienten vor mit. Ich ließ meinen Jeep langsam auf den Parkplatz von Magics Hof rollen und stieg erstmal aus. Als ich auch meine Utensilien aus dem Jeep geholt hatte sah ich Magic ein paar Schritte weiter und ging auf sie zu. Wir begrüßte uns und sie führt mich zum Stall wo der erste Patient, eine jährige Trankenerstute, schon angebunden in der Stallgasse wartete. Ich gegrüßte auch die schöne braune Stute erstmal und fing dann auch schon mit der Untersuchung an. Erst wurde der Kopf, dann die Beine und zum Schluss der Rücken abgetastet. Während ich dann Herz und Lunge mit dem Stethoskop abhörte, schaute sie mir neugireig zu und ich kraulte sie leicht. Fertig mit der Untersuchung, bestätigte ich Magic das mit ihr alles prima sei und der nächste Patient war an der Reihe. Magic holte nun eine 4 jährige Achal Tekkiner Stute aus der Box und entschied sich sie lieber so fest zu halten, da sie manchmal etwas zickig werden konnte. Ich begrüßte die Schimmelstute erstmal und während ich ihren Kopf abtastete, bewunderte ich nebenbei das tolle braune Abzeichen, dass sie hatte. Als ich auch mit Beinen, Rücken und abhören von Herz und Lunge fertig war, bekam die Stute noch ein Leckerli, da sie super lieb geblieben war. Der nächste auf der Liste war ein dunkler Reitponywallach, der mich erstmal freundlich mit den Nüstern begrüßte und wohl schon auf der Suche nach einem Leckerchen war. Da ich aber erst nach der Untersuchung eins rausrücken wollte, ließ er mich erstmal gehen und entschied sich ein wenig mit Magic zu beschäftigen. Das nutze ich aus und fing direkt mal mit der Untersuchung an. Da Excelsior ganz lieb stehen geblieben war, ging alles auch ganz fix und als er sich wieder zu mir drehte, bekam er endlich sein Leckerchen. Nun war erstmal ein Fohlen dran, eine Tiergerscheckstute aus Friese und Knappstrupper. Sie war knapp 2 Jahre und es war wohl für sie etwas ungewohnt, dass Jemand fremdes sie überall betastete, denn zum Ende wurde sie etwas nervös doch da hatte Spotted Face es auch schon geschafft und ich konnte auch bei ihr mit ruhigem Gewissen sagen, dass alles in Ordnung sei. Als nächstes war noch eine Marwaristute von 6 Jahren an der Reihe und ich zuckelte nicht lange und fing an sie abzutasten. Als alles sorgfältig abgetastet war, hörte ich noch Herz und Lunge ab und auch Rivé war entlassen. Jetzt hatte ich noch 4 Patienten vor mir.
      2574 Zeichen, © KleinerStern
      20 Nov. 2012

      Magic Pflegebericht für alle Pferde
      Da ich in letzter Zeit weniger Zeit für meine Pferde hatte beschloss ich, heute nur alle mit dicker Decke auf die Koppel zu packen. Die Weide war zum Glück nicht vereist, also zäunte ich den Weg vom Stall bis zur Koppel ab und lief in den Stall "So meine Süßen! Jetzt gehts eine Weile auf die Weide!" rief ich und einige meiner Pferde schnaubten mir entgegen und schlugen mit den Hufen gegen die Boxentür. Ich öffnete von vorne nach hinten die 10 Boxen und achtete auch, dass alle ihre Decken auf hatten. Das hatten sie, also liefen sie im Trab nach draußen. Hoffentlich passten sie auch auf, damit es sie nicht auf die Nase fetzte. Lächelnd begann ich, eine Box nach der anderen auszumisten und neu einzustreuen. Nach gut 1,5 Stunden war das auch erledigt und ich schüttete noch etwas Futter in die Troge. Dann holte ich die Pferde alle wieder in die Boxen. Ich schloss alle Boxentüren und hörte dann nur noch ein zufriedenes Mampfen. Lächelnd verabschiedete ich mich und lief zurück ins Haus. Mensch, war das kalt heute!
      12 Dez. 2012
      Magic Pflegebericht für alle Pferde
      Heute machte ich mich mal wieder auf den Weg in den Stall, um die Pferde zu misten und zu füttern. Zuerst begrüßte ich Mon Amie, GT' aime, Winterzauber, Ronja, Rivé, Spotted, Excelsior, Charelle und dann Vaconda. In letzter Zeit hatte ich nicht viel Zeit für meine Schützlinge, da die Arbeit ziemlich stresste und auch sonst viel zu erledigen war. Ich ließ also alle Pferde raus auf die Weide, da die Frühlingssonne schön schien und es auch einigermaßen warm war. Dann machte ich mich daran, alle Boxen komplett auszumisten und neu einzustreuen. Das machte ich jeden Frühling so. Frisch mit Sägemehl und Stroh eingestreut begutachtete ich zufrieden mein Werk. Schnell schaute ich auf die Weide, alle Pferde grasten zufrieden. Also machte ich mich schonmal daran, das Futter in die Tröge zu verteilen. Abends musste ich die 9 dann nur noch in den Stall lassen. Die Boxen fanden sie ja wie immer selbst.
      Es hatte sich noch eine Freundin angekündigt, also setzten wir uns noch auf die Terasse, die in Richtung Weide zeigte und tranken gemütlich Kaffee und sahen den grasenden Pferden zu. Glücklicher konnte ich im Moment wirklich nicht sein.
      20 Apr. 2013
      Nachiwa Pflegebericht für Vaconda
      Ich war heute unterwegs zu meiner neuen Reitbeteiligung Vaconda. Die nun zehnjährige Trakehnerstute hatte ich schon bei einem Tierarztbesuch meinerseits ein wenig kennen gelernt. Laut Magic war sie ein echtes Dressurtalent, doch heute wollte ich mich erstmal im Gelände mit ihr bekannt machen und dann langsam anfangen mit ihr zu arbeiten. Es war nicht sonderlich weit zum Hof von Magic, deshalb hatte ich mir das Fahrrad geschnappt und rollte nun mit diesem auf den Hof. Da Vacondas Besitzerin momentan viel zu tun hatte, waren alle Einzelheiten schon per Telefon geklärt und ich durfte sofort mit der Stute loslegen. Nachdem ich mein Fahrrad abgestellt hatte lief ich also zu Vacondas Box, schnappte mir von der Boxentür ihr Halfter und trat zu ihr herein. Die braune Stute beäugte und beschnupperte mich erstmal aber blieb dabei sehr freundlich und zurückhaltend. Nach dem kleinen Kennenlernen zog ich ihr das Halfter auf und führte sie raus, um sie anzubinden und zu putzen. Das Wetter war sogar heute auf unserer Seite, denn die Sonne war langsam dabei sich hinter den Wolken hervor zu kämpfen und so musste der Ausritt auch nicht in die Halle verschoben werden. Vaconda war etwas irritiert, dass sich nicht ihre Besitzerin um sie kümmerte aber sie ließ sich auch so das Putzen und Betüddeln sehr willkommen gefallen. Nachdem die große Stute sauber geputzt war, schnappte ich mir das Sattelzeug aus der Sattelkammer und machte sie bereit für den Ausritt. Da ich nicht die Größte war, benutze ich noch den Zaun als Aufstiegshilfe und lenkte die Stute dann in Richtung Felder. Ungefähr eine Stunde waren wir letztendlich unterwegs und wir hatten es beide genossen durch die Felder zu ziehen. Die Stute war einfach wunderbar zu reiten und dabei immer stets bemüht, dass zu tun was ich von ihr wollte. Ich war schon voller Vorfreude sie auch in der Halle zu reiten, doch für heute war es erstmal genug. Auf dem Hof zurück brachte ich Vaconda auf die Weide, damit sie etwas Gras fressen und sich wälzen konnte, während ich noch ihre Box säuberte. Als ich auch mit ihrer Box fertig war, brachte ich die Maus zurück und gab ihr noch ihr Futter und ein wenig Heu zum knabbern. Mit ein paar Streicheleinheiten, die sich Vaconda während des Fressens gefallen ließ, verabschiedete ich mich und fuhr dann mit meinem Fahrrad vom Hof.
      2325 Zeichen
      © KleinerStern
      12 Aug. 2013

      Magic Heute machte ich mich mal wieder auf den Weg zu Vaconda. Ich wollte sie ein bisschen longieren und mal wieder kräftig verwöhnen. Also raus aus den Federn, gefrühstückt und ab in den Stall. Dort schnaubte mir meine 10-jährige schon freudig zu und ich gab ihr erstmal eine Karotte. "Naaaa Große? Alles fit?" fragte ich sie und lächelte. Dann schnappte ich mir das Halfter und führte sie aus der Box und band sie vor der Box an. Dann noch schnell den Putzkasten geholt und los gings.
      Nachdem ich sie ausgiebig geputzt hatte gings raus und die Halle. Ich ließ sich doch lieber durch die Halle rasen anstatt zu longieren, so hatte sie mehr Auslauf und danach durfte sie dann noch auf die Weide.
      Nachdem sie sich eine halbe Stunde mit meiner Hilfe ausgetobt hatte, fing ich sie wieder ein und brachte sie erstmal zurück in den Stall. Da es zu kalt war um sie zu waschen striegelte ich sie nochmals und schnitt ihre Mähne und ihren Schweif zurecht. Als sie wieder etwas gleich sah durfte sie dann raus auf die Weide. "So meine Süße, lass es dir gut gehen. Bis bald!" rief ich ihr noch nach und sah ihr noch kurz hinterher, ehe ich mich wieder auf den Weg ins Haus machte.
      20 Okt. 2013
      Magic Pflegebericht für alle Pferde
      Heute hatte ich endlich wieder Zeit, mich um meine Pferde zu kümmern. Die Zeit rannte mir in letzter Zeit wirklich davon und ich wusste nicht wie ich das anders regeln sollte als meine Reiterkolleginnen einzuspannen. Diese kümmerten sich wirklich gerne um meine Pferde und daher hatte ich im Reiterstübchen eine Kleinigkeit aufgebaut. An die Stalltür pinnte ich noch ein etwas größeres Plakat mit der Aufschrift "An alle meine lieben Helfer, ich habe eine Kleinigkeit für euch im Reiterstübchen. Greift bitte zu und herzlichen Dank für eure Unterstützung". Zufrieden schaute ich auf das Plakat und lief in den Stall. Ich pfiff kurz und schon kamen meine Pferdchen zum Vorschein. "naaaaaaa hier Hübschen? Endlich bin ich auch mal wieder bei euch!" Ich strahlte über beide Ohren und gab jedem meiner Schätze einen Apfel. Zufrieden schnaubten sie vor sich hin und ich begann, ein Pferd nach dem anderen zu putzen und ordenlich zu verwöhnen. Nach guten 2,5 Stunden war ich dann durch und blieb noch etwas im Stall, ehe ich mich verabschiedete und ins Reiterstübchen ging. Dort saßen schon die ersten und machten sich über die Leckereien her. Lächelnd bedankte ich mich nochmals bei den Anwesenden, die sich ebenfalls für das Essen bedankten, was ja eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Glücklich setzte ich mich an einen Tisch und holte mir noch einen Kuchen und blieb quatschend mit meinen Freunden im Reiterstübchen sitzen.
      8 Feb. 2014
      Stelli Pflegebericht für Magics Pferde
      An so einem wunderschönen Julitag konnte ich nicht anders und beschloss, Magic unter die Arme zu greifen. Ich fuhr schnurstracks zu ihrem Hof um mich um die Pferde zu kümmern. Dort warteten bereits ihre 9 Schützlinge. Ich parkte mein Auto und ging zum Stall, wo viele Pferdeköpfe aus den Fenstern schauten. Ich ging zuerst zu meiner selbstgezogenen Stute Vaconda und brachte sie zusammen mit Ronja auf die Koppel. Danach folgten die Stute Charelle zusammen mit Rive, die mit zu den zwei vorherigen Pferden auf die Koppel kamen. Der Wallach Excelsior durfte sich zu den Damen dazugesellen. Der nächste Gang bestand aus dem Rausbringen von Winterzauber und Mon Amie. Seattle's GT'aime musste alleine Stehen, da er der einzige Hengst des Stalls war. Das Fohlen Spotted Face durfte mit zu den Stuten. Als alle Pferde draußen waren mistete ich schnell die Ställe raus, streute sie frisch ein und fing an, Heu in die Boxen zu verteilen. Als ich fertig war hinterließ ich Magic einen Zettel, fegte die Stallgasse durch und ging nach Hause.
      15 Juli 2014
      Stelli Pflegebericht für Magics Pferde
      Heute besuchte ich meine Freundin Magic. Sie hatte leider sehr viel zu tun, sodass ich ihr mit der Pflege ihrer Pferde etwas helfen wollte.
      Als ich bei ihrem Stall angekommen war, holte ich zuerst meine ehemalige Stute Vaconda aus der Box. Die Stute erkannte mich sofort wieder und genoss die Putzeinheit. Ich wollte ihr heute einen entspannten Koppeltag gönnen. Charelle putzte ich ebenfalls und ließ die Schimmelstute in der Halle frei laufen. Sie tobte sich wild aus und kam danach zu Vaconda auf die Koppel. Den hengst Excelsior, genau wie Rivé, longierte ich jeweils eine halbe Stunde auf dem kleinen Reitplatz. Simply's Ronja ritt ich nach dem Putzen eine ganze Weile in der Halle dressurmäßig, wobei sie anfangs ziemlich mürrisch war. Zum Ende war sie aber wunderbar locker und entspannt. Winterzauber ließ ich ebenfalls laufen und stellte die Stute anschließend zu den anderen Beiden raus. Seattles GT'aime wurde auch longiert. War zwar etwas wild, aber immerhin bewegt. Das letzte Pferd, Mon Amie, führte ich ein bisschen spazieren, sodass die Beine vertreten waren. Anschließend fütterte ich alle Pferde mit Heu und Kraftfutter und fuhr nach Hause.
      16 Jan. 2015


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      Ankunft von drei neuen Pferden...
      29. November 15

      … und unser Gestüt wird immer größer. Erst vor zwei Tagen waren die ersten Pensionspferde im Hauptstall eingezogen und das hatte uns eine große Last von den Schultern genommen und heute würden noch mehr Boxen belegt sein.
      Es waren drei Stuten, welche dringend ein neues zu Hause gesucht hatten und ich hatte mich meiner erbarmt und sie mehr als glücklich zu mir genommen.
      Alle drei waren schon um einiges älter, wunderbar leicht zu reiten und sehr gut erzogen.
      Die drei kamen mit einem großen Pferdeanhänger, mit drei Stellplätzen. Dieser wurde gefahren von Magic, einer jungen Frau, welche keine Zeit mehr für ihre Tiere fand.
      Da es noch ein früher Morgen war und Charly und die Jungs auf Arbeit waren, stand ich alleine vor dem kleinen Parkplatz unseres Gestüts und beobachtete, wie der große Anhänger vorsichtig einparkte und dann Magic aus dem Hänger stieg. Freundlich begrüßte sie mich, immerhin kannten wir uns schon, denn auch mein Lieblingspferd Excelsior und die noch recht neue Charelle von Shadow waren auch von ihr.
      Bevor die Organosatoruschen Dinge klärten, holten wir die drei Pferde aus dem Hänger.
      Ich nahm mir zu erst die älteste von den dreien. Vaconda. Eine hübsche Trakehner Stute mit einer sehr ruhigen Ausstrahlung. Langsam führte ich die Stute die Rampe hinunter und brachte sie dann in den leeren Hauptstall, in eine Box neben Charelle, da sie sich mal gekannt hatten.
      Danach kamen noch Winterzauber, eine total hübsche Stute, auch ein Trakehner und dann noch die Holsteiner Stute EBS's Mon Amie.
      Alle drei passten perfekt in mein Konzept, eine Art Reitschule aufzubauen, natürlich würden sie aber nicht nur als Schulpferde dienen!
      Amie und Winterzauber könnten gekrönt und super Zuchtstuten werden. Aber das würde die Zeit entscheiden.
      Als alle drei in ihren großräumigen Boxen standen, holte ich mich Magic noch das Zubehör aus dem Auto und brachte es in die Sattelkammer. Zum Schluss unterschrieb ich nur noch die Kaufverträge und verabschiedete mich herzlich von Magic. Außerdem sagte ich ihr, dass sie jeder Zeit kommen und nach ihren Pferden schauen könnte.
      Als sie wieder in den Wagen stieg, hatte sie kleine Tränen in den Augen. Ich hoffte jedoch, dass sie wusste, dass sie es bei mir gut haben würden.
      Magic hatte ich meinen Wallach Excelsior zu verdanken, welcher für mich mein ein und alles ist.
      Nachdem Magic abgefahren war, ging ich nochmal in den Stall, begrüßte jede Stute nochmal ausführlich und begab mich dann zu der Koppel von Excelsior, Changa und Jeanie, um diese abzuäppeln.

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      Dressurtraining Winterzauber + Mon EBS Mon Amie E → A | 6064 Zeichen | © Canyon
      31. Dezember 15

      „Leute, ich brauche jemanden, der heute mit mir Amie und Wizza trainiert. Wir haben sie in letzter Zeit echt vernachlässigt und etwas Dressur könnte den beiden nicht schaden.“
      Wir saßen am Frühstückstisch. Jeder noch total verschlafen über seine Müslischale gebeugt. Niemand antwortete mir.
      „Ach kommt schon! Einer von euch wird doch Zeit haben.“ versuchte ich es erneut.
      Wieder ein gemeinsames Kopfschütteln.
      „Na danke aber auch!“ sagte ich enttäuscht, stand auf und ging in den Flur, wo ich mir meine Jacke schnappte und mich hinaus in den morgendlichen Nebel begab.
      Wenn meine drei Freunde schon keine Lust auf eine Dressurlektion hatten, dann mussten sie eben den Stalldienst übernehmen, so konnte ich sofort mit einer der beiden Stuten anfangen.
      Ich entschied mich deswegen für meine Mon Amie, welche es mir schon immer angetan hatte. Die große dunkle Warmblutstute strahlte immer eine freundliche Wärme aus, die mich einfach anzog.
      „Morgen!“, begrüßte ich sie, bevor ich die Boxentür öffnete und zu ihr hinein schlüpfte.
      Schnell bürstete ich sie über, was sie sich auch sehr gefallen ließ. In der hintersten Ecke der Sattelkammer, was verdeutlichte, dass ich unbedingt mal wieder auf ihr reiten musste, kramte ich ihr Sattelzeug hervor und legte es ihr dann zügig auf. Da brauchte sie auch dringend mal wieder ein neues!
      Dann führte ich sie zur Reithalle, öffnete mit einer Hand das Tor und führte sie hinein. Hinter mir schloss die Tür sich wieder von alleine, sachte und leise.
      Ich führte Amie zwei Runden im Schritt, bevor ich sie in die Mitte führte, sie nachgurtete und die Steigbügel für mich einstellte.
      Dann schwang ich mich in ihren Dressursattel, richtete noch einmal alles und los ging es.
      Wie immer ritt ich zu erst ihre gewohnten Bahnfiguren zum aufwärmen.
      Zirkel, Schlangenlinien, Volten und Handwechsel auf beiden Seiten. Ich bog sie in alle Richtungen, damit sie locker wurde und nahm dann erst die Zügel auf und begann wirklich zu arbeiten.
      Ich hatte heute vor, nur das Wichtigste zu trainieren, also das, was sie noch nicht aus der E-Dressur gewohnt war.
      Zu erst trabte ich im Arbeitstrab an, ging auf den Zirkel, wechselte nach zwei Runden aus dem Zirkel und ritt noch auf der anderen Hand.
      Für einen Stufenwechsel musste ich mit ihr die geforderten Bahnfiguren sowie die Tempowechsel durchgehen und das würde schon so seine Zeit dauern.
      Amie schien einen guten Tag zu haben, denn fleißig arbeitete sie mit und wiederholte sogar gehorsam die Lektionen, die nicht auf Anhieb saßen.
      Das Rückwärtsrichten hatte ich schon vorher mit ihr geübt, und beim Viereck verkleinern befolgte sie tadellos meinen Anweisungen.
      Es tat mir etwas Leid, dass ich sie noch nicht mehr gefördert hatte, denn nun beeindruckte sie mich mit ihrer Willensstärke.
      Beim Überstreichen im Galopp hingen wir länger fest und auch die Kehrtwende auf der Vorderhand war noch nicht so akkurat, wie sie hätte sein sollen.
      Aber nachdem ich ihr das in Ruhe und immer wieder gezeigt hatte, besserte sich auch das.
      Als ich mit ihr die Schlangenlinien durch die Bahn mit vier Bögen übte, schien sie sogar Spaß an der Sache zu finden und bog sich hervorragend in den Windungen.
      Die Trainingsstunde beendete ich mit der letzten Übung, de Zügel aus der Hand kauen lassen.
      Im Trab war es noch etwas holpriger und ihr Kopf nahm nicht ganz die gewünschte Position ein, aber daran würde ich mit ihr in nächster Zeit noch etwas arbeiten. Für heute war es genug und deswegen beendete ich das gelungene Training.
      Mon Amie war schon länger bereit für die A-Dressur und nun war es offiziell, dass sie eine Stufe aufgestiegen war.
      Ich führte sie noch etwas trocken, bevor ich sie zurück in den Hauptstall brachte.
      Charly, Nico und Shadow hatten die anderen Pferde schon nach draußen gebracht und waren zum Glück so schlau gewesen, meine Winterzauber noch im Stall zu lassen.
      Schnell hatte ich meine Amie abgesattelt und ihr eine Decke übergeworfen. Ich würde sie nach dem Training mit Winterzauber auf die Weide zu den anderen bringen.
      Meine Trakehnerstute Winterzauber, welche ich aus Faulheit immer nur Wizza nannte, schien zu ahnen, dass es für sie heute ran ging.
      Auch diese Stute putzte ich schnell und kramte ihr Sattelzeug dann auch noch aus einem staubigen Schrank. Wie peinlich! Am Staub erkannte ich, dass ich dringend etwas ändern musste. Sei es die Ordnung in der Sattelkammer oder meinen Trainingsplan.
      Auch mit Winterzauber ging ich all das durch, was ich auch schon mit Mon Amie gemacht hatte, allerdings war es etwas ganz anderes.
      Die Lektionen waren die gleichen, aber das Gefühl war etwas ganz anderes.
      Wizza zeigte kein Zögern bei der Kehrtwende auf der Hinterhand, versteifte sich jedoch enorm, als es darum ging, sie rückwärts zu richten.
      Sie stolperte ein paar Schritte nach hinten, wehrte sich dann aber, mehr zu machen.
      Ich nahm mir die Zeit und arbeitet an dem Problem, natürlich nicht, ohne zwischendrin kleine Übungen und Tempowechsel einzubauen, damit Wizza nicht die Lust verlor und noch etwas Freude hatte.
      Da Winterzauber auch viel größer war, als die kleine Amie, und so auch viel größere Schritte machte, brauchte sie länger um den richtigen Takt beim Viereck verkleinern zu finden, absolvierte aber alle Tempowechsel perfekt.
      Am besten gelang ihr der Mittelgalopp, nach welchem sie viel entspannter wirkte.
      Auch bei Winterzauber beendete ich das Training mit der gleichen Lektion wie bei Mon Amie, dem Zügel aus der Hand kauen lassen.
      Im Schritt, wie auch im Trab machte sie alles richtig und zufrieden kraulte ich sie hinter den Ohren, als ich nach dem abreiten vom Pferd gestiegen war.
      Obwohl die Stute fleißig mitgearbeitet hatte, wollte sie unbedingt aus der Halle hinaus uns ließ mir kaum Zeit, das Licht auszumachen und das Tor zu schließen.
      Im Stall sattelte ich sie ab, putzte sie so gründlich wie möglich und legte auch ihr dann noch eine warme Decke auf, damit sie sich nicht erkälteten.
      Dann brachte ich beide Stuten auf ihre gemeinsame Koppel, wo schon Charelle und Vaconda auf sie warteten.
      Ich war zufrieden mit den beiden, sie hatten den Aufstieg in die A-Dressur erfolgreich gemeistert.

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      Anonyme [planlos, was für einen Titel ich nehmen soll]
      2. Januar 16

      06:36
      Noch vollkommen verpennt und müde, betrat ich die gemeinsame Küche, in welcher schon Charly, Nico und Shadow saßen. Die Nacht hatte ich überhaupt nicht gut geschlafen und war bei jedem ungewohnten Geräusch aufgeschreckt.
      Ich murmelte ein leises „Morgen!“ in die stumme Runde und ließ mich dann auf meinen Stuhl fallen. Ja, mein Stuhl und niemand anderes durfte darauf ohne meiner Erlaubnis Platz nehmen.
      Charly trällerte ein „Guten Morgen!“ zurück und noch missgestimmter (Wie man nur so früh schon so munter sein konnte!) schaufelte ich mein Müsli in mich hinein.
      Während des Essens besprachen wir unseren Tagesplan. Da wir heute alle nicht arbeiten mussten, war dieser ganz schön voll.
      „Also“, fing Nico an „Ich finde, wir sollten endlich mal wieder einen gemeinsamen Ausritt machen. Wir hatten in letzter Zeit so viel zu tun, dass der Spaß an der ganzen Sache völlig im Hintergrund war, oder?“
      „Super Idee!“ stimme ihm Charly zu. „Allerdings würde ich das hinten dran hängen, denn es gibt noch ein paar wichtigere Dinge, oder was meinst du Mio?“ fragte mich Charly.
      Erschrocken hob ich den Blick von meiner Müslischale in die Runde.
      „Was? Ja, gute Idee. Ich würde heute nur gerne auch mit Ocarina ein bisschen in den Roundpen. Sie hat schon länger nicht mehr wirklich gearbeitet und es wird langsam Zeit, sie daran zu gewöhnen. Aber ansonsten hätte ich Zeit.“
      Shadow meldete sich wie in der Schule und als ich ihn auffordernd ansah, gab auch er seine Meinung kund. „Ich hätte da noch ein kleines Anliegen. Und zwar kommt mein Schwesterherz mich heute besuchen. Sie würde ja auch gerne reiten lernen. Könntest du ihr vielleicht eine Reitstunde geben Mio? Das wäre für sie echt der Oberhammer!“
      „Puh...“, Ich überlegte scharf. „Das hatte ich jetzt eigentlich nicht mit eingeplant, aber wenn sie dann im Stall mithilft, sollte das eigentlich funktionieren. Wann kommt sie denn?“
      „Da bin ich überfragt, aber wäre schön, wenn das klappt! Womit fangen wir heute denn an?“, fragte Shadow in die Runde und blickte dabei vorallem mich an.
      „Ich würde gerne einen ersten Versuch wagen und Ocarina und Mutantchen zusammen auf eine Koppel stellen. Dazu bräuchte ich euch alle drei, zur Sicherheit.“
      Alle drei stimmten mir zu und zusammen räumten wir den Tisch ab, zogen unsere Jacken an und gingen hinaus.

      07:04
      Nun doch schon etwas munterer, betrat ich den Hauptstall. Momentan waren die meisten Boxen noch leer und hier standen zur Zeit nur meine Stuten Vaconda, Winterzauber, Mon Amie, Jeanie, Changa, Charelle, Grenzfee, Hryða, wahrscheinlich bis heute noch Flotten von Mutanten und Ocarina und zu Letzt der einzige Wallach Excelsior.
      Meine Schritte führten mich an den ersten Boxen vorbei und ich warf nur kurz einen Blick hinein, um mich zu versichern, dass es allen meinen Schützlingen gut ging und hielt dann vor der Box von Flotten von Mutanten an. Die Mustangstute stand seit ihrer Ankunft alleine in ihrer Box und seit etwa einer Woche weidete sie, getrennt durch einen Doppelzaun zur Sicherheit, neben Ocarina of Time.
      Beide waren zwei wildere Stute, mit welchen ich noch viel Arbeit vor mir hatte. Trotzdem liebte ich sie über alles, denn jede war etwas besonderes.
      Flotte lief aufgeregt in ihrer Box hin und her, ging durch den Vorhang auf das kleine Paddock, was jede der 15 Boxen hatte, und kam dann wieder herein geweht.
      Ich stellte mich entspannt etwas seitlich vor die Boxentür und blickte der Stute nicht in die Augen. Sie blieb plötzlich ruhig stehen, schnaubte einmal merklich und kam dann mit gesenktem Kopf zur Boxentür. Als sie mich anstupste hob ich meine Hand und kraulte sie. Das klappte nun zum Glück schon fast perfekt und auch beim Führen hatte sie sich merklich verbessert.
      Da Flotte nun schon seit einer Woche ohne Probleme auf der Koppel neben Ocarina stand, wollten wir heute einen ersten Versuch wagen, die beiden Stuten zusammenzuführen.
      Ich schob vorsichtig den Riegel der Tür zur Seite, schlüpfte flink in das Innere der Box und lehnte dann die Boxentür nur an.
      Flotte schnaubte wieder, blieb jedoch stehen und so schaffte ich es ihr, innerhalb von zehn Minuten das leichte Halfter umzulegen. Flotte versuchte sich zwar meiner Hand zu entreißen, ich blieb jedoch standhaft und schaffte es, sie nach draußen zu führen.
      Vor dem Tor standen schon meine drei Freunde, welche zur Sicherheit draußen gewartet hatten, damit ich mich in Ruhe mit Flotte beschäftigen konnte.
      Ich übergab den Führstrick weiter an Shadow, welcher einen festen Griff hatte und lief wieder hinein zu der Box von Ocarina.
      Als ich mit der geschleckten Stute die Stallgasse entlang lief, rief ich Charly zu, dass sie schon mit Flotte vorgehen sollten und ich ihnen mit etwas Abstand folgen würde.
      In dieser Reihenfolge, Shadow mit Flotte, im Gepäck Nico und Shadow und dann ich hinten dran mit Ocarina, machten wir uns auf den Weg zur größten Koppel die wir hatten, also Athene.
      Da Ocarina mittlerweile die händelbarere der Beiden war, nahm ich mit ihr den großen Weg um die Koppel herum, um von der anderen Seite auf die Weide zu gelangen. Shadow folgte und öffnete mir dann das Gatter und schloss es hinter uns wieder.
      Ich sah, wie Nico von der anderen Seite der Koppel winkte und Charly Flotte vom Strick und vom Halfter befreite.
      Auch ich streifte Oca ihr Halfter ab und entließ sie auf die weitläufige Koppel. Ich hatte lange überlegt, ob ich beide mit Halfter oder ohne das erste Mal aufeinander treffen lassen wollte. Zum Schluss hatte ich mich dagegen entschieden, denn so war die Verletzungsgefahr etwas geringer.
      Flotte buckelte überdreht auf der anderen Seite der Weide und galoppierte dann wild den kleinen Hügel hinauf in unsere Richtung. Ocarina trabte den Hügel am Zaun entlang herab, hielt auf der Hälfte der Strecke an und hob den Kopf in Richtung Flotte. Auch Flotte schien die andere Stute entdeckt zu haben und wieherte einmal laut. Dann galoppierte sie mit voller Kraft auf die kleinere Ocarina zu, welche sich aber gar nicht beeindrucken ließ, sondern kurz auf die Hinterbeine stieg, als Flotte näher kam. Schlitternd kam die Mustangstute kurz vor Ocarina zum stehen und streckte dann ihren Kopf vorsichtig in ihre Richtung.
      Von weiten konnte ich erkennen, wie Ocarina es ihr kurz nachmachte, dann aber ruckartig den Kopf zurück zog, nach vorne austrat und wieherte.
      Flotte drehte auf der Hinterhand und galoppierte dann buckelnd davon. Ocarina galoppierte ihr nach und zusammen rasten sie über die Weide.
      „Sieht das gut aus, oder eher schlecht?“, fragte mich Shadow, welcher mit verschränkten Armen und skeptischem Blick neben mir stand.
      „Ich weiß noch nicht, das wird die Zeit zeigen.“

      8:16
      Nico erklärte sich bereit, bei den Pferden zu bleiben und darauf zu achten, dass sie nicht anfingen sich zu beißen. Shadow wollte ihn später ablösen, doch da wir noch viel zu tun hatten, machten wir anderen uns wieder an die Arbeit.
      Immerhin standen noch einige mehr Pferde in ihren Boxen, welche dringend nach draußen wollten.
      Charly ging wie immer zum Hengststall, um die drei Hengste auf ihre gemeinsame Koppel zu bringen. Wir hatten Glück gehabt, dass Happy und Coco so lieb waren und Vad, alias Marid, in ihrer Reihe aufgenommen hatten. Mit Vad hatte ich mich leider noch nicht anfreunden können. Meiner Meinung nach, lag das allerdings nicht an mir, sondern an ihm. Schon vom ersten Augenblick hatte er mich nicht an ihn heran gelassen, obwohl er bei allen anderen nicht so ein Theater veranstaltete. Mittlerweile kam ich damit zurecht, dass er irgendetwas gegen mich hatte, doch es war schon ein Schlag gewesen.
      Shadow und ich gingen in den Hauptstall, wo die restlichen Pferde standen. Also alle Stuten, sowie mein Wallach Excelsior, welchen ich über alles vergötterte.
      Shadow und ich teilten gerade auf, wer welche Pferde nach draußen bringen würde, als sein Handy in der Hosentasche einen Gong von sich gab.
      Ja, es war wirklich ein Gong, so ein chinesischer oder so. Er war davon total Fan, mir ging es auf die Nerven.
      Er zog es aus seiner Stallhose und blickte auf das leuchtende Display.
      „Meine Schwester schreibt, dass sie gegen halb zehn an der Bushaltestelle ist. Ich würde sie dann abholen, ja?“
      „Klar, mach ruhig. Ich freue mich, endlich deine Schwester kennenzulernen. Wird ja wohl Zeit.“
      „Jap, da hast du Recht.“, stimmte er mir zu. „Erwarte aber nicht zu viel! Sie kann manchmal – ja, du wirst es ja nachher sehen.“
      Ich schmunzelte. „Du machst es aber spannend. Dann lass uns mal die Pferde rausbringen, damit du es pünktlich schaffst.“

      Das taten wir dann auch. Ich schnappte mir zu erst meine beiden Lieblinge Valentines Jeanie und Excelsior, Shadow nahm Changa und die neue Stute Hryða, welche alle auf Hephaistos kamen, wo sie genügend Platz hatten.
      Dort entließen wir sie in die Freiheit, bevor wir wieder zurück in den Stall gingen um noch vier Stuten nach draußen zu bringen.
      Shadow legte Mon Amie und Charelle ihre Halfter an und ich nahm mir Vaconda und Winterzauber vor. Die vier würden auf Aphrodite kommen. Die junge Grenzfee, welche erst seit Weihnachten bei uns wohnte, blieb erstmal noch im Stall, bis der Hufschmied und der Tierarzt gekommen waren, denn sie wurde in ihrer Vergangenheit stark vernachlässigt.
      Wie abgesprochen sah ich von weiten, wie Charly erst Vad und dann Coco und Happy auf Poseidon brachte.
      Damit waren alle Pferde auf den Koppeln.

