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Möhrchen

Donatella | Lewitzer | Stute *gekrönt*

Donatella | Lewitzer | Stute *gekrönt*
Möhrchen, 18 März 2017
    • Möhrchen
      Alte Trainingsberichte:
      ITS Canterbury - Donatella A-Distanz

      Juals Hof lag etwas abseits der großen Straßen der grünen Insel. Nichtsdestotrotz war ich fasziniert von der Natur und Schönheit Irlands, schüttelte aber im Auto den Kopf, um meine Gedanken wieder fokussieren zu können. Ziel meiner Reise war Donatella. Die Lewitzer-Stute war ein gutes Distanzpferd und hatte dementsprechend eine interessante Unterrichtseinheit vor sich.
      Auf dem Gelände des Hofes war reger Betrieb. Jual, eine mittelblonde junge Frau, schüttelte energisch meine Hand und führte mich direkt zum Paddock. Neben allerhand Lewitzern und auch einigen Ponys gab es auch noch weitere Fohlen, die die warmen Strahlen der Sonne genossen. "Ich habe für heute bereits eine Tasche für euch gepackt. Als Probestrecke würde ich euch den Binnensee bei Magheramorne empfehlen, das sind ungefähr zwölf Kilometer. Ihr schafft die Strecke in gut 30 Minuten. Aber vorher muss die Kleine natürlich noch fertig gemacht werden. Wenn du Hilfe brauchst – ich bin im Fohlenstall!", rief sie mir zu, da sie beim letzten Satz bereits weggegangen war. Ich nickte nur und nahm den Strick der Tobianostute. Der Paddock war groß und umläufig, aber nach wenigen Minuten erkannte ich Donatella von den Bildern, die Jual mir geschickt hatte, wieder. Mit einem Pfiff machte ich mich bemerkbar. Etwas argwöhnisch beobachtete die Stute, wie ich ihr entgegen lief und dann meine Hand ausstreckte. Donatella schnupperte an meiner Hand, ließ sich dann aber auch streicheln und lief sorgsam neben mir her.

      Direkt vor dem Paddock war ein kleiner Putzplatz mit Überdachung, Dusche und Sattelbock. Dort lag ein Vielseitigkeitssattel mit Jagdmartingal. Doch zunächst nahm ich die Wurzelbürste und begann damit, das verkrustete Fell zu bürsten. Gelegentlich stampfte das Pferd mit den Hufen auf, störte mich aber nicht weiter beim Putzen, ebenso wenig wie beim Flechten ihres Behanges. Ihr Schweif war recht lang, daher kam ein kurzgebundener Zopf in Frage, damit die Stute keinen verklumpten Schweif hatte. Danach zog ich mir meine wetterfeste Jacke an, gurtete den Rucksack auf dem Rücken fest – darin waren Wasserflaschen und etwas zu essen für uns beide sowie ein Hufkratzer und ein Erste-Hilfe-Kästchen -, und stöhnte dann auf. Jetzt musste ich mit dem Gepäck auf dem Rücken die Stute satteln. Sobald ich den Gurt nachstellte und meine Steigbügellänge einstellte, kam Leben in die Lewitzer-Stute. Den Kopf hochgehoben, ließ sie sich auch auftrensen und ging dann neben mir her zum Hofplatz.

      Der Sattel war alles andere als unbequem. Da ich direkt vom Hof aus starten wollte, trieb ich sie im Leichttrab auf den Reitplatz zu. Neben einer Frau, die ein Fohlen longierte, war sonst niemand hier. Mit einem Nicken tat ich die Sache ab und ging mit Donatella auf den Zirkel. Nachdrücklich stellte ich den inneren Zügel mehr in die Mitte der Kreisbahn und achtete auf eine mögliche Fehlstellung des Kopfes. Nach etwa zwei Runden wollte sie, bei F angekommen, ausbrechen. Das machte sie aber nicht, da mein Gewicht deutlich nach hinten auf den Schwerpunkt des Sattels gelagert wurde, wodurch ich mithilfe von kleineren Schenkel- und Zügelhilfen die Stute wieder auf den Zirkel trieb.

      Kurz darauf ritten wir zum Hofeingang. Jual hatte mir vorher eingehend den Weg beschrieben und wünschte mir noch viel Spaß. Dann klopfte ich der Tobianostute den Hals, schnalzte einmal laut und ritt mit ihr Richtung Norden im Mitteltrab.

      Der Weg von Ballycarry nach Magheramorne führte entweder über eine Landstraße oder über Felder und Weiden. Dies war natürlich das optimale Terrain, daher lenkte ich sie nach wenigen Metern auf das unbefestigte Stück Land. Neben Heidekräutern und Wildlavendel wuchs hier nur grobes Gras, abwechselnd mit Beersträuchern. Etwa fünf Kilometer von uns wuchs ein mächtiger Wald. Der zog sich noch die nächsten sieben Kilometer neben uns her. Das Gelände war leicht buckelig; gelegentlich mussten wir Steinen oder Löchern ausweichen. Im Allgemeinen schien es der Stute Spaß zu machen, in der unberührten Natur zu sein. Ihre Ohren zuckten in sämtliche Richtungen und im stetigen Mitteltrab ging es "über Stock und Stein", wie es so schön in diesem Kinderlied hieß. Etwa zweieinhalb Kilometer nach unserem Start saß ich aus, drückte den Rücken durch und schnalzte. "Komm, Donatella!", rief ich und sie sprang sofort in den Galopp, wieherte dabei lautstark und zog dabei ihre Beine weit nach vorne. Ich nahm daher die Zügel auf, bremste sie ein wenig und lenkte sie dann nach rechts. Vor uns war ein kleiner Fluss. Da ich nicht wusste, wie tief er war, zogen wir etwa zwanzig Meter von der Stelle über eine Holzbrücke und parierten dann nach wenigen Minuten in den Leichttrab, um sie nicht zu überstrapazieren.

      Etwa vier Kilometer nach unserem Start streckte sie den Hals durch und machte einen Sprung zu Seite, als sei sie erschreckt worden. Etwas überrascht fiel ich leicht nach vorne, fing mich aber und korrigierte meinen Sitz weitesgehend, wodurch die Lewitzerstute nur den Kopf schüttelte. Jetzt hielten wir an. Gut zehn Minuten hatten wir gebraucht, und vor uns sah ich ein kleines Dorf mit Anbindung zu einer Landstraße. Die müssten wir wohl oder übel überqueren. Kein Problem, da wir nun eine Schrittpause machten und sie über die Weide trottete. Dabei schien ein Busch Wildlavendel ihr Interesse erweckt zu haben. Die Blütenstände waren ungeniessbar, aber nicht gefährlich für Pferde, wie sie kurz darauf feststellte und nur den Kopf schüttelte, sodass ihre Mähne in der Luft hing und dann wieder über ihrem Hals.

      *

      Vor uns erstreckte sich der See, von dem Jual gesprochen hatte. Magheramorne lag hinter uns, eher eine Ansiedlung von Häusern anstatt einer Stadt oder eines Dorfes. Die vorgeschriebene Ruhepause von einer Stunde wurde vollbracht. Ohne Sattel, dafür in einem kleinen Auslauf eines Stalls, rupfte sie an ihrem Bauchfell herum, während ich für die kurze Zeit mein Essen genoss. Sobald mein Handy das Ende der Pause einläutete, stand ich auf, bedankte mich bei den Gastgebern und holte Donatella von dem Auslauf. Kurz geputzt und eine Möhre gegeben – dafür gab sie mir einen sanften Pferdekuss – schon ging es weiter.
      Magheramorne lag bald hinter uns. Im Mitteltrab gelang es uns, bis zu dem Dorf zu gelangen und dann im Leichttrab über die Landstraße zu reiten. Langsam tat mir der Hintern weh, aber davon durfte ich mich nicht ablenken. Sobald wir vom Dorf weg waren, drückte ich meine Schenkel in ihren Bauch, sodass sie die Beine anhob und schneller ging.

      Alles in allem schafften wir die gesamte Strecke – hin und zurück – in einer Stunde und siebzehn Minuten. Sobald die Stute das ihr bekannte Gelände – den Hof – sah, brauchte ich ihr keine weiteren Hilfen zu geben. Sie galoppierte an und ging so bestimmt vier Minuten schneller ins Ziel. Jual stand an einem Transporter und lächelte mich freundlich an. "Und?" "Starkes Pony, Jual. Testet gerne Grenzen aus, aber das weißt du ja, richtig? Morgen gehts dann ins richtige Training.", antwortete ich, nachdem ich absaß und meinen Rücken rieb. Die Stute führte ich dann in den Stall zu ihrer Box, sattelte sie ab und bürstete sie lange und ausführlich, um die Muskeln zu entspannen. Dann entflocht ich ihren Behang und stellte sie in ihre Box. Vorher schlüpfte ich hinter ihr hinein und kuschelte mit der Kleinen. Das hatte sie sich verdient, ebenso sehr wie den dicken Apfel, den ich ihr vom Stall aus Magheramorne mitgebracht hatte.

