Sosox3

Diet Mountain Dew

Zuchtanwärter | 1 Punkt

Diet Mountain Dew
Sosox3, 9 Nov. 2019
    • Sosox3
      Pflegebericht
      April 2017
      Ein neuer Freund für Grand Little
      Hochkonzentriert saß ich vor meinem Rechner und schaute mir die Verkaufsanzeigen durch. Brooke räumte die Spülmaschine aus bis sie neugierig zu mir kam und sich gerade die Verkaufsanzeige eines 20 jährigen Wallachs ansah, die ich herausgesucht hatte. “Wär der nicht was für Grand Little als Kumpel, sodass er wenigstens Kontakt zu anderen Pferde hat? Als Wallach kann er ja dann nach der Eingewöhnung und der Quarantäne zusammen mit ihm auf das Paddock”, schlug ich schulterzuckend vor. “Hmm… meinst du nicht, dass der etwas zu alt ist? Der kann ja weder im Sport, noch sonst irgendetwas sinnvolles machen. Außerdem hat der komische Eltern und ist irgendwie auch sonst echt unförmig.” “Brooke, er soll nur ein Kumpel sein, aufgrund seines Alters wäre er auch für den Sport nichts mehr”, wandt ich ein. “Musst du ja wissen, ich schau mich lieber nachher nach einer Stute um, mit der ich züchten kann.” “Mach das”, sagte ich trocken und schrieb mir die Telefonnummer auf. Norwegen war ja doch ein gutes Stück entfernt. Aber Grand Little hatte es ja auch geschafft aus den USA den Transport zu überstehen. “Hmm”, seufzte ich und sah raus. Es dämmerte allmählich, eigentlich die schönste Zeit des Tages. Grand Little war noch immer auf dem Paddock. Ich hatte ganz vergessen einen Wasserbottich rauszustellen. “Fuck”, rutschte es mir raus und Brooke drehte sich gleich um. “Was ist?”, drang ihre laute Stimme zu mir. “Egal”, sagte ich und schnappte mir meine Reitstiefel. Ich war rasch hinein geschlüpft und lief quer über den gesamten Hof zu den Paddocks. Langsam hatte er sich beruhigt und ging am Tor in einem gemäßigten Schritt auf und ab. “Ich bin ja schon da”, murmelte ich und schnappte mir seinen Strick. Schnell war ich durch das Tor geschlüpft und machte ihn fest, da blähte er auch schon wieder die Nüster. “Jetzt beruhig dich doch mal”, sagte ich und öffnete das Tor. Ich merkte gleich, dass er vor mir laufen wollte und versuchte ihn rückwärts zu richten. Doch auch das ließ er nicht zu und so musste ich härtere Maßnahmen ergreifen und wohl öfter mal am Strick ziehen. Denn erst so bekam ich seine Aufmerksamkeit. Nun ging es auch nicht mehr in einem so zügigen Tempo in seine Box und sein erster Weg war die Tränke. Ich gab ihm noch seine Futterration und sah ihm etwas zu. Er knabberte zuerst an seinem Heu ehe er sich seinem Kraftfutter widmete und ich knipste das Licht aus. Den Stall schloss ich sicherheitshalber ab und machte mich auf den Weg zu Brooke. Nun saß sie am Rechner und sah sich nach einer Oldenburger Stute um. Fündig wurde sie heute Abend allerdings nicht. Sie suchte nach einer Stute mit dem gewissen Etwas. Dazu musste man aber sagen, Brooke stellte viele Ansprüche. Groß sollte die Stute sein, aber nicht zu groß. Angeritten sollte sie sein, aber noch nicht weit ausgebildet. Oder aber sie sollte schon L gehen. Utopische Vorstellungen, die man kaum erfüllen konnte. Und am liebsten ein Rappe sollte es sein. Ich seufzte auf, sah ihr aber über die Schulter. Schau mal, da ist doch eine”, deutete ich mit dem Finger auf eine dunkelbraune Stute mit auffälliger Schnippe. “Die wäre doch was. 9 Jahre alt, gekört und sogar tragend von einem Top Vererber. Zwar nur A-Military und L-Springen platziert aber wohl in der Dressur auf A-Niveau. Ruf da an!” “Ne, die ist nicht das was ich suche. Ich will nen Rappen der erst angeritten ist”, sagte sie motzig. “Schreib dir die Nummer wenigstens auf und frag nach ob die noch zu haben ist.” Brooke rollte genervt die Augen und sah zu mir hoch. “Mach einfach.” Warum musste man sie denn immer zu allem zwingen. “Aber die ist gar nicht was ich suche!” “Ist doch voll egal, wir wollten Oldenburger züchten und sie wäre der erste Grundstein!” Seufzend schrieb sie die Nummer auf. Ich hatte gewonnen. Diesen Abend sollte sie aber wohl noch fündig werden.

      In der Zwischenzeit hatte ich in Norwegen angerufen und hatte einen Herrn Tordenværson an der Strippe, welcher mit mir über den fast 22 Jährigen sprach und mir sagte, dass der Wallach etwas an Muskeln abgenommen hatte, da er nicht mehr regelmäßig geritten wurde und nun hauptsächlich auf der Weide stand. “Bei mir würde er ebenfalls Beisteller für meinen Hengst werden, damit er nicht alleine auf die Weide oder das Paddock muss. Momentan steht er noch alleine”, erzählte ich und der Norweger sagte, dass das kein Problem sein sollte. “Alles klar, wäre es möglich mit meiner Tierärztin eine AKU machen zu lassen?” Ein klares Ja kam aus seinem Mund ich ich nickte. “Gut, dann spreche ich noch einmal mit meiner Tierärztin und rufe sie dann noch einmal an um alles weitere zu klären”, sagte ich, verabschiedete mich kurz darauf und legte das Telefon weg. “Nate! Ich hab eine Stute!” schrie Brooke sehr aufgeregt durch das halbe Haus. “Immerhin etwas”, murmelte ich und bewegte meinen Hintern von der bequemen Couch auf. Auf dem Weg zu ihr, sah ich durchs Fenster. Ganz schön dunkel heute, dachte ich und sah dann auf die Uhr. Ganze Zwei Stunden hatte Brooke vor dem Rechner gesessen und auf verschiedenen Portalen nach Oldenburger Stuten gesucht und wirklich nur eine gefunden, die irgendwie ins Schema passte? Diese Frau hat sie nicht mehr alle. “Welche denn?”, fragte ich und sah ihr über die Schulter. Ich erblickte mehrere Tabs mit verschiedenen Pferden, doch sie wusste genau, welche sie meinte. ‘Diet Mountain Dew’, 8.000€, Dunkelfuchs, erst angeritten und 3-jährig. Immerhin einen bekannten Namen fand ich in ihrer Abstammung. Den Oldenburger Hengst Gregor. “Okey, und was zeigt sie so für Gangarten? Wie ist die gezogen? Erzähl mal”, drängte ich sie und konnte meine Neugierde kaum zügeln. “Der Vater ist sehr vielseitig begabt, die Mutter jedoch ist dressur gezogen und kann wohl auch besichtigt werden”, sagte sie und zeigte mir dann ein paar der Bilder in ihrer Verkaufsanzeige. “Sieht nicht schlecht aus. Hast du auch ein Video von den Gangarten?” “Klar.” Brooke klickte schnell auf den Play-Button und schon spielte das Video ab. “Dann würde ich morgen früh mal anrufen und dann könnt ihr ja einen Termin ausmachen”, gab ich ihr den Rat und sah dann kurz zur Tür. “Ich denke, ich bin jetzt schlafen,” gab ich ihr bescheid und ging rasch ins Bad um mir die Zähne zu putzen und dann legte ich mich auch schon in das King Size Bett. Kurz darauf machte ich den Fernseher an und schaute auf Sky einen der neuesten Filme. Meine Gedanken gaben mir aber keine Möglichkeit abzuschalten. Wir würden demnächst Personal brauchen, der Hof war riesig und alles in Stand zu halten würde einiges an Kraft und Zeit rauben. Morgen würde ich mich dann noch nach der Zuchtstute erkundigen und dann würde ich mit Grand Little ein wenig trainieren. Schließlich hatte er durch die Zeit in der Quarantäne-Box etwas an Muskulatur abgenommen und auch die Bindehautentzündung machte ihm zu schaffen. Auch wenn ich jeden Tag die Tropfen mühselig an sein Auge brachte, schien es dennoch nichts zu nützen.
    • Sosox3
      Pflegebericht
      Mai 2017
      Selber Schuld
      „Brooke, bitte. Bitte halt den Mund“, genervt rollte ich mit meinen Augen und blinzelte dabei mehrmals. „Hab dich mal nicht so Nate“, sagte sie mit einem breiten Lächeln und einem Leuchten in den Augen. Ich sah nur kurz zu ihr rüber und schüttelte den Kopf. „Wann kommt eigentlich Lucas wieder? Hat der seine Ausbildung als Hufschmied in Freiburg eigentlich abgeschlossen?“ „Ja, der wollte in den nächsten Wochen zu uns ziehen und als Hufschmied arbeiten. Er hat wohl ‚ne Stelle bei den Briar Cliff Farrier angeboten bekommen und darf da arbeiten. Aber was ist mit Hayley? Immer noch auf dieser albernen Promotour?“ Ich drehte an meinem Ehering am linken Ringfinger. „Ja…aber sie ruft immerhin noch an und fragt nach mir. Nicht wie beim letzten Mal“, rollte ich die Augen. Meinen wunden Punkt hatte sie mal wieder erfolgreich getroffen. „Immerhin meldet sie sich. Im Gegensatz zum letzten Mal.“ Brooke wusste genau, wie man mich mundtot machte. „Ohhh, ist der kleine Nathan jetzt sauer?“, ihre schadenfrohe Art hasste ich oft genug. Ich sah zum Fenster raus. Sie fuhr fast 100 und die sonst doch so schöne Natur streifte in der Geschwindigkeit dahin, sodass ich sie nicht näher betrachten konnte. „Brooke, fahr langsamer. Gleich wirst du noch geblitzt“, doch bevor ich meinen Satz zu Ende bringen konnte, schnitt sie mir mein Wort ab mit einem lauten hysterischen und nicht verstandenen „Waaas?! Ich wurde geblitzt?“ Ich konnte mir mein Lächeln kaum verkneifen. „Ich sag ja, fahr langsamer.“ „Hättest du das nicht früher sagen können?“, protestierte sie und fuhr nun fast 70 statt 80kmh. „Selber schuld“, schmunzelte ich und sah aufs Navi. „Du musst hier die Ausfahrt nehmen, dann links und dann fast 700m geradeaus fahren. Danach mussten wir nur rechts die Einfahrt rein und schon sind wir auf dem Hof“, gab ich ihr die Richtung an.