      09:03
      Da Shadow als nächstes damit dran war auf der Koppel von Flotte und Oca Wache zu schieben und ich nichts zu tun hatte, entschied ich mich dafür, ihm noch etwas Gesellschaft zu leisten, bis er seine Schwester abholen musste.
      Wie fast immer schweigend, gingen wir über den sandigen Hof in Richtung Athene. Wir sprachen meist nicht viel miteinander, wer weiß warum, trotzdem verstanden wir uns immer ausgezeichnet.
      Am Anfang hatte ich gedacht, dass aus uns beiden vielleicht mal mehr werden konnte, doch mittlerweile war es mir schon fast lieber, dass wir einfach nur beste Freunde waren.
      Ich sah Nico schon von weiten. Er saß auf einem Stein, außerhalb der Koppel und blätterte in einem großen Schmöker.
      Als wir näher kamen und er unsere Schritte hörte, stand er erleichtert auf.
      „Oh man, da seid ihr ja endlich. Das ist so eine Zeitverschwendung hier. Schaut euch die beiden doch an! Die ganze letzte Stunde haben sie nebeneinander gegrast und sind nur ab und zu mal zusammen über die Koppel gerannt. Die tun ja so, als kennen sie sich schon länger als die Welt existiert!“
      Mein Blick wanderte in Richtung Koppel und der beiden Pferde, welche unter einer kleinen Ansammlung von Kiefern auf dem sandigen Boden standen und genüsslich den Rest Gras fraßen.
      Ich musste lachen. „Mein Gott, was haben wir für ein Glück. Die scheinen sich ja wirklich gut zu verstehen!“
      „Du sagst es“, sagte Nico grimmig. „Und damit vertreibe ich mir meine Zeit. Sinnlos.“ Er schüttelte verärgert den Kopf und Shadow klopfte ihm freundschaftlich auf die Schultern.
      „Komm schon Kumpel, jedenfalls hattest du viel Zeit für dich. Was ließt du da eigentlich für ein Buch? Das habe ich ja noch nicht bei dir gesehen.“
      Nico versuchte schnell das dicke Buch unter seiner Jacke zu verstecken, was er aber nicht ganz schaffte.
      „Ach nicht so wichtig!“ Mit diesen Worten stand er auf und lief schnell in Richtung Gutshaus, wo er dann durch die Eingangstür verschwand.
      Shadow und ich schauten uns an und mussten losprusten. Das waren solche Momente, wo wir uns einfach ohne Worte verstanden.
      Ich blickte auf die Uhr an meinem Handgelenk.
      „Oh, du solltest dich beeilen, es ist schon zehn vor halb und du brauchst mit deiner Schwalbe schon zehn Minuten bis zur Bushaltestelle.
      Ich würde hier warten und das Ganze nochmal mit eigenen Augen beobachten. Sobald du wieder da bist, komme ich aber runter.“
      Er nickte und wir verabschiedeten uns von einander, in dem wir uns drückten.
      Ich ließ mich auf dem Stein nieder, auf welchem bis gerade eben noch Nico verweilt hatte und beobachtete zwei meiner liebsten Stuten: Ocarina of Time und Flotten von Mutanten. Das Einreiten von Flotte lag noch in weiter Ferne, doch Oca hatte sich in letzter Zeit so gut gemacht, dass wir in einem Jahr vielleicht anfangen konnten.
      Sobald man sie sicher führen und putzen konnte, hatte ich vor, mit longieren anzufangen. Das würde aber auch frühestens im Frühling passieren. Ich wollte ihr die Zeit geben, die sie brauchte.
      Die nächsten zwanzig Minuten genoss ich einfach nur den Anblick der genüsslich fressenden Stuten, welche sich schon stark in mein Herz eingebrannt hatten.

      09:44
      Als ich von weitem das laute Rattern von Shadows Schwalbe hörte, riss ich mich von meinen beiden Stuten los und ging den kleinen Hügel hinab zum Parkplatz.
      Shadow stoppte nur wenige Momente später neben mir und schaltete seinen Motor aus. Hinter ihm saß ein junges Mädchen, dessen Gesicht ich wegen des Helmes allerdings noch nicht erkennen konnte. Shadows Schwester.
      Diese sprang behänd von der alten Schwalbe, zog sich den Helm schwungvoll vom Kopf und schüttelte sich ihre langen Haare aus dem Gesicht.
      Oh mein Gott! Sie hatte die gleiche Mähne wie ihr Bruder, nur war sie um einiges länger.
      Rabenschwarz waren sie, unten gerade abgeschnitten und oben ein gerades Pony. Eigentlich gefiel mir dieses nicht so sehr, aber ihr stand es.
      Vorallem hatte sie eine Figur wie ich sie mir immer gewünscht hatte und ich war vom ersten Augenblick Eifersüchtig. Mittelgroß, schlank, dünn und zart mit hellen grünen Augen. Sie war einfach nur wunderschön!
      „Darf ich vorstellen? Das ist meine Schwester Candida. Candida, das ist Mio. Von ihr habe ich dir erzählt.“, stellte Shadow uns vor.
      Ich wurde von klaren Augen angeschaut, welche recht zweifelnd an mir hinunter und wieder hinauf fuhren und ich fühlte mich gleich noch schlechter, obwohl das Mädel mir gegenüber mindestens zwei Jahre jünger war als ich.
      Ich überwand meine Gefühle und streckte ihr die Hand entgegen.
      „Hey Candida. Schön dich endlich kennenzulernen!“, fing ich an.
      „Candy.“, sagte sie nur. Ihre Stimme war übrigens genauso zart und rauchig wie sie selbst. Noch ein Grund, sie nicht zu mögen. Es klang einfach zu schön.
      Verwirrt blickte ich sie an. Sie sagte jedoch nichts weiter und mein Blick wanderte fragend zu Shadow.
      „Sie möchte nicht Candida genannt werden. Einmal kann man den Fehler machen, aber sobald man sie wieder Candida nennt, ist es komplett vorbei.“
      Ich wusste nicht ganz ob er das wirkliche ernst meinte, aber sein Gesicht verzog sich kein Bisschen.
      „Ok, dann Candy. Auch wenn das etwas-“, ich überlegte was ich sagen sollte. „Nicht französisch klingt.“
      „Mio klingt auch nicht gerade weiblich und trotzdem heißt du so.“, gab sie mir es genauso zurück.
      Ich zuckte die Schulter und wusste nicht ganz was ich sagen sollte. Shadow schaute mich nur mitleidig an und ich denke, ich hatte verstanden, was er mir vorhin sagen wollte.
      „Ok Candy, dann komm mit. Du willst doch reiten lernen, oder?“
      „Ich will nicht nur reiten lernen, sondern das ganze Verhalten von Pferden verstehen. Nur falls du fragen willst: Deswegen habe ich noch nie Reitunterricht genommen, weil es überall nur darum geht, nicht so schnell vom Pferd zu fallen. Keiner schafft es einem zu lehren wie Pferde ticken, was Pferde brauchen und was wir Menschen tun müssen, damit es ihnen gut geht. Denkst du, du kannst mir das zeigen? Wenn nicht, dann kann ich nämlich wieder gehen.“
      Wow, ich würde sagen, ich war geflasht und gleichzeitig auch beeindruckt. Das Mädel wusste, was sie wollte und für meine erste Reitschülerin hatte ich mir da einen ganz schönen Brocken ran geholt.
      „Ok Candy“, wiederholte ich. „Dann komm mit. Ich zeige dir, womit wir anfangen.“
      „Ich mache uns einen Kaffee.“, sagte Shadow noch, bevor er im Gutshaus verschwand. Ich winkte Candy zu und schlug dann den Weg zum Hauptstall ein.
      Sie wollte wissen, was es bedeutet mit Pferden zu arbeiten? Dann konnten wir ja gleich anfangen.
      Ich stemmte meine Arme in die Hüften und zeigte in den Stall, wo nun 15 leere Boxen standen.
      „So, hier fangen wir an. Du hast Glück, dass zur Zeit nur sieben Boxen belegt sind und du nicht alle ausmisten musst. Dann ab an die Arbeit. Hier kommt der erste Schritt, beim reiten lernen. Denn da gehört, wie du schon selbst sagtest, viel mehr dazu.“
      Mehr als erstaunt sah ich dabei zu, wie sich Candy eine Mistgabel schnappte und die Schubkarre nahm die an der Stallwand stand und ohne zu Murren die Boxentür von Excelsior öffnete und anfing, die Äpfel meines Wallachs aus dem Stroh zu suchen und dann im weiten Bogen in die Karre zu befördern.
      Etwas baff stand ich noch einen Moment da, bevor auch ich mir die zweite Gabel schnappte und in der nächsten Box, der von Jeanie, anfing auszumisten.
      Ich war mehr als erstaunt, dass wir innerhalb einer Stunde alle Boxen sauber hatten und die Heusäcke gefüllt waren. Candy hatte die ganze Zeit durchgearbeitet und nur ab und zu mal etwas nachgefragt.
      „Was machen wir jetzt?“, fragte sie mich, als gerade Shadow hereinkam. Drei kalte Tassen Kaffee in der Hand.
      „Na nu? Bist du in der Zeit verschollen?“, fragte ich ihn erstaunt.
      Er winkte ab und hätte dabei fast den ganzen Kaffee verschüttet.
      „Ne, Nico hat mich abgehalten.“
      „Jaja!“, ich lachte und nahm ihm eine Tasse ab.
      „Ihr scheint euch ja gut zu verstehen.“, sprach Candy das Offensichtliche aus.
      „Jaaa.“, sagte ich. „Wir sind auch ziemlich gute Freunde, sonst würden wir nicht zusammen in einem Haus wohnen und uns einen Hof teilen. Oder?“
      Candy schüttelte den Kopf, sagte aber nichts weiter.
      Erst nach etwa einer Minute, als wir alle unseren kalten Kaffee geschlürft hatten, sprach sie weiter.
      „Also, was tun wir jetzt? Du willst mir doch nicht erzählen, dass das das Einzige gewesen war, was ich heute getan habe? Dann hätte ich mir das Busgeld sparen können.“
      Schon wieder dieser abfällige Tonfall. Den würde ich nicht lange durchhalten, ohne durchzudrehen. Da gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder sie vom Hof schicken, was ich Shadow nie antun würde, oder ihr zu zeigen, dass sie mit ihren Annahmen so falsch lag, dass sie das nächstes Mal einfach sein ließ.
      „Nein, noch längst nicht.“, sagte ich und stellte meinen Kaffee vor einer Box ab. Er war sowieso kalt, also konnte ich ihn auch nachher trinken, das ergab keinen Unterschied.
      „Komm mit, ich zeige dir, was wir als nächstes machen!“
      Ich schnappte mir den Halsring von Excelsior, welcher vor seiner Box hing und schlug den Weg zu Hephaistos ein.
      Candy folgte mir und ich konnte spüren, dass sie sich fragte, was jetzt kommen würde.
      Bei der Koppel angekommen, drückte ich ihr den Halsring in die Hand und zeigte auf den weit entfernten Excelsior, welcher genüsslich neben seiner Jeanie stand und graste.
      „Siehst du den grauen Wallach dort?“ fragte ich Candy und zeigte auf ihn.
      Candy nickte nur mit dem Kopf. „Deine Aufgabe ist es, ihm den Halsring über den Hals zu streifen und ihn dann, ohne in auch nur zu berühren, hier hinunter zu mir zu führen. Exel folgt nicht jedem, aber wenn du ihm das Vertrauen geben kannst, dann wird er dir folgen.
      Wenn du hier unten bist und ich das Tor für dich aufmache, führst du ihn, immer noch ohne anzufassen, zur Reithalle. Dann schauen wir weiter.“
      Ohne etwas zu sagen, schlüpfte das Mädchen unter de Zaun hindurch und lief mit gleichmäßigen Schritten zum anderen Ende der Koppel.
      Mit zusammen gekniffenen Augen, ich hatte schon immer nicht so gut sehen können und war schon immer zu faul gewesen, mir eine Brille anzuschaffen, beobachtete ich sie dabei.
      Candy begrüßte zu erst alle Pferde und beschäftigte sich dann mit Excelsior, welcher nicht gerade Lust dazu zu haben schien, schon wieder von der Koppel gehen zu müssen. Das Mädchen streifte ihm trotzdem den Halsring über und ich weiß nicht wie sie es machte, aber als sie sich umdrehte und den Weg zurück ging, folgte der eigensinnige Wallach ihr. Mit gesenktem Kopf, den Halsring über dem Hals, lief er hinter ihr her und ließ sich auch nicht davon stören, dass ich das Gatter aufmachte, um die beiden nach draußen zu lassen.
      Candy lief weiter, Exel auch. Plötzlich drehte er jedoch ab und wollte in Richtung Stall laufen. Candy blieb so ruckartig stehen, dass sich selbst Excelsior erschreckte und verwirrt zu ihr hin blickte.
      Candy stampfte nochmal bestimmerisch mit den Füßen auf und zeigte dann mit dem Finger auf den Boden vor ihr.
      „Hier her, aber zackig!“, ging sie den Wallach an, bevor sie sich wieder umdrehte und weiter ging, als wäre nichts passiert.
      Exel schien noch einen Moment verwirrt, bevor er ihr wieder folgte.
      Erstaunt folgte ich ihr. Auch wenn sie keine Ahnung hatte, sie hatte in diesem Moment genau das Richtige getan.
      Ohne weitere Probleme führte Candy Excelsior zur Reithalle, an der sie das Tor öffnete und die großzügige Halle betrat. Ich beeilte mich hinterher zu kommen.
      „Das war“, ich nickte leicht mit dem Kopf und wusste in dem Moment nicht, was ich sagen sollte „eine gute Leistung.“
      Candy zog die Augenbrauen hoch und schaute mich erwartend an. Dieses schlaue und selbstbewusste Mädel wusste ganz genau, dass die Aufgabe mehr als gut von ihr gelöst wurden war.
      „Ich möchte nun, dass du nun hier in der Halle versuchst, weiter mit ihm zu üben. Versuch das gleiche mit ihm zu machen, wie auf den Sattel. Bring ihn dazu, dass zu tun, was du willst und beachte bitte, dass auch er Freude daran haben sollte, sonst ist das alles Kontraproduktiv.
      Ich musste zugeben, Candy machte alles fantastisch. Selbst das Longieren ohne Longe, im Trab, wie auch im Galopp, meisterte sie hervorragend und nachdem ich das Training mit beiden beendet hatte, schwitzte Excelsior stark und auch Candy stand die Anstrengung ins Gesicht geschrieben.
      Ha, dachte ich innerlich und konnte mich gleich darauf für diesen fiesen Gedanken feigen, sie ist auch nur ein Mensch und nicht unsterblich.
      „Ok. Das war gut. Möchtest du ihn zur Koppel reiten?“, fragte ich Candy.
      Diesmal machte sie wirklich große und erstaunte Augen. Ein kleines bisschen Kind steckte also doch noch in ihr.
      „Wirklich? Ja sehr gerne!“
      „Ok, aber dann musst du ohne meine Hilfe auf seinen Rücken kommen. Exel ist zwar ein Deutsches Reitpony, hat die Normalgröße für ein Pony aber längst überschritten.“
      Candy nickte, streichelte den Wallach noch einmal hinter den Ohren, nahm zwei – drei Schritte Anlauf und – schaffte es nicht auf seinen Rücken.
      „Versuche es gleich nochmal, das ist kein Problem.“ ermunterte ich sie.
      Beim zweiten Mal kletterte sie ohne Probleme auf den schmalen Rücken des dunklen Pferdes und schien stolz auf sich zu sein.
      „Na geht doch!“, reite ihn zur Koppel, nehme ihm den Halsring ab und verschließe wieder alles ordentlich. Ich gehe schonmal zum Gutshaus und setz uns einen Kaffee auf.“

      13:28
      Als ich die Tür zur Küche öffnete, kam mir allerdings der gewohnte Duft des Kaffees entgegen und ich befürchtete schon, was sich kurz darauf bewahrheitete, nämlich, dass ich nicht die erste war.
      Charly, Nico und Shadow saßen gemütlich an dem kleinen Tisch, tranken aus einer dampfenden Tasse und unterhielten sich.
      „Habt ihr nichts zu tun?“, fragte ich erstaunt in die Runde, denn der Tag war bis jetzt zugeplant gewesen.
      „Wir sind eben schneller gewesen als du und da unsere Chefin, welche uns schon die ganzen letzten Tage von einer Aufgabe zu anderen gescheucht hat, gerade nicht da war, haben wir die Situation genutzt und eine kleine Ruhepause eingelegt.“ Nico schaute mich mit einem breiten Grinsen an.
      „Du Arsch“, murmelte ich und ließ mich dann auf meinem Stammplatz nieder.
      „Wo ist denn Candy?“ Shadow schaute sich fragend um.
      „Die kommt gleich. Sie bringt nur noch Exel weg.“
      Keine Sekunde später wurde die Tür geöffnet und Candy, selbstsicher wie immer, stolzierte herein und ließ sich auf den letzten freien Platz fallen.
      „Hey!“ begrüßte sie Charly. „Du musst demnach wohl Candy sein, oder? Ich habe schon viel von dir gehört, schön dich kennenzulernen.“
      „Danke, ich kenne euch auch schon gut vom Hören. Du musst demnach dann wohl Nico sein, der Typ der total in Charly verschossen ist?“
      Erschrocken schaute Nico, welcher sich sonst eigentlich nicht so schnell aus der Ruhe bringen ließ, zu Shadow, dem die Röte ins Gesicht gestiegen war. Charly hatte die Augenbrauen hoch gezogen und schaute gedankenversunken zu Candy, welche die Situation genoss.
      Ich hatte ein leichtes Lächeln auf den Lippen, aber alle drei meiner Freunde taten mir Leid.
      Shadow, weil Nico nun wusste, dass er über so etwas mit seiner Schwester gesprochen hatte, Charly, weil sie genauso in Nico verknallt war, wie er in sie und Nico, weil es für ihn einfach nur peinlich war.
      „Was haltet ihr davon, wenn wir einen Ausritt machen? Wie es scheint, haben wir gerade Zeit und das haben wir schon lange nicht mehr getan.“

      14:01
      Etwas später trafen wir uns vor dem Hauptstall. Jeder hatte das Pferd seiner Wahl von der Koppel geholt und es auf einen Ausritt vorbereitet. Auch Candy durfte mitkommen, ich war mir sicher, dass sie es schaffen würde.
      Nico und Charly würde unsere beiden Hengste Marid und Acapulco Gold reiten. Marid, welcher von uns nur noch Vad genannt wurde, hatte schon immer eine große Abneigung gegen mich verspürt und so war es auch diesmal, als er mich neben Winterzauber entdeckte, welche ich mir ausgesucht hatte. Er legte die Ohren an und sein Blick sagte deutlich, dass ich ihm ja nicht zu Nahe kommen sollte.
      Candy hatte ich Vaconda gegeben. Die gutmütige Stute würde niemals jemanden aus dem Sattel werfen, selbst jemanden unerfahrenen wie Candy nicht, welche aufgeregt die dunkle Mähne der Stute sortierte.
      Shadow hatte sich seine geliebte Charelle von der Koppel geholt und damit würde Mon Amie alleine zurück bleiben, aber ich hoffte, dass sie das nicht stören würde.
      „Ok, dann lasst uns aufsteigen! Ich wäre ja für eine Strecke ins Innenland, da der Wind zur Zeit echt stark am Strand pfeift.“
      Die anderen stimmten mir zu, also schwang ich mich in den älteren Dressursattel von Wizza und nahm die Zügel auf. Wizza war schon immer schwierig im Gelände zu reiten und ich hoffte, dass es besser wurde, je öfters ich das tat.
      Meist nahm ich ihre Freundin Mon Amie mit, heute war dies jedoch zu viel.
      Auch Candy kletterte, erstaunlich leichtfüßig in den Sattel.
      Als auch Charly und Nico in ihren Westernsätteln saßen, gab ich ihnen das Zeichen, dass sie vorreiten sollten. Wir würden mit den Stuten etwas Abstand zu den beiden Hengsten halten.
      Wir schlugen den Weg in Richtung Berge ein, welchen ich meistens zum Training nutzte.
      Einige Pferdelängen hinter Charly und Nico ritt ich nebeneinander mit Candy, hinter uns kam dann Shadow auf seiner Nelly.
      „Versuche mal, die Zügel etwas mehr aufzunehmen. Vaconda läuft zwar auch mit hängenden Zügeln gut, aber im Gelände ist man da lieber vorsichtiger.“
      Candy befolgte meine Anweisung zu gleich und für den Anfang machte sie es gut. Trotzdem gab ich ihr immer mal wieder Tipps und bereits nach kurzer Zeit saß sie schon viel sicherer im Sattel.
      „Wenn du noch versuchst dich etwas tiefer in den Sattel zu setzen und wirklich entspannt zu sein, dann sieht es gut aus.“
      Gegenüber Candy versucht ich so entspannt wie möglich auszusehen, allerdings lief Wizza gar nicht entspannt. Immer wieder schmiss sie den Kopf nach oben und riss mir gleich danach fast die Zügel aus den Händen indem sie in nach unten senkte.
      Obwohl Winterzauber eigentlich sonst ein außergewöhnlich ruhiges Verhalten hatte, war davon jetzt gar nichts mehr zu sehen. Sie tänzelte eher, als das sie Schritt ging und wollte bei jeder ihr gebotenen Möglichkeit zu den beiden Hengsten aufschließen.
      Nach einiger Zeit taten mir meine Hände bereits von dem stetigen Druck an den Zügeln weh und ich fragte die anderen, ob wir traben wollten.
      Es ging gerade einen kleinen Berg hinauf und da war die Gelegenheit ganz günstig. Winterzauber hatte nur auf eine Tempoerhöhung gewartet und raste nun vor den anderen weg.
      Ich hoffte, dass Shadow ein Auge auf Candy haben würde, denn gerade hatte ich mit mir und Winterzauber genug zu tun.
      „Charly!“ rief ich nach einigen Minuten. „Könntet ihr mal kurz anhalten und mich vorbei lassen? Wizza muss sich dringend mal auspowern.“
      Ich gab auch Candy und Shadow das Zeichen, dass sie die Zügel aufnehem sollten und sah aus dem Augenwinkel, wie Shadow zu den Zügeln von Vaconda griff, damit sie nicht hinter Winterzauber her rennen würde.
      Charly und Nico zügelten ihre Hengste und wichen zur Seite aus. Wizza wusste, dass sie nun freie Bahn hatte und diesmal hinderte ich sie nicht daran, loszugaloppieren.
      Ich ließ die Zügel lockerer, aber trotzdem so, dass ich noch genügend Verbindung zum Pferdemaul hatte und ließ die Stute nach vorne rasen.
      Ich hoffte, dass uns niemand entgegen kommen würde, denn die Stute konnte ich nicht so schnell bremsen.
      Winterzauber galoppierte auch und wie sie galoppierte. Schnell verlor ich meine Freunde hinter mir aus den Augen.
      Wizza war nicht unbequem, aber durch den holprigen Boden wurde ich an manchen Stellen so durchgeschüttelt, dass ich mich irgendwann in den leichten Sitz begab.
      Zum Glück schaffte ich es noch knapp, den Weg nach Hause einzuschlagen, sonst wären wir ins Unendliche weiter galoppiert.
      Winterzauber galoppierte weiter, obwohl ich merkte, wie sie mit der Zeit langsamer und ruhiger wurde und ich es schließlich schaffte, sie in einen flotten Trab durchzuparieren.

      15:44
      Natürlich kam ich viel früher wieder auf unserem Gelände an als die anderen.
      Ich hatte Wizza bereits abgesattelt, trocken geputzt und ihr eine dicke Decke übergeworfen, als ich Hufgeklapper hörte.
      Ich warf die Boxentür vielleicht etwas zu stark ins Schloss, denn Grenzfee in der Box neben an wieherte erschrocken auf.
      „Sorry Süße!“, flüsterte ich ihr zu und ging dann nach draußen, wo Shadow und Candy gerade von den beiden Stuten abstiegen.
      „Wo sind denn Nico und Charly?“, fragte ich verwundert in Richtung Shadow, welcher mit aber nicht gleich antwortete und deswegen Candy das Wort ergriff.
      „Die wollten nochmal eine kleine Runde drehen.“, sagte sie vielsagend und mit einem Grinsen auf ihren roten Lippen.
      Ich jedoch beachtete diesen nicht weiter sondern half ihr dann, Vaconda abzusatteln. Auch ihr und Nelly legten wir eine Decke auf, wer weiß, diese Nacht sollten es Minusgrade werden.
      Dann entließen wir die drei Stuten zurück auf ihre Koppel, wo sie schon freudig von Mon Amie begrüßt wurden.
      „Ich würde gerne, da wir gerade etwas Zeit haben, Ocarina versuchen zu longieren. Dazu brauche ich eure Hilfe aber nicht.“ sagte ich zu Shadow gewandt.
      „Klar, kein Problem. Ich schaue mal, was ich noch tun kann. Wir sehen uns später!“
      Shadow und Candy gingen in Richtung Stall zurück, während ich den Weg zur Koppel einschlug, wo seit heute Ocarina und Flotte zusammen standen.
      Ich nahm gleich das Halfter von Vaconda, welches bis zum Stall schon seine Dienste tun würde.
      Ich fand die beiden Stuten in dem kleinen Offenstall, welcher unter einer Gruppe von kleinen Pinien stand. Die Situation von heute Morgen hatte sich nicht verändert und beide waren gesund und munter wie je her.
      Flotte wich ängstlich zurück, als ich näher kam. Ocarina blieb jedoch stehen und schaute mich fragend an.
      „Alles gut“, sprach ich leise auf sie ein. „Hier, siehst du, ein Halfter, das kennst du ja schon.“
      Ocarina ließ sich zögerlich das Halfter über den Kopf ziehen und folgte mir, nach mehreren Versuchen, zum Ausgang und die Weide hinab.
      Flotte schien so verängstigt von dem plötzlichen Versuch, dass sie uns nicht folgte, sondern weiterhin in dem schützenden Offenstall blieb.
      Da Ocarina viel im Offenstall gelebt hatte, war ihr einiges wieder fremd, als ich sie am Gutshaus und dann am Parkplatz vorbeiführte. Zögerlich und mit gespitzten Ohren folgte sie mir zum Hauptstall, wo ich sie an der Mauer anband und schnell in den Stall schlüpfte um Putzzeug und für später eine Longe und ein Knotenhalfter zu holen.
      Als ich wieder nach draußen trat, war Ocarina gerade dabei, den Führstrick zu bekämpfen und von einer Seite zur andern zu laufen.
      „Ruhig mein Mädel,“ versucht ich die Stute zu besänftigen „Du kannst dich gleich austoben.
      Ich beeilte mich, die schreckhafte Jungstute so sauber wie möglich zu bekommen. Ich hatte das noch nicht allzu oft mit ihr geübt, aber wenn wir es nun vor jedem Arbeiten tun würden, würde sie sich sicherlich schnell daran gewöhnen.
      Nach dem Putzen wechselte ich das normale Halfter gegen ein Knotenhalfter und eine lange Longe und führte meine gescheckte Stute zu unserem überdachten Roundpen.
      Da es draußen schon dämmerte, schaltete ich das Licht an, welches etwas länger brauchte und dann flackernd der Reihe nach anging.
      Bei dem grellen Licht zuckte Ocarina zurück, doch ich blieb ruhig und führte sie dann in das kleine Gebäude.
      Ich fing die Stunde ruhig an, ließ die junge Stute erstmal im Schritt auf der rechten Hand laufen und baute nach einiger Zeit kleine Handwechsel mit ein.
      Ocarina schien sich mit der Situation abgefunden zu haben und ohne Probleme ging sie wenig später auch in einen langsamen Trab über, welchen sie konstant durchhielt.
      Dann fing ich etwas mit Stimmkommandos an, welche sie auch schnell begriff. Am Ende ließ ich sie ohne Longe nochmal galoppieren, was sie auch sichtlich auf dem weichen Sand genoss.
      Für heute würde das reichen, immerhin wurde noch nicht viel mit ihr gemacht und das hübsch gescheckte Fell war jetzt schon durchnässt.

      17:13
      Kurz nachdem ich Ocarina wieder zu ihrer Freundin Flotte gebracht hatte, ging ich zurück zum Hauptstall, um das Halfter sowie das Knotenhalfter und das Putzzeug zu verstauen.
      Ich wollte nochmal einen Blick in den Hengststall werfen, vielleicht waren Nico und Charly schon wieder da.
      Ich verließ also den Hauptstall und lief in Richtung Hengststall, welcher etwas abseits stand. Kurz bevor ich ihn erreichte, hörte ich Hufgeklapper und vom Strang kamen mir Nico und Charly entgegen. Sie führten ihre Pferde und sie – Ich schaute ein zweites Mal hin – Sie hielten sich an den Händen.
      Innerlich jubilierte ich, äußerlich lächelte ich nur leicht.
      Als Charly mich erblickte, ließ sie schnell die Hand von Nico los und Nico, dem sonst eigentlich gar nichts peinlich war, errötete so stark, dass ich es aus der Ferne erkennen konnte.
      „Na ihr beiden? Da habt ihr aber einen Ausflug gemacht. Kommt, ich helfe euch die Pferde abzusatteln.“
      Die beiden, die eigentlich immer am meisten erzählten, schienen verstummt und sagten kein Wort. Auch als ich ihnen vom Longieren mit Ocarina erzählten nickten sie nur und ich verstand irgendwann, dass sie am liebsten alleine sein wollten.
      Also ging ich schon vor ihnen zurück zum Haupthaus, wo ich, vor dem Fernseher sitzend, Candy und Shadow fand.
      „Was schaut ihr da?“ fragte ich und ließ mich neben Shadow nieder.
      „Herr der Ringe, den dritten Teil.“ antwortete Shadow und strahlte mich dabei wie ein kleines Kind an. Ich lachte und schaute mit.