      Am nächsten Tag

      Punkt acht Uhr klingelte mein Handy. Mein halber Körper tat noch etwas von gestern weh, das holprige Gelände war keine Schonung für mich. Trotzdem stand ich auf, streckte mich und war nach einer knappen halben Stunde im Stall. Donatella hatte ihren Kopf aus dem Fenster gestreckt und pflegte Kontakt mit einer anderen Lewitzerstute. Währenddessen machte ich unsere Ausrüstung fertig und öffnete sodann die Boxtür. Liebevoll umarmte ich sie, kraulte ihren Widerrist dabei und ließ einige Minuten verstreichen. Mit einem Klopfer auf ihren Rücken band ich sie an und begann mit dem gleichen Prozedere wie gestern, abgesehen davon, dass ich ihr Schongamaschen anlegte. Ihre Gelenke waren zwar nicht kaputt, aber durch kleineren Steinschlag gefährdet.

      Kurze Zeit später saß ich auf und ging ohne Aufwärmen vom Hof, diesmal Richtung Süden; Ziel war wieder ein See. Der lag gut zwanzig Kilometer von uns entfernt – Luftlinie betrug 18 – und würde so jeweils 48 Minuten pro Strecke beanspruchen, soweit hatte Google mir das gesagt. Der Pfad, der vor uns lag, brachte uns gut sechs Kilometer nach Süden, bis sie dann nach Westen abbog. Von dort aus müssten wir querfeldein weiterreiten.

      Auch dieses Mal war unser vorgegebenes Tempo Mitteltrab. Die erste Hälfte des Pfades – wir trabten nebenan auf einer huckeligen, mit Bäumen versehrten Wiese – war schnell hinter uns gebracht, danach folgte eine fünfminütige Schrittpause. Jetzt blieb sie stehen. Sie stellte sich breiter hin, warf den Schweif zur Seite und pinkelte. Dann stemmte sie sich hoch und ging wenige Schritte, ehe sie dort einen Apfelhaufen hinterließ und dann am Mundstück und somit an den Zügeln zerrte. Obwohl sie weitertraben wollte, hielt ich sie davon ab. Jedes Pferd sollte den Befehlen des Reiters folgen, und Donatella war zwar nicht störrisch oder eigensinnig, aber trotzdem – Pferd ist Pferd.
      Sobald die Stute wieder trabte, verdeckten Wolkenberge die Sonne. Sorgenvoll schaute ich gen Himmel, lenkte meine Aufmerksamkeit direkt danach aber wieder auf das Pony unter mir. Die Stute schien von dem Wetterwechsel nichts mitgekriegt zu haben und hoppelte über zwei kleine Sträucher. Unverdrossen ging es weiter, bis der Pfad abbog und wir dann weiter über die Felder trabten.
      Zeitweilig ging es auch für einige Meter im Galopp, zweimal hatten wir das geschafft, ehe wir kurzerhand am See ankamen. Der war natürlich und bot Trinkwasser. An einer Bank entledigte ich Donatella ihrer Ausrüstung, entfernte die Erde aus ihren Hufen und führte sie dann bis zum Wasser. Neugierig süppelte sie eine Schlucke und schlug dann mit dem rechten Vorderhuf mehrmals ins Wasser, sodass es herum spritzte. Lachend wand ich mich ab, schaffte es aber recht trocken wieder mit ihr an Land und befühlte dann ihre Fesselgelenke. Die Schoner hatten volle Arbeit geleistet.

      Eine Stunde später ging es im starken Trab zurück. Der Himmel war immer noch verklärt, dunkle Wolken zogen auf. Besorgt wanderte mein Blick immer wieder nach oben, aber das Pony schnaubte dann nur und lief rasch zur Seite, um mich 'aufzuwecken'. Davon beeinflusst saß ich aufrecht im Sattel, spürte die Steigbügel unter meinen Fußballen und spielte mit der Länge der Zügel, bis sie dann nach meiner Zufriedenheit lang genug waren, sodass Donatella ihren Hals etwas abstrecken konnte. Sprach's und nickte im Trab schön ihren Kopf ab, bis ich ihr Galopphilfen gab und wir dann die restlichen Kilometer hinter uns brachten.

      Donatella hat mit Erfolg am A-Distanztraining der ITS Canterbury Trainerin Catalina teilgenommen.
      UHAP Ocean Wave -
      Donatella A-Dressur

      Wieder ging es in den hohen Norden. Irland. Das grüne Eiland. Jual hatte mich gebeten, Donatella in Dressur zu trainieren, für eine SK. Daher flog ich zügig nach Irland. Mit meinem für deutsche Straßen gebauten Wagen fuhr ich über die Straßen und bewunderte wieder die Schönheit der Insel. Leider kam ich nach einer halben Stunde Fahrt dann an und hielt vor dem Stall. Mit einem Ruck stand ich auf, grinste in mich hinein und ging dann auf die Weide zu. Dort war, wie beim letzten Mal auch, alles vorbereitet. Dressursattel, Trense und Zügel, Gerte, Dressurgamaschen. Nur die Stute fehlte. Die war auf der Weide, und wurde von mir erst einmal auf den Putzplatz geführt. Anscheinend hatte sie sich meinen Geruch gemerkt; stubste sie mich doch gelegentlich an, während ich mit dem Gummistriegel lose Haare aus ihren Fell bürstete und dann ihre Hufe auskratzte. Das Aufsatteln ging sehr schnell und so saß ich auf, rückte den Sattel zurecht und trieb die Stute auf den Platz. Nach einer anfänglichen Aufwärmphase fingen wir im Leichttrab mit einfachen Bahnfiguren an.

      • Samarti Trainingsbericht - Juni 2015
        Dressur A auf L

        Zu guter Letzt hatte ich von Eddis Pferden nur noch die Lewitzerstute Donatella und den Trakehnerhengst Cover the Sun bei mir stehen, welche ich beide noch in der Dressur trainieren wollte.
        Bei Donatella war es die Aufstufung von A zu L, Cover the Sun sollte erst einmal auf das A-Niveau gebracht werden.

        Irgendwie hatte ich Matthew überreden können, mir beim Training unter die Arme zu greifen, auch wenn es mir nach dem Vorfall mehr als unangenehm gewesen war. Ich hatte ihm beim Fragen nicht mal in die Augen sehen können, aber wenn man nun mal zwei Pferde und die eigenen im Training hatte, war man froh über jede Arbeit, die man dir abnahm. Und Gwen stand momentan sowieso genug unter Stress – niemand wusste so genau, wo die sich schon wieder rumtrieb. Auf unseren Höfen traf man sie in der letzten Zeit selten an und auch auf ihrer kleinen Ranch suchte man sie oftmals vergeblich. Umso überraschender war es dann, als Elena mir erzählte, dass wohl auch Colin ab und zu einfach unauffindbar war. Vielleicht war es auch weniger überraschend, sondern viel mehr sehr vorhersehbar, aber nach ihrem Tequila-Trinkwettbewerb war es kein Wunder, dass die beiden sich nun so super verstanden.

        Wir stiegen bei beiden dennoch sehr langsam ins Training ein, um uns an die neuen Pferde zu gewöhnen. Während Matthew sich um das Training vom „Sunnyboy“, wie Eddi ihn am Telefon genannt hatte, kümmerte, saß ich auf dem Rücken der kleinen Lewitzerstute und machte mich daran, ihr den Speck abzutrainieren, den sie sich anscheinend mit Freude angefressen hatte. Auf jeden Fall sah ihr kleines Weidebäuchlein sehr stark danach aus.
        Bei beiden Pferden stellten die Hufschlagfiguren kein Problem dar, auch für Cover the Sun waren die geforderten Gangarten anscheinend nichts Neues. Nur Donatella musste man erst einmal vom versammelten Trab und dem Galopp im versammelten Tempo überzeugen, so ganz begeistert war sie davon dann doch noch nicht.
        Irgendwann hatten wir das aber doch hingekriegt und gemeinsam mit Gwen widmete ich mich dann den Lektionen, die Donatella erlernen musste. Dies beinhaltete den Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung. Für letztes legten wir zwei Stangen im rechten Winkel zueinander auf den Boden, ritten mit Donatella hinein und sie sollte sich dann um ihr inneres Hinterbein drehen, was sie nach einigen Wiederholungen dann fließend schaffte.
        Cover the Sun hatte lediglich das Viereck verkleinern und vergrößern und den einfachen Galoppwechsel uuund das Zügel aus der Hand kauen lassen uuuuuuund das Rückwärtsrichten zu erlernen. Klang nach einer Menge Arbeit, was? – War es aber letztendlich gar nicht unbedingt. Immer wieder bewies der Hengst, dass er ziemlich lernfreudig war und jede Menge Spaß an der Arbeit fand – solange man Übungen nicht zu lange wiederholte. Teilweise reichten ihm drei Wiederholungen und es wurde ihm zu eintönig, sodass wir bei ihm unbedingt immer mal wieder Abwechslung einbringen mussten; das war uns aber herzlich willkommen und stieß keinesfalls auf Ablehnung.

