Elii

Couleur du Deuil -- Hannoveraner

*2013, im Besitz seit 12. März 2017

Couleur du Deuil -- Hannoveraner
Elii, 12 März 2017
Veija, Rhapsody, Gwen und 3 anderen gefällt das.
    • Elii
      Pflegebericht 15. März 2017 - Ankunft
      3948 Zeichen

      Nate seufzte. Er seufzte nochmal. Ununterbrochen seufzte er, während er neben mir stand. Gut fünfzehn Minuten hielt ich es aus, dann ging ich ihn aber doch mit einem genervten „WAS?!“ an. Nate schaute mich kurz an und drehte seinen Kopf dann wieder langsam zum Fenster. Er seufzte und ich verabreichte ihm einen Schlag in den Nacken.

      Mit einem bösen Blick verließ ich das Haus, denn endlich war der lang ersehnte Transporter auf den Hof gefahren. Darin befand sich eines der beiden Pferde, die ich vor kurzem erstanden hatte. Wahrscheinlich war Nates Laune deswegen so… bescheiden, aber irgendwo musste ich ja mein Geld anlegen. Ihm hätte ein Extra auf Gehalt wahrscheinlich besser gefallen, aber das Leben ist nunmal kein Wunschkonzert. Schnell regelte ich das Nötige mit dem Fahrer und konnte dann Paint it Black, einen stattlichen Holsteiner Hengst ausladen. Er hatte schon einiges an Dressurerfahrung und ging die letzten zwei Jahre regelmäßig Turniere. Da er voll im Training steht, würden wir gleich daran anschließen können.

      Während ich ihn einige Runden auf dem Hof führte, kam Colin und begutachtete den Neuzugang. Er war sichtlich begeistert ein weiteres junges Pferd unter seine Fittiche zu bekommen, noch dazu so einen tollen Hengst. Anschließend durfte Paint it Black auf die Koppel, für das erste Mal allerdings noch in Gamaschen und Hufglocken eingepackt. Er trabte einige Runden und galoppierte auch kurz, bevor er sich an die Heuraufe stellte und zu Fressen begann. Ich schaute ihm noch eine Weile zu und ging dann wieder zurück zum Stall, da ich mich nun auf den Weg machen und das zweite Pferd abholen konnte. Ein Heunetz hing bereits in meinem Transporter, genauso wie Transportgamaschen und eine dicke Abschwitzdecke. Das passende Halfter kam gestern gerade noch rechtzeitig per Post, sodass Coleur du Deuil gleich in den Stallfarben transportiert werden konnte. Die Rappstute stand momentan noch in einem Stall der zweieinhalb Stunden entfernt war. Sie war ein Vielseitigkeitspferd durch und durch, allerdings nicht immer ganz einfach durch ihr Trakehnerblut. Nichtsdestotrotz hatte sie mich beim Probereiten überzeugen können.

      Für die Fahrt nahm ich Colin mit, sodass wir uns auch abwechseln konnten und niemand volle fünf Stunden fahren musste. Beim ersten Probereiten war er auch schon dabei gewesen und sollten wir beide nochmal eine Runde auf ihrem Rücken verbringen, um auch wirklich sicher sein zu können, dass es passte. Die Entscheidung war zwar schon gefallen, aber sicher ist sicher.

      Als wir ankamen, stand die Stute bereits gesattelt auf der Stallgasse und wartete artig. Nach einer kurzen Begrüßung stieg ich auch schon auf und ritt sie gemütlich warm. Der Springplatz war bereits aufgebaut und auch einen kurzen Abstecher auf die Geländestrecke sollte heute noch gemacht werden. Colin sah uns aufmerksam zu und wartete darauf, selbst aufsteigen zu dürfen. Wie schon das letzte Mal sprang Coleur du Deuil mit einer unglaublichen Leichtigkeit über die Hindernisse, auch wenn sie manchmal etwas stark anzog. Sie war zu bremsen, allerdings musste man sich ganz genau konzentrieren, damit die Stute nicht ihren eigenen Weg einschlug. Colin war genauso begeistert wie ich und ging mit ihr anschließend auf den Geländeplatz. Nach einigen Sprüngen war klar: Coleur du Deuil würde heute mit uns nach Hause gehen.

      Während Colin abritt, setzte ich mich mit den momentanen Besitzern in das Reiterstübchen und unterschrieb dort den Kaufvertrag.

      Nach einem Kaffee traten wir dann auch schon die Heimfahrt an. Die Stute ging problemlos auf den Hänger und stand die gesamte Fahrt ruhig, was ich über die Kamera beobachten konnte.

      Daheim angekommen führte ich auch sie einige Runden auf dem Hof und brachte sie dann auf die Koppel. Zwar würde es bald dunkel werden, aber den restlichen Tag durfte sie natürlich wie alle anderen draußen verbringen. In den nächsten Tagen würde auch die Eingliederung in die Herde stattfinden.
      Zaii gefällt das.
    • Elii
      Pflegebericht 07. April 2017 - Gangsterpaar auf der Flucht
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      Nachdem es nun schon einige Zeit lang trocken geblieben war, wollte ich heute das erste Mal mit Couleur du Deuil auf die Geländestrecke. Die junge Stute hatte die Woche über mit Dressur- und Cavalettiarbeit verbracht, als Belohnung dürfte sie nun auch draußen Gas geben dürfen. Nate und Colin begleiteten mich ebenfalls, auf Császári und Flavor of the Week. Die beiden Hengste würden zu tun haben, um mit Dulli Schritt halten zu können, denn trotz ihres Alters verhielt sie sich im Gelände wie ein alter Hase.
      Die Pferde waren so gut wie fertig, also nahm ich schnell Paint it Black aus dem Solarium, um ihn auf die Koppel zu stellen. Der Hengst gähnte und steckte eines seiner Hinterbeine aus, bevor er sich dazu bewegen ließ mit zu folgen. Anscheinend war der Ausritt anstrengender als gedacht gewesen.
      Kurz vorm Koppeltor kamen uns zwei weiße Blitze entgegengerannt - wobei, da waren einige Punkte vorhanden. Sie stoppten vor mir und hüpften wild um mich herum, was Paint it Black gar nicht passte.
      Den Tumult hatten auch Ayumi und Yuki bemerkt und kamen in Windeseile vom Stall angeschossen. Die zwei fremden Hunde, allem Anschein nach Dalmatiner, freuten sich über ihre Spielpartner und auch meine Beiden freuten sich sichtlich.
      Da meinem Hengst das Ganze gar nicht packte, verfrachtete ich ihn schnell in die Koppel und rief dann Ayumi und Yuki zu mir. Wie geplant, folgten auch die anderen Zwei, welche ich am Halsband packen konnte. Dort befanden sich auch Marken, auf denen jeweils eine Telefonnummer stand.
      Bevor ich diese wählen konnte, kamen zwei bekannte Gestalten um die Ecke gestürmt und kamen vor mir wild schnaufend zum Stehen.
      „Sagt bloß, das sind eure..“, murmelte ich und deutete mit meinem Blick auf die Rabauken. Während Elisa nach Luft ringt und auf allen Vieren am Boden kniete, brachte Gwen ein gehauchtes „Jaaaa..“ Heraus, bevor sie sich wieder die Hand in die Hüfte stemmte und laut atmete. „Ihr wisst aber, dass es so etwas wie Leinen gibt?“, fragte ich weiter, was auch mit einem leichten Nicken bejaht wurde. Zumindest von Gwen, Elisa sah so aus, als würde sie gleich kollabieren.
      Da ich Mitleid und einen guten Tag hatte, gab ich meinen Nachbarinnen den Strick von Paint it Black mit, welchen sie ins eine Halsband einklinkten und am anderen festknoteten.
      Bevor die beiden davonschlichen, denn sie konnten nicht mehr schneller laufen, machten wir noch einen Termin für eine Welpenspielstunde aus, dann würden Bonnie und Clyde auch nicht mehr einfach so durch die Weltgeschichte toben.
      Ayumi und Yuki schauten ihren neugewonnenen Freunden noch eine Weile hinterher, bevor sie mir folgten. Die beiden Shibas würden die Zeit, die wir auf der Geländestrecke waren, im Haus verbringen. In der Hoffnung, dass Yuki nicht umdekorierten und alles möglich in ein Versteck bringen würde.
      Als das erledigt war, ging ich zum Stall, wo ich von meinen Mitarbeitern schon erwartet wurde. Schnell Trense ich Dulli auf und schwang mich dann samt Schutzweste auf ihren Rücken. Die Bügel stellte ich noch ein Stück kürzer bevor wir losritten.
      Auf dem Weg verkündigte ich noch die Neuigkeit, dass wir ab jetzt jeden Montag und Donnerstag eine Welpenspielstunde veranstalten würden, was zu mäßiger Begeisterung führte. Nate rollte mehrmals mit den Augen und schrieb sofort Matthew, um diesen zu informieren. Von Elisa wusste ich bereits, dass er einen Aufstand gemacht hatte, als sie mit den Welpen auf den Hof kam.
      Nach gut fünfzehn MInuten kamen wir bei der Geländestrecke an, und wärmten erst einmal im Trab und Galopp weiter auf. Heute wollten wir nur die Hindernisse auf dem Grasplatz nutzen und nicht die gesamte Strecke, um die Pferde erst wieder an die Naturhindernisse zu gewöhnen. Dulli, Császári und Weak waren gut drauf und gingen die Hindernisse in einem flotten Tempo an. Dulli setzte wie erwartet noch ein Stück drauf und sprang den Parcours um einiges schneller als die beiden Hengste. Es war schwer sie zurück zu nehmen, doch nach ein paar Durchläufen, klappte sogar das.