      18:33
      Da Charly und Nico, Candy hatte es geschafft, keinen blöden Kommentar abzugeben, nach der Rückkehr von ihrem „Ausritt“ zusammen nach Saint-Pierre-La-Mer in eine Bar gefahren waren, mussten wir zu dritt alle Pferde von den Koppeln holen. Die Hengste hatten wir zum Glück gleich drin gelassen, deswegen fehlten nun nur noch die Stuten und mein Wallach Excelsior.
      Zu dritt brauchten wir etwas länger als gewohnt, aber trotzdem fanden irgendwann alle den Weg zu ihrer Box.
      Candy stellte sich genauso geschickt beim Pferdeversorgen wie beim Reiten an und ich musste nichts bemängeln, als sie allen Pferden ihre verdiente Mahlzeit gab.
      „Was tun wir jetzt?“ fragte sie mich etwas später, als ich gerade den letzten Heusack in die Box von Excelsior hängte.
      „Jetzt? Jetzt gehe ich nach Hause und setze mich vor meinen Fernseher, der Tag war anstrengend und voll genug.“ sagte vorwurfsvoll. „Du kannst gerne noch die Weiden abäppeln, aber ich gönne mir jetzt einen warmen Tee.“
      Ich schloss die Boxentür und drückte ihr dann den Schlüssel zum Stall in die Hand.
      „Zuschließen nicht vergessen!“ warnte ich sie noch, dann verließ ich das Stallgebäude und ging zum Gutshaus.
      Candida hatte echt Feuern unterm Hintern. Sie musste nur aufpassen, dass sie es nicht zu weit trieb. Heute war es bei mir fast so weit gewesen und so etwas ging einfach nicht.
      Ich hatte mich heute viel mit ihr beschäftigt und meine Kraft damit verbraucht, ihren Wünschen gerecht zu werden. Irgendwann war auch mal Schluss!
      Ärgerlich stapfte ich die Treppen hinauf und ließ mich in meinem Zimmer am Fenster nieder. Draußen war es dunkel, dunkler, als es in Deutschland je sein würde. Irgendwo vermisste ich Deutschland, aber ich lebte nun hier in Südfrankreich. Das war mein zu Hause.
      Ich hörte es gar nicht, als die Tür sich leise öffnete und Shadow herein kam. Erst als er hinter mich trat und mich langsam umdrehte, zuckte ich erschrocken zusammen.
      Einen kurzen Moment dachte ich, er würde mir eine Standpauke halten, weil ich seine Schwester geschimpft hatte.
      Aber er nahm nur mein Gesicht in seine Hände und blickte mich an. Jedes Härchen stellte sich von seiner Berührung auf und ich war gebannt von seinem Blick. Ich hatte es immer verdrängt, war immer zu scheu gewesen, den ersten Schritt zu machen, aber ich hatte es schon immer gewusst, vom ersten Augenblick an, genau das was er jetzt sagte.
      „Ich liebe dich!“ flüsterte er und ich sagte ihm das gleiche.
      Der Kuss setzte mich so unter seinen Bann, dass ich mich im Nachhinein kaum noch an ihn erinnern konnte. Besser gesagt, wusste ich gar nichts mehr, ich war mir sogar nicht mehr sicher, ob es überhaupt passiert war, aber es war passiert.
      Wir waren die Treppen wieder hinab gegangen, hatten Candy vor dem Fernseher gefunden und hatten den Abend vor einem sinnlosen Film verbracht.

      22:10
      Am späten Abend flüchtete ich mich in mein Bett. Ich schaffte es nicht, Shadow gute Nacht zu sagen und Candy erst recht nicht. Wer weiß, vielleicht hoffte ich, er würde zu mir kommen. Aber er kam nicht. Er war wahrscheinlich verunsichert, denn ich war ohne ein weiteres Wort gegangen.
      Es war verständlich und in der Situation war ich auch nicht böse auf ihn, nur auf mich, weil ich gefühlt wieder viel falsch gemacht hatte.
      Auch die Nacht schlief ich schlecht. Immer wieder gingen mir die Ereignisse des Tages durch den Kopf. Die Wendung zum Schluss war so überraschend gewesen, dass sie in meinen Gedanken ein regelrechter Bruch war.
      Erst als es draußen bereits dämmerte, fand ich Ruhe und war selbst überrascht darüber, dass ich bis Mittag durchschlief.
      Niemand weckte mich, niemand kam in mein Zimmer, niemand durchbrach meine Gedanken und erst als ich von selbst munter wurde, stand ich auf.
      Meine Schritte lenkten mich als erstes zum Fenster, wo ich meinen Blick über das Gestüt gleiten ließ.
      Ich war mir sicher, sicherer als ich es je gewesen war.
      „Ich liebe dich, Shadow!“ flüsterte ich.

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      So viel an einem Tag!

      19. Januar 16

      Freundlich öffnete ich den beiden die Tür zur „Eingangshalle“, es war ja eher unser unaufgeräumter Eingangsbereich. Aber Eingangshalle klang einfach besser.
      »Ich freue mich auf Morgen!« sagte ich zu ihnen, als wir uns die Hände schüttelten. »Ihr fangt doch morgen schon an, oder?«
      Anouk, eine kleine stämmige Frau, nickte breit lächelnd. »Oh ja klar! Wir können es gar nicht abwarten.« sagte sie und blickte dabei zu ihrem Bruder, welcher nickend zustimmte. »Natürlich, wir wollen die Zeit ja sobald wie möglich nutzen. Danke nochmal, dass sie uns sofort eingestellt haben.« bedankte sich Aimé, der Zwillingsbruder von Anouk, bei mir.
      Ein letzter Händedruck und die beiden Geschwister, welche von nun an unsere neuen Mitarbeiter, besser gesagt, unsere ersten Mitarbeiter, sein würden, stiegen in ihren alten hellblauen Renault Twingo und fuhren dann im gemächlichem Tempo die Ausfahrt entlang.
      Ich beobachtete sie noch bis sie die Ausfahrt passiert hatten und wollte mich gerade umdrehen, als von hinten ein »Buh!« mich erschrecken sollte.
      Ohne zu zucken drehte ich mich um und stand Shadow gegenüber, welcher ganz verärgert schaute, weil ich mich nicht erschreckt hatte.
      »Du Kasper!« sagte ich. Und boxte ihn in die Seite. Er schaute mich jedoch nur kurz an und beugte sie dann zu mir hinunter, um mir einen Kuss zu geben, welchen ich genüsslich erwiderte.
      Es war noch nicht lange her, dass wir den nächsten Schritt unserer Freundschaft gewagt haben und so war es für uns beide noch neu.
      Komisch war nur, dass es auch Charly und Nico erwischt hatte und nun alles viel komplizierter war als vorher.
      »Und«, fragte er mich »Waren das unsere neuen Angestellten?«
      »Jap. Und sie passen perfekt. Morgen früh um sieben stehen sie bei uns auf der Matte und begrüßen die drei neuen Pferde.«
      »Wow! Super! Die sahen ja auch ganz nett aus, mal schauen was daraus wird.« sagte er leicht lächelnd und folgte mir dann wieder ins Haupthaus.

      Zum Glück verschlief ich am nächsten Morgen nicht und konnte Anouk und Aimé pünktlich um sieben vor dem Haupthaus begrüßen.
      Beide hatten sich, im Gegenteil zu gestern, in Arbeitskleidung gehüllt. Sie trugen bequeme Reithosen und feste Arbeitsschuhe, mit welchen man auch ohne Probleme reiten konnte.
      Shadow, Nico und Charly wollten die beiden „Neuen“ auch unbedingt kennenlernen und so schlossen sie sich uns an, als wir in den Hauptstall zu den Pferden gingen.
      Wie drei neugierige Hühner reihten die drei sich hinter mir und den beiden Zwillingen ein und machten lange Hälse, um ja alles sehen zu können.
      Grimmig blickend verschränkte ich die Arme und blickte zu den dreien.
      »Ab mit euch zum Offenstall und zum Hengststall! Der Hauptstall gehört heute mir.« bestimmte ich und Charly, Shadow und Nico verließen den Stall mit hängenden Köpfen.
      »So«, sagte ich zufrieden »Schön, dass ihr da seid. Ich habe euch ja gestern schonmal kurz die Ställe gezeigt, das würde ich heute nochmal vertiefen.«
      Anouk und Aimé nickten aufgeregt und wie kleine Kinder versuchten sie alles aufzunehmen.
      Ich fühlte mich in der Position des Lehrenden, obwohl wir gleich alt waren und das verunsicherte mich etwas.
      »Also, zu erst stelle ich euch alle Pferde aus dem Hauptstall vor. Die drei aus dem Offenstall und die fünf Hengste zeige ich euch dann im Laufe des Tages, aber ich denke, ihr werdet sowieso erstmal hier arbeiten. Außerdem kommen heute Nachmittag drei neue Pferde an, da können wir eure Hilfe auch gut gebrauchen« sagte ich gekonnt freundlich.
      Ich ging zur ersten Box, in welcher schon seit jeher mein Wallach Excelsior stand.
      »Darf ich vorstellen? Das ist mein erstes Pferd: Wallach Excelsior und ich warne euch! Wenn ihr ihm ein Haar krümmt, seid ihr dran!« sagte ich spaßig. Die beiden schienen nicht ganz zu wissen, ob ich das ernst gemeint hatte und schauten mich etwas verunsichert an.
      »Äh, ja, das war natürlich ein Scherz.« sagte ich und machte dann weiter mit den nächsten Boxen. Anouk schien vorallem einen Narren an Valentines Jeanie gefunden zu haben, welche wie immer gleich die Nähe suchte. Aimé schien sich besonders für meine Isländerstute Hryða zu interessieren, und ich legte mir schon im Kopf die beiden kleinen Stuten für die erste Reitstunde bereit.
      Als wir die Reihe durch hatten, teilte ich ein, wer wen nehmen würde. Da vier Pferde auf Aphrodite und vier auf Artemis kommen sollten, bekamen Anouk und Aimé bei beiden Durchgängen ein Pferd und ich nahm die anderen beiden.
      Der erste Durchlauf bestand aus Exel, Jeanie, Hryða und Changa, welche zur Zeit Artemis besetzten.
      Anouk drückte ich gleich die Fellponystute Jeanie in die Hände, während Aimé Hryða bekam. Ich würde nun die beiden Streithähne Exel und Changa nehmen, was nicht gerade angenehm war.
      Sie standen zwar schon seit Monaten auf einer Koppel, taten jedoch immer so, als würden sie sich nicht verstehen. Das war einfach nur kindisch und nicht ernst zunehmen, fast könnte man glauben, die beiden sind ineinander verknallt, was natürlich total absurd wäre.
      Aimé und Anouk zeigten von Anfang an viel Gefühl für die Tiere und als Jeanie ihr restliches Müsli in Anouks Haare spukte, konnte diese nur lachen.
      Es schien, als seien auch die Tiere zufrieden mit der Wahl, welche ich gestern getroffen hatte.
      Nachdem die vier auf ihrer Koppel standen, brachten wir noch die anderen vier Stuten auf die benachbarte Weide.
      Winterzauber, welche in letzter Zeit viel Training erlebt hatte, Mon Amie, die Trainingspartnerin von Wizza, Vaconda und Charelle. Alle vier kamen von der gleichen Vorbesitzerin und da war es nur sinnvoll gewesen, die bestehende Gruppe gleich so zu lassen.
      Aimé bekam Nelly, während Anouk Vaconda nahm und ich die beiden anderen Stuten Wizza und Amie. Auch diese vier standen schnell auf ihrer weitläufigen Koppel, wo sie sich nach belieben bewegen konnten.
      Als ich wieder zurück im Stall war, wartete dort bereits Shadow auf mich. Er saß auf einem Heuballen in der Ecke und streichelte die Katzenjunge von Capucine, welche ihn als Klettergerüst benutzten.
      »Sind alle Hengste schon auf der Weide?« fragte ich ihn erstaunt.
      »Nein, nicht ganz. Charly und Nico sind mit Marid und Acapulco Gold in der Halle und danach wollen sie noch Happy longieren. Deswegen suche ich jemanden, der mir beim Ausmisten des Hengststalls hilft und gleich zwei Boxen für die beiden neuen vorbereitet.«
      Ich blickte zu Aimé, welcher unseren Worten aufmerksam gefolgt war. »Würdest du mit zu Shadow gehen? Dann bleibe ich mit Anouk im Hauptstall und kümmere mich um Grenzfee.«
      Aimé war einverstanden und so machten sich die beiden Jungs auf den Weg zum Hengststall, während ich mit Anouk die Stallgasse entlang zu einer der hinteren Boxen lief, wo meine Hufrehkranke Stute Grenzfee stand.
      Da Grenzfee von unserer Tierärztin Boxenhaltung auf weichem Untergrund verordnet worden war, hatten wir eine Wand herausgenommen, sodass die kranke Stute nun den doppelten Platz hatte. Ihr schien das immer noch zu wenig, aber da musste sie nun durch. Unruhig spielte sie mit ihren Ohren, als ich die Boxentür öffnete und ihren Putzkasten in die Box stellte. Ich winkte Anouk, welche bis eben noch in der Stallgasse gewartet hatte, zu mir und drückte ihr das Halfter von Fee in die Hand.
      »Legst du es ihr bitte an? Ich muss jetzt Ihre Hufpolster wechseln und das klappt am besten, wenn sie mit Fressen beschäftigt ist und jemand sie festhält.«
      Anouk nickte stumm und kam zu mir in die Box. Geschickt legte sie der großen Stute das helle Halfter an und kraulte sie dann an ihren Lieblingsstellen. So schnell, aber auch so ruhig wie ich konnte, suchte ich alle Medikamente zusammen, die meine Fee mit ins Futter bekam. Ihr schienen diese zu schmecken, denn aufgeregt beobachtete sie mich dabei und machte Anstalten sich vom Strick loszureisen und auf das Futter zu stürmen. Gekonnt vermischte ich alles in einem Eimer mit dem morgendlichen Müsli und hängte es der Stute dann an die Boxentür.
      Grenzfee war schon immer sehr ängstlich gewesen, was ihre Füße betraf, und das war nun mit den Hufrehen noch schlimmer geworden, was es nicht gerade erleichterte, ihr jeden Tag neue Verbände um die angeschwollenen Füße zu legen.
      Während Anouk die genüsslich fressende Stute, ihr Hunger war zum Glück nicht gesunken und auch die Medikamente nahm sie gerne an, festhielt, hob ich vorsichtig den ersten Huf hoch, sodass ich den Verband abwickeln und einen Neuen anlegen konnte. Anouk sicherte mir dadurch etwas die Lage, dass sie einen Strick in der Hand hielt. Fee war zwar eigentlich eine recht liebe Stute, hatte jedoch viel Kraft und Energie, die sie oft ungünstig einsetzte.
      Auch dem zweiten Huf hatte ich nach wenigen Versuchen mit viel Geduld den Verband gewechselt, sodass Anouk Grenzfee wieder das Halfter abnehmen konnte. Zu zweit verließen wir die Box. Die Vollbutstute hatte nun alle Ruhe der Welt, ihre Mahlzeit zu sich zu nehmen.

      Als gegen Mittag alle Boxen ausgemistet waren, versammelten wir uns in der Wohnstube des Gutshauses zu einer warmen Tasse Tee und einigen, von Weihnachten übrig gebliebenen, Plätzchen.
      In wenigen Minuten würde ein Transporter mit drei neuen Pferden aufkreuzen und dafür wollten wir alle Fit sein. Zwei davon würden Hengste sein. Zwei Hengste, welche ich vielleicht später als Zuchthengste vor Augen hatte. Außerdem würde eine Warmblutjungstute auf die große Koppel zu Ocarina of Time und Flotten von Mutanten ziehen, welche großes Potenzial als späteres Turnier- und Zuchtpferd zu haben schien.
      Ich war aufgeregt, immerhin würden es gleich drei Neue sein, um die ich mich kümmern musste.
      Mit einer kleinen Verspätung von einer viertel Stunde, hörte ich einen großen Wagen die Einfahrt in Richtung unseres Parkplatzes rollen.
      Hastig sprang ich auf, zog mir meine Jacke über und stürzte nach draußen. Anouk, Aimé und Shadow folgten mir, während Charly und Nico alles langsamer angingen ließen.
      Ein grauer Pferdetransporter, welcher Platz für drei Pferde bot, parkte gerade auf unserem kleinen Parkplatz. Als der Motor des großen Gefährtes ausging und die Fahrertür aufgestoßen wurde, hatten wir einen kleinen Halbkreis, bestehend aus sechs Personen gebildet. Der Fahrer war noch jung, nicht viel älter als Nico und er schien recht erstaunt darüber, dass wir eine so große Willkommensparty veranstalteten.
      Er begrüßte uns alle und ging dann an die lange Seite des Wagens, wo er eine große Heckklappe herunter ließ. Er war so lieb und führte die Pferde zu uns nach draußen.
      Das erste Pferd war die Jungstute, Seattle's Scarlett. Hübsch gescheckt, jetzt schon recht groß, mit einem aufmerksamen Blick.
      Ich wusste noch nicht ganz, was genau ich mit ihr tun wollte, aber das würde sich ja noch entwickeln. Trakehner waren sehr beliebt, vorallem im Pferdesport.
      Shadow trat vor und nahm dem Fahrer die aufgeregte Stute ab. »Bringst du sie schon in den Stall? Etwas Ruhe würde ihr sicherlich nicht schaden.« sagte ich zu meinem Freund, welcher sich sogleich auf den Weg in Richtung Hauptstall machte, wo Scarlett erst einmal untergebracht werden sollte.
      Mittlerweile hatte der Fahrer bereits das zweite Pferd aus dem Hänger geführt. Ein Isländer. Rabenschwarz und mit einer Mähne, die ihm sicherlich bei jedem Schönheitswettbewerb Punkte einbringen würde. Das schönste an ihm, war seine große Blässe, welche sich bis zu den Ohren erstreckte. Diesmal griff Aimé zu und Shadow, welcher gerade aus dem Hauptstall zurückkehrte, folgte ihm zum Hengststall.
      Auf das letzte Pferd freute ich mich besonders. Seine Ankunft war gut geplant und durchdacht wurden, denn es würde ein Mustanghengst sein.
      Ich wurde nicht enttäuscht, als der Fahrer ein drittes Mal aus dem Hänger kam und diesmal ein geschecktes Pferd hinter sich her zog, welcher den Kopf in den Himmel streckte und sein neues Heim bewunderte.
      Morrigans Hidalgo hieß er und war ein hübscher Braunschecke. Ich hoffte, dass er vielleicht der erste Hengst in einer eventuellen Mustangzucht sein würde, denn das Potenzial hatte er.
      Nico wollte gerade Anstalten machen, dem Fahrer den Hengst abzunehmen, doch ich war schneller bei ihm und griff nach dem Strick.
      Hidalgo schien alle Versprechen zu erfüllen. Man merkte ihm die Sturheit eines Mustangs an und genau das brauchte ich. Ein Pferd mit den Genen der Vorfahren.
      Ich dankte dem Fahrer und drückte ihm etwas Geld in die Hand, dass unsere neuen Pferde die weite Reise so gut überstanden hatten. Das restliche Geld würde heute Abend noch auf seinem Konto landen.
      Aufgeregt trippelte der Hengst neben mir her, als ich ihn hinter dem Hauptstall entlang zum Hengststall führte. Die letzte Box würde nun belegt sein, auch wenn die Pferde wohl zu wärmeren Zeiten ganztägig auf ihren Koppeln stehen werden.
      Shadow und Aimé schlossen gerade die Tür zu dem neuen Isländer, Leiðtogi hieß er, als ich mit Hidalgo den Stall betrat. Hilfsbereit öffnete mir Aimé die Tür der letzten Box, in welche ich meinen Hengst führte.
      In der Box neben ihm stürzte sich bereits Togi, wie wir ihn wohl nennen würden, auf sein Willkommensmenü, welches auch Hidalgo bekommen hatte.
      »Guten Appetit euch!« sagte ich noch zu den beiden, bevor ich mit den anderen den Stall wieder verließ. Immerhin wollte ich ja auch nochmal nach Scarlett schauen, ob sie den Umzug genau zu entspannt hingenommen hatte.

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      DRESSURTRAINING EBS MON AMIE A -> L | 3610 ZEICHEN | (C) SEIMURE

      29. Januar 2016

      Wieder einmal stand ich am Bahnhof und wusste nicht, wohin, bis ich eine mir wohl vertraute Stimme hinter mir hörte. Mio zog mich in eine feste Umarmung, dass mir fast die Luft weg blieb. Shadow, der hinter ihr stand, grinste. "Sie freut sich schon seit Tagen tierisch auf deinen Besuch", sagte er lachend. Mio boxte ihn spielerisch in die Seite. "Stimmt garnicht!" "Könnten wir uns eventuell so schnell wie möglich aus dieser Menschenmasse entfernen?" Nun meldete sich auch Charly, die hinter den beiden gestanden hatte zu Wort.

      Zwanzig Minuten später standen wir auch schon auf dem Hof. Charly und Shadow mussten wieder an die Arbeit gehen, aber Mio zog mich gleich mit zur Weide, wo sie mir meine heutige 'Patientin' zeigte. EBS Mon Amie, genannt Amie, war eine Holsteinerstute, welches, zugegeben, nicht gerade meine Lieblingsrasse verkörperte. Die braune Stute schien mich sehr interessant zu finden und war trotzdem betont vorsichtig, als sie mich beschnüffelte. Zusammen mit Mio brachte ich sie auf den Hof, wo wir Amie anbanden und anfingen sie zu putzen. Das Satteln überließ ich dann aber doch lieber Mio, denn so ganz hatte ich das Wesen der Stute nocht nicht durchschaut. Bei Mio schien sich Amie aber wohl zu benehmen, weshalb ich mir eigentlich keine Sorgen machte, während ich mit ihr zur Reithalle ging. Draußen regnete es mittlerweile, weshalb ich mich ausnahmsweise mal auf die Halle freute.

      Vor dem Aufsitzen überprüfte ich wie immer noch einmal den Sattelgurt. Zum Aufwärmen gingen wir - wie immer - noch einmal die Lektionen der E-Dressur durch. Amies Aussehen hatte mich wahrlich nicht gerade umgehauen, dafür übernahm ihre Rittigkeit diese Aufgabe. Man merkte schon bei der Kehrtvolte und der Acht-Meter-Volte, die siewohl auch blind und ohne Reiter perfekt ausgeführt hätte. Auch die halbe Zehn-Meter-Volte im Trab und aus der Ecke kehrt stellten ihr keine unerwarteten Schwierigkeiten in den Weg, weshalb wir uns nun einer etwas schwierigeren Übung zuwenden konnten. Zwar kannte Amie schon die Kehrtwendung auf der Vorderhand, aber die Kehrtwendung auf der Hinterhand war für sie neu, weshalb ich diese Übung lieber erstmal vom Boden aus erarbeiten wollte. Amie schien zu wissen, dass jetzt etwas neues kommen würde und spitzte gespannt die Ohren, während ich sie richtig an die Bände stellte. Beim ersten Versuch zeigte ich ihr die Übung ganz langsam, damit sie sie verstand. Mit jedem Versuch wurden wir etwas schneller, bis ich beschloss, wieder aufzusitzen. Auch so konnte Amie die Kehrtwendung perfekt ausführen, weshalb ich mir wegen dieser Lektion keine Sorgen mehr machen musste. Auch diverse Schlangenlinien im Schritt hatten wir schnell hinter uns gebracht, weshalb wir uns nun dem Zügelüberstreichen im Trab zuwendeten. Amie hatte einen sehr raumgreifenden Trab, den sie fleißig vorwärts ging, womit das Überstreichen der Zügel keine Schwierigkeiten darstelle. Mit einem Blick auf die Uhr bemerkte ich, dass wir mittlerweile schon seit erinnert Stunde trainierten, weshalb ich mir die Zügel aus der Hand kauen ließ und schließlich absaß.
      Mio war draußen nirgends zu finden, aber ich war schon oft genug auf dem Hof gewesen, um zu wissen, wo was war. Ich versorgte Amie mit Futter und putzte ihr die Sattellage noch einmal, bevor ich sie dann auf die Weide entließ. Mein Kopf hatte wohl damit gerechnet, dass ich jetzt wieder nach Hause fahren würde und sofort machte ich mir Gedanken darüber, was wohl auf dem Hof gerade los war. Ich vermisste Finley und Bella jetzt schon, schlug mir den Gedanken dann aber wieder aus dem Kopf. Jetzt standen mir erstmal zwei schöne Tag in Südfrankreich bevor.

      Hufschmiedbesuch
      Briar Cliff Farrier | 1806 Zeichen | © Sosox3

      17. Februar 16

      Der Weg zu meinem heutigen Kunden gestaltete sich etwas schwierig. Mir ging es nicht gerade gut, aber dennoch machte ich mich zu Mio. Sie hatte sich als Reitbeteiligung von Raised from Hell gemeldet und würde nun im Gegenzug zwei meiner Pferde trainieren. Meine beiden pferdigen Kunden jedoch würden jeweils das Barhufpaket bekommen, bestehend aus Kontrolle, Kürzen der Hufe und das Feilen zu guter Letzt.
      Das erste Pferd, das ich mir vornahm war Winterzauber. Eine schicke Fuchsstute mit breiter Blesse und schönen Abzeichen. Als Mio sie zu mir führte, zeigte sie ihre einfache Art mit sich umzugehen. Winterzauber war schon eine tolle Stute, so ruhig und geduldig. Ich begrüßte die beiden und begann dann mit der Kontrolle. Ihre Hufe waren Optimal und ich begann rasch mit dem Kürzen der Hufe. Sie stellte sich nicht an und gab bereitwillig ihre Hufe, auch das Raspeln und Feilen ging mir schnell und dennoch präzise von der Hand. Ich ließ sie mir noch ein mal vorführen, stellte dabei aber fest, dass alles Tipp top gemacht wurde. Ich lobte sie für die Kooperation mit mir und schon kam Mio mit ihrer Stute Mon Amie um die Ecke. Auch sie war ein hübsches Tier. Groß und Grazil gebaut, ein wahres Prachtexemplar. Ich betüddelte Amie ein kurzes Weilchen ehe ich mir an die Arbeit machte und die Hufe ordentlich auskratzte um sie dann zu kontrollieren. Mon Amie döste dabei kurzerhand ein und ich begann mit dem Ausschneiden ihrer dunklen Hufe. Sie gab freiwillig ihre Hufe und schaute nur kurz zu mir rüber ehe sie mich meine Arbeit machen ließ. Ich raspelte und feilte ihr die Hufe noch zurecht und ließ sie dann mir vorführen. Und auch hier zeigte sich das ich meine Arbeit als Hufschmied gut gemeistert hatte. Mio brachte die Stute noch weg und dann tranken wir noch einen Kaffee und quatschten dabei.

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      Routineuntersuchung | 2170 Zeichen | © Friese
      18. Februar 16

      Heute machte ich mich auf den Weg zu Mio. Es ging um einen kurzen Tierarztbesuch bei ihren beiden Pferden Winterzauber und Mon Amie. Sie sollten nur Durchgecheckt werden und so hatte ich ausschlafen können. Ich streckte mich kurz und fuhr dann auch schon los. Am Stall angekommen traf ich auf Mio und begrüßte sie freundlich. Wir hatten schon seit ihrer Anfangszeit als Pferdebesitzerin Kontakt und ich freute mich sehr sie heute zu Besuchen, auch wenn es nur für einen Tierarztbesuch war. Gemeinsam gingen wir in den Stall, wo sie ihre beiden Stuten schon angebunden hatte. Ich begrüßte sie und keiner von beiden rührte sich wirklich. Sie waren sehr entspannt und Mio hatte mir schon gesagt, dass es keine Probleme geben sollte. Ich stellte meinen Koffer ab und begann dann damit mir die Köpfe der beiden Stuten anzusehen. Sowohl Mon Amies Kopf, als auch Winterzaubes Kopf, wiesen keine Wunden auf. Ich schaute mir die Hälse der beide an und auch hier konnte ich keine Wunden oder Schrammen finden. Dann sah ich mir Winterzaubers Rücken und Bauch an. Auch sie sahen sehr gut aus und so konnte ich mit den Beinen weiter machen. Die Stute ließ dies brav über sich ergehen und ich konnte an ihren Beinen ein bisschen genauer schauen, als bei diversen Problempferden. Ich sah zu Mio und sagte, dann dass sie die Stute draußen vortraben sollte. Gemeinsam gingen wir also nach draußen und sie trabte die Stute an der Hand vor. Dabei ging sie äußerst taktklar und so konnten wir wieder rein gehen. Damit war ich auch schon mit Winterzauber fertig und Mio konnte sie auch in die Box bringen. Ich sah mir noch Mon Amies Rücken und Bauch an. Auch diese waren in einer guten Verfassung und wir gingen wieder nach draußen. Sie trabte die zweite Stute auch noch vor und auch sie ging sauber. Ein weiteres Mal gingen wir nach drinnen und ich sah mir nochmal ihre Beine an. Nachdem ich damit fertig war, brachte Mio Mon Amie wieder in ihre Box. Gemeinsam gingen wir dann meinen Koffer packen und dann gingen wir zu meinem Wagen. Ich verabschiedete mich von Mio und stieg dann in meinen Wagen. Danach fuhr ich heim und räumte dort meine Sachen für den nächsten Termin in meinen Wagen.
    • Muemmi
      Alte Berichte

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      Neuigkeiten
      26. März 16

