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Eddi

Dissident Aggressor

Paint Horse ♂ gekört

Dissident Aggressor
Eddi, 18 Dez. 2020
    • Eddi
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      Ehemalige Berichte


    • Eddi
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      Große Überraschung
      15. September 2014
      „Eddi? Eddiii! - Hey, da bist du ja!“, ertönte eine Stimme direkt neben mir. Verschlafen schreckte ich hoch und sah Kats Blondschopf vor mir. „Was ist denn los?“, fragte ich müde und verwirrt, während ich mich umschaute.
      Anscheinend war ich bei den Stuten am Stall eingeschlafen, aber gegen ein Mittagsschläfchen konnte man ja schließlich nichts sagen.
      „Dein Handy klingelt unentwegt und du Nuss lässt es auf der Veranda liegen!“, stöhnte Kat vorwurfsvoll. 'Typisch Stadtmenschen, ohne Handys konnten die auch keinen Schritt gehen.', dachte ich mir grinsend, stand auf und klopfte mir das Gras von der Hose.
      Gerade als Kat mir das Handy reichen wollte, begann es wieder zu klingeln. Stirnrunzelnd nahm ich es entgegen und sah auf dem Display als erstes die rote Anzeige '10 entgangene Anrufe'. „Ups.“, murmelte ich, es schien ja wichtig zu sein.
      „Ja, hallo?“, meldete ich mich wie immer mit der schlechten Angewohnheit, nicht meinen Namen zu sagen. „Eddi! Eeeendlich erreicht man dich mal! Schalt sofort deinen Laptop ein, ich habe dir einen wichtigen Link geschickt!“, erzählte Elisa und legte dann auch schon wieder auf.
      Ein „Aha.“, war das einzige was ich dazu sagen konnte. „Hat Ethan zufällig seinen Laptop mit?“, fragte ich vorsichtig Kat, denn ich hatte mein ganzes Zeug in Frankreich verschachert, ich hatte nichts davon mitnehmen wollen.
      Doch Kat führte mich direkt ins Haus, wo ich auch schon auf Ethan traf, der anscheinend schon wieder auf den Weg in die Stadt war. „Kann ich mir noch einmal für zwei Minuten deinen Laptop leihen?“, fragte ich ihn.
      „Ja, ausnahmsweise, aber beeile dich!“, meinte er knapp und packte ihn mir aus. Geschwind öffnete ich das Internet und fand bei meinen Emails auch schon den Link von Elisa. Bisher hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht, um was es da gehen könnte, doch jetzt wuselten hunderte von Ideen durch meinen Kopf.
      Es war dann aber doch etwas ganz anderes!
      „Kleines Wort zu meinem Verschwinden.
      Ich wollte mich auch mal wieder melden..
      Tut mir leid, dass ich einfach so von der Bildfläche verschwunden bin. Mein Leben bindet mich momentan einfach voll ein, und das ist auch gut so. Wenn ich nicht gerade...“
      In aller Ruhe las ich den langen Text, den eine gute Freundin von uns geschrieben hatte. „Ach Larissa...“, seufzte ich und starrte eine zeitlang aus dem Fenster, ehe ich eine Antwort auf ihren Text schrieb.
      Larissa hatte einen neuen Weg gefunden und nun wollte sie ihr Gestüt erst einmal endgültig aufgeben. So konnte ich es nicht lassen, zwei Pferdenamen zu nennen, welche ich gerne auf der Ranch sehen würde.
      „Dissident Aggressor und Outlaw Torn.“, schrieb ich meine letzten Worte zu Ende und klappte dann den Laptop zu. „Danke.“, meinte ich zu Ethan und gab ihm seinen PC wieder.
      Den Rest des Tages verbrachte ich unruhig umherlaufend auf der Ranch, bis erneut mein Handy klingelte. 'Larissa.' stand auf dem Display und ich nahm sofort an.
      Wir unterhielten uns leider nicht gar so lange, denn Larissa wurde von Anrufen, Emails und Briefen überschüttet. Doch ich wusste, dass es ihr gut ging und nebenbei hatte ich gerade zwei neue Pferde erstanden.
      Mein größtes Glück war Elisa, denn dank ihr musste ich Ethan nicht schon wieder wegen seines Jeeps anhauen. Stattdessen erklärte sie sich bereit, mir Dissi und Outlaw vorbeizubringen, wenn sie ihren Painthengst bei Larissa holte und nach Kanada brachte.
      Sie hatte sowieso einige Tage bei mir verbringen wollen, von daher war es für sie kein sonderlich großer Umweg. So würden die beiden Kerle erst ein Weilchen auch Crown Hill stehen, ehe sie schlussendlich zu uns kommen würden und im Schlepptau hatten sie direkt die liebe Elisa!
    • Eddi
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      Auf großer Reise
      27. September 2014 - von Samarti
      » So langsam merk ich alles klappt, yeah
      Und jeden Tag geh ich die Straße entlang und denk
      Is' schon ok, die Sonne lacht viel mehr
      Und jede Nacht wird zum blassen Farbenmeer. «
      Mit dem Kopf hin und her wippend, summte ich leise die Melodie des Liedes mit und tippte dabei im Takt mit dem Fuß auf den Boden. Es war einige Zeit vergangen, seit ich das vertraute Gemurmel meiner Freunde gehört hatte, seit Joline mir vor Freude in den Arm gefallen war und vor allem, seit ich Matthew zuletzt gesehen hatte. Einige Wochen hatte ich mich nicht in Kanada blicken lassen und wenn ich ehrlich war, hatte mir die Auszeit gutgetan. Momentan befand ich mich nur auf dem Gestüt, weil ich Yuki hatte einfliegen lassen, die sich inzwischen schon prächtig eingelebt hatte. Der Stute merkte man kaum an, dass sie einen langen Flug hinter sich hatte und obwohl sie dennoch ein wenig ruhig war und nicht so euphorisch wie in der Manege, wusste ich, dass sich dies noch bessern würde. Lächelnd kraulte ich die Stirn des Reitponys, dessen aufmerksamer Blick schon lange nicht mehr auf mir lag. Dösend hatte sie das rechte Hinterbein angewinkelt, die Unterlippe entspannt und die großen Augen geschlossen. „Ach, Yuki“, meinte ich leise, „dir geht’s auch gut, hm?“
      Wie zur Bestätigung nickte das Pony mit dem Kopf und ein noch viel breiteres, strahlendes Lächeln umspielte meine Lippen. Sie war zwar erst knappe drei Tage auf dem Gestüt, doch schon jetzt verstand sie sich prima mit meinen anderen Stuten, besonders Star hatte sich von ihrer Aura anstecken lassen und immer, wenn die normalerweise so zappelige Braune in der Nähe des Schimmels war, war ihre Unruhe verflogen.
      Als hätte sie meine Gedanken lesen können, trottete Star nun mit gesenktem Kopf auf das Zauntor zu und stupste Yuki sanft an, ehe sie sich mir zuwandte und sich ebenfalls eine Streicheleinheit abholen wollte. Meine freie Hand legte ich auf ihre Stirn, kraulte sanft das weiße Fell ihres Gesichts und stand dort nun, hatte beide Hände auf der Stirn jeweils einem Ponys und war vollkommen überfordert.
      „Wie gern würde ich euch jetzt einfach mitnehmen und durch die kanadische Pampa reiten“, seufzte ich sehnsüchtig, „aber ich muss langsam los, mein Flug geht in ein paar Stunden.“
      Richtig, Flug – mich verschlug es ein weiteres Mal nach Deutschland ins schöne Ostwestfalen, denn vor nicht allzu langer Zeit hatte ich eine Nachricht erhalten, die mich irgendwie … verstörte?
      Es ging darum, dass Larissa sich erst einmal zurückziehen wollte, weshalb sie ihren Bestand auflöste. Sie hatte sich dazu entschlossen, da sie selbst gemerkt hatte, dass sie nicht mehr ihr ganzes Herzblut in ihr Gestüt steckte. Kurz, nachdem ich diese Mitteilung gelesen und ihr viel Glück gewünscht hatte, erinnerte ich mich an Unbroken Soul of a Rebel, einen Paint Horse-Hengst, den ich seit einiger Zeit im Auge behalten hatte. Unbroken war ein wahnsinnig schickes Pferd mit einer außergewöhnlichen Scheckung, die mir direkt in eben jene Augen gesprungen war. Seine Ausstrahlung war beneidenswert und auch, wenn er überhaupt nicht meine Rasse war – ich hatte kurzen Prozess gemacht, mich wegen ihm gemeldet und da Larissa mich gut genug kannte, um zu wissen, wie es meinen Pferden ging, hatte ich nur wenige Minuten später eine Zusage und ein weiteres Pferd, das den Weg nach Kanada antreten würde.
      Im Eifer des Gefechts hatte ich zuerst nicht daran gedacht, Eddi zu kontaktieren, doch als ich daran dachte, dass sie nun ihre eigene kleine Ranch besaß und Larissa die dazu passenden Pferde, hatte ich bei ihr Sturm geklingelt. Gehofft hatte ich nur, dass sie ihr Handy nicht irgendwo vergessen hatte, wie es üblich für sie war.
      Ganze elf Male hatte ich anrufen müssen, damit sie auch endlich den Anruf entgegengenommen und mit einem „Ja, hallo?“ das Gespräch begonnen hatte.
      „Eddi! Eeeendlich erreicht man dich mal! Schalt sofort deinen Laptop ein, ich habe dir einen wichtigen Link geschickt!“ Direkt hatte ich aufgelegt und nur kurze Zeit später eine Nachricht von ihr erhalten, in der sie mich gebeten hatte, ihr doch bei meinem Urlaub in Wyoming gleich noch Dissident Aggressor und Outlaw Torn, bei dem ich zuerst Outlast Torn gelesen hatte und an das Horrorspiel hatte denken müssen, mitzubringen. Bei mir hatte das Fohlen seinen Spitznamen bereits gefunden, ganz im Gegenteil zu Eddi. Die suchte noch verzweifelt nach einem, meinen Vorschlag hatte sie aber nicht annehmen wollen.
      Tja, selbst Schuld.

