Eddi

Cover The Sun ♛

Trakehner ♂ Hengst

Cover The Sun ♛
Eddi, 25 Juni 2016
Bracelet gefällt das.
    • Eddi
      [​IMG]
      Wiedersehen
      07. Juni 2015
      Wenn Nasty Past Pferde verkaufte, konnte man sich zu 80% sicher sein, dass sie innerhalb der nächsten zwei Monate zu einem zurückkehren würden. Das hieß, dass gerade einmal 20% der Pferde einen neuen Platz fanden, bei dem sie ein Weilchen bleiben durften. Cual Maniaca gehörte zu den 80% und war einer der Gründe, weshalb ich tagtäglich durchs Netz schnorchelte und alle neuen Verkaufsanzeigen abarbeitete. Und leider wurde ich dann auch fündig, ihre Besitzerin gab die Stute wegen Zuchtumstellung/Verkleinerung/Platzmangel wieder ab.
      Da zögerte ich nicht sonderlich lange, rief an, erklärte kurz wer ich war und hatte binnen kurzer Zeit den telefonischen Handschlag, dass Cual Maniaca mir gehörte. Der Abschied von der hübschen Achal Tekkiner Stute war mir sehr schwer gefallen, dementsprechend sah ich das Ganze positiv, denn ich freute mich richtig, sie wieder willkommen zu heißen. Auf der Ranch klärte ich Kaufvertrag und Kaufpreis ab und eine halbe Stunde später stand Cual Maniaca in meinem Hänger und wir machten uns auf den Heimweg.
      Zu Hause wartete auf sie eine große Weide. Da sie viele Stuten bereits kannte, gliederte ich sie direkt ein. Besonders Deep Silent Complete nahm ihre alte Freundin herzlich auf und beschützte sie auch vor den zu neugierigen Stuten, so dass Manni direkt zu Hause war. Während ich zufrieden die Stuten betrachtete, ereilte mich ein Anruf aus England, von Occulta.
      "Hast du noch Interesse an meinem Sunnyboy? Musste ihn kürzlich zurückholen, aber eigentlich habe ich keinen Platz für ihn", erklärte sie knapp und ich wusste sofort um wen es ging, deshalb sagte ich zu. "Perfekt, er ist schon auf den Weg zu dir", meinte sie grinsend und legte auf. Etwas verwirrt hielt ich inne, nun wurden einem schon die Pferde ungefragt "zugeschickt".
      Tatsächlich klingelte kurz darauf mein Handy erneut. Der mitreisende Pfleger von Cover the Sun erklärte, dass sie in zwei Stunden auf der Ranch eintreffen würden. Grinsend dachte ich an Occulta, sie scheute wirklich keine Mühen für ihre Lieblinge. Und so machte ich mich direkt daran, zwei frische Boxen für den Hengst vorzubereiten und Pajero von der Weide zu holen. Er war der Chef der Hengstherde und sobald er sich mit Sunny verstand, würde auch die Eingliederung keine Probleme mehr machen.
      7 Juni 2015 BearbeitenLöschenMelden
    • Eddi
      [​IMG]
      Dressur E auf A
      30. Juni 2015 - von Samarti
      Zu guter Letzt hatte ich von Eddis Pferden nur noch die Lewitzerstute Donatella und den Trakehnerhengst Cover the Sun bei mir stehen, welche ich beide noch in der Dressur trainieren wollte.
      Bei Donatella war es die Aufstufung von A zu L, Cover the Sun sollte erst einmal auf das A-Niveau gebracht werden.

      Irgendwie hatte ich Matthew überreden können, mir beim Training unter die Arme zu greifen, auch wenn es mir nach dem Vorfall mehr als unangenehm gewesen war. Ich hatte ihm beim Fragen nicht mal in die Augen sehen können, aber wenn man nun mal zwei Pferde und die eigenen im Training hatte, war man froh über jede Arbeit, die man dir abnahm. Und Gwen stand momentan sowieso genug unter Stress – niemand wusste so genau, wo die sich schon wieder rumtrieb. Auf unseren Höfen traf man sie in der letzten Zeit selten an und auch auf ihrer kleinen Ranch suchte man sie oftmals vergeblich. Umso überraschender war es dann, als Elena mir erzählte, dass wohl auch Colin ab und zu einfach unauffindbar war. Vielleicht war es auch weniger überraschend, sondern viel mehr sehr vorhersehbar, aber nach ihrem Tequila-Trinkwettbewerb war es kein Wunder, dass die beiden sich nun so super verstanden.

      Wir stiegen bei beiden dennoch sehr langsam ins Training ein, um uns an die neuen Pferde zu gewöhnen. Während Matthew sich um das Training vom „Sunnyboy“, wie Eddi ihn am Telefon genannt hatte, kümmerte, saß ich auf dem Rücken der kleinen Lewitzerstute und machte mich daran, ihr den Speck abzutrainieren, den sie sich anscheinend mit Freude angefressen hatte. Auf jeden Fall sah ihr kleines Weidebäuchlein sehr stark danach aus.
      Bei beiden Pferden stellten die Hufschlagfiguren kein Problem dar, auch für Cover the Sun waren die geforderten Gangarten anscheinend nichts Neues. Nur Donatella musste man erst einmal vom versammelten Trab und dem Galopp im versammelten Tempo überzeugen, so ganz begeistert war sie davon dann doch noch nicht.
      Irgendwann hatten wir das aber doch hingekriegt und gemeinsam mit Gwen widmete ich mich dann den Lektionen, die Donatella erlernen musste. Dies beinhaltete den Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung. Für letztes legten wir zwei Stangen im rechten Winkel zueinander auf den Boden, ritten mit Donatella hinein und sie sollte sich dann um ihr inneres Hinterbein drehen, was sie nach einigen Wiederholungen dann fließend schaffte.
      Cover the Sun hatte lediglich das Viereck verkleinern und vergrößern und den einfachen Galoppwechsel uuund das Zügel aus der Hand kauen lassen uuuuuuund das Rückwärtsrichten zu erlernen. Klang nach einer Menge Arbeit, was? – War es aber letztendlich gar nicht unbedingt. Immer wieder bewies der Hengst, dass er ziemlich lernfreudig war und jede Menge Spaß an der Arbeit fand – solange man Übungen nicht zu lange wiederholte. Teilweise reichten ihm drei Wiederholungen und es wurde ihm zu eintönig, sodass wir bei ihm unbedingt immer mal wieder Abwechslung einbringen mussten; das war uns aber herzlich willkommen und stieß keinesfalls auf Ablehnung.