        Irgendwann war meine Arbeit für den Juni dann getan, Eddis Pferde alle trainiert (Donatella hatte ein gesundes L-Niveau in der Dressur erreicht; Cover the Sun war in der Disziplin nun A-fertig) und sie warteten wahrscheinlich genau in diesem Augenblick darauf, endlich in ihren Flieger nach Amerika verladen zu werden. Die freuten sich wahrscheinlich genauso wie ich, dass die Arbeit nun getan war und wir erst einmal eine Weile entspannen konnten, bis man sich wieder voll in die Arbeit stürzen musste.
        30 Juni 2015Melden
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      • Samarti Trainingsbericht - Juli 2015
        Dressur L auf M

        Ich war eigentlich froh gewesen, als ich Eddi im Juni hatte verkünden können, dass das Training von Donatella mehr als erfolgreich und nur gut verlaufen war. Ich hatte sie sogar schon zum Flughafen gebracht, um sie wieder in Amerika abzuladen.
        Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass mich etwa eine Stunde später ein Anruf erwarten würde.
        „Äh, Elisa? Wieso schickst du Donatella wieder zum Flughafen, das Training für Juli war doch au-“
        „Das ist nicht dein Ernst!“, knurrte ich in den Hörer und fluchte dann. „Na toll, jetzt darf ich wieder zum Flughafen zurück uuund wieder zurückfahren, nur weil ich zu dumm bin, zuzuhören. Ich fahr dann mal los“, seufzte ich, „ich melde mich, wenn Donatella wieder bei uns ist.“

        Und das war sie jetzt auch. Ich konnte mir ehrlich nicht erklären, warum mir das am Flughafen nicht gesagt worden war, dass Donatellas Flug anscheinend storniert worden war, wie auch immer! Ich hatte sie einfach unserem Lieblingsflughafenangestellten (der uns inzwischen so gut kannte, dass er unsere Pferde schon freiwillig draußen aus dem Hänger holte und den Rest selbst erledigte) Clark gegeben und mich dann auf den Heimweg gemacht, als er auch den Rest des Zubehörs entgegengenommen hatte.
        Wahrscheinlich hatte Clark es in der Eile des Gefechts selbst übersehen – es war schließlich voll gewesen. Sehr voll. Echt mega voll.
        Dann hatte der Flughafen wohl den Besitzer verständigt, welcher in diesem Fall eben Eddi war. Die war dann irgendwie total verwirrt gewesen, hatte angerufen und mich erst einmal ausgefragt, bis uns mein Denkfehler beinahe ins Gesicht gesprungen wäre, so offensichtlich war er irgendwann.

        Stattdessen saß ich nun sogar in Donatellas Sattel und trainierte mal wieder mit ihr. Die Eingewöhnungszeit konnten wir uns sparen, lediglich eine kurze Pause wegen der nervigen Hängerfahrten hatte sie ergattern können. Allerdings war es nicht sonderlich notwendig, noch viel mehr zu pausieren, schließlich war Donatella flexibel und zeigte bereits nach knapp einer halben Stunde, dass sie topfit und eine Dame war, die sich nicht so leicht von irgendetwas unterkriegen ließ.
        Da ich sie letzten Monat L-fertig in der Dressur trainiert hatte, wollten wir diesen Monat dort anknüpfen und sie dann M-fertig machen. Zumindest war es das, was Eddi mir neben Fahren auf M, Western auf L, Springen auf S* und Distanz auf M noch angeboten hatte. Da war mir Dressur als das geringste Übel erschienen, denn die Hindernisse auf eine Höhe von gefühlt drei Metern und siebenundachtzig Zentimetern aufzustellen, war selbst mir momentan zu viel des Guten. Es war heiß!
        Die M-Dressur forderte zusätzlich zum versammelten Trab und dem versammelten Galopp noch den versammelten Schritt – außerdem wurden sowohl der Trab auch als auch der Galopp im starken Tempo erwartet.
        Neue Hufschlagfiguren traf man diesmal keine an, stattdessen lief es aber auch eine Hand voll neuer Lektionen hinaus, obwohl ich die Lektionen nicht einmal an einer Hand abzählen konnte. Das betraf also die Seitengänge: Schulterherein, Travers, Renvers und Traversalen. Außerdem gefordert waren fliegende Galoppwechsel und Schrittpirouetten.
        Und ab dem Punkt bereute ich es, dass ich mich nicht doch für das Fahrtraining entschieden hatte. Ich meine, hey! Geländefahren war super und mit einem tollen Beifahrer gleich noch viel spaßiger!
        Wir kümmerten uns zunächst um die verlangten Gangarten. Donatella hatte es bereits verstanden, den Trab und den Galopp zu versammeln – auch im Schritt zeigte sie eine ordentliche und saubere Versammlung, bei der ich nicht einmal mehr sonderlich viel korrigieren musste, nachdem wir sie erst mal in Angriff genommen hatten.
        Die Verstärkung im Trab und im Galopp hatten wir ebenfalls schon bald erarbeitet. Donatella trat vermehrt über, es erfolgte eine Rahmenserweiterung und ihre Tritte beziehungsweise Galoppsprünge wurden raumgreifender, ohne dass sie in der Bewegung eiliger wurde.
        Auf die Gangarten folgten noch die Lektionen. Zunächst einmal beschäftigten wir uns mit den Seitengängen. Da sie das Schulterherein bereits beherrschte, gingen wir gleich zum Travers über.
        Beim Travers sollte Donatella auf dem Hufschlag bleiben – zumindest mit der Vorderhand. Die alternative Bezeichnung der Lektion, „Kruppe herein“, sagte dabei schon alles aus: Die Hinterhand musste die Lewitzerstute ins Bahninnere führen.
        Dahingegen gab es noch das Renvers, auch genannt „Kruppe zur Wand“ oder „Kruppe heraus“. Schon an den anderen Bezeichnungen wird klar, dass hier praktisch das Gegenteil verlangt wird: Die Hinterhand bleibt auf dem Hufschlag, während die Vorderhand in die Bahn geführt wird. So ist es praktisch ein spiegelverkehrtes Travers.
        Beide Lektionen dienten zur Vorbereiterung auf die Traversalen.
        Zu guter Letzt widmeten wir uns noch dem fliegenden Galoppwechsel und den Schrittpirouetten. Bei beidem zeigte Donatella aber keine Probleme, sodass ich dies nicht lang mit ihr üben musste.

        „Jetzt reicht M-fertig aber wirklich, oder?“, fragte ich am Telefon hoffnungsvoll und drückte beide Daumen so fest es ging, um mir Glück zu wünschen.
        „Ja, jetzt darfst du sie zum Flughafen und nach Hause bringen“, lachte Eddi zur Antwort und ich grinste erfreut. „Eigentlich sollte man meinen, deine Arbeit würde dir mehr Spaß machen“, entgegnete sie dann monoton.
        „Das tut sie auch. Nur nicht, wenn ich keine Pause in meinem anstrengenden Beruf kriege!“
    • Möhrchen
      Alte HS-/ TA-Berichte:

      Eddi Tierarztbericht - Juli 2015
      Klinik Caen

      Donatella sollte dieses Wochenende auf einer Stutenprämierung vorgestellt werden. Inzwischen rechneten wir uns sogar relativ hohe Chancen aus und hofften inständig auf einen Sieg. Doch dafür brauchte sie ein aktualisiertes Gesundheitszeugnis und das würde ich ihr heute ausstellen. Da ich das aber ungern für meine eigenen Pferde tat, hatte ich eine Kollegin gebeten, der Untersuchung beizuwohnen. Also begrüßte ich eine halbe Stunde später Frau Dr. Clare auf meiner Ranch. "Das ist Donatella. 10 Jahre alt. Lewitzer.", klärte ich sie kurz auf und führte die Scheckstute einmal die Stallgasse entlang.
      Dann begann wir mit der Untersuchung: Erst ein Blick in Augen, Ohren, Maul und dann das Abtasten der Lymphknoten. Danach hörten wir Herz, Lunge und Darm ab, ehe wir die Stute noch abtasteten. Dabei begannen wir beim Genick und gingen dann die Wirbelsäule Stück für Stück hinunter. Die Körpertemperatur war ebenso in Ordnung wie der Rest.
      Für die Prämierung mussten nur die Influenza- und Herpesimpfung aufgefrischt werden. Also gab es für Donatella zwei Spritzen und zusätzlich auch noch die Wurmkur. Das Ganze geschah unter den fachkundigen Augen meiner Kollegin und diese segnete am Ende der Untersuchung auch das Zertifikat ab. Die Prämierung konnte kommen!

