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Veija

Drag me to Hell - gekrönt

* im Besitz seit November 2013

Drag me to Hell - gekrönt
Veija, 2 Sep. 2016
Cooper gefällt das.
    • Veija
      Datum unbekannt

      by Jackie

      Frühling 2013

      Die Blumen sprießen aus dem Boden und die Frühlingsgefühle kommen zum Vorschein. Nicht nur bei mir, nein auch bei meinen Pferden. Daher war es besonders wichtig, richtig mit ihnen umzugehen. Wenn sie zu übermütig wurden, kann es fatale Folgen haben.
      Ich saß auf Figaros Rücken. Ohne Sattel. Es ist ja nicht so als wäre ihm (oder mir) dies völlig unbekannt. Ich spürte die Wärme die von ihm hinabstieg. Roch es. Roch den Pferdeduft und zog ihn tief in meine Nase ein. Ich liebte es. Darauf hin stellte ich mir die Frage, wie ich nur ohne Pferde auskommen könnte. Ich stieß meine Ferse in seine Flanke. Er wurde schneller. Ich sah mich um. Bäume.. überall Bäume, gleich würde die Wiese kommen an der ich los galoppieren konnte. Ich machte mich schon mal bereit. Griff in seine Mähne und hielt die Zügel stramm. Ein antipp und Figaro sprang sofort los. Er war unglaublich schnell auf seinen kleinen Ponybeinchen. Wir haben letztes Jahr zusammen viel trainiert. Meldeten uns sogar an Reitkursen für 'Extrem-Reiter' an. Gleichzeitig machte ich eine Ausbildung bei meinem Opa. Er ist … oder besser gesagt, er war Pferdeflüsterer. Opa erklärte mir das man nicht mals viel mit der Stimme arbeiten brauchte. Gestik und Körpersprache könnte dieses ganz einfach ersetzen. Und genau in diesen Moment spürte Figaro meine Sicherheit. Und ich spürte seine gleichmäßigen, im Takt vollbrachten Galoppsprünge. Ich kreischte kurz vor vergnügen. Die Wiese war zu weit um mich zu hören. Dann wurde Figaro erschöpfter. Ich ließ ihn im Schritt nach Hause reiten. Lobte ihn kräftig mit ausgiebigen Halsklopfen und gab ihm nach dem ich abgestiegen war ein Leckerchen.
      In der Futterkammer mischte ich ihm bereits sein spezial Futter an. Nahm einen der Äpfel aus dem Apfelkorb und legte ihn mit in die Schale.
      Ich schaute auf die Uhr und räusperte mich. Ich hatte nicht mehr viel Zeit, doch es reichte aus um alle meine Pferde zu pflegen. Nun ging ich zu Joker. Er beschnüffelte mich mit seinen samtigen Nüstern. Ich spürte seinen heißen Atem an meinen Fingern. Doch so brav wie ich Joker kannte, ließ er sich ohne Mucken das Halfter anlegen. Er sank noch nicht mals seinen Kopf, er stand einfach nur da. Ich streichelte seine Blesse als Belohnung. Braves Pony.. wollte ich damit ausdrücken. Ein sehr braves Pony. Ich dachte einen Augenblick nach. Sollte ich dich heute nur putzen ? Am besten kommst du auch noch auf die Wiese. Ich band ihn vor seiner Box ein. Draußen war es eisig kalt und es lag ein wenig Schnee. Wie ich dieses weiße Zeug im Frühling hasste. Wenn es noch im Winter wäre... . Diese Weihnachten lag leider nur wenig Schnee. Wenn überhaupt. Es war richtig ungemütlich und überhaupt nicht feierlich. Ich musste seufzen und holte schon mal Putzkasten und eine Regendichte (und gefütterte) Winterdecke. Sie war nicht gerade teuer, da sie aus meiner Kreation entstand. Ich brauchte nur die Materialkosten übernehmen. Unten rechts sah man das Markenlogo 'Cavallo'. Die Decke war dunkelblau mit einem Hellblauen Farbverlauf weiter unten. Ich legte sie über die Stange die an der Box befestigt war. Sie war etwas schwer, aber nicht so.. das ich aus der Puste geriet. Jokers Ohren wackelten und er schaute nach mir. Ich lächelte, bückte mich und Griff nach dem Gummistriegel. Eigendlich war ich mir noch nicht mals so sicher wieso ich Joker eigendlich putzte. Er war sauber (Joker hat im Frühling ein unglaublich weiches Fell... doch gegen Prince Fell, kommt selbst er nicht an). Dann fiel mir aber der braun-orange Fleck an seinen Hinterbeinen an. Pferdeäpfel sind ja schön und gut (Sogar für den Garten) aber an den Beinen meines Pferdes, hatten sie nichts zu suchen. Ich lockerte den getrockneten Mist an den Beinen auf, nahm die Kardätsche und strich nochmal rüber. Nun wollte ich aber die Flecken wegbekommen. Ich ging in den Waschraum und nahm einen leeren Eimer. In diesem lag (praktischerweise) ein rauer Schwamm und ein Handtuch. Ich schaute zum Regal rüber welches in der Ecke stand. Öffnete es und suchte nach einem Fleckenspray – Glanzspray. Früher war ich nicht so gut ausgestattet wie heute. Die Boxen wurden nur seltener geputzt und die Pferde standen daher mehr draußen. Heute habe ich aber meine festen Stallburschen angestellt die die Boxen täglich abäppeln und 1-2x die Woche ausmisten. Dann suchte ich etwas Shampoo (Extra für Schimmel und helle Fellfarben).
      Mit dem vollen Eimer hockte ich neben Joker. Sprühte etwas Fleckenspray auf sein Fell und rieb es mit dem Schwamm ein, dann mit heißem Wasser drüber bis der Fleck weg war. Zum Schluss sprühte ich sein Fell mit dem Glanzspray ein und bewunderte mein Werk. Die Box sah ganz okay aus, Tommy sollte sich aber heute noch die Boxen vornehmen, von daher gab es nichts mehr zu tun... außer Joker einzudecken. Er sah richtig schick aus. Die Weide war nicht all zu weit vom Stall entfernt. Von daher ging der Rest eigendlich ziemlich schnell.
      Ich sah mich um. So ein Mist die Wassertröge waren eingefroren. So was hasste ich am Winter am meisten, aber wir hatten ja ..Frühling. Ich beschloss heute einkaufen zu fahren. Ich hatte letztens im Katalog eine automatische Tränke gefunden. Total praktisch. Nämlich führt eine Leitung unter die Erde bis hin zur Tränke (die ein wenig Wasser enthält), sie funktioniert wie jede andere Automatische Tränke nur das man die Wassertemperatur (bei mir wäre es im Keller) automatisch regeln kann.
      Ich sah hoch, auf dem Center stand groß geschrieben 'Horse Equipment – Elite Stables'. Ich kaufte selten ein. Ich bestellte das Futter immer über die online Homepage. Ziemlich praktisch wenn einem die Zeit fehlte. Da das Wasser aber nicht warten konnte, bestellte ich mir ein paar kräftigere Jungs vom Elite Service. Bis zum Abend müssten sie fertig sein.
      Zurück im Stall suchte ich Prince auf. Der kleine hatte ein richtig warmes Babyfell bekommen. Es war ganz flauschig. Doch auch Picolas und Mirabellas Fell war flauschig. Ich hörte von draußen die Männer reden »Geh du zum Wagen und hol ebe...« er war zu weit entfernt. Mehr konnte ich auch nicht verstehen. „lass die nur machen“ dachte ich mir. Erneut schaute ich auf meine Uhr 13Uhr... ich musste mich jetzt doch ein wenig beeilen. Was hatte ich eigendlich vor ? Die Fohlen putzen ? Doch dann kam mir die Ideale Idee. Was kann schöner sein als ein Spaziergang durch dem Winterwald ? Ich denke, diesen Einfall kann so schnell niemand toppen. »Was meint ihr ?« Prince schnaubte. Er wusste zwar nicht was ich meinte, aber er wusste das es schön sein wird. Ich holte schließlich 3 kleine Lammfellhalfter. Ziemlich süß wenn man diese mit den andern Exemplaren vergleicht. Ich brauchte allerdings nur 2 Führstricke, einen für Picola und einen für Mirabella. Prince habe ich beigebracht an meiner Seite zu gehen. Ich hatte es Anfangs für unmöglich gehalten, doch er stellte sich hervorragend an. Bevor wir losgingen ging ich noch einmal ins Haus. Es war wärmer als im Stall. Liegt wahrscheinlich auch daran das ich den Kamin angelassen habe. 'Billig heizen' pflegte ich zu sagen. Ich machte mir noch einen Cappuccino. Was kann schöner sein, als ein heißes leckeres Getränk im ...Frühling. Ich war mit den Gedanken noch immer in der Winterzeit. Ich denke es erging nicht nur mir so .
      Warm eingepackt stand ich draußen. Die Kälte zog selbst durch meine warmen gefütterten Wollhandschuhen. Prince stand neben mir, der Kleine wurde so langsam immer größer. Mirabella an meiner rechten und Picola an meiner linken Seite. Ich ging vor ran Prince schnupperte neugierig über den Boden. Vergrub seine Nüstern in den Schnee und blies. Riss seinen Kopf aber wieder hoch weil er vor der Kälte erschrak. Es sah lustig aus. Insgesamt wurde es doch ein ziemlich schöner (aber kalter) Spaziergang.
      Haflinger... über Haflinger... dachte ich mir als ich die Altägliche Prozedur ausführte. Zuerst Lana, dann Nordstern, Milchschnitte, Sternensänger und schließlich Pinocchio mit Snuburb putzen, einsprühen, eindecken und auf die Wiese. Glücklicherweise kam Tommy etwas früher und half mir so gleich. »Das merk ich mir« sagte ich zu ihm und zwinkerte ihm zu. Er musste lachen »Und das bringt mir was ?«
      »Mit etwas Glück eine Gehaltserhöhung«
      »Sie überraschen mich echt immer wieder Frau Klein«
      »Sagen sie doch bitte Jacqueline, oder besser noch – Jackie«
      »Okay. Miss Jacqueline«
      Er grinste frech. Ich musste ebenfalls grinsen. Was ein kleiner Furzknoten (wie meine Mutter immer sagte). Tommy war ein guter Freund, wenn nicht sogar ein sehr guter Freund. Ich weiß nicht wie man es hätte beschreiben können. Wir flirten manchmal miteinander und haben gemeinsam Spaß. Doch eine Beziehung ? Dafür sind wir beide nicht bereit. Wieso war ich es eigendlich nicht ? Mein Ex Freund war ein ganz lieber, betrogen hatte er mich auch nicht. Wir hatten nur nichts mehr zu besprechen. Was ist schon eine schöne Beziehung ohne Gesprächsstoff? Leider verging die Zeit einfach viel zu schnell . So das ich Spontan 3 weitere Stallburschen anrufen musste die sich um meine restlichen Pferde kümmern mussten. Denn leer ausgehen, tut hier niemand.

      by Loulou

      Heute würde ich zu Jackie fahren und mich ein wenig mit ihren Pferden beschäftigen. Es würde wohl ein recht langer Tag werden, aber dennoch freute ich mich sehr auf ihn. Früh morgens klingelte bereits mein Wecker und riss mich aus dem Schlaf, als es grade erst begann zu dämmern. Also stand ich auf und zog mir meine schwarze Reithose, ein Shirt und eine Fleecejacke an, ehe ich hinunter ging, um zu frühstücken. Auch das war schnell erledigt und so schlüpfte ich in meine Stiefel, die im Flur standen und ging zu meinem Wagen.
      Es dauerte eine gute halbe Stunde, bis ich schließlich die Auffahrt zu Jackies Hof herauf fuhr und den Motor abstellte, als ich ankam. Sie stand bereits auf dem Hof und schien mich zu erwarten. Nachdem ich sie kurz begrüßt hatte, 'überließ sie mir das Feld', um sich ihren Arbeiten zu widmen. Mein Weg führte mich in ihren Stall, in dem 26 Pferde darauf warteten, versorgt zu werden.
      Als ich die Tür aufschob, drang mir ein Schwall warmer Luft entgegen und der Duft von Heu und Pferden. Kaum verwunderlich. Mit einem Schmunzeln trat ich ein und einige Köpfe hoben sich und sahen über die Boxentür. Neugierige, braune Augen beobachteten mich und die Blicke folgten mir bis in die Futterkammer. Während ich die Eimer füllte, hörte ich hin und wieder ein Schnauben, oder das drängende Stampfen der Hufe, das aus dem Stall drang. Schnell war das Futter verteilt und die Tiere begannen zu fressen. In dieser Zeit machte ich mich daran kurz mit einem Besen durch die Stallgasse zu fegen, ebenso durch Futter- und Sattelkammer. Nachdem alles von gröberen Schmutz und Staub befreit war, kehrte ich es auf, um es in die Schubkarre zu legen, die ich zuvor geholt hatte. Doch bevor ich nun die Boxen grob abmisten würde, kämen die Pferde auf die Weide.
      Aus der Sattelkammer holte ich mir die Halfter von den beiden Haflingerfohlen und Prince of the half Moon. Zuerst halfterte ich die beiden Vollgeschwister Mirabella und Picola auf. Die beiden machten keinerlei Probleme, im Gegenteil. Willig folgten sie mir aus dem Stall und wussten scheinbar sogleich wohin es ging. Auch wenn es nicht grade warm war, in der Sonne, die sich heute von ihrer besten Seite zeigte, ließ es sich sehr gut aushalten und die beiden preschten sogleich los, als ich die Stricke aushakte. Wieder mit einem leichten Schmunzeln schloss ich das Tor der Weide, um Prince of the half Moon zu holen. Der junge Saddlebredhengst war doch weitaus lebhafter, als die beiden Haflinger, doch auch er machte keine Anstalten, mir das Leben schwer zu machen, sondern ließ sich aufalftern und folgte mir aus der Box. Ich entließ den kleinen zu den anderen beiden Fohlen und verschloss das Tor wieder sorgfältig, um am Abend keine Überraschung zu erleben.
      Auch die Stuten würden heute einen Tag auf der Weide genießen dürfen und so war ich erst einmal damit beschäftigt, die Pferde raus zu bringen. Als erstes ging ich mit zwei Halftern bewaffnet in Cindarellas Box. Die Scheckstute sah mir aus dunklen Augen entgegen, in denen man den Schalk förmlich aufblitzen sehen konnte, als ich die Box betrat. Mit einer altbewährten List -auch Apfel genannt- stellte es jedoch nicht im Geringsten ein Problem dar, ihr den Halfter über die Ohren zu ziehen. Kurz klopfte ich ihr den Hals, ehe ich sie provisorisch in der Stallgasse anband und in Piranhas Box schlüpfte. Sie war wohl eines der Shettys, auf das die Beschreibung 'klein aber oho' nicht unbedingt passte. Ohne jegliche Hektik und somit als Gegenstück zu Cindarella ließ sie sich aufhalftern und folgte mir aus der Box. Schnell fanden wir unseren Weg zu den anliegenden Koppeln, wo sie die Sonne genießen durften, solange sie sich noch zeigte. Diesen beiden folgten The Death Angel und Drag me to Hell, welchen man schnell anmerkte, dass sie ihren ganz eigenen Kopf hatten. Doch auch wir kamen recht gut miteinander aus und die beiden bildeten einen wahrhaftig schönen Anblick. Doch fertig war ich damit noch längst nicht. Als nächstes brachte ich die Isländerstute Zander auf die Koppel, wo die anderen einfach einmal ganz Pferd waren, zusammen mit dem hübschen Andalusier Corda Blanka. Nun würden noch die Haflinger aus Jackies Zucht folgen, die ich auf die Weide nördlich vom Hof gelegen bringen würde. Zuerst holte ich die beiden 'kleinen' Little Baby und Milchschnitte aus ihren Boxen. Die beiden waren jedoch so verscheiden, wie sie nur sein konnten. Man merkte, wie Little Baby versuchte mir selbst beim Führen alles recht zu machen, wohingegen Milchschnitte eher an allem interessiert war, außer an mir oder meinem Vorhaben. Nachdem ich das Tor jedoch erfolgreich hinter den beiden geschlossen hatte, ließ ich die hübsche Fuchsstute Nachtigall und den etwas außergewöhnlichen Lehmfuchs Meike folgen. Nachdem auch Nordstern und Money in a Bank zusammen mit mir ihren Weg in die 'Freiheit' gefunden hatten, holte ich nur noch Lana aus dem Stall. Damit waren alle Stuten auf der Weide und ich könnte mich nun den Hengsten aus Jackys Stall widmen.
      Da der Tag nun doch schon gegen Mittag fortgeschritten war, entschied ich mich, die Haflingerhengste aus ihrer Zucht ebenfalls an die frische Luft zu entlassen, auch wenn dies nicht meinem ursprünglichen 'Plan' entspräche. Small Joker und Pinocchio waren als erstes an der Reihe. Den beiden Hengsten folgten Suburb Lights und Sternensinger, ebenfalls zwei Haflinger. Als Askan, Lakritz, ein Isländerhengst, und Jackies neuster Zuwachs Bonito auch ihren Platz auf den angrenzenden Koppeln fanden, ging ich zurück in den Stall. Dieser hatte sich nun beträchtlich geleert und so schnappte ich mir Mistgabel und Schubkarre, um die leeren Boxen abzumisten. Im Stall war es doch recht warm und so kam ich langsam ins Schwitzen, als ich die oberste Schicht Stroh und die Pferdeäpfel absammelte. Doch auch diese Arbeit war irgendwann getan und wo es nötig war, füllte ich noch einmal Stroh nach. Auf dem Weg vom Stall zum Misthaufen ließ ich meinen Blick über die Koppeln schweifen, doch es war alles friedlich. Einige dösten in der Sonne, wohingegen der Großteil von Jackies Pferden nun mit Grasen beschäftigt war, auch wenn das spärliche Gras kaum etwas hergab.
      Zurück im Stall holte ich die Halfter von The Black Death und Jackies Liebling Luzifer aus der Sattelkammer und ging zu den Boxen der beiden großen Hengste. Neugierig sah mir der Friese entgegen, als ich ihm den Halfter über den Kopf streifte und ihm kurz den Hals klopfte. Das selbe tat ich mit dem Dunkelbraunen und führte die beiden aus der Box. Willig folgten sie mir aus dem Stall und über den Hof, in Richtung Reithalle. Ich wollte die beiden ein bisschen laufen lassen, so hatten sie etwas Bewegung und gleichzeitig ihren Spaß. In der Halle verschloss ich das Tor hinter mir, bevor ich den Strick aus dem Halfter klinkte. Zuerst von Luzifer, dann von Blacky. Sogleich preschten die beiden los, buckelten ein paar mal und kamen erst in der anderen Ecke der Halle wieder zum Stehen. Ich schmunzelte leicht und blieb etwas abseits von den beiden Hengsten, welche nun wieder zusammen durch die Halle trabten, als wären sie zwei kleine Kinder, die Fangen spielten. Eine ganze Weile blieb ich mit den beiden hier, ehe ich sie wieder irgendwie einfing, was sich mit meiner Bestechungsmethode als recht einfach erwies. Bevor ich sie jedoch zurück in jeweils ihre eigene Box stellte, band ich sie auf dem Putzplatz an, der nun zum Nachmittag hin in der angenehmen Sonne lag. Nachdem ich den Putzkasten aus der Sattelkammer geholt hatte, begann ich Luzifers Rappfell gründlich mit Kardätsche und Striegel zu bearbeiten und den Staub der Halle rauszubürsten. Er genoss die Aufmerksamkeit die ihm zu Teil wurde sichtlich und machte auch keine Anstalten, beim Langhaar und den Hufen. Auch Death putzte ich noch über, bevor ich die beiden Hengste wieder in ihre Boxen brachte.
      Zum Abschluss des Tages, würde ich jedoch mit L'ombre de la Figaro, Jackies kleinem Liebling, ein wenig auf dem Platz arbeiten. Der gekörte Haflinger war ein Traum von einem Pferd und er war wie das Sahnehäubchen auf diesem gelungenen Tag. Der ruhige Hengst ließ sich willig aufhalftern und folgte mir erwartungsvoll aus der Box. Unser erster Weg führte uns auf den Putzplatz, wo sein Sattel und die Trense bereits auf dem Holzbalken lagen. Nachdem ich sein Fell ausgiebig geputzt hatte und auch das Langhaar weitestgehend wieder frei von Knoten und Schmutz war, säuberte ich noch kurz den Putzplatz, ehe ich ihm vorsichtig den Sattel auf den Rücken legte. Er ließ das alles ruhig und mit Geduld über sich ergehen und auch das Gebiss ließ er sich ins Maul schieben. Noch einmal klopfte ich ihm den Hals, ehe ich ihn herüber zum Platz führte. Da es in der letzten Zeit nicht mehr gefroren hatte, war auch der Boden nicht zu hart und Regen hatte es ohnehin schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr gegeben. „Na komm.“, murmelte ich, als ich ihn durch das Tor führte und es wieder hinter uns verschloss. Flink gurtete ich nach und stellte die Steigbügel auf meine Länge, ehe ich aufsaß. Mit einem unwillkürlichen Lächeln im Gesicht ritt ich den Haflinger warm, ehe ich ihn antraben ließ. Seine Gänge waren weich und trotz seiner geringen Größe nicht weniger raumgreifend. Wir ritten einige Bahnfiguren und es war ein Traum, diesen Hengst zu reiten. Er arbeitete gut mit und hatte scheinbar auch noch ein wenig Spaß an der Sache. Auch im Galopp war er gut zu sitzen und erst nach einer guten Stunde ritt ich ihn wieder trocken. Am langen Zügel ritten wir im Schritt auf dem Platz und er schnaubte zufrieden, als ich ihm den Hals klopfte. Nach einer Weile saß ich wieder ab und lobte ihn noch einmal ,ehe ich den Platz wieder verließ. Nachdem ich alles aufgeräumt hatte und auch der Hengst wieder in seiner Box stand, suchte ich Jackie auf, um mich zu verabschieden. Am Abend würde sie die Pferde noch von der Koppel holen.
      Alles in einem war es ein sehr schöner Tag gewesen, an den ich wohl gerne zurückdenken werde. Jedoch war ich etwas müde, als ich wieder nach Hause fuhr, zu meinem kleinen Hof.

      by unbekannt

      Hufschmiedbericht für Drag me to Hell

      Heute überprüfte ich Hell's Hufe. Ich war schon anwesend, denn ich hatte mich vorher schon um einige andere Pferde des Stalls gekümmert. Ich beobachtete, wie sie draußen angebunden wurde. Ich streichelte sie kurz, bevor ich meine Werkzeuge holte. Zuerst machte ich einen Probeschnitt, bei dem ich feststellte, dass normal viel ausgeschnitten werden musste. Dann entfernte ich das lose Sohlenhorn von allen Hufen. Danach raspelte ich noch ein wenig an ihren Hufen herum und ließ sie probeweise ein wenig herumlaufen. Die Hufe waren jetzt wieder in Ordnung. Schließlich fettete ich sie noch einmal kurz, danach waren wir komplett fertig. Ich klopfte Drag me to Hell auf den Hals und gab ihr eine Möhre. Kurz darauf verabschiedete ich mich auch von ihr.

      by Jackie

      Ankunft der neuen Pferde

      Heute war wieder eine der großen Pferdemessen bei uns in der Umgebung. Und natürlich musste ich die Chance ergreifen, mir die tollen Prachtexemplare einmal anzuschauen. Ich stieg wie auch beim letzten mal in meinen Jeep ein, an dem ein großer Hänger (Platz für 2 Pferde) befestigt war. Ich gehe mal nicht davon aus das ich nicht mehr als 2 Pferde kaufen werde, wenn überhaupt.
      Nach einer Stunde fahrt, hatte ich das gröbste schon überstanden. Ich stieg aus und sah mich um. Glücklicherweise war es nicht so voll wie auf der letzten Messe auf der ich war. Überall waren Stände an denen man Reitzubehör, oder Futter kaufen konnte. Es roch nach Pferd. Es roch stark nach Pferd. Hinten sah ich dann auch schon die ersten Pferde stehen. Nach und nach kamen einige Pferde dazu und auf den Außenplatz hinter dem Gebäude, gab es sogar eine Reitveranstaltung. Dressurreiter mit schicken Friesen traten hier auf. Deswegen war ich allerdings nicht hier. Ich wollte mir einen Überblick von den Pferden machen. Ging daher systematisch vor. Platz A2 standen nur Isländer. Verkäufer präsentierten sie und ließen sie nach einander vorreiten. Ein Isländer fiel mir dabei besonders auf. Sie sollte glaub ich... Zander heißen. War eine Stute, die mehr am tänzeln war als am laufen. Ich meldete mich zum Kauf an. Und holte schließlich die Papiere ab. Ich nahm Zander am Strick und lud sie mit ein paar Helfer“lingen“ in den Hänger ein. Es war nicht so sehr problematisch. Sie beschnupperte eher alles neugierig. Des weiteren fiel mir noch eine Andalusier Stute auf. „Corda Blanka“. Sie schaute scheu ins Publikum. War total verhalten und lies sich nur schwer führen. Als sie sich plötzlich aufbäumte und sich losriss. Die Menge war schockiert. Sie galoppierte aus dem Vorstellungsplatz. Sofort ging ich zu ihr, mit einem großen Bogen so das sie sich nicht noch mehr aufregte. Nach einer Weile schaffte ich es doch tatsächlich die Stute einzufangen (Wohl eher aufzufangen) und sofort nach draußen zu führen. Da wo weniger Menschen stehen. Sie sah mich skeptisch an. Hielt dabei so viel Abstand wie möglich. Ich allerdings ging gelassen weiter ohne ihr auch nur einen Blick zu gönnen. Sie beruhigte sich. Der Verkäufer rannte zu mir. Bedankte sich bei mir und musterte die Stute „Dankesehr, diese Stute ist nicht gerade auuf Menschen anzusprechen. Bitte entschuldigen sie mich.“ -“Schon in Ordnung. Wieviel macht das für sie?“. Er starrte mich an. Als würde ein Geist vor ihm stehen. Ich machte eine Geste, die mehr sagt als 1000 Wörter. „Sie wollen diese Stute wirklich kaufen ?“ -“Ja wieso nicht ? Sie hat ein potentielles Temperament“ . Er räusperte sich. Schluckte kurz und forderte den Preis auf. Ich schüttelte seine Hand und übergab ihm das Geld. Er bedankte sich und ging. Damit wäre mein Tag an der Equitos geklärt.
      Corda Blanka lies sich sowohl schlecht in den Hänger führen, als auch schlecht aus dem Hänger. „Das werden wir alles noch ändern meine Liebe“. Sie schnaubte nervös. Ich ließ sie in die Box bringen. Zander aber auch. Sie stellte sich wesentlich besser an als Corda. Ich überlegte während dessen ob ich meinem Trainer Bescheid geben sollte oder selber mich um die Stute kümmern sollte.
      Um ca. 15 Uhr schaute ich auf meinem Terminkalender. 4 weitere Haflinger sollten doch heute kommen. Einmal die Mutter vom Figaro. Mein „Ein und alles“ gegen 18 Uhr. „Askan und Meike“ gegen 15:30 Uhr und Money in a Bank gegen 16 Uhr. Sie war bereits eine gekrönte Stute die vorher meiner Freundin mKay gehörte. Ich beschloss schon einmal die Boxen auf hoch Glanz zu bringen und dementsprechend einzurichten, damit die Pferde schonmal ein fertiges zu Hause haben. Ich dachte kurz nach, jetzt wären Askan und Meike dran. Das heißt ich brauche 2 fertige Boxen. Gemistet waren sie Gott-sei-Dank bereits, ich müsste also nur noch das Heunetz auffüllen. Also fuhr ich mit der Schubkarre zur Futterkammer in der bereits mehrere Heuballen gestapelt waren. Ich nahm je 2 Rippen auf und schob diese mit der Schubkarre zur Box. Ich hörte schon den Jeep auf den Hof fahren. „Super“ dachte ich mir und lief langsam zur Einfahrt. Hier wartete bereits meine Freundin. Ich lächelte ihr entgegen und nahm ihr die Haflinger ab. Sie schien erleichtert und glücklich zu gleich. Askan kam neben Meike in die frische Box und siehe an, sie zupften bereits genüsslich an den Heunetzen rum.
      Als ich auch noch die anderen Boxen gemacht habe und den letzten Haflinger „Little Baby“ empfangen habe – war ich schon ein wenig K.O. Ich seufzte leise und lies mich im Esszimmer nieder. Was steht denn für morgen an ? Ich machte mir jeden Abend eine „Checkliste“ um immer für den nächsten Tag vorbereitet zu sein. Allerdings stand noch nichts genaueres fest. Dann dachte ich nach. Wenn ich mein Gestüt weiterhin halten will, brauche ich festes und zuverlässiges Personal. Denn mit 25 Pferden wurde ich alleine nicht fertig. Ich schaute erneut auf meine Liste. Doch wann war das nochmal ? Morgen oder übermorgen würde Zander ein neues zu Hause bekommen. Bei einer Bekannten , ihr Name war „Svartur“ . Ich hatte sie gerade heute gekauft... und joa.. so kann man investieren. Ich musste kichern, räusperte mich allerdings wieder als ich merkte wie erniedrigend es doch eigendlich von mir war. Den Rest des Tages verbrachte ich damit „Amy Flemings“ Therapien zu studieren. Ich hatte mir einige Informationsbücher darüber gekauft und bereits die verschiedensten Mixturen an Ölen und Kräuter bestellt. Ich war neugierig ob ihre Methoden wirklich zu super an Tieren anspringen wie sie sagte. Vielleicht würde ich dadurch die temperamentvollen Pferde zur Ruhe bekommen.

      Am nächsten Tag...
      Heute beschloss ich meinem alten Pflegepferd Findus einen Besuch abzustatten. Das letzte mal als ich ihn besucht habe war letztes Jahr. Ich bog auf den Hof ab und ging zu seiner altbekannten Box. Galadriel hatte mich heute Morgen schon empfangen. Ich schaute mir den Hengst an. Er ist viel größer geworden. Seine süßen Augen musterten mein Gesicht. Dann erkannte ich etwas was so aussah als würde er mich wieder erkennen. "Hey na" sagte ich leise. Er wieherte erfreut. Ich musste lächeln. "Was hälst du davon wenn ich dich etwas putze" er hielt es wahrscheinlich für eine großartige Idee, denn er streckte immer wieder den Hals nach mir. "Ja du bist mir ja ein süßer " kicherte ich und führte ihn aus der Box. Als nächstes holte ich die Putzbox und striegelte ihn ausführlich. Las sein Langhaar und kratzte seine Hufe aus. Ich sah den kleinen verliebt an. Er hatte immer das gewisse etwas, wofür ich ihn liebte. Dann kam ich zu einem Entschluss. Ich ging zu Galadriel und fragte sie ob er zu verkaufen wäre. Sie sagte „Wieviel würdest du denn bieten“ ich bot ihr 10.000 an und wir waren im Geschäft. Ein wenig überglücklich ging ich zum kleinen Hengst und führte ihn vom Hof. Wir verabschiedeten uns und wir machten einen entspannten Spaziergang. Findus stolzierte und hüpfte etwas neben mir her. Er schien ebenfalls überglücklich. Es vergingen einige wenige Minuten und wir waren schließlich angekommen. Manchmal frage ich mich „Wieso ist der Rückweg immer schneller als der Hinweg ?“. Ich führte klein Findus in seine neue Box. Er beschnupperte sie ausführlich und erkundete neugierig seine neue Ausstattung, wie die automatisierte Wassertränke. Ich dachte nach, wo soll ich mir nun feste Stallburschen besorgen ? Genau ich frag einfach mal in der ASP. ASP war die Abkürzung der „Arbeit Schwerpunkt Pferde“ Agentur. Und tatsächlich 2 Azubis standen mir momentan zur Verfügung. Eine jüngere Frau um die 26 Jahre alt. Sie hatte früher schon geritten. Und ein etwas jüngerer Junge 23 Jahre alt – ebenfalls gute Erfahrungen mit Pferden gemacht. Ich selber war 20 Jahre alt – noch so jung.
      Gegen Mittag kamen dann die 2 Azubis an. Ich erklärte ihnen „Wir gehen besonders vorsichtig und respektvoll mit unseren Pferden um. Wir wollen sie nicht zu etwas zwingen, wir wollen sie ermutigen und vertrauensvoll mit ihnen umgehen. Ich hoffe das ist euch in eurer Ausbildung bewusst.“ Stille... schließlich nickten sie. Ich fuhr fort „Super. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag brauche ich eure Hilfe. Samstag und Sonntag habt ihr euren freien Tag. Wenn ihr allerdings Überstunden nehmen wollt, halte ich euch nicht davon ab.“ Das Mädchen lachte leise. Ich lief rot an. „Ach so ein Mist, da bin ich so in meinen Gedanken versunken gewesen... das ich euch ganz vergessen habe nach euren Namen zu fragen. Ich bin Jackie“ jetzt mussten die zwei tatsächlich lachen. Der Junge stellte sich als erstes vor „Tyler.. kurz gesprochen Ty“ er lächelte und trat wieder einen Schritt zurück. Schließlich stellte sich die junge Frau vor. „Und ich bin Monique . Du kannst mich Moni nennen“ Ich lächelte ihr entgegen. Sie war eine blonde, recht dünne Frau. Keine Frage eine super Figur zum reiten. „Freut mich euch kennen zu lernen“ wir stellten uns einander erstmals vor. Tranken ein wenig Kaffee und tuschelten über unsere vergangenen Reitererlebnisse. Ty , ein Junge mit kurzen braunen Haaren lauschte aufmerksam. Er selber redete nicht viel, aber er hörte anscheinend gerne zu. Moni gefiel mir – sie fiel mir positiv auf. „Wenn es euch Recht ist, zeige ich euch eben eure Zimmer.“ Ich zwinkerte ihnen zu und ging aus dem Wohnhaus ins Gästehaus. „Welches der Zimmer ihr als eures bezeichnet könnt ihr ja untereinander ausmachen“ sagte ich grinsend und ging aus dem Türramen. „Und achja.. wäre super wenn gleich die Pferde putzt und auf die Weiden bringt. Ich kümmer mich in der Zeit um Luzifer und Figaro. Sie nickten und ich verschwand. Gegen Abend waren alle Pflichten erledigt. Ich war erleichtert, Moni und Ty anscheinend auch. Morgen würde ich wohl mehr tun müssen.

      by Loulou

      Die Ankunft von Drag me to Hell ♥
      Das beharrliche Piepsen, dass früh Morgens an mein Ohr drang, ließ mich leise aufseufzen und ich rollte mich förmlich aus dem Bett, um ins Bad zu schlurfen. Auch wenn ich heute meinen größten Wunsch erfüllt bekam, so war es einfach nicht meine Tageszeit. Ein Blick auf die Uhr ließ mich die Augen verdrehen und doch grinste ich kurz, während ich begann mir die Zähne zu putzen und mich anzuziehen. Nun langsam etwas wacher ging ich die Treppen herunter in die Küche und betätigte den Knopf der Kaffeemaschine, welche langsam zu rattern begann. Nachdem der Kaffee geleert und ich vollkommen wach war, schnappte ich mir meinen Autoschlüssel, huschte in meine Schuhe und ging auf den Hof hinaus. Alles lag noch in der Stille des frühen Morgens und so koppelte ich rasch den Hänger an und fuhr auch schon los in Richtung Jackie. Den Weg kannte ich inzwischen nur zu gut und so fand ich mich schnell bei ihr ein. Ich begrüßte die wie immer gut gelaunte junge Frau und sogleich gingen wir gemeinsam in ihren Stall, wo die große Stute in ihrer Box an einigen Heuhalmen zupfte. "Na du.", murmelte ich und sie spielte mit den Ohren, während jackie sie aufhalfterte und wir gemeinsam zum Hänger zurück kehrten. Ich öffnete die Verladerampe und Jackie führte Hell hinein. Als sie heraus kam, schloss ichd en Hänger und verabschiedete mich, mehr als glücklich. So fuhr ich wieder nach Hause, wo ich das große Tier ablud und in den Stall brachte, in die für sie vorgesehene Box. Ich lobte sie kurz, kontrollierte alles auf seine Richtigkeit und verließ den Stall wieder.

      by Loulou

      Ankunft in einer neuen Welt
      Pohjoispää – 6:34 Uhr

      Noch lange denkt die Sonne nicht daran, hinterm Horizont zum Vorschein zu kommen und langsam werden meine Augenlider schwer. Nur der Kaffee vom letzten Rastplatz und die untrübliche Euphorie, die warm in meinem Körper liegt halten mich wach. 2.224 Kilometer liegen zwischen unserem alten zu Hause und dem Hof, dessen Auffahrt der Geländewagen gerade herauf rumpelt, im Gefolge den letzten Umzugswagen und der Spediteur, im LKW die vier mir verbliebenen Pferde. Mit dem Auto dauert die Route für gewöhnlich 29 Stunden, doch mit den vielen Pausen und der Übernachtung in Stockholm weitete sich das schnell aus und zerrte gewaltig an den Nerven. Nicht nur an meinen, sondern auch für die Tiere war es Stress pur. Ob ein Flug mit vorheriger Quarantäne besser gewesen wäre, wagte ich jedoch zu bezweifeln. Leise seufzte ich auf und parkte schließlich, ließ dabei jedoch noch genug Platz für die anderen Fahrzeuge. Billig war der Transport nicht gerade gewesen, doch war mir ein Spediteur, der sich auf Pferdetransporte spezialisiert hatte weitaus lieber, als ein Umzugsunternehmen, dass die vier halt auch noch irgendwie mitnehmen würde. Die beiden jungen Männer machten sich bereits ans abladen der vier Pferde, während ich für einen Moment den Blick über den Hof gleiten ließ, der noch in Dunkelheit getaucht war. Das komplette Gegenteil von dem Ort in Westdeutschland, wo wir her kamen. Alles war friedlich, nahezu unberührt und die nächsten Nachbarn lagen gut 8 Kilometer weit entfernt, dazwischen nichts als unberührte Natur, überwiegend Nadelwald. Dass ich mir den Traum einmal erfüllen würde, nach Finnland zu ziehen hätte ich nie erwartet und doch stand ich nun hier.
      Jedoch wurde ich roh aus meinen Gedanken gerissen, als ein paar Hufe gegen die Wähne des LKW's donnerten, gefolgt von einem schrillen wiehern und zwei Männerstimmen, die beruhigend auf Hell einredeten, welche unverkennbar die Nase gestrichen voll hatte. Das temperamentvolle Vollblut tänzelte zwischen den beiden jungen Männern die Rampe herab, die Ohren flach an den Hals angelegt, die Nüstern weit gebläht und den Kopf hochgerissen. Kurz biss ich mir auf die Lippe und ging auf das große Tier zu, ehe ich einem der Männer den Strick aus der Hand nahm und versuchte, Hell zu beruhigen. Sie ließ sich zwar überzeugen, ruhig neben mir herzugehen, doch wirklich besser wurde ihre Laune nicht. Ich brachte sie auf die große Wiese, die östlich vom Hof lag und entließ sie in die Freiheit, welche sie unverkennbar für sich zu nutzen wusste. Als ich mich umblickte sah ich Flips Kopf, welcher einem der beiden aus dem LKW folgte, jedoch ohne das Theater, dass Hell zuvor gemacht hatte. Der sanfte Hengst wurde auf die westliche, mittelgroße Weide geführt, wohin auch der Norweger seinen Weg fand. Er war zwar sichtlich genervt, aber dennoch umgänglich. Zwar waren die beiden ein schöner Anblick beim Toben, doch das Lusitanofohlen fehlte noch im Quartett. Xalsa wurde auf die kleine Weide in der Mitte geführt und so waren die vier zumindest für's erste versorgt, von Decken und Transportgamaschen befreit und ich konnte mich mir selbst widmen. Langsam leert sich der Hof wieder und nur zu gerne wäre ich nun unter die Dusche und ins Bett gegangen, doch warteten die Umzugskartons förmlich darauf, ins Haus getragen und ausgepackt zu werden. Das wurde schließlich auch zu meiner Beschäftigung, während die Pferde nach der langen Fahrt Gelegenheit hatten, sich auszutoben, sich zu wälzen und zu Grasen.
      Es war auffällig frisch, das Thermometer zeigte grade einmal 10° Celsius an, was eine ziemliche Umgewöhnung war, nachdem es in Deutschland noch eher spätsommerlich war. Doch diese niedrigen Temperaturen waren weitaus besser geeignet um mit den Tieren solch eine lange Reise anzutreten, als 30° im Schatten. Und auch nur deshalb hatte sich der Umzug um einige Wochen verzögert. Als auch die letzte Kiste im Haus war, begann ich sie auszupacken. Größtenteils bestand der Inhalt aus dem, was ich in Deutschland noch gebraucht hatte, sprich Kleidung und Küchengeräte, der Rest war schon vor drei Wochen hergebracht worden. In dem leeren Haus zu leben, war nicht grade das schönste gewesen, was ich mir hätte vorstellen können, doch nun war alles wieder beim Alten. Nein, noch besser!
    • Veija
      Das Jahr 2014

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      März, by Veija

      Kurze Pflege aller Pferde

      In der letzen Zeit hatte ich immer weniger Zeit für meine Pferde, was mir wirklich sehr leid tat. Heute kam ich endlich dazu, mich wieder ein wenig um alle zu kümmern. Doch für viel reichte es leider nicht.
      Vor Kurzem war eine neue Englische Vollblutstute auf Tikkas und meinen Hof gezogen. Faster hieß die Große und sie entwickelte sich prächtig. Sie verstand sich wunderbar mit den anderen Englischen Vollblütern und besonders gut mit Jagger, was mich sehr freute. Ich begab mich also in den Stall und brachte zu erst die Englischen Vollblüter auf die Koppel. Zu erst Faster und Jagger, dann Nova und Hell. Alle vier stellte ich auf die Selbe, da ich besonderen Wert darauf legte, dass die Tiere ein wenig rassespezifisch standen und sie sich so optimal austoben konnten. Nachdem diese vier draußen standen, brachte ich Bella, Vice und Princess nacheinander auf eine andere Koppel. Lil und Holly folgten und kamen ebenfalls zu den anderen drei Pferden.
      Endlich waren die Hengste an der Reihe, die schon unruhig umher tänzelten, weil sie endlich raus wollten. Im Moment hatte ich ein paar Probleme mit einigen von den männlichen Pferden. Genuine und Spooky gingen in letzer Zeit immer öfter aufeinander los, weshalb ich sie leider trennen musste. Da Gipsy sowie Choco die beiden ruhigsten männlichen Pferde waren, stellte ich Genuine mit Gipsy zusammen und Spooky mit Choco. So hatte jeder einen Partner und benahm sich wenigstens. Da ich die Hengstfohlen jedoch nicht allein auf eine Koppel stellen wollte, war Funky der Babysitter der Kleinen und so kam er zusammen mit Ready for Action, End, King Bee und Enjoy zusammen.
      Nachdem alle Pferde auf der Koppel waren fing ich an mit Ausmisten, was ewig dauerte.. Als ich dann jedoch endlich fertig war, fütterte ich alle Pferde und holte sie nacheinander wieder in den Stall. Dies tat ich jedoch erst am Abend. Bei jedem Tier putzte ich noch einmal kurz über und kontrollierte die Hufen auf Steinchen, ehe jedes Tier wieder in seiner Box Platz nahm und ich mich auf den Weg ins Bett machte.
      Die nächsten Tage würde ich mich besonders um jedes Tier kümmern.

      Juli, by Waiting

      Hufpflege vom kleinen Sprung

      Als nächstes war die Palominostute Drag me to Hell dran. Auch sie begrüßte ich mit einem Stück Karotte, dann machte ich mich an die Arbeit. Zuerst legte ich ihren Huf auf den Bock und stabilisierte ihn mit meinem Knie. Dann begann ich damit, mit dem Messer das Zerfallshorn abzutragen. Nun kürzte ich die Trachten und Hufwände mit einer Zange und raspelte noch Unebenheiten und eventuelle scharfe Stellen ab. Danach fertigte ich noch die Mustang-Role an, indem ich ihren Huf nach vorne gestreckt auf den Bock stellte. Auch alle anderen drei Hufe bearbeitete ich so, dann war sie auch schon fertig. "Drag me to Hell hat bei den Vorderhufen blaue Flecken im Horn, es kann sein dass sich ein Abszess bildet. Die blauen Flecken sind fehlerhaft ausgebildetes Horn, welches allerdings schon Monate alt sein kann. Wäre gut wenn du darauf achtest, falls sie das Lahmen anfangen sollte.", erklärte ich Veija. Ich wollte den Teufel nicht an die Wand malen, aber besser Vorsicht, wie Nachsicht.
      Veija führte mir die Stute noch vor, dann durfte sie auch wieder auf die Weide.

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      August, by Veija

      Pflegebericht für alle Pferde

      Gähnend erhob ich mich aus meinem Bett. Heute würde ich mich um alle meine Pferde kümmern. Das hieß, ich hatte einen sehr langen Tag vor mir. Langsam torkelte ich ins Badezimmer und stieg in die Dusche. Gestern Abend hatte ich mich einfach nur müde ins Bett geschmissen, da der ständige Regen einen einfach nur müde machte. Als ich fertig mit duschen war, zog ich mir eine Jeans an, meine Reitstiefel, eine langärmige Bluse und einen weißen Westernhut. Den, den ich so gut wie immer trug wenn ich auf dem Hof rumlief. Nun doch endlich wach sprang ich die Treppe runter, schnappte mir einen Apfel und ging über den Hof in den Stall. Zu erst wollte ich nach meinen vier Schätzen sehen. Mit Schätzen meinte ich meine Englischen Vollblüter. Zur Zeit hatte ich 4 Stuten, doch bald kam noch ein Hengst dazu, der meine Mädels bestimmt aufmischen würde.
      Generell waren in letzter Zeit sehr viele neue Pferde hinzugekommen, doch ich würde mich ja wie gesagt heute gut um alle Tiere kümmern.
      Das erste Pferd war Hell, die heute sehr unruhig wirkte. "Na mein Mädchen", flüsterte ich ihr zu und seufzte leise. Ich musste mich wirklich mehr mit meinen Tieren beschäftigen. Die Stute legte die Ohren an und blickte mich skeptisch durch die Gitter an. "Ist ja gut...", flüsterte ich und holte mir ihr Halfter. Die vier kamen heute in die Führanlage, damit sie langsam wieder Muskeln aufbauten. Schließlich hatten sie lange gestanden. Das lange Stehen war auch ein Grund, weshalb ich mir bald Hilfe auf den Hof holen wollte. Jemanden, der die Tiere morgens auf die Koppel brachte und Abends wieder reinholte. Nicht mehr und nicht weniger. Und das auch nur, wenn ich wegen dem Ausbildungsbetrieb nicht hier war. Oder er würde sich auch in meinem Betrieb einfinden, damit wir schneller arbeiten konnten, denn es standen noch immer Aufträge an.
      Als ich Hell dann nach einigem Probieren aufgehalftert hatte, kratzte ich ihr schnell die Hufen aus und brachte sie in die Führanlage. Es folgten mit weniger Schwierigkeiten Supernova, ihre beste Freundin, Faster und Jagger. Ich stellte die Anlage so ein, dass sie im langsamen Schritt vor sich hin trotten konnten, und nicht sofort weitergeschoben wurden, wenn sie einmal kurz stehen blieben. Ich hatte schon zu viele schlechte Erfahrungen mit diesen Anlagen gemacht, als dass ich sie schneller einstellte. Zurück im Stall fing ich an die Boxen der vier zu misten. Ich war damit nun doch recht schnell fertig. Die Tränken der EV's waren kontrolliert und sie hatten genügend Heu. Nun jedoch kam die Schwierigere Aufgabe. Das Mischen des Zusatzfutters. Ich konnte das überhaupt nicht leiden und vermischte mich ständig, weshalb ich lieber zu wenig als zu viel gab. Zu erst schnappte ich mir Hells Eimer. Da die Stute zur Zeit weder im Sport noch in Umständen war, bekam sie von allem ein wenig. Vom Hafer, der Luzerne, der Kleie, den Gerstenflocken und den Maisflocken bekam sie je eine halbe Schaufel. Von den Rübenschnitzeln gab es eine Ganze.
      Nova und Faster bekamen das Selbe, Jagger bekam nur eine halbe Schaufel Rübenschnitzel.
      Als ich damit fertig war, ging ich zur Führanlage und stellte sie ein wenig schneller, so dass die Pferde traben mussten. Da ich ja dabeistand, konnte ich mir genau die Bewegungsabläufe der einzelnen Tiere anschauen. Da ich keine Auffälligkeiten feststellen konnte, stellte ich die Anlage aus und nahm Hell und Nova zusammen an die Hand. Die anderen Beiden konnten noch kurz warten. Nachdem ich nochmal die Hufen kontrolliert hatte, kamen die zwei in die Box und stürzten sich sofort auf ihr Kraftfutter. Ab sofort würden sie das jeden Tag bekommen. Jedoch anders rationiert, wenn sie wieder im Training standen. Ich ging zurück und holte Faster und Jagger. Die beiden älteren Stuten trotteten gemütlich neben mir her und warteten geduldig, bis ich nach dem Hufekratzen ihre Halfter abgenommen hatte und sie sich auf ihr Futter stürzen konnten. Nun waren schon einmal ein paar Pferde geschafft, doch es standen noch viele weitere vor mir und der Tag war noch lang. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass wir gerade erst 8 Uhr hatten. Das hatte wirklich sehr fix gegangen.
      Nun waren meine Hengste an der Reihe. Ich ging die Stallgasse entlang und an jeder Box wurden mir Nasen entgegen gestreckt. Kurz überlegte ich, ehe ich die Halfter von Ready for Action, End of Day, King Bee und Enjoy Nature holte. Enjoy Nature und End of Day nahm ich in die Linke, Action und King Bee in die rechte Hand. Mit den vier Fohlen ging ich auf die Koppel und lies sie toben. Am Ende des Abends würde ich sie wieder reinholen, denn immer eingesperrt in der Box war für die Kleinen alles andere als gut. Als ich das gemacht hatte, mistete ich ihre Boxen aus und kontrollierte ihre Tränken. Dann gab ich jedem Fohlen ausreichend Heu und betrachtete mit das Kraftfutter. Jedes Fohlen bekam eine Schaufel Hafer und eine halbe Schaufel Rübenschnitzel. Vom Rest jeweils nur eine Hand voll. Ich wollte die Mägen der Kleinen nicht zu sehr belasten. Trotzdem sollten die Tiere groß und stark werden. Als ich damit fertig war, überlegte ich was ich mit den anderen Hengsten anstellen konnte. Blue, Winny, Dead, Funky und Gen wollte ich auf die Koppel bringen. Nur Spooky wollte ich ein wenig reiten. Schließlich neigte sich der Tag doch schneller dem Ende als gedacht. Natürlich konnte ich sie nicht zusammen an die Hand nehmen, weshalb ich jeden Hengst einzeln auf die Koppel brachte. Sie hatten alle einen kleinen abgetrennten Teil für sich, weit weg von den Stuten, da ich ja wusste wie meine Hengste reagieren konnten. Als die 5 nun auf der Koppel waren, ging ich zu Spooky und begrüßte ihn kurz. Da ich mich nun doch etwas beeilen musste, putzte ich ihn schnell und schwang mich nach dem satteln in den Sattel. Der Hengst kannte mich ja schon und wusste auch was ich von ihm verlangte, weshalb er brav unter mir her ging. Eigentlich hatte ich heute nicht so recht Lust den Hengst ordentlich zu reiten, weshalb es bei ein paar Runden Schritt, Trab und Galopp blieb. Im Stall sattelte ich ihn wieder ab und kontrollierte die Hufe. Jedoch war er nicht fertig mit Arbeiten, denn der Kleine war ziemlich dick geworden. Ich führte ihn in die Führanlage und stellte sie ein. Dort musste er noch ein wenig abspecken.
      Dann fing ich an die Boxen auszumisten. Die der Hengstfohlen waren schon fertig, weshalb ich nur noch die der sechs großen Hengste machen musste. Alles in allem waren die Tiere sehr pflegeleicht, weshalb ich dort recht schnell fertig war. Ich kontrollierte die Tränken und gab allen Heu, ehe ich das Kraftfutter rationierte. Genuine bekam eine halbe Schaufel Hafer, Luzerne, Kleie, Gesternflocken, Maisflocken und Rübenschnitzel. Das Selbe bekamen auch Dead, Blue und Winny. Funky bekam eine ganze Schaufel Rübenschnitzel und für Spooky musste ich wieder anders rationieren. Der Hengst bekam eine ganze Schaufel Hafer und eine Ganze Rübenschnitzel, Luzerne, Kleie, Gerstenflocken und Maisflocken gab es jeweils eine Halbe. Nach einem Blick auf die Uhr ging ich zu Spooky, und befreite ihn aus der Führanlage, ehe ich ihn in die Box brachte und er sich schnaubend auf sein Futter stürzte. Auch die anderen Hengste kamen nach und nach wieder in ihre Boxen, ehe ich mir die Hengstfohlen schnappte und auch sie wieder in den Stall brachte. Es war mir dabei doch zu gefährlich, die Stuten neben die Hengste auf die Koppel zu stellen. Seien die Hengste noch so klein. Als ich damit fertig war, ging ich zu meinen Stuten. Ohne groß zu fackeln kamen Bella, Lena, Holly, Princess, Vice, Devil, Rosy und Amarula auf die Koppel. Amarula, Devil und Rosy bekamen jedoch jede einen seperaten Teil auf der Koppel, da sie noch relativ neu in der Gruppe waren. Ich flitzte in den Stall und mistete alle Boxen aus, ehe ich die Tränken kontrollierte und den Pferden ihr Heu gab. Das Kraftfutter rationieren klappte dieses Mal sehr einfach, da alle erwachsenen Pferde von Allem eine halbe Schaufel bekamen. Die beiden Fohlen Snapper Little Lena und Miss Holly Golightly bekamen jede eine halbe Schaufel Hafer, eine halbe Schaufel Rübenschnitzel und vom Rest jeweils nur 1-2 Hände, wie die Hengstfohlen.
      Als ich damit fertig war, ging ich die Tiere wieder einsammeln. Zwar hatten sie nur gute 1 1/2 Stunden auf der Koppel gestanden, aber besser als nichts.
      Ich schnappte mir zu erst Holly und Lena. Bei Lena musste ich verdammt vorsichtig sein mit dem was ich tat, da die kleine blind war. Um so wichtiger war es, dass ich sie immer mit Holly zusammen hatte, da die kleine Rappstute der Blinden zeigte wo sie langgehen konnte und sie auch warnte, vor allem was ihr gefährlich werden konnte. "Hallo Lena", sagte ich zu der Kleinen und streichelte ihren Kopf. Natürlich lagen ihre Ohren flach am Kopf, doch wer konnte es ihr verübeln? Ich fragte mich nur stark, wie ich sie longieren konnte, oder ob das komplett flach fiel.. Ich würde schon sehen. Ruck zuck standen die Beiden in ihren Boxen und vorsichtig tastete sich Lena mit ihrem Kopf vor, bis sie im Kraftfuttereimer versank und wie Holly genüsslich kaute. Als nächstes holte ich Bella, Princess und Vice rein. Devil, Rose und Amarula brachte ich alle einzeln rein, was natürlich wieder etwas dauerte. Als sie jedoch alle drinnen waren, konnte ich mich der letzten Gruppe Pferde widmen, die ich in meinem Stall fand. Meine kleine aber feine Turniertruppe, die keine war. Da ich mich ein wenig beeilen musste, brachte ich Chocolate zusammen mit Gipsy auf die Koppel, Striga zusammen mit Gulrót, Palimé mit Vin, und Skrúður zusammen mit Hængur und Maxi. Schnell mistete ich die Ställe aus, kontrollierte die Tränken und gab den Tieren Heu.
      Gipsy und Choco bekamen vom Kraftfutter von allem eine halbe Schaufel und von den Rübenschnitzeln eine ganze, die erwachsenen Isis bekamen von allem eine halbe Schaufel. Striga und Gulrót bekamen von den Schnitzeln eine halbe Schaufel und vom Hafer eine Halbe, vom Rest jeweils nur 2 Hände voll.
      Als nun alle ihr Futter hatten, ging ich auf die Koppel und holte zu erst Striga und Gulrót rein. Dann Gipsy und Chocolate. Dann Palimé und Vin und zum Schluss die 3 Isländerhengste. Als alle zufrieden kauend in ihrer Box standen, wischte ich mir einmal über die Stirn. Nicht viel gearbeitet mit den Pferden heute und trotzdem total k.o. Leicht unzufrieden ging ich ins Haus und schnappte mir etwas zu essen, ehe ich entschied mir doch etwas Richtiges zu machen. Die nächsten Tage würde ich die Pferde der Reihe nach durchtrainieren, und mir endlich einen Stallburschen einstellen, denn so konnte es definitiv nicht weitergehen.

      September, by Cascar

      Galopprennen E- A

      Tag 1:
      Die Ranch von Verena liegt in der Türkei und dementsprechend umständlich ist die Anreise. Maria (diejenige, die das kann, mit den Rennpferden) zieht neben mir ihren Koffer vom Band und tappt dann, ähnlich zerzaust wie ich, mit mir aus dem Gebäude.
      Der Altersunterschied zwischen uns beträgt ganze fünfzehn Jahre, aber wenn wir mit unseren Schützlingen arbeiten, begegnen wir uns auf einer Augenhöhe.
      So kommt es, dass uns die liebe Auftraggeberin vom Flughafen abholt und auf den Hof bringt. Wir haben wenig Zeit und obwohl wir die ganze Nacht unterwegs waren, stellen wir nur unser Gepäck im Haus ab und gehen dann in den Stall.
      Dort riecht es, wie gewöhnlich, nach Heu und Pferd und wir lassen uns unsere zukünftigen Freunde für die Rennbahn zeigen. Ebenfalls wird uns Alexis vorgestellt, die uns mit Begeisterung die Stärken und Schwächen der beiden Vollblüter erklärt. Maria hört ihr lächelnd zu, dann schickt sie unsere neue Freundin los, Putz- und Sattelzeug zu holen.
      Jetzt sind wir allein im Stall und machen uns mit den Hühs bekannt. Mir gegenüber steht Drag me to Hell, eine hübsche, schlanke Palominostute, die mich eben mit ihrer weichen Nase inspiziert. Ich kraule ihren Hals und rede ein wenig mit ihr, bevor ich mich zur anderen Ausbilderin geselle und Supernova betrachte. Die Kleine kann ich mir irgendwie nicht so recht auf der Rennbahn vorstellen – sie kaut gemütlich ihr Heu und betrachtet uns mit höflicher Neugier. „Die ist cool.“, sagt Alexis plötzlich hinter mir und legt Sattel und Trense ab. Während Maria sie noch zurechtweißt, mit dem Leder vorsichtiger zu sein, halftere ich Hell auf und bringe sie auf die Stallgasse.
      In der folgenden halben Stunde werden beide Pferde geputzt und gesattelt. Wir haben Zeit, also bieten wir Veras Azubi an, das heutige Training für Nova zu übernehmen. Jene rastet beinahe aus und ich halte meinem Hüh rasch die Augen zu.
      Wie dem auch sei, wir haben Spaß und als wir zu fünft das Gebäude verlassen, scheint die Sonne. Es geht auf den Reitplatz, wo wir unsere Hühs gründlich longieren, bevor wir aufsteigen.
      Auf Anhieb ist Hell mir sympathisch und Alexis’ Aufregung scheint sich auf die ruhige Nova zu übertragen, denn als wir jeweils angaloppieren und in den leichten Sitz gehen (ich auf dem Hufschlag, Alex bei Ria an der Longe) arbeitet die Braune hervorragend und eifrig mit.
      Wie es sich für die erste Stunde gehört, übe ich mit meinem Pferd das Bremsen und das wage Reagieren auf die Hilfen eines Jockeys. So weiß ich bald, dass meine Liebe hier weich im Maul ist, sich aber ungern zügeln lässt. Ich reite lange, bis Hell versteht, dass ich sie an den kurzen Seiten des Platzes immer aufnehme.
      Es ist also anstrengend, nach einer Weile herrscht hier stille Konzentration und im Anschluss schwitzen alle. Ich steige sachte vom Pferd und verschwinde mit dem Palomino in den Stall. Nova ist noch nicht fertig; Alexis bekommt auf ihr jetzt ihre erste Trainingseinheit als Jockeys, sodass ich mein Hotta eben auf die Weide bringe, als der Rest meiner Herde eintrifft.

      Tag 2:
      Das Wetter ist wieder schön, wohl ein Vorteil, wenn man in der Türkei lebt. Wir sind früh auf und putzen die Pferde in ihren Boxen, heute ohne Alexis. Im Anschluss geht es auf den Reitplatz. Wir kennen es und heute haben wir wieder Musterbeispiele vor uns: die Pferde haben Muskelkater, wir longieren sie also sachte und achten mehr auf Schritt und Trab. Danach gibt es neben einem fetten Lob wieder einen entspannten Nachmittag auf der Weide.

      Tag 3:
      Der erste Tag auf der Bahn steht an, aber Maria und ich lassen uns am Morgen trotzdem Zeit. Verena begleitet uns jetzt beim Training und ich erzähle das direkt unseren beiden Pferden. Heute werde ich alle Beide im Sinne von Startbox und Lenkung trainieren, sodass ich mich mit einem Seufzer auf die Vertiefung meines Muskelkaters einstelle. Der scheint bei den Hühs übrigens besser, denn Nova bewegt sich nicht mehr ganz so träge und Hell hat ihre alte Freude am Leben wieder gefunden.
      Ich ziehe an meiner Reithose herum, als ich in den trägemachenden, warmen Sonnenstrahlen die Bahn erreiche. Ich grüße Alexis, die mir ein wenig neidisch entgegensieht. Für sie gibt es heute kaum Arbeit. Als ich dann den Sand betrete, erblicke ich meine beiden Freunde, die die Pferde longieren und schließlich in die Startbox führen. Verena bekommt gerade einen Crashkurs in Sachen Rennpferdestart, als ich Hell erreiche und mich kurz darauf von der Brüstung in den kleine Sattel schwinge.
      Sofort zerzaust der Wind meine Haare und die Stute steht still. Lauscht mit einem Ohr mir und mit dem anderen den Gesprächen der anderen. Ich nehme die Zügel auf und werde von Maria mehrmals hintereinander in die Startbox gebracht; ohne dass sich die Tore öffnen. Schließlich ist es aber so weit und Hell und ich überqueren die Startlinie. Sie rennt irgendwie. Unruhig? Es kommt mir so vor, als würde sie unnötig doll ihre Hufe aufsetzen, aber als ich ihr die Zügel etwas vorgebe, kann sie sich mehr strecken und der Galopp wird ausgeglichener.
      Unseren ersten 100 Metern folgen noch mehrere Starts; ich trainiere meine Stute in diesem Punkt auf das gute Wegkommen aus der Startbox und auch auf eine sichere Lenkung: es gilt, im Rennen möglichst schnell an die innere Bande zu kommen.
      Hell ist dann also fertig und hat, wenn auch schnaufend und stark schwitzend, ihre erste richtige Einheit auf der Bahn überstanden. Ich steige ab und übergebe die Zügel etwas nachlässig an Alexis, die das Pferd voller Eifer in den Stall zieht. Die Stute reagiert merklich angesäuert. Weiter kann ich das Gedümpel nicht verfolgen; Supernova steht nun vor mir und berührt meinen Arm zutraulich mit ihrer weichen Nase. Ich klopfe zur Begrüßung ihren Hals und lasse mich dann von Verena auf den schmalen Rücken verfrachten.
      Das Hüh ist umgänglich, wenn auch deutlich aufgedrehter als normalerweise. Etwas ungeduldig läst sie sich von Maria in die Startbox bringen und als es schließlich losgeht, nimmt sie unheimlich viel Schwung mit dem Kopf. Es ist sofort anstrengend, sie kurz zu halten. Ich habe die Liebe also ehrlich unterschätzt. Auf der Bahn ist sie nämlich ausgesprochen ehrgeizig und lässt sich nur schwer dirigieren. Dennoch beenden wir die Einheit nach zwanzig Minuten erfolgreich; ich steige ab, lobe die Kleine und verlasse die Bahn zufrieden, um duschen zu gehen. Das Pferd übergebe ich in die Obhut Verenas.

      Tag 4:
      Alexis sieht man die Freude förmlich an, als ich ihr auftrage, sich Supernova von der Weide zu holen. Es ist gerade 15:00 und ich bin auf dem Weg zu Hell, die ich heute noch longieren muss. Erst gestern habe ich festgestellt, dass sie entweder noch nicht so die Kondition hat, oder aber schnell gestresst ist.
      Verenas Auszubildende holt also ihre Stute, während ich mein Palominotier aus der Box hole und gründlich putze. Weil ich Zeit habe, flechte ich ihre kurze Mähne ein und gehe im Anschluss eine Runde spazieren. So kommt es, dass Alexis beinahe fertig ist, als wir Beide auf dem Reitplatz eintreffen und ich mit der Longenarbeit beginne.
      Hell schlägt sich gut und, soweit ich das erkennen kann, Nova auch. Die Pferde gehen dann gegen sieben wieder komplett trocken in ihre ausgemisteten Boxen.

      Tag 5:
      Die Letzte richtige Einheit vor dem Rennen erfolgt heute. Wieder geht es mit gesattelten Pferden auf die Bahn und wir trainieren Starts, Stopps und vor allem die Lenkung. Zudem beobachte ich Hell ziemlich genau und rede viel mit ihr, denn gestern hatte ich feststellen können, dass der ganze Schweiß nicht von ihrer schlechten Kondition kommt.
      Supernova brennt indes förmlich darauf, mir ihre Kraft und Schnelligkeit zu beweisen und ich erkläre sie einfach als renntauglich. Wer Ehrgeiz hat, ist auf der Bahn oft vorn.

      Tag 6:
      „Hier, du nimmst heute Hell.“, ich drücke Alexis mal wieder ein Halfter in die Hand und verschwinde dann kommentarlos in Novas Box. Ich will mir heute noch ein letztes Bild des Leistungszustandes der beiden Stuten machen und gehe dafür mal wieder auf den Reitplatz, zum longieren. Ich lasse es ruhig angehen und gebe Verenas Schützling den gleichen Auftrag. Heute wenig Bewegung, morgen viel.
      Nach der Arbeit gibt es noch einen kleinen Spaziergang über den Hof. Zur Lockerung, oder so. Im Anschluss putzen wir die Hottas, obwohl wir genau wissen, dass sie sich gleich auf der Weide wälzen. Dennoch genieße ich diesen ‚letzten’ Tag, denn – wirklich – die Stufenerhöhung von Hell und Nova geht bald in die letzte Runde.

      Tag 7:
      Ich singe Run Boy Run, als ich den Stall betrete und erkläre Hell, dass es heute auf die Bahn ging. Die Stute mampft ihr Heu unbeeindruckt weiter. Es ist früh und ich putze meine Liebe einfach in der Box. Bald darauf stößt Maria zu uns und versorgt Nova. Eigentlich pure Ironie, denn auf der Bahn werden wir das Pferd des jeweils anderen reiten.
      Apropos Bahn: dort erwarten uns Verena und Alexis in einer... irgendwie stillen, feierlichen Stimmung. Die Auszubildende hüpft dann aber aufgeregt herum, als sie erfährt, dass sie uns nachher in die Startbox bringen darf. Praktisch sofort wird sie knapp von ihrer Mentorin zurechtgewiesen.
      Wie dem auch sei; ich werde also auf Supernova geworfen und reite die Stute endlose Zirkel im Schritt, bis wir schließlich das dunkelgrüne Metallgestell betreten. Mein Pferd rastet jetzt schon beinahe aus. Hell macht das nicht ruhiger, aber Maria hat sie im Griff.
      Dann geht es los und ich kann nur noch zwischen den Pferdeohren hindurch auf die ständig wechselnden Schattierungen des Sandes blicken. Hell und Maria haben sich vor uns gesetzt und laufen außerdem innen; in der nun folgenden Kurve ändert sich praktisch nichts an unserer ‚Aufstellung’. Ich wage noch nicht, meinem Hüh die Zügel vorzugeben, dafür schwitzt es jetzt schon zu viel. Doch ich habe keine Kraft mehr und rede mir nun schon ein, ich müsse dem Pferd vertrauen und die Liebe wird das hier schon machen.
      Unter dem Motto bekommt Nova so viel Leder, wie sie möchte; sie legt einen Zahn zu und überholt Hell, kaum dass wir die Kurve verlassen haben. Ich grinse und stelle mir bildlich vor, wie mir meine Kameradin einen Vogel zeigt, aber ich habe keine Zeit, denn nun folgt der Endspurt. Auch meine Mitläuferin wird schneller, bis die Stuten schließlich Kopf an Kopf über die letzten hundert Meter der Geraden preschen.
      Peitschen brauchen wir übrigens nicht, da unsere trainierten Pferde ihre neue Stufe meist mit Bravour erreichen. So auch heute. Ich weiß es schon, als ich Supernova durchpariere – sie hat gewonnen und war ehrgeizig und schnell. Mehr kann ich nicht sagen, ich bin begeistert von ihrer Energie.
      Alexis kommt über den Boden auf uns und nimmt die Hottas an den Strick. Ich steige ab und unterhalte mich mit Maria über mein eher risikobehaftetes Sprintmanöver. Verena kommt schließlich beschwingten Schrittes zu uns und wir freuen uns alle, dass diese Stufenerhöhung erfolgreich verlaufen ist. Gegenseitig gratulieren wir uns und bevor wir morgen abreisen, putzen wir unsere Pferde ein letztes Mal und entlassen sie anschließend auf die Koppel.

