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Muemmi

Dante | Zuchthengst

Holsteiner | Hengst | Im Besitz seit: Mai 2016 | Pfleger: Luisa Goeke | Bitte keine fremden Kommentare!

Dante | Zuchthengst
Muemmi, 1 Juli 2018
Ezi und Veija gefällt das.
    • Muemmi
      Alte Berichte

      Rajandra
      1.Pflegebericht - Die Ankunft von Dante & Fanja

      Grade war ich auf dem Weg meine zwei neuen Holsteiner abzuholen. Fanja, eine große Fuchsstute hatte ich bereits von Naddie abgeholt und die stand ruhig auf den Hänger. Schließlich war sie es gewohnt Hänger zu fahren. Sie hatte bereits schon viele Turniere gewonnen und war deswegen oft mit dem Hänger unterwegs gewesen. Der nächste im Bilde war Dante, ein Apfelschimmelhengst den ich von Occulta gekauft hatte. Nachdem ich zweimal abgebogen war und ein ganzes Stück geradeaus gefahren war kam ihr Hof auch schon in Sicht. Dort angekommen stellte ich das Auto auf dem Hof ab und suchte sie. Schnell fand ich Occulta und sie zeigte mir wo Dante stand und half mir ihn aufzuladen. Auch er ging brav auf den Anhänger und machte keine Faxen, obwohl eine Stute neben ihm stand. Beide waren einfach kurz angebunden und so war es kein Problem zu fahren. Freudig verabschiedete ich mich von Occu und machte mich dann wieder auf den Heimweg. Circa eine halbe Stunde Fahrt verging, bis wir auf meinen und Stellis Hof einbogen. Das Hofgut Tannenheide war geräumig und bot allen Pferden genug Platz. Nachdem wir auf dem Hof geparkt hatten bat ich Stelli mir beim Ausladen zu helfen. Wir brachten die zwei Neuzugänge in ihre jeweilige Paddockbox und beobachteten sie noch ein wenig. Da sich beide gut benahmen ging Stelli wieder ihrer Arbeit nach und ich säuberte den Anhänger. Später wollte ich nochmal nach den Zweien schauen.
      8 Juli 2013

      NeverTheLess

      Heute bekam ich meinen ersten Auftrag in meiner Hufschmiede und dazu auch noch einen ziemlich großen. Rajandra hatte mich darum gebeten, die Hufe ihrer Pferde Na'im, Farasha, Fanja, Dante, Rabbani und Late Night Tales auszuschneiden und zu korrigieren und sie mit einem Aluminiumeisen zu beschlagen. Außerdem sollte ich auch noch das Hufbad mit den ätherischen Ölen mitbringen. Ich machte mich sofort auf den Weg, alle Materialien sicher im Kofferraum verstaut, und kam nach einer halben Stunde an. Rajandra hatte die Pferde schon geputzt und angebunden, also konnte ich sofort meiner Arbeit nachgehen. Ich ging erst zu Na'im, der wusste, wie er sich zu benehmen hatte, und mir bereitwillig seine Hufe gab. Ich säuberte sie gründlich und schnitt mit dem Hufmesser dann das überfällige Horn ab, dann feilte ich den Huf noch rund, damit er Form annahm. Natürlich achtete ich darauf, dass der Huf glatt war, damit Na'im sein Gewicht auf alle Bereiche des Hufes verlagern konnte. Dann holte ich das Hufbad und stellte alle vier Hufe hinein, wartete eine viertel Stunde, bis die Öle sich in den Huf gezogen hatten, und beschlug ihn dann mit dem Aluminiumbeschlag, den ich vorher noch angepasst hatte. Dann ging ich zu Farasha, bei der ich das gleiche machte; Erst die Hufe gut reinigen, dann das überschüssige Horn abknipsen und schließlich die Hufe mit der Feile rund machen. Dann bekam auch sie ihr Hufbad und danach beschlug ich sie. Nachdem alle vier Hufe sicher auf dem Boden standen ging ich zu Fanja, die gelassen da stand, während ich ihre Hufe bearbeitete. Nachdem auch sie ihr Hufbad und ihren Beschlag bekommen hatte, gab ich ihr ein extra-Leckerli, weil sie sehr brav gewesen war. Farasha wollte natürlich auch eins, sobald sie bemerkte, was Fanja da kaute, und so bekamen auch Farasha und Na'im eines. Dann ging ich zu Dante, der ein wenig unruhig war. Ich gab ihm ein größeres Stück Karotte und während er mühsam darauf kaute nutzte ich die Ablenkung, um auch seine Hufe zu korrigieren. Dann bekam er sein Hufbad, bei dem er sehr gelassen da stand, und dann beschlug ich ihn. Dabei war er etwas nervös, Rajandra beruhigte ihn aber mit einer kleinen Streicheleinheit. Dann konnte ich zu dem vorletzten Patienten gehen, Rabbani, der mit erhobenem Kopf da stand und zu Farasha und Fanja hinüber schielte. Ich lobte den hübschen Hengst, ehe ich auch bei ihm meiner Arbeit nachging. Schnell war auch er beschlagen und so konnte ich zu dem letzten Pferd, Late Night Tales. Während ich seine Hufe korrigierte machte er kaum Anstalten und auch das Beschlagen verlief ohne Probleme. Das Hufbad schien ihm gut zu tun, da seine Hufe ziemlich hart waren und anfangen könnten, abzubröckeln. Die ätherischen Öle bewirkten aber, dass die Hufe wieder weich wurden - natürlich nicht so weich, dass sie sich verformten - und somit keine Teile des Hufes abfallen konnten. Ich gab auch Rabbani und Late Night Tales ihr verdientes Leckerli und packte dann meine Sachen zusammen. Ich sagte Rajandra Bescheid, dass alle Hufe gesund waren und nun auch beschlagen waren, und fuhr dann nach Hause.
      20 Aug. 2013

      Rajandra

      2.Pflegebericht - Dressurtraining

      Es war ein relativ entspannter Vormittag, als ich hinaus auf die Weiden lief und den Pferden etwas beim rumtollen zusah. Ein Pferd müsste man sein. Den ganzen Tag essen und entspannen, so war es für die Meisten. Doch überall gab es Haken im Leben, so auch in dem des schicken Apfelschimmelhengstes Dante. Er würde heute mal etwas unterm Sattel kommen, damit er für anstehende Küren und Turniere gewappnet war. Gesagt, Getan, holte ich schnell einen Strick und klopfte mit dem Karabinerhaken etwas auf dem Gatter, um die Aufmerksamkeit der Pferde zu wecken. Einige interessierte das Geräusch absolut gar nicht, doch glücklicherweise fand genau Dante gefallen an dem seltsamen Geklapper. Er trabte mit einem eleganten Schwung auf mich zu und bremste erst kurz vor dem Tor ab und ließ dabei ein tiefes Brummeln ertönen. „Na du?“ sagte ich grinsend und kraulte dem Hengst die grauen Plüschohren. Schnell den Haken ins Halfter geschnappt, führte ich ihn von der Koppel und knotete ihn an einen der Anbindeplätze. Das Wetter heute war wirklich deprimierend. Der Himmel war bedeckt von einer riesigen gräulichen Wolke, dazu diese eisigen Temperaturen. Und das bereits im Oktober. Mensch freute ich mich auf den Winter… Doch weitaus deprimierender war leider Gottes die Tatsache dass ich einen Schimmel vor mir stehen hatte, der wohl ein Faible dafür entwickelte sich einzusuhlen wie ein kleines Schwein. Seufzend brachte ich seinen Putzkasten zum Putzplatz und stellte ihn neben Dante ab und begann mit dem Gummistriegel die Matschflecken raus zu reiben, mit Erfolg. Auch der Dreck aus der Mähne und aus den Hufen war leichter zu entfernen als vermutet. Als man nach gefühlten Stunden dann doch wieder ein weiß-graues Pferd unter dem Schlamm erkannte, stellte ich die Putzsachen wieder beiseite und holte den Sattel und das Zaumzeug des Holsteiners. Als nun alles angelegt und zugeschnallt war, setzte ich mir schnell einen Reithelm auf und führte Dante das kleine Stück zum Dressurplatz und stieg kurz vorher auf. Während ich mich auf seinen recht hohen Rücken zog, blieb er ruhig stehen, wie ich es von meinem Sensibelchen kannte. Der Hof wirkte noch fast wie ausgestorben, weshalb ich die Vorteile des verlassenen Reitplatzes mit vollen Zügen nutzte. Die ersten 10 Minuten ließ ich Dante im Schritt laufen, Mal Volten, mal im Zirkel, damit er erst einmal in Bewegung kam und sich so bereits etwas dehnte. Dann tippte ich sachte gegen Dantes Bauch und trieb ihn in den Trab. Wie auf Wolken trabte er über den Sand des Platzes. Sein Trab war traumhaft. Total schwungvoll und federnd. Ich liebte ihn einfach. Weitere Volten und Figurenwechsel folgten, ebenso Handwechsel. Zwischendrin parierte ich den Hengst nochmal in den Schritt zurück und übte das Rückwärtsrichten und Schenkelherein. Alles klappte super. Dante reagierte super auf meine Hilfen und kaute zufrieden auf seinem Gebiss herum, als er wieder trabte. In der nächsten Ecke, legte ich mein Bein etwas zurück und fiel mit Dante gemeinsam in einen versammelten Galopp. Wir blieben auf den unteren Zirkel für einige Runden, erst dann wechselte ich auf den oberen und tat dasselbe. Dann trabte ich wieder und klopfte den Hengst glücklich den Hals, da er so super mitarbeitete. Nach weiteren Minuten und vielen abwechslungsreichen Wechseln, ritt ich Dante mit langen Zügeln ab und wartete bis er nicht mehr pumpte. Erst dann verließ ich den Platz und ritt ihn bis zum Putzplatz, wo ich schließlich abstieg und ihn absattelte. Ich kontrollierte noch schnell die Hufe und bürstete schnell über sein Fell. Zu guter Letzt räumte ich alles wieder an seinen rechtmäßigen Platz und reichte Dante eins seiner Lieblingsleckerchen, ehe er zurück auf die Weide kam. Dort beobachtete ich ihn noch wenige Minuten mit einem mehr als zufriedenen Blick.

      15 Okt. 2013

      Rajandra

      3.Pflegebericht - Entspannter Weidetag

      Nachdem die letzte Woche ziemlich stressig gewesen war, und alle Pferde täglich gearbeitet hatten, beschloss ich heute den Tag etwas ruhiger anzugehen und den meisten Pferden heute einen Weidetag zu gönnen. Ich trank noch schnell in ein paar zügigen Schlucken meinen Kaffee aus und zog mir dann meine dicke Winterjacke über bevor ich das Haus verließ. Sofort schlug mir die eisige Kälte ins Gesicht und ich beschloss mich zu beeilen und die Pferde schnell auf die Koppeln zu bringen, um möglichst schnell wieder in den warmen Stall zu kommen. Zuerst schnappte ich mir in der Sattelkammer die Halfter von den beiden Hannoveranerstuten Seference Suprime und Atraxe. Beiden kratzte ich in der Box schnell die Hufe aus, zog ihnen eine warme Thermodecke an und legte ihnen zum Schluss noch ein paar Springglocken an, dann ging ich mit ihnen aus dem Stall hinaus in die Kälte. Den Stuten machte das Wetter nichts aus, sodass sie kurz nachdem ich ihnen auf der Koppel die Halfter ausgezogen hatte, sofort buckelnd losrannten. Leise musste ich Lachen und schaute den beiden noch ein wenig zu, ehe ich wieder in den Stall ging und The Post War Dream, Obscured by Clouds und Late Night Tales holte. Auch ihnen kratzte ich wieder die Hufe aus, legte ihnen die Glocken an und deckte sie warm ein, dann ging es für die drei auf die Koppel. Ungeduldig scharrte Clouds, als ich das Koppeltor öffnete. Kaum hatte ich ihren Strick gelöst rannte sie auch schon im Renntempo davon und genoss ihre Freiheit. Die anderen beiden folgten auf der gegenüberliegenden Hengstwiese, weil Obscured immernoch aufgeregt rumhüpfte waren die zwei Hengste auch ungeduldig. Während ich das Gatter öffnete und sie zu mir umdrehte löste ich die Stricke und sie trabten beide befreit über die Wiese. Die Halfter hängte ich an den Haken ans Tor, so musste ich sie später beim Reinbringen nicht mehr suchen. Die nächsten Pferde waren Na’im, Farasha, Bubi, Rubicon und Pete’s Peppermill. Zuerst kratzte ich einem nach dem anderen die Hufe aus, kramte dann aus der Sattelkammer für jeden seine passende Decke raus und legte sie ihnen an. Dann schnappte ich mir Na’im, Bubi und Pete und führte die drei zuerst auf die Koppel. Anschließend brachte ich Rubicon zu den Hengsten und Farasha zu Obscured auf die Stutenweide. Die Hengste widmeten sich eher dem Gras, anstatt zu spielen, lediglich Na’im versuchte einmal die anderen Pferde zum Spielen zu animieren, hatte jedoch keinen Erfolg. Wieder im Stall machte ich Dante und Rabbani fertig für die Koppel, dann brachte ich auch die beiden hinaus. Aus dem Turnierpferdestall fehlten nun nur noch Svea, Fanja und Ravallo. Ravallo wollte ich jedoch heute noch etwas reiten, da der Hengst schon am vorigen Tag frei gehabt hatte. Ich brachte also noch schnell die beiden Stuten hinaus, nachdem ich ihnen die Hufe ausgekratzt hatte, sie neu eingedeckt hatte und ihnen Glocken angezogen hatte. Anschließend machte ich mich auf den Weg zu Ravallo, der wiehernd in seiner Paddockbox umher lief, da er nun der einzige im ganzen Stall war. Als er meine Stimme hörte beruhigte er sich jedoch schnell wieder und stand brav still während ich ihm seine Decke auszog und anfing ihn gründlich zu säubern. Zuerst entfernte ich den groben Schmutz mit der Wurzelbürste aus seinem Fell, anschließend nahm ich mir eine Kardätsche und bürstete auch den Staub aus. Die Hufe kratzte ich gründlich mit dem Hufkratzer aus, bevor ich als letzten Schritt Mähne und Schweif verlas. Dann lief ich schnell in die Sattelkammer und holte von dort Ravallo’s Trense, seine Gamaschen sowie seinen Sattel. Alles legte ich ihm vorsichtig an und ging dann mit ihm in die nahe gelegene Reithalle. Dort angekommen schloss ich schnell wieder das Tor hinter mir um nicht zu viel kalte Luft hinein zu lassen und stieg dann auf. Der erst frisch angerittene Hengst stand noch immer etwas unruhig beim Aufsteigen, ließ mich jedoch gewähren und beruhigte sich beim Schritt reiten auch langsam wieder. Nach zwei Runden außen herum fing ich an einen Zirkel zu reiten, wobei er erst etwas unsicher seitwärts lief, bevor er nachgab, sich bog und den Zirkel brav lief. Ich lobte ihn sofort und machte weiter mit großen Wendungen. Nachdem dieses wieder gefestigt war fing ich an zu traben. Hierbei ließ ich meine Zügel noch halblang und verlangte nur Zirkel als Hufschlagfiguren von ihm, alles weitere würde ihn zu sehr aus dem Gleichgewicht bringen. Ravallo lief jedoch ganz artig und gab sein Bestes. Zum Abschluss dieser Reiteinheit wollte ich ihn heute zum ersten Mal angaloppieren. Sanft saß ich aus und trieb Ravallo weiter bis er – erst etwas unsicher – in den Galopp fiel. Sofort lobte ich ihn und hörte nach einer halben Runde überglücklich auf. Ich trabte ihn noch zwei Runden am komplett hingegeben Zügel ehe ich ihn zum Schritt durchparierte, abstieg und ihn trocken führte. Anschließend ging ich mit ihm zurück in den Stall, wo ich ihm sein Sattelzeug abnahm, ihm eine Abschwitzdecke überwarf und sein Kraftfutter gab, welches er sich redlich verdient hatte. Dann ging es auch für ihn auf die Koppeln. Ich stellte ihn zu Dante und Rabbani, die sich über den Neuzuwachs freuten und wieder anfingen zu spielen. Nun hatte ich den ersten Stall komplett versorgt und schaute auf die Uhr. Mit Erschrecken stellte ich fest, dass Stelli in einer halben Stunde schon zum Ausritt kommen würde. Ich schnappte mir schnell Candy and a Current Bun, Your Possible Pasts und Throw a Diva, band die drei nebeneinander an, kratzte ihnen die Hufe aus und zog allen dreien eine warm Decke an. Schnell waren die drei auf der Wiese und versorgt und ich ging weiter zu On the Turning Away und Wearing the Inside Out. Während ich bei Inside gerade die Hufe auskratzte, hörte ich auf einmal Stellis Stimme von hinten, die mich begrüßte. Ich kratzte noch schnell den Huf fertig aus und umarmte sie dann zur Begrüßung. Stelli bot mir ihre Hilfe beim Hinausbringen der Pferde an, was sehr hilfreich war, angesichts der vielen Pferde die noch auf die Koppeln mussten. Wir teilten uns die Arbeit auf, sodass Stelli die beiden eindeckte während ich noch Turning’s Hufe auskratzte, dann brachten wir die beiden hinaus. Anschließend holten Stelli und ich Chapter 24, Alans Psychodelic Breakfast, Elasso, und The Blister Exists. Schnell hatten wir die vier Hengste versorgt und hinausgebracht. Ich bedankte mich bei Stelli und fragte sie, wen sie nun gerne reiten würde. Sie antwortete mir, dass sie gerne mal die noch recht neue Stute Shattered Glass selber reiten würde, da ich in meinen Erzählungen immer von ihr geschwärmt hatte. Lachend gab ich ihr das Halfter und holte mir dann Interstellar Overdrives Halfter. Da beide mit einer leichten Übergangsdecke in der sauberen Paddockbox gestanden hatten, waren wir zügig mit dem Putzen fertig und befanden und schon kurz darauf beim Satteln. Stelli fand schnell Shattered’s Sattel sowie ihre Trense und rüstete die Stute für den Ausritt aus. Auch ich hatte Männi komplett geputzt und legte ihm nun vorsichtig den Sattel auf bevor ich sorgfältig den Sattelgurt zuzog. Anschließend trenste ich schnell und legte ihm ein Paar Gamaschen an. Auch Stelli hatte fertig gesattelt sodass wir uns in den Sattel schwangen und uns auf den Weg in Richtung Wald machten. Die Paint Horses waren beide gut drauf und gingen flott vorwärts, sodass wir sie anfangs ziemlich zügeln mussten, damit sie im Schritt blieben. Bald schon kam jedoch die erste Trabstrecke in Sicht und die Zwei beruhigten sich während dem flotten Trab am hingegebenen Zügel etwas. Nach weiteren Trabeinheiten kamen wir schließlich zu der ersten Galoppstrecke. Als ich Stelli gerade fragte, ob sie fertig zum galoppieren war schoss Männi unter mir auch schon im Renngalopp los und auch Shattered folgte ihm geschwind. Wir lachten beide und genossen den kühlen Wind, der in unser Gesicht peitschte während die Pferde sich ein Kopf an Kopf rennen lieferten. Am Ende gewann Shattered mit einem knappen Vorsprung und ließe sich auch nur wiederwillig bremsen, dennoch strahlte Stelli übers ganze Gesicht ung schwärmte von der Stute. Wir trabten und galoppierten noch einige Male bevor wir im gemütlichen Schritt zurück zum Hof ritten und dort die beiden versorgten und anschließend zusammen auf die Koppeln brachten. Leider musste Stelli dann schon wegen einiger Tierarzttermine schon wieder fahren, sodass wir uns trennen mussten. Ich gönnte mir nun auch eine kleine Pause und trank einen Kaffee im Haus bevor ich wieder hinaus ging und die beiden Hengste Mejorano und Aerion holte. Rano war erst vor Kurzem angekommen, verstand sich aber auf Anhieb gut mit dem Mustanghengst Rio, sodass ich die beiden heute zum ersten Mal zusammen laufen lassen wollte, in der Hoffnung, dass beide etwas miteinander spielen würden. Zuerst jedoch musste ich beide putzen, was jedoch wie zuvor mit Stelli recht schnell ging und die meiste Arbeit eigentlich aus dem Hufe auskratzten und dem Langhaar verlesen bestand. Als ich beide fertig geputzt hatte lief ich in die Sattelkammer wo ich für beide jeweils ein paar Springglocken holte und sie ihnen anlegte, dann ging ich mit ihnen hinüber zu der Halle. Drinnen machte ich sie los und beobachtete erst mal ihre Reaktionen. Beide quietschten sich etwas an, tobten aber kurz später schon ausgelassen zusammen in der Halle herum. Nach einer guten halben Stunde, in der ich das Spiel der beiden Hengste beobachtet hatte, fing ich beide wieder ein und brachte sie zurück in die Boxen, wo ich ihnen ihre Decken wieder anlegte und ihnen etwas Futter brachte. Nun musste ich noch alle Pferde von den Koppeln wieder hinein holen, bevor die kalte Nacht hinein brechen würde. Ich beeilte mich und hatte nach gut einer Stunde endlich alle Pferde zurück in den Stall gebracht und umgedeckt sowie Hufe ausgekratzt. Ermüdet ging ich nun in das Wohnhaus wo ich noch Abendessen kochte und auf Stelli wartete um mit ihr gemeinsam zu essen.
      1 Dez. 2013

      Ravenna
      Besuch für The Post War Dream & Obscured by Clouds,Naim', Farasha & Rabbani,Fanja, Dante & Late Night Tales,Svea & Petes Peppermill

      Also setzte ich mich etwa eine Stunde später in den Wagen um zum Gestüt zu fahren - innerhalb einer Stunde war ich bereits da. Um die ganzen Pferde heute noch "abspeisen" zu können hatte ich meinen Kollegen Scott angerufen. Die Arbeit mit Stelli udn Rajandra machte Spaß, doch um alle Pferde gerecht zu versorgen, brauchte ich auch einfach Hilfe. Von beiden Frauen wurde ich begrüßt, zuerst ging es in den Stall in dem die Pferde von Rajandra zu versorgen waren. Die ersten beiden Pferde die sie mir aus der Box führte waren zwei junge EV Blüter, einmal War Dream ein hübscher Rappe, den ich als erstes untersuchte. Zunächst machte ich mich mit dem "kleinen" Kerl vertraut - ehe ich seinen gesamten Körper untersuchte und alle Gliedmaßen nach irgendwelchen Verletztungen oder Auffälligkeiten absuchte. In meiner Tasche suchte ich nach dem Fiebertermometer , nahm seinen Schweif beiseite um die Temperatur zu messen - nach einem kurzen Moment ertönte das leise piepen, ein Blick darauf verriet mir, dass die Temperatur im normalen Bereich lag. War ließ diese Prozedur wie ein alter Hase über sich ergehen. Stelli hatte für mich bereits die Spritze aufgezogen, denn sie war seit neustem auch fertige Tierärztin so konnte sie mir ohne probleme unter die Arme greifen. Die Spritzte hatte War schnell intus - und schon waren wir fertig mit ihm. Seine Zähne würde Scott kontrollieren, denn ich war auf diesem Gebiet nicht unbedingt die beste. "Wie die letzten Male schonmal - die Wurmkuren drücke ich euch wieder in die Hand und ihr gebt sie den Pferden in etwa..zwei Wochen." Die nächste war Obscured Clouds eine hübsche Mausgraue Stute ebenfalls ein EVB, mit guten Anlagen. Während der Untersuchung schubberte sie immer wieder an mir, knabberte an meiner Tasche und meiner Jacke, was mich immer wieder zum Lachen brachte. Ihre Temperatur war etwas über dem normalen " Könnte vielleicht ihre Aufregung sein, wenn ihr einfach in ein paar Tagen nochmal nachschaut, wenn sie immernoch erhöht ist, dann ruft ruhig nochmal an." Rajandra nickte - Stelli hatte es noch gar nicht mitbekommen da sie erneut die Spritzte aufgezogen hatte und zuvor schonmal Naim´ durchgecheckt. Schließlich ging auch ich in die Box zu Naim´, der hübsche Araber stand gut im Typ - begutachtete mich erst skeptisch , ehe sich seine braunen Ohren nach vorn legten und er neugierig an meiner Hand schnubberte - die Spritzte bekam er unter den Streicheleinheiten von Raja beinahe nicht mit - Stelli derweil gab Clouds ihre bereitete Spritze. Brummelnd stand in der Nebenbox eine schöne Rappstute, die mir durch die Gitterstäbe ihre Nüstern entgegen hielt, denn ich gab Naim´ gerade ein Leckerlie als Belohnung. Also wechselte ich geschwindt die Box, legte der jungen Stute ein Halfter an um sie vor der Box festzubinden. Als ich die Tür schloss, riss sie einen Moment den Kopf hoch und tat einige Schritte zurück - sanft redete ich ihr zu, lockte sie näher zu mir zu kommen, schließlich nährte sie sich mir wieder Neugierig. Auch sie untersuchte ich wie die Pferde zuvor, sie wollte mir den Bewegungen beinahe folgten und drehte ihren Kopf um mich auch ja genau zu beobachten. Als ich ihre Beine anhob, sie etwas nach vorn und hinten bog um ihre Beingelenke zu testen schien sie etwas wackelig auf den Beinen, also stellte ich ihren Fuß wieder fix auf den Boden. Rabbani war der nächste im Bunde - er stand jedoch etwas weiter entfernt von Farasha, sonst würde ihm die Stute wohl den Verstand rauben. An dieser Stelle war Raja wieder zur Stelle um ihn zu beruhigen, am Kopf zu kraulen um ihn etwas von mir abzulenken. Der Hengst tippelte öfter von einer Seite zur nächsten, brummelte und stampfte etwas mit dem Huf, sodass seine Untersuchung länger dauerte als ich gedacht hätte, aber schlussendlich wurden wir fertig. Gerade als ich mit dem hübschen Fuchs fertig war, kam auch schon Scott in den Stall um die Zahnbehandlungen durchzuführen, also hab ich Rabbani noch fix seine Impfung. Scott bereitete seine Utensielien vor und ich gab dem Hengst gleich auch noch eine kleine Sedierung um ihn etwas "gefühgiger" zu machen. Die Dämmerung setzte langsam ein und meine Uhr zeigte etwa 16 Uhr - traurig dachte ich an den Ausritt den ich und Cayden eigendlich vorgehabt hatten. Dennoch fuhr ich mit meiner Arbeit fort - Fanja eine typvolle Holsteinerstute von besonderer Fuchsfarbe. Mit einer fabelhaften Geduld ließ sie alles über sich ergehen, dann folgte eine Spritze. Noch ein wenig beknuddelte ich die Stute ehe ich auch schon den nächsten Patienten "an die Brust" nahm. Der nächste im Bunde war wieder ein Holsteiner - diesmal jedoch ein Hengst und ein unglaublich riesiger Apfelschimmel - auch hier hatte mir Stelli wieder das durchchecken vorweg genommen. "Hat sich der kleine benommen?" "Ja - etwas schwierig, aber da er mich ja kennt war er weniger aufgeregt, zwar ein Riese, aber sensibel durch und durch - da muss man immer ganz vorsichtig sein." Ich nickte ihr zu, überreichte die Spritze die Stelli dem Schimmelchen verpasste. Als nächstes führte mich Rajandra nach draußen, denn dort wären die nächsten beiden Pferde die ich untersuchen sollte - in einem geräumigen Paddock mit Unterstand standen zwei weitere Ponys. Ein Rapppony und eine Fjordstute. "Die beiden sollen auch einmal durchgecheckt werden - der Rappwallach hat einen kleinen Husten, da wollte ich dich mal raufschauen lassen. Die Norwegerstute trug den Namen Svea - sie ließ sich während der Untersuchung nicht stören, ihr Kopf hing nur auf halber Höhe, die Ohren hingen beinahe und die Augen der Stute waren wohlig geschlossen - als ich ihren Rücken hinab bis zur Schweifrübe tastete ob sie im Rücken irgendwelche Schmerzanzeichen zeigte. Anhand ihrer Reaktion nahm ich an das ihr wohl nicht fehlte, als ich ihr das Fiebertermometer zwischen die "Pobacken" schob, drehte sie mir schon ihren Kopf zu und brummelte ein wenig. "Na - das fand sie wohl nicht so toll" feixte Stelli, die sich schon daran machte mir wieder die Spritze aufzuziehen. Svea bekam sie dann auch fix unter die Haut, was sich etwas schwer darstllte da die kleine eine Rollvene hatte, aber mit Geduld und Spucke hatte ich auch dies fix hinter mich gebracht. In diesem Moment war ich froh darüber, dass der Paddock hier beleuchtet war, denn die Dunkelheit hatte bereits eingesetzt. Zusammen mit Raja holten wir nun Pete zum Anbindeplatz, die Decke des Wallachs nahmen wir gemeinsam herrunter. Schon beim führen hatte der Kleine wieder gehustet. Zuerst kontrollierte ich seine Schleimhäute, diese waren rötlich, aber nicht gefährlich. Das Messen der Temperatur ergab - normale Temperatur. Ich schaute mir den kleinen an, seine Atmung schien normal, ebenfalls die Herfrequenz - ich begann auf meiner Unterlippe zu kauen, denn der kleine schien nicht wie zunächst vermutet eine kleine Erkältung zu haben. "In welchen Situationen fällt euch denn auf das er hustet? Beim reiten,oder? " Raja überlegte einen Moment lang..."Am meisten fällt es auf, wenn wir füttern oder er auf dem Platz läuft..in diesem Sommer war es teilweise recht schlimm." Das kauen auf der Unterlippe wurde nicht unbedingt besser - "Ich würde bei dem kleinen einfach mal pro forma einen Allergietest machen, denn ich glaube Pete könnte eine Heustauballergie haben." Raja nickte zustimmend, ich nahm einen Abstrich seiner Schleimhäute, eine Blutprobe und versetzte ihm noch seine Spritze. Für diesen Tag verabschiedete ich mich von den beiden "Morgen oder übermorgen komme ich dann vorbei für den Rest der Pferde, heute Abend kann ich euch noch sagen was der Test so sagt."
      7 Dez. 2013

      Rajandra
      4.Pflegebericht - Ausritt

      Als letztes Pferd für den heutigen Tag schnappte ich mir den Holsteinerhengst Dante, der gerade draußen mit einigen seiner Freunde am Toben war. Nur etwas widerwillig ließ er sich von mir aufhalftern, da er wusste, dass er nun erstmal nicht spielen durfte, jedoch musste auch er sich etwas bewegen und konnte schließlich später weiter toben. In der Stallgassen angekommen band ich ihn an, nahm ihm die Decke ab und fing auch ihn an zu putzen. Durch das eifrige Spielen war er von oben bis unten (soweit es die Decke erlaubt hatte) voll mit Matsch bespritzt und so dauerte es eine ganze Weile bis ich mit der Wurzelbürste sein Fell wieder auf Hochglanz gebracht hatte. Anschließend wusch ich die matschigen Hufe und kratzte sie aus. Dann musste ich warten, bis diese trocken waren. Unterdessen kämmte ich Mähne und Schweif ordentlich durch und fuhr nochmal mit der Kardätsche über sein nun weiches Fell. Zum Schluss fettete ich dann die inzwischen getrockneten Hufe ein und fing dann mit dem Satteln an. Zuerst legte ich vorsichtig den Sattel auf seinen Rücken und schloss dann sorgfältig den Gurt. Die Trense kam als nächstes dran und zu guter Letzt legte ich ihm noch ein Paar Gamaschen an, dann konnte es auch schon losgehen. Ich stieg auf und ritt in Richtung Wald. Schon im Schritt fing Dante an sich immer wieder etwas aufzuspielen sobald ein Hase aus dem Gebüsch sprang oder ein Vogel plötzlich aufflog, doch ich versuchte mich nicht beeindrucken zu lassen von seinem Gehabe, denn inzwischen kannte ich den Hengst nur allzu gut, und wusste, dass er nur etwas Führung brauchte, dann legte sich dieses Verhalten. Recht sollte ich behalten, schon nach einigen Trabstrecken, an denen ich ihm die Zügel etwas länger ließ, damit er die Möglichkeit hatte sich entspannt zu dehnen, schnaubte er ab und begann sich langsam zu lösen. Ich lobte ihn etwas und galoppierte dann ein kleines Stück, noch im langsamen Tempo, doch an der nächsten Galoppstrecke steigerte ich das Tempo und ließ ihm schließlich die Zügel komplett frei. Dante nutzte dies aus, streckte sich und schoss wie eine Rakete nach vorne. Ich genoss den kühlen Wind in meinem Gesicht und war fast schon enttäuscht, als der Weg zu Ende war und ich umdrehen musste. Ich galoppierte und trabte noch einige Male, bis wir wieder zurück am Hof waren, wo ich ihn dann absattelte, neu eindeckte und ihm sein Kraftfutter gab. Dann brachte ich ihn zurück auf die Koppel, wo er direkt wieder anfing zu spielen. Ich schaute den Hengsten dabei noch eine ganze Weile glücklich zu, ehe ich zurück in den Stall ging.
      1 März 2014

      Rajandra

      Jedesmal wenn ich irgendwo eingeladen war nahm ich mir vor, nicht so lang zu bleiben, da ich jedentag um die gleiche Zeit aufstehen musste, egal ob Wochenende, Feiertag, Geburtstag, Schnee und Eis, Sonnenschein - die Pferde warteten. Auch wenn ich es jedesmal bereute, länger geblieben zu sein wurde ich daraus nicht schlauer und auch bei der nächsten Einladung blieb ich lange. Mit leichten Kopfschmerzen war ich aus dem Bett gekrochen und hatte mich fertig gemacht. Meinen ersten Kaffe schlürfte ich recht schnell herunter und schlüpfte in Stallschuhe und Jacke, wickelte mir einen Schal um den Hals und ging raus. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss und ich zog die Jacke zu, denn es war kühl. Ein angenehmes sommerliches Kühl, die frische Luft tat gut und meine Kopfschmerzen waren fast nicht mehr bemerkbar. Als ich in den Stall hinein kam fingen die Pferde an zu grummeln, denn sie wussten, dass es nun Raufutter gab. Ich hatteFeiertagsdienst, das hieß ich war allein und musste die Arbeit somit auch allein erledigen. Zum Misten kamen unsere zwei Stallburschen Lukas und Navid, aber den Rest musste ich selbst machen. Alle meine Pferde bekamen Heu und da wir noch einige Ballen sehr gute Silage hatten und einer offen stand bekamen sie auch zusätzlich jeder eine kleine Menge Silage dazu. Nachdem ich im Zucht und Tunierpferdestall, im Zucht und Westernpferdestall und auch im Fohlen und Jungpferdestall Raufutter gefüttert hatte ging ich ins nochmal ins Wohnhaus um zu Frühstücken. Es war viertel vor acht, ich schmierte mir ein Brot und schenkte noch eine Tasse Kaffee ein. Dann drehte ich das Radio an und hörte mir die Nachrichten an. An Feiertagen konnte ich immer entspannt frühstücken und hatte keinen Zeitdruck. So hatten die Pferde etwas Zeit zwischen Rau und Kraftfutter. Als ich mit Frühstücken fertig war zeigte die Uhr kurz vor halb neun, weshalb ich beschloss zum Kraftfutter füttern über zu gehen. Nachdem ich damit fertig war und die Pferde aufgefressen hatten brachte ich zuerst die Pferde heraus, die heute frei hatten, da sie die letzten Tage gut gearbeitet hatten. Aus dem Zucht und Turnierpferdestall durften Pete's Peppermill, Ravallo, The Post War Dream, Obscured by Clouds, Fanja, Dante, Svea und Aestas Amor direkt auf die Wiesen, der Rest musste heute noch etwas arbeiten und kam erst später raus. Aus dem Zucht und Westernpferdestall durften alle Pferde direkt raus, denn bis ich mit den anderen fertig war konnte es etwas dauern und auch den Jungpferden machte ich das Gatter vom Offenstall zu den Wiesen auf. Nun konnte ich endlich anfangen die Pferde zu arbeiten, da ich einige von ihnen Freispringen lassen wollte baute ich in der Halle zuerst einmal eine Reihe an der langen Seite auf. Erst zwei Kreuze zu einem In-Out, dann ein Galoppsprung zum nächsten Steil, zwei Galoppsprünge folgten bis zum nächsten Steilsprung wohinter zum Abschluss ein Oxer folgte. Schnell stellte ich noch die Fänge an die Seite und ging dann zurück in die Stallgasse. Die erste die dran kam war Seference Suprime. Ich begrüßte meine Falbstute freundlich und kratzte ihr die Hufe aus, dann führte ich sie aus der Box, putze draußen einmal kurz drüber und legte ihr Gamaschen an. Danach gingen wir in die Halle, wo ich sie zunächst einmal einige Runden Schritt führte und sie dann auf beiden Händen in allen drei Gangarten an der Longe etwas aufwärmte bevor es zum Springen ging. Als sie Seference soweit war ließ ich sie von der Longe und lenkte sie in die Freispringgasse. Da die Hindernisse noch sehr klein waren meisterte die Stute dies mit links und ich wiederholte dies einige Male mit ihr bevor ich die Hindernisse erhöhte. Auch dies machte die Falbstute sehr routiniert und ohne Probleme. Als ich ein letztes Mal erhöhte kam Sefi leicht unpassend herein und warf eine Stange ab die ich danach gleich wieder aufbaute und sie dann noch zwei Mal springen ließ. Sie hatte zwar noch viel Luft gehabt nach oben, jedoch ging es mir nur darum die Routine beizubehalten und so war es eine gute Übung gewesen. Seference durfte sich noch wälzen während ich die Hindernisse wieder kleiner machte und als sie damit fertig war führte ich die Stute noch ein wenig trocken bevor ich sie in die Box zurück brachte. Die Gamaschen nahm ich ihr wieder ab und machte dann mit Atraxe und Late Night Tales weiter, mit denen ich genauso vorging wie bei Seference Suprime. Auch diese zwei waren sehr routinierte Pferde, die keine Probleme mit der Reihe hatten und ebenfalls so gut wie keine Abwürfe. Atraxe war dabei noch etwas geschickter als Late Night Tales, da es für den großen Dunkelbraunen etwas enger war als für die zwei Stuten, doch auch er machte es gut. Danach nahm ich mir noch Silberstern und Springbreak vor. Auch diese zwei mussten Freispringen, allerdings erhöhte ich bei ihnen nicht so viel wie bei den anderen, da sie beide noch nicht oft Freigesprungen waren. Trotz des ein oder anderen Abwurfes machten sie es sehr gut. Springbreak neigte dazu in einem übereilten Tempo in die Reihe zu kommen, merkte dann aber von allein, dass sie zurück kommen musste und Silberstern hielt sich anfangs noch etwas im Rücken fest, was er aber von mal zu mal verbesserte und lockerer wurde. Als ich mit diesen fünf fertig war entließ ich sie auch schoneinmal auf die Weide und baute danach ab. Nun wollte ich nämlich die restlichen Pferde reiten. Bubi und Rubicon arbeitete ich beide gut durch, da sie bald wieder die ersten Turnierprüfungen anstehen hatten und so übte ich mit den beiden auch viele einzelne Lektionen und ritt zum Schluss noch die ein oder andere Aufgabe durch, sodass beide auch gut geschwitzt aus der Trainingseinheit gingen. Mit Rabbani hingegen ging ich erst eine kleine Runde zum Aufwärmen durchs Feld und ritt ihn nur locker in allen Gangarten auf dem Platz, da jetzt zur Vormittagszeit langsam die Sonne heraus kam. Er hatte sich in letzter Zeit auf den Turnieren gut gemacht und so wollte ich heute nur ein wenig locker reiten. Nach ihm war Golden Lights an der Reihe, meine neue vierjährige Westfalenstute. Die kleine führte ich zum Aufwärmen noch um den See und auf dem Platz ritt ich sie auch nur schön flüssig in allen drei Gangarten auf beiden Händen. Sie machte sich sehr gut und blieb immer schön bei mir, das gefiel mir an Goldi sehr. Nach einer guten halben Stunde ließ ich die Zügel aus der Hand kauen und ritt noch etwas Schritt am langen Zügel. Dann stieg ich ab und ging mit ihr zurück in die Stallgasse, wo ich die Palominostute vom Zubehör befreite und sie gleich auf die Weide brachte. Auch die anderen achte entließ ich nun auf die Weide und nachdem jetzt alle meine Pferde auf der Weide waren ging ich ins Wohnhaus, denn es war langsam Mittagszeit und ich hatte Hunger bekommen.
      1 Mai 2014

      Rajandra
      21.Pflegebericht - Einspännertraining

      „Morgen Schimmelchen, hast du Lust auf einen kleinen Ausflug?“, rief ich dem großen Holsteinerhengst aus der Ferne zu. Dieser schaute erwartungsvoll aus der Box zu mir herüber und kam sofort zu mir als ich an der Box ankam und die Tür öffnete. Vorsichtig legte ich ihm das Halfter an und führte ihn vor seine Box, wo ich ihn an einem Gitter anband. Zuerst nahm ich ihm die warme Stalldecke ab und widmete mich dann seinem Fell. Mit einer Wurzelbürste befreite ich ihm vom groben Schmutz und strich anschließend mit der Kardätsche über das gesamte Fell bis der Hengst glänzte. Die Hufe säuberte ich heute nur mit dem Hufkratzter, da diese noch recht sauber vom Vortag waren. Als letztes kämmte ich die Mähne gründlich durch, wobei mir auffiel, dass diese etwas lang geworden war. „Da müssen wir wohl mal wieder was dran tun Großer.“, sprach ich dem Hengst zu ehe ich mir eine Schere und den Verziehkamm schnappte. Nach einer guten halben Stunde war ich mit dem Ergebnis zufrieden, lobte Dante und räumte den Putzkasten weg. Aus der Sattelkammer brachte ich auch gleich die ersten Teile des Geschirrs mit und legte diese Dante an. Es dauerte eine ganze Weile bis ich die ganzen Lederriemen richtig befestigt hatte, der Hengst stand jedoch die ganze Zeit über still, vor der Kutsche war er schließlich schon sehr erfahren und konnte bereits einige Schleifen gewinnen. Heute würde ich ihn vor einen kleinen, sportlichen Sulky spannen um eine etwas flottere Tour alleine mit ihm zu drehen. Da der Sulky draußen stand führte ich Dante zuerst vor den Stall und befestigte dann das Fahrgestell am Kutschgeschirr bevor ich mich auf den Sulky setzte, die Leinen sortierte und im ruhigen Schritt losfuhr. Dante genoss es sichtlich mal wieder eine Runde an der Kutsche ins Gelände zu gehen und schnaubte schon nach wenigen Metern zufrieden ab. Auch ich konnte so dem Stress des Alltags endlich etwas entfliehen und genoss die frische Herbstluft, die in mein Gesicht wehte. Schnell erreichten wir einen befestigten Weg im Wald, den wir sofort für einen flotten Trab nutzen. „Auf geht’s Schimmelchen, leg los!“, rief ich ihm antreibend zu. Dieser ließ sich das nicht zweimal sagen und zog ordentlich an. Schnell kam schon die nächste Kreuzung in Sicht, sodass ich das Tempo etwas verringerte um schadlos um die Kurve zu gelangen. Nach der Kurve trieb ich Dante wieder etwas an und ließ ihn laufen. Eine gute Stunde gingen wir im Schritt und Trab flott durch den Wald ehe ich den Weg zurück nach Hause einschlug. Dort angekommen spannte ich Dante ab und nahm das ganze Kutschgeschirr wieder ab. Währenddessen lobte ich ihn immer wieder, da er sich super verhalten hatte, besonders wenn man bedenkt, dass ein Kutschtraining schon länger nicht mehr durchgeführt worden war. Abschließend gab ich ihm noch etwas Kraftfutter, putzte ihn nochmal über und deckte ihn dann wieder ein um ihn zu den anderen Hengsten auf die Koppel zu bringen.
      1 Nov. 2014

      Eddi
      Tierarztbesuch - Routineuntersuchung

      Heute stand ein Großbesuch bei Rajandra auf dem Gestüt an. Wie jedes Jahr machten wir alle Pferde an einem Tag. So hatten wir zwar alle Hände voll zu tun, dafür dann aber wieder ein Weilchen Ruhe. Es war erst kurz nach um acht, als ich schon bei Rajandra auf der Matte stand. In der linken hatte ich meine Tierarzttasche und mit der rechten begrüßte ich Rajandra. Wir gingen gemeinsam geradewegs in den Stall, denn zum Quatschen würden wir heute definitiv genug Zeit haben. Im Stall begrüßten uns zwei Thermoskannen Kaffee und bereits der erste am Putzplatz angebundene Patient. "Na, dann, auf gehts!", meinte ich grinsend und begrüßte die Stute Seference Surprime. Schnell warf ich einen Blick in Augen und Maul, hörte dann Herz und Lunge ab, ehe ich ihre Körpertemperatur kontrollierte und sie dann von oben bis unten abtastete. Die Stute war topfit, also gab es die Impfungen und danach noch die Wurmkur. Ein Stallbursche band die Stute los und brachte sie zurück in ihre Box. In der Zwischenzeit hatte Rajandra bereits Atraxe geholt und festgebunden. Auch die Fuchsstute nahm ich erst einmal unter die Lupe, um sicher sein zu können, dass sie körperlich fit war. Dann bekam auch sie die drei Impfungen und die Wurmkur, welche sie mit schwindender Begeisterung in ihrem Maul herumschob. Nun war Pete's Peppermill an der Reihe. Ich kannte den kleinen Hengst schon lange und hatte immer neugierig seinen Werdegang verfolgt. Pete war ein hübscher Wallach und hatte bei Rajandra sein endgültiges Heim gefunden. Er war aber auch ein wirklich lieber Kerl und hielt auch während der Untersuchung und den Impfungen wunderbar still. Das konnte man von dem großen Hengst Bubi, der danach dran war, nicht behaupten. Ständig wich er zurück und zappelte herum. Rajandra und ich hatten alle Hände voll zu tun, ihn davon zu überzeugen, dass ich ihn nicht fressen wollte. Die Impfungen waren das schlimmste und alle Beteiligten waren froh, als der Braune wieder in seiner Box stand. Rubicon und der Vollblüter The Post War Dream machten stattdessen keine Probleme und waren beide innerhalb von zehn Minuten fertig. Die mausgraue Stute Obscured by Clouds war hingegen nicht so angetan von mir, hielt aber dennoch einigermaßen still. Umso dankbarer war ich dann um Fanja, die alles brav über sich ergehen ließ und schnell zurück in ihre Box durfte. Mit hocherhobenen Kopf schritt nun Dante auf den Putzplatz und er wirkte die ganze Zeit ziemlich beleidigt, während ich ihn untersuchte und impfte. Wenigstens hielt er aber still, so dass ich ihm seine Abneigung verzieh. Als nächstes war der Araberhengst Rabbani an der Reihe. Nachdem ich ihn körperlich untersucht, geimpft und entwurmt hatte, sollte ich auch noch einen Blick in sein Maul werfen. Rabbani gefiel die Maulsperre gar nicht, aber da er mich sonst nicht an seine Zähne ließ, musste das sein. Der Hengste hatte hinten am Backenzahn einen kleinen Haken, der zwar noch nichts angerichtet hatte, aber trotzdem weg musste. Als das gemacht war, durfte auch der Fuchs wieder verschwinden. Seufzend schaute ich auf die Uhr, wir lagen bisher gut in der Zeit! Late Night Tales war zwar nicht vom Tierarzt begeistert, benahm sich aber einigermaßen, auch wenn er mir mehr als einmal mit voller Absicht auf den Fuß trat. "Danke...", murmelte ich und gab ihn einen leichten Klaps auf die Kruppe, als er wieder weggeführt wurde. Dafür war Svea lieb, welche sich sogar ein wenig kraulen und kuscheln ließ, während ich sie untersuchte. Langsam neigten wir uns dem Ende des ersten Stalles zu, also sammelte ich noch einmal alle Kräfte für die letzten vier Pferde. Der Hengst Aestas Amor kannte den Tierarzt gut und benahm sich einwandfrei. Silberstern zappelte etwas herum, ließ aber für ein Vollblut alles brav über sich ergehen. Nur die Zahnuntersuchung fand er gar nicht toll. Leider musste ich dem Hengst aber auch einen Hengstzahn ziehen, welcher schief gewachsen war und nun drohte, ihm ständig ins Zahnfleisch zu pieksen. Doch dank der Betäubung spürte der silberne Hengst kaum etwas und auch wenn er danach etwas betrübt in der Box stand, schien es ihm gut zu gehen. Er bekam noch ein leichtes Schmerzmittel und dann verließen wir ihn. Die große Stute Spring Break kannte den Tierarzt eigentlich schon in und auswendig, machte aber trotzdem jedes Mal aufs neue Probleme. Umso dankbarer war ich, als wir dann endlich sie fertig hatten. Das letzte Pferd in diesem Stall war Golden Lights. Die Stute war noch nicht lange bei Rajandra, benahm sich aber einwandfrei. Auch bei ihr sollte ich die Zähne kontrollieren, aber da dort alles in Ordnung war, konnte ich Golden Lights schnell wieder entlassen. Gemeinsam mit Rajandra setzten wir uns in das Reiterstübchen, tranken Kaffee und begannen nacheinander die Impfpässe zu öffnen, so dass ich die Impfungen eintragen, unterschreiben und abstempeln konnte.
      4 Feb. 2015

      Stelli

      Um Rajandra nicht noch mehr Sorgen und Kummer zu bereiten, erklärte ich mich bereit, ihre Pferde zu versorgen. Ich ging zuerst in den Turnier und Zuchtpferdestall und fing dort mit meiner Arbeit an. Zuerst stellte ich Stuten und Hengste getrennt nach draußen auf Paddocks oder Koppeln. Seference Surprime und Atraxe kamen zusammen raus, genau wie Petes Peppermill und Bubi. Im Stall zurück nahm ich mir Rubicon und The Post War Dream, stellte die beiden Hengste jedoch einzeln auf je ein Paddock. Obscured by Clouds und Fanja stellte ich mit auf die Stutenkoppel. Der Schimmelhengst Dante kam, genau wie Late Night Tales auf einen Hengstpaddock. Aestas Amor kam mit seinem Kumpel Silberstern auf ein kleines Koppelstück. Anschließend stellte ich Spring break und Golden Lights auf die Stutenkoppel dazu. Danach ging es zu dem Westernpferdestall. Auch dort durften die Pferde auf die Koppel. Wieder im Zweierpack stellte ich Candy and a Currend Bun und On the Turning Away auf die Stutenkoppel westlich des Stalls. Der Hengst Interstellars Overdrive kam einzeln auf ein Hengstpaddock. Wearing the Inside Out, Silky Rose Chex und Shattered Glass dagegen kamen zu den Stuten dazu. Die hengste Chapter 24, Alans Psychodelic Breakfast, Elasso, The Blister Exists verteilte ich wiederrum auf Paddock und Hengstkoppeln. Die Pferde im Fohlen und Jungpferdestall standen entweder im Offenstall oder in Paddockboxen. Trotzdem durften diese heute alle zusammen auf die Weide. Demnach brachte ich Ceredwen, Little Askim, Piccobello, Burnin' Malcolm, Crest und Ilviny nach draußen. Als alle Pferde draußen waren mistete ich die Boxen ab und streite sie frisch über, machte danach Futter und gab den Pferden Heu. Ich hinterließ Rajandra eine kurze Message, dass ihre Pferde versorgt waren.
      24 März 2015

      Eddi

      Ich hatte Rajandra versprochen, ab und an bei ihr vorbeizuschauen und ihr unter die Arme zu greifen. Heute war im Kalender ein dickes rotes "GTH" eingeschrieben und ich erahnte bereits, dass ich spät dran war, weil ich es total vergessen hatte. Eilig frühstückte ich zu Ende und zog mich dann an, um mich dann so schnell wie möglich auf den Weg zu Rajandra zu machen, so wie es aussah, war ich heute auch mit den Pferden alleine dran, aber wenn ich Glück hätte, würde Stelli zumindest auch einmal kurz vorbeischauen und mir helfen. Doch nun hieß es erst einmal füttern und rausbringen. Das war bei den ganzen Pferden gar nicht so leicht und es dauerte ein Weilchen, ehe ich damit durch war und mich den Boxen widmen konnte. Wie erwartet kam Stelli tatsächlich vorbei und zu zweit waren die Boxen wesentlich schneller sauber. Wir wollten ein wenig die Fohlen betüddeln, weshalb wir uns zuerst Ceredwen und Little Askim holten, die beiden putzten und spazieren gingen. Danach waren Piccobello, Burnin' Malcolm und Crest an der Reihe. Ich half putzen, ehe Stelli die drei in der Halle laufen ließ und in der Zwischenzeit putzte ich noch Ilviny und brachte sie dann wieder auf die Weide. Stelli half mir auch noch bei einem Teil der Zucht- und Sportpferde, so dass dann bereits Seference Surprime, Atraxe, Pete's Peppermill, Bubi und Rubicon fertig waren, als Stelli sich wieder verabschiedete. Genug zu tun hatte ich aber trotzdem noch. The Post War Dream und Obscured by Clouds packte ich in die Führanlage und in der Zwischenzeit holte ich Fanja, putzte und longierte sie. Danach waren Dante und Late Night Tales an der Reihe, welche gemeinsam Freispringen durften. Aestas Amor und Silberstern putzte ich nur gründlich und brachte sie dann zurück. Spring Break und Golden Lights wiederum ritt ich heute sogar noch und schon waren die Turnierpferde geschafft. Nun waren die Westernpferde an der Reihe, da ich mich dort aber nicht so gut auskannte, beließ ich es lieber beim Putzen und der Bodenarbeit. Im Schnelldurchlauf kümmerte ich mich dementsprechend um Candy and a Current Bun, On the Turning Away, Interstellar Overdrive, Wearing the Inside Out, Chapter 24, Alans Psychodelic Breakfast, Elasso, The Blister Exists, Shattered Glass und Silky Rose Chex. Der Tag neigte sich dann auch schon dem Ende zu, also machte ich die Abendrationen Heu fertig, holte die Pferde rein und fütterte sie gründlich.
      13 Aug. 2015

      Viele viele bunte…

      „Occu, Blütenzauber bekommt ihr Fohlen!“, rief Lisa mir vom Hauptstall entgegen. Ich hastete dorthin um nach dem Rechten zu sehen. Im selben Moment rief Lily hysterisch vom Nebenstall: „Ich glaube Skydive hat gehustet, Tante Occu! Komm schau ob er krank ist!“ So ging das nun schon seit Wochen; ein Fohlen nach dem anderen kam zur Welt. Naja, eigentlich war ja auch absichtlich geplant gewesen, dass die Fohlen fast alle März kommen sollten. Ich rollte die Augen und drehte um. Ich wusste schliesslich genau, dass mir meine kleine Nichte keine Ruhe lassen würde, bis ich mich um ‚ihr‘ Fohlen kümmerte. Wie erwartet hatte sich Skydive aber nur beim Trinken verschluckt, sonst fehlte ihm absolut nichts. Das Hengstchen war kräftig und verspielt, und manchmal überlegte ich skeptisch, ob er nicht schon fast etwas zu moppelig war. Als Lily mich endlich gehen liess, lag Blütenzaubers Fohlen schon als feuchtes Bündel neben ihr im frischen Stroh. Ich betrachtete die beiden liebevoll und versuchte zu erkennen, welches Geschlecht das Tierchen hatte. „Eine Stute!“ Über einen Namen würde ich mir später Gedanken machen. Das Fohlen war das erste von Spot und dementsprechend neugierig war ich auf seine Qualitäten. Ich sah ein paar Boxen weiter nach Caprice und ihrem wolligen braunen Hengstchen, das Gestern in der Frühe geboren worden war. Die Fuchsstute war entspannt und kümmerte sich liebevoll um ihr Erstgeborenes. Sogar noch besser war es vor zwei Wochen mit Pointless gelaufen. Das gepunktete Monster hatte uns alle überrascht und sich als hervorragende Mutter entpuppt. Ausserdem war ihr Fohlen eine unglaublich hübsche, dominant weisse Stute mit ganz feinen, braunen Fleckchen auf dem ganzen Körper. An der Schnauze und um die Augen hatte sie ebenfalls dunkle Flächen, die aufgrund des dort feineren, weissen Fells noch etwas deutlicher zu sehen waren. Auch sie hatte noch keinen Namen, aber ich spielte mit der Idee ‚A Winter’s Tale‘. Ausserdem hatte ich bereits beschlossen, sie definitiv zu behalten, denn ich war neugierig, wie sie sich entwickeln würde. Ich wusste noch nicht genau, welche Fohlen dieses Jahrgangs wir sonst noch zur Ausbildung hier behalten würden; das wollte ich in den kommenden Tagen zusammen mit Oliver bestimmen. Ausser den drei bereits erwähnten Babys hatten noch ein Welsh von Noir, ein Mini von Alu und ein Criollo Fohlen von Gini das Licht der Welt erblickt. Ja, nun war der Frühling definitiv gekommen. Ich freute mich schon auf die letzten Geburten, die noch bevorstanden. Bei Indiana und Islah konnte es jetzt auch jeden Tag so weit sein. Doch nicht nur solch junge Neuankömmlinge hatten wir in letzter Zeit begrüssen dürfen; auch sonst hatte sich viel verändert. Zum Beispiel stand nun in Box Nummer 14 der wunderschöne Fajir El Assuad, ein knapp sechsjähriger Halbbruder von Kaythara. Ich erhoffte mir, ihn später erfolgreich als Zuchthengst einsetzen zu können, denn seine Abstammung war ausgezeichnet. Der einzige Haken daran war, dass er sozusagen keine Rennleistung hatte. Er war früh aus den Rennen zurückgezogen und stattdessen in Dressur oder Springreiten trainiert worden, sodass ich nicht mit Sicherheit sagen konnte, wie gut seine Nachkommen auf der Bahn sein würden. Vom Körperbau her schien er aber alle Voraussetzungen für einen guten Galopper zu erfüllen. Ausser Fajir waren noch Shattered Glass, eine Paint Horse Stute, und Dante, ein Holsteinerhengst übergangsweise hier. Ich hatte die Beiden von einem Rettungshof übernommen und bereits neue Besitzer gefunden, doch solange der Papierkrieg um die Ausfuhr noch andauerte, blieben sie hier. Auch Álaedis hatte den Weg zurück nach Pineforest Stable gefunden: ich hatte die Stute zurückgekauft, weil sie vernachlässigt worden war. Nun überlegte ich, ob ich sie vielleicht als zukünftige Zuchtstute behalten wollte, doch es hatten sich auch für sie schon wieder Interessenten gemeldet, also würde ich sie wohl weiterziehen lassen. Der letzte Neuling, der heute ankommen sollte, war ein prächtiger Andalusierhengst, den ich im Frühsommer zusammen mit den meisten Fohlen dieses Jahrgangs versteigern wollte. Ich hatte ihn ebenfalls von einem Schutzhof freigekauft und wollte ihn nun aufpäppeln. Er war laut den Tierschützern in Spanien bereits Gekört worden und hörte auf den Namen Negresco. Seine Ankunft war für fünf Uhr geplant, also hatte ich noch etwas Zeit, mich um die Minis zu kümmern.
      Es war drei Uhr, die Sonne schien und die Vögel wollten gar nicht mehr ihren Schnabel halten. Ich schlenderte Barfuss und mit hochgekrempelten Hosen durch das saftige Gras am Wegrand zu den Weiden. Nur im Schatten der Tannen war es noch etwas zu kalt, sodass ich leichte Gänsehaut bekam. Ich hüpfte über den Schotterweg zum Weidetor und betrat das Reich der Stuten. Meine Hornhaut ist auch nicht mehr das, was sie mal war, stellte ich angesichts meiner nun etwas schmerzenden Füsse fest. Aber das wird sich bald wieder ändern. Chip, Daki und Allegra kamen angetrabt, die restlichen glotzten mich nur von weitem an, weil sie genau wussten, dass es nicht Futterzeit war. Ich wich Dakis Hufen geschickt aus, als sie mir fast auf die Füsse trampelte, mit dem Resultat, dass ich fast über Allegra stolperte. Der winzige Fellball versteckte sich erschrocken hinter ihrer Mutter, nachdem sie mir einen warnenden Tritt verpasst hatte. Na zum Glück ist sie noch so klein und schwächlich, dachte ich augenrollend, und rieb mir die Wade wo sie mich getroffen hatte. Ich konnte ihr aber nicht wirklich böse sein, weil es ja meine Schuld gewesen war. „Stupid humans shouldn’t come here barefoot, right?“, rief ich lachend. „That’s probably right“, rief eine Stimme hinter mir zurück. Lewis stand mit der Mistgabel beim Offenstall; ich hatte ihn zuvor gar nicht bemerkt. Er grinste und machte sich wieder an die Arbeit. Ich lief zu den restlichen Stuten, die in der Nähe der Bäume grasten. Alu und ihr kleines Anhängsel wurden von Papillon beschützt, die sehr Herdenorientiert war und sich anscheinend dazu verpflichtet fühlte. Ich machte mir aber ein wenig Sorgen, dass Papillon das Kleine vielleicht stehlen könnte. Daher bat ich Lewis später ‚to keep a close eye‘ was die beiden anging. Bei den Minis musste nur noch Rapunzel abfohlen. Sie war ein richtiges Fass auf zwei Beinen und ich fragte mich, wie lange sie noch brauchen würde. Eigentlich war der errechnete Termin schon vor über einer Woche gewesen. Andererseits hatte die Stute bei ihrem letzten Fohlen auch etwas länger gebraucht, und am Ende war trotzdem alles gut gegangen. Wo wir schon vom Teufelchen sprachen - Kicks-a-Lot und Tigrotto lieferten sich gerade dem Zaun entlang ein Wettrennen, mit anschliessendem Gerangel. Tic-Tac sah ihnen bloss verschlafen zu, denn sie lag zusammen mit Lady und Rose im Schatten. Ein wenig Training würde ihnen wiedermal guttun, beschloss ich bei Kiwis pummeligem Anblick. Ich hatte in letzter Zeit mehr mit den ausgewachsenen Minis trainiert und die Halbstarken etwas vernachlässigt. Dafür war Lady Diva was das Country Pleasure Fahren betraf nun in die höchste Turnierklasse aufgestiegen.
      Bevor ich wieder zum Nebenstall schlenderte, sah ich kurz bei den Hengstchen rein. Die Langweiler dösten alle im Offenstall, anstatt das tolle Wetter draussen zu geniessen. Ich ging nicht näher heran, um Arco, Caress und Caillean nicht zu stören. In einer Ecke des Stalls lag Becks, den ich vor ein paar Tagen gekauft hatte. Er brachte frisches Blut in meine Zucht und war bereits ein erfahrenes Showpferd. Rapunzel hatte sogar schon einmal Bekanntschaft mit ihm gemacht – das Fohlen von den beiden war damals aber an einer Krankheit gestorben. Immer noch barfuss begab ich mich zu Dreams Box, weil ich Lily suchte. Doch sie war ausnahmsweise nicht hier. Erstaunt sah ich mich um und rief nach den Hunden, die jeweils auch ein gutes Indiz für den Aufenthaltsort meiner Nichte waren. Sheela und Zira kamen hinter der Halle hervorgeschossen, Jacky folgte ihnen humpelnd. Sie war letztens ziemlich übel gestolpert und hatte sich die Pfote dabei verstaucht; nichts Ernstes, aber es würde noch ein/zwei Wochen dauern, bis sie wieder ganz normal lief. Ich lobte die drei für ihr rasches Auftauchen und lief dann, von ihnen verfolgt, auf dem Schotterweg zur Ovalbahn. In der Ferne sah ich Ajith und Quinn beim Osteingang zum Hof stehen. „What’s going on?“, fragte ich, sobald ich bei ihnen war. „Muskat broke free from Charly, when he was trying to get him and Cantastor back to the barn. At first he was able to hold back Canto, but then he fell and Canto got away too. They both ran in this direction; Lily and Charly are following them. We’re standing here in case they manage to chase them back.” Ich entgegnete wütend: “What was he thinking by taking them both at once? He must have known It’s springtime and the horses are all very jumpy!” Ajith zuckte mit den Schultern und Quinn schüttelte den Kopf. Ich nahm Quinn mit zum Nordstall, wo wir Calico und Dod sattelten, um die Ausbrecher einfangen zu gehen. Ich konnte nicht gut mit einem Lasso umgehen, weshalb ich darauf hoffte, nahe genug an die beiden heranzukommen, um die Führstricke zu fassen, die noch immer an den Halftern hängen mussten. Quinn und ich ritten an Ajith vorbei raus und trabten schon nach einer kurzen Einwärmzeit an, um die Verfolgung aufzunehmen. Zunächst mussten wir Charly und Lily finden. Nach langem Rufen begegneten wir ihnen weiter oben am Flussufer. „Where are they?“, fragte ich hoffnungsvoll. „We last saw them somewhere over there, but they’re hidden behind the bushes now.“ Charly deutete zu den Büschen weiter oben. Wir teilten uns auf und ritten, beziehungsweise liefen um das Gebiet herum, sodass wir die Pferde von Norden her einfangen konnten. Mit dieser Strategie wollte ich verhindern, dass sie noch weiter weg liefen. Vorsichtig streiften wir an den Büschen vorbei, bis ich Cantastor entdeckte. Der Dunkelbraune sah mich und Dod mit gespitzten Ohren an. Er blieb zum Glück ruhig stehen, sodass ich mich nähern konnte und sein Seil zu fassen bekam. Ich lobte ihn erleichtert und band sein Seil am Sattelhorn fest. Dann trabte ich weiter auf der Suche nach Muskat. Die anderen hatten ihn inzwischen aufgespürt und umkreisten ihn, doch er suchte bereits nach einer Lücke zum entwischen. Als Quinn auf ihn zuritt, drehte er ab und bretterte mit Fahnenschweif in Richtung Pineforest Stable zurück. Canto tänzelte etwas und rief seinem Kumpel lautstark, versuchte aber nicht, sich wieder loszureissen. Ich befahl Charly, sich auf Cantos Rücken zu schwingen und an der Mähne zu halten, während die kleine Lily bei Quinn vorne mit aufstieg. Wir trieben Muskat in die Richtige Richtung, sodass Ajith einen entscheidenden Versuch hatte, ihn zu fassen zu bekommen. Der dunkelhäutige Pfleger warf die Arme hoch und liess Muskat abbremsen, dann schnappte er sich zielsicher den Strick des Hengstes. Wir jubelten ihm zu brachten dann die beiden Vollblüter gemeinsam zurück zum Hauptstall. Quinn meinte lachend zu Ajith: „That was not bad, he had no chance!“ Er winkte ab, grinste aber übers ganze Gesicht. Charly hatte seine Lektion gelernt und versprach, in Zukunft zumindest die Hengste einzeln zu führen. Kurz darauf kam Negresco an und wurde von Jonas in seine vorläufige Box im Nordstall gebracht. Der Braune hatte einen wunderschönen Kopf und ich konnte mich nur schwer davon abhalten, mit dem Gedanken zu spielen, ihn hier zu behalten.
      Am Abend sassen wir alle auf Gartenstühlen und Bänken unter den drei Bäumen zwischen dem Pflegerheim und dem Haupthaus. Nur Elliot, Lisa und Oliver waren noch unterwegs, um ausserhalb von Pineforest Stable Reitstunden zu geben. Es gab Tee und Kekse, was nach dem langen Arbeitstag eine verdiente Wohltat war. Wir überlegten uns Namen für die Fohlen, war gar nicht so leicht war. Sie mussten nicht nur gut klingen, sondern auch zu den Namen der Eltern passen und später von den Sprechern bei Rennen oder Turnieren gut genannt werden können. Für Pointless‘ Fohlen setzte sich ‚A Winter’s Tale‘ durch, denn uns fiel ausser ‚Surely no Spots‘ und ‚Snowbutt‘ nichts mehr ein (Lewis machte einen Schmollmund, als ‚Snowbutt‘ einstimmig abgelehnt wurde). Blütes Fohlen wurde dank Rosie vorläufig ‚Savory Blossom‘ genannt. ‚Gamble Away‘ wurde es für Mikkes Fohlen. Das kleine Welsh-Tier nannte ich ‚Daydream of Money‘, als Anspielung auf Noir’s französischen Namen. Ginis Fohlen hiess fortan ‚Dreams of Revenge‘ und das Mini-Fohlen von Alu ‚Arctic Alinghi‘. Bei der anschliessenden Stallkontrolle entdeckten wir ausserdem, dass bei Indiana die Wehen eingesetzt hatten. Die Geburt verlief Problemlos und ohne unser Eingreifen. So stand eine Stunde später auch Spots zweites Fohlen, ‚Stop Making Sense‘, zum ersten Mal auf wackeligen Beinen. Ich mochte dieses Kerlchen schon jetzt ganz besonders, weil es fast dieselben wilden Sprenkel wie sein Vater trug. Ausserdem hatte es einen Bildschönen Kopf.

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      Springen von E Niveau auf A Niveau

      Heute war ein wirklich verrückter Tag, denn gleich kamen direkt 3 Pferde an. Die Besitzerin Muemmi brachte den Trakehner Hengst Fleming, den Holsteiner Hengst Dante und die Stute Caja. Ich stand bereits auf dem Hof um die Pferde zu empfangen und hoffte, dass alle Pferde lernwillig waren. Bei diesem Gedanke kamen auch schon zwei Wagen mit Anhängern auf die Anlange gefahren. Sobald beide Fahrer ausgestiegen waren ging ich zu ihnen. „Willkommen im Ausbildungscenter der Mountain Ridge Ranch!“ begrüßte ich sie und eine Frau stellte sich als Muemmi vor. „Also, ich zeigen ihnen die Anlage und dann fangen wir auch direkt mit ihren Pferden an!“ Im Schnelldurchlauf zeigte ich die ganze Anlage und zum Glück waren bereits alle Pferde einsatzbereit. Ich entschied mich mit Flaming anzufangen und sobald ich im Sattel saß fing er an nervös zu tippeln. „Das ist normal bei neuen Reitern.“ meinte Muemmi ruhig. Ich ritt den Hengst erst warm und machte viele Volten um ihn zu dehnen, danach find ich mit den neuen Lektionen an und ich war erstaunt wie schnell er lernte ihn der kürze der Zeit lernte Fleming zwei neue Gangarten, denn Mitteltrab und den Mittelgalopp, außerdem Schritt- Galopp Übergänge und auch und auch das Rückwärtsrichten hatte er schnell drauf. „Muemmi das ist ein wunderbares Pferd!“ gab ich zu als ich auf Dante stieg um ihn auf A Niveau im Springen zu bringen. Ich hatte vorher ein paar Sprünge aufgebaut und nun musste man Dante nur zeigen, wann er abspringen musste. Denn beim ersten Sprung zeigte er mir direkt, dass die Höhe kein Problem war. Jedoch merkte ich schnell, dass er stark auf Hilfen reagierte und nachdem ich ich auf das Pferd eingestellt hatte lief es wie ein Länderspiel. Ein Sprung nach dem andern meisterten wir und auch hier dauerte es nicht lange, dass ich ihn aufstufen könnte. „So, die einzige Dame.“ ich lächelte und stieg auf Caja. Sie schien ein ruhig Pferd zu sein, welches sich nicht aus dem Konzept bringe ließ. „Muemmi, ich glaube bei ihr brauchen wir noch weniger Zeit.“ Sie lachte „Gut, möglich ich freu mich schon auf die Turniere.“ Und dann legte ich los und meine Güte, dieses Pferd konnte springen. Ich brauchte keine Hilfen geben, Caja wusste wann sie abspringen musste und nach 3 Durchläufen war auch dieses Pferd fertig. Ich steig ab und ging ins Haus um die Zertifikate auszufüllen, in der Zeit machen Muemmi und er andere Fahrer die Pferde transportbereit. Ich überreichte Muemmi die drei Zertifikate „Herzlichen Glückwunsch und eine gute Heimfahrt!“ wünschte ich ihnen. „Vielen Dank bis bald!“ verabschiedete sich Muemmi und düste vom Hof. (2.612 Zeichen) (c) schattentänzer

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      Trainingsbericht Military E-A

      "Morgen Muemmi!", sagte ich freundlich, als ich der Stallbesitzerin über den Hof des Gestüts Naundorf entgegenlief. Muemmi begrüßte mich herzlich und führte mich dann sogleich zu den Turnierstallungen. Hier wartete der imposante Holsteinerhengst Dante auf mich. Ihn würde ich nämlich ab heute im Military trainieren - im Tausch dafür würde ich am Ende des Trainings zwei wundervolle American Miniature Horses mit mir nach Hause nehmen.
      Der wunderschöne Schimmelhengst streckte seinen Kopf über die Boxentür und schnoberte an Muemmi`s Jackentaschen, wer konnte schon wissen, ob sie da nicht etwas leckeres für ihn drin hatte? "Also, Dante ist eigentlich ein ganz Lieber, allerdings ist er sehr sensibel, gerade was die Hilfengebung beim Reiten angeht. Wenn er da unsicher wird, macht er schnell zu oder bekommt Panik. Ansonsten ist er aber wirklich toll! Ich zeige dir jetzt noch sein Putzzeug und seine Ausrüstung, dann müsste ich dich leider schon wieder alleine lassen, ich hab noch wahnsinnig viel zu tun!", erklärte mir Muemmi und ich folgte ihr nickend in die Sattekammer. Dann wünschte ich ihr noch ein frohes Schaffen und kehrte mit dem Putzkoffer zu meinem Trainingspferdchen zurück.
      Dante war ein recht zutrauliches Pferd und ich bewunderte sein geradezu pefektes Exterieur, als ich ihn auf der Stallgasse angebunden hatte. Er war ein Enkel meiner Holsteinerstute Wild Lady Roxanne und ich war gespannt zu sehen, ob er etwas von ihrem Temperament geerbt hatte. Dante genoss die Putzprozdur sichtlich und blieb auch beim Bandagieren der Beine und dem Aufsatteln ruhig stehen. Wie üblich würde ich heute mit dem Dressurtraining beginnen, als zweites war das Parcoursspringen an der Reihe und zum Schluss ging es ins Gelände. So konnte ich mich bis zu diesem letzten, schwierigsten Teil schon gut auf das jeweilige Pferd einstellen und kannte seine Eigenarten und Stärken.
      Als ich Dante fertig gemacht hatte, führte ich den Schimmelhengst über den Hof zur Reithalle. Diese wählte ich für das erste Training eigentlich immer, da es dort weniger Ablenkungen gab, als auf dem Platz. Dante folgte mir brav bis zur Mittellinie und blieb auch ruhig stehen, während ich nachgurtete, die Steigbügel einstellte und mich dann in den Sattel schwang. Ich rief mir noch ein Mal Muemmi`s Worte in den Kopf und drückte sachte die Beine in Dante`s Seiten. Der elfjährige Hengst ging artig los und wir umrundeten im Schritt die Bahn. Ich ritt am langen Zügel Zirkel und einfache Schlangenlinien, sowie Handwechsel. Erst danach suchte ich den Kontakt zu Dante`s Maul und trabte ihn mit einem leichten Schenkeldruck und einem Zungenschnalzen an. Dante`s Trab war aufgrund seiner Größe extrem schwungvoll, doch ich hatte das Glück, selbst solche Rießentiere mein Eigen nennen zu dürfen, deshalb fand ich mich schnell in den Rhythmus ein. Dante war wirklich wundervoll zu reiten, es war auch sehr angenehm, die Hilfen nur so sparsam und feinfühlig einzusetzen. Bei vielen Pferden kam man mit solcher Hilfengebung aufgrund falscher Ausbildung oft überhaupt nicht weiter. Indem ich das äußere Bein eine Handbreit hinter den Gurt legte und Dante leicht nach innen stellte, galoppierte ich den Holsteiner an. Der großramige Schimmel hatte wirklich tolle Gänge und ich fühlte mich ein bisschen wie auf einem überdimensionalen Schaukelpferd. Bei jedem Galoppsprung spürte man die Kraft, die in dem Hengst schlummerte und ich freute mich schon jetzt auf das bald anstehende Springtraining.
      Nachdem ich die Aufwärmphase beendet hatte, ging ich im Kopf kurz die Lektionen durch, die wir heute erarbeiten musste - immerhin wollte ich Dante ja nicht nur reiten, sondern mit ihm heute schon die Aufgaben für eine A-Dressur trainieren. Namentlich waren dies das Rückwärtsrichten, die Schritt-Galopp-Übergänge, die Vorhandwendung und Viereck verkleinern und vergrößern. Ich beschloss heute mit dem Rückwärtsrichten zu beginnen. Dazu ließ ich mich aus dem Sattel gleiten und stellte mich vor den Hengst. Es war ganz einfach leichter, ein neues Kommando erst am Boden zu trainieren und genauso würde ich das jetzt auch machen. Ich nahm Dante die Zügel über den Kopf und wackelte mit erhobener Hand an den Enden. Aufgrund seiner Sensibilität wich Dante gleich darauf einen Schritt zurück. Sofort stellte ich die Wackelei ein und lobte den Hengst. Das Ganze wiederholten wir noch einige Male, dann sagte ich jedes Mal "Back!", dazu. Das englische Kommando nutzte ich, da "Scheeeeritt" und "Zuuurück" einfach zu ähnlich klangen. Immerhin wollte ich es meinen Trainingspferden so leicht wie nur irgendmöglich machen. Dies machte ich solange, bis Dante auf ein Heben der Hand und das Stimmkommando hin zurück wich. Er verstand schnell und so fand ich mich schon kurz darauf im Sattel wieder. Nun galt es natürlich, die Lektion auch vom Rücken des Hengstes aus zu fabrizieren. Dazu stellte ich mich leicht in die Steigbügel, ließ die Zügel anstehen und sagte wieder :"Back". Sobald Dante sein Gewicht nach hinten verlagerte, lobte ich den Hengst. Schon kurze Zeit später ging der große Schimmel zuverlässig eine Pferdelänge zurück, wenn ich es von ihm verlangte. "Sehr gut, dann machen wir jetzt gleich mit den Übergängen weiter, mein Hübscher!", sagte ich fröhlich zu dem Hengst.
      Mit einer kaum sichtbaren Hilfe ließ ich Dante erst antraben, dann in den Galopp fallen. Nachdem wir die Bahn einmal umrundet hatten, parierte ich ihn durch. Anfangs fiel der Übergang noch recht holprig aus, sodass ich Dante beim nächsten Mal noch früher mit halben Paraden auf das Kommende vorbereitete. Der Übergang vom Schritt in den Galopp klappte da schon deutlich schneller und ich lobte den Holsteiner zufrieden.
      Nun war das Viereck verkleinern und vergrößern an der Reihe. Zunächst ließ ich Dante von der Mittellinie aus Schenkelweichen, um den Ausbildungsstand des Hengstes abzuprüfen. Wie erwartet beherrschte er die E-Lektion wunderbar, sodass ich mit unserer eigentlichen Aufgabe fortfahren konnte. Ich ritt den Hengst im Schritt um die Bahn, stellte ihn bereits in der zweiten Ecke der kurzen Seite nach außen, trieb mit dem äußeren Schenkel vorwärts-seitwärts und fing mit dem inneren Bein die Bewegung ab. So ließ ich Dante bis kurz vor B seitwärts weichen, dann stellte ich den Hengst geradeaus und ließ ihn zwei Pferdelängen vorwärts gehen, bevor es im Seitengang zurück zum Hufschlag ging. Die Lektion wiederholten wir selbstverständlich noch einige Male- auch auf der anderen Hand, bevor wir auch schon mit der letzten Aufgabe für heute beginnen konnten.
      "Du machst das wirklich ganz, ganz toll mein Hübscher. Jetzt haben wir es für heute schon fast geschafft!", lobte ich den Holsteiner, während ich ihn im Schritt auf den zweiten Hufschlag lenkte und bei E zum Halten durchparierte. Wieder stellte ich ihn leicht nach außen und trieb mit dem äußeren Schenkel seitwärts. Allerdings begrenzte ich die Bewegung diesmal mit dem inneren Zügel und Schenkel, sodass Dante Tritt für Tritt umd seine Vorhand herumging. Ich beendete die Lektion mit einer ganzen Parade und ritt Dante anschließend am langen Zügel trocken. Natürlich mussten die Übungen noch wiederholt und gefestigt werden, doch für heute hatten wir unser Programm erledigt. Ich lobte Dante zufrieden und versorgte den Hengst dann umsichtig. Anschließend sprach ich noch mit Muemmi ab, dass sie sich um die Festigung der Dressurlektionen kümmerte. In einer Woche würde ich dann wieder kommen, um mit dem Parcoursspringen fortzufahren.


      ~*~

      Genau eine Woche später fuhr ich wieder auf den Parkplatz vom Gestüt Naundorf. Ich begrüßte Muemmi und ging dann sofort zu Dante. Am Telefon hatte Muemmi mir bereits berichtet, dass Dante sich hervorragend machte und die A-Dressur sehr gut beherrschte. Das freute mich natürlich über alle Maßen, immerhin bedeutete es, dass mein Training Früchte trug. Nachdem ich den großen Schimmel mit einem Stückchen Karotte begrüßt hatte, ging ich zum Springplatz und baute und dort einen netten kleinen A-Parcours auf. Dante ging zwar im Springen bereits auf L-Niveau, doch für den geplanten Aufstieg im Military reichte natürlich ein A-Springen aus. Als ich zufrieden war, ging ich zurück zum Stall und machte den Schimmelhengst fertig. Diesmal tauschte ich die Bandagen gegen Gamaschen und Streichkappen und legte dem Hengst außerdem ein Martingal an, bevor ich ihn zum Reitplatz führte. Dort stellte ich Dante auf und schwang mich in den Sattel. Wie auch beim letzten Mal wartete der Hengst brav mein erstes Kommando ab. Ich ließ ihn im Schritt antreten und wärmte ihn um die Hindernisse herum in aller Ruhe auf, indem ich viele Übergänge, Tempowechsel, Volten, Zirkel und Schlangenlinien ritt. Dante war heute ein wenig flotter unterwegs und schielte andauernd zu den Hindernissen herüber. Trotzdem ließ ich mir alle Zeit, bis ich schließlich merkte, dass Dante`s Gänge wieder ruhiger und raumgreifender wurden. Wir überwanden noch einige Trabstangen, dann ging es ans Springen. Um mich auf den Stil des Hengstes einzustellen, ließ ich ihn erst aus dem Trab heraus über ein niedriges Kreuz springen. Dante hatte eine tolle Springmanier und ich freute mich auf das noch vor uns liegende Training. Mit gutem Schwung ritt ich auf das erste Hindernis - einen Steilsprung zu und wir flogen mit viel Abstand darüber. Auch der nachfolgende Oxer und die Mauer stellten kein Problem für den eifrigen Schimmel dar. Vor der zweifachen Kombination drosselte ich Dante`s Tempo und versammelte den Holsteiner. Wir hoben ab, setzten über den ersten Sprung und gleich darauf auch über den zweiten. Im Anschluss daran ließ ich den Hengst noch über einige einzelne Hindernisse springen, dann parierte ich ihn zum Schritt durch und ließ die Zügel lang. Da wir in kürze mit dem Training auf der Geländestrecke weiter machen wollten, beschloss ich mit Dante zum abkühlen einen kurzen Ritt um das Gestüt zu unternehmen. So konnte ich gleich sehen, wie der Holsteiner sich außerhalb der sicheren Reitplatzumzäunung benahm. Ich saß so entspannt wie möglich im Sattel, um Dante ein sicheres Gefühl zu vermitteln, als wir das Gestüt Naundorf über einen Feldweg verließen. Die Ohren des Hengstes schnellten sofort nach vorn, er nahm den Kopf höher und seine Schritte wurden zögerlicher. "Ich weiß schon mein Großer, du kennst mich noch nicht lange und sollst jetzt mit mir in dieses böse, von Pferdefressern besiedelte Gebiet. Aber wir schaffen das, du wirst sehen. Nur eine ganz kleine Runde, dann darfst du zurück auf deine Koppel!", sagte ich beruhigend zu dem Schimmel. Nachdem wir die Hälfte des Weges zurückgelegt hatten, beruhigte Dante sich allmählich. Ich streichelte ihm über den schlanken Hals und beendete die Runde mit einem guten Gefühl. Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen würden...

      ~*~

      Knappe zwei Wochen später stand mein letzter Trainingstag mit Dante an. Ich hatte in den letzten Tagen die Dressurlektionen noch weiter verfeinert, sodass er nun eine solide A-Dressur lief. Außerdem hatten wir viel Boden- und Stangenarbeit sowie etliche Spaziergänge gemacht, damit Dante bestmöglich auf die Geländestrecke vorbereitet war. Selbstverständlich hatte der schöne Schimmel zwischendurch auch freie Tage auf der Weide genießen dürfen, immerhin war der Auftstieg im Military harte Arbeit und demnach auch mit einigen Anstregungen verbunden.
      Wie üblich steckte ich dem Hengst zur Begrüßung eine Möhre zu und halfterte ihn auf, während er diese genüsslich zermalmte. Ich hatten Dante mittlerweile richtig ins Herz geschlossen und war ein wenig traurig, dass dies heute schon unser letzter gemeinsamer Tag war. Allerdings würde dies auch der aufregendste Trainingstag werden - ich liebte zwar die tänzerischen Bewegungen bei der Dressur und auch den Nervenkitzel, wenn ich einen Parcours möglichst schnell und fehlerfrei absolvieren sollte, doch nichts ging über das befreiende Gefühl auf der Geländestrecke. Natürlich hoffte ich, dass es meinem Trainingspferd genauso ging, denn dann würde der Trainingsabschluss ein voller Erfolg werden. Ich ließ mir heute noch mehr Zeit als sonst, während ich Dante fertig machte und zog mir zum Schluss meine Schutzweste über die leichte Windjacke. Von dieser pflückte ich allerdings zuvor stöhnend noch ein paar Büschel beiger und weißer Haare. Pferde mochten zum Sommeranfang ja einiges an Fell verlieren, aber das war nichts gegen die Menge, die meine beiden Langhaar-Katzen abwarfen. Eigentlich müssten inzwischen beide nackt sein, soviele Haare hatte ich in meiner Wohnung, an meinen Kleidern, einfach überall. Als ich die Weste einigermaßen entfusselt hatte, führte ich Dante wieder auf den Reitplatz, auf dem noch ein paar niedrige Hindernisse aufgebaut waren. Diese würde ich zum Einspringen nutzen, damit der Hengst nicht mit den festen Sprüngen beginnen musste. Doch zu allerest wärmte ich Dante im Schritt und Trab auf, ließ ihn über ein paar Trabstangen gehen und galoppierte ihn dann auf beiden Händen kurz ab. Danach überwand der Holsteiner die Hindernisse, als wären es Zahnstocher, weshalb ich kurz darauf mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf dem Weg zur Geländestrecke war. Selbigen legten wir im flotten Trab zurück, damit der Hengst nicht auskühlte. Als der Anfang der Geländestrecke in Sicht kam, ließ ich Dante im ruhigen Tempo angaloppieren und nahm Kurs auf das erste Hindernis. Der Hengst lief mit gespitzten Ohren frisch vorwärts. Dank unseren vielen Spaziergängen schien er mir nun auch im Gelände genügend Vertrauen entgegen zu bringen. Darauf konnte man bei einem solch sensiblen Pferd natürlich noch stolzer sein, als im Normalfall. Wir nahmen diverse Hecken, Bürsten und Holzstapel und das alles ohne Probleme. Dante war hier draußen scheinbar genau wie ich völlig in seinem Element. Als wir die erste schwierigere Kombination der Strecke erreichten, nahm ich das Tempo des Hengstes zurück. Wir mussten einen Baumstamm überwinden, bevor es nach einem weiteren Galoppsprung einen Abhang zu einer Senke hinunterging. In dieser lag ein weiterer Baumstamm, dann stand uns ein weiterer Hang bevor, den wir diesmal logischerweise hinaufreiten mussten. Dante sprang brav ab, ließ sich auch den Abhang hinunter gut kontrollieren, flog über den zweiten Stamm und preschte mit mir aus der Senke heraus. Leicht außer Atem lobte ich den großen Schimmel. Das machte wirklich fast noch mehr Spaß, als ich mir erhofft hatte. Wie immer bei solchen Hinderniskomplexen, sprangen wir das Ganze nun auch von der anderen Seite - einfach um Dante an verschiedene Situationen zu gewöhnen. Doch auch hier blieb der Hengst schön kontrolliert und an meine Hilfen gestellt, sodass wir unseren Weg gleich darauf fortsetzen konnten. Nun folgte erst einmal eine längere ebene Galoppstrecke, auf der wir Gas geben konnten. Der gelehrige Holsteiner lief frisch vorwärts und erhöhte bereitwillig das Tempo, als ich ihm mehr Zügel gab. Die Ausdauer für Klasse A besaß er defintiv. Direkt nach der Galoppstrecke fanden wir uns vor dem Wasser wieder. Auch das hatte ich mit Dante bereits während unserer Spaziergänge geübt, anders als beim Parcoursspringen musste er hier schließlich nicht über das Wasser springen, sondern hindurch gehen. Damit hatten erfahrungsgemäß viele Pferde Probleme und auch Dante war der Spaß anfangs nicht recht geheuer gewesen. Nach vielen Möhrchen und Schmeicheleien hatte der Hengst sich aber schließlich doch in das kühle Nass gewagt und konnte feststellen, dass ihm so ein kleiner Tümpel nichts anhaben konnte. Dementsprechend galoppierte der Schimmel nun auch ohne Zögern durch das Wasser und nahm gekonnt den Aussprung über eine Hecke. Der Rest der Strecke war nun wirklich ein Kinderspiel und ich ritt Dante höchst zufrieden am langen Zügel zurück zum Gestüt. Dort bekam der Hengst eine wohlverdiente Dusche, bevor ich mich von ihm verabschiedete und Muemmi aufsuchte, um ihr von dem gelungen Stufenaufstieg ihres Hengstes zu berichten!



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      Dante| Prävention B
      Der erste Auftrag nach langer Zeit. Ich reiste heute zu Muemmi auf das Gestüt Naundorf. Ich hatte sie lange nicht mehr gesehen und war froh mal meine finanziellen Sorgen hinter mich zu lassen und nur meinen Beruf auszuüben. Ich hatte eine lange Reise bist zu Muemmi und fand nach der abendlichen, freundlichen und ruhigen Ankunft, genug Zeit um mich aus zu ruhen.
      Am nächsten Morgen erwachte ich ein wenig erschrocken, denn ich war seit langem nicht mehr auf Reisen gewesen und hatte gedacht ich sei auf Chattahoochee Hills. Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, klopfte es schon an meiner Tür. "Guten Morgen Coopi" sagte eine freundliche Stimme. Muemmi kam herein und wir plauderten ein Weilchen. Auch das Frühstück bestand eher aus Worten anstatt Lebensmittel, aber ich war froh mal auf andere Gedanken zu kommen und Muemmi gab mir mit ihren aufmunternden Worten viel Kraft. "Dann packen wirs mal an, würde ich sagen". Ich schnappte mir meinen Koffer und folgte Muemmi in den Stall wo der Holsteiner Hengst schon auf uns wartete. Der Apfelschimmel sah robust aus und war ein riese, so kam das mir zumindest vor. "Mensch, ich hatte lange nicht mehr mit solch einem Riesen zu tun" lachte ich und begutachtete nach dem intensiven kennen lernen, Dantes Kopf mit Blick in die Ohren, Nüstern, Augen, Hufen, Maulbereich. "Alles supi". Der Riese fand dieses Spektakel aber relativ schnell doof und führte sich dementsprechend auf. Er wurde bei der Probenentnahme sehr unruhig und verfiel sogar in Panik. Muemmi wusste aber sofort wie sie Ihn beruhigen konnte und hatte Ihn auch somit auch wieder unter Kontrolle. Direkt darauf kontrollierte ich seine Vitalzeichen, die alle einen gesunden Normwert entsprachen. Ich tastete mich an seinem weiß/grauen Körper hinunter um nach Wunden oder ähnlichem zu sehen. Aber auch da war der Hengst mit verschont geblieben, was und jetzt noch fehlte war eine Blutprobe. Während Muemmi Dante vorbereitete, bereitete ich den Katheter und die Behälter vor. "Ich konnte meine Zentrifuge leider dieses mal nicht mit nehmen, wir müssen diese Proben in das Labor schicken, die Ergebnisse teil ich euch dann per E-Mail mit, dauert 2-4 Tage". Die Blutabnahme verlief einfacher wie gedacht und wir lobte den Apfelschimmel ausgiebig. "Gut dann bin ich soweit durch. Dante darf hundert prozentig an der Körung teilnehmen. Die Blutwerte sind zwar noch nicht ausgearbeitet aber wenn was wäre, würde ich das jetzt schon bemerkt haben." lächelte ich. Zum Ende hin schrieb ich noch den Bericht und die Bestätigung für die gesundheitliche Begutachtung. Ich verabschiedete mich von Dante und machte meine Sachen fertig zur Abreise. "Ich danke dir". "Kein Problem, ich komme immer wieder gerne" sagte ich und verabschiedete mich auch von Muemmi mit einer herzhaften Umarmung.
      Blutergebnisse
      Es wurden eine negativen Auffälligkeiten gefunden.!


      Hufschmiedbericht Dante

      Kurz vor Arbeitsende bekamen wir noch einen Auftrag rein, Muemmi brauchte dringend eine Kontrolle und einen neuen Beschlag für ihren Holsteiner Hengst Dante. Wir hatten genauso schnell zugesagt und ich hörte Smetti dann im Auto nur noch rumjammern, dass er doch müde wäre und ich genauso gut alleine hätte fahren können.
      Ich warf ihm einen genervten Blick zu. Wie konnte ein junger Mann nur so viel rumjammern. Ja gut, einerseits könnte man meinen er sei mit seinem Style ein Trendsetter und Model, aber andererseits machte er gerade die Ausbildung zum Hufschmied und musste demnach etwas robuster sein. „Warum hast du dich dazu bereit erklärt? Ich mein, wir haben auch noch andere Aufträge die eigentlich vorrangig wären…“ „Maul nicht so rum, Auftrag ist Auftrag und wenn es dringend ist, dann wird es halt zuerst bearbeitet“, erklärte ich ihm und warf ihm ein Lächeln zu. Der weitere Weg zu Muemmi war zwar anstrengend, aber Smetti hielt seinen Mund und ich konnte angenehm fahren.
      Gestüt Nauendorf war auf einem anderen Kontinent und die Reise hatten wir gut überstanden und wir durften uns eine Nacht bei ihr ausruhen. Auch Cooper war hier, sodass wir die Heimreise wohl Gemeinsam antreten würden.
      Morgens wurde am Tisch mehr geredet als gegessen, nur Smetti verhielt sich stiller als sonst. Vielleicht war es die ungewohnte Umgebung oder er hatte einfach nur keine Lust auf den Auftrag. Ich hingegen schon. Kurz darauf ging es in den Stall zu Dante. Er war ein riesiger Apfelschimmel mit einem sehr süßen Babyface. Ich nahm zunächst die alten Hufeisen ab, kontrollierte dann seine Hufe und kürzte sie dann nur ein wenig, da sie nicht wirklich zu lang waren. Das Raspeln und Feilen übernahm dann mein Azubi und ich erhitzte dann 4 normale Hufeisen, die ich kurz darauf anpasste und diese ihm annagelte. Dante verhielt sich bei der Prozedur sehr respektvoll und vorsichtig, arbeitete aber super mit. „So, dann sind wir wohl fertig“, lächelte ich und schon gingen wir noch einmal ins Haus und verabschiedeten uns.
      (c) Sosox3

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 06. September 2016 | 5129 Zeichen
      Seit dem letzten Bericht sind folgende Pferde auf der Gnadenweide bzw. haben das Gestüt Naundorf verlassen:

      Narnia, Darkwood´s Storm Dancing Feather, Small Joker likes Dun,
      Firewalker, Oline, Inka Dakaprio, Awolnation, Efeumond,
      Reebook, Coda, Admiral´s Valentin, Armani, Miami´s Blue Boy,
      Apfelblüte, Tringle, La Luna

      ---------------------------------------------------------

      Neubau für die Turnierpferde des Gestütes
      Fleming, Amber, Caja, Dante, Aquentino, Reykja, Checkpoint, Mon Amie, Thor, Taciturn

      Hauptstall der Zucht
      Aeastas Amor, Zingara, Ehrengold, Ravallo, Seana, Red Diamond II, Weyganda, Lacura, Polarfuchs, Rasputin, Trink auf´s Leben, Little Sweetness, Butch, Tainted Love Toffifee

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Occani, Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Leona, Primadonna, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, La Luna, Sweet Poison
      Neu hinzugekommen

      Die große Trauerweide in der Mitte des Hofplatzes färbte sich ganz langsam in ein herbstliches Braun und auch die anderen Bäume verloren schon langsam ihr sommersattes Grün. Auf dem Gestüt hatte sich über die letzten Monate viel getan, viele Pferde haben uns verlassen und einige sind auf die Gnadenweide für ihren Lebensabend gewechselt. Auch einige Fohlen hatten ihren Weg dorthin gefunden, denn ich würde bald mit meinen Turnierpferden abreisen und nach England ziehen. Das Naundorfer Gestüt mit den Welshponys würde mit den Gnadenweidenpferden weiterhin in Naundorf bestehen bleiben und unter Isabellas Leitung, einer jungen Züchterin, die ich über die letzten Marktverkäufe kennen gelernt und dann für mich eingestellt hatte, laufen. Ich wollte mich jetzt vorranging darum bemühen, mir meinen Lebenstraum zu erfüllen und hatte mit den erwirtschafteten Gewinnen ein kleineres Landhaus südwestlich von London gepachtet. Das alte Landhaus erinnerte mich an Jane Austens Longbourn und sollte mit einem schönen Garten und einigen Stallungen für Gäste und Urlauber eingerichtet werden. Der richtige Name fehlte mir noch für das Anwesen, aber es sollte der Ausgangspunkt für eine internationale Karriere werden. Vorrangig hatte ich dafür Dante, Fleming, Aquentino und Reykja im Visier, aber vor allem sollte Amber jetzt richtig durchstarten. Die mittlerweile 7-jährige Cremellostute war mein ganzer Stolz und ich hoffte, mit ihr in England den richten Start zu finden. Doch bis es soweit war, würde es noch eine Weile dauern, die Geschäfte liefen gut, aber es gab noch den ein oder anderen Papierkram und noch ein paar Verkäufe, die getätigt werden mussten. Auch die Ausbildung der Pferde durfte nicht vernachlässigt werden. All das schwirrte mir durch den Kopf, als ich nach dem kurzen Frühstück mit Idefix, der mittlerweile schon etwas in die Jahre gekommen war, in den Welshstall hinüber ging und fütterte. Occani war als Fohlen kurz auf meinem Hof gewesen, jetzt kam sie von der Käuferin zurück und stand schon einige Wochen bei den Welshpferden. Sie sollte mit ihrer guten Abstammung die Runde komplett machen. Mit ihr auf der Weide standen Seidenfell, Nikita, Teutonia, Zimtmond, Leona, Primadonna, Lara und Luna, bis letztere an ihre neue Besitzerin ging. Bei den Hengsten waren nur noch Miro, Bow, Poison und Landwein übrig. Alle Ponys waren in einem sehr guten Zustand und erfreuten sich bester Gesundheit. Die ungekörten Mädels bespaßten derzeit die letzten Ferienkinder mit ihren Familien und die Hengste deckten auf anderen Höfen private Stuten. So spielten die Welshis einen guten Teil des Hofgeldes ein, auch wenn die Zucht noch weiter brach lag. Als ich fertig war, lief ich hinüber zu meinen alten Zuchtpferden, die ebenfalls auf dem Gestüt bleiben sollten. Sie hatten sich hier ihren Stammkundenbaum aufgebaut und waren sehr beliebt, derzeit trug Seana ein Fohlen für Eddi. Ihre Bekanntheit wollte ich aber nicht mit ihnen selbst, sondern über meine Turnierpferde international machen, weswegen ich sie auch wegen der Kapazität in Deutschland ließ. Auch hier waren drei bekannte alte Hasen zurück gekommen. Aestas Amor und Ehrengold, zwei Rennpferde, die viel geleistet hatten und bei der alten Besitzerin leider nicht mehr die Liebe und Zuwendung erhielten, die sie verdienten. Finanziell sah es auf dem Hof wohl nicht mehr so gut aus, weswegen die beiden rechtzeitig zu mir kamen und nun wieder in vollem Glanze da standen. Ehrengold war ebenfalls ein beliebter Deckhengst geworden und sorgte nicht nur auf meinem Gestüt für süße, langbeinige Babys. Neben den beiden hatte auch die wunderschöne Friesenstute Zingara ihren Weg zurück zu mir gefunden, die ich vor Jahren sehr lange besessen hatte. Auch sie musste aufgepeppelt werden und hatte leider einige Verhaltensschäden mitgenommen. Sie traute außer mir noch keinem anderen wirklich, machte sich aber von Tag zu Tag besser. Da sie wohl nicht mehr geritten werden konnte, zog ich aus ihr recht schnell ein Fohlen, Thor von Thorontos, der mit auf die Reise nach England gehen sollte. Und dann waren da die üblichen Verdächtigen: Ravi, Seana, Säufer, Toffifee, der dicke Butch, Sweety, Polarfuchs, Rasputin, Lacura, Weyganda und Red Diamond. Alle waren ausnahmslos gesund und mampften ihren Hafer und ihr Müsli, während ich die Stallungen mistete und die Gasse kehrte. Als auch hier die Arbeit getan war, ging es für mich hinüber zu den Pferden, deren Papiere ich für die Abreise im nächsten Frühjahr herrichtete. Amber und Fleming sollten mir noch im Herbst folgen, insgesamt sollten mitgehen neben den bereits genannten auch noch die süße Taciturn, die ich so ins Herz geschlossen hatte, dass ich sie unbedingt auf dem englischen Hof haben wollte, sowie Checkpoint, Mon Amie und Caja. Checkpoint hatte die Tage etwas Probleme mit dem Heustaub und durfte deswegen den ganzen Tag auf die Koppel, die ich ihm extra anders abgesteckt hatte, ansonsten war auch hier soweit alles in bester Ordnung. Nach meiner Hofrunde musste ich allerdings wieder zurück ins Büro. Erst Abends, wenn alles erledigt war, wollte ich noch mit Amber Springen und Reki Dressur üben.

      https://www.joelle.de/threads/zuchtverband-green-briar-ridge.58974/#post-1717869

      Dante - 7.2
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    • Muemmi
      Pflegebericht Januar 2017

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 22. Januar 2017 | 12971 Zeichen

      Neubau für die Turnierpferde des Gestütes
      Lillifee, Bifröst, Skadi, Medivh, Reykja, Aquentino, Possy Pleasure Mainstream, Webster, Davina, Oak´s Lake Mountain, Mon Amie, Amber, Caja, Checkpoint, Meilenstein, Thor, Taciturn, Heros

      Hauptstall der Zucht
      Starlight Express II, Zarin, Elanor, Augen auf! Ich komme, Fleming, Dante, Aestas Amor, Zingara, Ehrengold, Ravallo, Seana, Red Diamond II, Weyganda, Lacura, Polarfuchs, Rasputin, Trink auf´s Leben, Little Sweetness, Butch, Tainted Love Toffifee

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Occani, Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, Sweet Poison
      (Pferde sind seit Herbst 2016 offiziell im Besitz von kira)

      Dave´s Bewerbung

      Der Himmel war dunkel und das Schneegestöber zuckerte die ganze Landschaft innerhalb von Minuten noch weiter ein, als eh schon. Wir hatten heute morgen erst geräumt, aber es lag jetzt schon am frühen Nachmittag 5cm frischer Schnee und das, obwohl die Naundorfgegend nicht wirklich für solches Wetter bekannt ist. Idefix war die letzten Wochen nicht mehr aus dem Haupthaus gekommen, der Kleine war mittlerweile alt geworden und folgte mir mit seinen 12 Jahren nicht mehr wirklich überall hin. Ich war ziemlich traurig, als mir die Tierärztin beim letzten Besuch riet, ihn zu schonen und nicht mehr unbeaufsichtigt über den Hof rennen zu lassen, da er mittlerweile immer schlechter sah und hörte. Und zusätzlich kamen jetzt die kalten Temperaturen, die seine Gesundheit stark forderten. So beschränkten sich unsere gemeinsamen Stunden immer mehr auf den Abend, in denen er sich zu mir ins Bett kuschelte und neben mir schlafen durfte. Ich wischte mir bei den Gedanken die feuchten Augen, räumte den Rest des Schnees auf die Seite und klopfte mir die Stiefel ab, bevor ich in die Stallungen ging. Es hatte sich in den letzten Wochen einiges getan, ich hatte ganz spontan die Leitung der Fahrturniere übernommen, obwohl ich davon am allerwenigsten Ahnung hatte. Das Sportzentrum richtete sie seit sieben Wochen unter der Leitung eines Freundes von Tom, meinem Bereiter in der hohen Dressur, aus. Aber der hatte mir nach der Auswertung bekannt gegeben, dass er das schon ab nächster Woche nicht mehr machen würde. Noch ein Punkt, der mich in die Mangel nahm. Sofort schrieb ich die Stelle offiziell aus, denn auch Mia, Susan und Leo waren in anderen Disziplinen ausgebildet. „Naja, dann können wir auch offiziell Fahren ausbilden!“ „Falls jemand die Vollzeitstelle so schnell antritt!“ meinte ich zu Leo, der ganz begeistert vom Fahren war. Wir hatten auch darüber gesprochen, ihn neben der Military auch dort ausbilden zu lassen. Ich war wirklich stolz auf meine beiden Azubis, die sich hier schon wie zu Hause fühlten und wirklich verlässlich waren. Ich konnte allen alles anvertrauen und war wirklich glücklich, dass sich Naundorf so entwickelt hatte. Die Pläne, nach England zu gehen, hatten sich immer mehr auf Eis gelegt, obwohl die Welsh-Pferde schon verkauft waren. Kira hatte sie schon vor Wochen auf dem Papier erworben, dennoch standen sie bis zum Frühjahr noch hier auf dem SPZ. Ich ging deswegen so oft ich noch konnte hinüber und streichelte der hübschen Scheckenstute Nikita, der hellen Seidenfell und der munteren Teutonia über die süßen Köpfe. Ich wurde ihnen einfach nicht mehr gerecht und hatte mich entschieden, die Zucht im Ganzen abzugeben. Das umfasste damit auch Haselnuss, Occani, Lara, Miro, Erdbeere, Bow und den talentierten Poison. Lediglich Lillifee, ein Stutfohlen aus der Lara würde bei mir bleiben. Sie stand derzeit mit Taciturn und Bifröst in einer Box. Letzterer war erst vor kurzem unerwartet zurück auf meinen Hof gekommen. Ich fütterte die Stuten, mistete den abgetrennten Offenstall und füllte die Heuraufen. Den Hengsten gab ich ebenfalls mehr Heu zu fressen, damit sie es warm hatten und streute frisch ein. Gerade als ich mit dem Kehren fertig war, klingelte mein Handy. Auf der anderen Seite der Leitung eine tiefe Männerstimme, zwar jung aber erfahren und sehr sympathisch. Ich konnte gar nicht sagen, wie froh ich war, als es um die ausgeschriebene Stelle ging. Er hatte sie von einem Bekannten Tom´s erfahren, der ebenfalls seine ehemaligen Arbeitskollegen über unsere Situation unterrichtet hatte. Er würde noch heute nach Naundorf für ein Gespräch kommen, sofern das so zeitig möglich wäre. Ich sagte sofort zu und machte ein Treffen für den späten Nachmittag aus. Immer noch ziemlich platt steckte ich das Handy wieder ein, lief weiter zu Taciturns Box und gab auch ihr und den beiden Babys zu fressen. Bifröst war langsam etwas aufmüpfig, ich musste ihn also bald trennen oder legen lassen. „Das entscheide ich beim nächsten Mal!“ flüsterte ich und strich ihm über die kurze Mähne. Ich bürstete Taciturns dicke Mähne, flocht sie im Zopf zusammen und kratzte ihr die Hufe aus. Sie hatte ebenfalls wöchentlich Starts bei den Fahrturnieren und bezauberte mich immer wieder aufs Neue, weswegen ich ihr genauso viel Aufmerksamkeit zukommen ließ, wie meinen Sportlern. Sie war auch eine der Einzigen, die mit mir kuschelte und immer wenn ich mich nicht gut fühlte, kam ich zu ihr und den beiden Zwergen. Sie würde immer die gute Seele von Naundorf bleiben. Nach einer halben Stunde strich ich ihr nochmal durch den Schopf, verließ die Box und lief hinüber ins Haupthaus. „Mia! Rate mal, wer uns heute Nachmittag besuchen kommt!“ rief ich meiner Vertreterin und besten Freundin zu. Sie konnte es auch nicht glauben, stieß Tom sofort darauf an, der vom Dressurtraining mit Reykja und Webster kam und war genauso glücklich wie ich. „Na, hoffentlich passt der dann auch hier rein!“ meinte Willi, der ebenfalls ins Haupthaus gekommen war und sich gerade den Schnee abklopfte. Mit Leo und Susan aßen wir dann zusammen zu Mittag, ich knuddelte ein wenig mit Idefix, bevor ich mich als Letzte fertig machte für den Kontrollgang. Susan, meine zweite Azubi jetzt im zweiten Lehrjahr, begleitete mich auf die Koppeln. Alle Hengste waren heute draußen, da es durch den Schneefall nicht so kalt war wie sonst. Fleming und Dante, meine zwei jüngsten Körsieger lieferten sich am Zaun ein Wettrennen, als sie uns kommen sahen und scheuchten den Rest der Gruppe mit Amor, Ehrengold, Red Diamond, Socke, Flemings Vater Ravallo, Rasputin, Weyganda, Checkpoint, Polarfuchs, Säufer, Butch und Zarin auf. Zarin war der Einzige, der nur hochsah, kurz mittrabte und sich dann zurück zum Heu verzog. „Den holen wir nach unserer Kontrolle rein, ich möchte ihn langsam an die Koppel und die Anstrengung gewöhnen. Ich bin mir da noch nicht so sicher.“ Susan nickte und stieg mit mir durch den Zaun. Der Berberfuchs war deutlich schlanker, als ich ihn von meinem Verkauf viele Jahre zuvor in Erinnerung hatte. Er war seit zwei Wochen auf meinem Hof und machte sich gut, aber war wie Starlight Express, der ebenfalls vor vielen Jahren vom Gestüt Ammersee aus verkauft wurde, ein Pflegefall geworden. Verwahrlost und hungernd hatte ich die beiden aufgenommen und aufgepeppelt. Der anfängliche Eindruck war aber schlimmer als befürchtet, auch der seelische Schaden schien sich jetzt schon langsam abzubauen. Der Shettyhengst war für die große Gruppe zu klein, weswegen er einen großen eigenen Paddock besaß und bei Thor, meinem Friesenfohlen stand. Susan und ich liefen die Sportlerweide ab, kontrollierten die Zäune, die Leitungen und die Wassertröge. Brav folgte der Berber Susan, als diese ihn mit Möhren und Äpfeln zu sich brachte und ihm den Führstrick anlegte. „Ich werde mich um die Fohlen kümmern, wenn ich eh schon rüber gehe!“ meinte sie und ich nickte. Gemeint war neben Thor auch die hübsche Meilenstein, die jetzt schon Susans Liebling war. Ich ließ sie diese so oft es ging mitversorgen und sie dankte es mir, indem sie auch ihre anderen Pflichten ernst nahm. Willi fuhr den Misthaufen gerade zusammen, als ich um den Trakt lief und mich zu den Stuten aufmachte. Skadi war im Schnee schwer zu erkennen und löste sich erst kurz vor ihrem Stop bei mir aus ihrem Umfeld. „Nana, was bist du heute schnell unterwegs!“ Ich klopfte ihr den Hals und drückte Zingaras Nase auf die Seite, die wie Yin und Yang immer an Skadi hing. „Meine zwei schönen Friesen...“ murmelte ich, Zingara immer noch suchend nach Leckerchen ihre Nüstern an meinen Taschen. „Jetzt lass das doch mal!“ lachte ich und ging ohne zu Zögern durch das Grüppchen, zu dem sich Mainstream, Seana und Davina gesellt hatten. Mon Amie, Lake, Amber, Caja, Sweety und Augen auf standen paarweise oder vereinzelt über die Weide verteilt und suchten unter der Decke aus Schnee und Eis etwas Gras. Reykja war wohl wie Webster von Tom im Stall gelassen worden, nachdem er mit ihnen trainiert hatte. Da fiel mir Elanor ein, eine weitere Scheckenstute, die Seana sehr ähnlich sah. Ich blickte mich nach ihr um und sah sie dann doch neben Amber stehen. Auf die hatte ich es abgesehen und holte mir Halfter und Strick, nachdem auch auf der Stutenweide alles in Ordnung war. Etwas zögerlich folgte sie mir in den Stall, unentschieden, ob sie lieber bei ihren Freundinnen auf der Weide in der Kälte bleiben wollte oder ob sie mit mir im Warmen arbeiten wollte. Durch das Hufgeklapper rief ich den letzten Vierbeiner auf meinem Hof auf den Plan. Tainted Love Toffifee, mein einziger gekrönter Quarterhengst auf dem SPZ stand in seiner Box und wartete auf seine neue Besitzerin. Auch er würde uns noch heute verlassen, weswegen ich ihn geputzt und hergerichtet in seiner Box gelassen hatte. Er sah neugierig über die Türe und beobachtete mich dabei, wie ich Amber von Schnee und Dreck befreite und sie anschließend sattelte und trenste. Ich wollte mit ihr regelmäßig trainieren und forderte sie immer wieder in der größeren Halle, die wir über die Wintermonate fürs Springtraining eingerichtet hatten. Nach ungefähr einer Stunde ritt ich sie ab und sah auf die Uhr. Das Treffen! Ich war knapp dran, führte Amber zurück in die Stallungen und kam an unserer Hoflichtung vorbei. Zwischen den Ästen der Hecken sah ich ein fremdes Auto parken, ein schwarzer, älterer Geländewagen. Ich hatte noch 10 Minuten, sattelte Amber ab und warf ihr die Abschwitzdecke über. Gerade als ich den Sattel in die Kammer gebracht hatte und zurück kam, stand ein Mann bei ihr, streichelte ihr den Hals und sah sie sich genau an. Ich hielt inne, betrachtete die Szene kurz und trat dann auf die beiden zu. „Kann ich Ihnen helfen?“ Lächelnd trat ich neben ihn, legte den Kopf schief – und erstarrte. Er lächelte ebenfalls, als er mich mit seinen hellen blauen Augen ansah und mir die Hand hinstreckte. „Sie müssen Frau Goeke sein, mein Name ist Lange, wir haben vorhin telefoniert.“ Seine Stimme passte so gar nicht zu ihm, er machte auf mich einen gemischten Eindruck – wahnsinnig jung und wahnsinnig erfahren zugleich und das, obwohl er ungefähr 10 Jahre älter war als ich. Nun wieder bei Sinnen, ergriff ich seine Hand. „Ja, bin ich, aber nenn mich Luisa. Wir duzen uns hier alle auf dem Hof.“ meinte ich. „Dave.“ er lächelte immer noch. „Hübsche Stute. Deine?“ „Ja, ich bilde hier die Springer aus. Tom ist für Dressur zuständig und bildet die Azubis Susan und Leo aus, die im Springen gehen, Leo vertieft in Military. Mia macht derzeit schwerpunktmäßig Distanz, hat aber auch die Zulassung in Dressur, was eher ihr Steckenpferd ist. Leider fehlt uns jetzt jemand fürs Fahren.“ Ich lächle wieder. „Und da komme ich ins Spiel?“ fragt er und lächelt zurück. „Richtig. Wenn du mich Amber noch schnell weg bringen lässt, dann zeige ich dir den Hof und du kannst mir mal ein wenig erzählen, was du bis jetzt so gemacht hast.“ Er nickt und ich führte meine Warmblutstute den Gang hinunter, bevor wir eine kurze Runde über das SPZ drehen und dann ins Haupthaus einkehren. Mia ist ebenso erstaunt und wirft mir eine eindeutige Geste zu, als sie Dave begrüßt und dann zum Stalldienst der Hengste hinüber geht. Wir betreten die Küche, in deren Ecke sich Idefix eingerollt hat. Er knurrt kurz, als er den Mann sieht. „Alles gut Idefix, braver Hund.“ meine ich, kraule ihn kurz hinter den Ohren und biete Dave etwas zu trinken an. „Unser Hofhund. Ist allerdings schon sehr alt, begleitet mich seit er ein Welpe war. Er sieht nur nicht mehr so gut, weswegen er jetzt die Küche hütet.“ Dave nickt nur stumm, nimmt die heiße Tasse Kaffee dankend an und berichtet mir, dass er seit längerem eine feste Stelle als Trainer sucht. „Hauptsächlich bin ich ebenfalls im Military unterwegs, ich würde als einzige Prämisse meine Hengste Medivh und Heros mitbringen wollen. Allerdings war mein Vater viel im Fahrsport tätig, weswegen meine Ausbildung dort fast besser ist.“ „Wegen den Pferden wäre das kein Problem, das SPZ hat genug Platz und auch Möglichkeiten, falls du sie weiter ausbilden möchtest. Es wäre nur recht schnell die Organisation der Fahrturniere zu stemmen.“ Er freute sich sichtlich, anscheinend hatte er bis jetzt Probleme mit diesem Wunsch. Ich sprach mit ihm die Details durch und bot ihm eine Probezeit von zwei Wochen an, die Dave glücklicherweise sofort annahm. Sollte sich die Zusammenarbeit danach als gut herausstellen, würde der Vertrag dauerhaft gültig. Ich gab ihm die Papiere mit, vereinbarte den ersten Arbeitstag für übermorgen und verabschiedete mich von ihm. Als sein Auto den Hof verließ, kam Mia zurück, stupste mich an und lachte. „Luisa, wenn du den nicht nimmst...“ „Hab ich schon, hat die Papiere mitgenommen!“ unterbrach ich sie und zwinkerte. „Endlich mal ein heißer Typ auf dem Hof!“ „Das hab ich gehört!“ Willi warf uns einen gespielt bösen Blick vom Traktor zu, von dem er gerade abstieg und das Hallentor schloß. Mia und ich lachten laut, nahmen Willi in den Arm und gingen zusammen ins Haupthaus zurück.
    • Muemmi
      Teilnahme HK 481 | erfolgreiche Körung

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      Kür

      Es war noch gar nicht so lange her, dass Dante auf das Gestüt Naundorf gezogen war. Normalerweise ließ ich meinen Pferden auch immer allerhand Zeit, aber Dante hatte sich im Training bisher nur von seiner besten Seite gezeigt und wir kamen traumhaft voran und nun gab es tatsächlich die Chance einer passenden Hengstkörung. Nach langem Überlegen hatte ich mich dafür entschieden, diese Chance zu nutzen. Wenn es nicht klappte, konnte man es immerhin als Übung verbuchen, also eine Win-Win-Situation.
      Nun, hier war ich, mit Dante auf dem Abreitplatz und mein Herz pochte lauter als es sollte. Ich hatte ihn nun schon ausgiebig aufgewärmt und wartete nur noch auf das Startzeichen für uns beide. Das schien sich zu ziehen, da unsere Vorgänger ein wenig länger brauchten. Dante störte das aber nicht, er stand entspannt auf dem Platz und ich konnte noch einmal unser Aussehen überprüfen. Das Sattelzeug war gefettet und poliert, Dante war eingeflochten und auch meine Turniersachen konnten sich sehen lassen.
      Und so ritten wir in die Halle ein. Sobald wir das Dressurviereck betraten, verflog meine Aufregung, jetzt war ich vollkommen im Reiten drin. Auch Dante war sehr aufmerksam und spürte, wie konzentriert ich war. Er stand schön an den Hilfen und hatte ein gutes Tempo im Trab. Wir ritten auf die Mittellinie und geradewegs zu X. Dort parierte ich meinen Hengst geschlossen durch und grüßte die Richter. Alles lief nach Plan! Auf meine Hilfe trabte Dante auch wieder an und wir ritten wieder im Trab los und bogen auf die linke Hand ab. Dort ging es die lange Seite entlang, ehe an der kurzen Seite eine circa 10-Meter-Volte folgte. Danach bogen wir auf den unteren Zirkel ab und ich gab Dante die Hilfe zum Galopp. Sofort zeigte er seinen schwungvollen Galopp und sprang wunderbar bergauf, einwandfrei. Zwei Runden drehten wir, ehe ich zum Trab durch parierte und die lange Seite ritt, ehe ich zum Schritt wechselte. Ich ließ Dante auch ein wenig mehr Zügel und gönnte ihm eine kurze Pause. In aller Ruhe wechselten wir durch die ganze Bahn und landeten so nun auf die rechte Seite. Dort ritten wir im Schritt an der lange Seite eine doppelte Schlangenlinie und trabten dann wieder an. Auch auf dieser Seite mussten alle drei Gangarten gezeigt werden. Im Trab ging es eine Runde auf den Zirkel, ehe ich angaloppierte und ganze Bahn ging. Dante machte gut mit, sah aber in einer Ecke urplötzlich Gespenster und machte einen unmerklichen Satz. Es war nicht mehr als ein vergrößerter Galoppsprung, denn mit einer leichten Parade hatte ich ihn sofort wieder an meinen Hilfen und konnte entspannt zum Trab durchparieren. Nun ging es für uns wieder zurück auf die Mittellinie und zu X. Dort hielten wir erneut geschlossen an und ich verabschiedete mich von den Richtern mit einem breiten Lächeln. Am langen Zügel im Schritt verließen wir die Halle und ich lobte Dante ausgiebig. Dafür, dass wir uns noch nicht lange kannten, hatte er seine Sache fantastisch gemacht und wir waren schon ein tolles Team.

      Gwen | 3000 Zeichen

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    • Muemmi
      Pflegebericht Juli 2017

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 05. Juli 2017 | 15215 Zeichen

      Neubau für die Anwärter des Gestütes
      Aquentino, Skadi, Your Red Pleassure Mainstream, Solsikke, Valentine´s Candy Fireflies, Al Aasiyah ox, Caja, Checkpoint, Medivh, Oak´s Lake Mountain, Occani, Reykja, Webster, Taciturn

      Fohlenweide auf der Lichtung
      Aufgepasst, hier kommt Arcada!, Scamander, Painted Minimalistic Art, Elfenlied, Lillifee, Capona, CM´s Meilenstein, Symphonie de la Bryére, Thor, Picutre of a Ghost

      Hauptstall der Zucht
      Fleming, Amber, EBS Mon Amie, Heros, Zarin, Dante

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, Sweet Poison
      Pferde befinden sich seit Oktober 2016 im Besitz von kira

      Mach´s gut Kleiner

      Die letzten Gewitterwolken fingen an sich zu verziehen und die ersten Sonnenstrahlen blinzelten durch die Kronen der mittlerweile dicht bewachsenen Laubbäume. Die Wiesen schmatzen vor sich hin, während das Wasser im Boden versank, der sandige Schlamm klebte an Sockes Hufen, während ich ihn im Westernsattel den Weg an der Weide entlang ritt. Langsam, einen Schritt nach dem anderen setzte er einen Huf vor den nächsten. Die Luft war klar und kühl im Verhältnis zur schwülen Hitze, die die letzten Tage geherrscht hatte. Ich ließ die Zügel lang, wir hatten es nicht eilig. Die letzten Wochen und Tage waren ein einziges Auf und Ab gewesen. Allein darüber nachzudenken…
      Susan hatte den Ausbildungsplatz gewechselt und letztendlich mir die Schuld gegeben, dass sich ihre Situation so entwickelt hatte. Trotz der angespannten Lage ließ ich Tom unter der Hand einige Kontakte abfragen und der Wechsel ging geschäftlich gesehen für beide Seiten ohne weitere Blessuren aus. Sie würde ihre Prüfung zum selben Termin abschließen und nahe Leipzig, auf dem Hof, an den Tom sie vermittelt hatte, später weiter festangestellt arbeiten. Dave konnte mit der ganzen Situation, für die er sich irgendwie die Schuld gab, nicht umgehen und zog sich ebenfalls in Arbeit zurück. Mitte Mai reiste er für drei Wochen nach England und Schottland, was uns alle doch sehr überraschte. Als sich die Sache mit Susan merklich zuspitze, kam er zeitgleich in Kontakt mit einem führenden Kutschen-Hersteller und Züchter. Da die Verbindung nach England vor allem für unsere Sportpferdezucht sehr interessant sein könnte, willigten wir alle ein und ließen ihn fliegen. Die Verabschiedung zwischen ihm und mir war überraschend eisig. Von den Vertrautheiten seit seiner Einstellung mir gegenüber war nichts mehr übrig. Tom bemerkte es, blieb aber stumm.
      Und kaum war Dave weg, ging es auf dem Hof komplett drunter und drüber. Ohne seine Unterstützung war es für Leo und mich extrem schwer, die Fahrturniere ohne Probleme zu organisieren. Aber mit ein paar Blessuren schafften wir die Planung irgendwie, woran Leo auch weiter wuchs. Ich war stolz auf meinen Azubi, der jetzt so viele Aufgaben übernahm und das so kurz vor seiner Abschlussprüfung. Er muss gemerkt haben, wie sehr es mir zusetzte, dass ich als Betrieb einen Azubi verloren hatte, in den ich so viel Hoffnung gesetzt hatte. Ich ärgerte mich sogar eine ganze Zeit lang so dermaßen, dass ich verlauten ließ, erstmal keine Auszubildenen mehr aufzunehmen. Aber genau dann bewies sich Leo. Ich stellte ihn dann Nachmittags so gut es ging frei, damit er mit Webster für die Dressur und Springen üben konnte. Tom korrigierte ihn dabei, ich sah beim Springen immer wieder mal drüber, aber da dann nur noch Mia, Willi und ich für den Rest der anfallenden Arbeiten auf dem Hof waren, kam wirklich alles zu kurz. Da demnächst die Welshis vollständig vom Hof ziehen sollten und die Stallungen für Einsteller frei werden würden, richteten wir den Offenstall auf der alten Koppel her und stellten dort die Stuten unter, die Hengste kamen in einer Teilabtrennung zu den Zuchtpferden. Heros und Fleming machten sich Anfangs einen heiden Spaß daraus, die kleinen Ausgaben durch die Gegend zu scheuchen. Take a Bow, Miro, Landwein und Poison trabten den ganzen Nachmittag am Zaun entlang und buckelten vor sich hin, aber zum Abend hin waren die Jungs so erschöpft von der schwülen Hitze, die diese Tage in die Ebene drückte, dass sie am nächsten Tag müde vor sich hin dösten. Auch die Großen kamen tagsüber kaum auf die Koppel, erst Abends, als es deutlich milder war, standen sie am hinteren Ende des Geländes und grasten die zugesteckten Weideflächen ab. Als die Welshis aus dem Nebenstall ausgezogen waren, fingen wir an, die Sattelkammer dort auszumisten. Alle Schabracken, Sattel und Trensen, Putzkästen und sonstiges Zubehör, das an die neue Welshzüchterin gehen würde, putzten wir und lagerten wir im Haupthaus sorgfältig für den Umzug ein. Lediglich je drei Decken, Schabracken und gebrauchte Bandagensets für Taciturn, sowie das komplette Equipment für Occani zog in den Hauptstall um. Die Scheckstute würde als Gesellschafterin für Lillifee und die Fohlen doch vorerst auf dem Hof bleiben, aber auch im Ponyreitsport gefördert werden. Da sie auch noch sehr jung war, klappte die Eingliederung recht gut, sie behauptete sich aber als ehemaliges Herdenmitglied einer erfahrenen Pferdeherde aber gleich und mauserte sich recht fix an eine der höheren Ränge. Lediglich die resolute Meilenstein blieb davon unberührt und ließ sich nichts gefallen. Sie würde als fast Dreijährige bald unter den Sattel kommen und eingeritten werden. Ich hatte lange mit Tom und Mia geredet und unsere Zahlen überflogen. Wir standen durch die Pacht, Verkäufe und Trainingseinnahmen so gut da, dass wir uns mit zwei weiteren Mitarbeitern vergrößern könnten. Mia kümmerte sich diesmal um die Ausschreibung der Stellen, die Wohnungen wurden neu gestrichen und bezugsfertig gemacht, die im Haupthaus noch über waren. So ging der Mai um und es wurde Juni. In dieser Zeit arbeiteten wir uns alle schier zu Tode, ich war vier Tage auswärts und trainierte auf Abajo´s Hof ihre Pferde und übernahm dort ein Fohlen namens Picture of a Ghost. Allgemein vergrößerte sich nach der Auflösung der alten Zucht des Ammerseegestüts von damals die Zahl der Fohlen auf Naundorf deutlich. Der Decksprung von Mon Amie war geglückt, das Spektakel um Painted Blur war nach wie vor ein Highlight, das so schnell nicht vergessen werden würde. Ihr kugelrunder Bauch wurde immer dicker, bis sie in den letzten Maitagen einem kleinen Hengst das Leben schenkte. Er hatte von der Farbigkeit so gar nichts von seinem berühmten Uropa und auch Mon Amie behielt ihre Farbigkeitsvererbung für sich. Painted Minimalistic Art kam so vollkommen nach seinem Papa, war Schwarzbraun und hatte nur ganz wenige Abzeichen, was ihm seinen Namen verlieh. Und auch Mitte Juni kam ein lang ersehntes Wunschfohlen auf den Hof. Ein Hengst, auf den ich mich, neben Painted, ebenfalls besonders freute. Schwarzgold war sein Vater, ein Elitehengst, der auf Naundorf eine Zeit als Jungpferd verbracht hatte, bevor er an eine sehr alte Freundin von mir ging. Durch einen Verkauf eines Rasputin-Ravallo Fohlens, hatte ich eine Leihmutterschaft einer Co Pilot Tochter bekommen und Schwarzgold als Vater ergattern können. So bereicherte ab Mitte Juni Scamander unsere Babyherde und war mit seinem halben Jahr unglaublich niedlich anzusehen. Ich packte ihn mit Lillifee, Symphonie und Arcada auf eine Weide, die drei Mädels waren sehr lieb zu ihm und ließen seinen Trennungsschmerz von seiner Mama schnell vergessen. Mit der Zeit, wenn er kräftiger werden würde, würde ich die vier wieder zurück in die Gruppe der anderen Fohlen integrieren, die neben diesen aus Meilenstein, Capona, Thor und Elfenlied bestand. Painted blieb mit Mon Amie natürlich für die nächsten Monate erst einmal separat.
      Ich lächelte, als ich so an die Kleinen dachte, die mir meinen eigenen Kummer eine kurze Zeit lang nahmen und trieb Aquentino, der bei allen den Namen Socke trug und auch nie mehr anders gerufen wurde, in einen leichten Galopp. Freudig setzte er die Hufe voreinander und griff locker aus, schnaubte ab und spitzte die Ohren. Er hatte sichtlich Spaß und auch ich ließ einen Moment los. Nicht nur das Chaos und der Arbeitsstress auf dem Hof waren derzeit eine große, emotionale Belastung. Idefix hatte sich seit dem Winter erst noch sichtlich erholen können, allerdings wurde bei einigen Kontrollterminen, weil er mir sehr schlapp erschien, ein Tumor entdeckt, der zu unser aller Schreck nicht mehr operierbar war. Ich heulte mir an dem Abend schier die Augen aus dem Kopf, Mia war in dieser Zeit eine wahre Freundin und tröstete mich wie keine es hätte sonst können. Sie wusste, wie viel mir Idefix bedeutete und dass er der letzte, verbliebene Partner aus einer sehr alten Zeit war. Tom kümmerte sich ebenfalls liebevoll um mich und auch Leo und Willi erwiesen sich als echte Familie. Da Idefix nur oft müde war und sonst keine Schmerzen litt, bekam er vorerst Medikamente und würde noch eine ganze Weile unter uns bleiben, was den Schmerz, ihn zu verlieren, zwar nicht milderte, aber ertragbar machte. Ich verbrachte so viel Zeit wie möglich mit ihm, spielte mit ihm, streichelte ihn, hielt ihn im Arm. Er durfte auch ab diesem Tag auch in meinem Bett schlafen und wurde vom Rest auch sehr verwöhnt. Er schien seine Situation durchaus zu genießen und war recht glücklich – und so war ich es irgendwie auch.
      Ich parierte Socke durch und trabte am äußersten Rand unserer Weiden entlang. Der Dänenhengst streckte sich und verlangsamte immer mehr, bis ich ihn zum Schritt parierte und die Zügel wieder lang ließ. Nach einer guten Stunde war ich wieder auf dem Hof, sattelte den Hengst ab, striegelte Aquentino und führte ihn in seine Box. „Alles gut draußen?“ fragte Willi und ich nickte. Er schob die Mistkarre durch die Gasse und fing an bei Mainstream die Box zu säubern. Ich fing gegenüber an und kümmerte mich um Ambers Box. Mia gesellte sich dazu, Abendessen würde heute Tom machen, Leo war drüben bei den Welshis und kümmerte sich um die Stuten Seidenfell, Teutonia, Nikita, Lara und Haselnuss. „Ich würde nach dem Stalldienst gern noch eine Runde mit Aasiyah drehen.“ meinte sie und schwang in deren Box die Gabel. „Ich würd dich gern begleiten, wenn du nichts dagegen hast.“ tönte eine Stimme vom Gang her und wir drehten alle drei die Köpfe. Dave. Er stand einfach mitten im Stall, grinste und hielt sich für unwiderstehlich. Er hatte sich eigentlich erst für morgen Vormittag angekündigt. Der Satz, der mir durch den Kopf schoß war schneller draußen, als ich schauen konnte. Wegen ihm hatten wir die letzten Wochen so zu kämpfen, wegen ihm war alles drunter und drüber gegangen. „Nein, du übernimmst ihre Schicht. Du bist abgelöst Mia, sei so lieb und schau nach Leo, nimm ihn und Lake Mountain mit. Das hat er sich verdient.“ Dabei betonte ich ´übernimmt´ und sah dabei nur Dave an. Der war erstmal perplex, nahm dann aber die Mistgabel von Mia, die mittlerweile genauso verärgert war auf Dave und von dannen zog. Willi erklärte, dass er sich um die Hengste Medivh, Dante und Checkpoint kümmern würde. „Ich sehe später nach ihnen, danke Willi.“ meinte Dave jetzt kleinlaut, drehte sich von mir weg und mistete Cajas Box. Ich wechselte gegenüber zu der von Skadi und fragte dann in einem versucht weicheren Ton, während Dave direkt neben mir eine Gabel nach der anderen in die Karre warf, warum er heute schon hier sei und nicht, wie geplant, erst morgen. Er erzählte etwas von verbuchtem Flug und gewissen, privaten Geschehnissen in England. „Du scheinst dich ja nicht wirklich zu freuen.“ schloss er trocken, hielt inne und stütze sich auf die Gabel. „Wir sind in Arbeit abgesoffen, Dave.“ antwortete ich, sah ihn an und war jetzt wirklich verärgert. Was dachte er sich? Dass er sich nur 2x bei Tom meldet in den ganzen drei Wochen und dann einfach hier aufschlägt und alles völlig in Ordnung ist? Ich atmete durch und warf die letzte Gabel aus Skadis Box in die Karre. „Wir werden zur weiteren Unterstützung zwei weitere Angestellte einsetzen, Leo bekommt wegen seiner guten Leistungen eine Festanstellung und die Wohnung von Susan.“ Bei letzterem drehte ich mich um und sah ihn an. Er wirkte verletzt und merkte erst jetzt, wie sauer ich eigentlich war. „Wir sind in Arbeit abgesoffen, Dave.“Ich knallte ihm den Satz ohne große Emotion. Damit ging ich aus der Box, drehte die Karre und wollte los zum Misthaufen. „Das mit den Pferden hat geklappt.“ meinte er jetzt eisig. Natürlich. Er mauerte, zog sich zurück und war beleidigt. Ich hielt inne. „Wann sollen sie kommen?“ fragte ich jetzt, wieder die nüchterne Geschäftsfrau und Chefin, die ich eigentlich war. „Am Wochenende. Ich werde alles fertig machen, ich habe eben mit Tom gesprochen. Auch, was das Jubiläumsturnier angeht.“ Wenigstens darum musste ich mir keine Gedanken mehr machen. Eigentlich war Dave ganz in Ordnung und ein wahnsinnig guter Mitarbeiter. Wenn er denn kein Chaos gestiftet hätte, bei Susan – und mir. „Weiß er, dass du mitisst?“ fragte ich und rang mit doch ein leichtes Lächeln ab, streiten hasste ich wie die Pest und er würde dann viel eher wieder auf mich zukommen. Aber ich hatte mich geirrt. „Nein, ich werde heute auswärts essen. Ich bin morgen zum Frühdienst wieder da.“ Mir fror das Lächeln regelrecht ein, ich war aber recht schnell wieder Herr meiner Sinne und quittierte das nur mit einem „Ok, ist gut.“ Ich wollte die Karre gerade wieder anschieben, da meinte er, dass er von Tom auch das mit Idefix erfahren hatte. „Es tut mir ehrlich Leid, Luisa.“ „Lass gut sein. Ich will nicht drüber reden.“ So ließ ich ihn stehen.
      Es war still am Abendtisch, keiner sprach oder scherzte herum, wie es trotz dem ganzen Stress die letzten Tage der Fall war. Ruhig sprachen Tom und Mia mit uns anderen die Einstellung der neuen Leute ab und wir entschieden, dass wir alle zusammen die Leute sichtigen würden, damit sie auch auf den Hof passen würden. „Noch ein paar Frauen wären nett. Mia und Luisa seh ich ja kaum...“ witzelte Willi und lockerte damit dann doch die Stimmung. „Zarin geht’s übrigens wieder richtig gut, man sieht kaum mehr was, dass er mal kurz vorm Schlachter war.“ meinte er dann zu mir und ich nickte. Wenigstens dieses Sorgenkind hatte jetzt endlich die Kurve bekommen. „Wer weiß Willi, vielleicht geht er als Deckhengst doch noch auf Reisen. Aber jetzt peppeln wir ihn auch reiterlich erstmal wieder auf.“ „Wenn du magst, würde ich damit morgen gerne anfangen.“ Tom kam in letzter Zeit viel zu kurz, konnte kaum in den Sattel steigen und seiner Leidenschaft, der Dressur, nachgehen. „Ich glaube, das wäre das allerbeste, du hast ihn stärker unter Kontrolle. Und dann nimmst du dir den Rest des Tages frei, kümmer dich mal wieder um Reykja. Ich mag das morgen mit dem Büro. Brauch mal ne Pause.“ Er lächelte dankbar, er machte gerne Bürozeug, aber war auch gern draußen. Dann sprachen wir auch für die anderen die morgige Tagesplanung durch.
      Zwei Tage später wachte ich mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Es war noch dämmrig, ich konnte gerade die Umrisse meines Zimmers erkennen. Heute sollten die beiden Pferde Solsikke und Candy Fireflies ankommen. Erstere, eine Knabstrupperstute, war mir unbekannt, Fireflies allerdings hatte ich vor Jahren schon mal als Fohlen auf einer Schau gesehen und ich war wirklich überrascht, als ich seinen Namen auf den Papieren entdeckte. Ich drehte mich nun vorsichtig um, damit ich Idefix nicht versehentlich weckte. Es wurde langsam immer heller und meine Befürchtung wurde mit jedem Lichtstrahl mehr Realität. Er hatte sich mit dem Rücken zu mir an mich gekuschelt, sein Kopf lag auf den Vorderpfoten, er hatte sich eingerollt und die Augen geschlossen. Ich streichelte ihm das weiche Fell, sein Körper war noch warm, aber viel kühler, als ich ihn über all die Jahre kannte. Auch hob und senkte sich sein Brustkorb nicht mehr, er schnarchte nicht mehr leise vor sich hin und schien doch so zufrieden wie ewig lange nicht mehr. „Mach´s gut mein Kleiner.“ flüsterte ich, drückte mein Gesicht in sein Fell und fing leise an zu weinen.
    • Muemmi
      Pflegebericht November 2017

      Es ist Deins

      ~ Beschreibung der Protagonisten ~

      (c) Muemmi | 16317 Zeichen | 31. August 2017 (am 17. Oktober veröffentlicht)
      Aus der Sicht von: Luisa Goeke
      Bericht gilt für: Medivh, Candy Fireflies, Amber, Fleming, Dante, Aquentino, Heros, Checkpoint, Solsikke

      Sportpferdezentrum Naundorf - Brandenburg – bewölkt/teils regnerisch - 9 Grad
      31. August 2017


      Ich zog die Jacke enger und sah die Baumreihe entlang. Die Spitzen der vereinzelten Birken zwischen den Kiefern färbten sich teilweise schon gelb und bestätigten, was sich alle seit dem Temperatursturz im August dachten - der Herbst hielt Einzug.

      Die letzten Wochen waren für uns alle wahnsinnig anstrengend gewesen, wir kamen der Arbeit kaum hinterher und nahmen auch nicht mehr wirklich an Turnieren teil, damit wir die Aufträge nicht vernachlässigten. Die Militarysaison ging langsam dem Ende zu und Leo traute sich seit dem Vorfall nicht mehr wirklich, Candy ans Äußerste zu reiten oder gar mit ihm wieder regelmäßig auf Turniere zu fahren. Er war einmal mit mir zusammen noch auf ein kleineres Springturnier gefahren, doch nur ich nahm eine Schleife mit seiner Zweitstute Solsikke mit. Ich konnte ihn verstehen, auch ich hatte schon viele schwere Stürze miterlebt und war nach einigen genauso "gelähmt". Da Candy dann nicht so ausgelastet war, ließ er sich von Medivh in der Nebenbox mit Dummheiten anstecken und entwickelte eine leichte Zerstörungswut. Ich ließ ihn deshalb lieber mit Fleming, Dante, Checkpoint und Aquentino auf die große Weide, damit er sich austoben konnte. Aber bei Medivh ging das leider immer noch nicht. Er war eineinhalb Wochen nach dem Unfall von Eddis Klinik entlassen worden und kam selbst mit dem Umstand seiner linksseitigen Blindheit erstaunlich gut zurecht. Wir mussten nur darauf achten, dass wir ihn vorsichtig ansprachen, wenn wir uns von seiner blinden Seite aus näherten und er sich nicht unabsichtlich die verheilende Augenhöhle irgendwo anstieß. Denn die bräuchte wie jeder Knochen um die sechs Wochen. Er war dazu anfangs angebunden und auch wegen der Schmerzen leicht sediert. Trotz allem kaute er uns vor Langeweile drei Stricke kaputt und riss seine Bürsten an der Boxenwand ab. Einmal pfriemelte er auch die obersten Riegel der Tür auf und wäre uns stiften gegangen, wenn er nicht angebunden gewesen wäre. Als er die Phase überstanden hatte, montierte Willi am Fuß der Tür zwei weitere Riegel, um Medivh am Freigang zu hindern. Wir hatten schon Angst, dass er uns das Weben anfangen würde, aber Leo führte ihn regelmäßig über den Hof und kümmerte sich so gut es ging. Dann nahm sich ihm auch Tom an. Der Schimmel blühte recht schnell auf, als er von Tom regelmäßig vom Boden aus gearbeitet wurde. Er musste sich jetzt nur daran gewöhnen, dass ihm trotz der Blindheit auf einer Seite nichts passieren würde und er mehr auf die Hilfen achten musste, als vorher. Im Militaryspringsport würde er dennoch vermutlich nie wieder gehen können.

      Und das hatte auch Dave erkannt.

      Er lag wegen dem komplizierten Bruch der Schulter und zur weiteren Beobachtung zwei Wochen im Krankenhaus. Er hatte eine Platte eingesetzt bekommen und kurz nach dem Unfall mit Reha anfangen müssen, damit sich die Beweglichkeit nicht weiter einschränkte. Er hatte Glück im Unglück gehabt, er würde wieder reiten können und mit viel Physio und Übung auch wieder Springen. Ganz der Alte allerdings würde auch er nicht mehr. Und auch das hatte er mittlerweile begriffen.

      Das Krankenpersonal ließ mich nach dem Unfall erst mehrere Stunden nach der OP zu Dave, da ich keine Angehörige war und unter dem Trubel unterging, dass Dave nach mir verlangt und einem Besuch zugestimmt hatte. Er trug einen dicken Verband um die rechte Schulter, hatte Abschürfungen im Gesicht und am linken Arm. Hinzu kam eine Gehirnerschütterung. Der Rest des Körpers war von der weißen Bettdecke des Krankenbettes verdeckt. Mit der Zeit sollten sich Prellungen und blaue Flecken zeigen, aber keiner seiner Wirbel oder anderes war verletzt worden. Ich musste mich zusammenreißen, nicht zu heulen, es zerriss mir fast das Herz, als ich ihn da so liegen sah, die Augen geschlossen, mit eingefallen wirkendem Gesicht und zwei Infusionen im Arm.

      Ich stand auf der linken Seite des Bettes und musste den Impuls unterdrücken, ihm seine längeren, dunkelblonden Haare aus der Stirn zu streichen. Sie waren vom Ritt noch ganz verklebt und fielen ungewohnt in wilden Strähnen um seinen Kopf.

      In dem Moment ging die Tür auf und hinter der Krankenschwester, die regelmäßig nach Dave sah, kam Tom mit ins Zimmer. Wir sagten nichts, wir sahen uns nur an. Ich blickte zurück zu Dave, der sich nicht rührte. Tom sprach ein paar Worte mit der Krankenschwester, wie es um Dave stand. Mehr würde der Arzt morgen wissen. "Komm Luisa. Lass uns heimfahren." Ich nickte, konnte mich aber kaum lösen. Die Schwester verließ das Zimmer und kurz darauf auch wir. Tom legte den Arm um mich und langsam merkte ich, wie erschöpft ich eigentlich war. In der Nacht heulte ich mich das erste Mal seit der Sache mit Susan und dem Bruch zwischen ihm und mir in den Schlaf.

      Am nächsten Vormittag fuhren Leo, Mia, Tom und ich nach dem Stalldienst ins Krankenhaus, Willi würde auf dem Hof die Stellung halten. Dave hatte gerade den Arzt bei sich, als wir eintrafen. Leo ging als Erster ins Zimmer, Tom und Mia folgten. Ich schloss als Letzte die Türe, mein Herz schlug mir dabei bis zum Hals. Wir kamen gerade so an, dass der Arzt mit seinem Bericht fertig war. "Ah, sie kriegen Besuch. Wer von Ihnen ist denn Frau Goeke?" "Das bin ich. Hallo." Ich lächelte den Arzt milde an, als ich aus dem kleinen Gang heraus in Daves Sichtweite trat. Der Arzt kam auf mich zu und entschuldigte sich für das Chaos gestern, die Schwester hätte ihm heute morgen beim Schichtwechsel erzählt, dass ich erst Stunden nach der OP zu Dave konnte und noch später nach Hause gefahren wäre. Dave richtete sich in dem Moment etwas auf. Ich nickte und meinte, dass das vollkommen in Ordnung wäre und bedankte mich bei ihm und seinem Team. Er freute sich und verabschiedete sich dann von uns. Als er die Tür schloss, trat kurzes Schweigen ein. Ich drehte mich zu Dave um und sah ihn jetzt direkt an. "Du siehst noch übler aus als gestern." Ich ging auf ihn zu und lächelte. "Als ich morgens die Treppe runter kam oder nach der OP?" antwortete er matt, lächelte dann aber doch. Wir alle lachten verhalten und Tom meinte, wenn er solche Scherze machen könne, hätten wir uns ja ganz umsonst solche Sorgen gemacht. Leo allerdings nahm das alles ziemlich mit. Er konnte nicht in die Witzelei mit einsteigen. Dave berührte ihn am Arm und meinte dann, dass er ohne ihn gestern aufgeschmissen gewesen wäre. Er könne sich nur an wenig erinnern, aber er hätte mitbekommen, dass Leo uns sofort alarmiert und sich um Medivh gekümmert hätte. Leo nickte und lächelte dann doch. Als Dave Medivh erwähnte, brach er ab und sah Tom und mich schweigend an. Seine Frage, ob sein Hengst in Ordnung war, stand ihm im Gesicht geschrieben. "Er lebt, es geht ihm gut. Eddi kümmert sich derzeit um ihn, ich hab gestern nochmals mit ihr telefoniert. Mia und ich fahren mit Leo gleich weiter und sehen nach ihm." Er nickte erleichtert. Keiner von uns würde jetzt erwähnen, dass der Hengst sein linkes Auge verloren hatte. Tom hatte uns allen an dem Morgen erzählt, dass es nicht mehr zu retten war. Mia und er hatten sich beraten und sich auf Eddis Drängen für die Entfernung entschieden. Gemeinsam haben wir beschlossen, es Dave erst zu sagen, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen werden würde und es ihm deutlich besser ginge. Da Dave noch sehr mit der Gehirnerschütterung zu kämpfen hatte, ließen die anderen ihn recht schnell mit mir alleine und fuhren weiter zur Tierklinik. Als sich die Tür schloss und wir nur noch zu zweit waren, wurde mir ziemlich mulmig. Dave sah mich schweigend an und wirkte auf einen Schlag so unsagbar unglücklich. „Hast du Schmerzen?“ fragte ich sanft, meine Stimme deutlich gesenkt, um ihn nicht weiter zu belasten. „Kopf und die Prellungen. Aber es geht schon.“ murmelte er. Er versuchte sich weiter aufzusetzen. „Warte, ich helf dir.“ Ich richtete das Kissen im Rücken, ohne seinen Verband zu berühren, ihm näher als je zuvor. Mich wieder aus der geringen Distanz zu lösen fiel mir wahnsinnig schwer. Er saß jetzt aufrecht im Bett, geschafft, aber soweit in Ordnung. „Ich hab heute morgen mit Tom ein paar Sachen für dich zusammen gerichtet.“ Ich nickte in Richtung der Tasche an der Wandseite gegenüber. „Danke Luisa.“ Er hatte die Augen kurz geschlossen, neigte dann den Kopf nach links und sah mich wieder an. „Was ist passiert?“ fragte ich leise. „Ich Idiot war zu schnell.“ gab er kurz und knapp zu. Er traute sich dabei nicht, mich anzusehen. Dave, der, der immer alles besser wusste und sich immer so sicher war, in dem, was er tat, gab einen Fehler zu. „Wie sehr hast du dir den Kopf gestoßen? Als wenn du jemals zu schnell unterwegs bist…“ scherzte ich. Ich hatte ihn schon tausendmal wissen lassen, dass er mir persönlich zu halsbrecherisch ritt und ich es nicht gerade gut fand, dass Leo ihm in dem Punkt nacheiferte. Wir hatten uns seit Susans Abbruch auf Naundorf mitunter deswegen immer häufiger in den Haaren gehabt, was uns immer weiter auseinander rücken ließ. Er lächelte über die Ironie, aber irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Er schien fast gebrochen. „Ich hätte dabei draufgehen können.“ stellte er trocken fest. „Als Medivh wegrutschte und ich abflog, ist mir nur eins durch den Kopf geschossen.“ Er sah mich erst nicht an, dann schluckte er. „Etwas, was ich ewig vor mir hergeschoben habe…“ Mein Herz schlug bis zum Hals, als ich sah, dass er seine linke Hand auf dem Bett öffnete und mir zudrehte. Vorsichtig nahm ich sie und hielt sie fest. Wir sagten beide lange nichts. Draußen fing es an zu regnen. „Wie lang warst du gestern hier?“ fragte er nach ein paar Minuten. „Bis nach Mitternacht. Du warst kurz wach nach der OP, aber daran wirst du dich vermutlich nicht erinnern. Sie haben mich erst gut zwei Stunden danach zu Dir gelassen, als ich ewig lange erklärt habe, wer ich bin. Es war zwischenzeitlich Schichtwechsel, vermutlich ist da dein Wunsch untergegangen.“ Er sagte nichts, schüttelte nur leicht den Kopf. „Ich dachte, du wachst nochmal auf. Aber dann hat mich Tom irgendwann abgeholt.“ Er sagte wieder nichts, drückte einfach nur meine Hand. „Was ist mit Medivh passiert?“ seine Stimme zitterte, er hatte sichtlich Angst, mir diese Frage zu stellen. „Er sah schlimm aus, ist die Böschung hinabgestürzt. Er ist aber ein zäher Brocken, wie sein Besitzer nicht kaputt zu kriegen. Als wir ankamen, hat sich der Tierarzt vor Ort schon um ihn gekümmert, du bist gerade mit dem Krankenwagen weggebracht worden. Er hat ebenfalls viele Prellungen und eine ziemlich große Wunde an der Brust. Aber die Beine sind heil, nichts gebrochen.“ Letzteres war irgendwie gelogen, aber Medivh würde ja wieder vollkommen gesund werden. Er atmete auf und entspannte sich etwas. Ich blieb an dem Tag noch so lange bei ihm, bis er einschlief und hinterließ ihm eine Notiz, dass ich morgen wieder kommen würde und er mir jederzeit eine Whatsapp schreiben könne, falls er etwas brauche. Ich versuchte fortan, jeden Tag ins Krankenhaus zu fahren und neben dem sowieso schon anstrengenden Alltag auf dem Hof Zeit für Dave zu finden. Unser „Streit“, den wir ja eigentlich nie hatten, war wie weggeblasen, es war wieder wie vorher zwischen uns. Er hasste die Physiotermine, weil er ziemliche Schmerzen dabei hatte, aber die Wunde heilte gut und er es schien mir, als würden ihn meine Besuche deutlich aufmuntern.


      Er kam drei Tage nach Medivh zurück nach Naundorf. Ich fuhr ihn alleine abholen, nachdem ich meinen Rundgang von heute morgen beendet hatte. Tom und Mia hatten zu viel mit dem Beritt zu tun und Leo kümmerte sich mit Willi um die Pferde. Mir war nicht besonders gut, als ich auf dem Parkplatz des Krankenhauses hielt. Ich hatte Dave am Vorabend erzählt, dass Medivh erblindet war. Er war geschockt und wütend, aber er registrierte schnell, dass der Unfall nicht nur ihn stark mitgenommen hatte, sondern auch Medivh. Er liebte seine zwei Pferde. Wir redeten lange miteinander, was Eddi dazu gesagt hatte und er stellte viele Fragen. Dennoch war er wahnsinnig geknickt und war dann dementsprechend down. Ihm brach mit Medivh sein stärkster Partner im Military weg. Heros hatte auch viele Erfolge, allerdings war der nicht so mutig und verweigerte deutlich öfter mal im Gelände. Das Springreiten hatte sich jetzt aber für diese Saison sowieso für Dave erledigt. Als ich ins Zimmer kam, erklärte ihm der Arzt gerade die letzten Details und entließ ihn. „Soll ich dir beim Zusammenpacken helfen?“ „Ja, einhändig wird das alles etwas schwer…“ meinte er trocken. Ich musste ihm auch in den Pullover helfen, die Jacke warf er sich auf der einen Seite nur über die Schulter. „Die Tasche kann ich selbst tragen.“ „Ok, dann lass uns nach Hause fahren.“


      Willi winkte uns, als der Wagen auf den Hof rollte. Dave grinste und freute sich sichtlich, wieder auf dem Hof zu sein. Mia hatte für alle gekocht, es tat gut, wieder vollständig am Tisch zu sitzen und miteinander zu reden. Die anderen erzählten wild durcheinander, was alles auf dem Hof passiert war und Dave blühte richtig auf. „Freu dich nicht zu sehr Dave, da du jetzt wieder hier bist, wirst du ab sofort meinen Bürokram übernehmen. Das wird wie Urlaub!“ lachte Tom und Dave schüttelte ebenfalls lachend den Kopf. „Ja, die Arbeit, dachte mir schon, dass ihr mich nicht verschonen werdet.“ Wir lachten und waren richtig gut drauf. Dann löste sich die Gruppe langsam auf.


      Als nur noch Dave, Tom und ich am Tisch saßen kippte die Stimmung allerdings. „Ich spüle ab. Geht ruhig.“ Wir standen auf und liefen schweigend hinüber in den Stall. „Hey mein Großer!“ begrüßte Dave erst Heros, der den Kopf über die Tür streckte und ihm entgegen wieherte. Er streichelte seine Stirn und beide freuten sich sichtlich sich zu sehen. Dann raschelte es in der Nebenbox. Medivh hatte immer noch den blauen Schutzverband am Kopf, solange die Fäden noch nicht gezogen worden waren. Dave sah zuerst dessen rechte Seite und ging langsam auf ihn zu. „Oh Medivh….“ Er streichelte den Hengst vorsichtig am Hals und Kopf. „Eddi wird entweder heute oder morgen die Fäden ziehen. Sie weiß noch nicht, ob sie vorbeikommen kann, sie hat ne schwierige Fohlengeburt.“ murmelte ich und beobachtete die beiden weiter. Dave schwieg und wirkte auf einmal so unfassbar traurig. „Ich lass dich allein, wenn du das willst.“ „Nein, bitte bleib.“ seine Stimme klang gebrochen. Wir schwiegen weiter und standen eine ganze Weile bei Medivh, der sich nach den Streicheleinheiten wieder seinem Heu zuwendete. „Er kommt erstaunlich gut zurecht.“ Stellte er trocken fest und wirkte dann doch beruhigt. „Es geht ihm sonst ausgezeichnet Dave. Du hättest ihn nach dem Sturz sehen sollen… Ich dachte, ich müsste ihn einschläfern lassen.“ Er nickte, wir starrten beide weiter in die Box des Schimmels. „Luisa! Der Tierarzt ist da!“ rief Willi uns plötzlich zu und wir drehten uns beide in seine Richtung. „Ging wohl doch gut…“ meinte ich und wir liefen zusammen nach draußen. Bei der Untersuchung ließ ich Dave mit Eddi allein und kümmerte mich stattdessen um Amber. Sie sollte ebenfalls untersucht werden. Ich kam mit der Cremellostute nach einer guten halben Stunde auf den Innenhof, als Eddi mit Dave zusammen aus dem Stalltrakt der Hengste heraustrat. Die beiden waren in ein Gespräch vertieft, Eddi erklärte Dave auf den letzten Metern zu mir, wie er sich jetzt am besten um Medivh kümmern müsse. „Pass nur auf, dass er sich nicht wetzt, das juckt ziemlich, wenn die neue Haut ganz schließt und das Fell nachwächst. So, hallo Luisa! Na, dann wollen wir mal gleich weiter machen…“ Eddi ging um Amber herum, nachdem sie mir kurz die Hand gereicht hatte und untersuchte die Stute gründlich, tastete sie ab und lächelte dabei. Sie liebte ihre Arbeit und das sah man ihr an. Ich ging ein Stück weg von den beiden zu Dave, der die Stirn runzelte und mich dann doch besorgt fragte, ob mit Amber alles ok sei. Er hatte an ihr einen Narren gefressen, seit er sie bei der Bewerbung damals das erste Mal gesehen hatte. Manchmal zogen die Jungs ihn sogar deswegen auf, selbst ich konnte mir manche Eifersucht auf meine springbegabte Stute nicht verkneifen. „Ja.“ Ich grinste und legte den Kopf schief, als ich ihn ansah. „Nein…“ flüsterte er einen kleinen Augenblick verzögert, er verstand und totale Freude erfasste ihn. Aber was ich dann anhing, als Eddi bestätigend nickte, machte ihn dann zu meiner ganzen Freude komplett sprachlos. „Von Heros… und es gehört dir.“

      Credits: Beschreibung Umgebung zu Beginn (c) Jackie
    • Muemmi
      Pflegebericht Januar 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 04. Januar 2018 | 15647 Zeichen


      Neubau für die Anwärter des Gestüts
      Uranium Fever | Occani | tc Annakiya | Orchidee´s Nikita | Take a Bow | Chocolate Chip Cookie | CM´s Meilenstein | Valentine´s Candy Fireflies | Al Aasiyah ox | Aquentino | Caja | Checkpoint | Reykja | Solsikke | Taciturn | Webster

      Hauptstall der Zucht
      Cadoc´s Rohdiamant | Amber | EBS Mon Amie | Heros | Medivh | Dante | Fleming | Zarin

      Fohlenweide auf der Lichtung
      SPN Harvey | Thor | Scamander | Painted Minimalistic Art | Elfenlied | Lillifee | Capona | Aufgepasst, hier kommt Arcada | Symphonie de la Bryére

      Gnadenweide
      Efeumond | Oline

      "Hallo Cleo"

      „Du hast was?“ Dave starrte erst mich an und dann auf die Papiere, die ich ihm unter die Nase hielt. „Viel Spaß mit ihr.“ „Luisa, ich…“ „Gern geschehen!“ Ich lachte und ließ ihn gar nicht mehr zu Wort kommen. Unser Verhältnis zueinander hatte sich nach seiner Rückkehr zwar etwas abgekühlt, weil Dave zu mir wieder etwas auf Distanz ging. Aber es war deutlich besser als vor dem Unfall, wir hatten uns seitdem kein einziges Mal mehr gestritten. Ich stand im Büro und ging nachdenklich ein paar Briefe durch, während Dave in der Tür stand und auf die Papiere in seiner Hand starrte. Er lehnte sich mit seiner gesunden Schulter leicht an den Türrahmen und runzelte die Stirn. Von meinem Platz aus sah ich ihm heimlich dabei zu und konnte den Blick kaum abwenden. Was er da studierte war der Kaufvertrag und die Eintragungen, sowie Tierarztbescheinigungen von Uranium Fever. Die Stute war meiner Meinung nach eine unserer besten Errungenschaften in diesem Jahr, die auch ein stolzes Sümmchen gekostet hatte. Aber da sich Dave langsam vom aktiven Reitsport zurückziehen wollte und mehr und mehr Interesse an einer Sportzuchtlinie entwickelte, hatte ich zugeschlagen. Ich wollte ihn unterstützen, wo ich nur konnte. Nach dem Unfall, als er zurück auf den Hof kam, hatte sich eine ganze Weile eine leichte Depression bei Dave eingestellt. Er kämpfte verbittert in der Physiotherapie, hielt sich an die Ratschläge, übte fleißig und brachte sich in das Hofleben ein, wo er nur konnte. Doch obwohl er Tom und mir so viel Arbeit abnahm, irgendwann war auch die erschöpft, während wir anderen mit dem Training der Pferde, dem Misten und den restlichen Arbeiten auf dem Hof schier absoffen. Dave fühlte sich also nach drei Wochen zurück auf Naundorf nutzlos. Er ließ sich dann die ersten Oktoberwochen hängen. Seine Arbeit erledigte er natürlich immer noch und auch zur Physiotherapie ging er regelmäßig, doch jeder von uns sah ihm an, dass es ihm nicht gut ging. Seine Haare wurden immer länger und er ließ sich immer öfter einen Drei-Tage-Bart wachsen. Von mir ließ er sich in dieser Zeit nur bedingt helfen, so richtig ließ er mich nicht an sich heran. Bis Tom die brillante Idee hatte, eine eigene Zuchtlinie aufzubauen.

      Dave und ich saßen an einem Novemberabend zusammen im Büro, während ich das Hoftagebuch für den Tag ausfüllte, als Tom zu uns ins Zimmer kam. Er hatte das Auktionsheft dabei und warf es Dave zu. Dann eröffnete er uns seine Idee, wir saßen bis spät in die Nacht zusammen und unterhielten uns. Ich war glücklich zu sehen, dass diese neue Veränderung Dave wieder ein Leuchten in die Augen zauberte. Er blieb an dem Abend zwar sehr rational und blätterte scheinbar uninteressiert das Heft durch, aber schon am nächsten Tag zeigte er mir eine Stute und fragte, was ich von ihr halten würde. „Die hat keine belegte Abstammung, ist wohl eine gefundene Stute. Aber scheint in Topform zu sein. Als Basis wäre sie vom Exterieur ja genau das, was du und Tom suchen würdet. Aber sie hat damit auch einen sauberen Startpreis“ Er diskutierte noch eine Weile mit mir das für und wider, als er sich dann aufrappelte und an die Büroarbeit machen wollte. Im Flur blieb er am Spiegel stehen und sah sich einen Moment erschrocken an. „Wie seh ich denn aus?“ Ich konnte es mir nicht verkneifen und musste lachen. „Ich fahr später zum Friseur.“ Damit war er aus dem Haupthaus. Ich zog das Heft an mich heran, wählte die Nummer und hatte den Besitzer an der Leitung. Ich sollte an dem Tag das Höchstgebot abgeben und die Stute zwei Tage später unser Eigen nennen.

      Und nicht nur Uranium Fever zog mit zu uns auf den Hof. Anfang Dezember erhielten wir einen Anruf, nachdem ausgerechnet Cadoc´s Rohdiamant aus einer nachlässigen Haltung gerettet wurde. Also fuhren Willi und Tom am selben Tag zu dem einen Hof, an dem Dave und ich Fever holten. Allgemein hatten wir jetzt viele neue Pferde auf Naundorf. Kurz bevor Dave mit Medivh im Sommer gestürzt war, hatte er Chocolate Chip Cookie zu uns geholt. Das Sportpony mit seiner hübschen Färbung wurde jetzt von Leo übernommen und ausgebildet, der mit Candy Fireflies weiterhin unfassbar viele Schleifen und Erfolge sammelte. Die Beiden waren zu einem unglaublich guten Team geworden. Zum Einkreuzen von Vollblut wollten wir uns neben Aasiyah noch eine zweite Vollblutstute holen. Wir hatten jetzt nur noch Interesse an Stuten, da wir mit unseren Hengsten Fleming, Dante, Checkpoint, Aquentino, Webster und Heros genügend Starter hatten, um unseren Plan in die Wirklichkeit umzusetzen. Auch unsere Newcomer wie Painted und Scamander würden auf dem Hof bleiben. Wir überlegten auch, Efeumond zurück auf den Zuchtplan zu holen, um einen Engländer mit einfließen zu lassen. Jedenfalls freuten wir uns, als wir eine zweite Chance erhielten und Anfang Dezember auch Annakiya nach Naundorf holten. Die hübsche Scheckstute war ein wahrer Traum und zeigte sich mit ihrem liebevollen Wesen und ihrem ansprechenden Exterieur von ihrer besten Seite. Mia war ganz hingerissen, die sich um unsere Araber und Vollblüter kümmerte. Tom bildete weiter Reykja und Webster aus, die diese Saison so ihre Probleme mit Erfolgen hatten. Wir konnten uns das nur mit einer sehr starken Konkurrenz in der Dressur erklären, die uns aber nicht daran hinderte, stehts weiter zu machen und weiter auszubilden. Denn die Bestätigung in unseren Leistungen erhielten wir durch die Rückmeldung unserer Kunden und durch den Durchbruch im Springreitsport. Dort hatten wir uns 2017 einen Namen gemacht. Vor den Boxen hingen teilweise so viele Schleifen, dass wir kaum mehr zählen konnten. Vor allem an der von Medivh. Der Hengst hatte in den letzten Tagen seiner Genesung Anzeichen fürs Weben gezeigt. Auch er war wohl vor einer Depression nicht gefeit. Da Dave noch immer in Behandlung war und noch bis ins Frühjahr „Reitverbot“ hatte, übernahm ich Medivhs Beritt. Ich hatte mit einer Freundin lange Telefonate geführt, deren Friesenhengst vor vielen Jahren wegen einer Krankheit erblindet war. Mir ihrer Hilfe drang ich recht schnell zu Medivh durch. Erst vom Boden, dann aus dem Sattel gab ich ihm nach und nach sein Selbstwertgefühl und seinen Mut zurück. Er vertraute darauf, dass er mit seinen Sinnen die einseitige Blindheit ausgleichen konnte und ihm nichts geschah. Er war dennoch etwas schreckhafter seitdem und brauchte viel Liebe und Aufmerksamkeit. Ab dem Moment, als er seit dem Unfall das erste Mal wieder unter dem Sattel ging, stellten sich die Anzeichen des Webens sofort ein. Dave fiel ein Stein vom Herzen.

      In all dem Trubel, brachte Amber still und leise etwas früher als erwartet ihr erstes Fohlen zur Welt. Es war das schönste Zeichen für uns alle, dass es jetzt wieder bergauf ging. Leo hatte den dunklen Hengst, den wir später mit unserem Kürzel SPN Harvey nennen sollten, entdeckt. Er kam in die Küche gelaufen, hechelte und grinste übers ganze Gesicht. „Amber hat gefohlt, es steht grad!“ Dave und ich sahen uns erschrocken an, dann sprangen wir alle auf und liefen hinüber. Willi kam auf dem Weg dorthin auf uns zu. „Wasn hier für ne Hektik?“

      „Oh ist der niedlich!“ flüsterte Mia, die rechts neben mir stand. Links von mir Dave, der lächelnd die halbe Portion in der Box betrachtete. Amber schleckte ihn immer noch sauber, während Tom vorsichtig auf Amber zuging und sie kurz durchcheckte. „Wir sollten später noch einen Tierarzt holen lassen. Aber es sieht alles gut aus.“ „Auch im Abfohlen ist sie ein Naturtalent. Hast du schon nen Namen Dave?“ fragte Leo. Zusammen liefen wir zurück zum Frühstücken, bevor sich Dave um den Tierarzt für Amber und Harvey kümmerte und der Rest von uns den Stalldienst verrichtete. Dabei hatte ich mich an dem Morgen endlich mal wieder für die Fohlen eingetragen. Ich bekam von den Kleinen viel zu wenig mit und sie wuchsen auch viel zu schnell. Scamander hatte schon seine erste Fohlenschauschleife an der Box hängen, Thor war mittlerweile auch zu einem Riesen geworden, Symphonie und Arcada waren mittlerweile auch keine Babys mehr. Die hübschen Stuten würden ebenfalls auf dem Hof bleiben und bald in ihre Grundausbildung starten. Ebenso wie Lillifee, Elfenlied und Capona. Ihr streichelte alle gefühlt stundenlang, putzte ihr Fell, mistete ihre großen Gemeinschaftsboxen und ging die Weiden ab. Es hatte die Tage immer mal wieder geschneit, aber wirklich lange liegen geblieben ist davon nichts. Wir hatten diesen Winter noch nicht wirklich Probleme mit eingefrorenen Wasserleitungen oder Eisschollen auf den Weiden zu tun.

      Als ich bei den Fohlen fertig war, holte ich mir Meilenstein. Die schwarze Stute machte gute Fortschritte bei ihrer Ausbildung. Ich longierte sie am frühen Nachmittag, als Dave wieder aus dem Haupthaus kam. Er hatte einen ziemlich geknickten Gesichtsausdruck. Ich gab Meilenstein ein kurzes Kommando, auf dem sie zu mir herkam, dann liefen wir gemeinsam zum Zaun, an dem Dave jetzt stand und lehnte. „Was ist los?“ „Die Stute, von der ich dir erzählt habe, erinnerst du dich?“ „Ja. Wieso?“ „Sie wurde am selben Tag verkauft. Ich hätte nicht warten sollen.“ „Ach Dave, dann hat es nicht sein sollen.“ Ich war froh, dass er mich in dem Moment nicht ansah, weil ich mich sonst verraten hätte. Willi, Tom und Mia wussten Bescheid, Leo weihten wir noch nicht ein, weil er sich gerne mal verplapperte. Wir sollten sie am nächsten Tag abholen und ich ihm die Papiere in die Hand drücken. „Danke Luisa.“ Dave kam plötzlich auf mich zu und umarmte mich. Als er mich losließ, sahen wir uns kurz in die Augen. Es war eine spontane Umarmung, die so gar nicht zu Dave passte. Er war zwar immer gern auf „Kuschelkurs“, wie es Mia gern nannte, aber eine Umarmung hatte er sich mir gegenüber noch nie getraut. Ich löste das Ganze, indem ich lachte und ihn fragte, was er sich zum Mittagessen überlegt hätte. Er grinste, aber er war dankbar für die Vorlage.

      Mitte Dezember hatten wir endlich wieder Luft für einen gemeinsamen Ausritt. Normalerweise machten wir das immer an einem Sonntagvormittag nach dem Stalldienst im Monat, aber wir hatten einfach zu viel zu tun. Leo ritt auf seiner Solsikke, die sich immer besser mit ihm machte. Tom hatte sich Zarin genommen, Mia auf Mon Amie und ich auf Fleming. Die beiden Hengste waren trotz ihres Deckeinsatzes sehr umgänglich und ließen sich gut führen. Fleming war unter mir sowieso ein kleines Schäfchen. Dave lag in der Woche nach Leo flach. Willi ritt sowieso nicht mit und da er auf dem Hof blieb, hustete Dave so lange, dass wir Spaß haben sollten, bis wir alle aufbrachen. Er fehlte trotzdem, obwohl ihn Leo nacheiferte. „Bis zur Tanne!“ rief er, da stob Tom mit Zarin schon an ihm vorbei. Ich hatte lange nicht mehr über so einen verdutzten Blick gelacht. Als wir zurückkamen, trabte Take a Box einmal quer über den Hof. Dann Willi direkt hinterher. Tom schnitt ihm mit Zarin gleich den Weg ab und packte sich den Hengst. Wir anderen mussten nochmal herzlich lachen. Er hatte sich gerade um Taciturn und den wilden Ausreißer gekümmert. „Wie geht’s Dave?“ „Der hat sich vorhin hingelegt.“ meinte Willi, schnaufte schwer und kam dann mit uns zurück zum Stall, Take im Schlepptau.

      Und natürlich feierten wir dann auch Weihnachten. Wir machten ein richtig fettes Raclette, jeder hatte eine Kleinigkeit für jeden und wir stießen zusammen an. Tom und Mia zogen sich im Laufe des Abends dann irgendwann zurück, Willi hatte zu unser aller Überraschung eine geheimnisvolle Verabredung und Leo fuhr hinüber zu seinen Eltern. Dave und ich blieben dann natürlich als Einzige in der Küche zurück. Es war das erste Weihnachten ohne Idefix, der mir in den letzten Tagen so unglaublich fehlte. „Sollen wir nochmal eine Runde über den Hof gehen?“ fragte er und so liefen wir nebeneinander über den dunklen Weg der Weide zu den Fohlenställen. Wir sahen auch noch einmal nach Harvey. Doch die Lücke schloss sich einfach nicht. „Luisa…“ Mir kullerte eine Träne über die Wange, die ich sofort wegwischte. Jetzt kam er gewollt auf mich zu und nahm mich fest in den Arm. „Danke.“ murmelte ich. Gemeinsam gingen wir zurück zum Hof.

      „Luisa!“ Es war Silvester und ich saß gerade im Büro, als Leos Ruf vom Hof schallte. „Ist was passiert?“ rief ich aus dem Fenster. „Schau mal!“ Im selben Moment fuhr Dave in einer kleinen Kutsche um die Ecke. Über die letzten zwei Nächte hat es richtig ordentlich geschneit. Er hatte Occani und Nikita angespannt. „Komm raus aus dem Büro, wir machen ne Spritztour!“ Tom kam im selben Moment hinter mir rein. „Raus mit dir.“ Er lächelte. „Also keine Wahl?“ „Nö“ Ich zog mir meine warme Jacke und die Lammfellstiefel an. Dave grinste übers ganze Gesicht, als ich mich zu ihm setzte und mit der Zunge schnalzte. Die Kleinen hatten ziemlichen Spaß dran, uns hinter sich her zu ziehen und sahen auch echt knuffig aus. „Wo hast du bitte die Welsh-Kutsche her? Sowas hatten wir zu Hochzeiten der Zucht nicht.“ „Ach, hab da ein wenig telefoniert.“ feixte er. „Gehört der dir jetzt?“ „Ja, kann man so sagen. Müssen wir leider öfter fahren jetzt.“ „Was für eine Schande.“ Wir sahen uns an und lachten.

      Mitten auf der Lichtung hinter halb der Rennbahn hielten wir kurz an. „Magst du ne Tasse Tee?“ Dave drehte sich um und deckte die Ablage ab. Darunter kam ein kleiner Korb mit einer Thermoskanne und einer Schachtel meiner Lieblingskekse zum Vorschein. „Oh, was für ein Luxus! Jetzt mal ehrlich, was hast du ausgefressen.“ Ich lachte, weil er mich verdutzt ansah. „Du kennst mich langsam etwas zu gut, befürchte ich.“ „Kann sein ja.“ Ich grinste immer noch. „Naja, ich dachte, ich räche mich mal für die Aktion mit Uranium Fever.“ „Rächen, ja?“ „Ja, das war echt gemein!“ „Stell dir vor, du hättest es viel eher erfahren und wärst viel länger geknickt gewesen, war ja nur ein Tag.“ „Trotzdem, ihr wusstet alle Bescheid!“ „Na dann… Jetzt bin ich gespannt.“ Da tauchte hinter uns plötzlich ein schwarzer Geländewagen auf und hielt mit einigen Metern Abstand. Eine Frau stieg aus, die ich von irgendwoher kannte, aber mir fiel nicht sofort ein, woher. „Warte hier.“ Er drückte mir die Zügel in die Hand und lief auf die Frau zu. In mir machte sich ein komisches Gefühl breit. Die Frau lief hinter den Wagen und holte etwas aus dem Wagen. Sie drückte das Packet in Decken gewickelt in Daves Arme, schloss die Klappe und verabschiedete sich wieder. Langsam ging Dave auf mich zu und erst nur noch einige Meter von mir entfernt begriff ich, was er da trug. Ein hübscher, hellbrauner Hundekopf sah aus der Decke heraus und da legte mir Dave die Jack Russel Hündin schon in den Schoß. Die sah erst Dave an, dann mich und versuchte mir das Gesicht abzuschlecken. „Ihh, lass das doch, du Süße! Hi! Wer bist du denn?“ Ich sah Dave verwirrt an, der sich jetzt wieder neben mich gesetzt hatte. „Ihr Name ist Cleo. Eigentlich müsste sie einen mit „I“ tragen, wie ihre Mama… Ida.“ „Verarsch mich.“ „Nein, ist so.“ Ida war im letzten Wurf von Idefix Welpen die einzige Tochter. Sie hatte ihrem Papa sehr ähnlich gesehen. Nach seinem Tod musste ich immer wieder an sie denken und hatte es sehr bereut, keinen seiner ganzen Welpen für mich behalten zu haben. Jetzt erkannte ich auch im Nachhinein die Frau, sie hatte Ida damals gekauft. „Oh Dave…“ Ich streichelte Cleos Fell und wischte mir die Freudentränen aus den Augen. Die Kleine war herzzerreißend niedlich. „Dankeschön.“ flüsterte ich und sah ihn an. „Damit du 2018 wieder mehr lächelst. Ich hab gemerkt, wie sehr dir Idefix fehlte an Weihnachten. Cleo ist kein Ersatz, das weiß ich, aber…“ Weiter kam er nicht. Ich hatte mich zu ihm rüber gelehnt und ihn auf die Backe geküsst. „Danke, wirklich.“ Er wurde rot, sah mich direkt an – und küsste mich dann richtig.
    • Muemmi
      Pflegebericht Juli 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 02. Juli 2018 | 12894 Zeichen


      Hengstweide
      Take a Bow | Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Checkpoint | Webster | Heros | Medivh | Dante | Fleming | Zarin

      Stutenweide
      Amber | EBS Mon Amie | Uranium Fever | Occani | tc Annakiya | Orchidee´s Nikita | CM´s Meilenstein | Al Aasiyah ox | Caja | Reykja | Solsikke | Taciturn | Chocolate Chip Cookie | Oline | Forever Yours | Cara Mia

      Fohlenweide
      SPN Harvey | Thor | Scamander | Painted Minimalistic Art | Elfenlied | Lillifee | Capona | Aufgepasst, hier kommt Arcada | Symphonie de la Bryére | Efeumond


      "Morgendliche Stoppelfelder"

      Vermutlich hörte man schon von Weitem das Donnern der Hufe auf dem trockenen Feldboden. Es war in den frühen Morgenstunden, als wir unsere Pferde fertig machten und direkt nach dem ersten Füttern in den Wald aufbrachen. Morgens war es noch kühl, was man vom Rest des Tages nicht behaupten konnte. Leo hatte einen richtigen Sonnenbrand beim Heumachen davongetragen und auch Dave und ich waren deutlich dunkler geworden die letzten Wochen. Dafür war er jetzt fast schon hellblond und machte damit Mia ziemlich Konkurrenz.
      Wir hatten uns die letzten Monate ganz schön abgerackert. Der Hof wurde ja teilweise immer noch umgebaut und saniert, Dave und ich sind in meine Wohnung zusammen gezogen und Leo hatte die größere Zwei-Zimmer Wohnung von ihm übernommen. Dort war also auch einiges neu gemacht worden, Wände wurden gestrichen, Koppelzäune erneuert, Wege neu gezogen und der Eingangsbereich des SPN neu bepflanzt. Überall gab es neue Baustellen. Und dann natürlich die verdammte Heuernte. Wir hatten immer noch niemanden neu einstellen können und waren wirklich unterbesetzt. Aber irgendwie hatten wir es auch dieses Mal wieder geschafft. Im Zuge dessen haben wir aber nach langem Überlegen die Betreuung der Fahrturniere abgegeben. Dave war etwas weh zumute, denn es war ja auch seine absolute Leidenschaft neben dem Militaryreiten. Letzteres traute er sich auch nach fast einem Jahr nach dem Unfall nicht wieder so wie früher. Doch er ging in den neuen Aufgaben total auf. Und auch die Beziehung zu mir gab ihm den Halt, den er gebraucht hatte. Er war endlich in einem Zuhause angekommen.
      Tom hatte erst mich und dann Dave lachend umarmt, als wir im Januar von unserem Schlittenausflug zurückkamen. Er hatte als Einziger natürlich vorher von Cleo gewusst, Dave hatte ihn um Rat gefragt und Tom für ihn den Kontakt mit der Züchterin hergestellt. Und dass wir uns gegenseitig heimlich lieben war durch unsere offenen Zankereien sowieso kein Geheimnis mehr. Leo klopfte ihm anerkennend auf die Schulter und zwinkerte mir ganz frech zu, was auf dem Hof plötzlich zu einer Schneeballschlacht führte. Die letzten Anspannungen, die noch aus dem Horror im Sommer 2017 übrig waren, waren auf einmal wie weggeblasen. Ich war seit diesem Tag so sorglos wie schon lange nicht mehr.
      Und so hatten wir die Kraft, alles anzupacken, was wir uns für dieses Jahr bis hierhin vorgenommen hatten. Wir zogen alle so gut an einem Strang, dass wir sogar mit unserem Trainingsprogramm allein schwarze Zahlen schrieben und auch unser Zuchtprogramm als zweites Standbein weiter ausbauen konnten. Wir strukturierten unsere Organisation der Pferdepflege um und fingen langsam damit an, die Fohlen aus den letzten Jahrgängen auszubilden. Scamander und Painted Minimalistic Art sollten später als Springpferde Karriere machen bzw. dort ihre Hauptspezialisierung besitzen. Deswegen wurden diese beiden speziell mir zugewiesen. Außer leichter Bodenarbeit und einigen Tricks, sowie den allerersten Standartdingen wie Halftern, Putzen, Hufe geben und auf den Hänger gehen wurde aber noch nichts gemacht. Ich merkte bei beiden schnell, dass sie sehr spritzig und eifrig waren, manchmal aber natürlich auch noch etwas ungehalten. Es würde viel Arbeit werden, aber wir hatten hier zwei tolle Fohlen mit gutem Stammbaum. Tom, Mia und Dave hatten ebenfalls jeweils zwei Fohlen in die Ausbildung übernommen. Tom würde sich um Symphonie de la Bryére und Capona kümmern. Die hübschen Mädels würden dann natürlich weiter im Dressursport gehen. Und dafür war Tom unser erster Mann. Dave durfte sich natürlich um sein Amberfohlen Harvey kümmern. Was wir mit ihm machen würden, wussten wir eigentlich noch nicht genau. Er war noch so klein und verspielt, dass dafür noch genügend Zeit blieb. Bis dahin hatte Dave auch die Chance, sich weiter zu erholen, denn ich hoffte doch, dass er in Daves Spezialgebiet des Military oder je nach Körperbau in die Distanz gehen könnte. Da Harvey noch so klein war und erst nur das Halftern lernte, bekam Dave zusätzlich Thor an die Hand. Der war mittlerweile zu einem stattlichen Jugendlichen herangewachsen und machte ordentlich Eindruck, auch wenn er noch sehr schlaksig war für einen Friesenmix. Doch sein Wesen war des eines liebevollen, friedlichen Kuschelbärs. Er hatte schon auch seine fünf Minuten, doch er schien anscheinend zu merken, dass Dave aus Reflex seine Schulter noch immer wegdrehte oder nicht ganz belastete, obwohl der Physiotherapeut die Behandlung schon vor drei Monaten erfolgreich abgeschlossen hatte. Jetzt war Thor eben sein neuer Therapeut. Der schwarze Hengst mit den blauen Augen lernte schnell und verdiente sich damit eine Karotte oder Apfelschnitze nach der anderen und forderte seinen Ausbilder so, dass der irgendwann gar nicht mehr an die Auswirkungen des Unfalls dachte. Eines Abends kam er pfeifend in unsere Wohnung, drückte mir grinsend einen Kuss auf die Stirn und zog sich ohne jede Mühe das T-Shirt über den Kopf, um dann weiter pfeifend unter der Dusche zu verschwinden. Ich kann nicht sagen, was mich in dem Moment mehr umhaute – der Anblick an sich oder die Tatsache, dass es jetzt alles gut war.
      Und weil alles gut war, alles so wunderbar lief und es uns so gut ging wie noch nie auf dem SPZ Naundorf, jagten wir jetzt mit einem Affenzahn über das frisch abgemähte Weizenfeld am nördlichen Waldrand. Dave saß auf Heros, der ein absolutes Verlasspferd im Gelände war, dicht gefolgt von Leo auf seinem Fireflies, der noch dieses Jahr zur Körung gemeldet werden würde. Mia hatte sich ihren Checkpoint ausgesucht, da wir ohne große Reibereien nur mit Hengsten reiten wollten. Tom nahm sich Webster, dem etwas Geländeerfahrung nicht schaden konnte. Der Erfolgshengst unseres Zentrums in Sachen Dressur hatte schon einige Schleifen gesammelt und würde wohl auch bald in unser Zuchtprogramm überwechseln. Mia und Tom galoppierten auch über das Feld, allerdings nicht so schnell wie wir anderen drei. Ich klopfte Dante den immer heller werdenden Hals, als wir am unteren Rand des Feldes ankamen. Im Trab ritten wir weiter, bis Tom und Mia aufgeschlossen hatten.
      Die beiden waren natürlich auch noch ein wahnsinnig glückliches Paar und wir saßen oft abends noch nach dem gemeinsamen Abendessen zusammen draußen auf der Veranda. Dort trugen wir wichtige Daten und Ereignisse des Tages zusammen, besprachen bevorstehende Termine und alberten nach getaner Arbeit miteinander herum. Während der Heuernte waren wir aber oft auch so platt, dass es nur dabei blieb, ab und an eine Flasche Rotwein miteinander zu trinken und dem Hof zuzuhören, wie es nach dem Tag langsam ruhiger wurde. Denn Mia hat mit Tom und mir die meisten Pferde zu betreuen. Neben den beiden Fohlen Efeumond und Arcada, waren in ihrer Obhut neben Checkpoint bei den Hengsten vier Stuten: Annakiya, Mon Amie, Al Aasiyah und Caja. Mit Mon Amie arbeitete sie derzeit nicht wirklich, außer einige Dehnarbeiten. Sie war wieder tragend von Dante. Daher lag ihre Aufgabe hauptsächlich auf die Ausbildung der Distanz. Annakiya und Aasiyah vertrugen sich so gut, dass sie abwechselnd auf einer der beiden ritt und die andere angebunden mitführte. So drehte sie um den Hof ihre Runden, wenn sie alleine unterwegs war, alternativ kam ich mit Aquentino mit. Dieser, sowie meine Hengste Fleming und Dante, die Stuten Cara Mia und Amber und die beiden Fohlen Scamander und Painted waren meiner Betreuung zugefallen. Daher hatten wir nach dem Stalldienst am Vormittag bis zum Mittagessen, bei dem wir uns alle abwechselten, immer genug zu tun. Wir hatten uns auch die freien Tage, die jedes Pferd hatte, auch so eingeteilt, dass Mia und ich dann gegebenenfalls anfallende Arbeiten im Haupthaus oder ähnliches zusammen machen können oder unsere Trainigseinheiten eben aufeinander abgestimmt waren. Tom und Dave fanden das gut und holten Willi und Leo mit ins Boot. Willi kümmerte sich um die Kurzen auf dem Hof und hatte daher bei den Fohlen die kleine Lillifee, den charmanten aber manchmal etwas eigensinnigen Take a Bow und die drei Süßen Nikita, Occani und Taciturn übernommen. Letztere war neben Lillifee als Welshfohlen die Kleinste auf dem Hof und unsere Herzensdame. Neben Cleo, die gerne mit ihr auf der Weide spielte, war sie sozusagen unser „Maskottchen“. Unsere Besucher liebten sie und regelmäßig wurde sie mit Leckerchen und Streicheleinheiten überhäuft. Mittlerweile war sie ja auch schon 17 Jahre und wurde zu allen anderen Pferden auf dem Hof wenn nur spazieren geführt. Auf die Gnadenweide wollten wir sie aber noch nicht stellen, da der Ausbau für die Kleineren noch nicht fertig war und wir sie doch gerne im Stutenstall sahen, wie sie neugierig den süßen Kopf gerade so über die Tür streckte.
      Hier standen natürlich auch noch die Stuten, die Tom und Leo betreuten. Neben seiner Solsikke, die neben Fireflies Leos absolute Turnierpferdchen geworden waren, kümmerte sich Leo auch noch um die hübsche Lewitzerstute Chocolate Chip Cookie, sowie um die Dänin Oline. Er hatte an diesen ebenfalls einen besonderen Narren gefressen und arbeitete regelmäßig und fleißig mit ihnen. Cookie war etwas spritziger als Oline, aber genau das hatte meiner Meinung nach nur Vorteile für Leo. Er sollte mit verschiedenen Charakteren arbeiten und sich nicht zu sehr auf eine Verhaltensart spezialisieren. Neben den erwachsenen Stuten hatte er deshalb auch Elfenlied als Fohlen bekommen. Wir unterstützen ihn dabei natürlich, bis jetzt macht er seine Sache wirklich sehr sehr gut. Neben den bereits genannten betreut Tom mit insgesamt sieben Pferden zusätzlich im Stutenstall Forever Yours, Meilenstein und seine Reykja. Erstere haben wir lange nicht so gefordert, da wir sie ja aus schlechter Haltung übernommen haben. Sie soll höchstens noch zwei Fohlen tragen, bevor wir sie wohl doch auf die Gnadenweide entlassen. Dagegen machen Meilenstein und Reykja von Tag zu Tag weiter Fortschritte. Meilenstein wird mittlerweile geritten, Anfangs saßen hauptsächlich Mia, Leo und ich auf ihr, da wir vom Gewicht her etwas leichter sind als Tom. Doch mit dem richtigen Training konnte sich Meilenstein bald so gut ausbalancieren, dass sich Tom mittlerweile von unten in den Sattel ziehen kann und sie sauber unter ihm austritt. Reykja ist parallel dazu mit Webster unser Dressurass geworden. Ich liebe es, Tom und ihr in der Halle zuzusehen. Er hat dafür einfach das richtige Gespür und gibt uns allen immer noch Korrekturunterricht oder reitet unsere anderen Pferde zur Kontrolle regelmäßig auf dem Platz. Der Rest von uns will immer nur über Hindernisse oder ins Gelände, worauf ja unser Zentrum hauptsächlich ausgelegt ist, aber die Dressur ist eben die Basis und darauf achtet Tom zum Glück.
      So hat er auch Dave unterstützt, der mit der Arbeit mit Thor und Zarin langsam auch wieder vermehrt Zugang zu Medivh bekam. Bei beiden waren die körperlichen Wunden verhältnismäßig schnell verheilt, aber was blieb ist, dass die beiden jetzt nicht mehr genau wussten, auf was sie ausweichen sollen. Military würde vermutlich nie wieder gehen, obwohl Medivh im Gelände ein erstaunlich gelassenes Verhalten zeigt. Auch vor den Hindernissen hat er an sich keine Angst, aber verweigert doch deutlich häufiger bei den ersten kleinen Versuchen auf dem Sandplatz, wenn er es durch Drehen des Kopfes nicht ganz sieht. Wir haben angefangen uns durch die Turnierwelt zu fragen und auch zwei Fälle gefunden, in denen einseitig blinde Pferde wieder springen. Ein Versuch mit dem Abdecken des blinden Auges durch eine Maske zeigte erste Erfolge. Vielleicht brauchte er einfach die Bestätigung, dass er das jetzt ganz sicher einseitig blind machen wird und deshalb auf seinen Reiter vertrauen muss. Oder aber es ist die Angst, sich erneut zu verletzen. Wir können es uns nicht erklären, aber mit zunehmendem Training fasste Medivh mehr und mehr Vertrauen. Viel über Stimmtraining, Toms Erfahrungsschatz und gute Bodenarbeit hörte Medivh nach einigen Wochen wieder auf zu Weben. Wir entließen ihn auf Anraten von den Besitzern der anderen blinden Pferde voll und ganz in den Herdenverband der Hengste. Anfangs rumpelte er noch ein bis zweimal an andere an, aber irgendwann bemerkte man nichts mehr. Dennoch überlegten wir uns, ihn eher in die Distanz und ins Fahren zu bringen. Dort hatte er mittlerweile auch Erfolge eingeheimst und ging dort genauso auf. Ein weiterer Grund, warum der pfeifende Dave nicht wieder verschwand hinter jemandem, der keine Perspektive mehr für sich sah. Und mit Harvey, sowie der flinken Uranium Fever hatte er zwei weitere Pferde, mit denen er nach meiner Einschätzung das Military eben nicht verlieren würde. Ich denke, das weiß Dave für sich auch und fand mit dem Unfall seinen Frieden.
      So ritten wir also nebeneinander her, alle fünf außer Willi und Cleo, die wie immer den Hof hüteten- ausgelassen, zufrieden, den Sommer genießend. Die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht und die dampfenden Pferde unter uns.
    • Muemmi
      Pflegebericht Dezember 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 02. Dezember 2018 | 9910 Zeichen


      Hengstweide
      Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Webster | Checkpoint | Take a Bow | Joschi | Medivh | Heros | Dante | Zarin | Fleming

      Stutenweide
      Caja | Reykja | CM´s Meilenstein | Uranium Fever | Chocolate Chip Cookie | Solsikke | Occani | Cara Mia | Orchidee´s Nikita | Al Aasiyah ox | tc Annakiya | Taciturn | Tassila | Oline | Forever Yours | EBS Mon Amie | Ambie

      Fohlenweide
      Efeumond | Thor | Lillifee | Painted Minimalistic Art | Symphonie de la Bryére | Aufgepasst, hier kommt Arcada! | Elfenlied | Capona | Scamander | SPN Harvey


      "Glück pur"

      „Luisa! Wir müssen los!“ Daves Stimme schallte durch den Flur und das Treppenhaus hinauf in unsere Wohnung. Er stand unten in der Eingangstüre und blickte zu mir hinauf, als ich eben diese Treppe hinunterstolperte. „Sorry, bin schon fertig.“ Er grinste, während ich in meine Jacke schlüpfte und die Stiefel anzog.

      Der Sommer war so schnell vorbei gegangen, dass ich mich jetzt gefühlt unvorbereitet im Dezember mit nasskaltem Wetter wiederfand. Wir hatten einen superschönen Herbst gehabt, mit vielen bunten Blättern und sonnigen Ausreittagen. Dave und ich hatten uns nach der stressigen Zeit der Heuernten und der Tuniersaison, die außer für Dave und Willi für uns alle noch im vollen Gang war, Zeit für uns genommen. Medivh hatte sich mittlerweile vollständig erholt und wir uns alle an den etwas seltsamen Anblick seines linken, blinden Auges gewöhnt. Er ging jetzt vermehrt in der Dressur und Dave hatte Heros mehr in die Ausbildung des Springens genommen. Aber wir hatten gemeinsam beschlossen, dass er diese Saison noch nicht wieder im Turniersport mitmischen würde. Dave ging jetzt dafür eher in der Aufgabe auf, mich und den Hof bei allem zu unterstützen. Ich war richtig beeindruckt von seinen Ausbilderfähigkeiten, die er bei den Kutschpferden, den Springern und den Militärygängern zeigte. Die Sportpferde unseres Zentrums blühten regelrecht auf und unsere Kunden lobten Dave zufrieden für seine Arbeit. Allgemein bemerkte ich, dass ihm das Leben hier auf Naundorf richtig guttat. Es gab im Frühsommer ein kurzes, unschönes Aufeinandertreffen mit seinem Vater auf einem der Trabrennen, die wir uns in Zusammenhang mit Uranium Fever ansahen. Er hatte sie zur Probe mal vor einen Sulky gespannt und war auf der Sandbahn oben im Wald eine kurze Runde gefahren. Auch an ihr hatte Dave ganze Arbeit geleistet und wir wollten sie daher in der Saison 2019 in ein paar Fahrturnieren laufen lassen. Die hatten wir bereits vor einigen Monaten schon als Organisatoren aufgegeben und erst da gemerkt, wie sehr uns das eigentlich belastet hatte, auch wenn es eine Leidenschaft für uns alle war. Kaum war das vorbei, kam mit der Tatsache, dass Dave jetzt mit mir, Eine der Teilhaber Naundorfs zusammen war, Stunk von Seiten seiner Verwandschaft. Daves Dad war schon immer schwierig gewesen und hatte sich schon früh einen guten Ruf im Fahrsport gemacht. Er war aber auch für sein Cholerisch-Sein bekannt und konnte es sich mit dem zunehmenden Erfolg Naundorfs, das ihm mitunter den ein oder anderen Kunden abgeworben hatte, nicht verkneifen auf Dave zu zielen. Dieser ließ sich das nach außen hin nicht anmerken, aber mir gegenüber gab er zu, dass es ihn immer noch schwer traf, wenn sein Vater ihn als „Nichtsnutz“ und „Schnorrer“ hinstellte. Da konnte auch seine wundervolle Mutter, mit der ich mittlerweile gut befreundet war und regelmäßig Kontakt hatte, nichts ändern. Es führte sogar zu noch mehr Ärgernis, da wir sie natürlich auf Naundorf immer willkommen geheißen hatten – seinen Vater allerdings auf Daves Wunsch nicht. Ich mischte mich da nicht ein, da das Daves Sache war. Ich konnte ihn nur unterstützen und für ihn da sein. Um uns also zusätzlich eine Auszeit zu gönnen, waren Dave und ich eine Woche nach London und zu Freunden, die Sportpferde in Großbritannien züchteten gefahren. Es war einfach nur wunderschön dort und wir haben diese eine Woche in vollen Zügen genossen. Ich hatte schon immer eine Schwäche für das satte Grün der Weiden und die alten Gemäuer der Herrenhäuser gehabt. Doch nichts würde mir je so viel bedeuten, wie unser Naunhofer Gestüt, bei dem ich mich mittlerweile so viel mehr zu Hause fühlte, als ich es damals im alten jemals getan hatte. Und das galt eben auch für Dave.

      So stürzten wir uns mit neuer Energie wieder in die Arbeit und in die Ausbildung unserer Jungpferde. Thor war mittlerweile so groß, dass man ihn langsam unter den Sattel nehmen konnte. Der Gute wurde im Januar jetzt 3 Jahre alt und würde demnächst auf die große Hengstweide wechseln. Auch Efeumond hatte seine Ausbildung hinter sich und kam jetzt zum Beritt in Mias Hände. Der spritzige Hengst sollte aufgrund seines höheren Alters nicht mehr in anderweitigen Rennen, als denen im Amateursport laufen und uns als guter Springer und Vererber in der Zucht dienen. Auch Painted nahmen wir in der Fohlenausbildung weiter in Beschlag, er war mittlerweile ein Jahr von seiner Mutter abgesetzt und ordentlich gewachsen. Wir würden ihm aber noch mindestens ein Jahr geben, bevor wir mehr mit ihm trainieren würden, als über das Absolvieren einer Fohlenschau hinausgehen würde. Auch die Stutfohlen Symphonie de la Bryére, Arcada, Capona und Lillifee durften noch ganz Fohlen sein. Sie standen alle zusammen auf einer Weide und hatten bei dem matschigen Wetter bis zum ordentlichen Bodenfrost erstmal nur Ausgang auf den großen Sandpaddock. Auch Scamander und Harvey waren noch etwas zu jung und tollten um mich herum, als ich zum Misten kam. Elfenlied allerdings war ähnlich wie Thor langsam groß genug, um auf die Stutenweide zu wechseln und in eine reiterliche Ausbildung über zu gehen. Den Sattel nahm sie schon gut an und lief auch unter ihm an der Longe recht gut. Nur mit einem reiterlichen Gewicht hatte sie noch Schwierigkeiten, was wir regelmäßig mit Sandsäcken und kurzen Ritten an Muskulatur aufbauten.

      Aber nicht nur unsere Fohlen veränderten sich, indem sie immer größer wurden. Auch unser Team hatte sich vor kurzem geändert. Lange hatten wir gesucht und wussten nicht, wie wir die nächste Saison überwinden sollten, ohne jetzt langsam jemanden einzustellen. Und gerade Leo hatte dann die Lösung. Nach dem Unfall auf Medivh kamen einige Artikel dazu heraus und die Erblindung eines Sportpferdes war wieder mehr im Gespräch in der Reiterwelt der Region. Da Leo damals direkt mitten im Geschehen war, hatte eine junge Reiterin, die schon länger für ihn geschwärmt hatte, die Möglichkeit, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Denn sie hatte sich bisher nicht getraut, ihn anzusprechen. Sie meinte später, dass Dave immer mit Leo rumhing und das deshalb unmöglich für sie war. Leo war nach dem Unfall selbstverständlich länger nicht im Turniersport aktiv gewesen und Sophie, die ebenfalls als junge Reiterin viele Erfolge gefeiert hatte, hatte seinen Namen in einem der Artikel gesehen. Über Facebook hatte sie ihn dann angeschrieben und die beiden sich getroffen. Dass sie ihn über die Berichte gefunden hatte, erzählte sie natürlich erst sehr viel später, aber da waren die beiden schon einige Wochen zusammen. Wir auf dem Hof bekamen das offiziell erst im Sommer mit. Da brachte Leo Sophie das erste Mal mit. Die junge Reiterin war mit ihrem Deutschen Reitpony Tassila uns voher schon etwas bekannt, aber je öfter sie hier war, desto mehr gehörte sie mit zum Hof. Sie war eine hübsche, schlanke Frau mit schwarzen Haaren und seltenen grünen Augen, die für ihre gerade mal 19 Jahre einen sehr erwachsenen und reifen Eindruck machte. Sie hatte ihr Abitur abgeschlossen und war ein paar Monate im Ausland gewesen, bevor sie sich entschied, ihr Hobby doch zum Beruf zu machen. Nur der richtige Betrieb fehlte noch. Und da waren wir als Betrieb richtig dankbar. Dave und ich erklärten ihr aber, was damals mit Susan, die sich mit Dave überworfen hatte passiert war. Und dass wir sie gerne auf dem Hof mit ihren beiden Ponys Tassila und Joschi willkommen heißen würden, sofern es keine Streitigkeiten geben würde. Doch als wir alle sahen, wie die beiden zusammen arbeiteten und sich Sophie machte, verschwanden unsere Zweifel. So zog Sophie erstmal in ihr eigenes Zimmer im Haupthaus. Denn mittlerweile lebten auch Mia und Tom zusammen. Die beiden waren fast noch glücklicher als Dave und ich und nach allem, was uns auf Naundorf passiert war, konnten wir das Glück zwar kaum fassen, aber vollends genießen.

      So steuerten wir also mit dem ersten Advent auf die Weihnachtszeit zu, während langsam eine gemütliche Routine auf Naundorf einkehrte. Wir hatten genügend Zeit unsere Pferde zu trainieren und auch die von Kunden zu betreuen, den Hof an einigen Stellen zu sanieren und endlich die gesamten Zäune auf Vordermann zu bringen. So kamen bei Tom, Webster, Reykja, Forever Yours und Meilenstein ordentlich voran und zeigten in der Dressur erstaunliche Fortschritte. Auch Tom lebte jetzt nach dem ganzen Stress auf und hatte richtig Spaß an der Arbeit. Auch Mia konnte ordentlich trainieren und sich um ihre Schützlinge Checkpoint, Annakiya, Mon Amie, Aasiyah und Caja kümmern. Sophie half Leo mit Oline, die wir ihr bei der Einstellung fest zuteilten. Sie sollte mit einem Großpferd arbeiten, da sich Willi um Joschi kümmern würde. Der Beistellshetty hatte jetzt mit Occani, Taciturn, Nikita und Take a Bow neue Weidengenossen und verstand sich vor allem mit Bow sehr gut. Leo hatte also mehr Zeit, sich auf seine Solsikke und auf Cookie zu konzentrieren. Die beiden Damen hatten sich auf dem Hof wirklich gut gemacht und so langsam konnte es auch bei ihnen in die Turniere gehen. Candy allerdings hatte sich wirklich super gemacht und einige Schleifen eingeheimst. Er würde demnächst mit Aquentino zur Körung eingeschrieben werden. Auch meine Pferde machten sich gut. Ich hatte endlich wieder genügend Zeit, um mit Fleming und Dante richtig lange Ausritte zu machen und eine Parcour abzureiten. Auch Cara Mia und Amber kamen wieder zum Zuge, vor allem Amber hatte nach Harvey wieder ihre alte Form und sprang besser denn je. Dave sah immer mal wieder neidisch rüber, als er gerade mit Zarin trainierte.

      Und wie gesagt, konnten wir uns endlich wieder auf andere konzentrieren. Um unsere Zuchtpläne weiter zu verfolgen, hatte Dave einen Großverkauf entdeckt und auch zum Trainieren und Pflegen der Pferde dort brachen wir heute auf. Dave grinste immer noch, als er vorne ums Auto herumlief und einstieg, während ich mich auf dem Beifahrersitz niederließ. „Bis später!“ rief uns Tom zu und winkte zum Abschluss.
    • Muemmi
      Pflegebericht Mai 2019

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 28. Mai 2019 | 5095 Zeichen


      Hengstweide

      Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Webster | Checkpoint | Take a Bow | Joschi | Medivh | Heros | Dante | Zarin | Fleming | Joschi

      Stutenweide
      Caja | Reykja | CM´s Meilenstein | Uranium Fever | Chocolate Chip Cookie | Solsikke | Occani | Cara Mia | Orchidee´s Nikita | Al Aasiyah ox | tc Annakiya | Taciturn | Tassila | Oline | Forever Yours | EBS Mon Amie | Amber | Windrose | Paminta | Skittles

      Fohlenweide
      Efeumond | Thor | Lillifee | Painted Minimalistic Art | Symphonie de la Bryére | Aufgepasst, hier kommt Arcada! | Elfenlied | Capona | Scamander | SPN Harvey | Rabano | HGT´s Royal´s Daydream

      „Regentage und anderes Alltägliches"

      „Es regnet wieder!“ Willi schüttelte sich die gröbsten Regentropfen aus den Haaren und grinste Dave und mich im Hausflur an. „Kaffee steht in der Maschine, ist grade fertig geworden.“ meinte Dave zu ihm. Willi verschwand in der kleinen Küche, in der Mia noch saß. Tom war recht früh zu einem Dressurkurs aufgebrochen, Mia war mit ihm aufgestanden und hatte bereits die Fohlenstallungen ausgemistet. Neben unseren Großen Thor, Efeumond, Painted Minimalistic Art, Lillifee, sowie den Halbstarken Scamander und Harvey, standen immer noch unsere Eigenzuchten Symphonie de la Bryére, Arcada, Elfenlied und Capona bei uns. Auch Royal´s Daydream hatte sich gut eingelebt, eine Enkelin meines Hannoveraners Red Diamond II, der nicht unweit auf der Gnadenweide friedlich sein Leben genoß. Und erst vor ein paar Tagen kam Rabano zu uns zurück, ebenfalls ein Nachkomme unserer Gnadenweidenpferde – Ravallo und Zingara. Wir hatten vor, Rabano neben Thor auf dem Hof zu behalten, um die beiden später als Kutsch- und Dressurpferde als Besonderheiten zu führen. Vor allem Rabano war mit seiner Farbe ein wahrer Hingucker.

      Willi, Mia, Dave und ich frühstückten zusammen und brachen dann auf, um den Rest der Pferde zu versorgen. Willi und Mia gingen hinüber zu den Stuten, Dave und ich zu den Hengsten. Auch unser Stutenstall hatte in den letzten Wochen nochmal Zuwachs bekommen. Das lag auch an der hübschen Sophie, die wir im März eingestellt hatten. Sie hatte Leo öfters auf Turnieren getroffen und eines Tages hatte er sie mit auf den Hof gebracht. Sie hatte ihre Ausbildung nicht unweit von Naundorf vor einem Jahr abgeschlossen und war mit 22 Jahren in Leos Alter. Uns gefiel sofort ihre liebe und geschickte Art, mit Pferden umzugehen und als sie mehr und mehr ihre Freizeit auf Naundorf verbrachte, baten wir ihr an, ganz zu uns zu wechseln. Somit brachte sie mit Skittles und Joschi zwei neue Vierbeiner zu uns. Unser Haupthaus war jetzt nach fast 5 Jahren seit dem Kauf des Gestüts fertig renoviert und sie hatte dort ihre eigenen zwei Zimmer bekommen. Leo und sie verstanden sich fast besser als Dave und ich, ihre Verliebtheit steckte uns richtig an. Obwohl das gar nicht nötig war.

      Dave und ich waren immer noch wahnsinnig glücklich miteinander. Zusammen leiteten wir mit Tom und Mia Naundorf so erfolgreich, dass wir mit dem Training mittlerweile langsam anfingen, über Brandenburg hinaus bekannt zu werden. Ich war vor kurzem mit Heros, Dante und Fleming nach München und Stuttgart gefahren, hatte unsere besten Zuchthengste dort präsentiert und Werbung für Naundorf gemacht. Mittlerweile hatten die drei zusammen um die 250 Fohlen. Medivh und Zarin waren ebenfalls in der Region überaus beliebt, wir wollten sie aber aufgrund ihrer Verfassungen nicht gar so weiten Reisen aussetzen. Dave führte gerade Webster, Fireflies, Aquentino und Checkpoint hinaus, während ich mit den ersten Boxen anfing. Zusammen brauchten wir für den Hengststall mit Säubern, Füttern und Einstreuen eine knappe Stunde. Dave brachte die restlichen Hengste auf die Weide, Take a Bow und Joschi auf eine eigen abgesteckte. Die beiden verstanden sich prächtig und waren wirklich toll anzusehen. Sophie war total hin und weg von Take a Bow, der von seinen Vorbesitzern eine ganze Reihe von Tricks zeigen konnte. Zusammen übte sie jetzt in ihrer Freizeit mit ihm und Joschi, was uns alle mehr zur Bodenarbeit brachte. Tom ließ sich davon sogar so inspirieren, dass seine ruhige und sanfte Reykja es irgendwann auf Kommando sehr beeindruckend schaffte zu steigen und sich zu verbeugen. Auch ich dehnte Aquentino und Amber mehr, achtete mehr auf die Ausbildung der Fohlen.

      Als Dave und ich fertig waren, gingen wir hinüber in den Stutenstall. Dort standen natürlich mittlerweile mehr Pferde als im Hengststall. Meilenstein war mittlerweile voll ausgewachsen, Uranium Fever hatte sich gut eingelebt, Solsikke und Chocolate Chip Cookie tobten mit Skittles und Cara Mia schon auf der Stutenweide. Occani, Nikita und die alte Taciturn standen wie Bow und Joschi auf einem eigenen abgetrennten Teil der Weide, während Mia und Willi, Tassila, Oline, Paminta, Annakiya, Aasiyah, Mon Amie, Ronja und Forever Yours brachten. Die beiden hatten die Weiden vorher abgesteckt und kontrolliert, die Tröge draußen geputzt und die Fohlen nach draußen gelassen. Zusammen brauchten wir jetzt nur noch eine halbe Stunde, bis alles Boxen gemistet und die Stallgasse gekehrt waren.

      „Mit wem willst du ausreiten?“ Dave grinste mich am Nachmittag an, als wir mit den ersten Trainingspferden fertig waren. Er wollte gerade Uranium Fever holen, als ich ihm Windrose nannte. Die hübsche Braune hatte mitunter mein Herz erobert, seit sie seit Ende letzten Jahres ebenfalls zu unserer Stutenherde gehörte. Sie war als sehr sehr junge Stute mal in meinem Besitz, kam aber auch glücklicherweise irgendwie wieder zurück in unsere Hände. Als reinrassige Trakehnerin würde sie unsere Zucht gut unterstützen, wenn sie vollends im Training angekommen war. Pfeifend schlenderte Dave davon und ich ging in die Sattelkammer, um grinsend das Reitzeug zu holen.
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  • Album:
    Sportpferde Naundorf - Hengstweide
    Hochgeladen von:
    Muemmi
    Datum:
    1 Juli 2018
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    EXIF Data

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    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Abstammung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Von Place Royal
    Von Prince Aus der Wild Lady Roxanne

    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von Carnaby Aus der Sedan

    Aus der Winona´s Hope
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von unbekannt Aus der unbekannt


    Exterieur
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Hengst
    29.06.2012 | 4 Jahre

    Rasse: Holsteiner
    Stockmaß/Endmaß: 178cm
    Gewicht: 520kg
    Fellfarbe: Apfelschimmel
    Geno: x


    Interieur + Beschreibung
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    Verhalten in der Box: Ruhig
    Verhalten auf der Weide: Neutral


    Charaktereigenschaften:

    Aufmerksam, Intelligent, Sozial, Nervös, Gutmütig, Scheu, Temperamentvoll

    Dante ist zwar ein Riese, dennoch innerlich ein großes Baby, das eine sichere Führung braucht.
    Fühlt er sich unsicher kommt er leicht aus dem Konzept und wird unruhig.
    Ihn zu reiten kann manchmal ein echtes Geduldsspiel sein, denn auch da gilt es ihn mit den kleinstmöglichen Hilfen zu bedienen und feinfühlig auf jede Bewegung einzugehen.
    Schafft man dies, wird er jedoch zu einem echten Tänzer und tut alles, was man von ihm verlangt.
    Vom Wesen her ist Dante ein ausgesprochen lieber, treuer Gefährte, der in der Herde zum verspielten Fohlen wird.

    Weide: Hengstweide
    Unterbringung: Weide/Box

    Einstreu: Sägespäne
    Futtersorte: Kraftmüsli, Saftfutter, Heu
    Fütterungszeiten: morgens und abends


    Besitzer: Muemmi
    VKR/Ersteller: Occulta


    Qualifizierungen + Erfolge
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L M S
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S

    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S
    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****
    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100 BE100Plus Novice Intermediate Advanced Intermediate Advanced


    Galopprennen E A L M S

    Ausgleichsrennen|Hindernisrennen: AIV AIII AII AI | AU AM AG
    Flachrennen: 800m 1000m 1250m 1500m 1750m 2000m 2250m 2500m 3000m 3400m

    Distanz E A L M S
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***

    Fahren E A L M S S* S** S***
    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2 CAI-A4
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2 CAI-M-A4
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2 CAI-CA4
    Trabrennen: 800m 1000m 1600m 1760m 1900m 2100m 2300m


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    Offiziell
    46.Synchronspringen | 180. Fahrturnier |185. Fahrturnier | 189. Fahrturnier | 209. Fahrturnier
    302. Fahrturnier | 305. Fahrturnier | 306. Fahrturnier

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    Inoffiziell
    Green Briar Ridge

    Leistungsschau September 2016 - 7.2
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    Gewinnsumme: x


    Ausbildung + Zuchtdaten
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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    Dressurpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    Kutschpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Einfahren ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen


    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1
    Wasser: 6 5 4 3 2 1
    Gelände: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Straßen: 6 5 4 3 2 1

    Stangenarbeit: 3 2 1 ✪
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪
    Verladefromm: 3 2 1 ✪

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen | Rückwärtsrichten | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten
    Abstand halten | Wenden + Handwechsel | Abruf

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten | Spanischer Schritt x | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel x | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) x | Levade x | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


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    Pferdepass

    Schleife

    HK 481
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    Zur Zucht zugelassen: ja
    Eingetragene Zucht: Gestüt Naundorf
    Züchter/Herkunft: Occulta

    Nachkommen
    Devil May Cry aus der EBS Mon Amie *2016
    Dante´s Wild Lady aus der Unbekannt *2016


    Gesundheitszustand
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    Letzter Tierarztbesuch: August 2016

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) überfällig

    Wurmkur (jedes Jahr) überfällig
    Tollwut Impfung (jedes Jahr) überfällig
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) überfällig
    Influenza Impfung
    (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4
    (alle 6 Monate) überfällig


    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en: keine
    Chronische Krankheit/en: keine
    Erbkrankheit/en: keine


    Letzter Hufschmiedbesuch: August 2016
    Ausgeschnitten/Korrigiert: Ausgeschnitten
    Hufbeschaffenheit: sehr gut
    Hufkrankheit/en: keine

    Beschlag vorne: Eisen
    Beschlag hinten: Barfuss


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    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund