Sammy

Cuchara

Andalusier | Stute | gekrönt | F || DR: S*** (3) | FA: S*** (5)

Cuchara
Sammy, 30 Juni 2013
    • Sammy
      [​IMG]

      Zwei Neue auf dem Hof!

      Zwei Neue auf dem Hof
      Cucara & Ojo AzulesV
      öllig geschafft warf ich meinen Schulranzen in die Ecke und schlurfte zur Mikrowelle, um mir mein Essen aufzuwärmen. Erst Dienstag, zweite Woche Schule und ich war schon total fertig. Das fing ja echt klasse an. Als ich mich gerade hingesetzt hatte, klingelte das Telefon. Ich überlegte erst ernsthaft, ob ich es einfach klingeln lassen sollte, doch dann sagte ich mir, dass es ja etwas wichtiges sein könnte und stand auf. "Ja?" Mein Gott, meine Stimme klang einfach furchtbar. Ich räusperte mich und wartete. "Sammy? Alles okay mit dir? Du hörst dich grauenhaft an." Das war doch...Ivi! Mit einem Schlag war ich hell wach. Normalerweise schrieben Ivi und ich 'nur' miteinander, wenn sie jetzt bei mir anrief konnte das doch nur bedeuten...."Nein, nein, alles okay, bin nur ein bisschen erledigt", antwortete ich hastig."Ah, dann ist gut. Ich wollte dir eigentlich nur sagen: Du hast die beiden!", sie machte eine erwartungsvolle Pause.Ich brachte keinen Ton heraus. Ich hatte sie. Beide. Zwei absolute Traumpferde. Ich unterdrückte einen hysterischen Kicheranfall und versuchte wieder einigermaßen normal Luft zu bekommen. "Das ist ja...wow..ich weiß nicht, was ich sagen soll...Wann kann ich sie abholen?", stammelte ich munter drauf los. Mit einem Mal war dieser ganze schreckliche Tag, einer der tollsten meines Lebens. "Wenn du magst, kannst du gleich vorbeikommen und sie holen. Ich muss nämlich nachher gleich wieder weg.""Okay, ich bin in ca. 20 Minuten da!" Kaum hatte ich aufgelegt, rannte ich wie eine gestörte durchs Haus, kritzelte meiner Mutter schnell eine Nachricht und stürmte aus dem Haus. In Rekordzeit parkte ich das Auto aus und kuppelte den Hänger an, dann brauste ich viel zu schnell vom Parkplatz. (Keine Sorge, mein Parkplatz befindet sich auserhalb des Gestüts, meine Lieblinge bekamen davon rein gar nichts mit ;))*****Endlich kam ich bei Ivi an. Auf der Fahrt hatte ich viel zu laut und viel zu schräg im Radio mitgeträllert, sodass ich jetzt schon fast hei´ßer war. Ivi erwartete mich shcon und ich beeilte mich auszusteigen. Gemeinsam gingen wir zu ihrem Putzplatz. Dort waren zwei der schönsten Pferde angebunden, die ich je gesehen hatte. Der Rapphengst Ojo Azules und die Rotschimmelstute Cuchara. Beides reinrassige Andalusier.Ivi.Kiwi hatte sie bereits transportfertig gemacht und lief nun mir voran in ihr Büro. Dort gab ich ihr einen Scheck über 600ts Joellen (viel, nicht? aber das waren die zwei allemal wert) und bekam dafür Steckbriefe und Papiere der beiden Pferde. Anschließend gingen wir wieder zu den beiden Pferden, Ivi nahm Cuchara und ich Ojo, und verluden die süßen. ICh bedankte mich überschwänglich bei Ivi, dann furh ich heimwärts, um meinen beiden Schönen ihr neues Zuhause zu zeigen...*****Für die Heimfahrt brauchte ich sehr viel länger, als für die Hinfahrt. Logisch. Immerhin hatte ich nun zwei supertolle Pferde im Hänger, die ich auf keinen Fall gefährden oder durchrütteln wollte. Doch endlich kam die Zufahrt zu meinem Gestüt in Sicht. Ich stellte den Hänger auf meinem Privatparkplatz ab und öffnete erstmal das Tor. Auf der Fahrt hatte ich beschlossen, zuerst Cuchara in den Stall zu bringen, da die schöne Stute die jüngere und impulsievere von beiden war. Als ich jedoch das Tor geöffnet hatte, kam mir meine Freundin kissy entgegengerannt. Sie war wohl gerade bei ihren RBs Caspar und Precious Scream, meinen preisgekrönten New Forest Ponies gewesen. "Hi Sammy! Hast du dir ein neues Pferd gekauft? Oder warst du grade auf einem Turnier?", fragte sie mich aufgeregt. "Nein und nochmal nein. Ich hab mir ZWEI neue Pferde gekauft!", grinste ich. "Echt? Gleich zwei? Zeig mal!" und schon war sie unterwegs richtung Hänger, doch ich hielt sie zurück."Stopp!", sie sah ich verdutzt an "ich will, dass du sie erst hier draußen siehst, da drinnen erschlägt dich ihre Schönheit wahrscheinlich"Während Kissy draußen noch lachte, ging ich in den Hänger und band zuerst Ojo los. Der hübsche Rapphengst ging brav die Rampe hinunter und bog stolz den Hals. "Darf ich vorstellen? Ojo Azules, kurz Jojo. Sieben jähriger Andalusierhengst!"Kissy bekam vor Staunen fast den Mund nicht mehr zu: "Aaber...ist das nicht der Hengst von Ivi.Kiwi's Gestüt? Der ist einfach traumhaft schön....""Doch, genau der", jetzt konnte ich mich nciht mehr zurückhalten und fiel meinem neuen Hengst glücklich um den Hals. "Aber...wenn du sagst du hast zwei Pferde, und eins davon ist Ojo...heißt das etwa, du hast die Stute auch bekommen???"Statt einer Antwort drückte ich ihr Jojo's Führstrick in die Hand, drehte mich um, lief in den Hänger und holte Cuchara. Die hübsche Stute sah sich neugierig um und tänzelte aufgeregt neben mir her. Das helle Licht der Sonne brach sich tausendfach auf dem Fell der beiden Andalusier und sie gaben einfach ein herrlcihes Bild ab. "Und nun, Cuchara, kurz Cookie, fünf jährige Andalusierstute!"Nun gingen wir zusammen auf den Hof - schön langsam natürlich, damit meine beiden hübschen sich in Ruhe umsehen konnten, machten am Putzplatz halt und befreiten Jojo und Cookie von ihren Transportsachen zu befreien. Anschliéßend durften die beiden ersteinmal in ihre Boxen, in zwei-drei Tagen würde ich sie dann zum ersten Mal reiten...Darauf freute ich mich wirklich schon wahnsinnig. Ich lus Kissy ein, noch ein bisschen mit rein zu kommen und während wir nun beide mein matschiges, aufgewämtes Mittagessen verspeisten, als gäbe es nichts besseres auf der Welt, sahen wir uns ein wenig bei den Wettbewerbsanzeigen um. An Körungen lief zur Zeit nichts interessantes, doch es gab einen Schönheitswettbewerb für Andalusier und ohne gróß zu überlegen, meldete ich mich mit Cuchara an. Leider durfte man nur mit einem Pferd teilnehmen, aber gut, dann musste Jojo eben bis zum nächsten Sw warten.....
    • Sammy
      [​IMG]

      Der 1. Schönheitswettbewerb. Ein voller Erfolg!

      Der 1. Schönheitswettbewerb
      Ein voller Erfolg!!!

      Nun war es endlich soweit. Ich würde mit meiner neuen Andalusierstute Cuchara an einem Schönheitswettbewerb für Andalusier teilnehmen. Das Startgeld hatte ich bereits überwiesen und nun war ich vollauf damit beschäftigt, alles vorzubereiten.
      Cuchara und Ojos Azules, ein nachtscwarzer Andalusierhengst, standen nun bereits seit einer Woche auf meinem Hof und ich war absolut verliebt in die beiden.
      So in Gedanken versunken, polierte ich die Spanische Trense, mit der ich Cuchara vorstellen würde und wickelte die frisch gewaschenen Bandagen auf. Dann richtete ich Transportdecke und -gamaschen, damit alles für den morgigen Tag bereit war.
      Leider war der Schönheitswettbewerb eine ganze Ecke weit weg und begann schon morgens um zehn, welshalb wir verdammt früh fahren mussten.
      Nun holte ich Cookie von der Koppel und führte sie zum Putzplatz. Zum Waschen war es dummerweise viel zu kalt, also investierte ich eben eine gute Stunde, Cookie's Fell mit den Bürsten schön sauber zu bekommen. Kissii würde mich morgen begleiten und ich freute mich darauf. Als ich endlich fertig war, legte ich Cookie ihre Stalldecke auf, führte sie in ihre Box und gab ihr einen sachten Kuss zwischen die Nüstern. Sie schnaubte und wühlte mir leibevoll im Haar. Ich riss mich schwerenherzens von ihr los, machte meinen abendlichen Rundgang durch den Stall und ging dann in mein Haus, wo ich mich duschte und dann sofort ins bett legte....

      *****

      Schon vor dem ersten Klingeln des Weckers war ich hellwach und sprang aus dem Bett. Schnell schlüpfte ich in eine alte Reithose und einen dicken Pulli, rannte nach unten in die Küche, um mir dort einen Muffin zu schnappen und war schon aus der Tür, kaum das ich einmal davon abgebissen hatte. Auf dem Weg zum Stall verputzte ich auch den Rest, dann begrüßte ich meine Lieblinge und begann anschließend mit der Morgenfütterung. Ich besaß inzwischen neunzig Pferde, die ich mein eigen nannte und dazu noch sechs, die ich aufpäppelte und trainierte, um sie später an liebevoller Besitzer abgeben zu können. Natürlich hatte ich auch so meine 'Angstellten', doch die halfen mir nur beim Boxenausmisten, rein-und rausbringen der Pferde und ab und zu erlaubte ich auchmal dem ein oder anderen, eines der Pferde zu bewegen. Heute würden sie das alles alleine machen müssen, doch ich vertraute ihnen vorbehaltlos.
      Als alle Pferde ihr Futter hatten, kümmerte ich mich noch kurz um meine Fohlen und holte dann Cuchara aus ihrer Box. Die schöne Stute sah mich vorwurfsvoll an, da ich sie von ihrem Frühstück wegholte. "Ist ja gut mein Schatz, du darfst im Hänger noch ein bisschen futtern. Ich war wirklich gottfroh, dass ich mit Cuchara das 'Hängertraining' absolviert hatte, denn sonst wäre es undenkbar gewesen, alleine mit ihr dorthin zu fahren. Einem anderen Pferd, wollte ich so eine lange Zeit im Hänger allerdings auch nicht zumuten.
      Ich nahm Cookie die Decke ab und bürstete nochmal über ihr seidiges Fell. Dann verlaß ich Mähne und Schweif. Ich hatte mich entschlossen Cookie's wunderschöne, lange Mähne offen zu lassen, da sie so einfach noch umwerfender aussah, als mit eingeflochtener.
      Nachdem ich ihr auch die Transportdecke aufgelegt hatte, bat ich einen der Pfleger schnell für mich auf die junge Stute aufzupassen, damit sie nicht auf dumme Gedanken kam und verschwand im Haus, um zu duschen und mich richtig anzuziehen. Ich hatte eine schwarze Hose und eine weiße Bluse gewählt, da ich wusste das dies einen guten Eindruck auf die Richter machen würde.
      Nachdem ich dann wieder aus dem Haus trat, Cookie verladen und nocheinmal unsere Ausrüstung überpfüft hatte, konnte es endlich losgehen!

      *****

      Nach einer zweistündigen Fahrt kamen wir endlich auf dem Gelände an, auf dem der Wettbewerb stattfinden sollte. Ich suchte mir einen Parkplatz, stieg aus und sah mich um. Die anderen Pferde, die cih sah, waren schön, keine Frage, doch meine Cookie war definitiv die Schönste. Dies war eine etwas andera Art von Schönheitswettbewerb, denn wir mussten alle zusammen in die Halle und die Pferde gleichzeitig vorstellen. Zugegeben - ein bisschen nervös war ich schon...
      Ich lud Cookie aus und nahm ihr gleich das Transportzeug ab, da wir schon etwas spät dranwaren. Dann legte ich ihr die Trense an, die ich extra zum Vorführen gekauft hatte, und führte die schöne Stute richtung Reitplatz.
      Obwohl dies nur ein kleier Wettbewerb war, war eine beträchtliche Menge an Zuschauern gekommen und Cookie und ich erntetetn bereits begeisterte "Oohs" und "Aahs".
      Endlich kam der Aufruf. Ich war mit Cookie an dritter Stelle, hinter einem hübschen Schimmelhengst.
      Wir betraten im Trab den Platz und stellten uns dann auf der Mittellinie auf. Cookie benahm sich absolut vorbildlich und zeigte sich von ihrer allerbesten Seite. Kissii stand am Rand und machte Fotos von uns. Sie musste wohl geradeeben angekommen sein. Nun liefen wir wieder mit unseren Andalusiern los, diesmal im Schritt, dann wieder im Trab und schließlich sollten wir sogar im Galopp neben ihnen herlaufen. Zum Glück hatte ich mich gut auf diese Art von Wettbewerben vorbereitet und war deshalb wesentlich fitter, als manche meiner Konkurrenten.
      Schließlich stellten wir uns wieder auf der Mittellinie auf und sollten kurz etwas über unsere Pferde erzählen. Als ich an der Reihe war, holte ich tief Luft: "Cookie, wie ich sie nenne, ist eine reinrassige Andalusierstute, die aus einer hervorragenden Zucht stammt. Ihr richtiger Name lautet Cuchara. Cookie ist noch ziemlich jung und recht tempera...." Cookie hatte mich energisch in die Seite gestupst, sodass ich um ein haar hingefallen wäre. Ich lachte und zerzauste ihr liebevoll die Mähne, dann fuhr ich etwas verlegen fort: "eine recht temperamentvolle und ziemlich freche" an dieser Stelle machte ich eine kurze Pause "Stute. Allerdings hat sie traumhafte Gangarten und jeder Ritt auf ihr ist ein absolutes Erlebnis!" Erleichtert atmete ich aus. Hoffentlich besaßen die Richter genug Humor, um Cookie den kleinen Patzer durchgehen zu lassen. Nachdem die anderen beiden Reiter ihre Pferde ebenfalls vorgestellt hatten, verließen wir im Trab den Platz, um zu warten während die Richter sich berieten.
      Kaum hatte ich den Platz verlassen, kam Kissii mir mit knallrotem Gesicht und geröteten Augen entgegen. Ich dachte erst, sie hätte geweint, bis sie laut losprustete und nur hervorbekam: "Du hättest mal dein Gesicht sehen sollen, als Cookie dich gestupst hat!". ICh ließ mich von ihr anstecken und gemeinsam setzten wir uns lachend unter einen Baum - Cookie durfte solange ein wenig grasen, selbstverständlich ohne Gebiss [​IMG]

      *****

      Endlich kam der Aufruf, dass sich alle Pferde mit ihren Vorstellern wieder auf dem Platz einfinden sollten. Schnell rappelte ich mich auf, schnallte Cookie das Gebiss wieder ein und machte mich mit Kissii an meiner Seite auf zum Platz. Als wir uns alle wieder aufgestellt hatten und den Worten der Richter lauschten - irgendetwas mit, dass wir alle wirklich prächtige Pferde besaßen oder so- war ich schon total hibbelig. Ich wollte endlich wissen, ob wir es geschafft hatten!
      Da, jetzt begannen sie! "Und unsere stolze Gewinnerin ist.....: Cuchara vom Blue Moon Stables Privatgestüt mit ihrer Besitzerin Sammy!"
      Ich konnte es kaum fassen und fiel Cookie glücklich um den Hals. Ein Mann kam auf uns zu und befestigte die Siegerschleife an Cookie's Trense und schüttelte mir die Hand: "Ein wirklich prachtvolles Stütchen haben sie da, Miss!"
      Ich bedankte mich übers ganze Gesicht strahlend, da begann der Kommentator wieder zu sprechen: "Sie meinten vorhin, dass es ein Erlebnis sei, ihre Stute zu reiten und auch, dabei zuzusehen. Nun, wie sind alle gespannt darauf das zu sehen! Würden sie eine kleine Ehrenrunde reiten?"
      Uh. Klasse. Ich war noch nie ohne Sattel auf Cuchara geritten, doch ich war so glücklich und stolz auf meine Stute, dass ich einfach nur nickte und mich von dem Mann, der mir die Schleife überreicht hatte, auf ihren Rücken werfen ließ. Die Leute applaudierten und ohne, dass ich etwas machen musste, lief Cookie im Galopp los. Anfangs hatte ich sie noch unter Kontrolle und wir zeigten ihren wunderschönen, weichen Galopp. Dann aber beschloss sie, mit mir vor versammelter Mannschaft durchzugehen! Als ich sie endlich wieder in den Griff bekam, ziemlich rot im Gesicht, verkündete der Kommentator: "Ja, meine Damen und Herren, da hat Sammy uns wirklich nciht zu viel versprochen und temperament hat diese Stute allemal! Ich wünsche ihnen nun im Namen der Veranstalter und der Richter einen guten Nachhauseweg und weiterhin viel Spass und Erfolg mir ihren Andalusiern!!!"
      Erleichtert rutschte ich von Cookie's Rücken. Die Stute schaute mich schelmisch an. Ich fiel ihr wieder um den Hals. ICh liebte dieses Pferd einfach abgöttisch!
      Glücklich verließ ich mit ihr den Platz und Kissii, ihr könn euch ja vorstellen, sie bekam kaum noch Luft vor lauter Lachen, half mir meine süße fertigzumachen. Dann verabschiedeten wir uns voneinander und ich fuhr glücklich heim.

      *****

      Zu Hause angekommen, lud ich Cuchara aus. Sofort war ich von meinen Pflegern umringt, da alle wissen wollten, wie es gelaufen sei. Ich zeigte ihnen stolz die Schleife und aufeinmal waren sie nicht mehr zu halten: alle steckten Cookie irgendetwas zu und die ließ es sich sichtlich gefallen.
      Als ich mich schließlich losgeeist hatte, nahm ich Cookie das Transportzeug ab, bürstete nocheinmal über ihr Fell und brachte sie dann in ihre Box neben Ojos Azules. Dann begab ich mcih ins Haus, um gleich nach den nächsten Turnieren und Wettbewerben für meine beiden Schönen zu schauen....
    • Sammy
      [​IMG]

      Trainingsbericht Dressur E-A (von Kissii)

    • Sammy
      [​IMG]

      Das Training beginnt. Ohje. Alles andere als ein guter Start!

      ~ Das Training beginnt ~
      Oje, alles andere als ein guter Start!

      "Ruhig mein Baby, ist ja gut!", redete ich leise auf meinen Schatz Cuchara ein. Die bildhübsche Andalusierstute war nun seit zwei Wochen mein Eigen und so langsam wollte ich mit einem ernsthaften Training anfangen, da ich eine passende Stutkrönung für sie gefunden hatte. Ojos Azules mein Andalusierhengst hatte gestern eine Körung erfolgreich für sich entschieden und ich war unglaublich stolz auf meinen Schönen.
      Vor zwei Tagen war meine Freundin Kissii bereits hier gewesen und hatte Cuchara in Dressur auf A ausgebildet. Ich würde dies nun noch festigen und mich mit der Stute vielleicht auch mal an ein paar Hindernisse wagen. Die schöne steckte ja noch mitten in der Ausbildung, weshalb ich auf keinen Fall irgendetwas überstürzen wollte.
      Im Moment machte mir Cookie aber ganz schön zu schaffen. Sie spielte nervös mit den Ohren und ging beim kleinsten Geräusch mit mir durch. Draußen regnete und stürmte es, doch deshalb hatte ich unser Training trotzdem nicht verschieben wollen, immerhin musste Cookie sich an solche Situationen gewöhnen.
      Wummm! Oje, hörte sich an, als wäre da irgendetwas loses gegen die Hallentür geknallt. Mit Cookie's Beherrschung war es nun endgültig vorüber.
      Sie stieg steil in die Luft und raste dann mit ein paar wilden Bocksprüngen los. Ich hatte schon beim Steigen alle Mühe gehabt oben zu bleiben, doch beim fünften Buckler wurde ich aus dem Sattel geschleudert. Der Boden schien mir mit Lichtgeschwindigkeit entgegen zu kommen, dann wurde kurzzeitig alles schwarz.
      Ich war wohl nur einen Augenblick lang bewusstlos gewesen, denn als ich die Augen wieder aufschlug, raste Cookie immer noch durch die Halle. VOrsichtig rappelte ich mich auf und stöhnte vor schmerz, als ich mich auf meiner rechten Hand abstützen wollte. Es tat höllisch weh. Vorsichtig bewegte ich sie. Nun gut, immerhin war nichts gebrochen. Mühsam stand ich auf und sah meine verängstigte Stute an. Mist. Wenn sie nicht aufhörte so herumzurennen, würde ihr vielleicht noch etwas passieren...
      Wenn sie in den Zügeln hängenblieb und hinfiel...ich wollte den Gedanken gar nciht zu Ende führen, denn so war mein allererstes Pferd, Long Wuorld ums Leben gekommen. Wir waren ausgeritten, als plötzlich ein Hase vor Wuorlds Füße hopste. Die sensible Araberstute raste los wie von der Terantel gestochen und war mich ab. Als ich sie fand, lag sie am Boden, das rechte Vorderbein ganz komisch verdreht. Sie war im Zügel hängen geblieben.
      Ich hatte alles getan, um sie wieder gesund zu kriegen, doch Long Wuorld hatte einfach nciht still stehen wollen und schließlich riet mir mein Tierartzt, sie doch lieber einschläfern zu lassen, um sie zu erlösen.
      Bei dieser schrecklichen Erinnerung traten mir Tränen in die Augen - das durfte meiner geliebten Andalusierstute auf gar keinen Fall passieren! Ich wüsste nicht, was ich dann tun würde...
      In diesem Moment stolperte Cookie, war mit den Knien schon fast am Boden, fing sich jedoch wieder.
      Total unter Schock hielt ich den Atem an. Cookie stand da und belastete ihr rechtes Vorderbein nicht!
      Wieder musste ich an Long Wuorld denken. Mühsam versuchte ich meine Tränen zurückzuhalten, als ich langsam auf meine Stute zuging. ICh nahm sie beim Zügel und streichelte ihr beruhigend über das samtweiche Maul. Dann holte ich mein Handy aus der Tasche und rief meinen Tierartztin an.
      Molly kam sofort. Völlig durchweicht kam sie durch die Tür der Reithalle. ICh hatte Cookie inzwischen den Sattel und die Bandagen abgenommen, was einhändig gar nicht so leicht gewesen war, denn ich hatte alle Mühe, die nervöse Stute zu halten. SIe hatte Schmerzen, das sah man deutlich, doch ihr Fluchtinstinkt befahl ihr immer noch vor dem Unwetter zu fliehen.
      "Alles okay?", fragte Molly mitfühlend. Ich nickte nur leicht. Molly war auch damals dabeigewesen, als das mit Long Wuorld passierte. Sie wusste also genau, wie schlimm diese Situation für mich war.
      Behutsam strich sie Cookie's Bein entlang. Schließlich sagte sie:
      "Hmm...sie hat Glück gehabt. Die Sene ist geschwollen, aber es ist eigentlich nichts schlimmes. Zumindest nicht, wenn sie Ruhe bekommt."
      Ich nickte nur, unfähig zu sprechen. Eine regelrechte Woge der Erleichterung durchflutute mich. Ich würde alles tun, damit Cookie wieder gesund wurde und wenn ich sie ein ganzes Jahr lang nur spazieren führen musste, das war mir völlig egal!
      "Lass sie erstmal eine Weile stehen, dann komme ich nochmal vorbei und schau sie mir an. Dann kannst du langsam wieder mit Spaziergängen und später kurzen Longeeinheiten beginnen und danach auch wieder Schritt und Trab reiten. Nur das Springen wirst du eine ganze Weile lang lassen müssen".
      "Kein Problem! ich tue alles was nötig ist, damit Cookie wieder völlig gesund wird!"
      Molly lächelte: "Das weiß ich Sammy. Glaubst du etwa, wenn ich das nicht wüsste, wären wir so gut befreundet??"
      Mit diesen Worten verabschiedete sich Molly und ich führte Cookie langsam über den Hof zurück. Der Regen war inzwischen zu einem sanften Tröpfeln geworden, sodass wir auhc nicht übermäßig nass wurden. Am Putzplatz angekommen, rieb ich Cookie ein wenig mit Stroh ab, bis auch die letzte Nässe aus ihrem Fell verschwunden war, legte ihr dann eine dicke Stalldecke auf und brachte sie in ihre Box.
      Gut angefangen hatte unser Training ja nicht gerade, aber ich war so froh, dass nichts schlimmeres passiert war, dass mir das wirklich völlig egal war.
      Nur meine Hand machte mir Sorgen. Inzwischen war sie nämlich auf fast das doppelte ihrer normalen Breite angeschwollen und tat höllisch weh....
    • Sammy
      [​IMG]

      Aufbautraining - Ganz langsam wieder zurück zur alten Form!

      ~ Aufbautraining ~
      Ganz langsam wieder zurück zur alten Form!

      "Na mein Mädchen? Wie gehts dir heute?", fragte ich meine geliebte Andalusierstute Cuchara leise. Wir hatten letzte Woche einen kleinen Unfall in der Reithalle gehabt und Cookie hatte sich dabei eine Sehne gezerrt. Seitdem war sie in der Box gestanden. Gestern war Molly, meine Tierärztin nochmal dagewesen und hatte mir gesagt, dass ich nun wieder mit leichtem Training anfangen konnte. Erst kurze Spaziergänge, dann bodenarbeit und ganz allmählich auch wieder Dressur. Springen und auch das Einfahren, was ich eigentlich hatte machen wollen, mussten noch eine Weile warten.
      Cookie sah mich schon voller Tatendrang an. Ich holte die schöne Stute aus ihrer Box, führte sie zum Putzplatz und begann damit, ihr seidiges Fell zu bürsten. Nachdem auch Mähne und Schweif verlesen und die Hufe ausgekratzt waren, holte ich Cookie's Trense aus der Sattelkammer. Eigentlich war es überhaupt nicht meine Art mit einem Pferd mit Trense spazieren zu gehen, doch ich wollte das Schicksal nicht herausfordern, indem ich heute nur mit Halfter ging. Nicht auszudenken, wenn Cookie nocheinmal stürzen sollte. Das würde ich definitiv nicht überleben!
      ICh zog Cookie die Trense über und verschnallte sie, dann drehte ich sie um und machte mich auf den Weg, der an den Weiden vorbei vom Hof führte.
    • Sammy
      [​IMG]

      Alte Berichte I

      Der Anfang vom Ende

      Heute habe ich mir einmal die Zeit genommen, richtig auszuspannen. Eddi, Flair und Blackfire haben mich dazu überredet alle zusammen bei Eddi zu übernachten und eine richtige Mädchen-Pyjamaparty abzuhalten.
      Ich war erst unschlüssig gewesen, da ich es einfach nicht über mich brachte, meinen Hof und damit auch die 90 gekörten und ungekörten Hengste, Stuten und Fohlen alleine zu lassen.
      Tjameine drei Freundinnen hatten mich also erst überzeugen können, zu kommen, als sie mir eine Pflegerin vorgestellt hatten. Sie hieß Claudine, kam aus Frankreich und war wirklich nett. Trotzdem hatte ich irgendwie ein ungutes Gefühl.
      Wie auch immer. Ich kam gerade aus der Dusche und musste mich jetzt ziemlich beeilen, damit ich nicht auch noch zu spät zu der Party kam.
      In Windeseile stopfte ich meinen neuen Snoopyschlafanzug, meine Zahnbürste, Zahncreme und eine Haarbürste in meinen Rucksack, packte ein Kissen darüber und war einen Sekundenbruchteil darauf schon wieder im Bad. Dort wickelte ich meine langen, blonden Haare aus dem Turban und föhnte sie notdürftig. Das musste jetzt einfach reichen.
      Innerhalb von Sekunden stand ich vor meinem Schrank und überlegte, was ich anziehen sollte. Schließlich entschied ich mich für eine schwarze hautenge Jeans mit Löchern, ein schwarzes Franzenshirt und darüber eine schwarze Lederjacke. Dazu noch ein Nietenhalsband und fertig.
      Tzz.. war nur ein Scherz! Außer das mit der schwarzen Hose. Allerdings ist die nicht hauteng und hat auch keine Löcher. Darauf kam ein rot-schwarz gestreifter Pulli, der mir über eine Schulter herunterfiel und weite, ausgestellte Ärmel hatte - das ist mein absoluter Lieblingspulli- und meine weichen, braunen Wildlederstiefel. Ich fuhr mir noch mal schnell mit meiner Bürste durch die Haar, schminkte mich in Rekordzeit, schnappte mir meinen Rucksack, mein Handy und den Hausschlüssel und polterte dann die Treppe meiner schönen Villa hinunter.
      Claudine erwartete mich schon vor der Tür. Natürlich hatte ich ihr bereits alles heute Mittag gezeigt und drückte ihr nun nur noch einen Zettel mit meiner Handynummer in die Hand. Sie würde im Stallbüro schlafen, ich meine nett hin oder her, ich kann schließlich nicht jeden in mein Haus lassen. Außerdem war sie so näher bei meinen Pferden.
      Also Claudine, nicht vergessen: du hast meine Handynummer und im Stall hängt auch die Nummer von Molly, der Tierärztin, falls etwas sein sollte. In diesem Moment sah ich, dass ein Auto auf meine Parkplatz fuhr und wie Eddi und Flair sofort heraussprangen, mich bei den Armen packten und davonzerrten.
      Mann Sammy, reg dich ab. Was sollte schon passieren, nur weil du mal eine Nacht nicht da bist?, fragte Flair mich fröhlich.
      Ich versuchte zu lächeln, aber irgendwie ließ mich dieses seltsame Gefühl nicht los, dass heute Nacht etwas Schreckliches passieren würde. Etwas, dass mein ganzes Leben verändern sollte.

      *****

      Bei Eddi angekommen nebenbei gesagt: Hayes end, Eddis neues Gestüt war wirklich riesig breiteten wir unsere Schlafsäcke im Wohnzimmer aus und diskutierten, welche DVD wir als erstes schauen wollten.
      Dann riefen wir den Pizzaservice an. Oder was heißt wir ich. Die anderen schnitten dabei so doofe Grimassen, dass ich so heftig lachen musste, dass der Typ am anderen Ende der Leitung schon dachte, ich wollte ihn nur veräppeln. Als unsere Pizzen dann da waren, liefen mir immer noch Tränen über die Wangen. Vielleicht hatten die anderen ja recht. Was sollte schon passieren, nur weil ich eine Nacht mal nicht genau neben dem Stall schlief?
      Nach dem Film Die nackte Wahrheit redeten wir einfach nur über Gott und die Welt und als wir dann beschlossen, einen weiteren Film anzuschauen, war es bereits kurz vor eins.
      Wir entschieden uns für einen Horrorfilm, indem der Mörder seine Opfer immer in einem brennenden Haus einsperrte.
      Ich hatte bereits in den ersten Minuten höllische Angst und klammerte mich an Eddi und Flair, die das Pech hatten, neben mir zu sitzen.
      Auf einmal spürte ich, wie mir die Augen zufielen.

      *****

      Nein! Hilfe! Wir brauchen Hilfe!, schrie ich aus Leibeskräften, doch niemand kam. Ich stand zu Hause vor meinem Stall und dieser brannte lichterloh. Von drinnen hörte ich das verzweifelte Wiehern meiner Pferde. Verdammt. Wenn mir niemand helfen wollte, musste ich da eben alleine rein. Ich raste auf die Stalltür zu, als ich merkte, dass ich von hinten gepackt wurde.
      Lassen Sie mich los! Ich muss da rein, sie brauchen mich!!

      *****

      Sammy!Sam! Eye, wach auf, du hast geträumt!. Flairs bestimmte Stimme holte mich in die Realität zurück.
      Alles okay?, fragte Eddi besorgt, doch statt einer Antwort, brach ich in Tränen aus. Es schüttelte mich am ganzen Körper. Nur ein Traum. Es war nur ein Traum, versuchte ich mir immer wieder einzureden, doch die schrecklichen Bilder wollten einfach nicht weichen.
      Meine drei Freundinnen nahmen mich tröstend in den Arm, doch ich konnte mich einfach nicht beruhigen. Schließlich brachte ich hervor:
      Ich muss nach Hause. Es tut mir Leid, aber ich muss einfach wissen, dass alles okay ist!
      Klar, kein Problem. Wir fahren zu dir, du siehst, dass alles in bester Ordnung ist und dann können wir ja bei dir übernachten!, schlug Blaggie lachend vor, doch ich bemerkte, dass sie mich besorgt musterte.
      Schweigend packten wir unsere Sachen zusammen und stiegen ins Auto.
      Eddi rief schnell bei einer ihrer Pflegerinnen an, ob sie heute Nacht auf ihrem Hof bleiben könnte. Ich hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen, dass ich ihr so viele Umstände machte, doch ich konnte einfach nicht anders, ich musste nach Hause.
      Auch auf der Fahrt waren wir alle ziemlich ruhig, doch je näher wir meinem Hof kamen, desto nervöser wurde ich. Flair griff meine Hand und murmelte: Du wirst sehen, es wird alles wie sie brach abrupt ab. Ich sah alarmiert hoch und starrte fassungslos auf die grellleuchtenden, roten Funken, die den schwarzen Nachthimmel erhellten. Nein. Das konnte nicht sein. Es war nur ein Traum, nur ein Traum, nur ein TRAUM!
      Doch als wir die letzte Biegung hinter uns gelassen hatten, wurden all meine letzten, verzweifelten Hoffnungen mit einem Schlag zerstört. Der Alarm in den Ställen dröhnte, Feuerwehrautos standen auf dem Hof und überall waren Menschen. Menschen und die Schreie meiner im Feuer gefangenen Pferde. Ich wartete nicht erst bis das Auto stand, musste die geschockten Gesichter meiner Freundinnen nicht erst sehen, sondern öffnete die Tür und sprang. Dann raste ich, so schnell mich meine Beine trugen über den Parkplatz auf meinen Hof. Die Feuerwehrmänner standen um die Ställe und das Wohnhaus herum und versuchten sie zu löschen, aber keiner von ihnen ging hinein. Ich hörte meinen kleinen Legacy schreien und fühlte die heißen Tränen auf meinen Wangen.
      Warum taten sie denn nichts? Meine beiden Ställe, mein Haus, ja sogar die Reithalle brannten lichterloh und niemand kümmerte sich darum, meine Pferde in Sicherheit zu bringen!
      Oh Gott. Bitte. Wir müssen meine Pferde da raus holen!, schrie ich. Ein Feuerwehrmann drehte sich zu mir um. Sie sind die Besitzerin?
      Ja. Verdammt das ist doch jetzt egal. In diesen Ställen sind 90 Pferde und eine Frau. Wollen sie sie etwa verbrennen lassen?!, fuhr ich ihn an. Im selben Moment spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Eddi, Flair und Blackfire waren hinter mich getreten.
      Tut mir sehr Leid Miss. Aber das Feuer ist einfach zu hoch. Bereits als wir ankamen, stand alles in Flammen.
      Sie würden mir nicht helfen. Ich hatte es ja geahnt.
      In diesem Moment hatte ich nur noch einen Gedanken: Ich musste meine Pferde da rausholen, koste es, was es wolle! Ich riss mich los und rannte auf den Zuchtstall zu, da er mir am nächsten war.
      Sammy nein!, schrieen meine Freundinnen mir hinterher, aber ich hörte sie nur verschwommen. Den Männern, die sich mir in den Weg stellten, wich ich einfach aus und stürzte mich durch die Tür.
      Claudine? Claudine wo bist du?!, rief ich unter Hustanfällen. Der Rauch hier drin nahm mir alle Sicht. Zum Glück kannte ich meinen Stall in und auswendig und brauchte meine Augen gar nicht. Ich rannte ins Stallbüro und stieß dabei alle Boxen auf, an denen ich vorbeikam. Ich wusste nicht, ob meine Pferde in der Panik in der sie waren, den Weg nach draußen finden würden, doch es war besser, als sie einfach in ihren Boxen verbrennen zu lassen. Endlich erreichte ich das Büro. Claudine? Claudine antworte mir. Wir müssen hier raus!, doch ich bekam keine Antwort.
      Verdammt. Vielleicht war sie ja auch aufgewacht und aus dem Stall geflohen? Ich konnte es nur hoffen, denn hier drinnen war sie nicht.
      Ich rannte wieder auf die Stallgasse, wo ich mit einem Feuerwehrmann zusammenstieß. Er wollte mich packen, doch ich werte mich und riss mich wieder los. Ich werde meine Pferde nicht im Stich lassen!, brüllte ich und rannte die Stallgasse hinunter.
      Das was nun passierte, hat sich deutlicher in mein Gedächtnis eingebrannt, als alles andere, was an diesem Abend geschah:
      Meine geliebte Pintostute Ividi bäumte sich auf, gerade als ich ihre Box erreichte. Ich riss die Tür auf, doch der Balken, der diese hielt brannte bereits. Mit einem lauten Knacken brach er durch. Ividi, die schon auf den rettenden Ausgang zugestürmt war, hatte keine Chance. Der schwere Balken krachte herab, begrub sie unter sich und streifte mich, da ich schon drauf und dran gewesen war, die Box zu betreten. Ich schrie auf. Verdammt tat das weh. Doch meine eigenen Schmerzen interessierten mich jetzt nicht. Ihre sonst so sanften Augen blickten mich hilfesuchend, panisch und vor allem schmerzerfüllt an. Oh Gott. Was sollte ich tun? In diesem Moment wurde ich erneut gepackt, diesmal von zwei Männern. Ich schrie, weinte und bettelte, dass sie mich wieder loslassen sollten, doch sie zerrten mich aus dem Stall.
      Dann wurde alles schwarz.

      *****

      Piep.piep.piep. Mann was war denn das für ein nervtötendes Geräusch? Hatte jemand meinen Wecker umgestellt? Ich versuchte meinen rechten Arm auszustrecken um das Geräusch abzustellen, doch ein stechender Schmerz durchfuhr mich und ich schrie auf. Sofort spürte ich Bewegung um mich herum.
      Mein Gott. Glaubt ihr sie kommt zu sich? Moment mal. Ich kannte diese Stimme. Blackfire? Aber was machte sie hier, morgens früh in meinem Zimmer?
      Ich versuchte die Augen zu öffnen, doch das grelle Licht blendete mich. Okay. Ich versuchte es noch mal. Diesmal klappte es.
      Sammy! Du bist wieder wach! Wie geht es dir? Los schnell ruf eine Schwester!
      Eddi?, nuschelte ich. Wieso klang meine Stimme so komisch? Ich verstand mich ja selbst kaum.
      Ja, Sammy. Ich bins. Und Flair und Blackfire sind auch da. Kissii und Stelli waren heute Morgen zu Besuch.
      Zu Besuch? erst jetzt fielen mir die weißen Wände und die weiße, steife Bettwäsche auf.
      Eddi? Wo bin ich?, fragte ich verwirrt. Wieso war ich nicht Zu Hause bei meinen Pferden. Ividi regte sich doch immer so auf, wenn ich nicht pünktlich kam.
      Beim Gedanken an meine schöne Stute zuckte ich unwillkürlich zusammen. Wieso wusste ich nicht.
      Sammyweißt du das denn nicht? Wir sind im Krankenhaus...und dudu lagst drei Tage lang im Koma.
      Im Krankenhaus? Drei Tage lang? Was soll ich denn hier? Wer kümmert sich um meine Pferde?
      Oh Sammywir ..wir haben sie auf unsere Höfe verteilt., antwortete Eddi bekümmert.
      Auf eure Höfe verteilt? Was soll denn das heißen? Wieso stehen sie nicht auf meinem Hof? Da fühlen sie sich doch wohl??
      Eddi sah aus, als würde sie sich überhaupt nicht wohl in ihrer Haut fühlen.
      In diesem Moment kamen Flair und Blaggie mit einer Schwester herein. Ich vermutete zumindest aufgrund der Kleidung, dass es eine war.
      Schwester?, begann Eddi ist es möglich, dass sie alles vergessen hat? Diese Nacht meine ich. Flair und Blackfire sahen sich fassungslos an.
      Hmm..ja das kann schon mal vorkommen. Aber sie wird sich wieder daran erinnern, sobald sie etwas von dem Vorfall sieht oder hört., entgegnete die Schwester.
      Langsam wurde ich wütend. Leute, was ist hier eigentlich los`? Ichwas soll ich vergessen haben? Was war denn in welcher Nacht?
      Hehe Schätzchen. Regen sie sich nicht so auf. Jetzt werde ich sie erstmal untersuchen und dann
      Nein., ich versuchte soviel Überzeugungskraft wie möglich in meine Stimme zu legen - was angesichts meiner Nuschelei gar nicht mal so einfach war - ich will jetzt sofort wissen, was hier los ist. Was ist mit mir passiert?
      Meine Freundinnen sahen sich gequält an. Schließlich atmete Flair tief durch.
      Sammy. Du hast eine schwere Rauchvergiftung. Und dein Arm und deine Schulter sind gebrochen, weil ein herabstürzender Balken dich irgendwie gestreift hat. Wenn die Feuerwehr dich nicht gerettet hätte, wärst du jetzt tot.
      Ein herabstürzender Balk., begann ich, doch urplötzlich war alles wieder da. Der Schöne Abend mit meinen Freundinnen, der Traum, die Fahrt zu meinem Hof und danndas Feuer. Überall Feuer. Die schreie meiner Pferde. Ich im Stall. Der Balken der herabfiel und Ividi unter sich begrub. Oh Ividi.Ich begann hemmungslos zu schluchzen.
      Auch in den Augen der andere schimmerten Tränen.
      Schließlich stellte ich die für mich bedeutendste Frage: Wie viele haben es überlebt?
      Eddi schluckte: 7 sind tot, Sammy. Die meisten schwer verletzt oder haben eine Rauchvergiftung. Es tut mir so Leid.
      7das konnte nicht sein. 7 meiner geliebten Pferde waren tot und ich war schuld. In diesem Moment kam mir überhaupt nicht in den Sinn, was für ein Wunder es war, dass von so vielen Pferden nur 7 hatten sterben müssen. Ich war nicht da gewesen. Ich hatte sie nicht beschützen können.
      Wer?, fragte ich erstickt.
      Diesmal war es Flair die antwortete: Ividi, aber das weißt du ja schonSemawi, Black Awareness, Crossing Clementine, Flair schluckte. Sie hatte mir die wunderschöne, graue Stute nämlich geschenkt. Ich versuchte die Tränen zurückzuhalten, die mir jetzt schon wie Bäche übers Gesicht flossen. Flair fuhr fort: Stormy Fire,..., Flairs Stimme brach und sie weinte lautlos mit mir mit. Blackfire sprang leise, mit brüchiger Stimme ein: Fleurina und Its my Life.
      Ich holte zitternd Luft. Im Grunde machte es keinen Unterschied welche Pferde tot waren, und doch dachte ich nur: Warum ausgerechnet sie? `. Ich weinte nun so heftig, dass das ganze Krankenhausbett anfing zu zittern. Blaggie, Eddi und Flair stürzten auf mich zu und umarmten mich. Dann weinten wir alle.
      Ich merkte erst gar nicht, dass die Schwester nicht mehr da war, bis wir uns ein wenig beruhigt hatten. Dann fiel mir etwas ein. Gott wie hatte ich sie nur vergessen können?
      Was ist mit Claudine? Ich habe nach ihr gesucht, aber.
      Die Gesichter der drei anderen verfinsterten sich.
      Claudine war nicht da., antwortete Eddi schließlich. Die Polizei sucht im Moment nach ihr.
      Ich spürte unbändigen Zorn in mir aufkeimen. Natürlich war ich froh, dass ihr nichts passiert war, aber ich hatte durch die Suche nach ihr wertvolle Zeit verschwendet, die meiner Ividi und vielleicht auch den anderen sechs Pferden, das Leben gekostet hatte. Grimmige Entschlossenheit machte sich in mir breit.
      Okay. Gehen wir. Ich muss zu meinen Pferden.
      Die anderen sahen mich fassungslos an. Sag mal Sammy, spinnst du? Du bist grade erst wieder aufgewacht, glaubst du im Ernst, die lassen dich jetzt schon gehen?, fragte Flair.
      Das ist mir ehrlich gesagt völlig egal. Meine Pferde brauchen mich, ich habe sie schon viel zu lange allein gelassen!
      Mit meinem gesunden Arm schlug ich die Bettdecke zurück und stand vorsichtig auf. Das ganze Zimmer begann sich zu drehen und ich hielt mich unwillkürlich am Nachtischchen fest.
      In diesem Augenblick kam die Schwester herein: Ach du meine Güte, was tun Sie denn da? Sie müssen im Bett bleiben!, rief sie.
      Ich schüttelte nur den Kopf. Auf keinen Fall. Mir gehts gut und ich gehe jetzt nach Hause.
      Die Schwester wollte protestieren, ließ es dann aber bleiben, als sie sah, dass ich schon dabei war, mich anzuziehen. Ich hörte noch wie sie murmelte: Passt bloß auf sie auf, verstanden?, dann fiel die Tür ins Schloss.
      Als ich endlich angezogen war es waren die Sachen, die ich an jenem Abend getragen hatte, nur dass sie nun gewaschen waren lief ich aus dem Zimmer heraus. Ich war noch ein wenig wackelig auf den Beinen, deshalb gingen Eddi und Blackfire rechts und links neben mir, um mich notfalls zu stützen.
      Im Auto angekommen fragte Blaggie: Okay. Wo sollen wir als erstes hinfahren? Bei Eddi stehen die meisten Pferde, weil sie das größte Grundstück besitzt, aber einigeeinige denen es nicht ganz so gut geht stehen bei mir und Flair.
      Ich möchte zuerst nach Hause, bat ich. Ich wusste, dass meine Pferde bei meinen Freundinnen gut aufgehoben waren und wollte mir unbedingt das Ausmaß der Zerstörung ansehen. Wie schlimm ist es?, fragte ich nach einer Weile leise.
      Die anderen schwiegen zunächst, dann sagte Eddi: Wir wissen es nicht. Wir haben einfach so schnell wie möglich die Pferde eingefangen und vom Hof gebracht, die Feuerwehr war die ganze Zeit über noch am löschen.
      Endlich bogen wir auf die Zufahrt zum Blue Moon Stables Zuchtgestüt meinem geliebten Hof ab. Dieser letzte Kilometer war eine einzige Qual für mich. Zum einen hatte ich schreckliche Angst, dass zu sehen, was mich gleich erwartete und zum anderen hoffte jede Faser in mir, dass es nicht so schlimm war. Das man ja alles renovieren konnte.
      Doch als mein Hof in Sicht kam, schwand diese Hoffnung sofort wieder. Blaggie stellte das Auto nicht auf dem Parkplatz ab, sondern fuhr die Zufahrt hoch, auf mein einst so schönes Haus zu.
      Es war eine einzige Ruine. Genau wie die beiden Ställe, die Fohlenkoppel und sogar die Reithalle. Überall war schwarze Asche verstreut und der Geruch von verbranntem Fleisch lag in der Luft.
      Ich war reglos stehen geblieben, zu geschockt um noch einen weiteren Schritt zu machen. Hier sah es aus wie auf einem Schlachtfeld. Auch die anderen drei waren sprachlos. Eines war uns allen klar: hier würde man für sehr lange Zeit keine Tiere mehr unterbringen können. Die ganzen Weiden, die Wege, alles war voll mit Ruß und Staub.
      Ich hatte nichts mehr. Nichts mehr außer 83 Pferden. In diesem Moment fällte ich die schwerste Entscheidung meines Lebens. Ich würde nie mehr hierher zurückkehren, das würde ich einfach nicht ertragen.
      Schweigend und jeder seinen eigenen Gedanken nachhängend gingen wir zurück zum Auto.
      Blackfire sah mich fragend an. Fahren wir zuerst zu dir und danach zu Flair, okay?, sagte ich müde. Sie hatten gesagt, dort standen die Pferde, die es nicht so gut überstanden hatten. Ich wusste nicht, ob ich noch mehr solcher Schocks ertragen konnte, doch das spielte jetzt alles keine Rolle. Meine Pferde brauchten mich.
      Auf Blackfires Hof angekommen, gingen wir in ihren schönen, geräumigen Stall.
      So schnell ich konnte lief ich die Boxen entlang. Blaggie hatte hier zehn meiner Pferde untergebracht, wie sie mir erzählt hatte.
      Bei denen hier geht es nochSie sind nur ein wenig mehr verstört, als die Pferde, die bei Eddi stehen, erklärte sie mir.
      Ich öffnete vorsichtig jede Box und umarmte meine Pferde. Sie wirkten zwar alle total verwirrt und nervös, aber sonst fehlte ihnen nichts. Demonia Yeremia White Barrow Alice von Landwein - Khamar al Sanaa Yakima Dark Misery Fair Prince Secrets Dancing Casanova Baccara.
      Ich war so froh, dass es ihnen gut ging, dass ich trotz allem hätte tanzen können. Ich drückte Casanova einen Kuss auf die samtweiche Stelle zwischen seinen Nüstern und wandte mich dann langsam zum gehen. Es fiel mir nicht leicht die Pferde wieder alleine zu lassen, doch die anderen brauchten mich auch.
      Wir stiegen wieder ins Auto und fuhren zu Flair. Alsodem Großteil der Pferde die hier stehen geht es soweit auch ganz gut, begann Flair aber sie brach ab. Das Auto kam zum stehen und ich sprang raus. Okay was heißt sprang` ich hievte mich heraus würde es wohl treffender beschreiben.
      Fragend sah ich Flair an. Sie deutete auf den Stall in dem normalerweise die Abfohlboxen waren.
      Hier standen Fatimah, Intolerable Life, Ojos Azules, Levistinos Legacy, Royal Serafina und meine Cuchara. Alle hatten ziemlich böse Brandwunden, ließen sich aber widerstandslos von mir umarmen und streicheln, nur Cuchara stieg, als ich die Box betreten wollte.
      Hey mein Mädchen. Ganz ruhig, erkennst du mich denn nicht?, fragte ich leise. Cookie sah mich mit schiefgelegtem Kopf an, dann kam sie auf mich zu und ich strich ihr erleichtert über den Hals.
      Okay. Gehen wir dann jetzt zu dir Eddi? ich war so froh, dass es den Pferden eigentlich den umständen entsprechend gut ging, dass ich die bedrückten Mienen meiner Freundinnen nicht bemerkte.
      SammyHier steht noch eins deiner Pferde, sagte Flair leise. Ich sah sie verwundert an. Wie meinst du das? Der Stall ist doch voll? Oder hast du auch in deinem normalen Stall eins untergebracht?
      Flair schüttelte nur den Kopf und bedeutete mir, ihr zu folgen.
      Auch dies war einer jener Momente, die mich mein Leben lang verfolgen werden.

      *****

      Wir gingen nicht zu Flairs anderen Ställen, sondern um den Abfohlstall herum auf einen kleinen Schuppen zu. Ich war ihnen ja wirklich dankbar für die Hilfe, aber sie hatten doch wohl nicht ernsthaft da drin eines meiner Pferde, oder?
      Kurz bevor wir den Schuppen erreichten, hielt Eddi mich zurück.
      Sammy. Dasdas wird jetzt ein ziemlicher Schock für dich seinda drin steht Sahiraaber...
      Als Eddi mein Lieblingspferd erwähnte war ich schon die letzten Meter zum Schuppen gegangen und öffnete die Tür. In der nächsten Sekunde sprang ich erschrocken zurück und Flair und Blackfire mussten mich auffangen, sonst wäre ich der Lange nach auf dem Boden aufgeschlagen.
      Sahira war mit blitzenden Augen und gebleckten Zähnen nach vorne gestürmt und hatte nach mir geschnappt. Ihre Ohren waren flach an den Kopf gelegt und sie machte einen beinahe irren Eindruck.
      Neinnein..nicht dudas kann nicht sein, wimmerte ich. Die Tränen, die ich die ganze Zeit über so mühsam zurückgehalten hatte, flossen jetzt ungehindert meine Wangen herunter. Sahira war immer schon temperamentvoll und stürmisch gewesen, aber nie, wirklich niemals bösartig. Von ihrem Kopf hing ein blutiger Fleischfetzen und auch an ihrem Hals waren schlimme Brandwunden zu erkennen. Ich dachte an die ganzen Erfolge, die wir miteinander erlebt hatten und ging dabei wie in Trance auf den Schuppen zu. Blaggie wollte mich festhalten, doch Eddi hielt sie zurück und sagte etwas, dass wie Lass sie. Sie weiß was sie tut anhörte.
      Im Grunde genommen, wusste ich überhaupt nicht, was ich tat. Ich wollte einfach nur zu der Stute, mit der ich immer nur Erfolgsmomente erlebt hatte, zu dem Pferd, was mir beigebracht hatte, was es hieß sich frei und unabhängig zu fühlen.meine Sahira. Ich öffnete das Tor zum Schuppen und ging einfach hinein, ohne auf Sahiras dicht neben meinem Ohr zuschnappende Zähne zu achten. Ich ging einfach nur auf sie zu und fiel ihr dann um den Hals, wobei ich höllisch aufpasste, die Brandwunden nicht zu berühren. Dort begann ich laut zu schluchzen.
      Sahira hatte verwundert inne gehalten. Nun drehte sie den Kopf, legte ihn auf meine Schulter und blieb einfach so stehen. Als ich den Kopf hob und ihr in die Augen sah, konnte ich den gleichen Schmerz erkennen, den auch ich empfand. Liebevoll fuhr ich mit den Fingern durch ihre verfilzte Mähne und blieb danach einfach nur stehen.
      Nach einer Weile traten die anderen ein wenig näher heran, doch als Sahira begann, sofort wieder verrücktzuspielen, blieben sie stehen.
      Ich schimpfte nicht mit meiner Stute. Ich war einfach zu glücklich, dass sie mich nicht länger auf Abstand hielt und wusste ja auch, was sie schlimmes durchgemacht hatte. Wie Flair mir später erzählte, war Sahira eins der letzten Pferde gewesen, die aus dem Stall kamen. Sie hatte ganz hinten, gegenüber von Ividi gestanden und konnte nur entkommen, da die Stallwand eingestürzt war.
      Wenn ich daran dachte, wie meine armen Pferde jämmerlich im Feuer verbrannt waren, stiegen mir wieder Tränen in die Augen.
      Wie sollte ich es jemals schaffen, mit dieser Schuld fertig zu werden? Vor allem war noch überhaupt nicht sicher, ob die anderen Pferde wirklich gesund waren.
      Die, die auf Eddis Hof standen schon. Aber die bei Flair und Blackfire waren jeden Tag untersucht worden und noch war sich niemand sicher, ob dieser Vorfall bleibende Schäden hinterlassen würde.
      Nachdem ich mich versichert hatte, dass auch bei Eddi keinem Pferd etwas fehlte, zeigte Eddi mir das Zimmer, indem ich vorerst wohnen würde.
      Ich zog mich sofort um, putzte mir die Zähne, stieg unter die Dusche und ging danach ins Bett, doch ich konnte noch ewig nicht einschlafen. Es ging mir einfach zu viel im Kopf herum.
      Ich versuchte mir einzureden, dass dies alles auch jedem anderen hätte passieren können und das es nicht meine Schuld war, dass es zu diesem schrecklichen Brand gekommen war, doch mir ging immer wieder ein Satz im Kopf herum, so sehr ich mich auch dagegen sträubte: Wie hatte ich das nur zulassen können`?
      Ich musste mir dringend überlegen, wie es jetzt weiter gehen sollte.
      Fakt eins: ich würde niemals mehr auf meinen alten Hof zurückkehren. Diese Entscheidung hatte ich ja bereits heute Mittag getroffen und sie hatte sich bis jetzt auch nicht geändert.
      Fakt zwei: ich hatte nichts mehr. Rein gar nichts mehr. Keine Klamotten, keine Möbel, einfach nichts. Ich musste versuchen mir das nötigste billig zusammenzukaufen, eine andere Möglichkeit blieb mir nicht.
      Fakt drei: Ich musste mir einen neuen Hof suchen, hatte aber kein bisschen Geld übrig um diesen finanzieren zu können. Ich steckte noch mitten in der Abzahlung für das Blue Moon Stables Zuchtgestüt und hatte keinen Penny zu viel in der Tasche, was im Klartext bedeutete: Ich musste viele meiner Pferde verkaufen, damit ich genug Geld für einen neuen Hof zusammenbekam.
      Ich machte mir keinerlei Hoffnungen, den alten Hof an irgendjemanden verkaufen zu können. Die Renovierungsarbeiten waren einfach zu groß.
      Aber welche Pferde sollte ich verkaufen? Tja..für mich war die eigentliche Entscheidung schon gefallen: Die Pferde, die es am schlimmsten erwischt hatte, die mich am dringendsten brauchten, diese Pferde würde ich niemals im Stich lassen. Nie im Leben

      *****

      Als ich am nächsten Morgen aufwachte und auf die Uhr sah, war es bereits halb elf. So schnell es ging stand ich auf, schlüpfte in ein paar Klamotten, die Eddi mir geliehen hatte, fuhr mir mit den Fingern durch die Haare und ging nach unten in die Küche. Eddi war nicht mehr da klar sie hatte ja auch alle Hände voll zu tun.
      An einem Haken neben der Tür hing meine Jacke. Ich schlüpfte schnell hinein, zog mir meine Stiefel an und trat aus dem Haus in die kalte Winterluft.
      Ich fand Eddi im Stall bei ihrem Holsteinerpintomixhengst Pajero. Als ich den schönen Braunschecken sah, begann ich wieder zu weinen. Wütend biss ich mir auf die Lippe. Verdammt. Ividi war tot und sie würde niemals mehr zurückkommen, genau wie die anderen Pferde, die im Feuer umgekommen waren.
      Pajero war der erste und letzte Sohn meiner süßen Stute und ich war sehr stolz auf den einzigen Nachfahren meiner geliebten Pintostute.
      Eddi! Wieso hast du mich denn nicht geweckt? Ich hätte dir doch beim füttern und misten helfen können!, versuchte ich scherzhaft zu sagen.
      Eddi fuhr herum: Mensch Sammy. Mann du hast mich erschreckt! Naja..ich dachte halt ich lass dich schlafen. Du hattest bestimmt nicht grade ne angenehme Nacht und mit dem Arm kannst du sowieso erstmal nichts machen! Ich hab der Schwester versprochen auf dich aufzupassen und genau das werde ich auch tun!
      Ich gab nach. Ich wusste ja, dass sie recht hatte. Was konnte ich mit meinem Arm schon groß helfen? Eben. Gar nichts. Gut. Dann würde ich eben mit der Verwirklichung meiner Pläne beginnen.

      *****

      Okaydu hast ja Rechtdürfte ich dann vielleicht mal deinen PC benutzen?
      Eddi schien erleichtert zu sein, dass ich so schnell aufgegeben hatte: Klar! Aber nimm lieber meinen Lap Top. Im Haus ist es wärmer!
      Lächelnd schüttelte ich den Kopf. Manchmal war sie wirklich zu fürsorglich. Aber ich gehorchte widerstandslos, ging ins Wohnhaus zurück und holte mir Eddis Laptop aus ihrem Büro. Dann machte ich es mir auf der riesigen Couch bequem und fuhr den Lappi hoch.
      Während ich auf die Internetverbindung wartete, holte ich mir ein Glas Wasser, einen Notizblock und einen Kugelschreiber.
      Dann öffnete ich Google und gab ein: Hof zu verkaufen
      Ich wollte mich nicht auf Reiterhöfe festlegen, da ich durchaus auch mit einem Bauernhof auf dem es genügend Ställe und Weiden gab, zufrieden war.
      Gut. Ich klickte die erste Anzeige an und fand ein riesiges Gestüt, das mich sehr an die Blue Moon Stables erinnerte. Doch es war definitiv viel zu teuer. Selbst wenn ich all meine Pferde verkaufte, würde das Geld nicht reichen.
      Bis ich den ersten Hof fand, der mir zusagte, verging fast eine ganze Stunde. Er hatte eine sehr schöne Lage mit Strand Moment mal, STRAND`? Verwundert klickte ich auf den Lageplatz des Hofs. Na klasse: Dominikanische Republik. Das war dann doch ein wenig zu weit weg.
      Deprimiert klickte ich die nächste Anzeige an. Der Hof war wirklich sehr schön. Eine lange Zufahrt führte direkt auf ein großes, aber keineswegs prunkvolles Wohnhaus zu. In der Mitte lag ein Brunnen und rechts und links vom Wohnhaus gab es zwei Ställe.
      Des Weiteren gehörten eine Reithalle mit Außenplatz, ein Springplatz, eine Rennbahn und eine riesige Fläche fast unberührter Natur dazu. Das Highlight stellte eine Geländestrecke dar, die sich über das gesamte Grundstück hinzog.
      Wow. Aber wahrscheinlich nichts für meinen Geldbeutel. Ich suchte überall konnte jedoch keinen Preis entdecken, nur eine Telefonnummer, die man bei Interesse anrufen sollte.
      Gut. Ich schrieb mir die Nummer auf einen Zettel und lief dann zum Telefon.
      Bereits nach dem zweiten Klingeln wurde abgehoben: Ja?! Oh ja sehr freundlich, dachte ich mir erstaunt. Wer ging denn so ans Telefon, wenn er erwartete, dass Interessenten anriefen?
      Guten Tag. Mein Name ist Sammy und ich interessiere mich für ihren Hof!
      Für meinenach das ehemalige Gestüt meinen sie?, na also. Jetzt war er schon viel freundlicher.
      Ja genau das. Ihre Beschreibung hat mir sehr zugesagt, nur leider konnte ich weder einen Preis, noch die Anzahl der verfügbaren Boxen finden
      Tjawissen Sie, dass liegt daran, dass der Hof nun seit fünf Jahren leersteht.
      Ich war für einen Augenblick sprachlos. Wie bitte? Aber in ihrer Anzeige steht, dass sie die letzten Tiere erst vor einer Woche verkauft haben!
      Ja Schätzchen. Und das ist jetzt genau fünf Jahre her!
      Hmmm okayverkaufen sie den Hof denn dann überhaupt noch?
      Natürlich. War mir die ganze Zeit über ein Klotz am Bein!
      Okay..könnte ich vielleicht einmal vorbeikommen und ihn mir anschauen?
      Aber sicher doch. Wie wärs heute Mittag um zwei?
      Ich sah auf die Uhr. Das war bereits in eineinhalb Stunden und eine halbe Stunde würden wir ca. zum Hof brauchen. Zwei Uhr? Geht klar. Treffen wir uns dann?
      Vor dem Tor des Gestüts. Ich werde ihnen dann alles zeigen!, beendete er meinen Satz.
      Ich verabschiedete mich und legte auf.
      Dann sprang ich auf und rannte zu Eddi in den Stall. Kommst du mit?, fragte ich schließlich erwartungsvoll, nachdem ich ihr das ganze erzählt hatte.
      Klar! Rufst du Flair und Blackfire auch an? Logischihr müsst mir ja bei der Entscheidung helfen! Diese neue Aufgabe mich um ein schönes Heim für meine verbliebenen Pferde zu kümmern, gab mir wieder ein wenig neue Kraft und verdrängte den Gedanken an meine geliebten verstorbenen ein wenig.

      *****

      Auf der Fahrt zu dem Hof waren wir alle recht still. Jede Faser meines Körpers schrie danach umzukehren und meinen alten Hof zu renovieren, doch das konnte ich mir einfach nicht leisten und irgendwie wollte ich es auch nicht. Zu viele schreckliche Erinnerungen waren damit verbunden.
      Blaggie? Hier müsste dann gleich die Abzweigung kommen., sagte ich als wir schon eine ganze Weile gefahren waren. Der Hof lag mitten im Wald und hatte eine ca. eineinhalb Kilometer lange Zufahrt, die direkt von der Bundesstraße abging.
      Jep, da vorne ist es! Schwarzwälder Ponyzucht!, antwortete Blaggie sofort.
      Wir bogen auf die Zufahrt ab und fuhren den holprigen Weg entlang. Hoppla. Davon hatte in der Beschreibung nichts gestanden
      Der Hof kam in Sicht.
      Der Parkplatz vor dem Hoftor war recht klein, doch das störte mich nicht weiter.
      Der Besitzer des Hofes erwartete uns bereits. Wir begrüßten uns und ich stellte alle vor.
      Dann betraten wir den Hof. Ich verliebte mich sofort in den rustikalen Charme, der von diesem Ort ausging, obwohl überall Müll herumlag, auf den Dächern Ziegel fehlten und das Haus keine Türe besaß.
      Wir setzten uns in einen Cheep und fuhren zuerst an der Reithalle mit dem Außenplatz vorbei. Die Halle war nicht so groß, wie meine andere, doch groß genug, als das auch ein Pferd, das Balanceschwierigkeiten hatte, ohne Probleme auf dem Zirkel gehen konnte.
      Der Zaun des Außenplatzes war eingerissen und der Sand steinhart.
      Auch die Rennbahn war in keinem besonders guten Zustand. Die Grasbahn außen war eher eine Schlammbahn und der Sand innen war viel zu fest. Auch hier waren zum Teil große Stücke des Zauns herausgerissen.
      Genauso bei den Koppeln. Es gab eine kleinere genau neben dem Haus und zwei größere hinter dem zweiten Stall, gegenüber der Reithalle. Dahinter erstreckte sich unendliches Gelände.
      Wir fuhren auch einige Punkte der Geländestrecke ab. Die Hindernisse waren zum größten teil recht zerfallen und der Weg völlig zugewuchert. Trotzdem gefiel mir der Hof bis jetzt irgendwie.
      Mr. Bolt so hieß der Besitzer des Hofes parkte den Cheep nun vor den Ställen.
      Also. In jedem dieser Ställe befinden sich je eine Futter- und eine Sattelkammer. Außerdem können in jedem Stall 20 Pferde untergebracht werden.
      O-kaaydas hieß 40 Pferdeich besaß allein um die vierzig Zuchtpferde plus noch vierzig andereich ließ mir meinen Kummer nicht anmerken, sondern betrat einen der Ställe. Dort drinnen verschlug es mir fast die Sprache. Die Boxen waren VIEL zu klein. Es waren mehr Ständer als richtige Boxen, denn nicht eine davon besaß eine Tür.
      Sattel- und Futterkammer waren dafür recht großzügig. Aber wenn man diese Boxen so vergrößerte, dass sie dem normalen Standart entsprachen, würden hier höchstens 10 Pferde reinpassen, wenn nicht noch weniger.
      Obwohl ich mir nun recht sicher war, dass ich diesen Hof auf keinen Fall nehmen würde, ließ ich mir noch das Wohnhaus zeigen. Es war alles in allem eigentlich in ganz akzeptablem Zustand, wenn man darüber hinwegsah, dass überall die Farbe abblätterte und es kein einziges Möbelstück hier drinnen gab.
      Wieder draußen sah mich Mr. Bolt erwartungsvoll an.
      Und? Gefällt er ihnen?
      Auf jeden Fall, aber ich fürchte, der Kaufpreis und die Renovierungsarbeiten sind mir zu hoch Mr. Bolt.Das kann ich unmöglich zahlen.
      Mr. Bolts Lächeln fiel in sich zusammen: Aber sie wissen doch gar nicht, was der Grundpreis für dieses Grundstück beträgt...
      Ja, das stimmt schon, aber selbst wenn sie ihn mir billig verkaufen würden, hier müsste so viel in Stand gesetzt werdendie Boxen, die Ställe an sich, die ganzen Zäune, der Sand auf den Außenplätzen, der Rennbahn und in der Halle und..
      Und wenn ich ihnen den Hof schenke?, fragte Mr. Bolt nun.
      Ich starrte ihn an, als käme er vom Mars und ein Seitenblick auf meine Freundinnen sah ich, dass es ihnen genauso erging.
      Wie bitte? Ich glaube ich habe Sie gerade nicht richtig verstanden
      Oh doch haben SieWissen Sie, es gibt nicht viele Menschen, die mich überraschen können, doch Ihnen ist das gelungenAls sie hier ankamen, hielt ich sie und ihre Freundinnen für absolut eingebildete Zicken, von der Sorte eben, wie ich sie bisher hier hatte. Alle sagten nur, es wäre zu schmutzig und zu hässlich, aber keine, wirklich keine hat sich nur sorgen wegen der Renovierungsarbeiten gemacht! Außerdem..glauben Sie etwa, ich hätte nicht von dem Brand gehört? Ich kann verstehen was sie durchgemacht haben und ich möchte meinen Teil dazu beitragen Ihnen zu helfen.
      Ich konnte es kaum fassen. Vielen dank Mr. Bolt, das ist ein wahnsinnig großzügiges Angebot von ihnen, aber dürfte ich mich noch kurz mit meinen Freundinnen beraten? Mr. Bolt nickte nur und wandte sich dann ab, damit wir uns ungestört beraten konnten.
      Also, was meint ihr?, fragte ich meine Freundinnen. Sie fanden den Hof alle toll und das Angebot war wirklich großzügig, so billig würde ich garantiert an kein so großes Grundstück mehr kommen, doch alle gaben eines zu bedenken. Die Sache die mir am meisten Sorgen machte. Doch tief in meinem innern hatte ich die Entscheidung schon gefällt. Dieser Hof würde bald mir gehören und ich würde den Großteil meiner Pferde verkaufen, um einen Neuanfang zu starten.
      Als ich den anderen diese Sache mitteilte waren sie sprachlos. Wie jetzt..Du willst nur zwischen zehn und zwanzig Pferden behalten und en Rest verkaufen? Sammydas sind über fünfzig Pferde!, rief Flair irgendwann erschrocken.
      Ja ich weiß, ich lächelte traurig aber sie haben es verdient in gute Hände zu kommen und ich kann es mir einfach nicht leisten, so viele Pferde zu halten.
      Was..was ist mit unserer Zucht?, fragte Blaggie leise. Ich sah sie an: Tut mir Leid, Blackfire. Ich bringe es nicht über mich, nachdem was passiert ist, noch weiter unter dem Namen Blue Moon zu züchtenvor allem weil doch Its my Life und Fleurina unsere ersten Zuchtpferde waren und jetzt.
      Gut dann ist es entschieden. Du bekommst diesen Hof und ab morgen kommen wir alle hierher und renovieren ihn gemeinsam!, sagte Flair tapfer, doch auch ihre Stimme zitterte.

      *****

      Wieder bei Eddi zu Hause, stellten wir zusammen eine Einkaufsliste auf. Wir brauchten Farbe, Holz, alles mögliche an Werkzeug und natürlich fleißige Helfer, vor allem da ich außer Streichen so gut wie nichts tun konnte.
      Nachdem unsere Liste fertig war, hängte ich mich ans Telefon und die anderen drei gingen einkaufen.
      Als sie wieder zurückkamen, legte ich gerade den Hörer auf.
      Und?, fragte Eddi erwartungsvoll.
      Aaaalso: Tigerkatzi, Kissii, Stelli, Nano und Saphira kommen. Und jetzt ratet mal, wer noch?
      Die anderen sahen mich gespannt an. Isa!, rief ich. Ich fand es zwar furchtbar, dass wir unsere Freundin unter diesen Umständen wieder sahen, doch ich freute mich trotzdem auf sie.
      Also waren wir morgen insgesamt zehn Personen, plus ein paar Handwerkern, die die Ställe herrichten würden, damit wir später nur noch streichen mussten.

      *****

      Am nächsten Morgen trafen wir uns bereits um halb sieben draußen vor Eddis Haus. Alle waren da und Isa wurde begrüßt, als hätten wir sie schon jahrelang nicht mehr gesehen.
      Als auch die Handwerker eingetroffen waren, konnte es losgehen.
      Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir meinen neuen Hof.
      Nachdem ich alle herumgeführt hatte, meinte Kissii betont fröhlich: Ookayalso mit ein bisschen Renovierung hast du ein bisschen arg untertrieben oder?
      Ach was, das kriegen wir hin!, meinte Flair zuversichtlich. Sie alle bemühten sich nach Kräften eine fröhliche Stimmung zustande zu bringen und ich lächelte und versuchte mir nichts anmerken zu lassen.
      Ich hatte mich die ganze Nacht damit beschäftigt, welche Pferde ich mitnehmen würde und welche ich verkaufen musste.
      Außerdem war noch ein zweiter Entschluss in mir gereift, den ich den anderen allerdings noch nicht mitgeteilt hatte: Ich wollte mir hier eine reine New Forest Ponyzucht eröffnen. Nur ich, mit meinen drei gekörten New Forests als Anfang.
      Bis jetzt war es nur so eine Idee, aber ich würde heute Abend mal mit Eddi darüber sprechen, was sie davon hielt, nun aber erst mal an die Arbeit!
      Die Handwerker verzogen sich in und auf die Ställe ja, richtig gehört, AUF. Immerhin mussten die Dächer ja auch dicht sein! und schon kurze Zeit später war lautes Sägen, Hämmern und Bohren zu hören.
      Ich würde mir Unmengen Geld von meinen Freundinnen leihen müssen, um die ganzen Arbeiten und Materialien zu bezahlen, doch das würden sie natürlich alle zurückbekommen, sobald meine Pferde in guten Händen waren.
      Ich teilte meinen Freundinnen unterschiedliche Aufgaben zu, bzw. schrieb Zettelchen, die sie dann zogen, um die Aufgaben zu verteilen. Tiger, Stelli, Isa, Kissii, Saph und Blaggie würden sich um die Koppelzäune kümmern, das heißt sie ausbessern und dann weiß streichen. Flair und Eddi übernahmen die Zäune des Außen- und Springplatzes und danach würden alle zusammen an dem der Rennbahn arbeiten.
      Ich verzog mich derweil ins Haus und schrieb alles auf, was hier so gemacht werden musste. Die Zimmer im Erdgeschoss waren ziemlich klein und dunkel, weshalb ich beschloss eine Wand herausreißen zu lassen, damit ich einen riesigen Raum hatte, der mit als Wohnzimmer dienen konnte. Küche und Bäder mussten beide völlig neu gemacht werden, und in dem Turm ja mein neues Heim besitzt einen richtigen Turm! fehlten die Fensterscheiben.
      Das waren die Dinge, die wir unmöglich selbst erledigen konnten, doch es gab auch einiges für uns zu tun. Beispielsweise brauchte das gesamte Haus einen komplett neuen Anstrich, Möbel, Sanitäreinrichtungen, die Küche, Vorhänge und andere Kleinigkeiten mussten ausgesucht und gekauft werden und schließlich musste ich mich ja auch entscheiden, was welches Zimmer einmal werden sollte.
      Als ich das alles auf einem Zettel stehen hatte, ging ich wieder hinaus und sah mich mal in den Ställen um. In beiden Ställen waren die kompletten alten Ständer bereits entfernt worden und die Männer waren nun gerade dabei, alles auf den Hof hinauszutragen. Die Dächer waren schon fertig.
      Ich ging weiter zur Reithalle. Auch hier musste das Dach repariert werden und die Bande mit neuem Holz verkleidet werden, bevor sie gestrichen werden konnte. Der Sand würde komplett entfernt werden und dann kamen Späne in die Halle. Ich war ein absoluter Fan von dieser Bodenvariante, da sie einfach nicht so sehr staubte wie Sand.
      Flair und Eddi hatten bereits den Zaun des Außenplatzes repariert und ich schnappte mir nun einen Eimer Farbe und begann mit dem Streichen. Währenddessen machten meine beiden Freundinnen mit dem Springplatz weiter und als sie fertig waren, kamen sie mit Harken und Schaufeln, um den Sand der beiden Plätze aufzulockern, damit dieser später besser abtransportiert werden konnte.
      Als ich beide Plätze gestrichen hatte, war es bereits ein Uhr mittags. Wir setzten uns alle zusammen um den kaputten Brunnen herum und machten Pause.
      Diese ganze Arbeit tat mir wahnsinnig gut, denn sie lenkte mich ab. Nun da wir alle beisammensaßen und nichts taten außer reden und essen, kamen die ganzen Erinnerungen jedoch wieder mit voller Wucht zurück. Ich schlang mein Brot hinunter, sprang auf und machte mich wieder ans streichen. Als die anderen ihre Pause beendeten, hatte ich bereits die schon reparierte Hauskoppel gestrichen und ging nun gerade zu den Koppeln, um auch diesen einen neuen Anstrich zu verpassen.
      Als ich das matschige, dreckige Gras dort sah, griff ich nach meinem Handy und rief einen Gärtner an. Er war ein Freund der Familie und sagte zu, sofort vorbeizukommen, um auf den Koppeln neues Gras anzupflanzen.
      Als endlich alle Zäune repariert und gestrichen waren, schaute ich wieder in den Ställen vorbei. Sie waren inzwischen kaum noch wieder zu erkennen. In jedem befanden sich nun zehn riesige Boxen mit Halbtüren. So gefiel mir das ganze schon wesentlich besser, als zuvor.
      Auch wenn das bedeutete, dass ich nur zwanzig Pferde behalten konnte, immerhin hatten die dann ein wirklich schönes Zu Hause.
      Ich lief rüber in die Reithalle. Dort waren meine Freundinnen gerade dabei, den gelockerten Sand auf einen Hänger zu schaufeln. Mit nur einem Arm konnte ich ihnen da kein bisschen behilflich sein und kam mir total nutzlos vor. Eddi bemerkte mich und kam zu mir.
      Wie siehts in den Ställen aus?, erkundigte sie sich. Ich brachte ein recht gezwungenes Lächeln zu Stande: Sehr gut. Die Dächer sind repariert und die neuen Boxen sind auch schon drin.
      Super! Sollen wir schon mal mit Streichen anfangen? Ich sah sie dankbar an, und diesmal war mein lächeln sogar echt.
      Also gingen wir gemeinsam in den Stall und fegten erstmal den ganzen Dreck nach draußen. Jede einzelne Box, sowie Sattel- und Futterkammern mussten ausgekehrt werden, sonst waren unsere schön gestrichenen Wände nachher gleich wieder schmutzig. Nun begannen wir , jeder auf einer Seite damit, die Wände zu streichen. Nach und nach kamen auch die anderen, da sie nun mit der Halle fertig waren. Die Handwerker waren inzwischen zum Wohnhaus übergegangen und drei saßen auf dem Dach der Reithalle.
      Wisst ihrwir haben jetzt soviel Holz übrig, ich glaub ich frag die Jungs, ob sie nicht Lust hätten, einen kleinen Round Pen hinter den Stall hier zu bauen.
      Ja, das ist ne super Idee Sammy!, stimmten sofort alle begeistert ein.
      Als es schließlich dämmerte, waren wir alle fix und fertig. Dafür waren nun beide Ställe, das Wohnhaus und die Reithalle repariert und frisch gestrichen, ich hatte einen nagelneuen Round Pen, alle Zäune des Hofs waren instand gesetzt und Flair und ich hatten alle Zimmer meines neuen Hauses ausgemessen, damit wir morgen mit shoppen anfangen konnten. Ich bedankte mich bei allen für die tolle Hilfe und versprach ihnen ein Einweihungsfest zu geben, bei dem sie alle eingeladen waren.
      Dann setzte ich mich zu Eddi, Flair und Blackfire ins Auto und wir fuhren heimwärts.

      *****

      Ich regte mich unruhig in meinem Schlafsack. Wir hatten heute alle bei Eddi übernachtet, damit wir morgen früh gleich losfahren konnten, um meine neuen Möbel einzukaufen. Aber irgendwie konnte ich einfach nicht schlafen. Irgendjemand schnarchte leise vor sich hin, als ich mich aus meinem Schlafsack schälte und Barfuss in die Küche tappte, um mir ein Glas Wasser einzuschenken.
      Draußen brach gerade die Morgendämmerung an. Na toll. Da konnte ich genauso gut wach bleiben, und dann die anderen wecken. Ich zog mir schnell meine Jacke über, schlüpfte in meine Winterstiefel und trat aus dem Haus. Dann lief ich zu der großen Koppel, auf der meine Pferde momentan untergebracht waren.
      Es war verdammt kalt und ich zitterte. Ich musste so schnell wie möglich einen guten Platz für meine geliebten Vierbeiner finden, denn sie konnten unmöglich den ganzen Winter hier draußen stehen. Klar, den Isländern und New Forests machte das nichts aus, doch ich machte mir sorgen, um meine Araber Money for Nothing, Sharley und Little Miss Sunshine, sowie um meine Englische Vollblutstute Far Cry. Die waren es einfach nicht gewöhnt bei dieser Kälte draußen zu stehen.
      Plötzlich klingelte mein Handy. Na hoppla. Wer rief mich denn da schon so früh morgens an?
      Ja? Keine Antwort. Hallo?! Es knackte in der Leitung.
      Nur nicht so ungeduldig Schätzchen., antwortete dann eine verzerrte Stimme. Mich überlief sofort eine Gänsehaut.
      Wer ist da?!

    • Sammy
      [​IMG]

      Alte Berichte II

      Das werde ich DIR garantiert nicht sagen. Aber ich denke das kleine Feuer war schon mal ein schöner Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird, Liebes
      Oh Gott. Das war irgendein Irrer, der sich einen Spaß daraus machte, mir mit diesem Vorfall Angst einzujagen.
      Na klar. Glauben sie denn bitte, nur weil sie aus irgendeinem Boulevardblatt von dem Brand gehört haben, können sie mich jetzt irgendwie erpressen, oder was auch immer sie mit diesem Anruf bezwecken wollen?
      Ich hörte wie mein Gesprächspartner leise lachte: Ja, ja so kenne ich dich. Frech, vorlaut und immer schön die Nase in Angelegenheiten halten, die dich überhaupt nichts angehen. Aber wenn du mir nicht glaubst, vielleicht kann ich dir ja dann beweisen, dass ich nicht nur IRGENDEIN Irrer bin. Wenn du wüsstest, wie sehr ich es genossen habe diesen schwarzen Bastard verbrennen zu lassen, würdest du mir sofort glauben.
      Schwarzer Bastard`? Wen meinte er damit? Ich hatte nur vier schwarze Pferde im Stall stehen: Ojos Azules, aber den hatte ich direkt von Ivi.Kiwi bekommen, genau wie Dark Misery, Black Soul und.oh nein. Plötzlich wusste ich mit ganzer Sicherheit, wen ich hier am Telefon hatte. Denn mein letztes schwarzes Pferd warBreaking Dawn! Ich hatte den schönen Friesenhengst vor knapp einem Jahr vor einem absolut ekelhaften Tierquäler gerettet, der daraufhin dann ins Gefängnis gewandert war. Er hatte mir damals ewige Rache geschworen.
      Aber das konnte doch nicht sein? Die konnten ihn doch nach nur einem Jahr nicht schon wieder auf freien Fuß gelassen haben, oder doch???
      Ich atmete dreimal ganz tief durch und versuchte mich zu beruhigen.
      Na also. Jetzt weißt du endlich, dass du dich einfach mit dem falschen angelegt hast, meine Liebe.
      Sie.sie Bastard!!! Wie konnten sie nur! Aber wissen sie was? Ihr Plan ist fehlgeschlagen! Breaking Dawn lebt und das wird die nächsten Jahre auch noch so bleiben!
      Das Schweigen, dass nun folgte war einfach nur bedrohlich. Kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, bereute ich sie auch schon. Verdammt. Was, wenn er Breaking Dawn nun aufspürte und tötete? Und meine anderen verbliebenen Pferde vielleicht auch?
      Neindas würde er nicht schaffen. Er konnte ja unmöglich wissen, dass alle Pferde auf die drei Höfe meiner Freundinnen verteilt waren
      Ich rate dir nur eins: Pass gut auf dich auf., damit wurde die Verbindung unterbrochen.
      Ich rannte so schnell ich konnte zurück ins Haus.
      Die anderen waren gerade aufgestanden und sahen mich völlig geschockt an, als ich kreidebleich und am ganzen Körper zitternd ins Haus stürzte.
      Sammy! Alles okay bei dir? Was ist denn los? Ist was mit den Pferden?, fragte Eddi sofort.
      Ich schüttelte nur den Kopf. Die ganze Eingangshalle begann sich zu drehen und ich sah Sternchen über mir aufblitzen. Nein. Ich durfte jetzt auf keinen Fall ohnmächtig werden. Wütend hielt ich mich am Treppengeländer fest. Die andern sahen mich immer noch fassungslos an. Ich konnte es ihnen nicht verdenken
      Vorsichtig ließ ich das Treppengeländer los und wollte gerade ins Wohnzimmer laufen, um mich aufs Sofa zu setzten, als ich zusammenbrach.

      *****

      Mein Gott, was war denn das? Meint ihr wir müssen sie ins Krankenhaus bringen? Nein, warte, ich glaube sie kommt wieder zu sich!
      Benommen öffnete ich die Augen. Eddi, Flair und Blackfire sahen mich besorgt an. Ich setzte mich auf und sah Eddis ganzes Wohnzimmer verschwommen. Okay, das war zu schnell. Ich blinzelte ein paar Mal, bis alles wieder war, wie es sein sollte und blickte die anderen dann gehetzt an.
      Eddi? Ich brauch dein Telefon schnell. Ich muss die Polizei anrufen!
      Die drei sahen mich an, als hätte ich den Verstand verloren. Eddi, bitte!, rief ich.
      Wortlos drehte sie sich um und holte mir ihr kabelloses Telefon. Hastig tippte ich die Nummer ein und wartete.
      Guten Tag, Bundespolizei, wie kann ich ihnen helfen?, meldete sich eine freundliche Stimme.
      Hallo. Mein Name ist Sammy. Ihre Leute waren vor sechs Tagen auf meinem Gestüt. Dort gab es einen Brand. Kann ich bitte Kommissar Mayer sprechen?
      Ist es denn sehr dringend? Der Kommissar ist gerade in einer Besprechung., antwortete die Frau.
      Ja. Es ist sogar viel mehr als nur dringend. Ich muss ihn unbedingt sofort sprechen, drängte ich.
      Gut, warten sie bitte kurz!
      Es klickte in der Leitung und kurz darauf wurde ich verbunden.
      Ja? Miss Sammy? Stimmt irgendetwas nicht?
      Guten Morgen, Herr Kommissarich habe heute Morgen einen Anruf erhalten, von, meine Freundinnen starrten mich erstaunt an, ich ignorierte sie. Ich würde ihnen alles erklären, sobald der Kommissar alles wusste. Sie erinnern sich doch noch an den Fall mit dem Tierquäler, oder? Der der ihnen ewige Rache schwor? Ja an den erinnere ich mich noch zu genau. Furchtbarer Kerl. Aber was hat das mit ihrem Anruf zu tun?
      VielEr hat mich heute Morgen angerufen und gesagt, ich zitiere: Das kleine Feuer war schon mal ein netter Vorgeschmack, auf das was noch kommen wird, Liebes. Ich habe ihn erst gar nicht erkannt, da er irgendso ein Gerät, dass Stimmen verzerrt benutzt hat, doch dann hat er gesagt, dass er so froh war, meinen schwarzen Bastard damit meinte er 100% meinen Breaking Dawn- endlich getötet hat und dassich.mich in Acht nehmen soll
      Der Kommissar schwieg. Ich hatte keine Ahnung, dass dieser Mistkerl schon wieder entlassen wurde, doch so wie sie den Anruf schildern, ist eine Verwechslung ja so gut wie ausgeschlossen.ich werde sofort mal mit der Zentrale reden und sie bleiben so lange gefälligst unter Leuten, ja? Wenn wir ihn nicht bald finden, werden wir sie wohl verstecken müssen. Verstecken? Und was ist mit meinen Pferden? IchIch habe ihm gesagt, dass Breaking Dawn noch lebt..ich weiß das war saudumm, aber ich habe es nun mal getanwer weiß was dieser Irre meinen überlebenden Pferden antun wird? Ich kann sie doch nicht schon wieder im Stich lassen! Okay Sammy. Jetzt hören sie mir mal ganz genau zu: Sie nützen ihren Pferden kein bisschen, wenn sie tot sind! Also bleiben sie da wo sie sind, rufen sie ein paar Freunde an, gehen sie in die Stadt oder sonst wo hin, aber nicht alleine!
      Na toll. Nach diesem Gespräch fühlte ich mich noch mieser. Was erwartete der von mir? Das ich meine Pferde einem irren Killer überließ und mich irgendwo ins Exil flüchtete? Das konnte doch wohl nicht sein Ernst sein.!!!
      Als ich die fragenden Blicke meiner drei Freundinnen auf mir spürte, fing ich leise an zu erzählen.
      Die ganze Geschichte, wie ich damals Breaking Dawn gefunden und gerettet hatte, wie sein damaliger Besitzer ins Gefängnis kam und mir Rache geschworen hatte und wie ich danach so schnell und so weit wie möglich von diesem Ort floh.
      Als ich geendet hatte, sagte keiner auch nur ein Wort. Schließlich begann Eddi leise: Aber warum hast du uns das nie erzählt? Ich blickte zu Boden. Selbst mir kam mein Grund jetzt furchtbar dumm vor. Ich wollte euch da nicht mit reinziehen.ich wusste, dass ihr euch dann Sorgen machen würdet und das wollte ich einfach nichtaber jetzt hab ich alles nur noch schlimmer gemacht

      *****

      Die nächsten Tage lang passierte überhaupt nichts. Ich blieb bei Eddi zu Hause, immer Leute um mich herum.
      Der Kommissar hatte nochmals angerufen und gemeint, dass dieser Mistkerl von Tierquäler bereits seit einem halben Jahr wieder auf freiem Fuß war, Diagnose: geheilt.
      Ich schlief nun überhaupt nicht mehr und hatte den ganzen Tag lang Kopfschmerzen und Schwindelanfälle.
      Die anderen meinten, dass es vielleicht besser wäre, wieder ins Krankenhaus zu gehen, doch als ich daraufhin erwiderte, dass ich dem Killer da ja schutzlos ausgeliefert wäre, kamen sie nicht noch mal auf das Thema zu sprechen.
      Eines Tages geschah dann das, womit ich die ganze Zeit über gerechnet hatte. Ich lief mit Flair über die Koppeln, um nach meinen Pferden zu sehen. Breaking Dawn war nicht da.
      Fassungslos sah ich mich überall um, rief nach meinem geliebten Hengst.
      Wir hatten alle zusammen entschieden, Breaking Dawn nicht in einen Stall zu sperren, da er sich hier draußen viel besser wehren konnte. Ich konnte nicht mehr. Es war einfach alles zu viel.
      Noch bevor Flair reagieren konnte, hatte ich schon meinen geliebten Quarter Horsehengst Fantasys Fangano zu mir gepfiffen. Ich griff mich meinem gesunden Arm in seine Mähne und zog mich auf seinen bloßen Rücken.
      Sammy!! Warte! Das kannst du nicht machen!, rief Flair erschrocken.
      Ich sah sie nur an. An ihrem Blick erkannte ich, dass sie genau verstehen konnte, warum ich das tat, aber sie hatte Angst um mich. Schließlich wurde die Angst von Entschlossenheit abgelöst.
      Okay. Aber dann lass mich wenigstens mitkommen. Zu zweit können wir mehr ausrichten, als alleine.
      Ich nickte und sagte ihr, dass sie Perfect Heart meine Quarterstute reiten konnte. Nachdem Flair aufgesessen war ritten wir los, ich voraus, meinen Gefühlen folgend in den Wald hinein.
      Plötzlich hörten wir ein beinahe irres Lachen: So du schwarzes Biest. Ich habe meinen Auftrag erfüllt, er wird unglaublich stolz auf mich sein!
      Alarmiert sah ich Flair an. Das war doch.Claudine!
      Ich parierte Fangano zum Schritt durch und leise näherten wir uns einer kleinen Lichtung. Breaking Dawn lag am Boden, die Augen aufgerissen, aber leblos.
      Ich war nicht mehr zu halten und galoppierte los direkt auf Claudine zu. Diese schrie erschrocken auf und wollte an uns vorbei flüchten, doch Fangano war perfekt ausgebildet und hielt die Verräterin mühelos in Schach, während Flair die Polizei anrief.
      Höchstens fünf Minuten später stieg der Kommissar aus seinem Wagen und eine seiner Kolleginnen unterdrückte einen Aufschrei, als sie den toten Hengst am Boden liegen sah.
      Claudine wurde verhaftet.
      Fangano lief den ganzen Weg alleine zurück, ich hing einfach nur schluchzend auf seinem Rücken. Nun war auch noch mein Nachtschwarzer Friesenhengst tot. Ich wollte nicht mehr. Ich hatte dieses trostlose Leben einfach satt.
      Wieder auf Hayes End angekommen, lief uns Eddi sofort besorgt entgegen.
      Wisst ihr eigentlich, wie viel Angst ich um euch hatte?!
      Ich rutschte von Fanganos Rücken herunter und überließ es Flair, Eddi die ganze Sache zu erzählen.
      Wir lobten die Pferde und gingen dann ins Haus, wo Eddi uns allen Tee kochte.
      Ich stand total neben mir. Redete nichts. Aß nichts. Ich saß einfach nur da und starrte ins leere. Als ich die besorgten Blicke der anderen irgendwann nicht mehr aushielt, verzog ich mich in mein Zimmer, warf mich aufs Bett und wartete auf die Tränen. Doch sie kamen nicht. Stattdessen spürte ich unbändige Wut in mir aufsteigen. Auf Claudine, auf diesen Mann und vor allem auf mich selbst. Hatte ich mir nicht geschworen meine Pferde zu beschützen? Nun hatte ich schon zweimal versagt und anstatt meinen verbliebenen Pferden zu einem schönen leben zu verhelfen, saß ich rum und bemitleidete mich!
      Ich schüttelte den Kopf und stand auf. Unten klingelte das Telefon. Als ich gerade die Treppe runterkam, kam Eddi mir lächelnd entgegen. Das war der Kommissar. Claudine hat ausgesagt und sie haben den Killer schon wieder eingefangen. Wies aussieht sitzt er diesmal Lebenslänglich wegen vorsätzlicher Brandstiftung.
      Endlich. Endlich war dieser Mistkerl wieder da wo er hingehörte.
      Und ich hatte meinen Lebenswillen wieder gefunden. Sofort setzte ich mich an meinen PC und stellte eine Liste auf, welche Pferde ich behalten und für welche ich ein schönes Zu Hause finden würde.
      Sammy war wieder da!
      (58.658 Zeichen)

      ~ Sammelpflegebericht für alle Pferde ~
      Eine unglaubliche Ankündigung

      "Brrrr Cheeky, Himmel nochmal, du bist jetzt langsam definitiv zu groß für solche Faxen!", schalt ich meinen Lieblingshengst Cheeky Jot liebevoll. Das süße Fohlen war nun beinahe erwachsen, das hieß auch fast soweit eingeritten zu werden!
      Cheeky machte einen erschrockenen Satz nach vorne als plötzlich das Telefon klingelte.
      Ich seufzte und nahm dem jungen Hengst schnell den Strick ab, damit er nicht hineintreten konnte. Dann schlüpfte ich durch das Tor des Round Pens hinaus und rannte hinüber in den Stall.
      Cheeky wieherte hinter mir empört, doch ich ignorierte den jungen Hengst. Die zwei Sekunden würde er auch ohne mich überstehen.
      Wie immer ging ich völlig atemlos ans Telefon:
      "Guten Tag, Sammy am Apperat, Leiterin der Hollybrook Stud New Fo..."
      "Jaaa jaa ich weiß ich weiß", unterbrach mich die aufgeregte Stimme von rawwrrr am anderen Ende der Leitung "hör zu, ich muss dir unbedingt was erzählen! Hast du grade viel zu tun??"
      "Ich? Naja...Cheeky steht draußen im Round Pen und is nich gerade begeistert davon, dass ich ihn einfach alleine gelassen hab, was gibts denn?", fragte ich neugierig, denn wenn rawwrrr so aufgeregt war, musste es schon etwas besonderes sein.
      "Das kann ich dir nich so erzählen, aber ich hab was gemacht und...weißt du was, ich komm nachher einfach kurz zu dir rüber, ja?", fragte rawwrrr.
      Ich nickte, bis mir einfiel, dass rawwrrr mich ja gar nicht sehen konnte. Schnell fügte ich hinzu: "Ja klar, ich freu mich schon! Dann kannst du dir auch Darling und Cheeky mal wieder anschauen!"
      Wir legten auf und ich ging schnell wieder zu Cheeky zurück um den süßen Hengst nicht noch ungeduldiger zu machen.

      ~ * ~

      Zwei Stunden später hörte ich ein Auto auf meinen Parkplatz fahren. Schnell führte ich meine beiden trächtigen Stuten Magical Moment und Aimiliani Thousand Sunny, Golden Flair, Precious Scream, Walk of Fame, Naboo, Elektra und Fairylike Facility auf die Koppel der Zuchtstuten und schloss sorgfältig das Tor hinter ihnen.
      Dann rannte ich aufgeregt rawwrrr entgegen. Seit wir auf getrennten Höfen lebten, sahen wir uns nur noch ziemlich selten und meine Freundin fehlte mir unglaublich.
      Rawwrrr grinste mich an: "Soll ich noch was helfen oder bist du fertig?"
      "Ich muss noch die Hengste auf die Koppeln bringen und Pirateria auf nen Paddock stellen und klar kannst du helfen!", grinste ich.
      Also brachten wir gemeinsam meine Zuchthengste Caspar, BMs Caradoc, Orfino, LM Hawks Stand out Loud und Orfino auf getrennte Koppeln, außerdem noch meine beiden Minihengste Pequeno und CS Royal Toros Fire. Cheeky stand ja bereits draußen und begrüßte und mit einem freundlichen Brummeln.
      "Wow ich kann es gar nicht glauben wie groß er geworden ist! Und so hübsch!", hauchte rawwrrr.
      Ich grinste nur. Sie wusste wie viel mir der hübsche Hengst bedeutete und das ich ihn um nichts in der Welt wieder hergeben würde.
      "Sou jetzt nur noch Isola..."
      "Die kenn ich noch gar nicht, wie ist sie so?"
      Ich lachte "am besten kommst du gar nicht erst in ihre Nähe..ich arbeite jetzt seit einem Monat mit ihr und bin froh, dass sie mich in ihre Box lässt ohne mich zu Kleinholz zu verarbeiten"
      Rawwrrr zog unglaubig die Augenbrauen hoch, sagte aber nichts.
      ICh betrat die Box meiner schönen neuen Rappstute, die sofort drohend die Ohren anlegte. "Isola", schalt ich sie leise "so langsam müsstest du mal wissen, dass ich dir nichts tue!", säuselte ich dann.
      Ein Ohr der Stute, die mit vollem namen Isola della Pirateria hieß kippte nach vorn und ich griff schnell nach ihrem Halfter und hakte den Führstrick ein.
      Dann führte ich sie aus der Box. Als die Stute rawwrrr erblickte, legte sie sofort wieder die Ohren an und stieg steil in die Luft, wobei sie mir fast den Arm auskugelte.
      Ich zupfte am Strick, damit die Stute wieder runterkam und hoffte, dass sie nicht das Gleichgewicht verlieren und hintenüberkippen würde, das hatten wir nämlich alles schon hinter uns.
      Rawwrrr zog erschrocken die Luft ein, als Isola - kaum wieder mit allen Vieren auf dem Boden - wütend in ihre Richtung ausschlug.
      "Vorsicht!", rief ich und beeilte mich Isola vorwärts zu führen. Kaum das wir aus dem Stall waren, beruhigte sich die Stute etwas, doch rawwrrr blieb nun in gebührendem Abstand zu dem wilden Pferd.
      ICh stellte Isola neben die Koppel der Hollybrookanwärterinnen, da sie später ja auch mit diesen zusammenstehen würde. Die Stute wieherte laut und herrausfordernd und sofort flogen die Köpfe meiner Stuten - das hie´ß von Scaramouche, Talima, Calabash, Come Cover Me, Talina, Valentine's Day und Sweet Sixteen hoch und Scaramouche wieherte drohend. Momentan war sie nämlich die Leitstute der kleinen Herde. Nur Everybody's Darling kam zum Zaun getrabt und steckte den Kopf durch die Latten um isola zu beschnuppern. Zu meinem großen Erstaunen, senkte Isola den Kopf und stupste das kleine Waisenfohlen zärtlich an. Vielleicht würde ich die beiden mal zusammen auf eine Koppel stellen, das würde Isola vielleicht sogar gut tun.
      Ich schloss das Koppeltor und lief zu rawwrrr zurück, die ien wenig bleich aussah. "Alles okay?", fragte ich.
      Rawwrrr schüttelte sich und sagte dann "Jap, alles bestens, aber warum um alles in der Welt hast du so ein Monster bei dir auf dem Hof??"
      Ich zuckte die schultern "Frag mich nicht...ich glaub sie hat einfach nur Angst..außerdem wäre sie beim Schlachter gelandet, wenn ich sie nicht genommen hätte!"
      Rawwrrr verdrehte die Augen und begann dann laut zu lachen "War ja klar, das hätte ich mir auch gleich denken können!"
      ICh hakte mich bei ihr unter und gemeinsam gingen wir zu meinem Haus und hockten uns auf die Veranda in meine alte Hollywoodschaukel.
      "Also jetzt erzähl schon endlich, ich platze gleich!"
      "Was soll ich dir denn erzählen?", fragte rawwrrr unschuldig, doch dann schien auch sie es nicht mehr auszuhalten und sie platzte heraus "wenn du willst kannst du zu mir auf meinen neuen Hof ziehen! Dann wäre alles endlich wieder so wie früher!"
      Ich war sprachlos und starrte sie nur an.
      "Naja ich könnte es aber auch verstehen, wenn du lieber hier bleiben möchtest..ich mein du hast dir hier ja alles schon so schön aufgebaut und so...ich dachte halt nur..."
      "Sag mal SPINNST DU?!", unterbrach ich sie "Natürlich will ich zu dir ziehen! DU hast ja keine Ahnung wie arg ich dich vermisst hab und wie arg du mir gefehlt hast!"
      "Naja du warst so ruhig, da hab ich halt gedacht.."
      "Jetzt sag ich dir mal was, hör auf zu denken, das is im moment glaub ich besser", grinste ich und umarmte sie stürmisch.
      "Also erzähl mal, wie willst du mich auf deinem Hof auch noch unterbringen? Du weißt ja wie viele Pferde ich hab"
      Jetzt grinste auch rawwrrr wieder "Klaro weiß ich das, der Fohlenhof neben meinem Hof stand zum Verkauf und ich hab ihn mir geschnappt. Aber so viele Pferde werde ich niemals im Leben besitezn, also dachte ich mir, ich frag dich einfach mal, ob du nich zu mir kommen willst!"
      "Wuah weißt du eigentlich wie toll ich das grade finde? Mensch das is die beste nachricht seit wochen!!"
      Dann wurde ich nachdenklich. Selbstverständlich würden all meine New Forest Ponys und American Miniature Horses mitkommen, doch bei meinen normalen Stallpferden war ich mir noch nicht sicher, welche ich behalten und welche ich weggeben würde, da ich durch die Zucht einfach nicht mehr so viel Zeit für meine früheren Lieblinge hatte, wie es eigentlich sein sollte.
      Rawwrrr bemerkte meinen Blick. "Stimmt was nicht?", fragte sie.
      "Doch doch alles okay, ich überlege nur gerade mich von einigen meiner Stallpferde zu trennen...Weißt du was? Ich zähl einfach mal auf und wir schreiben auf, ja?"
      Rawwrrr nickte und Sekunden später saß ich wieder - nun mit Stift und Block bewaffnet - neben ihr.
      "Okay. Meine vier Isländer, das heißt Fatima, Intolerable Life, Fair Prince und Dark Misery bleiben auf jeden fall. Genauso wie Sahira, Yakima, Paradises Rafinesse, Ojos Azules und Cuchara...Und ich glaube von Secret, Dancing Casanova, Khamar al Sanaa und Demonia kann ich mich auch nicht trennen....Wen ich aber auf jeden Fall weg geben werde sind Showdown Recovery, BMs Royal Serafina und BMs Levistino's Legacy...die drei haben eine Fohlengerechte Aufzucht verdient und dazu hab ich einfach keine Zeit mehr...Genauso werde ich es mir bei White Barrow und Baccara überlegen und Yeremia werde ich wahrscheinlich auch verkaufen..."
      Rawwrrr nickte mitfühlend und schrieb alles auf, was ich gesagt hatte. Die Anzeige für die drei Fohlen würde ich jetzt sofort schalten, da ich mir bei den dreien schon sicher war, dass ich sie nicht mit auf das neue Gestüt nehmen würde.
      Ich schüttelte den Gedanken an den Verkauf meiner Pferde ab und freute mich wieder mit rawwrrr, dass wir nun endlich wieder zusammen leben würden, sobald ihr Hof fertig war. Sie half mir noch meine Pferde zu versorgen, dann verabschiedete sie sich auch schon wieder, da sie ja mittlerweile selbst ein kleines Vollblutstütchen auf ihrem Gestüt stehen hatte, um das sie sich kümmern musste.
    • Sammy
      [​IMG]

      Alte Berichte III

      ~ Hollybrook Stud - Zuchtpferde & Anwärter ~
      [SIZE=6pt]Juni 2010 - Monatsbericht[/SIZE]

      "Don't stop make a pop, DJ blwo my speakers up..", dudelte mein Wecker los. Ich schrak hoch und wischte dabei mein Buch vom Bett. Na super. Ich war mal wieder eingeschlafen. Vorsichtig streckte ich mich und kroch dann aus dem Bett. Die ganze Woche war das reinste Chaos gewesen, ich war jeden Tag heimgekommen, hatte gelernt, meine Pferde versorgt, weitergelernt. Ich war jede Nacht erst um eins ins Bett gekommen und um fünf wieder aufgestanden, sonst hätte ich das alles zeitlich überhaupt nicht mehr hinbekommen.
      Ich tapste ins Bad und rieb mir verschlafen die Augen. Es war nicht unbedingt angenehm die ganze Nacht in Straßenklamotten zu verbringen, aber was solls. Jetzt nochmal einzuschlafen brachte rein gar nichts und immerhin war heute Samstag. Der einzige Tag an dem ich mich rundum um meine geliebten pferde kümmern konnte.
      Ich wusch mich schnell, zog meine Stallklamotten an und putzte mir die Zähne, dann joggte ich die Treppe hinunter und aus meinem großen Haus hinaus. Ein großer Teil meiner Sachen stand in Kartons gepackt herum, da ich bald zu rawwrrr ziehen würde - endlich würden wir unser Gestüt wieder gemeinsam leiten!
      Ich betrat den Stall und sog tief meinen alerliebsten lieblingsgeruch ein - Pferdeduft. Dann machte ich mich daran in jede Box einen Arm voll Heu zu werfen und verteilte Kraftfutter in die Tröge. Im Stall war es völlig ruhig - meine Ponies standen im Sommer nachts über auf den Koppeln und ich holte sie erst gegen zehn Uhr in den Stall, wenn es langsam warm wurde.
      Als ich fertig war fegte ich die Stallgasse und machte mich daran, das Sattelzeug zu putzen.
      Es war bereits halb elf als ich mit der Lederpflege fertig war, also schnappte ich mir schnell zwei Halfter und lief zu der Stutenkoppel. Dort holte ich zunächst meine beiden hochträchtigen Stuten Aimiliani und Thousand Sunny rein. Bei beiden müsste es in ca zwei Wochen soweit sein und ich freute mich schon rießig auf die Fohlen. Als nächstes kamen Magical Moment mit ihrem Fohlen Casanova und Fairylike Facility, ebenfalls mit Fohlen. Die kleine Rappstute hatte bereits einen besitzer gefunden und ich versuchte nciht allzu traurig zu sein, dass sie uns bald verlassen würde. Wenigstens hatte ich noch Casanova. Und natürlich Everybody's Darling. Die süße Stute machte sich prächtig und trabte eifrig neben ihrer Ziehmutter Isola della Pirateria her, als ich sie in den Stall brachte. Nun folgten Golden Flair und Walk of Fame, Elektra und Precious Scream, Naboo und Scaramouche, die mir ohne Fürhstrick folgte, Calabash und Talima und schließlich Sweet Sixteen und Come Cover Me.
      Als nächstes holte ich auch die Hengste in den Stall. Cheeky Jot wieherte schon ungeduldig, er hasste es noch draußen zu stehen wenn die Stuten schon im Stall waren. Immerhin musste er ja auf sie aufpassen. Also nahm ich meinen Lieblingshengst zunächst mit und brachte anschließend auch Orfino, Caradoc, Caspar und meinen Neuzugang unter den Hengsten - Tempelherr in den Stall.
      Mittlerweile war es schon richtig heiß geworden und ich begann zu schwitzen. Also machte ich mich schnell daran, auch meine Miniature Horses in den kühlen Stall zu holen. Als erstes nahm ich LM Hawks Stand out Loud, dann Pequeno und CS Royal Toros Fire und anschließend meine beiden Stuten Talina und Valentine's Day. Ich hoffte inständig dass die zwei bald gekrönt werden würden, damit wir endlich auch Minis züchten konnten.
      Als endlich alle Ponies friedlich im Stall standen und ihr Frühstück genossen, genehmigte auch ich mir einen kleinen Snack. Anschließend begann ich mit meinem täglcihen Fittnessprogramm: drei Kilometer weit zum See joggen, schwimmen und wieder zurück. In letzter Zeit hatte ich das zeimlich vernachlässigt, da ich einfach keine Zeit mehr gehabt hatte, doch nun wollte ich unbedingt wieder damit anfangen....
      Wieder daheim angekommen holte ich nacheinander alle Pferde aus ihren Boxen und putzte sie gründlich. Als ich fertig war, wurde es bereits langsam dunkel, doch ich beschloss wenigstens meine Hengste, Naboo und Walk of Fame noch ein wenig zu bewegen, da sie sonst ziemlich unleidig wurden. Schließlich war es halb elf als alle Ponies wieder auf der Weide standen und ich müde aber zufrieden mit dem heutigen Tag ins Bett fiel....

      Seuche & Tod....wie ein altes Leben endet und ein neues seinen Anfang nimmt

      Ich bibberte, als ich mich zwang aus meinem kuschelig warmen Bett zu kriechen. Wieso um alles in der Welt war es so kalt? Himmel noch mal, es ist doch Sommer?
      Ein Blick aus dem Fenster ließ mich resigniert seufzen. Es regnete in Strömen und die Bäume auf meinem Gestüt wurden von heftigem Wind nur so geschüttelt.
      Ärgerlich schüttelte ich den Kopf. Jetzt waren endlich die so lang ersehnten Sommerferien da und es regnete ohne Unterbrechung. Okay. Daran hatte ich mich mittlerweile gewöhnt, aber dass es jetzt auch noch so verdammt kalt war? Das war doch wohl wirklich die Höhe!
      Ich zog meinen Morgenmantel fester um mich und schlurfte ins Bad. Das hieß mal wieder kein schöner, ruhiger Ausritt heute.
      Ich stellte mich erstmal unter die heiße Dusche, um mich aufzuwärmen, dann schlüpfte ich in meine Stallklamotten und zwang mich hinaus in die Kälte und Nässe zu gehen. Immerhin warteten rund 70 Pferde auf ihr Frühstück. Ich begann wie immer im Zuchtstall, wo ich vor allem meinen Lieblingshengst Cheeky Jot ausgiebig begrüßte, machte im Stall der Hollybrook Anwärter weiter, dann kamen die Pferde die mit Hollybrook nichts zu tun hatten und zum Schluss meine 49 Verkaufspferde. Sie waren alle noch von meinem ehemaligen Gestüt – den Blue Moon Stables – übrig geblieben. Viele von ihnen waren von dem schrecklichen Brand traumatisiert, ließen sich nicht reiten oder verweigerten das Fressen. Solche Pferde wollte niemand kaufen, also hatte ich beschlossen sie alle zu behalten, aufzupäppeln und erst danach ein gutes Heim für sie zu finden.
      Ein lautes, gequältes Husten aus einer der hinteren Boxen im Verkaufsstall ließ mich aufhorchen. Das klang überhaupt nicht gut. Schnell hastete ich zu der Box und fand meine hübsche Isländerstute Dark Misery liegend in der Box vor.
      „Misery meine Kleine was hast du denn?“ Die Rappstute sah mich flehend an und sank dann mit einem röchelnden Schnauben auf die Seite.
      Ich stand erstmal völlig geschockt da, dann machte ich auf dem Absatz kehrt und rannte zum Telefon um meine Tierärztin anzurufen.
      Kaum zehn Minuten später stand Dr. Nyur im Stall und untersuchte Missy.
      „Hmm…also.. ich vermute Missy hat eine einfach Grippe.. Ich verabreiche ihr vorerst ein Antibiotikum, das sollte schnell Wirkung zeigen, aber sie sollten sie trotzdem so schnell wie möglich in eine Quarantänebox stellen, um eine Ansteckung der anderen Pferde zu vermeiden.“
      „Natürlich, vielen Dank Dr. Nyur.“ Ich wartete bis die Ärztin Misery das Medikament verabreicht hatte und führte die süße Stute dann sofort in den hinteren Teil des Stalles. Dort richtete ich in Rekordzeit die riesige Quarantänebox her, bevor ich Misery hineinstellte. Ich hoffte sosehr, dass es meiner Stute bald wieder besser gehen würde, doch ich sollte sehr schnell erfahren, dass das Glück nicht auf meiner Seite war. Misery von den anderen Pferden zu trennen hatte nicht das Geringste gebracht. Wir waren viel zu spät gewesen. Kaum eine Woche später waren insgesamt 15 der Verkaufspferde erkrankt und jeden Tag traten bei anderen Pferden die Symptome des Virus auf. Dr. Nyur war ratlos. Sie wusste nicht was sie den Pferden noch verabreichen sollte und ich beschloss einen zweiten, dann einen dritten und schließlich sogar einen vierten Tierarzt dazuzuholen. Alle stellten sie etwas anderes fest, doch keiner von ihnen hatte eine brauchbare Lösung parat.
      Ich lebte nun praktisch im Stall der Verkaufspferde und kümmerte mich um die kranken Tiere. Für meine anderen Pferde hatte ich Pfleger engagiert, die natürlich strengste Anweisungen hatten, meine Pferde nicht mal in die Nähe des Verkaufsstalls zu lassen.
      Heute war es mal wieder bitterkalt und ich zog die Pferdedecke die ich umgewickelt hatte, fester. Der Wind heulte draußen, hier drinnen war nur der rasselnde Atem meiner Pferde zu hören. In dieser Nacht starb Misery. Ich war einem Zusammenbruch nahe, als die schöne Stute mich zum letzten Mal ansah und Bilder schossen mir durch den Kopf. Wie ich Misery damals als kleines, schwaches Fohlen aus dem Tierschutzverein gerettet hatte, wie ich sie aufgezogen und hochgepäppelt hatte, bis sie zu einer lieben und stolzen Stute heranwuchs. Das ganze Training, meine vielen Stürze. Dann die erfolgreiche Krönung, kurz darauf die Bestätigung das Misery unfruchtbar war. Meine unendliche Trauer darüber und gleichzeitig die wahnsinnige Liebe die ich mit diesem Pferd verband.
      Schluchzend sank ich neben der toten Stute auf die Knie und umarmte ihren leblosen Körper. Und Misery sollte nicht die einzige sein.
      Nur zwei Wochen nach Missy‘s Tod wurde bekannt, dass in weitem Umkreis überall Pferde erkrankten und verstarben. Niemand wusste ein Heilmittel, niemand wusste wie weit sich der Virus bereits ausgebreitet hatte. Wusste denn überhaupt irgendjemand etwas? Ich erlebte die nächsten Wochen wie in Trance. Versuchte das Sterben meiner Pferde zu verstehen. Versuchte zu verstehen was ich verbrochen hatte, dass mir schon wieder so ein Unglück widerfuhr. Der Brand war gerade mal ein Jahr her, ich hatte mir ein neues Leben mit neuen wundervollen Tieren aufgebaut. Und wieder sollte alles zerstört werden? Das war doch nicht fair.
      Jeden Tag wurde in den Medien von dem schrecklichen Geschehen berichtet, dass sich hier abspielte, doch niemand machte sich die Mühe etwas dagegen zu tun. Der Bau von Atomwaffen, Intrigen und die Durchführung von Kriegen irgendwo auf der Welt waren wichtiger. Alles war wichtiger.
      Jeden Tag starb mindestens eins meiner Pferde. Jeden Tag wurde ich mut- und kraftloser. So langsam hatte ich keine Ahnung mehr wie ich das alles überstehen sollte. Immerhin eines hatten die Tierärzte herausgefunden: Der gesamte Verkaufsstall war infiziert und es war mehr als wahrscheinlich, dass auch meine anderen Pferde bereits erkrankt waren. Irgendein dämlicher Reporter schlug mir lachend vor, den ganzen Hof doch einfach in Brand zu stecken, man könnte sowieso nichts mehr retten. Das ich ihm nicht an die Gurgel ging war auch schon alles. Ich schmiss ihn in hohem Bogen von meinem Hof. Ich würde nicht aufgeben. Niemals. Ich würde auch noch um das letzte Pferd kämpfen, und wenn es das letzte war, was ich tat.
      In den nächsten Tagen wachte ich über die letzten fünf Pferde die aus dem Verkaufsstall noch übrig geblieben waren. Latina, Little Miss Sunshine, Pierre, Fair Prince und Salinero’s Shitan. Alle von ihnen waren todkrank. Keines von ihnen würde die nächste Woche überleben. Und doch…ich wollte ihnen das Gefühl geben, dass ich für sie da war. Das ich sie beschützen würde, bis zum bitteren Ende.
      Irgendwann kam einer der neuen Pfleger in den Stall, um mir zu sagen, dass ich einen Anruf bekommen hatte. Davon wollte ich nichts wissen und schickte ihn weg. Dabei übersah ich, wie er Pierre liebevoll über die Stirn strich und ihn kraulte. Ich sah alles wie durch einen Nebelschleier. Alles war so furchtbar unwirklich. Vielleicht träumte ich nur? Einen schrecklichen Alptraum? Und wenn ich aufwachte war alles wieder wie vorher?
      ‚Sammy hör auf damit und mach dir nichts vor. Du träumst nicht. Du bist wach und das alles hier passiert wirklich’, schalt ich mich in Gedanken selbst. Was brachte es schon vor der Wahrheit davonzulaufen? Überhaupt nichts.
      Nur zweieinhalb Tage später wurde Pierre abtransportiert und mit ihm auch das letzte Pferd des Verkaufsstalls. Ich atmete zitternd ein. 49 Pferde. Alle tot. Ich hatte keinem einzigen von ihnen helfen können. Schluchzend sank ich in einer Ecke des Stalls zusammen, als ich plötzlich ein Pferd wiehern hörte – Cheeky!
      Ich riss mich zusammen und stand auf. Erstmal musste ich mich gründlich säubern, damit auch ja keine Viren zu den gesunden Pferden gelangten.
      Als ich fertig war rannte ich so schnell ich konnte zu meinem geliebten Hengst und fiel ihm um den Hals.
      „Oh Gott Cheeky, es ist alles so furchtbar!“, weinte ich in die seidige Mähne des Hengstes.
      Dann gähnte ich. Ich hatte fast einen Monat lang nicht mehr richtig geschlafen. Das bemerkte auch einer der Pfleger und ‚befahl’ mir ins Bett zu gehen, sie würden sich schon um meine Pferde kümmern. Ich wollte eigentlich nicht weg vom Stall, doch ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten, es war wohl einfach das Beste, wenn ich mal richtig ausschlief.
      Doch bereits um drei Uhr morgens wurde ich aus dem Bett geklingelt.
      „Sammy! Komm schnell, Sahira geht es überhaupt nicht gut, ich glaube sie hat den Virus auch!“
      Nein…das konnte einfach nicht sein. Ich würde es nicht ertragen, noch einen Stall voller Pferde sterben zu sehen. Am liebsten hätte ich mir die Decke über den Kopf gezogen und mich darunter verkrochen, doch das ging natürlich nicht.
      Ich zog mir nur schnell etwas über und rannte dann dem Pfleger hinterher zum Stall. Dort sank ich vor Sahira zu Boden. Tief in meinem Innern wusste ich schon, dass meine geliebte Falbstute ebenfalls sterben würde. Genau wie die ganzen anderen Pferde, die mir so sehr ans Herz gewachsen waren.
      In der Box neben Sahira hustete Khamar und auch Everybody’s Darling tränten die Augen. Da fasste ich einen Entschluss: Ich musste um jeden Preis die Pferde die noch von dem Virus verschont waren hier heraus bringen, weit weg von diesem verfluchten Ort.
      Also lief ich in mein Büro und bestellte fünf der absolut besten Pferdespezialisten auf meinen Hof. Ich hatte inzwischen keinerlei Hoffnung mehr, dass sie das Virus irgendwie aufhalten würden, doch vielleicht konnten sie wenigstens die noch gesunden Tiere vor diesem furchtbaren Schicksal behüten.
      Etwa drei Stunden später standen die Spezialisten im Stall. Jeder bekam eine Liste mit den Namen meiner Pferde und jeder begann bei einem anderen Pferd.
      Zum Schluss kamen alle auf etwa gleiche Ergebnisse und ich hängte mich sofort ans Telefon.
      Rawwrrr hatte mir ja schon angeboten, dass ich zu ihr ziehen konnte, nun war sie meine einzige Hoffnung. Zitternd tippte ich ihre Nummer ein und wartete.
      Erst nach dem zehnten Klingeln nahm meine Freundin ab.
      „Hallo?? Tut mir Leid, wer auch immer es ist, aber es ist grade ein bisschen unpassend!“
      „Hey rawwrrri..sorry wenn ich störe, aber ich muss dringend mit dir sprechen!“
      „Sammy! Gott du hörst dich furchtbar an! Und warum hast du dich so lange nicht mehr gemeldet?! Wie geht’s dir und den Pferden? Ich hab von dem Virus gehört, das bei euch wütet!“
      Ich holte tief Luft und versuchte die Tränen zurückzuhalten, dann erzählte ich Rawwrrr die Kurzfassung von dem, was sich auf meinem Hof abspielte.
      Nachdem ich fertig war, schwiegen wir beide erstmal eine Weile. Dann brachte Rawwrrr zitternd hervor:
      „Mein Gott das ist ja furchtbar. Weißt du denn schon, wie viele deiner Pferde noch gesund sind?“
      „Naja..also bei neun Pferden hat keiner der Spezialisten etwas gefunden. Bei Rafinesse, Demonia und Orfino sind sie sich nicht einig…die drei werde ich auf jeden Fall in einen gesonderten Stall bringen, aber was ich dich eigentlich fragen wollte ist, ob ich mit den gesunden Pferden zu dir ziehen darf. Ich würde es nicht ertragen sie alle zu verlieren…..“
      „Sag mal, was denkst du denn? Natürlich kannst du kommen, das hatten wir ja sowieso so gut wie beschlossen….Der Stall des Fohlenhofs ist auch schon fertig, da sind 20 Boxen drin…“
      Ich bedankte mich bei ihr und legte dann einigermaßen erleichtert auf. Als nächstes bestellte ich zwei Rießentransporter und begann sofort damit, meine Pferde transportfertig zu machen.
      Als erstes holte ich Magical Moment mit dem kleinen Casanova. Sie waren am gefährdetsten, da Nova ja erst wenige Tage alt war und Magic noch von der Geburt geschwächt. Gleich danach führte ich meine beiden letzten New Forest Hengste Cheeky Jot und Tempelherr auf den Transporter und anschließend Naboo und Fairylike Facility. Als nächstes holte ich Cuchara, Jojo und meine beiden Isländerzwillinge Fatimah und Intolerable Life aus den Ställen, legte ihnen die Decken und Gamaschen an und führte sie ebenfalls auf den Transporter. Damit war der erste Transporter voll und ich machte mich daran, die letzten vier Pferde zu holen. Thousand Sunny, Walk of Fame, Isola della Pirateria und Scaramouche. Kaum hatte ich die Klappe geschlossen, fuhren die beiden Transporter vom Hof, in die rettende Geborgenheit von Rawwrrr’s Hof.
      Ich dagegen kehrte in die Ställe zurück und brachte die drei Zweifelsfälle vom Hof auf eine meiner Waldkoppeln. Dort richtete ich den Unterstand für sie her um es ihnen so angenehm wie möglich zu machen……

      Drei Wochen später war auch ich auf dem Weg zu Rawwrrr. Alle drei Pferde hatten überlegt. Ich hatte jeden Tag mit Rawwrrr telefoniert, mich erkundigt wie es meinen verbliebenen Pferden ging und schließlich heute morgen, um ihr zu sagen, dass ich sofort zu ihr aufbrechen würde. Ich hatte mir bereits vor einer Woche einen Möbeltransporter bestellt und die wichtigsten meiner Sachen zusammengepackt. Ich würde niemals mehr an diesen Ort zurückkehren. Und nie mehr würde ich mir ein neues Pferd anschaffen, wenn es nicht dringend nötig war. Diesen neun Pferden würde ich das Leben so schön machen wie ich nur konnte, doch mehr wollte ich nicht mehr. Dazu hatte ich einfach nicht die Kraft….

      ~ Endlich wieder vereint ~
      [SIZE=6pt]Cuchara, Ojos Azules, Intolerable Life, Fatimah, HBs Casanova, HBs Cheeky Jot, Magical Moment, Thousand Sunny, Naboo, Walk of Fame, Isola della Pirateria, Orfino, Khamar al Sanaa, Sahira, Bittersweet, Golden Flair, Someone, Sharley, Little Miss Sunshine, Semawi, Everybody’s Darling, Caspar, Caradoc, SPrecious Scream, Benjilala, Slaters Secret, Dorina, Daemon, Angels Falls First, Black Soul, Fairylike Facility & Scaramouche[/SIZE]

      Wütend drückte ich auf dem Radio des Möbeltransporters herum, um schnell einen anderen Sender zu finden, möglichst einen der etwas anderes als 'When you're gone' oder ähnliches spielte. Irgendwann gab ich es auf und legte mir meine Sum 41-CD ein, die mich hoffenlich auf andere Gedanken bringen würde. Ich war mittlerweile bereits sechs Stunden unterwegs und müsste bald bei Rawwrrr ankommen. Als hätte sie das gehört, klingelte in dem Moment mein Handy.
      "Hey Rawwrrri!"
      "Hay Samsel, ich wollte nur mal fragen, wo du bist?" "Also ich schätze ich brauch noch ca. eine Stunde...Mit dem Transporter geht das halt alles ein bisschen länger..aber jetzt hab ichs ja fast geschafft!"
      "Okay, dann fang ich jetzt mit kochen an, bis später!" Es klickte und Rawwrrr war weg. Ich fand es total süß wie sie meine Ankunft vorbereitete. Sie hatte ja auch allein die Boxen für meine Pferde hergerichtet, da ich diese ja vorgeschickt hatte, um eine Ansteckung zu vermeiden.
      Als ich an meine verstorbenen Pferde dachte, begann die Straße vor mir zu verschwimmen und ich fuhr schnell rechts ran. Dort legte ich den Kopf auf den Lenker und versuchte mich zu beruhigen. Ich musste jetzt einfach damit klar kommen. Genau wie mit dem Brand von vor einem Jahr. Dort waren 'nur' 9 Pferde gestorben, doch mein gesamter Hof war zerstört worden. Nun waren fast alle Pferde von damals tot, nur Cookie, Sahira, Jojo und meine Isizwillinge hatten den schrecklichen Brand miterlebt, doch für mich stand absolut fest, dass ich trotzdem nie mehr auf meinen schönen Hof zurückkehren würde. Rawwrrr hatte mir ja schon vor einiger Zeit angeboten, dass ich zu ihr konnte, doch zu der Zeit hatte ich mich einfach nicht dazu aufraffen können, so viele meiner Pferde zu verkaufen und dass ich mit fast 100 Pferden zu ihr zog, war natürlich unmöglich.
      Ich atmete noch einmal tief ein, trank einen großen Schluck aus meiner Wasserflasche, setzte den Blinker und fuhr wieder los....

      Knapp eineinhalb Stunden später fuhr ich auf den Hof von Rawwrrr's Gestüt. Sie hatte mir eine genaue Wegbeschreibung gegeben und ich hatte keinerlei Probleme gehabt, den Hof zu finden.
      Kaum hatte ich den Motor ausgeschaltet, flog auch schon die Haustür auf und Rawwrrr stürmte hinaus. Ich versuchte ein fröhliches Gesicht aufzusetzen und stieg aus, sofort umarmte sie mich stürmisch zur Begrüßung.
      "Hey! Endlich bist du da. Wie gehts dir? Gute Fahrt gehabt?"
      Ich grinste. Das war so typisch sie. "Hast du Hunger? Ach was ist mir eigentlich völlig egal, du isst einfach was!"
      Ich nickte, da ich ja wirklich Hunger hatte und folgte ihr in das große Haus. Rawwrrr hatte erst vor einiger Zeit angefangen hier zu bauen und es würde auch noch einiges an Arbeit vor ihr beziehungsweise jetzt natürlich uns liegen.
      Drinnen war es trotzdem schon richtig gemütlich und ich war froh endlich etwas bequemeres zum sitzen zu haben, als den Transportersitz. Wir hockten uns auf die Couch, futterten Rawwrrr's Nudeln mit Käsesoße und redeten über alles mögliche. Als wir fertig waren und abgespühlt hatten, zog es mich jedoch hinaus zu den Ställen. Also ging Rawwrrr mit mir über den Hof und gab mir eine kurze Führung.
      "Also Spring- und Dressurplatz sind leider noch nicht fertig, die kommen da drüben hin, auf die andere Seite vom Fluss! Da steht übrigens auch dein Stall! Und hier haben wir meinen Stall, die Reit- und die Longierhalle und den Außenplatz. Auch alles noch nicht ganz fertig, aber soweit dass man es benutzen kann auf jeden Fall!
      Ich hörte ihr gespannt zu und sah mich interessiert um. Auch ihre Pferde schaute ich mir kurz an und blieb natürlich besonders lange bei Classic Moment, ihrem süßen Hengstfohlen aus meiner Fairylike Facility. Auch Jolie und Pale, ihr Englisches Vollblutfohlen und die wunderschöne New Foreststute knuddelte ich zur Begrüßung. Danach hielt ich es nicht länger aus - ich musste jetzt unbedingt zu meinen Schätzen. Rawwrrr grinste nur und führte mich über die Brücke zu einem wunderschönen Stall. Ich öffnete die Türe und zog den herrlichen Geruch meiner Pferde ein. Viel zu lange hatte ich darauf verzichten müssen. Dann stieß ich einen leisen Pfiff aus und war schon wieder den Tränen nahe, also sofort die Köpfe hochschossen und ein mehrstimmiges, lautstarkes Begrüßungswiehern über die Stallgasse schallte.
      "Uha, ich dachte ja eigentlich sie würden mich mögen, aber sieht so aus, als hätten die dich alle verdammt arg vermisst!", lachte rawwrrr "Ich wusste nur nicht genau, wie du sie zusammenstellen möchtest, aber die waren bis gestern sowieso alle draußen auf den Koppeln, also kannst du das ja auch noch ändern."
      Ich nickte nur und ging von einem Pferd zum anderen, unendlich froh, dass es allen gut ging und wir ein so schönes zu Hause gefunden hatten.
      Nachdem ích an jeder Box zweimal vorbeigegangen war, sah ich mir die Sattel- und Futterkammer an. Die Ausrüstung für meine Pferde würde ich mir größtenteils neu kaufen, nach dem Brand hatte ich sowieso fast nur noch zerschlissenes Sattelzeug und ein wenig abgenutzte Decken besessen, doch mittlerweile hatte ich mir genug Geld zusammengespart, um meinen Pferden eine neue, schöne Ausrüstung zu gönnen. Sieben Boxen des Stalls standen leer und das würde größtenteils auch so bleiben. In der Sattelkammer waren zwanzig Ständer an den Wänden angebracht, für Sättel, Trensen und Decken. Außerdem war eine Wand mit Spinden bestückt, die genug Platz für die restliche Ausrüstung der Pferde boten.
      ICh drehte mich freudestrahlend zu Rawwrrr um. "Das ist einfach unglaublich! Ich fühle mich in dem Stall wohler, als in meinem eigenen!"
      "Najaaa das ist ja jetzt dein eigener...freut mich aber, dass er dir gefällt", erwiederte Rawwrrr fröhlich. Ich hakte mich bei ihr unter, wünschte meinen Pferden gute Nacht, holte das nötigste aus dem Transporter und ging mit Rawwrrr ins Haus. Wir hatten noch vieles zu besprechen und irgendwann würde ich dann wohl auch schlafen gehen, die Fahrt war lang und anstrengend gewesen und ich sehnte mich nach einem gemütlichen Bett.....
    • Sammy
      [​IMG]

      Monatsbericht Oktober 2010

      ~ Hollybrook Stud ~
      [SIZE=6pt]Monatsbericht Oktober 2010
      Pride's Perfection, Cuchara, Ojos Azules, Intolerable Life, Fatimah, Hollybrook's Casanova, Tempelherr, Hollybrook's Cheeky Jot, Magical Moment, Fairylike Facility, Naboo, Walk of Fame, Isola della Pirateria, Caspar, Caradoc, Precious Scream, Golden Flair, Orfino, Benjilala, Slaters Secret, Dorina, Daemon, Angels Fall First, Black Soul, Khamar al Sanaa, Sahira, Bittersweet, Someone, Sharley, Little Miss Sunshine, Semawi, Everybody’s Darling, Thousand Sunny & Scaramouche
      [/SIZE]

      Ausgiebig gähnend stieg ich aus dem Bett und bekam erstmal einen kleinen Schüttelfrost. Es war über Nacht verdammt kalt geworden. Schnell rannte ich ins Bad und drehte die Heizung hoch. Anschließend schlüpfte ich in meine Leggins, zog die Reithose darüber und meinen dicken Norwegerpulli an. Handschuhe, Mütze und Schal und - perfekt, jetzt konnte mir die Kälte nichts mehr anhaben.
      ICh machte mich auf den Weg nach unten in die Küche, wo ich schnell ein Glas Wasser hinunterschüttete, dann trat ich aus der Türe auf unsern Hof. Damit ich nicht doch anfing zu frieren, rannte ich bis zu meinem Stall. Das war wirklich abartig. Gestern war es noch einigermaßen warm gewesen und heute hatte es vielleicht noch 1 Grad. Ich musste unbedingt meine Pferde eindecken.
      Im Stall angekommen wurde ich schon von ungeduldigem Gewiehr begrüßt.
      "Schon gut meien SChätze, bin ja sofort bei euch!", rief ich und ging ich die Futterkammer, wo ich sorgfältig das frühstück für meine Lieblinge zubereitete. Anschlißend verteilte ich die Eimer in die Boxen, warf jedem Pferd noch einen Arm voll Heu hinein und ließ meine Lieblinge dann alleine, um schonmal die fünfzehn Winterdecken zum Putzplatz zu bringen. Danach ging ich in den Stall zurück und begann schoneinmal mit dem Ausmisten der Boxen. Als alle Pferde ihr Frühstück beendet hatten, war ich mit ca der Hälfte der Boxen fertig. Nun begann ich meine Lieblinge für die Koppel fertig zu machen. Zunächst nahm ich Hollybrook's Cheeky Jot, Orfino, Caspar, Caradoc und Tempelherr - natürlich einzeln, da die Hengste des Gestüts sich überhaupt nicht leiden konnten - zum Putzplatz, bürstete sie kurz über und legte ihnen dann die Winterdecken auf. Zum Schluss kam jeder auf seine eigene Koppel.
      Ab jetzt konnte ich die Pferde auch immer zu zweit holen. Die ersten waren Naboo und Fairylike Facility. DIe beiden verstanden sich super, da Naboo ja Leitstute war und Facility nie versuchte gegen sie aufzumucken. Als auch die zwei zufrieden auf der grüßten meiner Koppeln standen holte ich nacheinander Magical Moment mit ihrem Fohlen Casanova, Walk of Fame, Scaramouche, Thousand Sunny, Precious Scream, Everybody’s Darling, Golden Flair und Isola della Pirateria. Dann widmete ich mich den Pferden die nichts mit unserer, momentan eingestellten, Zucht zu tun hatten. Wieder waren als erstes die Hengste dran. Pride's Perfection, mein Englisches VOllblut, spielte sich mächtig auf, als ich ihn an der Koppel der New Forest Stuten vorbeiführte und Cheeky ließ sofort ein drohendes Wiehern ertönen. Er hasste es wie die Pest, wenn andere Hengste in die Nähe seiner Stuten kamen. Intolerable Life, Khamar al Sanaa, Someone, Slaters Secret, Daemon, Black Soul und vor allem mein Andalusier Ojos Azules waren da schon um einiges ruhiger. Die beiden konnte ich auch ohne Probleme zusammen auf eine Koppel stellen. Nun standen nur noch meine Schönheiten Cuchara, Sahira, Bittersweet, Sharley, Little Miss Sunshine, Semawi, Benjilala, Dorina, Angels Fall First und Fatimah im Stall. Beide hatten bereits einen Schönheitswettbewerb gewonnen und ich hatte es einfach nicht über mich gebracht mich von ihnen zu trennen, ganz besonders nicht von Fatimah, die ja die Zwillingsschwester von Intolerable Life war. Ich sah meinen Lieblingen noch eine Weile zu und machte mich dann daran den Rest der Boxen zu misten. Anschließénd putzte ich noch mein recht altes Sattelzeug und kehrte dann müde aber zufrieden mit dem was ich bereits geschafft hatte zurück zum Haus....
    • Sammy
      [​IMG]

      Monatsbericht Dezember 2010

      ~ Hollybrook Stud ~
      [SIZE=6pt]Monatsbericht Dezember 2010[/SIZE]

      Total fertig schlug ich die Autotür zu und stapfte bibbernd durch den rutschigen Schneematsch, wohl darauf bedacht, bloß nicht schon wieder auszurutschen. Erleichtert über die wärme meines Hauses stellte ich mich erstmal ins Bad an die Heizung und atmete einmal tief durch. Übermorgen war der letzte Schultag. Endlich. In letzter Zeit war alles so stressig gewesen, dass ich einfach nicht dazu kam alle Pferde regelmäßig zu bewegen. Und das obwohl ich jeden Morgen bereits um 4°° auf den Beinen war und nachts erst weit nach 23°° ins bett fiel.
      Morgen stand nun noch die Englischklausur an und am Mittwoch dann Informatik. Dann war dieses schreckliche Jahr endlich vorbei und ich konnte mich in Ruhe mit meinem hoffentlich bald anstehenden Umzug beschäftigen. Da Rawwrrr ja nun nicht mehr hier wohnte und mir das Anwesen viel zu groß war, würde ich mir etwas gemütlicheres suchen und auch meine Zucht wieder neu aufbauen. FÜr diesen Zweck klickte ich mich auch in jeder freien Minute, von denen es in den letzten Wochen nicht mehr viele gegeben hatte, durch sämtliche Pferdeverkaufsanzeigen, die ich finden konnte und hatte sogar bereits etliche Zusagen erhalten. So würde ich bald meine Quarterhorsestute American Baby zurücknehmen, genauso wie meinen Trakehnerhengst Levistino und den Hannoveranerhengst Black Soul. Außerdem hatte ich noch zwei Vollblut Araber, zwei Welsh Bs, zwei Deutsche Reitponies, eine Angloaraber stute und eine Pintoaraberstute erstanden. Auf die Antwort von haffi07, der ich gerne ihre wunderschöne Mustangstute Noblesse abkaufen würde, wartete ich noch.
      Energisch schüttelte ich den Kopf. Es war höchste Zeit meine Lieblinge von der Koppel zu holen, die Boxen für die Nacht vorzubereiten und das Abendessen für meine vierbeinigen SChätze zu richten.
      Wiederstrebend löste ich mich von der warmen Heizung und schlüpfte in meine Stallklamotten. Dann lief ich so schnell es ging über den rutschigen Hof, schnappte mir gleich fünf Halfter aus der Sattelkammer und eilte zu den Koppeln, denn gerade in diesem Moment begann es zu hageln. Dem wollte ich meine Pferde natürlich nciht aussetzen.
      Zuerst kamen Magical Moment und ihr Fohlen Casanova. DIe beiden anderen FOhlen Nymphomaniac Fantasia und Classic Moment nahm ich ebenfalls gleich mit. Dazu dann noch meinen Andalusierhengst Ojos Azules.
      Hastig schloss ich die Boxentüren hinter jedem Pferd und rannte mit einem neuen Arm voller Halfter wieder nach draußen. Diesmal rettete ich meine beiden Isländer Fatimah und Intolerable Life, sowie meine New Forests Tempelherr, Caspar, Caradoc, Precious Scream, Golden Flair, Everybody’s Darling, Scaramouche und Thousand Sunny vor dem stürmischen Wetter.
      Nun nahm ich die restlichen Halfter aus der Sattelkammer, warf alle bis auf eins vor das Koppeltor und führte nun nacheinander meine FOrests Cheeky Jot, Naboo, Walk of Fame, Isola della Pirateria, Farylike Facility und danach die Andalusierstute Cuchara, Khamar al Sanaa, Bittersweet, Somoone, Sharley, Little Miss Sunshine, Semawi, Benjilala, Secret, Dorina, Daemon, Angels Fall First und den Englischen Vollbluthengst Pride's Perfection in den Stall. Vor allem Perfection machte mir Probleme. Der junge Hengst war ziemlich schwer verletzt zu mir zurückgekommen und hatte sich nun fast wieder erholt, doch nun stieg er panisch und verscuhte mir den Strick aus der Hand zu reißen. Nicht auszudenken, wenn der hübsche Hengst loskommen und blindlings über das Gelände rasen wrüde! Energisch ruckte ich am Führstrick und als dies auch nichts half, nahm ich ihn am Halfter und ruckte wieder daran. Das wirkte. Perfection hasste es wenn Druck auf seine empfindliche Nase kam, doch bevor er sich wieder ernsthaft verletzte, musste er das eben ertragen.
      Ich nutzte seine Verwirrung über meine Tat aus und führte ihn schnell in den Stall. Schwer atmend und klatschnass schloss ich das Stalltor und begann dann die Pferdeäpfel und das nasse Stroh aus den Boxen zu entfernen.
      Als ich auch damit endlich fertig war, bekam jedes Pferd einen großen Arm Heu in seine Box - Fantasia und Classic Moment teilten sich eine Box- und begann dann das Kraftfutter abzumessen, während meine Schätze sich schonmal über ihr Heu hermachten.
      Während ich die Eimer verteilte herrschte wie immer ein rießen Getöse im Stall. Jeder wollte natürlich der erste sein.
      Als ich mit der Fütterung fertig war und die Stallgasse gekehrt hatte, ging ich nocheinmal bei jedem meiner Pferde vorbei und kraulte es. Dabei ertönte immer wieder ein leises 'plitsch, platsch' aus dem hinteren Teil des Stalls. Das Dach war schon länger undicht, noch ein Grund weshalb ich es eilig hatte, mir eine neue bleibe zu suchen, eine Reperatur war ja unsinnig, wenn wir sowieso bald nicht mehr hier waren.
      Gähnend löschte ich das Licht und ging so schnell es ging zurück ins Haus. Der Hagel war mittlerweile zu dicken, weißen SChneeflocken geworden und ich dachte das erste mal daran, dass in nur vier Tagen bereits Weihnachten war...
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Showpferde
    Hochgeladen von:
    Sammy
    Datum:
    30 Juni 2013
    Klicks:
    1.216
    Kommentare:
    43
  • Cuchara
    --------------------------------------------------

    [span.: 'Löffel']
    Spitzname: Cookie


    --------------------------------------------------

    ~ Abstammung ~
    Von:
    Fireball
    V: Pinball
    M: Firefly

    Aus der: Spoon
    V: Dream Boy
    M: Spanish Sun


    --------------------------------------------------

    Rasse: Andalusier
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 24. Juni 2004
    Stockmaß: 1.58m
    Fellfarbe: Rotschimmel
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: ///

    --------------------------------------------------

    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Cuchara ist eine Andalusierstute mit feuer im Blut. Sie ist sehr anspruchsvoll und schwer zu Reiten. Sie hat besonders viel Talent in der Dressur und zeigt schöne taktvolle Gänge. Springen kann sie nicht sehr hoch, jedoch sollten E-A Hindernisse kein Problem für sie dastellen. Sie ist sehr mutig und stürzt sich gerne auf neue Aufgaben, solange sie angenehm für sie sind. Sobald ihr etwas nicht gefällt kann es etwas dauern bis Cuchara mitspielt. Sie benötigt einen sehr Erfahrenen, konsequenten aber dennoch feinfühligen Reiter. Dann ist Cuchara ein Traumpferd.
    Sie ist noch in der Ausbildung.

    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Ivi.Kiwi
    Ersteller: Ivi.Kiwi
    Vkr: Ivi.Kiwi

    --------------------------------------------------

    ~ Qualifikationen ~
    Dressur: S***
    Fahren: S***


    --------------------------------------------------

    ~ Schleifen ~

    Gewinnerin der SK [426] Warm- und Vollblüter
    Gewinner SW 153 - Andalusier

    [​IMG]

    1. Platz beim 182. Fahrturnier für Vierspänner
    1. Platz beim 187. Fahrturnier
    2. Platz beim 273. Dressurturnier
    1. Platz beim 204. Fahrturnier
    2. Platz beim 286. Dressurturnier
    1. Platz beim 208. Fahrturnier
    3. Platz beim 292. Dressurturnier
    3. Platz beim 212. Fahrturnier

    --------------------------------------------------

    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: nein
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///