      Nach dem Training wurden alle Pferde gelobt und wir traten unseren Heimweg an. Es ging im gediegenen Schritt zurück, jedoch musste Dulli auch hier jederzeit die Nase vorn haben. Die Stute war wirklich einmalig, allerdings müsste man noch einiges an Arbeit investieren, bevor sie das perfekte Reitpferd darstellte.
    • Elii
      Trainingsbericht 31. Mai 2017

      Platzhalter
    • Elii
      Trainingsbericht 15. Juli 2017 - Military E-A
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      „Hi. Bye“, zwei Worte und schon war Jojo wieder weg. In dieser kurzen Zeit hatte sie es geschafft mir ihren Hengst in die Hand zu drücken, hinter mir vorbei zu laufen und dann wieder in die Richtung aus der sie kam zu verschwinden. Ich hinterfragte es nicht, schließlich hatten wir ausgemacht, dass sie Ares heute zu mir brachte. Colin kam kurz darauf um die Ecke, unter ihm Császári. Der Furioso Hengst sollte auch mit auf den Geländeplatz gehen.
      Er sollte Ares Sicherheit geben, denn dieser kannte den Geländeplatz bisher nur von weitem. Ich stieg auf den Rücken des Rotbraunen und wir machten los. Der Weg dorthin würde uns das Warmreiten abnehmen, dort wollten wir aber auch noch einige Runden locker traben und galoppieren, bevor es an die Sprünge ging.
      Bis jetzt ging es gut, allerdings konnte Ares auch ganz anders. Deshalb hielten wir den Abstand zwischen den zwei Hengsten möglichst groß, was uns aber nicht daran störte, und weiter zu unterhalten.
      Am Platz wartete auch schon Nate auf Couleur du Deuil. Eigentlich gab ich die Stute ungern aus der Hand, aber heute war es eine Ausnahme. Wobei ich es mir am Ende des Trainings nicht nehmen lassen würde, mich selbst auf den Rücken der Stute zu schwingen. Da wir nun alle versammelt waren, ging es los. Die Pferde sollten locker und geschmeidig vorwärtslaufen. Wichtig war, auch jetzt schon Tempounterschiede zu fordern, damit sie später vor den Hindernissen besser zu händeln waren. Für Dulli galt dies nicht unbedingt, aber Nate hatte genug Erfahrung, um auch den Halbtrakehner zu bändigen. Ares kannte durch seine Springausbildung die Tempounterschiede in und auswendig, auch das springen von Wechseln war kein Problem. Seine Routiniertheit würde sich noch auszahlen und mir einiges erleichtern.
      Császári und Dulli machten den Anfang, danach kam Ares an die Reihe und durfte über den ersten Baumstamm. Zuerst ließ ich ihn von Nahem anschauen, dann galoppierte ich ihn in frischen Tempo darauf zu. Auch wenn er sich etwas übersprang, war der Stamm problemlos. Die festen Sprünge waren ja doch etwas anders als die bunten Stangen, doch mit etwas Übung würde der Hengst herausfinden wie er welches Hindernis am besten nahm. Dulli und Császári waren deutlich routinierter, waren diese Saison aber auch schon die ganze Zeit im Busch unterwegs. Warum Jojos Eigentlich-Springpferd nun auch dort starten sollte, wusste ich nicht genau. Sie hatte irgendwas von Abwechslung geplappert, aber zuhören war an dem Tag einfach nicht mehr drin gewesen.
      Neben dem Bekanntmachen von diversen Sprungkonstellationen, sollte Ares nun auch den Wasserdurchritt bestreiten. Dulli ging voraus und zeigte den Hengsten, wie es richtig ging. Im Schritt watete sie hinein und wurde dann von Nate in der Mitte angehalten. Dann kam auch Császári hinzu und schließlich sollte Ares hinein. Wasser wurde im Springen ja eher großzügig umgangen, doch anscheinend hatte Jojo ihr Pferd vorbildlich vorbereitet und ihm schon gezeigt, wie problemlos das kühle Nass war. Als alle drei Pferde drinstanden, ging es der Reihe nach auf der anderen Seite heraus. Nun sollte das Ganze noch einmal im Galopp passieren, schließlich hatte man auf dem Turnier keine Zeit zum Durchparieren. Dulli preschte sogleich hinein und sorgte damit, dass das Wasser Nate sogar ins Gesicht spritzte. Ich saß schadenfroh auf meinem Pferd und flüsterte ihm noch ein, etwas langsamer zu galoppieren. Császári startete eher gediegen, erhöhte das Tempo aber sofort als Colin ihn aufforderte. Zuletzt sollte ich nun losstarten, was zu Anfang auch vielversprechend aussah, jedoch weigerte sich Ares kurz davor doch noch hineinzugaloppieren. Er bremste ab und schlitterte etwas seitwärts, was uns aber genau in die richtige Position brachte, um nochmal anzugaloppieren und neu anzureiten. Ich versuchte nun ein etwas höheres Tempo, sodass er nicht nochmal auf dumme Ideen kam. Ares hielt den Kurs, verwechselte es aber mit dem altbekannten Wassergraben und sprang hinein, anstatt weiter zu galoppieren. Bis auf das meine Hose danach recht nass war, hatte es doch gut geklappt und ich ging gleich noch eine Runde, um es für den Hengst zu etwas Normalen zu machen. Dieses Mal lief er brav weiter, auch wenn er kurz zum Sprung ansetzte. Ich lobte ihn und es folgte eine Schrittpause für alle. Danach wollten wir noch zwei Sprünge reiten und dann Ares nach Hause schicken. Dulli und Császári würden noch etwas weiterarbeiten, denn es stand schon bald das nächste Turnier an.
      Dafür übergab ich Ares an Nate, der diesen heimbrachte und setzte mich selbst auf Dulli. Nach der Neujustierung der Steigbügel konnte es auch schon losgehen. Heute war sie wohl besonders gut drauf, was mich überlegen ließ, ihre Kraftfutterportion noch weiter zu reduzieren. Momentan konnte man die Haferkörner abzählen, jetzt würde ich sie auf unbestimmte Zeit komplett streichen und sehen, wie die Stute damit zurechtkam.
      Sie zog gut ans Gebiss, ging teilweise aber auch gegen die Hilfe und versuchte vor allem vor dem Sprung dem Ganzen zu entgehen. Das Springtraining auf dem Platz und das Einschieben einer reinen Dressurwoche pro Monat hatte schon gut geholfen, doch sie wusste einfach, dass es im Busch gleich um viel mehr ging. Mit vielen Übergängen und Tempowechseln schaffte ich es am Ende trotzdem noch, sie in einem einigermaßen ruhigen Tempo über die Baumstämme zu bekommen. Es folgte Schritt, Lob und schließlich der Heimweg.
      Császári und die Stute verstanden sich gut, starteten sie beide ja oft in der gleichen Prüfung und traten mit viel Einsatz gegeneinander an.
      Für Ares ging es die folgenden Wochen immer mehr in den Busch und er steigerte sich konstant. Auch Jojo saß das ein oder andere Mal auf ihm und machte mit. Natürlich nicht ohne in den höchsten Tönen von ihrem Ausnahmetalent zu sprechen. Ein Glück hatte ich das ein oder andere Training geschönt, ihr hätte es nicht gefallen, dass ich einen Baumstamm fünfzehn Mal anreiten musste, weil Ares das angesetzte Moos gestört hatte.
      Als dann endlich das erste Turnier von Jojo und Ares anstand, durfte ich mich im Fähnchen und T-Shirt in die Fanmeile stellen und anfeuern. Dass ich selbst wenige Minuten nach ihrem Zieleinlauf starten sollte, interessierte sie eher weniger. „Du hast doch Angestellte, die dir das Pferd warmreiten...“ Dass ich denen dann einen Gefallen schuldete, ignorierte sie gekonnt.
      Letzten Endes konnten sie zwar keine Schleife abstauben, aber fast-glücklich war Jojo trotzdem.
    • Elii
      Pflegebericht 25. Juli 2017 - Büroarbeit
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      Der Sommer war immer besonders stressig. Jedes Wochenende standen Turniere an, denn fast alle Pferde liefen in den unterschiedlichsten Klassen, was ein besonders gutes Zeitmanagment erforderte.
      Auch heute reichte es nur für einen kurzen Durchgang, da einiges an Bürokram anstand. Colin und Nate konzentrierten sich dafür auf das Training und waren gerade mit Coloured Belle und Golden Lights auf dem Springplatz. Danach sollten auch Dark Rubin, Colour GH’s Baila Conmigo und Long Island Icetea auf den Platz gehen. Der etwas mildere Tag heute sollte genutzt werden für Springgymnastik und Parcourspringen, je nachdem wie weit das jeweilige Pferd war.
      Poppysmic, Ékes und Tavasz hatten heute frei, genauso Kiss me Quick und Liscalina. Beides neue Stuten, die ich aus einer Insolvenz übernommen hatte. Auch Minstrel und Jacarta kamen auf diesem Weg zu uns, sowie Back to Business und die zwei Vierjährigen Dark Prince und Déchante. Da ich nicht alle behalten wollte und konnte, wurden die Pferde auf meine Freundinnen verteilt. Nur Jacarta und Minstrel würden letzten Endes bleiben.
      Da ich doch noch etwas Zeit hatte, drehte ich noch eine Runde bei den Koppeln. Am Morgen war alles noch etwas aufregender für die Pferde. Obwohl sie jeden Tag draußen standen, mussten vor allem die Hengste ihre Energie rauslassen. Cloud Nine und Clouded Sky galoppierten Seite an Seite über die Koppel, während Flavor of the Month und Flavor of the Weak bereits fertig waren mit Toben und sich eine schöne, braune Schicht aufgetragen haben. Mit dabei von der Vater-Sohn Partie waren auch Liberté’s Cresant Moon und Crescent Jewel und auch Csíny und Kalzifer standen in ihrer Nähe. Die vier grasten und sahen nur kurz hoch, als ich vorbei stiefelte.
      Die Büroarbeit sorgte nach drei Stunden doch für Kopfschmerzen, weshalb ich eine erneute Pause einlegte. Mittlerweile waren Colin und Nate mit Couleur du Deuil und Dark Chocolate aus dem Gelände zurück und berieten sich, welche Pferde als nächstes kamen. Die Wahl fiel schließlich auf Paint it Black und Császári. Für beide stand die Dressur heute an.
      Später würde wohl auch noch Romerico an die Longe kommen und ich reservierte mir Weltwunder für einen Ausritt. Dajeen hatte Glück und durfte heute freimachen.
      Bei meiner jetzigen Runde schaute ich noch bei den Kleinen vorbei. Millennium Falcon, Éllovas und Golden Cascade standen friedlich in ihrem Offenstall. Cover the Stars würde ich heute nicht besuchen. Da er momentan der einzige Junghengst war, stand er nicht am Hof.
      Seufzend schlappte ich schließlich zurück zum Haupthaus, um mich dort erneut vor meinen PC zu setzen. „Geh endlich! Du kannst morgen wieder mitmachen!“, rief mir Nate noch hinterher, was ich allerdings nur mit einem bösen Blick kommentierte.
    • Elii
      Pflegebericht 19. November 2017 - Vor der Fuchsjagd
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      „Erklär mir doch bitte noch einmal warum ich mitkommen muss“, murrte Nate genervt hinter mir. „Du bist nun mal mein Chefbereiter!“, entgegnete ich mit Euphorie, „Und außerdem gehört Choc zu deinen Trainingspferden.“ Nate verdrehte die Augen und legte einen Gang zu. Der Koffer klapperte hinter ihm und ich hatte Mühe nachzukommen. Zugegeben, mein momentanes Outfit war komplett anders als sonst. Hohe Schuhe und ein dunkelblaues Kleid mit langen Ärmeln, darüber ein grauer Mantel und ein überdimensionaler Schal. Mit kleinen, schnellen Schritten folgte ich meinem Begleiter, wobei ich mir nicht nur einmal wahlweise meine Tasche oder meinen Koffer gegen ein Körperteil rammte. „Nathan!“, jammerte ich, was dazu führte, dass er sofort stoppte und sich umdrehte. Ich seufzte erleichtert und hakte mich bei ihm ein. „Wenn du noch einmal so schnell machst, bist du gefeuert... Hey! Denk nicht einmal daran!“

      Man konnte an seinem Blick erkennen, dass er diese Möglichkeit für eine Sekunde in Betracht gezogen hatte – Nur hatte er wohl selbst erkannt, dass ich ihn nicht so leicht gehen lassen würde. Er seufzte nur und ging dann, mit mir an seinem Arm hängend, weiter.

      Auf meine Bitte hin, hatte er sich heute etwas schicker angezogen. Auch, wenn man sich für über zwölf Stunden Flug etwas Bequemeres wünschen würde. Hemd und Sakko stand ihm, die Jeans dazu lockerten es etwas auf und mit den Kopfhörern konnte er mich im Flugzeug ignorieren. Wow, er hatte wirklich an alles gedacht.

      Unser Weg führte uns über die Gepäckaufgabe, durch die Sicherheitskontrolle zum Duty-Free Bereich. „Ich hab Hunger“, kommentierte ich nüchtern und deutete auf einen der Imbisse. „Du weißt, dass es hier mega teuer ist und du in zwei Stunden im Flughafen etwas bekommst?“, entgegnete Nate und schüttelte den Kopf. Traurig starrte ich wie ein Kind zwischen ihm und dem Imbiss hin und her, bis er schließlich mit mir dort hinging. Ich bestellte mir ein belegtes Brötchen und einen Cappuccino, Nate nahm einen Kaffee. Schwarz. Wir hatten noch einiges an Zeit, bevor das Boarding begann und ich versuchte sie mit einem netten Gespräch zu überbrücken – vergebens. Auch wenn Nate mir nicht zuhörte, so hatte ich wenigstens mein Essen.

      Als wir dann endlich im Flugzeug saßen und es schließlich in der Luft war, begann ich mit etwas Büroarbeit. Ich hatte durch die Reiseplanung die Woche weniger Zeit dafür und musste direkt noch einige E-Mails beantworten und Rechnungen schreiben. Nate seufzte, als er bemerkte, dass ich wieder am Arbeiten war und setzte seine Kopfhörer ab. „Wie wärs wenn du einmal entspannst?“, schlug er vor und klappte meinen Laptop zu. Nach etwas Bedenkzeit willigte ich schließlich ein – zumindest solange das Essen da war, würde ich eine Pause einlegen.

      Die Zeit verging erstaunlicherweise wie im Flug (haha). In England angekommen warteten wir noch für etwa eine halbe Stunde an der Gepäckausgabe, um dann schließlich mit dem Taxi zum Hotel zu fahren. Unsere Pferde würden erst kurz vor dem Event anreisen, während wir die nächsten Tage auf Geschäftsterminen sein und, ich gab es ungern zu, Sightseeing betreiben würden. „Du darfst mir nicht böse sein, wenn du das Hotelzimmer siehst, versprochen?“, fragte ich Nate auf der Fahrt zum Hotel zögerlich. Er sah mich fragend an, nickte dann aber mit dem Kopf. „Hauptsache ich hab ein Bett zum Schlafen.“

      Als wir dann später, mit dem Zimmerschlüssel in der Hand, in der Tür standen, wollte er sich nicht mehr so ganz an sein Versprechen erinnern. Ich wich seinem Blick aus und ging hinein, bevor ich mich dann grinsend umdrehte. „Es war nichts Anderes mehr frei, ehrlich!“

      Er seufzte mürrisch, mal wieder, und zog unsere Koffer hinein. Bevor er mir einen Vortrag halten konnte, griff ich nach seiner Hand und zog ihn nach draußen auf den Gang. „Los doch, Garett und seine Frau warten schon beim Italiener hier um die Ecke!“ Garett war ein bekannter Züchter, der sich auf Dressurpferde spezialisiert hatte und schon einige für die Weltspitze hervorgebracht hatte. Die Pferde des Italieners gehörten dementsprechend zur oberen Preisklasse, doch für Beziehungen musste man seinen Geldbeutel manchmal ignorieren. Immerhin würde Nate so hoffentlich schnell vergessen, dass unser Zimmer nicht wie geplant zwei Einzelzimmer, sondern ein Doppelzimmer mit passendem Bett war.

      Bei Pizza, Pasta und einem guten Wein verbrachten wir einige Stunden mit dem Züchterpaar im Restaurant, bevor wir uns auf den Weg zurück machten. Während ich im Hotelzimmer noch etwas an Büroarbeit erledigte, lag Nate auf dem Bett und hörte Musik – bis er mich schließlich aufforderte auch ins Bett zu kommen und zu schlafen.

      Die Woche in England verging recht schnell. Nate und ich hatten ein bisschen Sightseeing betrieben, wenn ich nicht gerade andere Züchter traf und mir sogar ein paar Pferde ansah. Auf den ersten Blick war leider nichts dabei, doch auch nach der Fuchsjagd hatte ich noch einige Termine wahrzunehmen. Nate würde dann schon wieder mit den Pferden zurückreisen, aber dann hatte ich wenigstens kein nerviges Anhängsel.

      Als wir in Sandringham Manor aufschlugen wurden wir sogleich von Esther Fitzalan begrüßt. Wir kannten uns schon eine Weile, auch da sie Pferde aus meiner Zucht in ihrem Besitz hatte und wir auch in Zukunft weiter zusammenarbeiten wollten. Während Nate nach den Pferden sah, ging ich auf einen Kaffee mit ins Haus.
    • Elii
      Pflegebericht 19. November 2017 - Fuchsjagd
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      -- Leslie --
      Oktober war Leslies Lieblingsmonat. September war immer noch ein bisschen Sommer, und November schon fast Winter; der Oktober war noch nicht ganz bitterkalt, die Blätter waren schön bunt – und es war Jagdzeit.

      Am liebsten hätte sie dieses Jahr ja selbst mitgemacht. Nicht unbedingt mit Gambit, natürlich, aber irgendein Pferd hätte sich schon gefunden. Blöderweise fand dieses Jahr die Jagd auf Sandringham Manor statt – und alle Jocks hatten Teilnahmeverbot gekriegt. Irgendwo verständlich, aber wirklich begeistert war Leslie nicht gewesen.

      Also hatte sie das Nächstbeste getan und sich Hals über Kopf in die Organisation geschickt. Zusammen mit Logan war sie die Strecke mehrmals abgeritten, hatte Pferde vom Flughafen abgeholt, auf die umliegenden Höfe verteilt und fuhr diese täglich ab. Das füllte so ziemlich den ganzen Tag, sodass sie jeden Abend todmüde ins Bett fiel – zum Leidwesen von Bernie und Snafu. Bernie, weil sie selbst dann gezwungen war, sich ab acht Uhr abends so leise wie möglich zu verhalten, und Snafu, weil der jetzt mit Goldie alleine trainieren musste.

      Dementsprechend war Leslie am Tag der Jagd auch schon um halb fünf wach. Auf Zehenspitzen schlich sie ins Bad, wusch sich schnell und tapste dann barfuß über den Gang zu Beau und Snafus Zimmer und klopfte sachte an.

      Fast gleichzeitig drückte sich dann auch schon Beau durch einen Minispalt in der Tür (durch den er gar nicht hätte passen sollen – immerhin war er bestimmt dreimal so breit wie Leslie. Mindestens) und schob sie in Richtung Treppe nach unten.

      Frühstück gab es für die beiden nicht. „Cooper ist eh schon angepisst, dass ich andauernd woanders bin,“ flüsterte Beau und steuerte Leslie an der Küche vorbei direkt an die Haustür. Draußen war es noch dunkel; nur ein leichtes, dunkelgraues Band war schon am Horizont zu erkennen. Der Hof rund um das Mitarbeiterhaus war umhüllt von Nebel und es roch nach Regen. Solange der sich für den restlichen Tag verzogen hatte, war Leslie das ganz recht.

      Wie ein kleines Kind schlappte sie Beau hinterher, der zuerst die Tür in die Sattelkammer des A-Stalles aufsperrte. Als er das Licht anmachte, war Leslie für einen kleinen Moment geblendet, dann ging sie die Spinde der Gastpferde durch. Im A-Stall waren nicht wirklich viele Boxen freigewesen; die Junghengste standen seit ein paar Tagen wieder über Nacht in den Boxen und nahmen dementsprechend Platz weg. Ein Paint Horse aus New Mexico, ein Holsteiner und ein Trakehner aus Deutschland bewohnten seit Anfang der Woche die drei freien Boxen und schienen sich ganz gut mit den Boxennachbarn zu verstehen. Dementsprechend kam Beau auch schnell wieder, nachdem er Leslie in der Sattelkammer zurückgelassen hatte.

      Die Spinde waren immer noch verschlossen, beim kurzen Inventarcheck schien auch nichts zu fehlen. „Gehen wir weiter,“ flüsterte Leslie. Wenn man den Geräuschen der Pferde in der Box trauen konnte, waren die zwar eh schon wach und verlangten auch schon langsam ihr Futter, aber irgendwie wollte sie trotzdem so leise wie möglich reden.

      Im C-Stall war dann der Großteil der fremden Hengste untergebracht. Der stand im Winter meistens eh leer – Esther verfolgte die Philosophie, dass auch Hochleistungssportler mal ein bisschen Pause brauchten und nahm deswegen am Anfang Oktober keine Trainingspferde mehr an – und war somit für die restlichen 9 Gasthengste frei. Auch hier checkte Leslie kurz, ob die Spinde nach wie vor verschlossen waren und ob auch wirklich nichts fehlte. Beau knipste das Licht in der Stallgasse an, guckte kurz in jede Box und zog Leslie dann auch schon wieder quer über den Hof.

      Langsam aber sicher meldete sich dann doch ihr Magen. Um kurz nach 5 schalteten sich immer mehr Lampen in den Ställen und Häusern an, und ihre innere Uhr sagte ihr, dass es jetzt wirklich Zeit fürs Frühstück war. Trotzdem trottete sie hinter Beau her und versuchte, das Magengrummeln einfach zu ignorieren.

      Funktionierte semi-gut. Als die beiden im Stutenstall angekommen waren und Leslie gerade Spind Nummer 3 von 7 aufsperrte, knurrte ihr Magen so laut, dass Moses kurz darauf den Kopf in die Sattelkammer steckte.

      „Ich dachte, hier drin ist ein Bär,“ sagte er grinsend, als er Leslie entdeckte. Die verdrehte nur kurz die Augen; Moses war wirklich einer der einzigen Menschen, die sie kannte, der frühmorgens (um 5 Uhr. 5 Uhr morgens frühmorgens) schon zu Witzen aufgelegt war. Einer der Gründe, warum sie den B-Stall mied, bis sie wirklich wach war.

      Gerettet wurde sie von Beau, der sich an Moses vorbeischlängelte und wortlos die restlichen vier Spinde inspizierte. Dann fiel sein Blick auf die Uhr und unter wildem Fluchen stürmte er aus der Sattelkammer. Leslie konnte ihn gerade noch auf dem Weg zum Parkplatz einholen.

      „Keine Frühstückspause?“ keuchte sie ihm hinterher.

      Er öffnete die Fahrertür eines dunkelblauen Yaris‘. „Keine Frühstückspause.“

      -- Idony --

      Wenn man monatelang jeden Tag um die gleiche Uhrzeit aufstand, dann war das irgendwann so in einem drin, dass man an jedem Nicht-Arbeitstag um fünf hellwach war. So ging es Idony heute – Training fiel für die nächsten paar Tage aus und Cam war so nett gewesen und hatte ihr freigegeben, damit sie später bei der Jagd konzentriert mitreiten konnte.

      Trotzdem – sie war um Punkt fünf Uhr wach gewesen und nach ein paar Minuten hatte sich herausgestellt, dass sie das mit dem Weiterschlafen vergessen konnte. Also war Idony zwei Stunden später schon mit den meisten Arbeiten fertig. Benihana versorgen, Benihanas neue Boxennachbarin Minou und die Reitponystute Cíola zusammen auf die Weide stellen, Stallgasse fegen und nett zu den Gästen sein.

      Gegenüber von Billies Box stand eine Scheckstute, die jeden Schritt und jedes Atmen im Stall genaustens im Blick hatte. Jedes Mal, wenn Idony kurz zu ihr hinübersah, stand die Stute woanders – mal im Paddock, mal in der Box, mal genau auf der Schwelle. Idony ließ sie kurz mit sich selbst allein und huschte an die Box des Scheckens. Die Stute hatte in etwa die gleiche Größe wie Benihana, wirkte aber zugleich imposanter als auch gebrechlicher als der Holsteiner gegenüber.

      „Schon mal die Konkurrenz begutachten?“ kam plötzlich von hinten. Idony zwang sich, nicht wie ertappt zu gucken, als sie sich umdrehte und eine junge Frau vor ihr stand – mit einem breiten Grinsen.

      Die Frau streckte auch sogleich ihre Hand aus. „Alexandra Cordes. Und das hinter dir ist Possy Pleasure Mainstream.“

      Als hätte sie ihren Namen verstanden, schnaubte die Stute und schlich sich dann sogleich wieder nach draußen auf den Paddock. Idony räusperte sich und nahm die Hand der Frau. „Idony Berqvist – aber ich bin keine Konkurrenz, ich arbeite hier.“

      „Oooh,“ machte Alexandra. „Und da dürft ihr gar nicht mitmachen? Das ist ja auch schade. Da gibt’s sowas mal und ihr werdet ausgeschlossen.“

      Ein bisschen überrumpelt von den vielen Worten in der kurzen Zeit blinzelte Idony Alexandra erst mal an. Dann registrierte sie die Worte erst. „Ach nein, das ist wirklich nicht schlimm – jetzt im Herbst sind hier so viele Jagden, also wer will—“

      „Oooh,“ machte Alexandra wieder. Possy Pleasure Mainstream kam wieder in die Box und reckte den Hals nach ihr. „Ich werde jetzt auch mal gucken, wo die zweite im Team bleibt – allmählich sollten wir ja mal beginnen, die Pferde fertig zu machen.“

      Mit einem Winken verabschiedete sich Alexandra wieder und ging aus dem Stall. Neben den Stallburschen, die die Futtereimer wieder von vor den Boxen einsammelten, war Idony die einzige im Stall. Also nutzte sie die Gunst der Stunde und richtete Benihana schon einmal so weit her, dass sie dieser später nur noch den Sattel auf- und die Trense anlegen musste.

      -- Leslie --

      Treffpunkt der Reiter war um halb elf auf dem Dressurviereck. Bis dahin hatte Leslie Zeit, den Matsch aus Painted Blurs Fell zu bürsten. Pünktlich hatte sich der natürlich in die nächstbeste Matschpfütze geschmissen – und von denen gab es auf den Weiden gerade genug. Soweit wäre es gar nicht gekommen, wären Leslie und Beau zur Stelle gewesen. So wie es war hatte nämlich Cooper Blurry auf die Weide gebracht, der hatte die Chance ergriffen – und jetzt stand Leslie in der Stallgasse des A-Stalls und versuchte, den noch feuchten Matsch so gut wie möglich aus dem Fell zu bekommen.

      Eigentlich wäre das eine Fall für die Waschanlage, dachte sie und schrubbte an einem Fleck an der Flanke des Hengstes. Eigentlich – nur leider war es kurz nach zehn, und wenn man Bernie und Cat glauben konnte, dann waren die ersten Gäste auch schon am Platz versammelt.

      (Beau hatte sich übrigens verkrümelt und frühstückte. Während Leslie nasse Matschflecken ausbürsten durfte, die vermeidbar gewesen wären. Schöner Tag war das heute.)

      10:15 Uhr ließ sie dann die Bürste fallen und schnappte sich Blurrys Sattel. Weg waren die Flecken zwar nicht, aber sollte sich jemand der Gäste drüber beschweren – naja, dann ließ sie Cooper die Sache handeln. Sie hatte gleich erst mal ein Date mit ihrer Müslischale.

      Gerade hatte Leslie Blurry das Gebiss ins Maul geschoben, als auch schon Esther in den Stall kam. Die drei Gäste, deren Pferde im A-Stall untergebracht waren, hatten sich schon längst auf den Weg zum Viereck gemacht – schön rausgeputzt mit Turnierjackett, hellen Hosen und weißen Schabracken. Leslie wusste also, dass sie spät dran war (und das würde Cooper auch noch den ganzen lieben langen Tag hören, ob er es wollte oder nicht). Dass jetzt aber schon die Chefin nach ihr sah, das hätte sie aber nicht gedacht.

      „Schon fertig,“ rief sie Esther entgegen und steckte den Zipfel des Nasenriemens noch schnell unter die dafür vorgesehene Lasche. „So gut wie’s eben ging,“ murmelte sie dann noch vor sich hin, nahm Blurry die Zügel vom Hals und führte ihn die Stallgasse hinab.

      Esther sah sich den Hengst kurz von beiden Seiten an, seufzte und zuckte dann mit den Schultern. „Sauberer wird er jetzt eh nicht mehr,“ sagte sie und klopfte Leslie kurz auf die Schulter. „Wenn du mir noch kurz helfen könntest?“

      Per Räuberleiter schwang sich Esther in den Sattel und nahm die Zügel auf. „Ich kehr‘ noch schnell, dann bin ich sofort da,“ versprach Leslie, aber Esther winkte ab.

      „Der Dreck liegt später auch noch da, wenn wir weg sind. Du solltest dir das jetzt lieber mit ansehen.“

      Gut, das ließ sich wahrscheinlich niemand zweimal sagen. Hinter dem großen Rappen und ihrer Chefin schloss Leslie das Stalltor und folgte den beiden dann in Richtung Viereck.

      -- Idony --

      „Guten Morgen und natürlich herzlich Willkommen auf Sandringham Manor.“

      Das Stimmenwirrwarr auf dem Dressurviereck verstummte augenblicklich. Neben Idony hörten sogar die zwei Geschwister auf, die schon seit sie aufgetaucht waren die Köpfe zusammengesteckt hatten, zu tuscheln. Fast alle Köpfe drehten sich nach vorne in Richtung Eingang. Vor der Kulisse des Herrenhauses saß Esther im Sattel von Blurry, hinter ihr Logan und Frank.

      „Ich freue mich, euch alle hier begrüßen zu dürfen. Das ist die erste Jagd seit fast 13 Jahren, die auf unserem Gestüt stattfindet, und ich bin sehr gespannt, wie es ausgeht.

      Ich möchte auch gar nicht groß um den heißen Brei herumreden, schließlich wollen wir alle so bald wie möglich los. Wir haben eine Strecke von etwa 15 Kilometern vor uns. Nach etwa sieben gibt es für alle eine kleine Pause auf einem benachbarten Hof. Die Pferde dürfen grasen und für uns Menschen gibt es auch ein paar Snacks. Abschließend treffen wir uns auf der Wiese ein, auf der unser Geländetraining startet. Wer besonders aufmerksam ist, wird auf dem Weg dorthin auch etwas ganz Besonderes im Wald entdecken.

      Die Regeln lauten wie bei jeder Jagd. Um einen sicheren Ablauf zu gewähren, bete ich euch alle, euch gleich euren Platz im Feld zu finden und diesen, wenn möglich, nicht zu verlassen. Und, das ist ganz wichtig: reitet nie quer zu den anderen Reitern. Außerdem dürfen die Master, die euer Feld anführen, niemals überholt werden – die kennen die Strecke und sind dafür zuständig, dass alles gut abläuft. Für die Springer sind meine Kollegen Logan Reid und Frank Montgomery zuständig,“ Esther gestikulierte auf die zwei Trainer hinter ihr, „die Nicht-Springer hören auf mein Kommando.“

      Idony sah sich ein bisschen in den Reihen rum. Einige Reiter hatten ein schmales Lächeln auf den Lippen, andere sahen Esther stockernst ins Gesicht.

      „Zu eurer Sicherheit bilden die Schlusslichter die sogenannten Schlusspiköre. Jeder noch so gute Reiter fällt mal vom Pferd – für den Fall sind die Schlusspiköre da. Sie sind auch ein bisschen die Schiedsrichter, die alles sehen.

      Auf der Strecke gibt es 15 Hindernisse, inklusive Bachläufen und feste Naturhindernisse. Sollte euer Pferd vor dem Hindernis verweigern, dann dreht am besten sofort ab und reitet um das Hindernis herum. So kann es keine Staus geben und ihr und eure Pferde werden nicht verletzt.

      Außerdem bitte ich euch grundsätzlich, aufzupassen. Wir haben einige Pferde dabei, die noch recht jung und stürmisch sind. Wenn ihr die Jagd ohne dickes Knie abschließen möchtet, dann reitet nicht zu arg auf – vor allem nicht, wenn das Pferd eine rote Schleife im Schweif trägt.

      Recht viel mehr gibt es auch nicht zu sagen, also fange ich gleich mit den Feldeinteilungen an.“

      Die ersten Reiter zogen die Gurte nach und ließen die Steigbügel herunter. Esther kramte einen Zettel aus ihrer Jacketttasche hervor und räusperte sich.

      „Feld Eins ist das erste springende Feld mit Philipp Gerdes und Daitona, Nicolaus du Martin und Ghostly Phenomenon, Elena Redling und Couleur du Deuil, Leticia Weidner und Ingénue, Octavia Blake und Raspberry, Mio Wild und Raised from Hell, Malte Tordenvaerson und Belmonts Brock und Gwendolyn Campbell und Neelix. Euer Master ist Logan Reid und euer Schlusspikör ist Idony Bergqvist.“

      Während alle, die gerade aufgerufen wurden, sich auf eine Seite des Vierecks verteilten, blätterte Esther um. „Feld zwei als zweites springende Feld mit Occulta Smith mit Co Pilot de la Bryére, Ciaran Duclair und Shenandoah, Eddi Canary und Pajero, Jonas Moser und Diarado, Lisa Zimmermann mit Halluzination, Isa Neyer mit Jonquil, Ikarus Dragomir mit Pitú, Tassilo Greving und Cover the Sun und Charlotte von Eylenstein mit Grenzfee. Euer Master ist Frank Montgomery, der Schlusspikör ist Katharina Karenin.

      Das letzte Feld mit mir als Master besteht aus Addison Moore mit My Canyon, Janina Lohmann mit Nemax, Elliot Hadley mit Vychar, Bellamy Blake mit Gun and Slide, Franziska Ziegler mit Cadeau, Nate Prescott und Dark Chocolate, Alexandria Cordes und Possy Pleasure Mainstream, Tamara Meyrohe mit Walking in the Air, Marie Wortkötter mit Macaruja, Vuyo Ndour mit Aspantau und Artemis Fortounis mit Bahar. Euer Schlusspikör ist Bree Price.“

      Ein paar Sekunden gab Esther den Leuten, um sich aufzuteilen, dann steckte sie den Zettel wieder in ihre Tasche. „Ihr könnt jetzt aufsitzen. Feld 1 macht sich in wenigen Minuten auf den Weg, ein paar Minuten später Feld 2 und dann Feld 3. Ich wünsche euch eine schöne und angenehme Jagd und natürlich viel Glück.“

      -- Leslie --

      Gemeinsam mit Bernie und Snafu hatte Leslie Esthers kleiner Ansprache vom Rande des Dressurvierecks gelauscht. Als das letzte Feld mit Blurry an der Spitze und Siana als Schlusslicht vom Platz ritt, seufzte Leslie erst einmal laut. Passend dazu grummelte ihr Magen.

      Wie auf Knopfdruck drehten sich Bernie und Snafu zu ihr um. „Schon wieder Hunger?“ scherzte Bernie.

      „Immer noch,“ grummelte Leslie. „Aber ich werd mich jetzt umdrehen und auf schnellstem Weg ins Haus gehen und schön und lange frühstücken.“

      Snafu grinste sie kurz an, dann schweifte sein Blick über ihre Schulter ab. Seine Augen wurden für einen Moment weich – und Leslie wusste genau, was sie erwartete. Mit einem lauten Stöhnen schlug sie sich die Hände vor die Augen.

      „Leslie, fertig soweit?“ kam es von hinter ihr in einer allzu familiären, tiefen Stimme. „Die Millers haben gerade angerufen, wir sollen gleichkommen – hab ich was verpasst?“

      Als sie die Hände von den Augen nahm, sah sie, dass Snafu schon antworten wollte, also ergriff sie lieber selber die Initiative.

      „Nein, gar nichts. Gehen wir.“ Schwungvoll drehte sich Leslie um, packte Beau beim Oberarm und zog ihn hinter sich her in Richtung Parkplatz.

      Schon wieder.

      -- Idony --

      Billie gefiel das Hinterhergetrotte ganz und gar nicht. Während der ersten Trabstrecke hätte die langbeinige Stute gleich mal versucht, einen wuchtigen Draught-Hengst und eine zierliche Buckskinstute zu überholen – also hatte Idony sie auf eine Volte abgewendet und sich tief in den Sattel eingesessen. Sowohl der Mann auf dem Draught als auch die junge Frau auf der Stute schienen ihr das aber nicht übel zu nehmen. Immer wieder versuchte die Holsteinerstute, irgendwie an der Gruppe vorbeizuziehen – bis sie sich dann nach dem ersten Galopp anscheinend damit abgefunden hatte. Ungeduldig kauend, aber wenigstens ein Schritt in die richtige Richtung.

      Idony selbst kam auch dann erst richtig in den Genuss – bis dahin hatte so gut wie jeder seinen Platz in der Gruppe gefunden. Im Schritt unterhielten sich die meisten, lachten miteinander. Wenn Logan das Handzeichen für den Trab oder Galopp gab, verstummten jedoch alle und vor den Hindernissen wurde eine schöne Reihe gebildet. Pferd nach Pferd hüpfte über die Zäune, kletterte einen Wall hinunter und watete durch einen Bachlauf.

      Die Reiter schätzte Idony als ziemlich erfahren ein; keiner kam über den Hindernissen ins Straucheln. Eine Rappstute weiter vorne im Feld schlug den ein oder anderen Haken zur Seite, aber die Reiterin schien sich dadurch nicht aus dem Konzept zu bringen zu lassen. Trotzdem stoppte bei jedem Seitensprung kurz Idonys Herz und sie nahm Billie vorsichtshalber gleich ein bisschen zurück – sollte die Reiterin den Halt verlieren und stürzen, war es immerhin ihre Aufgabe, alle wieder einzusammeln.

      Trotz hakenschlagender Stute erreichten alle Reiter als erstes die Zwischenstation auf dem Bauernhof der Familie Wright ohne Zwischenfälle. Von einem kleinen Wäldchen ging es direkt an den Schaf- und Kuhweiden vorbei, direkt auf den kleinen Platz vor dem Guthaus. Ein paar Stallburschen von Sandringham Manor wuselten schon umher; auf ein paar Aufstelltischen standen Gläser und Wasserflaschen, auf anderen eingewickelte Sandwiches.

      Nachdem den Pferden die Zaumzeuge abgenommen und die Sattelgurte gelockert wurden, gab es für die Reiter dann das verdiente Lunch. Die alte Mrs Wright füllte Wassereimer für die Pferde auf und die Stallburschen verteilten sie schließlich. Nach und nach kamen auch Frank und Esthers Felder an, als allerletzte Cat auf Ironic. Im Gegensatz zu ihrer Gruppe sah sie ein bisschen abgekämpft aus, also machte sich Idony kurzerhand auf den Weg zu ihr.

      Ironic blubberte freundlich, als er Billie entdeckte. Als die ihm aber keinerlei Beachtung schenkte, sondern lieber ein paar vertrocknete Grashalme abrupfte, bekam er sich auch schnell wieder ein und spielte lieber mit dem Wassereimer, dem ihn ein Stallbursche hinhielt.

      Cat lächelte Idony müde an. „Du siehst ja richtig frisch aus.“

      „Kann ich von dir nicht wirklich behaupten,“ sagte Idony. „Schwere Gruppe?“

      „Die Gruppe nicht unbedingt,“ Cat nahm ihren Reithelm ab und fuhr sich durch die Haare. „Eine Stute, ich glaub ein Vollblut. Rote Schleife im Schweif, also sollte ich nicht so überrascht sein, aber im Schritt schien sie noch besser drauf zu sein.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Ich musste noch keinen retten, aber wir haben ja noch ein paar Kilometer vor uns.“

      „Dann solltest du ganz schnell irgendwo Holz finden und drauf klopfen.“

      „Bietest du mir deinen Kopf an?“

      Idony rollte mit den Augen, dann streckte sie die Hand nach Ironics Zügeln aus. „Los, hol dir noch was zum Essen bevor nichts mehr da ist.“

      -- Leslie --

      Ja gut, vielleicht hatte Leslie den Aufwand einer solchen Jagdorganisation ein bisschen unterschätzt. Mittlerweile war es nach 12 Uhr mittags und bis auf ein paar Gurken bei der Essensvorbereitung hatte sie immer noch nichts zwischen die Zähne bekommen. Wenn sie nicht Essen ausgab, dann schleppte sie Getränkekisten, Wassereimer oder was auch immer die alte Wright sie auch machen ließ.

      „Wenn das hier rum ist,“ sagte sie leise und bedrohlich, als Beau ihr noch eine Wasserkiste in die Brust stieß, „dann schuldest du mir ein drei Gänge Menü. Selbst gekocht. Alles andere akzeptiere ich nicht als Entschuldigung.“

      Beau, der sonst eigentlich sehr gefestigt wirkte, bekam seine kleine Sorgenfalte zwischen den Augenbrauen. Jackpot. „Irgendwie sowas sollte ich hinkriegen.“

      Das hoffe ich für dich.“

      -- Idony --

      Der zweite und letzte Abschnitt begann ein bisschen ruhiger als der erste – zumindest für Idony. Im Schritt ging es wieder zurück in das kleine Wäldchen, an einer Abzweigung jedoch geradeaus statt rechts.

      Wie als hätten die Pferde nie etwas anderes gemacht, kletterten sie einen Wall hinab, galoppierten dann geschlossen und ruhig an und nahmen die ersten paar Hindernisse des letzten Streckenabschnitts mit Leichtigkeit. Erst kurz vor der letzten Galoppstrecke verweigerte eine große Rappstute weiter vorne im Feld. Ihr Reiter fing sich gerade noch über dem Hals hängend. Die Stute ging zwei Schritte mit hochgerissenem Kopf rückwärts. Idony nahm schon Billies Zügel an, kurz davor, einzugreifen – immerhin kamen schon die nächsten Pferde, die auch über das Hindernis springen wollten, und so ein Stau konnte ziemlich blöd hinausgehen – doch dann trieb der Reiter die Stute schon seitlich und machte einen großen Bogen um den Zaun und kurz darauf nahmen beide wieder ihren Platz im Feld ein.

      Als von Logan an der Spitze das Kommando zum Suchen kam, saßen plötzlich alle aufrechter im Sattel. Alle nahmen ihre Pferde zurück, ließen die Galoppsprünge verkürzen, und sahen sich links und rechts im Gebüsch des Waldes um. Wo genau der Fuchsschwanz versteckt war, wusste Idony auch nicht; sie selbst verließ sich also darauf, dass Billie sich mit dem hintersten Platz im Feld abgefunden hatte, stellte sich in die Bügel und reckte selbst den Hals, um besser sehen zu können. Bis auf ein paar orangefarbene Blätter fand sie aber nichts, und auch die Teilnehmer gingen leer aus. Ein wenig enttäuscht setzte sich Idony wieder in den Sattel ein. Billie spielte kurz mit den Ohren, erwartete eine Parade, galoppierte aber dann letzten Endes ruhig weiter.

      Wenige Meter voraus endete der Wald schon; dann waren sie eigentlich schon wieder mitten auf dem Gestüt. An den leeren Paddocks vorbei, um das Haupthaus herum, dann tauchte auch schon das Dressurviereck vor dem Feld auf, mit dem aufgebauten Sprung. Einer nach dem anderen, wie in den letzten Stunden, sprangen die Pferde darüber. Als Idony und Billie auf dem anderen Ende des Hindernisses ankamen, waren die ersten Reiter schon abgestiegen.

      Wenige Minuten, nachdem ein paar Jocks die ersten Eichenbrüche verteilten, kam auch das zweite Feld an – ebenfalls erfolglos, wie sich schnell herausstellte. Trotzdem schien die Stimmung heiter zu sein; die Reiterin mit der nervösen Stute aus Idonys Feld erzählte im größten Detail und mit ausladenden Armbewegungen jedem im Umkreis von fünf Metern, wie sie sich dreimal schon fast am Boden liegen sah.

      Erst, als dann zwanzig Minuten nach dem ersten Feld Esther und ihre Gruppe auf dem Platz eintrafen, schwenkte jemand ein orangefarbenes Stück Pelz hin und her. Als die Gruppe sich dann auch langsam lichtete, bekam Idony einen ersten Blick auf den Gewinner: die Reiterin war noch jung und saß auf einer hellen, schweren Buckskinstute. Sie grinste, umklammerte den Fuchsschwanz eisern und unterhielt sich angeregt mit der Frau, die Idony heute Morgen im Stall getroffen hatte. Auch das Pferd kam Idony bekannt vor – da musste sie später gleich mal gucken, ob die Stute nicht sogar neben Minou einquartiert wurde.

      Esther platzierte sich wieder in die Mitte des Vierecks. Als jeder Teilnehmer seinen Eichenbruch in der Hand hielt, verkündete sie die Siegerin – Tamara Meyrohe aus Deutschland, deren Stute tatsächlich nur ein paar Boxen neben Benihana stand – und bedankte sich bei allen, die irgendwie geholfen hatten. „Und zur Feier des Tages lade ich Euch alle herzlich zum Jagdgericht ein – nachdem die Pferde versorgt wurden, versteht sich.“

      Ein wirkliches Jagdgericht im klassischen Sinn war es nicht – Idony hatte sich noch nicht mit Bree und Cat unterhalten können, ob es in deren Feldern irgendwelche Vergehen gab, aber das konnte sie sich kaum vorstellen – sondern eher ein Dinner im Herrenhaus. Die Piköre waren ebenfalls eingeladen – trotzdem ließ sich Idony viel Zeit im Stall, stopfte Billie Stroh unter die Abschwitzdecke und weichte die Kühlgamaschen in aller Ruhe ein.

      Ein bisschen verspätet und mit eiskalten Fingern kam Idony dann im Speisesaal an. Cat hatte ihr einen Platz freigehalten, direkt vor dem Teller mit Hühnchen. Um sie herum hatten die anderen schon mit dem Essen begonnen, also lud sie sich sofort ein bisschen Fleisch, Gemüse und Brot auf, ohne noch groß nachzudenken. Der Hunger war erst gekommen, als sie vor dem Speisesaal gestanden war und das Essen gerochen hatte. Komisch, wie man einfach vergessen konnte, hungrig zu sein.

      -- Leslie --

      Leslie, auf Cats anderer Seite, lud sich ihren Teller dreimal mit allem Möglichen auf, probierte jedes der drei verschiedenen Desserts und schnappte sich anschließend noch das übrige Mousse au Chocolat von Beaus Teller. Das schuldete er ihr ja schließlich.
    • Eddi
      Tierarztbericht 02.02.2018 - Pferdepraxis Sapala
      3027 Zeichen

      Heute ging es für mich nach langer Zeit mal wieder auf das Gut Sanssouci. Elena hatte vor kurzem bei uns angerufen und um einen Vorsorgetermin für drei Stuten gebeten. Da es in der Praxis aktuell recht ruhig zu ging, hatten wir schnell eine gemeinsame Zeit gefunden und so machte ich mich heute auf den Weg zu ihr und ihren Sportpferden.
      Wie immer wurde man herzlich begrüßt, dieses Mal von zwei kleinen Akitas, die anscheinend alle Neuankömmlinge sehr liebten und schnell mal die Benimmregeln vergaßen. Auch Elena kam aus dem Stall und begrüßte mich. "Die drei sollen demnächst auf Prämierungen gehen und dementsprechend benötigen wir noch die aktuellen Gesundheitszertifikate", erklärte sie fix und ich nickte es ab.
      Gemeinsam gingen wir in den Stall, wo schon die erste Stute wartend am Putzplatz stand. Es handelte sich um Minstrel, eine schicke Trakehnerstute, die noch gar nicht so lange in Elenas Besitz war, sich aber hervorragend gemacht hatte. Ich packte meine Sachen aus und machte mich dann direkt an die Arbeit. Zuerst schaute ich kurz in Maul, Augen und Ohren und dann hörte ich Herz und Lunge der Stute ab. Danach tastete ich fix die entscheidenden Lymphknoten ab, ehe ich noch die Körpertemperatur kontrollierte.
      Routinemäßig führte Elena mir die Stute noch einmal in Schritt und Trab vor, ehe ich nur noch kurz einen Blick in den Impfpass warf und das Pferd dann abnickte. Minstrel war vollkommen gesund und bereit für die Prämierung. Während Elena die Stute wegschaffte, stellte ich bereits das erste Gesundheitszertifikat aus, setzte brav meine Häkchen und Unterschrift darunter.
      Als nächstes war Long Island Icetea an der Reihe. Ich kannte die Reitponystute schon seit ihrem Fohlenalter und war jedes Mal wieder überrascht, was für eine stattliche Stute aus ihr geworden war. Dahingehend konnte man Elena wirklich nur loben, ihren Pferden ging es immer top und der Hauptgrund dafür war ihre gute Haltung und das gute Training.
      Auch Long Island Icetea untersuchte ich fix, hörte sie ab und ließ sie mir vorführen. Danach bekam auch sie ihr gestempeltes und unterschriebenes Zertifikat und durfte zurück in ihre Box. Als letztes stand noch einmal ein Trakehner vor mir. Wieder eine Stute, diesmal ein Rappe: Couleur du Deuil. Sie beschrieb den langen Kindheitstraum von Elena, eine schwarze Trakehnerstute, die verrückt genug fürs Gelände war.
      Nichtsdestotrotz benahm sich die Stute unter Aufsicht ihrer Besitzerin sehr vorbildlich, ließ sich ebenso problemlos untersuchen, abhören und vorführen und so waren wir ratzfatz mit allen drei Pferden durch. Auch der Rappe durfte wieder in die Box und ich machte noch das letzte Zertifikat fertig. Dann überprüfte ich alle noch einmal, ehe ich sie Elena in die Hand gab.
      Sie bedankte sich herzlich bei mir für meine Zeit und ich gab den Dank gerne zurück, ehe ich mich verabschiedete und mich dann auch schon wieder auf den Heimweg zu machen. In der Praxis wartete noch genügend Arbeit auf mich. Leider insbesondere der Papierkram, den man gerne vor sich herschob.
    • Elii
      Pflegebericht 20. April 2018 - Frühling
      3098 Zeichen

      Rockford, Paint it Black, Real Steel, Romerico, Liberté’s Cresant Moon

      Show me Heaven, Lichterloh, Dark Chocolate, Long Island Icetea

      Dark Decission, Dark Intention, Cloud Nine, Burnin’ Diome, Flavor of the Weak, Flavor of the Month, Clouded Sky, Kalzifer, Csíny, Császári

      Colored Belle, Dark Jewel, Minstrel, Alors on Chante, Ékes, Colour GH’s Baila Conmigo, Rockabella, Golden Lights, Jacarta, Dark Rubin, Tavasz, Poppysmic

      Crescent Jewel, Golden Cascade, Dajeen, Weltwunder, Couleur du Deuil, Éllovas

      Abendsonne, Flavored Coffee, Darkest Hour, Clouded Mind, Cover the Stars, MIllenium Falcon


      Ich war unglaublich glücklich darüber, dass endlich der Frühling in Kanada angekommen war. Auch wenn ich morgens noch in Pulli und Jacke das Haus verließ und ich mich mit zunehmender Tageszeit weiter auszog, konnte es nichts an meiner guten Laune ändern.
      Mein erster Gang am Morgen war zu den Stuten mit ihren Fohlen. Alors, Golden, Rubina und Jacarta standen gemeinsam im Offenstall und passten in ihrer Mutter-Kind-WG gegenseitig auf die Kleinen auf. Rubina hatte ihr Fohlen Darko bei sich etwas mehr als einen Monat bei sich, doch schon jetzt ging er ihr gehörig auf die Nerven. Ihr kam es also ganz Recht, dass auch die anderen Stuten, und vor allem die Fohlen, mit ihrem Fuchshengst auskommen mussten. Mino, der Sonnenschein der WG wurde von jeder Stute nur zu gerne beaufsichtigt, hauptsächlich weil er fast immer schlief. Kaffee hatte in Sonne eine verbündete gefunden, sodass sie meist zusammen hinter Alors oder Golden standen.
      Nachdem die Kleinsten samt Muttis versorgt waren, begann das Training für den Rest der Mannschaft. Besonders auf Dulli, Eistee und Paint it Black hatte ich ein Auge, da diese Drei diesen Sommer auf die Körung sollten und bestmöglich darauf vorbereitet werden sollten. Doch auch bei den anderen konnte ich nicht weniger nachlässig sein. Mit Rockabella und Rockford verschlug es mich diesen Sommer auf jede Menge Working Equitation Turniere, auf denen ich mich nicht blamieren wollte. Mit zwei Warmblütern fiel man schnell auf unter den Spaniern und besonders, wenn man eigentlich in der Englisch-Szene bekannt war. Das letzte Wochenende war ich erneut auf einem Rinderkurs. Rockabella kannte die gehörnten Vierbeiner schon, für Rockford war es etwas ganz Neues. Doch der Buckskin Hengst schlug sich super und wurde vom Trainer mehrmals gelobt.
      Es war momentan sehr hektisch, doch ein Glück nahmen mir Colin und Nate sehr viel ab. An manchen Tagen sprang ich vom einen Pferd ab und saß direkt wieder auf dem Nächsten. Heute war es etwas ruhiger und ich konnte mich voll und ganz auf meine Pferde konzentrieren.
      Deci, Tiny, Wölckhen und Diome wurden von Nate am Vormittag übernommen, der Nachmittag gehörte Flavio, Waka und kleine Wolke.
      Colin kümmerte sich um Kalzifer, Csíny, Császári und Rando. Nachmittags waren dann noch Cressi, Baila und Minstrel an der Reihe.
      Für mich hieß das, dass ich am Morgen auf Heaven, Choc und Ékes saß und meinen Nachmittag mit Tavasz, Poppy, Belle und Jewel verbrachte. Nach dem Abendessen ging es noch eine Runde ins Gelände mit Dajeen und Weltwunder als Handpferd.
      Dieses Jahr würden viele Pferde die ersten Schritte ins Reitpferdeleben gehen, darunter Ducky, Éllovas und Falke. Crescent Jewel und Romerico würden weiter am verbessern des bereits gelernten Arbeiten und Stern genoss das letzte Jahr einer reinen Kindheit. Auch wenn diese Pferde noch nicht hauptberuflich Reitpferd waren, wurde ihr Alltag mehr und mehr davon übernommen und das reine Leben auf der Koppel näherte sich dem Ende. Einerseits war ich froh, wieder junge Pferde ausbilden zu dürfen, andererseits war es auf den alten Hasen um einiges entspannter.
    • Eddi
      Tierarztbericht 26.08.2018 - Pferdepraxis Sapala
      4081 Zeichen

      Schon lange war ich nicht mehr auf Gut Sanssouci zugegen gewesen, doch heute führte mich mein Weg mal wieder hierher. Diesmal direkt für drei Pferde, die für die kommenden Körungen ihren TÜV benötigten. Kurz nachdem ich auf dem Hof geparkt hatte, wurde ich auch schon von Elena gefunden und begrüßt. Wir tauschten kurz Neuigkeiten aus, ehe wir auch schon im Stall ankamen. Dort hatte Elena für mich auch schon den ersten Patienten am Putzplatz angebunden.
      Es handelte sich um dunklen, großen Hengst Paint It Black. Tiefenentspannt stand er am Putzplatz und würdigte uns nur eines kurzen Blickes. Zunächst überprüfte ich den Allgemeinzustand des Hengstes. Dabei hörte ich Herz und Lunge ab, kontrollierte Haut und Fell und stellte ebenso Temperatur, Puls und Atemfrequenz fest. Bisher war alles im Normbereich.
      Also kontrollierte ich Augen, Atmung, Herz und Maul auf eventuelle Abweichungen, ehe ich Beine und Rücken des Pferdes abtastete. Nachdem das erledigt war, bat ich Elena, mir den Hengst vorzutraben. Erst auf gerader Strecke, danach auf einer engen Wendung. Im Anschluss musste Paint It Black noch die Beugeprobe über sich ergehen lassen, aber alles war einwandfrei - wie erwartet.
      Da Elena für die Körungen jedoch auf Nummer sicher gehen wollte, hatte mich heute mein mobiles Röntgengerät begleitet. Standard waren zehn Aufnahmen von den Beinen. Dabei lag der Fokus zunächst auf Huf und Fessel und dann noch die Sprunggelenke der Hinterbeine. Da Paint It Black vorbildlich stand, waren wir wirklich schnell mit dem Röntgen fertig und konnten mit den Impfungen weitermachen. Tetanus und Tollwut waren noch frisch und so musste der Hengst nur gegen Influenza und Herpes geimpft werden. Abschließend bekam er noch die Wurmkur und war dann auch schon rundum fertig mit der Behandlung.
      Paint It Black durfte zurück auf die Weide und machte so Platz für den Ponyhengst Crescent Jewel. Ein schicker Brauner, welcher uns, oder eher mich, vorsichtig musterte. Auch bei ihm untersuchte ich zunächst den Allgemeinzustand und schaute, ob alles der Norm entsprach. Wie bereits sein Vorgänger war auch Crescent Jewel mehr als fit und im besten Zustand.
      Also konnten wir mit dem Röntgen weitermachen. Jedoch waren weder die Bleischürzen, noch das Röntgengerät beruhigend für den Hengst und so gewöhnten wir ihn erst einmal vorsichtig daran, ehe er ruhig stand und wir die Aufnahmen machen konnten. Nach kurzer Gewöhnung lief auch das problemlos ab und wir konnten mit der Arbeit fortfahren.
      Auch Crescent Jewel musste aktuell nur gegen Influenza und Herpes geimpft werden und bekam abschließend noch seine Wurmkur ins Maul, ehe auch er schon fertig mit allem war und uns verlassen durfte. So kamen wir schon beim letzten Pferd an: Couleur du Deuil. Man sah sofort, dass vor uns ein Trakehner stand, was eventuell auch an den weit geblähten Nüstern lag, als die Stute um die Ecke kam und gleich erst einmal Theater machen wollte.
      "Das ist ja mal sowas von dein Pferd", lachte ich Elena an und dann begannen wir auch schon mit der Untersuchung. Couleur du Deuil war zwar blütig durch und durch, aber benahm sich dennoch vorbildlich. Nur beim Vorführen kam das Blut ein wenig mehr durch, aber Elena wusste die schwarze Stute bestens zu händeln.
      So stand die Dame dann auch vorbildlich bei der Untersuchung und beim Röntgen und ich konnte meine Arbeit ohne Zwischenfälle erledigen. Ebenso zuckte sie bei den Impfungen nicht einmal mit der Wimper. Dabei mussten bei ihren neben Influenza und Herpes auch die etwas schmerzhaftere Tetanusimpfung erneuert werden.
      Auch Couleur du Deuil bekam zum Abschluss noch die Wurmkur und war dann fertig. Während Elena ihre Stute danach wegschaffte, erneuerte ich noch die drei Impfpässe und gab sie Elena zurück. "Die Röntgenergebnisse schicke ich dir spätestens übermorgen per Post zu. Aber ohne die Spannung zu nehmen vermute ich, dass alle drei sich in bester Verfassung befinden werden".
      Damit verabschiedete ich mich dann auch schon wieder von Elena und machte mich zufrieden auf den Weg zum Auto und damit auch in meine wohlverdiente Mittagspause.
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  • Album:
    1.6 Nachwuchspferde
    Hochgeladen von:
    Elii
    Datum:
    12 März 2017
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    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

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    Rufname: Dulli
    geboren: März 2013

    von: Rasputin – Trakehner

    von: Raven, aus: Marah

    von: unbekannt, aus: unbekannt | von: Yin Yang, aus: Miami Blood Moon

    aus: Colored Belle – Hannoveraner

    von: Giacomo Casanova, aus: Jumping to Conclusion

    von: Ramires, aus: Cassini's Girl | von: Smith, aus: Juggling Maid

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    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Rappe
    Stockmaß: 173cm

    Besitzer: Elii
    Ersteller: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Beschreibung
    Coleur du Deuil vereint erprobtes Hannoveranerblut mit spritzigem Trakehner.
    Am Sprung bringt sie vollen Einsatz und zeigt deutlich, wie viel Potential in ihr steckt. In der Dressur liefert sie stabile Ergebnisse, was ausreicht, um in Vielseitigkeitsprüfungen vorne mit dabei zu sein.
    Die Stute ist nicht von jedem zu händeln. Das Trakehnerblut zeigt sich im Gelände besonders deutlich. Durch ihr hohes Tempo gepaart mit engen, risikoreichen Wendungen und einer großen Portion Eigenwillen, wurde sie von vielen als "wahnsinnig" abgestempelt. Weiß man damit umzugehen, so ist sie ein unglaublicher Partner und ein Pferd, an das kein anderes so schnell rankommt.

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    Erfolge

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    2. Platz 413. Springturnier
    3. Platz 423. Springturnier
    3. Platz 424. Springturnier
    2. Platz 356. Militaryturnier
    2. Platz 368. Militaryturnier
    1. Platz 374. Militaryturnier
    2. Platz 376. MIlitaryturnier

    Springen E – Dressur E – Military A

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    6 Punkte Abstammung + 7 Punkte Schleifen + 1 Punkt Training + 2 Punkte TA + 2 Punkte HS + 2 Punkte Bewegung = 20 Punkte

    offizieller Hintergrund
    Zubehör