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Sammy

Darkwood`s Storm Dancing Feather

American Miniature Horse| Hengst | gekört | F || DR: S***(2) | FA: S*** (2)

Darkwood`s Storm Dancing Feather
Sammy, 26 Mai 2016
    • Sammy
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      Berichte aus Stormy`s Zeit bei Occulta

      Die Feder im Sturm
      Endlich hatte ich mir den Traum eines weiteren Miniature Hengstes erfüllt! Er war ein wunderschöner Silver Buckskin, 3 Jahre jung und mehrfacher Youngster-Showsieger. Ich hatte ihn gestern abgeholt und über Nacht, da der Wetterbericht gut ausgesehen hatte, auf die Weide neben der Mini-Hengstchen Weide geschmissen. Die Nacht ohne Unterstand hatte ihm anscheinend nicht geschadet, denn er war aufmüpfiger denn je, als ich ihn zum Tor der Weide seiner zukünftigen Weidekumpels führte. Der kleine Mann, der auf den Namen ‚Darkwood‘s Storm Dancing Feather‘ hörte, drängelte sich immer wieder vor und schüttelte den Kopf. Die anderen beiden Rabauken sahen sich das Schauspiel zunächst aus einiger Entfernung an, doch als ich zum Tor kam, trottete uns Caresse mit ausgesprochenem Imponiergehabe entgegen. Unglaublich, wie sich so ein kleiner Fellball aufplustern kann! Dachte ich amüsiert. Ich liess die drei (Arco war mittlerweile auch aufgekreuzt) nochmals durch den Zaun aneinander schnuppern, dann öffnete ich das Tor vorsichtig. Ehe jemand entwischen konnte, hatte ich es wieder geschlossen. Als nächstes blieb ich neben ‚Stormy‘ stehen und schlichtete so aufkommende Unruhe. Es klappte gut, sodass ich ihn schon nach wenigen Minuten laufen liess. Sofort schoss die Truppe im Trab davon. Caresse jagte den Neuling einmal quer über die Weide und kniff ihm in die Flanke, bis dieser ausschlug. Aber schon bald unterwarf er sich und folgte Caresse zurück zu Arco, der schon nach wenigen Metern zum Fressen stehengeblieben war. Noch graste Storm etwas abseits, doch das würde sich bald ändern, da war ich mir sicher. Die Tränken der Minis waren laut Lisa schon am Morgen kontrolliert worden, auch gemistet war bereits.
      Als nächstes wollte ich noch bei den Stuten vorbeischauen. Die kleine Herde sah so schön bunt aus von weitem, dass ich gleich mit dem Mopho ein Foto schiessen musste. Daki begrüsste mich wie immer mit ihrer rosa Schnauze an meiner Hosentasche, während Chip an meinen Schuhen schnupperte. Lady und Rose blieben hinter den beiden dominantesten Stuten und sparten sich so Ärger. Chip war immer sehr gereizt wenn es darum ging, wer zuerst die Besucher begrüssen durfte. Ich lief nach einigen Minuten, in denen ich Daki liebevoll den Hals kraulte, worauf sie dasselbe bei Chip anfing, zu Sunny, Alu und Queenie, die noch immer entspannt unter dem Baum lagen. Ich kniete mich neben Alu und streichelte ihr sanft über den Rücken. Nach einer Weile kam Papillon mit Kiwi und Tiki im Schlepptau angelaufen. Ich war erstaunt, dass die beiden halbstarken der ebenfalls noch sehr jungen Stute anstatt ihrer Mutter bzw. Ziehmutter folgten, bis ich den Grund dafür verstand: Papillon verwarf aufgedreht den Kopf und quietschte, als Kiwi ihr spielerisch in die Seite kniff. Daraufhin trabten alle drei ein paar Meter, dann stieg Tiki und neckte Papillon so ebenfalls weiter. Sie spielen! Ich beobachtete die drei eine Weile begeistert und lehnte mich unterdessen gegen Alu, die sich das total cool gefallen liess. Die Sonne warf durch das Blätterdach des Apfelbaumes Lichtflecken auf das spärliche Gras darunter. Ich hätte den ganzen Tag daliegen können, denn man vergass leicht die Zeit und alle Sorgen der Welt, wenn man dem rhythmischen Kauen der Pferde zuhörte. Doch natürlich musste ich spätestens nach einer halben Stunde wieder meinen Pflichten als Pferdebesitzerin und Leiterin eines ganzen Gestüts nachgehen.
      (c) Occulta

      Halloween Special auf Pineforest Stable
      Heute war es besonders Neblig, als ich zum Fenster raus blickte. Ich musste augenblicklich grinsen als ich feststellte, dass es Halloween war und die Szenerie perfekt passte. Doch richtig lustig würde es erst abends werden. Sheela kam schwanzwedelnd die Treppe rauf geschossen, als ich die Zimmertür öffnete. Sie schleckte mir die Hand ab, während Jacky kurz um mich wuselte, und dann wieder runter in die Küche hüpfte. Morgens war die kleine Jack-Russel Hündin nicht so liebevoll, da sie vor allem eines wollte: Futter. Das bekamen die beiden nun auch.
      Den Tag über war ich an einer Kostümparty und einer Halloween Show mit Unbroken Soul of a Rebel zu finden. Ich hatte den Paint-Hengst so bemalt, dass es aussah, als wäre er beim Übergang seiner Scheckung Frankenstein-mässig aus zwei verschiedenen Pferden zusammengenäht. Lewis hatte diese lustige Idee gehabt, und mir die Farben besorgt.
      Auf Pineforest Stable selber war nicht viel los; die Pfleger wollten ihre Arbeit möglichst früh erledigt haben, damit sie am Abend ausgehen konnten, also waren sie nicht sehr gesprächig. Ausser Ajith und Quinn, die ich erwischte, wie sie aufgeregt kichernd und flüsternd in Sundays Box standen. Sie gingen jedoch sofort wieder ihrer Arbeit nach, als sie sahen, dass ich sie beobachtete, sodass ich die beiden gar nicht erst auffordern musste. Ein zufriedenes Grinsen huschte mir dabei übers Gesicht – wie gut ich meine Mitarbeiter doch erzogen hatte. Ich genoss die Ruhe, wenn ich zuhause war, denn Feststimmung gab es auf der Party genug. Als ich gerade bei Burggraf stand und den Hengst sattelte, kam Jonas auf mich zu. „Hey Boss, heute Abend schon was vor?“ Ich hob erstaunt die Augenbrauen. „Nein… Warum?“ „Ach, ich hab grad überlegt, ob du mit an die Party in Birmingham kommen willst, aber mir ist eingefallen, dass ja jemand auf den Hof aufpassen muss.“ Mir klappte der Mund auf und ich wollte empört etwas erwidern, aber er verschwand schon wieder durch das Stalltor. Frechheit! Von wegen gut erzogen… Ich wandte mich wieder Muffin zu und zog den Gurt an.
      Als ich mit ihm, Jacky und Sheela vom Gelände zurückkam, hatte ich einen Entschluss gefasst. Quinn hatte am Morgen deutlich gemacht, dass sie weder an eine Kostümparty, noch an sonst irgendeine Saufveranstaltung mitkommen würde. Sie hatte sogar versucht, die Leute zu überzeugen, auf Pineforest Stable selbst zu feiern, anstatt alle auszugehen. Sie würde also bestimmt hier sein, um aufzupassen. Deshalb wollte ich nun doch auch nach Birmingham. Aber nicht dorthin wo Jonas ist, dachte ich mit einer herrlichen Genugtuung. Ich erzählte ihr von meinem Plan, sobald ich Burggraf versorgt hatte. Zu meiner Überraschung reagierte sie verstört. „No, you cannot…. I mean, you should stay here“, stammelte sie. „Why? You stay, right? I leave Sheela here to protect you, and If something happens you can always call me.“ „Probably, but what if some drunken people come here and mess things up?“ Ich verstand ihren Punkt; ich wollte auch nicht alleine im Dunkeln einer besoffenen, verkleideten Meute begegnen. „Fine, I’ll stay.“ Sie sah sehr erfreut aus und lief in Richtung Halle, bevor ich etwas Weiteres sagen konnte. Ich hingegen, machte mich auf den Weg zu den Minis. Die meisten von ihnen mussten heute für die Herbstshows geschoren werden, was ein ganzes Stück Arbeit war. Zum Glück halfen Lewis und Lisa mit. Wir führten zuerst Arco, Lenny, Storm und Caillean in den Innenhof des Hauptstalls. Dort banden wir die Flauschkugeln an und begannen, mit den Schermaschinen die dichte Wolle zu trimmen. Beim Kopf war ich besonders vorsichtig, aber auch der musste ein wenig bearbeitet werden. Alle hielten schön still, denn sie waren schon als Fohlen auf das Scheren vorbereitet worden. Auch Caillean stand Schulbuchmässig da und spielte mit dem Strick, anstatt sich um das lärmende Ding zu kümmern. Wir waren rasch fertig und konnten auch gleich die nächsten Kandidaten holen: Papillon, Daki und Lady. Letztere zappelte etwas, als ich die Maschine am Bauch ansetzte, doch mit etwas Geduld konnte ich sie auch dort von ihrem Pelz befreien. Nun fehlten noch Chip, Queen und Sunny. Ach, und natürlich die neue; Tigrotto. Ich hatte sie wenige Wochen nach Dante, dem Esel, übernommen, denn sie war eine hervorragende Showstute und hatte gute Bewertungen an den Fohlenschauen bekommen, an denen sie teilgenommen hatte. Um sie kümmerte ich mich als letztes. Dabei war ich zunächst eher vorsichtig, weil ich nicht wusste, wie gut sie an das Scheren gewöhnt war. Doch sie zickte nicht, sodass ich ebenfalls schon nach zwanzig Minuten fertig war. Nun hatten wir einen Berg aus Fell vor uns, und auf der Weide standen viele nackte Miniaturpferdchen. Lewis und ich machten uns daran, ihnen allen eine Decke anzuziehen, damit sie nicht kalt hatten, Lisa hielt unterdessen Sheela davon ab, den Fellhaufen auseinanderzunehmen. Es handelte sich um stabile, wasserabweisende Decken mit guten Verschlüssen, die sie in Position hielten. Sie waren ganz schön teuer gewesen, aber die Anschaffung hatte sich definitiv gelohnt. Tic-Tac, Rose, Alu und Kiwi durften ihren Pelz noch behalten, denn mit ihnen wollte ich erst im Frühling wieder starten. Zufrieden kraulte ich Daki, als alles erledigt war. Die kleine Stute knabberte mir liebevoll an der Regenjacke, als wäre ich ein anderes Pony.

      Am Nachmittag unterrichtete ich Rita auf Dod, damit sie auch ein Gefühl für Westernpferde bekam. Das klappte erstaunlich gut – naja, so erstaunlich war es doch nicht, denn sie brauchte nur einigermassen gerade zu sitzen, den Rest erledigte der fein ausgebildete Dod von selbst. Jedenfalls solange er kooperativ war. Als die Pflegerin zum dritten Mal auf dem Zirkel angaloppieren wollte, hatte der Hengst genug und beschloss kurzerhand, den Platz zu verlassen. Rita konnte kaum etwas tun, denn wenn Dod ein Ziel im Kopf hatte, musste man schon verdammt gut reiten können, um ihn wieder in den Griff zu bekommen. Ich eilte ihr zu Hilfe und fing ihn kurz vor dem Weg wieder ein. Danach arbeiteten wir noch etwas vom Boden aus weiter, das gefiel ihm deutlich besser. Ich überliess es Rita, ihn zu verräumen und ging direkt weiter zu Numair. Ich wollte mit ihm ebenfalls auf dem Platz arbeiten, allerdings zusammen mit Anubis und Lisa, die bereits in der Stallgasse des Nordstalls bereit standen. „Sorry, I’m late“, keuchte ich, denn ich war den Weg hochgerannt. „It’s okay, du kannst Deutsch mit mir sprechen, schon vergessen?“, meinte Lisa lachend. Ich schlug mir symbolisch mit der Hand gegen die Stirn und grinste, dann holte ich Numi aus der Box. Wir ritten eine Art Pas-de-Deux mit den beiden sonst Western gerittenen Hengsten. Sie machten gut mit, aber schaukelten sich nach dem ersten Galopp gegenseitig hoch und zeigten ihr südliches Temperament. Am Ende bauten wir mehr Galopp in die ‚Kür‘ ein als uns lieb war, doch wenigstens waren die beiden danach müde. Auch die anderen beiden Araber auf dem Hof, Islah und Amor, mussten noch bewegt werden. Allerdings konnte ich Amor nicht besonders gut mit Stuten laufen lassen, da er sich dann nicht mehr konzentrierte. Also schickte ich Lisa und ihn zusammen mit Donut unter David und Baccardi unter Jonas raus. Islah übernahm ich ebenfalls nicht selbst, sondern übergab sie Lewis, um stattdessen mit Blue Lady Liquor zu arbeiten. Mit ihr sprang ich einen leichten Parcours und übte dabei insbesondere das Springen aus der Kurve. Die junge Stute war noch nicht lange unter dem Sattel, also musste ich ihr Schritt für Schritt alle Tricks beim Springen zeigen.
      Später ging ich wieder mit Halluzination und Satine als Handpferd ins Gelände. Das hatte beim ersten Mal so hervorragend geklappt, dass ich es seither immer wieder versucht hatte – mit Erfolg. Die beiden Stuten schienen miteinander zu harmonieren. Auch auf der Weide standen sie oft beisammen. Satine machte mir trotzdem immer noch Sorgen. Sie nahm einfach kaum zu, egal wie viel ich zufütterte. Den Tierarzt hatte ich auch schon mehrfach bestellt, aber er meinte jedes Mal nur, ich solle weitermachen wie bisher. Während ich die beiden nach dem Ritt versorgte, berichtete mir Lewis, dass Islah wiedermal etwas faul, dafür umso schreckhafter gewesen war. Darren, der mit Piroschka mitgegangen war, hatte weniger Mühe gehabt.