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      Oktober, by Veija

      Aaron, der Neuzugang

      Aus Verenas Sicht:
      Hektisch hüpfte ich aus dem Bett und mein Blick flog zur Uhr. Verdammt, dachte ich mir. Mein neuer Trainer und Stallbursche würde bald ankommen. Ich musste die Dusche heute bleiben lassen und lief einfach in Alexis' Zimme rein. "Aufstehn, Aaron ist fast da!", sagte ich und drehte mich um. Ich sah gerade noch, wie sie erschrocken aus dem Bett fiel und dumpf auf dem Boden aufkam. "Sorry!", sagte ich gerade noch so, da hüpfte ich schon die Treppe runter, während ich mir meine Stiefel anzog. Ich öffnete die Haustür und da stand er schon. "Ich..äh.. wollte gerade klopfen", sagte er und grinste verlegen. Da stand er nun, unser neuer Trainer und Stallbursche. Ich konnte wirklich Hilfe gebrauchen. Besonders wenn ich mal ein paar Wochen weg war um Pferde zu trainieren, beruhigte es mich ungemein, wenn ich neben meiner Cousine und Auszubildenden noch jemanden am Stall hatte, der Ahnung von Pferden hatte. Sein fragender Blick riss mich aus den Gedanken. "Äh, ja klar! Willkommen auf der Gips Reminder Ranch. Ich bin Verena, die Leiterin des Hofes. Und da ist Alexis, meine Cousine und Auszubildende", gerade hatte ich den Satz beendet, lief Alexis schon die Treppe runter und fiel beinahe noch hin, hätte ich sie nicht so halb aufgefangen. "Pass auf", zischte ich leise, während sie Aaron überschwänglich die Hand schüttelte.
      "Na dann wollen wir mal..", sagte ich nun wieder lächelnd zu dem Neuen und zeigte ihm zunächst sein Zimmer. Es lag zwischen meinem und dem von Alexis. Der Arme tat mir jetzt schon leid.
      "Alexis?", fragte ich und drehte mich um. Natürlich stand sie genau hinter mir. "Würdest du Frühstück machen, ich zeig Aaron den Hof." Missmutig willigte sie ein und Aaron und ich verliesen die obere Etage, um nach draußen zu gehen. "Wir sind gerade erst aufgestanden, deshalb stehen noch alle Pferde im Stall", sagte ich zu ihm und führte ihn ein wenig auf der Anlage herum, ehe wir in den Stall gingen. Er war begeisterter Springreiter und natürlich gefiel ihm unser Springplatz besonders gut. Nur fehlte uns leider noch ein Pferd für ihn. Doch das würde sich bald schon noch finden.
      Im Stall angekommen, gingen wir zu erst die Stuten der Westernstallung durch. Bella, Lena, Holly, Princess, Vice, Devil, Cherokee, Amarula, Dancing, Summer und Hope. Besonders gefielen ihm Cherokee und Wimpy, da die beiden ein wenig eigen waren, was ihren Charakter anging. Danach gingen wir zu den Hengsten der Westernstallung und ich zeigte ihm Gen, Spooky, Ready for Action, Pow, Dayli, King, Enjoy, Ali, Winny und Blue. Spooky fand er aufgrund seiner Farbe sehr interessant und auch Blue entlockte ihm ein Lächeln. Er war kein so großer Westernfan, doch er sagte, er würde die ganze Materie gerne erlernen.
      Die Englischen Volllbüter interessierten ihn auch sehr, und er konnte gar nicht sagen ob er Hell, Nova, Jagger, Faster oder Walker am tollsten fand.
      "Nun kommen wir zum letzen Teil, meinen Sportpferden", sagte ich und zeigte ihm die restlichen Pferde: Choco, Gipsy, Striga, Skrúður, Vin, Hængur, Maxi, Palimé, Gulrót, mein neues Fohlen Peppy und meine beiden DRP's Cuba und Spirit.
      "Der Tekke und die Reitponys machen etwas her", sagte er. "Springen die auch?", fragte er mich dann, was ich mit einem Nicken beantwortete. "Generell kannst du mit allen meinen Pferden springen, doch wir werden die noch ein richtiges Springpferd hier auf den Hof holen, versprochen", sagte ich lächelnd und konnte das Strahlen in seinen Augen erkennen.
      Nachdem wir mit der Inspektion fertig waren, gingen wir ins Haus, wo Alexis uns das Frühstück gemacht hatte. Während des Frühstücks erzählte Aaron uns einiges aus seinem Leben, und dass seine Familie früher einmal Pferde gehabt hatte, doch er war zu groß für sie geworden und ein richtiges Springpferd konnten sie sich nicht leisten. Nachdem dannd er Hog, wo er Springstunden nahm, bankrott gegangen ist, hatte er den Traum vom Springen aufgegeben. Meine Anzeige hatte ihm neuen Mut gemacht, weshalb er nun hier war, um wieder mit Pferden zu arbeiten. "Das höre ich gerne!", sagte ich. "Wie wärs denn mit einem kleinen Ausritt? Alexis?", fragte ich in die Runde und sah in das vor Glück grinsende Gesicht meiner Cousine, was wohl ein eindeutiges 'Ja' war. "Aaron?", fragte ich nun an ihn gewandt und er antwortete: "Na klar, warum nicht", antwortete er lächelnd und ich biss ein letzes Mal in mein Brötchen. "Alex, räumst du ab? Ich mach dein Pferd dann soweit fertig, bis du zu uns kommst", sagte ich und blickte nun in ein sehr, sehr verärgertes Gesicht. Doch ich hatte noch ein Attentat auf sie vor, dass sie nicht ausschlagen würde. Zusammen mir Aaron ging ich dann wieder die Pferde durch, bis er sich für eines entschieden hatte. Er wollte Choco näher kennenlernen und holte ihn schonmal aus der Box, band ihn an dieser an und fing an zu putzen. Ich war mir nicht ganz sicher, welches Pferd ich holen sollte und suchte deshalb zu erst das Pferd für Alexis aus. Sie hätte mich sicher umgebacht, hätte ich ihr einen der Isländer geholt, weshalb ich sie auf meinen gelehrigen, aber stütmischen Pow setzte.
      Ich war in der Versuchung, Devil zu reiten, doch damit hätte ich die beiden Hengste verrückt gemacht, weshalb ich mich für meinen Wallach Gipsy entschied. Ein wenig Abwechslung tat ihm sicherlich gut.
      Nachdem ich Gipsy und Pow geputzte hatte, kam Alexis in den Stall und steuerte sofort den Hengst an. Sie wusste genau, dass ich niemanden außer mir Gipsy reiten lies, da er mein ein und alles war.
      Aaron sah etwas unbeholfen mit dem Westernsattel aus, weshalb ich Alexis anwies ihm zu helfen. Etwas anderes erregte meine Neugierde. Peppy brummelte ein wenig unbeholfen und tapste um ihre Mutter herum. Ihre Vorderbeine standen ein wenig komisch, weshalb ich sofort meinen Tierarzt des Vertrauens anrief. "Hallo Dr. Canary, hier ist Verena. Wäre es möglich, dass Sie in den nächsten Tagen einmal vorbeikämen? Mein vor kurzem geborenes Stutfohlen läuft nicht klar und scheint Probleme mit den Vorderbeinen zu haben....Ja, ja ok. Gut. Es wird jemand hier sein", antwortete ich ihr und legte auf. "Was ist los?", Alexis hatte sich hinter mich gestellt und schaute Peppy zu, wie sie langsam in der Box umherging. Auch Aaron hatte sich zu uns gesellt. "Ich habe gerade den Tierarzt angerufen, Dr. Canary soll sich die Stute in den nächsten Tagen einmal ansehen." Damit war das Gespräch beendet und ich machte mich daran, Gipsy zu satteln. Alle drei Pferde hatten einfache Wassertrensen im Maul und ihre älteren Sättel. Auch die Pads waren ein wenig älter. Die neuen Sachen, die ich vor kurzem gekauft hatte, wurden nur für die Shows benutzt. Ich zog allen drei noch Bandagen an, ehe ich den Sattelgurt bei Gipsy nochmals nachzog und als erste auf den Hof ging. Dort schwang ich mich hoch und ging vor. Hinter mir Aaron, als Schlusslicht Alexis. Ich zeigte den Beiden, doch vor allem Aaron die Gegend. Wir ritten an einem Fluss vorbei, der in einen See mündete. "Hier kann man im Sommer sehr gut mit den Pferden schwimmen. Ist auch hier in der Gegend der einzige See, in den man mit Pferden rein darf", erklärte ich den beiden, ehe wir umdrehten und ein Stück galoppierten. Ich hatte mich neben Aaron gesellt, weil ich sehen wollte, ob er sich auf dem Tekken halten konnte- aber auch, weil Choco manchmal ganz schön abgehen konnte, wenn er wollte. Nach dem kurzen Galopp ging ich wieder nach vorne und dann waren wir auch schon wieder am Hof, sattelten die drei Pferde ab und brachten sie auf die Koppel. Nun waren die anderen Pferde dran und ich beauftragte Aaron, sich um die Englischen Vollblüter zu kümmern, während ich mich um die Hengste und Stuten der Westernstallung kümmerte und Alexis sich um die Turnierpferde.

      Aus Aarons Sicht:
      Ich hatte von meiner Chefin den Auftrag bekommen, mich um die Englischen Volllbüter zu kümmern. Auf Hell sollte ich besonders aufpassen, da sie wohl eine kleine Zicke war. Etwas unsicher betrachtete ich mir die Palominostute, aber ebenso die Braune in der Nachbarbox, die ständig ihren Kopf zu Hell neigte und sie anbrummelte. Die Beiden schienen sich wohl zu verstehen, weshalb ich sie ans Halfter nahm und sie zusammen nach draußen auf die Koppel brachte. Nova, wie an dem Schild der Braunen stand, war das Gegenteil der hellen Stute. Sie war ruhig und gelassen, aber auch etwas trotzig, wenn ich nicht den Weg ging, den sie gehen wollte. An der Koppel angekommen, zog ich zu erst ihr Halfter aus, was sich als großer Fehler bewies, denn als sie davon galoppierte, setzte Hell einfach nach, riss den Kopf hoch und galoppierte ebenfalls über die Koppel. "Mist..", fluchte ich und ging ihr nach. Etwas widerwillig kam sie dann doch auf mich zu und lies sich das Halfter ausziehen. Meine Chefin hatte zum Glück nichts davon mitbekommen, weshalb ich nun die anderen Pferde rausholte. Jagger und Faster brachte ich auch zusammen raus. Als letztes war dann der braune Hengst dran, der mich wohl besonders ins Herz zu schließen schien. "Mal ein Kerl unter den ganzen Weibern, nicht war mein Junge?", fragte ich den Hengst und streichelte seinen Kopf, den er mir sanft in die Hand schmiegte. Er musste leider alleine stehen, da er nicht mit den Stuten zusammendurfte. Doch er konnte über den Zaun hinweg mit ihnen schmusen- es sei denn, eine von ihnen kam zum schmusen zu ihm rüber. "Armer Junge..", flüsterte ich, ehe ich die Halfter an die Zaunpfähle hing, in den Stall ging und mit dem Ausmisten anfing. Meine Chefin hatte Recht gehabt: heute morgen war noch niemand im Stall gewesen, weshalb ich einiges zu tun hatte mit ausmisten, Wasser geben und füttern. Das Füttern war so eine Sache für sich, da jedes Pferd unterschiedliche Kraftfutteranteile bekam. Bis ich da drin war, würde es wohl eine ganze Weile dauern...

      Aus Alexis' Sicht:
      Murrend stiefelte ich zu den Turnierpferden rüber. Alexis mach dies, Alexis mach das, Alexis mach mach mach.. summte ich vor mich hin, ehe ich an den Boxen ankam. Choco und Gipsy waren schon draußen. Die nächsten die ich also rausbringen konnte waren Palimé und ihr Fohlen Peppy. Zu ihnen auf die Koppel stellte ich noch Gulrót und Striga, damit die Fohlen und Jungpferde ein wenig zusammen waren. Dann brachte ich Skrúdur, Maxi und Haengur auf die selbe Koppel. Ich überlegte kurz ob ich Spirit dazu stellen konnte. Aber sie hatten genug Platz um sich aus dem Weg zu gehen, weshalb ich ihn also zu den beiden Hengsten stellte. Dann waren nur noch Vin und Cuba da, die ich doch zu den Fohlen und Palimé stellte. Dann war meine Palominostute nicht ganz so überfordert mit den Kleinen. Kaum waren alle draußen, fing ich auch schon an die Boxen zu misten und ihnen Wasser und Futter zu geben...

      Aus Verenas Sicht:
      Ich musste mich um die meisten Pferde kümmern, doch das war kein Problem, denn mir gehörten sie ja auch alle. Ich hatte mich mit dem Handy schon auf die Suche nach einem Springpferd für Aaron gemacht, und mir waren auch schon ein paar ins Auge gesprungen, doch ich war mir noch nicht so sicher, ob ich sie holen würde, denn Aaron war erst einen Tag hier. Die Verkäuferin war mir jedoch sehr vertraut, und falls sie nichts für Aaron waren, würde sie die Pferde auch zurücknehmen.
      Am Westernstall brachte ich zu erst die Fohlen zusammen auf eine Koppel. Lena, Holly, Hope, Ready for Action, King, Enjoy und End waren glücklich nochmal miteinander draußen sein zu dürfen. Bald konnte ich sie nicht mehr zusammen auf die Koppel bringen, da einige eingeritten würden und ins Training kamen. Doch solange sie klein waren, konnten sie ihr Leben noch genießen. Gen und Spooky brachte ich zu Pow auf die Koppel, der bis dato alleine gestanden hatte. Ali, Blue und Winny kamen auch zusammen. Dann waren die Hengste auch schon alle draußen. Bei den Stuten brachte ich Devil und Amarula zu Palimé, Vin und Cuba. Da Palimé die Chefin dieser Herde war, würden Devil und Amarula sich unterordnen müssen.
      Bella brachte ich mit Vice und Cherokee auf die Koppel, ehe als letztes meine beiden neueren Pferde rausstellte: Summer und Moon, wie ich sie gerne nannte. Als alle draußen waren, mistete ich die Boxen und stattete sie alle mit Heu aus, ehe ich jedem der Pferde Kraftfutter rationierte, bevor ich Alexis und Aaron ins Haus schickte etwas zu kochen, denn es war schon Abend geworden in der wunderschönen Türkei und es war schon am Dämmern. Nun mussten alle Pferde wieder rein, was ich auch in einer dreiviertel Stunde geschafft hatte.
      Ich ging ins Haus, wo die beiden auf mich warteten und wir gemeinsam etwas aßen. "Und wie gefällt es dir bis jetzt hier, Aaron?", fragte ich ihn. "Ganz gut, wirklich!", antwortete er mir und grinste bis über beide Ohren. Ich lies es damit gut sein und lächelte kurz. "Morgen ist wieder viel zu tun, geht euch ausruhen, ich räum das hier auf", sagte ich und fing an die Spülmaschine einzuräumen. Die beiden gingen nach oben, während ich die Küche in Ordnung brachte und die Person anrief, von der ich die Springpferde kaufen wollte. Ich durfte mir die Tiere mal anschauen kommen.
      Voller Vorfreude ging ich noch einmal kurz durch den Stall, um zu schauen, ob auch wirklich alles in Ordnung war. Dann ging ich ins Bett. Morgen würde ich die Tiere gucken fahren.

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      Oktober, by Veija

      Galopprennen A- L

      Etwas betrübt sah ich aus dem Fenster. Der Sommer war vorbei und auch der Herbst neigte sich so langsam dem Ende zu. Die Rennsaison war schon einige Zeit vorbei, weshalb nun die letzten Tage waren, wo ich ohne Gefahr auf die Rennbahn gehen konnte. Ich hatte Alexis und Aaron aufgetragen Hell und Nova zu satteln und warmzureiten, denn Alexis und ich würden die zwei heute im Galopprennen auf die Stufe L bringen. Das war kein großer Unterschied zur Stufe A, jedoch würden bessere und schnellere Pferde mitlaufen. Kurz überlegte ich, ehe ich mich doch dagegen entschied Jagger, Faster oder Walker mitlaufen zu lassen. Das war einfach zu gefährlich für die drei, da sie erst auf der Stufe E waren.
      Nachdem ich nun noch meinen Apfel fertig gegessen hatte, zog ich meine Schutzweste und meinen Helm mit der Brille an, ehe ich raus ging um zu schauen, ob die Pferde fertig waren. "Guten Morgen!", grüßte ich die beiden und hatte sie wohl bei etwas gestört, denn sie zuckten heftig zusammen und die Pferde waren auch noch nicht fertig. Etwas missmutig sah ich sie an. "5 Minuten, dann will ich euch und die Pferde fix und fertig an der Bahn sehen, sowie dich, Alexis, mit Schutzweste, Helm und Brille. Dich Aaron, mit zwei Stoppuhren." Eine klare Ansage, die ich da gegeben hatte. Also ging ich schon zur Bahn und stiefelte ein wenig im Sand herum. Er war zwar nass, aber es lagen nirgendwo Blätter und wir konnten noch rennen. Nach sagenhaften 10 Minuten kamen die beiden mit den Pferden angejoggt. Ich gab Aaron meinen Helm und half den beiden hoch. "Reitet sie im Schritt und Trab auf der Bahn war. Wenn ich auch nur einen Galoppsprung sehe, gibts Ärger", ja, ich war nun wirklich sauer. Meine beiden Angestellten sahen mich sauer an und ritten eine Runde im Schritt, ehe sie zwei trabten und auf mein Zeichen hin doch langsam Galoppierten. Als sie wieder bei mir waren, bekam ich meinen Helm zurück und schwang mich selbst auf Hell. Alexis war sie geritten und musste nun umsteigen auf Nova. Aaron hatte ich nicht zugetraut die Stute zu reiten, weshalb er die ruhigere Nova geritten ist. Nach ebenfalls einer Runde im lockeren Galopp, gingen wir in die Startboxen, die die beiden schon kannten und preschten los. Hell hatte sich zu Beginn schon versprungen, da sie mit solcher Wucht aus der Box galoppieren wollte, dass sie Nova nicht einholen konnte. Mit einem lauten Pfiff gab ich zu erkennen, dass ich aufgab, Alexis jedoch weiterlaufen sollte. Im lockeren Trab ritt ich zu Aaron und der Uhr zurück, als Alexis mit Nova ankam und gar nicht so schlecht in der Zeit lag. Zum Schluss übten wir noch ein paar Mal das Starten, ehe ich Hell Alexis und Nova Aaron in die Hand drückte. "Trockenreiten, absatteln, Decke und ab in die Box", gab ich nun Anweisungen, jedoch mit einem Lächeln im Gesicht, denn die beiden Englischen Volllbüter durften nun in der Klasse L starten!

      November, by Zion

      Hufschmiede Kaltes Eisen

      Ich habe kurzfristig noch einige Aufträge bekommen und konnte so nicht bei Sunnyyy bleiben. Als ich mich von Sunnyyy verabschiedete machte ich mich auf den Weg zu Veija. Heute sollte ich bei ihren Englisches Vollblüter die Hufe machen. So ich bin jeetzt da.
      "Hallo Fiona!"; sagte Veija. Und ich sagte ebenfalls Hallo. Dann gingen wir in den Stall um Hell zu holen. Veija hielt hell fest und ich holte meine Werzeuge und Aluminium Hufeisen. Ich musste die Hufe kürzen,ausschneiden und ggf. korrigieren. Das kürzen war kein Problem, bis auf ein bisschen wegzucken. Korriegieren musste ich nicht, aber auschneiden. Hierbei zappelte sie zeimlich, aber Veija konnte sie gut halten. dann kam das beschlagen. Das war vielleicht eine Arbeit, weil sie dauernt zappelte und tänzelte. Aber dann ging doch alles gut. So Hell war fertig und Veija und ich gingen mit der jetzt gesattelten Hell auf die Rennbahn. Veija sollte nähmlich gucken ob sie mit den neuen Eisen auch gut läuft. Nach dem Ritt sagte Veija: " Ja sie lief super, Danke" Ich war zufrieden und dann brachten wir Hell wieder in die Box. Ich unterhielt mich noch mit Veija bis ich das nächste Pferd machte.

