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Sosox3

Cornet

Cornet
Sosox3, 17 Aug. 2017
Ezi, Tassila, peachyes und 8 anderen gefällt das.
    • Sosox3
      [​IMG]1. Tierarztbericht[​IMG]
      November 2017
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      7. 11.2017 | Quinzel | 6156 Zeichen
      Wir fuhren mit hundert-zwanzig Sachen auf der Autobahn. Mission war eine Kaufuntersuchung für einen jungen Oldenburger namens Cornet. Aus der Stereoanlage dröhnten die top fünfzig 80er Jahre Hits, grade war Barbra Streisand mit „Woman in Love“ zu hören. Aus dem Augenwinkel konnte ich beobachten wie meine Assistentin Kathrin, zarte dreiundzwanzig Jahre jung, leicht beschämt aus dem Fenster blickte. Zielort war Roanoak Stables, ein Zuchtgestüt, das sich auf die Oldenburger spezialisiert hatte und bekannt für seine Erfolge im Springsport war. Wir bogen links in die Einfahrt ein, wo wir bereits erwartet wurden. Ein junger Mann, grade mal Anfang zwanzig, stand bereits dort und lächelte uns an. Der junge Mann stellte sich als Nathan Scott vor und rechte mir die Hand. Ich erwiderte die Begrüßung und stellte mich und meine junge Assistentin vor. Nach einem kurzen Gespräch wurden wir zum Putzplatz geführt, wo Cornet, der drei jährige Hengst bereits auf uns wartete. „Also Impfungen gegen Tetanus, Influenza und Herpes, eine Wurmkur, eine Zahnkontrolle, eine Blutprobe und zuletzt wird der Gute auch noch gechippt – das volle Programm also“, informierte ich meine Assistentin, diese nickte nur. Ich stelle meine Tasche neben mir ab und musterte Cornet. „Auf den ersten Blick sind keine Mängel zu erkennen“, informierte ich den Hofbesitzer. Auch seine Haltung, Knochen und Gelenke sah sehr gesund aus. Danach untersuchte ich die Schleimhäute nach Feuchtigkeit und Infektionen. Die Farbe hatte ein gesundes Pink – es waren keine Auffälligkeiten zu finden. Darauf untersuchte ich die Augen. Ich hob das Augenlid hoch und untersuchte die Sklera, dies wiederholte ich dann beim rechten Auge. Nachdem ich an verschiedenen Stellen Cornets Puls gemessen habe, konnte ich auch einen gesunden Puls von 32 Schlägen pro Minute feststellen. Ich hörte noch die Lunge und den Magen-Darm-Trakt ab, auch hier war nichts Auffälliges zu hören. „Cornet macht durchschnittlich 12 Atemzüge pro Minute, das ist im grünen Bereich“, informierte ich meine Assistentin Kathrin, die eifrig Notizen machte. Zu guter Letzt kontrollierte ich noch die Temperatur an verschiedenen Körperstellen. Nachdem ich dann alles abgetastet und abgehört hatte, gingen wir über zur Blutabnahme. Kathrin entpackte die Spritze für mich und holte Vacutainer und Medibox aus meiner Tasche. Ich bedankte mich bei ihr und drehte mich dann zu Nathan. „Passen Sie auf, dass er ruhig bleibt. Wir nehmen ihm jetzt Blut ab.“ Als nächstes desinfizierte ich die Stelle am Hals mit Alkohol und tippte mehrmals die Stelle an, wo die Nadel eingeführt wird, damit sich Cornet allmählich daran gewöhnt. Kathrin drückte die Drosselvene zu, dass sie leicht anschwoll. Vorsichtig stoß ich die Spritze in die Vene und zog den Kolben zurück. Cornet zuckte kurz zusammen, stand das aber tapfer durch. Ich legte meinen Daumen auf die Stichstelle und zog die Spritze vorsichtig raus. Meine Assistentin presste ein Mull auf die Stichstelle, während ich die Flüssigkeit in den Vacutainer füllte und die Spritze in der Medibox entsorgte. „Das hast du gut gemacht! Aber das ist heute leider nicht die letzte Spritze“, lobte ich den jungen Hengst. Nun ging es weiter mit der Wurmkur. „Sie haben mir seine Größe und sein Gewicht telefonisch durchgegeben und wir haben uns auf Fenbendazole geeinigt. Von einer Resistenz ist ja nicht auszugehen. Wir haben die Paste in diesem Präparat vorbereitet.“ Ich deutete auf die Plastik-Spritze in meiner Hand. Ich klärte noch ab, wann Cornet zuletzt gegessen und getrunken hatte, danach stand der Wurmkur nichts mehr im Wege. Cornet war ruhig und ließ mich das Präparat einführen. Nachdem ich die Paste introduziert habe, hob Kathrin Cornets Kopf hoch. „Das wäre dann auch geschafft.“ Der Hengst reagierte gut auf die Paste und spuckte sie nicht aus. „Gut, jetzt impfen wir dich. Das machst du alles sehr gut!“ Kathrin gab mir eine neue Spritze in die Hand, ich entfernte den Deckel der Nadel und füllte sie mit der korrekten Dosis aus der Impfflasche. Ich klopfte die Spritze an, damit keine Luft mehr darin ist und die letzten Bläschen verschwinden. Kathrin hatte die Stelle am Hals bereits mit einem in Alkohol getränktes Mull bearbeitet. Wieder klopfte ich leicht auf die Stelle, wo die Nadel hinkommt, ehe ich dann die intramuskuläre Injektion durchführte. Diesen Prozess wiederholte ich dann für die Herpes- und Influenzaimpfung. Mithilfe des Besitzers blieb der Oldenburger ruhig und wurde dementsprechend belohnt. Anschließend reichte Kathrin mir die Maulsperre und als erstes kontrollierte ich, ob alles an Ort und Stelle war, wo es hingehörte. Seine Zähne waren unversehrt und alles in allem waren keine Probleme zu erkennen. Danach bearbeitete ich noch die untere rechte Kaufläche und korrigierte diese so, dass diese wieder eben war. Zu guter Letzt brauchte der junge Hengst noch ein Chip. Ich identifizierte die Stelle am Hals, wo der Chip hinkam und desinfizierte die Oberfläche wieder mit Alkohol. Knapp einen Daumen unterhalb des Haaransatzes setzte ich den Chip ein, Cornet zuckte nur kurz zusammen, da war der Chip schon unter der Haut. Mit dem Lesegerät kontrollierte ich, ob der Chip sich scannen ließ. Dies klappte ohne Probleme und ich trug die Nummer in seinem Pass ein. Das war es auch schon und der Hengst durfte zurück in seine Box. Ich erklärte Nathan, dass sein Oldenburger topfit war und seiner Karriere im Sport nichts im Wege stand, aber dass er es mit dem Training die nächsten Tage langsam angehen soll wegen der Impfungen. Anschließend füllte ich den Impfpass aus und erinnerte Nathan daran, dass die Impfungen gegen Herpes und Influenza in 6 Monaten wiederaufgefrischt werden müssen. Außerdem sagte ich ihm, dass ich binnen der nächsten 7 Tage noch einmal telefonisch auf ihn zukommen würde wegen der Laborergebnisse, ehe er sich bedankte und wir uns verabschiedeten. Das Blutbild sah wie erwartet sehr gut aus. Die Leukozyten und Erythrozyten Werte lagen im Normalbereich und der Hämoglobin Werte entsprach auch dem korrekten Wert der Leukozyten. Die Unterlagen wurden an Roanoak Stables geschickt mit der Mitteilung, dass Cornet kerngesund und fit ist.
    • Sosox3
      [​IMG]1. Hufschmiedbericht[​IMG]
      Dezember 2017
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      Das Feuer begann schon bald in der Esse zu glühen. Vor etwa einer halben Stunde hatte ein netter Bursche namens Nathan Scott, Rúrik in Empfang genommen. Der hatte nicht schlecht geschaut mit welchem Equipment der Hüne auffuhr. “Am besten, bringst du mir das Pferd hier ran und hältst ihn fest.” brummte Rúrik dem Leichtgewicht zu. Nathan nickte. In der Zwischenzeit räumte Rúrik die Esse aus dem Transporter, den Blasebalg und auch den großen Holzblock mit dem Amboss darauf. Den Sack mit Kohle kippte er gerade in die Esse und hatte das Feuer entzündet als er das klippklapp von Hufen mit Eisen wahr nahm. Der bärtige Mann hob kurz den Blick, band sich die Schürze enger um die Hüfte und beobachtete das Pferd.

      Nathan führte einen hübschen Apfelschimmel neben sich her. Sein feiner Kopf schaute nach vorn, seine Ohren spitzen sich nach vorn als er dem Fremden gewahr wurde.”Mhm, wunderschönes Tier.” brummte Rúrik wohlgesonnen in seinen Bart, nicht ganz sicher ob auch Nathan die Worte gehört hatte. “Die Esse braucht noch ein wenig. Lass mich den Burschen erst begutachten. Lauf im Dreieck, einmal von mir fort, sodass ich ihn seitlich sehe und auf mich zu. Einmal im Schritt und einmal im Trab. Nathan wechselte die Seite damit er beim Dreieck nicht im Weg war und die Sicht blockierte.

      Aufmerksam nahm der Hühne sein Kundenpferd in Betracht, der Hengst hatte einen kräftigen Schritt mit genügend Go, sein Trab war balanciert, seine Hinterhand noch ein wenig flach während des Laufens. “Genug bring ihn mal her.” wie bei einem Hund gab der Hühne dem Hengst die Hand, wachsam schnupperte er daran, schnaubte - diese Reaktion kannte der Schmied von den sensiblen Tieren, sie rochen das Feuer an ihm. Ein Element vor dem sie unter normalen Umständen flüchteten, der Hengst jedoch sah beinahe neugierig in die Esse hinein. Rúrik besah sich auch nochmal die Beine einzeln, dann griff er nach seinem Wekzeug um die Eisen zu entfernen, die bereits drauf waren. Wohlwollend nahm er wahr, dass auch sein Vorgänger gute Arbeit geleistet hatte.

      Anschließend verschwand er in seiner Werkstatt im Transporter, wählte drei Eisen und schaute welche davon besser an die Hufe des Hengstes passen würden. Anschließend nahm er sich seinen Bock, stellte den Huf darauf und brachte sie ihn eine natürliche Form. Während der Arbeit zappelte der Hengst ein wenig herum, was der Hühne mit seiner Geduld einfach geschehen ließ. Als der Hengst noch einmal den Fuß weg zog, ließ er ihn erst auf den Boden. “Hör zu mein Junge, ich weiß das ist furchtbar spannend, aber steh ruhig, dann sind wir schnell durch.” lachte Rúrik, strich dem Hengst über die Stirn und fuhr fort. “Cornet ist noch nicht lange hier, daher ist er etwas aufgeregter.” Rúrik winkte nur ab - er war schlimmere Pferde gewohnt.