      Als es dunkel wurde, verschwanden auch nach und nach die Leute, bis Quinn und ich als einzige im Hauptstall standen. Ich schlug vor, dass wir uns auch einen gemütlichen Abend machen sollten. Sie nickte erfreut und meinte, man könne ja ins Strohlager. Ich holte eine Taschenlampe, Tee in einer Kanne, Snacks und ein paar Brettspiele aus dem Haus. Dann öffneten wir die Luke zum Dachboden des Hauptstalls, wo das Stroh gelagert wurde. Sheela winselte, als wir ohne sie nach oben kletterten, doch sie war mittlerweile einfach zu gross, als dass ich sie hätte nach oben tragen können. Fairnesshalber liess ich auch Jacky unten. Ich legte den beiden eine alte Abschwitzdecke auf den Boden, auf der sie sich auf mein Zeichen hin platzierten. Der Dachboden war ein durchgehender Raum, nicht besonders hoch und vollgestopft mit Strohballen. Es hatte zwar Lampen hier oben, aber sie leuchteten nur dämmrig. Alle paar Meter gab es eine neue Luke, durch die das Stroh nach unten in die Stallgasse befördert werden konnte. Quinn und ich machten es uns im weichen Stroh neben den grossen Quadern gemütlich und begannen mit einer Partie Mühle. Ich merkte gar nicht, wie die Zeit verging, denn als ich beim nächsten Mal auf die Uhr sah, war bereits halb zwölf. Ich gähnte demonstrativ und fragte, ob Quinn noch etwas Tee wolle. Sie bejahte, also kletterten wir die Leiter hinunter und wollten gerade zum Haus, als ich Schritte vernahm. „Guess you were right with those drunken guys“, flüsterte ich mit besorgter Stimme. Ich hielt es für das Beste, nachzusehen und die Eindringlinge zu verscheuchen. Wir schlichen mit Sheela, die gerade mitten in der Ausbildung zum Schutzhund war, um den Hauptstall herum zum Roundpen, doch ich konnte niemanden sehen. Plötzlich sah ich zwischen den Tannen der Galoppbahn ein Licht auf und ab tanzen. „There! Sheela, go!“ Ich schickte die Hündin wie im Training auf das Ziel los, da ich mir sicher war, dass das Licht von einer Taschenlampe stammte. Sie flitzte los, bellte ein paarmal, doch dann wurde es still. Ich schluckte leer. „…Sheela?“ Keine Reaktion. Quinn und ich sahen uns an, dann liefen wir langsam in Richtung des Lichts. Als wir kurz davor waren, verschwand es jedoch. Von Sheela war keine Spur. „Oh no, she must have followed them – or they dognapped her!“, meinte Quinn, wobei sie bei dem Wort ‚dognapped‘ grinsen musste. Wie kann sie auch noch Scherze darüber machen? Wir müssen weiter, dachte ich aufgebracht. Schon sah ich ein neues Licht, diesmal beim Offenstall der Minihengstchen. Sofort rannte ich in die Richtung, denn ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass die Typen den Minis etwas antaten, auch wenn ich mich mit Händen und Füssen würde wehren müssen. Als wir dort ankamen, war das Licht aber bereits wieder ausgegangen. Im Dunkeln stolperte ich über etwas im feuchten Gras liegendes und fiel beinahe ausgestreckt auf den Boden. Ich sah nicht, was der Gegenstand war, denn ich rappelte mich erschrocken wieder auf und rannte zur Halle, wo das nächste Licht aufflackerte. Quinn rief irgendwas von „there’s something hanging in the tree“, aber ich achtete mich nicht, zu fokussiert war ich auf mein Ziel. Schliesslich erreichte ich die Halle, und Quinn wenige Sekunden nach mir ebenfalls. Wir schlichen, abermals in völliger Dunkelheit, um das grosse Gebäude herum, auf der Suche nach irgendwelchen Gestalten. Warum ist es nur so dunkel? Ohne den Nebel würde ich sie bestimmt sehen. Plötzlich schrie Quinn kurz auf, es folgte ein kurzes Glucksen, dann Totenstille. Mittlerweile tatsächlich ängstlich drehte ich mich um und rief nach ihr, doch bekam keine Antwort. Das ist nicht möglich, der Mörder ist doch längst hinter Gittern! Ich wollte mein MoPho aus der Jackentasche holen, um endlich der Polizei anzurufen, doch es war weg. Ich suchte überall, sicher, dass ich es wie immer rechts gehabt hatte, doch es war nirgends zu finden. Als nächstes torkelte ich durch die Dunkelheit zum Haus, doch die Tür war verschlossen. Wie ist das möglich? Ich hatte sie doch offen gelassen, als ich Tee geholt hab... Langsam kam ich mir vor wie eine Geistesgestörte, die sich alles nur einbildete, denn auch den Schlüssel fand ich nirgends. Bestimmt bin ich im Strohlager eingeschlafen und träume alles nur, beschloss ich. Doch mit einem Kniff in den Arm wachte ich nicht auf. Unentschlossen blickte ich umher und sah dabei abermals das Licht, diesmal beim Nebenstall. Ich änderte meine Strategie und schlich mich darauf zu, immer im Schutz der Gebäude bleibend. Es schien zu klappen; diesmal verschwand das Licht nicht. Beim Näherkommen hörte ich aufgeregtes Getuschel und ein „shhh!“ An den Stimmen erkannte ich Lisa, Lewis, Jonas, Rosie und Ajith, doch da waren auch die Umrisse von weiteren. „What is happening?“, fragte ich, als ich nahe genug war, und erschreckte sie damit erfolgreich. Jemand machte Licht, sodass ich alle Gesichter erkannte. Es waren fast sämtliche der Pfleger. „Happy Halloween!...“, lachte Lewis, und die anderen stimmten mit ein. „Aber wie… Wo ist Sheela?“ Kaum hatte ich gefragt, kam die Labradorhündin Schwanzwedelnd auf mich zugehüpft. Sie haben mir also nur einen Streich gespielt, stellte ich erleichtert fest. Wir liefen alle zum Hauptstall und kletterten ins Strohlager, wobei Jonas mir Sheela hochhob und Jacky von Ajith mitgenommen wurde. Die beiden Hunde sahen sich sofort neugierig in diesem unbekannten Teil ihres Territoriums um, während die Pfleger mir erzählten, wie sie das Ganze geplant und durchgeführt hatten. Nachdem zuerst jeder gleichzeitig seine Sicht schildern wollte, sorgte Oliver für Ordnung und gab Jonas das Wort. „Aaaalso; wir haben die Idee schon vor Wochen gehabt, aber Quinn ist es hauptsächlich zu verdanken, dass wir es wirklich durchgeführt haben, sie hat die Leute zusammengetrommelt und hierbehalten. Zuerst mussten wir sicherstellen, dass du auch hier bleibst.“ „Ach deshalb warst du so frech“, unterbrach ich ihn. Er strich mir grinsend mit der Hand übers Gesicht, zum Zeichen, dass ich schweigen solle. „Jedenfalls war ich erfolgreich, oder?“ „Auf keinen Fall! Ich war sogar fast so weit, aus Trotz extra wegzugehen. Quinn war diejenige, die mich überzeugt hat zu bleiben.“ „Wie auch immer; wir anderen gingen also nach und nach, versteckten uns aber tatsächlich in der Halle. Als du ins Haus gegangen bist und den Schlüssel hast stecken lassen, hab ich ihn mir geschnappt, um später die Tür zu schliessen, damit du, nachdem dir Quinn hier oben so erfolgreich das Handy geklaut hat, nicht auf die Idee kommst, doch noch die Polizei zu rufen oder so. Dann haben wir uns mit den Taschenlampen positioniert und sind jedes Mal ein paar Meter weiter ins Gras gelegen, wenn ihr zu nahe kamt.“ „Ach deshalb hat Sheela nicht angegriffen – sie hat euch natürlich gleich erkannt…“ „Jap, und Elliot hat sie fixiert, damit sie nicht bellt. Über unseren abgetrennten fake-Arm beim Offenstall bist du leider nur drübergefallen, und auch den hängenden Mann hast du nicht gesehen.“ „Even as I wanted to call you back!“, warf Quinn ein. „Danach mussten wir uns einen Plan B überlegen, denn eigentlich war geplant gewesen, dass du es dabei natürlich merkst. Also haben wir Quinn bei der Halle entführt.“ „Dann wusstest du vom letzten Teil auch nichts?“, fragte ich Quinn lachend. „Nein, daher hatten wir auch Mühe, sie festzuhalten und vor allem zu verhindern, dass sie vor Lachen platzte!“, antwortete Lisa für sie. „Doch zuletzt hast du uns doch überlistet. Wir waren so abgelenkt, dass wir gar nicht bemerkt haben, wie du näherkommst…“ Ich stiess ein triumphierendes „yes!“ aus, und wir lachten alle herzhaft. „Nun hätte ich aber gerne meine Schlüssel und mein MoPho zurück“, sagte ich auffordernd. Quinn gab mir das Handy, doch Jonas hielt die Schlüssel nur grinsend auf. Ich stürzte mich auf ihn und nahm sie mir etwas unsanft, wobei er mich festhielt, sodass wir nebeneinander im Stroh lagen. Wir amüsierten noch etwas mit Brettspielen und Tee, ehe wir endlich alle zu Bett gingen.
      (c) Occulta
    • Sammy
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      Bericht aus Stormy`s Zeit bei Muemmi

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      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf

      © Muemmi | 11. März 2016 | 13662 Zeichen



      Miniweide unter den Kiefern
      Narnia, Darkwood´s Storm Dancing Feather, Taciturn

      Außenbox der Wallache
      Small Joker likes Dun, Firewalker

      Stuten- & Hengstweide der Dänen
      Caja, Oline, Aquentino, Inka, Amber, Dakaprio, Reykja

      Stutenpaddock auf dem Hauptplatz
      Cara Mia, Perfect Sweetness

      Fohlenkoppel am Bootsfluss
      Awolnation, Efeumond, Reebook, Coda

      Hauptstall der Zucht
      Ravallo, Seana, Red Diamond II, Weyganda, Lacura, Polarfuchs, Rasputin II, Trink auf´s Leben, Little Sweetness, Butch, Tainted Love Toffifee

      Nebenstallungen für die Hengste
      Polarnacht, East, Drunken Huntsman, Warcraft, Wolfshain´s Alex

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Admiral´s Valentin, Seidenfell, Armani, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Miami´s Blue Boy,
      Zimtmond´s Haselnuss, Leona, Primadonna, Apfelblüte, Love me Lara, Tringle, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, La Luna, Sweet Poison