      November, by Islandpony

      Tierarztbericht, Komplettcheck

      Auch heute ging es wieder weiter mit meiner Arbeit als Tierärztin. Ich saß schon seit geraumer Zeit im Auto und fuhr über alle möglichen Schnellstraßen um zum Quarter- und Painthorsegestüt von Verena zu kommen. Hier hatte ich einige Pferde komplett durchzuchecken. Ich mochte Paint Horses, deswegen freute ich mich ganz besonders auf den heutigen Auftrag.
      Diesmal fand ich den Hof fast direkt. Schon vom weiten sah ich hübsche, in allen Farben gescheckte Pferde auf den Koppeln stehen. Aber auch einfarbige Pferde entdeckte ich. Welche ich wohl behandeln würde? In der E-Mail stand, ich solle einfach ins erste Stallgebäude kommen, Verena würde dort schon mit dem ersten Pferd auf mich warten. Also stieg ich aus dem Auto und lief dann in das erste Gebäude, das ich sah. Dort stand bereits eine junge Frau neben einem englischen Vollblut. Nanu, doch kein Paint Horse… Und auch kein Quarter. Na ja, egal. „Hallo, ich bin die Tierärztin“, stellte ich mich vor. „Oh, hallo. Ich bin Verena und das ist Drag Me To Hell. Dein erster Kandidat“, antwortete Verena. „Okay, dann fange ich doch mal an“, meinte ich und ging zu der hübschen Palominostute hin. „Na du?“, fragte ich leise und hielt ihr meine Hand zum Beschnuppern hin. Sie schnaubte freundlich und stieß mich dann schwungvoll mit der Nase an. Offensichtlich wollte sie ein Leckerli. Aber… so schön sie auch war, so ein Verhalten konnte ich nicht belohnen. Also ignorierte ich sie einfach. Hinterher würde sie wie jeder meine Patienten etwas bekommen. Als erstes fasste ich an die Ganasche und maß die PAT-Werte. 37 Pulsschläge in der Minute. Ein normaler Ruhepuls. Die Atmung betrug meiner Zählung nach 12 Züge in der Minute. Während ich das maß stand die Stute brav still, was aber wahrscheinlich damit zusammenhing, dass sie von Verena gekrault wurde. Als ich jedoch das Thermometer nahm, sah ich ein freches Blitzen in den Augen. Ich wollte auf die Stute zu gehen und messen, aber sie drehte sich um drei Schritte. Ich folgte ihr und versuchte es wieder. Genau dasselbe wie vorher. Wir drehten uns dreimal herum, bevor ich sie am Kopf erwischte und festhielt. „So geht es nicht!“, schimpfte ich sie aus und hielt sie dann gemeinsam mit Verena fest. Das Schimpfen schien jedoch nichts genutzt zu haben. Jetzt ging sie rückwärts. So band ich sie schließlich beidseitig sehr eng an und konnte damit die Temperatur messen. Ganz schön frech. Wenn sie noch Angst gehabt hätte, hätte ich das ja verstanden, aber sie wollte mich ja nur verarschen. Es piepste. 37,8 Grad. Im grünen Bereich. „Kannst du sie mir bitte einmal vortraben?“, bat ich Verena und sie nickte. Dann gingen wir raus auf den Hof und die beiden liefen im Trab einmal auf und ab. Sie lahmte nicht und es schien auch keine Verspannungen zu geben. Also kein Problem. Die Augen leuchteten in einem frechen Schwarz und die Zähne waren auch in Ordnung. Jetzt noch Impfen und die Wurmkur, dann waren wir fertig. „Kannst du sie bitte halten? Nicht das sie beim Impfen erschreckt“, bat ich Verena. Sie nickte. Dann bereitete ich die Spritzen gegen Influenza, Tetanus und Tollwut vor. Neugierig sah Drag Me To Hell mich an. Ich nahm die Influenza Impfung und setzte sie. Die Stute ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und knabberte meine Jacke an. So ging es auch mit Tetanus und Tollwut weiter. Auch auf die Wurmkur reagierte sie sehr brav. „Na du bist aber eine Liebe“, lobte ich sie und Verena brachte sie zurück in den Stall. Dann gingen wir weiter zum nächsten Pferd.
      Als nächstes war eine braune Stute namens Supernova an der Reihe. Wieder ein Englisches Vollblut. Inzwischen hatte Verena mich jedoch aufgeklärt, dass ich heute nur diese Rasse zum Behandeln hatte. Die Braune stand bereits angebunden am Putzplatz und blickte mir gelassen entgegen. Ich begrüßte sie, indem ich sie an meiner Hand schnuppern ließ und dann über den Hals strich. Sie blieb völlig entspannt, als ich den Puls maß. 30 Schläge pro Minute. Das war völlig in Ordnung. Bei der Atmung zählte ich 11 Züge. Dann maß ich die Temperatur. Verwundert sah die Stute mich an, ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. 38,0 Grad. Also waren die PAT-Werte in Ordnung. Dann nahm Verena die Stute am Strick und trabte einmal über den Hof. Sie lief klar und hatte wunderschöne Gänge. „Gut, laufen tut sie Prima!“, rief ich Verena zu. Sie kam zu mir zurück und ich begutachtete Augen und Zähne der Braunen Stute. Die Augen waren hübsch, tränten jedoch ein wenig. Ich machte mir ein wenig Sorgen darüber und zog deswegen eine kleine Tube mit Creme aus der Tasche. „Einfach jeden Tag rund ums Auge cremen, lieber zu viel als zu wenig. Nicht, dass es noch eine Entzündung gibt“, erklärte ich Verena. Sie nickte. „Und in den nächsten drei Tagen nicht allzu starkem Wind aussetzen“, fügte ich noch hinzu. Die Zähne waren völlig in Ordnung, da gab es nichts zu meckern. Dann bereitete ich die Impfungen vor. „Ist sie bei so was brav?“, fragte ich vorsichtshalber noch mal nach, bevor ich die Influenza-Impfung setzte. „Sie ist eigentlich immer brav“, antwortete Verena stolz. Das stimmte. Supernova stand bei allen drei Impfungen, sowie bei der Wurmkur völlig brav still und döste sogar ein wenig. Damit war die Braune Stute fertig.
      Als nächstes wartete eine süße Red Roan Stute mit dem Namen „I´ve got the Moves Like Jagger“ auf mich. Neugierig kam sie uns gleich entgegen, nahm das Begrüßungsleckerli von Verena und schnupperte mich dann erstmal neugierig von oben nach unten ab. „Du bist ja eine Liebe“, sagte ich und kraulte sie hinter den Ohren. Sie schloss entspannt die Augen und ließ mich machen. Die Pulswerte betrugen 29 Schläge pro Minute. Ziemlich wenig, aber das machte mir keine Sorgen, so tiefenentspannt wie die Süße war. Pro Minute waren es zehn Atemzüge. Nun kam das Thermometer an die Reihe. Ein wenig verunsichert beäugte Jagger mich und trat einen Schritt zur Seite. Trotz ihrer Unsicherheit ließ sie sich brav die Temperatur messen und ich kraulte sie dabei. 37,9 Grad. Die Augen waren hübsch und leuchteten. Und die Zähne waren zwar ein wenig schief, jedoch nicht bedenklich. „Bitte auch vortraben“, bat ich Verena. Diese nickte und band die Stute los. Dann führte sie sie aus der Stallgasse auf den Hof und schnalzte. Brav lief Jagger mit und ich konnte keine Probleme erkennen. Dann bereitete ich die Impfstoffe vor. Die Wurmkur sollte die Stute als Tablette bekommen. Ich impfte als Erstes Tollwut. Oder zumindest versuchte ich es. Aber als Jagger die Spritze nur sah, wich sie schon erschrocken nach hinten auf. Das fand sie gruselig. „Hoppala, ist doch nur ein kleiner Pieks, dann ist es vorbei“, beruhigte ich sie. Trotzdem wollte sie mich nicht ranlassen. Erst als Verena und einer ihrer Stallburschen sie gemeinsam festhielten, schaffte ich es, mich ihr zu nähern und die Spritze zu setzen. Nervös tänzelte Jagger los, aber als drei Leute sie mit vereinten Kräften beruhigten, entspannte sie sich wieder. „War doch gar nicht so schlimm“, beruhigte ich sie und setzte gleich noch Tollwut. Diesmal erschrak sie nicht mehr. Offensichtlich war es nur das unbekannte Ding gewesen. Auch bei Tetanus passierte jetzt nichts mehr. „Siehst du? Schon vorbei“, sagte ich ruhig und gab ihr dann eine Schüssel mit Futter und der Wurmkurtablette drin. Das fraß sie brav und damit war sie dann auch entlassen. „Du warst doch ganz lieb“, lobte ich sie. Dann brachte Verena sie zurück in ihre Box.
      Als nächstes war die Stute „Faster“ an der Reihe. „Achtung, sie hat Angst vor Tierärzten“, warnte Verena mich bevor ich zu der braunen Stute hinging. Ich nickte. „Das bekommen wir schon hin“, sagte ich zuversichtlich. Faster stand bereits angebunden in der Stallgasse und sah uns neugierig entgegen. Als sie jedoch mich als Tierärztin erkannte, blähte sie erschrocken die Nüstern und wich nach hinten. „Hui, hat da jemand Schiss?“, fragte ich mit lieber, beruhigender Stimme. Sie entspannte sich bei diesem Klang zusehends, kam jedoch nicht näher auf mich zu. „Schau mal, stell dir vor, du bist bei deinem nächsten Rennen krank, weil ich dich nicht untersucht habe“, sprach ich weiter. Es war eigentlich völlig egal, was ich sagte. Hauptsache, sie hörte meine Stimme. Trotzdem wollte ich beim Thema bleiben und nicht über Koala Bären sprechen. „Das wäre doch schrecklich oder?“, meinte ich. Langsam kam sie auf mich zu und ich konnte sie am Hals kraulen. „Und wir können es auch ganz schnell hinter uns bringen. Du musst nur gut machen“, beruhigte ich sie weiter. Während ich kraulte, fuhr ich vorsichtig mit einer Hand zur Ganasche, um den Puls zu messen. 45 Schläge pro Minute. Ziemlich hoch, aber da sie sich gerade ganz schön erschrocken hatte, schob ich das darauf. Die Atmung betrug 14 Züge in der Minute. Das war noch ziemlich normal, wenn auch ein bisschen schnell. Dann kam das Thermometer. Hier half mir Verena wieder, indem sie Faster festhielt. Als Verena da war, beruhigte sich die Stute. Trotzdem zuckte sie ziemlich, während ich die Temperatur maß. 37,6 Grad. Okay, die PAT-Werte waren kein Problem. Dann ließ Verena die Stute vortraben. Ich sah keine Gangfehler und nickte ihr zu. Die Augen waren völlig in Ordnung, genauso wie die Zähne. Da ich nicht wollte, dass Faster bei den Spritzen Angst bekam, gab ich ihr die Impfungen als Tabletten, genau wie die Wurmkur. Das akzeptierte sie gut. Danach führte Verena die Stute wieder in ihre Box.
      Das nächste Pferd war ein brauner Hengst, welcher bereits im Hengststall angebunden war. Er trug den Namen Firewalker. Mit einem freundlichen Schnauben begrüßte er Verena und kuschelte sich gleich an sie. Ein süßes Pferd. „Ich halte ihn einfach. Wenn ich dabei bin, ist er meistens braver“, erklärte Verena mir und band den Hengst los. Ich nickte und streichelte den Großen erstmal zur Begrüßung. Er beschnupperte mich freundlich und ließ es dann brav über sich ergehen, dass ich den Puls maß. 35 Schläge pro Minute. Mittelfeld. Super. Die Atmung betrug 12 Züge in der Minute. Während Verena ihn kraulte, konnte ich auch ganz leicht die Temperatur messen. 37,9 Grad. Auch okay. Die Augen leuchteten und ich konnte keine Anzeichen von bevorstehenden Entzündungen entdecken. Mit den Zähnen verhielt es sich genauso. „Bitte einmal vortraben“, bat ich. Verena nickte und trabte mit Firewalker einmal über den Hof. Er lief klar und ganz problemlos. „Alles klar. Dann nur noch Impfen und Wurmkur“, rief ich Verena zu und sie kam wieder zu mir. Ich bereitete die drei Impfungen und die Wurmkur, die er auch als Spritze bekommen sollte, vor. Dann spritzte ich die Influenza Impfung. Während Verena ihn beruhigte, stand der Hengst ganz ruhig und brav da. Bald waren wir mit den Spritzen fertig. Dann ging es weiter zum nächsten Pferd.
      Als letztes für heute war der Jährling Wildfire xx an der Reihe. Er kam gleich an die Boxentür, um uns zu begrüßen. Ich hielt ihm die Hand hin und ließ ihn schnuppern. Offenbar fand er meinen Geruch interessant. Verena holte ihn raus und band ihn an. Brav stand er da und beäugte mich neugierig. Er ließ sich den Puls messen. 39 Schläge pro Minute waren in Ordnung. Die Atmung betrug 13 Züge pro Minute. Auch das war völlig okay. Dann kam ich mit dem Thermometer. Zuerst beschnupperte der Kleine das Ding und stufte es dann wohl als uninteressant ein. Jedenfalls ließ er sich brav die Temperatur messen. 38,1 Grad. Komplett in Ordnung. Die Augen leuchteten lebensfroh. Und die Zähne waren auch in Ordnung. Noch voll klein. Süß. „Bitte auch mal vortraben“, bat ich Verena. Sie nickte, band Wildfire los und trabte mit ihm los. Die Gänge waren noch ein wenig unsicher, aber er war ja auch noch klein. Trotzdem lahmte er nicht und das war ja die Hauptsache. Ich nickte Verena zu und bereitete dann die drei Impfungen vor. Vorsichtig spritzte ich ihm die Influenza Impfung. Wildfire sah mich erschrocken an, aber blieb ansonsten ruhig. „Ist doch alles gut“, beruhigte ich ihn. Bei den beiden anderen Impfungen blieb er ruhiger. Dann spritzte ich noch die Wurmkur ganz hinten auf die Zunge. Er schluckte es brav. Damit waren alle Pferde fertig. Verena brachte Wildfire noch rein und dann verabschiedeten wir uns und ich fuhr zurück nach Hause.
    • Veija
      Januar 2015, by Veija

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      Galopprennen L- M

      Völlig gestresst war ich meine Angestellten am Zusammenpfeifen. Nichts klappte, und die Vollblüter waren nervös wie sonstwas, weshalb ich noch wuschiger wurde. Drag me to Hell musste von L auf M gebracht werden, Supernova ebenfalls, Jagger von A auf L, Faster ebenfalls von A auf L und Firewalker auch. Filly wollte bewegt werden und Abby musste noch in Dressur weitergebildet werden. Nämlich von E auf A, aber von einer bekannten Trainerin, nicht von mir oder meinen Leuten selbst.
      "Caleb!", fauchte ich ihn an und betrachtete Filly, der mit angelegten Ohren hinter ihm herstapste. "Be careful, please don't pull him like that", pflegte ich bei und sah, wie Filly beim Klang meiner Stimme die Ohren nach vorne legte. "Gooood boy.", sagte ich leise und streichelte ihm kurz über den Kopf. "Alexis, hast du Hell und Nova schon fertig?", rief ich zu ihr rüber und sah mir Aaron an, der wohl doch Angst vor Abby hatte. "Gleich", rief Alexis rüber, doch ich war schon auf dem Weg zu Aaron. "Hey, lass mich dir helfen", befahl ich ihm im freundlichen Ton und nahm ihm den Führstrick ab. "Stell dich so neben sie..", erklärte ich und ging ein paar Schritte. "Wenn sie dir zu weit nach vorne kommt, box sie mit deinem Ellenbogen in die Schulter, und schick sie rückwärts. Sie soll gefälligst hinter dir gehen", sagte ich lächelnd und demonstrierte ihm, was ich meinte. Ich gab ihm den Strick wieder und er musste sie ein paar Mal rückwärtsgehen lassen, ehe sie den Kampf aufgab und er lächelnd zu mir sah. "Gut, nun bring sie nach hinten auf die Kleine Weide, Caleb, go with Aaron and take Filly to the meadow right from Abby then", sagte ich und lies die Beiden ziehen, während ich zu Alexis ging. Hell und Nova waren soweit fertig, ich half Alexis nur noch sie zu bandagieren, ehe wir uns die Helme schnappten und zur neuen Ovalbahn gingen. Ich musste Drag ein paar Mal rüberschieben, weil sie mich ständig über den Haufen rennen wollte. Na das konnte ja lustig werden, dachte ich mir und gab Alexis noch ein paar Anweisungen, wie sie sich verhalten sollte, wenn Nova überschwänglich wurde und unkontrolliert losgaloppierte. Zu erst sollte sie sie laufen lassen, ehe sie sie runterriegeln sollte. Ich hatte Caleb beauftragt, sobald er mit Filly fertig war, Gipsy zu satteln und ihn als Track-Pony zu holen. Außer Caleb lies ich wirklich keinen auf meinen geliebten Gipsy... Er sollte am Ziel warten und uns entgegenkomm. Hinzu kam dann noch Aaron auf Emilio, jedoch mit englischer Ausrüstung, um Caleb ein wenig zur Seite zu stehen.
      Gesagt getan: Wir gingen in die Startboxen, was schon mehr als schwierig war, da Hell wie eine Diva rumzickte und sich einfach nicht gefangen bekam. Irgendwann reichte es mir dann auch, so dass ich abstieg und sie mit starkem Rucken am Zügel zum Rückwärtsgehen zwang. Sie kam mit ihrem Hintern an der Startbox an und drückte sich ängstlich dagegen. "Lass es jetzt!", schnauzte ich sie an und schwang mich in den Sattel. Nova stand schon bereit und auch wir bequemten uns nun in die Box. Ich drückte auf den Timer und nun hieß es warten. 10..9..8..7..6..5..4..3..2..1.. Klack. Die Türen sprangen auf und Hell bäumte sich in der Box auf, während Nova aus der Startbox herausschoss. "Was zur..", fluchte ich und drückte ihr meine Fersen in die Rippen, nachdem sie wieder auf allen Vieren stand. Nun sprang sie wie von der Tarantel gestochen aus der Box und preschte Nova hinterher. Heute klappte auch wirklich gar nichts, denn ich merkte, dass ich Hell nicht zurückgenommen bekam, weil sie Nova einfach nur überholen wollte. Na hoffentlich tat sie sich dabei nicht weh. Nova war noch 3 Pferdelängen entfernt, als ich Calebs und Aarons geschockte Gesichter in der Ferne sah. Aaron war schon auf dem Sprung, um uns abzufangen, doch Caleb hielt ihn fest. Gut so. Caleb verstand die Kunst des Reitens um Längen besser als Aaron, doch der junge Mann lernte ja noch. Kurz pfiff ich Alexis zu. Sie schien es gehört zu haben, denn sie versuchte Nova langsamer zu bekommen. Endlich kamen wir neben ihnen an und ich nickte. Erneut schossen beide Pferde in vollem Tempo nach vorne. Nova hatte noch nie eine Chance gegen Hell gehabt, da die Stute einfach um Längen größer war und auch an Schnelligkeit einiges mehr beweisen konnte. Aaron schaute uns nur geschockt an, als wir zwischen den Beiden hindurch galoppierten. Emilio waren die beiden schnellen Pferde nicht so geheuer, weshalb er geschockt nach hinten sprang. Doch Aaron konnte sich halten, weshalb nichts passierte. Langsam liesen wir die Pferde auslaufen und klopften die Hälse der verschwitzten Stuten. "What the hell..", fing Caleb an, als er und Aaron zu uns aufschlossen. "Did she rised in the box?!", Caleb schien völlig verwirrt. "Yeah, but it's okay. If she does it at a real race, she would be also fast enough to get placed I think. But we have to train it. It should not happen anymore. It's too dangerous.", erklärte ich ihm und schwang mich von Hells Rücken. Die anderen drei stiegen auch ab, ehe wir alle Pferde zurück brachten, sie absattelten, ihnen Decken auflegten und sie in die frisch gemisteten Boxen stellten, wo sie sich sofort auf ihr Kraftfutter stürzten- alle bis auf Emilio, da er weiterhin Track Pony spielen musste.Wir tauschten sie dann gegen die drei schon gesattelten Vollblüter Jagger, Faster und Walker. Caleb ritt Walker, ich Faster und Alexis Jagger. Es war mir zu gefährlich Aaron auf eines der Vollblüter zu setzen. Er war zwar schonmal ein Rennen mitgelaufen, jedoch reichte das auch vollkommen für den Anfang. Mit Emilio zusammen war er als "Tracker" wirklich besser aufgehoben.
      Zu viert gingen wir dann also zur Bahn. Aaron und Emilio stellten sich an das Ende unserer Strecke und wir versuchten, die drei in die Boxen zu bekommen, ehe ich den Timer stellte. 10..9..8..7..6..5..4..3..2..1..Klack. Die Türen öffneten sich und ich hörte, wie Caleb Walker lautstark antrieb. Dieser Spinner. Er war eben doch nur die Westernpferde gewöhnt. Lachend trieb ich meine Faster an und preschte los. Sie konnte sich gut neben Walker halten, doch Jagger war schneller. Es kam also doch auf die Größe an, dachte ich mir- war ja eben bei Nova und Hell genauso gewesen. Es dauerte wirklich nicht lange, bis wir ins Ziel einliefen. Alexis hatte mit Jagger gewonnen, danach kam Caleb mit Walker und das Schlusslicht bildeten Faster und ich. Ich hatte die Stute jedoch bewusst zurückgenommen, da sie ja auch nicht mehr die Jüngste war. Eigentlich lief sie auch nur aus Spaß mit. Das hier war auch ihre letzte Stufenerhöhung- obwohl: vielleicht packte sie die Klasse M auch noch. Dann war aber genug.
      Wir lobten die Pferde und brachten sie wieder in die Stallungen, ehe wir sie absattelten, kurz die Hufe kontrollierten, ihnen Decken auflegten und sie wieder in die Boxen konnten. Aaron und Alexis gingen Filly und Abby holen und Caleb und ich kontrollierten noch einmal die Beine der Rennpferde, ehe wir ins Haus gingen. Aaron und Alexis kamen schon zurecht.
      Heute war ein erfolgreicher Tag gewesen. Hell und Nova waren im Galopprennen auf der Klasse M, Faster, Jagger und Walker auf der Klasse L. In ein paar Wochen ging es dann weiter.