      Nach fast drei Stunden kamen wir an. Das Gestüt war riesig. Fast größer als unseres und hatte viel mehr Weiden, aber vielleicht könnten wir nach ein paar Monaten ein paar mehr Weiden pachten, je nachdem wie viele Pferde wir beherbergen würden. Doch das blieb nur eine Frage der Zeit. „Jetzt müssen wir nur noch Herrn Albert finden, der uns dann zu der Stute führt“, kalkulierte Brooke völlig in Gedanken und bemerkte gar nicht, dass dieser uns schon entgegenkam. „Brooke.“ „Nicht jetzt Nathan!“ „Brooke!“ „Was denn?!“ Der ältere Mann hielt ihr schon die Hand hin. Brooke sah ihn mit großen Augen an. „Herr Albert“, stellte er sich vor und lächelte gewitzt. „Brooke Summers“, Brooke schüttelte ihm die Hand, doch man sah seinen festen Händedruck auf Brooke´s Hand nach ein paar Sekunden an. Ich grinste. Ich fand es echt lustig wie Brooke sich schnell fangen konnte, wenn sie etwas erreichen wollte. Hier war ihr Ziel die junge Stute zu kaufen. Der ältere Mann führte uns fast ans Ende der Anlage, nur um uns die junge Stute zu zeigen, die gerade auf der Weide graste und sich nicht von uns beirren ließ. Herr Albert pfiff kurz und schon hob Diet Mountain Dew, so hieß die Stute, ihren hübschen Kopf und trottete schon auf den Eingang zu. „Wenn sie möchten, dürfen sie sie gerne aufhalftern und von der Weide führen“, bot er sie an und Brooke´s Augen leuchteten. „Diamond Dew kann da aber ab und an auch noch etwas schwierig sein. Sie ist jetzt nicht bösartig, hat aber ihren eigenen Kopf“, erzählte uns Herr Albert bis er Brooke mit einer auf gehalfterten Diet Mountain Dew sah. „Das ging aber schnell“, grinste er und schmunzelte dann. Brooke führte Dew von der Weide und sie ging artig mit. Der alte Mann führte uns gemeinsam mit der Oldenburgerstute zum Reitplatz und zeigte uns ihre Gangarten und ihre Manier am Sprung. Sie hatte keine wirklich gute Manier, war aber auch eher Dressurgezogen und sollte auch hauptsächlich in der Dressur gehen. „Momentan wächst sie sehr stark und wird deswegen nicht geritten, jedoch können Sie sie gerne an der Longe ausprobieren“, schlug der ältere Herr mit einem netten lächeln vor. Man sah Brooke an, dass sie es schade fand, stimmte aber dennoch dazu ein, Diet Mountain Dew zu longieren, gleich nachdem sie geputzt worden war. Diamond Dew zeigte sich wirklich von ihrer besten Seite und wollte Brooke von sich überzeugen. Sie ließ sich artig trensen, beim Putzen stand sie still und auch beim Hufe geben muckte sie nicht. Brooke wollte sie so oder so, also war es eigentlich egal wie sie sich geben würde. Brooke war einfach ein Sturkopf.

      Beim Longieren zeigte sie dann ihre herausragenden Gangarten. Mit einer fantastischen Leichtigkeit und Bergauftendenz ausgestatten, hatte sie auf jeden Fall die Chance prämiert zu werden und somit im Wert zu steigen und auch erfolgreiche Fohlen zu gebären. Ebenso hatte Brooke mit ihr die Möglichkeit Turniere zu gehen und sich reiterlich in der Dressur weiter zu bilden. Sie nahm den Kopf zwar noch nicht runter, konnte sich aber noch nicht gut ausbalancieren, sodass sie sich hin und wieder einrollte. „Ich nehme sie!“, rief die braunhaarige Aphrodite zu dem alten Mann zu und er lächelte nur. „Dann bringen wir die Stute gerade weg und erledigen dann den Papierkram. Zwischen Ihnen und der Stute scheint es zu stimmen und sie gehen auch mit einer Sorgfalt an die Stute, die sie braucht. Sie sind sehr geeignet“, grinste er. Ich hielt mich eher im Hintergrund und hatte nur kurz ein Wort über unser Vorhaben mit den Oldenburgern gewechselt. Er bot uns jedoch an, ab und zu Angebote zu senden, wenn er wieder gute Pferde zu verkaufen hatte.


      Die Fahrt zurück machten wir eine Pause und waren auch echt froh, als wir die Stute dann ausladen konnten. Sie stand nur erst einmal neugierig neben Brooke und blähte die Nüster, soweit es ging, bis sie skeptisch neben Brooke herging und sie in die Quarantänebox im ersten Stall gestellt sollte, bis der Tierarzt sein OK geben würde. Doofer Weise blieb sie bei Grand Little stehen und rosste vor seiner Box, was den Hengst fast verrückt machte, so wie er sich aufführte. Mit einem scharfen ‚Nein‘ hatte sie Dewey weiterführen können und in der Box parken können. „Warum stellst du sie auch hier in den Stall“, rollte ich mit den Augen. „Damit sie unter Pferden ist, nicht so wie Attentivenly.“ 1:0 für sie. Ich sah sie nur still an, drehte mich weg und ging zu Abs in die Box. Er hatte dicke Beine bekommen und so kratzte ich ihm seine Hufe aus. Da könnte Lucas sobald er wiederkommen würde auch mal drüber schauen. „Wenn Lucas kommt, kann der sich mal die Hufe bei unseren Pferden ansehen. Abs‘ stinken bestialisch nach Strahlfäule“, sagte ich und führte ihn dann aus der Box raus. „So, Abs kommt jetzt in die Führmaschine und in der Zeit trainiere ich dann Grand Litte“, murmelte ich vor mir her und brachte ihn in die Box.
    • Sosox3
      Pflegebericht
      Juli 2017
      Despacito
      Brooke | Ich konnte mir nur schwer vorstellen, dass Nate sich ein Berittpferd neben seinen beiden Pferden ein weiteres ausbilden wollte. „Irgendwoher muss das Geld ja kommen“, hatte er gesagt und nun stand ich ungläubig vor dem Stalltrakt des zweiten Stallgebäudes und schaute der Stute mit der breiten Blesse in die Augen. „Brooke, schau Arquera nicht so musternd an. Die bekommt ja Angst vor dir.“ „Nate, halt dich zurück. Wie heißt die? Arquera? Wer kommt denn auf so einen doofen Namen“, lachte ich laut los und umhüllte den Stall in ein lautes Gelächter. „Das Pferd kann doch nichts für seinen Namen. Außerdem kommt die Stute aus Spanien“, zickte er mich an und ich verstummte abrupt. Ich schnaufte auf. Ich konnte einfach nicht richtig damit umgehen, wenn man mich von der Seite anfuhr. Ich unterdrückte meine Tränen, die mir in den Augen standen und ging zu meiner Stute. Diet Mountain Dew hatte sich gut eingelebt und ich hatte sie bisher nur langsam und Stück für Stück angeweidet, sodass ich sie nun ein bis zwei Stunden sorglos auf der Weide lassen konnte, ohne dass ich mir Gedanken darübermachen musste, dass sie einen Reheschub bekommen könnte oder gar eine Graskolik. „Na meine Hübsche.“ Diamond Dew hob nur kurz den Kopf und knabberte weiter an ihrem Heu, stoppte dabei eine Sekunde lang den Kauvorgang um mich neugierig anzuschauen und dann doch wieder den Kopf zu senken. Nate konnte ja nun tun und lassen was er wollte. Nur sollte er mich dabei nicht doof anmachen. „Jetzt stell dich mal nicht so an. Ich hab dich ja nicht geschlagen oder sowas“, lachte er und hatte wohl nicht bemerkt, dass er meine Gefühle verletzt hatte. So waren sie nun mal, die Typen. „Kümmre dich um das Pferd, statt um mich“, murrte ich und rollte mit den Augen. Glücklicherweise hatte ich ihm meinen Rücken zugewandt, sonst wäre er jetzt eingeschnappt. „Mach ich jetzt auch“, sagte er und streckte mir provokant lächelnd die Zunge raus. Ich warf ihm ein sarkastisches Lächeln zu und öffnete die große Box von Diamond. Das zerfleddernde Halfter in meiner Hand war mit Matsch überdeckt von unserem Paddock. Während ich Diet Mountain Dew´s Hufe auskratzte kam mir Attentivenly neben uns in der Box in den Sinn. „Nate? Müsste sie nicht so langsam fohlen? Die ist doch schon ein paar Tage drüber oder?“ Meine Neugierde zu verstecken, nachdem er meine Gefühle verletzt hatte, war zwar schwer aber machbar. „Ja eigentlich schon, der Tierarzt meinte aber, das wäre normal und dem Fohlen würde es gut gehen“, sagte er leichtsinnig und nahm gerade Arquera aus der Box raus. Das Klappern der Hufe erfüllte die Stallgasse mit einer wohligen und vertrauten Atmosphäre. „Wir müssen ein Auge auf sie werfen, nicht, dass die Geburt schief geht oder so“, schlug ich vor und führte Diamond aus der Stallgasse raus. Mit neugierigen und aufmerksamen Augen schaute sie sich um. Sie kannte den Weg zum Waschplatz mittlerweile und verhielt sich da ziemlich ruhig. Sie ließ sich zudem auch super in der Waschbox parken, nur das Wasser, dass an heißen Tagen aus dem Schlauch rauskam und sie nach der anstrengenden Arbeit kühlen sollte, fand sie noch nicht so geheuer. Das quittierte sie mir dann immer mit panischem Blick und jeder Menge Gestampfe. Immerhin blieb sie brav stehen, während ich mich zur Waschbox begab und den Spind öffnete. Wir brauchten dringend neue Spinde. Am besten die Bundeswehrschränke, da passt wenigstens ordentlich was rein. Ich griff nach der Putztasche und den hellrosa farbenen Bandagen und ging wieder zurück zu meiner Stute. Ihr neugieriger Blick traf mich und ich strich ihr über die weiße Stirn bevor ich sie putzte. Sie hatte zum Glück schon ihr Sommerfell. Sonst sähe ich jetzt wohl aus wie ein Grizzlybär mit den ganzen losen Haaren. Ich strich Diamond über die Flanke. „Weißt du worauf ich mich freue? Wenn wir endlich mal einen Ausritt bei dem sonnigen Wetter machen können“, ich pausierte einen Moment ehe ich weitersprach, „Aber du bist noch nicht so weit.“ „Wofür ist sie noch nicht so weit?“, fragte Nate mich mit lauter Stimme. Wann ist er zur Waschbox gekommen? Ich mein, dass hätte ich doch hören müssen. Spätestens das Hufgeklapper hätte ich vernehmen müssen. „Das Ausreiten mit Dewey“, gab ich kurz weiter und griff nach der Bürste fürs Langhaar. „Du könntest schon, aber es würde ihr nicht gut tun.“ „Ja…“ Jetzt nerv mich doch nicht weiter. „Ich longier sie dafür jetzt mit Stangen, damit sie ein bisschen ausbalancierter wird.“, meinte ich und drehte mich zu ihm. „Gute Idee“, kurz und knapp gesagt, es interessierte ihn sowieso nicht. „Und was machst du mit der Stute da?“ „Ich festige die E-Dressur aufgaben. Halten aus dem Schritt und Trab und Zirkel und halt Zirkel und Ganze Bahn. Wenn das sitzt, hat sie zwei Tage frei“, grinste er fröhlich und klopfte der Buckskinstute den Hals. „Aaalles klar, mit wem kommt die eigentlich auf die Weide, wenn ich fragen darf?“ „Mit deiner und wahrscheinlich der Stute der neuen Einstellerin“, grinste er verschmitzt. „Danke fürs Bescheid sagen“, rollte ich mit den Augen und nahm mir aus dem Spind den Longiergurt und die Unterlage dafür. „Wann kommen eigentlich die neuen Halfter und Bandagen an?“, dachte ich laut nach. „In circa einer Woche. Achja, ich überlege mit Grand Little an ein paar E-Springen teilzunehmen und zu schauen wie er sich da macht. Je nachdem bilde ich ihn da noch ein bisschen weiter. Er steht ja gerade in seiner Blüte.“ „Joa, kann man mal machen. Wie lang ist das jetzt her, dass du Turniere gegangen bist?“ Er schaute an die Decke und starrte Löcher in die Luft. „Zwei Jahre bestimmt“, sagte er ungläubig. „Das heißt ja nicht, dass ich alles vergessen hab.“ Ein Grinsen umspielte seine Lippen. „Naja ein Versuch ist es wert“, lächelte ich und führte meine Fuchsstute aus der Stallgasse. Die Sonne prallte auf unsere Körper und es war so warm wie die letzte Woche nicht mehr. Da hatte es ja schließlich nur geregnet. „Zum Glück haben wir einen Überdachten Round Pen. Da sind wir wenigstens sicher“, flüsterte ich zu Diamond und hatten schon bald die Halle erreicht. Ich ließ sie nach außen gehen und sich erstmal im Schritt warm machen. Runde um Runde ging sie immer gemütlicher. „Naa los“, sagte ich etwas lauter und touchierte sie mit der Gerte etwas vorwärts. So langsam hatte es ja auch keinen Sinn. Kurz darauf trieb ich sie in den Trab und stellte nach dem Aufwärmen ein paar Stangen dazu.

      Nate| Arquera machte sich gut unterm Reiter. Die Paraden verstand sie noch nicht so richtig, bemühte sich aber doch. Mit dem neuen Gebiss machte sie auch gleich besser mit als die vorherigen Male. Die Übergänge wurden langsam auch flüssiger. Der Zirkel glich eher einem Oval, aber so langsam machte sie sich auch runder vorne. Die Anlehnung hielt sie aber erst für wenige Sekunden. Die ersten Anfänge waren aber gemacht, sodass ich sie lobte und nun trocken ritt. Ihre Mähne war erst frisch rasiert, aber ich würde sie jetzt auch nicht unbedingt nachschneiden. Am Sonntag hatte ich für uns beide auch schon ein Turnier genannt. Brooke wusste nur noch nichts von ihrem Glück Turniertrottel zu spielen. Ein Lächeln schlich sich auf mein Gesicht. „Dann satteln wir dich mal ab und bringen dich auf die Weide.“ Ich ließ Arquera halten und stieg ab um ihr die Hufe auszukratzen. Reithallenboden war immer so schwer aus den Hufen zu bekommen, das immer Reste am Strahl zu finden waren. Gerade als ich die Tür aufmachen wollte kam Rabea aufgebracht zu mir gelaufen. „Attentivenly scheint das Fohlen zu bekommen!“, sagte sie mir hysterisch und sprach schneller als so mancher Rapper. „Ich bring Arquera gerade mal weg und komm dann sofort“, sagte ich ruhig. Ich versuchte meine Ruhe zu bewahren, beeilte mich aber dann doch. Arquera folgte mir willig und etwas zügiger, was mir heute sogar passte. Vor ihrer Box angekommen schmiss ich Rabea die Zügel in die Hand und machte rasch die Box auf um nach Attentivenly zu sehen. Doch das kleine Fohlen lag noch verträumt im Stroh und ließ sich von seiner Mutter behutsam ablecken. „Die schien wohl schon länger das kleine Fohlen zu gebären. Wir lassen sie erstmal alleine und bestellen für morgen den Tierarzt“, wandte ich ein und sah dann zu Rabea. „Okey. Ich bringe gerade Arquera’s Sattelzeug weg und bring sie danach auf die Weide.“ Sie grinste. „Denk dran im Einstellerstall zwei Boxen einzustreuen. Wir bekommen zwei neue Einsteller.“ Rabea nickte mir noch zu und war dann auch schon in der Sattelkammer. „Dann bau ich mal den Parcours auf…“, seufzte ich und ging aus dem Stall. Auf dem Weg zum Platz, kam mir dann Brooke mit ihrer völlig verschwitzten Stute entgegen. „Was musst du noch machen?“, fragte sie neugierig und ich erzählte ihr vom Parcoursaufbau. Sie sah mich grinsend an und sagte nur: „Ich muss die noch waschen, danach schau ich mal ob ich dir helfen kann und ob du nicht schon fertig bist.“ Sie würde nicht nochmal gucken kommen ob ich fertig war. Instinktiv würde sie erst dann kommen, wenn ich mit Grand Little die Aufwärmarbeit beginnen würde. Da konnte man dann ja was lernen. So war es dann auch. Nachdem ich die E-Sprünge in der Höhe zwischen 0,80m-0,90m aufgestellt hatte und die Sprungweite zwischen 75cm und 1,05m lag war der Parcours mit 6 Sprüngen aufgebaut und ich sattelte meinen Schimmelschecken auf, als Brooke wiederkam und mir mitteilte, dass sie fertig war. „Schön, dann kannst du mir ja gleich neben dem zugucken die Halle abäppeln. Dann machst du dich wenigstens nützlich“, neckte ich sie und sie sah mich an. „Das kann doch nicht dein Ernst sein. Nate, das find ich gar nicht cool. Lass das!“, jammerte sie wieder. Wie immer, wenn sie sich die Finger dreckig machen sollte. „Diskutier nicht“, lächelte ich und stieg in den Sattel und ritt zur Halle. Brooke ging nebenher und moserte immer noch wegen des Abäppelns rum. In der Halle gurtete ich nach und ritt ihn noch ein paar Runden im Schritt und Trab warm. Die ersten 15 Minuten ließ ich ihn mehrmals über eine Tripplebarre und einen Steilsprung springen. Er berührte oft und schmiss auch zwei Mal die oberste Stange um. „Das sah aber schon besser aus“, rief Brooke mir neckend zu und ich rollte die Augen. „Ja machs besser Ballerina“, murmelte ich und ritt nun den Parcours zwei Mal hinter einander um. Er riss auch hier wieder mehrere Stangen. Nach einer kurzen Schrittrunde galoppierte ich ihn wieder aus dem Schritt an. Das verlief schon mal gut, hoffentlich bleibt das auch so. Ich ritt ihn ziemlich zügig vorwärts und musste ihn dann doch vor den ersten Sprüngen ziemlich zügeln, da er wohl Gefallen am Springen gefunden hatte. Ich lobte ihn kräftig und ritt ihn trocken. „Abs war noch nicht draußen, meinst du, du kannst den 5-10 min führen? Bis dahin bin ich mit Grande fertig und dann können die zusammen aufs Paddock“, fragte ich Brooke vorsichtig. „Ich wollte eigentlich gerade duschen, aber dann lass ich das lieber. Aber ja, kann ich machen…Achja am Ende hat er sich ja gut geschlagen.“ Ihr schelmisches Grinsen ließ mich Lächeln. Das Lob der ‚kleinen Schwester‘ hatte ich. Das Schnauben meines Hengstes zeigte mir wieder einmal, dass ich heute wieder richtig mit ihm gearbeitet hatte. Bei der Hitze hielt es ja keiner aus. „Ich wasch dich gleich noch und dann kannst du mit deinem Freund aufs Paddock“, beugte ich mich über seinen verschwitzten Hals und klopfte ihn danach.
      Brooke|Jetzt konnte ich mich also mit Abs rumschlagen. Er kauft einen Rentner und ich kann mich drum kümmern. Schnellen Schrittes ging ich in den Stall zu Abs und schnappte mir sein Halfter und kratzte ihm die Hufe aus, wo mir ein leichter Geruch der Fäulnis in die Nase stieg. Hmm, das konnte nur Strahlfäule sein. Ich würde Nate gleich mal Bescheid geben. „Na komm“, sprach ich zu dem alten Wallach und zog leicht am Strick und gab dann nach. Müde und gelangweilt trottete er mir hinterher und machte keine Anstalten irgendwie vorzudrängeln oder ähnliches. Erst als wir Richtung Parkplatz gingen, richtete er seine Ohren aufmerksam nach vorne und stemmte die Beine in den Boden. „Was ist denn los? Komm jetzt Abs“, murrte ich und verstand sein Verhalten nicht. Erst als eine blonde junge Frau mit ihrem Palomino, der sehr aufmüpfig neben ihr fast tänzelte mit einem Lächeln an mir vorbeiging, begriff ich, dass Abs deswegen stehen blieb. „Nu komm jetzt, du kommst jetzt aufs Paddock“, murmelte ich und zog am Strick. „Komm jetzt!“ Skeptisch folgte er mir aufs Paddock und ich schaute bei der jungen Frau vorbei. „Brooke Scott!“, stellte ich mich neben ihr vor und sie lächelte mich freundlich an. „Christina“, reichte sie mir die Hand. „Ich lade gerade noch den Ponyhengst von meiner Tochter aus und stelle mich dann ausführlich vor“, grinste sie und ich nickte. „Klar, bis dahin ist Nate wohl auch hier“, grinste ich, sah dabei zu Collins Pferden. Sie führte einen kleinen Westernponyhengst in die Stallgasse und legte ihm das Halfter in der Box ab. „Das ist das Pony meiner Tochter Gwen. Sie ist erst 12 will aber mal ganz hoch hinaus, weshalb wir ihr wohl noch ein größeres Pony kaufen oder gleich ein Quarter oder Paint Horse“, sprudelte es nur aus ihr heraus. „Das hört sich doch super an“, grinste ich während sie die Namen der beiden Pferde auf die Tafeln schrieb.
    • Sosox3
      Trainingsbericht
      April 2018
      Paminta | Dressur E-A
      Diet Mountain Dew | Dressur E-A
      Warrior Gun | Dressur E-A

      Nathan | „Willst du denn jetzt mitmachen mit Diamond? Ich muss das wissen, Leon Ziegler kommt gleich mit seiner Stute und mit ihr müssen wir direkt in die Halle und kurz darauf müssen wir wohl anfangen, weil die wohl keine Benimmregeln vom Boden kennt!“ Meine Erklärung sollte ziemlich passend sein, wie ich kurze Zeit später merken sollte. „Ja okey. Ich sattel die mal und komm dann in die Halle“, murrte Brooke und beeilte sich in den Stall um ihre Stute fertig zu machen. Ich begab mich in der Zeit in die Halle und legte ein paar Stangen in die Halle zum darüber traben. Ich hatte gar nicht so viel Zeit um mich auf die beiden vorzubereiten, doch ich hatte schon beim letzten Telefonat erfahren, dass Paminta eine harte Nuss sein würde, was den Umgang betraf. Umso gespannter war ich, als Brooke vor dem Team zu uns in die Halle kam und sich gleich darüber ausließ, was für ein schlechterzogenes Pferd dieser Leon denn haben würde. „Brooke, beherrsch dich! Das sind Kunden, die wir gerne über längere Zeit hier hätten und nicht nur einmalig! Mit deiner Fotografie bekommen wir momentan auch nichts rein!“ Da war er. Ihr wunder Punkt. Sie schloss missmutig den Mund und trieb ihre Stute vorwärts. „Im Übrigen, du hättest sie besser diesen Winter scheren sollen. Die wird gleich echt lange brauchen zum Trocknen!“ Sie rollte mit den Augen. Selber dran schuld. Leon Ziegler kam ein wenig später zu uns, sein Pferd führte ihn und drängte ihn durch die Hallentür. „Paminta! Lass das!“, fluchte er und versuchte sie rückwärts zu richten. „Ich halt sie grad, in der Zeit kannst du aufsteigen.“ Er nahm mein Angebot an und stieg so schnell es ging auf. Paminta war die Nervosität in Pferdegestalt und sie durfte sich erstmal in Ruhe warmmachen im Schritt. „Bindet auch die Stangen ein und biegt die Pferde ein bisschen. Die Stangen stehen nicht umsonst auf dem unteren Zirkel.“ Mein Rufen hallte durch die Große, lichtdurchflutete Halle. „Nate? Darf ich mit Warrior Gun auch in die Halle?“, hörte ich das leise, schüchterne Fragen einer mir nur genauestens bekannten Frauenstimme. Ich hatte sie gleich zuordnen können. „Wenn du am Ende eine A-Dressur reiten willst“, grinste ich und schaute mir Paminta’s Bewegungsablauf an. Das Schließen der Tür hatte ich vernommen und ließ die drei Pferde-Reiter-Paare ordentlich warm werden. „So Abteilung über die Stangen im Zirkel, voran Leon mit Paminta! Trab!“ Von oben aus klappte die Reiterei bei Leon ziemlich gut. Auch Paminta lief artig unterm Sattel. „Wie kam es denn dazu, das Paminta nur am Boden so unnausstehlich ist?“ Die Neugierde hatte mich gepackt. Ich wollte wissen, warum die bunte Stute so schwer zu händeln war. Zumindest nur vom Boden aus. „Wir haben sie so verzogen gekauft. Aber die hat Potenzial, nur das Arbeiten von unten macht sie so schwierig.“ „Okey, aber ihr arbeitet dran?“ „Natürlich, aber es ist nicht immer so einfach“, gab er zu. Brooke setzte zum Reden an, doch mein mahnender Blick straft sie, sodass sie doch lieber nichts sagte. „Brooke, reite mal eine ganze Bahn im Mitteltrab. Versuch dabei aber Diamond in der Anlehnung zu halten“ Sie nickte und folgte meiner Anweisung. „So siehts gut aus“, lobte ich die beiden. Rabea hatte Warrior Gun nun auch warm geritten und schon begann der Rappe auch schon zu schwitzen. „Hast du sie jetzt eigentlich fest als Reitbeteiligung?“, fragte ich Rabea neugierig. „Ja, ich soll sie 2x die Woche reiten. Ich dachte ich schaff das neben Abs.“ „Okey“, gab ich knapp meine Antwort kund und war etwas enttäuscht von ihr, dass sie mir nicht Bescheid gesagt hatte, ob das in Ordnung gehen würde. „So Abteilung Arbeitstrab und in der nächsten Ecke eine ganze Bahn im Wechsel. In der Ecke galoppiert ihr dann im Arbeitsgalopp an!“ Artig wie kleine Soldaten führten sie die Übungen aus, die ich ihnen riet und bildeten dabei eine super Abteilung. Sie übten an die Perfektion der Schlangenlinien mit jeweils 3 und 4 Bögen zu gelangen und die Aufgaben konnten sich langsam blicken lassen. „Leon, wenn du denkst, dass Paminta in einem geregelten Tempo läuft und den Rücken aufwölbt kannst du ihr halbe Paraden geben. – Super! Wenn du jetzt die Fäuste leicht öffnest, gibst du ihr mehr Raum zum Dehnen und sie läuft vorwärts abwärts.“ Ich wartete einige Schritte ab. „Wenn du jetzt die Fäuste wieder schließt, hat sie die Zügel aus der Hand gekaut!“ „Ihr macht das jetzt auch mal kurz, das ist für junge Pferde noch sehr anstrengend, deshalb macht das nur ein paar Schritte lang.“ Brooke versuchte es im Galopp, wo Diet Mountain Dew sich am besten hergab. Rabea übte es im Schritt. Am Ende der Stunde waren alle geschwitzt und lobten die Pferde. „Leon, das sah doch super aus. Wir üben gleich noch was vom Boden aus, die anderen können nach dem Trockenreiten die Halle verlassen, danke!“

      Nachdem wir endlich alleine waren, Paminta ein paar Minuten unter dem Solarium Pause gemacht hatte nach etlichem Aufregen bis sie dort geparkt war, konnten wir vom Boden aus ein bisschen arbeiten. Ich hatte schließlich Leon versprochen, noch ein wenig Tips bei der schwierigen Stute zu geben. Da standen wir nun, aufgeregt und Nervös weil ein Traktor an der Halle vorbeifuhr um uns Heu zu liefern. Leon zeigte mir gleich das Problem, das Paminta hatte. Sie lief einem rein, überholte. Sie bestimmte also die Geschwindigkeit und hielt nichts davon, wenn der Reiter sie zurück richtete. „Wir nehmen uns mal eine Gerte zur Hand. Wenn sie überholt, tippst du sie vorne an. Wenn sie nicht stehen bleibt, richten wir sie zurück. Erst ohne Gerte, dann mit, wenn sie immernoch nicht hört. Wir schlagen sie nur dabei nicht“, erklärte ich und nahm mir die Stute an. Ich ging los und schon spürte ich ihre Zehe in meiner Ferse. Ich hielt an, richtete sie mühselig zurück und versuchte es wieder. Sie war nie bei der Sache und hörte nicht auf den Menschen, bis wir die Gerte zur Hand nahmen. Sie schien etwas eingeschüchtert, achtete nun aber auch auf den Menschen, ohne, dass wir die Gerte einsetzten. Nach der Trainingseinheit, konnte Leon sie nun Führen mit der Ausnahme, dass sie ihn wenigstens etwas beachtete. „Wenn du jetzt am Ball bleibst, dann kannst du sie in ein paar Wochen normal führen.“ Ich verabschiedete die beiden guten Gewissens. Um Paminta das Fehlverhalten ganz auszutreiben, hätte ich sie hier auf dem Hof behalten müssen oder 2x die Woche zur Caenheide fahren.
    • Sosox3
      Pflegebericht
      Juni2018
      Even though all the Beauties are unearthing
      Den Pferdehänger mit zwei Hengsten voll, erreichten wir unser Zuhause wieder. Mister Blockhead war nun schon länger bei uns und hatte sich so langsam eingelebt. Arquera kam den ersten A-Dressuren schon nahe und verstand so langsam was wir eigentlich von ihr wollten.

      Nathan| „Jetzt haben wie zwei Hengste mehr…“, Brooke rollte die Augen. „Immerhin ist der eine Dressurveranlagt und der andere im Springen eine eins. Der Schimmel ist einfach von Cornet Obolensky. Einem Spitzen Springvererber und Champion im Springsport.“ Ich bemerkte kaum wie ich ins Schwärmen gelang. „Wie viel Uhr haben wir jetzt eigentlich? Ich hasse den Winter…“ „Wir haben 18 Uhr. Wir müssen gleich die Pferde füttern und ich mach mit Mister Blockhead heute noch eine Einheit. Aber erst lad ich die Hengste noch aus. Mit beiden direkt in die Quarantäneboxen. Ich hab Rabea Bescheid gesagt, dass sie die zwei fertig macht nachdem sie mit Abs was gemacht hat.“ „Cool, ja ich bring Gunfight gleich noch für eine Stunde aufs Paddock.“ Der Gedanke gefiel mir. „Wir sind mal wieder einen Batzen Geld los geworden…“, murmelte Brooke leise. „Ja, aber die bringen uns das wieder ein. Glaub mir!“ So viel Optimismus gefiel ihr wohl nicht. Ich lenkte die Einfahrt unseres Hofes ein und verlangsamte das Tempo unseres Gefährts und hielt auf dem Parkplatz an. Wir ernteten neugierige Blicke von Christina, Gwen, Rabea und Collin. „Wie viele sinds?“, fragte Collin grinsend. „Nicht so viele wie du denkst“, knötterte Brooke. „Zwei Hengste mit top Abstammungen.“ Er lächelte und half uns dann die beiden Pferde auszuladen. „Wohin sollen die beiden jetzt?“, fragte Collin mich hektisch, denn Cornet tänzelte stark neben mir. „Auf’s Paddock, die sollen sich austoben, sonst randalieren die uns noch die Boxen kaputt.“ „Alles klar.“ Brooke brachte in der Zwischenzeit Gunfight aufs Paddock und man merkte, an wen sie ihr Herz verschenkt hatte. Sie stand stundenlang am Zaun und beobachtete ihn und seine grazilen Gänge. „Brooke, komm jetzt. Du musst die Pferde füttern!“. „Ja, ich mach das jetzt“, sagte sie und machte sich endlich ans Füttern.

      Heute kam auch noch ein weiterer Einsteller zu uns. Es war alles ziemlich turbulent und die Stute würde uns auch zur Zucht zur Verfügung stehen. Ban hatten wir noch nicht gesehen, aber seine Stute Optibase stand schon neben Attentivenly in der Box und kaute gemütlich ihr Heu aus dem Heunetz. „Hübsches Tier, darf aber eigentlich kein Oldenburger sein“, murmelte ich in mich hinein. Die Farbe war nicht zugelassen im der Zucht von den Tieren, aber vielleicht hatte es auch keinen Oldenburger als Vater gehabt. Mister Blockhead war schon fertiggemacht; Seine Dicke Mähne war zu einem französischen Zopf zusammengebunden und er trug unsere schönen Stallfarben als Schabracke in Navy. „Gut siehst du aus“, grinste ich den genervt dreinblickenden Tinkerhengst an, der seine Ohren nach hinten gestellt hatte und zeigte, dass er absolut, keine Lust hatte, jetzt etwas zu schaffen. Aber heute war seine ‚Generalprobe‘. Denn das nächste Mal ritt Mr. Crowley in selber um sich zu vergewissern, dass er die Lektionen auch beherrschte. Ich stieg auf und ritt ihn im Schritt warm, seine Motivation hielt sich in Grenzen. Dabei übte ich die verschiedenen Tempi. Ich ritt im Mittelschritt durch die mit Licht geflutete Halle. Bei F trabte ich im Arbeitstempo an und trieb ihn noch etwas schwerfällig im unteren Zirkel. An der Stellung und Biegung hatten wir gut gearbeitet, der Galopp auf dem Zirkel gestaltete sich auch gut. Er buckelte zwar noch beim angaloppieren, wie er es am Anfang auch tat, aber daran arbeiteten wir noch ein bisschen. Ich parierte ihn durch in den Arbeitstrab und ritt bis K. Bei H parierte ich ihn erneut durch. „So ist gut“, murmelte ich. Bei F ging ich durch die ganze Bahn im Wechsel und Mister Blockhead trat dabei im Mittelschritt gut unter. Übergänge gefielen dem Rapphengst überhaupt nicht. Mal machte er sie mit, mal nicht. Umso mehr quälte ich uns beide durch die Trab-Halt und Schritt-Halt Übungen, denn so kamen wir auch an unsere letzten Schritt-Galopp Übergänge, die er sogar mit Bravour bestand und mal ein bisschen Motivation zum Vorschein kam. Ich lobte ihn und klopfte ihm an den Hals. Die Zügel kaute er auch artig aus der Hand. Nur mit der Kehrtwendung im Galopp hatte er noch Mühe, gab sich aber dennoch gewillt die Lektion auszuführen. Wir übten an dem Abend noch etwas länger, bis er mit der Abschwitzdecke auf seinem langen, dichten Fell sein Futter zu sich nehmen konnte. „Wenn du mal öfter so wärst wie heute, dann wär die Arbeit auch leichter“, grinste ich schelmisch und wurde von Rabea unterbrochen. „Na du“, das hübsche Lächeln entgang mir mal wieder nicht. „Hey, hast du Abs raus geholt“, lächelte ich und schaute auf den Braunen, der immer mehr weiße Haare auf der Stirn und um sein Abzeichen bekam. „Na klar“, grinste sie und führte ihn an der langen Seite in der Halle. „Ich mach aber heute nicht mehr so lange. Ich wollte ihn nur ein bisschen führen!“, ergänzte sie. Ich nickte und führte den Tinker dann in zurück in die Box. Für heute war die Arbeit fürs erste getan. Zuhause in der Wohnung schaute ich mir dann einige Hunde im Tierheim meiner Umgebung an. Aber wirklich dabei, war noch keiner zu meiner Enttäuschung.

      Der nächste Morgen kam früh. In der Nacht hatte ich kaum ein Auge zu gemacht und war dementsprechend schon kaputt, ehe ich überhaupt auf den Beinen war. Brooke schnatterte am Frühstückstisch fast ununterbrochen und ich hoffte nur, dass sie so langsam mal den Mund hielt. Mit brummendem Kopf und dicker Winterjacke machte ich mich in den Stall. Wir hatten zwei Polen beschäftigt, die den Pferden eine ordentliche Menge Heu gaben und die Boxen täglich misteten. Eine ganz schöne Arbeitserleichterung, wie ich fand. Ban war auch schon im Stall, Collin ebenso, der sich um Adrenaline kümmerte und sie gerade putzte. „Ban! Warte einen Moment!“, rief ich dem großen Mann zu. „Was ist denn? Ich wollte Optibase gerade auf den Paddock stellen.“ Ich nickte und begann dann mit dem Einwand, er könne Attentivenly und Aerials mitnehmen. Es schien für ihn kein Problem, dennoch war er schnell wieder weg. Collin grüßte ich nur flüchtig und ging dann in die andere Stallgasse. Anouk und A Rose from Nevada nahm ich gleich mit und stellte sie auf den Paddock neben die anderen Stuten. Dana, ihre Besitzerin war vor kurzem erst bei uns auf den Hof gekommen und ließ ihre beiden Pferde bei uns bereiten, da sie etwas zu schwer für die noch unterbemuskelten Pferde war. Aber sie wollte für die beiden abnehmen und ich wusste, dass sie es schaffen konnte. Anouk stand neben Rose und beknabberte sanftmütig ihren Widerrist. Ein tolles Bild. Warum war Brooke auch nie zur rechten Zeit da, mit ihrer tollen Kamera. Ich schmunzelte und ging zu unserem Neuzugang Cornet, der sich schon super eingelebt hatte, wie ich das Gefühl verspürte. In seiner Stalldecke umhüllt, lag er da und schnaubte ab und an ab. „Ein kleiner Träumer“, grinste ich und weckte den Schimmelhengst sanft aus seinem Schlaf. Es dauerte ein wenig, doch dann stand er auf den Beinen und schüttelte sich. „Werde erstmal wach“, lachte ich und holte dann Grand Little aus seiner Box, er war wenigstens schon mal wach. Während ich ihn putzte, hatte ich gefühlt sein ganzes Fell im Mund und auf der Zunge. „Ist das widerlich“, sagte ich und spuckte die Haare aus. So gechillt wie der Hengst da stand und sich von Gunfight nicht ablenken ließ, der ihn neugierig an der Nase beknabberte. Man sah ihm seine 4 Jahre noch sehr an, demnach war ich froh, dass er auf der Auktion in Vechta nicht unterm Sattel vorgestellt wurde. Cornet hingegen war im Kopf schon weiter, machte ordentlich mit und sprang über jeden Parcours, so viele Schleifen wie er diese Saison schon erhascht hatte. „Na lass den jetzt mal in Ruhe!“, sagte ich und stubste Gunfights Nase von Grand Little’s, damit ich ihn ordentlich trensen konnte. Draußen waren es angenehme 12°C und sonnig, das lud geradewegs zu einem Ausritt ein. Brooke war nun auch endlich im Stall und kümmerte sich jetzt um Gunfight. Ein bisschen an der Longe sollte er gehen, hieß es.

      Brooke| Ich liebte Gunfight jetzt schon. Sein neugieriges und charmantes Wesen machte den Hengst so interessant, dass ich mich ihm mehr widmete als ich es bei Diet Mountain Dew tat. Beim Putzen stand er so artig still und sobald ich an der Schulter striegelte, verzog er sein Gesicht so süß. Lieblingsstelle finden – Check! Auf dem Weg zum Putzplatz gingen wir an Attentivenly und ihren Stutfohlen Aerials vorbei. Gunfight reckte neugierig seinen Hals in die Richtung von dem kleinen Stutfohlen, dass so langsam abgesetzt werden sollte. „Wie macht sich die kleine?“, fragte mich Christina neugierig, mit ihrer Stute Hollywood Undead II und ihrer Tochter Gwen neben ihr. Hendersin, ihr Pony, schaute Gunfight nur mit angelegten Ohren an. Doch er ließ sich nicht beeindrucken von dem kleinen Zwockel. „Ganz gut, die läuft schon wie eine große. Mal sehen wie sie die Fohlenshow meistert“, sagte ich nur und musterte Gwens Pony. „Wie läufts mit ihm“, deutete ich mit dem Kopf auf den Hellbraunen Schecken. „Wir haben letztens ein Turnier gewonnen“, lächelte sie stolz. „Wem gehört eigentlich der Schimmelhengst auf der Weide?“ Neugierde machte sich in ihren Augen breit. „Der gehört Felix. Étoile ist aber ein echt verträglicher Hengst, der kommt gut mit Paper Planes klar.“ Felix war noch nicht lange hier. Zwei Wochen vielleicht drei und war nur ein Jahr älter als Gwen. „Okey, den hab ich noch nie hier gesehen“, sie zuckte mit den Schultern. „Naja wir sind noch eingeladen, man sieht sich“, sagte ihre Mutter dann und ging schon in den Stall. „Kommst du, liebes?“

      Nathan| Auf der Weide angekommen löste ich die Stricke der beiden Stuten von Diana und ließ Schwalbenfeder und Anouk auf die Weide. Die Mittagshitze war verschwunden und so konnten sie noch ein paar Grashalme zu sich nehmen, bis es Futter gab.

      Gegen Abend stöberte ich noch ein wenig auf ehorses und fand einen älteren Wallach, genau wie Abs. Sein Name war La Paz und man sah ihm sein Alter schon sehr an. Seine Dunkle Farbe wurde stehst von ein paar weißen Härchen unterbrochen und zeichnete so sein Gesicht und seinen Hals.
    • Sosox3
      Pflegebericht
      Dezember 2018
      Pferde Crashkurs
      16.194 Zeichen

      Tag 1 - Roanoak Stables
      Zwei Tage Crashkurs Praktikum. Einen Tag auf dem Roanoak Stable, den anderen auf Evergreen Acres. Aber wer war ich? Ein Teenager, der nichts mit Pferden am Hut hatte und nur eine Woche Praktika zusammenkratzen musste um das Schuljahr zu bestehen. Mein eigentlicher Praktikumsbetrieb hatte nur drei Tage Zeit für mich, ich brauchte aber insgesamt fünf. In meiner Not fragte ich überall an und die Arbeit auf einem Pferdehof konnte ja so schlimm nicht sein, oder? Neugierig sah ich mich auf dem Roanoak um, in der Hoffnung auf den Besitzer zu treffen. Als ich ihn schließlich traf führte er mich erstmal herum und erklärte mir die Aufgaben für heute. Es war früh und ich hatte mich um vier Uhr morgens aus dem Bett gequält nur um um halb 7 hier zu sein. "Zuerst müssen die Boxen gemistet werden. Das machst du zusammen mit den Mitarbeitern da drüben am Misthaufen.", man wank uns zu, "Die sind sehr freundlich und erklären dir dann was du zu beachten hast. Danach äppeln wir die Paddocks ab." Ich nickte und folgte jetzt zu den Weiden. "Die Pferden haben wir schon rausgebracht. Heute Nachmittag wirst du sie reinholen und zum Teil auch putzen. Aber das erklären wir dir dann noch." Kontakt mit Pferden... Mir schauderte es. Aber so viele Reitermädchen hatten damit kein Problem, wieso sollte mir jetzt was passieren? Der Misthaufen stank beinahe genauso schlimm wie ein Kuhstall, aber meiner Erfahrung nach würde das in ein paar Minuten abflauen. Man gewöhnt sich ja zum Glück schnell an neue Gerüche. "Hey, komm her, schnapp dir eine Mistgabel und eine Schubkarre und folge mir." Gesagt, getan. Im Stall fiel mir als erstes auf, dass offenbar nicht alle Pferde auf den Weiden standen. An das stetige Schnauben der riesigen Tiere musste ich mich auch noch gewöhnen. Grand Litte hatte mich fast zu Tode erschreckt, als er mit einem Huf gegen die Boxentür schlug, gerade als ich vorbeilief. "Warst du schon mal auf einem Pferdehof?", fragte man mich und musterte mich kritisch. Ich schüttelte den Kopf und beobachtete den Mann dabei, wie er Gabel für Gabel durchnässtes Stroh und Pferdeäpfel auf den Karren lud. Er kommentierte meine Unsicherheit nicht, sondern fuhr gleich mit der Arbeit fort. "Das ist die Box von Abs. Schau zu und lerne. Die meisten Pferde nutzen nicht die komplette Box als Toilette, sodass wir einen kleinen Teil gutes Stroh ruhig behalten können. Nimm aber lieber zu viel raus, als zu wenig. Falls du unsicher bist, frag einfach nach. Ansonsten geh da drüben zur Box von Gunfight, zwei Boxen neben dem Hengst, an dem wir beim Reingehen vorbei kamen. Ein Hengst war das also eben. Waren Hengste nicht besonders ungestüm und aufbrausend und so gar nicht das, womit man einen Anfänger konfrontieren sollte. "Keine Sorge, da ist eine komplette Box zwischen euch, der wird dich also nicht fresse, selbst wenn er wollte.", neckte mich der Mann, der meine Angst erkannt hatte. Ich konzentrierte mich auf das stinkende Stroh vor mir und schippte eine Gabel nach der anderen auf die Schubkarre. Ich arbeitete mich langsam vor und überlegte ständig ob das nun noch gutes Stroh war oder schon schlecht. Als ich fertig war fragte ich noch einmal nach um sicher zu gehen, dass es richtig war. "Nächstes mal, lad die Karre nicht so voll. Du wirst gleich merken wieso. Lauf lieber zwei, drei mal. Sonst siehts ganz ok aus. Nimm ruhig mehr von dem Stroh weg ich seh da noch ein bisschen feuchtes Stroh." Ich nickte stumm und brachte den Karren zum Misthaufen. Beim Laufen fiel mir gefühlt die Hälfte wieder runter, was wohl der Grund dafür war, wieso man lieber einmal mehr läuft. Dann am Ende muss man sonst die Stallgasse gleich mit misten. Da ich jedoch ein Perfektionist war nahm ich auch das restliche schlechte Stroh aus der Box, das ich übersehen hatte und ging dann zur nächsten Box. Der Mann hatte in der Zwischenzeit schon zwei Boxen fertig gemacht und das obwohl er öfter zum Misthaufen lief, als ich. "Cornet undLa Paz sind fertig. Mach mit Diet Mountain Dew weiter." Er zeigte auf meine nächste Box und ich ging frohen Muter rüber, da hier kein Pferd in der Nähe stand, vor dem ich Angst hätte. Zwei, fast drei Stunden dauerte es bis alle Boxen gemistet und anschließend neu eingestreut waren. Trotzdem es kalt war, kam ich bei dieser Arbeit ordentlich ins Schwitzen. Es war nicht nur das hin und her laufen, zwischen Boxen und Misthaufen. Auch das ständige Bücken und Heben war anstregend und ich spürte zum ersten Mal in meinem Leben bewusst meinen Rücken, da er ordentlich schmerzte. Man lobte mich für mein Durchhaltevermögen und warf mir dann gleich an den Kopf, dass das ja noch nicht alles war. "Jetzt sind die Paddocks dran. Ich überlasse dir, die ohne Pferde." Dankend folgte ich. "Stroh und besudeltes Heu zusammenrechen und dann wie beim Boxmisten samt Pferdeäpfel auf die Schubkarre und dann auf den Misthaufen.", erklärte man mir. Auf dem Paddock, den der Mann nun abäppelte stand ein großes Pferd namens Attentivenly. Da der Paddock gleich an den grenzte, den ich gerade sauber machte stand das Pferd neugierig am Zeug und streckte sich zu mir hin. Ich war neu und unbekannt. Das war wohl eine Art Attraktion für manche Pferde hier. Wohl war mir nicht dabei, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich an dieses Verhalten. Ich hatte gerade den Paddock von Optibasefertig, da wurde ich schon weitergeschickt zum nächsten. "RS' Aerials", las ich laut vor. Wer nannte sein Pferd so? Was sollte denn RS sein? Verwirrt öffnete ich das Gatter und begann grübelnd mit dem abäppeln. "Was ist los?", fragte man mich freundlich. "Nichts, ich... frag mich nur... Was bedeuten diese Abkürzungen vor manchen Pferdenamen?" Der Mann lachte. "Gute Frage! Das sind meistens Abkürzungen der Zuchten, von denen die Pferde stammen. Schau auf den Schildern in den Details nach und vergleich mal mit den Kürzeln, dann wirst du sicher schlau draus." Ich legte die Arbeit kurz nieder um das zu überprüfen. Tatsächlich ergab das nun Sinn mit den Kürzeln. "Und spricht man dann die Zuchtnamen mit aus oder einfach die Kürzel?" Der Mann zog die Schultern hoch. "Das ist unterschiedlich.", meinte er knapp und ohne aufzusehen. Ich arbeitete weiter und bald waren wir auch mit den Paddocks fertig. Nach einer kurzen Mittagspause, in der ich endlich mal den Rücken durchstreckte, gingen wir zu den Weiden. "Die ersten Pferde kommen jetzt schon rein, damit andere raus können.", erklärte man mir. "Wir holen jetzt Hollywood Undead II, Hendersin, Warrior Gun und Schwalbenfeder. Dann könnenAnouk, Monteverdi, Primo und A Rose vom Nevada raus. Du nimmst bitte immer nur ein Pferd. Lauf links vom Pferd und lass dich nicht überholen." Gemeinsam betraten wir die Weiden und holten die entsprechenden Pferde. Da ich keine Ahnung hatte welches Pferd ich abholen musste, wartete ich, bis der Mann mir eines übergab. Ich hatte Glück, das Pferd lief brav neben mir und schien sich nicht von mir verunsichern zu lassen. Folgsam lief es neben mir her, bis ich es in seine Box entließ und so schnell ich konnte die Tür zuschob und tief durchatmete, ehe ich wieder zur Weide ging. Es war beängstigend neben einem so großen, starken und schweren Tier zu laufen, selbst wenn es brav war. Definitiv etwas, an das ich mich nicht gewöhnen werde. Auch beim zweiten Pferd kroch mir die Angst in die Beine, sodass ich fürchtete, dass mir die Knie einknickten. Ich war froh, als wir die vier Pferde in den Boxen hatten. "Ist schon gut, ich bring die alleine raus. Geh und trink was.", sagte der Mann, der meinen panischen Gesichtsausdruck absolut richtig gedeutet hatte. Als ich mich im Badspiegel ansah wurde mir bewusst wieso. Ich war kreideblass und das war eigentlich so meine Art. Eigentlich hatte ich eine gesunde, karamellfarbene Haut und ein paar dunklere Pigmentflecken im Gesicht, doch selbst die waren erblasst und wirkten nunmehr hellbraun. Ich wusch mir Hände und Gesicht und ging dann zur Gemeinschaftsküche um mir etwas zu Trinken zu nehmen. "Komm nochmal mit." Der Mann hatte mich beim Trinken überrascht und ich hätte mich beinahe verschluckt. Er grinste schelmisch und geleitete mich zu einer großen Halle. "Das sind Paper Planes, Étoile, Hvitasunna van Frelsi und Atla von Atomic. Die werden hier gerade bewegt und beschäftigt. "Das sind alles Ponys, vielleicht machen die dir etwas weniger Angst." Ich beobachtete das kleinste der Ponys, das frei mit den größeren mitlief. "Bleibt das so?" Der Mann folgte meinem Blick und lachte. "Nein, das ist ein Fohlen und wächst noch etwas. Aber es wird nicht so groß wie die anderen Pferde, die du heute gesehen hast." Ich senkte den Blick. "Schade, in der Größe wären mir Pferde deutlich lieber." Abermals lachte der Mann. "Du hast jetzt erstmal Pause. Um Vier holen wir dann die übrigen Pferde rein, genug Zeit um sich drauf einzustellen, hm?" Er lächelte mich an und ging dann wieder an seine Arbeit. "Es sei denn du hast Lust mir beim Putzen des Stalls zu helfen. Allerdings müssen wir dafür auch in ein paar der belegten Boxen treten.", er zwinkerte mir zu und drehte dann wieder ab. Das war eine rhetorische Frage. Er rechnete nicht damit, dass ich ein paar Minuten später bei ihm stand und mich mutig dieser Herausforderung stellte. Er war sichtlich erstaunt und freute sich über meine Hilfsbereitschaft, trotz der Angst, die ich vor Pferden hatte. Hätte ich davon vorher gewusst, hätte ich mich nie bei Pferdeställen gemeldet um ein Praktikum zu machen. Er gab mir einen langen Staubwedel und ließ mich die Decke der Stallgasse von Spinnweben beseitigen, er machte das gleiche in den Pferdeboxen. Anschließend putzten wir die Fenster. Er von innen, ich von außen, sodass ich nicht in die Boxen rein musste. Am Ende des Tages war ich sehr zufrieden und dank meiner Hilfe beim Putzen hatte der Mann sogar auch früher Feierabend. Die Zeit, die ich beim Boxmisten vertrödelt hatte, hatten wir jetzt wieder eingeholt. "Danke, für deine Hilfe." Er verabschiedete sich höflich und setzte sich dann in seinen Wagen um heim zu fahren. Der Stallbesitzer schrieb mir noch ein Arbeitszeugnis aus und lobte mich in den höchsten Tönen. "Ich muss gestehen, ich hab mir dafür eine Vorlage rausgesucht. Ich hoffe, dass es tatsächlich ein gutes Zeugnis ist. Sonst meldest du dich bitte nochmal bei mir.", stirnrunzelnd übergab er mir den frisch unterschriebenen Zettel. Ich überflog den Text kurz und bedankte mich dann. Mittlerweile war es dunkel und ich war froh, als zu Hause etwas warmes zu Essen auf dem Tisch stand und eine heiße Dusche auf mich wartete.

      Tag 2 - Evergreen Acres

      Der nächste Tag startete mit Schneeregen. Richtig ätzend. Mein Rücken fühlte sich an als würde er bald durchbrechen und wenn der Hof auf dem ich heute arbeiten musste nur annähernd so groß war wie die Roanoak Stables, wäre das mein Todesurteil. Ganz sicher. Widerwillig würgte ich mein Frühstück runter, nahm einen Schluck Orangensaft und machte mich dann auf den Weg zum Evergreen Acres. Es war wie eine andere Welt. Gleich zwei Leute kamen auf mich zu und begrüßten mich. Hier gab es wohl sogenannte Westernpferde. Eine andere Reitweise, die Sättel waren wuchtiger und allgemein sahen die Outfits lockerer und prachtvoller aus als auf dem Hof gestern. "Da wird geradeCruel Twist of Fate geritten.", erklärte man mir und ich warf einen Blick auf das helle Pferd auf dem Reitplatz. "Wir bringen jetzt zusammen die Fohlen auf die Weide." Ich folgte zu den Stallungen, wo die Fohlen schon darauf brannten aus der Box zu kommen. Ich sollte zur ersten Weide laufen und das Gatter öffnen. Die anderen kümmerten sich um die Fohlen selbst. Ich sollte unbedingt beim Gatter stehen bleiben, damit es nicht von selbst zufiel. Die anderen stellten sich vor sämtliche Fluchtwege und dann kamen auch schon die Fohlen. Später sagte man mir, dass das PFS' Icy Rebel Soul, Morrigan's Chaa und Kwatoko waren, die an mir vorbeirasten und auf der Weide herumtollten. Ich hatte das Bedürfnis schreiend wegzurennen, als die drei vom Stall auf mich zurasten, doch sie bogen gleich auf die Weide ab, sodass ich meinem Instinkt widerstehen konnte. Dennoch raste mein Herz. "Hast du schon mal ein Pferd geputzt?", fragte man mich und ich schüttelte den Kopf. Just fiel mir ein, dass ich doch gestern auch ein Pferd putzen hätte sollen. Sicher hatte man mir das nicht auflegen wollen, nachdem bekannt wurde, dass mir Pferde Angst bereiteten. "Dann zeig ich dir das jetzt an Höllenflüstern." Das braune Pferd hatte die Ohren in den Nacken gelegt, sobald sie auf der Stallgasse stand und irgendwas sagte mir, dass das keine Freundlichkeit bedeutete. "Keine Sorge, sie ist etwas frech, lässt sich aber gut versorgen. Du bekommst gleich ein braveres Pferd. Versprochen." Mehr als ein Nicken schaffte ich nicht. Wie angewurzelt stand ich da und starrte in das Gesicht des Pferdes. Man erklärte mir den Vorgang des Pferdestriegelns. "Großartig dreckig sind die eh nicht.", hieß es. Dann zeigte man mir außerdem das Verlesen des Schweifs. "Treten die nicht aus, wenn man dahinter steht?", fragte ich und sah wieder zum Kopf des Pferdes. Es schaute noch immer nicht gerade freundlich drein. Die Frau überlegte kurz. "Stell dich etwas seitlich, wenn du dem Pferd nicht vertraust. Es kann sein, dass es dir wie Höllenflüstern hier, den Schweif aus der Hand zieht. Einfach immer locker halten und dann neu aufnehmen. Aber Kisshimbye macht das nur ganz selten." Tatsächlich war der Schecke, den ich zu putzen hatte deutlich angenehmer im Umgang und ich fühlte mich mit jeder Minute, die ich striegelte etwas besser. Vor dem Verlesen des Schweifs hatte ich aber immer noch Angst und machte das nur sehr zögerlich. Zweimal zog mir die Stute den Schweif aus den Händen, doch dann ich fertig und der Schweif fiel locker und vollkommen entwirrt. Es war toll sofort das Ergebnis seiner Arbeit zu sehen und bis auf die emotionalen Probleme, war diese Arbeit deutlich leichter als das Ausmisten der Boxen. "Oh da kommen Quisquilloso und Quicksilvernach Hause. Die beiden waren mit ihren Reitern ausreiten." Neugierig beobachtete ich, wie die zwei bunten Pferde quer über den Hof geritten wurden. "Was ist das für eine komische Farbe?", fragte ich und deutete auf das Pferd dessen Punkte mich stark an die eines Dalmatiners erinnerten. "Quisquilloso ist ein Tigerschecke. Die Punkte die charakteristisch für diese Fellfarbe." Mittlerweile war Cruel Twist of Fate nicht mehr auf dem Reitplatz. Stattdessen galoppierte Special Luna Zip durch den Sand. Das sagte man mir, nachdem ich fragte ob das Pferd mal krank war oder in einen Topf weiße Farbe gestapft war. Irgendwie waren hier viele Pferde auf dem Hof, die ungewöhnlich gefärbt waren. Zumindest für mich, der da keine Ahnung hatte welche Möglichkeiten es gab. Über meine Unwissenheit wurde heute nicht nur dieses eine Mal gelacht. Ich konnte es den Leuten nicht verübeln. Ich lernte dass einjährige Jungpferde "Jährlinge" genannt wurden. Zwei davon gab es hier und sie hießen Imagine there's no Heaven undVarys. Außerdem lernte ich dass lange Namen offenbar beliebt waren in der Pferdewelt. Mich erinnerte das an die Zuchtnamen von Hunden.Alles in Allem war dieser zweite Stallarbeitstag wesentlich einfach, als der gestrige. Das lag wohl daran, dass man mir kaum aufgaben überließ. Die meiste Zeit sah ich Leuten beim Reiten oder Longieren zu. Longieren fand ich lustig und ich stellte mir vor Hunde auf diese Weide zu bewegen. Dass es das wirklich auch mit Hunden gab, wusste ich bis dato noch nicht. Aber mir gefiel der Gedanke nur über eine lange Leine mit dem riesigen Tier verbunden zu sein, das auf akustische Signale genau das tat, was man wollte. Ich hinterfragte ständig wie man Pferden etwas bestimmtes beibrachte und man erklärte mir gleich verschiedene Trainingsmöglichkeiten. "Viele Wege führen nach Rom." Das war wohl wahr. Am Spätnachmittag bekam ich mein Arbeitszeugnis und machte mich gleich darauf auf den Heimweg. Ich freute mich schon meinen Praktikumsbericht über die zwei verschiedenen Pferdehöfe zu schreiben und mein neu erlangtes Wissen dort unterzubringen. Vermutlich war das jedoch meine erste und letzte Erfahrung mit dieser Materie, denn die Arbeit mit Holz, ohne Tiere, gefiel mir besser. Weniger Nerven aufreibend, mehr Futter für die Seele. Zumindest in meinem Fall.
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  • Album:
    Roanoak Stables
    Hochgeladen von:
    Sosox3
    Datum:
    9 Nov. 2019
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  • Diet Mountain Dew
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    Abstammung

    Von
    Gregor
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt

    Aus der Diet Coke
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt

    Exterieur

    Oldenburger
    13.03.2014| Stute|167cm

    Liver Chestnut | Dunkelfuchs
    Ee aa

    Interieur

    Diet Mountain Dew ist das erste sich selbst erkaufte Pferd von Brooke Scott.

    Diet Mountain Dew, kurz Diamond, sieht einen immer mit einem freundlichen und neugierigen Blick an. Genauso wie ihr Blick ist auch ihr Charakter, nämlich freundlich und zuvorkommend. Sie ist sehr arbeitswillig und arbeitet gut mit. Dennoch braucht sie eine Hand, die sie führt um sie auf einen guten Weg zu führen. Sie ist noch sehr jung und befindet sich in der Ausbildung, macht vom Boden aus aber super mit und zeigt sich sehr trittsicher und motiviert.


    Besitzer: Brooke Scott (22)
    Züchter: unbekannt
    VKR/Ersteller: Canyon
    Kaufpreis: 250 Joellen

    Karriere



    Platzierungen 0/0/0
    Trainingsstatus inaktiv
    Registriert in -

    Dressur E A L M S
    Springen E A L M
    Military E A


    Klasse E



    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -
    Zuchtinformation


    Zuchtverfügbarkeit [​IMG] Geschlossen [​IMG]
    Zuchtbedingungen:
    Nur offen für Deutsche Warmblüter
    Hengste müssen mind. im L Dressur platziert erreicht haben
    Name des Fohlens muss bei Stutfohlen den Anfangsbuchstaben der Mutter erhalten
    Decktaxe: -

    Nachkommen:
    1.
    2.
    3.
    4.
    5.

    Bilder