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Samarti

Devina, DRP

*2012, im Besitz seit dem 30.05.2017

Devina, DRP
Samarti, 30 Mai 2017
Jeanne, Cascar, Bracelet und 6 anderen gefällt das.
    • Samarti
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      Bunter Zuwachs
      05/2017 | 2405 Zeichen
      „Das ist ein schlechter Scherz, oder?“ Matthew und Domenic standen mit verschränkten Armen nebeneinander. Der Eine runzelte die Stirn, der Andere verdrehte nur die Augen.
      „Boah, Elisa, du mit deiner elenden Kaufsucht. Das ist doch nicht mehr normal!“ Melodramatisch warf Matthew seine Arme in die Luft, was Sophia mit einem zischenden „Reiß dich zusammen!“ quittierte, denn die Anglo-Araber-Stute PFS‘ Empire of Irony, die die Frau am Zügel hielt, sprang vor Schreck mit einem Satz zur Seite und schnaufte entsetzt. Dennoch hatte sie sich nach kurzer Zeit wieder gefasst und lief gesittet neben Sophia her, als diese weiterging.
      „So, das wär’s dann“, verkündete ich stolz und wedelte mit den Papieren der neu erworbenen Reitponystute vor Matthews Nase hin und her. „Das wäre dann unser Ponykauf für den Mai. Der nächste folgt bestimmt im Juni. Bis dahin wünsche ich euch viel Geduld und noch sehr viel mehr Nerven!“ Mit den Worten führte ich Devina, die gescheckte Fuchsstute, die nun zu uns gehörte, in den Hauptstall und brachte sie in die frisch eingestreute Box. Hier dürfte sie sich nun erst einmal einleben.
      Devina war ein äußerst hübsches Tier mit einer wahrlich ausgefallenen Musterung auf der Hinterhand. Wie ihre Mutter Dorina war sie ein Schabrackenschecke, ein Glück hatte sie das vererbt bekommen.
      Ursprünglich stammte Devina tatsächlich aus England vom Hollybrook Stud meiner Freundin Sammy, die momentan auf dem Gestüt war, um Liberté’s Nessaja im Springen aufzustufen. Als ich dann am nächsten Morgen plötzlich mit Devina vor ihrer Nase herumtanzte, starrte sie mich erst an, als wäre ich völlig durchgeknallt (Punkt für Sammy), dann als hätte ich komplett den Verstand verloren (noch ein Punkt für Sammy) und dann schien es ihr irgendwann mal aufzufallen, welches Pony da vor ihr stand (hundert Gummipunkte für Sammy).
      „Das kann doch nicht wahr sein“, schmunzelte sie und strich der inzwischen fünfjährigen Ponystute sanft über die Stirn. „Wo hast du die denn aufgetrieben?“
      „Aus Deutschland“, grinste ich. „Von dem Gestüt, an das du sie als Fohlen irgendwann mal verkauft hast. Zuchtumstellung.“
      „Wow, sie hat sich echt gemacht. Das letzte Mal habe ich sie gesehen, da war sie gerade mal ein Jahr alt.“ Sammy schien nun in Erinnerungen zu schwelgen, weshalb ich nichts mehr erwiderte. Und Devina schien es wirklich zu genießen, die volle Aufmerksamkeit der Frau für sich zu haben.
    • Samarti
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      Dressur E-A
      05/2017 | x Zeichen
      folgt
      Zaii gefällt das.
    • Samarti
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      Reitponysammelstelle

      11/2017 | 711 Zeichen
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pina, Très Jolie
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Tenacious
      Weststall: Aponi, Flightless Bird, Pamuya
      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet

      Ein eigenes Gestüt zu führen war anstrengend.
      Noch anstrengender war es, wenn der Pferdebestand gefühlt täglich wuchs und man (mal wieder) zum absoluten Reitponymessi wurde. Immerhin hatte ich inzwischen ganze vier Pferde anderer Rassen bei mir stehen, sodass es wenigstens nicht mehr nur Deutsche Reitponys waren.
      Aber die Zahl stieg weiterhin.
      Es (ich) war schrecklich.
    • Eddi
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      Tierarztkontrolle
      04/2018, von Eddi | 5073 Zeichen
      Mein Arbeitstag neigte sich dem Ende zu, doch der längste Termin stand noch an. Nach langer Zeit verschlug es mich nämlich mal wieder nach Townsend Acres zu meiner guten, alten Freundin Elisa Cranfield. So gut wie alle ihre Reitponys standen unter meiner Obhut und so war es nicht überraschend, dass ich auch dieses Mal wieder sechs Reitponys auf meiner Liste hatte, die heute untersucht werden sollten.
      Ein Glück waren die Straßen frei und so war ich schnell auf dem Gestüt angekommen. Elisa nahm mich auch direkt herzlich in Empfang und führte mich in ihre Hengststallungen. "Ich würde sagen, wir fangen mit den Chaoten an, ehe wir uns den Damen widmen", meinte sie grinsend. Am Putzplatz stand bereits Chesmu. Er war Elisas geheimer Lieblings, aber das durfte man hier natürlich nicht zu laut sagen, nicht, dass die anderen Reitponys auf die Barrikaden gingen.
      Ich begrüßte den jungen Hengst kurz und ließ ihn mir dann im Schritt und Trab von Elisa vorführen. Chesmu lief taktklar und schmerzfrei, so dass wir direkt wieder zurück zum Putzplatz gingen, wo Elisa ihn mir erneut anband. Zuerst warf ich einen Blick in Ohren, Augen und Maul. Danach hörte ich Herz und Lunge ab und abschließend tastete ich den Hengst gründlich ab.
      Alles war in bester Ordnung, also kontrollierte ich nur noch die Körpertemperatur und dann ließ ich mir auch schon von Elisa den Impfpass reichen. Bei Chesmu standen nur die Impfungen gegen Influenza und Tetanus an, ebenso wie die Wurmkur. Alles drei war schnell erledigt und schon durfte Chesmu uns verlassen.
      Elisa hatte bereits früh nach Matthew gerufen, der nun schon mit Tenacious, dem nächsten Hengst, in den Startlöchern stand. Auch den Braunen ließ ich mir zunächst im Schritt und Trab vorführen, ehe ich ihn mir am Putzplatz genauer anschaute. Aber genau wie bei Chesmu war auch Tenacious topfit und zeigte keinerlei Auffälligkeiten. So impfte ich ihn schnell gegen Influenza, Herpes und Tetanus, ehe er noch die Wurmkur ins Maul bekam und dann schon fertig war.
      Gerade wollte ich Elisa für ihren unproblematischen Pferde loben, da kam sie mit Allelujah um die Ecke. Ich unterdrückte meinen Seufzer und ließ mir den Palomino schweigend, aber grinsend vorführen. Allelujah war bekannt für seinen Schabernack und wie es schien, würde der Hengsten diesen auch nie in seinem Leben wirklich ablegen.
      Aber immerhin wirkte er gesund und fit. Die Gangarten waren klar und locker und auch beim Abhören und Abtasten konnte ich nichts Auffälliges entdecken. Also gab es für Allelujah kurz ein ablenkendes Lob und dann die Impfung gegen Influenza und Herpes. Und ruckzuck war auch er fertig. Gut, bevor er zurück in seine Box durfte, musste er noch die Wurmkur schlucken, aber danach hatte er es wirklich geschafft.
      Ich erneuerte fix die Impfpässe und dann wechselten Elisa und ich auch schon die Stallungen. Denn nun ging es zu den Stuten. Dort begannen wir mit Elisas absoluter Lieblingsjungstute Accomplishment. Auch sie ließ ich mir erst einmal vorführen und dann am Putzplatz anbinden. Vorsichtig untersuchte ich Ohren, Augen und Zähne, ehe ich die Stute abhörte und abtastete.
      Accomplishment ließ dies alles problemlos über sich ergehen und hielt wunderbar still. Auch die Impfung und die Wurmkur waren bei ihr absolut kein Problem und so waren wir wirklich schnell fertig. Als nächstes kam hingegen Pina, eine Stute, die beim Tierarzt schon gerne einmal Theater veranstaltete. Die hübsche Reitponydame begleitete ich schon seit ihren Anfängen auf Townsend Acres und ich musste ehrlich sagen, dass sie sich inzwischen zu einem tollen Pferd entwickelt hatte.
      Auch die Tierarztabläufe machten kaum mehr Probleme, so dass wir mit Pina fast genauso schnell durch waren wir mit den anderen. Auch die Impfung und die Wurmkur akzeptierte die Stute ohne großes Murren und so durfte sie recht fix wieder zurück in ihre Box, wo ein paar Belohnungsleckerlis auf sie warteten. Wir hingegen beschäftigten uns nun noch mit dem letzten Pferd für den heutigen Tag.
      Es handelte sich um eines der neusten Reitponys in Elisas Stall: Devina. Sie war Teil eines etwas größeren Plans und musste dementsprechend auch fit sein. Ich ließ mir auch Devina vorführen und war mir sicher, dass Matthew in den nächsten Tag kein Pferd mehr vorführen wollen würde. Danach untersuchte ich auch Devina in aller Ruhe, hörte und tastete die Stute ab.
      Bei ihr war ebenso alles im grünen Bereich, auch die Körpertemperatur war normal. Für Devina standen jedoch ein paar mehr Impfungen an. So wurde sie gegen Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut geimpft. Abschließend bekam auch sie noch ihre Wurmkur und dann waren alle Reitponys für heute versorgt. Mit den sechs Pferden hatte ich den Rest meines Tages auch gut gefüllt und draußen begann es allmählich zu dämmern.
      Bevor ich mich jedoch auf den Heimweg machte, erneuerte ich noch die Impfpässe der Stuten und bekam von Elisa einen heißen Kaffee zugeteilt. Wir unterhielten uns noch kurz, ehe ich mich dann verabschiedete und auf den Heimweg machte. In der Praxis würde noch genügend Papierkram für den Abend auf mich warten.
    • Samarti
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      Dumm, dümmer, Matthew
      05/2018 | 840 Zeichen
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Casey, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pamuya, Pina, Très Jolie, Yuki
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Sacramento, Sergeant Reckless, Sonic Syndicate, Tenacious, Burnin' Unbridled Dreams
      Weststall: Aponi, Flightless Bird
      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet

      Matthew war so nervig! Nie konnte man ihm irgendeine Aufgabe überlassen, für die er dann die Verantwortung übernahm. Heute war es die Weideeinteilung gewesen, die zwar seit Monaten feststand, Matthew aber mal wieder verpeilt hatte. Obwohl unsere Grüppchen bei den Hengsten immer dieselben waren, brachte meine rechte Hand es zustande, fast alles komplett durcheinander zu bringen. Ich konnte es kaum fassen, als ich morgens (um 12...) raus ging, um nach allen zu sehen, und Allelujah und Cardillac zusammen standen und sich rauften. Die beiden waren Paradebeispiele für Hengste, die sich einfach nicht ausstehen konnten, weil sie beide immer die Nummer 1 sein mussten.
      Nachdem ich mit Jolines Hilfe alles wieder richtig organisiert hatte, stampfte ich wütend ins Haus und direkt auf unser Büro zu.
      Der sollte sich auf was gefasst machen.
    • Samarti
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      Wow, wir haben keinen Bock auf diesen Knochenjob
      11/2018 | 1960 Zeichen
      Townsend Acres
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Casey, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pamuya, Pina, Très Jolie, Yuki
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Sacramento, Sergeant Reckless, Sonic Syndicate, Tenacious, Burnin' Unbridled Dreams
      Weststall: Aponi, Flightless Bird