      Ich atmete tief durch und schüttelte die Kälte ein wenig von mir ab. Ich hatte meine dicke, dunkelgraue Reitjacke und die etwas dunklere Reithose, meine Stiefel, Handschuhe, einen hellbraunen Schal und ein dunkelgrünes Stirnband an. Die jetzt nur noch knapp bis zur Achsel reichenden Haare hatte ich mir zu einem lockeren Franzosen geflochten, einige Strähnen hatten sich gelöst. Neben mir lief mein Jack Russel Idefix, sein Fell war bis zum Bauch mit Schlamm bespritzt und auch seine Schnauze war nicht mehr weiß, sondern schlammig. Er trabte neben mir her, als ich hinüber über den Platz lief und mir Cara und Perfect einen kurzen Moment hinterher trotteten. Cara war jetzt um einiges größer geworden und ich hatte angefangen mit ihr zu arbeiten, sie wurde immer trittsicherer und sprang auch in ihren Freiübungen wunderbar über die Stangen. Bald würde ich anfangen, sie unter den Sattel zu nehmen. Ich ließ beide Karabiner klicken und führte die Hellbraune und die Gescheckte in den warmen Stall hinüber, gerade, als es anfing leicht zu nieseln. Ich kratzte beiden die Hufe aus, spritze den Schlamm von ihren Beinen und nahm ihnen die Weidedecken ab. Es war früher Vormittag, doch wegen dem schlechten Wetter konnte ich die beiden nicht länger auf dem versumpfenden Sandplatz stehen lassen. „Ich muss da echt mal Platten legen lassen...“ dachte ich mir, warf beiden je zwei Apfelschnitzen in den Trog und machte mich dann weiter zur Fohlenkoppel. Eigentlich müsste ich die schon Jugendkoppel nennen, denn Coda, Efeumond, Reebook und Coda waren jetzt richtige Halbstarke. Die Vier würden bald vertraglich vermittelt werden, damit sie eine solide Grundausbildung erhalten. Vor allem Efeumond gehörte werden seiner Vollblutabstammung in spezielle Hände, ich hatte schon lange nicht mehr in Joelle Galopp eine Fortbildung besucht und war auch sonst weg vom Renngeschäft. Er würde nur 2 Jahre laufen und dann als Deckhengst meine Privatzucht etwas bereichern. Die Rabauken freuten sich mich zu sehen, jeder hatte jetzt in dem neu renovierten und ausgebauten Trakt mit insgesamt 6 Boxen seine eigene, sowie einen Paddock. Im Sommer würden sie allerdings wieder zusammen auf die Weiden kommen, dann aber schon getrennt und mit den erwachsenen Pferden zusammen. Ich mistete die vier hellen Behausungen, streute neu ein, wechselte bei Awolnation den Leckstein und schraubte bei Coda die Bürste auf einer Seite wieder fest an. Der Schecke war ganz nach seinem Vater, hatte aber auch ordentlich Kraft und demolierte im Schalk auch schon gerne mal etwas. „Dich muss ich ganz besonders im Auge behalten, hab ich die Befürchtung.“ meine ich, kniff ihm ganz leicht in die Nüstern und strubbelte ihm dann über die Stirn. Er schüttelte sich und schnaubte, dann schlug er mit einem Vorderbein gegen die Tür und glotzte nach Idefix. Der saß direkt unter ihm, wedelte mit dem Schwanz und bellte zweimal. „Das ist nicht Cadoc, das weißt du?“ fragte ich ihn und lachte. Direkt neben dem renovierten Stall, über einen alten, gepflasterten Weg, der im Sommer leicht von Moos überwuchtert wurde, lag der Offenstall. Dort hatte ich die drei Minis Taciturn, Narnia und Feather unter gebracht sowie die beiden Hengste Joker und Firewalker. Letztere hatten bald den Termin zum Legen, sie sollten als Aklimatisierer in meiner doch recht aufmüpfigen Stutenweide Abhilfe schaffen, sowie natürlich einige Preise in den Schauen einheimsen und als Schulungspferde eingesetzt werden. Beide waren ausgesprochen ruhig, ich trainierte viel mit ihnen und ließ oft ein Schrecktraining miteinfließen. Die Ponys hatten für meine kleinen Feriengäste die Aufgabe, ihnen die ganze Reiterhofwelt zu eröffnen. Auf den Minis ritten die Kinder nicht, durften aber den Umgang mit ihnen und ihrer Pflege lernen. Taciturn wurde als Führpony neben den Welshis öfter eingesetzt oder zog auch mal zum Spaß eine kleine Kutsche. Ich hatte mir überlegt, sie eventuell einmal decken zu lassen, damit diese kleine Familie etwas Zuwachs bekommen könnte. Aber das würde sich wohl erst im nächsten Jahr ergeben, jetzt kümmerte ich mich erstmal um die fünf, die in einem der schönsten Ecken des Gestüts zu Hause waren. Unter den Kiefern hatte man auch im Winter und im noch kargen März das Gefühl, es wäre immer grün und sommerlich, auch wenn die Temperaturen und das nieselig, schlammige Wetter dies gerade kaum aufkommen ließen. Auch hier hatte ich die Weide aus Grasnarbenschutz sperren müssen und sorgte im Auslauf für Abwechslung. Ein Ball hing an der Wand zum Spielen, zwei Bürsten waren angebracht, der Salzleckstein vor Wind und Wetter geschützt und genügend Heu zum Fressen vorhanden. Ich schüttete den Ponys nur ein wenig Müsli und Gemüse in die Tröge, den großen gab ich etwas Hafer und Mash. Nach der Hufkontrolle war ich auch hier fertig und lief am kleinen Bach zurück zur Weststallung. Die Welshis standen getrennt auf den großen Paddocks, immer in kleineren Gruppen zusammen. Die Hengste waren auf der anderen Seite, getrennt von den Stuten. Valtentin und Armani kraulten sich gerade gegenseitig, Miro knabberte am letzten Rest seines Heuhaufens, Blue döste in einer Ecke, Bow, Landwein und Poison streckten ihre schmalen Köpfchen durch das Gitter. Landwein wieherte dann sogar aus vollem Rohr. „Na? Alles klar bei euch?“ Ich schaute nur kurz in die Boxen und sah, dass sich meine Stallkraft schon um die Lausbuben gekümmert hatte. Als ich hinüber zu den Stuten ging, sah ich gerade, dass sie Teutonia das Fell bürstete, ihre kleine Schwester dabei, die Nikita gerade sattelte. „Hi, reitet ihr aus?“ fragte ich und kraulte Haselnuss, die mich gerade anstupste. „Ja, hoffentlich hält das Wetter. Wir nehmen den Kiespass und werden mal die hinteren Waldsprünge abreiten. Willi hat darum gebeten, er möchte nicht extra mit dem Jeep rausfahren müssen und wir kommen eh vorbei. Dann weiß er, ob er sie ebenfalls auf die Liste setzen muss.“ „Ok gut, ich werde mit Weyganda und East später wohl auch noch raus gehen, aber dann kann ich eventuell noch eine andere Route nehmen. Passt sonst alles?“ Ich lächtelte, beide nickten und meinten, sie würden sich beim Zurückkehren um Leona, Primadonna, Nüsschen, Seidenfell, Apfelblüte, Luna, Lara und Tringle kümmern. Also war auch hier alles getan. Als nächstes standen die Dänen an, auch hier war schon gefüttert worden, Socke und Kaprio standen auf dem Paddock, Caja fraß Heu in ihrer Box, Reki, Oline, Amber und Inka sahen auf den Gang und drehten mir ihre Köpfe zu, als sie mich sahen. Idefix kam jetzt wieder über die Weide angefetzt und sprang zwischen meinen Beinen hindurch in den warmen Stall. Er hatte keine Maus ausgebuddelt, wusste aber um die Decke in der Sattelkammer und um das angekaute Kuhohr, das ich ihm letztens mitgebracht hatte. Genüsslich sabberte er in seiner Ecke alles voll und nagte an dem braunen Fetzen, während ich die Sattelkammer kontrollierte, die Gasse kehrte und den Putzplatz abspritzte. Ich hatte zwar keinen Dienst diese Woche in diesem Trakt, aber hatte versprochen für Amy einzuspringen, die in der Halle schon ihr eigenes Pferd nach langer Stehzeit wieder aufbaute. Dafür war der Physio extra angereist und arbeitete nun mit den beiden zusammen. Es ging jetzt langsam auf Mittag zu. Wir trafen uns alle im Stüberl und aßen zusammen. Willi berichtete mir, als er 10 Minuten später eintraf, dass im Waldsprungplatz wohl eine alte Kiefer umgestürzt sein musste. Glücklicherweise hatte sie keinen der Holzsprünge getroffen, allerdings musste der mittelgroße Stamm zum späteren Frühjahr entsorgt werden. „Es hat einen Abschnitt des Zaunes getroffen, aber das sind nur zwei Bretter die ich wechseln und ein Pfosten, den ich neu setzen muss.“ „Ach das geht ja noch. Ich werd´s mir später doch mal selber ansehen, ich gehe noch mit Weyganda raus. Aber erst nach dem Zuchtstall.“ „Ok, ich fahr in die Stadt und hol die Wurmkuren für Welshis und die Ponys. Tom sollte soweit ich weiß morgen kommen wegen Alex.“ „Ja, er braucht dringend den neuen Beschlag. Ich werd vor dem Ausreiten nochmal seine Box auflockern und neu einstreuen, oder warst du da heute morgen schon drin?“ „Ja, aber neu getreut ist nicht, das Mehl hab ich dir in die Karre geladen, steht im Zuchtstall.“ „Danke.“ Ich nickte, zog den Topf dampfender Kartoffelsuppe zu mir her und schnitt mir eine Scheibe von dem selbstgebackenen Bauernbrot ab. Wir wärmten uns gut eine Stunde auf, dann ging es wieder an die Arbeit. Willi fuhr nach einigen wenigen Erledigungen in die Stadt, ich lief hinüber in den Zuchtstall. Ravallo wieherte, drehte sich einmal in seiner Box und reckte seinen Hals über die Box. Dann lief er hinaus auf den Paddock und kabbelte sich mit Rasputin, der in der Nebenbox stand. Diamond, Säufer und Polarfuchs lugten jetzt auch aus der Box, ebenso Toffifee, Weyganda und der dicke Butch. „Ihr hattet schon zu fressen meine Herren! Ravi, jetzt reiß dich mal zusammen....“ Ich konnte meine Jungs verstehen. Es war ziemlich ätzend, in den Stallungen gefangen zu sein, solange die Wiesen noch so durchtränkt waren, konnte ich sie nicht hinaus lassen. Meine Pferde wären danach nicht mehr zu unterscheiden, da alle schlammfarben. Die Reitschülerinnen und Beteiligungen hatten in letzter Zeit schon so manchen Buckler in der Halle aussitzen müssen. Ich entschied mich also daher, die unruhigsten einfach in die Führmaschine zu stecken. So waren die Boxen frei, ich konnte in Ruhe misten und die Gasse kehren, bevor ich rüber zu den Stuten lief und auch dort Sweetness, Seana und Lacura liebevoll umsorgte. Die drei bürstete ich sogar ab und kämmte ihnen kurz durch die Mähnen, kuschelte ein wenig und machte mich dann an die Versorgung meines Sorgenkindes. Alex, mein großer Fuchs, lahmte seit vielen Wochen durch einen Abszess am Hinterhuf. Es war bereits gut abgeheilt, allerdings war er noch auf speziell entlastende Beschläge und einige Spülungen die Woche angewiesen. Auch musste er so gut es ging ruhig stehen und das fand er nicht wirklich amüsant, auch wenn er es ansonsten gut ertrug. Er bekam von jedem Kuscheleinheiten, Leckerchen, liebe Worte und wurde auch sonst wie der König des Hofes behandelt. Die Kinder hatten arges Mitleid mit ihm und streichelten seine Nüstern, die er über die hohe Boxentür streckte. Eigentlich war ihm nie langweilig und so fing er nicht wieder an zu weben. Ich lobte ihn, als ich heute zu ihm kam, wechselte den Verband ein letztes Mal vor dem Hufschmiedtermin und striegelte ihn ein wenig. Er ließ sich auch kraulen und kräuselte die Oberlippe dabei, machte den Hals lang und stupste mich an, als ich aufhörte. Die anderen vier Jungs fanden diese Behandlung alles andere als lustig. Sie wurden zunehmend eifersüchtig und bekamen deswegen von mir viele Leckerchen in Form von Apfelschnitzen, Möhren, etwas Mash und Leinöl. Zufrieden schlabberten Warcraft, Drunken, Polarnacht und East ihre Tröge leer und waren danach zufrieden. Während sie gefressen hatten, hatte ich Alex Box zusätzlich gestreut, damit er weich stand und auch ihm eine Portion zu fressen gegeben. „So, endlich fertig mit der Arbeit...“ seufzte ich, es war jetzt kurz nach 15:00 Uhr und ich spurtete mich, damit ich mit Weyganda noch eine größere Runde drehen konnte. Vorher brachte ich Idefix ins Haupthaus. Er hatte angefangen zu frieren und ich sperrte ihn in meinem Büro ein, unter dessen Tisch eine zweite Decke mit Spielzeug lag. „Bleib schön hier, wärm dich auf, da, jetzt gibt’s was zu fressen und frisches Wasser.“ Idefix war es gewöhnt, über zwei Stunden alleine zu bleiben, war aber doch lieber an meiner Seite. Doch noch lieber hatte er sein Fresschen und so konnte ich zurück in den Stall, den kräftigen Rappen putzen und satteln und mich wohlverdient endlich in den lammfellbesetzten Westernsattel ziehen. Nach 15min Aufwärmen fing ich an, ihn durch den Kiefernwald traben zu lassen und ließ ihn dann die letzten hundert Meter bis zum Springplatz raumgreifend galoppieren. Im Sommer würden wir höchstwahrscheinlich ein kleines Wikingerlager veranstalten und Weyganda wäre das perfekte Showpferd dafür. Generell freute ich mich auf den Sommer, er war einfach deutlich angenehmer. Vom Weg aus sah ich die umgestürzte Kiefer, sie war direkt in die Distanz zwischen zwei Oxern gekracht und hatte in der Mitte einen Zaunabschnitt unter sich begraben. Die grünlichen Holzplanken waren geborsten und ein Pfosten war nach vorne gedrückt worden, aber ansonsten sah alles soweit gut aus. Alle Bäume waren letzten Herbst kontrolliert worden und genau diese Kiefer sollte im Frühjahr gefällt werden, bevor der Platz wieder in Benutzung genommen werden würde. Der letzte Sturm hatte aber seines natürlichen Amtes gewaltet und uns die Fällarbeiten abgenommen. Ich schnalzte mit der Zuge, zog meinen Schal enger und ritt über den breiten Waldweg zurück zum Hof. Gerade als ich Weyganda versorgt hatte und über den Platz lief, sah ich Willi auf den Hof fahren. Ich ging auf ihn zu und nahm ihm die Wurmkuren ab. „Da haben wir morgen was zu tun...“ meinte er, lachte, holte zwei Eimer Zusatzfutter von der Ladefläche und stellte sie im Hausflur ab. „Ich verräum die Kuren. Morgen um 10 ist Tom da, fährt danach weiter nach Cottbus zu nem anderen Fall.“ „Passt. Dann kuren wir danach, dann sollten wir mir dem Stalldienst fertig sein. Ich mach jetzt noch ein paar Abrechnungen und editier die Liste. Ich hab die Kiefer übrigens gesehen! Perfekt getroffen!“ Ich lachte, winkte Willi und verschwand zurück zu Idefix ins Büro. Der sprang von der Decke, begrüßte mich kurz und ließ sich am Bauch streicheln. „Ruh dich noch etwas aus, war ein langer Tag wie immer, ich werd noch etwas Bürokram machen.“ Ich seufzte, fuhr den Rechner hoch und fing an zu tippen...
    • Sammy
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      Viele viele bunte Neue!
      Ankunft von Darkwood`s Storm Dancing Feather, Miniature America`s Narnia, Hollybrook`s Zarin, Hollybrook`s Fairy Bluebird, Hollybrook`s Tiny Girl, Rosewell, Panta Rhei, Siberia, Shawnée, Pawaneeh und Apaches Tomahawk
      31. Mai 2016

      "Guten Tag Muemmi, hier ist Samantha O`Neill vom Hollybrook Stud Zuchtgestüt in England. Ich hätte großes Interesse an deinen beiden American Miniature Horses.", ratterte ich herunter, als am anderen Ende der Leitung endlich die Besitzerin des Gestüts Naundorf abhob. Wir waren uns recht schnell über den Preis für die beiden Mini-Pferdchen einig und ich konnte mein Glück kaum fassen. Schon vor einiger Zeit hatte ich mit dem Gedanken gespielt, endlich wieder Minis auf mein Gestüt zu holen, doch es hatte sich noch keine Gelegenheit ergeben. Zumindest bis heute. Als ich Muemmi`s Verkaufsanzeige las, konnte ich einfach nicht wiederstehen und so würden schon bald zwei neue Pferde Hollybrook bereichern. Ich wollte gerade aufstehen, um die frohe Kunde meinen Angestellten und inzwischen engen Freunden und Vertrauten mitzuteilen, als mein Telefon klingelte.
      "Hollybrook Stud Zuchtgestüt, Samanth....", begann ich meine übliche Telefonansage, doch eine mir wohlbekannte Stimme unterbrach mich lachend: "Ich weiß. ...Samantha O`Neill am Apperat, was kann ich für sie tun? Was du für mich tun kannst ist eigentlich ganz leicht. Ich will mich verkleinern und habe da recht viele Pferde, die für dich vielleicht interessant wären. Ich dachte ich zähl sie dir mal auf und du sagst mir, ob du sie möchtest oder nicht."
      Für einen kurzen Moment war ich sprachlos, da legte Eddi auch schon los: "Also. Auch wenn es mir fast das Herz bricht, ich würde dir gern deine drei Hollybrook`s Zarin, Fairy Bluebird und Tiny Girl zurückgeben. Ich kann sie hier einfach nicht genügend fördern, da hätten sie es bei dir sicherlich besser. Ich weiß ja auch , dass du großen Wert darauf legst, dass deine Zuchtfohlen bekannt werden. Naja, dann gebe ich noch Pawaneeh ab, den Vater von Kagami el Assuad und außerdem auch meine gekrönte Appaloosa Stute Apaches Tomahawk. Ich weiß noch, wie sehr du für die beiden geschwärmt hast, als du mich das letzte Mal besucht hast, also dachte ich, ich biete sie dir mal an. Apache würde doch super zu deinen Westernpferden passen und Pawaneeh zu den Vollblütern, oder? Und da wir es erst letztens davon hatten, dass du deine Zucht auf Vielseitigkeitspferde spezialisieren und dir vielleicht noch ein paar neue Rassen zulegen möchtest, würde ich dir noch meine beiden Lewitzer Panta Rhei und Rosewell und die zwei Welsh D Stuten Siberia und Shawnée anbieten. Ich weiß, dass sind ganz schön viele auf einmal, aber ich weiß, dass sie es gut bei dir hätten und würde mich echt freuen, wenn du sie in deine Zucht aufnehmen würdest. Du musst dich natürlich auch nicht sofort entscheiden!"
      "Eddi halt warte mal! Du gibst ja echt viele Pferde ab, bei dir ist doch alles in Ordnung oder? Wenn nicht kann ich dir auch gern irgendwie unter die Arme greifen, das wäre sicherlich möglich.", bot ich an, da es mich doch ein wenig stutzig machte, dass meine beste Freundin so viele ihrer Pferde - darunter richtige Goldstücke- einfach so abgeben wollte.
      "Nein nein, alles bestens. Ich habe nur einfach gemerkt, dass ich so vielen Pferden nicht richtig gerecht werden kann. Deshalb möchte ich allerhöchstens 25 behalten, die ich dann auch richtig fördern will. Das war einfach zu viel, weißt du?"
      Ich überlegte nur einige Sekunden lang und meinte dann: "Okay, wenn das so ist nehme ich dein Angebot natürlich liebend gerne an und nehme sie alle!" Ich kannte zwar Panta Rhei, Rosewell, Siberia und Shawnée nicht, doch wenn Eddi sie mir empfahl, passten sie super auf mein Gestüt, dessen war ich mir ganz sicher. Ganz davon abgesehen hatte Eddi auf ihrem Gestüt eigentlich fast ausschließlich spitzenpferde, weshalb sie mir mit diesem Angebot einen rießen Gefallen machte. Gute Zuchtpferde waren nach wie vor nicht leicht zu finden.
      Wir vereinbarten, dass Eddi die neun Pferde Freitag in einer Woche bringen sollte - also an dem Tag, an dem auch Muemmi mit den beiden Minis kommen würde. Anschließend würde Eddi zwei Tage hier bleiben, damit ich ihr mal wieder zeigen konnte, was sich auf meinem Gestüt in der Zwischenzeit alles getan hatte - immerhin war sie schon eine ganze Weile lang nicht mehr einfach so bei mir gewesen.

      ~*~

      Die zwei Wochen vergingen wie im Flug. Momentan herrschte Körungshochsaison und außerdem waren drei meiner Stuten hochträchtig. Ich hatte noch einmal mit Eddi telefoniert und ihr außerdem noch ein Fohlen ihrer beiden Lewitzer abgekauft. Dieses würde allerdings erst in einigen Wochen bei mir einziehen, da die kleine Stute momentan noch zu jung war. Auch so würde ich mit den elf Neuankömmlingen heute sicherlich genug zu tun haben. Die Boxen waren selbstreden bereits alle fertig eingestreut, auf die Pferde wartete ein Arm duftendes Heu und alle Tränken waren auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft worden.
      Da kam auch schon der Transporter von Muemmi in Sicht und ich lief aufgeregt auf den Parkplatz, um sie und die beiden Minis in Empfang zu nehmen. Mit Tiny Girl hätte ich dann schon zwei Miniature Horse Stuten, die Mini Idee war also verwirklicht. Ich begrüßte Muemmi freundlich und half ihr sogleich die beiden Ponys auszuladen. Muemmi hatte noch weitere Termine heute, weshalb sie nur schnell die wunderschöne Narnia in ihre Box stellte, den Stall besichtigte und sich dann auch schon wieder verabschiedete, während ich Darkwood`s Storm Dancing Feather in sein neues Heim führte. Ich konnte mich kaum an den beiden neuen Pferdchen satt sehen, als Meg um die Ecke gestürmt kam. "Eddi kommt!", rief sie und sofort riss ich mich los und eilte meiner Freundin entgegen. Meine Angestellten waren recht aufgeregt, da ich gerade von Zarin, Pawaneeh und Apaches Tomahawk schon oft geschwärmt hatte. Dabei nahm Zarin natürlich eine besondere Rolle ein, immerhin war er das erste Fohlen aus meiner ehemaligen New Forest Pony Zucht und dementsprechend stolz war ich darauf, dass er mittlerweile sogar gekört war. Ich begrüßte Eddi lachend, dann machten wir uns gleich daran, die Pferde zu befreien. Eddi nahm Apache, die sie nur schweren Herzens abgab, ich drückte Donald Zarin`s Führstrick in die Hand, während Samuel Pawaneeh übernahm. Die ängstliche Anna bekam die kleine Tiny Girl, Patrick führte Fairy Bluebird, Brian Panta Rhei, Meg Rosewell und ich übernahm die beiden Welsh D Stütchen Siberia und Shawnée. Eddi hatte wirklich nicht zu viel versprochen: Sowohl die zwei Lewitzer, als auch die Welshs waren absolute Hingucker und ich freute mich schon unglaublich darauf, mit ihnen zu arbeiten. Doch ersteinmal durften sie sich ganz in Ruhe eingewöhnen.
      Während Panta Rhei, Zarin und Pawaneeh in den Hengsttrakt einzogen, verteilten wir die Stuten im restlichen Teil des Stalles. Tiny Girl bezog die Box neben Narnia, Fairy durfte neben die ebenfalls neue Devil in Prada einziehen, Apache stellte ich zu meinen anderen Westernstuten, Rosewell, Siberia und Shawnée kamen gegenüber der Minis in nebeneinander liegende Boxen. Als alle Pferde sicher untergebracht waren, drehten Eddi und ich nochmals eine Runde, um uns zu versichern, dass alle die lange Fahrt von Holland bis hier gut überstanden hatten und sie sich in ihrem neuen zu Hause wohl fühlten. Erst danach gingen wir in mein Haus, wo es für alle Kaffee und Kuchen gab. Später wollten Eddi und ich dann auf Hollybrook`s Zarin und Hollybrook`s Cheeky Jot einen gemütlichen Ausritt in die Heiden machen. Obwohl Eddi jetzt schon häufiger hier gewesen war, hatten wir das nie geschafft - eigentlich eine Schande!
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur E-A
      zusammen mit Miniature America`s Narnia
      31. Mai 2016

      Fröhlich pfeifend lief ich durch meinen Pferdestall. Heute sollte das erste Training mit meinen beiden Neuankömmlingen Darkwood`s Storm Dancing Feather und Miniature America`s Narnia stattfinden - ich wollte nämlich beide in der Dressur auf A-Niveau trainieren. Hilfe bekam ich wei meist von Meg, die junge Frau hatte sich sowieso vollkommen in die kleine Narnia verliebt, deshalb durfte sie das Stütchen auch unter meiner Aufsicht trainieren. Meg hatte mir ja schon einmal bei der Freiheitsdressur geholfen, damals mit Little Big Girl und Mississle. Während Meg Narnia aus ihrer Box im Stutenstall holte, ging ich in den Hengsttrakt, um mich um Stormy zu kümmern. Der wunderschöne Hengst war bereits recht zutraulich und folgte mir brav zum Putzplatz, wo Meg bereits Narnia`s geäpfeltes Fell bürstete. Ich band Stormy am anderen Ende des Putzplatzes an und begann ebenfalls sein seidiges Fell zu bürsten. Anschließend kratzten Meg und ich die Hufe der Mini Pferdchen aus, verlasen die Schweife und kämmten die Mähnen. Ich hatte ein wenig mit Stormy`s - für ein Miniature Horse - sehr dicker Mähne zu kämpfen, doch irgendwann fiel ihm auch diese in seidigen Wellen über den Hals. Ich bandagierte Stormy`s Beine, trenste ihn auf und führte ihn anschließend zum Reitplatz. Meg folgte uns mit der braven Narnia auf dem Fuß. Stormy und Narnia kannten beide das Training mit Doppellonge und Langzügeln, weshalb wir sehr gut darauf aufbauen konnten. Meg und ich verteilten uns auf die beiden Zirkel und nahmen unsere Trainingspferde erst einmal an die Longe, um sie aufzuwärmen. Eigentlich machte ich das Aufwärmen für die Freiheitsdressur auch über Freilaufen, doch da wir heute ja mit Hengst und Stute arbeiteten, ließen wir das mal lieber bleiben. Wir ließen Stormy und Narnia erst im Schritt und dann im Trab um uns herumgehen, ehe wir die Hand wechselten und das Ganze auch dort wiederholten. Ich schielte immer wieder zu Meg und Narnia herüber, doch die junge Frau machte ihre Sache ausgezeichnet und Narnia arbeitete toll mit. "Okay Meg! Wir fangen jetzt mit den Schritt-Galopp-Übergängen an, dann kommt das Rückwärtsrichten, Viereck verkleinen und vergrößern und zum Schluss die Vorhandwendung, alles klar?", gab ich wie gewohnt meine Anweisungen. Meg nickte nur und wir begannen zeitgleich mit dem eigentlichen Training. Wir lösten die Longe aus den Trensen und hängten dafür die Langzügel in die Gebissringe ein. Die Schritt-Galopp-Übergänge hatte ich mit beiden Ponys bereits an der Longe vorbereitet, sodass wir diese nun nur noch mit den entsprechenden Stimmkommandos wiederholen mussten. Beide Ponys reagierten sehr gut und auch wenn Stormy ein wenig aufmümpfiger war, als die ruhige Narnia, arbeitete der Hengst heute wirklich gut mit. Fürs Rückwärtsrichten parierten wir die Mini Pferdchen jeweils bei A und bei C zum Halten durch, stellten uns vor sie, wackelten leicht an den Zügeln und sagten: "Back!". Beide kannten das Kommando inzwischen und gingen ohne größeres Zögern rückwärts. So erarbeitete ich das Zurückweichen immer und bisher hatte es auch jedesmal wunderbar funktioniert. Als nächstes war dann Viereck verkleinern und vergrößern an der Reihe. Sowohl Narnia als auch Stormy konnten bereits Schenkelweichen, sodass wir eigentlich nur noch diese bestimmte Lektion abfragen mussten. Ich startete mit Stormy, indem ich den Hengst bereits in der zweiten Ecke der kurzen Seite leicht nach außen stellte und ihn dann bis kurz vor B zur Mittellinie hin weichen ließ. Anschließend durfte der Hengst zwei Pferdelängen geradeaus gehen, bevor es im Seitwärtsgang zurück zum Hufschlag ging. Als das bei Stormy gut klappte, beobachtete ich Meg und Narnia und war wieder einmal begeistert von Narnia`s fließender Eleganz. Die Stute war ja so schon ein absoluter Hingucker, doch wenn sie sich dann auch noch bewegte war ich jedes Mal hin und weg. Ich nickte Meg grinsend zu, als sie die Übung beendet hatte und wir begannen sogleich mit der letzten Aufgabe für heute. Dank unserer guten Vorbereitung lief wirklich alles wie geschmiert. Ich parierte Darkwood`s Storm Dancing Feather auf dem zweiten Hufschlag zum Halten durch und ließ den Hengst Tritt für Tritt um seine Vorhand herumwenden, ehe ich ihn nach 180° zum Stehen brachte und ausgiebig lobte. Meg machte dasselbe mit Narnia und auch sie lobte die kleine Stute, als sie mit dem Kopf in die andere Richtung stand. Wir fragten nun noch ein letztes Mal alle Lektionen ab, dann erklärte ich das heutige Training für beendet. Narnia und Stormy hatten beide wunderbar mitgearbeitet und ich war mir nun auch sicher, dass sie Potential für viel mehr besaßen!
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur A-L
      zusammen mit Miniature America`s Narnia
      6. Juni 2016

      "Meg? Meg wo bist du?", rief ich wiedereinmal, als ich durch meinen Stall lief. Eigentlich stand heute das Stufentraining in Dressur mit den beiden Miniature Horses Darkwood`s Storm Dancing Feather und Miniature America`s Narnia an und Meg sollte mir wieder behilflich sein. Bei Narnia war sie aber nicht und eigentlich wollten wir in einer Viertelstunde loslegen. Aufgrund meines engen Zeitplans legte ich auch viel Wert darauf, pünktlich anzufangen. Etwas ratlos lief ich in den Hengsttrakt, wo ich immerhin Samuel und Donald antraf, die gerade damit beschäftigt waren, die Boxen fertig auszumisten. "Jungs, wo ist denn Meg? Wir waren eigentlich im Stall verabredet.", fragte ich die zwei. Während Donald nur die Stirn runzelte, meinte Samuel: "Ich hab sie heute ehrlich gesagt noch gar nicht gesehen. Jetzt wo du es sagst, das ist echt komisch." Ich zögerte nicht mehr länger, sondern ging hinüber zu den Personalwohnungen. Meg sah und hörte man normalerweise immer. Entweder redete sie lautstark mit den Pferden, sang irgendein Lied oder kabbelte sich mit den Jungs. Wenn keiner sie heute wahrgenommen hatte, war sie defintiv noch nicht im Stall aufgetaucht. Sacht klopfte ich an ihre Tür, als ich keine Antwort erhielt klopfte ich lauter und rief auch Meg`s Namen. "Sammy?", krächzte es da heißer und kurz darauf öffnete mir eine völlig fertige Meg in ihre Decke gewickelt die Tür. "Herrje, was ist denn mit dir los?", fragte ich erschrocken. "Krank. Ich wollte dich anrufen, aber dann bin ich wohl wieder eingeschlafen. Oh Gott tut mir so Leid, heute ist das Training mit Narnia und Stormy! Ich habs vergessen. Himmel, warte ich zieh mich nur schnell an!", stammelte sie. Ich hielt sie am Arm fest und sah Meg scharf an: "Du geht nirgendwo hin, außer wieder ins Bett! Ich koch dir jetzt einen Tee, dann mach ich das Training und heute Abend gibts Nudelsuppe für dich. Und hör mal ganz genau in dich rein, ob du nicht lieber zum Arzt gehen möchtest." Ich duldete keine Widerrede, sondern lüftete Meg`s Zimmer und setzte gleich darauf Wasser für einen Kräutertee auf. Danach ging ich zurück in den Stall, verteilte Meg`s Boxen auf Patrick, Anna, Samuel und Donald und verdonnerte Brian dazu, mir beim Training zu helfen. Der junge Mann war super mit Pferden und verstand vom Training sogar mehr als Meg. Er würde Narnia übernehmen, während ich Stormy arbeitete. Wir machten die beiden Pferde in einhelligem Schweigen fertig - Brian redete für gewöhnlich nicht sehr viel - und führten sie anschließend zum Reitplatz. Das Wetter heute war zwar nicht perfekt, aber immerhin regnete es nicht. Wir nahmen die Minis an die Longe und wärmten sie erst einmal in aller Ruhe auf. Brian hatte noch nicht so oft mit Langzügeln gearbeitet, doch Narnia war so geduldig, dass das keine Probleme geben sollte. Nach und nach erarbeiteten wir den Außengalopp, den einfachen Wechsel, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung mit Narnia und Stormy. Die beiden arbeiteten hervorragend mit, auch wenn Stormy von Zeit zu Zeit ein paar Hengstmanieren heraushängen ließ. Wenn das so weiter ging, musste ich ihn in Zukunft getrennt von Stuten trainieren. Aber da er und Narnia genau auf demselben Stand waren, wäre das sehr schade. Wir ließen den Mini-Pferdchen die Zeit die sie brauchten und konnten das Training schließlich erfolgreich mit zwei auf L-Niveau trainierten Pferden beenden. Ich versorgte Stormy liebevoll, schaute noch einmal bei Narnia vorbei und verabschiedete mich dann für diesen Tag von meinen Pferden, um mich um die arme Meg zu kümmern...
    • Sammy
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      Ärger im Paradies
      21. Juli 2016

      Schon beim ersten Weckerklingeln saß ich kerzengerade in meinem Bett, streckte mich ausgiebig und war ein paar Sekunden später bereits auf den Beinen. In wenigen Tagen würden die ersten Teilnehmer von Jolympia auf meinem Gestüt anreisen und wir hatten noch eine Menge zu tun. Außerdem hatte ich beschlossen meinen Hof ein wenig umzustrukturieren. So sollte der Schwerpunkt künftig auf der Vielseitigkeit liegen. Selbstverständlich würde ich mich auch von den Pferden, die dazu nicht geeignet waren nicht trennen, auch sie würden Schwerpunktdisziplinen zugewiesen bekommen, in denen ich sie weiterhin fördern wollte. Doch mein Herz schlug nun einmal für die Vielseitigkeit und immerhin hatte ich mit Levistino den ersten Gewinner des größten Vielseitigkeitsturniers weltweit in meinem Stall stehen.
      Während meine Gedanken derart kreiselten, hüpfte ich voller Elan ins Badezimmer, schlüpfte in meine Stallklamotten, schlang ein kurzes Frühstück hinunter und rannte dann beinahe hinüber zu den Stallungen. Da ich heute um einiges früher als gewöhnlich aufgestanden war, war der Stall noch dunkel und ruhig. Draußen ging gerade erst die Sonne auf und ich genoss die morgendliche Idylle mit meinen Vierbeinern. Wie immer zur Zeit schaute ich zuerst bei meinen hochträchtigen Stuten Mahira, Samiyah und Benjilala vorbei. Bei den dreien sollte es in zwei bis drei Wochen soweit sein und ich konnte es kaum erwarten, die kleinen Pferdekinder endlich auf der Welt begrüßen zu dürfen.
      Als ich mich ausgiebig vergewissert hatte, dass es den werdenden Müttern an nichts fehlte, schlenderte ich durch die Stallgasse und blieb an jeder Box stehen, um dem jeweiligen Insassen gebührend Aufmerksamkeit zu schenken. Bei einigen Pferden verbrachte ich ein wenig mehr Zeit, doch im Grunde liebte ich all meine Pferde auf die gleiche Weise. Far Cry und Classic Moment waren mit ihrem Training mittlerweile soweit, dass sie uns demnächst verlassen konnten. Sobald Jolympia vorüber war, würde ich mich mit ihrem Verkauf beschäftigen. Gerade den jungen Fuchshengst Classic Moment gehen zu lassen war schwer für mich, doch ich hatte genug New Forest Ponys und war mir daher sicher, dass Classic an anderer Stelle besser gefördert werden würde.
      Kaum war ich mit meinem Stallrundgang durch, kamen meine Angestellten schwatzend angelaufen. Kurz darauf trudelten auch Patrick und Anna ein, die im nahegelegenen Dorf Sway wohnten. „Sammy was machst du denn schon hier? Heißt das etwa, wir können heute alle ein paar Boxen zum Misten abziehen?“, fragte Samuel feixend und ich boxte ihn lachend gegen die Schulter. „Nein, da muss ich dich enttäuschen. Aber ich werde euch nach der Morgenfütterung dabei helfen, die Pferde auf die Koppeln zu bringen. Ruft mich einfach, wenn ihr soweit seid, ich bin solange in meinem Büro!“, gab ich zurück und verschwand fast in der selben Sekunde, indem ich gekonnt Samuels Stöhnen überhörte. Mittlerweile hatte ich fünf neue Stallburschen eingestellt, die lediglich zum Ausmisten der Boxen und zum Abäppeln der Koppeln auf das Gestüt kamen, sodass sich meine Langzeitangestellten sowieso nur noch um die Fütterung und den Koppelgang der Pferde kümmern mussten. Ansonsten waren sie mit dem Training beschäftigt. Nur zu einigen ausgewählten Pferden ließ ich die „Ausmister“ nicht. Allen voran gehörte dazu mein stürmischer und ausnehmend dominanter Berberhengst Amayyas, aber auch der ängstliche Dream of Wyoming, der Hannoveranerhengst Black Soul, die immer noch menschenscheue Isola della Pirateria, der noch etwas zurückhaltende Andalusierhengst Negresco und die sehr heißblütige Kagami el Assuad. Offensichtlich hatte Samuel heute die Ehre, Amayyas Box auszumisten. Der Berberhengst war zwar wirklich traumhaft schön, doch bis auf Brian und mich kam keiner so richtig mit ihm zurecht. Kurz darauf hörte ich Samuel auch schon schimpfen kicherte in meine Hand. Typisch!
      Gerade als ich die To Do-Liste für Jolympia fertig geschrieben hatte, streckte auch schon Meg den Kopf zur Tür herein und meinte: „Die Pferde sind fertig mit ihrem Frühstück, kommst du?“ Ich nickte und erhob mich sofort von meinem Stuhl. Jetzt im Sommer standen die Pferde den ganzen Tag über auf der Weide und kamen erst zur Abendfütterung wieder in den Stall. Wie üblich begannen wir im Hengststall. Samuel winkte mich heran und zeigte mit flehendem Blick auf Amayyas, der ihn mit hoch erhobenem Kopf anstarrte. Ich schüttelte grinsend den Kopf und betrat die Box des herrlichen Red Roans. Sofort senkte Amayyas den Kopf und schnoberte meine Handflächen nach einer Leckerei ab. Samuel meinte nur beleidigt: „Du bist ein sturer, verwöhnter Esel!“ und zog mit grimmigem Gesicht ab, um seinen Liebling Levistino aus seiner Box zu holen. „Hör nicht auf ihn mein Gepard, er hat dich eben noch nicht verstanden!“, säuselte ich Amayyas zu, während ich den Hengst aus seiner Box führte. Aufgrund seines Temperaments musste Amayyas auf einer der kleinen Hengstkoppeln alleine stehen, doch mittlerweile konnte ich ihn wenigstens neben den anderen Hengsten führen, ohne dass es gleich einen Aufstand gab. Vor uns liefen Samuel und Donald mit Levistino und Fantastic Fly, neben mir Meg mit Ghostbuster – ihrem persönlichen Liebling unter den Hengsten, hinter und Brian mit Black Soul und Patrick mit Branagorn und die Nachhut bildete Anna mit Juego. Das schüchterne Mädchen traute sich immer noch nicht so recht an die großen Hengste heran und ich nahm mir vor, nochmals mit ihr zu reden, wenn der ganze Trubel mit Jolympia und der Fohlenzeit vorbei war. So konnte es einfach nicht weitergehen. Amayyas, Fly, Levistino und Black Soul bezogen die Hengstpaddocks, während Jojo, Ghostbuster und Juego auf die große, mittlerweile aber unterteilte Gemeinschaftskoppel der Hengste durften. Jojo und Ghost kamen auf die linke Seite, Juego auf die rechte der Ponys.
      Als nächstes führte Donald Pride and Prejudice, der sich tatsächlich so gut mit dem Holsteinerhengst Fantastic Fly verstand, dass er mit ihm zusammen eine Hengstkoppel beziehen dufte. Ich führte Hollybrook`s Cheeky Jot und Hollybrook`s Bloody Valentine auf einen weiteren Paddock, Samuel führte Hollybrook`s Casanova, der neben seinem Vater einen Paddock sein Eigen nennen durfte, Brian übernahm dessen Großvater BMs Caradoc, Meg führte den energiegeladenen Araberhengst Wüstentänzer und Patrick übernahm Someone. Anna, die auch keine aufsässigen Pferde führen wollte, holte Hollywood Undead aus seiner Box und brachte ihn zu Juego auf die Gemeinschaftskoppel. Weiter ging es mit Someone, El Racino und den beiden Neuzugängen Pawaneeh und Negresco. Sie alle stellten wir auf die verbliebenen Hengstpaddocks. Bei letzteren hatte ich noch die Hoffnung, dass sie irgendwann auf die große Koppel ziehen konnten, doch gerade der Andalusierhengst Negresco legte doch ein sehr dominantes Verhalten an den Tag. Patrick führte Khamar al Sanaa hinaus, Donald den Hannoveranerhengst Branagorn und Anna übernahm Orfino. Beim nächsten gang schnappte sich Meg die zwei Isländerhengste Fair Prince und Intolerable Life, Anna übernahm den absolut charmanten Hollybrook`s Zarin, Donald führte Golden Indian Summer, Dissident Hawk und Dream of Wyoming, Samuel durfte Damon`s Dynamo hinausbringen, Patrick den Paso Fino Wannabe, Brian führte Daemon und ich folgte mit Slaters Secret und Pierre.
      Nun folgte der letzte Gang mit den Hengsten. Dieser Trakt war dementsprechend auch schon recht leer und die Stallburschen begannen mit dem Ausmisten der Boxen. Ich überließ Anna meinen neuen American Miniature Horse Hengst Darkwood`s Storm Dancing Feather, damit sie mal wieder ein wenig aus ihrer Komfortzone herauskam, übernahm selbst San Salvador, der sich prächtig entwickelte und wies dann auch die letzten Hengste zu. Meg führte Hollybrook`s Classic Moment und Eddi`s Dead Pop Romance hinaus, Donald übernahm Candle in the Wind, Patrick den Criollohengst Cazador, Samuel den heute ein wenig überdrehten Tschiwabschischi und Brian kümmerte sich um den jungen Saddlebredhengst GH`s Safriko. Danach gönnten wir uns alle erst einmal eine kurze Pause, bevor es mit den Stuten und Jungpferden weiterging. Ich schickte Meg mit Anna zu den Ponies, während ich mit den Jungs bei meinen Vollblütern begann. Ich übernahm die Achal Tekkiner Stute Ivory, während Samuel ihre Freundin Cirilla aus der Box führte. Uns auf dem Fuß folgten Donald mit Rainbow, Brian mit Ehawee und Patrick mit Middle Ages. Die Stuten durften alle auf die mittlere Stutenkoppel. Auf dem Weg zurück kamen uns gerade Meg und Anna entgegen. Meg führte Mississle und Hollybrook`s Fairy Bluebird, während Anna mit Miniature America`s Narnia hinterherschlich. Die kleine Stute war beinahe eine Lebensversicherung, doch Anna sah trotzdem aus, als würde sie am liebsten davon laufen. Wir kehrten in den Stall zurück und ich halfterte meinen Liebling Sahira auf. Die wunderschöne Falbstute tänzelte mit aufgestelltem Schweif und hocherhobenem Kopf neben mir her. Donald führte Haadeh aus ihrer Box, Samuel nahm Little Miss Sunshine, Patrick Bittersweet und Brian holte die Palominodame Sharley aus dem Stall. Gemeinsam mit uns liefen Meg mit Napayné, Kolibri und Little Big Girl und hinter ihr Anna mit Hollybrook`s Tiny Girl. Meg machte ein Gesicht, als hätte sie gerade in eine Zitrone gebissen und ich fragte mich, was zwischen ihr und Anna vorgefallen war. Beim nächsten Gang holten wir Fallen Immortaliny, Adina De Ra`idah, Melody`s Girl, Kagami el Assuad und Success Story xx aus dem Stall. Meg kam mit Fatimah und Dark Misery aus dem Stall, Anna führte Magical Moment. Meine wunderschöne New Forest Ponystute mit dem traumhaft langen Behang wirkte irgendwie nervös. Auf dem Rückweg von den Koppeln zum Stall sprach ich Anna darauf an, doch das Mädchen versicherte mir, dass es ihm gut ging und alles in bester Ordnung war. Durch dieses kurze Gespräch kam ich erst im Stall an, als die Jungs ihre Pferde bereits aus den Boxen geholt hatten. Sie warteten mit Backup, Pirate Island, Ace of Spades und Far Cry auf mich. So schnell ich konnte halfterte ich The Morticains Daugther auf und ging mit den anderen zu den Koppeln. Gleich darauf holten wir Meg ein, die den Weg mit Thousand Sunny und Aimiliani zurücklegte. „Meg wo ist Anna?“, fragte ich meine Angestellte und Freundin, als ich mit Daughter zu ihr aufgeschlossen hatte. „Sie war mir zu langsam, deshalb hab ich ihr gesagt, dass sie die Runde aussetzen und auf mich warten soll.“, gab Meg ein wenig giftig zurück.
      Ich hob ein wenig überrascht die Augenbrauen, sagte aber nichts weiter. Als wir auf dem Rückweg zu den Ställen waren, schrie Samuel plötzlich auf: „Was macht Anna denn da?“ Sofort schoss mein Kopf in die Richtung in die Samuel blickte und ich wurde weiß. Anna führte die beiden hochträchtigen Stuten Samiyah und Mahira in Richtung der Fohlenkoppel. Nichteinmal Brian, Meg und ich nahmen die beiden temperamentvollen Trakehnerstuten zusammen und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was Anna geritten hatte das zu versuchen. „Mit was führt sie die beiden denn da? Hat sie sie aufgetrenst?“, fragte Brian da mit zusammengekniffenen Augen. Ich schloss die Augen und atmete hörbar aus. Hauptsache sie brachte die Stuten sicher zur Koppel und immerhin kamen wir dem Gespann mit jedem Schritt näher. In diesem Moment warf Samiyah ihren hübschen Kopf nach oben und ruckte am Zügel. Anstatt ruhig zu bleiben und die Stuten weiter vorwärts zu führen schrie Anna auf, wodurch auch Mahira nervös wurde. Die junge Scheckstute riss an den Zügeln und rannte rückwärts und Anna ließ tatsächlich beide Zügel los und begann lautstark zu heulen. Aufgescheucht von der ungwohnten Situation schossen die beiden Trakehnerstuten los und wir anderen standen ein paar Sekunden völlig geschockt wie erstarrt da, bevor endlich wieder Leben in mich kam. „Wir müssen sie einfangen, das könnte in einer Katastrophe enden!“, rief ich und sprintete zum Stall. „Donald schnapp dir Harmony, ich nehme Heart. Samuel bring uns Lassos!“, wies ich die beiden Jungs an, während ich schon die Box von My Golden Heart öffnete und mich auf den bloßen Rücken der Stute schwang. Donald machte es mir mit BBs Harmony nach und sobald wir die Lassos von Samuel übernommen hatten, dirigierten wir die Stuten aus dem Stall. Glücklicherweise waren beide absolute Verlasspferde und perfekt ausgebildet. Sobald wir aus dem Stall hinaus waren, galoppierten wir die Pferde an. Mahira und Samiyah rannten in Richtung der Rennbahn und wir wollten so schnell wie nur irgend möglich in ihre Nähe kommen. In diesem Moment blieb meine Prinzessin Samiyah in ihren Zügeln hängen und stürzte. Ich schlug mir erschrocken die Hand vor den Mund, sprang bei Samiyah angekommen aus dem Sattel und kniete mich neben die Stute. Ein paar Sekunden später kam Donald mit den beiden Stuten bei uns an und glücklicherweise kam Mahira im Schritt zu ihrer Freundin zurückgetrottet. Beide Stuten schwitzten stark und ich beauftragte Donald Mahira und die Westernpferde zurückzubringen. Er griff sofort nach den Zügeln der trächtigen Stute und führte sie langsam zurück zum Stall. Ich befreite Sami`s Bein von dem Zügel und forderte die Stute dazu auf, aufzustehen. Ächzend rollte die Stute sich herum und wuchte sich nach oben. Ich atmete auf, das war schon einmal gut. Allerdings belastete Samiyah ihr rechtes Vorderbein nicht und mir traten vor Wut und Angst Tränen in die Augen. Liebevoll strich ich der Cremellostute über das samtweiche Maul und führte sie langsam Schritt für Schritt zurück zum Stall. Dort erwarteten mich die anderen und Meg teilte mir sofort mit, dass sie den Tierarzt des Dorfes Sway bereits verständigt hatte. Natürlich hätte ich viel lieber meine liebste Freundin Eddi hier gehabt, doch das ging aufgrund unserer Wohnsituation natürlich nur nach vorheriger Absprache und damit meist für Voruntersuchungen der Körungen. Anna trat auf mich zu und wollte etwas sagen, doch ein Blick von mir in Meg`s Richtung genügte und sie ging dazwischen: „Anna ich denke du solltest jetzt nach Hause gehen. Wir klären das hier und Sammy meldet sich dann später oder morgen bei dir. Natürlich gebe ich dir auch Bescheid, was der Tierarzt gesagt hat.“ Anna nickte mit eingezogenem Kopf und verließ mit hängenden Schultern den Hof. Fast schon tat sie mir Leid, doch dann blickte ich auf Samiyah`s abgewinkeltes Bein und wusste, welche Entscheidung ich zu treffen hatte. „Leute macht ihr bitte alle weiter? Ich bleibe bei Mahira und Samiyah und warte auf den Tierarzt!“, sagte ich und brachte Sami in ihre Box. Die anderen nickten und machten mit den Warmblütern weiter, damit es ruhig im Stall wurde. Donald führte My Golden Heart und BBs Harmony noch ein wenig draußen herum, bevor er die beiden auf die rechte Stutenkoppel entließ. Meg übernahm American Baby und Apaches Tomahawk, Samuel führte Chaira hinaus, Brian Paradises Rafinesse und Shekitt Quinn und Patrick brachte Mizzi hinaus. Bei der nächsten Runde durften Cuchara, Unannounced Pleasure, Reminiscent Inspiration, Angels Fall First und Wild Lady Roxanne hinaus. Allmählich wurde es wirklich ruhiger und ich dankte meinen Angestellten. Meg brachte nun Glammy hinaus, Samuel und Donald nahmen Benjilala und Salwa. Letztere durfte ausnahmsweise mit der trächtigen Stute zusammen in den abgetrennten Teil der Stutenkoppel, da ich Benji nicht alleine stehen lassen wollte. Brian führte Naboo, Patrick nahm Fairylike Facility. Anschließend holte sich Meg Everybody`s Darling und lief Samuel mit Isola della Pirateria voraus. Die nachtschwarze Stute war immer noch deutlich ruhiger, wenn Darling in der Nähe war und natürlich wollten wir ihr so viel Stress wie möglich ersparen. Patrick holte Golden Flair, Donald Walk of Fame und Brian Precious Scream. Nun waren nur noch die Deutschen Reitponystuten Dorina und Cinnemont`s History sowie die Fohlen im Stall. Der Tierarzt müsste auch jede Minute kommen. Samuel kümmerte sich um die Ponystuten, Brian führte PFS Devil in Prada und Grace`s Cookie`n`Cream, Donald übernahm Siberia und Shawnée und Patrick führte die Lewitzer Rosewell und Panta Rhei auf die Fohlenkoppel. Meg betrat Mahira`s Box und strich der Stute über den Kopf, während ich bei Samiyah blieb. Kurz darauf führte Brian endlich den örtlichen Tierarzt in den Stall und ich musste mich sehr zusammenreißen, ihn nicht zu fragen, warum zur Hölle das solange gedauert hatte. Doch ich war mir natürlich im Klaren, dass er so schnell wie irgend möglich hergekommen war und er auch nichts für den Unfall von Samiyah konnte.
      Er sah sich zuerst das Bein meiner Cremellostute an. Dieses war mittlerweile dick und heiß. Ich kaute nervös auf meiner Unterlippe, während ich Samiyah am Halfter hielt. „Sehnenzerrung, das hätte sehr viel schlimmer kommen können.“, meinte Dr. Smelta schließlich. „Ist in ihrem Zustand natürlich nicht gerade toll, weil so viel zusätzliches Gewicht das Bein belastet. Sie müssen es so oft wie möglich kühlen und sie mehrmals am Tag ein wenig im Schritt führen. Mehr ist momentan auf keinen Fall drin. Möchten sie, dass ich bei beiden einen Ultraschall mache? Zur Sicherheit?“, erklärte er mir.
      Ich nickte natürlich sofort. Die Sehnenzerrung würden wir schon wieder in den Griff bekommen, auch wenn es bei der sogar jetzt noch hibbeligen Samiyah nicht einfach werden würde. Das bedeutete auch, dass ich jeden Tag eine weitere Stute im Stall stehen lassen musste, damit Samiyah nicht alleine stand. Der Ultraschall ließ uns alle Gott sei dank aufatmen, den Fohlen ging es gut. Ich bedankte mich bei Dr. Semlta, verabschiedete ihn und suchte dann sofort die Kühlgamasche heraus, um Samiyah`s Bein zu kühlen. Die Stute schauderte, als ich die Gamasche befestigte, doch ich fütterte sie mit einem Stückchen Möhre und Samiyah schaute sofort ein wenig glücklicher aus der Wäsche. Meg hatte auch sofort Anna gesimst, damit sie sich nicht mehr Sorgen als nötig machte. Wir erledigten die weitere Stallarbeit und besprachen dann die Vorbereitungen für Jolympia.
      Die Stallzelte würden auf der hintersten Stutenkoppel aufgebaut werden, allerdings erst einen Tag vor dem großen Event. Die Stallungen und die restlichen Koppeln würde ich absperren, da ich wollte dass meine Pferde weitgehend ihre Ruhe hatten. Sowieso wurde die gesamte rechte Hälfte des Hofes gesperrt und nur Pferdebesitzer und Angehörige hatten dorthin Zutritt. Die Gästezimmer waren schon bereit. Auch die Tribünen waren alle blitzblank geputzt und auch die Hindernisse hatten niemals besser ausgesehen. Am Tag vor Jolympia würden wir auch alles mit Blumen schmücken.
      Als alle Arbeiten für diesen Tag erledigt waren, kam Meg auf mich zu. „Was ist mit Anna?“, fragte sie mich. Ich seufzte und meinte: „Ich fahre heute Abend zu ihr und rede mit ihr. Vielleicht lässt sich das alles nochmal klären, aber das weiß ich jetzt ehrlich gesagt noch nicht. Das kommt auch darauf an, wie sie sich verhält.“ „Ähm Sammy…. Da ist jemand für dich…“, meinte Samuel in dem Moment und als ich mich umdrehte stand Anna vor mir. „Was machst du denn hier? Meg hat dir doch geschrieben, dass es Mahira und Samiyah gut geht oder?“, fragte ich ein wenig verwundert.
      „Ja, deshalb bin ich ja hier. Ich meine, es ist ja nichts passiert, also kann ich ja auch weiterarbeiten.“, sagte sie. Ich starrte sie etwas sprachlos an und Meg schlug sich die Hand gegen die Stirn. Als ich mich wieder gefangen hatte, forderte ich Anna auf, mir zu folgen und schickte die anderen wieder an die Arbeit. Ich führte Anna zu Samiyah und zeigte auf ihr Bein. „Ich dachte, es ist alles okay?“, fragte sie nun schon leicht unsicher. „Nein, es ist nicht okay. Du hast zwei hochträchtige Stuten in Gefahr gebracht. Und Samiyah hat eine Sehnenzerrung, die ist gerade in ihrem Zustand auch nicht ohne. Wie bist du denn auf die Idee gekommen die beiden rauszubringen?“, fragte ich. Zu meiner Überraschung hob Anna trotzig das Kinn: „Es hat mich genervt, dass Meg nicht gewartet hat. Also wollte ich ihr beweisen, dass ich ohne Probleme zwei Pferde nehmen kann. Und da Mahira und Samiyah zusammen mit Benjiala momentan am stärksten überwacht werden, dachte ich eben, dass sie dazu am besten geeignet wären. Ich kann ja nichts dafür, dass sie sich selbst in ihrem Zustand noch nicht benehmen können!“ Da die anderen schon wieder in der Nähe herumlungerten, bat ich Anna in mein Büro und sagt dort: „Anna, du willst mir also sagen, du hast zwei meiner Stuten und deren Fohlen in Gefahr gebracht, weil du irgendetwas beweisen wolltest? Du hattest hier sowieso keinen guten Stand, weil du mich bei deiner Einstellung belogen hast, aber das hier jetzt ist noch einmal etwas ganz anderes. Ich muss dir leider mitteilen, dass du hier nicht weiter arbeiten kannst. Ich werde dir deine restlichen Urlaubstage mit deinem nächsten Monatsgehalt auszahlen, aber mehr kann ich leider nicht mehr für dich tun.“
      Anna schwieg einige Sekunden, dann wurde ihr Gesicht rot: „Du wirfst mich raus? Das kannst du nicht! Es gibt Kündigungsfristen! Du kannst hier nicht alles machen, wie es dir gerade passt!“ Ich atmete tief durch und erhob mich: „Anna. Du hast gegen wichtige Regeln verstoßen. Regeln die die Sicherheit der Pferde gewährleisten sollen. Und das aus einem absolut nicht nachvollziehbaren Grund. Anstatt nun Einsicht zu zeigen, spielst du das Ganze herunter. Glaub mir, das ist ein Grund für eine außerordentliche Kündigung. Ich hätte sogar das Recht, die die heutigen Tierarztkosten in Rechnung zu stellen. Also bitte, lass uns jetzt nicht im absoluten Streit auseinander gehen.“ Ich öffnete die Bürotür und wollte Anna die Hand geben, doch die junge Frau stürmte einfach an mir vorbei und rauschte davon.
      „Du hast sie gefeuert?“, fragte Patrick mit großen Augen und ich nickte. „Leute, ich hoffe ihr könnt meine Entscheidung besser nachvollziehen als Anna. Aber fakt ist, sie ist nicht mehr rückgängig zu machen. Ich werde mich sofort daran machen, eine neue Kraft für uns zu finden, aber für die nächsten Tage bedeutet das leider, dass wir alle noch mehr Arbeit haben. Außerdem muss Samiyah`s Bein alle zwei bis drei Stunden gekühlt werden. Bei der Hitze und der Wärme ihres Beins ist das nötig.“ Die anderen nickten ein wenig betreten und auch ich war noch nicht völlig glücklich, doch wir hatten nun alle mehr als genug Arbeit am Hals.
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur L-M
      zusammen mit Miniature America`s Narnia
      21. Juli 2016

      Fröhlich vor mich hinpfeifend lief ich über den Hof zu den großen Stallungen, um das heutige Training mit meinen geliebten Vierbeinern in Angriff zu nehmen. Als erstes standen die Miniature Horses Darkwood`s Storm Dancing Feather und Miniature America`s Narnia mit der Stufenerhöhung auf M-Niveau in der Dressur auf meinem Plan. Dafür brauchte ich die Hilfe meiner Lieblingsangestellten Meg. Die war immer noch untröstlich, weil sie das letzte Stufentraining aufgrund einer Krankheit verpasst hatte, doch nun durfte sie wieder voll mitmischen.
      Als ich den Stall erreichte, war Meg bereits damit beschäftigt, das silber-geäpfelte Fell von Narnia zu striegeln. Ich begrüßte sie kurz und lief direkt weiter in den Hengsttrakt, wo Stormy schon auf mich wartete. Dieser Weg nahm allerdings ganz schön viel Zeit in Anspruch, da ich all meinen Pferden im Vorbeigehen über die Nase streicheln musste. Sie hatten ihr Frühstück bereits bekommen und warteten nun darauf, von den anderen Mitarbeitern auf die Weiden geführt zu werden. Dort durften sie im Sommer den gesamten Tag verbringen.
      Als ich Stormy erreichte, holte ich den kleinen Hengst direkt aus der Box und führte ihn auf den Putzplatz, um die Jungs nicht beim Rausbringen der anderen Pferde zu behindern. Nachdem Stormy`s Fell in der hellen Morgensonne glänzte, bandagierte ich die schmalen Beine des kleinen Hengstchens, legte ihm Pad und Longiergurt an und trenste ihn anschließend auf. Nun hakte ich noch die Longe in den Trensenring - die Langzügel würde ich erst nach dem Aufwärmen brauchen. Gleich darauf kam Meg mit der ebenso ausgerüsteten Narnia aus dem Stall und wir liefen mit den Mini-Pferdchen hinüber zum Reitplatz, der um diese Zeit noch schön im Schatten lag. Es würde heute sicherlich wieder sehr heiß werden und ich war froh, dass ich mich dafür entschieden hatte, schon so früh mit dem Training zu beginnen. Die beiden Tierchen hatten schon eine großartige Entwicklung durchlaufen, seit ich sie bei mir aufgenommen hatte und machten mit jedem Training größere Fortschritte. Deshalb freute ich mich auch schon so wahnsinnig auf dieses Abschlusstraining heute. Danach stand dann erst einmal ein wenig Pause für die Pferde an, lange Spaziergänge und ein wenig Bodenarbeit, bevor es in ein paar Wochen ans Training für Klasse S in der Dressur gehen würde. Beide hatten definitiv das Potential dazu und zu meiner großen Freude lernten beide auch noch in etwa gleich schnell. Ich führte Storm Dancing Feather auf den Zirkel bei A, während Meg Narnia auf dem bei C aufwärmte. Wir ließen die Pferdchen im Schritt, Trab und Galopp um uns herum laufen und kontrollierten ihr Tempo dabei lediglich mit unserer Körpersprache und unseren Stimmkommandos. Da die beiden ja zu klein waren, um auf ihnen zu reiten, waren diese Elemente bei ihrer Ausbildung besonders wichtig für die Dressurarbeit vom Boden aus. Meg und ich hatten mit den beiden bereits sämtliche Lektionen, die für Klasse M gefordert wurden, erarbeitet, wollten sie heute jedoch alle nochmals wiederholen. Genau genommen waren dies das Halten aus dem Galopp, die fliegenden Galoppwechsel, Schulterherein, Travers, Renvers, Traversalverschiebung im Trab und die halbe Pirouette im versammelten Schritt. Wir holten Stormy und Narnia zu uns und tauschten die Longen gegen Langzügel aus. Auch diese Arbeit waren die beiden Dressurcracks mittlerweile natürlich gewohnt. Wir prüften nun nach und nach all die anspruchsvollen Lektionen ab und ich sah immerwieder hinüber zu Narnia und Meg. Die junge Frau machte ihre Sache absolut hervorragend und brauchte nur ab und an ein wenig Hilfestellung. Ich hatte ihr Narnia "überlassen", da sie umgänglicher und ruhiger war, als der temperamentvolle Stormy.
      Am Ende des Trainings waren wir alle durchgeschwitzt, aber zufrieden. Storm Dancing Feather und Narnia hatten ihre Sache hervorragend gemacht und sich den Aufstieg in Klasse M der Dressur mehr als nur verdient. Ich war furchtbar stolz auf die beiden und ebenso auf Meg, die sich mit jedem Tag mehr zu einer sehr wertvollen Trainingspartnerin entwickelte....
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur M-S
      zusammen mit Miniature America`s Narnia
      31. August 2016

      Zufrieden schob ich meinen leergeputzten Teller von mir. Ich hatte heute für alle meine Angstellten zu Mittag gekocht, um den gelungenen Stufenaufstieg von Hollybrook`s Fairy Bluebird und Hollybrook`s Tiny Girl in der Dressur auf M-Niveau zu feiern. Gleichzeitig war dies auch eine Art "Vor-Feiern", da am heutigen Tag auch das Abschlusstraining mit den beiden Miniature Horses Darkwood`s Storm Dancing Feather und Miniature America`s Narnia anstand. Allerdings liefen die beiden dann bereits auf S-Niveau. Seit sie hier auf meinem Gestüt waren hatten sie sich wirklich kontinuierlich weiterentwickelt und ich war sehr stolz auf meine Mini-Pferdchen. Wenn sie so weiter machten, würde ich sie noch in diesem Jahr zur Körung schicken können. Neben Tiny Girl hatte ich außerdem noch ein weiteres Miniature Horse gekauft. Das wunderhübsche, süße Stutfohlen Porcelain Doll. Sie hatte bereits eine Fohlenschau gewinnen können und würde mit Sicherheit noch sehr viel mehr erreichen. Wir räumten alle gemeinsam den Tisch ab und gingen dann wieder zu den Stallungen. Der Himmel war zwar immer noch eisengrau, doch immerhin war es momentan gerade trocken. "Hey Meg! Wenn wir uns beeilen schaffen wir es diesmal vielleicht tatsächlich trocken in die Halle!", sagte ich zu meiner Freundin und die nickte hoffnungsvoll. Um unser Glück nicht zu sehr herauszufordern, gingen wir sofort zu den beiden Mini`s. Wie immer kümmerte Meg sich um Narnia, während ich den schwieriger zu händelnden Stormy fertig machte. Nachdem ich das Fell des Hengstes gesäubert und seine Hufe ausgekratzt hatte, legte ich dem Hübschen Bandagen und einen Longiergurt an und trenste ihn anschließend auf. Nun hakte ich einen Langzügel in den Trensenring, den anderen hielt ich zusammengerollt in der Hand. In derselben Sekunden rief Meg durch den Stall, ob ich denn endlich mal fertig wäre und ich führte Stormy grinsend hinaus. Dort stand Meg mit der ebenfalls ausgerüsteten Narnia und wartete auf uns. Stormy wölbte wie immer den Hals und tänzelte auf der Stelle, um Narnia zu beeindrucken, doch die beachtete ihn nicht wirklich. Ich führte den imponierenden Hengst vorwärts, damit wir tatsächlich in die halle kamen, ohne nass zu werden. Die Wolken wurden nämlich schon wieder zunehmend dunkler.
      In der Halle angekommen, ging ich mit Stormy auf den Zirkel bei C, während Meg mit Narnia den bei A in Beschlag nahm. Wir wärmten unsere Ponys jeder für sich ganz in Ruhe auf. Die Lektionen für Klasse S erforderten höchste Konzentration und die Pferde mussten zwingend richtig warm sein, um sich nicht zu verletzten. Meg und ich hatten mit den Miniature Pferdchen in den letzten Wochen den spanischen Schritt, die Schaukel, die Passage und die Piaffe, sowie die Traversale im Galopp erarbeitet. Obwohl Narnia und Stormy wirklich ganz hervorragend mitgearbeitet hatten, war das Training eine echte Herausforderung gewesen. Man musste eben doch ganz schön umdenken, wenn man nur vom Boden aus mit einem Pferd arbeitete. Schließlich und endlich beherrschten Stormy und Narnia nun jedoch sämtliche Lektionen aus dem FF und als die Jungs herüber kamen, um uns bei der Arbeit zuzusehen, pfiffen sie anerkennend durch die Zähne. "Wenn die nicht so winzig gearten wären, könnten sie es glatt mit den ganz Großen aufnehmen!", witzelte Samuel und ich warf ihm nur einen bösen Blick zu. Der Junge machte sich über meine plötzlich entflammte Miniature Horse Leidenschaft ein wenig lustig und ich nahm ihm das ziemlich übel. Immerhin ging es in meiner Zucht darum, so viele Rassen und ihre Besonderheiten abzudecken, wie nur irgendmöglich. Donald dagegen sah ganz verträumt zu Narnia und meinte: "Sie sind beide toll, aber Narnia bewegt sich mit einer solchen Eleganz.... sie ist ein richtiges Elfenpferd." Gleich darauf wurde er knallrot, da Patrick und Samuel lauthals losprusteten. "Hört, hört. Donald unser Poet!", spöttelte Patrick und ich sah nur grinsend zu Meg herüber, die mit verdrehten Augen den Kopf schüttelte. Seit Anna weg war, waren wir die einzigen beiden Damen auf dem Hof und manchmal hatten wir es mit diesen Kindsköpfen ganz schön schwer.
      Aber die Hauptsache war, dass Stormy und Narnia ihr Training mit Bravour absolviert hatten und nun beide in der Dressur auf S-Niveau liefen. Als nächstes würde ich sie dann wohl im Fahren trainieren.... Oder vielleicht wagten wir uns auch an den Grand Prix und den Grand Prix Special, wer weiß?
    • Sammy
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      Trainingsbericht Fahren E-A
      zusammen mit Miniature America`s Narnia
      29. September 2016

      "Oh was für ein wundervoller Tag!", seufzte ich glücklich, als ich von meinem Haus aus hinüber zu den Stallungen lief. Heute stand das Abschlusstraining mit meinen beiden American Miniature Horses Darkwood`s Storm Dancing Feather und Miniature America`s Narnia für den Aufstieg im Fahren auf Klasse A an und ich freute mich schon sehr darauf. All meine neuen Pferde hatten in den letzten Monaten großartige Fortschritte gemacht und Cheeky Jot`s erste Tochter, Hollybrook`s Fairy Bluebird war bereits für ihre erste Krönung angmeldet. Ich war mir eigentlich auch sicher, dass es keinen zweiten Versuch brauchen würde. Fairy hatte eine Top-Abstammung, war super in Form und gab sich immer die größte Mühe alles richtig zu machen. Auch Stormy und Narnia hatten eine gewaltige Entwicklung durchlaufen. Vor allem Stormy machte mich richtiggehend stolz, da er in der Dressur schon auf Grand Prix Niveau ging. Nun war jedoch erst einmal seine Fahrausbildung an der Reihe. Ich hatte ihn und Narnia in aller Ruhe eingefahren, hatte mit ihnen die geforderten Lektionen vor dem Einspänner erarbeitet und sie schließlich auch zusammen vor die Kutsche gespannt. Stormy konnte zwar im Umgang recht hengstig sein, kümmerte sich bei der Arbeit aber herzlich wenig um die Stuten. Tatsächlich hatte Narnia`s Anwesenheit sogar eine positive Auswirkung auf Stormy`s Gänge, was mich natürlich sehr glücklich machte. Ich betrat die Stallungen und holte den schicken Minihengst aus seiner Box. Wie üblich würde Meg Narnia fertig machen und mir beim Training assistieren. Nachdem Stormy's seidiges Fell in der Nachmittagssonne glänzte, seine Hufe ausgekratzt, der Schweif verlesen und die Mähne gekämmt waren, legte ich ihm Gamaschen an und zäumte ihn auf. Gleich darauf kam Meg mit einer ebenso schön glänzenden Narnia aus dem Stall. Das süße Stütchen schaute sich neugierig um. Ich wartete, bis die kleine Ponystute vor die leichte Kutsche gespannt war, bevor ich Stormfeather ebenfalls einspannte. Wir würden uns heute mit Dressur- und Hindernisfahren beschäftigen. Allerdings führte ich das kleine Gespann zunächst zum Reitplatz, der von den Maßen her optimal für unser Fahrtraining geeignet war. Dort angekommen nahmen Meg und ich auf dem Kutschbock platz und ich ließ die Ponies im Schritt antreten. Während dem aufwärmen fuhr ich einige Bahnfiguren aus Klasse E, dann konnten wir auch schon mit dem eigentlichen Training beginnen. Für Klasse E hatten wir den sogenannten Gebrauchstrab, den Wechsel durch die ganze Bahn, Schritt-Trab-Übergänge, absolutes Stillstehen für etwa eine halbe Minute und Tritte verlängern erarbeitet. Da die beiden Ponys in der Dressur bereits sehr weit ausgebildet waren, war es mir wirklich hauptsächlich darum gegangen, sie an das Gewicht der Kutsche bei den diversen Lektionen zu gewöhnen. Für Klasse A schließlich waren die Aufgaben selbstverständlich noch ein gutes Stück schwerer geworden. Die schwierigste Lektion hierfür war das Rückwärtsrichten gewesen. Beiden Ponys war es anfangs sehr suspekt gewesen, die Kutsche praktisch nach hinten zu schieben. Daher hatte ich mir für die Übung die meiste Zeit gelassen und hatte Narnia und Stormy mit viel positiver Verstärkung ermuntert, bis die Aufgabe schließlich saß. Weiterhin hatten wir die Kehrtvolte, die Kehrtwendung, die halbe Volte, den halben Mittelzirkel und die einfache Schlangenlinie erarbeitet. Auch nun klappten alle Lektionen und Bahnfiguren wie am Schnürchen und ich lobte die beiden Miniaturpferdchen begeistert. Ich fand immer mehr Gefallen an den winzigen Tierchen, zumal ich mittlerweile schon plante, noch zwei Stutfohlen bei mir aufzunehmen. Meg war vom Kutschbock gesprungen und holte die Kegel für das Hindernisfahren vom Rand des Platzes, um sie aufzustellen. Die junge Frau half mir nun schon so lange bei dem Training der Pferde, dass sie die Kegel schon völlig allein aufstellen konnte. Als Meg wieder neben mir Platz genommen hatte, fuhr ich die Minis zuerst durch ein paar einzelne Kegelpaare, um sie auf die bevorstehende Aufgabe aufmerksam zu machen. Die einzige Bahnfigur, die Meg aufgebaut hatte, war für den Aufstieg in Klasse A Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen. Ich fuhr die Ponys zunächst im Schritt durch die Kegel, später auch im Trab. Narnia und Stormy reagierten gewohnt feinfühlig auf meine Hilfen und meisterten die Aufgabe ohne Probleme. Ich lobte beide freudestrahlend, fuhr noch ein wenig im Schritt um den Platz und kümmerte mich anschließend zusammen mit Meg um das Wohl der Minis. Sie hatten ihre Sache wieder einmal hervorragend gemacht und ich unglaublich stolz auf die beiden Hübschen.
    • Sammy
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      Trainingsbericht Fahren A-L

      zusammen mit Miniature America's Narnia
      31. Oktober 2016
      "Meg, kommst du?", rief ich nach unserem gemeinschaftlichen Mittagessen fröhlich aus der Eingangshalle meines Hauses. Keine zehn Sekunden später kam meine Freundin und Angestellte aus dem Esszimmer und hielt sich den Bauch. "Vielleicht war es keine gute Idee so kurz vor dem Training sooo viel zu essen. Ich platze!", stöhnte sie. "Hey, alles klar, dann bleibt Meg hier und macht den Abwasch und ich helfe beim Fahrtraining", erklang da prompt Samuel's Stimme aus der Küche. Er und sein Kumpel Donald waren heute mit Küchendienst an der Reihe, da Meg und ich gekocht hatten. Meg protestierte: "Vergiss es! Narnia liebt mich sowieso viel mehr als dich. Außerdem muss ich heute ja nur auf dem Kutschbock sitzen." Ich schüttelte lachend den Kopf, während ich meine Stiefel und meine dicke Winterjacke anzog und verließ mit Meg das Haus. Während sie zur Stutenkoppel ging, um Miniature America's Narnia zu holen, schlug ich den Weg in Richtung Hengstkoppeln ein, wo Darkwood's Storm Dancing Feather auch sogleich eifrig zum Zaun getrabt kam. Ich begrüßte das Minipferd liebevoll und führte ihn hinüber zu den Stallungen. Da es momentan wirklich schon bitterkalt war, machten wir die Pferde immer auf der Stallgasse fertig. Jetzt, wo die beiden Clowns namens Donald und Samuel nicht hier waren, war die Putzprozedur auch ein wenig entspannter als sonst. Ich machte Stormy ganz in Ruhe fertig, legte ihm dann Bandagen an und führte ihn hinaus auf den Hof, wo schon der leichte Zweispänner bereitstand. Dann hantierte ich mit dem Kutschgschrirr und spannte Stormy gleich darauf an, da Meg in diesem Moment mit Narnia den Stall verließ. Mit geübten Handgriffen war auch die kleine Ministute schnell trainingsbereit und wir führten unser niedliches Gespann in die Reithalle. Heute stand das Abschlusstraining im Fahren für Klasse L auf unserem Programm. Wieder würden wir das Training in Dressur- und Hindernisfahren aufteilen. Geländefahren kam erst bei Klasse M an die Reihe. Meg und ich nahmen auf dem Kutschbock platz und wärmten die Minipferdchen erst einmal behutsam auf. Das war bei diesem Wetter noch wichtiger als sonst und ich wollte auf keinen Fall eine Verletzung der beiden riskieren. Als das geschafft war, fuhr ich ein paar Bahnfiguren aus Lektion E und A, dann ging es auch schon mit dem eigentlichen Training los. Für heute standen die 20-Meter-Volte, Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen und Tempowechseln bei überqueren der Mittellinie, der versammelte Trab, der Mittelzirkel mit Zügel aus der Hand kauen lassen und das Anfahren im Trab aus dem Rückwärtsrichten heraus an. Alles in allem waren die Lektionen schon sehr viel anspruchsvoller als in Klasse A, doch das war ja auch der Sinn der Sache. Außerdem war ich mir vollkommen sicher, dass Stormy und Narnia den Anforderungen vollends gewachsen waren. Aufgrund der sehr guten Dressurausbildung der beiden mussten wir den versammelten Trab nur kurz wiederholen, bevor ich ihn auf meiner gedachten Liste abhaken konnte. An den Durchmesser der Volte tasteten wir uns einfach langsam heran, sodass auch dies gut klappte. Allgemein meisterten die beiden Ponys alle Aufgaben hervorragend. Irgendwann parierte ich sie zum Halten durch und bat Meg, sich als Sozius hinten auf den Wagen zu stellen. Ich wollte Stormy und Narnia heute zum ersten Mal vor der Kutsche galoppieren. Zwar brauchten wir diese Gangart weder für das Dressur- noch für das Hindernisfahren, doch im Gelände würden wir zumindest zwischen den einzelnen Hinderniskomplexen definitiv galoppieren. Diese kleine dazwischengeschobene Einheit diente mir also schon als Vorbereitung auf das Training für Klasse M. Narnia und Stormy sprangen eifrig vorwärts und ich regulierte ihr Tempo vor den Ecken jeweils so, dass Meg nicht allzu viel zu tun hatte, um die Kutsche im Gleichgewicht zu halten. Als das geschafft war, sprang Meg von der Kutsche und holte die Kegel in die Bahn. Hier mussten wir nun drei Volten mit unterschiedlichen Durchmessern, ein U-, ein Eck- und ein Boxhindernis sicher durchfahren, um auf Turnieren überhaupt eine Chance zu haben. Im Gegensatz zum Training für Klasse A standen die Kegel nun nur noch 30cm weiter auseinander, als die Kutsche breit war. Das bedeutet natürlich, dass ich die Pferdchen nun noch viel präziser durch die Kegelpaare hindurch lenken musste. Doch auch hier kam uns die solide Dressurausbildung von Narnia und Stormy wieder zugute: Die beiden ließen sich hervorragend lenken und reagierten auf jedes noch so kleine Signal, sodass wir ohne größere Schwierigkeiten durch die Figuren kamen. Ich lobte beide überglücklich und lud Meg noch auf eine Tasse heißen Tee ein, nachdem wir die Minis versorgt hatten. Ein solch toller Stufenaufstieg musste immerhin gebührend gefeiert werden!
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  • Album:
    Feenpferdchen
    Hochgeladen von:
    Sammy
    Datum:
    26 Mai 2016
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    400px
     

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  • Darkwood`s Storm Dancing Feather
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    Spitzname: Stormy

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    Darkwood`s Like Ravenfeathers
    V: ?
    M: ?
    Aus der: Storm of Winter
    V: ?
    M: ?

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    Rasse: American Miniature Horse
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 03. September 2012
    Stockmaß: 0,93 m
    Fellfarbe: Silver Buckskin Tobiano (EeAaCrCrZzToto)
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: v.l. + h.r. halbweiß gestiefelt, h.l. weiß gestiefelt

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Darkwood`s Storm Dancing Feather, oder Stormy wie wir ihn hier liebevoll nennen, ist ein wunderschöner auffällig gefärbter Junghengst, der es faustdick hinter den Ohren hat. Stormy ist stolz, aufmümpfig und ansonsten ruhig. Außerdem ist der schöne Hengst unglaublich wasserscheu, was vor allem in Bezug auf seine geplante Fahrausbildung spannend werden dürfte.
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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Muemmi
    Ersteller: Kira
    Vkr: Kira

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    S***
    Fahren: S***

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    ~ Schleifen ~

    Gewinner der HK[486] Hengste ohne Abstammung
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    3. Platz beim 363. Dressurturnier
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    1. Platz beim 369. Dressurturnier
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    1. Platz beim 283. Fahrturnier
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    2. Platz beim 285. Fahrturnier
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    Ja
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///