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Samarti

Don Johnson, DRP *

*2005, im Besitz seit dem 14. Juli 2015

Don Johnson, DRP *
Samarti, 26 Juli 2015
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    • Gwen
      Last Base Ranch
      Potenzieller Hengst

      03. Juni 2014 - von Eddi
      Momentan war ich auf der Suche nach verschiedenen Zuchthengsten, um wieder neues Blut auf mein Gestüt zu bringen. Dabei suchte ich natürlich nur Decksprünge und heute stand wieder ein potenzieller Kandidat an.
      Don Johnson war ein hübscher Fuchs und überzeugte sofort durch seine Ausstrahlung und das exzellente Exterieur. Seinen Vater Douglas kannte ich auch schon und auch er hatte es mir damals bereits angetan.
      Soso stand schon auf dem Hof und wartete auf mich, als ich die Auffahrt hinauf fuhr. Ich begrüßte sie herzlich und ließ mich dann direkt zu Don Johnsons Weide führen. "Ein Hübscher ist er." meinte ich lächelnd als uns der Fuchs begrüßte.
      Soso halfterte ihn auf und brachte ihn zum Putzplatz, um ihn flott fertig zu machen. Gesattelt liefen wir zur Halle, wo sie ihn warmritt und mir vorritt. Der Hengst besaß eine sehr schöne Rittigkeit und bewegte sich einfach toll.
      Danach zeigte Soso ihn mir auch noch beim Freilaufen und Freispringen, wobei er sich auch noch von seiner besten Seite präsentierte. "Also ihn behalte ich auf jeden Fall im Hinterkopf!" meinte ich lächelnd und bedankte mich bei Soso für ihre Mühen.
      "Vielleicht bis bald!" verabschiedete ich mich und machte mich wieder auf den Heimweg.
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    • Gwen
      Last Base Ranch
      Training

      07. Dezember 2014 - von Sosox3
      Es war wieder einmal dunkel als ich in den Stall kam und Joyce, Elena und ich hatten uns entschieden nach Südamerika zu ziehen. Die Landschaft reizte uns und unser Hof in der Türkei war durch einen Sturm verwüstet, sodass wir sowieso einen Neuen brauchten mit viel Platz. Ich hatte für ein paar meiner Pferde einen neuen Platz gefunden, da ich einfach nur zu viele hatte und sie langsam reduzieren wollte. Mit der Zucht ging es auch wieder voran.

      „Na Don“, lächelte ich den Hengst mit einem schiefen Lächeln an und öffnete quietschend die Boxentür. Das rascheln im Stroh, welches verursacht wurde wenn der fuchsfarbene sich bewegte erfüllte die ganze Stallgasse und brachte mich zum Schmunzeln. Ich striff Don sein schwarzes Halfter über und führte ihn dann raus. Respektvoll wie immer ließ er mich vor und ging dann zaghaft über die kleine Erhöhung auf die Stallgasse. „Du wartest hier und dann bekommst du ein Leckerchen und nach dem Putzen gehen wir ein wenig in die Halle, okey“, redete ich mit dem Hengst und machte mich dann auf den Weg in die Sattelkammer zu den vielen Spinden und nahm mir dort dann seine Putzbox und dunkelblaue Bandagen, weche Farblich abgestimmt auf seine Schabracke waren. Heute würde ich endlich wieder im Sattel sitzen und ich würde schauen, an was ich mit Don noch ein wenig Arbeiten müsste, der momentan etwas in den Hintergrund gerückt war. Ich stolzierte stolz und voll bepackt den Weg zum Pferd wieder zurück und musste echt verwundert feststellen das ich echt gut laufen musste, denn eigentlich hätte ich mich doch schon längst auf den Boden gelegt durch meine Tollpatschigkeit. Ich legte die Butzbox auf den staubigen Boden und die Gamaschen, welche eingepackt waren hing ich am Sattelständer auf. Dann öffnete ich seine dunkelblaue Stalldecke mit den Grünen Nähten und nahm sie ihm vom Rücken. Ich musste nur drüber putzen und schon konnte ich mit dem bandagieren beginnen. Don Johnson blieb brav stehen, bis ich auch mit dem letzten Bein fertig war und konnte sich dann bei mir sein versprochenes Leckerli abholen. Genüsslich ließ er es sich auf der Zunge zergehen, so wie es aussah und ich schnappte mir Sattel und Trense und stattete Don Johnson dann aus. Die Farben passten super zu seiner Farbe und ich führte ihn durch die Kälte in die Halle, wo ich kurz nachgurtete und dann in die Mitte der Halle führte. Dank der Aufstiegshilfe schwang ich mich in den Sattel und ritt erst ein paar Runden im Schritt um ihn ein wenig zu gymnastizieren. Als ich dann antrabte spürte ich wie Schwunglos er trabte und trieb ihn ein wenig ernergischer. Er hob nun die Beine mehr und trat ein wenig besser unter. „Fein“ murmelte ich und versammelte ihn ehe ich angaloppierte und nach 2 Minuten wieder in den Trab parierte. Ich wechselte öfter das Tempo zwischen den Gangarten und nach circa einer Stunde Arbeit waren wir beie geschafft und ich ritt ihn gerade noch trocken. „Guter Junge“, lobe ich ihn und klopfte seinen Hals. Nach der ganzen Arbeit sattelte ich ihn ab und führte ihn ins Solarium. Er trocknete und ich füllte sein leeres Heunetz auf. Als er dann wieder in seiner Box war, knusperte er gemütlich an seinem frisch gefüllten Heunetz.
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    • Gwen
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      Tierarztbesuch

      04. Januar 2015 - von Cooper
      Früh am Morgen bekam ich eine Email von Juli. Mein Handy bimmelte und ich wurd wach. Es waren die Genergebnisse von Don Johnson. Ich schrieb Juli in Eile ein Dankeschön und ging dann sofort in die Dusche. Ich Frühstückte nicht und rief Rachel an. "Rachel?- Ja, Hallo. Ich hab dir die Ergebnisse von Don Johnson per Email gesendet, kannst du die sehen" frug ich. Rachel sagte Ja und ich erklärte ihr wie sie die Ergebnisse zu verstehen hatte. "Oh, vielen Dank" sagte sie. "Kein Problem, im Anhang ist auch ein 'Pass' wo der genaue Code nochmal drin steht. DIe Originaldaten sind auch vertreten. Hoffe es passt alles" sagte ich aufgeregt. "Ja, alles in Ordnung, wie gesagt vielen Dank" sagte sie noch einmal und legte nach einer Verabschiedung den Hörer auf.

      _________________________________________________________________

      Email
      Die Ermittlung wurde abgeschlossen, hier sind die Originaldaten:
      Don Johnson, Dt. Reitpony, 9 Jahre
      Phänotyp: Chestnut / Fuchs
      Genotyp: ee Aa
      Bei der Haarprobe wurde festgestellt, dass Don Johnson ein dominantes Agouti-Allel besitzt. Eumelanin hingegen liegt rezessiv vor, da schon ein dominantes E aus dem Fuchs einen Rappen machen würde. Somit können aus diesem Hengst nur Rappfohlen gezogen werden, wenn das Muttertier ein dominantes E-Allel besitzt.