      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet


      Gut Sanssouci
      Hengste im Sport: Räuberfürst, Rockford, Paint it Black, Real Steel, Romerico, Liberté’s Cresant Moon
      Stuten im Sport: Noell, Räubertochter, Show me Heaven, Lichterloh, Dark Chocolate, Long Island Icetea
      Hengste in der Zucht: Dark Decission, Dark Intention, Cloud Nine, Burnin’ Diome, Flavor of the Weak, Flavor of the Month, Clouded Sky, Kalzifer, Csíny, Császári
      Stuten in der Zucht: Colored Belle, Dark Jewel, Minstrel, Alors on Chante, Ékes, Colour GH’s Baila Conmigo, Rockabella, Golden Lights, Jacarta, Dark Rubin, Tavasz, Poppysmic
      Nachwuchspferde: Crescent Jewel, Golden Cascade, Dajeen, Weltwunder, Couleur du Deuil, Éllovas

      Aufzuchtskoppel: Abendsonne, Flavored Coffee, Darkest Hour, Clouded Mind, Cover the Stars, MIllenium Falcon


      - POV: Matthew -
      Elena und Elisa saßen mal wieder mit Wein vorm Kamin. Getan hatten sie heute (wie immer) nichts. Nate, Collin und ich mussten die Pferde versorgen. Alle 46 plus 34 Pferde. Zitat Elena: „Sind das genau 100?“ – Es war also sehr viel Wein. Zu viel. Natürlich hatten wir unseren Job sehr gut gemacht, auch wenn die Turniersaison vorbei war. Aber wir wurden nicht fürs Rumstehen bezahlt. Das betonten die beiden sehr, sehr, SEHR oft. Während sie frauenverachtende Rap- … äh… -videos schauten, waren wir gerade fertig mit den letzten Pferden und freuten uns auf den Feierabend und ein kühles Bier ausnahmsweise, weil wir ja verantwortliche Erwachsene waren. Im Gegensatz zu den bescheuerten Deppen. Wie dem auch sei, alle waren versorgt. Gemistet, geritten und gepflegt.
      Ciao, euer Matthew!
    • Samarti
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      Serienmarathon
      04/2019 | 332 Zeichen
      Townsend Acres
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Casey, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pamuya, Pina, Très Jolie, Yuki
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Sacramento, Sergeant Reckless, Sonic Syndicate, Tenacious, Burnin' Unbridled Dreams
      Weststall: Aponi, Flightless Bird
      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet


      Momentan hatte ich nichts Besseres zu tun, als stundenlang im Bett zu liegen, Pferde-Browserspiele zu spielen und über alles nachzudenken. Darüber, wie Matthew sich draußen um die Pferde kümmerte und das Gestüt schmiss, weil ich keinen Bock mehr hatte. Es war öde geworden. Ziemlich öde. Zum Glück griff er mir immer unter die Arme.
    • Samarti
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      Morgenmuffel
      09/2019 | 388 Zeichen
      Townsend Acres
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Casey, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pamuya, Pina, Très Jolie, Yuki
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Sacramento, Sergeant Reckless, Sonic Syndicate, Tenacious, Burnin' Unbridled Dreams
      Weststall: Aponi, Flightless Bird, Yellowjacket
      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet


      Blitzschnell zuckte ich mit dem Finger in Richtung Nase. „Nase!“
      „Elisa.“
      „Ich bin allergisch! Die Pferde sind dein Job.“
      Seufzend verdrehte Matthew seine Augen, zog sich seine Stallsachen an und knallte die Tür hinter sich zu. „Pff, immer diese Morgenmuffel“, grummelte ich leise vor mich hin, zog die Bettdecke wieder nach oben und drehte mich auf die andere Seite, um weiterzuschlafen
      .
    • Samarti
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      Fahren E-A
      09/2019 | 25.983 Zeichen, von Sammy
      „Elisa! Lang nichts mehr gehört. Wie geht’s denn so?“, trällerte ich fröhlich ins Telefon. „Sammy altes Haus, wie komme ich denn zu der Ehre? Und diesmal sogar zu einer angemessenen Zeit!“, lachte Elisa am anderen Ende der Leitung. „Haha, verzeihst du mir jemals, dass ich dich damals aus dem Bett geworfen habe?“ lachte ich. Elisa und ich kannten und schon eine gefühlte Ewigkeit, verloren den Kontakt aber immer wieder über mehrere Monate. Der Nachteil daran, wenn man große Gestüte in unterschiedlichen Zeitzonen führte. Da sie früher ebenfalls in England gewohnt hatte, hatte ich bei meinem ersten Anruf nach ihrem Umzug vollkommen die fünf Stunden Zeitunterschied vergessen und Elisa um halb fünf aus dem Bett geklingelt. Damit zog sie mich nun mit Vergnügen auf. „Ich habe deine Anzeige gelesen, dass du ein paar Trainer suchst und wollte meine Dienste anbieten“, erklärte ich schließlich mein Anliegen. „Na das finde ich fabelhaft!“, ahmte Elisa meinen Tonfall nach. „Allmählich klingst du wie eine waschechte Engländerin!“ Ich lachte: „Das kommt wahrscheinlich davon, dass ich zu viel Jane Austen lese. Und die Bronte-Schwestern tun das Übrige.“ „Okay, nachdem das nun geklärt wäre: Wie viele meiner Knutschkugeln darf ich dir denn aufs Auge drücken?“, fragte Elisa. „Das überlasse ich so ziemlich dir. Ich habe einige Pferde verkauft und deshalb viel Platz. Außerdem brauche ich mal wieder ein wenig Abwechslung. Ähm aber Elisa, schick mir nicht gleich deinen ganzen Stall okay?“, lenkte ich zum Ende hin doch ein. Bei Elisa wusste man nie. „Kannst du nicht herkommen, um sie zu trainieren?“, fragte Elisa. „Keine Chance. Ich mache gern mal wieder eine Woche Urlaub bei dir und Matthew, aber ich kann hier grade unmöglich für mehrere Wochen abtauchen. Ich habe nämlich ein paar ziemlich vielversprechende Nachwuchspferde im Stall stehen und die wollen ja auch trainiert werden.“, wehrte ich ab. „Wie wäre es denn, wenn ich deine Tierchen gleich zwei Stufen in ihrer jeweiligen Disziplin weiterbringe? Dann lohnt sich der lange Flug.“, schlug ich vor. Elisa dachte kurz nach, dann stimmte sie begeistert zu. „Ich mache mir mal Gedanken und schicke dir dann eine Liste der Pferde, die ich gern in deine Obhut geben würde. Es werden definitiv ein paar meiner Lieblinge dabei sein, du darfst dich geehrt fühlen!“, witzelte Elisa.

