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kira

De Luxe

Welsh D | Stute | Körpunkte: 3

De Luxe
kira, 24 März 2014
    • Eowin
      Tierarztbericht für Kira’s Weidepferde

      Als ich heute in meinen Terminkalender sah, erschrak ich: ich hatte einen riesigen Auftrag drin stehen. Zwar hauptsächlich impfen und Wurmkur geben, aber dennoch waren es über 30 Pferde, sodass ich eine ganze Weile unterwegs sein würde.
      Ich seufzte tief – ich hatte ja heute Zeit. Ich packte mir einen ganzen Karton mit Fläschchen verschiedener Impfstoffe, der gerade geliefert worden war, und platzierte ihn auf dem Rücksitz meines Mercedes, da der Stauraum im Kofferraum bereits mit Notfallkram vollgestopft war, sodass ich insgesamt für so viele Impfstoffe zu wenig Platz hatte.
      Achtsam schob ich den Karton so lange hin und her, dass ich sicher war, dass er auch bei einem Bremsmanöver sicher stand – dafür schnallte ich ihn sogar an, was sicherlich Gelächter hervorrufen würde, würde es jemand sehen, doch das war mir vollkommen egal.
      Als ich sicher war, dass ich alles beisammen hatte (also auch Nadeln, Spritzen, Alkoholtupfer und die gesamte Notfallmedizin), stieg ich ins Auto und rief kurz Kira an, um ihr Bescheid zu sagen, dass ich in rund einer halben Stunde bei ihr ankäme. So konnte sie sich auf meinen Besuch vorbereiten und einer schnelleren Bearbeitung wegen das erste Pferd schon einmal bereitstellen.
      Dann ließ ich den Wagen an, der surrend ansprang, und machte mich auf den Weg.

      Bei Kira angekommen, lehnte sie lässig an der Gebäudewand – offenbar hatte sie bereits auf mich gewartet.
      Ich begrüßte sie herzlich, dann begleitete sie mich in den Stall.
      „Als erstes ist Davour an der Reihe. Ein Achal-Tekkiner Hengst. Manchmal kann der Gute etwas stürmisch sein, aber eigentlich ist er total lieb und anhänglich – du solltest also eigentlich keine Probleme haben“, erklärte seine Besitzerin mir, während ich bereits auf ihn zu trat und ihn begrüßte.
      Ich ließ mir seinen Impfpass zeigen und stellte fest, dass die letzte Impfung bereits zwei Jahre her war.
      Ich impfte also Tetanus, Influenza und Herpes. Er war in der Tat etwas aufbrausend und quietschte mich an, blieb aber artig. Die Wurmkur nahm er dann mit stoischer Gelassenheit.
      Anschließend überprüfte ich rasch seinen Gesundheitszustand, wo ich keine Mängel feststellen konnte.
      Bei All Pride stellte ich durch den Impfpass fest, dass noch keine Impfung wieder notwendig war, sondern erst im August fällig würde.
      So schaute ich auch bei dem Welsh Hengst zunächst nach dem Gesundheitszustand und verabreichte ihm anschließend eine Wurmkur. Er wehrte sich ein wenig, aber durch Trick 17 mit Selbstüberlistung, wie man so schön sagt, schaffte ich es, ihm die Paste ins Maul zu drücken.
      Mein nächster Patient war wieder ein Welsh, dieses Mal aber im Cob-Typ: Wild Dream. Der Rapphengst machte seinem Namen alle Ehre. Die Tatsache, dass er Influenza, Tetanus und Herpes ertragen musste, machte das alles irgendwie nicht besser, sodass ich bei der letzten Spritze ordentlich zu kämpfen hatte.
      Dies alles und auch ein kundiger Blick verrieten mir jedoch schnell, dass der Hengst in einwandfreiem Gesundheitszustand war.
      Auch Wild Dream bekam zu guter Letzt eine Wurmkur, bevor er wieder auf die Weide gelassen wurde und dort den Abend genießen durfte.
      Nun war Valentine’s Candy Fireflies an der Reihe, ein mittlerweile fünfjähriger Junghengst. Der Holsteiner wurde ebenfalls gegen Tetanus, Influenza und Herpes geimpft. Erstaunlicherweise ließ er dies recht ruhig über sich ergehen.
      Auch bei ihm kontrollierte ich den Gesundheitszustand, wo ich aber nichts Besorgniserregendes finden konnte, und gab ihm eine Wurmkur, die er nicht toll fand, aber ertrug.
      Dann lobte ich den Bunten und schickte ihn wieder auf die Weide.
      Auf selbige Art und Weise verfuhr ich bei der Dülmener Stute Flaschenzieherin. Diese Stute gefiel mir außergewöhnlich gut, sie hatte so einen aufmerksamen Blick.
      Nachdem sie Kontrolle, Impfung und Wurmkur ertragen hatte, war sie sichtlich froh, dass sie auf der Weide wieder mit ihren Kumpanen spielen durfte.
      Anschließend war ein American Miniature Horse an der Reihe – Rumpelstielzchen. Voller Begeisterung kraulte ich die Kleine, bevor er mir mit einem kecken Biss bewies, dass er sich bester Gesundheit erfreute.
      Auch er bekam Tetanus, Influenza und Herpes und wurde entwurmt. All das fand er nicht lustig, bei der letzten Impfung stieg er, aber es war machbar und er blieb einigermaßen händelbar.
      Laheeb al Amara war schließlich genau mein Beuteschema. „Wenn du den mal verkaufen willst, sag Bescheid, ich kauf dir den ab!“, sagte ich zu Kira. Leider verneinte sie und meinte, er sei nicht verkäuflich, aber sie würde auf mich zurückkommen, sollte sie ihn abgeben müssen. Da willigte ich ein.
      Laheeb hatte eine kleine Macke am Bein, was jedoch nichts Wildes war. Ich sprühte es mit Silberspray ein, damit es nicht entzündete, aber dann bekam auch er ganz normal Impfungen und Wurmkur. Hierbei blieb das Vollblut erstaunlich ruhig.
      Mit Drachenlady war ich rasch fertig. Sie war sehr artig und blieb ruhig stehen, während ich sie kontrollierte und impfte. Auch die Wurmkur nahm sie erstaunlich gut an.
      Anschließend kam mit Asfari Sharin wieder ein Vollblutaraber. Bei diesem musste ich vor allem mit der Impfung etwas mehr tricksen und bei der Kontrolle beäugte er mich misstrauisch. Aber schließlich schaffte ich alles und drückte ihm auch die Wurmkur noch rein.
      Club can’s handle me war ein Fellpony Hengst. Auch mit ihm war ich schnell fertig mit Impfung, Kontrolle und Wurmkur.
      Auch der nächste Patient war ein Fellpony, dieses Mal eine Stute namens I like it. Sie verhielt sich sehr artig, sodass ich auch bei ihr mit dem Pensum schnell durch war.
      Daraufhin war „wie konntest du nur“ an der Reihe – ein Blue Roan. Auch hier war die Grundimmunisierung an der Reihe, was schnell gemacht war, obgleich die Stute schon ein bisschen zickig war. Auch Kontrolle und Wurmkur brachte ich routiniert hinter mich.
      Anschließend war wieder ein Cob an der Reihe – eine Stute namens White Dance. Sie war wirklich hübsch und gefiel mir optisch sehr gut. Offenbar teilten andere ebenfalls diese Meinung, denn sie hatte bereits einen Schönheitswettbewerb gewonnen.
      Auch sie wurde geimpft, kontrolliert und entwurmt und durfte dann wieder auf die Weide.
      Ähnlich schnell ging es bei Snow Whites Beaty. Sie musste ebenfalls die Grundimmunisierung bekommen, war vollkommen fit und nahm die Wurmkur mit gelassener Routine, sodass ich sie lobte.
      Anschließend war Eisenmann an der Reihe, ein hübscher Vollblutaraber in Sonderlackierung.
      Einen Augenblick war ich von seinem großen Ausdruck gefesselt, dann zog ich in gewohnter Routine meine Arbeit durch: Gesundheitszustand kontrollieren, Impfung, Wurmkur. Hier war alles in Ordnung.
      Auch das Fohlen Pancake Killer war erstaunlich ruhig und ließ sich so schnell abarbeiten. Der bunte Hengst war rasch fertig.
      Nun folgte die Graufalbstute Juwel der Stille. Ich begrüßte sie kurz, dann begann ich mit Kontrolle, Impfung und Wurmkur. Es war alles in Ordnung, sodass ich sie rasch wieder auf die Weide schicken konnte.
      Ähnlich schnell war de Luxe fertig. Die Stute ließ alles artig mit sich machen; selbst die Spritzen schienen sie kein bisschen zu stören. Ich lobte sie für dieses vorbildliche Verhalten ausgiebig, bevor sie wieder auf die Weide durfte.
      Der letzte Patient von der Weide war Dracula. Ich begrüßte wieder den Hengst, dann kontrollierte ich ihn. Er war absolut fit, sodass ich ruhigen Gewissens impfen konnte. Auch er bekam die Grundimmunisierung und eine Wurmkur, die er einigermaßen artig über sich ergehen ließ.
      Dann durfte auch Dracula wieder auf die Weide und der erste Teil der Vielzahl von Kiras Pferden war fertig behandelt. Nun folgten die Zuchtstuten.