      Mit Matthew hatte ich noch immer keine Worte außer „Hallo“ und „Hey“ gewechselt, obwohl ich nun schon wieder im Flieger saß. Es ging mir gehörig auf die Nerven, wie wir uns schon wieder aus dem Weg gingen, doch nach den Erzählungen von Gwen und Joli, die ich mir stundenlang anhören durfte, war der Mann wohl in der Zeit, in der ich fort gewesen war, unerträglich und vor allem unausstehlich gewesen.
      „Wir sind da.“
      Total in meinen Gedanken versunken, hatte ich tatsächlich nicht bemerkt, dass der Flieger sicher auf deutschem Bogen gelandet war und dass die Passagiere bereits eifrig klatschten, weil wir unbeschadet angekommen waren. Seufzend wartete ich darauf, dass die Lichtzeichen ausgingen, die uns damit besagten, dass wir uns abschnallen und das Flugzeug verlassen durften.

      „Larissa!“ Stürmisch fiel ich meiner langjährigen Freunde in die Arme, die ich schon so ewig nicht mehr gesehen hatte – und das nicht zuletzt wegen des großen Abstands, der uns voneinander trennte; lagen unsere Gestüte doch fast Welten voneinander entfernt.
      „Lange nicht gesehen, Else“, grinste diese verschmitzt und drückte mich ebenfalls. Als ich einen unterdrückten Lacher seitens Julien hörte, drehte ich mich zu ihm und zog eine Augenbraue in die Höhe.
      „Else? Wirklich?“, brachte er mühsam hervor und ich grinste. „Geil dich ruhig daran auf, wenn du unbedingt musst.“
      „Also, wie geht’s dir? Kannst doch nicht einfach abhauen und eiskalt von der Bildfläche verschwinden, melde dich doch einfach mal! Ich hab mir total Sorgen gemacht“, machte ich ihr Vorwürfe und stieg dann ins Auto, setzte mich auf den Beifahrersitz. Julien wurde dazu verdammt, hinten zu sitzen.
      Die ganze Autofahrt über sprachen wir darüber, was bei uns momentan alles passierte, hatten wir uns doch so viel zu erzählen.

      „Er ist so ein toller Kerl“, schwärmte ich, „du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich dich dafür liebe, dass du ihn mir überlässt!“ Verträumt strich ich über das sanfte Fell des Halses von Unbroken, den ich so zum ersten Mal in Natura sah. Natürlich hatte ich Fotos von ihm gesehen, Berichte über ihn gelesen und hier und da war er auch einmal erwähnt worden, doch letzten Endes war es eigentlich ein totaler Blindfang, den ich da gemacht hatte. Dies war jedoch bereits alles entschuldigt, als ich ihm dann gegenüber stand und ihn mit eigenen Augen sehen durfte. Auch Julien war hellauf begeistert, nicht zuletzt, weil er ein weiteres Westernpferd war, mit welchem er sich beschäftigen konnte.
      „Finger weg, das ist meiner“, stellte ich allerdings direkt klar, als des Mannes Augen voller Vorfreude leuchteten, durch meine Aussage verloren sie ein wenig an Glanz.
      „Das ist doch jetzt nicht dein Ernst, oder?“
      „Natürlich nicht.“
      Und sofort glänzten seine Augen wieder auf.
      „Wie sieht es mit Eddis Neuzugängen aus? Geht’s beiden gut?“, erkundigte ich mich dann nach Dissi und Outlast, die ich ja ebenfalls mitnehmen sollte. Sie würden zunächst einmal einige Zeit bei mir auf dem Gestüt stehen und dann gemeinsam mit Julien und mir den Weg nach Wyoming antreten.
      „Sie freuen sich schon total auf ihr neues Zuhause“, scherzte Larissa und führte mich dann zur nächsten Box; die des Grullos mit dem wilden Langhaar.
      War mir vorher nie aufgefallen, dass der Hengst sogar einen zweifarbigen Schweif hatte, so sprang es mir nun umso eindringlicher ins Auge, beinahe mehr als der ausdrucksstarke Kopf des Pferdes.
      Auch Outlast, das zweijährige Jungpferd, das beinahe komplett weiß war und nur einige braune Flecken (die im Übrigen aussahen wie kleine Farbflecken, wie man sie vom Pinsel kannte, wenn die Farbe auf den Boden tropfte) aufweisen konnte, schien gesundheitlich auf dem besten Stand zu sein. Dennoch verkroch er sich zurückhaltend in einer Ecke der Box und betrachtete Julien und mich skeptisch, wagte dann aber doch einige Schritte nach vorn, als Larissa ihn zu uns rief. „Er ist ein wenig schüchtern, nicht persönlich nehmen“, lächelte sie ermunternd und ich nickte nur, wollte den Junghengst allerdings nicht verschrecken und hielt mich daher bedeckt, auch wenn ich gern seinen Fleck im Gesicht nachgezogen hätte.
      „Durch den VET-Check am Flughafen sollten sie alle drei ohne Probleme kommen, der Tierarzt war erst letztens da und hat sie nochmal alle kontrolliert.“
      „Dann steht dem neuen Heim ja nichts mehr im Wege.“
      Larissas Gesicht bekam einen trüben Ausdruck, doch sie riss sich wieder zusammen. „Passt mir bloß gut auf meine Lieblinge auf“, ermahnte sie uns spielerisch, „wann geht denn euer Flug?“
      „In zwei Stunden müssen wir wieder am Flughafen sein“, seufzte ich theatralisch, „also haben wir noch gut eine Stunde Zeit, um die Pferde vorzubereiten und den ganzen Kram.“

      Vorwurfsvoll wedelte ich mit dem Zeigefinger vor Larissas Gesicht hin und her. „Und vergiss ja nicht, dich zu melden! Einmal ist das in Ordnung, bei einem zweiten Mal müsste ich persönlich vorbeikommen und dir die Leviten lesen, also tauch nicht wieder einfach so unter, ohne mich vorzuwarnen!“
      Lachend nickte meine Freundin, stimmte mir somit zu und versprach mir, von sich hören zu lassen.
      „Indianerehrenwort?“
      „Pinkie Pie-Schwur!“
      Bei der Wortwahl musste ich laut lachen, verdrückte dann im nächsten Moment aber peinlich berührt die Tränen. Wieso musste ich bei Abschieden immer so sentimental werden?
      „Na dann … wir sehen uns.“ Eine letzte Umarmung, letzte Worte, ein letztes, aufmunterndes Lächeln, ein letztes Winken, dann verschwanden Julien und ich auch schon beim Check-In, in den Larissa uns leider nicht begleiten konnte.