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      Pflegebericht für die Englischen Vollblüter

      Meine geliebten Vollblüte waren zur Zeit alle im Training. Hell und Nova liefen schon Galopprennen der Klasse M. Sie waren beide nicht mehr weit davon entfernt, in der Klasse S zu laufen.
      Doch auch die anderen Galopper machten sich gut und entwickelten sich prächtig. Besondere Fortschritte machte meine neue Stute Abby. Sie war nicht nur im Springsport ein Crack, sondern auch in der Dressur. Momentan hatte sie ein Training hinter sich, bei dem eine bekannte Trainerin sie auf die Stute A gebracht hatte. In ein paar Wochen würde sie die ersten Turniere in dieser Klasse gehen, ehe ich sie selbst auf die Stute L weiterbilden würde. Vielleicht würde ich auch Springen vorziehen, je nachdem wie weit Aaron mit seiner Arbeit mit ihr war.
      Bei den Pferden angekommen, legte ich Nova und Hell eine Weidedecke auf und brachte sie auf die Schneebedeckte Weide. Sie waren es gewöhnt, bei Kälte draußen zu stehen. Auch Faster, Jagger und Abby kamen auf die Koppel. Nur der arme Firewalker kam allein in die Halle, wo er sich austoben konnten. Ihm fehlte noch ein Kamerad, mit dem er zusammen auf die Koppel konnte. Große Hoffnungen setzte ich da in den kleinen Wildfire, dass er und Walker sich später einmal gut verstehen würden.
      Als alle Pferde aus den Boxen waren, fing ich an zu misten. Das dauerte, und dauerte. Doch nach gut einer Stunde war ich fertig und schnitt haufenweise Säcke mit Pellets auf, die ich in die Boxen schüttete. Jedes Pferd bekam zwei Säcke Pellets, auf denen sie eine Weile laufen konnten. Diese hatten den Vorteil, dass die Pferde sie nicht so gerne auffraßen und die Boxen leichter sauber zu halten waren.
      Nach dem Misten bekamen alle ihre Rationen Heu in die Box gelegt, nachdem ich die Tränken kontrolliert hatte. Zum Schluss mischte ich allen ihr Kraftfutter, ehe ich Walker aus der Halle reinholte und ihn mitsamt Decke in seine Box stellte. Auch die fünf Mädels kamen wieder in ihre Boxen und stürzten sich gierig auf ihr Kraftfutter. Lächelnd kontrollierte ich, ob alle Boxen richtig verschlossen waren und ging dann wieder ins Haus, um mich aufzuwärmen. Es war wirklich kalt draußen.
    • Veija
      Februar 2015

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      by Veija

      Galopprennen M-S

      Heute war es mal wieder so weit. Die Vollblüter konnten mal wieder eine Stufe höher trainiert werden. Lächelnd sah ich meinen Mitarbeitern zu, wie sie die Pferde fertig machten. Zunächst würde Aaron mit unserem Trackpony Emilio auf die Bahn gehen und ihn ein wenig reiten, ehe Caleb und ich mit Supernova und Drag me to Hell auf die Bahn gehen würden. Die beiden Stuten würden nämlich nach dem Training in der Klasse S laufen, was ein gutes Licht auf unseren Hof werden würde. Im Sport laufende Pferde, die zudem noch gut abschnitten, waren immer wieder einen Blick auf die Homepage oder einen Besuch wert.
      Doch genug nachgedacht, freudig schwang ich mich auf Hells Rücken und ritt sie zur Ovalbahn. Heute war meine Dame besser gelaunt als das letzte Mal, weshalb wir sie sehr schnell in der Startbox hatten. Nova folgte ohne zu zögern mit Caleb, und schon waren wir in der Box. Ich streichelte meiner Stute kurz über den Hals, ehe Alexis den Timer stellte und die Türen aufflogen. Hell schoss so schnell aus der Box, dass ich mich in ihrer Mähne festkrallen musste, um nicht von ihrem Rücken zu fallen. Nach einem kurzen Blick nach hinten sah ich, wie verdutzt Caleb uns nachschaute und Nova antrieb. Hells Galoppsprünge wurden von Sprung zu Sprung länger und raumgreifender, so dass Caleb und Nova keine Chance hatten uns einzuholen. Größere Pferde waren eben doch ab und an von Vorteil.
      Während wir so galoppierten hatte ich Alexis aufgetragen, Faster, Jagger und Walker fertig zu machen. Es dauerte auch nicht mehr lange, da war ich mit Hell durch die Ziellinie galoppiert, gefolgt von Caleb und Nova.
      Wir lobten die Pferde ausgiebig und brachten sie in den Stall, wo wir sie absattelten und wieder in ihre Boxen brachten. Ich schnappte mir nun die ältere Stute Faster, Alexis Jagger und Caleb den Hengst Walker. Nach dem Training konnten die drei in der Stufe M starten.
      Aufgeregt stellten wir uns auf, stellten den Timer ein und los gings. Ich hielt Faster ein wenig zurück, da sie eine leichte Erkältung hatte. Walker und Jagger preschten davon und ich merkte, wie gerne Faster laufen wollte, doch nicht mit ihrer Erkältung. Sie schlug sich gut und kam nur circa 7 Pferdelängen hinter den anderen beiden ins Ziel, doch das war wirklich okay. Gewonnen hatte Walker, der heute in Höchstform war. Lächelnd stich ich mir meine Haare aus dem Gesicht und ritt die Stute zur Stallung, wo wir alle Pferde absattelten und versorgten. Schließlich wurden ihre Trainingspässe geändert, so dass Hell und Nova nun in der Stufe S und Walker, Jagger und Faster in der Stufe M starten durften.

      by Loulou

      Tierarztbericht für alle Pferde

      Heute hatte ich wieder einen Großauftrag vor mir. Ich sollte alle Pferde von Verena behandeln. Von meiner Wohnung bis zu ihr war es nicht sehr weit, weshalb ich sehr schnell bei ihr war. Außerdem freute ich mich, da ich meine Beiden Pferde Snuff und Steel Heart besuchen konnte. Leider mussten mich meine Pferde verlassen, da ich beruflich bedingt umziehen musste und die Pferde nicht mitkommen konnten.
      Bei Verena angekommen verwickelte mich Caleb zunächst in ein Gespräch und wollte mich gar nicht mehr gehen lassen. Als ich mich dann endlich von ihm lösen konnte, kam mir Verena auch schon entgegen und umarmte mich lächelnd. Wir redeten eine Weile, bevor wir uns zu dem ersten Pferd begaben. Die erste war Drag me to Hell, die ihre alte Besitzerin sofort erkannte. Sie wiehrte mir freudig entgegen und streckte ihren Kopf aus der Box heraus, um gestreichelt zu werden. "Na mein Mädchen?", sagte ich und nahm sie raus. Es folgte eine allgemeine Untersuchung aller Vitalwerte, doch die waren top in Ordnung. Ich schaute mir ihren Pass an, ehe ich die nötigen Impfungen auffrischte und ihr die Wurmkur verpasste. Zum Schluss wurde sie gechippt, was ihr nicht so wirklich gefiel, aber das musste sein.
      Schon waren wir mit ihr fertig, ehe Verena schon das zweite Pferd holte. Es war Supernova, die mich auch noch erkannte. Lächelnd streichelte ich ihren Kopf und überprüfte ebenfalls ihre Vitalzeichen, frischte die Impfungen auf, gab ihr eine Wurmkur und chippte sie. Fertig war auch Nova.
      Nun kam Verena mit einer wunderschönen Red Roan Sabino Stute. Ich überprüfte wie bei den anderen zuvor ihre Vitalzeichen, frischte die Impfungen auf, gab ihr eine Wurmkur und chippte sie.
      Als nächstes war Faster an der Reihe. Ich überprüfte wie bei den anderen zuvor ihre Vitalzeichen, frischte die Impfungen auf, gab ihr eine Wurmkur und chippte sie.
      Nun war ein Hengst an der Reihe. Firewalker hies der Gute. Auch seine Vitalzeichen wurden überprüft, seine Imfpungen aufgefirscht, die Wurmkur verpasst und der Chip unter die Haut gesetzt. Das Selbe geschah auch mit dem kleinen Hengst Filly. Augen auf betrachtete ich nur durch die Box hindurch, ihr fehlte nichts, da der Tierarzt erst vor Kurzem nach ihr geschaut hatte.
      Wir waren fertig mit den Englischen Vollblütern und gingen zu den 3 Pferden der Angestellten. Der alte Wallach Emilio war der erste, um den ich mich kümmerte. Ich checkte seine Vitalzeichen, frischte Impfungen auf, gab ihm die Wurmkur und setzte den Chip unter seine Haut. Alles lies er brav über sich ergehen, ehe ich ihm ein Lekerli hinstreckte, welches er genüsslich fraß.
      Das nächste Pferd war Black Ops. Sie kannte ich auch noch, auch wenn sie sich nicht mehr an mich erinnern konnte. Ich überprüfte wie bei den anderen zuvor ihre Vitalzeichen, frischte die Impfungen auf, gab ihr eine Wurmkur und chippte sie.
      Das letzte Pferd der drei war ein Isländer Mix, mit einer sehr schönen Farbe. Die Kleine war zunächst etwas zickig, doch auch hier klappte alles. Ich überprüfte wie bei den anderen zuvor ihre Vitalzeichen, frischte die Impfungen auf, gab ihr eine Wurmkur und chippte sie.
      Der erste im Sportstall war Gipsy. Ihn kannte ich auch noch. Er war neben Bella Verenas Lieblingspferd. Ich konnte mir nicht vorstellen, was wohl geschehen würde, wenn einem der Beiden etwas zustoßen würde. Ich überprüfte wie bei den anderen zuvor seine Vitalzeichen, frischte die Impfungen auf, gab ihm eine Wurmkur und chippte ihn. Schon war der Wallach fertig.
      Die nächste war eine sehr ungewöhnliche Stute. Eine Kreuzung aus Quarter Horse und Andalusier. Doch auch ihre außergewöhnliche Rasse konnte sie nicht vor dem Tierarzt schützen. Ich überprüfte wie bei den anderen zuvor ihre Vitalzeichen, frischte die Impfungen auf, gab ihr eine Wurmkur und chippte sie.
      Es folgten Skrúður, Vin, Hængur, Gulrót, Harley, Náttdís und Eldrian Antrax, deren Vitalzeichen alle in Ordnung waren, weshalb ich sie impfen konnte bzw die Impfungen auffrischen konnte. Allen verpasste ich eine Wurmkur und chippte die Pferde, die noch nicht gechippt waren.
      Bei Snuff und Steel Heart ging ich besonders gründlich vor, da die Beiden erst vor ein paar Tagen in Verenas Stall gewechselt hatten. Die beiden hatten etwas erhöhte Temperatur, doch das kam durch den Stress und die ganzen neuen Pferde. Dennoch konnte ich impfen, Wurmkur verpassen und chippen. Schon waren wir mit den Sportpferden fertig, weshalb Verena und ich zu den Westernpferden gingen. Zu erst waren die Hengste dran.
      Die ersten waren Genuine und Spooky. Es folgten Ready for Action und Stütchen. Mit Stütchen war natürlich Funky Powerbabe gemeint, doch für mich und Verena war er mehr weiblich, als männlich. Genau so stellte er sich auf an, als wir chippen wollten. Doch es sei ihm verziehen. Die nächsten waren King Bee, Enjoy und Ali. Gefolgt von What Lies Ahead, Gun and Slide und Charly. Bei ihnen klappte auch alles super, weshalb ich schnell bei Flintstone, Sympath und Siku war.
      Nun kam der schwierigste Kandidat: Zues. Impfen mussten wir mit dem Blasrohr, die Wurmkur mischten wir ihm in sein Futter. An chippen war nicht zu denken.
      Schon waren wir fertig mit den Hengsten, weshalb es zu den Stuten ging. Die erste war Bella, die mich neugierig beäugte. Sie kannte mich ja auch schon lange. Lächelnd klopfte ich ihren Hals, ehe ich ihre Vitalzeichen untersuchte, sie impfte, ihr die Wurmkur gab und schließlich chippte.
      Bei Snapper Little Lena war das Ganze etwas schwieriger. Die Stute war nämlich blind und reagierte auf alles ganz anders, als die anderen Pferde. Wir holten ihr Holly Golightly zur Hilfe, damit sie sich an ihr orientieren konnte. Ständig hatte sie ihre Nase an Hollys Fell, um sich zu vergewissern, dass sie noch da ist. Die Untersuchung verlief noch sehr gut. Das impfen und die Wurmkur ging auch noch, nur das chippen machte ihr und Holly ein wenig Probleme. Doch alles verlief gut, weshalb wir uns den restlichen Pferden widmen konnten.
      Princess Gun, Vice, Devil, Cherokee Rose, Amarula, Moonrise, Summertime, Dawn of Hope, Honey, Angelic Desolation, Born to Die, Comeback of a fallen Goddess, Croatoan, Raised from Hell, Sheza, Secret, Wusel und Crow. Mal verlief die Untersuchung sehr gut, mal hatten wir ein paar Probleme. Doch nun waren wir fertig und Verena zeigte mir noch voller Stolz ihr erstes Paint Horse Fohlen. Aquila. "Wirklich eine Schönheit", sagte ich und wir gingen noch ein wenig ins Haus, um zu reden. Schließlich verabschiedete ich mich von ihr und ihren Mitarbeitern, ehe ich nach Hause fuhr.
    • Veija
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      März 2015, by Veija

      Distanz E- A

      Heute waren also die anderen Vollblüter dran mit dem Training. Ich hing schon ziemlich hinterher, weshalb das Training doch sehr kurz ausfallen würde. Lächelnd schmiss ich Hells Vielseitigkeitssattel auf ihren Rücken, während ich Alexis beim satteln von Jagger zusah, Caleb beim satteln von Walker und Aaron beim satteln von Walker. Meine drei Mitarbeiter kannten die Pferde um einiges besser wie meine neue Auszubildende Aliena. Doch damit sie auch mitreiten konnte, drückte ich ihr Rosy in die Hand. Zwar schaute Aliena mich etwas skeptisch an, doch ich nickte ihr lächelnd zu. Rosy konnte locker mit den Vollblütern mitlaufen, wenn man sie richtig handhabte. Ein Problem gab es jedoch noch: Ich lies Caleb nicht gerne meine Pferde reiten. Er war immer recht grob und unsanft zu ihnen, weshalb er meinen Hengst bekommen hatte, auch wenn Walker, der wirklich keiner Fliege etwas zu Leide tun konnte, mir etwas Leid tat.
      Nachdem nun alle Pferde gesattelt waren, zogen alle die Reithelme und ihre Schutzwesten an, ehe wir auf den Hof gingen, dort nachgurteten und uns auf den Rücken der Pferde schwangen.
      Ich ritt hinter Caleb und Walker her, die ich aus "Sicherheitsgründen" wegen den Stuten nach vorne verbannt hatte. Ich hatte Caleb den Weg ausführlich erklärt, und er war ihn auch die letzten Tage mit mir geritten, weshalb er die Truppe anführen konnte. Aliena ritt mit Rosy neben mir und Hell, weil wir Hells Freundin Nova nicht dabei hatten. Hinter uns waren Alexis und Aaron mit Jagger und Faster, die auch ein Herz und eine Seele waren.
      Nach einer Weile schlug Caleb nun den Weg zur Galoppstrecke ein, und wir trieben die Pferde an, so dass wir im lockeren Galopp den Berg hoch galoppierten. Oben angekommen parierten wir zum Trab durch und trabten eine lange Strecke, ehe wieder eine kurze zum Schritt gehen folgte. Dann kam noch eine etwas längere Galoppstrecke, eine Trabstrecke und schon waren wir fast wieder zu Hause. Diesen Weg würden wir jetzt einige Tage hintereinander reiten, so dass die Pferde immer länger traben und galoppieren konnten, damit sie konditionsmäßig keine Probleme hatten, mit Arabern oder anderen Distanzpferden mit zu halten.
      Am Hof angekommen sattelten wir ab, brachten alle Pferde mit leichten Decken in ihre Boxen, verteilten Heu und kontrollierten Wasser, gaben jedem Pferd seine Ration Kraftfutter und widmeten uns dann dem Training anderer Pferde.
    • Veija
      April 2015

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      by Veija

      Darling

      Schon früh am Morgen waren meine Mitarbeiter und ich auf den Beinen. Schließlich stand heute eine Art "Frühlingsputz" an, in dem wir alle Pferde bewegen wollten und ihnen ein wenig Aufmerksamkeit zukommen lassen.
      Wir begannen im Stutentrakt, wo Caleb, Aaron, Alexis, Aliena und ich nacheinander Bella, Princess, Devil Rosy, Amarula, Shadow, Summer und Like Honey and Milk in die Führanlage brachten, ehe wir uns um die Boxen kümmerten. Nach einer halben Stunde waren diese wieder sauber, so dass wir in jede Box einen Sack "Streupellets" schütteten, ehe wir die Heunetze auffüllten, das Wasser kontrollierten und jedem Pferd seine Ration Kraftfutter dosierten. Dann kamen die 8 Pferde wieder rein. An eine Pause war jedoch nicht zu denken, da wir nun Angelic Desolation, Bailey, Goddess, Croatoan, Sheza, Crow, Grace & Pluie in die Führanlage brachten, ehe wir auch deren Boxen ausmisteten. Raised from Hell und Annie blieben im Stall. Annie sollte sich noch ein wenig einleben, bevor es an die Arbeit ging. Raised from Hell bekamen wir nur mit Mühe ausgemistet, da sie noch nicht wirklich händelbar war. Seufzend schüttelte ich den Kopf. Sie war wohl ein Pferd, dass man brechen musste, um mit ihr arbeiten zu können. Caleb und ich würden uns in der nächsten Zeit wohl mit ihr beschäftigen müssen... Nun kamen die 8 wieder rein und stürzten sich auf ihr Kraftfutter.
      Weiter ging es zu den Hengsten. Gen, Spooky, Funky, Ali, Winny, Blue, Flint und Pathy kamen ebenfalls in die Führanlage. Siku stellten wir in den Round Pen, Sol kam kurz auf die Koppel. Zues stand noch immer in Penals eingezwängt auf einem Stück der Koppel, weshalb wir ihn nicht ausmisten mussten. Erneut waren wir nach einer guten halben Stunde fertig, so dass alle Pferde wieder in ihre Boxen zurück konnten- ganz zum Leidwesen von Sol, dem das bisschen Gras, was zur Zeit auf der Wiese war, sichtlich schmeckte.
      Weiter ging es zu den Vollblütern, wo wir in den letzten Tagen zwei Neuzugänge bekommen hatten.
      Erneut brachten wir die Pferde in die Führanlage. So waren Hell, Nova, Jagger, Faster, Abby, Zucker, Manni und April innerhalb 5 Minuten in Bewegung. Faster stellten wir in den Round Pen, da wir ihn nicht gerne mit den Stuten zusammenliesen. Nach etwa einer halben Stunde waren wir soweit fertig, dass die Pferde wieder reinkonnten.
      Es war fast geschafft, denn es fehlten nur noch 2 Stallteile. Nun waren wir also bei den Sportpferden angelangt: Gipsy kam auf die Koppel, Skrudi, Vin, Haengur und Glaeta kamen zusammen mit Ops, Oca, Snuff und Heart in die Führanlage. Emilio, Antrax, Maracuja, Callus und Kunis stellte ich auf verschiedene Koppeln. Für die Pferde viel zu schnell waren wir fertig mit der Arbeit, denn sie wollten liebend gerne noch weiter grasen. Doch alles fanden wieder ihren Platz in ihren Boxen.
      Nun gingen wir zu den Jungpferden in den großen Offenstall. Lächelnd begrüßten wir Lil, Holly, Action, King, Enjoy, Striga, Gulrót, Peppy, Dawn, Wildfire, Harley, Charly, Secret, Wusel, Náttdís, Aquila, Nucu und Nani. Wir verbannten alle Fohlen aus dem überdachten Bereich des Stalls, so dass wir in Ruhe ausmisten konnten. Aliena und Alexis gingen zudem noch über die Koppel und äfpelten diese ab. Als wie fertig waren, konnten die Fohlen und Jungpferde wieder unter den überdachten Teil. Es fing nun ziemlich stark an zu regnen, weshalb alle unter Dach wollten. Natürlich spielte Wildfire wieder mit dem Stroh und schmiss alles durch den Stall. Lachend schauten wir den Tieren zu, ehe wir überlegten, ihnen beim nächsten Misten auch Pellets zu geben. Doch uns war es lieber, die Fohlen schliefen im warmen Stroh.
      Wieder im Hauptstall angekommen, zog mich Caleb zur Seite. "So... something changed", sagte er unerwartet zu mir und ich merkte, wie mein Herz in meiner Brust hämmerte. "Something changed?", fragte ich ihn. "Yes, darling", sagte er in seinem charmanten Ton. In letzter Zeit hatte er mich immer öfter darling genannt, ohne dass er mir wirklich aufgefallen war- naja, jetzt viel es mir auf. "I'm sorry..", sagte er noch leise, ehe er seine Lippen auf die Meinen presste. Völlig verwirrt reagierte ich einfach gar nicht und stand stocksteif vor ihm, ehe ich den Kuss leicht erwiderte. Viel zu plötzlich löste er sich von mir und verschwand einfach in der regnerischen Nacht. "Wow..", sagte ich leise und strich mir über die Lippen, bevor ich ein unterdrücktes Lachen hörte. Aaron hatte uns gesehen. "Na was der Kerl vorhat...", sagte er unschuldig und zuckte mit den Schultern. Natürlich wusste er über Calebs Vorhaben bescheid, doch er wollte mir nichts verraten. Verwirrt ging dann also zurück ins Haus, wo ich mich nach dem Duschen sofort ins Bett legte.

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      by Veija

      Dressur E- A

      Voller Vorfreude schnappten Alexis und ich uns Nova und Hell, die wir in der Stallgasse sogleich putzten und sattelten, ehe wir uns auf den Weg in die Halle machten. Warum die Eile? Weil Nova bald an einer Stutkrönung teilnehmen sollte und sie doch ein wenig besser trainiert sein sollte, als sie bis jetzt war. Da Hell und Nova zusammen einfach ein gutes Team waren, bekam Hell auch noch ein wenig Training. Schaden konnte es ihnen nicht.
      Zunächst ritt ich Hell, doch nachher würde ich mich noch ein wenig auf Nova setzen. Nach dem Aufwärmen fingen Alexis und ich mit den ersten Übungen an. So versuchten wir aus dem Schritt einen Mittelschritt, aus dem Trab einen Mitteltrab und aus dem Galopp einen Mittelgalopp zu machen.
      Der Galopp war das Schwierigste, weil die Vollblüter einfach nur rennen wollten! Es dauerte eine ganze Weile, bis wir die zwei also so weit hatten, dass sie ein wenig ruhiger galoppierten. Nun folgten einige Wechsel zwischen Stand und den drei Grundgangarten, die sehr gut klappten. Zirkel und Schlangenlinien kannten die beiden schon, weshalb wir das nicht üben mussten.
      Langsam konnten wir uns an die A-Lektionen wagen. Der Arbeitstrab war kein Problem, der Arbeitsgalopp deshalb ein umso Größeres. Die beiden Englischen Vollblüter kannten im Galopp nur eines: Vollgas.
      Mit viel Geduld bekamen wir es hin, dass die Pferde halbwegs ordentlich liefen. Einen Dressurwettbewerb würden wir so zwar nur mit viel Glück gewinnen, aber mehr war da nicht drin.
      Nun kamen wir auch zu etwas, was sichtlich schwieriger war: Rückwärtsrichten. Lächelnd trieb ich die Zicke Hell zurück. Artig setzte sie einen Huf hinter den anderen. "Doch nicht so schwer", sagte ich und klopfte ihren Hals, ehe Alexis und ich die Pferde tauschten, da ich Nova noch ein wenig reiten wollte. Mit ihr ging ich alles nochmal kurz durch, ehe wir es dabei beließen und die Pferde zurück in den Stall brachten.