      Dann fuhr er mit dem eigentlichen Teil der Arbeit fest, erhitzte das Eisen in der Esse, hielt es mit der Zange sicher fest und führte den ersten Schlag aus. Cornet zuckte kurz zusammen, dann beobachtete er die Arbeit des Schmiedes. Anders der gängigen Meinung drosch Rúrik nicht auf das Eisen ein, es brauchte sachte, langsam platzierte Schläge um dem Eisen die Wunschform zu verpassen.

      Allerdings brauchte es nach dem Anpassen an den ersten Huf etwas länger die Stollen in das Eisen zu drehen. Zweimal flutschen ihm die kleinen Teile aus der Hand, auf den Boden und er musste sie erst von dort auslesen. Die restlichen Hufe gingen ihm fix von der Hand - denn er ließ einfach Nathan die Stollen eindrehen. Erstaunlich ruhig stand der Hengst während des Nagels. Nach Beednung gab Rúrik ihm ein Stück der Karotte in seiner Arbeitsschürze. “Vielleicht ein wenig warm, aber schmecken tut sie wohl.” lachte er als der Hengst das Stück gierig nahm. “Ich habe für hinten zwei Eisen genommen die etwas schwerer sind, damit auch die Hinterhand ein wenig aktiviert wird. Aber wenn er eh noch neu ist, macht ihr euch im Training eh erst vertraut.”
      4280 Zeichen by Ravenna
    • Sosox3
      Even though all the Beauties are unearthing

      Den Pferdehänger mit zwei Hengsten voll, erreichten wir unser Zuhause wieder. Mister Blockhead war nun schon länger bei uns und hatte sich so langsam eingelebt. Arquera kam den ersten A-Dressuren schon nahe und verstand so langsam was wir eigentlich von ihr wollten.

      Nathan| „Jetzt haben wie zwei Hengste mehr…“, Brooke rollte die Augen. „Immerhin ist der eine Dressurveranlagt und der andere im Springen eine eins. Der Schimmel ist einfach von Cornet Obolensky. Einem Spitzen Springvererber und Champion im Springsport.“ Ich bemerkte kaum wie ich ins Schwärmen gelang. „Wie viel Uhr haben wir jetzt eigentlich? Ich hasse den Winter…“ „Wir haben 18 Uhr. Wir müssen gleich die Pferde füttern und ich mach mit Mister Blockhead heute noch eine Einheit. Aber erst lad ich die Hengste noch aus. Mit beiden direkt in die Quarantäneboxen. Ich hab Rabea Bescheid gesagt, dass sie die zwei fertig macht nachdem sie mit Abs was gemacht hat.“ „Cool, ja ich bring Gunfight gleich noch für eine Stunde aufs Paddock.“ Der Gedanke gefiel mir. „Wir sind mal wieder einen Batzen Geld los geworden…“, murmelte Brooke leise. „Ja, aber die bringen uns das wieder ein. Glaub mir!“ So viel Optimismus gefiel ihr wohl nicht. Ich lenkte die Einfahrt unseres Hofes ein und verlangsamte das Tempo unseres Gefährts und hielt auf dem Parkplatz an. Wir ernteten neugierige Blicke von Christina, Gwen, Rabea und Collin. „Wie viele sinds?“, fragte Collin grinsend. „Nicht so viele wie du denkst“, knötterte Brooke. „Zwei Hengste mit top Abstammungen.“ Er lächelte und half uns dann die beiden Pferde auszuladen. „Wohin sollen die beiden jetzt?“, fragte Collin mich hektisch, denn Cornet tänzelte stark neben mir. „Auf’s Paddock, die sollen sich austoben, sonst randalieren die uns noch die Boxen kaputt.“ „Alles klar.“ Brooke brachte in der Zwischenzeit Gunfight aufs Paddock und man merkte, an wen sie ihr Herz verschenkt hatte. Sie stand stundenlang am Zaun und beobachtete ihn und seine grazilen Gänge. „Brooke, komm jetzt. Du musst die Pferde füttern!“. „Ja, ich mach das jetzt“, sagte sie und machte sich endlich ans Füttern.

      Heute kam auch noch ein weiterer Einsteller zu uns. Es war alles ziemlich turbulent und die Stute würde uns auch zur Zucht zur Verfügung stehen. Ban hatten wir noch nicht gesehen, aber seine Stute Optibase stand schon neben Attentivenly in der Box und kaute gemütlich ihr Heu aus dem Heunetz. „Hübsches Tier, darf aber eigentlich kein Oldenburger sein“, murmelte ich in mich hinein. Die Farbe war nicht zugelassen im der Zucht von den Tieren, aber vielleicht hatte es auch keinen Oldenburger als Vater gehabt. Mister Blockhead war schon fertiggemacht; Seine Dicke Mähne war zu einem französischen Zopf zusammengebunden und er trug unsere schönen Stallfarben als Schabracke in Navy. „Gut siehst du aus“, grinste ich den genervt dreinblickenden Tinkerhengst an, der seine Ohren nach hinten gestellt hatte und zeigte, dass er absolut, keine Lust hatte, jetzt etwas zu schaffen. Aber heute war seine ‚Generalprobe‘. Denn das nächste Mal ritt Mr. Crowley in selber um sich zu vergewissern, dass er die Lektionen auch beherrschte. Ich stieg auf und ritt ihn im Schritt warm, seine Motivation hielt sich in Grenzen. Dabei übte ich die verschiedenen Tempi. Ich ritt im Mittelschritt durch die mit Licht geflutete Halle. Bei F trabte ich im Arbeitstempo an und trieb ihn noch etwas schwerfällig im unteren Zirkel. An der Stellung und Biegung hatten wir gut gearbeitet, der Galopp auf dem Zirkel gestaltete sich auch gut. Er buckelte zwar noch beim angaloppieren, wie er es am Anfang auch tat, aber daran arbeiteten wir noch ein bisschen. Ich parierte ihn durch in den Arbeitstrab und ritt bis K. Bei H parierte ich ihn erneut durch. „So ist gut“, murmelte ich. Bei F ging ich durch die ganze Bahn im Wechsel und Mister Blockhead trat dabei im Mittelschritt gut unter. Übergänge gefielen dem Rapphengst überhaupt nicht. Mal machte er sie mit, mal nicht. Umso mehr quälte ich uns beide durch die Trab-Halt und Schritt-Halt Übungen, denn so kamen wir auch an unsere letzten Schritt-Galopp Übergänge, die er sogar mit Bravour bestand und mal ein bisschen Motivation zum Vorschein kam. Ich lobte ihn und klopfte ihm an den Hals. Die Zügel kaute er auch artig aus der Hand. Nur mit der Kehrtwendung im Galopp hatte er noch Mühe, gab sich aber dennoch gewillt die Lektion auszuführen. Wir übten an dem Abend noch etwas länger, bis er mit der Abschwitzdecke auf seinem langen, dichten Fell sein Futter zu sich nehmen konnte. „Wenn du mal öfter so wärst wie heute, dann wär die Arbeit auch leichter“, grinste ich schelmisch und wurde von Rabea unterbrochen. „Na du“, das hübsche Lächeln entgang mir mal wieder nicht. „Hey, hast du Abs raus geholt“, lächelte ich und schaute auf den Braunen, der immer mehr weiße Haare auf der Stirn und um sein Abzeichen bekam. „Na klar“, grinste sie und führte ihn an der langen Seite in der Halle. „Ich mach aber heute nicht mehr so lange. Ich wollte ihn nur ein bisschen führen!“, ergänzte sie. Ich nickte und führte den Tinker dann in zurück in die Box. Für heute war die Arbeit fürs erste getan. Zuhause in der Wohnung schaute ich mir dann einige Hunde im Tierheim meiner Umgebung an. Aber wirklich dabei, war noch keiner zu meiner Enttäuschung.

      Der nächste Morgen kam früh. In der Nacht hatte ich kaum ein Auge zu gemacht und war dementsprechend schon kaputt, ehe ich überhaupt auf den Beinen war. Brooke schnatterte am Frühstückstisch fast ununterbrochen und ich hoffte nur, dass sie so langsam mal den Mund hielt. Mit brummendem Kopf und dicker Winterjacke machte ich mich in den Stall. Wir hatten zwei Polen beschäftigt, die den Pferden eine ordentliche Menge Heu gaben und die Boxen täglich misteten. Eine ganz schöne Arbeitserleichterung, wie ich fand. Ban war auch schon im Stall, Collin ebenso, der sich um Adrenaline kümmerte und sie gerade putzte. „Ban! Warte einen Moment!“, rief ich dem großen Mann zu. „Was ist denn? Ich wollte Optibase gerade auf den Paddock stellen.“ Ich nickte und begann dann mit dem Einwand, er könne Attentivenly und Aerials mitnehmen. Es schien für ihn kein Problem, dennoch war er schnell wieder weg. Collin grüßte ich nur flüchtig und ging dann in die andere Stallgasse. Anouk und A Rose from Nevada nahm ich gleich mit und stellte sie auf den Paddock neben die anderen Stuten. Dana, ihre Besitzerin war vor kurzem erst bei uns auf den Hof gekommen und ließ ihre beiden Pferde bei uns bereiten, da sie etwas zu schwer für die noch unterbemuskelten Pferde war. Aber sie wollte für die beiden abnehmen und ich wusste, dass sie es schaffen konnte. Anouk stand neben Rose und beknabberte sanftmütig ihren Widerrist. Ein tolles Bild. Warum war Brooke auch nie zur rechten Zeit da, mit ihrer tollen Kamera. Ich schmunzelte und ging zu unserem Neuzugang Cornet, der sich schon super eingelebt hatte, wie ich das Gefühl verspürte. In seiner Stalldecke umhüllt, lag er da und schnaubte ab und an ab. „Ein kleiner Träumer“, grinste ich und weckte den Schimmelhengst sanft aus seinem Schlaf. Es dauerte ein wenig, doch dann stand er auf den Beinen und schüttelte sich. „Werde erstmal wach“, lachte ich und holte dann Grand Little aus seiner Box, er war wenigstens schon mal wach. Während ich ihn putzte, hatte ich gefühlt sein ganzes Fell im Mund und auf der Zunge. „Ist das widerlich“, sagte ich und spuckte die Haare aus. So gechillt wie der Hengst da stand und sich von Gunfight nicht ablenken ließ, der ihn neugierig an der Nase beknabberte. Man sah ihm seine 4 Jahre noch sehr an, demnach war ich froh, dass er auf der Auktion in Vechta nicht unterm Sattel vorgestellt wurde. Cornet hingegen war im Kopf schon weiter, machte ordentlich mit und sprang über jeden Parcours, so viele Schleifen wie er diese Saison schon erhascht hatte. „Na lass den jetzt mal in Ruhe!“, sagte ich und stubste Gunfights Nase von Grand Little’s, damit ich ihn ordentlich trensen konnte. Draußen waren es angenehme 12°C und sonnig, das lud geradewegs zu einem Ausritt ein. Brooke war nun auch endlich im Stall und kümmerte sich jetzt um Gunfight. Ein bisschen an der Longe sollte er gehen, hieß es.
    • Sosox3
      1.Pflegebericht
      Juni 2018

      Even though all the Beauties are unearthing

      Den Pferdehänger mit zwei Hengsten voll, erreichten wir unser Zuhause wieder. Mister Blockhead war nun schon länger bei uns und hatte sich so langsam eingelebt. Arquera kam den ersten A-Dressuren schon nahe und verstand so langsam was wir eigentlich von ihr wollten.