      „Wie soll ich diese ganzen Flüge in der kurzen Zeit nur überleben?“, stöhnte Julien genervt, als er sich in den Sitz rechts neben mir im Flugzeug sinken ließ.
    • Eddi
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      Western A auf L
      21. Oktober 2014 - von Veija
      Heute war ich wieder voller Vorfreude unterwegs, denn heute würde ich wieder meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Der Hengst Dissident Aggressor von Eddi Canary sollte in Western aufgestuft werden, vorzugsweise in der Reining.
      Nach einer längeren Fahrt war ich auch schon bei Eddi angekommen. Da der Hengst schon einige Sachen kannte, würde ich nur einen Tag hier sein um ihn zu trainieren, jedoch eine Woche, um ihr anderes Pferd Joyce einzureiten. Ich parkte mein Auto auf Eddis Hof und stieg aus. Sofort wurde ich freundlich empfangen, ehe wir zu dem Hengst gingen. Ich klopfte kurz seinen Hals und bedauerte es zutiefst, dass ich ihn nicht in meinem Besitz willkommen heißen durfte. Doch es bereitete mir große Freude, dass ich ihn wenigstens trainieren durfte. Nach einem kurzen Gespräch mit seiner Besitzerin holte ich ihn mir aus der Box und putzte ihn, ehe ich ihm den Westernsattel samt Pad auf den Rücken legte. Bevor ich ihn trenste, legte ich ihm noch an den Vorderbeinen Gamaschen und Sprungglocken an. Manche würden bestimmt die Sprungglocken mit skeptischem Blick betrachten, doch ich konnte genau erklären wofür ich sie den Pferden anzog: bei einem Sliding Stop zum Beispiel konnte sich das Pferd in die vorderen Ballen springen, falls es stolperte, beim Spin konnte es die Vorderbeine aneinanderschlagen und sich verletzen und und und. Es gab genug Gründe, die für die Sprungglocken sprachen. An die Hinterbeine schnallte ich ihm Skid Boots, die zum Sliden gedacht waren.
      Als ich damit fertig war, fand die Trense seinen Platz an seinem Kopf und ich zog noch meinen Helm, die Sporen und meine Sicherheitsweste an. Vorher wurde Dissi auf Kandarre geritten, weshalb ich mir auch die Sporen angezogen hatte. Ich ging mit dem Hengst in die Halle, gurtete nochmal nach und schwang mich dann in den Sattel. Artig wartete der Hengst, bis ich ihm ein Kommando gab, ehe wir im Schritt ganze und halbe Bahnen gingen. Dann trabte ich ihn an und ritt Schlangenlinien, Zirkel und wechselte durch die Länge der Bahn. Ebenso ritt ich viele Biegungen und Kurven, damit der Hengst sich ordentlich dehnen konnte. Als ich mit dem Aufwärmen soweit fertig war, hielt ich ihn an und gab ihm Hilfen zum Spin. Dazu nahm ich meine linke Hand mit den Zügeln nach rechts, streckte das rechte Bein vom Körper weg und tippte ihn mit der linken Spore rhytmisch an den Bauch. Bei einem Jungpferd hätte ich ganz anders an die Sache rangehen müssen, doch der Hengst wusste was zu tun war und fing an sich langsam zu drehen. Nach etwa fünf Runden rechtsherum, versuchte ich das Ganze ebenfalls langsam linksherum. Als das klappte, versuchte es die Spins auf beiden Seiten schneller. Der talentierte Hengst verstand sofort was er machen sollte und ich klopfte ihm zufrieden den Hals. Ein Punkt war nun abgeharkt, ein paar fehlten jedoch noch. Ich trieb ihn im Trab an und ritt ziellos durch die Halle. Ab und zu stoppte ich ihn, ehe ich ihn wieder antrabte. Danach galoppierte ich ihn mal nach dem Stoppen an oder drehte halbe Spins oder dergleichen. Das tat ich, damit er sich wirklich auf die Arbeit konzentrierte und er vor Langeweile nicht mehr mitarbeitete. Nun kam ich dann doch endlich dazu, Roll Backs zu üben. Dafür galoppierte ich ihn langsam gerade Strecken, ehe ich ihn stoppte, die Hilfen zum Spin gab, ihn jedoch nur eine halbe Runde drehen lies und sofort energische Galopphilfen gab. Nach anfänglichen Unsicherheiten machte er seine Sache nun wirklich gut, weshalb ich ihm eine kurze Pause gönnte.
      Nach dem Verschnaufen übte ich noch Back Ups. Dazu trabte ich ihn durch die Halle, stoppte ihn und lenkte ihn einfach gerade zurück. Back Ups konnte wirklich so gut wie jedes Pferd. Nun standen noch drei Übungen an: Zirkel(mit Speed Control), Sliding Stops und Galoppwechsel, wobei diese in den niedrigeren Qualifikationen nicht zwingend notwendig waren und ich diese nur schleierhaft trainierte. In den kleinen Klassen durfte man die Pferde, wenn ein Galoppwechsel stattfinden sollte, in den Trab durchparieren und im richtigen Galopp wieder angaloppieren.
      Also galoppierte ich den Hengst auf einem kleinen Zirkel an und lenkte ihn langsam im Kreis herum, ehe ich den Zirkel erweiterte und ihn mit Schnalzen dazu aufforderte, schneller zu galoppieren. Nun war es an der Zeit einen Galoppwechsel zu machen. Ich wollte ihn eigentlich in den Trab parieren, doch er sah das nicht ein und galoppierte einfach im Außengalopp weiter, ehe er von selbst umsprang. Nachdenklich versuchte ich das Ganze nochmal, nachdem ich wieder ein paar kleine und große Zirkel geritten war. Er weigerte sich in den Trab zu fallen, lief kurz im Kreuzgalopp und sprang dann von selbst um. Das würde ich Eddi erzählen, damit sie selbst daran arbeiten konnte, denn ich war mit meiner Einheit fast fertig. Zum Schluss galoppierte ich ihn in Richtung Ausgang, ehe ich "Whoa" sagte und mein Gewicht nach hinten verlagerte. Sofort rammte der Hengst die Hinterbeine in den Boden und wir rutschten ein paar Meter über den Boden. Stark schnaufend stand der Hengst nun in der Halle. Er war völlig verschwitzt und verausgabt von der Traininsgeinheit, doch das war die erste und die Letzte, denn er war so talentiert, dass Eddi sich in ein paar Tagen raufsetzen konnte und er würde brav unter ihr laufen.
      Ich schwang mich aus dem Sattel, lockerte den Gurt und drückte den Hengst einen von Eddis Arbeitern in die Hand. Doch nicht bevor ich ihm noch ein paar Leckerlies gegeben hatte.
      Dann ging ich zu Dissis Besitzerin und erzählte ihr von seinem eigenwilligen Wechseln. Sie nickte und würde sich in den nächsten Tagen selbst versuchen. Dann ging ich ins Bett, denn morgen würde ich anfangen, ihre Joyce einzureiten.
    • Eddi
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      Tierärztliche Klinik Caen
      05. Februar 2015
      Es war eine ziemlich spontane Entscheidung gewesen, mit Dissident Aggressor bei der Hengstkörung teilzunehmen, doch jetzt gab es kein Zurück mehr, denn die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Der Hengst war topfit und motiviert, es stand nur noch der Vet-Check und der Besuch des Hufschmieds an, dann würde es auch schon bald auf das Turniergelände gehen.
      Leider hatte ich in der Kürze keinen passenden Tierarzt mehr finden können, so dass ich es selbst übernehmen musste. Ich war kein Fan davon, meine Pferde selbst zu untersuchen. Erstens übersah man dabei gerne Dinge oder tat sie als "normal" ab und andererseits hatte man selbst ja auch eine ganz andere Bindung zum Pferd und wie wir ja wissen: Pferde mögen Tierärzte nicht sonderlich.
      Doch heute blieb mir nichts anderes übrig. Joe holte Dissident Aggressor aus der Box und führte ihn mir im Schritt und Trab vor. Beide Gänge waren taktrein und einwandfrei. Dann band er ihn mir an und ich nahm meinen Westernhengst genauer unter die Lupe.
      Zuerst warf ich einen fachmännischen Blick in Augen und Maul, dann hörte ich Herz und Lunge ab, ehe ich die Körpertemperatur kontrollierte. All das gehörte zum Standard der Untersuchung. Zu guter Letzt tastete ich die Sehnen und Gelenke ab, ehe ich noch die Herz- und Pulsfrequenz im Ruhezustand und dann nach Bewegung überprüfte.
      Zufrieden tätschelte ich Dissident Aggressor den Hals, denn er schien topfit. Also konnte ich guten Gewissens die Influenza und Herpes Impfung auffrischen, welche er für die Körung brauchen würde. Danach musste er noch die Wurmkur schlucken und dann hatte es er Hengst auch schon geschafft.
    • Eddi
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      Hufschmiede Whitmore Stud
      06. Februar 2015 - von Ally
      "I can't forget my english love affair ..", trällerte ich und trommelte auf dem Lenkrad meines BMWs herum - Ich hatte so lange für mein Auto gespart und vor ein paar Wochen durfte ich mein Baby abholen. Er war ganz meins und nur meins: Bisher saß noch niemand in seinen Sitzen außer ich und das blieb auch so. Gerade war ich auf dem Weg zu Eddis Hof; Sie hatte gefragt, ob ich nicht kurz vorbei kommen wollte und zwei Pferde kontrollieren wollte. Zum Glück hatte ich noch ein bisschen Zeit und konnte sie vor die restlichen Aufträge schieben.
      Nach einer weiteren halben Stunde kam ich an ihrem Hof an und dort stand Eddi schon. Sie hatte die beiden an einem Zaun angebunden und ich machte mich sofort dran, die beiden zu überprüfen. Erst ging es zu Dissident Aggressor, einem wunderschönem Paint Horse Hengst; er zögerte erst ein wenig, als ich ihm die Hand hinstreckte, schnupperte dann aber daran und ließ mich ihn streicheln. Ich hob seinen ersten Huf und kratzte ihn aus, kontrollierte, ob er irgendwo besonders warm war oder ob sich sonstige Krankheiten dort gebildet hatten, aber alles war okay. Das wiederholte ich bei den restlichen Hufen und holte dann mein Hufmesser, mit dem ich die Hufe ausschnitt und begradigte. Mit der Feile korrigierte ich das ganze nochmal und danach testete ich aus, ob er auch gerade stand und sein ganzes Gewicht gleichmäßig verteilte. Dann ging es zu Caribic Sue, einer schönen Criollostute mit außergewöhnlicher Zeichnung. Ich kontrollierte erst ihre Hufe und schnitt dann auch sie aus, obwohl ich kaum etwas korrigieren musste, da ihre Hufe schon ziemlich gut standen.
      Als ich mit den beiden fertig war verabschiedete ich mich von Eddi und durfte in meinem Baby wieder nach Hause fahren; Allerdings stand ich dann mehr als eine halbe Stunde im Stau. Aber hey, der Fahrer neben mir lobte mein Auto, also brachte es schon irgendwas.
    • Eddi
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      Hengstkörung
      02. März 2015