      Irgendwann war meine Arbeit für den Juni dann getan, Eddis Pferde alle trainiert (Donatella hatte ein gesundes L-Niveau in der Dressur erreicht; Cover the Sun war in der Disziplin nun A-fertig) und sie warteten wahrscheinlich genau in diesem Augenblick darauf, endlich in ihren Flieger nach Amerika verladen zu werden. Die freuten sich wahrscheinlich genauso wie ich, dass die Arbeit nun getan war und wir erst einmal eine Weile entspannen konnten, bis man sich wieder voll in die Arbeit stürzen musste.
    • Eddi
      [​IMG]
      Sommergewitter
      28. Juli 2015
      Es war mal wieder schön, ausschlafen zu können und nicht wegen der Hitze schon so früh am Morgen draußen rumturnen zu müssen. Momentan zogen die Sommergewitter nur so über Wyoming und dementsprechend runtergekühlt war es nun auch, man konnte eigentlich schon wieder lange Sachen anziehen, beziehungsweise sollte es sogar, denn wenn man so stur blieb wie ich, sah man auch so aus wie ich diesen Morgen: blass und total verschnupft.
      Seufzend entschwand ich ins Bad um mich dort zumindest einigermaßen ansehnlich zu machen. Draußen war der Himmel grau, aber es regnete wenigstens nicht, also würde ich zumindest nicht noch einmal vollkommen nass werden. Unten in der Küche war auch bereits Kat unterwegs und bot mir direkt ein Glas Wasser und ein Aspirin an. „Danke“, murmelte ich knapp, schluckte die Tablette und frühstückte dann. Zumindest das, was ich herunterbekam.
      Trotz Erkältung musste die Pferde bewegt werden und besonders die Zuchtanwärter. Eine unerwartete Pause im Training von meinen Vierbeinern konnte ich mir schlichtweg nicht leisten. Also schlüpfte ich nach der Fütterung in meine Reitsachen und es ging direkt los. Wie dankbar ich war, den Stall nicht als reinen Stall gelassen zu haben, sondern aus ihm zumindest eine kleinere Halle zu machen. Bei dem regnerischen Wetter würde ich heute öfter dorthin ausweichen müssen.
      Erst einmal wollte ich die Körungskandidaten abarbeiten, denn diese hatten momentan schlichtweg Vorrang. Deshalb holte ich mir Classic Gold aus der Box, band sie direkt davor an und nahm ihr die Stalldecke ab. Classic Gold war das typische Vollblut, nicht nur einen typischen Namen hatte sie, nein, sie sah auch ziemlich genau so aus, wie sich jeder ein Vollblut vorstellte. Nur, dass sie nicht mehr sonderlich oft auf der Rennbahn zugegen war. Eine sehr gute Karriere hatte sie da dennoch hingelegt, aber wir widmeten uns inzwischen bevorzugt der Distanz und als erfrischende Abwechslung dazu auch dem Geländereiten.
      Für ein Vollblut war Classic Gold sehr ruhig und entspannt und auch heute ließ sie sich wunderbar von mir longieren. Wir waren inzwischen auf M-Niveau was die Distanz betraf, dementsprechende Ausdauer besaß die Stute auch. Ebenso strotzte sie nur so vor Muskeln und war eigentlich so gut wie bereit für die Krönung. Wir hatten sogar schon eine rausgesucht und gemeldet, nur hinfahren mussten wir noch.
      Nach der lockeren Trainingseinheit deckte ich Classic ein und führte sie noch zum Abtrocknen eine Runde über den Hof. Classic war bei dem Wetter genauso empfindlich wie ich und deshalb ging ich lieber auf Nummer sicher. Außerdem bekam sie wieder ihre Stalldecke drauf und dann ging es zurück in die Box. Eigentlich Ironie, wenn man sein Pferd Ende Juli eindecken musste, aber was solls. Ich war ja das beste Beispiel dafür, was passierte, wenn man es ignorierte.
      Nach Classic Gold war die zweite Krönungskandidatin an der Reihe. CH’s Sun is Shining hatte sich inzwischen gut bei uns eingelebt und war auch momentan im Training. Dass sah man der jungen Araberstute an und wie immer war sie ein wenig aufgeregt, als ich sie von der Weide in den Stall holte und sie fertig machte. Da sie demnächst noch zum Trainer kommen würde, wollte ich sie nur locker vorwärts-abwärts reiten und es dann für heute dabei belassen.
      Sunny lief sehr fleißig vorwärts und es war immer ein pures Vergnügen die Stute zu reiten, ehrlich. So war auch dieser Ritt wieder sehr angenehm und ich konnte das Training zufrieden beenden. Nachdem Sunny versorgt war, holte ich Hollybrook’s Zarin. Ich liebte den Hengst ja abgöttisch, aber zwischenzeitlich waren wir echt einfach nicht vorwärts gekommen. Es hatte kein vor und kein zurück gegeben, schrecklich.
      Seit kurzem trainierte ich nun wieder mit ihm und ritt ihn auch regelmäßig auf Turnieren. Der Witz war, der Hengst liebte das Fahren. Davon war ich nun gar kein Fan, aber Zarin zu liebe hatte ich mein Wissen erneut aufgefrischt und motiviert zeigte sich der Hengst nun auch vor der Kutsche. Ich hoffte ja inständig, dass ich mit diesem Argument Elisa überzeugen könnte, den Hengst auch zu trainieren, sie mochte das Fahren doch genauso sehr wie er.
      Heute longierten wir aber nur, denn sowohl fürs Reiten als auch fürs Fahren waren starke Rückenmuskeln wichtig und da fehlte es Zarin gerne mal noch. Also mussten wir das aufarbeiten. Zarin machte fleißig mit und während er so seine Runden um mich drehte, musste ich daran denken, wie er als kleines Fohlen noch mit der Mama über die Weide getrippelt war. Zu süß!
      Nach Zarin schwang ich mich in den Sattel von Leitz. Zuvor hatte ich draußen auf dem Platz eine gute halbe Stunde damit verbracht, einen Springparcours aufzubauen. Keine spaßige Sache. Leitz war wie immer motiviert, beinahe zu motiviert und ich hatte ab und an zu tun, den großen Holsteiner wirklich unter Kontrolle zu haben. Aber ihm machte es Spaß und so arbeiten wir eben auch an unseren Problemchen. Damit ich den Parcours nicht nur für ein Pferd aufgebaut hatte, schwang ich mich fast direkt von einem Palomino auf den nächsten. Kat hatte angeboten, Leitz zu versorgen und so hatte ich mir direkt Allelujah geschnappt.
      Der aufmüpfige Kerl konnte ruhig mal wieder arbeiten. Da hatte ich mir von Elisa auch einen Chaoten andrehen lassen. Allelujah hatte sich inzwischen echt gebessert, aber manches Mal war er einfach noch anstrengend und genauso schrecklich wie am Anfang seiner Tage. Da seine größte Leidenschaft das Springen war, arbeitete er heute auch wunderbar mit und ich konnte mich wirklich nicht beklagen. Motiviert nahm er die Hindernisse, blieb dabei aber dennoch bei mir und reagierte sensibel auf meine Hilfen. Als Belohnungen gingen wir dann noch eine kleine Runde im Schritt ins Gelände, ehe er zurück auf die Weide durfte.
      Eigentlich war ich mit meiner Erkältung jetzt schon an meinen Grenzen, aber ich hatte nicht einmal die Hälfte der Pferde geschafft. Nachdem mich Laurel, die Reitbeteiligung von Lila Wolken, beinahe ewig angebettelt hatte, hatte sie es nun tatsächlich geschafft, dass wir mit den beiden Isländern zu einem Kurs fürs Gangreiten fahren würden. Laurel auf Lila Wolken und ich auf Hákur. Ganz so überzeugt war ich von der Idee ja noch nicht wirklich, aber als Besitzerin von inzwischen vier Isländern blieb mir nicht sonderlich viel übrig.
      Deshalb hatten Laurel und ich uns für heute auch zum Training verabredet. Motiviert sattelte das junge Mädchen die Scheckstute, während ich mir meinen hübschen Falben fertig machte. Gemeinsam wärmten wir die beiden dann auf und schon ging es los. Lila Wolken und Laurel waren ein klasse Team und was die da teilweise auf der Bahn zeigten, war beeindruckend! Da konnten Hákur und ich noch nicht wirklich mithalten, aber gut, irgendwie würden wir das auch noch hinbekommen, da war ich mir sicher. Zum Glück war Hákur heute auch nicht allzu motiviert, so dass ich heimlich einiges auf ihn schob.
      Nachdem die Isländer geschafft waren, fragte Laurel, ob sie mir noch helfen könnte. Ich grinste sie fröhlich an. „Wenn du genügend Lust und Zeit hast, hier gibt es noch genug zu tun“, meinte ich lachend und sie nickte begeistert. Sicherlich würde ich eine RB nicht auf alle meine Pferde lassen, aber Laurel war talentiert und vor allem verantwortungsbewusst. Bei ihr waren Pferde wirklich gut aufgehoben, aber den Ruf hatte sie sich natürlich auch erst einmal erarbeiten müssen. Nun sammelte sie dafür aber auch das Lob und den Lohn.
      „Du kannst gerne Morning Sun reiten und danach noch Animby longieren“, meinte ich und schon war Laurel verschwunden, auch nicht schlecht, wenn man eine Aushilfe hatte, zwei Pferde weniger. Ich machte mir stattdessen Ice Coffee fertig. Seit neustem plante ich, auch die Paint Stute langsam in Richtung Körung zu bekommen, sie wäre das ideale Gegenstück zu Twist und das wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Außerdem baute Jani sich im Moment wieder eine aktive Westernzucht auf und als Leihpferde gab ich meine Vierbeiner dort nur zu gerne hin.
      Nach der Westernstute ritt ich auch noch Dr. Insektor. Mit ihm war es das gleiche Spiel wie mit Zarin, momentan kamen wir einfach nicht voran. Aber ich hoffte einfach, dass der Hengst nur Zeit brauchte und dann würde das klappen. Stattdessen machte ich dann noch ein wenig Bodenarbeit mit Schneeleopard und ging eine Runde mit Absinth spazieren. Beide Hengste waren motiviert mit dabei und dementsprechend klappte auch alles gut. Als nächstes beschäftigte ich mich mit Feuervogel. Wir ritten heute nur ein wenig ohne Sattel in der Halle, denn so wirklich Lust hatte ich nicht mehr und Feuervogel hatte sich sowieso ein Päuschen verdient. Grinsend musste ich immer an Elisa denken, wenn ich ihn ritt.
      Danach lud ich Laurel noch zu einem Ausritt ein. Für den setzte ich sie auf Sika und ich machte mir Cual Maniaca fertig. Wir erfrischten eine lange Trockenphase zwischen den Regengüssen und konnten den Ausritt sogar richtig genießen. Zu guter Letzt versorgten wir die beiden Pferde und ich musste nur noch zwei Chaoten bewegen, dann hätte auch ich es endlich geschafft.
      Scheherazade longierte ich heute nur und Cover the Sun ritt ich dressurmäßig, der junge Hengst sollte auch langsam ins Training. Ich war mir aber sicher, dass er das mit Bravour schaffen würde. Zufrieden versorgte ich auch noch ihn und dann gönnte ich mir eine heiße Dusche, um mich danach in eine Decke auf dem Sofa einzumümmeln.
    • Eddi
      [​IMG]
      Dressur A auf L
      29. Juli 2015 - von Gwen
      Eigentlich war ich schon völlig fertig mit den Nerven (und das verdankte ich vor allem dem Fanclub), aber ganz geschafft war meine Auftragsliste immer noch nicht. Während ich nun zufrieden sechs Pferde hintereinander durchstrich – ja, die standen noch voll altmodisch in meinem Notizbuch –, blieben noch zwei Pferde übrig. Ich verkniff mir ein genervtes Aufstöhnen und fragte Eddi stattdessen per Anruf, ob sie die beiden Sunnys direkt zusammen bringen könnte, umso schneller war ich mit den beiden fertig.
      „Sunnys“ passte gut, denn es handelte sich um Morning Sun und Cover the Sun. Trotz des gleichen Spitznamens, waren beide wirklich sehr unterschiedlich, schon allein, was die Größe betraf. Morning Sun war eine Reitponystute und entstammte sogar Elisas Zucht! Und Cover the Sun war ein großer Trakehner, dessen Abstammung auch nicht zu verachten war, aber das interessierte mich als Trainerin nicht sonderlich. Stattdessen wollte ich lieber wissen, was die beiden mitbrachten.
      Beide waren in der Dressur A-fertig und das verdankten sie Elisa. Perfekt. Die beiden waren schon bei WHT in der Datenbank, also hatte ich alle Informationen, welche ich benötigte, denn die hatte Elisa bereits letzten Monat von beiden Sunnys gesammelt.
      Schon früh am Morgen kamen meine beiden Gäste aus Wyoming an. Ein wenig aufgeregt waren sie, aber das legte sich, nachdem sie jeweils ihre eigene Weide bezogen hatten. Den heutigen Tag würde ich für das Kennenlernen verbrauchen. Das hieß in Ruhe putzen, eine Runde spazieren gehen und mich dann mal auf den Rücken des jeweiligen Pferdes schwingen und schauen, was denn alles so da war und was sie schon konnten, immerhin war Eddi im letzten Monat sicherlich auch nicht untätig gewesen, was das inoffizielle Training der beiden betraf.
      Elisa und Eddi hatten gute Vorarbeit geleistet und so waren beide Pferde sehr angenehm zu reiten. Beide waren sehr lernbegeistert, aber ihnen wurde auch genauso langweilig, also hieß es, dass Training möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Dazu gehörte auch, dass ich mal Morning Sun am Morgen ritt und Cover the Sun am Nachmittag und mal andersrum.
      Auch Spaziergänge, Longieren und Bodenarbeit baute ich ein, damit ich auch ein wenig von unten feilen konnte. So wurde die Arbeit vom Sattel aus wesentlich einfacher und wir würden nicht so viel wiederholen müssen, was besonders für den Trakehnerhengst wahres Gift war.
      In den ersten Stunden erarbeitete ich mit den beiden jeweils den versammelten Trab und den versammelten Galopp. Da Cover the Sun schon etwas weiter war, machte ich mit ihm auch noch den Außengalopp. Was ich von ihm wollte, verstand er wirklich schnell und so gelang uns der Außengalopp auch bereits auf dem Zirkel.
      Morning Sun holte schnell wieder auf und in der zweiten Trainingseinheit waren beiden wieder gleichauf und es ging nun an die Kehrtwendung auf der Hinterhand und die Kurzkehrt. Die beiden Pferde, so unterschiedlich sie auch waren, verstanden echt schnell, was ich von ihnen verlangte und wir kamen gut voran.
      Probleme bereitete Morning Sun hingegen der einfache Galoppwechsel. Stück für Stück wollte ich die Stute an die Lektion heranführen, doch immer kurz vor dem Klick, setzte es anscheinend bei ihr aus. Cover the Sun hingegen kannte die Grundidee bereits und setzte diese auch sehr gut um, so dass ich mit ihm nur noch die Bahnfiguren einer A-Dressur zu trainieren hatte, nämlich die Acht-Meter-Volte und die Schlangenlinien.
      Während ich bei Cover the Sun dann bereits an der Verfeinerung der Lektionen „saß“, erarbeitete ich mir mit der Reitponystute noch den Galoppwechsel. Am Ende einer Trainingseinheit machte es aber Klick und ab da konnte sie es und das nicht einmal schlecht. Sie machte wirklich traumhaft mit und Elisa war stolz auf ihre Nachzucht. „Sie entstammt eindeutig der Elite der Deutschen Reitponys!“, meinte sie stolz und lobte Morning Sun ausgiebig wie eine Mama ihr kleines Kind, was gerade zum ersten Mal ein Stück gelaufen war.
      Aber wenigsten hatte ich nun beide Pferde L-fertig. Cover the Sun und Morning Sun würden nun wieder zurück nach Wyoming kehren dürfen, zurück zu Eddi. Die rief ich auch diesen Abend direkt noch an und so vereinbarten wir die Heimfahrt für morgen früh. Also konnte ich die Sachen der beiden Pferde noch in Ruhe ausfüllen, ehe sie aufbrechen würden.
    • Eddi
      [​IMG]
      Dressur L auf M
      19. August 2015 - von AliciaFarina
      Heute führte mich mein Weg wieder nach Wyoming, Eddi hatte mich darum gebeten ihren Trakehner Hengst Cover the Sun auszubilden. Der junge Hengst ist ein Musterschüler, aber er wiederholte nicht gerne Lektionen. Am Nachmittag des Tages meiner Ankunft holte ich den jungen Hengst von der Weide, schnell putzte ich ihn. Dann sattelte ich ihn auf, bereitwillig nahm er die Trense, da ich nicht wusste ob er bereits das Reiten mit einer Kandarre kennt, trotzdem trenste ich ich ihn damit, je schneller er es kennen lernte desto besser. Ich führte ihn in die Reithalle, dort angekommen dehnte ich seine Vorderbeine nachdem ich ihn warmgeführt hatte, dann stieg ich auf. Im Schritt ritt ich ihn quer durch die Halle, dann ritt ich ihn in allen Gangarten warm. Sunndy trabte schwungvoll unter mir, nach und nach nahm ich den Zügel auf und Sunny reagierte fein auf alle Hilfen. Obwohl ich bemerkte das er es doof fand die Lektionen der L Dressur zu wiederholen, aber ich tat es und er war wirklich ein Musterschüler er versuchte mir alles Recht zu machen und nahm mir einige Lektionen vor weg, deshalb ritt ich es erneut, Sunny zickte und bockte, ich wiederholte es so lange bis er aufhörte damit. Am Ende meiner ersten Reiteinheit hatte er verstanden das er bei mir nicht damit durch kam.

      In der nächsten Einheit ging ich einen Schritt weiter und trainierte die zusätzlichen Gangarten starker Schritt, starker Trab und starker Galopp. Sunny zeigte viel Freude daran sich zu präsentieren. Aus dem Galopp heraus hielt ich an, Sunny stoppte und hielt an, die Last auf allen vier Beinen. Ich lobte ihn, als ich es erneut probierte stellte er sich nicht genau auf alle vier Beine und ich korrigierte es. Die Lektionen wie Schulterherein, Traversale, Travers und Überstreichen im Galopp waren für Sunny ein leichtes. Die Schlangenlinien entlang der Mittellinie in 3 Bögen im Trab meisterte Sunny spielend. Damit hörte ich für heute auf, Sunny kam wieder auf die Weide und ich freute mich auf unsere nächste Reiteinheit.

      Am nächsten Tag trainierte ich mit ihm den fliegenden Galoppwechsel, ich ließ ihn auf dem Zirkel galoppieren, kurz vor X parierte ich ihn in den Schritt durch stellte ihn um und galoppierte wieder auf der anderen Hand an. Nach und nach verkürzte ich den Abstand, Sunny verstand schnell was ich von ihm wollte, er sprang um und ich lobte ihn. Das wiederholte ich mehrmals, als es jedes Mal klappte ritt ich zu Eddi und demonstrierte ihr Sunnys neu gelerntes. Ich war unglaublich Stolz auf meinen Meisterschüler, Eddi war happy dass ich ihn so schnell ausgebildet hatte und ich freute mich schon auf meinen nächsten Auftrag bei Eddi.
    • Eddi
      [​IMG]
      Tierarztpraxis zum Gestüt Federsee
      20. August 2015 - von Eowin
      Zugegeben – etwas nervös war ich schon, als ich nach langer Pause wieder meine Arbeit auf nahm und als erstes direkt ein Pferd bei einer anderen Tierärztin zu behandeln hatte.
      Also schluckte ich schwer, als ich das Auto diagonal vor dem Stall parkte, den Motor abstellte und den Sicherheitsgurt löste.
      Doch Eddy begrüßte mich sehr freundlich und erklärte geduldig, welche Eigenarten der Hengst, den ich behandeln sollte, so hatte.
      Es handelte sich um den Trakehner Cover the Sun, der noch jung war, aber insgesamt ein netter Kerl zu sein versprach.
      Ich hörte mir alles geduldig an, dann trat ich in die Stallgasse und sah den Hengst – und war für einen Augenblick geflashed. Für seine just drei Jahre war der Hengst schon unfassbar riesig und wuchtig. Mit wachen Augen fixierte er mich und starrte mich schlau an.
      Langsam trat ich auf ihn zu und strich zur Begrüßung sachte über die Flecken seines Fells.
      Dann begann ich mit noch immer routinierter Bewegung mit der Standartuntersuchung an.
      Ich kontrollierte die Schleimhäute, sah mir Augen und Ohren genau an, tastete die Muskulatur und Gelenke ab, schaute auch nach den Hufen und ob diese schmerzempfindlich waren. Dann tastete ich nach dem Puls und kontrollierte die Lymphknoten, bevor ich sachte über den Rücken strich und mir die Hinterhand genauer ansah. Ebenso kontrollierte ich die Geschlechtsteile.
      Anschließend hörte ich Herz und Lunge ab und konnte das Ok geben, dass Cover the Sun vollkommen gesund war.
      Von daher konnte ich ihn nun entwurmen und impfen.
      Ich wählte eine Wurmkur mit Pyrantelembonat, welche ich dem Hengst rasch ins Maul drückte. Er klappte unwillig die Ohren zur Seite, kaute unruhig und schaute mich nicht sonderlich begeistert an, aber es blieb alles drin, obgleich seine Lippe nun etwas gelblich war, da die Paste diese Farbe hatte und recht hartnäckig an wirklich allem festklebte.
      Anschließend zog ich die Impfungen auf. Er bekam einen Kombiimpfstoff mit Tetanus und Influenza und gesondert eine weitere gegen den equinen Herpesvirus.
      Mittels Alkoholtupfer desinfizierte ich eine Stelle am Hals des Hengstes und injizierte das Zeug, während er mich mehr als misstrauisch anblickte. Bei der ersten Spritze zuckte er zusammen, bei der zweiten quietschte er laut auf und machte seinen Unwillen deutlich, indem er mit dem linken Vorderhuf kräftig aufstampfte – just wenige Zentimeter neben meinem Fuß.
      „So, Großer, fertig!“, versicherte ich ihm und klopfte ihm den Hals.
      Dann verabschiedete ich mich von ihm und Eddi und machte mich wieder auf den Weg nach Hause, froh, dass es doch so gut geklappt hatte.
    • Eddi
      [​IMG]
      Alles hat ein Ende
      27. August 2015
      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.
      Der nächste Morgen war von Stress geprägt, denn Kat hatte ein plötzliches Vorstellungsgespräch in New York erhalten und musste deshalb schon eher los. Ich war eigentlich gerade dabei, nach potenziellen Höfen zu schauen, als Ethan ins Haus gestürmt kam und mir wild gestikulierend erklärte, dass der Zaun der Jungpferde ein Leck zu haben schien und die Hälfte davon im Nirgendwo war. Toll.
      Also schnell anziehen und los auf die Suche. Vorher machte ich aber eine Bestandsaufnahme von den Verbliebenen und sperrte das doch beachtlich große Loch im Zaun ab. Da waren noch circa 8 Fohlen. Ich konnte Sibiria entdecken, Caruso, Paddington, Outlaw Torn, Dead Memories, Hollybrook’s Tiny Girl, Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird. Also fehlten eindeutig noch genug.
      Als erstes entdeckte ich mitten im Wald Prazzys Goldbell. Der wollte sich natürlich gar nicht einfangen lassen und kam nur zu mir, weil Shawnée wiehernd und im Eiltempo auf mich zugetrabt kam. Ethan hatte auch Glück und erwischte Dead Memories und Never look back. „Puh. Wäre der was passiert, wäre ich dran gewesen!“, meinte ich lachend und musste an Elisa denken.
      Es fehlten noch Mellow Billow und Mon petit écrou. Die beiden Stuten waren aber gar nicht so weit gekommen wie gedacht und ich hatte auch beim Einfangen Glück. Auf dem Heimweg mit beiden lief uns noch Cruel Twist of Fate über den Weg. Und wieder an der Weide entdeckte ich Ethan mit Unitato und Abendprinz. Nun fehlten ja nur noch…ach ne!
      Da hatte ich noch einmal Glück gehabt, denn Herbstmond lief noch bei ihrer Mama mit und Acariya hatte ich auch mit zu den Welshponys gepackt. Um Sacre Fleur brauchte ich mir momentan keine Gedanken machen, die verweilte noch bei ihrer Mama bei kira, wobei sie auch langsam abgesetzt werden müsste…
      Ein letztes Mal zählte ich durch um zu kontrollieren, ob wirklich jeder da war, dann konnte ich mich zufrieden der Tagesordnung widmen.
    • Eddi
      [​IMG]
      Dressur M auf S
      05. September 2015 - von Gwen
      Wie so oft in letzter Zeit sollte es heute für mich mal wieder nach Wyoming gehen, denn ich hatte Eddi versprochen, ihr bei ihrem Trakehnerhengst Cover the Sun zu helfen, was das Training betraf.
      Vielleicht würde das auch schon mein letzter Besuch bei dem Hengst sein, denn am Telefon hatte Eddi durchschimmern lassen, dass der Hengst demnächst an einer Körung teilnehmen würde. Und wenn er diese schaffte, brauchte er meine Hilfe schließlich nicht mehr.
      Doch erst einmal musste ich ankommen und das gestaltete sich heute schwieriger als gedacht. Mein Flug hatte Verspätung und dementsprechend konnte Eddi mich auch nicht am Flughafen abholen, sondern ich musste mir ein Taxi suchen und das war dort gar nicht so einfach.
      Ich hatte schon um zehn Uhr morgens bei Eddi sein wollen, aber inzwischen war es fast vierzehn Uhr. Gut gemacht. Seufzend lud ich meine Taschen in den Kofferraum und dann ging es los. Nachmittags war ich dann endlich auf der Ranch.
      Da der Taxifahrer sich aber weigerte, den verstaubten Weg entlang zu fahren, musste ich von der Einfahrt vorne nach unten laufen. Mit meinen Taschen. Ich war so dreist und zahlte ihm dafür auch weniger, immer hatte er mich nicht an mein Ziel gebracht. Das nahm er wiederum grummelnd zur Kenntnis und verschwand.
      Ich schleppte mich nun gefühlt zu Tode und war dankbar als ich endlich an der Veranda ankam. Dementsprechend ließ ich mich dort auch erst einmal auf den Boden sinken, denn ich war fertig mit den Nerven.
      Ein paar Sekunden später ging die Tür hinter mir auf und Eddi begrüßte mich mit einem herzlichen „Hallo!“ und reichte mir kurz die Hand. Dann zeigte sie mir mein Gästezimmer und lud mich zu einem Nachmittagsbrunch ein, den ich dankend annahm.
      Danach ging es für mich auch schon in den Stall. Aus dem Grunde zog ich mich um und dann ließ ich mir auch schon Cover the Sun von der Weide holen (ich hätte ihn auf dem riesigen Gelände wohl nie gefunden).
      Geputzt und Gesattelt verließen wir wenig später den Stall und wanderten Richtung Reitplatz. Es war ein herrlicher Herbsttag, welcher von blauen Himmel und Sonnenschein begleitet wurde. Gut, es gab einige Wolken und es wehte auch ein kühler Wind, aber ansonsten war es wirklich schön!
      Ich ritt Cover the Sun erst einmal warm, ehe ich mir unser heutiges Trainingsziel durch den Kopf gehen ließ. Cover the Sun lief momentan auf M-Niveau in der Dressur, also hätten wir den großen Schritt zur S vor uns. Das würde sich gar nicht so einfach gestalten.
      Der wichtigste Punkt wäre wohl die Kandare. Denn eine S-Dressur wurde immer auf Kandare geritten. Wir würden zwar viel mit Trense trainieren, aber letztendlich musste es dann auch auf Kandare klappen.
      Wenn ich es richtig verstanden hatte, kannte Cover the Sun die Kandare noch nicht, also würde ich einige Trainingseinheiten damit einfach mal einfließen lassen. Was anderes blieb mir eh nicht übrig, wenn er das kennenlernen sollte.
      Heute arbeiteten wir aber erst einmal an den Gangarten und dazu gehörte viel dazu, denn in der S-Dressur wurden eigentlich alle möglichen Sorten von Gangarten abgefragt, ob nun versammelt, verstärkt oder im Arbeitstempo. Die Unterschiede waren dementsprechend fein, aber entscheidend, sowohl in der Hilfegebung als auch in der Ausführung.
      Diese Arbeit würde uns noch lange beschäftigen. Zwar arbeitete Cover the Sun wirklich gut mit, aber auch er brauchte seine Zeit, bis er verstand, was ich von ihm verlangte. Für heute beendete ich die Arbeit dann mit dem Zügel aus der Hand kauen und ritt den Hengst noch ein wenig ab.

      Am nächsten Tag ging es für uns dann aber auch direkt weiter. Am Morgen hatte ich Cover the Sun ein Ründchen mit der Kandare über den Platz geführt und ihn so daran gewöhnt. Jetzt am Nachmittag ritt ich ihn aber vorerst wieder auf Trense.
      Und das Chaos begann: Zuerst übten wir das Halten aus dem Trab. Kein Problem. Halten aus dem Galopp? War auch in Ordnung. Aber der Halt aus der Passage, oho. Da hatte Cover the Sun ein wenig daran zu nagen. Sitzen tat es aber dann auch.
      Traversalverschiebungen im Galopp schienen ja Cover the Suns Steckenpferd zu sein, denn er verstand schnell, was ich wollte und führte es wirklich schick aus. Dann kamen die halben und ganzen Pirouetten im versammelten Galopp.
      Wir arbeiteten uns tageweise vorwärts langsam, denn so etwas kam nicht von hier auf jetzt. Genauso wie die fliegenden Galoppwechsel. Dafür hatte ich Glück bei Piaffe und Passage, denn da schien Cover the Sun wirklich ein geheimes Talent zu haben.
      Die ersten Tage ritten wir nur auf Trense, aber dann kam der Umstieg auf die Kandare. Anfangs für Cover the Sun sehr ungewohnt, schien es ihm doch schnell zu gefallen. Er lehnte die Kandare nicht ab, sondern lief sogar noch einen Ticken besser und ich hatte das Gefühl, meine Hilfen kamen deutlicher an.
      So konnten wir perfekt an den kleinen Verbesserungen arbeiten und nach zwei Wochen war ich mir ziemlich sicher, dass Cover the Sun alles konnte, was er können musste. Dementsprechend unterschrieb ich Eddi das Zertifikat und wünschte ihr ganz viel Glück für die Körung.
    • Eddi
      [​IMG]
      Dressur S auf S*
      04. Oktober 2015 - von Gwen
      Zum Glück hatte ich es das letzte Mal mit dem "Das würde wohl das letzte Training für Cover the Sun sein" nicht so ernst gemeint, denn am ersten Morgen des Oktobers erreichte mich erst eine abgehetzte Elisa und dann ein Anruf von Eddi. Beide wollten mir das Gleiche berichten: Die Körung verschob sich und Cover the Sun könnte theoretisch gut noch ein Training eingeschoben bekommen, ehe es dann endgültig los ging. Das hieß also ein bisschen Stress für alle Seiten und da Elisa als Ausrede ihre etwas größere Reise hatte, konnte ich es leider nicht auf sie abschieben, auch wenn ich es versucht hatte. Momentan neigte ich doch ein wenig zur Faulheit was unsere Berittpferde betraf, aber das würde sich ja nun diesen Monat ändern.
      Eddi befand sich samt Anhang irgendwo zwischen Wyoming und Holland, da sie gerade einen Umzug plante, zumindest klang es so, dementsprechend durfte der junge Trakehnerhengst seine freie Zeit bei uns in Kanada verbringen oder eher: Er tat es schon, bei Elisa, auf Townsend Acres. Dort stand er seit gut einer Woche, bevor ich überhaupt davon erfahren hatte, dass ich ihn trainieren durfte. Diese Weiber hier waren doch unfassbar! Ein was gutes hatte das aber, denn Matthew war den Hengst schon regelmäßig aus Bewegungsgründen geritten und hatte ihn dabei natürlich auch fit gemacht, wäre ja sonst nicht Matthew.
      Wir fingen sowieso sehr hochgestochen an, denn für Sunny bedeutete unser Training der Aufstieg von der S-Klasse in die S*-Klasse. Dementsprechend viel würden wir aber auch nicht mehr machen müssen, sondern uns vor allem auf die Intensivierung und Perfektionierung des bereits Gelernten konzentrieren. Schon das letzte Mal hatten wir viel mit Kandare geübt, bei dem diesmonatigen Training würden wir nur noch auf Kandare reiten. Das machte Sunny aber nicht viel aus. Er war sehr fein im Maul und ich sehr fein an der Hand und das verstand sich in Kombination mit der Kandare äußerst gut. Ich konnte Sunny die Hilfen noch viel besser durchgeben.
      Heute beim ersten gemeinsamen Ritt, musste ich mich erst einmal wieder an den Riesen gewöhnen, kannte ich doch nur meine kleinen Ponys. Auch Sunnys Gänge waren wesentlich anders, aber der Trakehner war einfach traumhaft schön zu reiten. Ein bisschen vernarrt war ich ja in ihn, das musste ich zugeben. Matthew schaute uns heute zu, anscheinend hatte auch er einen kleinen Narren an dem Hengst gefressen, denn er bewertete mich (wie immer) mehr als nur streng. Jeder kleiner Fehler im Winkel meiner Arme wurden sofort laut herausposaunt und ich hatte es bitte sofort zu ändern. Oh je, da wurde selbst die erfahrene Trainerin nochmal zum Schüler.
      Das Training mit Sunny verlief an sich aber problemlos und schnell. Wir arbeiteten täglich an den kleinen Mängeln in den fliegenden Galoppwechseln und Traversalen und nach und nach wurde das besser und Sunny konnte sich immer mehr sehen lassen. Ich arbeitete auch viel mit ihm am Wechsel von Aufrichtung und Dehnung, denn das aufrichten viel ihm durchaus leicht, aber herunterzukommen, sich zu dehnen und trotzdem die Hinterhand aktiv zu nutzen, das vergaß der werte Herr gerne einmal. Nur was das genau der Ausgleich zu den hohen Lektionen und musste auch regelmäßig erarbeitet werden.
      Zwei Wochen brauchten wir, dann rief ich Eddi an, die zufrieden in die Hände klatschte (das konnte ich sogar am Telefon hören). Sie freute sich riesig und würde noch einmal wegen es Abholens anrufen. Dementsprechend sagte ich auch Elisa Bescheid, dass der Hengst noch ein wenig bei ihr stehen würde und dann hatte ich mein erstes Berittpferd auch schon hinter mir.
    • Eddi
      [​IMG]
      Weihnachten
      30. Dezember 2015
      Pünktlich sieben Uhr morgens trällerte mein Wecker „Shake up the happiness, wake up the happiness…“ und versetzte mich zurück in das Gefühl der letzten Tage. Vor kurzem waren wir umgezogen und hatten es Anfang Dezember dann endlich geschafft, dass alle Pferde auf das neue Gestüt zogen und nun stand mir ein Neubeginn vor. Nochmal von vorne, aber es fühlte sich richtig und gut an.
      Seit Tagen verbrachten nun ich und die Pfleger vor allem auch Zeit damit, alles weihnachtlich zu schmücken, denn am 23. Dezember würden wir unsere Weihnachtsfeier haben und bis da waren es nun nur noch knapp vierundzwanzig Stunden, in denen allerhand geschafft werden musste. Die Pferde hatten zwischenzeitlich ein wenig Pause gehabt, denn ich hatte mich erst einmal ordnen müssen.
      Da das Gestüt aber über genügend Weiden verfügte, verbrachten sie ihre freie Zeit eben dort. Da der Winter momentan auch gar kein Winter war, konnten sie auch ungestört über die fast schon zu grünen Wiesen toben und ich musste ein wenig aufpassen, dass sie mir nichts zerstörten, aber so lange es trocken blieb, war alles gut. Tatsächlich war es dieses Jahr wirklich kein Winter. Stattdessen hatten wir täglich um die 15 Grad und Sonnenschein, es war eher wie Frühling.
      Dementsprechend fiel es alle Beteiligten schwer, sich wirklich in ein Winterfeeling zu versetzen, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig, wenn in zwei Tagen Weihnachten sein würde. An sich hatte ich an dem Tag meinem ganzen Personal frei geben wollen, aber sie wollten zumindest bis Mittag noch ihren Dienst verrichten und mich bei der großen Anzahl an Pferden unterstützen. Dafür dankte ich ihnen sehr und am morgigen Abend würde jeder noch eine kleine Überraschung von mir erhalten.
      Doch nun musste ich mich erst einmal aus dem Bett schälen und mich allmählich fertig machen, denn die Pferde warteten schon auf ihr Frühstück und dann wollten sie auch schon hinaus auf die Weide. Bisher hatte ich nicht viel Personal, weshalb ich selbst noch kräftig mit anpackte. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe verteilt bekommen, weshalb sie Pferde schon gefüttert waren, als ich angezogen und gefrühstückt in den Stall trat. Stattdessen ging es nun auf die Weide. Immer mit zwei Pferden verließ ich den Stall und brachte sie auf ihre bestimmte Weide. Um dem Personal einen Leitfaden zu geben, hing zum einen im Stall ein großer Plan und zum anderen stand sowohl an den Boxen als auch an den Weiden, wer wo hingehörte. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Pferde dorthin kamen, wo hin sie sollten.
      Die Fohlen waren heute wieder besonders aufgeregt, für sie konnte es nie schnell genug nach draußen gehen. Besonders Hidden Flyer und Exciting Force waren immer sehr stürmisch. Die beiden Vollblutfohlen waren noch nicht sonderlich lange in meinem Besitz, weshalb ich sie bisher nur schwer einschätzen konnte, aber ich gab mir Mühe und so langsam kam ich dahinter. Zumindest rissen sie sich inzwischen nicht mehr samt Halfter und Strick los, sondern warteten, bis ich diese entfernt hatten.
      Heute sollte ein normaler Alltag anstehen, trotz der Tatsache, dass der 22. Dezember war, hatten wir noch genügend Anmeldungen für unsere heutigen Reitstunden. Eine würde ich halten, die andere würde auf das Konto einer mobilen Reitlehrerin gehen. Doch vorher wollte ich das sonnige Wetter für einen Ausritt nutzen. Leider fand sich spontan kein Mitreiter, weshalb ich entschied, mich selbst auf Deep Silent Complete zu schwingen und Come Whatever May als Handpferd zu nehmen.
      Die beiden Warmblutstuten kannten sich schon lange und kamen sehr gut miteinander aus, es würde also ein ruhiger und entspannter Ausritt werden, so etwas hatte mir gefehlt! Danach konnte ich dann guten Gewissens in den Tag starten. Tatsächlich waren wir auch nur eineinhalb Stunden unterwegs und nachdem beide Stuten gut versorgt wieder auf der Weide standen, erwarteten mich schon die Reitstunden.
      Die erste Reitstunde hatte etwas eher begonnen, da die Reitlehrerin heute Nachmittag noch woanders hin musste. In ihr liefen nur Herbsttraum und Hugo Boss. Beide unter sehr erfahrenen und talentierten Nachwuchsreitern, welche eine wirklich gute Figur auf den Ponys machten und den Unterricht der Reitlehrerin befürwortete ich auch sehr. Meine Reitstunde würde für fünf Reiter sein, es war ausnahmsweise Abteilungsreiten, was ich ungern machte, aber es konnte auch Spaß machen.
      Ich muss ehrlich sein, die Lewitzer setzte ich an liebsten in den Reitstunden ein. Immerhin züchtete ich sie als talentierte Sportponys für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend besaßen sie auch einen ruhigen und rücksichtsvollen Charakter, waren aber denn wirklich talentiert. Das war auch der Grund, weshalb ich für meine Reitstunde Donatella, Elliot, They call her Fiorina, Talya und Carachillo ausgesucht hatte. Schnell waren die Pferde verteilt und die Reiter damit beschäftigt, sie vorzubereiten, denn das musste man bei uns noch alleine machen. Sie hatten dafür gut eine halbe Stunde, je nachdem ob sie eher oder später kamen. Pünktlich um zwölf startete dann meine Reitstunde. Ich ließ sie die Pferde erst einmal aufwärmen und gab den ein oder anderen schon ein paar Tipps. Wir wechselten immer zwischen Abteilungsreiten und freiem Reiten, bei zweiteren nahm ich sie mir auch gerne mal einzeln auf dem Zirkel vor. Es lief wirklich gut, auch wenn ich das Gefühl hatte, danach schon heiser zu sein, aber was tat man nicht für die Jugend!
      Auch das Versorgen der Pferde beobachtete ich aufmerksam und war erst zufrieden, als es sowohl den Pferden als auch der Ausrüstung wirklich gut ging. Einer meiner Reiter schien gerade im Stress zu sein, denn ich fing ihm auf den Hof ab, wo er im fliegenden Wechsel von einem Pferd aufs andere sprang. Gerade kam er mit Scheherazade vom Distanztraining zurück und war nun schon auf halben Weg, um mit Cual Maniaca die nächste Runde anzutreten. Deshalb nahm ich ihm ein wenig Arbeit ab und führte meine braune Araberstute trocken, ehe ich sie noch abbürstete und dann auf die Weide brachte. Scheherazade barg sehr viel Potenzial, doch bisher hatte es sich noch nicht wirklich entfaltet. Leider.
      Da der morgige Tag gefüllt sein würde mit dem Programm unseres Weihnachtsfestes, hatte ich spontan eine Longenstunde doch noch auf heute geschoben. Das Pferd dafür war Kürbis, sie war ideal für die kleine Sechsjährige, welche uns hoffentlich öfters besuchen würde. Gemeinsam machten wir das Pferd fertig. Das Mädchen war sehr wissbegierig und scheute sich auch nicht, direkt nachzufragen. Heute machten wir an der Longe nur leichte Übungen, um ihre Balance und Konzentration zu stärken. Abschließend durfte sie noch ein paar Runden traben, ehe ich sie noch eine Runde um den Hof führte und dann war auch schon Schluss. Ohne Protest ging das zwar auch nicht, aber kommende Woche würde sie ja schon wieder da sein.
      Das Reitschulgeschäft konnte ganz lukrativ sein und ohne würde ich kurz über lang nicht auskommen, wiederum war mir aber das Wohl meiner Pferde wichtig und so basierte mein Prinzip darauf, dass auf jede Reitstunde mindestens zwei Korrekturstunden kamen und ein Pferd nie wirklich öfters als ein bis zweimal in der Woche lief. So dringend nötig hatten wir das Geld dann auch wieder nicht.
      Für den heutigen Nachmittag stand aber noch allerhand an. Ich wollte zumindest auch ein wenig mit helfen und es gab das ein oder andere Pferd, was wirklich nur ich ritt. Das war aus Prinzip Pajero. Den Schecken hatte ich schon, seitdem er ein Fohlen war, weshalb wir eine enge Bindung zueinander hatten. Für heute hatte ich mal wieder ein wenig Geländetraining eingeplant, das liebte er ja abgöttisch und besonders talentiert war er auch.
      Nach Pajero wartete schon mein zweiter Liebling: Thorondor. Jahrelang war ich seine Reitbeteiligung gewesen, dann war er in meinen Besitz gewandert und nun stand der wunderschöne Rappe bei mir im Stall und ging meinem Personal auf den Keks, denn er hatte einen sehr speziellen Charakter. Doch die Freiarbeit machte mit ihm tierisch Spaß und jeder bewunderte den Ausdruck und die Motivation des Pferdes, während wir über den Reitplatz tobten, es war wie immer sehr erleichternd.
      Für den heutigen Tag stand noch ein Springtraining mit Classic Gold an und eine Kutschfahrt mit Little Chocolate Chip. Danach telefonierte ich noch mit Occulta, welche momentan Naimibia als Leihstute für ein Fohlen besaß, schon bald würde meine hübsche Stute zurückkehren, da Occulta gerade dabei war, das Fohlen abzusetzen. Es war ein Traum von Reitpony geworden und wurde schon jetzt (zurecht) bewundert.

      Am kommenden Tag stand die Weihnachtsfeier an. Da diese pünktlich 13 Uhr beginnen sollte hieß es, den restlichen Kram schon vorher fertig zu machen und das war allerhand. Zum einen ritt ich vorher noch Allelujah, denn der hatte sich inzwischen seinen Ruf bei meinen Reitern gemacht und wurde tunlichst gemieden, weshalb ich die einzige war, die ihn vor allem gerne ritt. Danach longierte ich noch meinen Zwerg Hoppla, damit der kleine Kerl über den Winter weg nicht zu kräftig wurde und als letztes ließ ich noch einmal allen Stress von mir abfallen, während ich mit Albertino eine gemütliche Runde ins Gelände ging.
      Und dann ging schon unser Programm los! Beginnen tat das Ganze mit einem Führzügelwettbewerb. Endlich hatten wir eine Beschäftigung für unsere Zwerge gefunden. Werina und Mondscheinsonate liefen auch öfters als Gespann vor der Kutsche, aber Window blieb da immer ein wenig alleine im Nichtstun. Führzügelwettbewerbe und das Training mit den Zwergen machte ihm hingegen riesigen Spaß und unsere kleine Flauschkugel nahm tatsächlich ein wenig ab!
      Occani und Heartbreaker brauchten ein wenig mehr Beschäftigung. Zwar waren beide super kinderlieb und sehr geduldig, aber man sah ihnen doch an, dass es ihnen wesentlich mehr Spaß machte, gefordert zu werden. Sei es nun in der Dressur, im Springen oder im Gelände. Die beiden Welshs waren einfach für alles zu haben.
      Aus diesem Grunde hatten wir angeboten, die ein oder anderen kleinen Reiterinnen darauf vorzubereiten und alle waren wie verrückt gewesen. Es gab natürlich Schleifchen zu gewinnen und für jeden einen Nikolausstiefel mit Leckereien, so dass niemand leer ausging. Das Publikum hatte auch sichtlich Spaß! Danach sollten die Großen zeigen, was sie konnten, denn nun kam eine Hengstquadrille!
      „Bei der Auswahl der Pferde für die Hengstquadrille hatte ich lange mit mir gehapert, denn diese Pferde repräsentierten das Gestüt und sollten auch potenzielle Züchter anlocken. Also hatte ich versucht, so viel wie möglich mit einzubringen: Pawaneeh als Vertreter unserer Vollblüter, Cover the Sun lief als Sportpferd mit, Aristo zeigte die barocke Seite des Gestüts und zu guter hatte ich mich noch für Dissident Aggressor entschieden.
      Ich hatte alles dabei haben wollen und es war mir gelungen! Ich selbst saß auf Dissident Aggressor und jedes Pferd zeigte eine besondere Lektion, so dass Dissi und ich einen Spin zeigten, Aristo die Piaffe, Cover the Sun eine Pirouette und Pawaneeh überzeugte mit seinen Seitengängen. Der Applaus sprach auf jeden Fall für sich!
      Da ich wusste, wie beliebt es bei kleinen Kindern war, boten wir eine Art Ponyreiten an. Es waren immer größere Spaziergänge in das umliegende Gelände, circa eine Viertelstunde, bei welcher die Kinder geführt wurden. Dafür hatte ich Milka Luflee, Hyreygur, Varulv und Cheveyo ausgewählt, allesamt waren Hingucker aber totenbrav und das war das Wichtigste.
      Die Weihnachtsfeier war toll und alle hatten viel Spaß. Gegen 18 Uhr verließen allmählich alle das Gestüt und mit meinen engsten Leuten machte ich noch einen nächtlichen Ausritt bei Vollmond. Gut, nächtlich war übertrieben, aber 19 Uhr war es eben schon stockduster. Wir waren zu viert unterwegs und ritten unsere ruhigen Westernstuten: Kisshimbye, Like Honey and Milk, Ice Coffee und Apache’s Tomahawk. Schöner konnte man es nicht haben. Der Abend endete mit einer Weihnachtsfeier mit einem reichen Büffet und einer Dankesrede samt Geschenken für alle. Dann rückte auch der 24. Schon näher und ich würde allerhand zu tun haben.

      Wirklich viel Zeit hatte ich nicht, ich wollte alles schaffen, aber auch pünktlich 18 Uhr zu Hause sein, das hieß, dass spätestens halb fünf alles geschafft sein musste. Aus diesem Grund stand ich heute wesentlich eher auf, um nach der Fütterung direkt Khiara El Assuad, Golden Ebano und CH’S Sun is Shining in die Führmaschine zu packen.
      Während die drei beschäftigt waren, longierte ich meinen Junghengst Altyn, welcher sich momentan mehr als gut machte und mit dem ich wirklich zufrieden war. Dann widmete ich meine Aufmerksamkeit meinem Neuzugang Cola, welcher immer noch ein wenig in sich gekehrt war, was ich versuchte, mit Bodenarbeit aufzulockern. Wir machten Fortschritte, allerdings eben nur kleine. Da ich heute noch meinen Pferden etwas Gutes tun wollte, ritt ich noch Feuervogel und Morning Sun. Ich wusste, dass die beiden Reitponys sonst vor Langeweile vergingen.
      Da ich noch ein wenig Hilfe von meinem Personal am Morgen hatte, waren auch Lila Wolken, Possy Pleasure Mainstream und Sika bereits bewegt. Für Autumn Leave in the Sky und Dr. Insektor hatte sich auch noch jemand gefunden und so hatte ich doch schon fast meine Liste geschafft. Es war bereits früher Nachmittag, als ich noch zu einem Ausritt mit Flintstone und Schneeleopard aufbrach.
      Danach machte ich alles für den Abend bereit, denn die Pferde bekamen jeweils eine Extraportion Möhren, weil Weihnachten war. Dann ging ich zu meiner Kontrollrunde in den Fohlenstall. Amadahy, Frozen Bubble, Korah, Nabiri, Panta Rhei und Roswell vertraten stolz meine Lewitzerzucht. Es waren allesamt herrliche Nachkommen, auf welche ich mehr als stolz sein konnte.
      Auch über meine Welshponys konnte ich mich nicht beklagen. Acariya wurde von Tag zu Tag schöner, Sacre Fleur langsam immer selbstbewusster und zu Herbstmond brauchte ich nichts sagen, die wurde eh von alles und jedem geliebt und das zurecht! Shawnée und Siberia waren ja damals mehr Zufall gewesen, dennoch wollte ich die beiden Welsh Ds nicht mehr missen und auch heute bekamen sie wieder ihre Portion Knuddeln.
      Vor den Boxen von CH’s Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird blieb ich etwas länger stehen. Beide waren nun langsam bereit für den nächsten Schritt in ihr Dasein als Reitpferd, nur ich zögerte noch ein wenig, ich wollte ihnen so viel Zeit wie möglich geben. Das Gleiche galt für Tiny Girl, doch mein AMH unterschätzte ich zu gerne und wenn ich das tat, zeigte sie es mir auch deutlich.
      Der Tag neigte sich dem Ende und halb fünf standen alle Pferde in frisch gemachten Boxen, mit ihrer Ladung Heu für die Nacht. So konnte ich guten Gewissens duschen und mich umziehen, um dann pünktlich auf den Familienfest zu erscheinen.

      Von meiner Familie konnte kaum einer nachvollziehen, dass ich meine Feiertage mit den Pferden verbrachte, statt mit der Familie, obwohl ich zu jeder Feier trotzdem pünktlich kam, dennoch standen die Vierbeiner an erster Stelle. Diesen Morgen arbeitete ich ein wenig mit den Junghengst Abendprinz und Cruel Twist of Fate. Danach war HGT’s Unitato an der Reihe und dann noch Outlaw Torn. Die Jungpferde brauchten allerhand Beschäftigung, doch ich kam momentan kaum hinterher.
      Deshalb hatte Prazzy’s Goldbell allerhand Flausen im Kopf, genauso wie Paddington und gemeinsam machten sie nur Unsinn! War ich da immer froh über Caruso, der sich nichts anmerken ließ und ein Engel war. Am Ende meines Fohlenrundgangs betüddelte ich noch ein wenig Mon petit écrou, ehe ich mich an die richtige Arbeit machte.
      Vertigo, Caillou und Piccolos Blaze mussten geritten werden. Calimero II sollte noch longiert werden und dann wollte ich zumindest noch mit Joyce oder Sika eine Runde ins Gelände, für die Jungstuten war diese Erfahrung mehr als wichtig. Die restlichen würde ich auf die kommenden Feiertage schieben müssen, denn heute Nachmittag stand bereits die nächste Familienbevölkerung statt.
      Während dieser plante ich aber nur die kommenden Tage. Am morgigen Tag sah ich mich früh mit Amazed Marlin ausreiten, ehe ich gemeinsam mit Hákur neue Lektionen in Angriff nahm. Dann würde ich HGT’s End of Day longieren und an seinen Rückenmuskeln arbeiten, ehe ich etwas bodenarbeitstechnisches mit Fandango machen wollte.
      Am 27. Dezember ging es dann gemeinsam mit drei Freundinnen ins Gelände. Ich selbst ritt Quintesse, während ich den Rest auf Caribic Sue, Freeway und Walking in the Air verfrachtet hatte und dann stand tatsächlich schon fast 2016 vor der Tür! Ich würde Zarin und Golden Ebano ihre homöopathischen Tropfen am 31. Geben müssen, damit sie nicht vollkommen explodierten, wenn dann überall das Feuerwerk losging.
      Zum Glück bestand mein Stall größtenteils aus Pferden, denen das egal war .Call me a Twist und Bandit war das schnuppe, die würde auch neben einem Feuerwerk herlaufen. Morrigan war da nicht viel anders, nur He’s called Trüffel konnte ich da nicht so gut einschätzen, aber das würde sich noch zeigen, nun musste ich erst einmal diese Familienfeier hinter mich bringen!
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Hengststall
    Hochgeladen von:
    Eddi
    Datum:
    25 Juni 2016
    Klicks:
    1.007
    Kommentare:
    25

    EXIF Data

    File Size:
    139,4 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    600px
    Height:
    400px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Name: Cover the Sun
    Geboren: 2012

    __________________

    Von: Darym

    von: Darius
    aus der: Elanor


    Aus der: Svarowskis Salinera

    von: Creston Dundee
    aus der: Salila

    __________________

    Rasse: Trakehner
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Bay mit Birdcatcher Spots
    Stockmaß: 178cm

    Beschreibung:
    Cover the Sun ist unglaublich lernbegeistert. Er reagiert sofort auf jede noch so kleine Hilfe. Jedoch ist bei Wiederholungen Vorsicht geboten, denn die große Motivation verlässt den Hengst auch sehr schnell wieder, wenn ihm langweilig wird. Dementsprechend sollte man das Training so abwechslungsreich wie möglich gestalten. Cover the Sun ist ein typischer Trakehner und kann in manchen Situationen ein wahres Nervenbündel sein. Er liebt es jedoch, im Mittelpunkt zu stehen und wenn es darauf ankommt, ist er zu 100% dabei.

    Ersteller: Occulta
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Occulta

    Springen E -- Dressur M

    [​IMG]

    SW 432
    __________________

    Gekört: [HK 474] Warm- und Vollblüter
    [​IMG]

    Nachkommen:

    Cover the Moon
    Cover the Stars

    __________________
    Offizieller Hintergrund