      7637 Zeichen
    • Gwen
      Entspannter Ausritt

      Nachdem ich die beiden Seiten der Ponys kennenlernen hatte dürfen – die liebe und und freche -, war nun ein etwas größeres Exemplar an der Reihe.
      Kira kam gerade von ihrem Einkauf wieder und zeigte mir auch direkt, wo ich De Luxe finden konnte. Die Roanstute war ein Welsh D und reichte locker an das Endmaß heran. Nachdem ich mit den beiden Zwergen gearbeitet hatte, wirkte sie riesig.
      De Luxe war eine sehr liebe Stute und genoss es sichtlich, dass ich mich um sie kümmerte und sie betüddelte.
      So dehnte ich unsere Putzzeit noch ein wenig aus, ehe ich die hübsche Dame dann sattelte und trenste. Gemeinsam verließen wir den Stall und ich schwang mich auf ihren Rücken.
      Mit Vanity hatte ich das Gelände schon ein wenig erkundet gehabt und so wusste ich grob, wo ich nun mit Lüxi entlang reiten würde.
      Wie sich ergab, wusste Lüxi auch ziemlich gut Bescheid und wenn ich einmal nicht weiterwusste, dann gab ich das Kommando einfach an sie und sie brachte uns wieder sicher auf den richtigen Weg.
      Wir waren fast zwei Stunden unterwegs, größtenteils im ruhigen Schritt, aber ab und an trabten und galoppierten wir auch einmal.
      Lüxi war danach vollkommen ausgeglichen und gähnte genüsslich am Putzplatz, während ich ihr Sattelzeug wegschaffte und noch einmal über sie drüberputzte.
      Dann durfte Lüxi auch schon wieder auf ihre Weide und zurück zu ihren Freundinnen, welche sie wiehernd empfinden. Ich machte mich stattdessen auf die Suche nach Kira.
      Bei ihr wollte ich mich noch verabschieden und mich für den schönen Tag bedanken, ehe ich mich auf den Heimweg machte.
    • kira
      Hoch und Tief
      Pflegebericht

      Der Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich vielleicht mal etwas in die Pötte kommen sollte. Schnaufend befreite ich mich aus der Umarmung. Lars brummelte. Vorsichtig rutschte ich zur Bettkante und schlüpfte mit meinen nackten Füßen in meine Pantoffeln. Es war kalt im Zimmer, bloß schnell in die Küche. Ich reckte mich noch, um mich wieder bewegen zu können und stupste meinen Freund leicht an „Wir müssen aufstehen Lars. Ich bin schon mal unten.“ „Hmmhh..“, er drehte sich rum. Mit einem leichten grinsen und kopfschüttelnd bewegte ich mich die Treppe runter. In der Küche angekommen deckte ich den Tisch, nicht sehr viel Aufwand bei zwei Personen. Grade fertig mit decken tauchte auch Lars auf. „Schon fertig?“ Ich nickte. „Morgen erstmal, ne?“, meinte ich dann grinsend. Ein Lachen konnte er sich nicht verkneifen. „Guten Morgen mein Schatz“, ein Kuss folgte. Am Frühstückstisch würde der Schlachtplan für den heutigen Tag folgen. Ich setzte mich schon mal und begann mein Brötchen fertig zu machen, während Lars sich noch Kaffee kochte. Brrr.. Kaffee – nicht so meins – mit meinem Kakao war ich sehr glücklich. Einen kräftigen Bissen nahm ich von meinem Käsebrötchen, während Lars sich setzte. „So. Was steht heut an? Die Kleinen kommen heute, oder?“ Ich nickte, denn ich war immer noch mit meinem Käsebrötchen beschäftigt. „ Ist alles dafür schon fertig?“ Noch am kauen nickte ich, aber hob die Hand um ihm zu verdeutlichen, dass ich dazu noch etwas sagen wollte. Der letzte Bissen war runtergeschluckt: „ Prinzipiell schon, die kommen doch zu Gracie in den kleinen Laufstall.“ „Meinst du das geht gut?“ Die Kleinen waren nicht nur vom Alter klein, was Grace auch war, sondern wirklich klein. Zwei Miniature Horses. Und Grace war normal groß. „Hoffe ich doch.“ „Okay.“, meinte er nickend. Wir Frühstückten zu Ende ehe wir uns fertig anzogen und auch schon nach draußen verschwanden um das Tageswerk zu beginnen.

      Als wir vor der Tür standen genoss ich es einen Augenblick mein Gesicht der Sonne entgegen zu strecken, die letzte Zeit hatte es viel geregnet, richtiges Winterwetter hatte es diesen Winter bisher kaum gegeben, dennoch war es kalt und ekelhaft gewesen. Dann folgte ich Lars zu den Ställen. Er hatte schon begonnen den Pferden ihr Frühstück zu geben. „Stutenstall ist fertig, ich mach jetzt die Hengste.“ „Gut, dann nehm ich was übrig bleibt.“, meinte ich und schnappte mir einen Futterwagen, womit ich mich aus dem Hauptstall, welcher die Zuchthengste und Anwärter beherbergte, auf dem Weg zu einem der Nebengebäude machte. Hier waren die Pferde und Ponys untergebracht, welche nicht eine unserer Hauptzuchtlinien waren. Also eher die Hobby Pferde. Nacheinander bekamen Davour, Valentine´s Candy Fireflies, Flaschenzieherin, Rumpelstielzchen, Pancake Killer und Umpalumpa ihr Futter. Ebenso wie die Araber, gekört und ungekört, Asfari Sharin, Laheeb al Amara, Eisenmann und Famiah und meine Berber Stute Pangäa, die auch hier untergebracht waren, da sie nur eine Nebenzucht waren. Am Ende des Gebäudes befand sich der Jungpferde Laufstall, in welchen heute die beiden neuen Jährlinge einziehen sollten. Eigentlich schon anderthalb, bald zwei. Am Tor stand Graceful Eclipse. „Na Gracie?“, begrüßte ich die Stute. Das große Mädchen steckte mir freundlich ihren Kopf entgegen, sodass ich sie krabbelte während ich ihr Futter in die Raufe schüttete. Auch hier kontrollierte ich routinemäßig die Tränke und nahm mir kurz die Zeit die Stute in Augenschein zu nehmen, aber wie immer war alles in Ordnung. Glücklich klopfte ich Grace den Hals, worauf hin sie mich an stupste. So ein freundliches Pferd hatte ich selten erlebt und mit Spannung wartete ich darauf wie sie sich unterm Sattel und bei sonstiger Arbeit machen würde. Sie war echt ein Herzenspferd. Aber weiter ging es, also wieder in den Hauptstall und den Futterwagen weggebracht und neu aufgefüllt. Beim Verrichten davon kam ich bei All Pride vorbei, im Gegensatz zu sonst kam er nicht zur Boxentür um sich ein Leckerchen zu egammeln. Noch so eines meiner Lieblingspferde, auch wenn er jetzt wohl noch faul im Stroh lag. Generell haben wir viele wundervolle Pferde. Was würde ich nur ohne sie machen? Und ohne Lars? Aber sie sind alle hier. Glücklich machte ich weiter. Vom Heuboden schmiss ich einen kleinen Quarder Stroh runter und transportierte ihn mit einer Schubkarre zum Hänger. Eine neue Schubkarre könnten wir mal gebrauchen, diese hier war etwas schrottig. Aber es reichte, ich und das Stroh kamen beim kleinen Hänger an, wo ich eine Schicht drin verteilte. Der Hänger war eigentlich ein Schafhänger. Aber wofür den riesen Häger mitnehmen, dieser war für zwei so winzige Pferdchen viel sicherer und auch angenehmer zu fahren. Würde Lars fahren? Das müsste ich ihn noch fragen. Aber so oder so würde ich auf jeden Fall mit zum Abholen. Mit dem restlichen Stroh ging ich zurück zum Hauptstall. Eigentlich könnte ich es auch im Stutenstall verteilen. Wieso nicht? Die würden sich freuen. Also nahm ich einen kleinen Umweg und brachte das restliche Stroh zu den Stuten. Das ganze wurde im Laufstallverteilt, wo die Zuchtstuen standen. Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi, Siana, Knifes and Pens, Antigone, Vanity und Lillifee freuten sich drüber und ein Großteil stürzte sich sofort drauf. Vanity zickte etwas herum doch Siana bot ihr direkt Einhalt. Dennoch musste ich lachen als Knive lieber reißaus nahm und sich mit etwas Stroh davon machte. Frisches Stroh war recht beliebt, Heu und Kraftfutter oder Frischfutter natürlich mehr, aber momentan gab es für die Zuchtstuten fast nur Heu. Ein paar Zusätze gabs dennoch, für die Entwicklung der Fohlen. Aber es passt so. Es gab immer gesunde kräftige Fohlen. Und ab Frühjahr sind sie ja auch draußen. Nach kurzen Recken nahm ich die Schubkarre wieder auf und ging an den Einzelboxen der ungekörten Stuten, sie standen alle noch im Training, Wie konntest du nur, Drachenlady, I like it, De Luxe, White Dance, Snow Whites Beauty und Juwel der Stille vorbei. Einige neugierige Nasen reckten sich mir entgegen, aber es gab keine Leckerchen. Like versuchte es mit quitschen und empörten treten gegen die Boxentür. „Hör auf du Zicke! Ich hab nichts!“, vesuchte ich ihr klar zu machen. Zufrieden war sie dennoch nicht, sie warf mir einen trotzigen Blick zu. Einfach ignorieren, sie war eben so. Eine der kleinen Stalldiven.

      Grade als ich die Schubkarre abstellte kam Lars an: „Kommst du gleich mal?“ Er machte so ein besorgt-wichtiges Gesicht. Nickend fragte ich: „ Klar, was ist denn?“ „Gleich. Ich muss wieder zu Dracula.“ Schon war er wieder verschwunden. Anscheinend hat er Dracula bewegt. Gut, dann muss ich das nicht mehr machen, der Kerl war auch heute mit Training dran. Worums aber geht..? Hoffentlich ist nichts mit Dracula passiert. Sorgen breiteten sich aus. Das Zurecht legen des Sattelzeuges der Pferde die heute geritten werden sollten müsste warten, erstmal würde ich nach schauen was los ist.
      Lars war grade Dracula am abbürsten. Dee hatte ordentlich geschwitzt sah ansonsten aber quitsch lebendig aus und hibbelte wie immer ein bisschen herum und machte uns das Leben schwer. „HEY!“ Ich schreckte aus meinen Gedanken auf. Lars verpasste Dee einen kräftigen Klaps. „Er hat mich gezwickt.“, entschuldigte er sich und verzog das Gesicht. „Frechdachs. Aber er ist dennoch gut.“ „ Ich hab ihn mal ein bisschen gefordert, Medy hat gute Arbeit geleistet, der geht ne super L Dressur mitlerweile.“ „Wir könnten sie ja nochmal kommen lassen oder meinst du er wäre mit mehr Überfordert?“, fragte ich nachdenklich und kam naher um den Ponyhengst zu krabbeln. Dee ließ mal seine hengstige Seite fallen und drückte sich meiner Hand entgegen. „was du nur immer mit den Pferden machst!“, meinte Lars lächelnd. Dees Lippe zuckte, der Mascho genoss es sichtlich. „Achja und wir können ja mal mit Medy telefonieren was sie dazu meint.“, er schwieg kurz, setzte an etwas zu sagen, aber überlegte es sich doch anders. Nach einem Moment der Stille und einem Stirnrunzeln von mir kam er doch noch zu Punkt: „Ich glaub Pride geht’s nicht so gut.“ Nein! Ich verkrampfe leicht, „ Könnte ne Kolik sein.“ Dracula wurde unruhig, ich hatte unbewusst aufgehört ihn zu krabbeln. Meine Hand hing nur noch angespannt an seinem Hals, ich nahm sie weg. „Es ist noch nicht so schlimm. Ich hab den Tierarzt vorhin schon angerufen er kommt nachher.“ Ich nickte. „Magst du nach ihm schauen? „, fragte er sanft und legte mir seine Hand auf die Schulter. „Du kannst am besten mit ihm. Ich kümmer mich hier um den Rest. „Ja“, kam es leicht krazig aus meinem Mund. Er schenkte mir einen mitleidigen Blick, denn er wusste wie viel mir Pride bedeutete. Dann nahm er Dracula um diesen wieder in seine Box zu bringen. Also auf zu Pride. Wird schon nicht so schlimm sein. Warum hab ich das nicht gemerkt heute Morgen als er nicht raus geschaut hat! Ich hätte nach ihm schauen sollen.
      So schnell war ich noch nie bei einer Box gewesen. Vorsichtig lugte ich durch das Boxen Gitter. Da lag er im Stroh. Zumindest wälzt er sich nicht. Schwitzig sah er aus und er blähte auch die Nüsten. „Hallo Kleiner!“, begrüßte ich ihn leise und schob den Riegel zu Seite um einzutreten. Prides Blick wanderte zu mir. Langsam ging ich zu ihm hin und hockte mich neben ihn. Er legte mir pracktisch seinen Kopf in den Schoß, mir kamen beinahe die Tränen. Ich streifte ihm sein Halfter über und stand dann auf. „Komm! Hoch!“, versuchte ich ihn zum Aufstehen zu bewegen. Schnaufend kam er hoch. Zumindest das Geschafft. Er spannt den Bauch. Jetzt mal ein bisschen Bewegung, dass hilft. Hoffentlich kommt der Arzt bald. Mit einem sanften zupfen am Strick brachte ich ihn dazu mir zu folgen. Aus der Box raus, er sah nicht gut aus. Die Tränke hatte aber funktioniert, also lag es nicht daran. Erstmal würden wir ein paar Runden drehen.
      Es dauerte bis der Tierarzt kam. In der Zwischenzeit war ich mit Pride Runde um Runde gegangen und hatte immer wieder versucht ihm etwas Wasser anzubieten – bisher ohne Erfolg. Lars schaute auch immer wieder vorbei: „Wie geht’s ihm?“ „Nicht so gut.“ „Wenn du was brauchst sag mir Bescheid. Ich hab mein Handy dabei.“ „Klar“, meinte ich und schenkte ihm ein Lächeln. „Looki ist jetzt auch bewegt. Ich war eben mit ihm in der Halle und bin ein bisschen gesprungen..“, er hielt inne und grinste mich leicht an, „.. es war intressant, aber ich glaube nicht das er ein großes Springpferd wird. Cavalettis schafft er aber.“ Lars zwinkerte mir zu. Bei dieser Vorstellung wie er Looki wohl mit großem Aufwand zum Springen gebracht haben musste musste ich lachen. „Überlass das besser uns.“, ich schaute etwas wehleidig zu Pride. Er und ich – das war ein Team – wir waren beide unglaublich springbegeistert und kamen super miteinander aus. Aber ans Springen war momentan nicht im Entferntesten zu denken. „Ich bring jetzt erstmal die Zuchthengste in die Führmaschiene und dann reit ich noch Club.“ Ich nickte. Dann waren zumindest schon mal Admiral, Frisco, Coco´s Landzauber, Legacy of Gold, Golden Pirate, A le Hop und Club Can´t Handle Me bewegt.
      Endlich traf der Tierarzt ein. Ein schaute sich Pride genau an, tastet ihn ab. Drückte hier und da. Armer Kerl, er hatte echt Schmerzen. Und jetzt drückt der Arzt auch noch an ihm rum. Beruhigend streichelte ich ihn. „Also „, setzte der Tierarzt an, „ es ist wie sie dachten eine Kolik. Das Führen war schon eine gute Maßnahme, ebenso wie das Anbieten von Wasser. Ich werde ihm jetzt eine Krampflösende Spritze geben und ein Schmerzmittel.“ Den Strick fest in der Hand streichelte ich Pride und redete mit ihm um ihm abzulenken: „Schau her Junge! Alles wird gut. Hhmm? Ja, mein lieber Pride.“ Der Arzt setzte die Spritzen geschickt und Pride blieb brav. Er war aber auch fertig. “ Sie können ihn dann wieder in die Box stellen. Achten Sie darauf ob er trinkt. Aber er sollte erstmal noch nichts fressen. Wenn es sich bessert kann er wieder kleine Portionen Heu bekommen, was dann langsam gesteigert werden kann. Wenn es aber nicht besser wird sollten sie mich nochmal Kontaktieren, aber ich denke hiermit sollte es getan sein.“, wies der Arzt mich an. „Okay alles klar.“, ich verabschiedete mich mit einem Händeschütteln und brachte Pride etwas erleichtert in seine Box zurück. Dort räumte ich alle Futter Reste raus und stellte ihm zusätzlich zur Tränke einen Eimer mit lauwarmen, frischen Wasser in die Futterraufe. Es schien ihm schon jetzt etwas besser zu gehen. Zumindest steht er und ist nicht mehr schwitzig.
      Nach kurzem Tätscheln ließ ich ihn dann alleine, mein Magen grummelte schon seit geraumer Zeit und es waren noch andere Pferde um die ich mich heute kümmern müsste. Und die zwei Neuen! Erschrocken schaute ich auf meine Uhr. Vier Uhr. Mist. Eigentlich hätte ich vor einer halben Stunde bei der Züchterin sein sollen. Hastig zog ich mein Handy aus der Hosentasche – kein verpasster Anruf. Also machte ich mich auf die Suche nach Lars. Wie es schien hatte er inzwischen schon alle Hengst wieder in ihre Boxen gebracht, denn die Führmaschine war leer. Als ich die Futter- und Sattelkammer betrat bemerkte ich eine Notiz am Brett
      ‚Bin die Kleinen abholen. Hoffe du bist nicht sauer, dass du nicht mit bist ;)
      Lars‘
      Glückgehabt, es wäre mir sehr unangenehm gewesen, wenn niemand pünktlich dar gewesen wäre. Und ich war nicht sauer. Auch wenn ich natürlich schon sehr gerne mitgekommen wäre. Hatte er gut gemacht. Aber ich sehe die Kleinen ja nachher. Motte und Porcelain Doll. Beim Überprüfen der Tabelle stellte ich auch fest das Lars auch anscheinend noch unseren alten Herren Wild Dream geritten war, so hatte ich jetzt eigentlich nur noch ein Pferd heute zu reiten. Bei übriger Zeit würde natürlich sich auch keines der restlichen Pferde dagegen wehren, aber es gab immer einige „Pflicht“-Pferde, danach kamen die Optionen. Aber erstmal ging ich jetzt ins Haus. In der Küche stellte ich auch fest, dass Lars sogar gekocht hatte. Wie ich ihn liebe! Er hatte heute echt gerackert.
      Nach dem Essen ging ich wieder gestärkt erstmal nach Pride schauen, ich erwischte ihn grade mit dem Maul im Wassereimer. Erleichtert seuftze ich, worauf hin er seine Nase hob und ans Gitter presste. „Nein, Pride du kriegst nichts. Du willst doch wieder Gesund werden.“, wähnte ich. Weil ich ihn aber nicht so stehen lassen wollte kraulte ich ihn, es schien ihm schon deutlich besser zu gehen. Wie schön! Ich merkte wie ich deutlich entspannter wurde. So und jetzt kommt der Spaßige Teil des heutigen Tages.
      Roi du Soleil stand schon ungeduldig an seiner Boxen Tür, er war noch ziemlich neu doch hatte er sich schnell eingelebt und wartete nun jeden Tag auf seine Beschäftigung. "Hey du!", begrüßte ich den hübschen Hengst. Roi stampfte mit dem Huf auf und nachdem ich ihm diese ausgekratzt hatte und ihn mit Halfter am Strick aus der Box führte schien er fast etwas beleidigt. Armer Kerl, musste er heute so lange warten bis er dran war. Sonst war er früher.. Also schnell geputzt bis das rote Fell in der restlichen winterlichen Sonne funkelte und dann den Sattel drauf gepackt. Schnell flitze ich noch in die Sattelkammer um meinen Helm zu holen und nahm dabei wieder die halbe Tür mit "Autsch!" "Was für´n Mist!", fluchend ging ich wieder zu Roi zurück, darauf bedacht nicht weitere Ecken mit zu nehmen, der blaue Fleck würde nun reichen. Relativ flott war der Kerl gesattelt und als würde er sich bedanken wollen, dass er jetzt endlich seine heiß ersehnte Bewegung bekäme, stupste er mich sanft an. Lächelnd krabbelte ich ihn zwischen den Ohren. Brav folgte er mir zum Reitplatz, das Wetter war heute wirklich gnädig, blauer Himmel und Sonne. Naja kalt war es immer noch. Und feucht. Vom ganzen Regen. Aber was sollte man erwarten? Mit dem was man hat sollte man sich zufrieden geben und sich freuen. Ich öffnete unter einiger Anstrengung das Tor, da müsste man noch mal was dran machen, es funktionierte nicht mehr ganz so wie es sollte. Darum war ich froh als ich es wieder geschlossen hatte und im weiß umzäunten Reitplatz stand. Roi war hibbelig, das merkte ich schon beim aufsteigen. "Hey!", stehen bleiben war wohl nicht drin.. Schnell schwang ich mich hoch und ihn dann, er war einfach losgelaufen, anzuhalten und rückwärts wieder zum Ursprungsort zurück zu kehren. Dort ließ ich ihn erstmal stehen. Passte ihm natürlich nicht und er schlug mit dem Kopf. "Selber Schuld, wer sich bewegen will muss dennoch auf mich hören.", meinte ich etwas genervt. Als er es dann doch schaffte ruhig zu stehen durfte er dann endlich auch gehen. Im Schritt ging es einige Minuten über den Platz bis Roi gut aufgewärmt war. Dann sollte er traben. Die nächste Hürde an diesem Tag. Lief heut nichts wie es sollte? Sanft berührte ich seine Flanke und Roi preschte los als würde er ein Rennen laufen. Ein Galopprennen. Gegen die Schnellsten. Und er hält mit. "Hör auf!", schnauzte ich ihn an. Ein paar sehr eindeutliche Paraden und Volten ließen ihn zu seinem Glück wieder langsamer werden. So geht man nicht mit mir als reiter um. Hatte er jetzt gemerkt, würde er, hoffte ich für ihn, nicht nochmal machen. "Nächstes mal wirst du vorher longiert!", meinte ich zu ihm. "Was?", kam es zurück. Verwirrt schaute ich mich um und entdeckte Lars am Zaun, der musste natürlich lachen, ich schien wohl recht verdutzt zu schaune. Ich manovrierte Roi im lockeren Trab zu Zaun und ließ ihn dort anhalten. Na bitte, ging doch. Er stand ruhig. "Dachtest du dein Pferd spricht mit dir?", meinte Lars schmunzelnd. "Ich war mir nicht ganz sicher und habe schon an meiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt!", erwiederte ich lachend. "Wo sind denn die Kleinen?" "Ordentlich verstaut im Stall. Alles super gelaufen, sind brav in den Hänger und haben es sich dort bequem gemacht. Zwei ganz süße sind das!" "Super! Ich schau sie mir an, wenn wir hier fertig sind." "Lass dir Zeit mit Roi die Kleinen rennen schon nicht weg!", meinte Lars frech. Ich zog eine Schnute, doch musste dann lächeln, er kannte mich einfach zu gut. "Jaja." Also widmete ich meine Aufmerksamkeit wieder Roi. Erst lobte ich ihn natürlich, dass er so lange brav und ruhig gestanden hatte. Da hatte es wohl klick gemacht wer das sagen hatte. Als ich antrabte meinte Lars noch:"Ich mach schon mal die Abendrunde." Ich nickte nur. Ich hatte gar nicht wirklich wahrgenommen das es schon recht düster wurde, aber der Tag würde bald zuende sein. Roi stellte sich beim restlichen Reiten vorbildlich an, er arbeitete toll mit und bot sich von selber an. Fleißiger Junge! Als ich schließlich beendete schien er mit sich selbst sehr zufrieden zu sein und sich, zum Glück, gut ausgepowert zu haben. Ich würde mit Lars besprechen ein Paddock an seine Box zu Bauen, denn umziehen lassen wollte ich ihn nicht. Dort wo er momentan stand stand er eigentlich gut. Umzüge waren immer so große Pferde hin und her Schieberreien. Denn es konnte ja uch nicht jeder überall stehen. Also wäre ein neues Paddock die simpelste Möglichkeit. Klar, es müsste auch noch ein Durchgang nach Außengebaut werden, aber hey! Wofür hatte man einen handwerklich begabten Freund? Als Roi wieder in seiner Box stand könnte ich gar nicht schnell genug Sattel und Putzzeug wegräumen. Beinahe vergaß ich zu kehren. Doch der drohend in der Stall Gasse stehende Besen erinnerte mich daran. Seuftzend nahm ich ihn und beseitigte den Dreck vor Rois Box. Schließlich konnte ich mich doch endlich in Richtung Laufstall auf machen, auf dem Weg kam mir Lars entgegen. "Sie stehen doch im Laufstall?" "Ja, ich hab ihnen aber erstmal ein eigenes Stück abgetrennt, dass sie nicht sofort zu Gracie müssen." Ich nickte. "Bin gleich auch mit Füttern fertig. Dann geh ich rein. Pride geht es übrigens schon eindeutig besser." Erleichtert lächelte ich, er war mein Liebling, ohne ihn.. ich wollte es mir gar nicht vorstellen. Lars und meine Wege gingen wieder auseinander, ich betrat das Gebäude in welchem sich der Laufstall befand. Dunkelheit empfing mich. Licht an. Da standen sie.. zusammen gekuschelt bei Gracie. Absperren hatte wohl nichts gebracht. Motte und Porcelain Doll hatten sich einfach durch den sorgfältig aufgestellten Zaun gequetsch, wie war auch mir ein Rätsel. Verschlafen blintzelten mir drei Augenpaare entgegen. Lars hatte recht, sie würden mir nicht weglaufen, daher beschloss ich den dreien ihre ruhe zu lassen. Für die beiden Minis war der Tag schon aufregend genug gewesen. Lich aus und wieder raus. Lars war warscheinlich schon fertig. Auf dem Weg zum Haus ging ich nochmal bei Pride vorbei. Ruhig lag er im Stroh. Als ich langsam den Riegel aufschob und zu ihm rein ging, reckte er mir den Kopf entgegen und blieb völlig entspannt liegen. Vor seinem Bauch ließ ich mich nieder und lehnte mich gegen ihn, seinen Kopf legte er mir nun fast in den Schoß. Die Ruhe die er ausstrahlte ging auch direkt auf mich über. Nach diesem stressigen und aufregenden Tag könnte ich endlich wieder durchatmen. Vertrauensvoll ließ er sich von mir umarmen und krabbeln. Wir beide, das war was. Ich liebte diese Momente, die einem beinahe verzaubert vorkamen, etwas unreal, aber dennoch wundevoll. Ich strich noch einige male über sein braunes, weiches Ponyfell, bevor ich auf stand, aus der Box ging und mich, wieder etwas unbefangener, zum Haus und zu Lars aufmachte.
    • kira
      Kurzer Zwischen-Pflegebericht
      Ich hatte in letzter Zeit ein bisschen Fehlplanung, weshalb ich schnell aus dem Bett sprang als mein Wecker schrillte. Im Hengststall versorgte ich flott All Pride, Roi du Soleil, Cocos Landwein, Admiral, Look at my Hair, A le Hop, Frisco,Legacy of Gold, Club cant Handel me, Golden Piratmit Frühstück nacheinander. Dann kamen die Zuchtstuten oder solche die es werden sollten dran. Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi, Lillifee, Vanity , Knives and Pens, Siana, Antigone , De luxe, White Dance, I like it, Juwel der Stille, Snow Whites Beauty, Wie konntest du nur, Drachenlady bekamen auch ihr Futter, worüber sie sich wie jeden Tag her machten. Danach brachte ich Davour, Pangäa, Famiah, Asfari Sharin, Laheeb al Amara, Eisenmann , Flaschenzieherin, Wild Dream auf ihre Koppeln. Ich hoffte niemanden in meiner Eile vergessen zu haben, hinterließ Lars noch eine Nachricht auf dem Küchentisch. Er war noch nicht aufgestanden, aber ich hatte heute Termine so das ich so früh raus musste. Zum Glück hatte ich bald wieder Zeit meinen Pferden die Pflege zukommen zu lassen, die sie brauchten und verdienten.
    • kira

      So viele Helfer

      Pflegebericht
      Croccantino, Butterblume, Verdine, Roi du Soleil, Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens, Siana, Drachenlady, White Dance, Juwel der Stille, De Luxe

      Es war schon Winter, aber zu meiner Freude erinnerte das Wetter einen noch eher an laue Herbsttage. Somit wehte mir auch kein eisiger, schneidender Wind entgegen, als ich aus dem großzügig gebauten Einfamilienhaus trat. Seit kurzem hatten wir zwei Wohnungen in unserem Haus abgetrennt, aus vorher mehr oder weniger genutzen Räumen. Weniger, musste ich eingestehen. Und Lars hatte schon Pläne für weitere Wohnungen. Nicht das er neuerdings sich als Vermieter versuchte, nein, wir hatten nun Angestellte. Wie merkwürdig das klingt. Ich hatte mich immer alleine um meine Pferde, meinen Hof gekümmert. Aber nun war ich doch glücklich über Lars rationale Denkweise, denn inzwischen war die Größe des Hofes und Menge der Tiere nur noch schwer alleine zu bewältigen. Und somit hatten sich jetzt Peter, alteingesessener Pferdewirt, und Alexandra, welche bisher im Beritt und Reitunterricht tätig gewesen war, aber sich hier auch um die Pflege kümmern würde, dort einquartiert. Bisher verstand ich mich mit beiden recht gut, aber was konnte man schon nach so kurzer Zeit sagen.

      Alex kam grade aus der Tür hinter mir, „Ausnahmsweise kein Regen.“ Nickend stimmte ich ihr zu, denn es war zwar immer noch recht mild, aber wir hatten einige Tage des Dauerregens erlebt. „Ich hoffe der Boden ist nicht mehr so schlammig, ich wollte heute mit Blümchen eine Trainingseinheit im Gelände absolvieren.“, auf diese Idee war ich gekommen nachdem Cata mal wieder da gewesen war. Denn momentan schien Butterblume wohl eine Blockade, mental gesehen, zu haben. Denn trotz Talent und Können hatte sie nun beim Springen Schwierigkeiten. Im Gelände, kleine Hindernisse und Motivation durch andere Pferde(ich hatte Lars dazu verdonnert mir Gesellschaft zu leisten und eine Freundin würde auch mitkommen), hoffte ich würde sie den Spaß bei der Sache wieder finden und über ihren Schatten springen und letzteres wohl auch wortwörtlich. Alex nickte verstehend. „Du bewegst am besten heute erstmal die Zuchtstuten.“, teilte ich ihr mit. Wiederum nickte sie und verschwand Richtung der Besagten.

      Zu den Zuchtstuten zählten alle meine prämierten Stuten, welche zumeist gerade tragend waren und somit nur für einige Zeit aufs Paddock gelassen werden mussten oder für einige Runden in die Führmaschiene kamen. Zum Glück konnte man die Paddocks wieder nutzen. Schweigsames Mädchen, dachte ich noch kopfschüttelnd und machte mich Richtung Nebenstall auf, denn erst würde ich mich heute noch um meinen liebsten Croccantino kümmern. Auf dem Weg zu dessen Box kam ich an Peter vorbei, welcher eifrig, aber dennoch irgendwie gemütlich, dabei war die Boxen zu misten. „Morgen, Frau Esenbeck!“, grüßte er mich. „Morgen Peter, schon so weit?“ „Ja man muss doch anpacken!“ Lächelnd reichte ich ihm den Stroballen, welcher vor der Box lag. Er hat trotz der frühen Stunde schon gute Arbeit geleistet. „Machst du gleich mal Pause und teilst die Morgenrationen aus?“, fragte ich ihn. „Ist schon in Arbeit!“, kam die Antwort, die von der Tonlage nicht hätte passender für so einen alten, bodenstämmigen Mann hätte sein können.

      Mit dem gesattelten Croccantino machte ich mich Richtung Halle auf. Die Reitplätze sahen noch zu unfreundlich aus, auch wenn die Sonne sich gerade durch die Wolkendecke gekämpft hatte. Wenn es so bliebe würde der Ausritt heute schön werden. Croc war derzeit in allen wichtigen Sparten auf L Stand und hatte beste Aussichten ein top Sport- und Zuchtpferd zu werden. Die Körung hatte er zu meiner großen Freude erfolgreich absolviert und würde nun im nächsten Frühjahr mit 5 Jahren bei den Großen anfangen mit zu mischen. Eine lockere Stunde hatte ich angesetzt und so ließ ich ihn nach einer Aufwärmphase ruhig antraben. Mittlerweile war er recht routiniert unter dem Sattel und wundervoll feinfühlig. Nach einigen einfachen Übergängen war der Gute auch munter bei der Sache dabei . Wir nahmen Galopp – Schritt Übergänge hinzu und nachdem er diese talentiert meisterte wagte ich mich auch an den Halt aus dem Galopp. Zu meiner Freude schaffte er es nach ein paar Anläufen. Zwar schien er mir etwas nervös, dass ich etwas von ihm forderte, was er noch nicht kannte, und der Halt war noch ein wenig ruckelig. Dennoch machte er seine Sache super und schien aufmerksam dabei zu sein. Seine Ohren schlackerten etwas hin und her aufmerksam was als nächstes folgen würde. Fröhlich klopfte ich ihm den Hals. Im weiteren Verlauf fragte ich nur bekannte Lektionen ab. Etwas Außengalopp, Kehrtwendungen und das Vergrößern und Verkleinern des Viereckes. An der Bande lag die Abschwitzdecke bereit, welche ich nach dem Training mit Schwung über den Pferderücken schmiss.

      Als Croc wieder in seiner Box stand, nun auch verspätet sein Müsli mampfend und ich aus der Box trat kam eine grinsende Gestalt die Stallgasse entlang auf mich zu. Mit lauter Stimme trällerte sie mir fröhlich entgegen: „Da versteckst du dich also! Wie geht’s dir? Hier findet man ja niemanden ohne GPS-Gerät und Lageplan!“ Ebenfalls grinsend trat ich ihr entgegen:“Louisa! Schön dich zu sehen! Gut, ich hab viel zu tun, aber das macht mich ja alles nur glücklich. Hast du Lars schon begrüßt?“ Besagter kam in diesem Moment um die Ecke, lächelte und beantwortete meine Frage: „Noch nicht, aber das holen wir schon nach! Na kleine Schwester? Gut hergefunden?“ Er umarmte Louisa herzlich, welche darauf im Anschluss mir in die Arme fiel. Als sie von mir abließ schaute mich meine Freundin und jündere Schwester meines festen Freundes an: „Wie ich dich kenne hast du schon was geplant oder?“ „Wir gehen ausreiten, das schöne Wetter muss man doch nutzen!“ „Dann geh ich mich mal grade umziehen, okay?“ „Mach das! Mich hat sie auch noch zum Ausritt abkommandiert.“, Lars klopfte seiner Schwester auf die Schulter. „Als ob du was dagegen hättest!“, meinte diese keck und verschwand richtung Stalltür. „Ich steh nicht so auf Kaffeklatsch !“, rief Lars Louisa noch hinter her. Danach verschwand auch er um Roi du Soleil fertig zu machen. Ich selber wandte mich Butterblume zu, als ich mit dieser ferig war, ging ich nach Louisa schauen, welche bei Verdine zugange war. „Diese hier ist aber neu, oder?“ „Ja, ich dachte mir sie passt zu dir! Lieb ist sie … und sie springt nicht gerne!“, kicherte ich wofür ich eine rausgestreckte Zunge erntete. „Aber gut, dass ich nicht springen muss.“, meinte Louisa sanft lächelnd. Als ich mir sicher war das Louisa problemlos mit Verdine klar kam, die Stute schien meine Freundin zu mögen, wurde diese doch sachte angestupst, ging ich auf die Suche nach Alex.

      „Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens und Siana?“,zählte ich alle auf, man konnte ja nicht wissen ob schon alle Pferde im Petto hatte. „Ja, alle bewegt und wieder glücklich und sauber in der Box!“, meinte sie lächelnd. Ich musste auch grinsen: “Sehr schön! Ich bin jetzt mit Lars und seiner Schwester auf Butterblümchen, Verdine und Roi im Gelände. Du kannst ja noch Drachenlady zusammen mit De Luxe aufs Paddock bringen und White Dance und Juwel der Stille reiten, was du mit den beiden genau machst kannst du dir aussuchen!“ „Mir fällt schon was ein!“

      Das Gelände schien wie gedacht eine positive Wirkung auf Blümchen zu haben. Motiviert lief sie an der Spitze auch wenn Roi immer wieder versuchte sich vor zu drängeln. Darauf hin beschlossen wir ihn ans Ende zu verbannen. Lars war ganz froh nach hinten etwas Platz zu haben, denn der Hengst schien es heute echt hinter den Ohren zu haben und machte Lars das leben schwer. Währenddessen genossen Louisa und ich vor ihm den Ausritt und Verdine und Butterblümchen schienen sich zusammen stark gegenüber dem hinter ihnen randalierendem Hengst zu fühlen. Mit Verdine hatte ich das Richtige Pferd für Louisa ausgesucht, die Stute war brav zu bewegen, wenn auch etwas ängstlich, doch damit konnte meine Freundin umgehen. Als wir eine Strecke erreichten, welche von einigen kleineren Hindernissen gesäumt wurde gingen wir in den Galopp. Die ersten Sprünge ließen wir noch aus, doch dann merkte ich wie Blümchen unter mir zappelig wurde und den an ihr vorbei ziehenden Hürden nachschielte. Louisa und Lars würden nicht Springen, dazu war Roi zu aufgekratzt heute. Louisa und Verdine waren sich einstimmig sicher, dass der Ausritt ohne Sprünge spaßiger sei. Somit lenkte ich vor dem nächsten Baumstamm alleine ab und ging auf die Nebenspur des Waldweges. Gekonnt zog Blümchen an, taxierte und übersprang sorgenfrei das kleine Hinderniss. Neben uns galoppierten die zwei anderen Paare. Vorne ruhig Verdine, hinten zwei etwas muffelige Männer.

      Als wir wieder am Hof ankamen war Roi doch endlich mal zu ruhe gekommen und Lars konnte grade verschnaufen. Aber dieses Glück währte nicht lange, schon fing der Hengst wieder an zu blödeln. Etwas missmutig saß Lars ab und verschwand, sich im gehen eine Gerte und Longe greifend Richtung Halle. „Da wird jetzt aber einer Ärger bekommen.“ „Das ist der Doofe selber Schuld, soll er doch Lars nicht so ärgern!“, meinte ich schmunzelnd. „Aber lustig wars auch irgendwie“, gedankenverloren streichelte Louisa Verdine, welche das sichtlich genoss. Als ich absaß betrachtete ich Butterblümchen, welche endlich wieder eine Freude an den Tag gelegt hatte beim Springen, wie früher. Vielleicht ist sie noch nicht reif für Tuniere? Louisa verschwand ebenso wie ich in einen der Stalltrakte und das Pfderd abzusattel und zu putzen. Später würden wir uns noch alle im Haus wieder sehen, wo sie für die Dauer ihres Aufenthaltes ein Gästezimmer mit Bad bezogen hatte. Ich freute mich jedes Mal wieder wenn eine meiner Freundinnen für einige Zeit zu Besuch kam.
    • kira
      Reitunterricht
      Pflegebericht
      Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens, Siana, Drachenlady, White Dance, Juwel der Stille, De Luxe, Butterblume, Croccantino, Fairy Tale, Baroness of the Guard

      Der Sommer ließ dieses Jahr auf sich warten, auch wenn man hier auf dem Gestüt in mancher Hinsicht darüber eher froh war. Nicht nass geschwitzt nach dem Reiten, keine nervigen Horden von Fliegen und Bremsen – dafür ab mieses Wetter und Massen an Mücken. „Mist!“, missmutig schlug ich auf eine dieser Plagen, welche sich gemütlich auf meinem Ar niedergelassen hatte um mich dann zu stechen. „Schon wieder?“ Lars und ich waren zusammen zu einem morgendlichen Ausritt mit Croccantino und Butterblume aufgebrochen. Lars hielt sich wacker auf dem hochmotivierten Hengst, während ich eher die größeren Schwierigkeiten hatte. Zwar hatte sich Butterblumes Verhalten im Gelände schon deutlich verbessert in den letzten Wochen, dennoch war sie immer noch gefährlich. Aus diesem Grund trug auch ich, ein völliger Reitwesten-Hasser, eine dieser steifen Dinger. Noch war es ruhig unter mir und mit energischen Hilfen ließ sich die Stute ruhig halten.

      Als wir zum Stall zurück kamen war ich einerseits froh drum, andererseits hätte ich noch Stunden zusammen mit meinem Freund und den Pferden durch den Wald dümpeln können. Nun gut ich war völlig zerstochen trotz Insektenspray und Butterblume nach einer erwarteten Panikattacke nass geschwitzt, aber ich war oben geblieben und sie hatte sich wieder beruhigt. Wie sensibel nur ein Pferd sein kann. Der Absturz einer Trainerin hatte sie sehr mitgenommen, weshalb das Gelände immer noch schwer war bei Blümchen. Croc sah im Gegensatz dazu aus als hätte er nichts gemacht. „Ich bring Croc noch auf das Paddock!“, rief mir Lars zu schon auf dem Weg dahin. Als ich Richtung Anbindeplatz ging sah ich auch Peter schon geschäftig die Boxen misten, während mir Marion entgegenkam. Links und rechts die Welsh Stuten Lillifee, Star und Vanity, während dessen Fohlen hinterher sprangen. Die Gruppe bewegte sich gemütlich durch die Stallgasse hinaus Richtung Weiden. Butterblue und ich konnten unseren Weg fortsetzen. Hier im Stall war sie wie immer das liebste und süßeste Stütchen überhaupt, auch etwas schreckhaft, aber nicht so panisch wie im Gelände. Nachdem ich Blümchen abgesattelt und Abgeduscht hatte stellt ich die Stute unter das Solarium zu trocknen. Auch ihre Muskulatur konnte das zum entspannen gebrauchen.

      Währenddessen machte ich mich auf den Weg White Dance zu holen. Ich hatte recht gehabt, denn die Stute sah mal wieder eher braun als cremellofarben aus. So hatte ich nun genügend Zeit dies wieder zu korrigieren, denn meine Reitkinder würden erst in einer Stunde fertig auf den Ponys sitzen. Die Stunde würde ich von White Dance aus halten, was aber kein Problem darstellte, da die drei Mädels mit 12, 13 und 10 Jahren schon gute Reiterinnen waren. Heute war Dressur angesagt.

      Butterblümchen stand völlig entspannt da als ich mit White Dance eintraf, etwas verschlafen blinzelte sie mir entgegen, entschied aber dann das alles okay sei und döste weiter. Bevor ich mich ans säubern der Welsh Stute machte, checkte ich nochmal die Tafel für die Reitschüler. Marie auf Drachenlady, Vera auf Juwel der Stille und Annalena auf De Luxe – das sollte hinhauen. Auch wenn die 12 Jährige Vera lieber Drachenlady ritt, so war doch sinnvoller das die 10 Jährige und Körperlich kleinste der drei Mädchen auch das kleinste Pony ritt. Und Vera würde es auch mal gut tun ein Pferd zu reiten was sie etwas mehr fordern würde als Drachenlady es tat.

      Während ich die schmutz Flecken von White Dance schrubbte, sah ich durch das Fenster abwechselnd Marion und Alex, welche wohl beschlossen hatte Marion zu helfen, die Zuchtstuten samt Fohlen vorbei führen. Alle nicht tragenden Stuten ohne Fohlen kamen erst in die Führmaschine und danach dann mit den anderen Zuchtstuten auf die Weide. Erst kamen Angel´s Kiss, Nesquik, Sally und Alice von Landwein vorbei. Danach folgten die beiden Pflegerinnen mit Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu und Antigone, deren freches Palomino Sabino Stutfohlen seinen ganz eigenen Weg zu laufen schien, denn 2 Minuten nachdem die Stuten schon vorbei waren düste es noch quietschend im Hof herum. Mit den letzten Stuten Siana und Knives and Pens ließ sich aber auch dieser kleine Wirbelwind mit einfangen und wurde dann weniger erfreut von beiden Seiten am Halfter hinterher gezogen.

      Schließlich war White Dance auch fertig und während diese unter dem Solarium trocknete, brachte ich Butterblume in ihre Box. Danach ging ich noch kurz bei meinen Reitmädchen vorbei schauen, ob auch alle ihr Pony samt Zubehör gefunden hatten. „Wie läuft’s bei euch? Alles gut?“, rief ich ihnen zu. „Hallo!“ „Ja!“ „Supi!“ Kam es mir entgegen, die Mädels waren fleißig die Pferde am fertig machen. Marie kam mir entgegen mit Sattelzeug, „Ist das hier richtig für Drachenlady?“. „Ja“, lächelte ich sie an und schon hüpfte sie zu dem Fuchspony zurück. „Ich seh euch in 20 Minuten in der Halle! Und die Pferde aufgewärmt!“, sagte ich in die Runde und ging zurück zu meiner Stute, die inzwischen trocken war.

      White Dance kam in die Führmaschine, während ich ihr Sattelzeug raussuchte, dann hatte ich es wen sie fertig aufgewärmt war schneller. In Reitkleidung lief ich sowieso schon den ganzen Tag herum. Währenddessen lief ich mit einem Heuballen zu einem der etwas abseits der Stallgebäude gelegenen Paddocks mit großem Laufstall. Draußen standen grade meine kleine Zuchtbereicherung Fairy Tale, ein buntes Welsh B Stutfohlen aus diesem Jahr, und Baroness of the Guard aus 2014. Nessi war ein Fellpony und entwickelte sich immer mehr zu eine echten Pferd. Ich schmiss den Heuballen in die überdachte Raufe und schon wurde es auch im Laufstall unruhig. Ich hatte keine Zeit mehr die Fohlen und Jungpferde zu beobachten die nun hinaus kamen, denn ich wollte als Reitlehrerin nicht zu meiner eigenen Stunde zu spät kommen.

      Die Mädels saßen vorbildlich schon auf ihren Ponys, welche auch schon eingelaufen aussahen. So schwang ich mich auch direkt auf meine Stute ehe ich begann. Erst wurde Leichtgetrabt, die Mädels sollten möglichst viele Schritt-Trab Übergänge und anders herum einbauen. „Nicht in den Ecken Vera! So kann das nur unschön werden!“ „Annalena geh mal auf den Zirkel im Schritt, wenn die Luxi dir so weg rennt kann das nicht vernünftig werden! Kommt erst mal zur Ruhe!“ White Dance Ohren schwangen neugierig hin und her, das hatte sie so auch noch nicht erlebt. Dennoch arbeitete sie willig mit. Danach befassten wir uns mit dem Aussitzen, gingen Schlangenlinie und übten den Halt auf X. Marie hatte noch etwas Schwierigkeiten, hüpfte sie doch im Ponytrab noch recht unruhig auf ihrem kleinen Pferd. „Marie wenn du nicht mehr kannst darfst du zwischendurch auch leichttraben.“ Ein Nicken kam mir entgegen. Zum Ende hin durften alle nacheinander noch Galoppiren auf beiden Händen was bis auf die üblichen Fehler klappt, alle Ponys galoppierten brav und keiner ging durch. Nach dem Abreiten mussten die Mädchen ihre Ponys wieder versorgen, aber das wussten und konnten sie auch. Ich versorgte ebenso meine Stute ehe ich nochmal nach meinen Reitkindern schaute. Für mich war es eine neue Erfahrung zu unterrichten, aber es gefiel mir bisher gut. Die Idee hatte Lars gehabt, sowohl um noch etwas Geld einzubringen, die Ponys zu bewegen und Werbung für unser Gestüt zu machen, denn wir verkauften ja schließlich zum Teil zukünftige Kinderponys.
    • kira
      21.09.2016 - Pflegebericht - kira
      Ungewöhnliche Reiter

      Valentine´s Candy Fireflies, Stromer‘s Painting Gold, Daisy Dee, White Dance, Ahyoka Dazzle, Genuine Lil Cut, Juwel der Stille, De Luxe, Jade, Verdine, Aggressor's little Queen, Coco de Mer, Baroness of the Guard, PFS' Daydream of Money, Fairy Tale, Prometheus

      Plötzlich aus dem Schlaf gerissen schaute ich in zwei bernsteinfarbene Augen, welche ich auf A, dass Jascha sich mal wieder in unser Bett geschlichen hatte. Mir den Finger vor den Mund haltend zischte ich ihn an, „Leise!“. Lars wäre nicht erfreut über den Hund im Bett, doch noch schlief er. Und solange Jascha nicht seiner Begeisterung, dass ich aufgewacht war, lautstarken Ausdruck verleihen würde, würde Lars auch weiter schlafen.

      In der Küche angekommen öffnete ich erst einmal die Tür zum Hof, damit mein Junghund seinen morgendlichen Geschäften nachgehen konnte. Noch war er nicht ganz stubenrein, aber lange hatten wir ihn ja auch nicht. Mit einem Kaffee in der Hand machte ich mich auf die Suche nach Malheuren der vergangenen Nacht, konnte aber zu meinem Erfreuen keine finden. „Gute Morgen Schatz!“, mein Freund kam in die Küche geschlufft. „Morgen! Kaffee ist schon frisch gemacht.”. “Mmmhh”. Während Lars sich seine Tasse eingoss berichtete ich ihm von Jaschas Erfolgsgeschichte, „Jascha hat heute Nacht nirgends hin gemacht“, „Mhm“, er setze sich an den Tisch. „Was steht heute an?“ „Für dich am besten Zäune streichen, die Stutenweide oben am Wald baucht neuen Teer auf den Pfosten, damit sie nicht faulen. Aber ich glaub, da musst du erst zu Baumarkt, der ist nämlich fast leer!“ „alles klar, brauchen wir sonst noch was?“, ich spürte die Begeisterung meines Freundes zum Baumarkt zu kommen. Welcher man bastelte nicht gerne herum? „Ich glaub nichts, ansonsten kann ich dich ja dann nochmal anrufen.“ „Gut, dann mach ich mich nach dem Frühstück fertig.“ Kurz bevor ich die Treppe hoch ging um mich ebenfalls anzuziehen, aber ins Stall und Reitoutfit, meinte ich noch zu Lars: „Wenn das Wetter später besser ist können wir ja noch eine Runde ausreiten!“ „Oh, Louisa wollte heute vorbei kommen!“ „Ah wie schön! Dann können wir ja zu dritt raus!“ „Mhm“ – Begeisterung klang anders, doch wenn wir dann schließlich unterwegs waren war mein Freund doch meistens begeistert. Er hatte vor mir nichts mit Pferden zu tun gehabt, außer dass seine Schwester Louisa ritt, doch dafür hatte ich ihn nach ein paar Jahren doch auf ein gutes Wissen gebracht.

      Jascha hatte sich nachdem er sein Futter bekommen hatte mir angeschlossen und so gingen wir gemeinsam, ich mit Sattelzeug bepackt, in den Nebenstall. Gefüttert waren schon alle Pferde, dafür hatten meine Angestellten gesorgt. Als ich Valentine´s Candy Fireflies aus seiner Box geholt hatte, kam mir grade Andrew entgegen. Der Engländer und Jockey, welcher neuerdings für mich arbeitete, hatte Stromer‘s Painting Gold im Schlepptau. Die junge Stute sah ziemlich fertig aus. „Hartes Training? “ “Ja, aber sie war gut.”, anerkennend nickte ich ihm zu, er hatte sich bisher als guter Trainer erwiesen und Goldie inzwischen fit für Rennen gemacht. Bei ihrem ersten offiziellen Rennen war das Vollblut erst wenige Wochen unter dem Sattel und im Training gewesen und hatte dennoch den 6.Platz erreicht, somit war ich nun gespannt auf ihr nächstes Rennen am Wochenende. Zwar würde ich sie nicht selbst reiten, dafür war ich leider noch nicht ausgebildet, aber ich fieberte dem Rennen entgegen. In meiner reiterlichen Ausbildung würde sich noch einiges tun, so hatte ich Westernlehrgänge geplant um meinen inzwischen sechs Westernpferden, gerecht zu werden. Bisher hatten sie nämlich nur eine ordentliche Förderung bekommen, wenn meine Stammtrainerin Veija ihre monatlichen Besuche gemacht hatte. Auch wollte ich mich, was Rennpferde anging weiterbilden, doch für beides hatte ich bisher noch nicht die Zeit gehabt mich genauer über die vorhandenen Möglichkeiten zu informieren.

      Nachdem ich Vally geputzt und gesattelt hatte ging es mit dem Hengst schnell in die Halle, denn grade fing es wieder an zu regnen. Halbwegs trocken kamen wir dort an und ich warf nachdem ich aufgestiegen war die feuchte Abschwitzdecke über die Bande. Jascha hatte noch nicht ganz verstanden, das er nicht immer um die Beine der Pferde wuseln sollte. Und so machte Vally, der an sich ein ganz gechilltes und cooles Pferd war, plötzlich einen Satz nach vorne. „Ruuhhig“ Schnell reagierte ich und nahm die Zügel kurz und setze mich tief hin, auch wenn ich für den großen Hengst ein Fliegengewicht war wurde er direkt ruhiger. Nach einigem Gehibbel ließ er sich auch halbwegs wieder hin stellen. Ich hielt besorgt nach meinem Hund Ausschau, welcher sich nach dem Tumult auf die andere Seite der Bande gerettet hatte. Etwas sauer war ich schon, doch er schaute nun so als hätte er verstanden, dass es zwischen Pferdebeinen gefährlich ist, somit beließ ich es dabei und war froh das nicht geschehen war.

      Das warmreiten war etwas mühselig da der Hengst noch etwas aufgekratzt war und ebenso verlief es im Training. Wir machten heute leichte Dressurarbeit, demnächst sollte der Hengst von einem professionellen Trainer auf die A Dressur vorbereitet werden. Auch wenn er in den Springsport gehen sollte, achtete ich dennoch bei meinen Pferden auf eine vielseitige Ausbildung und sie abwechslungsreich zu arbeiten und vernünftig zu gymnastizieren. Wir beschäftigten uns vor allem mit fließenden Gangartübergängen und dem Halten. Noch ruckelte es etwas, aber es wird. Ich liebte vor allem Vallys Galopp, der Hengst hatte einen astreinen Schaukelpferd Galopp und sprang in diese Gangart auch immer direkt an, wenn er auch etwas schwer zu bremsen war. Zu Letzt übte ich mit ihm zur Beruhigung nach dem Galopp noch das Rückwertsrichten, was für mich einfach zur Grundausbildung gehörte. Am Strick konnte dies fast jedes meiner Pferde, doch dies nur mit Reiter obendrauf zu wieder holen war für mache am Anfang schwer. Etwas schief und unsicher wich Vally ein paar Schritte zurück, lobend klopfte ich ihm den Hals und ließ ihn im Schritt wieder vorwärts gehen. Er verstand schon was ich von ihm wollte, doch bis er locker und grade rückwärtsging würde es noch dauern. Die Übung wiederholte ich noch einige Male, bevor ich das Training beendete.

      Als nächstes holte ich Daisy Dee aus der Box, die nun ihre war. Die Stute stand seit gestern bei mir im Stall und verteidigte ihren Lebensrau schon so giftig als wäre sie dort geboren. „Hey!“, mit einem Klaps auf die Nase behielt sie ihr Maul doch bei sich. Jascha blieb diesmal brav auf Abstand, was mich ziemlich erleichterte. Zu einer zickige, wenn auch hübschen und talentierten, Welsh Cob Stute hätte ich nicht auch noch einen ungezogenen Hund gebrauchen können. Einmal angebunden ließ Daisy sich aber dennoch fast brav putzen und satteln, nur an den Beinen fand sie mein „Herumgefummel“ doof – doch mich konnte sie nicht vertreiben und ich blieb ungeachtet ihres Herumgemecker dabei. Noch hatte sie keinen eigenen Sattel oder Trense und ich war mir auch gar nicht sicher ob sie einen brauchen würde. Vor dem Wochenende wollte ich dennoch al einen Satter drüber gucken lassen, ob sie weiterhin mit White Dances Sattel laufen könnte. Die Stuten hatten eine ähnliche Statur und Größe und augenscheinlich schien der Satte gut zu passen. Da White Dance auch vor der Kutsche lief brauchte sie diesen auch nicht so oft. Grade als ich mit Daisy fertig war kam mir Peter entgegen. „Sagen sie mal, dürfte ich mich wohl auch nochmal auf ein Pferd schwingen?“ Etwas verwundert fragte ich meinen doch schon an die 60 gehenden Stallburschen:“Sind sie denn schon mal geritten?“ „Natürlich“, lachte der alte Herr, „früher als ich jung war habe ich eine Zeit in Amerika verbracht und da auch einer Ranch gearbeitet und da gab es diese nette Mädchen .. jedenfalls endete ich als recht begnadeter Westernreiter.“ Bisher hatte ich nicht gewusst das mein Stallbursche fürs Misten, Füttern, hin und her bringen der Pferde auch mal auf einem gesessen hatte. „Oh.. ja dann wenn sie möchten..? Also wir haben ja diese beiden neuen, den Quarter und den Paint. Ich wollte sowie so nachher mal mit den Offenstallpferden eine Runde drehen, da können sie gerne mit!“. Jetzt lächelte Peter begeistert: „Sehr gerne! Wann soll ich die Pferde holen?“ „Am besten...“, ich spinkste auf meine Uhr und rechnete, “ Ahyoka und Gen, der neue Hengst, für in 1,5 Stunden und die andern vier für in 3 Stunden.“ Peter nickte.

      Auch mit Daisy ging ich in die Halle. Die Stute hatte bisher noch nicht sehr viel Ausbildung erfahren, weshalb ich heute erst einmal ihren Grundgehorsam unter dem Sattel abfragen wollte. Auch wenn ich schon gerne mit Stangen oder kleinen Sprüngen oder auf dem Platz gearbeitet hätte, so mussten wir doch erst mal einander kennenlernen. Vielleicht war die Stute ja auch was für die Kutsche? Eingefahren sollte sie sein, doch ich wusste nicht wie ihre Gänge unter Einfluss eines Reiters oder an der Kutsche aussahen, den für die Kutsche mussten sie sensationell aussehen. Ich hatte Alexandra gebeten später vorbei zu schauen, damit sie ein Video machen könnte. Nachdem ich den Sattelgurt nachgezogen hatte führte ich die Stute zum Bock, von wo ich geschmeidig in den Sattel kam. Zwar hätte ich bei ihrer kleinen Größe von 1,42m auch problemlos vom Boden aufsitzen können, doch ich wollte der Stute keinen Anlass geben sich zu wehren. Nicht jedes Pferd konnte die einseitige, plötzliche Belastung beim Aufsteigen eines Reiters ab. Und Daisy war sehr lange nicht mehr geritten worden. Die Steigbügel waren richtig eingestellt und so tippte ich erst sanft, als darauf keine Reaktion folgte, mit Nachdruck, meine Fersen in ihren Bauch. Ich merkte schon dass man bei dieser Stute Überzeugungskraft brauchte. Sie war nicht unbedingt wiederwillig, aber begeistert dabei auch nicht. Zu meinem Erstaunen klappten die Übergänge problemlos, wenn man sie gut beim Laufen hielt. Und das nicht nur in die langsamere Gangart. Den Galopp hielt ich erst sehr kurz, da sie wohl zum buckeln neigte. Grade waren wir in einem soliden Tempo am Leichttraben, als sie plötzlich wie von Bienen gestochen los schoss. Im Vergleich zu heute Morgen konnte ich mich kaum halten, obwohl ich ein unglaublich sattelfester Reiter war. Außer Rand und Band buckelte die Stute quer durch die Halle und ich registrierte nebenbei eine mit erschrockener Miene da stehende Person, aber dafür hatte ich grade keine Aufmerksamkeit übrig. Inzwischen unsanft nah ich die Zügel an und hielt den Kopf der Stute unten, mit allem Gewicht was ich hatte setze ich mich in den Sattel und zerrte mehr, als das die Stute noch auf vernünftige Hilfen reagierte, das Pferd Richtung einer Hallenecke. Mit der Bande links und rechts und einer endgültigen, kurzen und starken Parade bekam ich sie wieder unter Kontrolle. Eine kurze verschnauf Pause gönnte ich mir in dieser Haltung, bevor ich Daisy am strammen Züge und mit vorsichtigem Treiben im Schritt wieder auf die Bahn lenkte. Nach ein paar Runden hatte sich die Stute wieder beruhig und ich wurde auch wieder freundlicher zu ihr. Jetzt erst konnte ich Louisa grüßen. Ich hielt an der Bande was Daisy ohne zu mucken mitmachte und auch ruhig stehen blieb. „Hey! “ „Die ist neu oder? “ „Ja, seit gestern hier und ich würde sagen...“, ich blickte runter auf die buckskinfarbene Stute,”.. ein ganz schön widerspenstiges Biest!“. „Na dann ist sie ja definitiv was für dich!“, meinte Louisa etwas mitleidig und dennoch neckisch. Darauf konnte ich nur empört schnaufen, aber doch musste ich grinsen, mir war Aktion lieber als Schlaftabletten. „magst du uns gleich mal filmen? Ich konnte mir ihre Gänge unterm Reiter noch nicht anschauen!“.“Klar!“. Ich klopfte den Hals der Stute und trieb sie an. „Ach und wir machen nachher noch einen Ausritt!“, meinte ich verschwörerisch. Dieses Mal blieb die Stute ruhig und so konnte ich einige Runden Traben und auch den Galopp auf beiden Seiten gut ausreiten. Nachdem einige Minuten und alle Gangarten aufgenommen waren, beendete ich das Training und ließ Daisy am langen Zügel im Schritt noch einige Runden laufen, bis ich fertig war vertrieb sich Louisa die Zeit mit Jascha, beide schienen äußerst begeistert voneinander. Woher ihr plötzlicher Ausraster gekommen war, war mir noch nicht so ganz klar, aber das würden wir noch unter Kontrolle bekommen.

      Heute war keine Reitstunde, weshalb ich den ganzen Tag die Halle für uns hatte. Peter hatte Ahyoka Dazzle und Genuine Lil Cut schon fertig gemacht, weshalb ich die beiden nur übernehmen musste. Louisa war erst mal auf die Suche nach ihrem Bruder gegangen, welchen ich seit heute Morgen auch nicht mehr gesehen hatte. Daher suchte ich grade nach einer der Pflegerinnen, damit diese Ahyoka longieren würde, während ich den Hengst mal unter dem Sattel ausprobierte. Marion kam mir grade mit zwei der Stuten, Juwel der Stille und De Luxe, von der Führanlage entgegen. Die beiden sollten auch an Tagen wo sie nicht geritten oder gefahren wurden im Training bleiben, da bei so vielen Pferden nicht jedes täglich unter den Sattel konnte. „Würdest du gleich Ahyoka longieren?“, fragte ich die Pflegerin. Diese nickte, “Ich bring nur die beiden hier weg!“, das klang zwar nicht sehr begeistert, aber sie würde es machen. Ahyoka war auch leider ein schwieriges Pferd, auch wenn wir mittlerweile an einem Punkt waren wo man sie gut arbeiten konnte, doch am Boden stellte sie immer alles und jeden Infrage. „Ich warte an der Halle.“, und setzte mich dann mit den beiden Pferden in Bewegung. Gen hatte ich vor ein paar Tagen im Training gesehen, er war unglaublich talentiert, was aber auch nicht verwunderlich war, da der Hengst ja schließlich gekört war. Ich hoffte, dass ich ihm fürs erste mit meinen geringen Westernkenntnissen genügen würde.

      Marion war nach kurzer Zeit da, sodass ich Ahyoka an sie abgeben konnte. Gen hatte sich vorbildlich benommen, trotzdem eine Stute so nah bei ihm war, nur diese hatte mal wieder mit angelegten Ohren Radau gemacht. In der Halle hievte ich mich in meiner Hälfte in den Sattel. Nach einer Aufwärmphase fragte ich nach einander alle Gangarten ab. Gen lief wundervoll, im Gegensatz zu meinen hochgezüchteten Warmblütern waren seine Gänge kaum zu spüren und man hoppelte nicht im Sattel umher. Marion hatte nach anfänglichen Dominanzproblemen Ahyoka einmal ordentlich zusammengefaltet und so könnte sie die Stute nun gut longieren. Nach einer halben Stunde verabschiedete sie sich dann und brachte die Stute weg. Ich ritt Gen noch ein bisschen länger und versuchte auch ein paar Westernübungen abzurufen. Zwar klappten diese nicht grade perfekt, aber immerhin! Was sollte man auch erwarten? Das Pferd konnte noch so gut ausgebildet sein, der Reiter musste ja auch wissen was er tat! Aber dennoch war ich am Ende recht stolz und begeistert von dem Hengst. Für einen Anfänger war er toll, er dachte selber mit und versuchte das Beste aus meinen eher dürftigen Hilfestellungen heraus zu holen.

      Wieder an den Ställen nahm mir Peter Gen ab, nachdem ich diesen abgesattelt und übergeputzt hatte. Gen stand momentan in einem abgetrennten Bereich im Offenstall bei den anderen Westernpferden. Da musste ich mir jetzt auch keine Gedanken mehr machen, denn dieser ruhige Hengst würde wohl ohne Schwierigkeiten dort stehen bleiben können.

      In der Küche traf ich auf Lars und Louisa. „Und wie steht’s um den Zaun?“ „Der ist fertig!“, grinste Lars zurück und gab mir einen Kuss. „Magst du was essen? Ich hab Sandwichs gemacht.“, sagte Louisa und präsentierte mir die Brotschnitten auf der Arbeitsfläche. „Oh du bist toll!“, begeistert nahm ich mir einige und setzte mich an den Tisch.

      Nach der Mittagspause, wobei es schon eher eine Nachmittagspause war. Gingen wir in den Stall um dort die Pferde für den Ausritt fertig zu machen. Inzwischen war es zu meiner Freude aufgeklärt und eine schwache Herbstsonne strahlte, nur ab und an unterbrochen von einigen Wolken. Dennoch war es kalt und windig und auch der Boden war noch nass. Peter hatte schon die vier Pferde aus dem Offenstall geholt. Das würde vielleicht eine Arbeit werden, alle vier Stuten waren schlammig. Dennoch gab ich mein Bestes Jade sauber zu bekommen. Mit der Stute würde ich heute das erste Mal ins Gelände gehen, doch dies sollte klappen. Sie war zwar ein sehr aktives Pferd, doch so mochte ich es und dennoch war sie wohlerzogen. Louisa kümmerte sich wie bei einem der vorherigen Besuche um Verdine, die beiden kamen toll miteinander zurecht. Peter machte Aggressor's little Queen und Lars Coco de Mer fertig. Als alle Pferde einigermaßen sauber und gesattelt waren saßen wir auf. Peter schien mir erstaunlich routiniert und er hatte durchgehend ein sehr putziges lächeln auf dem Gesicht. Über die Feldwege ritten wir an den Weiden vorbei, wo grade kau Pferde standen. Wenige kamen bei diesem Wetter raus, zu groß war die Gefahr von Verletzungen bei den Aufgeweichten Weiden. Beim Ausritt würden wir uns heute auch nur mit einem gedrosselten Tempo fort bewegen. As wir in den Wald kamen wurde der Boden direkt besser, die Bäume hatten einiges der Feuchtigkeit aufgenommen und festigten den Boden durch ihr Wurzelwerk. Jade ging brav mit gespitzten Ohren voran. Von Peter wurde ich immer begeisterter, er würde wohl demnächst al öfter auf einem meiner Pferde sitzen, denn Queenie ging unglaublich toll unter ihm und er sah aus als hätte er keinerlei Mühe mit der Stute. Louisa und Verdine tüddelten gemütlich hinterher und schienen auch völlig zufrieden. Und auch mein Freund grinste während des Ausritts, Coco war auch eines der Pferde welche angenehm zu reiten sind. In den Wäldern wurde das Laub mittlerweile schon bunt, aber noch lagen nur wenige Blätter auf dem Boden. Als wir einen Teil der Strecke erreichten, wo der Weg mit Sand aufgefüllt war erlaubten wir uns auch einen kleinen Galopp. Die Gruppe blieb gut unter Kontrolle, auch weil Jade vorne war und keiner der anderen versuchte zu überholen, sodass sie sich leicht wieder zurücknehmen ließ.

      Zurück ritten wir nur bis zum Offenstall. Lars tauschte dort Cocos Trense gegen ein Halfter und band sie an. Während wir restlichen drei die Pferde absattelten und putzen, holte er den Jeep. Als er kam waren wir noch nicht ganz fertig, sodass er anfing den Wagen mit dem Sattelzeug zu beladen. Er hatte auch Jascha mitgebracht, welcher um unsere Füße wuselte und herum schnüffelte. Die Mäuse waren ich zu schnell, so gern er sie auch gefangen hätte. Die drei fuhren schon mal wieder zu den Stallgebäuden, während ich noch die Tränken im Offenstall kontrollierte, alles war in bester Ordnung und so rief ich Jascha, welcher mir zurück zum Hof folgte. Die Abendfütterung war schon voll im Gange und meine Freundin Louisa am mithelfen. „Soll ich dir mal was tolles zeigen?“, “Was denn?“ „Komm mit!“, grinste ich sie an und wuchtete einen Heu Ballen in die Schubkarre. Dann machten wir uns in Richtung Laufstall auf. Dort schauten schon einige kleine hungrige Fellnasen durch die Gitter. Die zweijährige Baroness of the Guard würde nicht mehr so lange in dieser Gruppe bleiben, war sie doch schon bald ein großes Pony. Dennoch fühlte sie sich unter den verspielten Absetzern wohl und war froh mal die älteste zu sein. PFS' Daydream of Money, Fairy Tale und Prometheus waren der vielversprechende Nachwuchs für meine Zucht. Dreamie und Theo kamen sogar aus England, wobei ich für erstere sogar einige Tage zu einer Auktion dorthin gefahren war. Bei dieser Gelegenheit hatte ich mir auch direkt das bekannte Vollblut Gestüt „Pineforrest Stables“ angeschaut, wo auch die Eltern meiner Goldie zuhause waren. Theo hatte ich erst letzte Woche abgeholt, dennoch fühlte das ruhige und verspielte Fohlen sich inzwischen schon sichtlich wohl. „Ooohh“, quietsche Louisa entzückt. Während ich das Heu aufschüttelte und verteilte, kuschelte sie meinen kleinen Theo durch. Der tiefschwarze Hengst war ein Glückstreffer gewesen, nur durch Zufall hatte ich seine Anzeige in einer Fachzeitschrift entdeckt, wo er unter den ganzen Warmblut Fohlen mit klangvollen Namen und glänzenden Stammbäumen unterging. Trotzdem seine Eltern auch wenn sie reinrassige Fellponys waren keine Papiere hatten, hatte ich für ihn die vollen Papiere erwirken können. Schon jetzt zeigte er einen tollen Ansatz von Behang und ich hoffte, dass er im Sommer nicht ausbleichen würde. Während die Fohlen fraßen kraulte ich meine beiden Welsh Stuten, Dreamie und Fairy Tale waren ebenfalls zwei äußerst schöne Wesen, und bestachen beide durch ungewöhnliche Farbgebung. Nachdem wir einige Zeit bei den flauschigen Fohlen verbracht hatten, rafften wir uns auf und gingen ins Haus, da es inzwischen schon sehr dunkel geworden war.
    • kira
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    • Occulta
      Verschoben am 21.05.2017
      Grund:
      6 Monate keine Pflege.
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    kira
    Datum:
    24 März 2014
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    9
  • De Luxe
    Luxi
    26.05.2005


    Rasse Welsh D
    Geschlecht Stute
    Stockmaß 148cm
    Fellfarbe Red Roan Sabino
    Gencode ee Aa ...

    Charakter lieb, schlau
    Beschreibung
    De Luxe ist sehr lieb und menschenbezogen. Sie ist gerne draußen im Gelände und ist deshalb für Wanderritte perfekt geeignet. Sie braucht immer eine Aufgabe und hört auch gut auf reiterliche Hilfen, hat sie jedoch das Gefühl der Reiter ist nicht bei der Sache, so schaltet sie auf stur. Lüxi ist ein sehr verlässliches Pferd.


    Eingeritten ja/nein
    Springen E
    Dressur E
    Distanz E
    Military L
    Western A
    Galopprennen E
    Fahren E
    Besitzer Kira
    Ersteller/VKR Moondance

    Gekört ja/nein
    Nachkommen //

    Erfolge
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    2. Platz 234. Westernturnier
    2. Platz 150. Militaryturnier
    1. Platz 152. Militaryturnier