      Gelassen wartete ich darauf, dass wir aufgerufen wurden. Ich verspürte nicht das leistete Gefühl von Nervosität und das überraschte mich, da ich gedacht hatte, ich würde sicherlich total aufgedreht sein. Doch irgendwie übertrug sich Dissdent Aggressors Ruhe auf mich und als ich dann endlich aufgerufen wurde, freute ich mich wirklich. "Jetzt geht's los!" flüsterte ich meinem Hengst leise ins Ohr und schnalzte mit der Zunge. Er trat ruhig an und wir steuerten auf die Halle zu. Kurz vor ihr gab ich die Galopphilfe und galoppierte Dissident sanft an. Ich versammelte ihn und ritt dann zügig in die Halle. Dort steuerten wir auf Punkt X zu und hielten dort. Danach grüßte ich höflich die Richter und bereitete mich entspannt auf die nächste Aufgabe vor, indem ich Hilfen zum Trab gab. Mein Schecke gehorchte brav und ich ritt mit ihm auf dem Zirkel wobei ich darauf achtete das er schön gleichmäßig wurde, ehe ich das Tempo vermehrt aufnahm und kurz darauf wieder versammelte, denn die präzisen Tempiwechsel waren hier gefordert. Dissident reagierte sofort auf die noch so kleinste Gewichtsverschiebung und innerhalb von drei Zirkelrunden hatten wir alles erfolgreich gezeigt. Dann ließ ich meinen Hengst aus dem Zirkel wechseln und parierte auf dem anderen Hufschlag wieder langsam zum Schritt durch. An der langen Seite ließ ich ihn vermehrt unterdrehten, ehe ich ihn an der kurzen Seite auch im Schritt kurz versammelte und das alles ohne Zügelhilfen. Wir ritten einen Richtungswechsel durch die Bahn und ich legte mein äußeres Bein wieder zurück und trieb mit dem anderen energisch weiter. Dissident verstand und galoppierte an. Ich lenkte ihn zur Mittellinie und ließ ihn dort aus dem Galopp anhalten. Dann gab ich ein paar deutliche Hilfen und in feiner Westernmanier richtete sich Dissident schwungvoll rückwärts. Back-Ups waren Dissident's Lieblingsübungen und so schaffte er sie auch ohne Probleme und mit sehr viel Engagement. Ich ritt wieder im Schritt an und zeigte dann an der langen Seite drei gleichgroße Volten, ehe ich aus der letzte Kurve heraus wieder angaloppierte und durch die ganze Bahn wechselte. Auf dieser Strecke schafften wir drei glatte fliegende Galoppwechsel und diesmal klappten sie noch besser als im Training. Dissident sprang säuberlich zu jeder meiner Hilfen um und wir schwebten regelrecht durch das Viereck. Wir gingen wieder auf die ganze Bahn und auch im Galopp verstärkte oder versammelte ich das Tempo deutlich, um die Aufgaben der Richter zu erfüllen. Dissident löste alle Anforderungen präzise und schnell, so dass ich mit einem guten Gewissen zu X reiten konnte, durch parierte und mich mit einem Nicken von den Richtern verabschiedete. Im Schritt am ganz langen Zügel verließen wir die Halle und ich lobte Dissident ausgiebig, denn er hatte sich wirklich klasse gemacht. Diese Kür hatte sich wirklich gelohnt und ich war schon sehr auf unser Ergebnis gespannt, während ich meinem Hengst seine Abschwitzdecke überwarf und ihm einige Leckerchen zusteckte.
    • Eddi
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      Frühling kommt
      04. März 2015
      Die letzten Wochen war das Wetter richtig frühlinghaft gewesen und ich hatte bereits geahnt, dass sich das nie und nimmer ewig so halten würde und ich sollte Recht behalten… Als ich heute Morgen meine Jalousien öffnete, begrüßte mich ein grauer Himmel und in kleinen Fäden regnete oder nieselte es, wie man es nahm. Seufzend schlüpfte ich in meine Reitsachen, wusch mich kurz und band die Haare dann zum typischen Pferdeschwanz zusammen, nach fünf Minuten dort draußen würden sie sich sowieso einmal um die halbe Welt kräuseln.
      Unten in der Küche erwartete mich eine ebenso unmotivierte Kat, die mir mit einem „Guten Morgen“ eine Kaffeetasse reichte. Am Tisch saß Ethan vor zwei beschmierten Toastbroten. Irgendwie schien er aber noch total zu schlafen und bekam auch meinen Versuch, ihm einen einigermaßen guten Morgen zu wünschen, gar nicht mit. Ich dankte Kat für das Lunchpaket und die Thermoskanne, welches ich beides ein paar Minuten später auf der Bande in der Halle deponierte, dass Zeug würde mir wahrscheinlich heute das Leben retten.
      Und genau so einen Tag wollte ich meinen Hengsten widmen. Dafür würde ich die Vierbeiner aber nicht auf ihrem riesigen Areal suchen müssen, denn die meisten standen in kleinen Grüppchen in den Unterstanden oder unter den Baumgruppen. Doch erst einmal wurden auch sie gefüttert und ausgiebig versorgt. Die „Stall“arbeit brachte ich auch direkt hinter mich, indem ich erst die Unterstände ausmistete und dann noch die beliebten Ecken abäppelte.
      Nachdem das geschafft war und ich trotz Regenmantel schon kalt war, schnappte ich mir Vertigo, Allelujah und Heartbreaker. Alle drei nahm ich mit in die kleine Stallgasse vor der Halle und band sie dort im trockenen an. Dann lief ich noch einmal zurück und holte noch Pajero und Call me a Twist. Die beiden gekörten Hengste durften jeweils eine trockene Box beziehen, in welcher auf sie eine Ladung Heu wartete und sie trocknen durfte, denn ich wollte sie nachher reiten.
      Dann kamen auch schon Kat und Ethan in den Stall. Erst einmal bauten wir in der Halle die kleine Springgasse auf, ehe wir die drei Ponyhengste ausgiebig putzten und dann am Zaum in die Halle führten. Ich hatte Allelujah, da er sich doch gerne mal ein wenig gebärdetete, während Ethan Vertigo hatte und Kat sich um den kleinen, aber frechen Breaker kümmerte. Ethan machte immer den Anfang, weil Vertigo am erfahrensten war. Dann schickte ich Allelujah hinterher und als letztes war Breaker an der Reihe. Irgendwann sprangen die drei auch von alleine und wir konnten in aller Ruhe zuschauen.
      Nach einer halben Stunde fingen wir sie ein, Ethan brachte sie zurück auf die Weide, während wir beiden Mädels die Gasse abbauten. Dann sattelte ich mir Call me a Twist und ging mit ihm in die Halle. Der Hengst war inzwischen gekört und deckte auch erfolgreich, aber natürlich wollte ich ihn durch Turniere auch noch ein wenig bekannter machen, also hieß es für uns trainieren! Wir gingen einige Lektionen durch und wie immer führte Twist sie mit einer klaren Präzision aus, die ich nur von ihm kannte. Zufrieden versorgte ich ihn und machte mir stattdessen Pajero fertig.
      Anfangs wollte ich auch mit ihm in die Halle, aber schnell merkte ich, dass mein geliebter Schecke voller Power steckte und so machten wir trotz des Wetters einen rasanten Ausritt und bauten allerhand Natursprünge mit ein. Pajero und ich liebten das Risiko und auch wenn wir uns zweimal fast hinlegten, jagten wir weiter durch den Regen. Danach mussten wir uns aber im Stall echt erst einmal eine Aufwärmphase gönnen, ehe er zurück auf die Weide durfte und ich weitermachen konnte.
      Als erstes holte Dr. Insektor von der Weide, putzte den Rappen kurz und longierte ihn dann circa zwanzig Minuten in der Halle, um seine Rückenmuskulatur zu fordern. Dabei kamen auch Trabstangen und Cavaletti zum Einsatz. Den gleichen Spaß machte ich danach auch noch mit Aristo, ehe die beiden Hengste eine der Boxen beziehen und sich ausruhen durften. In der Zwischenzeit hatte ich Thorondor von der Weide geholt und übte nun mit ihm an der Hand die Lektionen der hohen Schule. Niemand glaubte mir, dass der Rappe bereits 26 Jahre alt war, denn er sah nicht nur aus wie erst 10 Jahre sondern benahm sich auch so. Irgendwann konnten wir auch zur Freidressur übergehen und wie jedes Mal machte es einfach einen totalen Spaß, mit dem Hengst zu arbeiten.
      Anstrengender war dahingegen der Junghengst Zarin, der es heute echt auf jedes Späßchen anlegte. Schon beim Putzen und Satteln war er eine Nervensäge und als ihm meine aufwärmenden Lektionen zu langweilig wurden, machte er nur Unsinn unter dem Sattel. Also sammelte ich mich und forderte von ihm alles: Gangwechsel, Handwechsel, Seitengänge. Und binnen einer halben Stunde war der Hengst wesentlich ruhiger und geschmeidiger, so dass ich mit ihm arbeiten konnte. Manchmal war er einfach noch genauso anstrengend wie das kleine Hengstfohlen von damals!
      Umso entspannter war dann die Einheit mit Schneeleopard. Der Criollo arbeitete traumhaft mit, war aufmerksam und lernte sehr schnell. Insgeheim trainierte ich ihn ja für eine Körung, aber die war leider bisher noch weit entfernt. Nachdem ich nun wieder wesentlich entspannter war, konnte ich auch gut mit dem jungen Absinth arbeiten, den ich heute „nur“ an die Longe nahm und ausgiebig eine halbe Stunde arbeitete.
      Mein Vollbluthengst Pawaneeh hatte heute frei. Stattdessen bekam er nur eine ausgiebige Massage und durfte dann wieder zurück. Vor einer Woche hatte er erfolgreich seine Körung bestanden und dementsprechend hatte er jetzt erst einmal Schonfrist, denn die Vorbereitung war für uns beide hart gewesen, aber es hatte sich gelohnt! Aber nicht, dass ich damit Ruhe hatte! Nein nein… Der zweite Vollbluthengst stand bereits in den Startlöchern für seine Kür: Golden Ebano gehörte seit Februar mir und war nun auch endlich bei uns angekommen und seit seiner Ankunft trainierten wir für die kommende Körung. Sowohl Tierarzt als auch Hufschmied hatten ihn schon unter die Lupe genommen und so gesehen stand uns auch nichts mehr im Wege!
      Mehr Ruhe hatte dafür momentan unser Lewitzerhengst Piccolo’s Blaze. Nachdem die Deckzeit nun rum war, pausierte er zufrieden und genoss die Zeit auf der Weide. Ab und an arbeitete ich natürlich auch mit ihm, aber der Scheckhengst hatte bereits eine erfolgreiche Laufbahn hinter sich, so dass ich keinen Grund sah, ihn großartig zu trimmen. Ebenso entspannt lief das Leben unseres kleinen Pinochios ab. Inzwischen hatte ich Kat damit beauftragt, sich um den zwergischen Tigerschecken zu kümmern und das machte sie zu gerne. Pino brachte ihr alle wichtigen Dinge bei und so kamen die beiden echt schnell vorwärts!
      Als ich Golden Ebano nach unserem Training zurück auf die Weide brachte, dämmerte es bereits, aber der Regen ließ nicht nach. Ich war nass und hundemüde, so dass ich den beiden letzten Hengsten nur einen kurzen Besuch abstattete. Gemeinsam standen die beiden unter den großen Tannen und schienen bereits zu schlafen. Es handelte sich um Bandit und Dissident Aggressor. Bandit war inzwischen ein Weilchen hier und ich war immer noch stolz, mit welcher Leichtigkeit der Hengst seine Körung bestanden hatte, aber Dissident Aggressor konnte er damit nicht in den Schatten stellen!
      Erst vor zwei Tagen hatte der Westernhengst an einer Körung teilgenommen und dort dermaßen abgeräumt, dass ich immer noch sprachlos war. Täglich kamen nun Mails, ob ich den Hübschen nicht verkaufen würde. Das war aber auch nicht anders gewesen, als er noch nicht gekört war, doch nun stieg das Interesse noch einmal ein Stückchen an! Lächelnd kraulte ich meine beiden liebsten Hengste, ehe ich mich dann niesend verabschiedete und mir erst einmal eine heiße Dusche gönnte, ehe ich einfach todmüde ins Bett fiel und sofort einschlief.
    • Eddi
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      Western M auf S
      04. Juni 2015 - von Samarti
      Nach meinem letzten Aufenthalt in Wyoming, als ich Feuervogel von Eddi trainiert hatte, hatte ich gleich dem Rest ihrer Pferde einige unserer Boxen freigehalten, denn meine Freundin hatte mich darum gebeten, noch einige ihrer Pferde zu trainieren. Das hätte ich allerdings niemals in einem angemessenen Zeitraum geschafft, irgendwann musste ich halt selbst auch mal wieder nach Hause – ich konnte ja nicht ewig von dort fortbleiben.
      Eines dieser Pferde war Dissident Aggressor, kurz Dissi. Er war im Western momentan auf M-Niveau, durch einige Turniersiege und entsprechendes Training war er demnach schon sehr viel weiter als einige meiner anderen Patienten.