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    • Gwen
      Last Base Ranch
      Gemütlicher Ausritt

      27. März 2015 - von Sosox3
      „Hol mal die Putzsachen von Horror mit“, rief ich Serena lachend zu. Diese zeigte mir aber nur den Vogel. „Die kannst du selber holen“, lachte sie. „Ach du Kuh“, maulte ich lächelnd und folgte ihr auch schon in die Sattelkammer. Mit all den Sachen bepackt marschierten wir zu den beiden Hengsten rüber. Die zwei schauten auch direkt zu uns rüber. Die Ohren gespitzt und aufmerksam beobachteten die beiden jeden Schritt den wir machten. Und selbst als wir die Plastikputzboxen auf dem vom Heu bedeckten, gepflasterten Boden abstellten beobachten sie uns auf Schritt und Tritt. Allerdings schalteten sie gänzlich ab, als wir sie zu striegeln begannen. Gerade das Schmusen mit Serena schien Don besonders zu genießen und er spielte mit seiner Oberlippe in der Luft rum, in der Hoffnung er würde seinen Sohn mit seiner Beknabberung etwas gutes tun können. Der einzige Fehler war nur... er kam nicht an Horror Halloween ran. Nach einer halben Stunde waren die beiden Geputzt und wir hatten darüber geredet welchen Weg wir herreiten würden und entschieden uns für die kleine Runde. Und erneut führte unser Weg in die Riesige Sattelkammer. Serena nahm sich den Vielseitigkeitssattel und das Sidepull von Don während ich hingegen mir den Dressursattel und die Englische Trense von Horror Halloween mitnahm. Als die beiden dann gesattelt waren, führten wir sie noch aus der Stallgasse und gurteten vor dem Stall nochmal nach ehe wir in die dunklen Sättel stiegen und uns auf den Weg machten. Ruhig wie eh und jeh liefen die beiden im gemäßigten Schritt nebeneinander her und Serena und ich quatschten über Gott und die Welt. Auf der Galoppstrecke galoppierten wir ein wenig und zügelten dann wieder die Pferde und brachten sie in den Schritt. Es war eine Willkommene Abwechslung einfach mal in der Turniersaison ausreiten zu gehen und die Seele baumeln zu lassen. Als wir dann nach einer drei Viertel Stunde am Stall angekommen waren, sattelten wir die Pferde ab und führten sie auf die Weide, ehe Nash unser Stallbursche die beiden Chaoten wieder in ihre Boxen führten.
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    • Gwen
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      Überraschung für Elisa!
      19. Juli 2015
      Eigentlich war ich mir ziemlich sicher, dass es eindeutig falsch ankommen würde, genau jetzt mit einem Geschenk anzukommen. Aber, was man einmal angeleiert hatte, konnte man nicht so schnell wieder rückgängig machen, besonders, wenn das Pferd schon seit ein paar Tagen in der kanadischen Quarantäne stand. Doof gelaufen, Gwen, doof gelaufen.
      Statt also weiterhin beleidigt Elisa und Elena aus dem Weg zu gehen (Jojo nahm ich mal aus, die war momentan auch nicht immer gut auf jeden zu sprechen), musste ich mich im Ernst mit ihnen auseinander setzen. Es gab natürlich potenzielle Helferlein, aber da hatte ich eigentlich auf keinen sonderlich große Lust, weder auf Elisas noch auf Elenas Team – dass die beiden aber immer im Mittelpunkt stehen mussten!
      Besonders Elena war bewundernswerter Weise immer dabei, wusste alles und hatte natürlich die dämlichsten Ideen. Wenn sie Glück hatte, war der Rest auch leicht angetrunken und folgte ihr wie eine Meute Hunde, mich mit eingenommen.
      Die Ereignisse der letzten Tage konnte ich nicht wirklich vergessen, was eventuell auch an den täglichen Nachrichten lag, die mich per SMS und Skype erreichten. Sagte ich täglich? Minütlich!
      Dennoch blieb mir nichts anderes übrig, als nun, wohl oder übel, zum Flughafen zu kutschen.
      Da ich immer noch nicht meinen Führerschein gemacht hatte, musste ich Mama ganz lieb bitten, zu fahren. Die hatte damit sowieso eher weniger ein Problem, war ja eh den halben Tag zu Hause, aber jeder Mensch, der mir jetzt half, konnte eine Gefahrenquelle darstellen.
      Also: Obacht!

      Bis Winnipeg fuhr man gut und gerne mehr als eine Stunde. Die hatte ich mit schlafen verbracht. Ich war momentan sowieso dauermüde – das natürlich zum vollkommenen Unverständnis der restlichen Gruppe. Besonders Elisa, die dämelte ja eh bis sechs Uhr morgens irgendwo herum.
      Dementsprechend musste Mama mich auch erst einmal wecken, als wir dann doch endlich da waren. Ich hatte schon beinahe wieder vergessen, wieso wir noch einmal hier waren, aber es machte dann doch schnell Klick.
      „Willst du nicht rangehen?“, fragte Mama neugierig, als mein Handy nun schon zum fünften Mal in Folge klingelte. „GEH NICHT RAN“, stand auf dem Display. Ich hatte nämlich Elisa spontan umbenannt. Elena trug den ehrenvollen Namen „DRÜCK ROT – SOFORT“. Tja, Not machte erfinderisch, denn ich hatte mich schon viel zu oft von den beiden per Handy belabern lassen.
      Entnervt schüttelte ich den Kopf und machte das doofe Ding spontan ganz aus. Mir war eh nicht klar, wer mich denn um Himmels Willen unbedingt erreichen musste und jetzt galt es wichtigeres zu erledigen: Don Johnson.
      Donni war – Wunder oh Wunder! – ein deutsches Reitpony. Ich hatte ihn erst kürzlich als Geschenk für Elisa ergattern können. Dieser Freundschaftsdienst war jedoch vor unserer 1001-Nacht geschehen, doof gelaufen würde ich mal wiederholt sagen.
      Donni war ein Fuchs und genau zehn Jahre alt. Das beste? Er war gekört und ein Engel von Pferd. Dementsprechend hatte er auch die lange Reise hierher gut verkraftet. Nun stand er zufrieden mümmelnd in seiner Box und schaute neugierig auf, als wir herantraten.
      „Deutsche Reitponys fühlen sich am wohlsten unter ihresgleichen. Das ist die Philosophie unseres Gestüts CHS – deshalb sind wir die beste Anlaufstelle für alle möglichen Pferde der Rasse Deutsches Reitpony (Mixe werden nicht angenommen)“, tippte Elisa zufrieden in den PC. Sie bearbeitete gerade den Wikipedia-Eintrag ihrer Lieblingsrasse.

      Autsch, Déjà-vu! Ja, so einen Mist fabrizierte Elisa, wenn sie den lieben langen Tag nichts zu tun hatte. Nein, sie war weder betrunken noch angetrunken gewesen. Man könnte sagen, sie wäre ganz klar im Kopf gewesen, meiner Meinung nach war sie aber dennoch ein wenig geistig umnachtet gewesen, zumindest in dem Moment.
      Ihren Part im Wikipedia hatte man übrigens wieder herausgelöscht. Mit der Begründung, dass diese Informationen irrelevant und verfälschend waren. Elisa hatte zwar ein riesiges Theater gemacht und gefühlt ewig per Mail mit den Eigentümern diskutiert (Anmerkung: Sie schrieb Mail nach Mail, erhielt aber nie eine zurück), geändert hatte man es dennoch nicht mehr.
      Stattdessen hatte Elisa ein Verbot erhalten, die Wikipedia-Seite nochmals in irgendeiner Form bearbeiten zu können. Deshalb hatten dann Matthew und sein Name darunter leiden müssen.
      „GWEN!“, holte mich meine Mutti ungewollt aus meinen tiefgründigen Gedankengängen. „Unterschreib. Hier.“, meinte sie knapp und hielt mir anscheinend schon seit fünf Minuten einen Block und einen Stift unter die Nase. Entschuldigend lächelte ich sie an und setze schnell meine Unterschrift (brav Vorname, Nachname – wie in der Schule) unter den Vertrag.
      Nun war es offiziell, wir konnten Donni mit nach Hause nehmen! Während der erneut zweistündigen Fahrt überlegte ich mir nun zwanghaft, wie ich den Hengst am besten auf Elisas Gestüt brachte, OHNE dass mich jemand entdeckte.
      „Stülp‘ dir einen Kartoffelsack über den Kopf“, schlug Mama vor und ich konnte ihr nur den „Bist du nicht eigentlich meine Mutter und solltest mir zur Seite stehen?“-Blick zuwerfen, während sie grinsend in unsere Einfahrt abbog.
      Toll. Unterstützung erhielt ich heute von niemanden und am liebsten wäre ich dann doch auf den Kartoffelsack zurückgekommen, aber das war mir dann doch ein bisschen zu blöd. Also schnappte ich mir Donni (aufgehübscht mit Schleifchen am Halfter) und trat den Weg an zu Elisas Gestüt.
      Meine tolle Idee war ein „Kommt, wir treffen uns bei Elena, um ihre Dusche zu installieren!“, dementsprechend hoffte ich inständig, dass alle so doof waren und meinem Ruf folgten. Anscheinend waren sie schon wieder angetrunken, sonst hätten sie es nicht wirklich getan.
      Also kam ich ungestört auf Elisas Gestüt und konnte Donni in eine Box packen und diese in Windeseile dekorieren – bis Matthew kam.
      Der starrte mich entgeistert an und quietschte dann beinahe in Frauenhöhe: „NEIN! Nicht schon wieder ein Pony! NEIN NEIN NEIN! ELISA! ELISA! DU DOOFE KUH“
      Meinen Blick ignorierte er gekonnt, also verdrehte ich nur genervt die Augen und flüchtete in den nächstbesten Busch, so weit würde ich eh nicht mehr kommen. Die anderen hatten inzwischen auch mitbekommen, dass meine SMS ein schlechter Witz gewesen war und waren, natürlich wie immer, wieder auf Elisas Gestüt zugegen.
      Und dann quietschte und kreischte es im Stall. Vor Freude. Denn Elisa hatte ihr Geschenk entdeckt. „OAR! IN LIEBE: GWEN. OAR!!“, konnte ich nur vernehmen. Im Hintergrund eine grummelnde Jojo und eine schon wieder meckernde Elena („Rote Schleifen für so einen Fuchs. Das beißt sich doch!“).
      Vorsichtig versuchte ich mich hintenrum nach Hause zu schleichen, bis ich plötzlich mit einem Quetschgriff gepackt und nicht mehr losgelassen wurde. Elisa hatte mich erwischt. Verdammt.
      Wer meinte, dass Elenas Umarmungen „atemberaubend“ wären, der sollte sich mal von Elisa knuddeln lassen. Tja und so endete mein Tag damit, dass wir ihn bei Elisa verbrachten und gefühlt alle zwei Minuten zum Stall aufbrachen, um Donni anzuschauen.