      Nathan| „Jetzt haben wie zwei Hengste mehr…“, Brooke rollte die Augen. „Immerhin ist der eine Dressurveranlagt und der andere im Springen eine eins. Der Schimmel ist einfach von Cornet Obolensky. Einem Spitzen Springvererber und Champion im Springsport.“ Ich bemerkte kaum wie ich ins Schwärmen gelang. „Wie viel Uhr haben wir jetzt eigentlich? Ich hasse den Winter…“ „Wir haben 18 Uhr. Wir müssen gleich die Pferde füttern und ich mach mit Mister Blockhead heute noch eine Einheit. Aber erst lad ich die Hengste noch aus. Mit beiden direkt in die Quarantäneboxen. Ich hab Rabea Bescheid gesagt, dass sie die zwei fertig macht nachdem sie mit Abs was gemacht hat.“ „Cool, ja ich bring Gunfight gleich noch für eine Stunde aufs Paddock.“ Der Gedanke gefiel mir. „Wir sind mal wieder einen Batzen Geld los geworden…“, murmelte Brooke leise. „Ja, aber die bringen uns das wieder ein. Glaub mir!“ So viel Optimismus gefiel ihr wohl nicht. Ich lenkte die Einfahrt unseres Hofes ein und verlangsamte das Tempo unseres Gefährts und hielt auf dem Parkplatz an. Wir ernteten neugierige Blicke von Christina, Gwen, Rabea und Collin. „Wie viele sinds?“, fragte Collin grinsend. „Nicht so viele wie du denkst“, knötterte Brooke. „Zwei Hengste mit top Abstammungen.“ Er lächelte und half uns dann die beiden Pferde auszuladen. „Wohin sollen die beiden jetzt?“, fragte Collin mich hektisch, denn Cornet tänzelte stark neben mir. „Auf’s Paddock, die sollen sich austoben, sonst randalieren die uns noch die Boxen kaputt.“ „Alles klar.“ Brooke brachte in der Zwischenzeit Gunfight aufs Paddock und man merkte, an wen sie ihr Herz verschenkt hatte. Sie stand stundenlang am Zaun und beobachtete ihn und seine grazilen Gänge. „Brooke, komm jetzt. Du musst die Pferde füttern!“. „Ja, ich mach das jetzt“, sagte sie und machte sich endlich ans Füttern.

      Heute kam auch noch ein weiterer Einsteller zu uns. Es war alles ziemlich turbulent und die Stute würde uns auch zur Zucht zur Verfügung stehen. Ban hatten wir noch nicht gesehen, aber seine Stute Optibase stand schon neben Attentivenly in der Box und kaute gemütlich ihr Heu aus dem Heunetz. „Hübsches Tier, darf aber eigentlich kein Oldenburger sein“, murmelte ich in mich hinein. Die Farbe war nicht zugelassen im der Zucht von den Tieren, aber vielleicht hatte es auch keinen Oldenburger als Vater gehabt. Mister Blockhead war schon fertiggemacht; Seine Dicke Mähne war zu einem französischen Zopf zusammengebunden und er trug unsere schönen Stallfarben als Schabracke in Navy. „Gut siehst du aus“, grinste ich den genervt dreinblickenden Tinkerhengst an, der seine Ohren nach hinten gestellt hatte und zeigte, dass er absolut, keine Lust hatte, jetzt etwas zu schaffen. Aber heute war seine ‚Generalprobe‘. Denn das nächste Mal ritt Mr. Crowley in selber um sich zu vergewissern, dass er die Lektionen auch beherrschte. Ich stieg auf und ritt ihn im Schritt warm, seine Motivation hielt sich in Grenzen. Dabei übte ich die verschiedenen Tempi. Ich ritt im Mittelschritt durch die mit Licht geflutete Halle. Bei F trabte ich im Arbeitstempo an und trieb ihn noch etwas schwerfällig im unteren Zirkel. An der Stellung und Biegung hatten wir gut gearbeitet, der Galopp auf dem Zirkel gestaltete sich auch gut. Er buckelte zwar noch beim angaloppieren, wie er es am Anfang auch tat, aber daran arbeiteten wir noch ein bisschen. Ich parierte ihn durch in den Arbeitstrab und ritt bis K. Bei H parierte ich ihn erneut durch. „So ist gut“, murmelte ich. Bei F ging ich durch die ganze Bahn im Wechsel und Mister Blockhead trat dabei im Mittelschritt gut unter. Übergänge gefielen dem Rapphengst überhaupt nicht. Mal machte er sie mit, mal nicht. Umso mehr quälte ich uns beide durch die Trab-Halt und Schritt-Halt Übungen, denn so kamen wir auch an unsere letzten Schritt-Galopp Übergänge, die er sogar mit Bravour bestand und mal ein bisschen Motivation zum Vorschein kam. Ich lobte ihn und klopfte ihm an den Hals. Die Zügel kaute er auch artig aus der Hand. Nur mit der Kehrtwendung im Galopp hatte er noch Mühe, gab sich aber dennoch gewillt die Lektion auszuführen. Wir übten an dem Abend noch etwas länger, bis er mit der Abschwitzdecke auf seinem langen, dichten Fell sein Futter zu sich nehmen konnte. „Wenn du mal öfter so wärst wie heute, dann wär die Arbeit auch leichter“, grinste ich schelmisch und wurde von Rabea unterbrochen. „Na du“, das hübsche Lächeln entgang mir mal wieder nicht. „Hey, hast du Abs raus geholt“, lächelte ich und schaute auf den Braunen, der immer mehr weiße Haare auf der Stirn und um sein Abzeichen bekam. „Na klar“, grinste sie und führte ihn an der langen Seite in der Halle. „Ich mach aber heute nicht mehr so lange. Ich wollte ihn nur ein bisschen führen!“, ergänzte sie. Ich nickte und führte den Tinker dann in zurück in die Box. Für heute war die Arbeit fürs erste getan. Zuhause in der Wohnung schaute ich mir dann einige Hunde im Tierheim meiner Umgebung an. Aber wirklich dabei, war noch keiner zu meiner Enttäuschung.

      Der nächste Morgen kam früh. In der Nacht hatte ich kaum ein Auge zu gemacht und war dementsprechend schon kaputt, ehe ich überhaupt auf den Beinen war. Brooke schnatterte am Frühstückstisch fast ununterbrochen und ich hoffte nur, dass sie so langsam mal den Mund hielt. Mit brummendem Kopf und dicker Winterjacke machte ich mich in den Stall. Wir hatten zwei Polen beschäftigt, die den Pferden eine ordentliche Menge Heu gaben und die Boxen täglich misteten. Eine ganz schöne Arbeitserleichterung, wie ich fand. Ban war auch schon im Stall, Collin ebenso, der sich um Adrenaline kümmerte und sie gerade putzte. „Ban! Warte einen Moment!“, rief ich dem großen Mann zu. „Was ist denn? Ich wollte Optibase gerade auf den Paddock stellen.“ Ich nickte und begann dann mit dem Einwand, er könne Attentivenly und Aerials mitnehmen. Es schien für ihn kein Problem, dennoch war er schnell wieder weg. Collin grüßte ich nur flüchtig und ging dann in die andere Stallgasse. Anouk und A Rose from Nevada nahm ich gleich mit und stellte sie auf den Paddock neben die anderen Stuten. Dana, ihre Besitzerin war vor kurzem erst bei uns auf den Hof gekommen und ließ ihre beiden Pferde bei uns bereiten, da sie etwas zu schwer für die noch unterbemuskelten Pferde war. Aber sie wollte für die beiden abnehmen und ich wusste, dass sie es schaffen konnte. Anouk stand neben Rose und beknabberte sanftmütig ihren Widerrist. Ein tolles Bild. Warum war Brooke auch nie zur rechten Zeit da, mit ihrer tollen Kamera. Ich schmunzelte und ging zu unserem Neuzugang Cornet, der sich schon super eingelebt hatte, wie ich das Gefühl verspürte. In seiner Stalldecke umhüllt, lag er da und schnaubte ab und an ab. „Ein kleiner Träumer“, grinste ich und weckte den Schimmelhengst sanft aus seinem Schlaf. Es dauerte ein wenig, doch dann stand er auf den Beinen und schüttelte sich. „Werde erstmal wach“, lachte ich und holte dann Grand Little aus seiner Box, er war wenigstens schon mal wach. Während ich ihn putzte, hatte ich gefühlt sein ganzes Fell im Mund und auf der Zunge. „Ist das widerlich“, sagte ich und spuckte die Haare aus. So gechillt wie der Hengst da stand und sich von Gunfight nicht ablenken ließ, der ihn neugierig an der Nase beknabberte. Man sah ihm seine 4 Jahre noch sehr an, demnach war ich froh, dass er auf der Auktion in Vechta nicht unterm Sattel vorgestellt wurde. Cornet hingegen war im Kopf schon weiter, machte ordentlich mit und sprang über jeden Parcours, so viele Schleifen wie er diese Saison schon erhascht hatte. „Na lass den jetzt mal in Ruhe!“, sagte ich und stubste Gunfights Nase von Grand Little’s, damit ich ihn ordentlich trensen konnte. Draußen waren es angenehme 12°C und sonnig, das lud geradewegs zu einem Ausritt ein. Brooke war nun auch endlich im Stall und kümmerte sich jetzt um Gunfight. Ein bisschen an der Longe sollte er gehen, hieß es.