      Eddi hatte mir bereits zuvor gesagt, dass Reining bei ihm kein Thema mehr war, da räumte er so gut wie jedes Turnier ab. Ich sollte, wenn es nach ihr ging, doch vorzugsweise Trail oder auch mal Cutting anschneiden (Haha, Wortwitz!), da wir allerdings jetzt nicht unbedingt Kühe zur Verfügung stehen hatten und ich ungern unsere Büffelherde jagen wollte, entschied ich mich für Ersteres.

      Dissident Aggressor war ein wirklich ruhiges, sanftmütiges Pferd, mit dem die Arbeit immer wieder aufs Neue Spaß machte. Der Hengst war lernwillig, aufgeschlossen gegenüber Neuem und zeigte mir gerne, wie intelligent er war. Zwar war Dissi keinesfalls ein Pferd, welches alles dreimal überdachte, bevor es etwas in die Tat umsetzte, doch er verstand außergewöhnlich schnell, was man von ihm verlangte und ließ sich das bereits anmerken, wenn man zum ersten Mal bei ihm auf dem Rücken saß.
      Dies stellte sich besonders beim Trail als sehr hilfreich heraus. Dissi wurde dazu aufgefordert, sich kontrolliert und exakt zu bewegen, zum Beispiel, wenn es an das Rückwärtsrichten oder die Seitengänge ging. Auch das Überqueren von Holzbrücken, bei denen ich erwartet hätte, dass selbst eher anfangs skeptischer war, stellte für ihn überhaupt kein Problem dar, stattdessen schritt er zwar langsam, aber selbstsicher vorwärts. Man merkte, dass der Paint Horse-Hengst seinem Reiter gerne sein vollstes Vertrauen schenkte, wenn er ihn irgendwie leiden konnte und gut mit ihm zurechtkam.