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      by Ravenna
      Military E- A


      Trainer: Aiden Ahanu Hawk
      Während des Fluges in Richtung Kanada hatte ich die Unterlagen noch einmal genau studiert – eine Rennstute sollte ich die Hindernisse näher bringen und einer mir bekannten Stute in der Diztanz voran bringen. Es freute mich nach so langer Zeit mal wieder den Kontinent meiner Geburt aber vor allem den meiner Ahnen wieder zu sehen. Cherokee Rose war ich bereits auf einem Gangturnier begegnet, hatte sie also bereits einmal in Aktion gesehen – nun war ich ziemlich gespannt darauf sie zu trainieren. Kurze Distanzritte von einer länge bis zu 60 Kilometern bestritt sie bereits ohne weitere Probleme, weshalb ein Training auf mittlere Distanzen ziemlich einfach von statten ging - schließlich war sie bereits körperlich und psychisch an verlängerte, harte Arbeit gewohnt. Die wechselhaften Anforderungen an Umgebung, Bodenverhältnisse sowie Klima und auch Futter waren ihr nicht vollkommen unbekannt. Die Arbeit die ich bei meinem kurzen Besuch nicht machen konnte unternahm Verena bereits vorort – Wanderritte, gerade solche über weite Distanzen machten es dem Pferd möglich sich an die Arbeit zu gewöhnen. Mit den Pferden auf Sarah´s Hof starteten wir mit Wochenenden, bis hin zu verlängerten Wochen in denen wir unterwegs waren. Selbst in langsamen Tempo von 6 oder 7, was ungefähr bedeutete das für einen Kilometer 7 Minuten beansprucht wurden, käme das Pferd innerhalb der Wertung an. Deswegen würde ich Cherokee nach den ersten Kennlernritten wohl in langsamen Ritten auf eine Distanz von 75 Kilometern bringen, schauen wie sie diesen Ritt verkraftete und ihr anschließend zwei Tage Ruhe gönnen. Danach konnte mit dem dazugehörigen Ausdauer und Aufbautraining begonnen werden, dafür müsste ich nicht einmal eine erneute lange Strecke unternehmen. Meistens reichten dafür Tagesdistanzen von 30 KM um diese dann fast durchgehend in einem Tempo von 4 oder 5 laufen zu lassen, das könnte in einem wichtigen Rennen auch auf die mittleren Distanzen ausgebaut werden. In den zwei Tagen der Ruhe konnte ich mich anschließend eingehender mit der englischen Vollblutstute beschäftigen. Für den Moment jedoch ließ ich mir den gebrachten Orangensaft schmecken, lehnte mich zurück und genoss den restlichen Flug.
      Eine sehr freundliche Verena begrüßte mich in fast akzentfreiem Englisch – hier musste ich mich nicht zwingend mit meinen paar Brocken Deutsch durcharbeiten, ich war noch am lernen,seitdem ich auf Caed Crevan lebte. „Dann zeig ich dir zunächst fix den Hof, die beiden Pfleger lernst du sicher noch kennen und zum Schluss stell ich dir die beiden Stuten vor. Sarah hat gar nicht erwähnt das sie nicht persönlich kommt!“ erklärte sie nachdem ich mich vorgestellt hatte. „Sie und Cayden stecken vollkommen in der Vorbereitung für die Hochzeit auf dem Hof.“ gab ich als Statement ab und ließ mich durch die hellen Ställe führen und zu den Orten, die ich demnächst zum Arbeiten benötigen würde. „Das hier ist Aliena, sie ist für Cherokee zuständig. Alexis ist wohl gerade mit Hell unterwegs, also wirst du die kleine später kennenlernen.“
      In der nächsten halben Stunde lernte ich die Pflegerin etwas genauer kennen, konnte ihr beim füttern der Stute helfen und merkte schnell das sie manchmal etwas unhaltsam, gar zickig war. Beim gemeinsamen Abendbrot wurde ich ein wenig darüber ausgefragt, wie es denn Argo und Stormy ging und natürlich besprach ich mit ihr das Training der nächsten Woche. „Wow, da hab ich dir jetzt aber eine Menge aufgebrummt, was?“ Ich zuckte nur mit den Schultern „Nicht viel mehr als bei uns auf dem Hof auch zu tun ist, wobei ihr mehr Pferde hier habt.“
      Ausgeschlafen ging es am nächsten Tag in den Stall zu Cherokee, Aliena war mir behilflich in Dingen wie – Wo ist nochmal der Sattel? Hielt mir allerdings auch die kleine Zicke ein wenig im Schach, zunächst ging es für uns beide auf den Platz. Ich musste mich hier nicht erst auf einen Westernsattel einfuchsen, da die Stute auch in der Dressur ausgebildet war – nur für die lange Distanz würde ich in den Westernsattel wechseln, der war schließlich darauf ausgelegt lange drin zu sitzten. Mit kleinen Tempowechseln, vielen Biegungen und Rückwärtsrichten machte ich die Stute aufmerksam, manchmal war sie zwar eher der Meinung jetzt am Tor stehen bleiben zu müssen oder doch lieber in den Galopp fallen zu müssen. Trotz all ihrer kleinen Proben gewöhnten wir uns beide schnell aneinander, sodass ich Aliena einfach darum bat, das Gatter zu öffnen. In der Begleitung von Alexis auf der Vollblutstute Hell ging es eine Runde ins Gelände – dabei nutzte ich gleich die Chance ein wenig über die andere zu trainierende Stute zu erfahren. „Die einzelnen Sprünge bei uns auf dem Hof kennt sie schon ein bisschen, normale Oxer überspringt sie ohne Furcht. Nur ein richtiges Training für das Military hatte sie bisher noch nicht so wirklich, die paar Mal die wir da waren zählen nicht.“
      „Gut zu wissen, also müsste da ja fast gar nicht so viel getan werden. Wobei sie wahrscheinlich wie Ikarus dazu neigen wird auf die Hindernisse zu zurasen, das macht wohl das Rennblut in ihnen.“ Alexis lachte und nickte „Ja manchmal übertreibt er es mit dem Tempo wirklich!“
      Der Ausritt verlief fast ohne Probleme, Cherokee brach das eine oder andere Mal nach außen weg um mich zu testen, aber ich rechnete ihr hoch an – sie buckelte nicht!
      Am nächsten Tag schließlich versorgte mich Verena mit genügend Wasser, reichte mir eine dicke Karte und zur Not ein GPS Gerät, das ich nicht vom Weg abkommen würde – auf halber Strecke würde sie auf mich warten um das Wasser auszutauschen. Mit Cherokee hatte ich extra eine Strecke heraus gesucht, die mit ausreichend Gewässern für die Stute besiedelt war. Mit einer dickeren Wind und Regenjacke, einem stilechten Cowbayhut(in meinem Fall mit Federn geschmückt) und etwas an Proviant schwang ich mich in den Sattel. Der von Natur aus zügige Gang der Stute brachte uns bald außer Sicht des Hofes. Mit einem guten Tempo machten wir schnell Kilometer wett, manchmal tölteten wir auch kleinere Strecken wobei ich viele Entspannungsphasen lies, öfter abstieg um den Puls und die Temperatur zu testen. Bei jedem Zeichen von „Schwäche“ würde ich das ganze abblasen. Manche der Strecken absolvierte ich auch indem ich neben der Stute her lief. Cherokee zeigte sich in ihrem Element, sie begann freudig mitzuarbeiten, blieb aufmerksam und lief gut vorwärts. Auf der Hälfte ließen wir ihr eine gute Stunde an Pause, sodass ich auch ein wenig verschnaufen konnte. Halt hatten wir gemacht an einem kleinen See – Cherokee stand mit allen Vieren bis zu den Fesseln im Wasser und döste ein wenig vor sich her. Ich berichtete Verena von den vereinzelten Hirschen die ich gesehen hatte, dem Adler und den Bärenspuren „Wunderschöne Landschaft habt ihr hier definitiv auch!“ lobte ich anschließend. Der Weg zurück verlief weniger ereignislos wie auf der Hintour – und begegneten einige andere Reiter, die uns ein ganzes Stück begleiteten. Darüber freute ich mich natürlich besonders, da sie mir doch mehr vom Land erzählen konnten als ich durch reine Beobachtung mitbekam.
      Erst später am Abend kehrten ein erschöpfter Reiter und ein erschöpftes Pferd zurück auf die Ranch, ich war fast froh als Aliena anbot sich um die Stute zu kümmern – ich hatte doch deutlich Muskelkater zwischen den Beinen.
      Während sich jedoch Cherokee ausruhen konnte ging es für mich weiter an die Arbeit mit der jungen Vollblutstute Hell.
      Frisch aus den Federn, geduscht und satt gefuttert befand ich mich nun mit Hell am Halter auf der Hofinternen Geländestrecke, die Hindernisse die ich ihr bisher gezeigt hatte waren Hell minder egal gewesen. Der Wassergraben war nicht ganz der Fall der Fälle gewesen mit Argusaugen hatte sie das Wasser beobachtet, ein wenig gezögert ehe Hell sich durch ein Leckerli überzeugen ließ hindurch zu gehen. Ich musste nur einen Weg finden, dass sie später darüber hinweg gehen würde. Später würde Hell einen Baumstamm überwinden müssen, dahinter ein Becken voller Wasser. Bis es jedoch dahin kommen würde musste sie einige Turniere bestreiten, während dieser Zeit würde Verena viel mit Wasser üben müssen um sie daran zu gewöhnen. Mit Alex zusammen kehrte ich in Richtung Hof zurück, dort half sie mir netterweise beim fertig machen der Stute,dann setzte mich auf ihren Rücken und kehrte mit ihr in die Halle zurück. Ich wollte zunächst ihre Manier am Sprung in einem umschlossenen Areal prüfen ehe ich auf die Strecke zurück ging. Die ersten paar Sprünge machten mir recht schnell klar – die junge Stute machte auch am Sprung eine gute Figur.
      Am Nachmittag holte ich mir die Stute noch einmal aus dem Stall, ging diesmal direkt mit ihr auf die Strecke. Kleine Baumstämme, die zu Trabstangen auf dem Boden lagen machten den Anfang, da ich sie erst einmal daran gewöhnen wollte. Es folgte ein erster Sprung über eine kleine Hecke, den sie zunächst ein wenig widerspenstig nahm. Mit einem gewissen Mut machte sie sich an den Ziellauf, zögerte einen Moment ehe ich Hell die Waden energisch in den Bauch drückte und sie anschließend doch noch absprang.
      Also zog ich im leichten Trab einen Zirkel um das Hindernis herum um noch einmal darüber hinweg zu springen.
      Ein zweites und auch das dritte Mal erzielten das Ergebnis – sie sprang ohne weitere Probleme. Nun folgten auch die weiteren Hindernisse in der Strecke, bis auf den Wassergraben denn da galoppierte sie einfach hindurch.
      Da es früher Abend wurde machte ich Schluss, den Wassergraben konnte ich auch noch später in Angriff nehmen.
      Ich erzählte Verena beim Abendbrot von unseren Erfolgen an diesem Tag, sie schien darüber zu strahlen „Das klingt wirklich toll!“
      „Ich habe daran gedacht morgen mal Alexis die Sprünge nehmen zu lassen, schließlich pflegt sie Hell täglich.“ Verena stimmte mir nickend zu.
      Mit einer der Baumstammstangen ging ich am nächsten Tag hinüber zu dem Wassergraben und legte jeweils eine dahinter und davor. Nun sollte Alexis erst die kleineren Hindernisse nehmen, die Hecke als letztes und anschließend den Wassergraben angehen. Siehe da was einige Stämme ausmachten – Hell rannte nicht hindurch sondern sprang darüber hinweg!
      Der Wassergraben stellte nicht länger ein Problem dar, Drag me to Hell sprang geübt über die einzelnen Hindernisse. Nun musste nur noch ein wenig an der Raserei gearbeitet werden, aber Alexis hatte dafür auch eine schnelle Idee – sobald die Stute zu heiß wurde drehte sie einen Zirkel im Trab und ging das Hindernis von neuem an. Irgendwann schien die kleine Stute so genervt und lies es vorerst bleiben.
      Ansonsten musste bei Hell nun einfach die Routine dazu kommen, mit jedem Training würde dies der Fall werden, aber so wie sie sich bisher zeigte sollten keine Probleme bei den Turnieren bestehen.
      Neben dem Training mit Drag me to Hell fand ich auch Zeit nach unserem „Höllenritt“, die Stute Cherokee im Round Pen zu *longieren*. Hier testete wie lange sie ohne einen Puls von 70 zu erreichen im Trab aushalten konnte und das ganze auch in der ihrer Rasse eigenen Gangart. Im Grunde war sowohl für Pferd als auch für Reiter der Tölt die angenehmere Gangart, hier zeigte auch Cherokee keine ausnahme – eine halbe Stunde mit genügend Aufwärmung brachte ihre Kondition hervor. Dabei neigte sie nicht zu sinnlosem Rennen, konzentriert gelang es ihr in einer Gangart zu bleiben. Um ehrlich zu sein hatte ich solches Verhalten gar nicht von ihr erwartet – sie zeigte sich zielstrebig, vielleicht gefiel ihr die Distanz auch einfach und deswegen arbeitete sie mit? Ich zuckte mit den Schultern, nahm sie für diesen Mittag aus dem Pen und gönnte ihr den darauf folgenden Tag eine Ausszeit.
      Erst am zweiten Tag widmete ich mich wieder einem Intervalltraining von Cherokee, absolvierte mit ihr einen Ausritt von knapp 20 Kilometern in moderatem Wechsel von Tempo 4 und 6 – unsere zurückgelegte Zeit betrug knapp 94 Minuten, womit wir wirklich ziemlich gut in der Zeit lagen!
      „Wenn ihr das Training von Cherokee jetzt nicht schleifen lasst, dann kann sie ohne weitere Schäden an mittleren Distanzen teilnehmen. Um jedoch auch höhere Distanzen zu gehen, müsste sie vom Charakter her einfach kooperativer mit dem Menschen werden….ihr gezicke macht es in Gefahrensituationen gefährlich für sie und den Reiter. Aber auch mittlere Distanzen werden oft veranstaltet, also werden ihr denke ich schon passende Turniere finden!“
      „Mhm...tja unsere Rose ist da eben etwas eigen, aber so hat jedes Pferd seine Ecken und Kanten“ lachte Verena beim Abendessen dieses Tages. Schon am nächsten würde ich den Rückflug antreten.
    • Veija
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      Mai 2015, by Veija

      Springen E- A

      Etwas genervt sprang ich aus dem Bett. Mein Wecker klingelte früh- viel zu früh. Nach einem Blick auf die warf ich mich wütend zurück ins Bett. 6 Uhr am Morgen. Doch wenn man so eine große Ranch hatte, musste man damit leben, früh aufzustehen. Vor ein paar Wochen als die Fohlen kamen, war ich teilweise schon um 4 Uhr morgens wach, das war früh.
      Heute sowie die nächsten Tage mussten wieder alle Pferde dran glauben und trainiert werden. Anfangen wollten Aaron, Alexis und ich mit Hell, Abby und Horror. Die drei Stuten würden alle im Springen gefördert werden, wobei ich mir noch nicht sicher war, wer wen reiten sollte. Um halb sieben fanden wir uns also alle drei im Stall wieder und machten die Pferde fertig, ehe wir in die Halle gingen. Caleb und Aliena hatten schon E/A Sprünge aufgebaut und ein paar L/M Sprünge für Abby. Da unsere Halle wirklich riesig war, konnten wir alle noch eine kleine Stelle finden, wo wir die Pferde longieren konnten, ehe wir nach dem Nachgurten aufsaßen. Ich saß auf Horror, Alexis auf Hell und Aaron auf seiner geliebten Abby. Aaron würde jedoch nur die E/A Basics wiederholen, da er vom Niveau her nicht so hoch war, wie seine Stute. Da mussten wir mit Emilio nochmal üben.
      Horror behnahm sich heute wirklich vorbildlich und schien nicht die Absicht zu haben, mit abzusetzen, weshalb wir den E Parcours solide übersprangen, ehe wir uns auf die A Sprünge konzentrierten. Es war etwas kompliziert, mit 3 Pferden in der Halle zu sein, doch wenn man auf die anderen achtete, war das kein Problem. Als ich mit Horror soweit durch war, sah ich Alexis und Hell zu, bei denen alles klappte. Also schwang ich mich von Horror, drückte sie Aaron in die Hand und setzte mich selbst auf Abby, um mit ihr die L und M Elemente zu springen. Nach einer guten halben Stunde war Alexis schon lange verschwunden und auch Abby und ich machten Schluss, weil sie ihre Sache gut gemacht hatte. In zwei bis 3 Tagen würden wir das Ganze wieder machen.
      Doch nun waren die Vollblüter dran. Jagger, Faster und Walker mussten von M auf S gebracht werden, weshalb ich mir diesmal Alexis und Caleb schnappte. Ich ritt Jagger, Caleb Walker und Alexis Faster.
      Nach einem kurzen Aufwärmen ging es in die Boxen. Die Pferde kannten das schon alles, weshalb sie nur so aus der Box preschten. Allen voran Caleb mit Walker, der sich immer besser machte. Lächelnd trieb ich Jagger weiter an, bis sie und Faster gleich auf waren und sogar zeitgleich ins Ziel kamen. "Great job", sagte ich zu Caleb und nickte Alexis zu. Die Vollblüter mussten wieder jeden Tag trainiert werden, damit sie wieder in Form kommen und Rennen laufen können.
      Die nächsten waren Zuckerschock, Wild Reflex, Nyanda, Seattle Slew und Priamos Ruffia Kincsem, meine neuste Stute. Lächelnd klopfte ich Prias Hals, während sich Aliena, Alexis, Caleb und Aaron ein Pferd aussuchen konnten. Wir wärmten die Pferde alle ausgiebig auf, ehe wir auf die Bahn gingen und die Starts vor den Boxen probierten, ehe wir die Tiere mit den Startboxen bekannt machten. Pria war kaum zu halten, als die Tür aufflog und schoss lange vor den anderen auf die Bahn. Das lag daran, dass sie schon Rennen gelaufen war! Dementsprechend konnte keines der Pferde auch nur annähernd an sie ran. Mit großer Mühe bekam ich die Stute jedoch nach ein paar hundert Metern gezügelt. Irgendwann würde sie sich alles brechen, wenn sie weiterhin so raste. Deshalb standen in nächster Zeit Ausritte und Longenstunden auf dem Plan, ehe sie wieder auf die Rennbahn kommen sollte.
      Als wir mit den Pferden fertig waren, fehlten noch Lamperd und Sacramento. Die beiden Hengste waren schon erfahrener, weshalb es nicht lange dauerte, bis wie sie trainiert hatten. Nun war es auch genug, denn wir hatten schon sagenhafte 23°C!
      In den nächsten Tagen, um genauer zu sein 6, trainierten wir alle Pferde weiter. Mit Pria machte ich viele Ausritte und longierte sie ausgiebig, damit sie ein besseres Gefühl für ihr Tempo bekam, ehe sie am letzten Tag wieder mit auf die Bahn. Schon bei ihren ersten Galoppsprüngen merkte ich, dass sie viel konzentrierter lief und mehr auf mich achtete. Wie nicht anders erwartet kamen wir als erste ins Ziel. Diesmal jedoch mit nicht ganz so viel Vorsprung, wie beim letzten Mal. Stolz auf alle Pferde, kamen sie nach dem Trockenreiten auf die Koppel und- wie sollte es anders sein, wälzten sie sich.
    • Veija
      Juni 2015

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      by Veija

      Thunderstorm? Are you kidding?!

      Benommen schaute ich auf die Uhr. Schon 12? Draußen krachte es einmal laut, was mich zusammenfahren lies. Der Wetterbericht hatte doch Recht behalten. Es schüttete wie aus Eimern und immer wieder zuckten Blitze vom Himmel, gefolgt von einem höllischen Lärm. Ich stand auf und blickte nach draußen. Ich konnte meinen Augen kaum trauen! Da standen meine Pferde, im Gewitter!
      Sofort war ich hellwach und zog mich mehr schlecht als Recht an, ehe ich nach unten stürmte und meine Mitarbeiter zusammenrief: "WER von euch hat die Pferde raus gestellt?!", fragte ich die vier doch keiner wollte mir antworten. "Leute, Regenjacken an und ab! Guckt dass die alle zurück in den Stall kommen!", fauchte ich sie an und zog mir ebenfalls meine Regenjacke an, ehe ich zu den Zuchtstallungen stürmte. Bella, Amarula, Grace und Nova bekam ich alle zusammen in den Stall, ehe mir Brother, Spooky und Funky schnappte und sie in den Stall brachte. Eigentlich musste ich die Pferde nur von ihren Paddocks in den Stall scheuchen, doch das war leichter gesagt, als getan. Schließlich sahen alle Boxen aus wie Sau, weil sich noch niemand erbarmt hatte, diese zu misten. Kurz seufzte ich. Also musste ich nachher ran.
      Nun ging es weiter zu den Vollblütern. Hell, Jagger, Faster, Augen auf, Zucker und Wild Reflex waren von der Koppel schon wieder in ihrem Stall. Lamperd, Nyanda, Sacramento, Scoubidou, Seattle Slew, Pria und Horror brachten Caleb und ich noch zusammen in ihre Stallungen. Auch die beiden Stalltrakte der Vollblüter waren noch nicht gemacht. Seufzend verdrehte ich die Augen und machte mich nun mit Caleb und Aaron im Schlepptau auf zum Trainingsstall. Zum Glück hatten Aliena und Alexis schon fast die Hälfte der Pferde im Stall! So befanden sich Genuine, Gipsy, Lil Princess, Skrudi, Wimpy, Cherokee, What Lies Ahead, Gun and Slide, Moon, Summertime, Dawn of Hope, Emilio. Like Honey and Milk, Flintstone, Sympathy for the Devil, Goddess, Sheza, Sweety und Siku schon im Stall. So holten wir zu fünft noch Náttdís, Eldrian, Solitary, Pluie, Cauldron, Annie, Silver, Blue Gun, Possible Pasts, Smoking Chex, King Gun, Sue und Ravi in den Stall. Auch ihre Boxen mussten alle noch gemacht werden, doch zunächst gingen wir zu den Jungpferden am Offenstall.
      Crescent Wolf, Crow, Holly, Harley, Ocarina, Raised from Hell, Lena, Striga, Aquila und Peppy Ann kamen in den Offenstall für die Stuten, dessen Stalltür ich schließen konnte, damit die Pferde für den Tag drin blieben. Zues musste leider in seinem provisorischen Paddock bleiben, so Leid es mir tat. Wildfire, Omira, Kunis und Gunna Whiz kamen in ihren Offenstall, wo ich ebenfalls die Tür schloss. Seufzend trug ich nun jedem auf, welche Pferde er zu misten und zu füttern hatte.
      Also ging ich in den Zuchtstall und kümmerte mich um die dortigen Pferde. Im Moment erwartete keines der Tiere Nachwuchs, was auch nicht so schlecht war, denn ich war ja gerade erst dabei, eine Zucht aufzubauen. Da konnten die Tiere ruhig noch ihr Leben genießen, fernab vom täglichen Training. Eigentlich hatten es die Zuchtpferde und die Jungpferde bei mir am Besten. Sie konnten den ganzen Tag fressen und ihr Leben genießen.
      Kurz lachte ich, ehe ich kopfschüttelnd den Stall verlies. Ich war schon fertig und bereitete nun das Mittagessen vor, was wir um geschlagene 17 Uhr essen würden. Tja, die Pferde gingen eben vor.