      „IST ER NICHT TOLL?!“
      „Ja.“
      „Hm.“
      „Total süß.“
      Wiederholschleife.
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    • Rhapsody
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      Ausreit-Kirsch-Spektakel
      14. August 2015
      Vor lauter Berichten kam ich in den letzten Tagen kaum aus dem Haus, meistens nur zum Füttern oder, um beim Misten zu helfen. Mein ganzes Leben bestand aus Berichten – Berichten für Tierärzte, für Besitzer, für Reitbeteiligungen, für den Floh auf dem Rücken des Mops des Besitzers. Berichte, Berichte, Berichte. Nichts anderes.

      So hatte ich mir mein Leben wirklich nicht vorgestellt. Doch zum Glück hatte ich Freunde, die mir den Laptop wegnahmen (meine Arbeit zum Glück speicherten) und ihn herunterfahren ließen, um ihn dann zu verstecken. Freunde, die mich dann nach draußen zerrten, um mit ihnen auszureiten.

      Es wurde eine kleine Männerunde werden – am Putzplatz angebunden waren Kalzifer, Papermoon’s Yakari und Don Johnson. Und daneben, schon fertig gesattelt, Quixoticelixer. „Wie kann’s eigentlich sein, dass ihr auf meinem Hof einbrecht ohne dass ich was mitkriege?“ fragte ich empört, nahm dann aber den Helm aus Gwens ausgestreckter Hand entgegen und saß grummelnd auf.

      „Da steckt Elisa dahinter,“ verriet Eli, die sich mit dem größten Hengst an die Spitze setzte und ohne sich noch einmal umzublicken vom Hof ritt. Gwen war fix hinterher – das war ihrem neusten Waldpferdchen gar nicht anzusehen. Dahinter reihten sich dann Elisa, die mal wieder versuchte, Q’s Namen richtig auszusprechen, und ich ein.

      Nach zehn Minuten, vielen gescheiterten Versuchen und doofen Kommentaren von Gwen, fiel uns allen auf, dass wir Elena blind hinterher geritten waren. Die anderen kannten sich vielleicht in der Gegend hier besser aus, aber ich war doch erst ein paar Monate hier und hatte bis jetzt nur die Wege benutzt, die ich auch wirklich kannte (mein Orientierungssinn war teilweise einfach nicht vorhanden und ich wollte nicht als Moorleiche enden). „Blöde Frage, aber … wo sind wir? Ich war hier echt noch nie.“

      Keine Antwort.

      „Wisst ihr selbst, wo wir sind?“ hakte ich nach. Wieder keine Antwort – Elena, die uns immer noch zielsicher durch Gestrüpp und Dickicht führte, hatte sich wohl geschworen, keinem etwas zu verraten. Denn auf einmal, als wir auf einem Stück Weg außerhalb des Waldes waren, bog sie scharf nach rechts auf eine Wiese und dann sahen wir nur noch, wie sie zusammen mit ihrem Hengst über die Wiese preschte.

      Es schien, als würden Gwen und Elisa nur eine Sekunde zögern, dann waren auch sie auf und davon. Und ich war alleine auf dem Weg, meine Freunde mit jeder Sekunde weiter entfernt. „Solche Vollhorsts,“ murmelte ich und ließ Quixo den anderen dreien einfach hinterherjagen. Als ich schließlich am anderen Ende der Wiese Elena, Elisa und Gwen wieder sah, wie sie mir breit entgegen grinsten, musste ich einfach mit den Augen rollen. Nachdem wir dann angekommen waren und wieder auf einen Weg kamen, musste ich mir natürlich anhören, wie leicht ich reinzulegen war. Ich ließ die Kommentare einfach auf mich einprasseln, denn immerhin war ich nicht besser, wenn jemand anderes verarscht wurde. „Aber ich hab jetzt echt mal ‘ne Frage – wo sind wir?“

      ***

      Es stellte sich heraus, dass wir einen absolut extremlangen Weg um Elenas Gestüt genommen hatten und keine paar Minuten später bei ihr auf dem Hof standen.

      „Elena hat sich freiwillig geopfert, dass wir ihre Küche einsauen dürfen!“ erzählte Gwen mir aufgeregt, als wir die Pferde absattelten. „Und Elisa hat so ein tolles Rezept für Apfelkuchen gefunden –“

      „Apfel? Wieso nicht Kirsch?“ fragte ich ein wenig beleidigt. Daraufhin rollte Gwen mit den Augen. „Weil wir keine Kirschen haben.“

      Wir nicht,“ meldete sich jetzt auch noch Elisa. „Aber du.“

      Gwen hielt sich nicht einmal auf, als Elisa sich auf den Weg zur Nahannis River Ranch machte, also konnten ein paar gestohlene Kirschen wohl nicht so schlimm sein.

      ***

      Der Kuchen wurde – natürlich – eher schwarz als lecker, deswegen haute Elena ihn lieber in den Mülleimer und machte sich an den Eimer Kirschen, mit dem Elisa zurückgekehrt war.

      Als ich später wieder am Schreibtisch saß und mir vornahm, endlich die Berichte weiterzuschreiben und abzuschicken, bemerkte ich, dass es sich mit vollem Magen einfach nicht schreiben ließ. Das konnte ich wann anders machen. Morgen. Oder … in fünf Tagen. Oder vielleicht würde es auch Adèle übernehmen, wenn ich sie ganz lieb darum bat.

      Ach was, ich musste nicht mal lieb drum beten. Adèle würde das schon regeln.
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    • Gwen
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      Elisa will nicht mit mir verwandt sein
      17. September 2015
      Wir lagen, ganz ausnahmsweise, mal auf meiner Couch herum. Der einzige Grund war aber, dass meine Mama heute Lasagne machte und seltsamer Weise (sie hatte ja sowieso den siebten Sinn dafür) hatte Elena davon Wind bekommen und natürlich auch Elisa Bescheid gegeben. Das Essen war inzwischen vertilgt und erneut fragten sich Elisa und ich, wie um Himmels Willen Elena so viel essen konnte, dann immer noch Hunger hatte, aber trotzdem einem Strich in der Landschaft glich.
      Selbst jetzt schob sie sich noch einen Nachtisch hinterher, den Elisa und ich gar nicht mehr geschafft hatten (deshalb aß sie nun auch noch unsere Portionen). Während Elena also noch nicht fertig war, ruhten wir anderen beiden uns ein wenig aus. Ich hatte gerade mal wieder Pixect für mich entdeckt und schoss wahllos Bilder.
      „Boah Elisa guck mal! Wir sind verwandt!“, meinte ich begeistert, als auf einem Bild Licht und Schatten tatsächlich so wirkten, als hätte ich Elisas Kopfform. Aber Elisa zog nur eine Augenbraue hoch und schaute mich vorwurfsvoll an. „Neee? Wieso?“, meinte sie knapp und ließ sich dann wieder aufs Sofa fallen. Sprachlos starrte ich sie an.
      „Elena! Elisa will nicht mit mir verwandt sein!“, jammerte ich Elena kurze Zeit später die Ohren voll. Die bekam das aber kaum mit, weil sie eh noch in ihrem Essensrausch war, aber das war mir egal. Elisa hingegen sagte gar nichts und zippte nur wahllos durch die Kanäle. „Wusstest du schon, dass Elenas Date scheiße verlief?“, warf Elena plötzlich ein.
      Und innerhalb von Millisekunden wurde es mucksmäuschenstill im Wohnzimmer. Elisa hatte den Fernseher abgeschaltet und auch ich hatte meine Heul-Tiraden unterbrochen. Oho! Und dann ging es los. Erst regte sich Elisa darüber auf, das Matthew gegen den neuen Hengst war, dann darüber, dass Elena sich darüber lustig machte und ich bekam auch eins drauf, weil ich behauptet hatte wir wären verwandt.
      Das alles kam innerhalb von einer Minute über Elisas Lippen und dann atmete sie zum ersten Mal wieder ein und aus. „Ich bin für einen Ausritt und ich nehm Fagy!“, meinte Elena nur desinteressiert und sprang auf. Anscheinend hatte sie unseren Kühlschrank zur Genüge geplündert. Moment was?
      „Ne, du nimmst nicht Fagy! Nehm ein Pferd von Elisa oder eins deiner eigenen!“, versuchte ich Elena zu stoppen und stellte mich vor sie. Doch die schob mich einfach zur Seite und kommentierte das Ganze nur mit einem „Ich nehme Fagy“.

      „Ich verstehe nicht, warum du unbedingt mein Pferd reiten musst?!“, murrte ich immer noch. Mit der Elena-Fagy-Kombination war ich schon lange nicht mehr glücklich. Ich war stattdessen auf Kedves verbannt worden, anscheinend wollte Elena ihre beiden Schützlinge bewachen.
      Elisa war mit Don Johnson gekommen und dementsprechend saß sie auch wieder auf dem Fuchs. Wenn es um irgendwelche Ritte zu kostenlosem Mittagessen ging, mussten bei ihr immer die Pferde herhalten, die sie nicht sonderlich mochte, so halt auch Donni, aber pscht, das wusste natürlich keiner.
      Anfangs ritten wir sehr schweigend nebeneinander her, nur Elena kommentierte des Öfteren (die ganze Zeit) meinen Sitz und meine Einwirkung auf ihr Zuchtfohlen. Sie war kurz davor, das auch noch an Fagy zu demonstrieren, als Elisa mich mit einem spontanen Galopp rettete.
      Ich trieb auch Kedves an und so blieb eine verwunderte Elena zurück und ich hatte ein paar ruhige Minuten. Lange hielten die aber auch nicht an, denn dann parierten wir erneut zum Schritt durch, juche.
      Für neue Abwechslung sorgte dann aber ein riesiger Käfer, der uns verfolgte. Erst saß er auf Fagys Kruppe und kroch kampflustig auf Elena zu, bis diese ihn angsterfüllt zu mir schnipste und dabei sogar noch (bestimmt absichtlich!) auf mein Gesicht zielte. Ich konnte mich aber gerade so zur Seite beugen und der Käfer klatschte gegen Elisas Helm und landete tot auf den Boden.
      „1:0 für Elena!“, tönte es von Elisa und wir applaudierten. Elena stand die Furcht zwar immer noch ins Gesicht geschrieben, aber als Kampfprofi ließ sie sich das natürlich nicht anmerken.
      Da ich mich weigerte, die beiden erneut mich zu mir nach Hause zu nehmen, setzte ich Elena direkt bei ihr ab und zwang sie dann, Fagys Zügel endlich loszulassen. Elisa begleitete ich noch nach Hause und gab sie (fürs Protokoll) bei Matthew ab. Dem sah man auch an, dass das Essen nicht so pralle verlaufen war.
      „Mach dir nichts draus, beim zweiten Mal erzählt sie dir dann von einer neuen Stute! Das ist dann jedes Mal abwechslungsreicher als das letzte Mal!“, meinte ich grinsend und machte mich dann schnell vom Acker.
    • Samarti
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      Geburtstagsfreuden
      05. Oktober 2015 - von Elii, Gwen, Rhapsody und Samarti - POV: Matthew
      Eigentlich war es nichts Neues, dass Elisa mich zu irgendwelchen Schandtaten verpflichtete, aber heute war wohl die Krönung der gesamten Jahre, die ich schon auf Townsend Acres arbeitete.
      Es war mein Geburtstag und gerade heute konnte sie es sich einfach nicht nehmen lassen, mir den Tag wohl vollends zu versauen. Stattdessen hockte ich jetzt auf dem ziemlich unbequemen Fahrersitz des Treckers und durfte den Pferdemist irgendwie entsorgen. Wohin, das wusste sie aber selber nicht und so fuhr ich hier schon knapp zwei Stunden durch den kanadischen Wald. Deshalb hatte ich sie auch schon mindestens zweimal angerufen, aber wie Elisa nun einmal war, wurde ich eiskalt weggedrückt. Die einfachste Methode wäre wahrscheinlich den Trecker stehen zu lassen und zu flüchten. Doch Elisa hatte rundherum ihre Bande als Wachen postiert, irgendwie fühlte ich mich permanent unter Beobachtung. Die kanadische NSA war nicht zu unterschätzen, schon gar nicht wenn Elisa der Präsident war.
      Mal wieder war ich am überlegen, warum um Himmels Willen ich damals diesen Job angenommen hatte. War ich wirklich so naiv und dumm gewesen? Oder einfach blind? Das Kleingedruckte, das mich zu 25 Jahren Sklaverei verpflichtete, hatte ich schließlich auch übersehen. Dabei könnte ich jetzt auch in einem Stall ohne verrückte Nachbarn und mit einer normalen Chefin sein. Die würde sich dann vielleicht auch mal entscheiden können, ob sie mich nun wollte oder nicht. Da ich nicht kündigen konnte und auch nicht in der Lage war zu flüchten, würde ich wenigstens den Mist wieder mit nach Hause bringen. Elisa würde schon sehen, was sie davon hatte, mich an meinem Geburtstag ackern zu lassen.

      Ich hasste Kanada. Oder zumindest hasste ich an Kanada, dass überall nur Wald war und alles absolut gleich aussah. Das führte nämlich dazu, dass ich auf meinem bockigen Rückweg noch einige Schlenker und Umwege einbaute, was wiederum dafür sorgte, dass ich viel später daheim ankam als eigentlich nötig gewesen war.
      Viel, viel später.
      Es war leider viel zu einfach, sich hier zu verfahren oder zu verirren.