      Schon zu Beginn des Training hatte ich mit Dissident Aggressor einen Hengst gefunden, der sich anscheinend wirklich für jede Sparte des Westernreitens eignete – da hatte Eddi wirklich nicht untertrieben, als sie mir davon berichtet hatte. Zwar hatte ich den Grullo schon vorher gekannt und mir die Chance nicht entgehen lassen, ihn selbst mal unter dem Sattel zu haben. Trotzdem waren meine Erinnerungen nur noch sehr verschwommen und vage gewesen, sodass es sich anfühlte, als säße ich zum ersten Mal auf seinem Rücken.
      Dissi war ruhig, selbstständig und bewegte sich geschmeidig, ohne, dass ich viel machen musste. Die Stangen, die auf dem Boden lagen und die es zu bewältigen gab, überwand er, ohne auch nur eine Stange zu berühren. Ein U, durch welches ich ihn rückwärts führen sollte, machte ihm das Leben ebenfalls nicht viel schwerer. Beim Öffnen des Tors stand er ruhig und trat nahe genug an das Tor heran, damit ich es problemlos öffnen und, nachdem wir durchgeritten waren, wieder hinter mir schließen konnte.

      Viel Arbeit hatte ich mit Dissident Aggressor also nicht gehabt, bis ich bestätigen konnte, dass er jetzt im Western eine Klasse aufgestiegen war. Und als ich Eddi das am Telefon erzählte (die dumme Kuh besaß nämlich noch immer kein Whatsapp), bedankte sie sich zwar, kommentierte den Verlauf des Trainings aber auch nur mit einem stolzen: „Das war bei ihm ja auch nicht anders zu erwarten.“
    • Eddi
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      Unerträgliche Hitze
      08. Juli 2015
      Irgendwie war es mir ein Rätsel wie man bei der Hitze noch irgendetwas machen sollte. Die Pferde liebten inzwischen den langen Flusslauf, der über das Weideland ging. Manche standen den halben Tag drin und wenn man doch mal reiten wollte, hatte man oftmals ein verschlammtes Pferd.
      Wenn ich ritt, dann aber sowieso nur in der Frühe oder ganz schön spät abends. Heute war mal wieder ersteres an der Reihe. Tatsächlich wollte ich heute Morgen sogar drei Pferde schaffen.
      Den Anfang machte Hollybrook’s Zarin. Langsam aber sicher wollte ich den hübschen Hengst auf die Körung vorbereiten und da kamen wir nicht umhin, auch mal unter dem Sattel zu arbeiten. Schnell geputzt und gesattelt war der Hengst und heute anscheinend sogar recht motiviert.
      Noch arbeiteten wir viel an den Grundlagen, aber zur Abwechslung nahm ich auch die Seitengänge und verstärkten Gangarten mit hinein. Immerhin sollte Zarin an unserem Training Spaß haben und nicht gelangweilt das machen, was ich von ihm forderte.
      Heute lief es wirklich gut und so ritt ich den Hengst nach einer Stunde zufrieden ab und dann gab es erstmal eine erfrischende Dusche und die Portion Müsli, ehe es zurück auf die Koppel ging.
      Nächster Kandidat auf meinem Plan war Schneeleopard. Auch ihn wollte ich irgendwann gerne gekört sehen, gerade weil ich schon eine Criollostute im Stall stehen hatte, die zur Zucht zugelassen war. Schneeleopard war schon lange in meinem Besitz und wir hatten uns nie wirklich Gedanken um die Zucht gemacht, aber irgendwann kam auch das auf.
      Auf Turnieren war der Tigerschecke erfolgreich und auch unter dem Sattel lief er traumhaft, dennoch war er noch nicht weit genug für die Körung, also hieß es: Üben, üben, üben. Auch heute wieder und wieder die ganzen Lektionen. Auch Schneeleopard bekam danach eine erfrischende Dusche und sein Belohnungsfutter.
      Letzter Hengst für diesen Morgen sollte Golden Ebano sein. Endlich wollte ich mal wieder etwas für die Muskeln meines Vollbluthengstes tun, der sich so wunderbar entwickelt hatte. Fleißig lief er unter mir und besaß auch eine schöne Selbsthaltung. Ebano war auch noch recht motiviert, aber zum Ende hin hatte auch er keine Lust mehr.
      Ich versorgte auch noch ihn und dann hieß es auch schon Heuraufen auffüllen, Tränken kontrollieren, Wassercontainer auffüllen und die allbekannten Stellen abmisten beziehungsweise die Unterstände ausmisten. Takräftige Unterstützung erhielt ich dabei von Ethan und Kat und zu dritt war man dann doch gegen Mittag fertig.
      Die Mittagshitze verbrachten wir in unserem Pool. Für den hatten wir alle zusammengelegt und es hatte sich wirklich gelohnt. Ich wusste gar nicht, was ich ohne das Teil noch bei der Wärme machen würde.
      Nach dem Mittagessen war ich für einen Ausritt. Heute Abend sollte ich eine kleine Gruppe an Touristen durch unsere Gegend führen (ja, auch ich musste irgendwie Geld verdienen) und ich wollte vorher lieber noch einmal kontrollieren, ob mit der Strecke auch wirklich alles in Ordnung war.
      Kat setzte ich auf Aristo, Ethan auf Dr. Insektor und ich nahm mir Thorondor. Letzterer war zwar schon inzwischen ein altes Relikt, aber immer noch fit und so trug er mich auch heute wieder stolz durch die amerikanische Landschaft. Der Weg war wirklich wie geschaffen und man kam an vielen Wasserstellen vorbei, die für eine Pause einluden. Perfekt!
      Bevor ich mich jedoch den fremden Menschen würde widmen müssen, kam noch ein Neuankömmling aufs Gestüt. Vor kurzem hatte ich mal wieder Siobhan in Schottland besucht und auch ein kleines Mitbringsel mitgenommen, beziehungsweise kam das jetzt an.
      Es handelte sich um einen Hengst, ein schweres Warmblut, namens Albertino. Er war sogar schon gekört und deshalb das wunderbare Gegenstück zu Wita und so hatte ich nicht nein sagen können!
      Der Fuchs wurde uns gebracht und durfte sich dann erst einmal alleine auf der kleineren Weide einleben und sich an das doch andere Wetter gewöhnen. Die Nacht würde ich ihn in den kühlen Stall bringen und dann mal schauen wie er sich einleben würde.
      Albertino hatte ich ein wenig betüddelt und geputzt, aber dann wurde es auch schon Zeit, gemeinsam mit Ethan die Pferde für den Ritt zu holen. Wir hatten tatsächlich fünf Touristen, die reiten wollten. Ich hatte entschieden, dass wir sie zu zweit begleiteten: Ich vorneweg und Ethan als Katzenauge hinterher.
      Kat blieb derweil auf der Ranch. Sie kümmerte sich um die Bezahlung und Versorgung der Touristen. Na das würde lustig werden…
      Ethan und ich holten die sieben Pferde von der Weide. Da die Stuten heute frei hatten, waren wir mit Hengsten unterwegs. An sich eventuell ein waghalsiges Manöver, wer aber unsere Hengste kannte, wusste, wie sicher das war.
      Ethan setzte ich auf Call me a Twist und ich nahm mir Dissident Aggressor. Beide Hengste machten etwas her und würden die Ponybande gut unter ihre Fittiche nehmen. Die bestand im Übrigen aus Absinth, Bandit, Hugo Boss, Carachillo und Hýreygur.
      Da wir die Pferde lieber selber fertig machten (sonst landete ein Sattel noch verkehrtrum auf dem Pferd), waren diese auch schon fertig, als die Touristen kamen. Kat hatte alle mit Helmen ausgestattet und sie belehrt, also hoffte ich einfach, dass es klappen würde. Es waren drei Frauen und zwei Männer, eigentlich jedes Alter war vertreten und der Ausritt wurde besser als gedacht.
      Alle Reiter hatten angegeben, dass sie fortgeschritten waren und das waren sie auch und so konnten wir einen herrlichen Ausritt machen, bei welchem ich mir auch keine Gedanken um meine Pferde machen musste. Die waren wirklich in guten Händen.
      Wir machten auch allerhand Pausen und ich konnte viel über unser Gebiet erzählen, was die Touristen auch sichtlich ansprechend fanden. Zu Hause halfen sie dann alle bei der Versorgung der Pferde und als „Belohnung“ gab es von Kat dann Sandwiches und kühle Limonade. Ich glaube aus der Geschäftsidee würde doch noch was werden.
      Eigentlich war ich dann schon fertig mit der Welt, aber leider noch nicht mit den Pferden. Am Abend ritt ich noch meine beiden Junghengste Allelujah und Monster Delusion. Mit Pajero ging ich auf unsere Geländestrecke. Der große Schecke musste dringend mal wieder ein wenig Dampf ablassen und da war Military genau das Richtige.
      Dann machte ich noch einen letzten Ausritt mit Pawaneeh, bei welchem ich den kleinen Heartbreaker als Handpferd mitnahm. Die beiden Schimmel benahmen sich wirklich wunderbar und ich konnte den Abend genießen. Wir bekamen sogar eine kühle Dusche von oben, denn plötzlich fing es an wie aus Eimern zu gießen.
      Spät am Abend verließ ich mit Kat noch einmal das Haus und wir putzten Pinochio, Hoppla und Window. Unsere drei kleinsten Hengste. Als dann auch die betüddelt waren, hatte ich alle Hengste für den heutigen Tag geschafft und Morgen würde der ganze Stress wieder von vorne anfangen. Die To-Do-Liste war schon lang genug: Zäune kontrollieren und reparieren, den Flusslauf abreiten, Weiden instand halten et cetera.
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  • Album:
    Hengststall
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    Eddi
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    18 Dez. 2020
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  • Name: Dissident Aggressor
    Geboren: 2000
    __________________


    Von: Nacota
    von: Narcil
    aus der: Nivalia


    Aus der: TC Lena colored Her Smart

    von: Smart Little Lena
    aus der: Colored by Lena

    __________________


    Rasse: Paint Horse
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Grullo Tobiano
    Ee/aa/Crcr/Dd/+Toto
    Stockmaß: 152cm

    Beschreibung:
    Dissident Aggressor ist ein Hengst mit ein besonders vielversprechender Hengst.
    Allein sein Charakter spricht für sich - trotz seiner vollen Männlichkeit bleibt er in jeder Situation händelbar, ist lieb, verschmust und intelligent. Wenn jemand zur Weide kommt, ist er meist der erste am Zaun und begrüßt jeden, und auch sonst ist er sehr menschenbezogen. Er genießt langes Putzen und ausgiebiges verwöhnt werden genauso wie die Arbeit unter dem Sattel - egal ob Halle, Platz oder Gelände.
    Er denkt grundsätzlich immer mit, was sein Talent in den verschiedensten Sparten der Westernreiterei unheimlich unterstützt. Nur selten ist ein Pferd so schnell und wendig wie er. Auch seine Ausdauer im Gelände ist beeindruckend, sodass er es bei Distanzritten teilweise sogar mit Vollblütern aufnehmen kann.
    Er neigt ab und zu dazu, ihm unsympathische Reiter ein wenig auszutesten, ist sonst aber im Grunde sehr lieb und lässt sich selbst von kleinen Kindern problemlos reiten.
    Auch sein Äußeres beeindruckt - sein Körperbau ist nahezu perfekt, man sieht regelrecht wie stark er ist. Sein Langhaar ist für ein Paint besonders füllig und lang und verleiht ihm ein leicht wildes aussehen und seine Farbe schimmert in der Sonne.
    Insgesamt ist er ein wunderbarer Anwärter sowohl für den gehobenen Sport, als auch für die Zucht.


    Ersteller: Monsterflosse
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Monsterflosse


    Western S*

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    SW 410
    168. Westernturnier
    277. Westernturnier
    384. Westernturnier

    __________________

    Gekört: [HK 467] Westerngerittene Hengste
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    Nachkommen:
    Dark Choc' O'Lena (♂, 2012, aus der Goodbye Graceful)
    Aggressor's little Queen (♀, 2012, aus der Alice von Landwein)
    Dissident Hawk (♂, 2012, aus der Like Honey and Milk)
    Honey's Aleshanee (♀, 2015, aus der Like Honey and Milk)
    VK A Gun Colored Lena (♀, 2016, aus der Amarula van Helsing)
    Spearmint's Cavale Miellée (♀, aus der Spearmint)
    __________________

    Offizieller Hintergrund