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      by Veija

      Distanz A- L

      [...]Nachdem das Training der Galopper so gut funktioniert hatte, waren die Distanzer dran. Skrúður, Zuckerschock, Drag me to Hell, Jagger, Faster und Firewalker sollten von A auf L gebracht werden, Goodbye Graceful von L auf M. Da es 7 Pferde waren und wir nur 5 Leute, lud ich zwei Nachbarn von uns ein, die selbst Distanzpferde hatten, ob sie nicht ein Töurchen mit uns drehen wöllten. Natürlich willigten sie ein und so kam es, dass einer von den beiden den Isländerhengst Skrudi und der andere Zuckerschock ritt. Ich ritt meine liebe Grace, da ich mich doch im Westernsattel eher zu Hause fühlte, als im Vielseitigkeitssattel. Caleb ritt Hell, Aliena Faster, Alexis Jagger und Aaron Firewalker. Die zwei verstanden sich mittlerweile wirklich schon sehr gut und Walker war wirklich ein unkompliziertes Pferd!
      Damit die Hengste nicht zu wuschig wurden, ritten Walker und Skrudi ein paar Pferdelängen vor den Stuten. Es ging bergauf und bergab, im Schritt, im Trab und im Galopp, bis wir schließlich nach gut 20km wieder zu Hause ankamen. Die nächsten Tage steigerten wir die Strecke und so konnten wir am Ende der Woche stolz verkünden, dass alle Pferde ihre Aufstufung geschafft hatten.[...]
    • Veija
      Juli 2015

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      by Veija

      Destiny

      Langsam reckte ich mich in meinem Bett, ehe ich mich dann doch begannte und aufstand. Nach einer kurzen Dusche, die mal wieder sinnlos war, da ich in einer Stunde wieder nach Pferd riechen würde, zog ich mir eine Jeans und ein kurzes, kariertes Hemd an. Natürlich durfte mein Hut nicht fehlen, wobei ich heute einen schwarzen anzog. Meine Haare band ich davor noch zu einem tiefen Zopf, ehe ich in meine Boots schlüpfte und nach unten an den Frühstückstisch ging, den Aaron freundlicherweise schon gedeckt hatte. "Danke", sagte ich zu ihm, ehe ich mich an den ansonsten leeren Tisch setzte. "Wo ist der Rest?", fragte ich ihn dann, worauf er nur mit einem schulterzucken antwortete. Auch gut, dachte ich mir und schmierte mir mein Brot, ehe ich die neuste Post checkte, die seit neustens Nachts mit der Zeitung kam. Es war mir ganz recht, da ich Post sowie Zeitung dann schon am Frühstückstisch lesen konnte, allerdings tat mir der Postbote leid, da es nachts doch ein wenig ungemütlich hier draußen wurde- besonders im Winter.
      In letzter Zeit bekam ich vermehrt Bewerbungen zu Praktikas oder Ausbildungen, ja auch Jobanfragen! "Eigentlich könnten wir hier noch Unterstützung gebrauchen, oder Aaron? Besonders wenn wir bald auf das neue Gestüt ziehen.", sagte ich mehr zu mir selbst als zu ihm, ehe ich ein Räuspern in der Tür vernahm. Da stand ein fremder junger Mann in Jeans und Karohemd, der bestohlen zu Boden sah. "Ja, bitte?", fragte ich ihn, ehe ich einen Blick hinter ihn warf. Dort stand Caleb und schaute mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Mein Auto ist hier in der Nähe liegen geblieben, ich habe eine kleinen Isländerhengst dabei und wir wussten nicht wohin, leider habe ich hier mit meinem Handy keinen Empfang", erklärte er mir kleinlaut, ehe ich einen Blick mit Caleb tauschte und ihm zunickte. Das hieß, dass der Fremde wohl keine bösen Absichten vorhatte und ich mit Aaron zusammen wohl mit ihm klarkommen würde. "Wo ist dein Pferd denn?", fragte ich ihn dann, ehe ich ein fremdes Wiehren hörte und nach draußen sah, wo ich einen kleinen Red Dun farbenen Isländerhengst sah, der wie verrückt um Alexis herumtänzelte.
      "Gut, lass uns mal nach deinem Pferd schauen", sagte ich und stand auf. Er wollte zwar protestieren, ich stahl mich jedoch einfach an ihm vorbei und ging zu dem Hengst der sich panisch umsah. "Whoaaaa", sagte ich leise und beruhigend zu dem Tier und nahm ihn Alexis aus der Hand, ehe wir auf den Stall zugingen. "Ich stelle ihn gerade in eine Box, abseits meiner Pferde, dann kann er sich ein wenig beruhigen, ehe wir den Wagen holen und zu deinem Auto fahren, okay?", fragte ich ihn und wartete die Antwort nicht ab, vernahm jedoch aus dem Augenwinkel ein kurzes Nicken.
      "Wie heißt er denn?", fragte ich ihn beiläufig und nickte dann. "Dynur, ein schöner Name", erwiderte ich dann, ehe Caleb schon mit dem Pick Up auf dem Hof stand, in den der Fremde und ich einstiegen. "Wie heißt du eigentlich?", kam es mir dann in den Sinn, ehe ich einen Blick über die Schulter zu dem Mann warf, der auf der Rückbank des Pick Ups Platz genommen hatte. "Riley", sagte der junge Mann leise. "Riley Fortin." "Ein schöner Name.."murmelte ich noch, ehe auch ich mich vorstellte. "Ich bin Verena O'Connor und der Herr hier neben mit ist Caleb O'Dell."
      Nun waren wir auch an seinem Auto angekommen, welches sich Caleb sofort anschaute. In dieser Zeit unterhielt ich mich weiterhin mit Riley, da Caleb ihm unmissverständlich erklärt hatte, dass er niemanden brauchte, der ihm über die Schulter schaute. "Nimm's ihm nicht krumm, er ist eben so", erklärte ich ihm schulterzuckend, worauf hin er mich nur fragend ansah. "Wo wolltest du eigentlich hin?", fragte ich ihn dann. "Ach.. ich fahre ein wenig durch die Gegend, immer auf der Suche nach einem Job", antwortete er mir und Caleb blickte kurz mit einer hochgezogenern Augenbraue zu mir, ehe er sich die Hände an seiner Hose abklopfte und zu uns kam."Der hier fährt nirgendwo mehr hin, der Motor ist hin", erklärte er Riley, der die Hände über dem Kopf zusammenschlug. "Und jetzt?", murmelte er eher zu sich selbst als zu uns, dennoch beantwortete ich seine Frage für ihn: "Da du ja ein Pferd hast, wirst du ja wohl reiten können. Wie wärs wenn du ein paar Tage bei uns bleibst und im Stall bei den Pferden hilfst, dafür brauchst du nichts zu bezahlen?", fragte ich ihn und er nickte dankend. "Gut, lass uns zurückfahren, wir rufen einen Abschleppdienst."
      Eine gute Stunde später waren wir samt seinem Auto und Hänger auf der Ranch. Riley ging natürlich sofort zu seinem Hensgt, der sich grummelnd an ihn schmiegte.
      Ich räusperte mich kurz. "Nichts da, an die Arbeit junger Mann!", sagte ich lachend und ging mit ihm zum Offenstall, wo die Jungpferde standen. Wir hatten vorher noch Kraftfutter gemischt, welches wir in die Futterraufen im Stall schütteten. Außerdem standen verteilt auf den Koppeln Eimer, damit auch die rangniedrigeren Pferde Energie bekamen. Viele verteufelten ja das Kraftfutter bei Jungpferden, da es nur in den Kopf gehen solle, doch ich war ein totaler Befürworter. Man sah es den Tieren an, dass sie allmählich immer kräftiger wurden.
      Zunächst ließ sich kein Pferd blicken, ehe ich laut nach ihnen rief.Zu erst kamen Crescent Wolf, Magnificient Crow und Natsu's Little Harley. DIcht dahinter Miss Holly Golightly und Snapper Little Lena, wobei diese nie bei der Gruppe waren sondern immer den Eimer nahmen, der am weitesten vom Stall weg war.
      Ocarina of Time kam auch noch zum Stall, während Raised from Hell nie zum Fressen kam. Das würde noch lustig werden mit der Stute, dachte ich mir seufzend und betrachtete Striga und Princess Peppy Ann, die sich immer mehr angefreundet hatten in letzter Zeit. Auch Aquila T Mistery und Bella'S Dun Gotta Gun standen immer zusammen und hielten sich auch ein wenig vom Stall weg, da sie zusammen mit Gunna Whiz die jüngsten Vertreter waren.
      Bei den Stuten fertig ging es zu den Hengsten. Wildfire kam sofort auf uns zugerannt und wollte seine Streicheleinheiten abholen, die Riley ihm auch gab. Kunis kam auch sofort zu uns, während Lil Nucu Omira sich ein wenig Zeit ließ, dann aber auch zu uns kam. Zues bekam kein Kraftfutter, der hatte genug Energie und zeigte sie uns jedes Mal aufs Neue, wenn wir zu ihm gingen. "Was ist denn mit dem passiert?", wollte Riley wissen. "Ich habe ihn vom Schlachter aus schlechter Haltung geholt, wurde leider viel zu früh von der Mutter getrennt und war immer Rangniedrigster. Aufgrund seiner Farbe, da ich ja auch auf Farbe züchte, konnte ich den Hengst nicht stehen lassen. Mal schauen, was aus ihm wird", erklärte ich ihm, ehe wir zu den Vollblütern gingen.
      Die Pferde waren auch aufgeteilt nach Stuten und Hengsten und standen bei dem schönen Wetter alle auf der Koppel. Die übliche Bande, also Drag me to Hell, I've got the moves like Jagger, Faster, Augen auf ich komme, Zuckerschock und Wild Reflex, kamen sofort angelaufen, als sie uns mit den Eimern sahen. Rasch waren sie im Stall am Trog, um die ersten zu sein, die etwas zu fressen bekommen. Nyanda, Praimos Ruffia Kincsem, My lovely Horror Kid und Deadly Ambition ließen sich deutlich mehr Zeit, ehe sie doch langsam in den Stall kamen. Gott sei Dank vertrugen sie sich alle super gut, weshalb es be ihnen nie Kämpfe oder ähnliches gab.
      Bei den Hengsten waren Firewalker und Lamperd recht schnell bei uns, ehe nach und nach Sacramento, Scoubidou und Seattle Slew kamen, die sich wohl nich nicht so wohl bei mir fühlten- leider. Nun schauten wir in der Zuchtstallung vorbei, wo alle Pferde auf ihren Paddocks standen. Lächelnd bekamen Bella Dun Del Cielo. Spooks Gotta Gun, Supernova, Funky Powerbabe, Amarula van Helsing, Goodbye Graceful, Hollywood's Silver Dream, Soul Sisters Brother of Time und Stormbringer, meiner neusten Ergänzung der bunten Truppe, ihr Futter. Im Trainingsstall trafen wir kein Pferd an, da diese alle auf der Koppel standen und sich den Bauch vollschlugen.
      Je nach Training bekamen dann Genuine Lil Cut, Cielos Double Dun It, Lil Princess Gun, Skrúður
      Wimpys Little Devil, Cherokee Rose, What Lies Ahead, Gun and Slide, Dancing Moonrise Shadow, Lovely Summertime, Crusing's Dawn of Hope, Emilio, Like Honey and Milk, Flintstone, Sympathy for the Devil, Comeback of a fallen Goddess, Sheza bat Cat, My sweet little Secret, Siku, Náttdís, Eldiran Antrax, Solitary, Marly's Pluie, Cauldron of Renascence, Annie get your Gun, My Blue Gun, Your possible Pasts, Hot Smoking Chex, Hollywood's King Gun, Black Sue Dun It, Ravi, Blazing Flame, Snuff, HGT's Enjoy Nature, Ahyoka und schließlich die zwei neusten Woodstock Lady und Call of Pripyat ihr Futter. "Fertig", sagte ich und sah auf die Uhr. Ich war um 6 aufgestanden, um 18 Uhr waren wir jetzt fertig mit den Pferden. "Ach Dynur fehlt noch, oder?", fragte ich ihn und ging wieder in die Futterkammer, wo wir das Futter für den jungen Hengst vorbereiteten, dem Riley es dann auch gleich brachte.
      Nun gingen wir rein und setzten uns an den Küchentisch, wo meine anderen Mitarbeiter schon etwas gekocht hatten. Zusammen aßen wir zu Abend, ehe wir ins Büro gingen und ein wenig Papierkram regelten. "Ab sofort bist du auf Zeit hier eingestellt, Riley. So wie du heute mit den Pferden umgegangen bist, kannst du auch gerne länger bleiben, da wir hier dringend neue Unterstützung gebrauchen könnten!", erklärte ich ihm doch er nickte dankend ab. "Ich bleibe erstmal diesen Monat, dann können wir ja weiter sehen", erklärte er lächelnd, drückte mir die Hand und verließ mein Büro.
      Nach einem Blick auf den Kalender stockte mir fast der Atem. Morgen würden Catalina und Clarence kommen!
      Schnell schlich ich mich also ins Bett, um morgen ausgeruht früh aufzustehen.

      by Bracelet

      Der Hufschmied ist da

      Gegen 9 Uhr morgens kam ich auf Veijas Ranch an. Ich sollte mir heute drei ihrer Pferde ansehen. Kurz nachdem ich aus dem Auto gestiegen war kam sie auch schon auf mich zu und begrüßte mich freundlich. Anschließend nahm ich meine Schürze, welche ich mir umhing, und meine Arbeitsbox aus dem Kofferraum.
      Zuerst ging es zur Vollblutstute Drag Me To Hell. Veija hatte ihr bereits die Hufe ausgekratzt und sie in die Stallgasse gestellt. ,,Na du?'',sagte ich als sie mich neugierig mit ihren großen, runden Pferdeaugen betrachtete. Ich hielt ihr ein Möhrenstück hin, welches sie vorsichtig von meiner Hand nahm. Nachdem sie sich ein wenig an meine Anwesenheit gewöhnt hatte, ließ ich mir auch schon ihr erstes Vorderbein geben. Obwohl sie ein Rennpferd war, wobei die Hufe ja bekanntlich sehr stark beansprucht werden, waren diese in einem top Zustand. Klar, ein wenig Ausschneiden war auch hier fällig, aber dies nur in minimalstem Ausmaß. Also nahm ich erstmal ihre Eisen herunter und legte diese neben mir ab. Sie waren noch so gut in Schuss, dass ich sie wohl nicht mal austauschen musste. Nun nahm ich ihren Huf wieder und entfernte mit meinem Hufmesser ein wenig loses Horn von der Sohle. Dann schnitt ich noch den Strahl in Form und schon konnte ich der Hübschen ihr Aluminiumeisen wieder aufnageln. Als dies geschehen war, bat ich Veija sie noch einmal vor meinen prüfenden Augen vortraben zu lassen. Dadurch, dass sie einwandfrei lief, konnte sie auch sofort wieder zurück in ihre Box, wo sie zufrieden an einer Extraportion Heu knabberte.
      Für mich und Veija war der heutige Tag allerdings aber noch nicht zu Ende. Wir gingen nämlich zum nächsten Pferd, Genuine Lil Cut, einem Paint Horse Hengst. Auch er bekam eine Untersuchung und sollte ausgeschnitten werden. Ganz so aufgeschlossen mir gegenüber wie Hell war er allerdings nicht. Aber Veija hatte ihn auch super im Griff und half mir, seine Hufe zu kontrollieren. Ihr Zustand war ganz gut, auch wenn hier und da ebenso etwas Horn zu viel auf der Sohle war. Sorgfältig machte ich wieder meinen Probeschnitt, um zu sehen wie viel Horn weg gehörte. Anschließend entfernte ich dieses und schnitt die Form des Strahles wieder in Form. Da er keine Eisen hatte, war dies auch schon wieder das Ende der Prozedur und auch er durfte wieder in seine Box.
      Zu guter Letzt folgte ich Veija zu What Lies Ahead, welchem seine Besitzerin auch schon die Hufe gesäubert hatte und ihn bereit gestellt hatte. Als er mich sah spitzte er aufmerksam die Ohren. Er beobachtete mich, nicht ängstlich, eher amüsiert nach dem Motto ,,Ah-heute-gibt's-wieder-Abwechslung''. Auch mit ihm machte ich mich ein wenig vertraut ehe ich seine Hufe kontrollierte. In dem einen steckte ein kleines Steinchen, welches ich vorsichtig entfernte ehe es noch einmal ans Ausschneiden ging. Nach dem Probeschnitt hebelte ich wieder das überschüssige Horn aus und schnitt den Huf wieder in seine perfekte Form. Zu guter Letzt wollte ich ihn allerdings nochmal vorlaufen sehen, da ich aus huftechnischen Gründen etwas mehr Horn am Huf gelassen habe als üblich. Doch er lief einwandfrei.
      Damit war meine Arbeit auf der Ranch getan und ich verabschiedete mich, ehe ich auch wieder weiter fuhr.

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      by Veija

      Springen A- L

      Seufzend strich ich ein paar Namen auf einer Liste durch, wo die Trainingspferde drauf standen. Es waren im Endeffekt einfach viel zu viele Pferde, die wir mit 6 Leuten trainieren mussten, weshalb ich wohl bald an Personal aufstocken müsste- schon wieder.
      Heute hatten wir uns My lovely Horror Kid, Eldrian Antrax, Cauldron, Hell, Zuckerschock und Wimpys Little Devil vorgenommen. Nach dem satteln fanden wir uns auch schon auf dem Platz wieder, wobei Horror, Antrac und Cauldron in der Halle trainiert wurden, da sie schon eine Stufe höher waren als die anderen 3 Pferde. Den ganzen Vormittag verbrachten wir damit, den Pferden die Hindernisse schmackhaft zu machen und ließen es dann gut sein, damit die nächsten 6 an die Reihe kommen konnten. Diesmal waren es Pluie, Annie, Blaze, Jagger, Faster und Genuine. Ich ritt die stürmische Blaze, die sich heute nicht kleinkriegen lassen wollte. Ständig verweigerte sie oder warf die Stangen ab. Ich seufzte kurz und legte die Stangen ein Stück nach unten, ehe ich das Ganze nochmal versuchte. Dann klappte es und ich legte sie wieder hoch. Siehe da, die Stute konnte also doch springen!
      Als die Pferde dann fertig waren aßen wir etwas zu mittag, ehe wir weitere 6 Pferde aus ihren Boxen holten. Princess, What Lies Ahead, Gun and Slide, Shadow, Summertime und Sympathy for the Devil. Mit ihnen waren wir sehr schnell fertig, da sie alle sehr schnell lernten, so dass wir uns nun den restlichen Pferden widmen konnten. Es fehlten uns noch My Blue Gun, Possible Pasts, Smoking Chex, Ravi, Snuff, Enjoy Nature, Woodstock Lady und Augen auf, wobei letztere in Dressur trainiert wurde. Ich selbst schnappte mir Abby, mit der ich alleine auf den Dressurplatz ging. Es dauerte eine ganze Weile bis ich so ordentlich aufgewärmt hatte und sie locker an meinen Hilfen ging. Doch nach einer guten Stunde hatte ich ein schön gelassenes, locker laufendes Pferd unter mir, mit der es Spaß machte, zu trainieren. Ich schaute nun bei den anderen 5 vorbei, die immer wieder die Pferde unter sich tauschten und fleißig am Springen waren. Ich lachte kurz und brachte Abby dann weg, ehe ich den anderen half.
    • Veija
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      August 2015, by Veija

      Dressur A- L

      Arbeit, Arbeit, Arbeit, dachte ich mir als ich die Stallgasse entlang schlurfte. Im Schlepptau hatte ich Drag me to Hell, Augen auf! Ich komme, Sacramento und My lovely Horror Kid. Mento und Horror mussten beide von E nach A gebrachte werden, Hell von A auf L und Abby von M auf S. Da ich das Ganze natürlich nicht alleine meistern konnte, hatte ich mir fleißige Bienchen gesucht, die mich unterstützen wollten. Aliena, Aaron und Alexis. Aaron kam auf Horror, Aliena auf Mento, Alexis auf Hell und ich ritt Abby.
      Nachdem wir sie nun alle gründlich geputzt und gesattelt hatten, ging es in die Halle, wo wir sie zunächst einmal gut warm ritten, bevor wir mit den Lektionen anfangen wollten. Um die Pferde zu lockern, ritten wir alle Lektionen aus der E Klasse, darunter zB Zirkel, Mittelzirkel, Aufmarschieren, Schlangenlinien und und und...
      Weiter ging es für alle mit den A Lektionen, wobei ich Abby nicht viel mitmachen ließ, da sie gleich noch genug zu tun hatte. So wurden Volten, Mitteltrab, Mittelgalopp, fließende Übergänge, Viereck verkleinern & vergrößern und Kehrtwendungen geübt. Somit waren Horror und Mento auch schon fertig, so dass sie wieder in den Stall konnten. Übrig blieben Aliena auf Hell und ich auf Abby. Aaron blickte der Stute betrübt nach, so war es doch eigentlich seine Stute, die aber voll im Training stand und zur Zeit nicht von ihm geritten werden konnte.
      Aliena übte derweil mit Hell Außengalopp, versammelter Trab & Galopp, Kehrtwendungen, Kurzkehrtwendung, einfache Galoppwechsel und doppelte Schlangenlinien. Hell verstand alles recht schnell, so dass ich mich weiter um Abby kümmern konnte. Die Lektionen der Klasse M beherrschte sie schon wunderbar, was daran lag, dass sie sehr intelligent war. Was wir jetzt noch üben mussten war jedoch alles andere als einfach: Schulterherein, Traversale, Travers, Traversalverschiebungen im Trab und Galopp, Renvers, fliegender Galoppwechsel, Schaukel, Pirouette, Piaffe und Passage. Abby kämpfte sich ziemlich ab, um alles auf die Reihe zu bekommen, hatte es am Ende jedoch geschafft, sich alles zu merken! Die Dressurturnier konnten kommen!
      Nun waren I've got the moves like Jagger und Faster an der Reihe. Beide mussten im Springen von A auf L gebracht werden. Da ich mir Aaron zur Hilfe geholt hatte ging das auch recht schnell, weshalb wir uns nun unseren Galoppern widmen konnten. Hier waren es Zuckerschock und Deadly Ambition die von A auf L gebracht werden mussten, Massacre Boy, der von L auf M gebracht werden musste und Nyanda, Seattle Slew und Priamos Ruffia Kincsem, die von M auf S gebracht werden mussten. Wir hatten bei keinem der Pferde Probleme, außer bei Pria, die wieder nach vorne preschen wollte wie von der Tarantel gestochen. Ich seufzte auf ihrem Rücken und versuchte sie zurück zu halten, gab es jedoch irgendwann auf. Wenn sie sich kein Bein während eines Rennen brachs, war sie die geborene Gewinnerin.
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  • Album:
    BRR Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Veija
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    2 Sep. 2016
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    EXIF Data

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    Height:
    640px
     

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  • Name: Drag me to Hell
    Rufname: Hell

    von unbekannt x aus der unbekannt

    Rasse: Englisches Vollblut
    Alter: 06.11, 5 Jahre
    Farbe: Palomino
    Größe: 1,80m
    Geschlecht: Stute

    Beschreibung
    Auch wenn Hell sehr oft ihr eigenes Ding durchziehen will, würde sie niemals jemanden was antun und achtet daher sehr stark auf ihr Umfeld. Allerdings nur im Notfall...

    Hell zeigt sich gerne vor anderen Hengsten, sie ist eine schnelle und lernwillige Rennstute.

    Besitzer, Vorbesitzer: Veija, Loulou, VKR abgelaufen

    Gekrönt: ja
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    [SK 435] Stuten mit einer Qualifizierung auf mindestens L
    Nachkommen: - VK Drag's Solo Queen

    Kaufpreis: unbekannt
    laufende Kosten: -


    Qualifikationen
    eingeritten, nicht eingefahren

    Dressur L
    Galopprennen S
    Springen L
    Distanz L
    Military A

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    1. Platz 282. Galopprennen, 1. Platz Christmas Cup 2. Rennen, 3. Platz 305. Galopprennen



    Gesundheit
    geimpft, nicht gechippt, entwurmt
    letzter Besuch im September 2015 von Friese

    Aluminiumeisen
    letzter Besuch im Juli 2015 von Bracelet

    Original HG

    Puzzle PNG