      Als ich auf dem Gestüt ankam, entdeckte ich mitten auf dem Hof eine liegende Person. Eigentlich wollte ich in dem Moment schon wieder umdrehen, aber mein „Erste-Hilfe-Reflex“ regte sich und so sprang ich vom Trecker und eilte zu dem sich nicht bewegenden Etwas. „BUH!“, machte es plötzlich, als ich etwas näher kam und Jojo sprang kichernd auf, um dann in Richtung Stall zu verschwinden. Hatte ich schon erwähnt, dass ich nicht nur von einer dominanten Chefin, sondern auch von verrückten Nachbarn umgeben war? Der einzige Lichtblick waren zwei, ebenfalls Versklavte, vom Nachbarstall. Jedoch durften die beiden ihren Stall nur unter Aufsicht verlassen, wenigstens mussten sie keine Halsbänder tragen. Eigentlich hatte ich Colin und Nate zu meinem Geburtstag einladen wollen. So ein Abend unter Kerlen wäre sicherlich einmal angenehm gewesen, allerdings konnten die beiden heute nicht: Ausgehverbot.
      Da ich ungern die Höhle des Drachen betreten wollte, entschied ich mich stattdessen für den Stall. Dort wurde ich aber auch nicht in Ruhe gelassen, denn an der Stalltür hing ein Zettel mit dicken roten Buchstaben: „Kümmere dich um die, auf die ich keine Lust habe!“, stand darauf, natürlich ohne bitte, da wusste ich wenigstens sofort, von wem er stammte. Klar war auch, um welche ihrer wertvollen Anschaffungen ich mich kümmern durfte: Don Johnson, Refren und Kronjuwel. Da ich Angst um mein Abendessen hatte, folgte ich brav ihren Anweisungen, auch wenn ich besseres zu tun hatte, als an meinem Geburtstag zu schuften. Vielleicht würde ich wenigstens danach dann meine Ruhe haben, also lieber jetzt die Arbeit hinter sich gebracht, als eine Furie zum Abendessen. Wobei diese so oder so anwesend sein würde. Aus dem Grunde machte ich mir gar nicht großartig die Mühe, etwas mit den Pferden zu tun, die freuten sich schließlich auch mal über eine Karotte und einen freien Tag - was ja aber eigentlich nichts Neues für die war. Elisa wollte es zwar nicht einsehen, aber wenn es nach mir ging, dann platzten unsere Ställe (mal/schon wieder) aus allen Nähten und trotzdem konnte sie es nicht lassen, sich immer wieder neue Ponys hierhin zu bestellen. Koste es, was es wolle. Davon abbringen konnte man sie nicht. Ob diese Krankheit erblich war? Man konnte nur hoffen, dass Elisa sich niemals liieren würde. Wobei das sowieso nicht von Nöten war, man brauchte Elisa nur den ein oder anderen Drink auszugeben und man hatte sie dort, wo man sie haben wollte. Sturzbesoffen im Bett. Unter der Bettdecke. W-/billig.
      Aber das würde ich natürlich niemals ausnutzen, deswegen war es mir auch eigentlich egal. Relativ. (Aber „relativ“ ist ja zum Glück objektiv.)

      Da weit und breit nichts von meinem Hausdrachen zu sehen war, schlich ich mich in das Haus und geradewegs die Treppe nach oben ins Badezimmer. Eilig riss ich mir die Klamotten vom Körper, schmiss diese auf den Boden und schob dann den Duschvorhang zur Seite. Heute war definitiv mein Glückstag, denn in der Dusche standen sowohl die vier bescheuerten Weiber, als auch Nate und werkelten an der Duschbrause herum. Nun ja, Nate werkelte, der Rest stand wie eine Horde Cheerleader dahinter und erwartete Großes.
      „Hi Matthew… OH GOTT, ZIEH DIR WAS AN!“, schrie mir Elena entsetzt entgegen und zog den Duschvorhang wieder zu.
      Im nächsten Moment ging der aber wieder auf und Elisas Gesicht starrte durch den kleinen Spalt zwischen Vorhang und Wand. „Ach, wieso denn, das ist doch völlig in Ordnung so?“, erklärte sie dann, sah mich an und zwinkerte mir süffisant zu. Ich verstand die Welt nicht mehr.
      Als ich dann auch mal schaltete und bemerkte, was ich gerade abging, riss ich den Duschvorhang an mich, zog ihn so schnell es eben möglich war zu und griff nach dem nächstbesten Handtuch. Dass das pink und mit rosa Einhörnern auf Regenbögen verziert war, realisierte ich im ersten Moment gar nicht. Mein nächster Gedanke widmete sich wohl Elena und ich fragte mich innerlich, wieso die Barbie schon wieder bei uns geduscht und ihr Zeug hier liegengelassen hatte. Das Handtuch konnte nämlich nur von ihr kommen.
      „Hat er das Regenbogen-Einhorn Handtuch?“, flüsterte irgendjemand hinter dem Vorhang und drückte den Finger dagegen. Eine schreckliche, ohrenbetäubende Stimme hallte durch das gesamte Bad und die verantwortliche Person sorgte dafür, dass der Vorhang von der Stange riss. „BAH! REIB DICH NICHT NOCH DARAN, DU PERVERSLING!“
      Während mir das Handtuch von der Hüfte gerissen wurde, flogen neben Elena, die das Ganze verursachte, auch Gwen, Jojo und schließlich Elisa aus der Dusche. Der Haufen lag nun äußert anmutig vor mir, und Elisa stand meiner unteren Region Auge in Auge gegenüber. „Na Mensch! Bei Tageslicht sieht der ja gar nicht so schlecht aus!“, staunte sie und öffnete (vor Schock natürlich) den Mund.
      „Irgendwie komme ich mir gerade vor wie in einem schlechten Erwachsenenfilmchen“, umschrieb Elena das böse Wort gekonnt und hielt sich dann die Augen zu. “Elena! Der korrekte Begriff ist Soft-Po…”
      „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“, war das Einzige, das Jojo dazu zu sagen hatte und Nate machte selbstverständlich direkt mit: „Warum hast du ‘ne Maske auf?“
      „Ihr macht das falschrum…“, stellte Matthew trocken fest und deutete dann mit dem Arm in Richtung Tür. „WÜRDET IHR JETZT BITTE ENDLICH AUS MEINEM BADEZIMMER VERSCHWINDEN?“
      „Die anderen gehen wohl, aber mich kannst du nicht aus einem Zimmer in meinem Haus schmeißen.“
      „Dann schieb ich dich halt raus, wenn es unbedingt sein muss und nicht anders geht.“
      Nate hingegen warf mir einen mitleidigen Blick zu und zeigte dann Erbarmen. Wenigstens auf ihn konnte ich mich gerade insofern verlassen, als dass er Elisa kommentarlos aus dem Badezimmer zog und sie schließlich vor der Tür absetzte. Wie Entenkinder watschelten die anderen drei Damen dann noch hinterher (Elena hielt ihr Regenbogen-Einhorn-Handtuch fest umschlungen) und schon war die Tür endlich zu, weshalb ich sie erleichtert abschließen konnte und laut seufzte.
      Was. War. Das?!
      Und vor allem: Wieso?!
      Nicht einmal an meinem Geburtstag wurde ich von dem Quartett in Ruhe gelassen und dass sie jetzt auch noch Nate mit hinein zogen, war die Höhe. Er durfte nicht mit ein paar Bierchen trinken, aber für ihre Schandtaten war er gut genug. Colin war bestimmt auch zu solchen Übelkeiten gezwungen worden, wahrscheinlich musste er für neuen Tequila sorgen, damit die vier Freundinnen ihren Spaß haben konnten. An meinem Geburtstag.
      Aber gut, wenigstens hatte ich jetzt vorläufig meine Ruhe. Obwohl das auch nicht wirklich wahr war, man hörte die vier Hühner immer noch gackern. Und es gehörte nicht gerade auf meine Sachen-die-für-eine-ruhige-Dusche-benötigt-werden-Liste, dass im Becken überall Konfetti lag. Oder, dass beim Versuch, die bunten Papierfetzen wegzuspülen, noch mehr Konfetti auf mich herab regnete. Nasses Konfetti, das sofort überall kleben blieb - auch in meinen Haaren.
      Na, das war ja ein super Tag. Fast so schön wie die dreihundertvierundsechzig anderen Tage im Jahr. Schaltjahre waren da nochmal einen Tag schlimmer.

      Vorsichtig sah ich mich um, als ich aus dem Badezimmer trat und sprintete in mein gegenüberliegendes Zimmer. Dass mich dort die nächste Überraschung erwartete, wusste ich erst, als ich die Schranktür öffnete. Gwen und Elisa sprangen mir entgegen. Gwen hatte eine Fliegenklatsche in der Hand, von welcher sie direkt Gebrauch machte und Elisa stülpte mir kurzerhand einen Sack über den Kopf.
      Durfte ich die eigentlich wegen Entführung anzeigen? Vermutlich stand dazu auch etwas im Kleingedruckten. Aber wer wäre Elisa schon, wenn sie nicht an alles gedacht hätte?

      Die Frage war, wo mich das monströse Gespann hinbringen würde, in der Hölle war ich ja schon. Und das nur in Boxershorts.
      Hatten die eigentlich einen neuen Fetisch entwickelt? Fehlte ja nur noch, dass sie mir einen Knebel in den Mund stecken würden, damit ich auch ja nichts mehr sagen könnte.
      Irgendwann fand ich mich in einem dunklen Raum wieder, soweit ich erkennen konnte, war es das Wohnzimmer. So ganz sicher war ich mir jedoch nicht, denn das Licht war ausgeschaltet und so konnte ich nur schwach einige Silhouetten erkennen. Vorsorglich hatten die Weiber wohl die Rolladen runtergelassen, damit auch kein Sonnenlicht mehr in das Zimmer kam und ich sowieso so ungefähr gar nichts mehr sehen konnte.
      Natürlich dachten sie wie immer an jedes noch so kleine Detail, verdammt.
      Und dann wich die unberuhigende Stille einem noch unberuhigenderen Kreischen, welches sich nach einigen Sekunden als ein „Happy Birthday!“ herausstellte. Jetzt besangen diese Weibsen auch noch meinen Tod, na danke auch! Zur gleichen Zeit ging auch die Beleuchtung an und ich war nicht nur taub sondern auch blind.
      „Du musst die Piñata treffen!“, quietschte Gwen aufgeregt und schob mich so nah zu diesem Teil, dass ich es erst einmal gegen den Kopf bekam. Den dazugehörigen Schläger erhielt ich von Elisa, welche ihn gefährlich nahe an eine gewisse Region brachte, so dass ich ihr schnell die „Waffe“ aus der Hand nahm, was sie nur mit einem Zwinkern zur Kenntnis nahm.
      Noch dazu kam eine Konfettikanone, die Nate mit einem beschämenden Blick auslöste, während Elena aufgeregt in eine Tröte pustete. Elisa hätte sicherlich besser blasen können - da war ich mir ganz sicher. Um den Damen ihre Freude nicht zu verderben, schlug ich auf die Piñata ein. Heraus kamen… Kondome. Und Penis-Lollis. Klasse. „Ich hoffe die reichen für die Nacht!“, quietschte Elena, klatschte ihre Hand mit voller Wucht auf meinen Arsch und zwinkerte anschließend Elisa zu.
      „Ich schwöre, davon wusste selbst ich nichts …“, murmelte Elisa nur, grinste dann aber. „Aber du kannst ja Nate und Elena auch welche abgeben!“
      Nate sah daraufhin Elena an, die wieder einmal versuchte eine Augenbraue hochzuziehen - und es ausnahmsweise sogar schaffte. Antworten konnte ich nichts darauf, da bereits Colin in Begleitung von Jojo vor mir stand und mir etwas zu Trinken in die Hand drückte. Das einzige, was half, diesen Albtraum zu stoppen, war sich so schnell zu betrinken wie möglich. Also exte ich das Glas mit Long Island Icetea. Jetzt waren die Pferde also auch schon im Wohnzimmer angekommen, farblich passte der Cocktail perfekt zu der Reitponystute.
      Als wäre es nicht sowieso schon schlimm genug, dass der einzige Ausweg aus dieser mehr als peinlichen Situation für mich Alkohol war, stattdessen wurden mir nun von allen Seiten überraschte Blicke geschenkt. Nur Gwen und Colin machten noch mit, die hatten sich allerdings mit Tequila an den Wohnzimmertisch gesetzt. Colin versuchte gerade, Gwen beizubringen, wie man Tequila richtig trank, denn die hatte es die letzte Zeit tatsächlich ohne Salz und Zitrone gemacht. Es war also für sie praktisch das erste Mal (dass sie das Getränk so wirklich richtig trank).
      Während ich den beiden zusah, bemerkte ich zuerst gar nicht, dass Elisa sich vor mich kniete und an der Boxershorts herumzupfte. „Die saß schief“, kommentierte sie eiskalt und stand dann so auf, dass sie nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt war. Es war sehr einschüchternd. Und irgendwie auch ziemlich beängstigend, aber davon würde ich mir nun nichts anmerken lassen dürfen.
      Dass Jojo nun mit einem was-tut-ihr-da-Blick hinter mir stand, machte es nicht besser; eher im Gegenteil. „Keinen Dreier im Wohnzimmer!“, kam es dann von Elena, die dicht neben Nate auf dem Sofa saß. Wie gewohnt hatte sie etwas zu essen in der Hand und auch der Alkohol war dicht bei ihr.
      Sehr dicht.
      Zu dicht.
      Ich war mir jedoch nicht ganz sicher, ob ich in diesem Moment den Alkohol meinte, weil der zu dicht an Elena war, oder ob es mir gerade um Elenas Zustand ging. Nach dem, was die vier Weiber sich heute schon erlaubt hatten, war ich nämlich der festen Überzeugung, dass sie definitiv schon vorgeglüht hatten. Die Beweislage dafür stand gut.
      Nate hatte aus Verzweiflung mitgetrunken, wer konnte es ihm verübeln. Ein Nachmittag mit allen Vieren konnte einen Mann zerstören. Und an manchen Tagen sogar die Menschheit.
      Elisas geschickte 180 Grad Drehung und das anschließende herunterbücken, sorgte dafür, dass Jojo ein angeekeltes „Nehmt euch ein Zimmer!” heraus brachte und sich schließlich von uns abwandte, um Declan ins Haus zu lassen.
      Elisa stöhnte, als sie nicht aufpasste; zum Glück hatte es niemand gemerkt. Nur Elena sah mich abschätzig an und schüttelte ihren Kopf. Als Nate langsam ihrem Blick folgte, ging ich schnell einige Schritte rückwärts und lief in mein Zimmer. Ich konnte schließlich nicht ewig in Boxershorts auf dieser tollen Überraschungsparty rumlaufen.
      In Shirt und Jeans kam ich wieder die Treppe herunter und anscheinend musste in diesen fünf Minuten irgendetwas passiert sein. Die gesamte Gruppe saß auf dem Boden um ein Spielbrett herum und beobachtete wie Elisa würfelte.
      „Hab ‘ne 2 gewürfelt“, stellte sie fest, sah dann auf das Spielbrett und klatschte begeistert in die Hände. „Ha! Gehe auf das Feld 32! Ich bin super!“, freute sie sich.
      „Trinke 3 und küsse eine Person des anderen Geschlechts“, las Colin laut vor und blickte dann zu Elisa hoch, deren Gesicht wie versteinert war.
      „Du musst Matthew küssen!“, rief dann plötzlich Gwen und fuchtelte wild mit den Armen in der Luft herum. Elisa hingegen kippte drei Shots hinunter, überlegte, schüttelte dann aber den Kopf.
      „Sorry, dazu bin ich noch nicht voll genug“, protestierte sie lautstark und verschränkte die Arme vor der Brust.
      Nach einer schier endlosen Diskussion zwischen den beiden Parteien, ob Elisa die Aufgabe nun machen musste oder nicht (Elisa und Colin, der wohl Mitleid hatte, waren dagegen, der Rest schrie laut und begeistert, dass sie die Aufgabe nun machen müsste), zog ich meine Augenbrauen hoch und sagte nur: „Lasst sie halt drei weitere als Joker trinken, dann hat sich das.“
      Und wer wäre Elisa nur, wenn sie nicht tatsächlich direkt zum Glas gegriffen und die drei Shots runterspült hätte?
      Und wer wäre Elisa nur, wenn sie mich nicht in diese verrückte Spiel hinein ziehen würde? Sie schubste mich auf den Boden und drückte mir die Würfel in die Hand, auch wenn bestimmt jemand Anderes dran gewesen wäre. Es störte aber niemanden, stattdessen wurde ich angefeuert und es wurde darauf gewettet, auf welches Feld ich wohl gelangen würde.
      Ich würfelte dann eine Drei - Feld 35. „Gehe auf das Feld 6.“
      Und Feld 6 besagte dann, dass ich „endlich“ wieder trinken dürfte. Dafür bekam ich ein empörtes „Du Penner, ich hab uns gerade auf 32 gebracht und du springst so weit zurück!“ von Elisa und einen Schlag in den Nacken von Gwen, die das Spiel mit Tequila trank …
      Wir anderen hatten uns auf Berentzen geeinigt, womit ich auch relativ gut leben konnte. Solange es kein Roter war, mit dem wir Trinkspiele tranken, müsste ich auch keine Angst davor haben, dass Elisa hier im Strahl kotzen würde.
      Es passierte eine Zeit lang nichts, außer, dass einige oder alle hin und wieder trinken mussten, bis ich mal kurz wegsah und durch ein Jubeln wieder zurückgeholt wurde. „Trinke 1 und ziehe ein Kleidungsstück aus!“, grinste Elena Elisa an und ich wandte meinen Blick noch zu ihr. Während sie mir immer wieder, mehr schlecht als recht, zuzwinkerte, zog sie ihr Oberteil über ihren Kopf und präsentierte stolz ihren BH. Gwens Frage, ob sie auch untenrum passend angezogen war, war kaum zu überhören und Elisa beantwortete sie mit einem fröhlichen „JA!“.
      Elisa hatte also schon ordentlich intus, das war allerdings auch kaum zu übersehen. Sie kicherte die ganze Zeit, musste über alles lachen und lehnte sich schon die ganze Zeit entweder an meiner oder an Colins Schulter an, weil sie weder eine Lehne im Rücken noch an der Seite hatte und sich wohl so schon selbst nicht mehr alleine halten konnte. Gwen quittierte das zwar mit einem nicht so begeisterten Blick, schien dann aber immer wieder zu bemerken, dass sie sich auch an mir anlehnte und in diesem Moment wechselte ihr Gesichtsausdruck zu einem wissenden.
      „Warum darf nur Elisa ihre Unterwäsche präsentieren”, nörgelte Elena und schüttelte Nates Arm unentwegt, „das ist unfaaaaaair.” Versteh einer die Frauen - Sonst passten alle immer aufs Peinlichste auf, damit man ihnen nicht zu nahe kam, wenn sie auch nur im Bikini waren. Wenn es so weiterging, würden sie noch nackt auf den Tischen tanzen.
      „Ich hab auch extra passende angezogen!“, meckerte sie weiter, drehte dann ihren Kopf in Richtung Nate und schenkte ihm einen verführerischen Blick. Gott, die war ja jetzt schon hackedicht. Als sie würfelte, verfehlte sie um ein Feld das Ausziehen, landete zu ihrem bedauern auf dem „Deine beiden Nebensitzer trinken“ und durfte nicht zum Glas greifen. Sie tat es trotzdem und auch Elisa war mit Freude dabei, mittlerweile waren die Regeln nicht mehr wichtig, solange es Alkohol in Massen gab.
      Was dazwischen passierte, war eigentlich nicht viel. Nur Jojo und Declan rutschten mit der Zeit immer näher aneinander und steckten ständig ihre Köpfe zusammen, daraufhin folgte stets leises Kichern und/oder Grinsen. Irgendwann hatte Juli ihren Kopf auf Declans Schulter ruhen und die Augen halb geschossen. Elena und Nate hatten das Trinkspiel ebenfalls aufgegeben, die spielten ständig Schere-Stein-Papier oder drehten Däumchen, warum auch immer.
      Nur Gwen und Colin tranken noch immer ihre Tequila-Shots und waren noch „munter“ dabei. Die wollten wohl erst aufhören, wenn sie festgestellt hatten, wer von den beiden mehr vertrug, obwohl Gwen inzwischen schon mehr als fertig aussah und Colin hingegen noch ziemlich gesund.
      Elisa hing mit ihrem Kopf derweil auf meinem Schoß und war nach einer Weile einfach eingeschlafen.