      RoBabeRoHufschmiedbericht - Juli 2015
      Hufschmiede 'Keep Smiling' | Kontrollieren, Auschneiden & Raspeln, Hufbad

      1656 Zeichen | RoBabeRo
      Meine heutige Kundin war Eddi in Wyoming. Ich sollte ihrer Lewitzerstute Donatella die Hufe ausschneiden und dann mit einem Hufbad verwöhnen. Bei den 35 Grad im Schatten sind die Hufe natürlich ausgetrocknet und sehnen sich nach Feuchtigkeit. Ich packte meinen Jeep mit meinem Werkezug voll und stieg ein. Nach einer super anstregenden Fahrt durch die pralle Sonne kam ich endlich an und parkte sofort im Schatten. Am Stallgebäude sah ich Eddi schon fröhlich winken. Ich griff nach meiner Tasche und marschierte zügig rüber. Wir begrüßten uns und sie führte mich gleich zu ihrer Scheckstute. Sie hatte uns ein schattiges Plätzchen vorbereitet und nach einem kurzen Kennenlernen fing ich sofort an Donatella zu bearbeiten. "Magst du sie mir hier kurz im Schatten vorführen?", bat ich Eddi und während sie meiner Bitte folgte, kontrollierte ich Donatellas Hufe. Alles sah gut aus, das Ausschneiden würde sich also nicht all zu kompliziert gestalten. Ich schnappte mir somit das Hufrinnmesser und die Hufschneidezange und fing an die Sohle und die Tragwände zu kürzen. Ein Huf nach dem anderen wurde ausgeschnitten und am Ende durfte die Raspel ran um alles gleichmäßig zu bearbeiten. "Wir sind noch nicht fertig", lachte ich als Donatella fragend den Kopf zu mir umdrehte. Mit wenigen Handgriffen hatte ich ein gesundes Kräuter-Hufbad vorbereitet, das ihre Hufe an solch einem heißen Tag lange frisch halten sollte. Ein Huf nach dem anderen wurde in die Hufwanne getaucht. Nachdem das Bad sich schön auf die Hufe ausgewirkt hatte und diese wieder getrocknet waren, durfte Donatella zurück auf die Weide. Eddi bedankte sich bei mir und ich düste wieder davon.
    • Möhrchen
      Alte Pflegeberichte:

      Letzter Pflegi

      Eddi
      Gestüt Sapala
      Frühjahrsputz

      02. April 2016
      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.


      Endlich Sommer in Luggala!

      Wie gewohnt schmiss mich erneut die Sonne aus dem Bett, vllt waren es auch die Vögel, aber wach ist wach. Ich zog mich also direkt an, schlenderte in die Küche und schon ging der erste Weg zu meinen vierbeinigen Freunden. Zunächst ging es zum Offenstall von Caplin v. Hoel und Calle Cool. Die zweit Chaoten warteten bereits ungeduldig am Zauntor, ließen mich beinahe nicht rein. Mit großen Lachen drängte ich die zwei Perlen zur Seite und schnappte mir direkt die Gabel.
      Ich lockerte das Stroh im Stall auf, streute ein wenig frisch darüber und füllte beide Heunetze. Wie typisch gierte Calle direkt aufs Futter zu, während sich Caplin nochmal ausgiebig kraulen lies bis doch das frische Heu interessanter wurde. Mein nächster Halt war der Offenstall meiner drei gekörten Sportliebhabern Chaveyo, Shapaan und Colour Paint. Wie ebend schon wurde ich freudig begrüßt und auch hier gab es frisches Stroh, sowie Heu. Momentan füttere ich kaum Kraftfutter zu, da die Gräser ausreichend versorgten. Lediglich Shapaan bekam früh sein Mineralmüsli, mit 19 und vielen Erfolgen in der Tasche, darf er da ruhig etwas zusätzlich Kraft bekommen. Mein letzter Halt bei den Offenställen war der Stall von meinen zwei Shettyhengsten Flop oder Hop und What does the fox say. Hier gab es ausnahmsweise nur frisches Stroh, Shettys sind ja bekanntlich Vielfraße, weshalb das grün auf der Wiese mehr als ausreichte. Auch die zwei genossen ihre Streicheleinheiten bis es letztendlich zur Sommerkoppel ging, wo meine Stuten und Fohlen bis Oktober einquartiert sind. Ich checkte hier nur den Zustand von Meilenstein, Nandalee, Nachtschwärmer, Jinx, Spencer...ja dem einzigen Wallach hier, Kaabal, Snottles Peppermint, Nienke und Crying Dream. Allen ging es augenscheinlich gut, sodass ich beschloss zur Sattelkammer zu gehen.
      Leider hab ich es nicht geschafft zu reiten, doch dafür haben wir morgen großes vor, Kaabal lernt nämlich den ersten Reiter auf ihrem Rücken kennen.
      Nun war es bereits 16 Uhr und ich wurde immer ungeduldiger, denn es zogen zwei neue Pferde im schönen Luggala ein.
      Diesmal hatte ich sogar einen ganz lieben Service, welcher mir die Pferde direkt auf dem Hof brachte, da mein Auto derzeit in der Werkstatt ist.
      Bei einer guten Freundin, wo ich vor kurzen Cheveyo erstanden hab, kaufte ich nun auch Donatella und Caillou. Beides ebenfalls gekörte Lewitzer, Stute und Hengst.
      Zwei junge tolle Ponys, für Sport sowie Zucht.
      Nachdem endlich der Hänger zu sehen war, platzte ich fast vor Freude. Wir öffneten den Hänger, Stute und Hengst schauten neugierig, zwischen beiden war ein Platz frei. Sie hatten etwas geschwitzt, weshalb wir sie kurz abduschten und dann zu den Boxen brachten. Ich stellte Cheveyo zwischen beide, zwar standen so auch Hengst und Stute nebeneinander, jedoch war Chev eher der Wallach unter ihnen. Da sie ihn schnell wiedererkannten, stellte sich auch schnell Ruhe ein. Ich fütterte nun allen nocheinmal etwas Heu, unterschrieb die Papiere und verzog mich erst einmal in mein Haus.
      Ausruhen vor morgen.

      Der Weihnachtsmann naht!

      Es ist bereits sehr frisch und eisig geworden in Luggala. Heute stand ein kurzer Stallcheck auf dem Plan, da ich später wohl ein neues Pferd empfangen würde.
      Ich war schon putzmunter als mich der Wecker versuchte aus dem Schlaf zu reißen. Nach einer ruhigen Tasse Kaffee und einem kleinen Frühstück machte ich mich auf den Weg in den 2. Offenstall wo mich Calle Cool und Caplin v. Hoel schon freudig erwarteten. Ich fütterte die beiden Rappen zunächst ihr tägliches Kraftfutter, bevor ich anfing das Stroh neu aufzustreuen, sowie das Heu in den Vorrichtungen zu verteilen. Nun schnappte ich mir die Karre und befreite die Koppel von sämtlichen Pferdeäpfeln. Als die beiden Burschen fertig waren, schnappte ich mir die rumliegenden Putzsachen und putze sie kurz über. Nun ging der Weg zu meinen anderen männlichen, in den Offenstall Nummer 3..lustig, denn der 1. war immer noch frei. Genau wie bei den Friesen, fütterte ich die 4 Burschen und säuberte stall und Koppel. Auch Calour Paint, Alvari, Nachtschwärmer und Descarado freuten sich über die kleine Putzeinheit. Im Offenstall 4. standen meine 3 Stuten, Kabaal, Fraena v. Hulshóf und Mahamadou. Nach kurzem Streitschlichten, da sich die Zicken um ihr Futter beklauten, ging es auch hier wie bei den anderen zur Sache.
      Ich legte eine kurze Mittagspause kam auch schon der heiß erwartete Anruf, das mein Neuzugang mich gleich erwarten würde. Der schöne Rapphengst Thorin, ein Noriker, darf nun das Leben auf Luggala mit meinen anderen 9 Pferden genießen. Ihn erwartet eine abwechslungsreiche Ausbildung, er soll kein Sportpferd werden, aber er darf wohl gefördert werden.
    • Möhrchen
      Pflegebericht für Fenicio | Ankunft von Donatella, Caillou und Elliot
      |02.04.2017 ©Möhrchen

      Als ich am Morgen die Vorhänge zurückzog, strahlte mir schon die Sonnen entgegen. Ich freute mich sehr darüber, dass die Tage endlich wieder länger wurden und die Sonne öfter raus kam. Für heute hatte ich mir vorgenommen, mir mal wieder etwas Zeit für Fenicio zu nehmen. Irgendwie war ich mit ihm noch nicht ganz warm geworden und hatte daher bisher noch nicht allzu viel mit ihm trainiert. Demnächst sollte aber auch er im Turniersport starten und ich wollte ihn daher öfter reiten.