      Brooke| Ich liebte Gunfight jetzt schon. Sein neugieriges und charmantes Wesen machte den Hengst so interessant, dass ich mich ihm mehr widmete als ich es bei Diet Mountain Dew tat. Beim Putzen stand er so artig still und sobald ich an der Schulter striegelte, verzog er sein Gesicht so süß. Lieblingsstelle finden – Check! Auf dem Weg zum Putzplatz gingen wir an Attentivenly und ihren Stutfohlen Aerials vorbei. Gunfight reckte neugierig seinen Hals in die Richtung von dem kleinen Stutfohlen, dass so langsam abgesetzt werden sollte. „Wie macht sich die kleine?“, fragte mich Christina neugierig, mit ihrer Stute Hollywood Undead II und ihrer Tochter Gwen neben ihr. Hendersin, ihr Pony, schaute Gunfight nur mit angelegten Ohren an. Doch er ließ sich nicht beeindrucken von dem kleinen Zwockel. „Ganz gut, die läuft schon wie eine große. Mal sehen wie sie die Fohlenshow meistert“, sagte ich nur und musterte Gwens Pony. „Wie läufts mit ihm“, deutete ich mit dem Kopf auf den Hellbraunen Schecken. „Wir haben letztens ein Turnier gewonnen“, lächelte sie stolz. „Wem gehört eigentlich der Schimmelhengst auf der Weide?“ Neugierde machte sich in ihren Augen breit. „Der gehört Felix. Étoile ist aber ein echt verträglicher Hengst, der kommt gut mit Paper Planes klar.“ Felix war noch nicht lange hier. Zwei Wochen vielleicht drei und war nur ein Jahr älter als Gwen. „Okey, den hab ich noch nie hier gesehen“, sie zuckte mit den Schultern. „Naja wir sind noch eingeladen, man sieht sich“, sagte ihre Mutter dann und ging schon in den Stall. „Kommst du, liebes?“

      Nathan| Auf der Weide angekommen löste ich die Stricke der beiden Stuten von Diana und ließ Schwalbenfeder und Anouk auf die Weide. Die Mittagshitze war verschwunden und so konnten sie noch ein paar Grashalme zu sich nehmen, bis es Futter gab.


      Gegen Abend stöberte ich noch ein wenig auf ehorses und fand einen älteren Wallach, genau wie Abs. Sein Name war La Paz und man sah ihm sein Alter schon sehr an. Seine Dunkle Farbe wurde stehst von ein paar weißen Härchen unterbrochen und zeichnete so sein Gesicht und seinen Hals.


    • Sosox3
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      Es war soweit! Der 31. Oktober war endlich da. Celeste lief schon den gesamten Tag summend durch die Gegend und war wie ein kleines wirres Irrlicht, während sie alles vorbereitete. Hazel hatte mir bei den Leckereien für das Büffet geholfen. Alles war natürlich passend zu Halloween gestaltet. So gab es kleine schokoladige Spinnen, Gespenster aus Marshmellowmasse, Kürbis-Törtchen, Hexenbesen zum Knabbern und vieles mehr.
      Während wir uns also um Kostüme und Leckereien kümmerten, war Ciaran die glorreiche Aufgabe zugekommen, den Stall und die Halle zu gestalten. Denn um die künstlichen Spinnweben riss sich keiner von uns und da er nun einmal der Größte war, ja nun ja. Aber natürlich halfen wir ihm und platzierten auch überall unsere geschnitzten Kürbisse mit den Grabkerzen (weil die so wunderbar lange brannten) darin.
      Schon vor zwei Tagen hatten wir mit denen begonnen und mir taten die Hände immer noch vom auslöffeln weh, aber es hatte sich gelohnt. Schon gegen 13 Uhr sah der Stall wirklich großartig aus! In jeder Ecke konnte man etwas entdecken. Auch hatten wir selbstgebastelte Gespenster, Fledermäuse und Spinnen verteilt.
      Die meisten unserer Gäste waren bereits gestern angereist, viele aber auch erst heute. Wir hatten hinter dem Stall ein Stallzelt aufgebaut, aber es standen auch Boxen bei unseren Nachbarn zur Verfügung. So war für die pferdigen Unterkünfte gesorgt. Die Reiter durften sich aussuchen, ob sie sich ein warmes Gästezimmer nahmen oder die Nacht auf unserem Heuboden verbrachten.
      So allmählich füllte sich unser Hof deshalb auch mit Menschen und Pferden. Celeste war besonders stolz auf ihre Halloween-Playlist, welche unseren Stall mit schaurig schöner Musik erfüllte. Gut hörbar und doch auf einer leiseren und angenehmen Lautstärke. Der Beginn unseres Halloween-Specials näherte sich und während meine drei Leute verschwanden, um die Pferde fertig zu machen, schlüpfte ich bereits in mein Kostüm und stellte mich dann am Eingang der Halle bereit.
      Celeste ließ gekonnt dreimal einen Gong ertönen, damit alle wussten, dass die Show begann. Schon bald war es mucksmäuschenstill auf unseren gefüllten Tribünen und ich trat hervor, in die Mitte der Halle. Dort waren bereits vier niedrigere Sprünge als großes Kreuz angeordnet, schön dekoriert mit einer Menge Kürbissen, Spinnenweben und natürlich passen zu Halloween in schwarz-orange.
      „Ich begrüße euch alle ganz herzlich auf unserer Ranch und freue mich jetzt schon sehr auf den heutigen Tag! Uns wird ein spannendes Programm erwarten, das kann ich versprechen. Beginnen wird die hauseigene Springquadrille – auch meine Wenigkeit,“, und ich deutete lächelnd hinab auf mein bereits angezogenes Kostüm, „ehe dann nach einer kleinen Pause zum Umräumen das Kostümreiten stattfinden wird! Kostümspringen würde tatsächlich weitaus mehr passen und wir sind gespannt auf die heutigen Kostüme. Daraufhin folgt im Anschluss direkt der Gelassenheitsparcours, damit auch die kleinen Vierbeiner ihr Können zeigen können und den Abschluss machen die Trickshows von einigen Teilnehmern. Wir können also neugierig auf die ganzen Paare und ihre Vorführungen sein! Danach sind alle herzlich zum Büffet eingeladen. Dementsprechend bitten wir um die Aufmerksamkeit für alle Teilnehmer, denn danach ist alle Zeit der Welt für Unterhaltungen, Essen, Tanzen und Lachen. Ich freue mich auf den Abend mit euch und würde sagen, wir beginnen!“
      Lächelnd entschwand ich wieder und schwang mich in der Stallgasse direkt auf Levis Rücken.
      Natürlich hatten wir für die gesamte Musik und Technik extra jemanden engagiert. Es war niemand geringeres als Ciarans Bruder, der Technik über alles liebte und Halloween anscheinend auch und sich förmlich um die Stelle gerissen hatte. Dementsprechend gingen nun in der Halle aber auch die Lichter aus, ehe nur ein fahles Dämmerlicht und die gesamten Kürbisse und Kerzen leuchteten.
      Dann begann er mit tiefer Stimme vorzulesen. Der Ausschnitt stammte aus der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch des Neuen Testaments, in welchem er von der Apokalypse, dem jüngsten Gericht, schrieb. Ja, bei unseren Kostümen hatte ich mir einige Gedanken gemacht, immerhin wollten die Leute doch eine große Show:
      „Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der vier Lebewesen wie mit Donnerstimme rufen: Komm! Da sah ich ein weißes Pferd; und der, der auf ihm saß, hatte einen Bogen. Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.“
      Bereits als er begonnen hatte zu lesen, öffneten sich die Hallentüren und Celeste ritt auf dem weißen Ohnezahn in die Halle hinein. Sie trug eine weiße Toga und eine goldene Krone, in der einen Hand den Bogen und in der anderen Hand die Zügel. Ohnezahn wiederum trug den Kranz um den Hals. Im Galopp ritten sie in die Halle und drehte eine große Runde, während unser Sprecher vorlas.
      Als sie erneut an der Hallentür vorbeigaloppierte, öffnete sie sich wieder und diesmal schloss sich Ciaran auf dem roten Dead Memories an und folgte ihr im flotten Galopp, während weiter die Stimme aus dem Off ertönte:
      „Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite Lebewesen rufen: Komm! Da erschien ein anderes Pferd; das war feuerrot. Und der, der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben.“
      Es wurde sichtlich deutlich, dass Ciaran und Memo den Krieg darstellten. Und mit dem großen Schwert und seiner dunkelroten Kleidung kamen sie auch sehr gefährlich daher. Doch wie wir alle wussten, gab es vier apokalyptische Reiter und deshalb war nun tatsächlich ich am Zug:
      „Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte Lebewesen rufen: Komm! Da sah ich ein schwarzes Pferd; und der, der auf ihm saß, hielt in der Hand eine Waage. Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!“
      Und so schloss ich mich auf dem rabenschwarzem Levi hinter die bereits galoppierenden Pferde in der Halle an. Da ich selbst, zu meiner Schande, keinen Rappen besaß, der dieser Aufgabe gewachsen war, hatte ich mir kurzerhand Elisas schicken Hengst geklaubt. Im Gegenzug für kostenloses Essen und Alkohol hatte sie auch sofort eingewilligt.
      So ritt auch ich einhändig, um in der einen Hand die Waage zu halten. Ich war komplett schwarz gekleidet und angemalt. Mein Mantel war zerfetzt und dreckig und ich hatte auch im Gesicht auch leicht die Knochen hervorzeichnen lassen, immerhin stellte ich den Hunger dar.
      Nun fehlte nur noch der letzte apokalyptische Reiter: Hazel auf Neelix. „Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten Lebewesens rufen: Komm! Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt „der Tod“; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde“.
      Man musste zugegeben, dass das letzte Paar mit Abstand das beste Kostüm von uns hatte. Neelix hatten wir mit weißem und grauem Farbpulver beworfen, so dass er auch einen leichten Nebel nach sich zog, als er in die Halle galoppierte. Auch Hazel war grau. Grau gekleidet und grau angemalt, sie trug sogar eine graue Perücke, denn ihre roten Haare hätten sonst das Kostüm zerstört.
      Sie war übersät von grauen Fetzen und kam so den Vorstellungen des vierten Reiters sehr nahe. In ihrem grauen Gesicht zeichnete sich ein Totenkopf ab, auf den war Celeste besonders stolz gewesen. Und als wir nun alle in der Halle waren und der Sprecher geendet hatte, setzte schaurige Musik ein. Zuerst sehr kriegerisch und schnell, so dass wir noch zwei Runden ritten, ehe wir auf der kurzen Seite so zur Mitte abbogen, dass wir alle nebeneinander geschlossen stehen bleiben konnten und die Musik verstummte.
      Eine kurze Verbeugung jedes Reiters, dann setzte wieder die Musik ein und der Sieg ritt los, gefolgt vom Krieg, dem Hunger und dem Tod. Ich liebte Springquadrillen und umso toller war es nun, zu einer dazu zu gehören. Die Pferde machten ihre Sache wirklich gut und so führten wir unser Programm auf.
      Hintereinander über die Hindernisse, zu zweit oder quer. Es machte wirklich Spaß und als wir uns nach einer fetzigen Abschlussrunde wieder nebeneinander auf der Mittellinie einfanden, war der Applaus wirklich groß. Im Galopp entschwanden wir aus der Halle, doch ich kehrte schnell zurück und bedankte mich für den Applaus und kündigte die kurze Pause ein.
      „Gebt uns fünf Minuten und es geht weiter mit schaurigen und schönen Kostümen!“. Dank der vielen Helfer war die Halle wirklich um Nu umgeräumt, zumal wir alles bereits so vorbereitet hatten, dass alle wussten, was wohin gehörte und schon stand nach fünf Minuten der kleine Parcours für das Kostümspringen bereit.
      „Begrüßen wir nun Occulta Smith auf scs Sugar and Sweets!“, geschwind kamen die beiden hineingeritten, grüßten und begannen den Parcours. Es waren nur Hindernisse auf E-Höhe, denn es ging diesmal vielmehr um die Zeit und möglichst fehlerfrei den Parcours zu bewältigen. Außerdem war es zumeist nicht leicht, mit Kostümen auch noch zu springen, aber das erste Paar legte wirklich eine schöne Runde hin.
      „Eine wunderbare Runde, vielen Dank! Nun sehen wir Käthe von Landsberg auf Ases Maskwamozi!“ und als die Türen sich öffneten, ritten Pippi Langstrumpf, kleiner Onkel und Herr Nilsson in die Halle ein und grüßten knapp. Ich lächelte fröhlich. Zwar war es nicht zwingend das Kostüm meiner Wahl, aber es war wirklich fantastisch und mit so viel Liebe gestaltet.
      Die beiden jagten förmlich durch den Parcours und blieben tatsächlich auch fehlerfrei und legten somit eine sportliche Zeit vor. „Na, ob das Paar noch jemand besiegen kann. Schauen wir mal, was Alicia Grey und Lettenhof’s Nanuk können!“, und es ritt in vollkommen Pink gekleidet das nächste Paar in die Halle ein und startete den Parcours.
      Leider endete diese Runde mit einem Fehler, auch wenn die Zeit wirklich einwandfrei gewesen war. „Eine unglaublich schnelle Runde! Da kann so ein Fehler durchaus passieren, trotzdem großartige Leistung. Mal schauen, was Caleb O’Dell und GRH’s A Gun Colored Lena dazu sagen?“
      Und so ritt der erste Westernreiter des heutigen Tages ein, doch davon sah man nicht viel. Das Paar zeigte ein besonders kreatives Kostüm: Teufel und Engel in einem. Die beiden machten, besonders durch ihre Flügel, schon etwas her. Zu einer Seite trug die Stute einen schneeweißen Engelsflügel, während auf der anderen Seite das Gegenstück verweilte: Ein rabenschwarzer und zerfetzter Flügel.
      Sie machten auch während des Parcours eine gute Figur, waren leider reicht langsam, aber fehlerfrei. „Tja, das ist der Preis für den zerstörten Flügel, so schnell wie sie wollen, konnten sie leider nicht mehr fliegen. Vielen Dank ihr beiden! Begrüßen wir nun den vorletzten Reiter: Nathan Scott auf Cornet“ und als das Paar einritt, jubelten einige Leute auf den Tribünen auf – das waren eindeutig die Harry Potter Fans, denn das Paar trat auf als Harry Potter auf einem Hippogreifen.
      Trotz des aufwändigen Kostüms legten die beiden eine fehlerfreie und schnelle Runde ab und rutschten somit offiziell auf den zweiten Platz. „Hut ab! Nun bleibt es spannend, was können Fritzi Tersteegen und Painted Blur noch aufzeigen?“, fragte ich und war selbst gespannt. Das letzte Paar ritt ein. Und ich staunte nicht schlecht: Alt, aber bewährt, ritt da vor uns nun der kopflose Reiter auf einem rabenschwarzen Pferd hinein.
      Die Reiterin ritt einhändig, da sie unter dem zweiten Arm einen Kürbis, ihren Kopf, trug. Die beiden sprangen trotz dessen eine wirklich schöne Runde und verfehlten nur knapp die Bestzeit von Käthe und Ases Maskwamozi. „Wow! Respekt, einhändig und dann trotzdem so fix unterwegs! Wenn ich richtig sehe, landen die beiden somit auf dem zweiten Platz!“, und ich klatschte lobend in die Hände, als das Paar die Halle wieder verließ.
      „Vielen Dank für diese tollen Kostüme und nun wird erneut umgeräumt, während sich draußen schon die Kleinen bereit machen, sind wir weiterhin gespannt!“, meinte ich lächelnd und wandte mich dann ab, um mit beim Umräumen zu helfen. Währenddessen verteilten Hazel und Celeste im Publikum Popcorntüten und Cola, und natürlich wurde die Zeit für viele Gespräche genutzt.
      Schnell war die Halle umgeräumt und ein schauriger Gelassenheitsparcours präsentierte sich vor unseren Augen. „Trick or Treat würde ich sagen! Mal schauen, ob unsere Kleinen Saures oder Süßes bekommen. Es startet Ylvie Seidel mit BR Dress to Impress. Ob sie ihrem Namen gerecht wird?“, und das kleine Paint Horse trat in die Halle ein.
      Der Gelassenheitsparcours bestand aus einer orangenen Plane, einem Slalom ausleuchtenden Kürbissen (oh ja, so etwas konnte durchaus einige Schauer bei Pferden auslösen), außerdem aus einem Vorhang aus Leinentüchern und Spinnweben und abschließend aus einer Brücke. Das erste Paar meisterte den Parcours wirklich gut.
      Daraufhin sahen wir erneut Käthe von Landsberg mit ihrem Vollblutfohlen Granada. Die Kleine hatte tatsächlich etwas Panik bei den Kürbissen und wäre beinahe noch in einem gelandet. Mit viel Geduld bekam Käthe sie jedoch auch gut durch den Parcours. Auch Lily Adams, eine junge Zwölfjährige, konnte den Parcours gemeinsam mit ihrem Fohlen PFS‘ Skydive hinter sich bringen.
      Wir sahen noch Alicia Grey mit Townsend Cosmopolitan, Bernie Brooks und Painted Taloubet, Bellamy Blake mit PFS‘ Unclouded Summer Skies, ebenso wie Tamara Meyrohe mit Merida und zuletzt Rachel Wincox mit Mytil. Allesamt legten den Parcours gut bis sehr gut ab. Alle Hindernisse wurden über- oder durchquert und die Kleinen zeigten sich heute von ihrer mutigsten Seite.
      „Noch einmal einen kräftigen Applaus für unsere Kleinen und dann machen wir weiter!“, und zack kam die nächste Umräumaktion, dabei wurde die Halle jedoch einfach leergeräumt und schon ging es weiter. „Nun, meine Damen und Herren, haben wir es bereits 17 Uhr und wir kommen zu den Trickshows! Sind wir also gespannt und begrüßen Occulta Smith mit Blue Dawn’s Nachtfalke!“.
      Das Paar kam in die Halle und das Thema wurde schnell deutlich: Geister. Der kleine Nachtfalke trug zu Beginn ein großes, schneeweißes Tuch und auch die Reiterin war in weiß gekleidet. Die beiden präsentierten eine schöne, freie Gelassenheitsdemonstration mit größeren und kleineren Tüchern zu angenehmer Musik.
      So zeigten sie unter anderem das Abliegen auf dem großen Tuch, spielerisches Freilongieren, ebenso wie spanischen Schritt und ein schönes Kompliment. Die beides gaben ein gutes Bild ab und bekamen auch gehörig Applaus. „Wunderbar! Nun folgen Käthe von Landsberg und Smarty Jones! Begrüßen wir nun wild wild west bei uns!“.
      Im wilden Galopp ritt das Paar in die Halle. Die Reiterin passend zum Thema gekleidet, das Pferd vollkommen frei ohne Zubehör. Käthe gab drei Schüsse aus einem Schreckschussrevolver ab und hatte somit auf jeden Fall die gesamte Aufmerksamkeit des Publikums. Kurz darauf sprang sie vom Rücken des Pferdes und nach einer kurzen Pause, in der der Hengst weitergelaufen war, rief sie ihn zurück.
      Es folgte eine schöne Einheit des Freilongierens inklusive Rückwärtsrichten, Seitwärtsgängen und vielen weitere Lektionen. Kurz darauf wurde auch noch die Gelassenheit des Hengstes unter Beweis gestellt, als Käthe ihm zwei Jutesäcke voller klappernder Dosen auf den Rücken legte und durch ein Tor hindurch schritt, welches laut knarzendes geöffnet wurde. Smarty Jones folgte ihr seelenruhig. Kurz darauf nahm sie ihm die Dosen wieder ab und als sie sich bückte, schnappte er spielerisch nach ihr.
      Es folgte ein kurzes freies Spiel des Paares, ehe der Hengst sich zuletzt verbeugte. Während das Publikum bereits klatscht, steigt Käthe wieder auf und dreht ein paar Runden im Galopp durch die Halle, zeigte einen gekonnten Zirkelwechsel mit fliegendem Galoppwechsel, ebenso wie eine Galopppirouette und wie sie gekommen sind, so verließen sie auch wieder die Halle: im Galopp.
      „Wow! Ich würde sagen, nun sind wir alle wach und hellauf begeistert! Dankeschön! Nun als nächstes Ylvi Seidel auf Inyan!“
      Das Pferd trug lediglich ein War Bridle und in die Mähne war eine große Feder geflochten, während Inyan zusätzlich um sein Auge einen grünen Kreis gezeichnet bekommen hatte. Die Reiterin trug eine Regalia, traditionell für die Lakota. Pfeil und Bogen waren ebenfalls von der Partie und auch dieses Paar ritt im flotten Galopp in die Halle hinein.
      Zu Beginn demonstrierte Ylvi ihre Schießkünste, ehe sie den Wallach auf Kommando ablegen ließ und auf ein unsichtbares Zeichen hin sich sogar auf die Seite legte. Ylvi schoss noch einmal auf eine weit entfernte Scheibe und traf erneut. Dann ließ sie Inyan aufstehen und zeigte eine kleine Demonstration aus freiem Longieren und spanischem Trab. Kurz darauf zeigte sie uns noch das Abrufen des Hengstes, leider sah Inyan das anders und vollführte seine eigene Show, indem er zwar auf Ylvi zulief, aber an ihr vorbeisauste und quer durch die Halle bockte.
      Auf einen zweiten Pfiff kam er jedoch sofort und so war man sich nicht sicher, ob das erste nicht doch geplant gewesen war. „Eine wunderbare Vorstellung, vielen Dank! Nun würde es noch einmal etwas mehr Wild West, denn wir begrüßen nun Caleb O’Dell auf GRH’s A Gun Colored Lena!“. Das Paar, gekleidet als typisches Westernpferd und Cowboy, ritt auch im Galopp in die Halle. Caleb trug einen schwarzen Hut, ein schwarzes Hemd und ebenso schwarze Chaps und Boots. Auch das Pferd war schwarz gekleidet: schwarzes Blanket und ein schöner dunkelbrauner Sattel. Jedoch war das Paar ohne Sattel unterwegs.
      Im Affenzahn ritten sie nun in die Halle und legten kurz vor Ende der Halle einen Sliding Stop hin, ehe Caleb sein Pferd bis zur Mitte der Halle rückwärtslaufen ließ. Dort verweilten sie jedoch nur kurz, ehe es rasant mit einem Spin weiterging. Und das vollkommen frei, denn Caleb streckte seine Arme zu den Seiten weg.
      Nach einer kurzen Verschnaufpause galoppierten sie auf einem Zirkel und zeigten einige fliegende Galoppwechsel, ehe sie einen weiteren Sliding Stop vollführten. Erneut zeigten sie vier Spinrunden auf jeder Hand und verlassen abschließend rückwärts die Halle. Dabei zog Caleb seinen Hut und verbeugte sich.
      „Was für ein Abgang!“, übertönte ich den lauten Applaus. „Das letzte Paar für heute: Tamara Meyrohe und Polka Dot. Liebe Leute, es wird noch einmal klein und süß!“. Und so war dem auch: Ein kleines gepunktetes Pony lief vor seiner Reiterin am Langzügel in die Halle hinein.
      Die beiden präsentierten zunächst ihre Langzügelarbeit. Im versammelten Galopp betraten sie Halle und parierten in der Mitte zum Halt. Daraufhin zeigten sie uns einige Lektionen: Passage, Piaffe und Traversalen in jede mögliche Richtung. Aufgrund der Shettygröße sah alles mehr als knuffig aus.
      Kurz darauf ließ Tamara ihr Pony sich ablegen und nahm ihr die gesamte Ausrüstung ab.
      Nun folgte noch ein Einblick in die Freiarbeit: Zu Beginn wurde das Pony von Dannen geschickt und raste seine Runden durch die Halle, nur um sofort zu stoppen und zu der Reiterin zu sausen, als diese es rief. Kurz vor Tamara stieg das Pony und während die Reiterin rückwärts lief, folgte Polka Dot ihr auf den Hinterbeinen.
      Im Trab umkreiste das Pony daraufhin seine Reiterin, doch schon bald standen sie nebeneinander und zeigten Seitwärtsgänge, Rückwärtsrichten und ein flottes Galoppieren, immer schön synchron. Abschließend blieben sie abrupt stehen und überkreuzten jeweils ihre Beine.
      Den Abschluss machte der spanische Schritt, ehe die beiden im Passage-Tempo wieder in die Mitte der Halle liefen und sich dort Polka Dot verbeugte. Das Publikum applaudierte laut und auch ich bedankte mich. „So! Nun kommt in ein paar Minuten noch die Siegerehrung und dann heißt es Essen!“, meinte ich fröhlich und entschwand kurz, um mir die Siegerlisten aushändigen zu lassen.
      Kurz darauf erschien ich wieder in der Halle. Aufgrund von Zeit und der teilweise größeren Entfernung der Boxen, würden nur die Reiter die Schleifen in Empfang nehmen. „Beginnen wir mit dem Kostümreiten! Auf dem dritten Platz mit einer tollen Zeit und ohne Fehler: Nathan Scott auf seinem Hippogreifen! Daraufhin auf dem zweiten Platz unser einhändig reitender kopfloser Reiter Fritzi Tersteegen, der doch ein Ticken schneller gewesen ist, aber leider nicht schnell genug. Denn der erste Platz geht an Käthe von Landsberg mit Ases Maskawamozi! Herzlichen Glückwunsch an die drei!“
      Nachdem der erste Applaus verstummt war, ging es weiter. „Dann hat unsere Jury sich kritisch mit den Kostümen auseinandergesetzt und ich muss ehrlich gestehen: Die Aufgabe hätte ich nicht gerne gehabt, denn eine Entscheidung war wirklich, wirklich schwer! Auf den dritten Platz wurde jedoch das Kostüm Harry Potter und sein Hippogreif gewählt! Ein kleiner Applaus! Auf dem zweiten Platz finden wir nun Engel und Teufel von Caleb O’Dell! Hier ein besonderer Respekt an die tollen Flügel! Und zu guter Letzt: Der erste Platz geht an den kopflosen Reiter! Der mit seinem Kostüm einfach genau Halloween getroffen hat und wirklich ein schönes Kostüm zeigte! Applaus für Fritzi Tersteegen!“
      Es folgten die Gewinner des Gelassenheitsparcours. Dort ging der dritte Platz an Bellamy Blake mit PFS‘ Unclouded Summer Skies. Den zweiten Platz ergatterten sich Alicia Grey und Townsend Cosmopolitan und auf den ersten Platz landeten Lily Adams (unsere jüngste Teilnehmerin) mit PFS‘ Skydive!
      Für alle teilnehmenden Fohlen gab es ein kleines Bund Möhrchen und die Reiter durften ihre Schleifen einstecken und so kamen wir zur letzten Auswertung, den Trickshows. „Auch hier wieder! Ein Glück saß ich nicht im Entscheidungskomitee, ich fand nämlich allesamt wirklich einwandfrei, aber nun muss man ja doch Plätze verteilen, also bitteschön: Auf dem dritten Platz Caleb O’Dell mit seiner fetzigen Western-Show! Und auf dem zweiten Platz finden wir Ylvi mit ihren Bogenschießkünsten, definitiv verdient! Und zu guter Letzt: Der erste Platz geht an Tamara Meyrohe mit ihrem süßen Punktepony und der kreativen Show! Einen Applaus für die drei und noch einmal einen umso lauteren Applaus für alle heute hier aufgetretenen Paare. Ich finde, das haben wirklich alle wunderbar gemacht! Vielen Dank für euer Kommen und eure Mühen. Es war eine Freude, euch und euren Pferden zuzuschauen! Und nun eröffne ich das Büffet und die Tanzfläche und wünsche allen Anwesenden noch einen tollen Abend!“
      Lächelnd verabschiedete ich mich mit einer Verbeugung und hielt noch kurz Small-Talk mit einigen Teilnehmern, um ihnen nochmals für ihr Danken zu kommen. Allen teilnehmenden Leuten hatten wir eine kleine Geschenktüte fertig gemacht, immerhin kamen alle von weit her. In der Tüte fanden sich einige Snacks, die meisten natürlich wieder passend zu Halloween, außerdem Soda-Dosen und natürlich auch Leckereien für die Pferde.
      Celeste hatte außerdem für jeden einen kleinen Anhänger gestaltet, auf dem stand „Halloween Special 2018, wir waren dabei!“ – und wie konnte es anders sein? Es war ein orangener Kürbis mit grinsender Fratze, aber immerhin einer netten Fratze.
      Ich gesellte mich nun noch zum Büffet, denn nach dem langen Tag hatte ich definitiv auch Hunger und bediente mich somit an den ganzen Köstlichkeiten. Zum Reden fand man hier auch sofort jemanden und so würde der Abend noch ganz schön lang werden. Aber schön war es! Und gelohnt hatte es sich auch allemal!
    • Sissicat
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      "Neuer Tag, Neuer Auftrag!",rief ich fröhlich als ich die Treppen hinunter lief. Meine Tasche in der einen und meine Autoschlüssel in der anderen Hand. "Ich kann es kaum erwarten den nächsten Stall kennenzulernen!" Schnell ging ich aus der Tür und verschloss sie, danach trottete ich zu meinem kleinen Truck und untersuchte meine Werkzeuge, als ich festgestellt hatte das ich nichts vergessen hatte, fuhr ich zufrieden los. Mein Auftrag führte mich nach Deutschland in die Nähe von Köln zu den sogenannten "Roanoke Stables". Nach einer Weile war ich endlich angekommen und parkte meinen Truck vor dem Eingang, dort wartete bereits ein junger Mann auf mich. Ich stieg aus meinem Wagen und schüttelte ihm freundlich die Hand. Er zeigte mir die Anlage des rießigen Gestüts und bedeutete mir dann wo ich mein "Zeugs" aufbauen könne. Gesagt. Getan. Während ich meinen Wagen umstellte und alles herrichtete führte, Nathan Scott, so wie er sich mir vorgestellt hatte, einen schönen Holsteiner-Pinto Hengst auf mich zu. "Na du? Bereit für etwas Hufpflege?",fragte ich das Pferd kichernd und strich ihm dabei über seinen Hals. Sein Name war Grand Little und meine Aufgabe heute war es seine Hufe auszuschneiden und die Hufeisen zu erneuern. Grand Little schien das alles wenig auszumachen, auch das zischen des heißen Wassers schien ihn nichtwirklich zu interessieren. Er hielt sein Bein solange es nötig war oben und zog es mir nicht aus der Hand, sowohl bei dem Ausschneiden als auch bei den Hufeisen wechseln. Ich drehte ausserdem bei den Hufeisen Stollen ein. Es dauerte nicht lange und der schöne Hengst konnt wieder in seine Box. Mein nächster Patient war der junge Hengst Cornet, er musterte mich etwas misstrauisch als er hergeführt wurde, schien sich aber schnell beruhigt zu haben nachdem ich ihn ersteinmal ausgiebig gestreichelt hatte. Bei Cornet hatte ich die selben Aufgaben wie bei Grand Little, also machte ich mich daran die alten Hufeisen zu entfernen und die Hufe auszuschneiden. Nachdem dies bei allen Hufen erledigt war bereitete ich die neuen Eisen vor. Cornet blieb die ganze Zeit über ruhig stehen und lies sich keinerlei Angst anmerken. Also war auch das neue Hufeisen anbringen und mit Stollen eindrehen schnell und sauber erledigt. "Heute geht alles ziemlich schnell.",murmelte ich und Nathan stimmte mir zufrieden zu. Er schien sehr stolz auf seine Pferde zu sein. Nachdem Cornet fertig war, wurde er durch den Wallach Abs ersetzt. Der alte Wallach beachtete mich kein bisschen misstrauisch, er hatte wohl in seinem Leben schon genug Hufschmiede gesehen, sodas ich eher wenig von Interesse war. Trotzdem streichelte ich ihn als erstes um ihn davon zu überzeugen das ich nur das beste will. Bei Abs hatte ich nur die kleine Aufgabe, seine Hufe auszuschneiden. Es war schnell erledigt da Abs sehr ruhig und still stand und mir sein Bein niemals entzog. "Eure Pferde sind echt gut erzogen!",stellte ich fest als Abs fertig war und kraulte ihm sachte hinter seinem linken Ohr. "Ja, darauf sind wir hier sehr stolz.",erklärte Nathan und tätschelte Abs Flanke. Dannach wurde Abs zurück geführt und Nathan kam mit dem altenWallach La Paz zurück. Wie Abs zuvor schien er die Gelasenheit auf vier Hufen dazustellen. Er lies sich von mir streicheln und auch das Hufe ausschneiden lies er ruhig über sich ergehen. "Und schon wieder fertig.",lächelte ich und tätschelte La Paz Hals. Meine letzte Patientin an dem heutigem Tag war die Oldenburger Stute Attentivenly. Wie ihr Name schon sagte, kam die Stute mit aufmerksam nach vorne gerichteten Ohren auf mich zu und schnupperte an meinen Handschuhen. Ich lachte und strich auch ihr über das Fell. "Gut dann fangen wir mal an.",lächelte ich und begann die Hufe der Stute auszuschneiden. Auch bei ihr war meine Arbeit schnell erledigt, sodass wir wirklich schnell fertig waren und ich Nathan dabei half die Stute zurück zubringen. Es interessierte mich sehr wie andere Ställe aussahen. Nachdem Attentivenly zurück in ihrer Box war, räumte ich mein "Zeugs" zurück in meinen Truck und verabschiedete mich von Nathan. Wie bei jeden meiner Aufträgen fuhr ich fröhlich nachhause, immerhin hatte ich heute wieder 5 Pferden geholfen.
      4181 Zeichen | Sissicat
    • Sosox3
      3. Pflegebericht
      Dezember 2018
      Pferde Crashkurs
      16.194 Zeichen
      Tag 1 - Roanoak Stables

      Zwei Tage Crashkurs Praktikum. Einen Tag auf dem Roanoak Stable, den anderen auf Evergreen Acres. Aber wer war ich? Ein Teenager, der nichts mit Pferden am Hut hatte und nur eine Woche Praktika zusammenkratzen musste um das Schuljahr zu bestehen. Mein eigentlicher Praktikumsbetrieb hatte nur drei Tage Zeit für mich, ich brauchte aber insgesamt fünf. In meiner Not fragte ich überall an und die Arbeit auf einem Pferdehof konnte ja so schlimm nicht sein, oder? Neugierig sah ich mich auf dem Roanoak um, in der Hoffnung auf den Besitzer zu treffen. Als ich ihn schließlich traf führte er mich erstmal herum und erklärte mir die Aufgaben für heute. Es war früh und ich hatte mich um vier Uhr morgens aus dem Bett gequält nur um um halb 7 hier zu sein. "Zuerst müssen die Boxen gemistet werden. Das machst du zusammen mit den Mitarbeitern da drüben am Misthaufen.", man wank uns zu, "Die sind sehr freundlich und erklären dir dann was du zu beachten hast. Danach äppeln wir die Paddocks ab." Ich nickte und folgte jetzt zu den Weiden. "Die Pferden haben wir schon rausgebracht. Heute Nachmittag wirst du sie reinholen und zum Teil auch putzen. Aber das erklären wir dir dann noch." Kontakt mit Pferden... Mir schauderte es. Aber so viele Reitermädchen hatten damit kein Problem, wieso sollte mir jetzt was passieren? Der Misthaufen stank beinahe genauso schlimm wie ein Kuhstall, aber meiner Erfahrung nach würde das in ein paar Minuten abflauen. Man gewöhnt sich ja zum Glück schnell an neue Gerüche. "Hey, komm her, schnapp dir eine Mistgabel und eine Schubkarre und folge mir." Gesagt, getan. Im Stall fiel mir als erstes auf, dass offenbar nicht alle Pferde auf den Weiden standen. An das stetige Schnauben der riesigen Tiere musste ich mich auch noch gewöhnen. Grand Litte hatte mich fast zu Tode erschreckt, als er mit einem Huf gegen die Boxentür schlug, gerade als ich vorbeilief. "Warst du schon mal auf einem Pferdehof?", fragte man mich und musterte mich kritisch. Ich schüttelte den Kopf und beobachtete den Mann dabei, wie er Gabel für Gabel durchnässtes Stroh und Pferdeäpfel auf den Karren lud. Er kommentierte meine Unsicherheit nicht, sondern fuhr gleich mit der Arbeit fort. "Das ist die Box von Abs. Schau zu und lerne. Die meisten Pferde nutzen nicht die komplette Box als Toilette, sodass wir einen kleinen Teil gutes Stroh ruhig behalten können. Nimm aber lieber zu viel raus, als zu wenig. Falls du unsicher bist, frag einfach nach. Ansonsten geh da drüben zur Box von Gunfight, zwei Boxen neben dem Hengst, an dem wir beim Reingehen vorbei kamen. Ein Hengst war das also eben. Waren Hengste nicht besonders ungestüm und aufbrausend und so gar nicht das, womit man einen Anfänger konfrontieren sollte. "Keine Sorge, da ist eine komplette Box zwischen euch, der wird dich also nicht fresse, selbst wenn er wollte.", neckte mich der Mann, der meine Angst erkannt hatte. Ich konzentrierte mich auf das stinkende Stroh vor mir und schippte eine Gabel nach der anderen auf die Schubkarre. Ich arbeitete mich langsam vor und überlegte ständig ob das nun noch gutes Stroh war oder schon schlecht. Als ich fertig war fragte ich noch einmal nach um sicher zu gehen, dass es richtig war. "Nächstes mal, lad die Karre nicht so voll. Du wirst gleich merken wieso. Lauf lieber zwei, drei mal. Sonst siehts ganz ok aus. Nimm ruhig mehr von dem Stroh weg ich seh da noch ein bisschen feuchtes Stroh." Ich nickte stumm und brachte den Karren zum Misthaufen. Beim Laufen fiel mir gefühlt die Hälfte wieder runter, was wohl der Grund dafür war, wieso man lieber einmal mehr läuft. Dann am Ende muss man sonst die Stallgasse gleich mit misten. Da ich jedoch ein Perfektionist war nahm ich auch das restliche schlechte Stroh aus der Box, das ich übersehen hatte und ging dann zur nächsten Box. Der Mann hatte in der Zwischenzeit schon zwei Boxen fertig gemacht und das obwohl er öfter zum Misthaufen lief, als ich. "Cornet undLa Paz sind fertig. Mach mit Diet Mountain Dew weiter." Er zeigte auf meine nächste Box und ich ging frohen Muter rüber, da hier kein Pferd in der Nähe stand, vor dem ich Angst hätte. Zwei, fast drei Stunden dauerte es bis alle Boxen gemistet und anschließend neu eingestreut waren. Trotzdem es kalt war, kam ich bei dieser Arbeit ordentlich ins Schwitzen. Es war nicht nur das hin und her laufen, zwischen Boxen und Misthaufen. Auch das ständige Bücken und Heben war anstregend und ich spürte zum ersten Mal in meinem Leben bewusst meinen Rücken, da er ordentlich schmerzte. Man lobte mich für mein Durchhaltevermögen und warf mir dann gleich an den Kopf, dass das ja noch nicht alles war. "Jetzt sind die Paddocks dran. Ich überlasse dir, die ohne Pferde." Dankend folgte ich. "Stroh und besudeltes Heu zusammenrechen und dann wie beim Boxmisten samt Pferdeäpfel auf die Schubkarre und dann auf den Misthaufen.", erklärte man mir. Auf dem Paddock, den der Mann nun abäppelte stand ein großes Pferd namens Attentivenly. Da der Paddock gleich an den grenzte, den ich gerade sauber machte stand das Pferd neugierig am Zeug und streckte sich zu mir hin. Ich war neu und unbekannt. Das war wohl eine Art Attraktion für manche Pferde hier. Wohl war mir nicht dabei, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich an dieses Verhalten. Ich hatte gerade den Paddock von Optibasefertig, da wurde ich schon weitergeschickt zum nächsten. "RS' Aerials", las ich laut vor. Wer nannte sein Pferd so? Was sollte denn RS sein? Verwirrt öffnete ich das Gatter und begann grübelnd mit dem abäppeln. "Was ist los?", fragte man mich freundlich. "Nichts, ich... frag mich nur... Was bedeuten diese Abkürzungen vor manchen Pferdenamen?" Der Mann lachte. "Gute Frage! Das sind meistens Abkürzungen der Zuchten, von denen die Pferde stammen. Schau auf den Schildern in den Details nach und vergleich mal mit den Kürzeln, dann wirst du sicher schlau draus." Ich legte die Arbeit kurz nieder um das zu überprüfen. Tatsächlich ergab das nun Sinn mit den Kürzeln. "Und spricht man dann die Zuchtnamen mit aus oder einfach die Kürzel?" Der Mann zog die Schultern hoch. "Das ist unterschiedlich.", meinte er knapp und ohne aufzusehen. Ich arbeitete weiter und bald waren wir auch mit den Paddocks fertig. Nach einer kurzen Mittagspause, in der ich endlich mal den Rücken durchstreckte, gingen wir zu den Weiden. "Die ersten Pferde kommen jetzt schon rein, damit andere raus können.", erklärte man mir. "Wir holen jetzt Hollywood Undead II, Hendersin, Warrior Gun und Schwalbenfeder. Dann könnenAnouk, Monteverdi, Primo und A Rose vom Nevada raus. Du nimmst bitte immer nur ein Pferd. Lauf links vom Pferd und lass dich nicht überholen." Gemeinsam betraten wir die Weiden und holten die entsprechenden Pferde. Da ich keine Ahnung hatte welches Pferd ich abholen musste, wartete ich, bis der Mann mir eines übergab. Ich hatte Glück, das Pferd lief brav neben mir und schien sich nicht von mir verunsichern zu lassen. Folgsam lief es neben mir her, bis ich es in seine Box entließ und so schnell ich konnte die Tür zuschob und tief durchatmete, ehe ich wieder zur Weide ging. Es war beängstigend neben einem so großen, starken und schweren Tier zu laufen, selbst wenn es brav war. Definitiv etwas, an das ich mich nicht gewöhnen werde. Auch beim zweiten Pferd kroch mir die Angst in die Beine, sodass ich fürchtete, dass mir die Knie einknickten. Ich war froh, als wir die vier Pferde in den Boxen hatten. "Ist schon gut, ich bring die alleine raus. Geh und trink was.", sagte der Mann, der meinen panischen Gesichtsausdruck absolut richtig gedeutet hatte. Als ich mich im Badspiegel ansah wurde mir bewusst wieso. Ich war kreideblass und das war eigentlich so meine Art. Eigentlich hatte ich eine gesunde, karamellfarbene Haut und ein paar dunklere Pigmentflecken im Gesicht, doch selbst die waren erblasst und wirkten nunmehr hellbraun. Ich wusch mir Hände und Gesicht und ging dann zur Gemeinschaftsküche um mir etwas zu Trinken zu nehmen. "Komm nochmal mit." Der Mann hatte mich beim Trinken überrascht und ich hätte mich beinahe verschluckt. Er grinste schelmisch und geleitete mich zu einer großen Halle. "Das sind Paper Planes, Étoile, Hvitasunna van Frelsi und Atla von Atomic. Die werden hier gerade bewegt und beschäftigt. "Das sind alles Ponys, vielleicht machen die dir etwas weniger Angst." Ich beobachtete das kleinste der Ponys, das frei mit den größeren mitlief. "Bleibt das so?" Der Mann folgte meinem Blick und lachte. "Nein, das ist ein Fohlen und wächst noch etwas. Aber es wird nicht so groß wie die anderen Pferde, die du heute gesehen hast." Ich senkte den Blick. "Schade, in der Größe wären mir Pferde deutlich lieber." Abermals lachte der Mann. "Du hast jetzt erstmal Pause. Um Vier holen wir dann die übrigen Pferde rein, genug Zeit um sich drauf einzustellen, hm?" Er lächelte mich an und ging dann wieder an seine Arbeit. "Es sei denn du hast Lust mir beim Putzen des Stalls zu helfen. Allerdings müssen wir dafür auch in ein paar der belegten Boxen treten.", er zwinkerte mir zu und drehte dann wieder ab. Das war eine rhetorische Frage. Er rechnete nicht damit, dass ich ein paar Minuten später bei ihm stand und mich mutig dieser Herausforderung stellte. Er war sichtlich erstaunt und freute sich über meine Hilfsbereitschaft, trotz der Angst, die ich vor Pferden hatte. Hätte ich davon vorher gewusst, hätte ich mich nie bei Pferdeställen gemeldet um ein Praktikum zu machen. Er gab mir einen langen Staubwedel und ließ mich die Decke der Stallgasse von Spinnweben beseitigen, er machte das gleiche in den Pferdeboxen. Anschließend putzten wir die Fenster. Er von innen, ich von außen, sodass ich nicht in die Boxen rein musste. Am Ende des Tages war ich sehr zufrieden und dank meiner Hilfe beim Putzen hatte der Mann sogar auch früher Feierabend. Die Zeit, die ich beim Boxmisten vertrödelt hatte, hatten wir jetzt wieder eingeholt. "Danke, für deine Hilfe." Er verabschiedete sich höflich und setzte sich dann in seinen Wagen um heim zu fahren. Der Stallbesitzer schrieb mir noch ein Arbeitszeugnis aus und lobte mich in den höchsten Tönen. "Ich muss gestehen, ich hab mir dafür eine Vorlage rausgesucht. Ich hoffe, dass es tatsächlich ein gutes Zeugnis ist. Sonst meldest du dich bitte nochmal bei mir.", stirnrunzelnd übergab er mir den frisch unterschriebenen Zettel. Ich überflog den Text kurz und bedankte mich dann. Mittlerweile war es dunkel und ich war froh, als zu Hause etwas warmes zu Essen auf dem Tisch stand und eine heiße Dusche auf mich wartete.

      Tag 2 - Evergreen Acres

      Der nächste Tag startete mit Schneeregen. Richtig ätzend. Mein Rücken fühlte sich an als würde er bald durchbrechen und wenn der Hof auf dem ich heute arbeiten musste nur annähernd so groß war wie die Roanoak Stables, wäre das mein Todesurteil. Ganz sicher. Widerwillig würgte ich mein Frühstück runter, nahm einen Schluck Orangensaft und machte mich dann auf den Weg zum Evergreen Acres. Es war wie eine andere Welt. Gleich zwei Leute kamen auf mich zu und begrüßten mich. Hier gab es wohl sogenannte Westernpferde. Eine andere Reitweise, die Sättel waren wuchtiger und allgemein sahen die Outfits lockerer und prachtvoller aus als auf dem Hof gestern. "Da wird geradeCruel Twist of Fate geritten.", erklärte man mir und ich warf einen Blick auf das helle Pferd auf dem Reitplatz. "Wir bringen jetzt zusammen die Fohlen auf die Weide." Ich folgte zu den Stallungen, wo die Fohlen schon darauf brannten aus der Box zu kommen. Ich sollte zur ersten Weide laufen und das Gatter öffnen. Die anderen kümmerten sich um die Fohlen selbst. Ich sollte unbedingt beim Gatter stehen bleiben, damit es nicht von selbst zufiel. Die anderen stellten sich vor sämtliche Fluchtwege und dann kamen auch schon die Fohlen. Später sagte man mir, dass das PFS' Icy Rebel Soul, Morrigan's Chaa und Kwatoko waren, die an mir vorbeirasten und auf der Weide herumtollten. Ich hatte das Bedürfnis schreiend wegzurennen, als die drei vom Stall auf mich zurasten, doch sie bogen gleich auf die Weide ab, sodass ich meinem Instinkt widerstehen konnte. Dennoch raste mein Herz. "Hast du schon mal ein Pferd geputzt?", fragte man mich und ich schüttelte den Kopf. Just fiel mir ein, dass ich doch gestern auch ein Pferd putzen hätte sollen. Sicher hatte man mir das nicht auflegen wollen, nachdem bekannt wurde, dass mir Pferde Angst bereiteten. "Dann zeig ich dir das jetzt an Höllenflüstern." Das braune Pferd hatte die Ohren in den Nacken gelegt, sobald sie auf der Stallgasse stand und irgendwas sagte mir, dass das keine Freundlichkeit bedeutete. "Keine Sorge, sie ist etwas frech, lässt sich aber gut versorgen. Du bekommst gleich ein braveres Pferd. Versprochen." Mehr als ein Nicken schaffte ich nicht. Wie angewurzelt stand ich da und starrte in das Gesicht des Pferdes. Man erklärte mir den Vorgang des Pferdestriegelns. "Großartig dreckig sind die eh nicht.", hieß es. Dann zeigte man mir außerdem das Verlesen des Schweifs. "Treten die nicht aus, wenn man dahinter steht?", fragte ich und sah wieder zum Kopf des Pferdes. Es schaute noch immer nicht gerade freundlich drein. Die Frau überlegte kurz. "Stell dich etwas seitlich, wenn du dem Pferd nicht vertraust. Es kann sein, dass es dir wie Höllenflüstern hier, den Schweif aus der Hand zieht. Einfach immer locker halten und dann neu aufnehmen. Aber Kisshimbye macht das nur ganz selten." Tatsächlich war der Schecke, den ich zu putzen hatte deutlich angenehmer im Umgang und ich fühlte mich mit jeder Minute, die ich striegelte etwas besser. Vor dem Verlesen des Schweifs hatte ich aber immer noch Angst und machte das nur sehr zögerlich. Zweimal zog mir die Stute den Schweif aus den Händen, doch dann ich fertig und der Schweif fiel locker und vollkommen entwirrt. Es war toll sofort das Ergebnis seiner Arbeit zu sehen und bis auf die emotionalen Probleme, war diese Arbeit deutlich leichter als das Ausmisten der Boxen. "Oh da kommen Quisquilloso und Quicksilvernach Hause. Die beiden waren mit ihren Reitern ausreiten." Neugierig beobachtete ich, wie die zwei bunten Pferde quer über den Hof geritten wurden. "Was ist das für eine komische Farbe?", fragte ich und deutete auf das Pferd dessen Punkte mich stark an die eines Dalmatiners erinnerten. "Quisquilloso ist ein Tigerschecke. Die Punkte die charakteristisch für diese Fellfarbe." Mittlerweile war Cruel Twist of Fate nicht mehr auf dem Reitplatz. Stattdessen galoppierte Special Luna Zip durch den Sand. Das sagte man mir, nachdem ich fragte ob das Pferd mal krank war oder in einen Topf weiße Farbe gestapft war. Irgendwie waren hier viele Pferde auf dem Hof, die ungewöhnlich gefärbt waren. Zumindest für mich, der da keine Ahnung hatte welche Möglichkeiten es gab. Über meine Unwissenheit wurde heute nicht nur dieses eine Mal gelacht. Ich konnte es den Leuten nicht verübeln. Ich lernte dass einjährige Jungpferde "Jährlinge" genannt wurden. Zwei davon gab es hier und sie hießen Imagine there's no Heaven undVarys. Außerdem lernte ich dass lange Namen offenbar beliebt waren in der Pferdewelt. Mich erinnerte das an die Zuchtnamen von Hunden.Alles in Allem war dieser zweite Stallarbeitstag wesentlich einfach, als der gestrige. Das lag wohl daran, dass man mir kaum aufgaben überließ. Die meiste Zeit sah ich Leuten beim Reiten oder Longieren zu. Longieren fand ich lustig und ich stellte mir vor Hunde auf diese Weide zu bewegen. Dass es das wirklich auch mit Hunden gab, wusste ich bis dato noch nicht. Aber mir gefiel der Gedanke nur über eine lange Leine mit dem riesigen Tier verbunden zu sein, das auf akustische Signale genau das tat, was man wollte. Ich hinterfragte ständig wie man Pferden etwas bestimmtes beibrachte und man erklärte mir gleich verschiedene Trainingsmöglichkeiten. "Viele Wege führen nach Rom." Das war wohl wahr. Am Spätnachmittag bekam ich mein Arbeitszeugnis und machte mich gleich darauf auf den Heimweg. Ich freute mich schon meinen Praktikumsbericht über die zwei verschiedenen Pferdehöfe zu schreiben und mein neu erlangtes Wissen dort unterzubringen. Vermutlich war das jedoch meine erste und letzte Erfahrung mit dieser Materie, denn die Arbeit mit Holz, ohne Tiere, gefiel mir besser. Weniger Nerven aufreibend, mehr Futter für die Seele. Zumindest in meinem Fall.

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    • Sevannie
      Verschoben am 30.08.2019
      Grund: 6 Monate keine Pflege.
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Sosox3
    Datum:
    17 Aug. 2017
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    Von Cornet Obolensky
    Von Clinton Aus der Rabanna van Costerfeld

    Von Corrado Aus der Urte I| Von Heartbreaker Aus der Holivea van Costerfeld

    Aus der Louisa
    Von Ex Libris Aus der Patrizia

    Von Elan xx Aus der Aphrodite| Von Pandur Aus der Rommi


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    Oldenburger
    02.01.2014| Hengst| 179cm

    Dappled Grey | Apfelschimmel
    Ee Aa Gg
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    Cornet stammt aus einer einmaligen Paarung von Cornet Obolensky und Louisa,wobei er direkt und deutlich seine Veranlagung im Springsport zeigt. Angeritten und schon mehrfach platziert im Springen, wurde er in Vechta auf der 87. Eliteauktion verkauft wurde für einen sehr hohen Betrag. Nathan sah in ihm eine hohe Bereicherung für unsere Zucht und ergriff die Chance. Cornet hat ein sanftes und freundliches Wesen und eine exzellente Manier am Sprung gepaart mit viel Go. Er wird wohl in die Fußstapfen seines Vaters treten.

    Besitzer: Nathan Scott (22)
    Züchter: Unbekannt, Deutschland
    VKR/Ersteller: sadasha
    Kaufpreis: - Joellen
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    Platzierungen 7/1/3
    Trainingsstatus aktiv
    Registriert in -

    Dressur E A L
    Springen E A L M S S* S** S***

    Klasse E
    440. Springturnier, 3. Platz
    215. Synchronspringen, 1. Platz
    216. Synchronspringen, 1. Platz
    218. Synchronspringen, 1. Platz
    219. Synchronspringen, 1. Platz
    220. Synchronspringen, 1. Platz
    459. Springturnier, 3. Platz
    460. Springturnier, 1. Platz
    461. Springturnier, 2. Platz
    224. Synchronspringen, 1. Platz
    467. Springturnier, 3. Platz



    Inoffiziell
    Kostümspringen, 3. Platz

    Zuchtverband

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    Zuchtverfügbarkeit [​IMG] Offen[​IMG]
    Zuchtbedingungen:
    Offen für alle Warmblutstuten mit mind. A Qualifizierung im Springen
    Zuchttext oder Bild erforderlich!


    Eingetragene Zucht: Roanoke Stables
    Decktaxe: -

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    HK 495

    Züchter/Herkunft: Unbekannt, Castop-Rauxel
    Nachkommen: [​IMG]


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    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund