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Laraya13

Daemon

Daemon
Laraya13, 16 Aug. 2019
    • Laraya13
      Kleine Kraftpakete - Monatsbericht November 2013

      Cinnemont's History, Dorina, Little Big Girl, Kolibri & Mississle
      Nachdem ich meine Großpferde auf die Koppeln gebracht hatte, waren meine Ponies, also die Isländer, Deutschen Reitponies, Welsh As und Welsh Bs an der Reihe. Zum Schluss würde ich mich dann um meine siebzehn New Forests kümmern.
      Heute hatten Cinnemont's History, Dorina, Little Big Girl, Kolibri und Mississle frei. Die beiden Welsh A Stuten waren erst seit kurzem auf meinem Gestüt und somit noch in der Eingewöhnungsphase. Dorina, History und die Jungstute Kolibri hatte ich dagegen erst ausgiebig gearbeitet, daher hatten sie sich ihren freien Tag redlich verdient.
      Zuerst holte ich meine beiden Reitponydamen aus den Boxen, putzte sie gründlich, kratzte die Hufe aus, verlas Mähne und Schweif und legte ihnen anschließend die dicken Weidedecken auf. Alle meine ausgewachsenen Pferde waren geschoren, da ich sie ja des öfteren auf Schauen und Turnieren vorstellte. Daher trugen auch alle Decken. Den Fohlen legte ich sie nur auf, wenn auch bei ihnen eine Fohlenschau anstand. Daher waren momentan nur San Salvador, Classic Moment und Casanova geschoren. Als Dorina und History auf der Koppel bei Cookie, American Baby, Benjilala, Mizzi und den anderen waren, widmete ich mich Kolibri und Little Big Girl. Letztere würde heute zum ersten Mal auf die große Stutenkoppel kommen und ich war gespannt, wie die kleine goldene Stute sich verhalten würde. Während ich die beiden prämierten Stütchen fertig machte, summte ich eine leise Melodie vor mich hin. Obwohl es so schrecklich kalt war, hatte ich trotzdem seltsamerweise unglaublich gute Laune... Kolibri trabte kurz darauf auf der Koppel sofort los, drehte sich dann um und sah nach, wo Girlie blieb, die erst einmal unsicher stehen geblieben war. Ich grinste. Kolibri war in meiner Stutenherde immer ein wenig die Außenseiterin gewesen, doch mit Little Big Girl verstand sich mein junges Stütchen richtig gut. Girlie setzte sich langsam in Bewegung und wurde gleich darauf von Samiyah angegiftet. Die junge Cremellostute spielte sich jedesmal unglaublich auf, wenn eine neue Stute in ihre Herde kam. Spätestens im Frühling, wenn die ersten Stuten Fohlen hatten und die beiden Hannoveranerfohlen Inspiration und Pleasure ebenfalls in die Herde kamen, würde ich sie jedoch sowieso trennen und dann hatte Sami erst einmal wieder Ruhe. Die arme Girlie verdrückte sich unterwürfig in eine Ecke und traute sich erst nach einer Weile zu grasen. Zu meiner Freude gesellte sich Kolibri jedoch sofort zu ihr und die beiden beknabberten sich liebevoll. Ich lächelte und ging in den Stall um nun auch Mississle hinaus zu lassen.
      Das junge Welsh A Fohlen würde zusammen mit Inspiration, Pleasure und Everybody's Darling hinaus kommen. Insgeheim hoffte ich sehr, dass sie und Darling sich verstehen würden. Die kleine New Forest Stute hatte ich mit der Flasche aufgezogen und obwohl ich sie so früh wie möglich mit anderen Pferden zusammen gebracht hatte, hing sie sehr an Menschen und ließ die meisten anderen Pferde links liegen. Vielleicht konnte Mississle das ja ändern.
      Ich holte die kleine Scheckstute aus ihrer Box, bürstete ihren kurzen flaumigen Pelz, kratzte die Hufe aus, fuhr mit der Hand durch Mähne und Schweif und führte sie dann hinaus zur Fohlenkoppel. Dort angekommen schloss ich sorgfältig das Gatter und nahm Mississle dann Halfter und Strick ab. Noch standen nur Inspiration und Pleasure auf der Koppel und diese kamen auch sofort neugierig heran, um das neue Stütchen zum Spielen aufzufordern. Nachdem ich noch eine Weile zugesehen hatte, wandte ich mich ab und fuhr mit meiner Arbeit fort.

      Juego & Hollywood Undead
      Als nächstes waren meine beiden Ponyhengste Juego und Hollywood Undead an der Reihe. Juego gehörte mir genau wie Missi und Girlie noch nicht lange und würde später den Stamm meiner Welsh A Zuchtlinie bilden. Doch heute hatte der Rappschecke, genau wie mein Welsh B Hengst Hollywood Undead erst einmal frei. Ich holte beide Hengste zusammen aus den Boxen, da sie sehr verträglich waren und putzte sie wie immer parallel. Für Hollywood's Langhaar brauchte ich auf Grund seiner Länge ein wenig mehr Zeit, doch ansonsten waren die zwei Ponyhengste schnell fertig. Sie durften nun zusammen mit Pierre, Candle in the Wind, Jojo, Branagorn und Salvador auf die Koppel. Später würden auch die Isländerhengste Intolerable Life und Fair Prince, sowie mein New Forest Hengst Ofrino dazu kommen.

      Fatimah, Dark Misery, Intolerable Life & Fair Prince
      Eine Stunde später war ich dann dabei meine vier Isländer zu putzen. Gerade eben hatten Eddi und ich Cuchara und Salwa in der Halle geritten, nun würden wir mit den Isis mit der Kutsche fahren. Eddi hatte heute fast den ganzen Tag Zeit und würde später auch noch einen Ausritt mit Candle in the Wind und Pierre machen. Nun wollten wir aber erst die Island Ponies bewegen. Da ich vorhatte im Sommer Kutschfahrten um das Gestüt anzubieten und auch vermehrt an Fahrturnieren teilnehmen wollte, brauchten die vier hübschen unbedingt Routine. Während ich Fatimah und Dark Misery fertig machte, kümmerte sich Eddi um die Hengste Fair Prince und Intolerable Life. Als alle vier Ponies fertig waren, schleppten wir die Geschirre aus der Sattelkammer und machten die Ponies fertig. Anschließend begannen wir mit dem Anspannen. Hinten Fatimah und Misery, vorne Intolerable Life und Fair Prince. Eddi ging nach hinten, ich saß vorn auf dem Kutschbock und ließ die Pferde mit einem leisen Schnalzen antreten. Unser Ziel war ein ebenes, abgemähtes Feld nicht weit des Hofes. Dort wollten wir das Dressurfahren trainieren. Später musste das natürlich auch auf dem Platz klappen, doch für den Anfang fand ich das weitläufige Feld passender. Die vier Isis griffen weit aus und so waren wir in null komma nix an dem Feld. Nun begann das wirkliche Training. Wir fuhren verschiedene Bahnfiguren - ungefähr doppelt so groß wie normal - und erhöhten nach und nach die Schwierigkeit, indem wir die Figuren kleiner machten, engere Wendungen ritten und Tempowechsel mit einbauten. Nach einer guten halben Stunde anstrengendem Training ging es zuerst im Trab und dann im Schritt zurück zum Hof. Dort versorgten wir die Isländer ordentlich, legten ihnen Decken auf und brachten Fatimah und Misery auf die Stutenkoppel, Life und Prince auf die der Hengste.

      Daemon
      Mittlerweile war es fast dunkel und die Pfleger begann die Pferde für die Nacht hereinzuholen. Ich hatte gerade Eddi verabschiedet und wollte nun noch mit meinem Reitponyhengst Daemon arbeiten. Zu diesem Zweck hatte ich ihn bereits in den Stall geholt und trenste ihn gerade auf, als die ersten Pferde hinein kamen. Wenn die Pfleger erst einmal anfangen würden, das Futter zu verteilen hätte ich nur noch einen Kampf mit dem temperamentvollen Rapphengst. Ich löste die Anbindestricke, setzte meine Reitkappe auf und führte Daemon aus dem Stall zur Reithalle. Dort angekommen gurtete ich nach, zog die Steigbügel herunter und schwang mich in den Sattel. Daemon zappelte ungeduldig herum und ich musste ihn scharf zurecht weisen, damit er endlich ruhig stehen blieb. Dann begann ich behutsam den Hengst aufzuwärmen, wendete und bog ihn im Schritt und dann im Trab. Nach dem ersten Galopp gab Daemon endlich im Hals nach und ich merkte, wie sein Rücken lockerer wurde. Endlich ließ er sich fallen. Ich lobte den Rappen fröhlich, ritt noch ein paar Seitengänge und Tempowechsel und beendete das Training mit einigen Minuten im Schritt. Dann stieg ich ab, steckte Daemon sein Leckerchen zu und führte ihn zum Stall zurück. Eine Viertelstunde später stand Daemon zufrieden an seinem warmen Mash kauend in der Box. Ich lächelte, schloss die Boxentür und sagte all meinen Pferden gute Nacht...
    • Laraya13
      Der große Umzug
      Teil I und II [Umzugsgedanken & Planen, planen, planen!]

      Umzugsgedanken…
      Aufgeregt und voller Vorfreude stieg ich aus dem Flugzeug, lief zum Kofferband und lud so schnell ich konnte meine Tasche ab. Anschließend ging ich nach draußen und atmete die kühle Luft des Londoner Flughafens ein. Jetzt im Januar war es noch ziemlich frisch. Ich sucht mir ein Taxi und nannte dem Fahrer mein Ziel: ein kleines Hotel in Winchester. Von dort aus wollte ich endlich meine Suche starten – die Suche nach meinem neuen Gestüt.
      Ich hatte mir schon vor einiger Zeit überlegt umzuziehen und zunächst hatte es mich nach Kentucky in die USA gezogen. Nach reiflicher Überlegung war mir dieser Plan jedoch zu gewagt. Amerika war einfach zu weit weg, diese lange Reise wollte ich meinen Pferden nicht antun. Zudem wären auch die Umzugskosten kaum zu stämmen, da ich ja auch den neuen Hof noch bezahlen musste. Nicht zuletzt wäre ich auch völlig ab vom Schuss gewesen und hätte all meine Freunde zurückgelassen. England jedoch lag nicht ganz so sehr aus der Welt und gab auch ein schönes Plätzchen für einen Kurzurlaub ab. Ich hatte auch schon mit einigen Leuten telefoniert, die Gestüte und Höfe zu verkaufen hatten und erhoffte mir von diesen Besuchen natürlich viel. Ich hatte ein ganz genau festgelegtes Budget, welches für den Kauf, eventuelle Renovierungen und Umbauten reichen musste. Den Rest brauchte ich dann für den Umzug und natürlich die tierärztliche Versorgung meiner Pferde. Ich hatte eine ganze Weile gebraucht, um endlich eine Woche zu finden, in der ich nach England fliegen konnte. Zu Hause war momentan schrecklich viel los. Für Wüstentänzer und Melody’s Girl standen nächste Woche Körungen an, Unannounced Pleasure, San Salvador und Reminiscent Inspiration sollten auf Fohlenschauen gehen und natürlich waren viele meiner Pferde für die laufenden Turniere gemeldet. Gott sei Dank hatten sich einige meiner Freunde bereit erklärt, sich diese eine Woche um meine 73 Pferde zu kümmern. Drei davon würde ich auf alle Fälle verkaufen, bei zweien war ich mir noch nicht sicher. Der Rest jedoch durfte bleiben und würde meine Zucht begründen. Früher mit Rawwrrr hatte ich nur New Forest Ponies gezüchtet. Nun wollte ich neben meinen geliebten New Forests jedoch auch Araber, Englische Vollblüter, Trakehner, Hannoveraner, Holsteiner, Isländer, Deutsche Reitponies, Welsh As, Welsh Bs, Andalusier, Lusitanos, Saddlebreds und Barockpintos züchten, sodass ich insgesamt auf 14 Rassen kam. Desweiteren überlegte ich mir auch Quarter Horses und Paints in die Zucht mit aufzunehmen. Dafür hatte ich schon zwei Stuten: einmal meine American Baby, die schon gekört war und dann noch My Golden Heart, eine junge und sehr viel versprechende Paint Horse Stute. Mit diesen beiden Rassen könnte ich auch die Westernreiter abdecken, was mir sicherlich eine etwas größere Kundschaft einbrachte. Sonst waren meine Pferde nämlich bis auf zwei Ausnahmen englisch geritten und ausgebildet.
      Neben der Zucht hatte ich außerdem vor, auch meinen Ausbildungsbetrieb , die Hollybrook Stud Training Stables weiterzuführen. Dies würde allerdings von da an auf meinem Gestüt stattfinden, da ich dann hoffentlich die richtige Anlage dafür bieten konnte.
      Der Taxifahrer hielt vor einem kleinen, aber netten Hotel. Ich bezahlte, stieg aus und checkte schnell ein. In zwei Stunden hatte ich bereits meinen ersten Termin. Solange wollte ich schon einmal auspacken und mich im Internet nach weiteren Angeboten schlau machen.
      Bisher hatte ich vier hoffnungs erweckende Termine, doch ich rechnete eigentlich damit, mir noch mehr Anwesen ansehen zu können. In England gab es eine Vielzahl wunderschöner, alter Höfe, Villen, Schlösser – viele waren jedoch zu teuer oder standen unter Denkmalschutz. Daher war ich umso gespannter, was mir meine Besichtigungen bringen würden.
      Zwei Stunden später hatte ich bereits vier weitere Besichtigungstermine rund um Winchester vereinbart und außerdem für Freitag einen Ausflug in den New Forest Nationalpark geplant. Vier Tage würden mir mit Sicherheit reichen, um ein passendes Gestüt zu finden.
      Mein erstes Ziel lag zwischen Winchester und Stonehenge. Ich hatte mir für diese Woche ein Auto mit Navi gemietet und fand den Hof so auch recht schnell. Es war ein nettes Anwesen, mit einem modernen Stallgebäude und einem schönen Garten. Für mich jedoch viel zu klein und vor allem auch völlig überteuert. Dies lag wohl an der Nähe zu Stonehenge, da der Ort natürlich viele Touristen anlockte. Ich verabschiedete mich schon sehr schnell wieder von der Frau und besichtigte Stonehenge, um mir die Zeit totzuschlagen.
      Mein nächster – und für heute auch letzter – Termin war nahe bei Southampton. Ich fuhr eine kurze Auffahrt hinauf und wurde prompt von einer molligen jungen Frau begrüßt. Sie führte mich über den Hof und erzählte, dass sie das gute Stück geerbt hatte, aber eher ein Stadtmensch war. Der Hof besaß ein paar wirklich schöne Gebäude und sah auch ordentlich gepflegt aus. Renovierungsarbeiten würden hier wohl kaum anfallen. Ich vereinbarte mit der Frau, dass ich mich bis Ende dieser Woche wieder bei ihr melden würde und versicherte ihr, dass ich auf jeden Fall Interesse hatte. Billig war der Hof zwar nicht, aber für das was geboten wurde auf jeden Fall angemessen…
      Die Tage vergingen und viel zu schnell war es Freitag geworden. Ich hatte mir nun vierzehn Höfe angesehen und bereits morgen früh würde ich wieder nach Deutschland fliegen. Nun hatte ich vier Höfe ausgewählt, die in Betracht kommen würden. Keine Frage, es waren alles sehr schöne Anwesen, nur so wirklich „klick“ gemacht, hatte es bei keinem von ihnen. Es fehlte einfach das Gefühl, das perfekte neue Zuhause gefunden zu haben. Ich packte gerade meine Sachen und richtete mir dann belegte Brötchen und etwas zu trinken für meinen Ausflug in den New Forest Nationalpark.
      Von dort stammten meine beiden Gründerponies Caspar und Precious Scream ab. Somit hatten auch ihre Nachkommen Caradoc, Cheeky Jot, Valentine, Casanova, Classic Moment, Nymphomaniac Fantasia und Fairy Bluebird Vorfahren in England. Als ich fertig war, trat ich aus dem Hotel, setzte mich in mein Auto und fuhr los.
      Als ich einige Zeit später schließlich endlich in Tiptoe, einem kleinen Dorf im New Forest ankam, blickte ich mich überwältigt um. Diese Landschaft hier war einfach wunderschön. Ich kaufte mir noch eine Karte der näheren Umgebung und zog dann los, immer faszinierter von der Natur um mich herum. Wohin man auch blickte, waren Wiesen, rießige Bäume, idyllische Waldwege, Brücken und Lichtungen zu sehen. Ab und an stieß man auf ein winziges Dorf, dass aussah als wäre es dem Mittelalter entflohen. Als ich gerade die Dorfstraße entlanglief, kamen mir plötzlich zwei Ponies entgegen. Da die Menschen sie überhaupt nicht beachteten, fragte ich einen Mann danach. Dieser antwortete grinsend: „Ach sie sind Touristin, ja? In diesen Teil des Waldes verirren sich eher weniger Leute..Die Ponies gehören einer Familie aus dem Dorf. Das weiß jeder und deshalb dürfen sie frei herumlaufen. Sie entfernen sich auch nie weiter als ein paar hundert Meter und kommen, sobald man sie ruft.“ Ich bedankte mich und sah staunend den beiden Ponies hinterher. Kurz darauf befand ich mich wieder im Wald und genoss die Ruhe, als ich plötzlich ein weiteres Pony auf mich zugaloppieren sah. Erst dachte ich, das wäre ebenfalls in Ordnung so, doch dann hörte ich eine Kinderstimme rufen. Ich holte schnell ein Stück Zucker aus meiner Tasche und hielt es dem Pony hin. Dieses hob den Kopf, fiel in den Schritt und nahm mir vorsichtig den Leckerbissen ab. Ich griff schnell nach der Mähne des Ponies und wartete auf den kleinen Jungen, der mir mit hochrotem Kopf entgegengerannt kam.
      „Danke, dass sie Funny eingefangen haben! Das ist schon das dritte Mal in dieser Woche, dass sie ausgebüxt ist. Mein Opa wäre sehr wütend geworden, wenn ich sie diesmal nicht gefunden hätte.“
      „Ach kein Problem, das hab ich doch gern gemacht. Wohnt ihr hier in der Nähe?“, fragte ich den Jungen.
      Der antwortete: „Ja noch. Aber wahrscheinlich nicht mehr lange. Mein Opa hat nicht genug Geld um so ein rießiges Grundstück in Schuss zu halten, sagt er. Ich mache jetzt bei ihm Ferien und meine Mama hilft ihm all seine Sachen zu packen. Aber niemand will den Hof kaufen. Und weil Opa jetzt immer so schlechte Laune hat, spricht er die ganze Zeit davon, Funny zu verkaufen! Dabei hab ich sie doch so lieb!“
      Ich sah den Jungen ein wenig entgeistert an. So einen Gefühlsausbruch hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Dann fragte ich: „Dein Opa hat einen Hof zu verkaufen sagst du? Mein du du könntest mich mal zu ihm bringen? Ich bin nämlich gerade auf der Suche nach einem schönen Grundstück für mein neues Gestüt.“
      „Wirklich? Oh das wäre ja schön! Obwohl. Sie sehen so nett aus, da gefällt ihnen der Hof bestimmt nicht. Bisher sind alle netten Leute schnell wieder gegangen und die blöden, hochnäsigen wollten alles abreißen und irgendwelche blöden Hotels darauf bauen.“
      Ich lief neben dem Jungen her und unterhielt mich solange mit ihm über sein Pony. Die kleine Stute war ein New Forest Pony-Mix und ziemlich dick. Er erzählte mir, dass er versuchte, sie auf Diät zu setzen, doch Funny lief einfach immer wieder davon und schlug sich irgendwo anders den Bauch voll.
      So verging die Zeit recht schnell und ein rießiges, schmiedeisernes Tor kam in Sicht. Ich schluckte. Das sah irgendwie ziemlich beklemmend aus. Wir traten durch das Tor und gingen auf ein recht großes, jedoch ziemlich verfallenes Herrenhaus zu. Obwohl der Hof auf den ersten Blick recht verwahrlost wirkte, verliebte ich mich sofort in diesen Ort. Ich wusste nicht wieso, doch ich fühlte mich hier auf Anhieb richtig wohl. Eine wütende Stimme riss mich aus meinen Träumereien: „Wo zum Geier kommst du her? Wir warten mit dem Tee auf dich! Sag bloß das verflixte Tier ist dir schon wieder abgehauen? Deine Mutter hat sich Sorgen gemacht! Und wer ist überhaupt diese Frau?“
      Dann sagte der ältere Mann freundlich zu mir: „Hat er sie etwa belästigt Madam?“
      „Oh nein nein im Gegenteil. Er sagte mir, dass sie einen Hof zu verkaufen haben und zufälligerweise bin ich zur Zeit auf der Suche nach einem. Ich habe mir auch bereits 14 Höfe angesehen, aber wirklich das Passende war nicht dabei.“, erwiderte ich schnell.
      „Timm? Los gib mir das Pony und geh dann zu deiner Mutter. Ich werde die Dame über den Hof führen.“ Mit diesen Worten nahm der Mann dem Jungen Funny’s Strick aus der Hand und ging mit dem Pony los.
      „Also ich weiß nicht was sie führ Ansprüche haben, aber wie sie sehen ist der Hof nicht mehr das, was er einmal war. Früher war dies ein Herrenhaus mit wunderbaren Ställen und einem rießigen Park. Nun..naja das sehen sie ja selbst. Also. Was haben sie denn mit dem Hof vor?“, fragte er.
      „Ich habe 74 Pferde, mit denen ich mir eine erfolgreiche Zucht aufbauen möchte. Außerdem leite ich einen Trainings- und Ausbildungsbetrieb den ich hier gerne weiterführen möchte. Daher suche ich ein Anwesen das ausreichend Platz für ein großes Haus, Top moderne Ställe für ca 100 Pferde, Trainingsanlagen und Weiden bietet. Schöne Ausreitmöglichkeiten wären ebenfalls von Vorteil.“, antwortete ich, wie aus der Pistole geschossen.
      „Aha“, meinte der Alte „Naja wenn ich ehrlich bin, sind die ganzen Gebäude die hier stehen nicht mehr zu gebrauchen. Sie sind alt, morsch, viel zu klein und dunkel. Die Zäune , die den Hof umgeben sind ebenfalls größtenteils kaputt. Das einzige, was mit ein wenig Aufwand wieder in Stand gesetzt werden könnte, wäre das Haupthaus. So viel zu den Nachteilen des Hofs.“, er sah mich erwartungsvoll an, als würde er damit rechnen, dass ich sofort reiß aus nehmen würde. Als ich jedoch nichts sagte, fuhr er fort: „Die Vorzüge des Anwesens liegen sicherlich zum einen in seiner Größe. Ich werde gleich den Wagen holen, wenn wir Funny weggebracht haben, denn zu Fuß schaffe ich das nicht mehr. Es grenzt westlich direkt an den Wald und im Osten an die Heiden. Im Norden liegt in ca fünf Minuten Entfernung das Dorf Sway. Ein sehr hübscher Ort übrigens. Dorthin werde ich ziehen, wenn ich den Hof verkauft habe. Meine Tochter und ihr Mann haben mir netterweise ein Zimmer in ihrem Haus angeboten. Wo war ich jetzt noch gleich stehen geblieben? Ach ja. Im Süden liegen vor allem Felder und Wiesen und außerdem die Bundesstraße. Von dort aus gelangen sie nach etwa fünf Milen nach Milford on Sea, welches direkt am Ärmelkanal liegt. Platz und Ausreitmöglichkeiten hätten sie hier auf jeden Fall mehr als genug.“, schloss er seinen Bericht. Ich hatte aufmerksam zugehört und schwärmte immer mehr für den idyllisch gelegenen Hof. Da auch die Anbindung zur Schnellstraße gut war und Sway einen Bahnhof besaß, wäre mein Gestüt auch sehr leicht erreichbar, was mir sehr wichtig war.
      „Also ich muss sagen, das hört sich alles nicht schlecht an. Könnten wir vielleicht einmal über das ganze Anwesen fahren?“, bat ich den Mann. Dieser nickte und stellte Funny auf eine kleine, mit Stromzaun umsteckte Weide. Dann knipste er kopfschüttelnd den Strom an. „Der Junge ist wirklich unmöglich. Wundert mich nicht, dass das kleine Biest immer abhaut, wenn nie Strom auf dem Zaun ist. Ich lächelte in mich hinein und wir gingen zu einem alten Auto. Ich war recht froh, mal aus der Kälte rauszukommen und wäre gleichzeitig am liebsten draußen geblieben, um mir alles ganz genau anzusehen. Der alte Mann fuhr zunächst um das Herrenhaus herum und dann in weiten Bögen über das Anwesen. Es waren kaum Gebäude zu sehen, eigentlich nur kaputte Zaune und Wiesen. Außerdem lief ein schmaler Bach durch das Anwesen. Es war weitgehend flach, nur hier und da erhob sich ein Hügelchen aus dem Boden. Um den gesamten Hof lief eine halb zerfallene Steinmauer und dahinter konnte man bereits Einblicke in die darumliegenden Wälder und Felder bekommen. Auch wenn dieser Hof unglaublich arbeitsintensiv war, ich hatte mich hoffnungslos verliebt. Der Platz war ausreichend, um einen rießigen Stall, viele großzügige Koppeln, Reitplätze, eine Halle, eine Rennbahn und noch mehr aufzubauen. Die Möglichkeiten hier waren schier unbegrenzt.
      Als wir schließlich wieder vor dem Haupthaus standen, kamen bereits Timm und seine Mutter hinaus und sahen mich gespannt an. Auch der alte Mann schien zu warten, dass ich etwas sagte.
      „Wie viel hätten sie denn gerne für das Anwesen?“, fragte ich dann.
      „Sie..Sie wollen es nehmen? Ich meine, sie kaufen es und bauen dann hier ihr Gestüt?“, stammelte der alte Mann und ich hatte schon ein bisschen Angst, dass er gleich umfallen würde.
      „Naja , ich hätte auf jeden Fall großes Interesse. Aber das kommt natürlich auf den Preis an. Hier ist so viel Instand zu setzen und ich habe leider auch nicht alles Geld der Welt zur Verfügung.“
      „Das verlangt ja auch kein Mensch! Meine Notlösung, dieser reiche Schnösel, der hier ein Hotel bauen wollte, hat mir 200ts Joellen geboten. Er meinte, wenn ich diese Woche noch einwillige und sofort hier verschwinde, verdoppelt er sein Gebot sogar noch.“
      Ich sah meinen Traumhof in Gedanken bereits zerplatzen. So viel war einfach nicht drin, wenn ich die ganzen Renovierungsarbeiten und Materialkosten einrechnete. Dies wollte ich dem Mann gerade mitteilen, als er fort fuhr: „Mir geht es aber nicht darum, dieses Anwesen möglichst teuer zu verkaufen. Ich möchte jemanden, der es zu schätzen weiß und gut damit umgeht. Der Schnösel hätte alles platt gemacht und überall hässliche Betonkästen hingestellt. Das möchte ich aber nicht. Mir gefällt die Idee hier bald ein Gestüt zu haben, viel viel besser. Daher würde ich ihnen anbieten, dass sie mir 20ts Joellen für das Grundstück zahlen und dann hier das schönste Gestüt in der Gegend aufbauen!“
      „Ja! Und wenn sie hier sind, um die Bauarbeiten zu überwachen, können Sie gerne bei meiner Familie unterkommen. Wir haben ein großes Haus mit Gästezimmer, nur fünf Minuten von hier entfernt!“, setzte seine Tochter hinzu. Timm strahlte mit den beiden Älteren um die Wette.
      Ich schaute die drei völlig fassungslos an. 20ts war für so ein rießiges Anwesen eigentlich nichts. Schon fast geschenkt. Ich nickte glücklich und ging mit den dreien ins Haus, um sofort den Kaufvertrag zu unterschreiben. Der alte Mann ließ auch sofort einen Notar kommen, der uns das Ganze beglaubigte und dann gehörte das Grundstück tatsächlich mir. Ich konnte es kaum glauben.
      „Miss? Wenn sie doch hier einen Trainingshof aufmachen, darf ich dann ab und zu mit Funny kommen? Sie ist manchmal soo störrisch. Ein bisschen Training würde ihr sicherlich nicht schaden!“, fragte Timm mich leise. Ich wollte gerade antworten, da viel sein Großvater mir ins Wort:
      „Also Timm was erlaubst du dir? Bitte Madam, hören sie einfach nicht auf ihn. Ach so eine Sache noch, würde es sie stören, wenn ich erst morgen ausziehe? Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich nun so schnell einen passenden Käufer finden würde.“
      „Aber natürlich! Ich fliege morgen früh zurück nach Deutschland. Dort werde ich dann erst einmal alles regeln und komme in frühestens zwei Wochen zurück. Also lassen sie sich ruhig Zeit. Und Timm – wenn ich Zeit habe, darfst du gern mit Funny herüber kommen. Weißt du, ich habe auch New Forests. Zwei davon stammen sogar von hier.“
      Ich verabschiedete mich fröhlich von den drei Leuten, nahm einen Bus zu meinem Auto und fuhr dann nach Winchester zurück, wo ich das Auto wegbrachte, meine Sachen packte und schnell den anderen vier Hofbesitzern absagte.
      Am nächsten Morgen um sieben saß ich bereits im Flugzeug nach Deutschland und konnte es kaum erwarten, meinen Freunden von dem Hof zu erzählen und alles haarklein zu planen…
    • Laraya13
      Planen, planen und nochmals planen!
      Kaum war ich wieder Zuhause angekommen, rief ich sofort Edfriend an, um ihr die tollen Neuigkeiten mitzuteilen. Sie sagte mir außerdem zu, mir zu helfen wo sie nur konnte. Ich erzählte ihr alles was ich bisher über den Hof wusste. Der alte Mann, Mister Bane, hatte mir inzwischen die früheren Baupläne, sowie Lagepläne und genaue Auflistungen über den Hof zukommen lassen, so dass meiner Organisation eigentlich nichts mehr im Wege stand. Nachdem Eddi und ich uns für nächste Woche verabredet hatten, lief ich hinaus auf den Hof, um Immanuel zu finden. Ihm gehörte der Stall, indem ich 27 meiner Pferde untergebracht hatte. Nämlich meine 17 New Forest Ponies und meine Hannoveraner, Holsteiner und Trakehner. Er erließ mir einen Teil der Stallmiete, dafür dass ich seinen Schülern Unterricht gab oder auch Vorführungen mit meinen Pferden ritt.
      Bei Klaus, der einen Stall ca 6 Kilometer von hier entfernt besaß, hatte ich meine englischen und arabischen Vollblüter, also 21 Pferde untergestellt. Ihm half ich beim Trainieren und Korrigieren seiner Privatpferde und stellte sie ab und an auch auf Turnieren vor.
      Die restlichen 26 Pferde standen 20 Kilometer entfernt, auf einem recht großen Zuchtgestüt. Auch hier half ich wo ich nur konnte, um meine Stallmiete so gering wie möglich zu halten. Auch wenn ich Immanuel und Klaus mittlerweile sehr lieb gewonnen hatte, war ich doch unglaublich froh, bald endlich wieder mein eigenes Gestüt zu leiten. Es war einfach nicht dasselbe, ‚nur‘ ein Einsteller zu sein und außerdem waren die Stallmieten trotz meiner tatkräftigen Mithilfe immer noch horrend.
      Ich teilte also allen dreien mit, dass ich mir einen eigenen Hof gekauft hatte und diesen in nächster Zeit in Stand setzen würde. Immanuel und Klaus sicherten mir zu, beim Transport der Pferde zu helfen und meinten außerdem, sie würden mir die Kündigungsfrist erlassen, damit ich mir um das genaue Umzugsdatum keine Sorgen machen musste. Sollte ein Monat angebrochen werden, würden sie die Kosten einfach anteilig berechnen. Nicht so hingegen Herr Kramer, dem das Zuchtgestüt gehörte. Er verlangte sofortige Auskunft darüber, wann ich umziehen wollte, bestand auf einer fristgerechten Kündigung und meinte außerdem hämisch grinsend, dass ich natürlich die gesamte Monatsmiete zu zahlen hätte, wenn ich erst einen Tag später als geplant den Stall verließ. Ich seufzte resigniert. Der Kerl hatte über 250 Boxen auf seinem Gestüt und über die Hälfte davon stand leer. Aber natürlich konnte er ja nicht wissen, wann genau er die Boxen meiner 26 Pferde brauchen würde!
      Nun gut, das musste ich eben in meiner Planung berücksichtigen. Dann mussten die Pferde, die bei ihm standen, eben zuerst umziehen. Ich fertigte Tabellen an, in die ich all meine Pferde eintrug. Dann überlegte ich: Wir waren vier Leute, die mitfahren würden. Immanuel und Klaus besaßen je einen dieser rießigen Pferdetransporter, in denen man bis zu 10 Pferden transportieren konnte. Eddi und ich hatten beide einen Vierer-Hänger. Somit könnten wir pro Fahrt 28 Pferde nach England bringen. Das wiederum bedeutete dreimal England und wieder zurück. Das war natürlich eine große Belastung, vor allem da Immanuel, Eddi und Klaus ja ihre eigenen Gestüte zu führen hatten. Ich beschloss, einmal bei Herrn Kramer nachzufragen, ob ich seinen großen Pferde-LKW mieten konnte und vielleicht einen seiner Stallburschen als Fahrer. Da wir sowieso zeitversetzt fahren würden und die Fähren nach England jede Stunde ablegten, sollte das kein Problem werden. Die erste Fahrt würde auf jeden Fall ich machen und Eddi sollte das Schlusslicht bilden. So war ich bei der Ankunft der Pferde bereits da und Eddi konnte das Verladen gut im Auge behalten. Außer mir kannte sie meine Pferde immerhin am besten. Ich griff sofort zum Hörer und rief im Büro von Herr Kramer an.
      „Na haben Sie jetzt endlich einen Kündigungstermin für mich?“, bellte er ins Telefon.
      Ich verkniff mir einen bissigen Kommentar und fragte so höflich wie möglich: „Nein, leider noch nicht. Ich muss erst mit den Bauunternehmen reden. Aber ich wollte Sie fragen, ob ich mir ihren großen Pferde-LKW für zwei Fahrten ausleihen könnte? Und vielleicht einen Pfleger der ihn fährt? Selbstverständlich bezahle ich Ihnen auch etwas.“
      Herr Kramer lachte: „Na von mir aus können Sie das tun. Ich möchte für jede Fahrt 1000 Joellen. Zusätzlich zu der Tagespauschale von 500 Joellen. Ach und natürlich müssen sie mir meine Stallkraft ersetzen. Macht noch einmal 1000 Joellen pro Tag.“
      Ich schluckte, konnte meine Wut jedoch nicht völlig unterdrücken: „Sie verlangen von mir 8000 Joellen, dafür dass ich ihren Hänger für eineinhalb Tage miete?“
      „Ja. Wenn sie das nicht möchten, suchen sie sich jemand anderen, auf Wiederhören.“, damit verabschiedete sich der widerliche Kerl und legte einfach auf. Nun gut, ich würde erst einmal mit Immanuel, Klaus und Eddi reden, bevor ich mir überlegte einen Transportverleih zu kontaktieren. Wobei der garantiert immer noch günstiger war, als das Angebot von Herrn Kramer.
      Eine halbe Stunde später saß ich wieder vor meiner Tabelle. Alle drei hatten zugesagt, zu jeder Fahrt mitzukommen, sie würden aber am Tag darauf auch wieder nach Deutschland fahren. Ich war wirklich gerührt von ihrer Hilfsbereitschaft.
      Wenn wir bei den ersten beiden Fahrten alle Transporter voll machten, waren bereits 56 Pferde in England. So könnte ich dann schon dort bleiben, um alles zu regeln und die Pferde zu versorgen. Die restlichen 17 Pferde konnte man dann anders verteilen. Klaus konnte zu Hause bleiben und noch mit nach Immanuels Pferden sehen. Immanuel dagegen würde noch einen Vierer-Hänger an seinen LKW koppeln und Eddi wiederum mit ihrem Vierer-Hänger das Schlusslicht bilden. Immanuel sagte, er würde nicht so gerne mit zwei Anhängern fahren, doch für das eine Mal konnte er eine Ausnahme machen. Nun galt es nur noch zu überlegen, welche Pferde in welchem Transport mitfahren sollten.
      Ich beschloss meine Sensibelchen auf der zweiten Fahrt mitzunehmen. So hatten sie mich die ganze Zeit um sich und sahen bei ihrer Ankunft auch schon ein paar vertraute Gesichter wieder.
      Dazu zählten: Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Bloody Valentine, Naboo, Isola delle Pirateria, Walk of Fame, Precious Scream, Wüstentänzer, Sahira, Adina De Ra’idah, Samiyah, Mahira, Cuchara und Black Soul. Also war noch Platz für 15 Pferde. Ich beschloss die Hengste in einen der großen Hänger zu stecken, damit ich zu den nervösen Kerlen auch noch ein paar ruhige stellen konnte. Also brauchte ich noch sechs Hengste. Ich entschied mich für Orfino, Khamar al Sanaa, Branagorn, Warrior, Ghostbuster und Juego. Damit war einer der LKW’s belegt.
      Die acht Stuten wollte ich dagegen aufteilen. Zwei sollten je in einen der Vierer-Hänger und die restlichen Vier kamen in den zweiten LKW. Ich würde Isola delle Pirateria, Adina De Ra’idah, Magical Moment und Thousand Sunny in meinen Hänger nehmen. Eddi bekam Sahira, Precious Scream, Melody’s Girl und Rose de Soleil. In den zweiten LKW kamen demnach Naboo, Walk of Fame, Samiyah, Mahira, Golden Flair, Fairylike Facility, Aimiliani, Cuchara, Angels Fall First und Wild Lady Roxanne. Zufrieden mit meiner Einteilung harkte ich die Pferde in meiner Tabelle ab und widmete mich den anderen beiden Fahrten. Meine Fohlen kamen auf jeden Fall in die letzte Fuhre. Und in der ersten sollten möglichst viele Pferde vom Gestüt von Herr Kramer mitfahren.
      Wieder begann ich aufzuteilen: Bei Kramer im Gestüt standen 26 Pferde. Cuchara und Juego würden allerdings erst in der zweiten Woche nachkommen, die konnte ich dann solange bei Immanuel unterbringen. Blieben 22 Pferde für die erste Fahrt, um bei Kramer die Boxen frei zu räumen. Die Fohlen Mississle und San Salvador würde ich bereits vorher abholen und zu Immanuel stellen.
      Es waren genau 10 Hengste, die ich alle zusammen in einen der großen LKWs stecken wollte. Somit wären Candle in the Wind, Laruna, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead versorgt. Die 14 Stuten würde ich auf den zweiten LKW und auf einen der Hänger verteilen, sodas noch ein Hänger blieb, in den ich Hengste laden konnte. In den Vierer-Hänger sollten Fatimah, Dark Misery, Paradises Rafinesse und Mizzi. Den LKW würden dann My Golden Heart, American Baby, Benjilala, Salwa, Dorina, Cinnemont’s History, Little Big Girl und Kolibri belegen. Außerdem sollten ihnen Haadeh und Little Miss Sunshine Gesellschaft leisten. In den Vierer-Hänger würde ich Levistino, Fantastic Fly, Caradoc und Caspar stellen. Somit waren die Pferde für die zweite Fahrt ebenfalls aufgeteilt.
      Fehlten nur noch die 18 Pferde für die letzte Fahrt. 9 von ihnen waren Fohlen – 6 Stutfohlen und 3 Hengstfohlen. Meine insgesamt fünf Hengste sollten zusammen mit den Stutfohlen in den großen Hänger. Somit wurde der LKW von Tschiwabschischi, El Racino, San Salvador, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Classic Moment und den Stutfohlen Reminiscent Inspiration, Unannounced Pleasure, Backup, Mississle und Ravenback belegt. In Eddi’s Hänger würden Everybody’s Darling, Hollybrook’s I Love You My Dear, Sharley und Bittersweet mitfahren. Der Hänger, der an den LKW gekoppelt wurde, würde somit von Fallen Immortaliny, Ace of Spades, Black Pearl und Pirate Island belegt werden.
      Aufatmend machte ich mir eine Tasse Tee und überdachte meine Aufteilung dann noch eine Weile. Im Großen und Ganzen war ich aber ziemlich zufrieden. Nun musste ich noch mit Immanuel abklären, dass Cookie, Juego, Mississle und San Salvador für eine Weile in seinem Stall unterkommen sollten, damit ich die Boxen bei Herr Kramer alle zusammen kündigen konnte. Immanuel erklärte sich sofort einverstanden und so konnte ich diesen Punkt auf meiner Liste auch abhaken. Nun ging es an den aufwändigeren Teil: Ich musste mir überlegen, wie mein Gestüt aussehen sollte, das Ganze mit Architekten abklären und natürlich Baufirmen beauftragen, damit die Renovierung schon bald beginnen konnte.
    • Laraya13
      Der große Umzug
      Teil III

      Fahrt 1
      Aufgeregt wälzte ich mich in meinem Bett herum. Seitdem ich mein neues Gestüt gekauft hatte, war inzwischen ein halbes Jahr vergangen und heute würden wir endlich die erste Fuhre mit Pferden nach England bringen. Die zweite Fuhre folgte dann am nächsten Wochenende und mit dieser würde auch ich endgültig nach England ziehen. Während dieser einen Woche vor dem Umzug würden sich Mr. Bane, Liz und Tim um meine Pferde kümmern, Eddi, Immanuel und Klaus übernahmen dann die Pflege für die Woche nach meinem Umzug. Außerdem hatte ich für den nächsten Tag fünf Vorstellungsgespräche anstehen, immerhin brauchte ich Personal um mein Gestüt zu versorgen.
      Obwohl es erst halb vier Uhr morgens war, stand ich schließlich auf, duschte mich und schlüpfte in meine Stallklamotten. Dann ging ich in die Sattelkammer und kontrollierte noch einmal, ob ich auch nichts vergessen hatte. Das Zubehör der Pferde, die diese Woche mitkamen war bereits fein säuberlich verstaut, nur die Halfter, Transportdecken und Gamaschen lagen noch draußen.
      Ich legte mir einen Stapel Zubehör über den Arm und hängte alles ordentlich vor die Box des jeweiligen Pferdes. Anschließend begann ich damit meine Pferde zu putzen.
      Ich begann mit Fatimah und Dark Misery. Anschließend waren Mizzi und Paradises Rafinesse an der Reihe. Das waren die vier Stuten die als erstes mit mir mitkommen würden. Ich war gerade mit Rafinesse fertig, als Eddis fröhliche Stimme die morgendliche Stille zerriss.
      "Wusste ich doch, dass du auch nicht mehr schlafen kannst! Ich bin schon mit dem Hänger da, wen soll ich putzen?"
      "Oh hi Eddi, wie schön, dass du schon da bist! Übernimmst du die Pferde, die bei Immanuel mitfahren? Das wären Candle in the Wind, Dream of Wyoming, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead. Dann würde ich mit den Stuten anfangen, die in Klaus' LKW kommen.", bat ich meine Freundin.
      Die nickte, schnappte sich einen Putzkoffer und legte sofort los.
      Ich dagegen begann mit My Golden Heart, die kürzlich gekrönt worden war, und machte dann mit American Baby, Benjilala, Salwa, Dorina, Cinnemont's History, Little Big Girl, Kolibri, Haadeh und Little Miss Sunshine weiter. Als Eddi und ich fertig waren, war es auch Zeit, die erste Fuhre transportfertig zu machen. Also legten wir Fatimah, Misery, Rafinesse und Mizzi Transportdecken und Gamaschen an und führten die vier in meinen Hänger. Der war bereits vorbereitet: Die Heunetze waren gefüllt und das Zubehör war sicher verstaut. Auch mein Auto war rappelvoll beladen mit den ersten Klamottenkisten und sonstigem Kram, den ich flott brauchte.
      Nachdem wir die Pferde noch einmal kontrolliert hatten, ging ich mit Eddi noch einmal den Ablauf durch:
      "Also zwei Stunden nachdem ich los gefahren bin, sollte sich Immanuel mit den zehn Hengsten auf den Weg machen. Eine Stunde später kommt dann Klaus mit den Stuten und du bildest dann wieder eine Stunde später die Nachhut mit Levistino, Fantastic Fly, BMs Caradoc und Caspar, ja? Die Tickets hast alle du, vergiss also nicht, sie Immanuel und Klaus zu geben. Ich freue mich schon schrecklich darauf, dass du mein Gestüt kennen lernst, bis später dann!", ratterte ich hinunter, setzte mich hinters Steuer und fuhr los in Richtung Frankreich.
      Als ich endlich am Hafen ankam, stand die Fähre nach England schon bereit und ich konnte sofort mit dem Hänger darauf fahren. Dann verzog ich mich in den Hänger, um nach den Pferden zu sehen. Meine vier Stuten reckten zwar aufgeregt die Hälse, blieben aber verhältnismäßig ruhig, sodass ich als das Schiff ablegte ein wenig an Deck ging. Dort holte ich mir etwas zu Essen und stellte mich an die Reling, um ein wenig über die letzten Wochen nachzudenken.
      Ich war ständig zwischen Deutschland und England hin und her gereist, um möglichst viele der Arbeiten auf dem Hof zu überwachen. Zuallererst hatten wir die ganzen zerfallenen Gebäude abreißen und den Müll vom Grundstück entfernen lassen. Gleich im Anschluss begannen die Bauarbeiten an der Mauer, die das Grundstück umgab, immerhin sollte sie auch die Hengstkoppeln und die Gemeinschaftskoppeln an ihrer Außenseite begrenzen und musste deshalb so früh wie möglich fertig gestellt werden. Das Streichen der Mauer hatten dann Tim, Liz und ich übernommen, wobei wir literweise wetterfeste, weiße Farbe verbraucht hatten.
      Im Anschluss daran hatte endlich der Bau des rießigen Stalles begonnen. Ich hatte sehr lange mit meinem Architekten darüber gesessen, bis ich endlich zufrieden gewesen war. Und das Endergebnis konnte sich mehr als nur sehen lassen: In dem Stall war Platz für insgesamt 100 Pferde samt deren Ausrüstung. Außerdem befand sich eine große Futterkammer für das Kraftfutter darin.
      Der Stall war hufeisenförmig angelegt und hatte drei Eingänge. Der Haupttrakt, sowie die linke Seite sollte meine Stuten beherbergen. Im linken Teil gab es zudem einen extra abgetrennten Trakt für die werdenden Mütter und die frischgebackenen Mütter mit ihren Fohlen. Im Haupttrakt befanden sich zusätzlich zwei Eckboxen, die doppelt so groß waren, wie die normalen und gegenüber der Boxenseite befanden sich Futter- und Sattelkammer. Jede Box maß 4x3,5 Meter, besaß eine gerundete Front mit goldenem Namensschild und Halfterhalter und ließ zudem Kontakt zu den Nachbarpferden zu, da die Wände keine Gitterstäbe besaßen. Außerdem waren es alles Außenboxen, an die jeweils ein Paddock angeschlossen war. In der Mitte des Stallkomplexes war mein Putz- und Waschplatz angelegt worden. Er bot genügend Platz und war überdacht, sodass die Pferde auch bei schlechterem Wetter dort fertig gemacht werden konnten.
      Direkt hinter dem Stalltrakt lag die Gemeinschaftskoppel der Hengste, auf der all meine verträglichen Hengste zusammen stehen durften. Daneben folgten dann drei Koppeln für meine Stuten.
      Rechts neben dem Stallgebäude gelangte man zu den einzelnen Hengstkoppeln. Hier würden die Hengste stehen, die sich überhaupt nicht mit anderen verstanden, bzw die, die nur mit einem anderen Hengst auskamen.
      Das Zentrum meines Gestüts war nach wie vor das Haupthaus. Dieses hatten wir auch nicht abgerissen, sondern wunderschön restauriert, was dem alten Mr. Bane unglaublich glücklich gemacht hatte. Er hatte mir erzählt, dass seine Familie schon seit Generationen hier gelebt hatte und es ihn sehr stolz machte, dass der Hof endlich wieder gepflegt wurde.
      Mein Haus war umgeben von einem großzügigen Garten. Darum herum trafen sich sämtliche Wege des Gestüts. Direkt hinter dem Haus lag die Fohlenkoppel, damit ich meine kleinen Schätze auch aus dem Büro heraus im Auge behalten konnte.
      Auf der anderen Seite des Gestüts befanden sich die modernen Trainingseinrichtungen. Der erste Weg führte zum überdachten Longierzirkel und zum Schwimmbad, der zweite zur Grasrennbahn, die auf einer Seite komplett von Tribünen umgeben war, der dritte zur großen Reithalle mit direkt anschließendem Außenplatz und der letzte schließlich zu den Dressur- und Springplätzen. Auch hier waren zwei große Tribünen aufgestellt, da ich vorhatte des öfteren Turniere auf meinem Hof abzuhalten.
      Neben den ganzen Einrichtungen für die Pferde befanden sich aber auch ein Geräteschuppen, sowie ein schönes Gästehaus auf dem Hof. In dem Gästehaus sollte auch mein zukünftiges Personal wohnen und ich hoffte sehr, dass es allen gefallen würde. Der Parkplatz befand sich direkt an der Außenmauer des Gestüts, lediglich in Notfällen wollte ich Autos und Hänger auf meinem Hof haben.
      Gedankenverloren riss ich mich von der Reling los und stieg wieder hinab, um nach meinen Pferden zu sehen. Eigentlich müssten wir auch gleich ankommen.
      Und tatsächlich legten wir eine Viertelstunde später in Dover an. Ich startete den Motor und fuhr langsam von der Fähre. Bisher war alles großartig gelaufen. Auch die vier Pferde hatten die ca. 1 1/2 Stunden auf der Fähre gut überstanden. Insgesamt hatten wir nun bereits etwa acht Stunden Fahrt hinter uns und mussten noch knapp drei Stunden weiter fahren, bis wir endlich auf dem Gestüt angelangt waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass wir gut im Plan lagen und das Gestüt etwa um vier Uhr Nachmittags erreichen würden. Das hieß, dass alle Pferde bis sieben Uhr angekommen sein müssten, wenn alles gut lief.
      Wie bisher kam ich gut voran und erreichte um Viertel nach vier mein neues Zuhause. Das Tor stand offen, sodass ich gleich auf den Parkplatz fahren konnte. Ich stellte mich ganz nach hinten, da Immanuel und Klaus sehr viel mehr Sachen in ihren LKWs hatten, die wir zum Stall schleppen mussten.
      Ich stieg aus und streckte mich glücklich. Endlich war ich daheim. Plötzlich riss mich eine kleine Gestalt fast von den Füßen.
      "Tim! Was machst du denn da?", schimpfte gleich darauf Liz und lächelte mich entschuldigend an.
      "Wir haben schon Heu und Stroh vor die Ställe gebracht, du musst uns nur noch sagen, welche Boxen wir fertig machen sollen." Ich lächelte sie dankbar an.
      "Moment ich schaue schnell auf meinen Plan.", antwortete ich und kramte in meiner Handtasche herum.
      "Also Paradises Rafinesse und Mizzi kommen in die ersten beiden Boxen im linken Trakt auf der rechten Seite. Dark Misery und Fatimah bekommen die dritte und vierte Box von rechts im Haupttrakt.
      "Alles klar, gib uns ne Viertelstunde, dann können sie rein", meinte Liz und joggte mit Tim los, um die Boxen vorzubereiten.
      In dem Moment kam Mr. Bane um die Ecke und blieb erwartungsvoll vor dem Hänger stehen.
      "Ich muss sagen, ich bin sehr gespannt ihre ganzen Pferde zu sehen, nachdem sie so von allen geschwärmt haben!", sagte er lächelnd.
      Ich öffnete die Rampe und führte als erstes Mizzi heraus. Die hübsche Fuchsstute sah sich neugierig um, blieb aber ruhig. Nachdem ich sie am Hänger festgemacht hatte, durfte auch Rafinesse hinaus. Meine erst kürzlich eingerittene Jungstute war schon um einiges nervöser als ihre Freundin. Sie blähte aufgeregt die Nüstern und sah sich mit spielenden Ohren um. Danach waren Dark Misery und Fatimah an der Reihe. Die Isländer ließen sich brav aus dem Hänger führen und drehten ihre flauschigen Ohren in alle Richtungen, um so viel wie möglich mitzubekommen.
      "Sehr schöne Tiere, die Sie da haben Miss Sammy. Wie viele kommen denn heute noch an?", fragte Mr. Bane.
      "Insgesamt 24. Die nächsten müssten auch in einer Dreiviertelstunde ankommen, wenn alles gut läuft. Bis dahin sollten wir die Boxen vorbereitet haben, denn die Hengste sind meistens etwas ungeduldiger als meine Stuten", sagte ich zu ihm.
      Kaum hatten wir meinen vier Stuten die Transportsachen abgenommen, kamen auch schon Liz und Tim zurück und sagten, dass wir die Pferde nun in den Stall bringen konnten.
      "Darf ich auch eine nehmen?", fragte Tim mit leuchtenden Augen. Ich nickte lächelnd und drückte ihm Fatimah's Strick in die Hand. Die Isistute war brav und Tim würde sicherlich mit ihr klarkommen. Liz übernahm Mizzi, Mr. Bane die etwas schwierigere Misery und ich band Rafinesse los. Wir liefen an dem Springbrunnen vorbei, den die Pferde erst kurz ängstlich ansahen und von da aus direkt auf das Stallgebäude zu. Ich lief mit Liz in den linken Stutentrakt, während Liz und Tim die Isländer im Haupttrakt in ihre Boxen führten.
      "So, lasst uns schnell die Sachen ausladen und dann sollten wir die restlichen Boxen herrichten, denn meine drei Freunde kommen dann im Abstand von nur einer Stunde hier an.", berichtete ich den anderen.
      Zuerst machten wir die Boxen für Candle in the Wind, Dream of Wyoming, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead fertig. Als auch die restlichen vierzehn Boxen eingestreut waren, kontrollierten wir die Tränken und hängten Heunetze in jeder Box auf.
      Kurz darauf war ein Hupen zu hören und wir rannten zum Parkplatz um Immanuel zu begrüßen.
      Der Gestütsbesitzer sah recht müde aus, lächelte aber beim Aussteigen.
      "Es ist alles gut gegangen, die Pferde waren auch recht ruhig, nur Someone, Wyoming und Daemon musste ich ein Beruhigungsmittel geben, als wir mit der Fähre abgelegt haben.
      Er half mir dabei die Hängerklappe zu öffnen und führte dann sofort Fair Prince und Intolerable Life aus dem Hänger. Ich folgte ihm und band Hollywood Undead los, um Tim dessen Führstrick in die Hand zu drücken. Liz übernahm Pierre, Mr. Bane Daemon und ich holte Someone aus dem Hänger. Der Cremellohengst hatte weit aufgerissene Augen und sah sich nervös um. Als wir am Springbrunnen vorbeikamen, sträubten sich Daemon und Someone, doch sobald wir den ruhigen Hengststalltrakt betraten, begannen sie sich abzuregen.
      "Pierre kommt auf die rechte Seite in die zweite Box vor dem Durchgang zu den Stuten. Someone stelle ich direkt daneben. Intolerable Life soll auf die linke Seite in die sechste Box vom Stutendurchgang, Fair Prince daneben und Daemon stellen wir neben Prince. Ach so Tim, Hollywood Undead bekommt die Box neben Daemon.", ratterte ich herunter.
      Gleich darauf waren wir wieder beim Hänger. Tim durfte Ojos Azules nehmen, was dem Jungen ein Leuchten in die Augen zauberte. Liz übernahm Candle in The Wind, Mr. Bane Slaters Secret und ich band Dream of Wyoming los. Immanuel trug schon einmal einen Teil der Ausrüstung in die Sattelkammer.
      "Candle in the Wind kommt neben Intolerable Life, Jojo neben Pierre, Secret soll neben Someone und Wyoming kommt zwei Boxen weiter.", sagte ich wieder, während ich meinen Appaloosa in seine Box führte. Der Hengst drehte sich mit schiefgelegten Ohren im Kreis und entdeckte dann sein Heunetz. Das beschäftigte meine Hengste fürs erste.
      Nachdem wir auch die Ausrüstung der Pferde verstaut hatten, luden wir mein Auto aus, richteten unser Luftmatratzen - Lager für die Nacht und räumten meine Lebensmittel in den Kühlschrank.
      Dann gingen wir hinaus und warteten auf Klaus.
      Der kam auch kurz darauf angefahren und streckte sich erst einmal ausgiebig.
      Er übergab mir die Führstricke von My Golden Heart und American Baby, übergab Tim Cinnemont's History und Liz Dorina, drückte Mr. Bane die Führstricke von Little Big Girl und Kolibri in die Hand, Immanuel Benjilala und Salwa und führte zuletzt meine Araberdamen Haadeh und Little Miss Sunshine aus dem Hänger.
      Zwischendurch pfiff er beim Anblick meines neuen Gestüts immer wieder durch die Zähne.
      "Meine Güte Sammy, du hast dir hier echt was tolles aufgebaut! Ich bin gespannt wie deine Zucht laufen wird."
      Vor dem Stall teilte ich die Pferde gleich auf. Benjilala und Salwa kommen in den kleinen Stutentrakt neben Mizzi. My Golden Heart und American Baby ziehen in die Boxen auf der linken Seite und zwar in die vierte und fünfte vom Durchgang gezählt. Little Big Girl und Kolibri beziehen im Haupttrakt die Randboxen rechts und zwar die erste und zweite vom Hengstdurchgang aus. History und Dorina kommen in die ersten Boxen von rechts aus. Haadeh bezieht die dritte Box links vom Eingang im Haupttrakt und Little Miss Sunshine die zweite."
      Als alle Stuten gut versorgt waren, atmete ich erleichtert auf. Wir versorgten auch nun die Ausrüstung und begannen dann mit der Abendfütterung. Kurz darauf traf Eddi mit den letzten vier Hengsten für heute ein. Diesmal bat ich Liz, Tim und Mr. Bane das Sattelzeug zu nehmen, da diese vier Hengste doch ein wenig eigen waren. Eddi übernahm Caradoc, Immanuel Caspar, Klaus Levistino und ich meinen frisch gekörten Hengst Fantastic Fly.
      "So. Die vier kommen natürlich alle in den Hengsttrakt. Levistino bekommt die sechste Box auf der rechten Seite, Fly die daneben. Caradoc zieht auf die linke Seite in die fünfte Box und Caspar in die sechste. Und außerdem darf ich nun endlich verkünden: Das wars für heute, ich bestellte uns jetzt Pizza. Wer möchte noch?"
      Diese Ansage wurde mit zustimmendem Jubel aufgenommen und so machten wir uns gleich darauf auf, um den Lieferservice anzurufen. Bis dahin erntete ich weiterhin viele Komplimente für meinen wunderschönen Hof und meine noch schöneren Pferde. Ich war unglaublich froh, dass die erste Fahrt so gut geklappt hat und hoffte, dass die beiden ausstehenden auch reibungslos verliefen.

      Am nächsten Morgen verabschiedeten sich Eddi, Immanuel und Klaus schon sehr früh wieder. Ich wünschte meinen Freunden eine gute Heimfahrt und teilte ihnen mit, dass ich am Dienstag wieder zurückfahren würde.
      Dann räumte ich ein wenig im Haus auf, putzte meinen Pferdehänger und wartete dann vor meinem Haus auf die Bewerber.
      Insgesamt hatte ich zehn Termine vereinbart und Kandidat Nr 1 müsste in wenigen Minuten auftauchen.
      Tatsächlich tauchte kurz darauf ein großer, blonder junger Mann auf. Zu meiner Verwunderung kam ihm jedoch noch ein zweiter mit roten Haaren hinterer. Ich stand auf und ging auf die beiden zu.
      "Guten Tag! Willkommen auf Hollybrook! Ich nehme an, einer von Ihnen ist Samuel?", fragte ich neugierig.
      Der Blonde errötete ein wenig und meinte lächelnd: "Ja das bin ich, wir hatten telefoniert. Es tut mir sehr Leid, wenn ich Sie verwirre, aber Donald hier ist ein sehr guter Freund und kann wunderbar mit Pferden umgehen. Er hat nur leider vor kurzem seine Stelle verloren und deshalb dachte ich, sie könnten sich vielleicht einmal von ihm überzeugen?"
      Ich musterte Donald. Er war recht kräftig gebaut und machte einen netten Eindruck.
      "Na klar. Ich würde sagen, wir gehen mal zu den Ställen, dann kann ich mich mal von eurem Umgang mit den Pferden überzeugen. Ihr dürft euch nur nicht wunder, die Guten hatten gestern eine sehr lange Fahrt und sind deshalb heute vielleicht ein wenig gereizt."
      Die zwei Männer folgten mir und ich verfolgte aus den Augenwinkeln wie sie sich staunend das Stallgebäude ansahen.
      "Ich würde sagen, wir fangen bei den Hengsten an.", sagte ich, während ich die Tür zum Hengsttrakt öffnete.
      Sofort erschallte lautes Gewieher und den Neuankömmlingen wurden zwölf Köpfe entgegen gereckt. Nur Daemon und Dream of Wyoming kamen nicht an die Türen.
      "Ich würde sagen ihr holt jetzt Levistino und Fantastic Fly aus ihren Boxen, führt sie nach draußen auf den Putzplatz und macht die zwei dann sauber.", wies ich die beiden an und zeigte ihnen die Hengste.
      Samuel nahm meinen hübschen Schimmel, Donald halfterte Fantastic Fly auf. Die beiden großen Hengste waren zwar im Grunde brav, hatten allerdings auch eine gehörige Portion Temperament.
      Als erstes sah ich mir an, wie die beiden die Hengste anbanden. Dabei punkteten sie schon damit, dass sie mit den Tieren redeten und sie nicht direkt nebeneinander stellten.
      Auch beim Putzen gingen sie sorgfältig vor und Donald schaffte es, Fly innerhalb einer Bestzeit zu beruhigen, als der junge Hengst sich mal wieder unnötig aufregte.
      Auf die Fragen der beiden meinte ich: "Levistino ist ein achtjähriger Trakehner, Fly ist ein Holsteiner und erst vier. Beide sind bereits gekört und ich lege sehr viel Wert auf eine gute Ausbildung. So werde ich auch meinen Trainingsbetrieb wieder aufnehmen, sobald hier alles fertig ist. Es würde übrigens auch mit zu den Aufgaben der Pfleger gehören, ab und an beim Training der Pferde zu helfen. Aber das kommt nach und nach, da ich natürlich nicht jeden auf den Rücken meiner Pferde lasse."
      Die beiden nickten und führten ihre Hengste dann zu den Koppeln. Die beiden mussten zu meinem Leidwesen auf Einzelkoppeln, da sie sehr ausgeprägte Hengstmanieren hatten und sofort auf die anderen Tiere losgegangen wären.
      Ich bedankte mich bei den beiden Männern und versprach, mich noch am selben Abend bei ihnen zu melden.
      Kaum dass die beiden weg waren, kam auch schon die nächste Kandidatin.
      Am Ende des Tages hatte ich ohne Mühe sechs junge Leute ausgewählt. Außer Samuel und Donald würden Patrick, Brian, Anna und Meg bei mir anfangen. Arbeitsbeginn war der nächste Sonntag und alle sechs freuten sich schon sehr auf die Arbeit.
      Donald, Samuel, Brian und Meg würden außerdem bei mir auf dem Gestüt wohnen.
      Ich war sehr zufrieden mit dem Tag und fiel hundemüde auf meine Luftmatratze.
      Am nächsten Morgen holte ich Liz ab und fuhr mit ihr zu einem großen Möbelhaus. Samuel und Donald verdienten sich ein wenig Geld dazu, indem sie die Zimmer in dem Gästehaus strichen. Wir würden die Wohnungen der Mitarbeiter alle identisch einrichten, ein kleines Bad und eine Küchenzeile waren bereits vorhanden. Die Zimmer für die Gäste hatten ebenfalls ein Bad, jedoch keine Küche.
      Liz und ich verbrachten den ganzen Tag in dem Möbelhaus. Neben der Einrichtung für das Gäste- und Personalhaus kauften wir auch gleich meine neuen Möbel. Dann vereinbarten wir mit dem netten Herrn an der Information , dass die Möbel nächsten Samstag geliefert und auch gleich in die entsprechenden Räume gebracht werden sollten. Also würde ich bereits am Freitag mit den nächsten Pferden wieder herfahren.
      Nachdem ich meine Pferde versorgt und Liz und Tim die Futterpläne ausgehändigte hatte, ging ich schlafen, um am nächsten Morgen gut ausgeruht nach Deutschland fahren zu können.
    • Laraya13
      Fahrt 2
      In der darauffolgenden Woche packte ich mein letztes Hab und gut in Kisten, auch das Sattelzeug der verbliebenen Pferde sammelte ich bereits zusammen.
      Als der Freitag schließlich gekommen war, fing ich meine beiden jungen Ragdolls ein, schob sie in ihren Transportkorb und ging dann hinaus, um mich zu verabschieden und Isola della Pirateria, Adina de Ra'idah, Magical Moment und Thousand Sunny einzuladen.
      Eddi bekam von mir sämtliche Dokumente für die anderen Pferde, sowie die Verladungs- und Abfahrtspläne.
      Dann verabschiedete ich mich von meiner besten Freundin und nahm ihr das Versprechen ab, sich am Sonntag vor der Abfahrt noch einmal kurz zu melden.
      Bis zur Fähre lief alles wunderbar, doch als das Schiff ablegte, wurden Isola und Adina sehr unruhig. Also verabschiedete ich mich von dem Gedanken, die Überfahrt an Deck zu verbringen und öffnete die Vordertür des Hängers, um meine Stuten zu beruhigen.
      In diesem Moment rauschte mir etwas grau-weißes entgegen und ein aufgeregtes: "Finn, aus!", schallte durch die Schiffsgarage.
      Ich sah mich einem äußerst hübschen Australian Shepherd gegenüber, der mit eingeklemmten Schwanz versuchte, an mir vorbeizukommen.
      Gleich darauf kam mir ein großer, muskulöser Typ mit schwarzen Haaren und unglaublich grünen Augen entgegen und nahm den Hund mit hochrotem Kopf von mir weg.
      "Das tut mir wirklich sehr Leid, eigentlich ist Finn gut erzogen, aber er hasst die Überfahrt nach England...", begann er seine Entschuldigung.
      "Ach das macht doch nichts! Ich habe auch ein paar Vierbeiner dabei, die nicht ganz so begeistert sind.", sagte ich lachend.
      "Ja das dachte ich mir schon. Die machen ja nen ganz schönen Radau. Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Ihnen ein wenig Gesellschaft leisten würde? Es ist so unglaublich langweilig alleine.", fragte er mit seinem unglaublich süßen englischen Akzent.
      Ich stimmte freudig zu und so setzten wir uns samt Finn in den Vorraum meines Hängers. In unserem Gespräch stellte sich heraus, dass der nette Typ Kevin hieß, er Familie in Deutschland hatte, aber in Oxford studierte.
      "Und du eröffnest also ein Gestüt?", fragte er mit leuchtenden Augen nach.
      "Ja, dieses Wochenende kommt das zweite Drittel meiner Pferde nach England. Und nächste Woche hab ich dann wenn alles gut geht, alle drüben. Kannst du reiten?", antwortete ich.
      "Naja, ich hab es mal gelernt, aber wirklich gut bin ich glaube ich nicht... Du könntest es mir ja beibringen", meinte er grinsend.
      Ich schluckte und wurde mir zum ersten Mal der Nähe bewusst, die mittlerweile zwischen uns herrschte. Ich errötete und sah lächelnd zu ihm auf.
      Er wurde nun ebenfalls rot und stammelte: "Das war nur ein Scherz, keine Sorge!"
      Ich lächelte tapfer weiter, war aber insgeheim etwas enttäuscht. Mir war schon lange kein so netter Kerl wie Kevin mehr begegnet. Aber wie es aussah, würde ich ihn wohl nicht wieder sehen.
      Kurz darauf legten wir an und ich verabschiedete mich wehmütig von Kevin. Er hatte nicht einmal nach meiner Handynummer gefragt.
      Ich seufzte und machte mich auf, um den letzten Streckenabschnitt zu bewältigen.
      Auf dem Gestüt angekommen, wurde ich wieder von Liz und Tim erwartet. Heute war das Wetter nicht so toll, daher war Mr. Bane zu Hause geblieben, da sein Rheuma ihm Probleme bereitete.
      Ich führte Magical Moment aus dem Hänger und freute mich über die staunenden "Ohs" und "Ahs" von Tim und seiner Mutter. Meine Elitestute sorgte einfach immer für Bewunderung.
      Ich drückte Tim ihren Führstrick in die Hand und grinste, als er vor stolz einen ganz roten Kopf bekam.
      "Liz würdest du kurz hierblieben? Isola und Adina sind beide ein wenig schwierig, ich kann nicht beide zusammen nehmen, aber auch keine von ihnen alleine lassen.", bat ich meine neue Freundin. Liz nickte und ich führte Isola della Pirateria aus dem Hänger. Die junge Rappstute tänzelte mit aufgerissenen Augen neben mir her und drängte sich eng an Magical Moment.
      Vor dem Springbrunnen rammte sie die Hufe in den Boden und quiekte erschrocken.
      "Tim? Dreh Magic mal um und warte dann kurz auf uns!", rief ich dem Jungen hinterher, da Magic natürlich ohne Probleme am Brunnen vorbei ging. Nach einigen Überredungsversuchen bewegte sich Isola schließlich im Stechtrab an dem Brunnen vorbei. Wir banden die beiden am Putzplatz fest und nahmen ihnen die Ausrüstung ab. Tim und Liz hatten die vier Boxen bereits eingestreut, weshalb ich Tim auch nicht sagen musste, wohin die Stuten kamen.
      Ich wurde von freudigem Wiehern begrüßt und Isola entspannte sich sofort ein wenig. Magical Moment bezog die Box im Haupttrakt direkt rechts neben der Stalltür. Isola kam in die dritte Box daneben. Als ich mich versichert hatte, dass die Rappstute keinen Unsinn anstellen würde, joggten wir zurück zu Liz. Diesmal bekam sie den Strick von Thousand Sunny, ich übernahm Adina De Ra'idah und Tim trug schon einmal einen Teil der Ausrüstung zum Stall.
      Auch Adina zickte am Brunnen ein wenig herum, doch als sie das Wiehern von Little Miss Sunshine hörte war sie kaum noch zu halten. Wir nahmen auch den beiden die Ausrüstung ab und führten sie in ihre Boxen.
      Nachdem dann auch die ganzen Zubehörkisten verräumt waren, machten wir uns im Haus an die Arbeit. Morgen sollten schließlich die ganzen Möbel geliefert werden und zwar samt der rießigen Küche für mein Haus.
      Daher besorgten wir uns Wandfarben und strichen die Wände meines Hauses.

      Am nächsten Morgen stand ich bereits sehr früh auf und wartete auf meine Möbel. Um kurz nach acht fuhr bereits der rießige Laster vor und vier Männer sprangen heraus. Zwei von Ihnen kümmerten sich um meine Küche, die anderen begannen damit die Möbel ins Gästehaus zu bringen. Kurz darauf tauchte auch Liz auf und half mir alles zu koordinieren. Nachdem die Männer alle Möbel in die jeweiligen Zimmer gebracht hatten, fuhren sie wieder ab, während ihre beiden Kollegen die Küche anschlossen und aufbauten. Ich verzog mich währenddessen mit Liz in mein Schlafzimmer und wir verbrachten die nächsten Stunden damit mein Bett, den Kleiderschrank und die Badezimmermöbel aufzubauen.
      Anschließend gönnten wir uns eine Pause, verabschiedeten die beiden Handwerker und begrüßten dafür den Elektriker, der sämtliche Lampen in meinem und im Gästehaus anschließend sollte.
      Liz und ich verzogen uns mit dem Mann zusammen in die Personalwohnungen, die über den Garagen für Kutschen und Sulkys standen.
      Dort bauten wir jeweils ein Bett, einen Schrank, einen Spiegelschrank im Bad, einen Schreibtisch, einen Nachttisch, ein Bücherregal und eine Kommode auf. Die Küchenzeilen samt Hängeschränken waren bereits aufgebaut und auch die Badezimmer inklusive Waschmaschine waren bereits fertig.
      Wir schlossen unsere Arbeit in den Zimmer ab, indem wir die Vorhangstangen mit Vorhängen aufhängten, die Betten bezogen und in drei der Zimmer eine Schale mit Süßem stellten.
      "Puh das wars für heute. Ich fahre dich schnell nach Hause, du ziehst dich um und dann gehen wir essen, was hälst du davon?", fragte ich Liz. Die nickte fröhlich und machte noch einen kurzen Abstecher mit in mein Haus, um meine zwei süßen Kätzchen zu knuddeln.

      Der nächste Morgen begann genauso früh wie der Samstag. Wieder kamen Liz und Tim, um mir zu helfen. Zu allererst waren natürlich die Pferde an der Reihe. Wir versorgten die Pferde, die bisher hier standen und streuten dann 24 weitere Boxen ein.
      Gleich darauf machten wir uns daran, mein Haus weiter einzurichten. Wir bauten die restlichen Möbel in der Küche auf, danach war das große Esszimmer an der Reihe. Immerhin sollte es hier irgendwann einmal sehr gesellig zugehen, da ich nicht nur mein Personal des öfteren hier haben wollte, sondern natürlich auch meine Gäste bewirten musste.
      Als wir schließlich schon recht müde das Werkzeug verräumten, hörte ich die Stimmen meiner neuen Mitarbeiter. Ich hatte sie gebeten so rechtzeitig zu kommen, dass sie beim Ausladen der Pferde helfen konnten.
      Kurz darauf fuhr auch schon Immanuel auf den Parkplatz.
      "Immanuel nimmst du Black Soul? Er kommt in den Hengsttrakt, rechte Seite in die zweite Box links von Fly. Samuel, Donald nehmt ihr Wüstentänzer und Khamar al Sanaa. Die beiden kommen auch auf die rechte Seite in die ersten Boxen vom Eingang weg. Patrick du übernimmst Branagorn. Er kommt zwischen Fantastic Fly und Black Soul. Brian dir gebe ich Ghostbuster. Er kommt neben Wüstentänzer. Liz, Tim? Ihr übernehmt Orfino und Juego. Orfino kommt rechts neben Caradoc, Juego zwischen Caspar und Hollywood Undead. Bleiben noch Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Cheeky Jot und Hollybrook's Bloody Valentine. Valentine nehme ich. Anna du übernimmst Nova und Meg du hast die Ehre meinen Liebling Cheeky zu führen. Cheeky kommt in die erste Box auf der linken Seite, Valentine daneben und Nova neben Valentine."
      Nachdem wir alles verräumt hatten, atmeten wir erleichtert durch und ich schickte Immanuel ins Haus, damit er sich ausruhen konnte. Mein Freund wollte nämlich noch an diesem Abend wieder nach Hause fahren.
      Kurz darauf traf dann auch schon Klaus mit den Stuten ein. Wieder ratterte ich los:
      "Samuel, Donald euch gebe ich Samiyah und Mahira. Samiyah kommt in den Haupttrakt auf die linke Seite , in die erste Box an der Seite. Mahira steht direkt daneben. Brian du nimmst Wild Lady Roxanne. Sie soll neben Mahira. Liz und Tim ihr bekommt Golden Flair und Fairylike Facility. Anna du gehst gleich mit Aimiliani mit und Meg du nimmst Naboo. Die kommt neben Magical Moment, Aimiliani neben Isola, Facility zwei Boxen rechts von Thousand Sunny und Golden Flair zwei Boxen von Facilty weg. Patrick du nimmst Angels Fall First, Klaus geht gleich mit Cuchara mit und ich schnappe mir Walk of Fame. Angel kommt rechts neben My Golden Heart, Cuchara neben Salwa und Fame stelle ich zwischen Thousand Sunny und Fairylike Facility."
      Ich atmete tief durch als wir auch hier alles erledigt hatte und zeigte Samuel, Donald und Meg ihre neuen Wohnungen. Die drei waren restlos begeistert und bedankten sich überschwänglich. Anschließend schickte ich sie nach Hause und Klaus in mein Haus, da wir mit den vier Stuten die Eddi mitbrachte auch alleine fertig wurden.
      Als Eddi schließlich ankam übernahmen Liz und Tim Melody's Girl und Rose de Soleil, während Eddi und ich uns mit Precious Scream und Sahira abmühten. Meine Araberstute kam in die Box neben Little Miss Sunshine, Scream durfte zwischen Facility und Flair ziehen, Soleil kam rechts neben Adina und Melody links neben Adina.
      Ich kontrollierte gerade noch einmal alles, als Eddi grinsend auf mich zu kam.
      "Du vor dem Gestütseingang steht ein mega süßer Typ, der nach dir gefragt hat. Hast du vielleicht vergessen mir was zu erzählen?", fragte sie mich neckisch.
      "Ich hab keine Ahnung wer das sein könnte. Vielleicht noch ein Bewerber für einen Job...", meinte ich Schulter zuckend und ging zum Tor.
      Dort traf mich jedoch fast der Schlag, denn der mega süße Typ war kein anderer als Kevin!
      Er bemerkte meinen überraschten Blick und lief knallrot an.
      "Also ich muss dir was gestehen. Ich hätte mich Ohrfeigen können, dass ich dich nicht nach deiner Adresse oder wenigstens deiner Handynummer gefragt habe und deshalb bin ich dir am Freitag einfach hinter her gefahren, bis ich ungefähr wusste, wo du hinwillst. Ich war aber zu feige, dich da schon anzusprechen.
      Aber jetzt bin ich da und deshalb: Hättest du Lust nächsten Freitag mit mir Essen zu gehen?", ratterte er hinunter.
      Ich konnte mein Glück kaum fassen und nickte ihm strahlend zu.
      "Oh okay, das ist ja toll! Also..ich denke du hast zu tun und ich muss heute auch wieder zurück nach Oxford, aber ich freue mich schon sehr auf Freitag. Ach ja und hier, meine Nummer!", meinte Kevin, stieg in sein Auto und brauste davon.
      Eddi grinste übers ganze Gesicht und löcherte mich bis tief in die Nacht mit Fragen. Mein Umzug nach England lief wirklich besser, als ich es mir jemals erträumt hätte....
    • Laraya13
      Fahrt 3
      Endlich war der Tag gekommen, an dem der Rest meiner Pferde ankommen sollte. In der letzten Woche hatte ich mein Personal eingearbeitet, mein Haus eingerichtet und war nun daran, Charme in meinen Hof zu bekommen. Und natürlich hatte ich mich am Freitag mit Kevin getroffen. Seitdem telefonierten wir jeden Tag mindestens zwei Stunden und er hatte versprochen, das nächste Wochenende ganz hier zu verbringen.
      Ich stand bereits vor dem Tor und wartete auf Immanuel, der ja diesmal mit vierzehn Pferden ankommen würde. Auch meine Mitarbeiter, sowie Liz, Mr. Bane und Tim waren hier, um zu helfen.
      Als der rießige Transporter schließlich ankam, verteilte ich sofort wieder die Pferde.
      Immanuel übernahm Tschiwabschischi, Samuel El Racino, Donald San Salvador und Brian Classic Moment. Tschiwi kam neben Ghostbuster, Racino zwischen Tschiwi und Levistino, San Salvador zog zwischen Slaters Secret und Wyoming und Classic Moment kam auf die gegenüberliegende Seite neben Candle in the Wind.
      Liz schnappte Unannounced Pleasure, in die sie sich sofort verliebte, Tim nahm Reminiscent Inspiration, Anna übergab ich Levistino's Hope und Meg nahm Mississle. Für Patrick und mich blieben nun nur noch Backup und Ravenback.
      Die beiden Vollblutfohlen bezogen die Boxen ganz rechts im Haupttrakt. Mississle kam neben Little Big Girl, Inspiration und Pleasure kamen in den rechten Stutentrakt auf die rechte Seite direkt an den Durchgang und Hope auf die gegenüberliegende Seite neben Cuchara.
      Im zweiten Hänger warteten nun noch Ace of Spades, Black Pearl, Pirate Island und Fallen Immortaliny. Fallen durfte zwei Boxen rechts von Soleil stehen, Black Pearl neben Ravenback, Island neben Pearl und Spades zwischen Island und Melody.
      Kaum eine Stunde später war auch Eddi mit der letzten Fuhre da.
      Sie transportierte Everybody's Darling, die zwischen Naboo und Isola stand, Barakah al Sanaa, die die Box neben Hope bezog, Sharley und Bittersweet. Die beiden Araberdamen durften die Boxen rechts und links von Fallen Immortaliny ihr neues heim nennen.
      Ich atmete erleichtert durch Es hatte alles geklappt und endlich hatte ich alle Pferde sowie auch die ganze Ausrüstung hier. Ich kochte für meine Gäste ein feines Essen und lud sie dann alle ein, in ein paar Wochen zur Eröffnungsparty herzukommen.
      Endlich konnte ich meinen Lebenstraum verwirklichen!
    • Laraya13
      Planung & Vorreiten

      "Guten Morgen alle zusammen!", begrüßte ich fröhlich meine Mitarbeiter Anna, Meg, Patrick, Brian, Donald und Samuel, die mich bereits erwartungsvoll anblickten. Ich hatte sie gestesrn Abend gebeten, sich heute eine halbe Stunde vor Arbeitsbeginn mit mir zu treffen, da es einiges zu besprechen gab.
      "Also ihr Lieben. Wie ihr wisst, möchte ich meine Zucht bald wieder eröffnen und habe nun beschlossen, auch Achal Tekkiner und Berber mitaufzunehmen. Deshalb ist Ivory zu uns gezogen und Candle in the Wind wird ebenfalls bleiben. Die Suche nach den Berbern habe ich auch schon begonnen, aber das wird noch eine Weile dauern. Fakt ist, dass wir den Stall ein wenig umplanen müssen und ich außerdem einen neuen Plan für die Unterbringung der Pferde erstellt habe. Das müssen wir nach dem Misten als erstes machen. Leider ist auf den Koppeln alles vereist, deshalb werden wir von den Stutenkoppeln einen kleineren Teil abtrennen, damit die Pferde wenigstens ein bisschen Auslauf bekommen.
      Außerdem beginnen wir ab heute mit dem Arbeiten der Pferde. Longieren werdet ihr alle, beim Reiten lege ich viel Wert auf die Dressur, wer möchte kann sich auch für Springen, Military, Distanz, Western, Galopprennen und Fahren melden. Eure Longiertechnik und die Dressur schaue ich mir heute schon an, den Rest dann morgen!". Ich blickte meine Mitarbeiter erwartungsvoll an und sie brachen alle in zustimmendes Gejubel aus. Nur Anna drückte sich ein wenig hinter die anderen und wirkte auch nicht wirklich begeistert.
      Wir machten uns nun alle gemeinsam daran, die Pferde auf die Koppeln zu verteilen und anschließend die ganzen Boxen auszumisten. Nachdem diese Arbeit getan war, beorderte ich alle in die Sattelkammer, um die Ausrüstung mal wieder richtig zu reinigen.
      Dann sagte ich: "Na los, erzählt mal. Auf wem würdet ihr das Probereiten heute gern absolvieren? Möchte jemand gar nicht reiten? Oder möchte jemand noch andere Disziplinen dazu nehmen?"
      Samuel und Donald begannen gleichzeitig zu reden, sahen sich an, lachten und begannen dann nacheinander nochmal von vorne. Samuel begann.
      "Also am liebsten würde ich natürlich Levistino reiten. Außer der Dressur würde ich mich unglaublich für Springen und Military interessieren.", begann der blonde Junge.
      "Und ich würde gern Fantastic Fly oder Golden Indian Summer reiten! Aber da du dir ja die Dressur ansehen möchtest, wohl eher Fly. Außer Dressur würde ich gerne Western und Fahren trainieren. Ich hab ja auch auf dem Gestüt auf dem ich vorher war, bereits Pferde eingefahren und mit ihnen trainiert.", schloss sich Donald an.
      Als die beiden Jungs fertig waren, brachte Meg strahlend hervor: "Mir ist es eigentlich egal, wen ich reiten soll, aber ich würde unglaublich gern Galopp- und Distanzrennen trainieren."
      Ich nickte lächelnd. Das hatte ich schon gewusst, da Meg eigentlich von nichts anderem mehr sprach, seit sie hier war.
      Fragend sah ich nun Brian an. Der zuckte mit den Achseln und meinte: "Wen ich reite, interessiert mich nicht. Ein guter Trainer muss ja schließlich mit allen Pferden klar kommen. Meine Disziplinen wären Fahren und Springen."
      Patrick erklärte, er wolle am liebsten nur Dressur reiten, da er mit den restlichen Disziplinen noch keine Erfahrung gesammelt hatte und Anna druckste verlegen, mit hoch rotem Kopf herum, bis ich sie schließlich aufforderte, mit mir nach draußen zu kommen.
      "Anna was ist denn los mit dir?", fragte ich die junge Frau. Schließlich hatte ich doch von vornherein klar gemacht, dass ich von allen erwartete, auch mit den Pferden zu arbeiten und zwar auch vom Sattel aus.
      Anna starrte verlegen auf ihre Füße und meinte dann leise: "Ich habe zu große Angst, um zu reiten! Ich liebe Pferde, aber ich möchte sie auf keinen Fall trainieren. Bitte wirf mich deshalb nicht raus, ich liebe meinen Job wirklich sehr!"
      Stirnrunzelnd betrachtete ich das braunhaarige Mädchen: "Aber Anna, ich habe fast 100 Pferde hier stehen, ich brauche jede Unterstützung, die ich bekommen kann. Warum hast du denn solche Angst? Du musst ja nicht Springen oder Galopprennen reiten. Aber Dressur und Ausritte sollten doch möglich sein?"
      Anna schüttelte den Kopf, während ihr Tränen in die Augen traten: "Nein, wirklich nicht. Ich hatte vor drei Jahren einen schlimmen Unfall und seitdem habe ich einfach zu viel Angst. Erst hatte ich überhaupt keinen Kontakt zu Pferden mehr, doch ich konnte einfach nicht ohne sie. Und dann habe ich gemert, dass alles wunderbar ist, solange ich nur nicht reiten muss!"
      Ich musterte das Mädchen von Kopf bis Fuß und sagte dann entschieden: "Anna es tut mir Leid, aber ihr seid nicht nur zum Arbeiten hier, sondern auch um etwas zu lernen. Um aber alles über ein Zucht- und Trainingsgestüt zu erfahren, muss man sich eben auch aufs Pferd setzen. Ich kann dir höchstens anbieten, dass wir dich auf ein ganz ruhiges Pony setzen, wenn die anderen heute Abend weg sind und du dich dann langsam wieder ans Reiten herantastest. Aber du hast in deiner Bewerbung angegeben, dass du sehr gut reitest und darauf habe ich mich natürlich auch verlassen. Bist du bereit, es heute Abend zu versuchen?"
      Anna sah mich unglücklich an, nickte aber nach einer Weile. Ich lächelte sie an und kehrte dann wieder zu den anderen zurück.
      Nachdem wir alles Sattelzeug geputzt und neu geordnet hatten, machten wir uns daran die Pferde reinzuholen. Wie immer widmete ich mich Hollybrook`s Cheeky Jot und Hollybrook`s Bloody Valentine, die zusammen auf einer der Hengstkoppeln standen. Die Halbgeschwister verstanden sich außerordentlich gut und ich war froh, dass Cheeky in Bloody einen Spielkameraden hatte und Bloody durch Cheeky`s Verhalten selbstsicherer wurde. Ich führte beide zum Putzplatz, nahm ihnen die Weidedecken ab und begann sie flott überzuputzen. Donald tat das gleiche bei Hollybrook`s Casanova und Hollybrook`s Classic Moment, Samuel übernahm Caspar und Orfino, Brian führte BMs Caradoc von der Koppel, Patrick übernahm Daemon, Meg führte Intolerable Life, Eddi`s Dead Pop Romance und Fair Prince von der großen Hengstkoppel und Anna kümmerte sich um Hollywood Undead, Pequeno und Juego.
      Als die zwölf Hengste sauber waren, zog ich meinen zerknitterten Stallplan aus der Tasche und begann vorzulesen: "Cheeky Jot kommt wie gehabt in die erste Box am Eingang auf der linken Seite. Daneben stehen Bloody Valentine, Casanova Orfino, Caradoc, Caspar, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon, Hollywood Undead, Juego und Pequeno. Classisc Moment kommt dann neben Juego und Romance wiederum neben den."
      Als alle Pferde versorgt waren, holten wir die nächsten Hengste und wieder las ich vor: "Direkt neben der Tür auf der rechten Seite steht Wüstentänzer. Dann kommen Khamar al Sanaa, Ghostbuster, El Racino, Tschiwabschischi und Candle in the Wind. Die Box neben Candle bleibt frei, dort soll später mal der Berberhengst stehen. Daneben stehen dann Ojos Azules, Pierre, Slaters Secret, San Salvador, Someone, Levistino, Fantastic Fly, Branagorn, Black Soul, Dream of Wyoming und Golden Indian Summer." Somit war neben Summer noch eine Box für den Painthengst frei, den ich mir definitiv noch zulegen wollte. Auf der anderen Seite hingegen gab es noch sechs freie Boxen. Diese waren für Trainingspferde, Fohlen oder auch Rettungspferde gedacht. Immerhin sollten auch Romance und Classic Moment irgendwann wieder ausziehen.
      Nachdem alle Hengste gut versorgt waren, ging es mit den Stuten weiter. Wir begannen mit den Stuten aus dem linken Trakt. Dort standen auf der linken Seite vom Durchgang aus Samiyah, Mahira, Wild Lady Roxanne, Angels Falls First, Reminiscent Inspiration, Unannounced Pleasure, Levistino`s Hope und Barakah al Sanaa. Gegenüber von Barakah sollte irgendwann einmal meine Berberstute einziehen. Daneben kamen dann Ivory, Salwa, Benjilala, Mizzi, Paradises Rafinesse, Shekitt Quinn und Cuchara. Im Haupttrakt im rechten Seitenteil waren American Baby, BBs Harmony, My Golden Heart und The Morticains Daugther untergebracht. Die große Eckbox stand momentan leer. Dann kamen Backup, Kagami el Assuad, Pirate Island, Black Pearl, Ace of Spades, Rose de Soleil, Adina de Ra`idah, Melody`s Girl, Bittersweet, Fallen Immortaliny, Sharley, Haadeh, Little Miss Sunshine und Sahira. Zwischen der Box von Sahira und Magical Moment lag die große Stalltür, die nach hinten zu den Koppel führte. Neben Magic waren Naboo, Everybody`s Darling, Isola della Pirateria, Thousand Sunny, Walk of Fame, Fairylike Facility, Aimiliani, Precious Scream, Golden Flair, Dorina, Cinnemont`s History, Fatimah und Dark Misery untergebracht. Daneben im Seitenteil standen meinen kleinen Damen, nämlich Talina, Mississle, Little Big Girl und Kolibri.
      Als schließlich alle Tiere sauber in ihren gemisteten Boxen standen rief ich meine Pfleger wieder zusammen.
      "Also Samuel du machst Levistino fertig, Donald du darfst Fly reiten. Meg dir habe ich Ghostbuster herausgesucht, Brian nimmt Black Soul. Patrick dich setze ich auf Branagorn, du meintest ja, dass du noch nicht so sicher bist. Anna für dich habe ich Ojos Azules ausgesucht. Ihr sattelt die Pferde bitte alle, aber wir werden zuerst longieren. Anna du legst Jojo einfach nur einen Longiergurt und den Kappzaum an."
      Es verteilten sich sofort alle und Anna nickte mir dankbar zu. Ich lief im Hengststall auf und ab und beobachtete meine Pfleger dabei, wie sie die Pferde putzten.
      "Samuel macht den Anfang, ihr anderen dürft mit gucken kommen.", wies ich die jungen Leute an. Ich war schon sehr gespannt, wie Samuel mit dem etwas eigensinnigen Levistino klar kommen würde, doch ich musste mein Personal auf die schwierigeren Pferde setzen, damit ich sah, was sie konnten.
      Samuel wirkte nun doch ein wenig nervös, als er den hochbeinigen Schimmel aus dem Stall zur Reithalle führte. In der Halle angekommen, verteilten wir anderen uns auf die Ränge, während Samuel Levistino in der Mitte der Bahn aufstellte, die Steigbügel noch einmal sicherte und dann die Longe einhakte. Der große Hengst lief recht manierlich, auch wenn er zweimal versuchte, vom Trab in den Galopp zu wechseln. Schließlich hatte ich genug gesehen und nickte Samuel zu. "Okay, dann schwing dich mal in den Sattel und zeig uns, was du kannst!", sagte ich lächelnd zu ihm.
      Samuel nickte, brachte mir Longe und Peitsche, gurtete nach, stellte die Steigbügel auf seine Länge ein und saß dann auf. Levistino merkte, dass Samuel nervös war und begann sofort auf der Stelle zu tänzeln. Samuel trieb ihn sachte vorwärts und der Hengst schoss im Stechtrab auf die Bande zu. Donald stöhnte auf und Brian verzog verächtlich das Gesicht, während Anna am liebsten davon gelaufen wäre.
      Ich sagte gar nichts, sondern schaute einfach zu. Levistino war kein einfaches Pferd und natürlich lies ich Samuel Zeit, um sich auf den Hengst einzustellen. Der verstand nun langsam, dass er Levistino nervös machte und ich konnte erkennen, wie er versuchte, sich zu entspannen. Er ließ die Zügel lockerer und wurde weicher in der Hand. Auch sein Sitz sah jetzt besser aus und prompt ließ Levistino sich fallen und arbeitete mit. Ich nickte Samuel anerkennend zu und sagte: "Sehr schön, Samuel. Morgen kannst du mit ihm Springen, dann werden wir deinen Trainingsplan ausarbeiten! Bring Levistino bitte zurück in seine Box. Donald du bist als nächtes an der Reihe!"
      Die beiden Männer eilten zurück zum Stall und kamen ein paar Minuten später mit dem gesattelten Fantastic Fly zurück.
      Der junge Fuchs war heute gut aufgelegt und Donald hatte schon seine liebe Not, überhaupt in den Sattel des Hengstes zu kommen. Dann fügte sich Fly jedoch schnell und ich war wieder einmal sehr froh darum, dass Samuel seinen Freund damals einfach zu seinem Vorstellungsgespräch mitgebracht hatte. Nachdem Donald Fantastic Fly auf beiden Händen galoppiert war, nickte ich ihm lächelnd zu. Dann schickte ich Meg in den Stall, um Ghostbuster zu holen.
      Die junge Frau hatte sich im Nu in den Sattel des grauen Hengstes geschwungen und holte nun alles aus ihm heraus. Ich war hin und weg. Ghostbuster war zwar bisher das einfachste Pferd gewesen, doch um ihn so zu präsentieren, brauchte es einiges an Können.
      Als nächstes war Brian mit Black Soul an der Reihe. Der schweigsame Pfleger führte das Pferd mit festen Schritt in die Halle und saß auf dem Rücken des Rappen, bevor dieser überhaupt Blödsinn machen konnte. Black Soul hasste fremde Reiter und gebährdete sich normalerweise wie ein Wahnsinniger, doch ich hatte ihn für Brian ausgesucht, weil der junge Mann einen fantastischen Lebenslauf hatte, was die Reiterei betraf. Und tatsächlich versuchte Black Soul nicht einmal Blödsinn zu machen, sondern zeigte sich wie das geborene Dressurpferd. Als Brian Soul unter meinem lächelnden Blick aus der Halle führte, begannen Donald und Samuel zu tuscheln. "Das war ja gemein! Unsere Pferde waren viel schwieriger. Auf Black Soul hätten wir auch eine solche Figur abgegeben."
      Ich baute mich hinter den beiden auf und räusperte mich: "Ihr irrt euch. Black Soul war das schwierigste Pferd. Dass er Brian nicht abgeworfen hat, grenzt schon fast an ein Wunder und beweist, dass er nicht gelogen hat, was seine reiterliche Laufbahn betrifft."
      Die beiden Jungs zogen die Köpfe ein und liefen knallrot an.
      "Anna? Holst du bitte Ojos Azules? Es wird so langsam immerhin auch Zeit, mit der Abendfütterung zu beginnen. Donald, Samuel geht ihr schon mal vor und fangt mit Brian zusammen an, bitte.", sagte ich zu meinen Helfern.
      Als Anna weg war, nahm ich Meg zur Seite und sagte: "Meinst du, du schaffst es, Jojo`s Sattelzeug hierher zu schmuggeln? Ich will Anna wieder aufs Pferd setzen, aber wenn die Jungs das rausfinden, wollen sie zuschauen."
      "Aber ich dachte Anna reitet nicht, weil sie es nicht kann?", fragte Meg verwundert.
      Ich zog überrascht die Augenbrauen hoch, da ich eigentlich erwartet hatte, dass Anna sich wenigstens den anderen Stallburschen anvertraut hatte. "Nein. Sie kann reiten, hatte aber einen schweren Unfall und hat deshalb fürchterliche Angst. Deshalb möchte ich es sehr ruhig angehen lassen und ich finde, dass Jojo dafür das perfekte Pferd ist."
      Meg nickte und rannte zum Stall, um mir das Sattelzeug zu bringen. Da die Jungs im Hengsttrakt mit der Fütterung beginnen würden, müsste sie es ungesehen aus der Sattelkammer holen können. Kurz darauf kehrte sie bereits wieder zurück, legte mir Jojo`s Trense, Sattel und Satteldecke vor die Füße und machte sich dann daran, ihren Freunden bei der Abendfütterung zu helfen.
      Als Anna mit Jojo zurückkam, ließ ich sie den Rappen erst einmal in aller Ruhe longieren, dann schnappte ich mir das Sattelzeug und lief auf das Mädchen zu. Anna wurde bei den Utensilien auf meinem Arm ganz blass.
      "Ich soll Jojo reiten? Der ist aber doch so groß!", stammelte sie.
      "Er ist vielleicht groß, aber sanft wie ein Lamm, das hast du doch gerade gesehen. Wir satteln ihn jetzt zusammen und dann nehme ich dich für den Anfang an die Longe, wenn du dich damit sicherer fühlst."
      Anna sagte kein Wort mehr, half mir aber den Hengst aufzusatteln. Als ich ihr in den Sattel half, war sie leichenblass und zitterte so sehr, dass sie kaum die Zügel aufnehmen konnte. Ich stellte mich in die Mitte der Bahn und ließ Jojo im Schritt antreten. Anna zuckte zusammen und verkrallte die Finger in den Zügeln. Mein sensibler Andalusierhengst riss den Kopf nach oben, blieb stehen und sah mich verunsichert an.
      "Anna. Ganz ruhig, Jojo ist eines meiner brävsten Pferde. Er würde niemals etwas tun, was dir schadet!", versuchte ich das Mädchen zu beruhigen.
      Nach einem zweiten Blick seufzte ich, entwirrte die Zügel aus Anna`s verkrampften Händen und löste diese von Jojo`s Trense.
      Anna sah mich schockiert an und wollte schon absteigen, da sagte ich : "Halte dich an seiner Mähne fest. Oder am Sattel. Aber Jojo ist sehr empfindsam, deshalb darfst du ihm auf keinen Fall im Maul reißen. Wir lassen ihn heute auch nur Schritt gehen, versprochen!"
      Ich ging wieder zurück in die Mitte der Halle und ließ Jojo erneut losgehen. Der Rappe schritt fleißig aus und bewegte sich in völliger Gelassenheit. Nun, da nichts mehr an seinem Maul zerrte, war die Welt für ihn wieder in Ordnung.
      Ich ließ den Hengst etliche Runden im Schritt drehen und sah zufrieden, dass Anna sich ganz allmählich entspannte.
      "So, das reicht für heute. Sonst fragen sich die anderen noch, wo wir solange bleiben.", sagte ich schließlich, ließ Jojo halten und half Anna aus dem Sattel. Der hübsche Rappe schüttelte seinen weißen Kopf und schnaubte mir in die Haare. Ich lächelte.
      "Morgen bewege ich dich wieder Jojo, dann arbeiten wir eine neue Kür aus.", sagte ich liebevoll zu dem Hengst, während wir sein Sattelzeug wieder gegen Longiergurt und Kappzaum tauschten.
      Im Stall angekommen, half ich Anna den Rapphengst zu versorgen und stellte ihn dann zurück in seine Box.
      Anschließend halfen Anna und ich den anderen bei der Abendfütterung, bevor Patrick und Anna sich verabschiedeten. Meg nahm mich später noch einmal auf die Seite und fragte nach, wie es mit Anna und Jojo gelaufen war.
      "Das Longieren war gar kein Problem, aber beim Reiten musste ich die Zügel ausschnallen, weil sie Jojo so im Maul gerissen hat. Ich hab ihn nur im Schritt gehen lassen und hab aufgehört, als Anna sich endlich ein bisschen entspannt hat. Das wird noch eine ganze Weile dauern, bis sie aktiv beim Arbeiten der Pferde helfen kann.", sagte ich ein wenig resigniert.
      Meg sagte schnell: "Also ich mache gern Überstunden und reite mehr Pferde, um Anna auszugleichen. Samuel, Donald und Patrick würden das bestimmt auch machen. Nur bitte, du darfst sie nicht rauswerfen. Anna liebt diesen Job."
      "Meg, ich habe nicht vor, sie rauszuwerfen. Aber dafür muss sie an sich arbeiten und das habe ich ihr heute auch gesagt. Sie kann ja zusammen mit Patrick die braven Pferde bewegen, aber das muss einfach gehen."
      Wir unterhielten uns noch eine Weile, bis Meg sich schließlich verabschiedete und ich mich todmüde ins Bett fallen ließ. Heute war ein sehr anstrengender Tag gewesen und der morgige würde sicherlich nicht leichter werden, zumal ich noch ein neues Pferd erwartete....
    • Laraya13
      Der ganze normale Wahnsinn & zwei Neue auf dem Hof!
      Sammelbericht für alle Pferde
      "Hey Eddi, was gibts?", fragte ich ein wenig atemlos. Ich war immer noch in den USA, wo Kagami el Assuad, Backup und Success Story xx an Rennen teilnahmen. Vor einiger Zeit hatte ich Eddi auf ihrer Ranch besucht und ihr beim Training ihrer Stute Classic Gold geholfen.
      "Du bist doch noch in Kentucky, oder? Ich habe mich entschieden einige meiner Pferde abzugeben und wollte dich fragen, ob du Interesse an Napayné und Ehawee hättest?"
      Da musste ich nicht zweimal überlegen. Napayné hatte einmal meiner ehemaligen Zuchtpartnerin rawwrrr gehört und Ehawee war eine wunderschöne fuchsfarbene Traberstute. Da ich sowieso Traber in meine Zucht aufnehmen wollte und ich mit Kolibri und Hollywood Undead ja auch zwei wunderbare Welsh Bs hatte, sagte ich Eddi sofort zu.
      "Ich fliege nächste Woche wieder nach Hause. Am besten rufe ich gleich mal bei der Fluggesellschaft an und frage nach, ob sie die beiden mitnehmen können."

      ~*~

      Eine Woche später knetete ich nervös meine Hände, während ich darauf wartete, dass der Flieger endlich auf der Rollbahn aufsetzte. Der Flug war lang gewesen und ich konnte es kaum erwarten, nach meinen fünf Stuten zu sehen. Gott sei Dank war noch Platz gewesen und wir hatten Ehawee und Napayné gleich mitnehmen können.
      Als wir ausgestiegen waren, trat ich so ungeduldig von einem Bein aufs andere, dass Samuel schon genervt die Augen verdrehte.
      "Erde an Sammy, beruhig dich mal. Denen geht`s gut. Die haben den Hinflug immerhin alle fünf schon einmal hinter sich gebracht. Nach Amerika kann man nun mal nicht mit dem Hänger fahren! A propos Hänger , da kommt Donald!"
      Ich drehte mich um und winkte meinen Mitarbeiter zu uns. Donald war extra mit dem Hänger hergekommen, um uns abzuholen. Ich hatte natürlich schon Bescheid gegeben, dass die Box neben Kolibri und die große Eckbox eingestreut werden sollten, doch noch wusste die Daheimgebliebenen nicht, um was für Pferde es sich handelte.
      Endlich winkte uns der Flugsicherheitsbegleiter heran und wir durften die Pferde aus ihren Container-Boxen holen. Donald nahm Backup, Samuel Kagami und ich kümmerte mich um Succcess Story xx, da die braune Stute immer noch recht scheu war.
      Nachdem die drei verladen waren, begann Donald damit, die Sattelkisten im Transporter zu verstauen und Samuel und ich kümmerten uns um Napayné und Ehawee.
      Die beiden Stuten reckten die Hälse und blähten die Nüstern.
      Donald betrachtete den Schimmel und den Fuchs eingehend, dann strahlte er.
      "Wahnsinn, ich liebe die ganzen neuen Pferde, die du uns in letzter Zeit anschleppst! Ich weiß zwar nicht, wie du das machst, aber irgendwie schaffst du es immer, an absolute Diamanten zu kommen!", rief er aus, bevor er Napayné und Ehawee vorsichtig begrüßte.
      "Napayné ist ein bisschen zickig, aber Ehawee ist ganz lieb. Sie soll die Traberlinie bei uns begründen - fehlt nur noch der passende Hengst.", lachte ich.
      Wir verluden auch die beiden und machten uns dann auf die letzte Etappe unserer Reise. Ich freute mich schon unglaublich darauf, endlich meine ganzen Pferde wieder zu sehen.
      "Hat sich Amayyas eigentlich benommen?", fragte ich Donald nach meiner ehemals neuesten Errungenschaft, einem Berberhengst.
      "Es geht. Er testet uns an allen Ecken und Enden, aber wir haben es geschafft ihn von der Box auf die Weide zu bringen und umgekehrt. Außerdem hab ich mal ein bisschen Bodenarbeit mit ihm gemacht, aber da war ich wohl eher der Rangniedrigere. Er hat mich nämlich einfach stehen gelassen und ist über den Zaun gesprungen. Eigentlich wollte Brian sich ja um ihn kümmern, aber der lag mit einer ziemlich fiesen Grippe im Bett.", sagte Donald ein wenig betreten.
      Ich machte große Augen: "Über den Zaun gesprungen? Und dann?"
      "Ganz einfach. Erst ist er zu den Stutenkoppeln gelaufen, hat dann die Fohlen besucht und hat sich anschließend in seine Box gestellt, als wenn nichts gewesen wäre.", berichtete Donald weiter.
      Während Samuel sich vor Lachen ausschüttete, runzelte ich nachdenklich die Stirn. Amayyas war ein ausgesprochen vielversprechender Hengst, aber ich musste ihn endlich so erziehen, dass auch die anderen mit ihm arbeiten konnten.
      "Na gut, schauen wir erstmal, dass wir gut daheim ankommen, um unseren Geparden kümmere ich mich morgen!", entschied ich grinsend.

      ~*~

      Gähnend stieg ich aus und streckte mich genüsslich. Endlich wieder daheim! Sofort kam Meg angelaufen. Brian lag immer noch im Bett und Anna und Patrick waren bereits nach Hause gefahren, da sie ja nicht auf dem Gestüt lebten.
      "Ich möchte Backup nehmen! Darf ich?", fragte sie sofort. Seit Ravenback`s tragischem Tod kümmerte Meg sich lebevoll Backup und die Stute entwickelte sich unter ihrer Führsorge prächtig. Donald führte diesmal Kagami und ich nahm wieder Succes Story.
      "Samuel bleibt du kurz bei den anderen? Ich möchte keine von ihnen alleine lassen.", bat ich den jungen Mann, während wir die drei Stuten in den Stall brachten. Wie immer wurden wir von lautem Gewieher begrüßt und es juckte mich in den Fingern, jedes meiner geliebten Pferde in die Arme zu schließen.
      Stattdessen liefen wir sofort zurück zum Transporter.
      "Jungs kümmert ihr euch um die Sattelkisten und das Gepäck? Dann stelle ich Meg unsere beiden Neuzugänge vor.", sagte ich, während ich bereits in den Hänger ging und Napayné herausführte. Meg quietschte erfreut, als sie das Schimmel-Pony sah. "Die bekommt bestimmt süße Fohlen mit Holly!!", meinte sie strahelnd.
      "Oh ja, das denke ich auch. Und unsere zweite Hübsche hier wird irgendwann sicherlich auch einmal eine Bereicherung für unsere Zucht!", sagte ich, während ich Ehawee aus dem Hänger führte.
      "Oh wow! Was ist das für ne Rasse? Sieht ein bisschen nach Traber aus....", riet Meg.
      Ich nickte lächelnd und sofort meinte sie: "Trainierst du sie für Trabrennen? Ich weiß, ich will Jockey werden, aber Trabrennen sind ja schließlich auch Rennen...."
      "Halt, stopp! Ich weiß noch nicht genau wie ich sie fördern werde. Eddi hat sie für Dressur und Springen vorgemerkt, sollte sie Talent fürs Rennen und den Sulky haben, nehmen wir diese Disziplinen natürlich dazu. Aber jetzt darf unsere Süße sich erstmal eingewöhnen! Napayné steht natürlich in der Box neben Kolibri und Ehawee hier bekommt die Eckbox neben Napayné. Dort soll sie zwar nicht immer stehen bleiben, immerhin ist das der Ponytrakt, aber dann fühlen sich unsere beiden anfangs vielleicht nicht so einsam."
      Meg nickte zustimmend und gemeinsam führten wir die Stuten in den einladenden Stall. Als ich meinen Rundgang durch den Stall erledigt hatte, lud ich Donald, Samuel und Meg noch zu einem Feierabend -Bier in meinen Garten ein, wo wir einen anstrengenden Tag in der lauen Sommernacht ausklingen ließen.

      ~*~

      Am nächsten Morgen war ich bereits vor allen anderen auf den Beinen, da ich meine Pferde ganz in Ruhe noch einmal begrüßen wollte. Deshalb würde ich sie alle alleine auf die Koppeln bringen.
      Wie immer begann ich im Hengsttrakt, da meine Herren mir sonst einen rießen Radau veranstalten würden. Ich gab meinen Liebling Hollybrook`s Cheeky Jot einen dicken Kuss auf die Nase, zog ihm sein Halfter über und führte ihn aus der Box. Dann halfterte ich einhändig seinen Halbbruder Hollybrook`s Bloody Valentine auf und führte die beiden Ponyhengste nach draußen. Der schüchterne Bloody war der einzige Hengst, mit dem Cheeky sich verstand, deshalb kamen die beiden zusammen auf einen der zehn Hengstpaddocks. Auch Cheeky`s Sohn, Hollybrook`s Casanova, durfte auf einen Hengstpaddock, da er was das Verhalten anderen Hengsten gegebüber anging, genauso war wie sein Vater.
      "Nova, du bist wirklich schrecklich. Schau dir lieber Chex gute Seiten ab und nicht sein alberenes Getue!", ermahnte ich den jungen Silver Dapple, als ich ihn an dem giftenden Cheeky Jot vorbeiführte und der Junghengst sofort das Gehabe seines Vaters nachahmte.
      Der letzte New Foresthengst, der einen Paddock sein Eigen nennen durfte, war Cheeky`s Vater und damit Nova`s Großvater, BMs Caradoc. Der schöne Braunschecke tänzelte eifrig neben mir her und legte auf der Koppel erst einmal ein paar ausgelassene Bocksprünge hin.
      Früher hatte ich auch meinen Gründerhengst Caspar einzeln stellen müssen, doch der in die Jahre gekommene Hengst war ruhiger und umgänglicher geworden und ließ mittlerweile auch andere Hengste an sich heran, weshalb ich ihn zusammen mit dem Palominohengst Orfino auf die große Hengstkoppel brachte.
      Der nächste war mein Araberhengst Wüstentänzer. Der energiegeladene Fuchs schlug bereits mit dem Vorderbein gegen die Boxentür, weshalb ich meinen zweiten Araberhengst, Khamar al Sanaa erst einmal stehen ließ.
      "Keine Sorge mein Schöner, ich bring nur schnell deinen lärmenden Kollegen auf seine Koppel und dann bist du an der Reihe!", tröstete ich den wunderschönen Schimmel.
      Ich streifte Wüstentänzer das Halfter über und er bezog Paddock Nummer vier. Danach löste ich mein Versprechen ein und brachte Khamar al Sanaa auf die Koppel. Der Hengst hatte ein wenig Zeit gebraucht, doch mittlerweile mauserte er sich zu einem Top-Hengst. Erst kürzlich hatte er eine hart umkämpfte Hengst des Monatswahl für sich entscheiden können und ich war unglaublich stolz auf meinen Schönen.
      Weiter ging es mit meinen Warmbluthengsten. Wie immer begann ich mit dem Apfelschimmel Levistino, da er schon am längsten in meinem Besitz war. Der große Hengst vergrub sein Maul in meiner Hand und ich strich ihm liebevoll den weißen Schopf aus der Stirn, bevor ich ihn auf die nächste Hengstkoppel stellte. Auch Levistino verstand sich überhaupt nicht mit anderen Hengsten. Genauso lief es mit dem jungen Holsteiner Fantastic Fly. Er wölbte stolz den Hals, als ich ihn an den anderen Hengsten vorbei zu seiner Koppel führte und preschte dann erst einmal in gestrecktem Galopp über das grüne Gras. Ich schüttelte den Kopf und holte den nächsten im Bunde: Den Hannoveranerrappen Black Soul. Er war bei den Warmblütern immer noch ein wenig mein Sorgenkind, da er außer Brian und mir niemanden so wirklich an sich heran ließ. A propos - nach Brian musste ich heute unbedingt auch noch sehen, immerhin lag der arme Kerl krank im Bett.
      Meinen zweiten Hannoveranerhengst Branagorn führte ich zusammen mit dem Andalusier Ojos Azules auf die große Hengstkoppel, auf der ja schon Orfino und Caspar standen. Die beiden braven Hengst folgten mir wie Lämmchen und ich gab beiden einen Kuss auf die weichen Nüstern. Als nächstes waren dann Golden Indian Summer und Dream of Wyoming an der Reihe. Der Quarterhengst folgte mir brav am langen Strick, während Wyoming immer noch ein wenig zurückhaltend war. Aber gut, er hatte viel durchgemacht, da verzieh ich ihm das natürlich. Ich war unglaublich froh, dass er in Summer einen Freund zu haben schien, denn der Buckskin ließ keinen der anderen Hengste an den Appaloosa heran.
      Das nächste Paar, das auf die große Koppel durfte waren mein Achal Tekkiner Candle in the Wind und mein frisch gekörter American Saddlebred -Hengst GH`s Safriko. Beide gehörten mir noch nicht so lange, hatten sich jedoch hervorragend eingelebt und sich toll entwickelt.
      Als ich wiederkam, schaute mich mein zweiter Saddlebredhengst Someone bereits vorwurfsvoll an. Der elegante Cremello mochte es nicht, missachtet zu werden, schon gar nicht, wenn man ihm seine Boxnachbarn entführte.
      Ich lachte und strich Someone den langen Schopf aus der Stirn, bevor ich ihn auf den achten Hengstpaddock brachte.
      Mein Barockpintohengst Slaters Secret und mein Lusitanohengst Pierre dagegen durften zusammen mit dem Junghengst San Salvador ebenfalls auf die Gemeinschaftskoppel, da sie sich gut mit den anderen verstanden.
      Als nächstes waren dann meine edlen Englischen Vollblüter an der Reihe. El Racino, den pechschwarzen Sohn meiner Stute Black Pearl brachte ich auf Hengstpaddock Nummer neun, während die beiden älteren Hengste Ghostbuster und Tschiwabschischi auf die große Koppel durften. So langsam wurde der Hengststall merklich leerer. Es standen nun nur noch meine Ponyhengste, sowie die beiden ungekörten Amayyas und Classic Moment im Stall.
      Ich begann mit dem Welsh A Juego und dem Welsh B Hollywood Undead. Beide kamen auf die große Koppel, auf der sie sich sofort gemächlich zu den anderen gesellten.
      Auch die Isländer Fair Prince und Intolerable Life machten mir keine Probleme.
      Den Deutschen Reitponyrappen Daemon nahm ich wie üblich alleine, da der Hengst zwar mit anderen Hengsten klarkam, sie aber nicht in seiner unmittelbaren Nähe haben wollte. So stand er auch auf der Koppel immer ein wenig abseits und drohte den anderen, wenn sie ihm zu Nahe kamen.
      Da ich die beiden verbliebenen Ponies auch zusammen mitnehmen würde, beschloss ich zuerst meinen Neuzugang Amayyas, einen wunderschönen Red Roan Berber auf den letzten Hengstpaddock zu bringen. Er war der Grund, warum Daemon jetzt auf der großen Koppel stand. Im Gegensatz zu dem Rappen konnte der wilde Amayyas andere Hengste nämlich nicht ausstehen und ging wenn möglich auf sie los. Um solche Angriffe zu vermeiden, bezog er den letzten Hengstpadock, der durch einen noch höheren Zaun und eine Hecke von den anderen abgetrennt war. Hier war früher Cheeky Jot`s Reich gewesen, doch seit der Hengst mit Bloody Valentine zusammen stand, war er merklich ausgeglichener geworden.
      "So ihr zwei Schönen, ihr seid die letzten!", verkündete ich meinem New Forest Ponyhengst Hollybrook`s Classic Moment und meinem Reitponyhengst Eddi`s Dead Pop Romance. Letzteren hatte ich eigentlich nur kören und dann verkaufen wollen, doch der Hengst hatte solch ein ernormes Potential, dass ich es einfach nicht über mich brachte, ihn herzugeben.
      Classic dagegen würde nach seiner Körung defintiv ausziehen müssen, da ich nicht noch einen Hengst aus der Linie halten konnte. Auch diese beiden durften auf die große Hengstkoppel und nachdem ich ihnen ein paar Minuten beim Toben zugesehen hatte, widmete ich mich meinen Stuten...
      Hier waren wie immer zuerst meine Jüngsten an der Reihe. Mein Champagne farbenes Achal Tekkiner Stütchen Ivory führte ich zusammen mit dem Berbermädchen Cirilla aus dem Stall. Die beiden hatten sich einfach gesucht und gefunden. Anschließend waren die Welsh A Stute Mississle und mein American Saddlebred Shekitt Quinn an der Reihe. Letztere war immer noch sehr schüchtern und hatte auch noch keine wirkliche Freundin in den anderen Pferden gefunden, was ich sehr schade fand. Meine Hannoveranerstuten Unannounced Pleasure und Reminiscent Inspiration führte ich wie immer zusammen auf die mittlere Stutenweide, auf der meine Warmblüter und Westernpferde untergebracht waren. Die zwei waren immer noch unzertrennlich, auch wenn Reminiscent Inspiration mittlerweile schon fleißig im Turniersport unterwegs war, während ich bei Pleasure noch mit Einreiten beschäftigt war.
      Die Trakehnerstute und Tochter von meinem Levistino, Levistino`s Hope führte ich gemeinsam mit der braven Pintostute Glammy ebenfalls auf die mittlere Koppel. Als nächstes waren Backup und Success Story xx dran. Backup war zwar nervös und aufgedreht, ließ sich aber ganz gut händeln, sodass ich meine Konzentration auf die schwierigere Success Story richten konnte. Die beiden Damen bezogen die Koppel links der Warmblutkoppel.
      Nun waren von den ungekörten Stuten nur noch Kagami el Assuad und Ehawee im Stall. Da Ehawee und Napayné die Köfpe zusammen steckten, machte die aufgedrehte Kagami bereits Radau, weshalb ich die schöne Palominostute zuerst aus ihrer Box herausführte. Das aufmümpfige Jungpferd hatte mir bereits ganz schön viel Ärger bereitet, doch ich liebte die Stute trotzdem abgöttisch.
      Meine beiden Neuzugänge Ehawee und Napayné bezogen die dritte Stutenkoppel, allerdings nur einen kleinen abgetrennten Teil davon, damit sie sich an die anderen gewöhnen könnten. Anfangs würde ich die Welsh B Stute und die Traberstute noch zusammen stehen lassen, damit sie sich in Ruhe eingewöhnen konnten.
      Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn. Es war ganz schön anstrengend, alle Pferde alleine raus zu bringen, doch ich wollte ja alle gebührend begrüßen.
      Weiter ging es mit meinen Araberstuten. Hier führte ich wie immer Sahira, Fallen Immortaliny und Sharley alleine auf die Koppel der Vollblüter. Sahira und Kagami hatten sich anfangs gehasst, doch mittlerweile hatte meine Araberfalbstute ihre Position als Leitstute wieder klar gemacht und Kagami hielt sich ihr gegenüber zurück.
      Die anderen Araber nahm ich in Dreier-Gruppen, um noch fertig zu werden, bevor meine Mitarbeiter aufkreuzten. Vor allem Meg kam öfter schon früher in den Stall. Ich schnappte mir Melody`s Girl, Adina de Ra`idah und Rose de Soleil und brachte die drei zur Koppel, um gleich darauf auch Hadeeh, Little Miss Sunshine und Bittersweet hinaus zu führen. Soweit so gut.
      Auch die drei verbliebenen englischen Vollblutdamen Ace of Spades, Pirate Island und Black Pearl beförderte ich im Dreierpack zu den anderen Vollblütern und sah ihnen dann lächelnd dabei zu, wie sie sich über die weitläufige Weide hinweg ein Wettrennen lieferten, solange, bis mich das ungeduldige Wiehern meiner Prinzessin Samiyah aus der Starre riss.
      Die Trakehnerstute forderte die nächsten zehn Minuten meine volle Aufmerskamkeit, da sie immer wieder den Kopf hochriss, nur um gleich darauf ihr rosanes Maul in meine Hände zu drücken. Ich kraulte sie an ihrer Lieblingsstelle am Hals und führte sie dann zusammen mit der zweiten Trakehnerstute, Mahira, auf die Koppel. Gleich darauf waren auch die Hannoveranerstute Angels Fall First und die Holsteinerstute Wild Lady Roxanne an der Reihe. Sie kamen alle auf die mittlere Koppel. Um eben jene voll zu machen, machte ich gleich mit den Warmblütern weiter. Da meine Westernpferde alle exzellent ausgebildet waren und aufs Wort hörten, nahm ich die Paint Horse Stuten My Golden Heart und The Morticains Daugther sowie die Quarter Horse Stuten BBs Harmony und American Baby einfach alle zusammen mit zur Koppel, liebkoste jede Einzelne von ihnen und entließ sie dann zu den anderen.
      Meine Andalusierstute Cuchara führte ich zusammen mit dem Lusitano Salwa und der Barockpintostute Benjilala hinaus und zum Schluss folgten noch meine American Saddlebreds Mizzi und Paradises Rafinesse. Seufzend verschloss ich das Gatter und machte mich auf, um auch meine geliebten Ponies hinaus zu lassen, damit Napayné und Ehawee endlich ihre Stallgenossen richtig kennen lernen konnten.
      Ich begann mit den Welsh Ponies Little Big Girl und Kolibri, dann kamen die Isländer Dark Misery und Fatimah und zum Schluss folgten die Reitponies Dorina und Cinnemont`s History.
      Alle sechs schenkten den beiden Neuen nur einen kurzen Blick und begannen dann zu grasen.
      Das würde bei meinen New Forest Ponies wohl anders laufen. Zumindest Naboo und Walk of Fame würden ihre Position schnell deutlich machen.
      Genau deshalb ließ ich die beiden auch erst einmal stehen und begann stattdessen mit der Palominostute Magical Moment und ihrer Freundin Thousand Sunny. Dann waren die Red Roan Stute Aimiliani und die Braune Fairylike Facility an der Reihe, bevor ich Golden Flair und Precious Scream holte. Die Buckskin Stute verstand sich gut mit der älteren Falbscheckin und Gründerstute meiner Zucht, weshalb ich die beiden problemlos zusammen führen konnte. Auch über das nächste Paar freute ich mich nach wie vor ungemein: Meine scheue Rappstute Isola della Pirateria hatte in dem Waisenfohlen Everybody`s Darling so etwas wie eine Tochter gefunden und obwohl Darling mitlerweile ausgewachsen, gekört und fast fertig ausgebildet waren, bemutterte Isola sie noch immer. Nun waren nur noch Walk of Fame und Naboo übrig. Ich beschloss mich mit Cheeky`s Mutter zu beginnen und führte die Apfelschimmelstute aus ihrer Box. Als wir an Naboo vorbeikamen und diese registrierte, dass sie nun alleine war, stieg sie in ihrer Box und begann laut zu wiehern. Ich verdrehte die Augen, band Walk of Fame neben Naboo`s Box an und holte auch die Rappscheckin aus der Box.
      "Na gut ihr beiden, ich nehme euch zusammen mit, aber wehe ihr macht mir Ärger!", warnte ich die zwei vorsichtshalber. Normalerweise nahm ich meine temperamentvollen Stuten nur einzeln mit nach draußen, aber ich wollte auch nicht, dass Naboo mir den Stall zerlegte oder sich gar verletzte.
      Erstaunlicherweise waren die beiden recht brav, doch sobald sie frei waren, galoppierten sie zum Zaun, der sie von Ehawee und Napayné trennte und gifteten die neuen Stuten gemeinsam an.
      "Na sieh mal einer an, normalerweise könenn sich die beiden nicht leiden, aber bei dem Thema halten sie zusammen...", dachte ich kopfschüttelnd, während ich zurück zum Stall ging, wo mich meine Mitarbeiter ein wenig entgeistert ansahen.
      "Warum hast du die denn alle alleine rausgebracht? Das war doch ne wahnsinnige Arbeit!", meinte Samuel fassungslos.
      "Ja, aber ich war ja jetzt auch ewig weg, da musste das sein. Dafür dürft ihr jetzt Boxen ausmisten, während ich uns Kaffee koche und dann mal nach Brian sehe....", gab ich grinsend zurück.
      Die anderen lachten und machten sich an die Arbeit. Mit diesem tollen Team würde ich sicherlich noch viele schöne Stunden erleben...
    • Laraya13
      Ein neues Jahr beginnt!

      „Guten Morgen meine Lieben!“, begrüßte ich Meg, Brian, Donald und Samuel fröhlich. Die vier hatten Weihnachten mit mir zusammen verbracht und heute wollten wir auch gemeinsam Silvester feiern. Anna und Patrick waren dagegen zu Hause bei ihren Familien geblieben. Während meine Angestellten die morgendliche Stallarbeit erledigt und die Pferde auf die Paddocks gelassen hatten, hatte ich ein bombastisches Frühstück zubereitet. Von einem rießigen Berg Pancakes tropfte der Sirup, eine gigantische Pfanne mit Rührei stand auf dem Tisch und soeben trug ich gefühlt Kiloweise gebratenen Speck zum Tisch. Samuel und Donald sahen den Teller mit leuchtenden Augen an und ich war schon fast ein wenig verwundert, dass sie nicht mit Sabbern anfingen. Meg verdrehte nur die Augen und setzte sich an ihren Platz, während ich den Speckteller wohlweislich vor ihr abstellte und nocheinmal in der Küche verschwand, um meinen Obstsalat zu holen. Dazu gab es frische Brötchen, frisch gepressten Orangensaft und Latte Macchiato. Für das Abendessen hatte ich Gott sei Danke Hilfe von Meg, denn das Frühstück alleine zuzubereiten war schon ein Haufen Arbeit gewesen und ich wollte heut schließlich wenigstens ein bisschen Zeit mit meinen vierbeinigen Lieblingen verbringen. Meine beiden Katzen strichen schnurrend um die Beine meiner Gäste und sogar Brian ließ sich zu einem Lächelnd herab, während er sich den ersten Bissen Rührei auf der Zunge zergehen ließ. Wir hatten ein wundervolles Frühstück, unterhielten und lachend und brachen schließlich gemeinsam zum Stall auf, um die Pferde für einen kleinen Silvester-Ausritt zu satteln. Allerdings würden wir dafür nur die bravsten meiner Pferde nehmen, da viele Leute ja bereits viel zu früh mit der Knallerei begannen. Als Donald und Samuel ein wenig murrten, sie hätten das sonst auch immer getan grinste ich sie nur an und meinte: „Männer, die an Silvester zu früh schießen, kommen auch sonst immer zu früh!“. Meg und Brian brachen in schallendes Gelächter aus, während die anderen beiden bis über die Ohren rot wurden und sich schnell in den Hengststall verdrückten.
      Donald hatte ich American Baby zugeteilt, Samuel Branagorn, Meg Dorina und Brian Melody`s Girl. Ich selbst würde mich in den Sattel meiner Lebensversicherung Ojos Azules schwingen, sodass wir eine nette kleine Truppe zusammen hatten. Jeder von uns holte sein Pferd vom Paddock und ich unterhielt mich ein wenig mit Samuel, während wir die beiden Hengste fertig machten. Der Schnee lag recht hoch und wir befestigten Nierendecken für die Pferde an den Sätteln. Außerdem packten wir auch uns selbst dick ein. Ich kontrollierte ein letztes Mal den Sitz von Jojo`s Gamaschen, dann führte ich den imposanten Rappen nach draußen auf den Hof, wo ich mich nach dem Nachgurten behände in den Sattel schwang. Die anderen taten es mir nach und schon kurz darauf ritten wir an den unzähligen Paddocks meines Stalls vorbei. Manche der Stuten kamen neugierig ans Gatter, andere blieben in ihren Boxen und sahen aus als wären sie glücklich darüber, im trockenen Stall bleiben zu dürfen. Unsere vier Pferde dagegen schritten flott aus und vor allem Dorina lief mit ihren kurzen Beinchen fast doppelt so schnell wie die Großen. Als wir an einer schier unendlichen schneebedeckten Wiese ankamen, ließ ich die anderen zu mir aufschließen und forderte sie zu einem kleinen Galopp auf. „Aber langsam und ordentlich! Ich will hier auf dem Schnee kein hitziges Wettrennen, auf den Tierarzt kann ich dieses Jahr wirklich gut verzichten!“, mahnte ich die vier, bevor ich Jojo eine leichte Galopphilfe gab. Sofort sprang der schicke Hengst in den Galopp und wir flogen über die dicke Schneedecke. Neben mir konnte ich den strahlenden Samuel auf Branagorn sehen, die anderen liefen ein wenig hinter uns. Am Ende der Wiese parierten wir die Pferde zum Schritt durch und ritten dann in einem großen Bogen zum Gestüt zurück. Es war erst zwei Uhr Nachmittags und somit hatte ich noch ein wenig Zeit für meine Lieblinge. Ich übergab Jojo an Samuel und holte sofort meine geliebte Hannoveranerstute Unannounced Pleasure aus ihrer Box. Die große Falbscheckin wurde gerade auf ihre bald anstehende Krönung vorbereitet und machte sich einfach hervorragend. Trotzdem konnte ein letztes Training in diesem Jahr nicht schaden. Ich führte die schöne Stute zur Reithalle, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Pleasure lief eifrig vorwärts und arbeitete wie gewöhnlich hervorragend mit. Als ich mit der schönen Stute zum Stall zurückkehrte, nahm Meg sie mir sofort ab und Samuel brachte Pride and Prejudice hinaus. Der rießige Rappschecke sollte später einmal Glammy`s Partner für meine Sportpintolinie werden, doch bis dahin war es noch ein weiter Weg, da ich den Hengst erst vor kurzem bei mir aufgenommen hatte und er noch nicht viel beherrschte. Auch mit Pride trainierte ich Dressur, nur um mir gleich darauf meine drei jüngsten zu holen: Ivory, Cirilla und Mississle. Mississle und Ivory waren zwar bereits ausgewachsen und auch schon eine ganze Weile im Training, doch sie waren neben Missy eben die Jüngsten und hatten außerdem viel Zeit zusammen auf der Koppel verbracht. Da ich die aufgedrehten Stuten nicht alleine führen wollte, begleitete Meg mich. Sie führte Ivory, ich Cissy und Missy. Gerade das Achal Tekkiner und das Berbermädchen verstanden sich ausgezeichnet. Ivy war sehr lange recht allein gewesen, da sie für die anderen jungen Stuten zu dominant war. In Cissy hatte sie dagegen endlich jemanden gefunden, der ihr ebenbürtig war. Wir lösten die Stricke von den Halftern der Stuten und ließen sie in der Halle freilaufen. Ab und an rief ich eine von ihnen zu mir, schickte sie ein paar Tritte rückwärts und seitwärts oder forderte sie auf, mir ohne Führstrick zu folgen. Das trainierte ich ein paar Mal mit jedem Stütchen und schon durften sie zurück in ihren warmen Stall. Die drei Jungs hatten mittlerweile die entsprechenden Boxen ausgemistet und Brian brachte mir Hollybrook`s Cheeky Jot nach draußen – das letzte Pferd, das ich heute trainieren würde. Ich liebte all meine Pferde, doch Chexx würde für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen behalten. Ganz abgesehen von seinem unglaublichen Charakter war er immerhin das erste erfolgreiche Fohlen aus Rawrs und meiner damaligen New Forest Pony Zucht. Ich strich dem Pony den langen schwarzen Schopf aus der Stirn und führte es dann zur Halle. Cheeky folgte mir wie ein Hund und blieb geduldig stehen, bis ich es mir im Sattel bequem gemacht hatte. Der einst so aufgedrehte ungeduldige Hengst war besonnener geworden. Er hatte immer noch ein gehöriges Maß an Temperament, doch inzwischen konnte er dieses in sinnvolle Bahnen lenken, was früher eher gescheitert war. Ich wärmte Cheeky Jot in aller Ruhe auf und fragte dann ein paar schwierige Dressurlektionen ab. Der Hengst ging völlig in seiner Aufgabe auf und wieder einmal nagte das schlechte Gewissen an mir. Sicherlich, Cheeky wurde umsorgt wie ein Gott und bekam auch genug Bewegung, doch ich selbst hatte meines Erachtens nach viel zu wenig Zeit für meinen Lieblingshengst. Leider war es auch nicht möglich, daran etwas zu ändern. Ich war zwar händeringend auf der Suche nach gutem Personal – bei 91 Pferden brauchten wir einfach noch Unterstützung – doch selbst dann würde ich nicht mehr Zeit zur Verfügung haben. Allein die Leitung des Gestüts fraß unglaublich viel von diesem kostbaren Gut und dabei hatte ich den Zuchtbetrieb noch nicht einmal aufgenommen. Ich seufzte und galoppierte Cheeky an, um auf andere Gedanken zu kommen. Der Hengst schüttelte unwillig den Kopf, er schätzte es überhaupt nicht, wenn ich mich nicht auf ihn konzentrierte. „Du hast ja Recht mein Guter, wenn ich schonmal Zeit für dich ganz alleine habe, sollst du auch meine volle Aufmerksamkeit bekommen!“, sagte ich liebevoll zu ihm. Kurz darauf zerriss ein lautes Knallen die nachmittägliche Stille und Cheeky machte einen erschrockenen Satz nach vorn. Er spielte unruhig mit den Ohren und ich wusste genau, dass nur meine vertraute Stimme den schönen Hengst davon abhielt, in gestrecktem Galopp durch die Halle zu rasen. Flott glitt ich aus dem Sattel und griff fest in Cheeky`s Zügel. „Na komm mein Schatz, dann bringen wir dich mal zurück, die anderen brauchen sicherlich auch Hilfe.“ Tatsächlich dauerte es keine zwei Minuten, bis mir Meg entgegengerannt kam. Es knallte mittlerweile alle paar Minuten und die junge Frau war völlig aufgelöst. „Du musst und helfen, die Pferde drehen ja völlig durch!“, sagte sie hektisch. Ich schnalzte mit der Zunge und Cheeky trabte mit flotten Schritten neben mir her. Tatsächlich wieherten meine Pferde panisch, während die Pfleger versuchten, sie in ihre Boxen zu bekommen. Ich schüttelte den Kopf und übergab Cheeky an Meg, die erst einmal die Tür zu seinem Paddock schloss, bevor sie den Hengst in seine Box entließ.
      Ich eilte in die Futterkammer und kam gleich darauf mit der Schubkarre voller Kraftfutter wieder. Ein paar mal geschüttelt und schon kamen Khamar al Sanaa, Ojos Azules, Cazador, Golden Indian Summer, Ghostbuster, Tschiwabschischi, Juego, Hollywood Undead, Fair Prince, Intolerable Life, Eddi`s Dead Pop Romance, Branagorn, Wannabe, GH`s Safriko, Slaters Secret, Pierre, Hollybrook`s Classic Moment und Orfino in den Stall. Während ich das Kraftfutter in ihre Tröge schüttete, liefen die anderen vier nach draußen, kletterten durch die Zäune und schlossen die Außentüren. „Na also, zusammen mit Pride and Prejudice und Cheeky sind nun von 35 Hengsten schon 20 im Stall. Meg, Brian und Donald geht ihr mal in den Stutentrakt und macht es dort genauso, Samuel und ich kommen dann gleich nach.“, wies ich meine Mitarbeiter an, bevor ich zu meinem Araberhengst Wüstentänzer trat und ihn energisch in seine Box schickte. Der schöne Fuchs sah mich argwöhnisch an, entschied dann jedoch, dass seine Box der sicherste Ort war. Ich schloss die Tür und ging sofort in die Box nebenan zu Candle in the Wind. Genau wie dieser brauchten auch mein Neuzugang Dissident Hawk, Damon`s Dynamo, Levistino, Fantastic Fly, Someone, El Racino, Daemon, San Salvador, Caradoc und Hollybrook`s Casanova nur ein paar aufmunternde Worte, bis sie ruhig in ihren Boxen standen. Als nächstes war mein Berberhengst Amayyas an der Reihe. Mit ihm kam außer Brian und mir noch immer niemand klar, doch mittlerweile war der wunderschöne Red Roan sogar gekört. Amayyas war jedoch nicht nervös, er sah eher wütend aus. Ich strich ihm besänftigend über das weiche Maul und dirigierte ihn allein mithilfe meiner Körpersprache in seine Box, gleich darauf schloss Samuel die Tür. Amayyas ließ sich nicht gern herumkommandieren, daher wendete ich bei ihm ausschließlich diese Methode an. Nun fehlten nur noch Black Soul und Hollybrook`s Bloody Valentine. Zuerst widmete ich mich dem Pünktchen-Hengst. Seit ich den schönen Halbbruder von Cheeky vor der völligen Verwahrlosung gerettet hatte, hatte er schon eine unglaubliche Wandlung hinter sich. Menschenansammlungen machten ihm keine Angst mehr und er hatte sogar schon vor geraumer Zeit seine Körung bestanden. An Silvester war es jedoch jedes Jahr, als würde der junge Hengst in eine Art Schockstarre verfallen und es war pures Glück, wenn er mich an sich heran ließ. Ich sprach Valentine leise an, doch der Hengst nahm überhaupt keine Notiz von mir. Also nahm ich ihn kurzerhand am Halfter und zog ihn halb hinter mir her, bis Samuel die Tür geschlossen hatte. Er würde später ein von den Beruhigungsspritzen bekommen, die Eddi mir für den Notfall dagelassen hatte. Zuerst einmal musste ich nun jedoch die anderen Pferde reinholen. Mein nachtschwarzer Hannoveranerhengst Black Soul stand mit flach angelegten Ohren in der hintersten Ecke seines Paddocks und giftete mich an, als ich mich auf ihn zubewegte. Ich sah das weiße in seinen Augen schimmern und beim nächsten Knall sprang der große Hengst mit allen Vieren in die Luft. Ich schüttelte den Kopf und bat Samuel die Longe zu holen. Diese spannten wir über den Paddock und trieben Black Soul so in seine Box, da der Hengst sich nicht einmal mit der Longe berühren lassen wollte.
      Erleichtert wischte ich mir über die Stirn. „So, das wäre geschafft. Dann lass uns mal schauen, wie weit die anderen inzwischen sind!“, sagte ich zu Samuel, während wir mit großen Schritten in den Stutenstall liefen. Dort sah es schon recht gut aus. Die Anwärter Ehawee, Middle Ages, Unannounced Pleasure, Shekitt Quinn, Ivory, Mississle und Cirilla starrten uns mit großen Augen aus ihren Boxen heraus an, doch immerhin waren sie alle sicher im Stall. Auch mein Berber-Neuzugang Pangäa, sowie die Araberstuten Hadeeh, Little Miss Sunshine, Bittersweet, Sharley, Fallen Immortaliny und Melody`s Girl waren drinnen. Dass hier Sahira und Adina de Ra`idah fehlten, wunderte mich nicht. Ich verbrachte einiges an Zeit damit, die beiden ängstlichen Stuten in den Stall zu bekommen, doch dann konnten wir unseren Rundgang fortsetzen. Chaira, The Morticains Daugther, BBs Harmony, My Golden Heart und American Baby hatten sich anstandslos hereinholen lassen, genauso Backup, Ace of Spades, Pirate Island und Far Cry. Kagami el Assuad kam nach einem scharfen Piff meinerseits in die Box getrabt und Success Story xx benötigte Zuspruch und ein paar Streicheleinheiten, bevor sie mir folgte. Die Ponies Little Big Girl, Napayné, Kolibri, Fatimah, Dark Misery, Dorina und Cinnemont`s History kauten alle zufrieden an ihrem Heu und schienen sich überhaupt nicht an dem Trubel um sie herum zu stören. Auch Glammy, Levistino`s Hope, Wild Lady Roxanne, Mahira und Angels Falls First standen einigermaßen ruhig da. Reminiscent Inspiration war tatsächlich neugierig und starrte mit hoch erhobenem Kopf zum Himmel hoch. Trotzdem holte ich die junge Stute schnell herein, man konnte ja nie wissen, wie schnell ihre Faszination in Angst umschlug. Bei meiner Trakehner-Prinzessin Samiyah brauchte ich ein wenig mehr Überredungskunst. Die wunderschöne Cremellostute rannte in ihrem Paddock herum, machte bei jeder Ecke Kehrt und wirbelte wieder herum. Ihre schönen blauen Augen weit aufgerissen, hätte sie mich beinahe sogar über den Haufen gerannt. Nach einem scharfen: „Samiyah!“, sah die Stute mich jedoch wenigstens kurz an. Das reichte mir , um ihr Halfter zu packen und sie in den sicheren Stall zu verfrachten. Zu meiner Erleichterung war meine recht nervöse Andalusierstute Cuchara bereits im Stall und auch Paradises Rafinesse, Mizzi, Benjilala und Salwa reckten mir über den Rand ihrer Boxen ihre weichen Nasen entgegen. Ich kraulte jede Stute kurz und straffte dann die Schultern. Mit meinen New Forests würde es sicherlich die meisten Probleme geben. Und so war es auch. Lediglich Magical Moment, Thousand Sunny, Aimiliani, Fairylike Facility und Golden Flair Standen in ihren Boxen. Brian, Donald und Meg bemühten sich um die anderen, waren aber nicht schnell genug oder kamen gar nicht erst an die nervösen Stuten heran. Bei Everybody`s Darling, meiner erklärten Lieblings-Ponystute war es ganz einfach. Ich rief leise ihren Namen und schon kam die Fuchsstute in ihre Box. Ich hatte Darling mit der Flasche aufgezogen und seitdem hatten wir beide eine ganz besondere Verbindung. Precious Scream, Walk of Fame und Naboo waren zwar nervös, ließen sich jedoch mit Hängen und Würgen in den Stall verfrachten, als sie mitbekamen, dass die meisten anderen Stuten nicht mehr draußen waren. Fehlte nur noch mein Sorgenkind Isola della Pirateria. Die gekörte Rappstute war zwar mittlerweile sehr gut ausgebildet und hatte auch Vertrauen in die Menschen gefasst, doch in außergewöhnlichen Situationen wie dieser, drehte sie zuweilen völlig ab. Ich verfluchte im Stillen die Vollidioten, die mal wieder zwölf Uhr nicht abwarten konnten und näherte mich dann langsam meiner verängstigten Stute. Ich brauchte schließlich die Hilfe von Everybody`s Darling, um Isola in den Stall zu bekommen. Die Rappstute hatte das Waisenfohlen unter ihre Fittiche genommen und anscheinend half Darling`s Ruhe ihr auch. „Die Box ist groß genug, wir lassen die beiden heute Nacht zusammen stehen.“, sagte ich, als Isola`s Tür sicher verschlossen war. Die anderen waren genauso erschöpft wie ich, deshalb lud ich sie auf ein Stück Linzertorte und einen Tee zu mir ins Haus ein, bevor wir uns alle zusammen an die Stallarbeit machen würden.
      Ein paar Stunden später stieg ich aus der dampfenden Dusche, legte ein wenig Make up auf und flog dann in die Küche hinunter, wo ich schoneinmal anfing, das Gemüse vorzubereiten. Kurz darauf erschien Meg und wir schnippelten einträchtig nebeneinander. Als später die Jungs dazukamen, hatten wir lauter Schüsseln mit Fleisch, Gemüse, Käse und Wurst, sowie ein paar leckere Dips auf den reich geschmückten Tisch gestellt. Die Raclettes liefen auch schon auf Hochtouren und alle machten sich gut gelaunt über das Essen her. Um zwölf gingen wir dann hinaus auf ein Feld, sahen und das Feuerwerk an und schauten den Jungs zu, wie sie selbst ein paar Raketen zündeten. Als ich ins Bett fiel war bereits vier Uhr morgens und es schüttelte mich, als ich daran dachte, in zwei Stunden schon wieder aufstehen zu müssen. Wenigstens hatten sich die Pferde nach der Knallerei wieder beruhigt und wir konnten zufrieden ins neue Jahr 2016 starten!
    • Laraya13
      Ärger im Paradies
      21. Juli 2016




      Schon beim ersten Weckerklingeln saß ich kerzengerade in meinem Bett, streckte mich ausgiebig und war ein paar Sekunden später bereits auf den Beinen. In wenigen Tagen würden die ersten Teilnehmer von Jolympia auf meinem Gestüt anreisen und wir hatten noch eine Menge zu tun. Außerdem hatte ich beschlossen meinen Hof ein wenig umzustrukturieren. So sollte der Schwerpunkt künftig auf der Vielseitigkeit liegen. Selbstverständlich würde ich mich auch von den Pferden, die dazu nicht geeignet waren nicht trennen, auch sie würden Schwerpunktdisziplinen zugewiesen bekommen, in denen ich sie weiterhin fördern wollte. Doch mein Herz schlug nun einmal für die Vielseitigkeit und immerhin hatte ich mit Levistino den ersten Gewinner des größten Vielseitigkeitsturniers weltweit in meinem Stall stehen.
      Während meine Gedanken derart kreiselten, hüpfte ich voller Elan ins Badezimmer, schlüpfte in meine Stallklamotten, schlang ein kurzes Frühstück hinunter und rannte dann beinahe hinüber zu den Stallungen. Da ich heute um einiges früher als gewöhnlich aufgestanden war, war der Stall noch dunkel und ruhig. Draußen ging gerade erst die Sonne auf und ich genoss die morgendliche Idylle mit meinen Vierbeinern. Wie immer zur Zeit schaute ich zuerst bei meinen hochträchtigen Stuten Mahira, Samiyah und Benjilala vorbei. Bei den dreien sollte es in zwei bis drei Wochen soweit sein und ich konnte es kaum erwarten, die kleinen Pferdekinder endlich auf der Welt begrüßen zu dürfen.
      Als ich mich ausgiebig vergewissert hatte, dass es den werdenden Müttern an nichts fehlte, schlenderte ich durch die Stallgasse und blieb an jeder Box stehen, um dem jeweiligen Insassen gebührend Aufmerksamkeit zu schenken. Bei einigen Pferden verbrachte ich ein wenig mehr Zeit, doch im Grunde liebte ich all meine Pferde auf die gleiche Weise. Far Cry und Classic Moment waren mit ihrem Training mittlerweile soweit, dass sie uns demnächst verlassen konnten. Sobald Jolympia vorüber war, würde ich mich mit ihrem Verkauf beschäftigen. Gerade den jungen Fuchshengst Classic Moment gehen zu lassen war schwer für mich, doch ich hatte genug New Forest Ponys und war mir daher sicher, dass Classic an anderer Stelle besser gefördert werden würde.
      Kaum war ich mit meinem Stallrundgang durch, kamen meine Angestellten schwatzend angelaufen. Kurz darauf trudelten auch Patrick und Anna ein, die im nahegelegenen Dorf Sway wohnten. „Sammy was machst du denn schon hier? Heißt das etwa, wir können heute alle ein paar Boxen zum Misten abziehen?“, fragte Samuel feixend und ich boxte ihn lachend gegen die Schulter. „Nein, da muss ich dich enttäuschen. Aber ich werde euch nach der Morgenfütterung dabei helfen, die Pferde auf die Koppeln zu bringen. Ruft mich einfach, wenn ihr soweit seid, ich bin solange in meinem Büro!“, gab ich zurück und verschwand fast in der selben Sekunde, indem ich gekonnt Samuels Stöhnen überhörte. Mittlerweile hatte ich fünf neue Stallburschen eingestellt, die lediglich zum Ausmisten der Boxen und zum Abäppeln der Koppeln auf das Gestüt kamen, sodass sich meine Langzeitangestellten sowieso nur noch um die Fütterung und den Koppelgang der Pferde kümmern mussten. Ansonsten waren sie mit dem Training beschäftigt. Nur zu einigen ausgewählten Pferden ließ ich die „Ausmister“ nicht. Allen voran gehörte dazu mein stürmischer und ausnehmend dominanter Berberhengst Amayyas, aber auch der ängstliche Dream of Wyoming, der Hannoveranerhengst Black Soul, die immer noch menschenscheue Isola della Pirateria, der noch etwas zurückhaltende Andalusierhengst Negresco und die sehr heißblütige Kagami el Assuad. Offensichtlich hatte Samuel heute die Ehre, Amayyas Box auszumisten. Der Berberhengst war zwar wirklich traumhaft schön, doch bis auf Brian und mich kam keiner so richtig mit ihm zurecht. Kurz darauf hörte ich Samuel auch schon schimpfen kicherte in meine Hand. Typisch!
      Gerade als ich die To Do-Liste für Jolympia fertig geschrieben hatte, streckte auch schon Meg den Kopf zur Tür herein und meinte: „Die Pferde sind fertig mit ihrem Frühstück, kommst du?“ Ich nickte und erhob mich sofort von meinem Stuhl. Jetzt im Sommer standen die Pferde den ganzen Tag über auf der Weide und kamen erst zur Abendfütterung wieder in den Stall. Wie üblich begannen wir im Hengststall. Samuel winkte mich heran und zeigte mit flehendem Blick auf Amayyas, der ihn mit hoch erhobenem Kopf anstarrte. Ich schüttelte grinsend den Kopf und betrat die Box des herrlichen Red Roans. Sofort senkte Amayyas den Kopf und schnoberte meine Handflächen nach einer Leckerei ab. Samuel meinte nur beleidigt: „Du bist ein sturer, verwöhnter Esel!“ und zog mit grimmigem Gesicht ab, um seinen Liebling Levistino aus seiner Box zu holen. „Hör nicht auf ihn mein Gepard, er hat dich eben noch nicht verstanden!“, säuselte ich Amayyas zu, während ich den Hengst aus seiner Box führte. Aufgrund seines Temperaments musste Amayyas auf einer der kleinen Hengstkoppeln alleine stehen, doch mittlerweile konnte ich ihn wenigstens neben den anderen Hengsten führen, ohne dass es gleich einen Aufstand gab. Vor uns liefen Samuel und Donald mit Levistino und Fantastic Fly, neben mir Meg mit Ghostbuster – ihrem persönlichen Liebling unter den Hengsten, hinter und Brian mit Black Soul und Patrick mit Branagorn und die Nachhut bildete Anna mit Juego. Das schüchterne Mädchen traute sich immer noch nicht so recht an die großen Hengste heran und ich nahm mir vor, nochmals mit ihr zu reden, wenn der ganze Trubel mit Jolympia und der Fohlenzeit vorbei war. So konnte es einfach nicht weitergehen. Amayyas, Fly, Levistino und Black Soul bezogen die Hengstpaddocks, während Jojo, Ghostbuster und Juego auf die große, mittlerweile aber unterteilte Gemeinschaftskoppel der Hengste durften. Jojo und Ghost kamen auf die linke Seite, Juego auf die rechte der Ponys.
      Als nächstes führte Donald Pride and Prejudice, der sich tatsächlich so gut mit dem Holsteinerhengst Fantastic Fly verstand, dass er mit ihm zusammen eine Hengstkoppel beziehen dufte. Ich führte Hollybrook`s Cheeky Jot und Hollybrook`s Bloody Valentine auf einen weiteren Paddock, Samuel führte Hollybrook`s Casanova, der neben seinem Vater einen Paddock sein Eigen nennen durfte, Brian übernahm dessen Großvater BMs Caradoc, Meg führte den energiegeladenen Araberhengst Wüstentänzer und Patrick übernahm Someone. Anna, die auch keine aufsässigen Pferde führen wollte, holte Hollywood Undead aus seiner Box und brachte ihn zu Juego auf die Gemeinschaftskoppel. Weiter ging es mit Someone, El Racino und den beiden Neuzugängen Pawaneeh und Negresco. Sie alle stellten wir auf die verbliebenen Hengstpaddocks. Bei letzteren hatte ich noch die Hoffnung, dass sie irgendwann auf die große Koppel ziehen konnten, doch gerade der Andalusierhengst Negresco legte doch ein sehr dominantes Verhalten an den Tag. Patrick führte Khamar al Sanaa hinaus, Donald den Hannoveranerhengst Branagorn und Anna übernahm Orfino. Beim nächsten gang schnappte sich Meg die zwei Isländerhengste Fair Prince und Intolerable Life, Anna übernahm den absolut charmanten Hollybrook`s Zarin, Donald führte Golden Indian Summer, Dissident Hawk und Dream of Wyoming, Samuel durfte Damon`s Dynamo hinausbringen, Patrick den Paso Fino Wannabe, Brian führte Daemon und ich folgte mit Slaters Secret und Pierre.
      Nun folgte der letzte Gang mit den Hengsten. Dieser Trakt war dementsprechend auch schon recht leer und die Stallburschen begannen mit dem Ausmisten der Boxen. Ich überließ Anna meinen neuen American Miniature Horse Hengst Darkwood`s Storm Dancing Feather, damit sie mal wieder ein wenig aus ihrer Komfortzone herauskam, übernahm selbst San Salvador, der sich prächtig entwickelte und wies dann auch die letzten Hengste zu. Meg führte Hollybrook`s Classic Moment und Eddi`s Dead Pop Romance hinaus, Donald übernahm Candle in the Wind, Patrick den Criollohengst Cazador, Samuel den heute ein wenig überdrehten Tschiwabschischi und Brian kümmerte sich um den jungen Saddlebredhengst GH`s Safriko. Danach gönnten wir uns alle erst einmal eine kurze Pause, bevor es mit den Stuten und Jungpferden weiterging. Ich schickte Meg mit Anna zu den Ponies, während ich mit den Jungs bei meinen Vollblütern begann. Ich übernahm die Achal Tekkiner Stute Ivory, während Samuel ihre Freundin Cirilla aus der Box führte. Uns auf dem Fuß folgten Donald mit Rainbow, Brian mit Ehawee und Patrick mit Middle Ages. Die Stuten durften alle auf die mittlere Stutenkoppel. Auf dem Weg zurück kamen uns gerade Meg und Anna entgegen. Meg führte Mississle und Hollybrook`s Fairy Bluebird, während Anna mit Miniature America`s Narnia hinterherschlich. Die kleine Stute war beinahe eine Lebensversicherung, doch Anna sah trotzdem aus, als würde sie am liebsten davon laufen. Wir kehrten in den Stall zurück und ich halfterte meinen Liebling Sahira auf. Die wunderschöne Falbstute tänzelte mit aufgestelltem Schweif und hocherhobenem Kopf neben mir her. Donald führte Haadeh aus ihrer Box, Samuel nahm Little Miss Sunshine, Patrick Bittersweet und Brian holte die Palominodame Sharley aus dem Stall. Gemeinsam mit uns liefen Meg mit Napayné, Kolibri und Little Big Girl und hinter ihr Anna mit Hollybrook`s Tiny Girl. Meg machte ein Gesicht, als hätte sie gerade in eine Zitrone gebissen und ich fragte mich, was zwischen ihr und Anna vorgefallen war. Beim nächsten Gang holten wir Fallen Immortaliny, Adina De Ra`idah, Melody`s Girl, Kagami el Assuad und Success Story xx aus dem Stall. Meg kam mit Fatimah und Dark Misery aus dem Stall, Anna führte Magical Moment. Meine wunderschöne New Forest Ponystute mit dem traumhaft langen Behang wirkte irgendwie nervös. Auf dem Rückweg von den Koppeln zum Stall sprach ich Anna darauf an, doch das Mädchen versicherte mir, dass es ihm gut ging und alles in bester Ordnung war. Durch dieses kurze Gespräch kam ich erst im Stall an, als die Jungs ihre Pferde bereits aus den Boxen geholt hatten. Sie warteten mit Backup, Pirate Island, Ace of Spades und Far Cry auf mich. So schnell ich konnte halfterte ich The Morticains Daugther auf und ging mit den anderen zu den Koppeln. Gleich darauf holten wir Meg ein, die den Weg mit Thousand Sunny und Aimiliani zurücklegte. „Meg wo ist Anna?“, fragte ich meine Angestellte und Freundin, als ich mit Daughter zu ihr aufgeschlossen hatte. „Sie war mir zu langsam, deshalb hab ich ihr gesagt, dass sie die Runde aussetzen und auf mich warten soll.“, gab Meg ein wenig giftig zurück.
      Ich hob ein wenig überrascht die Augenbrauen, sagte aber nichts weiter. Als wir auf dem Rückweg zu den Ställen waren, schrie Samuel plötzlich auf: „Was macht Anna denn da?“ Sofort schoss mein Kopf in die Richtung in die Samuel blickte und ich wurde weiß. Anna führte die beiden hochträchtigen Stuten Samiyah und Mahira in Richtung der Fohlenkoppel. Nichteinmal Brian, Meg und ich nahmen die beiden temperamentvollen Trakehnerstuten zusammen und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was Anna geritten hatte das zu versuchen. „Mit was führt sie die beiden denn da? Hat sie sie aufgetrenst?“, fragte Brian da mit zusammengekniffenen Augen. Ich schloss die Augen und atmete hörbar aus. Hauptsache sie brachte die Stuten sicher zur Koppel und immerhin kamen wir dem Gespann mit jedem Schritt näher. In diesem Moment warf Samiyah ihren hübschen Kopf nach oben und ruckte am Zügel. Anstatt ruhig zu bleiben und die Stuten weiter vorwärts zu führen schrie Anna auf, wodurch auch Mahira nervös wurde. Die junge Scheckstute riss an den Zügeln und rannte rückwärts und Anna ließ tatsächlich beide Zügel los und begann lautstark zu heulen. Aufgescheucht von der ungwohnten Situation schossen die beiden Trakehnerstuten los und wir anderen standen ein paar Sekunden völlig geschockt wie erstarrt da, bevor endlich wieder Leben in mich kam. „Wir müssen sie einfangen, das könnte in einer Katastrophe enden!“, rief ich und sprintete zum Stall. „Donald schnapp dir Harmony, ich nehme Heart. Samuel bring uns Lassos!“, wies ich die beiden Jungs an, während ich schon die Box von My Golden Heart öffnete und mich auf den bloßen Rücken der Stute schwang. Donald machte es mir mit BBs Harmony nach und sobald wir die Lassos von Samuel übernommen hatten, dirigierten wir die Stuten aus dem Stall. Glücklicherweise waren beide absolute Verlasspferde und perfekt ausgebildet. Sobald wir aus dem Stall hinaus waren, galoppierten wir die Pferde an. Mahira und Samiyah rannten in Richtung der Rennbahn und wir wollten so schnell wie nur irgend möglich in ihre Nähe kommen. In diesem Moment blieb meine Prinzessin Samiyah in ihren Zügeln hängen und stürzte. Ich schlug mir erschrocken die Hand vor den Mund, sprang bei Samiyah angekommen aus dem Sattel und kniete mich neben die Stute. Ein paar Sekunden später kam Donald mit den beiden Stuten bei uns an und glücklicherweise kam Mahira im Schritt zu ihrer Freundin zurückgetrottet. Beide Stuten schwitzten stark und ich beauftragte Donald Mahira und die Westernpferde zurückzubringen. Er griff sofort nach den Zügeln der trächtigen Stute und führte sie langsam zurück zum Stall. Ich befreite Sami`s Bein von dem Zügel und forderte die Stute dazu auf, aufzustehen. Ächzend rollte die Stute sich herum und wuchte sich nach oben. Ich atmete auf, das war schon einmal gut. Allerdings belastete Samiyah ihr rechtes Vorderbein nicht und mir traten vor Wut und Angst Tränen in die Augen. Liebevoll strich ich der Cremellostute über das samtweiche Maul und führte sie langsam Schritt für Schritt zurück zum Stall. Dort erwarteten mich die anderen und Meg teilte mir sofort mit, dass sie den Tierarzt des Dorfes Sway bereits verständigt hatte. Natürlich hätte ich viel lieber meine liebste Freundin Eddi hier gehabt, doch das ging aufgrund unserer Wohnsituation natürlich nur nach vorheriger Absprache und damit meist für Voruntersuchungen der Körungen. Anna trat auf mich zu und wollte etwas sagen, doch ein Blick von mir in Meg`s Richtung genügte und sie ging dazwischen: „Anna ich denke du solltest jetzt nach Hause gehen. Wir klären das hier und Sammy meldet sich dann später oder morgen bei dir. Natürlich gebe ich dir auch Bescheid, was der Tierarzt gesagt hat.“ Anna nickte mit eingezogenem Kopf und verließ mit hängenden Schultern den Hof. Fast schon tat sie mir Leid, doch dann blickte ich auf Samiyah`s abgewinkeltes Bein und wusste, welche Entscheidung ich zu treffen hatte. „Leute macht ihr bitte alle weiter? Ich bleibe bei Mahira und Samiyah und warte auf den Tierarzt!“, sagte ich und brachte Sami in ihre Box. Die anderen nickten und machten mit den Warmblütern weiter, damit es ruhig im Stall wurde. Donald führte My Golden Heart und BBs Harmony noch ein wenig draußen herum, bevor er die beiden auf die rechte Stutenkoppel entließ. Meg übernahm American Baby und Apaches Tomahawk, Samuel führte Chaira hinaus, Brian Paradises Rafinesse und Shekitt Quinn und Patrick brachte Mizzi hinaus. Bei der nächsten Runde durften Cuchara, Unannounced Pleasure, Reminiscent Inspiration, Angels Fall First und Wild Lady Roxanne hinaus. Allmählich wurde es wirklich ruhiger und ich dankte meinen Angestellten. Meg brachte nun Glammy hinaus, Samuel und Donald nahmen Benjilala und Salwa. Letztere durfte ausnahmsweise mit der trächtigen Stute zusammen in den abgetrennten Teil der Stutenkoppel, da ich Benji nicht alleine stehen lassen wollte. Brian führte Naboo, Patrick nahm Fairylike Facility. Anschließend holte sich Meg Everybody`s Darling und lief Samuel mit Isola della Pirateria voraus. Die nachtschwarze Stute war immer noch deutlich ruhiger, wenn Darling in der Nähe war und natürlich wollten wir ihr so viel Stress wie möglich ersparen. Patrick holte Golden Flair, Donald Walk of Fame und Brian Precious Scream. Nun waren nur noch die Deutschen Reitponystuten Dorina und Cinnemont`s History sowie die Fohlen im Stall. Der Tierarzt müsste auch jede Minute kommen. Samuel kümmerte sich um die Ponystuten, Brian führte PFS Devil in Prada und Grace`s Cookie`n`Cream, Donald übernahm Siberia und Shawnée und Patrick führte die Lewitzer Rosewell und Panta Rhei auf die Fohlenkoppel. Meg betrat Mahira`s Box und strich der Stute über den Kopf, während ich bei Samiyah blieb. Kurz darauf führte Brian endlich den örtlichen Tierarzt in den Stall und ich musste mich sehr zusammenreißen, ihn nicht zu fragen, warum zur Hölle das solange gedauert hatte. Doch ich war mir natürlich im Klaren, dass er so schnell wie irgend möglich hergekommen war und er auch nichts für den Unfall von Samiyah konnte.
      Er sah sich zuerst das Bein meiner Cremellostute an. Dieses war mittlerweile dick und heiß. Ich kaute nervös auf meiner Unterlippe, während ich Samiyah am Halfter hielt. „Sehnenzerrung, das hätte sehr viel schlimmer kommen können.“, meinte Dr. Smelta schließlich. „Ist in ihrem Zustand natürlich nicht gerade toll, weil so viel zusätzliches Gewicht das Bein belastet. Sie müssen es so oft wie möglich kühlen und sie mehrmals am Tag ein wenig im Schritt führen. Mehr ist momentan auf keinen Fall drin. Möchten sie, dass ich bei beiden einen Ultraschall mache? Zur Sicherheit?“, erklärte er mir.
      Ich nickte natürlich sofort. Die Sehnenzerrung würden wir schon wieder in den Griff bekommen, auch wenn es bei der sogar jetzt noch hibbeligen Samiyah nicht einfach werden würde. Das bedeutete auch, dass ich jeden Tag eine weitere Stute im Stall stehen lassen musste, damit Samiyah nicht alleine stand. Der Ultraschall ließ uns alle Gott sei dank aufatmen, den Fohlen ging es gut. Ich bedankte mich bei Dr. Semlta, verabschiedete ihn und suchte dann sofort die Kühlgamasche heraus, um Samiyah`s Bein zu kühlen. Die Stute schauderte, als ich die Gamasche befestigte, doch ich fütterte sie mit einem Stückchen Möhre und Samiyah schaute sofort ein wenig glücklicher aus der Wäsche. Meg hatte auch sofort Anna gesimst, damit sie sich nicht mehr Sorgen als nötig machte. Wir erledigten die weitere Stallarbeit und besprachen dann die Vorbereitungen für Jolympia.
      Die Stallzelte würden auf der hintersten Stutenkoppel aufgebaut werden, allerdings erst einen Tag vor dem großen Event. Die Stallungen und die restlichen Koppeln würde ich absperren, da ich wollte dass meine Pferde weitgehend ihre Ruhe hatten. Sowieso wurde die gesamte rechte Hälfte des Hofes gesperrt und nur Pferdebesitzer und Angehörige hatten dorthin Zutritt. Die Gästezimmer waren schon bereit. Auch die Tribünen waren alle blitzblank geputzt und auch die Hindernisse hatten niemals besser ausgesehen. Am Tag vor Jolympia würden wir auch alles mit Blumen schmücken.
      Als alle Arbeiten für diesen Tag erledigt waren, kam Meg auf mich zu. „Was ist mit Anna?“, fragte sie mich. Ich seufzte und meinte: „Ich fahre heute Abend zu ihr und rede mit ihr. Vielleicht lässt sich das alles nochmal klären, aber das weiß ich jetzt ehrlich gesagt noch nicht. Das kommt auch darauf an, wie sie sich verhält.“ „Ähm Sammy…. Da ist jemand für dich…“, meinte Samuel in dem Moment und als ich mich umdrehte stand Anna vor mir. „Was machst du denn hier? Meg hat dir doch geschrieben, dass es Mahira und Samiyah gut geht oder?“, fragte ich ein wenig verwundert.
      „Ja, deshalb bin ich ja hier. Ich meine, es ist ja nichts passiert, also kann ich ja auch weiterarbeiten.“, sagte sie. Ich starrte sie etwas sprachlos an und Meg schlug sich die Hand gegen die Stirn. Als ich mich wieder gefangen hatte, forderte ich Anna auf, mir zu folgen und schickte die anderen wieder an die Arbeit. Ich führte Anna zu Samiyah und zeigte auf ihr Bein. „Ich dachte, es ist alles okay?“, fragte sie nun schon leicht unsicher. „Nein, es ist nicht okay. Du hast zwei hochträchtige Stuten in Gefahr gebracht. Und Samiyah hat eine Sehnenzerrung, die ist gerade in ihrem Zustand auch nicht ohne. Wie bist du denn auf die Idee gekommen die beiden rauszubringen?“, fragte ich. Zu meiner Überraschung hob Anna trotzig das Kinn: „Es hat mich genervt, dass Meg nicht gewartet hat. Also wollte ich ihr beweisen, dass ich ohne Probleme zwei Pferde nehmen kann. Und da Mahira und Samiyah zusammen mit Benjiala momentan am stärksten überwacht werden, dachte ich eben, dass sie dazu am besten geeignet wären. Ich kann ja nichts dafür, dass sie sich selbst in ihrem Zustand noch nicht benehmen können!“ Da die anderen schon wieder in der Nähe herumlungerten, bat ich Anna in mein Büro und sagt dort: „Anna, du willst mir also sagen, du hast zwei meiner Stuten und deren Fohlen in Gefahr gebracht, weil du irgendetwas beweisen wolltest? Du hattest hier sowieso keinen guten Stand, weil du mich bei deiner Einstellung belogen hast, aber das hier jetzt ist noch einmal etwas ganz anderes. Ich muss dir leider mitteilen, dass du hier nicht weiter arbeiten kannst. Ich werde dir deine restlichen Urlaubstage mit deinem nächsten Monatsgehalt auszahlen, aber mehr kann ich leider nicht mehr für dich tun.“
      Anna schwieg einige Sekunden, dann wurde ihr Gesicht rot: „Du wirfst mich raus? Das kannst du nicht! Es gibt Kündigungsfristen! Du kannst hier nicht alles machen, wie es dir gerade passt!“ Ich atmete tief durch und erhob mich: „Anna. Du hast gegen wichtige Regeln verstoßen. Regeln die die Sicherheit der Pferde gewährleisten sollen. Und das aus einem absolut nicht nachvollziehbaren Grund. Anstatt nun Einsicht zu zeigen, spielst du das Ganze herunter. Glaub mir, das ist ein Grund für eine außerordentliche Kündigung. Ich hätte sogar das Recht, die die heutigen Tierarztkosten in Rechnung zu stellen. Also bitte, lass uns jetzt nicht im absoluten Streit auseinander gehen.“ Ich öffnete die Bürotür und wollte Anna die Hand geben, doch die junge Frau stürmte einfach an mir vorbei und rauschte davon.
      „Du hast sie gefeuert?“, fragte Patrick mit großen Augen und ich nickte. „Leute, ich hoffe ihr könnt meine Entscheidung besser nachvollziehen als Anna. Aber fakt ist, sie ist nicht mehr rückgängig zu machen. Ich werde mich sofort daran machen, eine neue Kraft für uns zu finden, aber für die nächsten Tage bedeutet das leider, dass wir alle noch mehr Arbeit haben. Außerdem muss Samiyah`s Bein alle zwei bis drei Stunden gekühlt werden. Bei der Hitze und der Wärme ihres Beins ist das nötig.“ Die anderen nickten ein wenig betreten und auch ich war noch nicht völlig glücklich, doch wir hatten nun alle mehr als genug Arbeit am Hals.
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  • Album:
    Verkaufsalbum
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    Laraya13
    Datum:
    16 Aug. 2019
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  • Daemon
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    Spitzname: /

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    ~ Abstammung ~
    Von: Deniro
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    M: /
    Aus der: Vampire Lady
    V: /
    M: /

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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 12.12.2009
    Stockmaß: 1,42 m
    Fellfarbe: Rappe
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: v.l. weiße Fessel, h.l. weiße Fessel, h.r. weiße Fessel

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    ~ Beschreibung & Charakter ~

    Daemon ist ein freundlicher Hengst, der extrem lernfähig ist und gelerntes nicht mehr vergisst, sondern es zu gern immer wieder anbeitet. Ebenso passt er unheimlich gut auf seinen Reiter auf, ist aber nix für Anfänger, da er es ausnutzt wenn jemand nicht weiß was er tut. Er ist sehr gut mit anderen Hengsten verträglich.
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    Besitzer: Laraya13
    Vorbesitzer: Sammy, Flair
    Ersteller: Uni
    Vkr: Sammy

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur: E A M L S
    Galopprennen: E
    Springen: E A M L
    Military: E A M
    Fahren: E
    Distanz: E A M L S
    Western: LK5, LK4 , LK3, LK2, LK1

    Potential • Aufstieg durch Turnier | Trainingnicht weiter gefördert


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    ~ Schleifen ~
    Gewinner der HK [119] für Rappen
    3. Platz beim 217. Fahrturnier

    1. Platz 558. Dressurturnier
    [​IMG]
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Ja
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///?