Gwen

Der Gletscherritt

Bewegung, Hintergrund © Cascar

Der Gletscherritt
Gwen, 6 Okt. 2014
Elii gefällt das.
    • Ravenna
      Na ein Glück ist Wish so lieb und erfahren in Distanz/Wanderritten :D
      Freu mich das es mit ihm so super bei dir läuft! ♥
    • Gwen
      Thihi danke! :3
      Oh ja, der Ritt ist wie für uns gemacht! :D
    • Sosox3
      Doofe frage aber: woher hast du Acacia's PNG her :3?

      Und es sieht toll aus:3
    • Gwen
      Pssst, das hat Cascar gemacht :)
      https://www.joelle.de/gallery/image/153039-gletscherritt-1/
      Habe es nur im Album als Erinnerung hochgeladen
    • Cascar
      Haha, Soso, hab sie ausgeschnitten.. x: Weil sie ja auch ne PNG braucht, für das Gehoppse durch die Kante.. :D
      Hoffe, das ist in Ordnung. ^^
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  • Album:
    Fotoalbum
    Hochgeladen von:
    Gwen
    Datum:
    6 Okt. 2014
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    5
  • Der Gletscherritt

    Diesen Monat hat es Altair, Wish und mich in die einzigartige Landschaft Neuseelands gezogen. Dort nehmen wir an einem achttägigen Wanderritt teil - dem Gletscheritt! Das Ziel ist der Franz-Josef-Gletscher, welcher sich in 3000m Höhe befindet. Ich bin schon sehr gespannt, wie es dort oben sein wird!
    Heute sind wir erst einmal auf den Winterscape Stables bei Cascar und ihren Eltern angekommen und konnten uns von der langen Reise hierher ausruhen. Wish und Altair durften derweil schon einmal Bekanntschaft mit den anderen Pferden machen, welche uns nun acht Tage lang begleiten werden - ich bin schon so aufgeregt!

    Tag 1 - Aufbruch nach Süden
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    © Cascar
    Es ist tatsächlich verdammt schwer, mit achtzehn Pferden und damit neun Reitern zu verreisen. Die Winterscape Stables liegen, zur Erklärung, auf der Nordinsel Neuseelands. Der Franz-Joseph-Gletscher liegt allerdings auf der Südinsel. Was macht man da..? Gedankenverloren zupfe ich ein Blütenblatt aus dem Tulpenstrauß auf unserem Küchentisch. Ich habe vor lauter Aufregung unruhig geschlafen und raffe mich jetzt seufzend auf. Die Pferde müssen für den Transport fertig gemacht werden. Wir fahren heute nämlich noch LKW. Auf dem Hof herrscht eine wohlige Geschäftigkeit und aus dem Nordstall dringt Gelächter. Ich grinse und beschleunige meine Schritte zum Turnierstall. Dort treffe ich auf Spearmint, die zwar unmöglich etwas von den Vorbereitungen des Gletscherritts mitbekommen haben kann, aber trotzdem zu spüren scheint, dass etwas in der Luft liegt. Ich begrüße sie herzlich, meine Stute folgt mir parallel vom Paddock in den Stall, wo ich sie mit ihrem Halfter erwarte - innerhalb der nächsten Stunde werden Fell und Hufe geputzt, Beine Bandagiert und eine dünne, aber warme Decke aufgelegt. Schließlich führe ich das Hüh über den Hauptweg auf die große Kreuzung, wo die beiden geliehenen LKWs stehen. Rachel und Elena stehen dort und betrachten das Geschehen mit in die Hüften gestützten Händen, während Michelle Citizen Fang die Rampe nach oben manövriert. Ich begrüße meine Kameraden und marschiere zum zweiten Gefährt, in dem ich Jack und Heimerdinger ausmachen kann. Lächelnd mache ich die Hengste auf mich aufmerksam und führe Spearmint dann in das nächste Abteil. Ich wende mich gerade von meinem Pferd ab, als Marc den Hänger mit Little Jim betritt, der auf dieser Reise ja mein Packpferd sein wird. Ich danke meinem Mitarbeiter und klopfe dem kleineren Schecken den Hals, bevor ich wieder hinaus ins Licht trete, um zu helfen. Zwei Stunden später fahren zwei verdächtig große LKWs in Begleitung zweier beladener Jeeps vom Hof. Ich sitze auf dem Beifahrersitz des ersten Hängers. Vor mir, auf dem Armaturenbrett, liegt ein handgeschriebener Zettel, laut dem sich im Bauch dieses Wagens Citizen Fang, Blódi, Altair, Numair, Anubis und Wishing Well befinden. Eindeutig der leerere LKW. Ich seufze schon wieder und blicke auf die Straße. Mein Vater fährt und wirft mir jetzt hin und wieder besorgte Blicke zu. „Und du denkst, du schaffst das, du verirrst dich nicht“, ich schüttele lächelnd den Kopf. „Quatsch, ich hab doch Spearmint.“ Die Furche in seiner Stirn wird tiefer. „Aber selbst sie ist unerfahren in solchem Gelände.“ Ich sehe meinen Vater jetzt unverwandt an. „Aber sie vertraut mir.“ Die Fahrt dauert nicht so lange, wie ich erwartet habe. Nach, sagen wir, vier Stunden erreichten wir Fox Creek, ein unbedeutendes Dorf mitten im Wald, in dem Freunde meiner Familie wohnen. Ihnen gehört wohl ein größeres Anwesen, denn wir parken auf einem geräumigen, aber scheinbar trotzdem privaten Parkplatz. Ich steige sofort aus, um mir die Beine zu vertreten. Innerhalb weniger Minuten ist die müde Umgebung erfüllt von Stimmen und dem zahlreichen Knallen verschiedenster Autotüren. „Cascar!“ ruft es hinter mir und als ich mich umdrehe, erblickte ich Alessia, die breit grinsend winkt. „Heey!“, rufe ich überschwänglich und begrüße meine langjährige Freundin. Jetzt sind wir komplett. In der folgenden halben Stunde werden die Pferde aus den LKWs geholt und auf scheinbar extra für uns hergerichtete, provisorisch eingezäunte Koppeln gestellt. Immer vier Pferde teilen sich ihr Hektar Wiese und entspannen sich so ein wenig - ich bin erleichtert, dass bisher alles so gut verlaufen ist und vor allem, dass alle Hottas noch bei Laune zu sein scheinen. Dann lerne ich die mir unbekannten Freunde kennen: Silke und Marcus, ein Ehepaar Ende fünfzig. Sie bekunden mir an ihrer Haustür, wie absolut schon sie diese Aktion finden würden und dass sie uns gerne unterstützen. Ich nicke lächelnd und bedanke mich ehrlich. Ein bisschen leidtun mir die Beiden schon, denn jetzt folgen zwei Stunden, in denen zehn Reiter ihr Mittagessen in dieser bescheidenen Hütte einnehmen werden. Mir kommt das regelrecht vor wie ein Überfall, aber Silke und Marcus sind erstaunlich gelassen und vor allem interessiert. Als wir später nach draußen gehen, um die Pferde unter einem unruhigen, grauen Himmel zu satteln, begleiten die Beiden uns und bleiben zuerst interessiert bei Helena stehen - sie ist eben mit Jack beschäftigt und erzählt mit leuchtenden Augen von den wahnsinnigen Erfolgen ihres Hengstes im Military. Ich schmunzele und tappe an Elenas Paints vorbei zu den bereits am groben Holzzaun angebundenen Schecken, die ich mein Eigen nenne. Jimmy döst und Spearmints innere Aufregung, die zugegebenermaßen auch mich befallen hat, zeigt jene nur mit einem stetigen Spiel ihrer Ohren. Ich streichele die beiden Hühs und putze dann zuerst das Pony. Der Braunschecke bekommt eine rutschfeste Unterlage und ein Pad mit einem mehrlaschigen Lammfellgurt auf den Rücken, an dem ich gleich das gesamte Gepäck befestige. Das hier ist die Standardausrüstung für die Packpferde - bei Spearmint ist das schon komplizierter. Die Stute tänzelt mittlerweile und ich kann es ihr nicht verübeln - ich sehe ja schließlich, dass sie sich zu beherrschen versucht und das funktioniert zunehmend besser, als Rachel Acacia neben uns anbindet. Diese Stute hat eine wunderbar ruhige Ausstrahlung, für die ich Rachel insgeheim danke. Schließlich haben wirklich alle ihre Pferde gesattelt und ich muss mich von meinen Eltern verabschieden. In meiner Jackentasche befindet sich ein komplizierter Plan, auf dem unsere Route verzeichnet ist. Als sich zehn Reiter praktisch zeitgleich in den Sattel schwingen, neigt sich die Sonne bereits gen Horizont. Die heutige Strecke führt uns noch drei Stunden durch den Wald. Richtung Norden, zur ersten Hütte. Ich halte die rechte Hand nach oben, um die Aufmerksamkeit auf mich als Führung zu ziehen. „Alles klar“, rufe ich quer über den Hof. Aus den verschiedensten halbdunklen Ecken dringt ein „Ja“, also wende ich Spearmint und drücke ihr sanft meine Fersen in die Flanke. Der Gletscherritt hat begonnen.
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