      Als ich am Morgen danach auf dem Sofa aufwachte, lag mein Arm um Elisas Hüfte, die ruhig und gleichmäßig atmete, also noch am Schlafen war. Dennoch stand ich auf, nachdem ich einen Blick auf die Uhr geworfen hatte, und quälte mich mühsam vom Sofa; bedacht darauf, Elisa nicht aufzuwecken, denn sonst würde sie wahrscheinlich zur Furie mutieren.
      „Ey, Matthew?“ … „Pssst, Matthew!“ Es war Juli, die da meinen Namen so leise wie möglich wisperte und anscheinend versuchte, sonst niemanden aufzuwecken.
      „Hm?“, wollte ich wissen und durchsuchte den Raum nach ihr.
      „Kannst du den … irgendwie … mitnehmen?“
      Nachdem ich einen kurzen Blick auf Jojo und Declan geworfen hatte, schmunzelte ich und nickte nur. Kurzerhand stupste ich Declan mit dem Fuß an bis er aufwachte und zog ihn dann am Arm nach oben. Dank meinem grandiosen Überredungstalent konnte ich ihn davon überzeugen, dass es besser wäre, wenn er aufstehen würde.
      Da die Mädels, bis auf Jojo, noch immer tief und fest schliefen, schnappte ich mir die anderen Kerle und zwang sie zu einem Ausritt. Die Tradition musste gewahrt werden, auch wenn es sonst der Job der Frauen war.
      Während Nate nun also auf Wolke sieben schwebte (ob das daran lag, dass er auf Cloud Nine saß oder vielleicht auch wegen Elena, konnte ich nicht so recht beurteilen), hatten wir Colin auf Kedves und Declan auf Jojos Holsteinerhengst Painted Blur verfrachtet. Ich hatte mit Audio Delite at Low Fidelity die einzige Stute unter mir, doch glücklicherweise verlief alles relativ gut - irgendwelche Hengste, die sich einfach zu sehr aufspielten, wären wohl das Letzte gewesen, was wir hätten gebrauchen können. So war wenigstens der Ausritt keine völlige Katastrophe geworden und wir kamen alle wieder heil auf dem Townsend Acres an.
    • Samarti
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      Harte Nuss
      30. November 2015
      Skeptisch betrachtete Matthew den Welsh B-Hengst, den ich gerade eben aus dem Hänger führte. „Er sieht jung aus“, stellte der Dunkelhaarige dann kritisch fest und beäugte den Schecken genau.
      „Der sollte eigentlich mindestens fünf oder sechs sein, das passt auf jeden Fall vom Alter her. Ich weiß, dass er seit 2012 bei Elena steht und sie meinte, er hätte vorher jahrelang nur auf einer Weide gestanden. Aber keine Ahnung, wie alt er genau ist.“
      „Elena? Die hat solche kleinen Ponys bei sich?“
      „Nicht unsere Nachbarin“, grinste ich und boxte Matthew gegen die Schulter. „Ich rede von Elena Delgardo von den Briar Cliff Stables. Sagt dir das mehr?“
      „Hab davon bestimmt schon mal gehört … Zumindest der Name kommt mir bekannt vor.“ Matthew nickte und ich lächelte kurz. „Gut. Magst du mir mit ihm eben helfen?“ Ein erneutes Nicken von Matthew folgte, dann übernahm er den Führstrick des kleinen Ponys, während ich die Laderampe wieder hochklappte und den Hänger verschloss. Noch war der Hengst erstaunlich ruhig – Elena hatte mir da ganz anderes erzählt, was mich erwarten würde. Wahrscheinlich war er einfach nur müde von dem Flug und der langen Fahrt, wer wusste das schon.

      Für das Training mit dem, zugegebenermaßen doch sehr kleinen, Hengst hatte ich Joline bei Seite gezogen. Obwohl das Springreiten normalerweise nicht so wirklich ihr Gebiet war und sie dies eigentlich nicht trainierte, war sie dann doch hin und wieder dafür zu begeistern und könnte Pferde in dieser Disziplin auch trainieren, wenn sie denn wollte. Ich allerdings war mit meinen knapp 1,70 Metern etwas zu groß für Overo und so wollte ich mich nicht noch auf ihn setzen. Joline mit ihren knapp 1,60 Metern passte da schon eher drauf und das Ganze sah dann auch um einiges stimmiger aus.

      Auch, wenn Joline den „Zwerg“ ziemlich unter Kontrolle hatte, versuchte er doch immer mal wieder, seinen Willen durchzusetzen und einfach mal den Sturkopf einzuschalten. Dann wurde auch Joline dickköpfig und oft standen sie eine ganze Weile nur herum, bis es selbst Overo zu langweilig wurde und sie mit der Arbeit fortfuhren.
      Die Bodenarbeit, mit der wir einstiegen, tat ihr Übriges: Anfangs war Overo teilweise wirklich unberechenbar gewesen. Wenn er keinen Bock auf irgendetwas hatte, schnappte er – und wollte so erreichen, dass man machte was er wollte. Dann buckelte er manchmal, stampfte genervt mit dem Vorderhuf auf und legte die Ohren so an, dass sie fast horizontal waren.
      Nach und nach bauten sie dann aber eine (sehr lose) Vertrauensbasis auf und legten so das Fundament für das weitere Training. Hier ging es größtenteils ins Gelände. Trotz des Schnees. Während ich dann mit einem anderen meiner Hengste – meistens waren dies Intoxicated, Don Johnson oder Azrael; also die, auf die ich mich im Gelände wirklich zu 100% verlassen konnte und die sich nicht von einem spritzigen Hengst neben sich beeindrucken ließen – nebenher ritt, saß Joline auf dem Rücken des Rappschecken und wirkte neben mir noch viel kleiner.
      Auch diesmal unternahmen wir wieder einen kleinen Ausritt in die weiten Kanadas. Der Schnee bedeckte die Landschaft nur so und so bot sich uns bereits Ende November ein äußerst weihnachtliches Bild. Zugegeben, ich hasste Schnee, aber in diesem Moment war es sogar ganz schön, wenn man mit Overo und Kronjuwel durch die Landschaft ritt und einfach mal entspannen konnte. Kronjuwels Ruhe übertrug sich bereits nach kurzer Zeit auf Overo und so wurde es sogar ganz angenehm mit dem sonst so dickköpfigen, eigensinnigen Hengst.

      Nachdem wir mit dem Geländetraining etwas weiter vorangeschritten waren und so besonders Overos Ausdauer, Stärke und generell die gesamte Kondition verbessert hatten, widmeten wir uns den Anfängen des Springtrainings: der Cavalettiarbeit. Joline saß stets auf dem Rücken des kleinen Hengstes und arbeitete mit ihm, während ich vom Boden aus zusah und Kritik ausübte, wenn es nur ging. Denn auch Joline hatte noch nicht ganz ausgelernt. Das störte den Hengst allerdings nicht sonderlich, denn zumindest war Joline in der Lage, ihn auf das Springreiten vorzubereiten. In der Klasse A betrugen die Höhen eines Sprungs maximal 110 Zentimeter und auch die Weite der Sprünge durfte 125 Zentimeter nicht überschreiten. Dennoch stiegen wir zuerst mit Cavalettis ein, machten Overo so das Springen etwas schmackhaft und achteten besonders auf die richtige Technik, die der Hengst an den Tag legte. Auch, wenn er tatsächlich des Öfteren einen „schlechten Tag“ (oder sollte ich „schlechte Woche“ sagen?) hatte, so war er doch nicht ganz lernresistent und zeigte nicht immer seinen Widerstand.
      Wenn er es dann tat, trug auch Joline ihren Dickkopf immer wieder an die Oberfläche und machte das so lange, bis es Overo wirklich zu dumm wurde – dann beruhigten sich beide wieder und das Training konnte weitergehen.
      Auf die Cavalettiarbeit, die wir zunächst nur an der Longe und schließlich unter dem Sattel in Angriff genommen hatten, folgten die ersten kleinen Hindernisse. Nun lag es daran, Overos Bascule über dem Sprung aufrecht zu erhalten, also eine schöne, gebogene Rückenlinie, sodass das Pony seinen Rücken über dem Sprung nicht wegdrückte. Das wäre besonders auf Dauer nicht sonderlich gesund und sogar ziemlich schädlich, weshalb wir solche Probleme direkt bei der Wurzel packen und endgültig beseitigen wollten, indem wir ihm direkt die richtige und korrekte Ausführung beibrachten.
      Wir begannen mit niedrigen Hindernissen, stellten dann die Höhen und Weiten immer höher. Overo zog anfangs vor dem Sprung ziemlich stark an, sodass Joline Mühe hatte, ihn vor dem Sprung ordnungsgemäß zu versammeln, doch mit der Zeit lernten beide dazu: Joline, wie sie sein Tempo besser regulieren konnte und Overo, dass es viel leichter war, passend zu springen als verwundert über das Hindernis zu straucheln und möglicherweise unschön auf dem Boden aufzukommen.
      Einmal kam Matthew mit Avanti während des Trainings in die Reithalle – und verschwand genauso schnell wieder. Ein kurzer, böser Blick in Richtung Matthew reichte, um ihm zu verdeutlichen, dass der Zeitpunkt mehr als ungünstig wurde. Waren andere Pferde während des Trainings in der Nähe, war Overo nämlich meist wahnsinnig unkonzentriert und ihn dann bei sich zu behalten stellte sich als mehr als nur schwierig heraus. Zum Glück hatte er von dem „Eindringling“ nicht viel mitbekommen und sprang weiter durch den Parcours.
      Es dauerte zwar eine Weile, besonders, weil wir Overo mit den Höhen nicht überfordern wollten (110 Zentimeter waren immerhin nur noch knapp zwanzig Zentimeter weniger als seine Widerristhöhe betrug) und „sauer“ machen wollten, sodass ihm die Lust am Springen vergehen würde. Nichtsdestotrotz hatten wir es am Ende des Trainings geschafft, ihn im Springen A-fertig zu trainieren, also könnte er rein theoretisch einen A-Parcours ohne Probleme springen. Vorausgesetzt, er wollte das.

      „Er bleibt noch bis Dezember, oder?“, fragte Joline schließlich, als die letzte Trainingseinheit für beendet erklärt worden war und sie sich nach vorn lehnte, um Overo den Hals zu streicheln und ihn dann zwischen den Ohren zu kraulen. Der Hengst war viel zu erschöpft, um jetzt noch irgendwie Widerstand zu leisten, und wenn er ehrlich wäre, würde er wohl auch zugeben, dass er die kleine Schmuseeinheit ziemlich wertschätzte. Leider war Overo da ein hartnäckiger Genosse, der so etwas nicht gerne zeigte, und so schüttelte er nur prustend den Kopf.
      „Ja, nächsten Monat geht es weiter.“ Ich grinste. „Wieso, macht das Springreiten etwa doch mehr Spaß als erwartet?“
      „Irgendwie schon“, lächelte Joline und stieg dann ab. „Und jetzt auf einen Ausritt mit Adona und Goldherz? Was denkst du?“
      Jetzt lachte ich. „Bin dabei!“
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    26 Juli 2015
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    EXIF Data

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    Mime Type:
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    Height:
    400px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: Don
    geboren: September 2005


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Fuchs (Aa ee)
    Stockmaß: 147 cm

    Beschreibung:

    Don Johnson ist ein rittiges und ziemlich edles Reitpony mit guter Springmanier, geerbt von seinem Vater Douglas. Er ist umgänglich und besitzt drei gute Grundgangarten. Die Hengstmanieren zeigt er nicht und auch sonst ist er im Umgang gut zu händeln. Ein Muss bei ihm ist das Schmusen beim Putzen, was ihm auch zeigt, dass man mit ihm Zeit verbringen möchte und so dient es als Motivation.

    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Muemmi

    Fahren A - Military L

    HK 386
    153. Millitaryturnier
    120. Fahrturnier
    197. Militaryturnier


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    Offizieller Hintergrund