      Außerdem war heute ein besonderer Tag für ihn, denn er bekam endlich zwei Kumpels, die mit in seinen Offenstall ziehen sollten. Da er sich mit Callimero nicht sonderlich gut verstand, hatte er bisher alleine gestanden, und nur über den Zaun Kontakt zu den anderen beiden gehabt. Heute sollten aber drei neue Pferde ankommen und die beiden Hengste sollten endlich die neuen Kumpels von Fenicio werden.

      Direkt nach dem Frühstück machte ich mich daher auf den Weg zum Hengstoffenstall und nahm Fenicio mit zum Putzplatz. Ich nahm mir Zeit für seine Fellflege, dann legte ich seinen Sattel auf seinen Rücken und zog den Gurt leicht an. Ich trenste ihn auf und führte ihn auf den Reitplatz. Der junge Hengst ließ mich brav aufsteigen, ging aber sofort im flotten Schritt los, sobald ich aufgestiegen war.

      Ich ritt ihn eine gute halbe Stunde in allen Gangarten und entwickelte dabei immer mehr Spaß an meinem Pferd. Er hatte viel Energie, war dabei aber immer leicht zu kontrollieren und ließ sich mit minimalen Hilfen dirigieren. Ich ritt ihn viel am lockeren Zügel und ließ ihn vorwärts abwärts traben und galoppieren. Zum Ende hin wurde er deutlich ruhiger und schnaubte entspannt ab. Ich lenkte ihn aus dem Reitplatz hinaus und drehte mit ihm noch eine entspannte Runde im Schritt um die Galoppbahn. Vorbei an seinem Offenstall und den großen Weiden der Hengste. Fenicio war zwar etwas guckig, blieb aber die ganze Zeit bei mir und ich hatte zu keiner Zeit ein ungutes Gefühl. Vor seinem Paddocktor lobte ich ihn, stieg ab und nahm ihm zufrieden Sattel und Trense ab. Während er sich auf dem Paddock genüsslich wälzte, trug ich sein Sattelzeug zurück zur Sattelkammer und räumte den Putzplatz auf. Dann fuhr ich mit Schubkarre, Besen und Äppelboy zurück auf seinen Paddock.

      Nach der Stallarbeit setzte ich mich mit einem aufgeregten Kribbeln im Bauch in mein Auto. Ich hatte meinen Vierer-Hänger dabei und fuhr zu dem Hof, auf dem meine drei neuen Pferde warteten. Es waren drei Lewitzer Ponys, eine Stute und zwei Hengste. Ich hatte die Anzeige durch Zufall gefunden und war sofort Feuer und Flamme gewesen.

      Nur wenige Stunden später fuhr ich mit drei Ponys im Hänger auf den Hof. Ich parkte mein Auto und öffnete die Hängerklappe. Ganz vorne stand Donatella, die Stute. Sie schaute mich mit ihren Knopfaugen aufmerksam an, während ich ihren Strick löste und sie die Klappe hinunter führte. Sie war ganz entspannt und schaute sich ruhig alles an. Die anderen Stuten hatten sich schon am Tor versammelt und wieherten aufgeregt. Ich stellte Donatella in die extra für sie abgetrennte Eingewöhnungsbox, die einen eigenen kleinen Paddock hatte, der direkt an den großen angrenzte. Sie konnte sie über den Zaun hinweg erstmal die anderen kennen lernen, bevor sie morgen dazu durfte.

      Zurück am Hänger machte ich die beiden Hengste los und machte mich mit ihnen auf den Weg zu Fenicio. Elliot, der braun gescheckte Hengst, spielte sich am Strick ordentlich auf und tänzelte mit aufgestelltem Schweif neben mir her. Caillou dagegen, ein kleiner Rappschecke, war ganz artig und schaute sich nur interessiert um. Die drei Hengste liefen schon aufgeregt am Zaun auf und ab, als sie die Neuankömmlinge sahen. Ich stellte die beiden Lewitzer zu Fenicio auf den Paddock und blieb am Zaun stehen, um die drei noch ein wenig zu beobachten. Elliot drehte sofort eine Runde im Galopp über den ganzen Paddock. Caillou dagegen fing sofort an, Fenicio zu beschnuppern und nach ein wenig Gequietsche akzeptierten sich die beiden sofort. Elliot dagegen kam sofort imponieren auf ihn zu gerannt und kassiere dafür einen Tritt von Fenicio. Er war es nicht gewohnt, seinen Paddock zu teilen, trotzdem verhielt er sich aber super und ließ sich nicht die Butter vom Brot nehmen.

      Ich beobachtete die drei Hengste noch eine Weile, bis schließlich Ruhe einkehrte. Über den Zaun beschnupperten die beiden Neuen auch gleich Haru und Callimero, auch hier verlief alles ruhig. Als ich nach zwei Stunden nochmal nach den Hengsten schaute, standen die drei einträchtig nebeneinander an der Heuraufe. Ich war sehr erleichtert, dass Fenicio endlich nicht mehr alleine stehen musste.
    • Möhrchen
      „Das Team der Stardust Ranch wächst“ – Pflegebericht für alle Pferde
      |07.04.2017 ©Möhrchen (8.643 Zeichen; 1.449 Wörter)

      Viel zu früh wälzte ich mich schon im Bett umher. Da ich eh nicht mehr schlafen konnte, machte ich mich schon um kurz vor 6 auf den Weg nach draußen. Ich schnappte mir eine Schubkarre und machte mich daran, den Paddock Trail abzuäppeln. Heute war ein großer Tag für die Stardust Ranch und es war in den letzten Tagen alles so schnell gegangen, dass ich es selbst noch nicht richtig glauben konnte. Vor einigen Wochen hatte meine Freundin Zoey mich angerufen, die ich noch aus dem Studium kannte und danach leider ein wenig aus den Augen verloren hatte. Sie kam aus England und war damals zum Studieren nach Deutschland gekommen. Seit unserem Abschluss lebte sie wieder in England. Wir hatten die folgenden Tage viel geschrieben und telefoniert und ich hatte ihr natürlich viel von der Stardust Ranch erzählt. Irgendwann hatten wir angefangen, einen Plan zu spinnen, denn sowohl Zoey als auch ihre große Schwester Carina träumten schon lange davon, sich den Traum vom eigenen Stall zu erfüllen.
      Lange Rede, kurzer Sinn, nur wenige Wochen später war es beschlossen: Zoey würde samt ihrer Schwester und deren kleiner Tochter Emma auf die Stardust Ranch ziehen. Das Haus war sowieso viel zu groß für mich alleine und ich hatte es satt, den Großteil der Zeit alleine auf dem Hof zu leben und zu arbeiten. Ich freute mich sehr darauf, mir meinen Hof, die Pferde und auch die Arbeit mit zwei weiteren Mädels zu teilen.

      Vor zwei Wochen waren die beiden für 4 Tage zu Besuch gewesen. Emma konnte noch nicht dabei sein und blieb bei ihrem Vater, aber die Schwestern waren total begeistert. Wir ritten zusammen aus und ich zeigte ihnen den Hof, es war, als hätten wir uns schon immer gekannt. Und noch etwas hatte mich sehr gefreut: Fenicio, mit dem ich auch nach Monaten noch immer nicht richtig warm geworden war, hatte in Carina wohl endlich seinen Menschen gefunden. Ich hatte ihn ihr für einen Ausritt gegeben und die beiden hatten sich auf Anhieb perfekt verstanden. Er konnte also auf der Stardust Ranch bleiben und Carina würde ihn übernehmen. Das schien die perfekte Lösung für alle zu sein.

      Ich grinste vor mich hin, während ich den Paddock Trail abäppelte. Es klang einfach alles zu perfekt. Liara stieß mich von hinten an und ich drehte mich um, um der rotbraunen Stute die Stirn zu kraulen. Aber sie wollte gar nicht gekrault werden, stattdessen schnappte sie sich meinen Äppelboy am Griff und schleuderte ihn durch die Gegend. Ich musste lachen und nahm ihn ihr wieder weg. „Hey, du kleine Hexe.“, lachte ich „Gib den wieder her!“.

      Langsam arbeitete ich mich weiter vor, leerte die Schubkarre auf dem Misthaufen aus, füllte alle Heuraufen auf und kontrollierte Zäune und Tränken. Dann öffnete ich eins der Tore zu einem Weidestück, denn die Stuten durften seit wenigen Tagen endlich wieder stundenweise auf die Weide. Samira und Happy Fantasy stürmten sofort los und rannten buckelnd über die Wiese. Namica, Royal Disturbance, Donatella und Nökkvadís folgten in etwas ruhigerem Tempo, machten sich aber auch sofort über das frische Gras her.

      Als alles erledigt war, fuhr ich mit der Karre rüber zum Stall und säuberte den Offenstall von Nocciola und Baileys. Die beiden waren mal wieder dabei, sich zu streiten und ich hörte nur ein lautes quietschen hinter mir. Baileys machte sich mit angelegten Ohren aus dem Staub, während Nocciola sich mir langsam näherte. Aus der zickigen Stute war langsam ein aufmerksames Pony geworden, das sogar ab und zu meine Nähe suchte. Ich zerzauste ihren Schopf und sie ließ es brav geschehen. Bei Baileys brauchte ich das gar nicht erst zu versuchen, die ließ sich freiwillig kaum berühren...

      Als der kleine Offenstall fertig war, ging ich erst einmal ins Haus zum Frühstücken. Als ich gerade dabei war, meine Küche aufzuräumen, klingelte mein Handy. „Zoey“, rief ich ins Telefon. „Wir sind jetzt in Deutschland angekommen“, sagte sie und ich konnte ihre Aufregung quasi durchs Telefon hören. Im Hintergrund hörte ich Emma plappern. „Wir brauchen noch etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, dann sind wir da“. „Sehr gut, ich freue mich total!“ „Wir uns auch, wir können es kaum erwarten. Und die Kleine hört gar nicht mehr auf, von Ponys zu quatschen“, Zoey lachte. „Dann noch eine gute Fahrt, fahrt vorsichtig!“

      Ich vertrieb mir den Rest der Zeit damit, noch einmal durch die Wohnung im ersten Stock zu gehen, in die die beiden einziehen sollten. Aber eigentlich hatte ich sie bereits komplett eingerichtet und zigmal kontrolliert, sodass ich mich darauf beschränkte, die Vorhänge glatt zu streichen und die Fenster ein Stückchen zu öffnen.

      Ich ging also wieder raus, schnappte mir Haru und ging mit ihm auf den Reitplatz. Ich verteilte ein paar Stangen auf dem Platz und ließ ihn nur mit Halfter ein paar Runden an der Longe joggen. Im Trab und auch im Galopp dirigierte ich ihn in verschiedenen Reihenfolgen über die Stangen und er war sehr motiviert bei der Sache. Ein paar Mal schummelte er sich an den Stangen vorbei, aber die meiste Zeit folgte er brav meinen Anweisungen. Am Schluss der Einheit übte ich noch einmal die Bergziege, die er vor wenigen Tagen mit meiner Schwester geübt hatte. Er hatte sie noch nicht verlernt, es war zwar noch nicht perfekt, aber es sah schon ganz gut aus.

      Als ich Haru wieder zurück auf seinen Paddock gebracht hatte, entschied ich mich spontan, noch eine kurze Runde mit Calli zu drehen. Nur mit Halfter schwang ich mich auf seinen Rücken und drehte eine entspannte Runde um die Galoppbahn. Eigentlich war ich ein bisschen zu groß für ihn, aber für ab und zu mal war es gerade noch okay. Wir legten sogar einen kurzen Galopp ein, bevor ich gemütlich zurück zum Offenstall ritt und ihn wieder auf den Paddock stellte. Ich blieb noch eine Weile am Zaun stehen und beobachtete meine Hengste. Haru hatte sich in die Sonne gestellt und döste mit aufgestelltem Huf. Callimero wälzte sich erstmal genüsslich und schlenderte dann zurück zur Heuraufe. Gegenüber kraulten sich Fenicio und Elliot gegenseitig am Widerrist. Auch Elliot hatte sich auf Anhieb mit Carina verstanden und wir hatten gemeinsam beschlossen, dass er ein Schulpferd für Carinas Reitschule werden sollte. Obwohl er ein Hengst war, war er sehr anständig und ein echtes Verlasspferd, ich war mir sicher, dass er in der neuen Aufgabe aufgehen würde.

      Während ich noch meinen Gedanken nachhing, hörte ich es auf der Straße laut hupen. Haru schreckte aus seinem Mittagsschlaf hoch und spitze gespannt die Ohren. Ich machte auf dem Absatz kehrt und rannte zum Parkplatz. Dort angekommen hatte Carina bereits ihr knallrotes Auto abgestellt und Zoey war bereits vom Beifahrersitz gesprungen. Eigentlich hatte ich mich noch umziehen wollen, aber das war mir jetzt auch egal. Ich fiel erst Zoey, dann Carina um den Hals: „Willkommen zu Hause!“. Carina öffnete die Autotür und ließ Emma hinaus. Endlich konnte ich auch das kleinste Mitglied unserer neuen Mädels-WG kennen lernen. Mit großen Kulleraugen schaute Emma sich auf dem Hof um. „Hallo kleine Maus“, sagte ich zu ihr und sie strahlte mich an. Für sie war es anscheinend das Größte, jetzt mit so vielen Pferden und Ponys zusammen zu leben.

      Zuerst machten wir einen Rundgang über den Hof und zeigten Emma die Pferde. Carina wollte als erstes zu Fenicio und der Schimmelhengst wieherte sogar, als er sie sah. Mir ging das Herz auf, als sie ihm um den Hals fiel und er sich sichtlich freute. So gerne hatte ich ihm genau das geben wollen, aber irgendwie passte es einfach nicht zwischen uns. Umso besser, dass er jetzt seinen Menschen gefunden hatte, ohne sein Zuhause verlassen zu müssen.

      Wir führten Emma über den ganzen Hof. Sie war natürlich besonders begeistert von Nocciola und Baileys, wobei gerade die beiden die letzten waren, die ich auf ein Kind loslassen würde. Aber auch Donatella fand sie toll, und bei ihr konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass sie Emma problemlos auf sich reiten lassen würde. Aber nicht mehr heute, wir hatten ja jetzt ganz viel Zeit.

      Wir räumten alle Koffer und Taschen aus dem Auto und leerten auch den Anhänger. Als wir alle Sachen in die Wohnung geräumt hatten, trafen wir uns in meiner Küche und kochten zusammen. Bei Auflauf und Sekt (und Limonade für die Kleine) ließen wir den Abend ausklingen und stießen auf unsere neue WG an. Carina brachte Emma ins Bett und setzte sich dann wieder zu uns. Wir quatschten noch bis tief in die Nacht, bevor sich die Schwestern verabschiedeten und ins Bett gingen. Ich freute mich schon sehr auf den nächsten Tag und konnte es kaum erwarten. Es war ein sehr gutes Gefühl, endlich nicht mehr alleine im Haus zu schlafen.
    • Möhrchen
      Der Umzug – Pflegebericht für alle Pferde
      |12.05.2017 ©Möhrchen (7942 Zeichen, 1309 Wörter)

      Wie ein aufgescheuchtes Huhn lief ich durch meine Wohnung. Ich war einfach so aufgeregt, dass ich nicht wusste, wohin mit mir. In der letzten Zeit hatte sich so einiges geändert in meinem Leben und heute war es endlich so weit: ich würde die Stardust Ranch verlassen.

      Mein Freund und ich hatten genug von unserer Fernbeziehung und hatten schon lange gesponnen, endlich zusammen zu ziehen. Er wollte allerdings auf keinen Fall seinen Job aufgeben und ich wollte nicht mehr ohne eigenen Hof leben. Schon fast 1,5 Jahre waren wir ziemlich unzufrieden mit der Situation, denn seine Besuche am Wochenende waren einfach viel zu kurz und ich konnte meinen Hof nur selten verlassen.

      Vor 3 Wochen hatte er ganz aufgeregt bei mir angerufen und erzählt, dass nur wenige Kilometer von seiner Wohnung entfernt ein Gestüt zum Verkauf stand... Zuerst war es nur eine Idee, aber spätestens, als wir dort waren, um es uns anzuschauen, war es um mich geschehen. Er kündigte seine Wohnung, ich regelte alles auf der Ranch und fing an zu planen.

      ~

      Und nun war es so weit: Zwischen riesigen Kartonstapeln, Sätteln und Möbeln stand ich mitten auf dem Hof. Vor Aufregung knabberte ich an meinen Fingernägeln. Die Organisation des Transports war ziemlich kompliziert gewesen und ich hoffte einfach nur, dass alles wie geplant klappen würde. Wir hatten uns für heute einen großen Transporter mit Platz für 10 Pferde gemietet. Mein Freund wollte mit seinem 6er-Trasporter kommen und einige Pferde holen und ich hatte bereits meinen Hänger vorbereitet. So hoffte ich, dass wir alle 18 Pferde heil auf den neuen Hof kriegen würden.

      ~

      Wenige Stunden später war der Kartonstapel auf dem Hof verschwunden, denn ein Möbelwagen hatte meine Möbel und sonstigen Sachen bereits abgeholt. Nun waren die Pferde an der Reihe und ich machte mich daran, die ersten Pferde für den großen Transporter vorzubereiten. Mein Freund musste noch arbeiten und würde daher erst in einigen Stunden da sein.

      Ich holte nacheinander Liara, Samira, Namica, Happy Fantasy, Narla, Donatella, Nökkvadís und Royal vom Trail und band die 8 Stuten am Putzplatz an. Ich bürstete sie alle kurz über, eine Decke brauchten sie nicht, da es ein ziemlich milder Tag war. Ich holte meine große Kiste mit Transportgamaschen aus der Sattelkammer und suchte für jedes Pferd sie richtige Größe heraus. Ich hatte in den letzten Wochen so einige Paare kaufen müssen, denn auf einen Transport von allen Pferden gleichzeitig war ich nicht vorbereitet.

      Als ich für jeden ein paar gefunden hatte, machte ich mich ans anziehen. „Soll ich dir helfen?“, fragte Zoey, die gerade aus dem Haus kam. Ihre Schwester und sie würden auf der Stardust Ranch bleiben, was mich sehr glücklich machte. Denn mein Herz hing doch an diesem Hof und mir fiel es schwer, ihn zu verlassen. Während wir die ersten Pferde anzogen, fuhr der Transporter auf den Hof.

      Der Fahrer war sehr nett und ich führte Royal zuerst auf den Hänger. Ich band sie ganz hinten an und schloss die erste Klappe. Während Zoey nach und nach den Pferden die Gamaschen anlegte, führte ich eins nach dem anderen die Rampe hinauf. Happy Fantasy stürmte in ihrer üblichen Art wie eine Verrückte die Rampe hinauf. Die anderen Stuten waren artig, nur bei Liara und Samira brauchte es ein bisschen Überredungskunst. Aber sie waren ja auch noch jung und hatten noch keinen großen Transporter gesehen.

      Nach kurzer Zeit waren alle Pferde auf dem Transporter und knabberten an ihren Heunetzen. Der Fahrer verabschiedete sich und wir vereinbarten, dass er die Pferde auf dem neuen Hof so lange im Hänger ließ, bis mein Freund und ich auch angekommen waren. Dann rollte der LKW vom Hof und ich konnte nur noch die Daumen drücken, dass alles gut gehen würde.

      Als mein Freund endlich ankam, luden wir noch meine restlichen Sachen in mein Auto, stellten Nicciola, Baileys, Callimero, Caillou und Elliot in den 6er- Transporter und ich verlud Haru und Fenicio in meinen Hänger. Nun waren alle Pferde verpackt, das Sattelzeug verstaut und alle meine Sachen im Auto. Unglaublich, wie viele Sachen ich eigentlich hatte, sowas fiel mir meistens erst bei einem Umzug auf.

      ~

      Und dann war es soweit: ich fiel zuerst Zoey, dann Carina und auch Emma um den Hals. Unsere gemeinsame Zeit auf der Stardust Ranch war viel zu kurz gewesen, aber ich freute mich so sehr auf den Neuanfang mit meinem Freund, dass mir der Abschied nicht so furchtbar schwer fiel. Und es ging ja auch nicht allzu weit weg, ich würde die drei auf jeden Fall besuchen. Ich gab meinem Freund einen Kuss zum Abschied und er fuhr mit dem Transporter vom Hof. Mit Tränen in den Augen stieg ich schließlich ins Auto und startete den Motor: Auf in ein neues Leben!
      ~

      Fenicio und Haru standen super ruhig auf den Hänger und die Fahrt verging wie im Flug. Schon 3 Stunden später tauchte endlich unsere neue Heimat am Horizont auf. Einen Namen hatte mein neuer Hof noch nicht, aber der würde mir sicherlich bald einfallen. Auf jeden Fall war er wesentlich größer als die Stardust Ranch und lag nur 30 Reitminuten von der Nordsee und wenige Kilometer von der dänischen Grenze entfernt.

      Als ich auf den Parkplatz fuhr, kribbelte es im ganzen Körper. Der große LKW stand bereits auf dem großzügigen Hof. Da ich schon im Voraus geplant hatte, welches Pferd in welche Box einziehen sollte und wer sich mit wem verstand, wusste ich genau, wer wohin sollte. Ich bestand darauf, jedes Pferd selbst aus dem Hänger zu holen. Als erstes zog Liara zusammen mit Samira, Namica und Royal in den größeren der beiden Paddocktrails ein. Ich kontrollierte allen Pferden die Beine auf Verletzungen und nahm ihnen die Gamaschen ab. Liara und Samira lieferten sich erstmal ein Wettrennen auf der neuen Trailstrecke, während Royal und Namica es ein bisschen ruhiger angehen ließen und sich erstmal alles in Ruhe anschauten. Ich hatte allerdings nicht viel Zeit, ihnen zu zusehen, denn ich wollte die anderen Pferde so schnell wie möglich aus den Hängern befreien.
      Haru und Fenicio bezogen zwei Paddockboxen mit riesigem eigenen Auslauf im südlichen Stall. Sie liefen aufgeregt schnaubend alles ab und Haru sprang auf dem großen Auslauf buckelnd in die Luft.
      Als nächstes bezogen Nocciola und Baileys einen kleinen Offenstall am Nordstall, der extra den kleinsten vorbehalten war. Zum Glück waren sie so klein und hatten daher etwas weniger Kraft, denn die beiden wehrten sich wie immer gegen alles, was ich von ihnen wollte. Nocciola hatte sich in der Hinsicht schon etwas gebessert, aber Baileys war nach wie vor eine Katastrophe im Umgang. Mit ihr musste ich unbedingt mehr üben, sobald ich jetzt nach dem Umzugsstress mehr Zeit hatte.
      Donatella, Narla, Nökkvadís und Happy Fantasy bezogen jeweils eine große Paddockbox im Nordstall. Ab morgen sollten sie tagsüber zusammen auf der Weide stehen und nachts die Ruhe in ihren Paddockboxen genießen. Bei ihnen ging der Umzug relativ ruhig von statten, keiner der vier Damen regte sich übermäßig auf. Nökkvadís hatte allerdings eine kleine blutige Schramme am Bein, die ich sofort mit etwas Salbe behandelte.
      Als letztes zogen die drei Ponyhengste Callimero, Caillou und Elliot in ihre Männer-WG im Offenstalltrakt ein. Sie benahmen sich, als hätten sie nie wo anders gestanden und schienen auch die Fahrt bestens überstanden zu haben.

      Als alle Pferde ausgeladen waren, verabschiedeten wir den Fahrer, der sich nun wieder auf den Rückweg machen konnte. Unsere eigenen Fahrzeuge übernahm mein Freund, er säuberte sie und parkte sie auf dem Parkplatz. Währenddessen hatte ich noch viel zu tun: ich verteilte Heu an alle Pferde und schaute bei allen noch einmal vorbei.

      ~

      Erst spät am Abend hatte ich Zeit, meinen eignen Kram notdürftig auszupacken. Zum Glück hatte mein Freund schon im Vorfeld die meisten Möbel aufgebaut. Gegen Mitternacht machte ich noch eine letzte Runde durch alle Ställe, dann fiel ich todmüde ins Bett. Unsere erste Nacht auf UNSEREM eigenen Hof...!
    • Möhrchen
      Pflegebericht | Brött und Donatella
      ©Möhrchen, 06.07.2017

      Das Wetter war wunderschön und als ich gegen Mittag mit der Stallarbeit fertig war, war es schon ziemlich heiß. Kurzerhand schnappte ich mir meinen Helm von der Garderobe, packte Handy und Schlüssel ein und holte Brött und Donatella von der Wiese. Ich band die beiden am Putzplatz an, bürstete sie kurz über und kratzte ihre Hufe aus. Dann zog ich Brött den Kappzaum an und schwang mich auf ihren Rücken. Die Stute war noch nicht lange bei mir, aber ich hatte mit ihr bereits einige Spaziergänge in den Wald unternommen und fühlte mich auch im Gelände sehr wohl mit ihr. Mit Donatella als Handpferd ritten wir Richtung Wald...

      ... als wir im Wald ankamen, waren die beiden Stuten schon gut aufgewärmt und ich ließ sie antraben. Donatella war zum Glück in nahezu jeder Situation total entspannt, sodass sie sich auch durch die flotte Brött nicht aus der Ruhe bringen ließ. Durch die Hitze war sie aber auch heute nicht ganz so hektisch wie sonst. Relativ entspannt trabten wir die Waldwege entlang, die Ponys schnaubten von Zeit zu Zeit und ich genoss einfach die Ruhe und das schöne Wetter. Schließlich kamen wir an meinem Lieblingsplatz an: der Wasserstelle mitten im Wald. Hier konnte man mit den Pferden ins Wasser und ihnen eine kleine Abkühlung verschaffen. Ich lenkte Brött auf das Wasser zu, sie zögerte aber und schaute erstmal skeptisch das Wasser an. Donatella war begeistert und stand schon mit zwei Hufen im Wasser. Ich ließ ihr den Strick etwas länger, in der Hoffnung, dass Brött ihr hinterher ging. Und es klappte: nach einigen Minuten nahm Brött ihren Mut zusammen und stapfte hinter Donatella ins Wasser.

      Wir blieben eine ganze Weile im Wasser und die Ponys hatten richtig Spaß. Brött hatte mittlerweile ihre Liebe zum Wasser entdeckt und planschte mit den Vorderbeinen herum. Ich war mittlerweile fast genauso nass wie die Ponys, aber bei den Temperaturen machte mir das nichts aus.

      Schließlich machten wir uns wieder auf den Heimweg. Brött war jetzt etwas frischer drauf und Donatella hatte zeitweise Probleme, hinterher zu kommen. Trotzdem kamen wir alle drei entspannt und zufrieden am Hof an. Ich kratzte den beiden die Hufe aus, dann stellte ich sie zurück in ihre Boxen und holte auch die anderen Stuten rein. Ich verteilte noch großzügige Portionen Heu, dann machte ich mich auf den Weg ins Haus.
    • Ravenna
      Ich strich der plüschigen Stute über den schmalen Kopf, aus dunklen Augen beobachtete Donatella, wie ich den Strick auseinander klamüserte. Erst dann konnte ich ihr den Strick über den Kopf ziehen. Ich hatte mich direkt in die Stute verliebt. Mit ihr am Strick schlenderte ich in Richtung Putzplatz. Die Putztasche wartete bereits auf uns und mit vielen Bürstenstrichen befreite ich die Lewitzerstute von ihrem Schlammpelz. Anschließend ging es für uns auf den Platz, ich wollte schauen wie viel von der Bodenarbeit noch bei ihr hängen geblieben war. Beim Rückwärts stellte sie sich kurz ein wenig auf unwissend, aber nach ein wenig tricksen ging sie eine Viertelstunde später zuverlässig rückwärts. Nach dem Training gab ich ihr Futter anschließend stellte ich Donnatella wieder zurück in den Offenstall.
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    • Ravenna
      Ich wusste gar nicht mehr wann ich das letzte Mal ein richtiges Halter für Donnatella verwendet hatte. Über die letzten Monate hatte ich sie öfter besuchen dürfen, nur kleine Besuche die mich stets freudig stimmten. Ich hatte nicht wirklich vor sie zu reiten. Meistens beschäftigten wir uns an der Bodenarbeit. Als ich noch verletzt war hatten wir uns auf Tricks konzentriert, jetzt jedoch widmeten wir uns auch schonmal dem freien Zirkeln. Witzigerweise benötigte Donna ein deutliches Zeichen das jetzt Arbeitszeit war - ein Strick als Halsring umfunktioniert reichte. Ich musste ihn auch nicht berühren, nur für die Stute war klar - jetzt arbeiten wir. Ich schob ihr also den Halsring über den Kopf, fasste den Stick fester, drehte um und ging vom Paddock hinunter, brav folgte die Stute mir zum Anbinder, blieb stehen während ich sie putzte.
      Danach führte ich sie auf die Heuwiese neben dem Hof, ich und die Stute arbeiteten ihr freier als auf der Umzäunung des Platzes, mehr als zurück zum Stall rennen würde sie eh nicht und bisher hatte Donatella dahingehend keinen Versuch unternommen. Auch heute nicht. Wir begannen mit kleinen Kopfarbeiten, dem Traben - wobei die Stute statt im Abstand zu laufen dicht an mir klebte und erst auf meinen Wink hin ihren Zirkel immerhin auf 5 Meter ausweitete. Rückwärts richten klappte ebenfalls, wobei ich mich mittlerweile immer weiter nach hinten stellte und war nun deutlich hinter der Schulter. Donatella kaute, ihre Ohren zu mir bis sie zögerlich zwei Schritte tat und direkt ein Lob erhielt.
      Anschließend brachte ich die Stute wieder auf ihr Paddock.
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    • Ravenna
      Heute stand mal wieder ein Besuch bei der Lewitzerstute Donatella an. Ihr Fell war nun nicht länger kurz und fest sondern wahnsinnig plüschig. Durch den Regen am Vortag, das wälzen im Schlamm hatte sie eine feine Sandschicht auf dem Fell. Ich fragte mich ja wirklich wie ihr das Zeug zwischen die Ohren gelangt war - machte sie Kopfstand?
      Nach dem Putzen, legte ich ihr ein Pad auf den Rücken, zurrte es fest, nahm den Halsring in die linke Hand und führte sie zum Aufstiegsblock. Den Ring über den Hals, aufsteigen und ein Leckerli erwartete die Stute bereits. Es ging eine gemütliche Bummelrunde ins Gelände. An manchen Stellen unseres Weges stieg ich ab, lief neben ihr her. Ehe wir nach gut einer Stunde wieder zurück kehrten.
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  • Album:
    ~ Nordstall ~
    Hochgeladen von:
    Möhrchen
    Datum:
    18 März 2017
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  • Donatella


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Unterbringung: Paddock Trail
    Haltungsform: Offenstall
    Besitzer: Jessica
    Privat-/Schulpferd: Privatpferd


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Abstammung

    Von: unbekannt

    Aus der: Goldherz


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Exterieur

    Stute
    Pony
    *2005
    (12 Jahre)
    Rasse: Lewitzer
    Stockmaß: 146cm
    Farbe: Rappschecke


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Interieur & Beschreibung


    Charaktereigenschaften:
    Ausgeglichen ●●●● Unausgeglichen

    Aufmerksam ●●●● Unaufmerksam
    Intelligent ●●●● Unintelligent
    Sozial ●●●● Unsozial
    Begabt ●●●● Unbegabt
    Ruhig ●●●● Nervös
    Loyal ●●●● Untreu
    Gutmütig ●●●● Boshaft
    Nervenstark ●●●● Scheu
    Temperamentvoll ●●●● Faul

    Donatella ist eine ausgeglichene, ruhige Stute, die jedoch merkt, wer auf ihr sitzt. Wenn sie spürt, dass ein erfahrener Reiter auf ihrem Rücken ist, testet sie gern und tut manchmal so, als würde sie sich erschrecken.
    Sie ist sehr verschmust und nimmt jedes Leckerli mit Freude an. Sie ist sehr für Bodenarbeit oder Freispringen zu begeistern, nur longieren mag sie nicht gern.
    Sie hat Potenzial für die Vielseitigkeit, doch ihre größte Leidenschaft ist das Ausreiten.


    Besitzer: Möhrchen
    Vorbesitzer: Zasa
    Züchter: -
    VKR/Ersteller: Jackie
    Reitbeteiligung: /
    im Besitz seit: 18.03.2017
    Zu verkaufen: Nein
    Kaufpreis: /


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Qualifizierungen & Erfolge


    Dressur E A L M S S* S** S***
    Western E A L M S S* S** S***
    Springen E A L M S S* S** S***
    Military E A L M S S* S** S***
    Galopprennen E A L M S S* S** S***
    Distanz E A L M S S* S** S***
    Fahren E A L M S S* S** S***
    Gangreiten E A L M S S* S** S***
    Aufstieg durch: Turniersieg | Training


    Erfolge

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    2. Platz 217. Fahrturnier
    1. Platz 278. Westernturnier
    3. Platz 291. Springturnier
    2. Platz 203. Distanzturnier
    3. Platz 79. Synchronspringen
    2. Platz 306. Springturnier
    1. Platz 83. Synchronspringen
    1. Platz 2. Synchronfahren
    1. Platz 280. Dressurturnier


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Ausbildung & Zuchtdaten


    Eingeritten
    Eingefahren
    Halfter und Decke vertraut
    Verladefromm
    Longiert
    Schmiedefromm
    Geländesicher


    Bodenarbeit/ Zirkuslektionen

    Spanischer Gruß
    Spanischer Schritt
    Flehmen
    "Ja" sagen
    "Nein" sagen
    Küsschen geben
    Beine überkreuzen
    Bergziege
    Schaukelpferd
    Plié
    Kompliment
    Knien
    Liegen
    Flachliegen
    Sitzen
    Steigen
    Podest
    Slalom
    Teppich ausrollen
    Drehen

    Gekört: ja, [SK 431] Alle Rassen
    [​IMG]
    Gencode: EE aa ToTo

    Donatella ist homozygot Extension. Dieses bedeutet, dass aus ihr niemals ein Fuchs fallen wird.
    Außerdem ist sie Farbvererber für die Tobiano-Scheckung: Jedes ihrer Fohlen wird die bunte Fellfarbe erben.

    Nachkommen:

    Leon (*2014, von: Elliot)
    Thalima (*2017, von: Armani)

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Unterbringung


    Paddock Trail

    Zusatzfutter: Mineralfutter



    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Gesundheitszustand


    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    gechippt [] zuletzt kontrolliert []

    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert: x
    Hufbeschaffenheit: sehr gut
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: x
    Beschlag hinten: x

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