      »Wo bleibt Charly den heute?«, fragte ich etwas angespannt. Shadow und ich saßen am Frühstückstisch und warteten auf unsere zwei anderen Mitbewohner, namens Charly und Shadow, welche so langsam mal aufkreuzen sollten.
      »Genauso gut kannst du fragen wo Nico bleibt«, sagte Shadow und schob sich einen großen Löffel Müsli in den Mund. Seine Essmanieren waren noch nie die Besten gewesen.
      »Haben die etwa schon wieder verschlafen?« Nervös tippte ich mit meinen Fingern auf den Tisch. »Die wissen doch ganz genau, dass wir heute richtig viel zu tun haben.«
      »Ach Mio«, nuschelte Shadow mit vollem Mund. »Das machen die sicherlich nicht absichtlich. Wie oft musste ich dich jetzt schon wecken?«
      Bevor ich etwas erwidern konnte, hörte ich Schritte auf der Treppe und einige Momente später kam ein sichtlich missgestimmter Nico in die Küche geschlürft. Erstaunt folgte ich ihm mit meinen Blicken. Was war denn mit dem los? Ich hätte nie gedacht, dass auch ein Nico mal deprimiert sein könnte. Nico ließ sich auf seinen Stammplatz fallen, zog seine Schüssel zu sich heran und ließ einen Schwall Müsli hinein klatschen, sodass ein Großteil entweder auf dem Tisch oder auf dem Boden landete. Auch mit der Milch ging er nicht fürsorglicher um und das ganze krönte er noch, in dem er es schaffte, Shadow mit seinen Essmanieren zu übertrumpfen.
      Ich schaute ihn die ganze Zeit mit großen Augen an. Was anderes konnte ich in dem Moment gar nicht tun.
      »Was?«, fragte Nico mich aggressiv, als er meinen Blick spürte.
      »Alles gut mit Charly?« fragte ich nur perplex. Shadow hielt sich gekonnt im Hintergrund. Nico senkte den Kopf wieder, schob sich einen weiteren Löffel in den Mund und sagte zwischen einem weiteren Löffel: »Ja, alles okay.«
      Ich blinzelte. Das klang aber nicht so, als wäre wirklich alles in Ordnung. »Habt ihr euch gestritten?« fragte ich deshalb nochmal nach.
      »Hörst du schlecht? Es ist alles OKAY!« giftete mich Nico an, schob seinen letzten Löffel in den Mund und stand dann so schnell wie möglich auf. Kaum konnte ich etwas erwidern, da war er schon in Richtung Bad verschwunden. Ok.
      Mit offenem Mund starrte ich ihm nach. »Hast du das gesehen?» fragte ich verblüfft Shadow, welcher endlich seinen Kopf hob.
      »Jap, der scheint nicht wirklich gut drauf zu sein. Vielleicht schaust du mal nach Charly, nimm aber vorsichtshalber eine Schutzweste mit. Wenn Nico schon so wütend drauf ist, will ich nicht wissen, wie es Charly geht.«
      Ich musste lachen und boxte ihm in die Seite. Shadow verzog gekonnt schmerzhaft das Gesicht und hielt sich die Stelle (vielleicht etwas zu weit oben), wo ich ihn getroffen hatte. Ich befolgte seinen Rat und entschied mich dafür, nach meiner Freundin zu sehen, entschied mich aber dagegen, eine Schutzweste mitzunehmen.
      Ich fand Charly in ihrem Bett liegend, mit schmerzhaft verzogenen Gesichtsmasen. »He du«, begrüßte ich sie leise und schob mich durch die Tür in ihr Zimmer. »Was ist denn mit dir los?« fragte ich besorgt und kam zu ihrem Bett. Charly schüttelte nur den Kopf und nuschelte etwas in sich hinein.
      »Was ist denn los?« fragte ich sie abermals, als ich keine ordentliche Antwort bekam. »Nico hat dort unten gerade eine Show abgezogen, die mich dazu veranlasst hat, mal nach dir zu schauen.«
      Ich konnte die Worte »Dieses Arschloch« aus Charlys verkrampften Mund hören, bevor sie sagte: »Alles gut, mir geht es nur nicht so gut.«
      »Nicht so gut? Du siehst nicht so aus, als würde es dir nur nicht so gut gehen. Sag an, was hast du und wie kann ich dir behilflich sein?«
      »Ach Mio, ich habe nur etwas Magenkrämpfe und Übelkeitsanfälle, wahrscheinlich irgendeine Erkältung. Mir geht es gut, ich werde heute wohl nur im Bett bleiben. Du solltest vielleicht langsam in den Stall.«
      Kam es mir nur so vor, oder versuchte sie mich tatsächlich abzuwürgen und wegzuschicken? Ich wollte jedoch ihr Gemüt nicht noch weiter reizen und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor ich das Zimmer verließ.
      Als ich wieder in der Küche war, schien Shadow bereits im Stall zu sein. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass es dringend Zeit wurde und die Pferde sicherlich schon Radau machten, weil sie verspätet auf die Weiden kommen würden. Schnell warf ich mir eine Jacke über und kontrollierte die Temperatur auf dem Thermometer. Perfekt, wenn es weiterhin den Tag über trocken blieb, konnte ich meine Grenzfee vielleicht auf eine Weide stellen.
      Ich öffnete die Haustür und machte mich dann auf den Weg zum Hauptstall. Shadow war tatsächlich schon hier und machte bereits die ersten Pferde fertig, in dem er ihnen ein Halfter anlegte und den Strick über den Hals warf.
      »Ah Mio, da bist du ja. Alles gut bei Charly?« begrüßte er mich. Ich schüttelte den Kopf und erzählte ihm von meinem Besuch. Shadow schien nicht sonderlich besorgt und versuchte mich mit ein paar Argumenten davon zu überzeugen, dass es meiner besten Freundin nichts so schlecht ging, dass sie gleich sterben würde. Er überzeugte mich.
      »Nico ist im Hengststall und kümmert sich dort um die Bande. Hättest du Lust, zu Ocarina, Flotte und Scarlett zu gehen? Ich würde hier im Hauptstall anfangen und außerdem sollten Anouk und Aimé auch jeden Moment auftauchen. Ach so und dann kannst du gleich weiter zu den Kleinen gehen? Wenn Bärchen nicht alles aufgefressen hat, sollten die auch noch genügend Heu haben.« erklärte mir Shadow. Ich blickte ihn schmunzelnd an. Niedlich war es schon, dass er mir auf meinem eigenen Hof erklärte, was ich tun sollte. Ich drückte ihm einen Kuss auf den Mund und beeilte mich dann, zu meinen Pferden zu kommen.
      Ich schnappte mir aus einer Ecke eine Schubkarre, füllte diese mit Heu und machte mich dann auf den Weg zum Offenstall. Im Offenstall standen zur Zeit drei Stuten von mir. Zwei davon waren wild und unhandlich, eine davon war verschmust und anhänglich. Ich war selber extrem überrascht gewesen, dass die beiden großen Stuten die junge Stuten ohne Probleme in ihrer Mitte aufgenommen hatten. Vorallem Ocarina of Time fühlte tat manchmal so, als wäre sie die Mutter der kleinen Scarlett, was natürlich ungeheuer niedlich war.
      Auch heute war Scarlett wieder die erste, die mir auf die Nerven ging. Die Schubkarre über die hügelige Koppel zu schieben war schon schwer genug und wenn dann auch noch eine junge Stute ständig geknuddelt werden wollte, war es keine Freude.
      Als die Schubkarre endlich am Offenstall stand, nahm ich mir die Zeit, um die gescheckte Warmblutstute ausreichend zu kraulen. Oca und Flotte beobachteten das ganze aus einigen Metern Entfernung, entschieden sich aber doch schnell dafür, doch zum Heu zu kommen, obwohl ich noch da war. Vor einiger Zeit hätte das noch nicht funktioniert, dessen war ich mir sicher. Beide Stuten waren halb wild zu mir gekommen und es hatte mich einige Stunden Arbeit gekostet, die beiden auf diesen Stand zu bringen.
      Als Scarlett merkte, dass ihre beiden Freundinnen ihr alles wegfraßen, ließ sie schnell von mir ab und begab sich zur Fressstelle. Ich beobachtete die drei noch einen Moment, bevor ich mich wieder samt Schubkarre auf den Rückweg machte. Zum Glück war der Stall unserer drei Kleinsten näher am Geschehen, sodass ich zu ihnen nicht allzu lange brauchte. Zur Zeit standen hier drei Ponys, welche das Leben als kleine Racker so richtig genossen.
      Slaughterhorse, Lambardo und Happy lebten zu dritt in unserem zweiten Offenstall. Slaughter war der größte, während Lambardo und unser Bärchen Happy um einiges kleiner waren. Trotzdem hatte ganz klar Lambardo die Herrschaft, welche er ruhig, aber gezielt anführte.
      »Na ihr drei?« begrüßte ich sie und bückte mich zu Happy, welcher mit gerade mal einem Meter recht klein war. Ich hatte vor kurzem angefangen, Happy mit viel Geduld einzufahren und nun, da auch Lambardo dazu gekommen war, konnte ich das mit Beiden zusammen machen. Happy hatte sich gleich viel mehr angestrengt, nachdem der ältere Lambardo dazugekommen war.
      Bei den drei Pferden ließ ich nur neues Wasser in die Wanne ein und kontrollierte den Heuvorrat, allerdings hatte Shadow recht gehabt und für den Tag war noch genügend da.
      Zurück im Hauptstall musste ich zu erst den Radiosender wechseln. So ein Gejaule, das war ja kaum zu ertragen. Shadows Kopf kaum aus einer der Boxen hervor und blickte mich gespielt wütend an. »He, lass meine Musik an!«
      »Kannst'e knicken, mit so einer Musik kann ich nicht arbeiten.« sagte ich lächelnd, nahm mir eine Mistgabel und verschwand in der nächsten Box. Zu viert, Anouk und Aimé waren mittlerweile da, waren wir schnell fertig und als wir zur Mittagspause zurück ins Haus gingen, fanden wir Charly auf der Couch im Wohnzimmer sitzen. Sie hatte ihren Laptop auf den Beinen und begrüßte uns mit einem freundlichen Lächeln. »Tut mir echt Leid, dass ich euch nicht helfen konnte! Ich musste mich erstmal so richtig auskotzen, jetzt geht es mir aber besser.«
      »Das wollte ich gar nicht wissen«, meinte Shadow und ließ sich neben Charly aufs Sofa fallen.
      »Mio komm du auch mal her, ich habe etwas für euch.« meinte Charly und winkte uns zu sich heran. »Schaut mal, habe gerade eine Mail von meiner Cousine bekommen, die habe ich echt schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Sie lädt mich und auch euch nach Norwegen ein. Sie hat sogar ein paar Bilder mitgeschickt. Schaut mal!«
      Ich quetschte mich noch auf Charlys andere Seite um auch einen Blick auf ihren Laptop erwischen zu können. »Wollen wir damit nicht noch auf Nico warten?« fragte ich zu Charly. »Der hat sicherlich auch Interesse daran zu sehen, wo unser nächster Urlaub hingeht.«
      Charly schüttelte den Kopf. »Die kann ich ihm auch noch später zeigen. Wer weiß, vielleicht möchte er ja gar nicht mit.«
      »Nico und nicht mit wollen? Charly-? Ist wirklich alles in Ordnung bei euch?« fragte ich etwas ängstlich. Es war überhaupt nicht gut, wenn wir uns zerstreiten würden.
      »Jaja, alles gut. Wir hatten nur einen kleinen Meinungsunterschied, aber das wird schon wieder.« Eine kleine Träne rollte aus ihren Augen. Ich merkte, wie sie mit aller Kraft versuchte weitere zurück zu halten, jedoch schaffte sie es nicht und mit einem Mal lag sie mir heulend in den Armen.
      Hilflos schaute ich zu Shadow, welcher jedoch auch nur mit den Schultern zuckte und mir einen mitleidigen Blick zuwarf.
      Ich wollte Charly gerade mit irgendwelchen Worten trösten, da kam Nico zur Tür herein. Er blieb stocksteif stehen und schaute zu Charly, welche ihn noch nicht bemerkt zu haben schien.
      »Charly, was ist denn jetzt los? Warum heulst du schon wieder?« fragte er sie genervt. »Das war nicht so gemeint, du weißt, dass ich immer zu dir stehe.«
      Charly schreckte auf und schaute Nico mit verweinten Augen an. »Spinnst du? Du stößt mich von dir und sagst dann, dass du an meiner Seite bist? Du bist ein Lügner und ein Idiot noch mit dazu!«, schrie sie ihn an und brach dann wieder in meinen Armen zusammen. Shadow hatte eine Augenbraue hochgezogen und schaute seinen Freund Nico fragen an. Dieser machte nur ein finsteres Gesicht, sagte aber nichts weiter.
      »Könnte mir mal jemand erklären, was hier los ist?«, fragte ich in die Runde. Nicos Blick wanderte zu mir, bevor er fragte: »Hat sie dir das noch nicht erzählt?«
      Charlys Kopf schnellte wieder hoch. »Bist du bescheuert? Denkst du wirklich, dass ich das ohne dich jemanden erzähle? Wenn du das glaubst, dann kennst du mich wirklich schlecht«, fauchte sie.
      Nico schien wirklich etwas betroffen. »Charly, es tut mir wirklich Leid! Ich war einfach überrumpelt und hatte nicht damit gerechnet. Bitte, lass mir etwas Zeit, nur ein wenig.«
      »Weißt du Nico, jeder normale Mann wäre vor Freude in die Luft gesprungen und du bittest um Zeit? Dann geh! Nimm dir die Zeit, aber wundere dich nicht, wenn ich dann keine Zeit mehr für dich habe.«
      Jetzt standen mir die Tränen in den Augen. Hilflos blickte ich in die Runde. Ein leises, fragendes »Hallo?« kam aus meinem Mund.
      Geschlagene zwei Minuten herrschte Stille. Charly heulte, ich heulte, Shadow und Nico saßen und standen nur da. Niemand rührte sich. Shadow war der erste der das Schweigen brach. »So wie es scheint, ist hier niemand dazu in der Lage zu reden, also bringt es auch nichts, bei dem schönem Wetter hier drinnen zu sitzen. Ich gehe reiten. Ihr findet mich in der Halle.« So stand Shadow auf, drängelte sich an Nico vorbei und einige Sekunden später fiel die Tür ins Schloss.
      Ich tätschele Charly den Kopf und folgte Shadow dann eilig. Ich musste auch aus dieser verrückten Bude raus! Mir egal, wenn die beiden da drinnen sich gleich anschreien würden, ich brauchte frische Luft!
      So wie ich es mir gedacht hatte, fand ich Shadow im Hauptstall, wo er behänd seine Stute Charelle putzte. Sie war sein erstes Pferd gewesen und so waren die Beiden zu einem festen Team zusammen gewachsen. Als Shadow mich kommen sah, hörte er auf zu putzen und nahm mich in den Arm. Ich fühlte mich geborgen und das mochte jetzt etwas komisch klingen, aber mir ging es gleich viel besser.
      »Hast du auch das Gefühl, dass es bei diesem Streit nicht nur um ein geklautes Bonbon ging?« fragte ich ihn, ohne mich aus seiner Umarmung zu lösen. Ich merkte wie er nickte. Auch er war etwas geschockt und verwirrt von dem plötzlichen Streit der Beiden, denn so lange hatten wir mehr oder weniger friedlich beisammen gelebt. Natürlich hatte auch er die Vorstellung im Kopf, um was es ging und ich konnte mir vorstellen, dass wir das gleiche dachten. Trotzdem war es noch nicht so weit, dass wir uns trauten, es laut auszusprechen.
      Auch ich entschied mich dafür eine Runde zu reiten und Shadow in der Halle Gesellschaft zu leisten. Ich hatte mir in letzter Zeit viel zu selten Zeit genommen, einfach mal gemütlich auf einem Pferd zu sitzen. Heute hatte ich sowieso keinen Nerv für Training.
      Alle Pferde standen noch auf ihren Weiden, weswegen ich mich auf den Weg zu jener machte, wo unsere kleineren Pferde standen. Dort lehnte ich mich an einen Pfosten und blickte zu den gemütlich grasenden Pferden. Meine Entscheidung viel mir nicht schwer, im Gegenteil, ich hatte es wohl schon vorher gewusst, nur nicht laut gedacht, auf welchen meiner Schützlinge ich mich heute setzen würde.
      Mein liebster von allem, der mit dem alles begonnen hatte. Excelsior. Fast schien es, als hätte er gespürt, dass ich ihn brauchte und so riss er sich von seinen Weidefreundinnen los und kam langsam zu mir getrottet. Ich musste zugeben, ich hatte ihn echt vernachlässigt in letzter Zeit, Aimé hatte ihn immer bewegt, doch als ich ihm sein Halfter umlegte und mich mit einem Schwung auf seinen Rücken zog, bereute ich das Ganze.
      Er blieb ruhig stehen, ging erst los, als ich ihn ansprach und obwohl der Weg zum Stall keine Weltumrundung war, genoss ich jeden seiner Schritte. Ich war mir sicher, dass viele Sprichwörter nicht der Wahrheit entsprachen, aber das Glück der Erde lag wirklich auf dem Rücken der Pferde. Hier vergaß man so schnell alle Sorgen, dass man, sobald man den Pferderücken betrat, ein anderer Mensch wurde.
      Ich ritt gemütlich zum Hauptstall, wo Shadow gerade seine Nelly aus dem Gebäude führte. Ich schenkte ihm ein kleines Lächeln und er schien zu verstehen, dass ich gleich nachkommen würde. Vor dem Stall glitt ich von Exels Rücken und band ihn an seiner Box an, welche gleich die erste im Stall war. Leise vor mich hin summend, putzte ich ihm sein dunkleres Fell, sprach ab und zu mal mit ihm und genoss es, endlich wieder einfach mal Zeit für ihn zu haben.
      Nach dem Putzen nahm ich den Halsring von dem Haken vor seiner Tür, streifte ihn Exel über den Kopf und zog mich wieder auf seinen Rücken. Im gemütlichen Schritt lenkte ich ihn zur Reithalle. Bereits von Weitem konnte ich Shadow erkennen, er saß auf seiner Nelly und galoppierte Runde für Runde in einem gemütlichen Galopp, natürlich passend zum Soundtrack welche im Hintergrund aus den Lautsprechern ertönte.
      Ich schaute ihm einige Momente zu, bevor ich gekonnt das Tor aufstieß und zu ihm in die Halle kam. Jetzt würde ich erstmal eine Runde reiten, dann sah die Welt schon viel heiler aus, dachte ich bei mir, bevor ich meinen Exel auf die ganze Bahn lenkte und ihn zum Trab antrieb.

      Als ich zusammen mit Shadow unsere Wohnung wieder betrat, duftete es herrlich nach Waffeln. Ich liebte Waffeln und ich wusste, dass es Shadow, Charly und Nico genauso ging. Wenn wir wollten, könnten wir uns sicherlich nur von Waffeln ernähren, vorallem wenn auf dieser eine dicke Schicht Schokolade ihr Unwesen trieb.
      Charly und Nico fand ich nebeneinander stehend in der Küche. Die Stimmung schien immer noch gekränkt und etwas frostig zu sein, jedoch hatten sie sich wohl ausgesprochen und konnten sich wieder in die Augen sehen.
      Ich fühlte mich etwas unwohl, als ich die Küche betrat, denn ich wusste nicht, was jetzt kommen mochte. Shadow folgte mir und spendete mir mit seiner Anwesenheit etwas Trost. Vielleicht hätte ich jetzt so etwas sagen sollen wie: »Oh hier riecht es aber lecker!« oder »Lecker Waffeln! Jetzt habe ich aber Hunger« oder andere sinnlose Sätze. Ich jedoch sagte – nichts.
      Shadow und ich standen in der Tür und beobachteten die Beiden dabei, wie sie still vor sich hinarbeiteten. Nico und Charly kannten sich verdammt gut, was man bei ihre Handgriffen auch genau sah. Charly schmeckte den Teig ab, schüttelte sacht den Kopf und sofort hielt ihr Nico den Salzstreuer hin.
      Shadow zeigte stumm zu unserem Küchentisch und als ich nickte, gingen wir beide zu diesem, wo wir uns fallen ließen. Charly und Nico mussten uns mittlerweile bemerkt haben, jedoch schien ihnen irgendwas so peinlich zu sein, dass sie es nicht schafften, sich zu uns umzudrehen.
      Eine gefühlte Ewigkeit später wendeten beide ihre Aufmerksamkeit zu uns, als sie einen Teller dampfender Waffeln und ein Schokoladenglas auf den Tisch stellten. Nico holte noch vier Messer aus einer Schublade und fertig war unser leckeres Gericht.
      Nachdem wir Waffel für Waffel alles aufgegessen hatten, lehnte ich mich entspannt und mit vollem Bauch im Stuhl zurück.
      Nach dieser Stärkung konnte mich, egal was jetzt kommen würde, nichts mehr aus der Ruhe bringen.
      Eine Zeit lang blickten wir uns stumm an, Charly spielte nervös mit ihrer Unterlippe und Nico saß tatenlos mit verschränkten Armen da. Irgendwann, ich war schon fast dabei, meinen Kopf auf Shadows Schultern zu legen und einfach einzuschlafen, begann Charly zu sprechen. »Es tut uns Leid, dass wir heute so viel Stress gemacht haben. Es war alles etwas kompliziert. Ich hoffe, ihr seid uns nicht böse, aber ich bin schwanger.«
      Natürlich hatte ich mir so etwas gedacht, auch wenn ich es nicht hatte fassen können. Nie hatte ich mir darüber Gedanken gemacht, dass es irgendwann so weit sein könnte, aber nun war es soweit und hoffentlich, hoffentlich würde alles gut enden.
      Ich stand von meinem Stuhl auf, ging um den Tisch herum zu meiner Freundin und nahm sie fest in den Arm. Ich merkte, wie sie anfing zu schluchzen, doch diesmal war es keine Wut oder Trauer die sie dazu brachte, sondern Dankbarkeit. Als ich mich von Charly löste, stand auch schon Shadow hinter mir und nahm sie fest in den Arm. Außerdem hörte ich Shadow ihr einen Glückwunsch zusprechen und viel Glück wünschen.
      Auch wenn ich es mit Nico nicht lange alleine aushielt, trotzdem war er mein Freund. Er war manchmal ein riesen Arsch, aber er gehörte zu uns. Auch ihn drückte ich, was ihn anscheinend etwas erschrak, wann hatten wir uns je gedrückt, aber er erwiderte die Umarmung.
      »Nico, du bist der perfekte Freund für Charly, zeige ihr, dass du den Platz an ihrer Seite auch wirklich verdienst. Lass dir etwas einfallen, wie du das Ganze wieder gerade biegen kannst!« flüsterte ich ihm zu, so dass es Charly nicht hören konnte.
      Der Lockenkopf nickte und ich sah eine Träne in seinen Augen glitzern. Es war die erste Träne, die ich bei ihm sah und ich wusste, dass er alles bereute.

      Natürlich entschieden wir uns dafür, dies zu feiern und zwar, in dem wir uns alle auf unsere Sofaecke lümmelten und unseren diesjährigen Urlaub planten.
      Wie Charly uns heute morgen bereits gesagte hatte, Nico fühlte sich etwas überrumpelt, denn er hatte noch nichts davon gewusst, hatte ihre Cousine uns alle nach Norwegen eingeladen. Sie besaß mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn eine kleine Hütte in der Nähe der Stadt Sylling und wollte uns alle einmal kennenlernen. Die Bilder waren so bezaubernd, dass wir natürlich gleich eine Mail zurück schrieben.
      Es würde unser erster gemeinsamer Urlaub sein und ich hoffte, dass wir vier uns nicht so schnell verlieren würden.

      Am Abend ging ich mit einem unglaublichen Gefühl ins Bett. Meine beste langjährige Freundin Charly bekam ein Kind. Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, wer von meinen Freundinnen zu erst ein Kind bekam, Charly hätte ganz am Ende der Liste gestanden. Ich wusste jedoch, dass es Charly und auch Nico gut tun würden, wenn sie endlich mal etwas Verantwortung lernen würden und außerdem war die Wahrscheinlichkeit groß, dass Nico das Rauchen endlich mal aufgeben würde.
      Natürlich freute ich mich auch riesig auf den Urlaub in Norwegen und wer hätte es erwartet, dass genau dieser bald mein Leben verändern könnte.

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      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 06. September 2016 | 5129 Zeichen

      Seit dem letzten Bericht sind folgende Pferde auf der Gnadenweide bzw. haben das Gestüt Naundorf verlassen:

      Narnia, Darkwood´s Storm Dancing Feather, Small Joker likes Dun,
      Firewalker, Oline, Inka Dakaprio, Awolnation, Efeumond,
      Reebook, Coda, Admiral´s Valentin, Armani, Miami´s Blue Boy,
      Apfelblüte, Tringle, La Luna

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      Neubau für die Turnierpferde des Gestütes
      Fleming, Amber, Caja, Dante, Aquentino, Reykja, Checkpoint, Mon Amie, Thor, Taciturn

      Hauptstall der Zucht
      Aeastas Amor, Zingara, Ehrengold, Ravallo, Seana, Red Diamond II, Weyganda, Lacura, Polarfuchs, Rasputin, Trink auf´s Leben, Little Sweetness, Butch, Tainted Love Toffifee

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Occani, Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Leona, Primadonna, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, La Luna, Sweet Poison
      Neu hinzugekommen

      Die große Trauerweide in der Mitte des Hofplatzes färbte sich ganz langsam in ein herbstliches Braun und auch die anderen Bäume verloren schon langsam ihr sommersattes Grün. Auf dem Gestüt hatte sich über die letzten Monate viel getan, viele Pferde haben uns verlassen und einige sind auf die Gnadenweide für ihren Lebensabend gewechselt. Auch einige Fohlen hatten ihren Weg dorthin gefunden, denn ich würde bald mit meinen Turnierpferden abreisen und nach England ziehen. Das Naundorfer Gestüt mit den Welshponys würde mit den Gnadenweidenpferden weiterhin in Naundorf bestehen bleiben und unter Isabellas Leitung, einer jungen Züchterin, die ich über die letzten Marktverkäufe kennen gelernt und dann für mich eingestellt hatte, laufen. Ich wollte mich jetzt vorranging darum bemühen, mir meinen Lebenstraum zu erfüllen und hatte mit den erwirtschafteten Gewinnen ein kleineres Landhaus südwestlich von London gepachtet. Das alte Landhaus erinnerte mich an Jane Austens Longbourn und sollte mit einem schönen Garten und einigen Stallungen für Gäste und Urlauber eingerichtet werden. Der richtige Name fehlte mir noch für das Anwesen, aber es sollte der Ausgangspunkt für eine internationale Karriere werden. Vorrangig hatte ich dafür Dante, Fleming, Aquentino und Reykja im Visier, aber vor allem sollte Amber jetzt richtig durchstarten. Die mittlerweile 7-jährige Cremellostute war mein ganzer Stolz und ich hoffte, mit ihr in England den richten Start zu finden. Doch bis es soweit war, würde es noch eine Weile dauern, die Geschäfte liefen gut, aber es gab noch den ein oder anderen Papierkram und noch ein paar Verkäufe, die getätigt werden mussten. Auch die Ausbildung der Pferde durfte nicht vernachlässigt werden. All das schwirrte mir durch den Kopf, als ich nach dem kurzen Frühstück mit Idefix, der mittlerweile schon etwas in die Jahre gekommen war, in den Welshstall hinüber ging und fütterte. Occani war als Fohlen kurz auf meinem Hof gewesen, jetzt kam sie von der Käuferin zurück und stand schon einige Wochen bei den Welshpferden. Sie sollte mit ihrer guten Abstammung die Runde komplett machen. Mit ihr auf der Weide standen Seidenfell, Nikita, Teutonia, Zimtmond, Leona, Primadonna, Lara und Luna, bis letztere an ihre neue Besitzerin ging. Bei den Hengsten waren nur noch Miro, Bow, Poison und Landwein übrig. Alle Ponys waren in einem sehr guten Zustand und erfreuten sich bester Gesundheit. Die ungekörten Mädels bespaßten derzeit die letzten Ferienkinder mit ihren Familien und die Hengste deckten auf anderen Höfen private Stuten. So spielten die Welshis einen guten Teil des Hofgeldes ein, auch wenn die Zucht noch weiter brach lag. Als ich fertig war, lief ich hinüber zu meinen alten Zuchtpferden, die ebenfalls auf dem Gestüt bleiben sollten. Sie hatten sich hier ihren Stammkundenbaum aufgebaut und waren sehr beliebt, derzeit trug Seana ein Fohlen für Eddi. Ihre Bekanntheit wollte ich aber nicht mit ihnen selbst, sondern über meine Turnierpferde international machen, weswegen ich sie auch wegen der Kapazität in Deutschland ließ. Auch hier waren drei bekannte alte Hasen zurück gekommen. Aestas Amor und Ehrengold, zwei Rennpferde, die viel geleistet hatten und bei der alten Besitzerin leider nicht mehr die Liebe und Zuwendung erhielten, die sie verdienten. Finanziell sah es auf dem Hof wohl nicht mehr so gut aus, weswegen die beiden rechtzeitig zu mir kamen und nun wieder in vollem Glanze da standen. Ehrengold war ebenfalls ein beliebter Deckhengst geworden und sorgte nicht nur auf meinem Gestüt für süße, langbeinige Babys. Neben den beiden hatte auch die wunderschöne Friesenstute Zingara ihren Weg zurück zu mir gefunden, die ich vor Jahren sehr lange besessen hatte. Auch sie musste aufgepeppelt werden und hatte leider einige Verhaltensschäden mitgenommen. Sie traute außer mir noch keinem anderen wirklich, machte sich aber von Tag zu Tag besser. Da sie wohl nicht mehr geritten werden konnte, zog ich aus ihr recht schnell ein Fohlen, Thor von Thorontos, der mit auf die Reise nach England gehen sollte. Und dann waren da die üblichen Verdächtigen: Ravi, Seana, Säufer, Toffifee, der dicke Butch, Sweety, Polarfuchs, Rasputin, Lacura, Weyganda und Red Diamond. Alle waren ausnahmslos gesund und mampften ihren Hafer und ihr Müsli, während ich die Stallungen mistete und die Gasse kehrte. Als auch hier die Arbeit getan war, ging es für mich hinüber zu den Pferden, deren Papiere ich für die Abreise im nächsten Frühjahr herrichtete. Amber und Fleming sollten mir noch im Herbst folgen, insgesamt sollten mitgehen neben den bereits genannten auch noch die süße Taciturn, die ich so ins Herz geschlossen hatte, dass ich sie unbedingt auf dem englischen Hof haben wollte, sowie Checkpoint, Mon Amie und Caja. Checkpoint hatte die Tage etwas Probleme mit dem Heustaub und durfte deswegen den ganzen Tag auf die Koppel, die ich ihm extra anders abgesteckt hatte, ansonsten war auch hier soweit alles in bester Ordnung. Nach meiner Hofrunde musste ich allerdings wieder zurück ins Büro. Erst Abends, wenn alles erledigt war, wollte ich noch mit Amber Springen und Reki Dressur üben.

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      Als Lesja mit dem dritten Koffer um die Ecke bog, konnte ich das Augenrollen nicht mehr unterdrücken. „Wir sind für ein paar Tage weg, nicht für ein paar Wochen.“ Seine Antwort verstand ich aber nicht so ganz – aber, so wie ich ihn kannte, war es irgendeine lahme Rechtfertigung. Bevor ein vierter Koffer im Auto verschwinden konnte, schlug ich lieber den Kofferraum zu und schob den Hünen in Richtung Beifahrersitz. Zoe hinterm Lenkrad startete schon den Motor, als ich gerade einmal die Tür öffnete. Aber gut, unser Flug nach Deutschland ging auch schon in ein paar Stunden, wir waren noch nicht eingecheckt und allgemein noch ein bisschen weit weg vom Flughafen.

      Für Lesja und mich war es die erste Reise ins Heimatland in diesem Jahr. Dabei waren wir – oder viel mehr ich – nicht wirklich zum Urlaub machen hier. Es ging erst auf das Gestüt Naundorf in Brandenburg, und dann auf einen kleinen Roadtrip gen Süden. Aber irgendwie schien Lesja das einfach komplett vergessen zu haben; während des dreizehnstündigen Fluges plante der nämlich genauestens unsere Woche in Deutschland, was wir alles machen mussten, wen wir besuchen mussten. Pipapo. Nach etwa zweieinhalb Stunden stöpselte ich mir die In-Ear Kopfhörer ein und ließ ihn einfach weiterplappern.

      Müde und jetlagged aber einigermaßen heil kamen wir in Cottbus an und machten uns sofort auf den Weg Richtung Naundorf. Luisa Goeke würde uns bestimmt einen kleinen Powernap gönnen, bis ich mich an die Hufe ihrer zwei Pferdchen machte. Und so kam es dann auch; als Lesja und ich uns an die Haustür geschleppt hatten und uns eine junge Frau geöffnet hatte (die sich auch noch zufälligerweise als Luisa Goeke herausstellte! Was ein Zufall!), führte sie uns in ein kleines Zimmer mit einer großen, sehr bequem aussehenden Couch und bot uns an, dass wir uns erst einmal ein wenig ausruhen könnten. „Die Pferde laufen euch ja nicht weg,“ scherzte sie und schloss die Tür. Danach gab es kurz Gerangel um den besten Platz, fünf Minuten später waren wir aber auch schon eingeschlafen. Geplant war ein Powernap, aus dem dann aber ein eineinhalb Stunden Nickerchen wurde, und selbst dann fühlte ich mich noch mehr als gerädert. Ein paar Minuten, nachdem ich mich endgültig von der Couch hatte rollen lassen und den Versuch gestartet hatte, mich mit Laufen wach zu kriegen, klopfte es leise an der Tür und ein Kopf steckte sich durch die Tür.

      Luisa warf einen kurzen Blick auf den noch schlafenden Lesja, dann flüsterte sie „Kaffee?“ und Gott, das war jetzt genau das Richtige.

      ***

      Nach zwei Tassen Kaffee wollte ich mich dann doch wirklich mal an die Arbeit machen. Es war zwar gerade einmal Kaffeezeit (ha!), aber die Tage wurden kürzer und ich persönlich war ja der Meinung, dass Arbeit nur bei Tageslicht ging. Während ich mit einem immer noch ziemlich steifen Rücken mein Werkzeug auspackte und auch den Ofen schon einmal anfeuerte, holte Luisa das erste Pferd und kam bald darauf mit einer schlanken, rotbraunen Stute zurück. Etwa in meiner Größe und mit einem wachen, aufmerksamen Blick – da konnte eigentlich nichts schiefgehen. Mit einem Leckerli begrüßte ich Mon Amie erst einmal, ehe Luisa sie auf der Stallgasse anband, und dann fing die Arbeit an.