      Einen guten Monat später stand ich am Flughafen und wartete auf Elisa’s Ankunft. Und auf die ihrer acht Vierbeiner natürlich. Zu Hause war bereits alles vorbereitet und ich hatte mir auch schon Gedanken gemacht, welches Pferd ich in welcher Disziplin trainieren wollte. Was das anging hatte Elisa mir nämlich weitgehend freie Hand gelassen. So würde das Training definitiv nicht langweilige werden. Endlich ging der große Frachtflieger in den Landeanflug. Elisa hatte es geschafft, als Begleitperson bei ihren Pferden mitfliegen zu dürfen, sodass sie alle zusammen ankamen. Der Flieger aus Canada beherbergte nicht nur Elisa’s acht Pferde, sondern auch einige Rennpferde, die hier in England die Saison verbringen sollten. Nach einem Wink des Stewards fuhr ich meinen riesigen Pferdehänger auf den Flugplatz und so nah wie möglich an das Flugzeug heran. Oder besser gesagt: Ich ließ ihn fahren. Ich hasste den gigantischen Schlitten, doch für den Transport so vieler Pferde war er natürlich außerordentlich praktisch. Dennoch stand er die meiste Zeit auf dem Parkplatz meines Gestüts, da ich mich an seinem Steuer nicht sonderlich wohl fühlte. Die Hebebühne war bereits an das Flugzeug herangefahren worden und die ersten beiden Containerboxen bewegten sich langsam dem Boden entgegen. Die Pferde der ersten Box wurden von einem jungen Mann entgegengenommen, aus der zweiten lugten sechs Ohrspitzen. Elisa’s Reitponyhengste. Ich winkte Samuel heran und wir luden die drei Hengste Sergeant Reckless, Chesmu und Tenacious flott aus, um sie auf den Hänger zu führen. Elisa winkte uns vom Flugzeug aus und wurde sofort von einem Flugbegleiter zusammen gepfiffen, weil sie so nah am Rand des Flugzeugs gestanden hatte. Ich grinste. Das war einfach typisch Elisa. Sergeant Reckless, ein wunderschöner Silver Bay sah sich neugierig um und wölbte stolz den Hals, blieb aber ansonsten ruhig. Ich nickte Samuel zu, den Hengst zu verladen, während ich mich um die anderen beiden Kandidaten kümmerte. Der glänzende Fuchs Chesmu klebte förmlich an dem dunkelbraunen Tenacious, als ich die beiden zum Transporter führte. Tenacious nahm den Trubel um sich herum hin wie ein alter Profi und ließ sich auch von dem aufgeregten Chesmu nicht aus der Ruhe bringen. Elisa hatte mir schon erzählt, dass der Fuchs neuem gegenüber erst einmal sehr zurückhaltend war. Sobald die drei Hengste sicher verladen waren, standen auch schon die nächsten beiden Container bereit. Der eine ging uns nichts an und in dem anderen befanden sich die drei Damen, die ich diesen Monat im Fahren trainieren würde: Pamuya, Casey und Devina. Besonders über Devina freute ich mich, stammte sie doch von meinen beiden Reitponys Daemon und Dorina ab. Daemon hatte erst kürzlich ein neues zu Hause gefunden, da ich die meisten meiner Ponys abgeben wollte, für Dorina suchte ich noch nach einem passenden Platz. Dennoch war es schön zu sehen, wie sich ihre Tochter entwickelt hatte. Das Stütchen mit dem gepunktetem Hintern sah sich neugierig um und lief brav neben Samuel her. Auch die Porzellanscheckin Casey ließ sich brav aus dem Container führen. Sie beobachtete mich tatsächlich aufmerksamer, als die Umgebung um sich herum und ich strich ihr liebevoll über die weiße Stirn. Pamuya, das Palominostütchen, das nun noch im Container stand, wieherte ängstlich und ich winkte dem Steward zu, damit er sich beeilte und mir endlich den Führstrick übergab. Immerhin war Elisa ja immer noch mit den zwei verbliebenen Pferden im Flugzeug. Als ich Pamuya’s Strick in der Hand hatte, drängelte sie sich sofort gegen Casey, die das Ganze mit einem unwilligen Kopfschütteln quittierte. Ich beeilte mich, die beiden etwas schüchterneren Stuten ebenfalls zu verladen.

      Mit dem nächsten und letzten Container kam nun auch endlich Elisa zu uns auf die Erde. Wir begrüßten uns im Eilverfahren, immerhin wartete wertvolle Fracht darauf, endlich aus dem Container befreit zu werden. Das wunderhübsche Reitponystütchen Accomplishment kannte ich bereits aus einer früheren Trainingseinheit. Allerdings war die Scheckstute damals noch ein putziges (und extrem aufmüpfiges) Fohlen gewesen und nun stand eine stolze Stute mit einer noch viel stolzeren Besitzerin vor mir. Ich ließ Elisa und ihrem Goldstück den Vortritt und kümmerte mich selbst um PFS‘ Empire of Irony, eine nervöse Anglo-Araberstute. Auch Emy hatte ich schon als Fohlen gesehen und war beeindruckt davon, wie sich das Stütchen entwickelt hatte. Ich holte die Scheckstute aus dem Container und hatte auf dem kurzen Weg zum Transporter alle Hände voll zu tun, um Emy an meiner Seite zu halten. Sie tänzelte nervös neben mir her, drehte den Kopf in alle Richtungen und stolperte dabei fast über ihre eigenen Füße. Als sie sah, wohin es gehen sollte, stemmte sie die Beine in den Boden und warf den Kopf hoch. „Emy! Wirst du wohl mit dem Theater aufhören und mich hier nicht so blamieren?“, rief Elisa mit rotem Kopf aus dem Hänger. Auch Accomplishment hatte wohl eher weniger Lust auf eine weitere Fahrt in einer engen Box und stand stur vor der ihr zugedachten Box. „Die zwei hatten schon auf halber Strecke fürchterliche Langeweile. Ich bin echt froh, wenn wir bei dir daheim sind und sie ein bisschen Toben können.“, schnaufte Elisa. Ich fügte das der Liste an Dingen, die ich über meine Trainingspferde wissen sollte gedanklich hinzu und überredete Emy langsam aber sicher, den Transporter zu betreten.

      Als nach mehrstündiger Fahrt endlich die Lichter meines geliebten Gestüts in Sicht kamen, waren wir alle erleichtert. Leider gab es in unmittelbarer Nähe keinen großen Flughafen, daher mussten wir die lange Fahrt in Kauf nehmen. Elisa konnte mittlerweile kaum noch geradeaus schauen und so schickte ich sie sofort ins Haus. „Du kannst dich schonmal duschen und fertig machen. Wir versorgen solange deine Schätze und dann kannst du dich versichern, dass es ihnen gut geht!“, beteuerte ich ihr. Elisa gähnte nur und ließ sich von meiner neuen Lieblingsangestellten Ana ins Haus führen. Ich dagegen winkte meine Jungs heran und wir machten uns sofort ans Ausladen der Pferde. Sergeant Reckless, Chesmu und Tenacious bezogen Boxen im Hengststall. Da gerade Abendfütterungszeit war, herrschte wie üblich eine angenehme Stille im Stall, die nur durch das zufriedene Kauen meiner Hengste durchbrochen wurde. Die meisten meiner Männer ließen sich nicht einmal durch die Ankunft der drei Ponyhengste beim Abendessen stören. Sergeant Reckless und Chesmu plusterten sich ein wenig auf, doch als Ojos Azules, der Rappe, der neben Chesmu stand, nicht weiter reagierte, inspizierten sie schnell ihre neue Unterkunft. Tenacious zeigte sich von der neuen Umgebung völlig unbeeindruckt und begann sofort, an seinem Heu zu rupfen. Wir befreiten die Ponys von ihrer Transportausrüstung und liefen dann zurück zum Transporter, um auch die Stuten endlich auszuladen. Samuel übernahm Casey, Donald Devina und Brian schnappte sich Pamuya, die ihn wiederum schüchtern beäugte. Na immerhin lag es nicht an mir. Auch Ana war zwischenzeitlich wieder bei uns und liebäugelte sofort mit Empire of Irony. Ana war Jockey mit Leib und Seele, da war es logisch, dass sie sich in das einzige Vollblut im Transporter verguckte. Ich nickte ihr lächelnd zu und band Accomplishment los, die es kaum noch erwarten konnte, endlich aus dem Hänger zu kommen. Auch Ana hatte mit Emy alle Hände voll zu tun. Die beiden Stuten tänzelten neben uns her, wobei Lisha wohl eher die Umgebung aufregte und Emy schlicht und einfach zu viel Power hatte. Wir stellten die Stuten nebeneinander in Boxen im Stutenstall. Pamuya, Casey und Devina schienen sich rundum wohlzufühlen und auch Lisha fuhr langsam herunter, nachdem sie nun wieder neben ihren Stallgefährten untergebracht war. Emy dagegen zappelte so sehr herum, dass ich Ana schließlich dabei behilflich war, der Stute die Transportgamaschen und die Decke abzunehmen. Die Jungs waren schon damit beschäftigt, die Ausrüstung aus dem Transporter in den Stall zu schleppen und Donald lief kurz darauf mit einer Mistgabel in den Hof. Ich sah von Ana zu der aufgedrehten Stute. „Komm, wir lassen Emy ein bisschen in die Halle. Die geht uns sonst noch die Wände hoch.“, sagte ich schließlich. Also putzten wir das Vollblut kurz über, legten ihr Gamaschen an und führten sie hinaus. Inzwischen war es dunkel geworden und Empire of Irony schnaubte auf dem Weg zur Halle jeden Busch und jeden Baum an, der sich im leichten Wind bewegte. Sobald wir die Hallentür hinter uns geschlossen hatten und ich den Strick von Emy’s Halfter löste, stürmte die junge Stuten mit großen Sprüngen los und rannte buckelnd um die Bahn. „Okay, das war wohl dringend nötig.“, lachte Ana. Emy drehte noch einige Runden, dann ließ sie sich fallen und wälzte sich genüsslich im Sand. Ich verzog das Gesicht. Das war es dann mit dem schön sauber glänzenden Porzellanschimmelchen. Als Emy schließlich der Meinung war, genug mit Dreck besudelt zu sein, kam sie auf uns zu und rieb den Kopf an meiner Schulter. Schüchtern war das junge Pferd definitiv nicht. Ich hakte den Führstrick wieder ein und brachte die nun viel ruhigere Stute zurück in den Stall. Dort stand Elisa gerade in Pamuya’s Box und säuselte der hübschen Stute irgendetwas ins Ohr. Als wir mit der staubigen Emy durch die Stalltüre kamen, zog sie eine Augenbraue hoch und grinste: „Hattest du nicht genug Arbeit, Sammy?“ Ich streckte ihr zur Antwort nur die Zunge heraus und machte mich mit Ana daran, Emy wieder in einen vorzeigbaren Zustand zu bringen. Als endlich alle Neuankömmlinge versorgt waren, drehte ich meine übliche Abendrunde durch den Stall, knutschte jedes meiner Pferde und ging dann mit Elisa ins Haus. Wir bestellten Pizza und quatschten eine Weile, doch nachdem Elisa fast auf der Couch einschlief, schickte ich sie ins Bett. Zwar wurde ich dafür mit einem Brummeln belohnt, dass klang wie „Jaja, Mama“, aber ich war selbst hundemüde und morgen lag wieder ein langer Tag vor uns allen.

      Elisa verabschiedete sich am nächsten Morgen schon recht früh. Sie wollte einige Bekannte in Deutschland besuchen, bevor sie wieder zurück nach Canada fliegen würde. Allerdings dauerte ihr Abschied von ihren geliebten Vierbeinern solange, dass Samuel mit Sicherheit sämtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen brechen musste, um Elisa rechtzeitig zum Flughafen zu bringen. Ich winkte den beiden noch hinterher, dann verzog ich mich in mein Büro, um die Trainingspläne für Elisa’s acht Pferde aufzustellen.

      „Brian kommst du?“, rief ich laut durch den Stall. Sofort kam der ruhige junge Mann um die Ecke. Heute stand wieder einmal das Training mit Casey und Devina an und da die beiden schönen Stuten im Fahren die Klasse A erreichen sollten, brauchte ich Brian’s Hilfe. In den letzten Tagen hatte ich beide Stuten kennengelernt. Während Devina sich von Beginn an wohlgefühlt hatte, war Casey anfangs sehr zurückhaltend gewesen. Nach mehreren ausgiebigen Runden in der Longierhalle und ebenso ausgedehnten Putz- und Massagestunden hatte ich es jedoch auf die Favoritenliste der schönen Scheckstute geschafft. Seit diesem Moment an war Stütchen wie ausgewechselt. Sie kam zuverlässig angetrabt, wenn ich sie zu mir rief und forderte ihre Schmuseeinheiten regelrecht ein. Heute sollten die beiden Stuten nun zum ersten Mal vor der Kutsche laufen. Das heißt, zum ersten Mal bei mir auf dem Hof. Eingefahren waren die beiden selbstverständlich schon seit längerem und auch die Anforderungen der Klasse E beherrschten sie laut Elisa ohne Probleme. Für Klasse A würden wir uns vor allem mit dem Dressurfahren beschäftigen und zum Ende hin auch ein wenig mit Hindernisfahren. Ins Gelände ging ich mit den Pferden in dieser Klasse generell nur für Spazierfahrten. Das richtige Geländefahren stand jedoch erst ab Klasse M auf dem Programm. Casey holte mich aus meiner Gedankenwelt, in dem sie mich mit ihrer samtigen Nase anstupste. Sie und Devina waren bereits auf Hochglanz poliert, weitestgehend mit dem Fahrgeschirr ausgerüstet und warteten nun darauf, dass es weiterging. „Ist alles fertig?“, fragte ich Brian. Der junge Mann nickte und schnappte sich sofort Devina. Ich dagegen band Casey los und führte sie nach draußen auf den Hof. Dort stand mein leichter Zweispänner bereit. Wir ließen den Stuten einen Moment Zeit, um das Gefährt zu beschnuppern und spannten sie dann nacheinander vor die Kutsche. Beide ließen das Prozedere geduldig über sich ergehen und ich strich ihnen lobend über den Hals. Dann setzte ich mich auf den Kutschbock und nahm die Fahrleinen auf. Brian lief an Casey’s Seite neben uns her, um eingreifen zu können, falls sich Schwierigkeiten ergaben. Ich rechnete allerdings nicht wirklich damit. Casey war zwar draußen auf der Koppel verrückt wie ein Jungpferd, bei der Arbeit aber stets hochkonzentriert und aufmerksam. Egal wie viel Trubel gerade auf dem Gestüt herrschte, ich hatte bisher noch nicht miterlebt, dass die schöne Scheckstute die Fassung verlor. Mit Devina war es ähnlich. Das Punktepferd war ruhig und ausgeglichen. Sie wirkte bei der Arbeit vielleicht nicht ganz so motiviert wie Casey, bemühte sich aber dennoch sehr, alles richtig zu machen. Als wir den Platz erreichten, schloss Brian das Tor hinter uns und sah mich fragend an. In der Regel würde er bei fremden Pferden noch einige Runden am Boden bleiben, um eingreifen zu können, doch die beiden Stuten hatten den Weg hier her so ruhig zurückgelegt, dass mir diese Vorsichtsmaßnahme unnötig erschien. Also winkte ich ihn zu mir und kurz darauf fuhren wir im Schritt um die Bahn. Ich baute diverse Handwechsel und Wendungen mit ein, um zu sehen, wie Casey und Devina auf meine Hilfen reagierten. Nachdem das erwartungsgemäß gut klappte, schnalzte ich mit der Zunge und ließ die Stütchen antraben. Hier zeigte sich nun erstmals die Unerfahrenheit der beiden. Während Devina in einen ruhigen, fast schon gemächlichen Trab fiel, wollte Casey gerne ein etwas flotteres Tempo anschlagen und ruckte unwillig mit dem Kopf, als Devina nicht mitzog. Ich spielte ein wenig mit den Zügeln, um Casey zu besänftigen. Als beide Stuten brav im selben Tempo gingen, ließ ich sie ein wenig schneller werden. Heute standen hauptsächlich Lektionen aus Klasse E auf dem Plan. Wenn diese gut klappten, würden wir auch schon mit den Grundbausteinen für Klasse A beginnen. Ich fuhr also unzählige Zirkel im Gebrauchstrab, wechselte durch die ganze Bahn, wiederholte die Schritt-Trab-Übergänge und das Tritte verlängern. Die letzten beiden Übungen bereiteten den Stuten doch einige Probleme, da immer eine – meist Casey- die Gangart zuerst wechselte und die andere dadurch zum Mitziehen gezwungen wurde. Das war nicht nur unangenehm für die Ponys, es sah auch nicht gerade anmutig aus. Also beschloss ich, die Lektionen der Klasse A auf einen anderen Tag zu verschieben und mich heute mit dem Feintuning auseinanderzusetzen. Nach und nach spielten sich Casey und Devina immer mehr aufeinander ein und wechselten zum Ende der Lektion synchron die Gangart. Ich lobte sie grinsend. Das war doch schon wesentlich besser. Wir beendeten das Training mit einer kurzen Spazierfahrt um das Gestüt, um zu sehen, wie sich die Ponys im Gelände verhielten. Casey wirkte etwas munterer als zuvor, blieb aber dennoch bei der Sache und auch Devina schien den kurzen Ausflug zu genießen. Als die beiden nicht einmal zusammenzuckten, als ein Vogel neben uns aus dem Gebüsch flog, war ich davon überzeugt, hier zwei echte Lebensversicherungen vor der Kutsche zu haben. Das war schon einmal eine sehr gute Voraussetzung für die höheren Klassen des Fahrens – vor allem wenn es später ans Geländefahren ging.

      Gähnend schlug ich auf meinen Wecker und strampelte die Decke weg, nur um sie gleich darauf mit einem Aufschrei wieder an mich zu ziehen. Verdammt war das kalt! Ein Blick auf mein Handy bestätigte meine schlimmsten Befürchtungen: 2° Grad und das Ende September. Na das konnte ja heiter werden. Ich biss die Zähne zusammen, hüpfte aus dem Bett und rannte ins Bad, wo ich sofort meinen Heizlüfter anschmiss. Es wurde wohl Zeit, die Heizung über Nacht wieder anzuschalten. Aber alles Zetern und Meckern half ja nichts, immerhin warten viele Pferde darauf, dass ich im Stall erschien. Heute ging es vor allem um Casey und Devina. Das Training der beiden Stuten war während der letzten Wochen gut vorangegangen, sodass heute unsere Abschlussfahrt auf dem Programm stand. Wenn alles gut lief – und davon ging ich definitiv aus – konnte ich ihnen schon heute Abend ihr Zertifikat über den Stufenaufstieg erstellen und es Elisa mailen. Die Stütchen hatten sich in den letzten Wochen wunderbar entwickelt. Mit Devina hatte ich etwas mehr Arbeit gehabt, als mit Casey, da für den Aufstieg in Klasse A das Rückwärtsrichten verlangt wurde. Während Casey diese Lektion zumindest vom Sattel aus schon durch ihre Dressurausbildung kannte, war es für Devina völliges Neuland. So, wie ich es auch mit meinen Dressurpferden machte, führte ich Devina also vom Boden aus an das Rückwärtsrichten heran. Irgendwann im Verlauf des Trainings war Devina schließlich soweit gewesen, dass sie artig zurücktrat, wenn ich ihr das Stimmkommando „Back!“ gab und mit dem Zeigefinger vor ihrer Nase wackelte. Das Ganze hatten wir anschließend aufs Reiten übertragen. Denn das Rückwärtsrichten unter dem Sattel war wesentlich einfacher, als wenn die Pferde zusätzlich eine Kutsche zurückschieben mussten. Bei Letzterem trafen sie immerhin auf Widerstand. Erst als sich das Punktepferd in allen möglichen Situationen zuverlässig eine Pferdelänge rückwärtsrichten ließ, baute ich die Lektion auch in das gemeinsame Fahrtraining der Stuten ein. Auch Casey hatte anfangs gezögert, mit der Kutsche hinter sich rückwärts zu gehen, doch mittlerweile bereitete die Lektion beiden Stuten keinerlei Schwierigkeiten mehr. Die anderen Lektionen der Klasse A waren demgegenüber fast schon ein Klacks für Casey und Devina gewesen, dementsprechend freudig sah ich dem Abschlusstraining nun entgegen.

      „Guten Morgen meine Süßen!“, trällerte ich, als ich schließlich warm eingepackt durch die Stalltür schlüpfte. „Morgen Herzblatt“, witzelte Samuel, was ich mit einem Augenrollen quittierte. Wie üblich hatte ich erst einmal nur Augen für meine vierbeinigen Lieblinge. Damit sie nicht außen vor waren, bekamen natürlich auch meine Gastpferde einen Schmatzer auf die weiche Nase, was Accomplishment dazu veranlasste, förmlich die Nase zu rümpfen. Als ich meinen Stallrundgang beendet hatte – was zugegebenermaßen einige Zeit in Anspruch nahm- zog ich Brian vom Stalldienst ab, was in lautem Geschimpfe seitens Samuel und Donald endete. Erst als ich ihnen drohte, dass ich außer ihnen jedem eine andere Aufgabe als Boxen misten zuteilen würde, wenn sie nicht sofort mit dem weibischen Gezänk aufhören, waren sie still und funkelten Brian aus der Ferne wütend an. Albernes Alpha-Männchen-Gehabe. Ich schlüpfte in Casey’s Box und kraulte die Stute am Mähnenansatz, woraufhin sie sich revanchierte, sie mit der Oberlippe über meinen Arm fuhr. Ich kicherte als Casey an meinem Hals weitermachte, bevor ich das Stütchen zur Seite schob. „Jetzt machen wir dich mal noch hübscher, als du eh schon bist. Immerhin ist heute ja dein großer Tag!“, sagte ich fröhlich, während ich Casey aus der Box führte und auf der Stallgasse anband. Brian und ich putzten beide Ponys, bis sie glänzten. Natürlich kratzten wir ihnen auch die Hufe aus, kämmten die kurzen Mähnen und verlasen die Schweife. Devina hing mittlerweile richtiggehend an Brian, während Casey eindeutig mich bevorzugte. Wir legten den Ponys das Fahrgeschirr an und führten sie nach draußen, um sie anzuspannen. Ursprünglich hatte ich die zwei erst am Nachmittag trainieren wollen, doch da dunkle Wolken den Himmel verdunkelten, hatte ich das Training kurzerhand mit dem von Sergeant Reckless getauscht. Mit dem Reitponyhengst konnte ich problemlos in der Halle arbeiten, während draußen auf dem Platz schon die Kegel fürs Hindernisfahren aufgebaut waren. Brian stieg hinter mir in die Kutsche und wir zuckelten zum Platz hinüber. Auf dem Springplatz wärmte ich die beiden Damen in aller Ruhe auf, dann fuhren wir im Gebrauchstrab auf den Dressurplatz und ich brachte die Ponys bei X zum Stehen, um imaginäre Richter zu grüßen. Ich wartete einige Sekunden, bevor ich Casey und Devina wieder im Trab antreten ließ. Beide Stuten waren aufmerksam und reagierten auf jedes meiner Kommandos. Ich atmete tief durch und begann mit einer Dressuraufgabe, die alle Anforderungen der Klasse A enthielt. Wir bewegten uns in einfachen Schlangenlinien um die Bahn, formten perfekte Halbkreise mit halben Mittelzirkeln und halben Volten. Das Ganze natürlich im Schritt und auch im Trab. Der Galopp wurde im Dressurfahren erst in höheren Klassen verlangt. Bei A parierte ich die Ponystuten zum Halten durch und richtete sie eine Pferdelänge rückwärts. Beide traten ohne zu zögern zurück und ich lobte sie, bevor es weiterging. Zum Schluss der Kür baute ich nun noch eine Kehrtwendung ein. Dabei fuhr man bis zur Mittellinie und wendete dann in einem 45°-Winkel ab, um auf der anderen Hand zurück zum Hufschlag zu gelangen. Zu Beginn des Trainings hatte ich einen wesentlich größeren Winkel gewählt, doch mittlerweile bereitete die Kehrtwendung keinem der Ponys Schwierigkeiten.

      Ich nickte Brian zu und der öffnete den Durchgang zum zweiten Reitplatz, auf dem die Kegel aufgebaut waren. Das Hindernisfahren hatten wir etwa nach der Hälfte der Trainingszeit begonnen und anfangs waren Devina und Casey überhaupt nicht begeistert. Sie waren noch zu sehr auf die Abstimmung untereinander konzentriert gewesen, um zugleich auf die Kegel zu achten. Und Casey war so ambitioniert, dass sie jedes Mal regelrecht zusammenzuckte, wenn ein Kegel fiel. Daher hatte ich das Training der beiden zu diesem Zeitpunkt gesplittet und mit jeder der Stuten einzeln vor dem Einspänner gearbeitet. Als das gut klappte, hatte ich eines meiner erfahrenen Kutschponys mitangespannt und schließlich hatte ich Casey und Devina wieder zusammengebracht. Nun waren die Ponys ein gut eingespieltes Team und auch wenn das Hindernisfahren vielleicht nie ihre liebste Disziplin werden würde, klappte es doch ausnehmend gut. Beim Hindernisfahren ging es darum, die Kegelpaare und -figuren möglichst schnell und natürlich fehlerfrei zu durchfahren. Daher kramte Brian nun seine Stoppuhr heraus, während ich die Ponys zur Startlinie dirigierte. Begonnen hatten wir im Schritt, mittlerweile schafften wir die Aufgabe in einem flotten Trab, womit ich vollkommen zufrieden war. Für Klasse A standen die Kegel 40-50 Centimeter weiter auseinander, als die Kutsche breit war. Brian zählte von fünf herunter und als er bei 0 angekommen war, ließ ich Casey und Devina im flotten Trab antreten. Wir durchfuhren zunächst einzelne Kegelpaare, erst auf gerader Linie, dann auch in Bögen. Schließlich gelangten wir an den Start der ersten Figur. Hier hatte ich die Kegel so aufgebaut, dass sie Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen darstellten. Dies war für den Aufstieg in Klasse A auch die einzige Formation. Später würden solch spaßige Dinge wie L- und Boxhindernisse hinzukommen. Aber das hatte noch Zeit. Ich versammelte Casey und Devina ein wenig, damit wir nicht mit zu viel Schwung in den ersten Bogen gingen und war erfreut, wie präzise die Stuten mittlerweile auf meine Hilfen reagierten. So schlängelten wir uns durch die Bahn, verabschiedeten uns mit einem weiteren Gruß von den nicht vorhandenen Richtern und verließen die Bahn. Nun hatten auch Casey und Devina ihren Stufenaufstieg geschafft und ich war ziemlich stolz auf die beiden Mäuse. Mal sehen, wie weit uns der nächste Monat bringen würde…
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  • Album:
    2.1 - Hauptstall
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    30 Mai 2017
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    Rufname: --
    geboren: 2012 | Alter: 5 Jahre

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    Herkunft: Hollybrook Stud, England
    Züchter/Ersteller (VKR): Samarti

    Aktueller Standort: Townsend Acres, Kanada
    Besitzer: Samarti

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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Flaxen Chestnut Blanket Appaloosa
    Stockmaß: 147cm


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    ruhig, ausgeglichen, liebenswürdig


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    eingeritten [] |
    eingefahren []
    Reitstil: Englisch

    Dressur E | Springen L | Geländeritt E | Fahren E


    Turniererfolge
    198. Synchronspringen
    297. Distanzturnier
    399. Westernturnier
    303. Distanzturnier
    349. Fahrturnier
    420. Galopprennen
    1. Platz 500. Springturnier



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    zur Zucht zugelassen []
    steht als Leihmutter zur Verfügung [
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    Momentane Punktzahl: 9 (15) Punkte
    Abstammung: 2 | Trainingsberichte: 0 | Schleifen: 7 | RS-Schleifen: 0 | TA: 0 (2) | HS: 0 (2)| Zubehör: 0 (2)

    Gencode: ee Aa ff Lplp PATN²
    Carenté-Pferd []
    Leihmutterschaftsgebühr: n. v.



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    gechippt []

    Letzte Kontrolle: n. v.
    Letzte Impfung: n. v. | Letzte Wurmkur: n. v.

    beschlagen []
    Letzte Kontrolle: n. v.


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