      Eigentlich müsste ich es ja gewohnt sein, jetlagged zu arbeiten. Aber schon nach dem ersten Huf brannten mir die Augen und ein dumpfer Kopfschmerz bahnte sich an. Trotzdem kontrollierte ich die Eisen, entschied mich dann dafür, sie abzunehmen und lieber neue Eisen anzupassen. „In spätestens eineinhalb Wochen sind die dann auch zu nichts mehr zu gebrauchen,“ prophezeite ich, als ich die Nägel aus dem rechten Hinterhuf zog. „Und lieber machen wir jetzt neue drauf, als dass du in zehn Tagen wieder jemanden holen musst.“ – und schwupps war auch der letzte Huf ohne Eisen. Jetzt ging es ans Kürzen; nachdem die Hufsohle ausgeschnitten war, knipste ich mit einer Zange den Tragrand weg und griff nach der Feile. Erst, als der Huf zu meiner Zufriedenheit plan auf dem Boden auflag, ging es der Tragwand an den Kragen. Dazu schob ich den Bock an und mit ein wenig Überzeugungsarbeit ließ Mon Amie den Huf auch aufgebockt.

      Nachdem dann alle vier Hufe wieder auf die richtige Länge gekürzt waren, war es an der Zeit, die neuen Eisen anzupassen. Einzeln kamen sie in den Ofen und dann auf den Amboss, um sie schon ein bisschen zurecht zu biegen. Mehrmals wiederholte ich das, legte das heiße Hufeisen immer wieder auf Mon Amies Hufe, bis sie dann super passten. Mit den Nägeln zwischen den Lippen machte ich mich dann daran, das erste Eisen aufzunageln. Eine gute viertel Stunde später war dann auch schon alles vorbei und nach einem allerletzten Check, dass auch ja alles passte, durfte Mon Amie zurück auf die Koppel. Kein einziges Mal war sie während der gesamten Prozedur zusammengezuckt, hatte alles brav und gelassen über sich ergehen lassen. Eigentlich müsste sich Bucky mal eine Scheibe von Amie abschneiden. In der Zeit, in der ich meine Stute mit Luisas verglich und mit einem Besen die ganzen alten Hornreste zusammenkehrte, war meine Gast- und Auftragsgeberin dabei, den zweiten Freund für heute zu holen.

      Fleming, so der Name, überragte mich dann dafür um gute zehn Zentimeter, und auch sonst machte er einen recht imposanten Eindruck; gut bemuskelt, selbst post-Turniersaison, mit glänzendem Fell, herumspielenden Ohren und einer Ausstrahlung, die man sich von einem erfolgreichen Turnierpferd vorstellte. Trotzdem merkte man schon als Außenstehender, dass er nicht das brave, unkomplizierte Pony war – auf den Weg zum Stall sah ich, wie Luisa öfters mit ihm anhielt und ihn ein paar Schritte rückwärts schickte, wohl, um seine Aufmerksamkeit wieder auf den Menschen an seiner Seite zu lenken. Auch, als er angebunden war, war sein Blick immer auf den Hof vor ihn gerichtet – kurze Reaktionen auf mich oder Luisa inbegriffen, aber der Hauptfokus lag auf den Trubel vor der Stalltüre. Insgeheim hoffte ich, dass er mich dann problemlos an seinen Hufen rumwerkeln lassen würde, aber siehe da: der Mann war multitaskingfähig! Die alten Eisen ließ Fleming mich noch begutachten (und auf den gleichen Schluss wie bei Mon Amie kommen), dann fand er das Hufe geben ziemlich doof und zog jedes Mal ruckartig das Bein zurück. Das führte dazu, dass ich das ein oder andere Mal fast das Gleichgewicht verlor, aber ich war mit sturen Ponys aufgewachsen, die genau das Gleiche probiert hatten. Mit viel Ausdauer und Sturheit bekam ich dann aber die alten Eisen auch noch ab und konnte nach dem Hufmesser greifen.

      Als Fleming sich dann scheinbar beruhigt hatte, war die restliche Arbeit auch recht schnell erledigt. Ein paar Schritte Tänzeln waren zwar dabei, aber damit konnte ich arbeiten. Beim Aufnageln wollte er dann auch noch mal in alte Verhaltensmuster fallen, aber dabei war sein Pech, dass ich eigentlich so gut wie fertig war. Nur noch ordentlich Vernieten, dann war auch der zweite Kunde mit neuen Schuhen unterwegs. Während wir zusammen die Stallgasse fegten und ich fast gleichzeitig auch meine Werkzeuge wieder in den Van packte, bot Luisa an, uns eine Nacht aufzunehmen. Dankend lehnte ich aber ab; Lesja lag wahrscheinlich noch in den Federn und sollte für eine Nachtfahrt in den Süden wach genug sein. Außerdem erwarteten uns unsere Familien morgens bereits und hatten ein volles Programm vorbereitet. So gerne ich natürlich die Nacht in einem schönen, weichen Bett verbracht hatte, etwa eine Stunde nach dem Gespräch waren wir auf dem Weg zur Autobahnauffahrt.
    • Muemmi
      Trainingsbericht November 2016 Springen S-S*

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      (c) Muemmi | 6399 Zeichen | 08.11.2016

      - Springreiten -
      Possy Pleasure Mainstream (S -> S*)
      Fleming (M -> S)
      Mon Amie (S -> S*)


      Heute hatte ich ziemlich viel zu tun. Es standen drei Pferde für die Ausbildung auf den Plan und ich hatte mit der Klasse S, bzw. deren Teilbereiche, mittlerweile richtige Spitzenpferde unter mir. Da Fleming aus den Dreien noch der war, der von der Klasse M auf S wechseln würde, sprang ich mich mit ihm als Trainerin warm. Er war genauso fleißig wie beim letzten Mal und arbeite gut mit, auch wenn er doch noch etwas übermütig war. Auch bei diesem Training peilte Fleming ersteinmal alle Hindernisse zu hoch ein. Er merkte langsam, dass es hier nicht mehr um Klasse A oder L ging, sondern er jetzt bei den ganz Großen angekommen war. Dennoch schaffte er sie verhältnismäßig mit einer solchen Leichtigkeit, dass es mich, Luisa Goeke, die beste Springreiterin auf dem Hof, fast aus dem Sattel katapultierte. Ich war schlicht und ergreifend nicht darauf gefasst gewesen! Willi stand am Hallentor und lachte sofort los, als ich verdutzt schaute und dann fluchte. "Von wegen Einspringen!" Fleming spitzte die Ohren und buckelte leicht, ich fing ihn wieder ein und trainierte ihn gut eine Stunde. Fleming versorgte ich noch selbst, während Mia, meine zweite Hilfe in Sachen Ausbildung, schon Possy warmritt. Die Scheckenstute war mein ganzer Stolz der neuen Pferde, ich konnte mich gar nicht genug an ihr satt sehen. Sie hatte schon auf ihrem vorherigen Hof eine unglaublich gute Ausbildung genossen. Sie stand bereits in der Klasse S und hatte schon einige Schleifen abgeräumt. Als ich mit Fleming fertig war, ging ich in die Halle und übernahm Possy von Mia. "Ich geh nochmal durch den Stall, dann mach ich Mittagessen!" meinte sie, drückte mir die Zügel in die Hand und lächelte. "Das wäre super, wenn du mir eine Stunde gibst, bin ich da und helfe beim Hinrichten." "Ok, bis später!" "Vergiss Willi nicht! Der fährt draußen den Mist zusammen!" rief ich noch, sie gab mir einen Daumen nach oben und war schon aus der Halle. Fest im Sattel sitzend, ritt ich Mainstream an. Sie war vom Gang her ganz anders als Fleming, geschmeidiger und feiner auf die Hilfen. Ich musste bei ihr nicht so sehr aufpassen, ob wir richtig absprangen oder nicht. Sie hatte schon so viel Erfahrung, dass sie die Hindernisse richtig anpeilte, hob aber die Beine nicht immer sauber. Wir fegten in der ersten Runde zwei Stangen ab, bevor wir die dritte und vierte Runde perfekt und ohne Fehler meisterten. Es dauert Anfangs immer, bis sich neuer Reiter und Pferd verstehen. Mainstream würde neben ihrer Ausbildung und Teilnahme an Springturnieren in der oberen Liga auch die Zucht etwas aufwerten. Ich hatte schon öfter Ysun-Pferde unter dem Sattel, aber ganz sicher keine Red Diamond - Kombination dieser Linie. Hier war nicht mein Hannoveraner gemeint, sondern der Scheckentrakehner von Stelli, den ich schon vor Jahren für seine Springkünste und seine Farbvererbung vergöttert habe. Und jetzt hatte ich eine direkte Nachfahrin, eine schön gemusterte, talentierte, feinrittige Trakehnerstute. Loben klopfte ich ihr den Hals und ritt sie ab. Mainstream stellte ich trockengerieben und mit einer Decke in ihre Box, da es bis zum Mittagessen etwas knapp werden würde mit dem Duschen und Solarium. So würde sie morgen ihre Spezialbehandlung bekommen, um den eventuellen Muskelkater auszutreiben. Auf meinem Weg zum Haupthaus kam ich an Mon Amie vorbei. Die Holsteinerstute schnobberte mir entgegen, ich rieb ihr über den Kopf und gab ihr einen Kuss auf die Nüstern. "Mit dir mache ich gleich weiter Süße, aber lass mich erstmal Mittag machen und meinen Rücken schonen." meinte ich, steckte ihr ein Leckerli zu und ging hinüber. Im Flur stolperte ich dann fast über Idefix, der auf seine alten Tage hin jetzt lieber mal die ein oder andere Stunde im Wohnzimmer blieb und auf seinem Knochen herum kaute. Ich kraulte ihn ausgiebig, bis Willi zur Tür herein kam und Mia aus der Küche rief. Mit dabei waren jetzt auch Tom, Susan, und Leo. Zusammen aßen wir so oft es ging Mittag, wenn nicht gerade Heuernte oder ein großes Turnier außerhalb war. Wir waren mittlerweile wie eine richtige Familie geworden.
      Nach dem Mittagessen ging ich mit Idefix über die Weiden und kontrollierte die Tränken und Zäune. Die Youngsters liefen neugierig neben mit her, immer auf Möhren und Äpfel aus. Aber heute bekamen sie nur Streicheleinheiten und mussten sich mit dem Heu zufrieden geben, dass sie heute morgen bekommen hatten. Ich lief mit meinem Jack Russel noch eine größere Runde, brachte ihn dann zurück zum Haupthaus und machte mich dann an die letzte Ausbildung. Mon Amie war schnell geputzt, gesattelt und getrenst. Langsam gingen wir hinüber zur Halle und ich schwang mich auf den Rücken der hübschen Stute. Die "Kleine" wie ich sie oft nannte, avancierte langsam zu meiner Lieblingsstute auf dem Hof und es machte mir wahnsinnigen Spaß, mit ihr zu arbeiten. Auch sie reagierte feiner auf die Hilfen, als mein spritziger Fleming, aber sie stand ihm in Eifer nichts nach. Sauber galoppierte sie unter mir dahin und nahm den ersten Sprung. Bei ihr fühlte ich mich richtig wohl und schaffte die erste Runde sofort fehlerfrei. Wir arbeiteten uns immer besser an die Sprünge heran und konnten in der Schnelligkeit drauflegen. Nach einer halben Stunde ritt ich sie dressurmäßig noch ab und ließ sie ordentlich dehnen. Dann stieg ich ab, lobte sie ausgiebig und führte sie über den Hof zurück. Während Mon Amie unter ihrer Decke trocknete, bürstete ich noch Mainstreams und Flemings Fell aus, warf ihnen eine andere Decke über und machte mich an den Stalldienst. Als dieser erledigt war, widmete ich mich mit derselben Prozedur noch einmal Mon Amie, fütterte die Pferde und ging nach getaner Arbeit ins Haupthaus. Nachdem ich geduscht war, Idefix sein Fresschen bekommen hatte und der Arbeitsplan für morgen mit allen anderen durchgesprochen war, setzte ich mich an meinen Schreibtisch und vermerkte folgende Fortschritte im Register:
      "Mon Amie war auf Stufe S* zugelassen, ebenso Your Red Possy Pleasure Mainstream. Fleming hatte die Stufe S erreicht. Gezeichnet: Luisa Goeke, Ausbilderin für Springreiten, Military, Dressur, Distanz und Einreiten, Sportpferdezentrum Naundorf, 8. November 2016"
      Zufrieden und müde schloss ich das schwere Buch, kraulte Idefix hinter den Ohren und stand auf. "Los Kleiner. Gönnen wir uns noch eine heiße Schokolade und ein Hundeleckerchen?" meinte ich, löschte das Licht und ging mit dem Rüden in die Hofküche.
    • Muemmi
      Pflegebericht Januar 2017

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 22. Januar 2017 | 12971 Zeichen

      Neubau für die Turnierpferde des Gestütes
      Lillifee, Bifröst, Skadi, Medivh, Reykja, Aquentino, Possy Pleasure Mainstream, Webster, Davina, Oak´s Lake Mountain, Mon Amie, Amber, Caja, Checkpoint, Meilenstein, Thor, Taciturn, Heros

      Hauptstall der Zucht
      Starlight Express II, Zarin, Elanor, Augen auf! Ich komme, Fleming, Dante, Aestas Amor, Zingara, Ehrengold, Ravallo, Seana, Red Diamond II, Weyganda, Lacura, Polarfuchs, Rasputin, Trink auf´s Leben, Little Sweetness, Butch, Tainted Love Toffifee

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Occani, Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, Sweet Poison
      (Pferde sind seit Herbst 2016 offiziell im Besitz von kira)

      Dave´s Bewerbung

      Der Himmel war dunkel und das Schneegestöber zuckerte die ganze Landschaft innerhalb von Minuten noch weiter ein, als eh schon. Wir hatten heute morgen erst geräumt, aber es lag jetzt schon am frühen Nachmittag 5cm frischer Schnee und das, obwohl die Naundorfgegend nicht wirklich für solches Wetter bekannt ist. Idefix war die letzten Wochen nicht mehr aus dem Haupthaus gekommen, der Kleine war mittlerweile alt geworden und folgte mir mit seinen 12 Jahren nicht mehr wirklich überall hin. Ich war ziemlich traurig, als mir die Tierärztin beim letzten Besuch riet, ihn zu schonen und nicht mehr unbeaufsichtigt über den Hof rennen zu lassen, da er mittlerweile immer schlechter sah und hörte. Und zusätzlich kamen jetzt die kalten Temperaturen, die seine Gesundheit stark forderten. So beschränkten sich unsere gemeinsamen Stunden immer mehr auf den Abend, in denen er sich zu mir ins Bett kuschelte und neben mir schlafen durfte. Ich wischte mir bei den Gedanken die feuchten Augen, räumte den Rest des Schnees auf die Seite und klopfte mir die Stiefel ab, bevor ich in die Stallungen ging. Es hatte sich in den letzten Wochen einiges getan, ich hatte ganz spontan die Leitung der Fahrturniere übernommen, obwohl ich davon am allerwenigsten Ahnung hatte. Das Sportzentrum richtete sie seit sieben Wochen unter der Leitung eines Freundes von Tom, meinem Bereiter in der hohen Dressur, aus. Aber der hatte mir nach der Auswertung bekannt gegeben, dass er das schon ab nächster Woche nicht mehr machen würde. Noch ein Punkt, der mich in die Mangel nahm. Sofort schrieb ich die Stelle offiziell aus, denn auch Mia, Susan und Leo waren in anderen Disziplinen ausgebildet. „Naja, dann können wir auch offiziell Fahren ausbilden!“ „Falls jemand die Vollzeitstelle so schnell antritt!“ meinte ich zu Leo, der ganz begeistert vom Fahren war. Wir hatten auch darüber gesprochen, ihn neben der Military auch dort ausbilden zu lassen. Ich war wirklich stolz auf meine beiden Azubis, die sich hier schon wie zu Hause fühlten und wirklich verlässlich waren. Ich konnte allen alles anvertrauen und war wirklich glücklich, dass sich Naundorf so entwickelt hatte. Die Pläne, nach England zu gehen, hatten sich immer mehr auf Eis gelegt, obwohl die Welsh-Pferde schon verkauft waren. Kira hatte sie schon vor Wochen auf dem Papier erworben, dennoch standen sie bis zum Frühjahr noch hier auf dem SPZ. Ich ging deswegen so oft ich noch konnte hinüber und streichelte der hübschen Scheckenstute Nikita, der hellen Seidenfell und der munteren Teutonia über die süßen Köpfe. Ich wurde ihnen einfach nicht mehr gerecht und hatte mich entschieden, die Zucht im Ganzen abzugeben. Das umfasste damit auch Haselnuss, Occani, Lara, Miro, Erdbeere, Bow und den talentierten Poison. Lediglich Lillifee, ein Stutfohlen aus der Lara würde bei mir bleiben. Sie stand derzeit mit Taciturn und Bifröst in einer Box. Letzterer war erst vor kurzem unerwartet zurück auf meinen Hof gekommen. Ich fütterte die Stuten, mistete den abgetrennten Offenstall und füllte die Heuraufen. Den Hengsten gab ich ebenfalls mehr Heu zu fressen, damit sie es warm hatten und streute frisch ein. Gerade als ich mit dem Kehren fertig war, klingelte mein Handy. Auf der anderen Seite der Leitung eine tiefe Männerstimme, zwar jung aber erfahren und sehr sympathisch. Ich konnte gar nicht sagen, wie froh ich war, als es um die ausgeschriebene Stelle ging. Er hatte sie von einem Bekannten Tom´s erfahren, der ebenfalls seine ehemaligen Arbeitskollegen über unsere Situation unterrichtet hatte. Er würde noch heute nach Naundorf für ein Gespräch kommen, sofern das so zeitig möglich wäre. Ich sagte sofort zu und machte ein Treffen für den späten Nachmittag aus. Immer noch ziemlich platt steckte ich das Handy wieder ein, lief weiter zu Taciturns Box und gab auch ihr und den beiden Babys zu fressen. Bifröst war langsam etwas aufmüpfig, ich musste ihn also bald trennen oder legen lassen. „Das entscheide ich beim nächsten Mal!“ flüsterte ich und strich ihm über die kurze Mähne. Ich bürstete Taciturns dicke Mähne, flocht sie im Zopf zusammen und kratzte ihr die Hufe aus. Sie hatte ebenfalls wöchentlich Starts bei den Fahrturnieren und bezauberte mich immer wieder aufs Neue, weswegen ich ihr genauso viel Aufmerksamkeit zukommen ließ, wie meinen Sportlern. Sie war auch eine der Einzigen, die mit mir kuschelte und immer wenn ich mich nicht gut fühlte, kam ich zu ihr und den beiden Zwergen. Sie würde immer die gute Seele von Naundorf bleiben. Nach einer halben Stunde strich ich ihr nochmal durch den Schopf, verließ die Box und lief hinüber ins Haupthaus. „Mia! Rate mal, wer uns heute Nachmittag besuchen kommt!“ rief ich meiner Vertreterin und besten Freundin zu. Sie konnte es auch nicht glauben, stieß Tom sofort darauf an, der vom Dressurtraining mit Reykja und Webster kam und war genauso glücklich wie ich. „Na, hoffentlich passt der dann auch hier rein!“ meinte Willi, der ebenfalls ins Haupthaus gekommen war und sich gerade den Schnee abklopfte. Mit Leo und Susan aßen wir dann zusammen zu Mittag, ich knuddelte ein wenig mit Idefix, bevor ich mich als Letzte fertig machte für den Kontrollgang. Susan, meine zweite Azubi jetzt im zweiten Lehrjahr, begleitete mich auf die Koppeln. Alle Hengste waren heute draußen, da es durch den Schneefall nicht so kalt war wie sonst. Fleming und Dante, meine zwei jüngsten Körsieger lieferten sich am Zaun ein Wettrennen, als sie uns kommen sahen und scheuchten den Rest der Gruppe mit Amor, Ehrengold, Red Diamond, Socke, Flemings Vater Ravallo, Rasputin, Weyganda, Checkpoint, Polarfuchs, Säufer, Butch und Zarin auf. Zarin war der Einzige, der nur hochsah, kurz mittrabte und sich dann zurück zum Heu verzog. „Den holen wir nach unserer Kontrolle rein, ich möchte ihn langsam an die Koppel und die Anstrengung gewöhnen. Ich bin mir da noch nicht so sicher.“ Susan nickte und stieg mit mir durch den Zaun. Der Berberfuchs war deutlich schlanker, als ich ihn von meinem Verkauf viele Jahre zuvor in Erinnerung hatte. Er war seit zwei Wochen auf meinem Hof und machte sich gut, aber war wie Starlight Express, der ebenfalls vor vielen Jahren vom Gestüt Ammersee aus verkauft wurde, ein Pflegefall geworden. Verwahrlost und hungernd hatte ich die beiden aufgenommen und aufgepeppelt. Der anfängliche Eindruck war aber schlimmer als befürchtet, auch der seelische Schaden schien sich jetzt schon langsam abzubauen. Der Shettyhengst war für die große Gruppe zu klein, weswegen er einen großen eigenen Paddock besaß und bei Thor, meinem Friesenfohlen stand. Susan und ich liefen die Sportlerweide ab, kontrollierten die Zäune, die Leitungen und die Wassertröge. Brav folgte der Berber Susan, als diese ihn mit Möhren und Äpfeln zu sich brachte und ihm den Führstrick anlegte. „Ich werde mich um die Fohlen kümmern, wenn ich eh schon rüber gehe!“ meinte sie und ich nickte. Gemeint war neben Thor auch die hübsche Meilenstein, die jetzt schon Susans Liebling war. Ich ließ sie diese so oft es ging mitversorgen und sie dankte es mir, indem sie auch ihre anderen Pflichten ernst nahm. Willi fuhr den Misthaufen gerade zusammen, als ich um den Trakt lief und mich zu den Stuten aufmachte. Skadi war im Schnee schwer zu erkennen und löste sich erst kurz vor ihrem Stop bei mir aus ihrem Umfeld. „Nana, was bist du heute schnell unterwegs!“ Ich klopfte ihr den Hals und drückte Zingaras Nase auf die Seite, die wie Yin und Yang immer an Skadi hing. „Meine zwei schönen Friesen...“ murmelte ich, Zingara immer noch suchend nach Leckerchen ihre Nüstern an meinen Taschen. „Jetzt lass das doch mal!“ lachte ich und ging ohne zu Zögern durch das Grüppchen, zu dem sich Mainstream, Seana und Davina gesellt hatten. Mon Amie, Lake, Amber, Caja, Sweety und Augen auf standen paarweise oder vereinzelt über die Weide verteilt und suchten unter der Decke aus Schnee und Eis etwas Gras. Reykja war wohl wie Webster von Tom im Stall gelassen worden, nachdem er mit ihnen trainiert hatte. Da fiel mir Elanor ein, eine weitere Scheckenstute, die Seana sehr ähnlich sah. Ich blickte mich nach ihr um und sah sie dann doch neben Amber stehen. Auf die hatte ich es abgesehen und holte mir Halfter und Strick, nachdem auch auf der Stutenweide alles in Ordnung war. Etwas zögerlich folgte sie mir in den Stall, unentschieden, ob sie lieber bei ihren Freundinnen auf der Weide in der Kälte bleiben wollte oder ob sie mit mir im Warmen arbeiten wollte. Durch das Hufgeklapper rief ich den letzten Vierbeiner auf meinem Hof auf den Plan. Tainted Love Toffifee, mein einziger gekrönter Quarterhengst auf dem SPZ stand in seiner Box und wartete auf seine neue Besitzerin. Auch er würde uns noch heute verlassen, weswegen ich ihn geputzt und hergerichtet in seiner Box gelassen hatte. Er sah neugierig über die Türe und beobachtete mich dabei, wie ich Amber von Schnee und Dreck befreite und sie anschließend sattelte und trenste. Ich wollte mit ihr regelmäßig trainieren und forderte sie immer wieder in der größeren Halle, die wir über die Wintermonate fürs Springtraining eingerichtet hatten. Nach ungefähr einer Stunde ritt ich sie ab und sah auf die Uhr. Das Treffen! Ich war knapp dran, führte Amber zurück in die Stallungen und kam an unserer Hoflichtung vorbei. Zwischen den Ästen der Hecken sah ich ein fremdes Auto parken, ein schwarzer, älterer Geländewagen. Ich hatte noch 10 Minuten, sattelte Amber ab und warf ihr die Abschwitzdecke über. Gerade als ich den Sattel in die Kammer gebracht hatte und zurück kam, stand ein Mann bei ihr, streichelte ihr den Hals und sah sie sich genau an. Ich hielt inne, betrachtete die Szene kurz und trat dann auf die beiden zu. „Kann ich Ihnen helfen?“ Lächelnd trat ich neben ihn, legte den Kopf schief – und erstarrte. Er lächelte ebenfalls, als er mich mit seinen hellen blauen Augen ansah und mir die Hand hinstreckte. „Sie müssen Frau Goeke sein, mein Name ist Lange, wir haben vorhin telefoniert.“ Seine Stimme passte so gar nicht zu ihm, er machte auf mich einen gemischten Eindruck – wahnsinnig jung und wahnsinnig erfahren zugleich und das, obwohl er ungefähr 10 Jahre älter war als ich. Nun wieder bei Sinnen, ergriff ich seine Hand. „Ja, bin ich, aber nenn mich Luisa. Wir duzen uns hier alle auf dem Hof.“ meinte ich. „Dave.“ er lächelte immer noch. „Hübsche Stute. Deine?“ „Ja, ich bilde hier die Springer aus. Tom ist für Dressur zuständig und bildet die Azubis Susan und Leo aus, die im Springen gehen, Leo vertieft in Military. Mia macht derzeit schwerpunktmäßig Distanz, hat aber auch die Zulassung in Dressur, was eher ihr Steckenpferd ist. Leider fehlt uns jetzt jemand fürs Fahren.“ Ich lächle wieder. „Und da komme ich ins Spiel?“ fragt er und lächelt zurück. „Richtig. Wenn du mich Amber noch schnell weg bringen lässt, dann zeige ich dir den Hof und du kannst mir mal ein wenig erzählen, was du bis jetzt so gemacht hast.“ Er nickt und ich führte meine Warmblutstute den Gang hinunter, bevor wir eine kurze Runde über das SPZ drehen und dann ins Haupthaus einkehren. Mia ist ebenso erstaunt und wirft mir eine eindeutige Geste zu, als sie Dave begrüßt und dann zum Stalldienst der Hengste hinüber geht. Wir betreten die Küche, in deren Ecke sich Idefix eingerollt hat. Er knurrt kurz, als er den Mann sieht. „Alles gut Idefix, braver Hund.“ meine ich, kraule ihn kurz hinter den Ohren und biete Dave etwas zu trinken an. „Unser Hofhund. Ist allerdings schon sehr alt, begleitet mich seit er ein Welpe war. Er sieht nur nicht mehr so gut, weswegen er jetzt die Küche hütet.“ Dave nickt nur stumm, nimmt die heiße Tasse Kaffee dankend an und berichtet mir, dass er seit längerem eine feste Stelle als Trainer sucht. „Hauptsächlich bin ich ebenfalls im Military unterwegs, ich würde als einzige Prämisse meine Hengste Medivh und Heros mitbringen wollen. Allerdings war mein Vater viel im Fahrsport tätig, weswegen meine Ausbildung dort fast besser ist.“ „Wegen den Pferden wäre das kein Problem, das SPZ hat genug Platz und auch Möglichkeiten, falls du sie weiter ausbilden möchtest. Es wäre nur recht schnell die Organisation der Fahrturniere zu stemmen.“ Er freute sich sichtlich, anscheinend hatte er bis jetzt Probleme mit diesem Wunsch. Ich sprach mit ihm die Details durch und bot ihm eine Probezeit von zwei Wochen an, die Dave glücklicherweise sofort annahm. Sollte sich die Zusammenarbeit danach als gut herausstellen, würde der Vertrag dauerhaft gültig. Ich gab ihm die Papiere mit, vereinbarte den ersten Arbeitstag für übermorgen und verabschiedete mich von ihm. Als sein Auto den Hof verließ, kam Mia zurück, stupste mich an und lachte. „Luisa, wenn du den nicht nimmst...“ „Hab ich schon, hat die Papiere mitgenommen!“ unterbrach ich sie und zwinkerte. „Endlich mal ein heißer Typ auf dem Hof!“ „Das hab ich gehört!“ Willi warf uns einen gespielt bösen Blick vom Traktor zu, von dem er gerade abstieg und das Hallentor schloß. Mia und ich lachten laut, nahmen Willi in den Arm und gingen zusammen ins Haupthaus zurück.
    • Muemmi
      Teilnahme SK 448 | erfolgreiche Krönung

      Kür

      Ein wenig komisch fühlte ich mich schon, als ich mit Luisas Hilfe in Mon Amies Sattel stieg. Das war auch eine komplette Ausnahme: eine renommierte Trainerin ließ ihren Hufschmied eine Stute auf einer Prämierung vorstellen. Luisa wirkte aber seelenruhig als sie die Holsteinerstute und mich vom Abreiteplatz zur Halle begleitete. „Kein Muffensausen?“ fragte ich schließlich, als wir vor dem Tor hielten und warteten, dass das Paar vor uns die Bahn verließ. Luisa schüttelte vehement den Kopf. Na hoffentlich würde sie das nicht bereuen.
      Als die langbeinige Stute vor uns die Bahn verließ, nahm ich schon mal die Zügel auf und gab Mon Amie einen leichten Schenkeldruck. Ein wenig sprunghaft trabte sie an, ließ sich aber schnell wieder versammeln und wir waren mit großen, raumgreifenden Schritten in Richtung Mitte des Vierecks unterwegs. Eine Parade, dann standen wir, und während ich mit zitternden Händen die Richter grüßte, kaute die Stute ordentlich auf dem Gebiss. Im Trab ging es dann weiter auf die linke Hand. Eigentlich war die Stute im Springparcours zuhause, aber nach dem Auftrag auf Rügen hatte mein Weg doch noch mal zum Gestüt Naundorf geführt und innerhalb von ein paar Tagen hatten Luisa und ich eine ordentliche Kür zusammengebastelt, sodass Mon Amie ohne viel Unterstützung federnd und schön gebogen auf dem Mittelzirkel lief. Das Aussitzen bereitete mir ein bisschen Probleme – seit ich wieder im Sattel sitzen durfte, hatte ich mich darum recht wenig geschert, und jetzt bezahlte ich natürlich den Preis. Um das ein wenig leichter zu machen, ließ ich die Stute zur geschlossenen Zirkelseite angaloppieren und hoffte einfach, dass man die paar Fehler auf Amies schwungvolle Galoppade zuschreiben würde. Mit einem einfachen Galoppwechsel befanden wir uns innerhalb von ein paar Sekunden auf der rechten Hand – eindeutig meine Stärke. Leicht und präzise parierte ich die Stute in den Trab durch und lenkte sie noch einmal auf eine zehn Meter Volte, ehe es dann am längeren Zügel und im Schritt die ganze Bahn entlang ging. Zufrieden schnaubte das Pferd unter mir, machte sich lang. Eine Pause war es trotzdem nicht; penibel achtete ich darauf, dass ihre Schritte trotzdem raumgreifend waren und es nicht aussah, als wären wir gerade beim Trockenreiten. Fleißig ging Amie vorwärts, bog sich auch trotz lockerem Zügel schön auf der Kehrtvolte und spitzte sofort die Ohren, als ich die Länge wieder etwas korrigierte. Nach einer halben Bahn trabten wir wieder an, bogen auf die Mittellinie ab. Mir fiel der sprichwörtliche Stein vom Herzen, als ich mit einem breiten Grinsen noch einmal die Richter grüßte und zusammen mit Amie die Bahn verließ, um dem nächsten Paar Platz zu machen.

      Rhapsody | 2700 Zeichen
    • Muemmi
      Teilnahme 73. SdM-Wahl | April 2017

      „Ja warum denn nicht? Damit kommt das Gestüt auch zu einem Namen!“ hatte ich am Dienstag gemeint, als ich Dave die Bewerbungen für Fleming und Mon Amie vorlegte. Aktuell liefen die Hengst- und Stutenwahlen. Eine besondere Auszeichnung für schon gekrönte und gekörte Stuten und Hengste. „Vor allem, wenn sie mehrere Pokale einheimsen. Wenn das mit Socke, Possy und Amber jetzt demnächst klappt, gehen die auch raus.“„Das wird stressig Luisa. Ich bin jetzt die nächsten zwei Tage auf einer Fortbildung und das Osterfahrturnier findet statt...“ warf er ein. Er würde also vermutlich nicht aus können. „Kaum bist du wieder fit.“ schalte er mich und ich runzelte die Stirn. Dann lächelte er und ich konnte ihm nicht böse sein. Er hatte schon genug Ärger, da kam ich ihm auch noch mit den Hengstwahlen. „Ich würde Fleming einfach gern wieder vorstellen wollen… Der Arme versauert seit seiner Krönung.“ Da fing er an zu grinsen. Och nö, nicht schon wieder dieses Thema. „Ach, versauern nennst du das?“ feixte er und ich wusste was jetzt kommen würde. „Wie viele Stuten hat er seither gedeckt? 20? 30?“ „19 Dave. Übertreib mal nicht.“ Ich verdrehte die Augen gen Decke und schnappte mir die Formulare. Mir war es ziemlich peinlich, mit ihm darüber zu reden, wo es mir doch sonst nichts ausmachte über Zuchtpläne zu sprechen. „Dann frag ich eben Mia für Mon Amie.“ Gekonnt schnitt ich ihm das Wort ab, bevor er eine der Andeutungen machen konnte. Seit letzter Woche hatte sich die soziale Lage etwas beruhigt,vor allem, da Susan nicht auf dem Hof war. Nach ihrem Wochenende kam sie nicht zurück. Sie sei angeblich krank, habe sich wohl bei mir angesteckt. Dave hatte bei der Meldung betreten in den Boden gestarrt. Er machte sich selbst Vorwürfe, weil er ihr am Freitag klar eine eindeutige Antwort gegeben hatte, als sie ihn wieder einmal bezirzte. Zum genauen Inhalt des Gespräches schwieg er sich aber verhement aus und ich hatte weiß Gott zu viel Anstand, ihn näher danach zu fragen. Das ungute Gefühl, dass es damit nicht gewesen sein kann, blieb aber auch bis heute. Donnerstag. Dave würde heute Nachmittag wieder zu Hause sein und alleine die letzten Vorbereitungen für das Fahrturnier treffen müssen. Mia hatte mir freudestrahlend zugesagt, sie liebte Amie und stand jetzt striegelnd in deren Box, als ich jetzt zu ihr stieß. „Sie hat noch nicht ganz aufgefressen.“ meinte sie, die Sättel und Trensen hingen geputzt und ordentlich verstaut schon ihm Hänger. Es war 6:30Uhr morgens, den Stalldienst würden heute Tom, Leo und Willi gemeinsam übernehmen. Den Rest des Tages waren nur noch Anmeldungen entgegen zu nehmen und die letzten Vorbereitungen für das Wochenende zu erledigen. Ersteres übernahm Tom, letzteres Willi und Leo. Vor allem auf Leo war ich ziemlich stolz, er würde das erste Mal mit Heros und Medivh teilnehmen, Dave hatte ihm in den letzten Wochen viel beigebracht. Er stand auch ganz kurz vor dem Ende seiner Ausbildung zum Pferdewirt und würde auf dem Hof bleiben. Wir hatten für das Wochenende auch einige Helfer eingestellt, viele Freunde von benachbarten Höfen kamen und würden uns unter die Arme greifen. Es war nicht das erste Turnier auf dem Gestüt und auch nicht das Größte. Ich war mir sicher, dass irgendetwas schief gehen würde, ganz egal, wie gut wir es planen würden. „Ich werde bis 7:00 mitmisten, dann mach ich mich an Fleming. Lass dir ruhig Zeit, wir haben ja schon alles vorbereitet.“ Wenn alles gut lief, würden wir als dritte und vierte Reiterin starten, also schon bis ca. 11Uhr mit den Prüfungen durch sein. Da in der Saison noch recht wenige gemeldet hatten, würden wir bis spätestens 15 Uhr wieder zurück auf dem Hof sein. Der abendliche Stalldienst war dann nur von Mia und mir zu erledigen, der Rest würde sich um das Turnier kümmern. „Ich lasse die Hengste nach draußen Willi, dann haben wir die Boxen leer!“ rief ich nach hinten und klinkte einen Führstrick nach dem anderen in die Halfter. Mit vier Pferden, zwei auf jeder Seite, lief ich auf die Weide, ließ die Jungs laufen und kehrte zurück. Die Stuten durften ebenfalls nach draußen, der Stall war innerhalb von 20min leer. Ich fütterte noch die Fohlen, bevor ich mich zu Fleming aufmachte. Mia stand mit Mon Amie schon in der Stallgasse, bürstete Schweif und Mähne noch einmal durch. Wir hatten die Pferde gestern gewaschen, die Mähnen verzogen und die Schweife eingebunden, damit wir nicht mehr zu viel zu tun hatten. Wir flochten die Mähnen frisch ein, putzten das Fell, kratzten die Hufe aus und ölten diese. Da standen sie nun, gegen 8 Uhr, zwei wunderschöne, braune Pferde in sauberem Turnierdress. Beide bekamen die schwarzen Fleecedecken mit dem Naundorf-Siegel und dem weißen Besatz über geworfen, kurz vor dem Hänger die Gamaschen an und wurden hinaufgeführt. Fleming folgte Mon Amie brav, zum Glück rosste diese im Moment nicht. „Klappe zu, schnell umziehen und los!“ meinte Mia und ich sah nochmal kurz nach Idefix. Der Kleine ruhte sich immer noch aus, war aber wieder fitter, was es mir leicht machte, ohne große Sorgen vom Hof zu fahren. Wir fuhren eine gute Stunde, bis wir ankamen und die Pferde wieder entladen konnten. Wir banden diese nicht wie sonst am Hänger an, sondern wurden von der Besitzerin des Hofes, die die Wahlen abhielt, in den Stall geführt. „Die hinteren zwei Boxen, ihr seid um 10:00 beide dran. Haben das gut getaktet!“ meinte Brace freundlich und wir bedankten uns. „Also doch nicht gegenseitig zusehen!“ lachte Mia, wir waren aber beide heilfroh darüber. So konnten wir vielleicht schneller zurück zum Hof. „Ich gebe zu, es ist etwas stressig. Aber wie wird das, wenn es mit der Saison richtig los geht?“ „Vor allem, weil uns ja jetzt noch jemand im Personal fehlt.“ Ich ließ es unkommentiert. Mia und ich verstanden uns ohne Worte. Die Arbeit schien uns über den Kopf zu wachsen. Vielleicht war das mit der Wahl doch so keine gute Idee gewesen. Wir machten die Pferde fertig und ritten dann doch lachend auf dem Platz warm. Nein. Es war eine gute Idee gewesen mit meiner besten Freundin und zweien unserer besten Pferde auf ein Turnier zu fahren. Endlich konnten wir abschalten, uns freuen, zeigen, was wir so gut konnten. Mia würde Amie in der Dressur vorstellen, ich Fleming im Springen. „Ich wünsch dir viel Glück!“ „Danke, dir auch! Halt dich fest im Sattel, der Gute hat das Funkeln in den Augen, ich sehs!“ lachte Mia und ritt dann vor mir vom Platz. Ich hörte noch die Ansage aus der Halle: „Die nächste Reiterin kommt vom Gestüt Naundorf...“

      Luisa? Die Richter lassen auf den Platz bitten!“ Brace winkte mir, sie war herüber gelaufen und stand gegenüber des Abreitplatzes. Ich nickte nur und ritt Fleming dann im zügigen Schritt hinüber. Ich gurtete kurz vor dem Start noch einmal nach, fasste die Zügel kürzer und trabte Fleming an. Zwischen den Hindernissen hindurch, deren Plan ich vorher noch einmal mit Brace durchgegangen war, ging Fleming in Anlehnung, ließ sich brav auf X halten und ich die Richter ordnungsgemäß grüßen. Die Ansage informierte die Zuschauer über unser beider Herkunft, dass ich als Gestütsleitung und Züchterin aus der Region stamme und Fleming ein Zögling meiner langjährigen Zucht sei. Von Ravallo aus der Mystical Star… Es kam mir wie gestern vor, als ich Ravallo das erste Mal als Fohlen gesehen hatte und jetzt ritt ich seinen so unauffällig gefärbten Sohn auf seiner ersten Hengst des Monats-Wahl. Ich hatte ihn aussitzend angetrabt, eine Runde geritten und ihn dann angaloppieren lassen. Mia hatte Recht behalten, Fleming war ziemlich spritzig und ließ sich die ersten Sprünge nur schwer zurück nehmen. Seine enorme Kraft und Präzision ließ er aber nicht auf der Strecke, was einigen Züchtern unter den Zuschauern durchaus auffiel. Ein paar raunten, als er viel zu weit ansetzte und das Hindernis trotzdem sauber überflog, bei der Kombination aber musste ich ihn mit der Stimme zusätzlich ausbremsen, sonst hätten wir mindestens das letzte mitgenommen. Ich trieb ihn vorsichtig an das nächste Hindernis, einen Oxer, und nahm ihn dann wieder zurück. Fleming war trotz allem wirklich sehr treu und besannte sich dann auf der Hälfte der Kür zu seiner Ausbildung. Er schnaubte laut ab, warf die Vorderhand nicht mehr so und legte den Rest der Prüfung wirklich lehrbuchmäßig hin. Einen der vorletzten Sprünge ließ ich ihm dann mit lockereren Zügeln, den Wassergraben. Der war auf dem Platz keine Attrappe, sondern zu meinem Erstaunen eine Festinstallation. Im leichten Galopp umrundeten wir die bereits gesprungenen Hürden und hielten auf die letzten Sprünge zu. Er landete sauber, griff weit aus und ließ sich dann in einem sauberen Galopp durchparieren zu Mitteltrab und Schritt. Ich ließ ihm lange Zügel, die er zufrieden kauend aus der Hand zog und schritt die letzte große Runde. Ich hielt wieder auf X und verabschiedete mich von den Richtern. Da wir ein paar persönliche Worte zur Teilnahme an der Wahl an die Richter wenden sollten, erklärte das übliche und entschuldigte mich im gleichen Zuge für die übermütige Vorstellung. Ich sei lange krank gewesen und mein Partner sehr übereifrig. Ein paar Lacher gingen durch die Zuschauer, als ich ein betretenes Gesicht machte und abschließend noch einmal grüßte, bevor wir den Platz endgültig verließen.
      *Link Teilnahme*


      Als ich auf den Abreiteplatz ritt, war auch Mia wieder da. Sie lächelte vor sich hin, bevor sie mich bemerkte, sie schien wohl sehr zufrieden mit sich und Amie zu sein. Die Stute reckte den Hals und wieherte jetzt. Fleming spitzte die Ohren und schlug mit dem Schweif. Aha. Also war die Rosse doch nicht mehr weit. „Na? Scheint gut gelaufen zu sein!“ rief mir Mia entgegen, die Amie souverän unter sich hielt. Solange Reiter auf den beiden Pferden saßen waren sie wirklich wahnsinnig verlässlich, das musste man den beiden Braunen wirklich lassen. „Warum das, hast du doch zugesehen?“ „Nein, dein Dress ist nicht voll Sand!“ Mia brach in schallendes Lachen aus, als ich das ganze nur mit einem „Haha!“ quittierte. Aber ja, sie habe Recht gehabt, am Vortag Springen zu üben wäre durchaus nochmal eine gute Idee gewesen. Und ja, ich würde Fleming später auf die Weide schicken, damit er sich austoben könne. Zusammen ritten wir in die Stallungen, versorgten die Pferde, verstauten das Sattelzeug und holten die vorläufigen Bestätigungen ab. Da nicht alle Teilnehmer an einem Tag reiten würden, würden wir die Preisverleihung erst später feiern, die Ergebnisse kämen online. „Früher war das irgendwie anders. Da kamen gleich so viele, dass am selben Tag die offizielle Auswertung statt finden konnte.“ murmelte ich Mia zu, als wir schon im Auto auf dem Heimweg waren. Ich sah auf mein Handy und hatte mehrere Nachrichten, mitunter von Tom und Dave. Letzterer hatte geschrieben, dass er ab Mittags auf dem Heimweg sei und Tom, dass alle Anmeldungen voll wären und sonst alles klappe. Also doch mal ein ordentliches Turnier.
      Wir waren wirklich erst gegen 15:30 zu Hause, versorgten die Pferde, misteten die Ställe und kehrten die Gasse. Erst gegen 18:30 waren Mia und ich mit allem fertig, liefen zusammen mit Willi und Leo den Parcour für das Fahren ab und besprachen den Tagesplan für morgen. Zu viert gingen wir hinüber in die Küche, in der es nach leckerem Essen duftete. Tom hatte Pfannkuchen gemacht, für die Jungs auch welche mit Speck und Lauch. Dave war seit einer guten Stunde zu Hause und telefonierte gerade, als wir den Tisch hinrichteten und uns Tom zu unserem Tag befragte. Dave stieß dazu, als sich Mia gerade wieder über Fleming ausließ und ich lächelte. Dave grinste und wir sahen uns kurz an, als er sich hinsetzte und nach dem Teller mit den Pfannkuchen griff. „Fast hätte ichs vergessen. Brace hat auf ihrer Internetseite den Bericht der Dressur veröffentlicht, Marcel hat mir vorhin den Link zugeschickt. Warte, ich hab ihn ausgedruckt.“ Tom war in Sachen Dressur immer ganz vorne dabei, betreute auch unsere Internetpräsenz und veröffentlichte regelmäßig Berichte über das Alltagsleben und die Turniere. Ein hübsches Foto von Mia und Amie im Mitteltrab prangerte über der Seite, darunter ein mehrzeiliger Bericht der Dressurschau Regional.

      Mit der lauten Ansage, die nächste Reiterin sei jemand vom bekannten Sportzentrum Naundorf, das auch sehr große Bekannt- und Beliebtheit in der Zucht in der Region hält, ritt die blonde, souveräne Mia Andalik in die Halle, unter ihr die neueste Prämienstute. EBS Mon Amie hieß die Braune, die die Prüfung in der Dressur ablegen sollte und im Mitteltrab sauber die Bahn entlang schritt. Ihre Farbe ließ so gar nicht auf ihre Abstammung schließen, eine Fügung, die nicht das erste Mal auf dem Gestüt vorkam. Der Sprecher stellte die Stute als Nachkommin der Valentine´s Ka Zee Bonanza von Darym vor, eine beiderseits edle Linie aus gekreuzten Holsteiner-Pintos. Geschlossen blieben die beiden stehen, streng nach Vorschrift und hübsch anzusehen grüßt die Reiterin die Richter auf der Seite der Zuschauer. Das besondere der Kür war die freie Wahl der Abfolge, die Halle war ruhig. Mit dem Gongschlag wurde also eröffnet und die schmale Stute galoppierte korrekt aus dem Stand auf die rechte Hand. Ein raumgreifender, aber nicht so weit fassender Galopp auf dem oberen Zirkel, ein sauberer, fliegender Wechsel auf X und das Hindurchparieren nach einer Runde auf dem unteren waren die nächsten Geschehnisse. Fleißig notierten die Richter, bis zu diesem Punkt eine sehr schöne Vorstellung der Zuchtstute. Mit nur einem Fohlen war diese hauptsächlich noch im Turniersport zu finden, was man dem Gespann auch durchaus ansah. Sauber hielt EBS Mon Amie unter ihrer Reiterin, ließ sich rückwärts richten und aus dem Stand antraben. Eine Traversale klappte zwar zögerlich, aber über die Diagonale hinweg zunehmend flüssig. Durch die Versammlung in Schritt und Trab sammelten die Naundorfteilnehmer zusätzlich Pluspunkte, die Stute würde durchaus gute Nachwuchstalente in diesem Bereich hervorbringen und sollte jedem Züchter in der Dressur im Hinterkopf bleiben. Es bleibt abzuwarten, ob die drahtige Schönheit auch ihrer Eltern Jacket weiter vererben wird, eine interessante Kombination aus Veranlagung und Talent. Zuletzt bleibt die ruhige Hand Frau Andaliks zu loben, die ebenfalls zu ihrer letzten Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht hat und für die kommende viel verspricht. Es bleibt zu hoffen, dieses Team auch öfter noch zu bewundern, während sie für diese Kür mit dem Richtergruß und im Schritt am langen Zügel erstmal wieder Abschied nehmen.“
      *Link Teilnahme*


      Dave grinste vor sich hin, während Tom den Artikel vorgelesen hatte und die leichte Kritik an Mia und Amie zur Sprache kam. Die blieb nach außen hin gelassen, aber wir alle kannten die Verfasserin. „Die Gruberin hat´s geschrieben.“ meinte Tom trocken, legte das Blatt auf den Tisch und Mia dann den Arm auf die Schultern. „Ich bin echt stolz auf dich! Des bissle Kritik, jeder der die kennt weiß doch, dass das net ohne geht!“ „Danke Tom!“ lächelte Mia und nahm ihn in den Arm. „Ich muss zugeben, dass ich noch nie einen so netten Bericht von ihr gehört habe.“ legte Leo drauf und feixte mit Dave um die Wette. „Ihr zwei...“ murmelte ich und grinste mit. „Mia, ich sag dir, die rennen uns die Bude ein wegen Amie. Vor allem, wenn sie hören, von wem ich sie demnächst decken lassen werde...“ meinte ich verschwörerisch und die anderen sahen mich neugierig an. Unter den Nachrichten auf meinem Handy war mitunter die Bestätigung, dass Painted Blur auf den Hof kommen wurde. „Nicht dein Ernst!“ Mia war total aus dem Häuschen. Seit Cadoc damals eingegangen war und Calina nicht mehr in der Zucht, hatte es keinen mehr in der Linie gegeben. Die Kreuzung mit der Prince-Linie war eine Traumkombination, der wir schon lange hinterher schmachteten. „Ja dann, mach ich mal ne Flasche auf!“ warf Willi dazwischen, der noch die alten Zeiten kannte und zusammen stießen wir an. „Auf uns, auf´s Wochenende!“ Jeder für sich nippte für den Moment still an seinem Glas. Nur Dave und ich sahen uns schweigend an, bevor wir uns wieder angrinsten.

      (c) Muemmi | 16011 Zeichen


      Mon Amie belegte erfolgreich Platz 2

      2. Platz 73. SdMW

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    • Muemmi
      Pflegebericht Juli 2017

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 05. Juli 2017 | 15215 Zeichen

      Neubau für die Anwärter des Gestütes
      Aquentino, Skadi, Your Red Pleassure Mainstream, Solsikke, Valentine´s Candy Fireflies, Al Aasiyah ox, Caja, Checkpoint, Medivh, Oak´s Lake Mountain, Occani, Reykja, Webster, Taciturn

      Fohlenweide auf der Lichtung
      Aufgepasst, hier kommt Arcada!, Scamander, Painted Minimalistic Art, Elfenlied, Lillifee, Capona, CM´s Meilenstein, Symphonie de la Bryére, Thor, Picutre of a Ghost

      Hauptstall der Zucht
      Fleming, Amber, EBS Mon Amie, Heros, Zarin, Dante

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, Sweet Poison
      Pferde befinden sich seit Oktober 2016 im Besitz von kira

      Mach´s gut Kleiner

      Die letzten Gewitterwolken fingen an sich zu verziehen und die ersten Sonnenstrahlen blinzelten durch die Kronen der mittlerweile dicht bewachsenen Laubbäume. Die Wiesen schmatzen vor sich hin, während das Wasser im Boden versank, der sandige Schlamm klebte an Sockes Hufen, während ich ihn im Westernsattel den Weg an der Weide entlang ritt. Langsam, einen Schritt nach dem anderen setzte er einen Huf vor den nächsten. Die Luft war klar und kühl im Verhältnis zur schwülen Hitze, die die letzten Tage geherrscht hatte. Ich ließ die Zügel lang, wir hatten es nicht eilig. Die letzten Wochen und Tage waren ein einziges Auf und Ab gewesen. Allein darüber nachzudenken…
      Susan hatte den Ausbildungsplatz gewechselt und letztendlich mir die Schuld gegeben, dass sich ihre Situation so entwickelt hatte. Trotz der angespannten Lage ließ ich Tom unter der Hand einige Kontakte abfragen und der Wechsel ging geschäftlich gesehen für beide Seiten ohne weitere Blessuren aus. Sie würde ihre Prüfung zum selben Termin abschließen und nahe Leipzig, auf dem Hof, an den Tom sie vermittelt hatte, später weiter festangestellt arbeiten. Dave konnte mit der ganzen Situation, für die er sich irgendwie die Schuld gab, nicht umgehen und zog sich ebenfalls in Arbeit zurück. Mitte Mai reiste er für drei Wochen nach England und Schottland, was uns alle doch sehr überraschte. Als sich die Sache mit Susan merklich zuspitze, kam er zeitgleich in Kontakt mit einem führenden Kutschen-Hersteller und Züchter. Da die Verbindung nach England vor allem für unsere Sportpferdezucht sehr interessant sein könnte, willigten wir alle ein und ließen ihn fliegen. Die Verabschiedung zwischen ihm und mir war überraschend eisig. Von den Vertrautheiten seit seiner Einstellung mir gegenüber war nichts mehr übrig. Tom bemerkte es, blieb aber stumm.
      Und kaum war Dave weg, ging es auf dem Hof komplett drunter und drüber. Ohne seine Unterstützung war es für Leo und mich extrem schwer, die Fahrturniere ohne Probleme zu organisieren. Aber mit ein paar Blessuren schafften wir die Planung irgendwie, woran Leo auch weiter wuchs. Ich war stolz auf meinen Azubi, der jetzt so viele Aufgaben übernahm und das so kurz vor seiner Abschlussprüfung. Er muss gemerkt haben, wie sehr es mir zusetzte, dass ich als Betrieb einen Azubi verloren hatte, in den ich so viel Hoffnung gesetzt hatte. Ich ärgerte mich sogar eine ganze Zeit lang so dermaßen, dass ich verlauten ließ, erstmal keine Auszubildenen mehr aufzunehmen. Aber genau dann bewies sich Leo. Ich stellte ihn dann Nachmittags so gut es ging frei, damit er mit Webster für die Dressur und Springen üben konnte. Tom korrigierte ihn dabei, ich sah beim Springen immer wieder mal drüber, aber da dann nur noch Mia, Willi und ich für den Rest der anfallenden Arbeiten auf dem Hof waren, kam wirklich alles zu kurz. Da demnächst die Welshis vollständig vom Hof ziehen sollten und die Stallungen für Einsteller frei werden würden, richteten wir den Offenstall auf der alten Koppel her und stellten dort die Stuten unter, die Hengste kamen in einer Teilabtrennung zu den Zuchtpferden. Heros und Fleming machten sich Anfangs einen heiden Spaß daraus, die kleinen Ausgaben durch die Gegend zu scheuchen. Take a Bow, Miro, Landwein und Poison trabten den ganzen Nachmittag am Zaun entlang und buckelten vor sich hin, aber zum Abend hin waren die Jungs so erschöpft von der schwülen Hitze, die diese Tage in die Ebene drückte, dass sie am nächsten Tag müde vor sich hin dösten. Auch die Großen kamen tagsüber kaum auf die Koppel, erst Abends, als es deutlich milder war, standen sie am hinteren Ende des Geländes und grasten die zugesteckten Weideflächen ab. Als die Welshis aus dem Nebenstall ausgezogen waren, fingen wir an, die Sattelkammer dort auszumisten. Alle Schabracken, Sattel und Trensen, Putzkästen und sonstiges Zubehör, das an die neue Welshzüchterin gehen würde, putzten wir und lagerten wir im Haupthaus sorgfältig für den Umzug ein. Lediglich je drei Decken, Schabracken und gebrauchte Bandagensets für Taciturn, sowie das komplette Equipment für Occani zog in den Hauptstall um. Die Scheckstute würde als Gesellschafterin für Lillifee und die Fohlen doch vorerst auf dem Hof bleiben, aber auch im Ponyreitsport gefördert werden. Da sie auch noch sehr jung war, klappte die Eingliederung recht gut, sie behauptete sich aber als ehemaliges Herdenmitglied einer erfahrenen Pferdeherde aber gleich und mauserte sich recht fix an eine der höheren Ränge. Lediglich die resolute Meilenstein blieb davon unberührt und ließ sich nichts gefallen. Sie würde als fast Dreijährige bald unter den Sattel kommen und eingeritten werden. Ich hatte lange mit Tom und Mia geredet und unsere Zahlen überflogen. Wir standen durch die Pacht, Verkäufe und Trainingseinnahmen so gut da, dass wir uns mit zwei weiteren Mitarbeitern vergrößern könnten. Mia kümmerte sich diesmal um die Ausschreibung der Stellen, die Wohnungen wurden neu gestrichen und bezugsfertig gemacht, die im Haupthaus noch über waren. So ging der Mai um und es wurde Juni. In dieser Zeit arbeiteten wir uns alle schier zu Tode, ich war vier Tage auswärts und trainierte auf Abajo´s Hof ihre Pferde und übernahm dort ein Fohlen namens Picture of a Ghost. Allgemein vergrößerte sich nach der Auflösung der alten Zucht des Ammerseegestüts von damals die Zahl der Fohlen auf Naundorf deutlich. Der Decksprung von Mon Amie war geglückt, das Spektakel um Painted Blur war nach wie vor ein Highlight, das so schnell nicht vergessen werden würde. Ihr kugelrunder Bauch wurde immer dicker, bis sie in den letzten Maitagen einem kleinen Hengst das Leben schenkte. Er hatte von der Farbigkeit so gar nichts von seinem berühmten Uropa und auch Mon Amie behielt ihre Farbigkeitsvererbung für sich. Painted Minimalistic Art kam so vollkommen nach seinem Papa, war Schwarzbraun und hatte nur ganz wenige Abzeichen, was ihm seinen Namen verlieh. Und auch Mitte Juni kam ein lang ersehntes Wunschfohlen auf den Hof. Ein Hengst, auf den ich mich, neben Painted, ebenfalls besonders freute. Schwarzgold war sein Vater, ein Elitehengst, der auf Naundorf eine Zeit als Jungpferd verbracht hatte, bevor er an eine sehr alte Freundin von mir ging. Durch einen Verkauf eines Rasputin-Ravallo Fohlens, hatte ich eine Leihmutterschaft einer Co Pilot Tochter bekommen und Schwarzgold als Vater ergattern können. So bereicherte ab Mitte Juni Scamander unsere Babyherde und war mit seinem halben Jahr unglaublich niedlich anzusehen. Ich packte ihn mit Lillifee, Symphonie und Arcada auf eine Weide, die drei Mädels waren sehr lieb zu ihm und ließen seinen Trennungsschmerz von seiner Mama schnell vergessen. Mit der Zeit, wenn er kräftiger werden würde, würde ich die vier wieder zurück in die Gruppe der anderen Fohlen integrieren, die neben diesen aus Meilenstein, Capona, Thor und Elfenlied bestand. Painted blieb mit Mon Amie natürlich für die nächsten Monate erst einmal separat.
      Ich lächelte, als ich so an die Kleinen dachte, die mir meinen eigenen Kummer eine kurze Zeit lang nahmen und trieb Aquentino, der bei allen den Namen Socke trug und auch nie mehr anders gerufen wurde, in einen leichten Galopp. Freudig setzte er die Hufe voreinander und griff locker aus, schnaubte ab und spitzte die Ohren. Er hatte sichtlich Spaß und auch ich ließ einen Moment los. Nicht nur das Chaos und der Arbeitsstress auf dem Hof waren derzeit eine große, emotionale Belastung. Idefix hatte sich seit dem Winter erst noch sichtlich erholen können, allerdings wurde bei einigen Kontrollterminen, weil er mir sehr schlapp erschien, ein Tumor entdeckt, der zu unser aller Schreck nicht mehr operierbar war. Ich heulte mir an dem Abend schier die Augen aus dem Kopf, Mia war in dieser Zeit eine wahre Freundin und tröstete mich wie keine es hätte sonst können. Sie wusste, wie viel mir Idefix bedeutete und dass er der letzte, verbliebene Partner aus einer sehr alten Zeit war. Tom kümmerte sich ebenfalls liebevoll um mich und auch Leo und Willi erwiesen sich als echte Familie. Da Idefix nur oft müde war und sonst keine Schmerzen litt, bekam er vorerst Medikamente und würde noch eine ganze Weile unter uns bleiben, was den Schmerz, ihn zu verlieren, zwar nicht milderte, aber ertragbar machte. Ich verbrachte so viel Zeit wie möglich mit ihm, spielte mit ihm, streichelte ihn, hielt ihn im Arm. Er durfte auch ab diesem Tag auch in meinem Bett schlafen und wurde vom Rest auch sehr verwöhnt. Er schien seine Situation durchaus zu genießen und war recht glücklich – und so war ich es irgendwie auch.
      Ich parierte Socke durch und trabte am äußersten Rand unserer Weiden entlang. Der Dänenhengst streckte sich und verlangsamte immer mehr, bis ich ihn zum Schritt parierte und die Zügel wieder lang ließ. Nach einer guten Stunde war ich wieder auf dem Hof, sattelte den Hengst ab, striegelte Aquentino und führte ihn in seine Box. „Alles gut draußen?“ fragte Willi und ich nickte. Er schob die Mistkarre durch die Gasse und fing an bei Mainstream die Box zu säubern. Ich fing gegenüber an und kümmerte mich um Ambers Box. Mia gesellte sich dazu, Abendessen würde heute Tom machen, Leo war drüben bei den Welshis und kümmerte sich um die Stuten Seidenfell, Teutonia, Nikita, Lara und Haselnuss. „Ich würde nach dem Stalldienst gern noch eine Runde mit Aasiyah drehen.“ meinte sie und schwang in deren Box die Gabel. „Ich würd dich gern begleiten, wenn du nichts dagegen hast.“ tönte eine Stimme vom Gang her und wir drehten alle drei die Köpfe. Dave. Er stand einfach mitten im Stall, grinste und hielt sich für unwiderstehlich. Er hatte sich eigentlich erst für morgen Vormittag angekündigt. Der Satz, der mir durch den Kopf schoß war schneller draußen, als ich schauen konnte. Wegen ihm hatten wir die letzten Wochen so zu kämpfen, wegen ihm war alles drunter und drüber gegangen. „Nein, du übernimmst ihre Schicht. Du bist abgelöst Mia, sei so lieb und schau nach Leo, nimm ihn und Lake Mountain mit. Das hat er sich verdient.“ Dabei betonte ich ´übernimmt´ und sah dabei nur Dave an. Der war erstmal perplex, nahm dann aber die Mistgabel von Mia, die mittlerweile genauso verärgert war auf Dave und von dannen zog. Willi erklärte, dass er sich um die Hengste Medivh, Dante und Checkpoint kümmern würde. „Ich sehe später nach ihnen, danke Willi.“ meinte Dave jetzt kleinlaut, drehte sich von mir weg und mistete Cajas Box. Ich wechselte gegenüber zu der von Skadi und fragte dann in einem versucht weicheren Ton, während Dave direkt neben mir eine Gabel nach der anderen in die Karre warf, warum er heute schon hier sei und nicht, wie geplant, erst morgen. Er erzählte etwas von verbuchtem Flug und gewissen, privaten Geschehnissen in England. „Du scheinst dich ja nicht wirklich zu freuen.“ schloss er trocken, hielt inne und stütze sich auf die Gabel. „Wir sind in Arbeit abgesoffen, Dave.“ antwortete ich, sah ihn an und war jetzt wirklich verärgert. Was dachte er sich? Dass er sich nur 2x bei Tom meldet in den ganzen drei Wochen und dann einfach hier aufschlägt und alles völlig in Ordnung ist? Ich atmete durch und warf die letzte Gabel aus Skadis Box in die Karre. „Wir werden zur weiteren Unterstützung zwei weitere Angestellte einsetzen, Leo bekommt wegen seiner guten Leistungen eine Festanstellung und die Wohnung von Susan.“ Bei letzterem drehte ich mich um und sah ihn an. Er wirkte verletzt und merkte erst jetzt, wie sauer ich eigentlich war. „Wir sind in Arbeit abgesoffen, Dave.“Ich knallte ihm den Satz ohne große Emotion. Damit ging ich aus der Box, drehte die Karre und wollte los zum Misthaufen. „Das mit den Pferden hat geklappt.“ meinte er jetzt eisig. Natürlich. Er mauerte, zog sich zurück und war beleidigt. Ich hielt inne. „Wann sollen sie kommen?“ fragte ich jetzt, wieder die nüchterne Geschäftsfrau und Chefin, die ich eigentlich war. „Am Wochenende. Ich werde alles fertig machen, ich habe eben mit Tom gesprochen. Auch, was das Jubiläumsturnier angeht.“ Wenigstens darum musste ich mir keine Gedanken mehr machen. Eigentlich war Dave ganz in Ordnung und ein wahnsinnig guter Mitarbeiter. Wenn er denn kein Chaos gestiftet hätte, bei Susan – und mir. „Weiß er, dass du mitisst?“ fragte ich und rang mit doch ein leichtes Lächeln ab, streiten hasste ich wie die Pest und er würde dann viel eher wieder auf mich zukommen. Aber ich hatte mich geirrt. „Nein, ich werde heute auswärts essen. Ich bin morgen zum Frühdienst wieder da.“ Mir fror das Lächeln regelrecht ein, ich war aber recht schnell wieder Herr meiner Sinne und quittierte das nur mit einem „Ok, ist gut.“ Ich wollte die Karre gerade wieder anschieben, da meinte er, dass er von Tom auch das mit Idefix erfahren hatte. „Es tut mir ehrlich Leid, Luisa.“ „Lass gut sein. Ich will nicht drüber reden.“ So ließ ich ihn stehen.
      Es war still am Abendtisch, keiner sprach oder scherzte herum, wie es trotz dem ganzen Stress die letzten Tage der Fall war. Ruhig sprachen Tom und Mia mit uns anderen die Einstellung der neuen Leute ab und wir entschieden, dass wir alle zusammen die Leute sichtigen würden, damit sie auch auf den Hof passen würden. „Noch ein paar Frauen wären nett. Mia und Luisa seh ich ja kaum...“ witzelte Willi und lockerte damit dann doch die Stimmung. „Zarin geht’s übrigens wieder richtig gut, man sieht kaum mehr was, dass er mal kurz vorm Schlachter war.“ meinte er dann zu mir und ich nickte. Wenigstens dieses Sorgenkind hatte jetzt endlich die Kurve bekommen. „Wer weiß Willi, vielleicht geht er als Deckhengst doch noch auf Reisen. Aber jetzt peppeln wir ihn auch reiterlich erstmal wieder auf.“ „Wenn du magst, würde ich damit morgen gerne anfangen.“ Tom kam in letzter Zeit viel zu kurz, konnte kaum in den Sattel steigen und seiner Leidenschaft, der Dressur, nachgehen. „Ich glaube, das wäre das allerbeste, du hast ihn stärker unter Kontrolle. Und dann nimmst du dir den Rest des Tages frei, kümmer dich mal wieder um Reykja. Ich mag das morgen mit dem Büro. Brauch mal ne Pause.“ Er lächelte dankbar, er machte gerne Bürozeug, aber war auch gern draußen. Dann sprachen wir auch für die anderen die morgige Tagesplanung durch.
      Zwei Tage später wachte ich mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Es war noch dämmrig, ich konnte gerade die Umrisse meines Zimmers erkennen. Heute sollten die beiden Pferde Solsikke und Candy Fireflies ankommen. Erstere, eine Knabstrupperstute, war mir unbekannt, Fireflies allerdings hatte ich vor Jahren schon mal als Fohlen auf einer Schau gesehen und ich war wirklich überrascht, als ich seinen Namen auf den Papieren entdeckte. Ich drehte mich nun vorsichtig um, damit ich Idefix nicht versehentlich weckte. Es wurde langsam immer heller und meine Befürchtung wurde mit jedem Lichtstrahl mehr Realität. Er hatte sich mit dem Rücken zu mir an mich gekuschelt, sein Kopf lag auf den Vorderpfoten, er hatte sich eingerollt und die Augen geschlossen. Ich streichelte ihm das weiche Fell, sein Körper war noch warm, aber viel kühler, als ich ihn über all die Jahre kannte. Auch hob und senkte sich sein Brustkorb nicht mehr, er schnarchte nicht mehr leise vor sich hin und schien doch so zufrieden wie ewig lange nicht mehr. „Mach´s gut mein Kleiner.“ flüsterte ich, drückte mein Gesicht in sein Fell und fing leise an zu weinen.
    • Muemmi
      Pflegebericht August 2017

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      ~ Beschreibung der Protagonisten ~

      (c) Muemmi | 17300 Zeichen | 16. August 2017
      Aus der Sicht von: Luisa Goeke
      Bericht gilt für: Medivh, Candy Fireflies, Amber, Mon Amie

      Gähnend drückte ich den Knopf am Automaten und hatte sofort den Duft von frisch gebrühtem Kaffee in der Nase. In schwarzer Reiterhose und dunklem Longshirt gekleidet stand ich relativ früh an diesem Morgen in der Küche und richtete das Frühstück für uns alle her. Dann ging ich hinaus in den Flur und nahm die Briefe von gestern mit ins Bürozimmer. Es war noch ziemlich dämmrig, die Sonne kam an diesem verregneten Augusttag nicht durch die Wolken. Sogar einige Nebelschwaden zogen über die etwas weiter entfernten Koppeln, die man vom Schreibtischfenster durch die Stallungen hindurch sehen konnte. „Ist ja wie im Herbst.“ jammerte ich und mir fuhr ein Stich durchs Herz. Fast hätte ich „Dein Lieblingswetter, Idefix“ drangehängt. Es war jetzt über einen Monat her, dass mein Kleiner friedlich eingeschlafen war und doch fehlte er mir immer noch, wie am ersten Tag.

      Plötzlich hörte ich es draußen rumpeln. Ich drehte mich um und ging zurück zur Haustür. „Zieh dir später was Warmes an, draußen ist es saukalt. Knappe 9 Grad.“ Willi hing seine Jacke an den Haken im Flur und rieb sich dann die Hände. „In der Küche ist frischer Kaffee“ murmlte ich und wir grinsen uns beide an. „Frischer Kaffee klingt super!“ Dave kam gerade die Treppe runter und wirkte erstaunlich gut gelaunt. „Du schon so früh wach?“ neckte ich ihn und gehe mit beiden in die Küche. Sein leicht verwunderter Blick, aber anschließendes Lächeln blieb von mir nicht unbemerkt. „Wann wollt ihr beiden starten?“ fragte ich ihn, der sich drei Tassen aus dem Hängeschrank nahm und diese dann für uns alle füllte. „Leo ist grade auf, in ungefähr einer Stunde wollen wir verladen haben und los.“ Heute stand für die beiden Jungs ein Militaryturnier an. Dave würde mit seinem Schimmelhengst Medivh starten, der in diesem Jahr die beste Saison der Pferde auf Naundorf hinlegte und Leo würde mit seinem Hengst Candy Fireflies teilnehmen. Er war mittlerweile ein sehr guter Reiter und mit Feuereifer dabei, sein eigenes Pferd zu trainieren und selbst besser zu werden. „Morgen!“ flötete dieser auch, als er 10 Minuten später in die Küche kam und rieb sich den Schlafsand aus den Augen. „Hmmm, Kaffee...“ Er grinste und ich drückte ihm die Tasse in die Hand, die ich für ihn aus dem Hängeschrank genommen hatte. „Danke.“ Er schenkte sich ein und setzte sich dazu. „Wo sind Tom und Mia?“ Ich antwortete nicht auf Daves Frage und strich mir unbeteiligt eines der Brötchen. Auch die anderen schwiegen, Willi zuckte nur mit den Schultern und verschwand dann zum Stalldienst. Dave hatte als Einziger noch nicht wirklich die Beziehung zwischen den beiden erkannt, da sich das Ganze langsam entwickelt hatte, als er in England war. Keiner der beiden hatte es bis jetzt offen zugegeben und sie achteten darauf, sich nicht von irgendjemanden eindeutig erwischen zu lassen, aber zwischen den beiden knisterte es gewaltig. Der Altersunterschied von knapp 20 Jahren war den beiden dabei vollkommen gleich. Mich freute das Glück, das Mia und Tom hatten und sagte nichts dazu. Ich kannte die beiden, sie würden nicht streiten, wenn es in die Binsen ging. Oder sich so anschweigen wie Dave und ich. Seit der Sache mit Susan gingen wir uns eigentlich aus dem Weg, redeten aber ganz normal miteinander, wenn es sich nicht vermeiden ließ. Ich fragte mich dabei immer wieder, was ich mir denn erhofft hatte, er hatte mir nichts versprochen oder mir gar eindeutig Avancen gemacht. Dennoch schien etwas zwischen uns zu schweben, dass wir beide nicht ansprechen wollten, uns aber belastete. Manchmal fragte ich mich, ob ich nicht wirklich Schuld am Abbruch von Susans Lehre bei uns auf dem Zentrum hatte.

      „Packt zusammen, sonst kommt ihr zu spät los, ich räum ab.“ meinte ich und wünschte den Jungs viel Erfolg. „Seid bitte vorsichtig, es hat heute Nacht ordentlich geregnet!“ warf ich noch hinterher, doch die zwei hörten bei sowas gern weg. Wenn Dave und Leo etwas zusammen machten, wurden beide zu verspielten, albernen Kindern. Dass bis jetzt noch nichts passiert war bei deren Blödsinn, schob ich nur auf deren unverschämtes Glück. Erst vor drei Wochen war ein Heuballen vom Speicher gestürzt und hätte Leo dabei fast überrollt, weil die beiden nicht bei der Sache waren. „Guten Morgen.“ murmelte Mia lächelnd, als sie kurz vor Tom in die Küche kam. „Guten Morgen“ Ich lächelte ebenfalls, Mia strahlte ein solches Glück aus, das einen sofort selbst ansteckte und die traurigen Gedanken meinerseits sofort auf die Seite schob. Sie schmierte sich nur schnell ein Nutellabrötchen und stürzte ihren Kaffee. „Ich hab Willi versprochen, heute auf den äußeren Koppel zu helfen.“ „Ich werde gleich nach dem Stalldienst dazu kommen, Tom ist ja heute unterwegs.“ Sie lächelte, bejahte und verließ dann die Küche. Ich fing an zu spülen, als dann auch Tom langsam eintrudelte. Er hatte heute nicht viel auf dem Hof zu tun, da er später zu einem Futterlieferanten fahren und sich anschließend zwei Pferde zum Trainieren ansehen würde. „Luisa… Ich muss was mit dir besprechen.“ fing er dann nach ein paar Minuten an und schien sich dabei sichtlich schwer zu tun. „Geht es um Mia?“ fragte ich ruhig und vorsichtig und sah ihn lächelnd an. Es schien sich ein großer Brocken bei ihm zu lösen, denn er nickte und wirkte niedergeschlagen. „Ist alles in Ordnung Tom?“ meinte ich und setzte mich ihm gegenüber. „Ja, es ist wirklich mehr als in Ordnung, ich habe nur Bedenken…“ „Was ich davon halten könnte?“ unterbrach ich ihn und er lächelte. „Ich kenne euch beide jetzt eine ganze Weile. Wie ihr miteinander umgeht, vor allem wenn es um die Dressur geht. Ich glaube nicht, dass es noch einmal zu so einer Situation wie mit Susan und Dave kommt.“ „Das hat mir am meisten Sorgen gemacht, dass wir eventuell auf Ablehnung stoßen, weil es dieses Jahr genug Trubel gegeben hat.“ „Mia ist anders Tom. Du bist anders. Selbst wenn es aus irgendwelchen Gründen einmal nicht mehr sein soll, denke ich, macht ihr das um Weiten besser als jeder andere hier auf dem Hof. Natürlich wünsch ich euch das nicht!“ Ich lächelte immer noch und sah ihn direkt an. Er umfasste seine Kaffeetasse und wirkte jetzt so ausgelassen und glücklich wie Mia zuvor. „Genieß es einfach. Ich bin die Letzte, die was dagegen hat!“ meinte ich, stand auf und verräumte die restlichen Sachen. Das hatte ja lange gedauert, bis er es offen zugibt, dachte ich mir. „Und du? Habt ihr, Dave und du, mittlerweile miteinander geredet?“ fragte er dann vorsichtig, obwohl er das eigentlich nicht musste. Tom konnte sich nicht genauso einfühlen wie Mia, aber ich konnte Eins und Eins zusammen zählen, dass sie sich ihm anvertraut hatte, wie sehr es mich tatsächlich belastete. Böse war ich ihr nicht, die beiden waren jetzt meine Familie. „Nein.“ Tom schwieg. „Ich würde heute Abend gerne unser beider Pläne zur Teilhabe mit den anderen besprechen. Dabei nehme ich ihn mir auf die Seite. Ich denke, einen besseren Zeitpunkt über das Verhältnis in jeder Art zu reden gibt es nicht… Oder?“ fragte ich und sah ihn hilflos an. Das mit Dave schlauchte mich schon ganz schön. „Ja, ich denke, dass das wirklich eine gute Idee ist. Ich sag es Mia und nehme mir Leo auf die Seite, damit du da in Ruhe reden kannst.“ Er stand auf. „Danke.“ „Ich muss danke sagen.“ Er legte mir eine Hand auf die Schulter, grinste und ging dann leichteren Schrittes hinaus. „Ich bin am frühen Nachmittag wieder hier, bis später!“ rief er noch vergnügt, dann hörte ich die Haustür gehen.

      Ich löschte ein paar Minuten danach das Licht in der Küche und warf mir meine Softshelljacke um. Es war wirklich frisch draußen, als ich über den Hof lief und den Stalldienst mit dem Misten begann. Die Pferde hatten eben fertig gefressen, Mia und Willi führten die ersten gerade hinaus auf den Sandplatz. Es hatte heute Nacht so geregnet, dass wir die Pferde nicht auf die Koppel lassen wollten, damit sie sich nicht verletzen konnten. Das schonte anbei auch die Grasnarbe und damit die gesamte Koppel. Kurz danach rumpelte hinten im Hof der Hänger, ein Motor wurde angelassen und es knirschten die Reifen, bis man schließlich nichts mehr hörte. Die Jungs waren jetzt also unterwegs. „Hoffentlich reiten sie heute mal etwas vorsichtiger, bei dem Boden…“ Dann schob ich die Mistkarre zur nächsten Box.

      Wir waren bis ca. 9 Uhr mit dem alltäglichen Dienst beschäftigt, die Pferde danach alle glücklich versorgt. Amber und Mon Amie durften ihre Runden in der Führanlage drehen, da sie diese Woche auf Turnier waren und wegen ihrer Muskelkater nur leicht bewegt werden sollten. Dann schwang ich mich auf das Stallmountainbike und radelte zu Willi und Mia hinaus auf die Koppeln. Wir hatten wieder mit einigen Gattern am Rand des Kiefernwaldes zu kämpfen, da alte Zweige herab gestürzt waren und einige Lattungen gebrochen hatten. Einfach zurechtschneiden durften wir die Bäume am Rande laut Gemeinde nicht ohne Weiteres. Zudem brauchten wir dafür ein spezielles Team, da die Kiefern teilweise mehrere Meter hoch waren. Tom hatte sich erst letztens wieder fürchterlich darüber aufgeregt, weil es uns jedes Mal Geld und Zeit kostete. „Ich kann das Gatter langsam nicht mehr sehen…“ fluchte Willi und wir hieften es zu dritt aus der Angel.

      Nach gut 2 Stunden waren wir endlich mit den nötigen Reparaturen und dem Kontrollgang fertig, Hände und Stiefel voller Schlamm und Dreck. Es fing nun leicht zu nieseln an und wir waren froh, als wir mit dem Abladen und Verräumen des Werkzeuges fertig waren. Willi fuhr den Traktor rückwärts unter den Unterstand und drehte dem gerade die Zündung ab, als wir einen Wagen schlittern hörten. Zeitgleich ertönte im Haupthaus das Telefon.

      „Das ist Tom!“ rief Mia. In ihrer Stimme schwang Panik mit, irgendetwas stimmte nicht. Willi sah mich ebenfalls geschockt an. Tom bretterte niemals mit seinem alten Audi, schon gar nicht bei schlechtem Wetter oder gar auf dem Hof. Er legte quasi mitten in der Einfahrt eine Vollbremsung hin, zog die Handbremse und nahm nur den Gang raus. „Luisa!“ brüllte er aus vollem Hals. Mir wurde ganz anders. Er war nicht wütend, seine Stimme überschlug sich zu sehr. „Hier, ich bin da!“ Mia und ich rannten auf ihn zu. Er war blass und kam uns entgegen. „Leon hat mich gerade angerufen. Dave. Er ist gestürzt.“ „Oh mein Gott.“ Mia schlug sich die Hand vor den Mund, während mir auf einmal komplett schwarz vor Augen wurde. Dave. „Ich war auf der Hauptstraße, da hat mich Leo per Handy erreicht, ich bin sofort hier her. Das muss die Turnierleitung sein.“ Er hörte das Telefon ebenfalls schrillen. Willi rannte sofort los ins Büro, Mia, Tom und ich rannten hinterher. „Ja. Sie ist hier. Wir kommen sofort.“ Willi legte auf. „Dave ist auf dem Weg ins Krankenhaus, Medivh ist schwer verletzt, kann aber wohl stehen. Wir sollen sofort kommen.“ Den ersten Schock überwindend sammelte ich mich und sah Tom an. „Ein Hänger ist auf dem Gelände, wir fahren mit einem weiteren hin, falls wir uns trennen müssen. Du und Willi übernehmt das. Mia und ich fahren jetzt sofort rüber, Mia, hol den Notfallkoffer, ich hole die Bandagen und noch eine Decke.“ Tom nickte und eilte davon, Willi erzählte mir kurz und knapp, was am Telefon noch gesagt wurde. „Dave war ansprechbar, als sie ihn verarztet haben, er ist gegen ein Hindernis aus Baumstämmen gekracht. Er muss sich aber einiges gebrochen haben.“ „Oh Gott…“ Ich kämpfte gegen das Gefühl, ins Bodenlose zu fallen. „Medivh steht und kann laufen, mehr haben sie mir nicht gesagt.“ „Danke Willi, versucht so schnell wie möglich nach zu kommen, baut mir aber nicht auch noch einen Unfall!“ Er nickte ernst und rannte dann los.

      „Oh Gott…“ Wie in Trance raffte ich einige Sachen zusammen, nach klares Wasser und Bandagen mit. Mia fuhr meinen Nissan auf den Hof und warf die Notfallkiste in den Kofferraum, als ich gerade zu ihr lief. „Und los!“ „Sicher, dass du fahren kannst?“ „Ja, steig ein.“ Jetzt war ich plötzlich klar im Kopf. „Es wird schon nicht so schlimm sein. Willi meinte, er wäre ansprechbar gewesen, stimmt das?“ „Ja, er muss aber einige Brüche haben…“ Mir fiel sofort sein Lächeln heute morgen ein, als er die Treppe herunter kam und mein Herz zog sich schmerzlich zusammen. Da klingelte mein Handy. „Geh für mich ran.“ „SPZ Naundorf, Andalik für Goeke? Ja. Sie sitzt neben mir. Ja. Gott sei Dank. Ja, ist in Ordnung. Ich werde sie sofort weiterschicken. Gut. Danke, auf Wiederhören!“ Sie legte auf und atmete ruhig durch. „Krieg jetzt keine Panik Luisa, es klang alles soweit gut. Das Krankenhaus, sie werden Dave gleich operieren. Er ist weiter ansprechbar geblieben. Mehr wollte Sie mir am Telefon nicht sagen. Nur, dass er nach dir verlangt hat.“ Ich atmete durch und versuchte ruhig zu bleiben. Es waren nur noch wenige Kilometer bis zum Turnierplatz, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen. Ich fuhr viel zu schnell auf den Platz und wurde sofort von einem Security-Menschen angehalten, der mir wild fuchtelnd entgegen kam. Durchs offene Fahrerfenster rief ich ihm zu, dass wir von Naundorf für den Unfall da waren. Er winkte mich sofort weiter in Richtung eines abgelegeneren Platzes. Ein Tierarzt war vor Ort und tastete gerade Medivhs Beine ab, als wir ungefähr 30m entfernt anhielten. „Oh mein Gott…Medivh…“ Mia und ich hatten so etwas noch nie gesehen. Medivh, der wunderschöne Holsteiner-Schimmel stand zitternd und mit gestrecktem Hals da und rührte sich kaum. Sein Hals, Kopf, Brust und die Flanke waren voller Schlamm- und Grasflecken vom Rutschkontakt mit dem Boden. Was uns aber so schockierte, als wir langsam auf die Gruppe zugingen, waren die Wunden am Kopf, der Brust und den Beinen, aus denen hellrot das Blut floß und sein weißes Fell einfärbte.

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      (c) Muemmi

      Eine Helferin säuberte gerade vorsichtig eine Wunde am Kopf, ich merkte sofort, dass Medivh ein Sedativum bekommen hatte, da er keinen Mucks mehr machte. „Er sieht im Ganzen viel schlimmer aus, als es ist, er hat sich nichts gebrochen, nur gezerrt. Meindl mein Name, Sie sind die Leiterin des Hofes?“ Er gab mir nicht die Hand, sondern redete weiter, während er mich kurz ansah und sich dann weiter um Medivh kümmerte. „Allerdings muss er trotzdem schnell in die Klinik…“ Er nickte zu dessen Kopf und mein Blick folgte seiner Aufforderung. Medivh hatte Glück gehabt, er hätte sich auch das Genick brechen können. Später sollte ich erfahren, dass neben dem Hindernis ein Hang mit Kieselsteinen abgegangen war, den Medivh hinunter gestürzt war. Dabei war er mit der linken Seite aufgeschlagen und hatte sich dabei die linke Augenhöhle gebrochen. Er hielt das Lid geschlossen, das nicht mehr ganz an seinem Platz zu hängen schien und einen guten Zentimeter nach unten ging.

      Mia konnte den Anblick ähnlich wie ich nicht länger ertragen und ihr rollten die ersten Tränen über die Wangen. „Danke Doc, wir fahren ihn sofort zu Eddi Canary…Da kommt auch schon der Rest meines Teams.“ stotterte ich. Tom und Willi fuhren langsam mit dem zweiten Hänger im Schlepptau auf uns zu, hielten neben dem Xtrail und kamen dann zu uns. Da hörten wir Leo. „Luisa? Mia?“ Wir drehten uns beide um und sahen in dessen verheultes Gesicht. Eine Sanitäterin begleitete ihn, vermutlich wegen des Schocks. „Gott sei Dank, ist dir was passiert? Alles gut Leo, bleib jetzt ganz ruhig, ich fahre jetzt ins Krankenhaus. Willi nimmt dich mit auf den Hof zurück, ihr zwei werdet Candy Fireflies verladen und in eurem Hänger mitnehmen, in Ordnung? Ich rufe dich an, wenn ich mehr weiß.“ Willi stand neben mir, als ich Leo in den Arm nahm und schickte ihn dann mit ihm mit. „Es muss jemand auf dem Hof sein, kümmer dich um ihn! Ich ruf an!“ nickte ich Willi zu und die beiden eilten davon. Tom hatte währenddessen sein Handy gezückt und telefonierte schon mit Eddi, während Mia dem Tierarzt half und Medivh beruhigte. Der registierte erleichtert, dass bekannte Menschen um ihn herum waren und schien jetzt trotz Schmerzen weniger zu zittern und gelassener da zu stehen. Tom legte auf, Mia und er sahen sich an. „Wir werden ihn rüber fahren, sie hat gerade noch einen anderen Notfall, macht aber den OP bereit.“ „Gut, Luisa, fahr ins Krankenhaus, wir kümmern uns um alles!“ sagte Mia, jetzt gefasst und sich die Tränen aus den Augen wischend. „Ja, fahr zu.“ Ich nickte, sah noch einmal auf Medivh und hatte plötzlich schiere Panik davor, was mich dort erwarten würde. Ich atmete noch einmal kurz durch und ließ dann die Zündung des Geländewagens an.

      Das Krankenhaus lag in Cottbus, von Naundorf aus auf direktem Weg weiter vom Turnier weg. Ich brauchte trotzdem eine halbe Stunde, bis ich auf dem Parkplatz hielt und sah erst da an mir runter. Ich hatte immer noch die schlammigen Schuhe, die Reitsachen und die Softschelljacke an. Ich suchte im Kofferraum auf gut Glück ein paar Ersatzschuhe und wurde tatsächlich mit ein paar Stiefeletten fündig, die ich beim letzten Turnier im Auto vergessen hatte. Ich schlüpfte schnell hinein, warf die Tür zu und atmete durch. Ich konnte es jetzt nicht länger schieben, ich wollte so schnell wie möglich zu Dave, hatte aber auch solche Angst davor.

      An der Info wurde ich sofort weitergeschickt und fand mich dann in einem Wartezimmer auf der Intensivstation wieder. Dort klärte mich eine junge Krankenschwester auf, dass Dave noch immer im OP lag und kümmerte sich darum, dass der behandelnde Arzt von meiner Anwesenheit erfuhr. Und dann begann das Warten, ohne Genaueres zu wissen.
    • Muemmi
      Pflegebericht Januar 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 04. Januar 2018 | 15647 Zeichen


      Neubau für die Anwärter des Gestüts
      Uranium Fever | Occani | tc Annakiya | Orchidee´s Nikita | Take a Bow | Chocolate Chip Cookie | CM´s Meilenstein | Valentine´s Candy Fireflies | Al Aasiyah ox | Aquentino | Caja | Checkpoint | Reykja | Solsikke | Taciturn | Webster

      Hauptstall der Zucht
      Cadoc´s Rohdiamant | Amber | EBS Mon Amie | Heros | Medivh | Dante | Fleming | Zarin

      Fohlenweide auf der Lichtung
      SPN Harvey | Thor | Scamander | Painted Minimalistic Art | Elfenlied | Lillifee | Capona | Aufgepasst, hier kommt Arcada | Symphonie de la Bryére

      Gnadenweide
      Efeumond | Oline

      "Hallo Cleo"

      „Du hast was?“ Dave starrte erst mich an und dann auf die Papiere, die ich ihm unter die Nase hielt. „Viel Spaß mit ihr.“ „Luisa, ich…“ „Gern geschehen!“ Ich lachte und ließ ihn gar nicht mehr zu Wort kommen. Unser Verhältnis zueinander hatte sich nach seiner Rückkehr zwar etwas abgekühlt, weil Dave zu mir wieder etwas auf Distanz ging. Aber es war deutlich besser als vor dem Unfall, wir hatten uns seitdem kein einziges Mal mehr gestritten. Ich stand im Büro und ging nachdenklich ein paar Briefe durch, während Dave in der Tür stand und auf die Papiere in seiner Hand starrte. Er lehnte sich mit seiner gesunden Schulter leicht an den Türrahmen und runzelte die Stirn. Von meinem Platz aus sah ich ihm heimlich dabei zu und konnte den Blick kaum abwenden. Was er da studierte war der Kaufvertrag und die Eintragungen, sowie Tierarztbescheinigungen von Uranium Fever. Die Stute war meiner Meinung nach eine unserer besten Errungenschaften in diesem Jahr, die auch ein stolzes Sümmchen gekostet hatte. Aber da sich Dave langsam vom aktiven Reitsport zurückziehen wollte und mehr und mehr Interesse an einer Sportzuchtlinie entwickelte, hatte ich zugeschlagen. Ich wollte ihn unterstützen, wo ich nur konnte. Nach dem Unfall, als er zurück auf den Hof kam, hatte sich eine ganze Weile eine leichte Depression bei Dave eingestellt. Er kämpfte verbittert in der Physiotherapie, hielt sich an die Ratschläge, übte fleißig und brachte sich in das Hofleben ein, wo er nur konnte. Doch obwohl er Tom und mir so viel Arbeit abnahm, irgendwann war auch die erschöpft, während wir anderen mit dem Training der Pferde, dem Misten und den restlichen Arbeiten auf dem Hof schier absoffen. Dave fühlte sich also nach drei Wochen zurück auf Naundorf nutzlos. Er ließ sich dann die ersten Oktoberwochen hängen. Seine Arbeit erledigte er natürlich immer noch und auch zur Physiotherapie ging er regelmäßig, doch jeder von uns sah ihm an, dass es ihm nicht gut ging. Seine Haare wurden immer länger und er ließ sich immer öfter einen Drei-Tage-Bart wachsen. Von mir ließ er sich in dieser Zeit nur bedingt helfen, so richtig ließ er mich nicht an sich heran. Bis Tom die brillante Idee hatte, eine eigene Zuchtlinie aufzubauen.

      Dave und ich saßen an einem Novemberabend zusammen im Büro, während ich das Hoftagebuch für den Tag ausfüllte, als Tom zu uns ins Zimmer kam. Er hatte das Auktionsheft dabei und warf es Dave zu. Dann eröffnete er uns seine Idee, wir saßen bis spät in die Nacht zusammen und unterhielten uns. Ich war glücklich zu sehen, dass diese neue Veränderung Dave wieder ein Leuchten in die Augen zauberte. Er blieb an dem Abend zwar sehr rational und blätterte scheinbar uninteressiert das Heft durch, aber schon am nächsten Tag zeigte er mir eine Stute und fragte, was ich von ihr halten würde. „Die hat keine belegte Abstammung, ist wohl eine gefundene Stute. Aber scheint in Topform zu sein. Als Basis wäre sie vom Exterieur ja genau das, was du und Tom suchen würdet. Aber sie hat damit auch einen sauberen Startpreis“ Er diskutierte noch eine Weile mit mir das für und wider, als er sich dann aufrappelte und an die Büroarbeit machen wollte. Im Flur blieb er am Spiegel stehen und sah sich einen Moment erschrocken an. „Wie seh ich denn aus?“ Ich konnte es mir nicht verkneifen und musste lachen. „Ich fahr später zum Friseur.“ Damit war er aus dem Haupthaus. Ich zog das Heft an mich heran, wählte die Nummer und hatte den Besitzer an der Leitung. Ich sollte an dem Tag das Höchstgebot abgeben und die Stute zwei Tage später unser Eigen nennen.

      Und nicht nur Uranium Fever zog mit zu uns auf den Hof. Anfang Dezember erhielten wir einen Anruf, nachdem ausgerechnet Cadoc´s Rohdiamant aus einer nachlässigen Haltung gerettet wurde. Also fuhren Willi und Tom am selben Tag zu dem einen Hof, an dem Dave und ich Fever holten. Allgemein hatten wir jetzt viele neue Pferde auf Naundorf. Kurz bevor Dave mit Medivh im Sommer gestürzt war, hatte er Chocolate Chip Cookie zu uns geholt. Das Sportpony mit seiner hübschen Färbung wurde jetzt von Leo übernommen und ausgebildet, der mit Candy Fireflies weiterhin unfassbar viele Schleifen und Erfolge sammelte. Die Beiden waren zu einem unglaublich guten Team geworden. Zum Einkreuzen von Vollblut wollten wir uns neben Aasiyah noch eine zweite Vollblutstute holen. Wir hatten jetzt nur noch Interesse an Stuten, da wir mit unseren Hengsten Fleming, Dante, Checkpoint, Aquentino, Webster und Heros genügend Starter hatten, um unseren Plan in die Wirklichkeit umzusetzen. Auch unsere Newcomer wie Painted und Scamander würden auf dem Hof bleiben. Wir überlegten auch, Efeumond zurück auf den Zuchtplan zu holen, um einen Engländer mit einfließen zu lassen. Jedenfalls freuten wir uns, als wir eine zweite Chance erhielten und Anfang Dezember auch Annakiya nach Naundorf holten. Die hübsche Scheckstute war ein wahrer Traum und zeigte sich mit ihrem liebevollen Wesen und ihrem ansprechenden Exterieur von ihrer besten Seite. Mia war ganz hingerissen, die sich um unsere Araber und Vollblüter kümmerte. Tom bildete weiter Reykja und Webster aus, die diese Saison so ihre Probleme mit Erfolgen hatten. Wir konnten uns das nur mit einer sehr starken Konkurrenz in der Dressur erklären, die uns aber nicht daran hinderte, stehts weiter zu machen und weiter auszubilden. Denn die Bestätigung in unseren Leistungen erhielten wir durch die Rückmeldung unserer Kunden und durch den Durchbruch im Springreitsport. Dort hatten wir uns 2017 einen Namen gemacht. Vor den Boxen hingen teilweise so viele Schleifen, dass wir kaum mehr zählen konnten. Vor allem an der von Medivh. Der Hengst hatte in den letzten Tagen seiner Genesung Anzeichen fürs Weben gezeigt. Auch er war wohl vor einer Depression nicht gefeit. Da Dave noch immer in Behandlung war und noch bis ins Frühjahr „Reitverbot“ hatte, übernahm ich Medivhs Beritt. Ich hatte mit einer Freundin lange Telefonate geführt, deren Friesenhengst vor vielen Jahren wegen einer Krankheit erblindet war. Mir ihrer Hilfe drang ich recht schnell zu Medivh durch. Erst vom Boden, dann aus dem Sattel gab ich ihm nach und nach sein Selbstwertgefühl und seinen Mut zurück. Er vertraute darauf, dass er mit seinen Sinnen die einseitige Blindheit ausgleichen konnte und ihm nichts geschah. Er war dennoch etwas schreckhafter seitdem und brauchte viel Liebe und Aufmerksamkeit. Ab dem Moment, als er seit dem Unfall das erste Mal wieder unter dem Sattel ging, stellten sich die Anzeichen des Webens sofort ein. Dave fiel ein Stein vom Herzen.

      In all dem Trubel, brachte Amber still und leise etwas früher als erwartet ihr erstes Fohlen zur Welt. Es war das schönste Zeichen für uns alle, dass es jetzt wieder bergauf ging. Leo hatte den dunklen Hengst, den wir später mit unserem Kürzel SPN Harvey nennen sollten, entdeckt. Er kam in die Küche gelaufen, hechelte und grinste übers ganze Gesicht. „Amber hat gefohlt, es steht grad!“ Dave und ich sahen uns erschrocken an, dann sprangen wir alle auf und liefen hinüber. Willi kam auf dem Weg dorthin auf uns zu. „Wasn hier für ne Hektik?“

      „Oh ist der niedlich!“ flüsterte Mia, die rechts neben mir stand. Links von mir Dave, der lächelnd die halbe Portion in der Box betrachtete. Amber schleckte ihn immer noch sauber, während Tom vorsichtig auf Amber zuging und sie kurz durchcheckte. „Wir sollten später noch einen Tierarzt holen lassen. Aber es sieht alles gut aus.“ „Auch im Abfohlen ist sie ein Naturtalent. Hast du schon nen Namen Dave?“ fragte Leo. Zusammen liefen wir zurück zum Frühstücken, bevor sich Dave um den Tierarzt für Amber und Harvey kümmerte und der Rest von uns den Stalldienst verrichtete. Dabei hatte ich mich an dem Morgen endlich mal wieder für die Fohlen eingetragen. Ich bekam von den Kleinen viel zu wenig mit und sie wuchsen auch viel zu schnell. Scamander hatte schon seine erste Fohlenschauschleife an der Box hängen, Thor war mittlerweile auch zu einem Riesen geworden, Symphonie und Arcada waren mittlerweile auch keine Babys mehr. Die hübschen Stuten würden ebenfalls auf dem Hof bleiben und bald in ihre Grundausbildung starten. Ebenso wie Lillifee, Elfenlied und Capona. Ihr streichelte alle gefühlt stundenlang, putzte ihr Fell, mistete ihre großen Gemeinschaftsboxen und ging die Weiden ab. Es hatte die Tage immer mal wieder geschneit, aber wirklich lange liegen geblieben ist davon nichts. Wir hatten diesen Winter noch nicht wirklich Probleme mit eingefrorenen Wasserleitungen oder Eisschollen auf den Weiden zu tun.

      Als ich bei den Fohlen fertig war, holte ich mir Meilenstein. Die schwarze Stute machte gute Fortschritte bei ihrer Ausbildung. Ich longierte sie am frühen Nachmittag, als Dave wieder aus dem Haupthaus kam. Er hatte einen ziemlich geknickten Gesichtsausdruck. Ich gab Meilenstein ein kurzes Kommando, auf dem sie zu mir herkam, dann liefen wir gemeinsam zum Zaun, an dem Dave jetzt stand und lehnte. „Was ist los?“ „Die Stute, von der ich dir erzählt habe, erinnerst du dich?“ „Ja. Wieso?“ „Sie wurde am selben Tag verkauft. Ich hätte nicht warten sollen.“ „Ach Dave, dann hat es nicht sein sollen.“ Ich war froh, dass er mich in dem Moment nicht ansah, weil ich mich sonst verraten hätte. Willi, Tom und Mia wussten Bescheid, Leo weihten wir noch nicht ein, weil er sich gerne mal verplapperte. Wir sollten sie am nächsten Tag abholen und ich ihm die Papiere in die Hand drücken. „Danke Luisa.“ Dave kam plötzlich auf mich zu und umarmte mich. Als er mich losließ, sahen wir uns kurz in die Augen. Es war eine spontane Umarmung, die so gar nicht zu Dave passte. Er war zwar immer gern auf „Kuschelkurs“, wie es Mia gern nannte, aber eine Umarmung hatte er sich mir gegenüber noch nie getraut. Ich löste das Ganze, indem ich lachte und ihn fragte, was er sich zum Mittagessen überlegt hätte. Er grinste, aber er war dankbar für die Vorlage.

      Mitte Dezember hatten wir endlich wieder Luft für einen gemeinsamen Ausritt. Normalerweise machten wir das immer an einem Sonntagvormittag nach dem Stalldienst im Monat, aber wir hatten einfach zu viel zu tun. Leo ritt auf seiner Solsikke, die sich immer besser mit ihm machte. Tom hatte sich Zarin genommen, Mia auf Mon Amie und ich auf Fleming. Die beiden Hengste waren trotz ihres Deckeinsatzes sehr umgänglich und ließen sich gut führen. Fleming war unter mir sowieso ein kleines Schäfchen. Dave lag in der Woche nach Leo flach. Willi ritt sowieso nicht mit und da er auf dem Hof blieb, hustete Dave so lange, dass wir Spaß haben sollten, bis wir alle aufbrachen. Er fehlte trotzdem, obwohl ihn Leo nacheiferte. „Bis zur Tanne!“ rief er, da stob Tom mit Zarin schon an ihm vorbei. Ich hatte lange nicht mehr über so einen verdutzten Blick gelacht. Als wir zurückkamen, trabte Take a Box einmal quer über den Hof. Dann Willi direkt hinterher. Tom schnitt ihm mit Zarin gleich den Weg ab und packte sich den Hengst. Wir anderen mussten nochmal herzlich lachen. Er hatte sich gerade um Taciturn und den wilden Ausreißer gekümmert. „Wie geht’s Dave?“ „Der hat sich vorhin hingelegt.“ meinte Willi, schnaufte schwer und kam dann mit uns zurück zum Stall, Take im Schlepptau.

      Und natürlich feierten wir dann auch Weihnachten. Wir machten ein richtig fettes Raclette, jeder hatte eine Kleinigkeit für jeden und wir stießen zusammen an. Tom und Mia zogen sich im Laufe des Abends dann irgendwann zurück, Willi hatte zu unser aller Überraschung eine geheimnisvolle Verabredung und Leo fuhr hinüber zu seinen Eltern. Dave und ich blieben dann natürlich als Einzige in der Küche zurück. Es war das erste Weihnachten ohne Idefix, der mir in den letzten Tagen so unglaublich fehlte. „Sollen wir nochmal eine Runde über den Hof gehen?“ fragte er und so liefen wir nebeneinander über den dunklen Weg der Weide zu den Fohlenställen. Wir sahen auch noch einmal nach Harvey. Doch die Lücke schloss sich einfach nicht. „Luisa…“ Mir kullerte eine Träne über die Wange, die ich sofort wegwischte. Jetzt kam er gewollt auf mich zu und nahm mich fest in den Arm. „Danke.“ murmelte ich. Gemeinsam gingen wir zurück zum Hof.

      „Luisa!“ Es war Silvester und ich saß gerade im Büro, als Leos Ruf vom Hof schallte. „Ist was passiert?“ rief ich aus dem Fenster. „Schau mal!“ Im selben Moment fuhr Dave in einer kleinen Kutsche um die Ecke. Über die letzten zwei Nächte hat es richtig ordentlich geschneit. Er hatte Occani und Nikita angespannt. „Komm raus aus dem Büro, wir machen ne Spritztour!“ Tom kam im selben Moment hinter mir rein. „Raus mit dir.“ Er lächelte. „Also keine Wahl?“ „Nö“ Ich zog mir meine warme Jacke und die Lammfellstiefel an. Dave grinste übers ganze Gesicht, als ich mich zu ihm setzte und mit der Zunge schnalzte. Die Kleinen hatten ziemlichen Spaß dran, uns hinter sich her zu ziehen und sahen auch echt knuffig aus. „Wo hast du bitte die Welsh-Kutsche her? Sowas hatten wir zu Hochzeiten der Zucht nicht.“ „Ach, hab da ein wenig telefoniert.“ feixte er. „Gehört der dir jetzt?“ „Ja, kann man so sagen. Müssen wir leider öfter fahren jetzt.“ „Was für eine Schande.“ Wir sahen uns an und lachten.

      Mitten auf der Lichtung hinter halb der Rennbahn hielten wir kurz an. „Magst du ne Tasse Tee?“ Dave drehte sich um und deckte die Ablage ab. Darunter kam ein kleiner Korb mit einer Thermoskanne und einer Schachtel meiner Lieblingskekse zum Vorschein. „Oh, was für ein Luxus! Jetzt mal ehrlich, was hast du ausgefressen.“ Ich lachte, weil er mich verdutzt ansah. „Du kennst mich langsam etwas zu gut, befürchte ich.“ „Kann sein ja.“ Ich grinste immer noch. „Naja, ich dachte, ich räche mich mal für die Aktion mit Uranium Fever.“ „Rächen, ja?“ „Ja, das war echt gemein!“ „Stell dir vor, du hättest es viel eher erfahren und wärst viel länger geknickt gewesen, war ja nur ein Tag.“ „Trotzdem, ihr wusstet alle Bescheid!“ „Na dann… Jetzt bin ich gespannt.“ Da tauchte hinter uns plötzlich ein schwarzer Geländewagen auf und hielt mit einigen Metern Abstand. Eine Frau stieg aus, die ich von irgendwoher kannte, aber mir fiel nicht sofort ein, woher. „Warte hier.“ Er drückte mir die Zügel in die Hand und lief auf die Frau zu. In mir machte sich ein komisches Gefühl breit. Die Frau lief hinter den Wagen und holte etwas aus dem Wagen. Sie drückte das Packet in Decken gewickelt in Daves Arme, schloss die Klappe und verabschiedete sich wieder. Langsam ging Dave auf mich zu und erst nur noch einige Meter von mir entfernt begriff ich, was er da trug. Ein hübscher, hellbrauner Hundekopf sah aus der Decke heraus und da legte mir Dave die Jack Russel Hündin schon in den Schoß. Die sah erst Dave an, dann mich und versuchte mir das Gesicht abzuschlecken. „Ihh, lass das doch, du Süße! Hi! Wer bist du denn?“ Ich sah Dave verwirrt an, der sich jetzt wieder neben mich gesetzt hatte. „Ihr Name ist Cleo. Eigentlich müsste sie einen mit „I“ tragen, wie ihre Mama… Ida.“ „Verarsch mich.“ „Nein, ist so.“ Ida war im letzten Wurf von Idefix Welpen die einzige Tochter. Sie hatte ihrem Papa sehr ähnlich gesehen. Nach seinem Tod musste ich immer wieder an sie denken und hatte es sehr bereut, keinen seiner ganzen Welpen für mich behalten zu haben. Jetzt erkannte ich auch im Nachhinein die Frau, sie hatte Ida damals gekauft. „Oh Dave…“ Ich streichelte Cleos Fell und wischte mir die Freudentränen aus den Augen. Die Kleine war herzzerreißend niedlich. „Dankeschön.“ flüsterte ich und sah ihn an. „Damit du 2018 wieder mehr lächelst. Ich hab gemerkt, wie sehr dir Idefix fehlte an Weihnachten. Cleo ist kein Ersatz, das weiß ich, aber…“ Weiter kam er nicht. Ich hatte mich zu ihm rüber gelehnt und ihn auf die Backe geküsst. „Danke, wirklich.“ Er wurde rot, sah mich direkt an – und küsste mich dann richtig.
    • Muemmi
      Pflegebericht Juli 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 02. Juli 2018 | 12894 Zeichen


      Hengstweide
      Take a Bow | Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Checkpoint | Webster | Heros | Medivh | Dante | Fleming | Zarin

      Stutenweide
      Amber | EBS Mon Amie | Uranium Fever | Occani | tc Annakiya | Orchidee´s Nikita | CM´s Meilenstein | Al Aasiyah ox | Caja | Reykja | Solsikke | Taciturn | Chocolate Chip Cookie | Oline | Forever Yours | Cara Mia

      Fohlenweide
      SPN Harvey | Thor | Scamander | Painted Minimalistic Art | Elfenlied | Lillifee | Capona | Aufgepasst, hier kommt Arcada | Symphonie de la Bryére | Efeumond


      "Morgendliche Stoppelfelder"

      Vermutlich hörte man schon von Weitem das Donnern der Hufe auf dem trockenen Feldboden. Es war in den frühen Morgenstunden, als wir unsere Pferde fertig machten und direkt nach dem ersten Füttern in den Wald aufbrachen. Morgens war es noch kühl, was man vom Rest des Tages nicht behaupten konnte. Leo hatte einen richtigen Sonnenbrand beim Heumachen davongetragen und auch Dave und ich waren deutlich dunkler geworden die letzten Wochen. Dafür war er jetzt fast schon hellblond und machte damit Mia ziemlich Konkurrenz.
      Wir hatten uns die letzten Monate ganz schön abgerackert. Der Hof wurde ja teilweise immer noch umgebaut und saniert, Dave und ich sind in meine Wohnung zusammen gezogen und Leo hatte die größere Zwei-Zimmer Wohnung von ihm übernommen. Dort war also auch einiges neu gemacht worden, Wände wurden gestrichen, Koppelzäune erneuert, Wege neu gezogen und der Eingangsbereich des SPN neu bepflanzt. Überall gab es neue Baustellen. Und dann natürlich die verdammte Heuernte. Wir hatten immer noch niemanden neu einstellen können und waren wirklich unterbesetzt. Aber irgendwie hatten wir es auch dieses Mal wieder geschafft. Im Zuge dessen haben wir aber nach langem Überlegen die Betreuung der Fahrturniere abgegeben. Dave war etwas weh zumute, denn es war ja auch seine absolute Leidenschaft neben dem Militaryreiten. Letzteres traute er sich auch nach fast einem Jahr nach dem Unfall nicht wieder so wie früher. Doch er ging in den neuen Aufgaben total auf. Und auch die Beziehung zu mir gab ihm den Halt, den er gebraucht hatte. Er war endlich in einem Zuhause angekommen.
      Tom hatte erst mich und dann Dave lachend umarmt, als wir im Januar von unserem Schlittenausflug zurückkamen. Er hatte als Einziger natürlich vorher von Cleo gewusst, Dave hatte ihn um Rat gefragt und Tom für ihn den Kontakt mit der Züchterin hergestellt. Und dass wir uns gegenseitig heimlich lieben war durch unsere offenen Zankereien sowieso kein Geheimnis mehr. Leo klopfte ihm anerkennend auf die Schulter und zwinkerte mir ganz frech zu, was auf dem Hof plötzlich zu einer Schneeballschlacht führte. Die letzten Anspannungen, die noch aus dem Horror im Sommer 2017 übrig waren, waren auf einmal wie weggeblasen. Ich war seit diesem Tag so sorglos wie schon lange nicht mehr.
      Und so hatten wir die Kraft, alles anzupacken, was wir uns für dieses Jahr bis hierhin vorgenommen hatten. Wir zogen alle so gut an einem Strang, dass wir sogar mit unserem Trainingsprogramm allein schwarze Zahlen schrieben und auch unser Zuchtprogramm als zweites Standbein weiter ausbauen konnten. Wir strukturierten unsere Organisation der Pferdepflege um und fingen langsam damit an, die Fohlen aus den letzten Jahrgängen auszubilden. Scamander und Painted Minimalistic Art sollten später als Springpferde Karriere machen bzw. dort ihre Hauptspezialisierung besitzen. Deswegen wurden diese beiden speziell mir zugewiesen. Außer leichter Bodenarbeit und einigen Tricks, sowie den allerersten Standartdingen wie Halftern, Putzen, Hufe geben und auf den Hänger gehen wurde aber noch nichts gemacht. Ich merkte bei beiden schnell, dass sie sehr spritzig und eifrig waren, manchmal aber natürlich auch noch etwas ungehalten. Es würde viel Arbeit werden, aber wir hatten hier zwei tolle Fohlen mit gutem Stammbaum. Tom, Mia und Dave hatten ebenfalls jeweils zwei Fohlen in die Ausbildung übernommen. Tom würde sich um Symphonie de la Bryére und Capona kümmern. Die hübschen Mädels würden dann natürlich weiter im Dressursport gehen. Und dafür war Tom unser erster Mann. Dave durfte sich natürlich um sein Amberfohlen Harvey kümmern. Was wir mit ihm machen würden, wussten wir eigentlich noch nicht genau. Er war noch so klein und verspielt, dass dafür noch genügend Zeit blieb. Bis dahin hatte Dave auch die Chance, sich weiter zu erholen, denn ich hoffte doch, dass er in Daves Spezialgebiet des Military oder je nach Körperbau in die Distanz gehen könnte. Da Harvey noch so klein war und erst nur das Halftern lernte, bekam Dave zusätzlich Thor an die Hand. Der war mittlerweile zu einem stattlichen Jugendlichen herangewachsen und machte ordentlich Eindruck, auch wenn er noch sehr schlaksig war für einen Friesenmix. Doch sein Wesen war des eines liebevollen, friedlichen Kuschelbärs. Er hatte schon auch seine fünf Minuten, doch er schien anscheinend zu merken, dass Dave aus Reflex seine Schulter noch immer wegdrehte oder nicht ganz belastete, obwohl der Physiotherapeut die Behandlung schon vor drei Monaten erfolgreich abgeschlossen hatte. Jetzt war Thor eben sein neuer Therapeut. Der schwarze Hengst mit den blauen Augen lernte schnell und verdiente sich damit eine Karotte oder Apfelschnitze nach der anderen und forderte seinen Ausbilder so, dass der irgendwann gar nicht mehr an die Auswirkungen des Unfalls dachte. Eines Abends kam er pfeifend in unsere Wohnung, drückte mir grinsend einen Kuss auf die Stirn und zog sich ohne jede Mühe das T-Shirt über den Kopf, um dann weiter pfeifend unter der Dusche zu verschwinden. Ich kann nicht sagen, was mich in dem Moment mehr umhaute – der Anblick an sich oder die Tatsache, dass es jetzt alles gut war.
      Und weil alles gut war, alles so wunderbar lief und es uns so gut ging wie noch nie auf dem SPZ Naundorf, jagten wir jetzt mit einem Affenzahn über das frisch abgemähte Weizenfeld am nördlichen Waldrand. Dave saß auf Heros, der ein absolutes Verlasspferd im Gelände war, dicht gefolgt von Leo auf seinem Fireflies, der noch dieses Jahr zur Körung gemeldet werden würde. Mia hatte sich ihren Checkpoint ausgesucht, da wir ohne große Reibereien nur mit Hengsten reiten wollten. Tom nahm sich Webster, dem etwas Geländeerfahrung nicht schaden konnte. Der Erfolgshengst unseres Zentrums in Sachen Dressur hatte schon einige Schleifen gesammelt und würde wohl auch bald in unser Zuchtprogramm überwechseln. Mia und Tom galoppierten auch über das Feld, allerdings nicht so schnell wie wir anderen drei. Ich klopfte Dante den immer heller werdenden Hals, als wir am unteren Rand des Feldes ankamen. Im Trab ritten wir weiter, bis Tom und Mia aufgeschlossen hatten.
      Die beiden waren natürlich auch noch ein wahnsinnig glückliches Paar und wir saßen oft abends noch nach dem gemeinsamen Abendessen zusammen draußen auf der Veranda. Dort trugen wir wichtige Daten und Ereignisse des Tages zusammen, besprachen bevorstehende Termine und alberten nach getaner Arbeit miteinander herum. Während der Heuernte waren wir aber oft auch so platt, dass es nur dabei blieb, ab und an eine Flasche Rotwein miteinander zu trinken und dem Hof zuzuhören, wie es nach dem Tag langsam ruhiger wurde. Denn Mia hat mit Tom und mir die meisten Pferde zu betreuen. Neben den beiden Fohlen Efeumond und Arcada, waren in ihrer Obhut neben Checkpoint bei den Hengsten vier Stuten: Annakiya, Mon Amie, Al Aasiyah und Caja. Mit Mon Amie arbeitete sie derzeit nicht wirklich, außer einige Dehnarbeiten. Sie war wieder tragend von Dante. Daher lag ihre Aufgabe hauptsächlich auf die Ausbildung der Distanz. Annakiya und Aasiyah vertrugen sich so gut, dass sie abwechselnd auf einer der beiden ritt und die andere angebunden mitführte. So drehte sie um den Hof ihre Runden, wenn sie alleine unterwegs war, alternativ kam ich mit Aquentino mit. Dieser, sowie meine Hengste Fleming und Dante, die Stuten Cara Mia und Amber und die beiden Fohlen Scamander und Painted waren meiner Betreuung zugefallen. Daher hatten wir nach dem Stalldienst am Vormittag bis zum Mittagessen, bei dem wir uns alle abwechselten, immer genug zu tun. Wir hatten uns auch die freien Tage, die jedes Pferd hatte, auch so eingeteilt, dass Mia und ich dann gegebenenfalls anfallende Arbeiten im Haupthaus oder ähnliches zusammen machen können oder unsere Trainigseinheiten eben aufeinander abgestimmt waren. Tom und Dave fanden das gut und holten Willi und Leo mit ins Boot. Willi kümmerte sich um die Kurzen auf dem Hof und hatte daher bei den Fohlen die kleine Lillifee, den charmanten aber manchmal etwas eigensinnigen Take a Bow und die drei Süßen Nikita, Occani und Taciturn übernommen. Letztere war neben Lillifee als Welshfohlen die Kleinste auf dem Hof und unsere Herzensdame. Neben Cleo, die gerne mit ihr auf der Weide spielte, war sie sozusagen unser „Maskottchen“. Unsere Besucher liebten sie und regelmäßig wurde sie mit Leckerchen und Streicheleinheiten überhäuft. Mittlerweile war sie ja auch schon 17 Jahre und wurde zu allen anderen Pferden auf dem Hof wenn nur spazieren geführt. Auf die Gnadenweide wollten wir sie aber noch nicht stellen, da der Ausbau für die Kleineren noch nicht fertig war und wir sie doch gerne im Stutenstall sahen, wie sie neugierig den süßen Kopf gerade so über die Tür streckte.
      Hier standen natürlich auch noch die Stuten, die Tom und Leo betreuten. Neben seiner Solsikke, die neben Fireflies Leos absolute Turnierpferdchen geworden waren, kümmerte sich Leo auch noch um die hübsche Lewitzerstute Chocolate Chip Cookie, sowie um die Dänin Oline. Er hatte an diesen ebenfalls einen besonderen Narren gefressen und arbeitete regelmäßig und fleißig mit ihnen. Cookie war etwas spritziger als Oline, aber genau das hatte meiner Meinung nach nur Vorteile für Leo. Er sollte mit verschiedenen Charakteren arbeiten und sich nicht zu sehr auf eine Verhaltensart spezialisieren. Neben den erwachsenen Stuten hatte er deshalb auch Elfenlied als Fohlen bekommen. Wir unterstützen ihn dabei natürlich, bis jetzt macht er seine Sache wirklich sehr sehr gut. Neben den bereits genannten betreut Tom mit insgesamt sieben Pferden zusätzlich im Stutenstall Forever Yours, Meilenstein und seine Reykja. Erstere haben wir lange nicht so gefordert, da wir sie ja aus schlechter Haltung übernommen haben. Sie soll höchstens noch zwei Fohlen tragen, bevor wir sie wohl doch auf die Gnadenweide entlassen. Dagegen machen Meilenstein und Reykja von Tag zu Tag weiter Fortschritte. Meilenstein wird mittlerweile geritten, Anfangs saßen hauptsächlich Mia, Leo und ich auf ihr, da wir vom Gewicht her etwas leichter sind als Tom. Doch mit dem richtigen Training konnte sich Meilenstein bald so gut ausbalancieren, dass sich Tom mittlerweile von unten in den Sattel ziehen kann und sie sauber unter ihm austritt. Reykja ist parallel dazu mit Webster unser Dressurass geworden. Ich liebe es, Tom und ihr in der Halle zuzusehen. Er hat dafür einfach das richtige Gespür und gibt uns allen immer noch Korrekturunterricht oder reitet unsere anderen Pferde zur Kontrolle regelmäßig auf dem Platz. Der Rest von uns will immer nur über Hindernisse oder ins Gelände, worauf ja unser Zentrum hauptsächlich ausgelegt ist, aber die Dressur ist eben die Basis und darauf achtet Tom zum Glück.
      So hat er auch Dave unterstützt, der mit der Arbeit mit Thor und Zarin langsam auch wieder vermehrt Zugang zu Medivh bekam. Bei beiden waren die körperlichen Wunden verhältnismäßig schnell verheilt, aber was blieb ist, dass die beiden jetzt nicht mehr genau wussten, auf was sie ausweichen sollen. Military würde vermutlich nie wieder gehen, obwohl Medivh im Gelände ein erstaunlich gelassenes Verhalten zeigt. Auch vor den Hindernissen hat er an sich keine Angst, aber verweigert doch deutlich häufiger bei den ersten kleinen Versuchen auf dem Sandplatz, wenn er es durch Drehen des Kopfes nicht ganz sieht. Wir haben angefangen uns durch die Turnierwelt zu fragen und auch zwei Fälle gefunden, in denen einseitig blinde Pferde wieder springen. Ein Versuch mit dem Abdecken des blinden Auges durch eine Maske zeigte erste Erfolge. Vielleicht brauchte er einfach die Bestätigung, dass er das jetzt ganz sicher einseitig blind machen wird und deshalb auf seinen Reiter vertrauen muss. Oder aber es ist die Angst, sich erneut zu verletzen. Wir können es uns nicht erklären, aber mit zunehmendem Training fasste Medivh mehr und mehr Vertrauen. Viel über Stimmtraining, Toms Erfahrungsschatz und gute Bodenarbeit hörte Medivh nach einigen Wochen wieder auf zu Weben. Wir entließen ihn auf Anraten von den Besitzern der anderen blinden Pferde voll und ganz in den Herdenverband der Hengste. Anfangs rumpelte er noch ein bis zweimal an andere an, aber irgendwann bemerkte man nichts mehr. Dennoch überlegten wir uns, ihn eher in die Distanz und ins Fahren zu bringen. Dort hatte er mittlerweile auch Erfolge eingeheimst und ging dort genauso auf. Ein weiterer Grund, warum der pfeifende Dave nicht wieder verschwand hinter jemandem, der keine Perspektive mehr für sich sah. Und mit Harvey, sowie der flinken Uranium Fever hatte er zwei weitere Pferde, mit denen er nach meiner Einschätzung das Military eben nicht verlieren würde. Ich denke, das weiß Dave für sich auch und fand mit dem Unfall seinen Frieden.
      So ritten wir also nebeneinander her, alle fünf außer Willi und Cleo, die wie immer den Hof hüteten- ausgelassen, zufrieden, den Sommer genießend. Die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht und die dampfenden Pferde unter uns.
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  • Album:
    Sportpferde Naundorf - Stutenweide
    Hochgeladen von:
    Muemmi
    Datum:
    1 Juli 2018
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  • Abstammung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Von Darym
    Von Darius Aus der Elanor

    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von x Aus der x

    Aus der Valentine´s Ka Zee Bonanza
    Von Grey Storm Aus der Cinnemont Moon

    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von unbekannt Aus der unbekannt


    Exterieur
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Stute
    15.07.2009 | 7 Jahre

    Rasse: Holsteiner x Pinto
    Stockmaß/Endmaß: 1,60cm
    Gewicht: 450 kg
    Fellfarbe: Rotbraune
    Geno: x


    Interieur + Beschreibung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Verhalten in der Box: Ruhig
    Verhalten auf der Weide: Neutral


    Charaktereigenschaften:

    Ausgeglichen, Aufmerksam, Intelligent, Sozial, Ruhig, Loyal, Gutmütig, Nervenstark

    Amie ist eine relativ ruhige und gelassene Stute mit Spring- und Dressurtalent, wobei das Springtalent eher dominant ist, als das Dressurtalent.
    Amie ist vorallem gut für unerfarenere Reiter geeignet, da sie mit ihrer Sicherheit den unsicheren ein gewisses Vertrauen gibt.
    Sie ist also das perfekte Pferd zum reiten lernen, nur leider nicht für unerfahrene Reiter im Gelände geeignet.
    Dort zeigt sie, was sie will und wenn sie galoppieren will, dann tut sie es auch und zwar so lange, bis sie nicht mehr möchte.
    Auf der Weide und in der Box ist die Stute aber sehr anhänglich und menchenbezogen und entgeht keiner Möglichkeit,
    eine Streicheleinheit abzubekommen.

    Weide: Stutenweide
    Unterbringung: Weide/Box

    Einstreu: Sägespähne
    Futtersorte: Kraftmüsli, Saftfutter, Heu
    Fütterungszeiten: morgens und abends


    Besitzer: Muemmi
    VKR/Ersteller: Occulta/Joyful


    Qualifizierungen + Erfolge
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L M S
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S

    Doma Classica: WE WA WL WM WS
    Alta Escuela: WE WA WL WM WS
    Doma Vaquera: WE WA WL WM WS

    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S
    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****
    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100 BE100Plus Novice Intermediate Advanced Intermediate Advanced


    Galopprennen E A L M

    Ausgleichsrennen|Hindernisrennen: AIV AIII AII AI | AU AM AG
    Flachrennen: 800m 1000m 1250m 1500m 1750m 2000m 2250m 2500m 3000m 3400m

    Distanz E A L M S
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Offiziell
    337. Springturnier | 321. Galopprennen | 343. Springturnier | 324. Galopprennen
    346. Springturnier | Synchronspringen

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    2. Platz 73. SdMW

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    Inoffiziell
    -

    Gewinnsumme: x


    Ausbildung + Zuchtdaten
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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Springpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Hindernisgewöhnung ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    Dressurpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔


    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen


    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1
    Wasser: 6 5 4 3 2 1
    Gelände: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Straßen: 6 5 4 3 2 1

    Stangenarbeit: 3 2 1 ✪
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪
    Verladefromm: 3 2 1 ✪

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✔ | Rückwärtsrichten ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✔
    Abstand halten ✔ | Wenden + Handwechsel ✔ | Abruf ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment x | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten ✔ | Spanischer Schritt ✔ | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel ✔ | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) ✔ | Levade ✔ | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Pferdepass

    Schleife

    SK 488
    [​IMG]

    Zur Zucht zugelassen: ja
    Eingetragene Zucht: Gestüt Naundorf
    Züchter/Herkunft: EBS Joyful

    Nachkommen

    Painted Taloubet von Painted Blur *2015
    Devil May Cry von Dante *2016
    Painted Minimalistic Art von Painted Blur *2017


    Gesundheitszustand
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    Letzter Tierarztbesuch: überfällig!

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) überfällig

    Wurmkur (jedes Jahr) überfällig
    Tollwut Impfung (jedes Jahr) überfällig
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) überfällig
    Influenza Impfung
    (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4
    (alle 6 Monate) überfällig


    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en: keine
    Chronische Krankheit/en: keine
    Erbkrankheit/en: keine


    Letzter Hufschmiedbesuch: Oktober 2016
    Ausgeschnitten/Korrigiert: Ausgeschnitten
    Hufbeschaffenheit: sehr gut
    Hufkrankheit/en: keine

    Beschlag vorne: Eisen
    Beschlag hinten: Barfuss


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    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund