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sadasha

Come Back Cupcake

Stute | Irish Hunter | Brauner

Come Back Cupcake
sadasha, 14 Feb. 2017
Rinnaja gefällt das.
    • sadasha
      Verjährte Pflege
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      03.07.2016
      Auszeit
      Pflege für alle Pferde von Elsaria

      Mit einer großen Reisetasche, einem Wanderrucksack und Autoschlüsseln ging ich den am wenigsten besuchten Weg zum Parkplatz und bekud den Wagen. „Wo geht’s hin?“ Isaac stand mit Come Back Cupcake am Rand des Springplatzes und konnte durch die Bäume den Parkplatz und somit auch mich sehen. Als er mich ansprach fuhr ich zusammen und wandte mich hektisch um. „Ehm, ich bin für eine Woche in Deutschland.“ erklärte ich kurz und öffnete die Fahrertüre zum Auto. Isaac grinste jetzt breit über's ganze Gesicht. „Und da tust du so geheimnisvoll?“ Da hatte er recht, für einen Außenstehenden sah das vermutlich komisch aus. Aber meine Psychologin meinte, dass es keine gute Idee für mich wäre den Hof großartig zu verlassen, da ich mich noch immer nicht an alles erinnerte. Meine Eltern standen voll hinter ihr und so würden sie mich nie einfach so fahren lassen, wenn ich ihnen davon erzählt hätte. Das alles musste also niemand wissen. Isaac's Eingeweihtheit war da lediglich ein zu verkraftendes Übel. „Es soll niemand wissen.“ sagte ich schließlich eindringlich, stieg in den Wagen und bekam beim rückwärtssetzen noch Isaac's verwirrtes Gesicht mit, bis ich den Wagen umlenkte und den Hof in Richtung Fähre verließ.

      Nach etwa einem halben Tag Reise konnte ich endlich das Eifelgebirge vor mir sehen. Joicy hatte mich kurzfristig gebeten nach ihren Pferden zu sehen, sie war außer Haus und hatte mir den Schlüssel unter einer Pferdefigur auf einem Sockel am Tor hinterlassen. Soweit so gut. Der Schlüssel war tatsächlich an besagter Stelle und so lud ich erstmal meinen Krempel aus. Es war schon seltsam niemanden auf dem Hof zu sehen, aber es war mir recht so. Vom Innenhof aus konnte ich die Ponystuten Talya, Schlumpfine und Dream of Linnea sehen, die gemeinsam in einem großen Offenstall standen. Da Joicy mich nur um eine schnelle Pflege bat würde ich heute nur für die Verpflegung und Pflege sorgen. Morgen gibt es dann zusätzlich etwas Bewegung. Beim Betreten des Wohnhauses wurde mir mulmig. Spuren des Lebens waren hier deutlich zu sehen, aber es war niemand da. Es war als würde man in ein fremdes Leben unerwünscht einbrechen. Das besserte auch der Blick in den Kühlschrank nicht. Zwar lebte ich für meine Ausbildung zeitweise bei Joicy und kannte so ihre Gepflogenheiten, aber ganz alleine in ihrem Haus zu stehen war ungewohnt und unangenehm für den Moment. Plötzlich klingelte auch noch das Telefon. Ich beschloß es zu ignorieren und stattdessen meine Taschen ins Gästezimmer zu bringen, eine Dusche zu nehmen und dann mit dem Misten der Boxen zu beginnen. Circa 20 Pferde warteten außerdem auf ihr Futter. Auf dem Nachttisch im Gästezimmer lag eine Notiz.

      „Hey Hunter,

      ich hoffe dir geht es gut?

      Heute morgen hab ich es noch geschafft zu misten und gefüttert habe ich die Pferde auch.
      Die Futterpläne hängen an den Boxen. Mittags brauchen nur die Zuchtpferde eine kleine Ration und Abends nochmal alle.
      Danke, dass du dich kümmerst! Wir sehen uns die Tage, ich hoffe etwas früher fertig zu sein.

      Bis dann!“


      Ein riesengroßer Stein fiel mir vom Herzen als ich las, dass ich heute so gut wie Nichts mehr tun musste. Die Reise hierher hatte mich schon sehr ausgelaugt. An Schlaf dachte ich allerdings noch nicht. Stattdessen machte ich mir erstmal in Ruhe einen Kaffee, setzte mich damit ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher ein um etwas Leben in die Räume zu bringen. Die unangenehme Stille war verschwunden und ich fühlte mich gleich etwas wohler. Der Kaffe wirkte seinen Zweck und so machte ich mich keine fünfzehn Minuten später schon wieder auf in den Stall. Bei jeder Box blieb ich kurz stehen und versuchte mir so gut es ging die Futterpläne einzuprägen. Direkt nebeneinander standen Bargeld, Skadi und Bifröst. Skadi war ein besonderer Schatz von Joicy, den sie niemals hergeben würde. Die hübsche Schimmelstute hatte es mir schon beim ersten Treffen angetan und ich machte auch heute immer noch gerne Scherze darüber, dass ich sie irgendwann stehlen würde, wenn Joicy mal nicht hinsieht. Hmm... das wäre wohl jetzt DIE Gelegenheit für einen Meisterstreich. Aber es war nicht meine Art. So seltsam wie ich zur Zeit auch gestimmt war, Pferde würde ich nicht verschwinden lassen. Die restlichen Boxen waren leer. Die Trakehnerstuten standen in Herdenhaltung auf einer großen Weide draußen. Die Hengste waren nach Verträglichkeit sortiert und so auf ein paar kleinere Wieden und Offenställe verteilt. Übrig blieben danach nur noch die beiden Fohlen Sacre Fleur und Magic Lanijos. Wie geplant fütterte ich den Zuchtpferden mittags ihre Portion Extra-Futter und abends bekam die ganze Meute ein Mahl.

      Hier in Deutschland herrschten zur Zeit große Unwetter. Kurz bevor es dunkel wurde entschied ich mich die Pferde, die jetzt noch draußen standen in die Ställe zu holen. Es stellte sich schnell heraus, dass das länger dauern würde als gedacht. Die Fohlen brachte ich als erste rein. Als nächstes die drei Ponystuten. Auch diese stellten mich vor keine Heruasforderung. Von meinen Pferden wusste ich, dass sich Hengste sehr gerne von ihren Stuten ablenken ließen und so holte ich erst die Trakehnerstuten in den Stall. Währenddessen begann es fürchterlich an zu regnen. S'cada und ich hatten Glück noch einigermaßen Trocken die Box zu erreichen. Gut für sie, ich musste nochmal raus. Bolonya Joleen, Shari, Petit Jayprada, Mystical Star und Celebration of Dance waren plitschnass als ich sie reinbrachte. Da es mittlweile dämmerte, konnte man den Regen auch nicht als angenehm erklären. Er war nicht nur nass sondern auch kalt und hart. Der Wind dabei war unerbitterlich. Die Hengste wiehrten und liefen zum Teil wie die Bekloppten am Zaun entlang. „Mein Gott...“ fluchte ich als ich Donnerschall tänzelnd und feixend am Strick hatte. „Jetzt reichts!“ Mit einem kräftigem Ruck vorwärts brachte ich den Hengst aus seiner Fassung und er lief irritiert mit. Auch die anderen Hengste ließen sich nicht so einfach abtransportieren wie erhofft. Der Sturm hatte ihnen wohl das Hirn weggeblasen. Nach gut einer Stunde waren auch Schwarzgold, Golden Jam, Sir Outlaw und Connery in ihren trockenen Boxen. Da die Hälte der Pferde nun klatschnass war hatte ich noch keinen Feierabend. Den Rest des ersten Abends verbrachte ich mit dem Auflegen von Decken auf nasse Pferderücken. Nach Mitternacht ließ ich mich totmüde aufs Gästebett fallen und schlief schneller ein als mir lieb war.

      Die restlichen Tage verbrachte ich wie auf meinem eigenen Gestüt damit, die Pferde zu beschäftigen. Ich brachte die Pferde abwechselnd auf Wieden, wo ich sie am häufigsten sehen konnte, wenn ich +ber den Hof lief und reiten war nur in der Halle möglich, da der Platz von der ersten Nacht einem See glich. Besonders die Hengste und etwas aufmüpfigeren Stuten versuchte ich mittels Longieren und Bodenarbeit auszulasten. Weitestgehend gelang mir das auch. Irgendwann nachmittags am dritten Tag der Woche in Deutschland hörte ich dann einen Wagen auf den Hof rollen. Joicy war wieder da!

      Mit einem strahlenden Lächeln kam sie mir entgegen und umarmte mich kurz zur Begrüßung. „Gut dich zu sehen. Siehst geschafft aus.“ Die Braune Shari schnaubte ungeduldig und riss den Kopf hoch um einem Wiehren hinterherzusehen, das aus dem Stall kam. „Alleine auf zwanzig Pferde aufzupassen und darauf zu achten, dass das Wetter keine größeren Schäden anrichtet laugt etwas aus.“ erklärte ich ebenfalls lächelnd. „Du solltest die Hengstpaddocks ablaufen, da waren zwei, drei Pfosten beschädigt, weil die Hengste abgedreht sind am ersten Abend.“ Joicy nickte. „Komm gleich mal rein.“ schlug sie vor und verschwand im Haupthaus, während ich Shari zurück in ihre Box brachte. Im Haus erklärte mir Joicy dass das diese Woche nicht so oft vorkäme und entschuldigte sich für die Kurzfristigkeit. Für mich war das kein Problem, es war eine Auszeit und neben dem etwas stressigen ersten Tag lief es ja ganz gut. „Wann geht es mit deiner Ausbildung weiter?“ fragte sie schließlich. „Wahrscheinlich nächstes Jahr. Sicher weiß ich es noch nicht.“ meinte ich schulterzuckend. Zwei Tage blieb ich noch auf dem Hof, bis ich meine sieben Sachen abermals packte und zurück nach Hause fuhr.
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      06. September 2016
      Exhausting

      Bei vier Fohlen und zwei Neuzugängen, die eingewöhnt und in den Alltag integriert werden müssen bleibt nicht viel Zeit um über anderes nachzudenken. Die Therapie steckt aktuell auch fest. Ich mein, es geht mir gut... aber Erinnerungen kamen bisher nur wenige zurück. Mit den Pferden bin ich wieder vertraut wie eh und je. Meinem Bein geht es ebenfalls wieder gut. Meine Eltern halten wieder Ausschau nach Pferdetrainern und geben mir immer kurz vorher Bescheid, wenn einer kommt. Zuletzt kam spontan jemand um den Reitponyhengst PFS' Heart of Ocean im Fahren zu trainieren. Er macht es einem nicht leicht, aber er wurde so vorsichtig herangeführt, wie es eben möglich war. Seit gestern ist Ocean offiziell eine Leistungsklasse aufgestiegen. An Iceflower und Princess Sansa kommt er damit zwar nicht heran, aber Eismärchen würde bald ebenfalls auf das A Niveau gebracht werden und dann könnte man daraus ein Gespann bilden. Mal sehen ob das klappt. Noch liefen sich die beiden Tigerschecken nur äußerst selten über den Weg. Die gekrönten Reitponystuten jedenfalls hatte ich meiner Kollegin in Deutschland vermacht. Iceflower und Princess Sansa würden es bei Joicy gut haben.

      Die Fohlen Raving Hope Slayer, Bearing Spots und PFS' Savory Blossom entwickelten sich gut. Herausragend waren sie alle auf ihre eigene Art. Bear Totem's Denali, Arcany und Slap Happy waren wieder vollwertig einsetzbar im Reitsport. Isaac und Gine hatten reichlich zu tun. Ich natürlich auch. Wobei sich meine Arbeit eher bei den Hengsten abspielte, so gerne ich auch mehr Zeit für Scheppi hätte, im Moment war es nicht drin sich ausführlich um meine erste Stute zu kümmern. Nun hatten wir auch noch Scarlet in Birth da, an der Isaac einen Narren gefressen hatte. Moulan war wieder so fit, dass sie auch recht gute Zeiten einlief auf der neuen Rennbahn. Chuckling Dancing Mess brachte gute Leistungen wie immer. Jeder mag Missy. Vielleicht würde sie bald den Besitzer wechseln.

      Mr. Raw Depression, CHH' Lamperd und Pendragon standen gut im Training, da sie für die Decksaison natürlich gut aussehen sollten. Besonders beschäftigte mich bei den Hengsten Majd, den ich vermehrt auf Turnieren vorstellte. Der Araber sammelte so fleißig Punkte, dass er wohl bald für die Hengstleistungsprüfung bereit war. Zu Come Back Cupcake und Samson gesellten sich nun auch zwei Jungpferde: Mephisto und Vikar. Die beiden Gypsy Cobs legten den Grundstein für eine neue Zuchtrasse auf dem Gestüt. Beide Junghengste waren sehr vielversprechend. In erster Linie durften sie aber Kind sein und wuchsen bei den Freizeitpferden auf, weil die Weide für Jungpferde noch im Aufbau war. Eigentlich fing gerade die Phase der Zucht an, in der die Pferde zu 90% zuchtfertig waren, die Ställe gut bestellt, das Personal glücklich und die Kunden ebenfalls. Eigentlich. Uneigentlich fing das Chaos jetzt erst so richtig an. An allen Ecken wurde gebaut. Die Youngsters sollten nicht nur eine eigene Weide, sondern auch einen großzügigen Offenstall bekommen. Nächstes Jahr kamen schon die nächsten Fohlen und dann würde es eng werden, sollten die Ein-, Zweijährigen keinen Platz machen können.

      Das alles heruntergerattert aufzuschreiben zeigt einmal mehr wie hektisch die Tage sind. Die Veränderung klopft von allen Seiten an und verlangt nach Einzug. So schnell konnte ich garnicht laufen um allen gerecht zu werden. Bei weitem nicht. Aber ich tat mein bestes. Heute Stand die Vorbereitung für neue Fohlen an. Sieben Fohlen sollten nächstes Jahr hier zur Welt kommen, wenn alles gut ging. Sieben. Alle außer eines von fremden Stuten, sodass ich zum Teil fremde Stuten auf dem Hof hatte und zum Teil sechs Monate, bis zum Absetzen, immer zwischen dem Hof auf dem die Stute stand und dem Bear Brook EC pendeln musste. Was für ein Spaß. Bei dem Gedanken lief es mir eiskalt den Rücken runter.

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      Haare raufend saß ich am Schreibtisch. Draußen war es bereits dunkel und man hörte nur hie und da ein Wiehern oder Schnauben der Pferde, die nachtaktiv waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 11pm war. Egal. Ein weiterer Schluck Kaffee würde mir wieder etwas Energie einhauchen. „Dein wievielter Kaffee ist das heute?“ Die sanfte Stimme Isaacs klang dumpf in meinen Ohren. Ganz so, als hätte ich es nur geträumt. Schließlich war ich alleine hier und alle anderen schliefen bereits tief und fest. Erst als er mir eine Hand in den Nacken legte schrak ich hoch. Das war definitiv eine bessere Methode um wieder wach zu werden, als abermals einen Schluck kalten Kaffees zu nehmen. Verwirrt drehte ich mich um und sah in ein fragendes, aber immer noch freundliches Gesicht. „Keine Ahnung.“ gab ich mit angeknackster Stimme zur Antwort. „Ich zähle nicht mehr mit.“ - „Du solltest schlafen, was machst du da?“ Neugierig wie er war beugte er sich über mich um zu sehen was ich gerade auf dem Bildschirm hatte. „Die Baufirma, hm?“ Die Stirn in tiefe Falten gelegt las er sich die Mail durch, die ich geöffnet hatte. Nickend klappte ich den Laptop zu. „Gibt es Probleme?“ fragte Isaac besorgt, dessen Hand noch immer auf meiner Schulter ruhte. Mit einer sehr langsamen Bewegung hob ich mich aus dem Stuhl und streckte mich in einem Zug. Ein paar der Rückenwirbel knackten vorwurfsvoll. „Hunter?“ Isaac sah mich noch immer fragend an. „Bitte?“ fragte ich, da ich schon wieder vergessen hatte was er wollte. „Schon gut.“ Jetzt grinste er wieder. „Sagmal willst du heute nicht nach Hause?“ Nun war es an mir ihn verwirrt anzusehen. Es war spät und er noch auf dem Hof. Sein Heimweg daurte rund eine Stunde. Das lohnt sich schon fast nicht mehr für ihn überhaupt loszufahren, falls er noch Schlaf haben wollte. Dann bemerkte ich dass er sowieso den Kopf schüttelte. Gut... war das geplant? „Findest du dein Zimmer oder soll ich dir eine Wegbeschreibung geben? Du siehst aus als würdest du nichtmal den Weg zur Tür finden.“ Belustigt deutete er auf die Tür hinter sich. Ich schnaubte verächtlich. „Danke ich komme zurecht.“ Kam ich nicht. Aber das würde ich niemals zugeben. „Gute Nacht, Isaac.“ beendete ich das merkwürdige Gespräch, klemmte mir den Laptop unter den Arm und schlenderte aus dem Wohnraum um ins Bett zu gehen. Die dumpfen Schritte von Isaac verrieten mir dass er auch schlafen ging. Allerdings führte ihn sein Weg in eines der Gästezimmer. Warum schlief er noch gleich hier, diese Nacht?

      Am nächsten Morgen wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen, als meine Mutter ins Zimmer platzte. „Deine Therapeutin ist da!“ Stöhnend zog ich mir das Kissen über den Kopf. „Wie spät?“ fragte ich, bekam jedoch keine Antwort mehr. Nach ein paar Sekunden Halbschlaf richtete ich mich auf und sah aus dem Fenster. Regen... Großartig. Kein Wunder, dass ich nicht wach werde. „Es ist 9am, Hunter.“ Das war nicht meine Mutter. Hektisch sprang ich auf, wandte mich um und riss dabei mein Smartphone vom Nachttisch. Kerry Robertson lachte und sprach sanft weiter. „Guten Morgen!“ Perplex starrte ich sie an. Mittlerweile hatte sie sich an den Rand meines Bettes gesetzt. Was zur Hölle?! „Setz dich, wir müssen reden.“ - „Darf ich mich vielleicht erstmal fertig machen und einen Kaffee holen?“ fragte ich ein wenig schroffer als gewollt. Sie wandte sich um und sah mich herrisch an. „Nein. Setzen!“ Stumm platzierte ich mich neben ihr und starrte auf den Boden vor uns. „So... Man sagte mir du schläfst kaum und arbeitest dich stattdessen lieber kaputt?“ Finster sah ich auf. „Ist das etwas Neues?“ In ihrem Blick erkannte ich, dass sie mir am liebsten irgendwas über den Kopf gezogen hätte für diesen Spruch... einen schweren Atlas oder einen Ziegelstein vielleicht? „Hunter, ich hab die Macht dich in eine Anstalt zu versetzen. Verscherz es dir nicht mit mir.“ Mit vollster Genugtuung sah sie wie ich mich etwas aufrappelte und sie aufmerksam ansah. „Gut so.“ - „Mach dich fertig, wir sehen uns im Stall.“ Ohne eine Antwort abzuwarten stand sie auf und verschwand. Was war das denn für eine Aktion? Was ist los mit den Menschen?

      Eine kalte Dusche und ein Kaffee weckten die letzten müden Glieder in mir und gut eine halbe Stunde nach Kerrys Auftauchen stand ich auf der Stallgasse. Die Pferde waren schon gefüttert und im hinteren Teil des Stalls stand Kerry zusammen mit Gine. Die beiden hatten Pendragon und Ocean geputzt und gesattelt. Die Hengste vertrugen sich und standen mehr oder weniger ruhig da, während Majd in seiner Box am Rad drehte. Neugierig trat ich an die beiden Frauen heran. „Hey Hunni, ich mach heute die Jungpferde, Isaac ist mit den Stuten beschäftigt und dein Vater hat Lamperd schon zur Rennbahn gebracht und longiert gerade Ray ab.“ erklärte sie mir in einer unmenschlichen Geschwindigkeit. „Und warum stehen die beiden hier gesattelt rum?“ fragte ich als ich alles verarbeitet hatte. „Weil wir jetzt einen Ausritt machen.“ antwortete Kerry. Ich lachte kurz, bis ich erkannte dass sie das ernst meinte. „Ich dachte du reitest nicht?“ fragte ich verwirrt. Sie lächelte und stieg auf Pendragon. „Einen gemütlichen Ausritt kriege ich gerade so noch hin. Los, Aufsitzen!“ Seufzend stieg ich in den Sattel. Gine hatte sogar die Steigbügel schon auf meine Länge eingestellt. „Wohin solls gehen?“ fragte ich während wir auf den Innenhof ritten. Kerry zuckte mit den Schultern. „Irgendwo hin wo es schön und ruhig ist.“ - Wald... dachte ich. Aber auf freiem Feld würde ich mich wohler fühlen, also ritt ich über die große Einfahrt vom Hof und überquerte mit Kerry die Straße. Rechts lag nun ein Rapsfeld und links eine Wiese, die erst gegen Jahresende bestellt werden würde. Es regnete übrigens noch immer, aber so schwach, dass sich das Wasser nur schleichend durch die drei Lagen Stoff grub. Einige Minuten ritten wir schweigend hinterinander her. Irgendwann trabte Kerry Pendragon an und holte auf um mit mir sprechen zu können. „Kann man irgendwo Rast machen?“ fragte sie nur. Misstrauisch sah ich sie an. „Der See ist etwa zehn Minuten entfernt.“ Zufrieden grinste sie mich an. Bis zum See sagte niemand ein Wort. Erst als wir ankamen und Kerry abstieg ergriff ich das Wort. „Was hast du vor?“ mir war mulmig. Beim See war ich schon sehr lange nicht mehr, irgendwas hielt mich fern von hier. Das hatte sich nicht geändert. Alles in mir schrie danach wieder zu gehen. „Ich möchte nur mit dir reden, komm schon.“ aufmunternd sah sie mich an. „Steig schon ab.“ Während sie Pendragon abstellte, stieg ich ab. Ocean stellte ich gleich neben den Braunen. „Komm her und setz dich.“ Kann die auch was anderes sagen? Wortlos setzte ich mich neben sie und starrte mit ihr auf die glitzernde Wasseroberfläche des Sees. „Schön oder?“ fragte sie immer noch glücklich. „Wieso bist du so angespannt? Was erwartest du?“ Sie hatte meinen Blick bemerkt und sich nun etwas mehr an mich gewandt. „Keine Ahnung.“ murmelte ich ohne aufzusehen. „Kannst du schwimmen?“ Mit dieser Frage hatte sie etwas in mir zerbrochen. Ich konnte nichtmal sagen was es war. Was ich wusste war, dass mir jetzt tausende Gedanken durch den Kopf schossen. Alle drehten sich um den See und um die Erinnerung an einen Tag... Erst als Kerry mich erneut ansprach konnte ich klarer denken. „Komm ins Wasser. Das wird dir gut tun.“ Ungläubig sah ich sie an. Sie war mitsamt Kleider einfach in den See gegangen und ein bisschen rausgeschwommen. Das nannte sie Therapie? „Was für eine Methode ist das?“ fragte ich immer noch abgeneigt. Was auch immer sie versuchte, es klappte nicht. „Konfrontationstherapie, Hunter. Komm her, dann erkläre ich es dir.“ sagte sie ruhig und damit so leise, dass ich es fast nicht verstand. Ein hilfesuchender Blick zu den Pferden verriet mir, dass es wohl kaum einen Weg gab der mich am eiskalten Nass vorbeiführte. Langsam tastete ich mich ans Wasser heran bis ich mich schließlich ans Ufer setze. „So jetzt bin ich nass, reicht das?“ - „Nein.“ Ich seufzte schwer und schwamm zu ihr. Wieder schossen Erinnerungen an mir vorbei. Sie waren sehr wage, aber ich wusste jetzt dass ich mit Catalina hier war. Das war damals unser erstes 'Date'. „Können wir wieder an Land? Das Wasser ist eiskalt.“ - „Man gewöhnt sich aber daran.“ warf Kerry ein und grinste mich an. „Willst du dann reden?“ Ich nickte stumm und schwamm zurück. Angestrengt versuchte ich meine Gedanken zu sortieren bis Kerry ebenfalls an Land kam und sich mir gegenüber setzte. „Also?“ fragte sie und suchte meinen Blick. Ich nahm einen tiefen Atemzug bevor ich anfing ihr von dem Tag mit Catalina zu erzählen. Je mehr ich darüber sprach, desto mehr Details fielen mir ein. Am Ende des Tages hatte ich ein klares Bild meiner toten Freundin im Kopf. Sie hatte lange dunkle Haare, dunkler als Kerry und länger. Sie hatte dunkle, fast schon schwarze Augen. Wenn sie sauer war konnten sie sehr bedrohlich wirken. Sie war ein ganzes Stück kleiner als Kerry. Halt. Was mache ich da? Ich kann doch meine tote Freundin nicht mit meiner Therapeutin vergleichen! Erschrocken und verwirrt über diese Gedanken wich ich Kerrys Blicken aus. „Das war gut, Hunter.“ klang die viel zu ruhige Stimme in meinem Ohr. Catalina war da anders... Aber da durfte ich nicht dran denken.

      Wir beide froren wie bekloppt. Wir konnten von Glück reden, dass es aufgehört hat zu regnen und wir wenigstens ein bisschen in der Sonne trocknen konnten bevor wir wieder zum Stall ritten. Ocean und Pendragon freuten sich als wir wieder aufbrachen. Zwei Stunden gesattelt am See zu stehen war sicherlich keine angenehme Beschäftigung für die Hengste. Den Rückweg über sagte wieder niemand ein Wort. Erst als wir die Pferde abgesattelt und in die Boxen gebracht hatten nahm Kerry wieder das Gespräch auf. „Ich glaube, Hunter... Dass die Therapie bald beendet werden kann.“ sagte sie mit einem Gesichtsausdruck der sich nicht entscheiden konnte ob er glücklich oder traurig war. Was war das für ein seltsames Lächeln? „Glaubst du...“ gab ich brummend zurück, während ich Pendragons Halfter an seine Box hängte. Sie nickte stumm. Ungewöhnlich. Wieso sprach sie nicht, hat es ihr die Sprache verschlagen? Als ich mich umdrehte wich sie meinem Blick aus. „Was ist los?“ fragte ich stirnrunzelnd. „Nichts.“ der Unterton der ihrer Stimme mitschwang verhieß nichts Gutes. Ich machte mir nichts daraus und zuckte mit den Schultern. „Nun, hast du Hunger? Ich kann was kochen.“ Wenn man das so nennen konnte. Ich war ein grausamer Koch. Meine Mutter hatte heute keine Zeit dafür und wir waren eher von unserem Ausflug zurück als ich erwartet hatte. Noch immer schwirrten mir die Bilder von Catalina durch den Kopf, aber es ging mir ganz gut damit. Vermutlich würde ich erst heute Abend Gelegenheit bekommen das alles zu sortieren um schlussendlich daran zu verrecken. Seis drum. Kerry lehnte ein Essen ab und fuhr stattdessen wieder ab. Die Therapietage waren immer merkwürdig, aber so schlimm wie heute war noch keiner. Irgendwas stimmte nicht.

      Am nächsten Morgen stand ich freiwillig schon um 4am auf. Ich konnte so oder so nicht schlafen, wenn ich alle halbe Stunde auf die Uhr sah. Wie erwartet hatten mir die Gedanken den Schlaf geraubt. Mit Catalina hatte ich nun abgeschlossen. Mir ist einiges wieder klar geworden und es war eine riesige Last die mir da von den Schultern fiel. Dadurch dass Catalina nun auch schon eine Weile tot war und ich sie so lange verdrängt hatte konnte ich nichtmal traurig sein, dass das was war jetzt nicht mehr ist. Es war wie ein Buch, dass ich nun zuklappen konnte. Viel mehr Kopfzerbrechen bereitete mir Kerry, die sich so seltsam verhalten hatte, dass ich sie am liebsten angerufen hätte. Vermutlich hätte das aber den falschen Eindruck gemacht. Sie war nur meine Therapeutin, keine Freundin. Die Distanz hatte sie bisher immer gewahrt und ich würde sie nicht durchbrechen. Dankbar war ich ihr trotzdem. Der Alltag ließ sich nun trotz der Schlafstörungen einigermaßen gut meistern und laugte mich nicht mehr allzu sehr aus.
      15.822 Zeichen | sadasha


      Aktuelle Pflege

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      25. Januar 2017 | 7428 Zeichen von sadasha
      Pflege für Samson, Come Back Cupcake, Emrys, Majd, Pendragon, PFS' Heart of Ocean, Arcany, Eismärchen
      Gine | „Hunter!“ Es war absolut unnötig, aber trotzdem musste ich ihn umarmen, wie er da aus dem Wagen stieg und seine neuen Klamotten nach gerade mal vier Tagen aussahen als seien sie hundert Jahre alt. „War es schön?“ fragte ich grinsend, als ich ihn losließ. Er sah erholt aus, war es doch eine gute Entscheidung ihn mal weg zu schicken. Er murmelte irgendwas vor sich hin, während er zum Kofferraum schlenderte und seinen Kram auspackte. Ich nickte zustimmend und wandte mich stattdessen an Kerry, die ebenfalls wieder da war. „Er hat sich gut geschlagen.“ meinte sie schmunzelnd und sah Hunter hierher, der voll bepackt zum Haus schlenderte. „Ja sicher?“ fragte ich ein wenig beunruhigt. „Er ist zwar immer ruhig, aber gerade ist ja schon fast ignorant!“ - „Ach lass ihn...“ Kerry lachte und nahm die übrigen zwei Taschen aus dem Wagen, ließ den Kofferraum zufallen und nahm mich mit ins Haus. „Wir haben ein paar Sachen mitgebracht.“ erzählte sie mir auf dem Weg. „Mach dir keinen Kopf um Hunter, er hatte in den letzten Tagen etwas mehr Aufmerksamkeit als ihm lieb war.“ Kerry schubste mich zur Seite und rüttelte mich damit aus meinen Gedanken. „Ja, ok.“ meinte ich nur und ging durch zur Küche um etwas zu Trinken zu holen, bevor ich ebenfalls in den Wohnraum kam, wo Kerry und Hunter schon ihren Krempel auspackten. Hunter lächelte, na immerhin! „Ich hab hier Kaffee und Wasser hingestellt. Ich schau jetzt eben nach unseren Ponys.“ Es war eine ganz seltsame Stimmung und statt doof daneben zu stehen ging ich lieber. Die Ponys würden es mir danken. Auf der Weide draußen standen Samson, Come Back Cupcake, Emrys,Arcany und Eismärchen. Die fünf waren mittlerweile eine harmonische Gruppe. Mit einem Pfiff lockte ich Samson und damit auch den Rest des Vereins zu mir. „Na mein Süßer.“ grüßte ich den Tinker und kraulte ihn unter der dichten Mähne. „Dann komm mal mit.“ Am Koppelzugang hingen Halfter und Stricke, sodass ich Samson sofort mitnehmen konnte. Etwas Bodenarbeit würde ihm und mir gut tun.

      Hunter | Gine hatte wohl etwas in den falschen Hals bekommen. Es war jedenfalls nicht meine Absicht sie wegzuekeln. Doch verstimmen konnte sie mich damit nicht. Zusammen mit Kerry packte ich die Kleinigkeiten aus, die sich über die Woche angesammelt hatten. Als wir die Taschen geleert hatten sortierten wir wer was mitnimmt. Irgendwann spürte ich, dass Kerry mich musterte. „Alles ok?“ fragte ich hielt kurz an um sie anzusehen. Sie schmunzelte. „Ja, mach ruhig weiter.“ Sie unterstützte ihre Aussage mit einer Geste. „Du könntest mir helfen.“ schlug ich vor, da mir nicht wohl dabei war, so beäugt zu werden. Doch Kerry lachte nur. „Du machst das prima!“ Ich hörte wie sie sich an den Tisch lehnte, der knarzend etwas nachgab. „Huch!“ Sie erschrak und auch ich wandte mich sofort rasenden Herzens um. „Wir haben Stühle, Kerry!“ -“Jaa...“ sie lachte leise. „tut mir leid, Hunter...“ Als sie sich nun tatsächlich auf einen Stuhl setzte schmunzelte ich. „Jetzt hilf mir, verdammt noch mal.“ - „Was denn nun?“ - „Komm jetzt hier hin!“ befahl ich und sie horchte. Gut eine halbe Stunde brauchten wir um die Sachen zu ordnen. Als alles wieder in Taschen verstaut war bemerkte ich, dass wir ja noch immer die Sachen vom Lager anhatten. „Ich zieh mich eben um, soll ich dich dann heim fahren?“ fragte ich und schnappte mir meine Taschen um sie in einem hoch zu bringen. Kerry nickte und setzte sich wieder auf ihren Stuhl. Ich duschte schnell und zog mir normale Kleidung an, bevor ich zurück zu Kerry kam die an ihre Medaillon herumspielte. „Das leiert aus, wenn du es ständig auf und zu klappst.“ merkte ich an und riss sie damit fast vom Stuhl. „Verdammt, schleich dich nicht so an!“ fauchte sie und stand auf. „Ich möchte mich auch umziehen, dann kann ich noch ein bisschen auf dem Hof aushelfen?“ Einen Moment lang überlegt ich was ich ihr an Aufgaben zuteilen konnte, stimmte dann aber ein. „Ich geh schon mal raus und hole Pendragon und PFS' Heart of Ocean auf die Stallgasse, die kennst du ja schon.“
      Draußen prüfte ich kurz die Weide. Die kleine Gruppe war vollzählig. Bei den Hengstpaddocks fehlte nun Majd. Ein Blick in die Halle verriet mir, dass Gine den Araber hier arbeitete. „Sieht gut aus!“ motivierte ich sie kurzerhand. Als Gine auf mich zutrabte blieb ich stehen. „Hunter, Samson ist schon bewegt. Majd hab ich erst seit ein paar Minuten in Arbeit.“ erklärte sie mir. „Danke.“ antwortete ich lächelnd und wandte mich ab. Gerade als ich die Reitponyhengste auf der Gasse angebunden hatte kam Kerry schon dazu. „So, was kann ich tun?“ fragte sie höchst motiviert. „Putzen.“ antwortete ich knapp und drückte ihr den Striegel in die Hand, mit dem ich eigentlich gerade anfangen wollte Pendragon zu putzen. „Okay?“ Kerry sah mich verdutzt an. „Ist das dein Ernst?“ fragte sie und ließ die Schultern hängen wie ein begossener Pudel. „Ja, soll ich es dir erklären?“ Sie schüttelte den Kopf und fing murrend an den Braunen zu striegeln. Ich holte mir währenddessen einen neuen Striegel und putzte Ocean. „Hast du keine Angestellten für sowas?“ - „Ich mach das gerne selbst. Kannst du die Hufe auskratzen?“ fragte ich und hielt ihr einen Auskratzer vor die Nase. „Weißt du wann ich das zuletzt gemacht hab?“ fragte sie verblüfft. Ich schüttelte den Kopf. „Nein, weiß ich nicht. Nimm. Du schaffst das.“ grinsend wartete ich bis sie den ersten Huf in die Hand nahm. Pendragon war sehr gnädig mit ihr und gab ihr den Huf ohne zu meckern. „Kannst du auch satteln und auftrensen?“ fragte ich im vorbeigehen, als ich mit Ocean fertig war und den Sattelkram holen wollte. Kerry schnaubte herablassend. „Du forderst es heraus, nicht wahr?“ fragte sie genervt. Grinsend antwortete ich. „Wieso nicht? Das ist ja nicht schwer.“ Am Ende war ich es der die beiden Hengste fertig machte. „Aufsteigen schaffst du aber alleine oder?“ gespielt genervt sah ich sie an. Als Kerry mir gegen die Brust stieß ging ich einen Schritt zurück. Mit viel zu viel Schwung stieg sie auf. Beinahe wäre sie gleich zur anderen Seite wieder abgestiegen, doch sie konnte sich noch halten. Ich verkniff mir ein Lachen und stieg stattdessen auf Ocean auf. „Wir reiten nur eine kleine Runde im Wald. Einige Wege sind vereist und das wäre zu gefährlich für die Pferde.“ Sie nickte und ritt an.

      Gine | Enttäuscht sah ich Kerry und Hunter hinterher, als ich die Halle verließ. „Ja, genau... Danke, Hunter! Danke, dass du mir Bescheid gegeben hast, dass du ausreitest. - Arsch...“ rief ich ihnen hinterher, bekam jedoch keine Reaktion. Vermutlich waren sie doch schon zu weit weg. Meine Laune sank mit jeder Minute, die Hunter wieder da war. Fluchend sattelte ich Majd ab und brachte ihn in mit Abschwitzdecke seine Box. Als Isaac auf den Hof kam fiel mir ein Stein vom Herzen. „Schnapp dir Arcany, ich nehm Eismärchen. Ich muss reden.“ überfiel ich ihn und nutzte den Ritt in der Halle dazu mich bei ihm darüber auszulassen was für ein Idiot Hunter doch ist und wie unpassend Kerry ist. Isaac kam nicht dazu etwas zu sagen und warf immer mal ein „Verstehe“ oder ein „Mhmmm“ ein. Erst als ich längere Zeit aufhörte zu reden sagte er einen Satz, der den Vogel für mich abschoss. „Aber, Gine... Wolltest du nicht, dass er mit Kerry da hin geht?“ Das Gespräch war damit für mich beendet, wie auch das Training mit Eismärchen.



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      26. Januar 2017 | 8861 Zeichen von sadasha
      Pflege für die Drum Horse und Vollblutzucht, sowie Come Back Cupcake, Arcany + Emrys

      Hunter | Aus irgendeinem Grund war Gine eifersüchtig auf Kerry. Das wusste ich nun. Kerry kam deshalb nur noch selten auf den Hof und Gine sprach kein Wort mehr mit mir, bzw. nur das Nötigste. Das hatten wir schon mal. In der Anfangszeit. Gine müsste mittlerweile wissen, das ich kein Interesse an ihr hatte. Isaac stand zwischen den Stühlen und machte stets einen auf diplomatisch: „Ich verstehe euch ja beide...“ Genervt ging ich meiner Arbeit nach. Dieses Jahr standen wieder einige Termine für meine Stuten an. Der Deckplan war eng gestrickt und je früher ich da Struktur reinbrachte umso besser. Neben den Deckterminen musste ich außerdem meine Jungpferde weiter bringen. Die Fohlen waren jetzt groß genug um langsam an Trense und Sattel gewöhnt zu werden, auch mit leichter Bodenarbeit konnte man anfangen. Allen voran lag PFS' Savory Blossom. Die Spotted Timeout Tochter war schon weiter als die anderen drei Jungpferde. Sie war allerdings auch die älteste. Die jüngste war CHH' Classic Spring. Doch sie holt gut auf und passt sich den nächst älteren Genossen an. Raving Hope Slayer und Bearing Spots waren in der Hinsicht sehr sozial und engagierten sich.
      Neu dazu gekommen, während meiner Abwesenheit sind Riven in a Dream und LMR Lady Luna. Die beiden bunten Vollblutstuten sorgten hier auf dem Hof bei ihrer Ankunft für Aufsehen. Niemand wusste davon und da ich nicht anwesend war und auch kein Mobiltelefon nutzen konnte, blickten meine Angestellten ins Blaue. Natürlich kümmerten sie sich sorgfältig darum die Stuten zu versorgen. Sobald ich wieder zu Hause war schickte ich Riven gleich wieder weg. Sie bekam eine privilegierte Ausbildung. In Norwegen wird sie nun auf ihre Zukunft vorbereitet. LMR Lady Luna wollte ich selber weiter fördern. Neben diesen Planungen schaffte ich es außerdem noch Moulan auf eine Zuchtshow zu bringen und vorzustellen. Hier warteten wir noch auf die Ergebnisse, Scarlet in Birth war auch bald soweit. Wenn ich so daran denke macht es mich sehr stolz zu sehen wie weit ich mit meiner Vollblutzucht schon gekommen war. Mit Slap Happy, Bearing Totem's Denali, Blütenzauber, CHH' Lamperd und Mr. Raw Depression hatte ich einen großartigen Start hingelegt. Mit der Unterstützung von Freunden und anderen lokalen Züchtern schaffte ich es weitere Anwärter zu gewinnen. Dank Isaac, Gine und meinen Eltern setzte sich außerdem der Gedanke in die Realität um eine Kaltblutrasse auf den Hof zu holen. Durch die Drum Horses hatten wir nicht nur eine sondern gleich drei mögliche Kaltblutrassen, nach denen wir Ausschau halten konnten.Iseabail, Lady Lyneth Bowen, Felan, Mephisto und Vikar hatten wir nun schon. Erstmal sollte es bei diesen fünf bleiben. Sämtliche Pferde aus dem Verkaufsstall hatten uns derweil verlassen. Die Konzentration lag also voll bei den eigenen Pferden. Um die Hand voll Einstaller kümmerten sich die jeweiligen Besitzer. „Hunger?!“ Meine Mutter hielt mir einen Teller Essen unter die Nase und riss mich damit aus meinen Tagträumen. „Ja, danke.“ sagte ich immer noch etwas verträumt und probierte von dem Essen. Meine Mutter verschwand sofort wieder. „Du solltest mal wieder mit uns essen.“ sagte sie noch, als sie den Raum verließ und schloss dann die Tür.

      Gine | Wie immer tat Hunter ganz so, als wäre er vollkommen unschuldig. Anstatt mal mit mir zu reden. Nein, der Herr bleibt stumm, wie immer. Was erwarte ich eigentlich? Und Isaac war noch schlimmer. Der schlug sich immer mehr auf Hunters Seite, dabei müsste er mich doch am besten verstehen... Wenigstens konnte ich mich mit der Arbeit ablenken. Hunter tat es mir gleich. Und dass Kerry nicht mehr so oft hier war kam mir auch zu Gute. Sie stand sowieso immer nur im Weg, wenn man die Pferde bewegen wollte. „Ich hab einen Tipp für dich.“ meinte Isaac plötzlich, der ebenfalls in der Reithalle war, als ich Arcany longierte.Emrys lief freudig nebenher. „Ach ja?“ meinte ich säuerlich. „Dann schieß mal los.“ Er schmunzelte. Wieso war er immer gut gelaunt? „Wieso sprichst DU ihn nicht an?“ fragte er immer noch grinsend. „Weil ICH nicht das Problem bin.“ erwiderte ich. Er lachte. „Glaubst du er versteht das, ohne dass du es ihm sagst?“ Nachdenklich vergaß ich fast mich mitzudrehen, während Arcany um mich herumlief. „Mhmmm...“ Isaac hatte recht, aber das wollte ich keinesfalls zugeben. Aber wenn ich Hunter anspreche, bin ich eh nur die wieder Doofe. Also beließ ich es dabei. Da würde ich eher mit Kerry sprechen... Kopfschüttelnd verwarf ich den letzten Gedankengang und konzentrierte mich wieder auf die Fuchsstute und deren Fohlen am anderen Ende der Longe. „Ehrlich, Gine. Reif ist das von keinem von euch. Sei doch mal die Erwachsenere von euch beiden.“ beendete Isaac das Gespräch, während er mit seiner Come Back Cupcake die Halle verließ. Ihn stumm nachäffend holte ich Arcany zu mir um sie noch ein paar Minuten freilaufen zu lassen, bevor ich die Longenstunde beendete.
      Wieder im Stall traf ich auf Hunter. „Hi.“ meinte ich knapp und schlängelte mich an ihm vorbei, da er, wie konnte es anders sein, mitten im Weg stand mit seiner Slap Happy. „Warte.“ er hielt mich am Oberarm zurück und sah mich durchdringend an. „Was ist eigentlich los?“ fragte er ernst. Tief seufzend machte ich wieder einen Schritt zurück. „Willst du jetzt wirklich kurz vor der Arbeit darüber sprechen?“ fragte ich und verschränkte die Arme. Er musterte mich kurz und trenste dann, die schon gesattelte Braune auf, während er weitersprach. „Erzähl, ich höre dir zu.“ - „So nicht.“ meinte ich eingeschnappt und wandte mich ab zum Gehen. „Oor wirklich. Gine! Dann schnapp dir Bear und komm mit verdammt!“ fauchte er mich an und deutete auf die Box der Roanstute. „Geputzt ist sie ja schon.“ Nach einem kurzen Blick zu Slap Happy, dann zu Bear und wieder zurück zu Hunter entschied ich mich. „Aber nur, wenn wir keine Springstrecke laufen.“ - „Dann aber eine längere.“ Hunter wollte einen Kompromiss. Ich stimmte zu und beeilte mich Bear Totem's Denali fürden Ritt vorzubereiten.
      Wir waren gut eine Stunde unterwegs, bevor ich anfing mit Hunter über mein Problem zu sprechen. Und siehe da, er war auch pissed. „Kerry ist schuld.“ hielt ich fest und bekam dafür sofort einen Rüffel. Kerry sei seine Therapie und er brauche sie. Ob ihr diese Wortwahl gefallen hätte? Ich ließ das unkommentiert. „Ich hab sogar schon überlegt einfach zu gehen, nur damit ich dich nicht mehr sehen muss.“ meinte ich geknickt. „Was hielt dich davon ab?“ wollte er wissen. Gute Frage. Das wusste ich selbst nicht so genau. „Die Pferde...“ antwortete ich schließlich. Hunter wusste genau, dass es das nicht war. „Okay, Gine. Wir müssen festhalten, dass wir zwei niemals enge Freunde werden und schon gar nicht etwas darüber hinaus. Und wenn du das nicht akzeptieren kannst, dann musst du gehen.“ Hunter sagte das so ernst, dass es mehr weh tat als wenn man seine Hände auf heiße Herdplatten legen würde. Traurig blickte ich auf den Pferdehals vor mir, der sich im Takt auf und ab bewegte. „Das heißt nicht, dass wir uns hassen müssen.“ fügte Hunter hinzu und lächelte behutsam zu mir rüber. Die nächste Zeit schwieg ich und war stets darauf bedacht eine Pferdelänge hinter ihm zu reiten, damit er nicht sah wie mich seine Worte verletzt hatten.

      Hunter | Erst als wir wieder auf den Hof kamen sah ich, dass Gine aufgelöst war. Ich wusste nicht so recht wie ich damit umzugehen hatte, immerhin wollte ich keine falschen Zeichen senden. Immer wieder während wir die Pferde absattelten prüfte ich ob sie standhaft blieb oder komplett zusammenbrach. Als meine Mutter auf die Stallgasse kam und uns sah fiel mir ein Stein vom Herzen. Sie kümmerte sich nun um Gine und tröstete sie. Als die beiden Vollblutstuten wieder in ihren Boxen standen und alles Sattelzeug in der Kammer lag waren meine Mom und Gine schon ins Haus gegangen. Isaac packte derweil seine Sachen zusammen, da er Feierabend machen wollte. „Habt ihr gesprochen?“ fragte er neugierig als er mich sah. Ich nickte und ging zu ihm. „Habt ihr alles geklärt?“ Ich nickte abermals, wenn auch zögerlich. Ob Gine mich verstanden hatte und meinen Stand akzeptieren würde wusste ich nämlich nicht. „Wieso ist sie so fertig?“ fragte er dann. Schulterzuckend sah ich ihn an. „Sie hat sich vermutlich mehr erhofft.“ Isaac lachte. „Ach was!“ meinte er dann. „Ja was soll ich denn machen? Soll ich sie anlügen?“ fragte ich genervt. Isaac schüttelte immer noch grinsend den Kopf. „Nein, du hast das schon richtig gemacht.“ Er legte mir eine Hand auf die Schulter, während er das sagte. „Ich glaube sie wird nicht mehr lange bleiben.“ sagte ich nun etwas geknickt. Gine war zu einem festen Bestandteil des Hofes geworden. Man würde sie vermissen, wenn sie auf einmal nicht mehr da wäre. „Dann mach was, damit sie nicht geht.“ Verdattert sah ich zu ihm auf. „Was soll ich denn machen?“ Nun zuckte er mit den Schultern. „Überleg dir was.“
    • sadasha
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      13. April 2017 | 12.988 Zeichen von sadasha

      „Du bist komplett dehydriert. Trink mal was!“ Kerry war aus dem Nichts aufgetaucht und streckte mir eine Flasche Wasser entgegen. Doch ich hatte jetzt keine Zeit, Emrys war drauf und dran sich mit Niffler anzulegen und im schlimmsten Fall würde das blutig enden. „Später.“ Gab ich Kerry zurück und ließ sie stehen um die Koppel zu betreten, die wir eigens für die Junghengste abgesteckt hatten. Das Shetlandpony hatte hier nichts verloren. Mit großen Schritten ging ich auf den Rappen zu, der noch ausreichend Abstand zu Emrys hatte, der Niffler aus der Ferne angiftete. Gerade als ich Niffler an der Mähne packen wollte sprach Kerry mich erneut an und war näher als ich dachte, weshalb ich erst mal zusammenzuckte und mich dann umdrehte. „Kann ich helfen?“ fragte sie und deutete zu Niffler, der wohl noch nicht sicher war ob er sich mit Emrys anlegen wollte oder nicht. Immerhin war das junge Reitpony schon so groß gewachsen, dass es mehr Masse hatte als das Shetty, flinker war es sicher auch. „Geh runter von der Koppel.“ befahl ich Kerry, die sofort Richtung Zaun verschwand. Im Gegensatz zu Gine, wusste sie, wann ich etwas ernst meinte und vertraute auf mein Wort im Umgang mit Pferden. Gerade hatte ich mich noch versichert, dass Kerry außerhalb des Zaunes stand fing hinter mir das Gequietsche schon an. Ich machte abermals ein paar Schritte in Richtung der Hengste. Als sie mich sahen bewegten sie sich immer noch zankend von mir weg. Irgendwie schaffte ich es dann doch Niffler von der Koppel zu jagen. Draußen wartete schon Gine um ihn abzufangen und in seine Box zu bringen. Schwer atmend stemmte ich die Hände auf die Knie und verschnaufte kurz, bevor ich die Koppel ebenfalls verließ. „Jetzt aber!“ Schon wieder hielt mir Kerry die Wasserflasche fürs Gesicht, diesmal nahm ich sie dankend entgegen und nahm einen großen Schluck daraus. „Siehst gleich viel besser aus.“ feixte sie. „Hunter? Ich hab eine Frage an dich.“ Sie sah mich mit so großen Augen an, dass ich vom Schlimmsten ausging. Was konnte sie wollen? Mehr Gehalt? Ein fertiges Therapiepferd, damit sie endlich Stunden geben konnte? „Gehen wir rein?“ fragte sie. „Eigentlich hab ich dafür keine Zeit.“ beteuerte ich und das war nicht mal gelogen. In den letzten Tagen hatte ich zusammen mit Isaac und meinem Vater die Geländestrecke wieder betriebsfertig gemacht und die Pferde brannten darauf endlich wieder einheizen zu können. Isaac war im Moment auch schon draußen mit seiner Come Back Cupcake und eigentlich wollte ich längst mit Slap Happy gefolgt sein. Kerry schien zu sehen, dass meine Gedanken gerade ganz woanders kreisten und nahm mich einfach am Arm und schliff mich Richtung Haus. „Aber mach es bitte kurz.“ drängelte ich. Drinnen angekommen schnappte sich Kerry zwei Tassen und füllte sie mit Kaffee, der schon seit zwei Stunden in der Kanne stand. Er reichte gerade so für ihr Vorhaben. „Wir trinken die jetzt und währenddessen erzähle ich dir meine Frage. Danach kannst du gehen.“ Kerry hatte immer irgendwelche Taktiken auf Lager, die einem kaum Spielraum ließen sich der Situation zu entziehen. Vermutlich weil sie Psychologie studiert hatte? Jedenfalls nahm ich die Tasse entgegen und lehnte mich damit gegen die Küchentheke. „Also, du weißt ja dass ich im Moment mit Mephisto arbeite. Er ist super!“ fing sie an und ich lauschte stumm. „Und ich bin auch absolut zufrieden mit ihm und möchte kein weiteres Pferd.“ Jetzt machte sie mich stutzig, doch ich sagte noch nichts. „Aber ich… hab einen Kurs gesehen. Bei dem nicht nur Mephisto etwas lernen könnte, sondern auch ich.“ Erleichtert lächelte ich. „Und dafür mussten wir rein gehen?“ fragte ich grinsend, doch sie blieb ernst. „Mein Problem ist nur, dass der Kurs in Schottland ist und ich hab keinen Hängerführerschein und ohne Mephisto macht der Kurs keinen Sinn. Außerdem dauert der Kurs einen Monat. Solange würde ich hier fehlen.“ Das war allerdings eine Problematik die ich auf die Schnelle nicht bedacht hatte. „Wo in Schottland?“ – „Dinnet bei Ballater.“ Das hatte ich noch nie gehört, musste ein kleines Dorf sein. „Es ist nicht ganz im Norden, aber schon ein Stück zu fahren.“ – „Ich überleg mir was.“ Mehr wusste ich im Moment nicht dazu zu sagen. Ich musste mich erst mal informieren ob der Kurs den Aufwand wert wäre und wie man dort hin kommen könnte ohne dass einer der Trainer den Hof verlassen muss.

      Kerry nahm einen letzten Schluck von ihrem kalten Kaffee, an dem ich nicht einmal genippt hatte. Dann bedankte sie sich für das Gespräch, schrieb mir alle wichtigen Eckdaten zum Kurs auf einen Zettel und ging raus um weiter mit Mephisto zu arbeiten.
      Den Tag über verschwendete ich keinen weiteren Gedanken an Kerrys Kursidee, sondern arbeitete ausgiebig mit Emrys. Immerhin war der Jährling bald zwei Jahre alt und irgendwie kam er doch immer etwas zu kurz. Er ließ sich nur ungerne aufhalftern und auch beim Hufe geben zeigte er sich stur. Wenigstens ließ er sich problemlos überall anfassen, putzen und hin führen. Als ich mit dem Reitponyhengst durch war schnappte ich mir Moulan. Die Rappstute freute sich ausgiebig bewegt zu werden und war heiß auf die Rennbahn. Wir hatten so lange an der Ovalbahn gebaut und endlich war sie fertig. Zumindest die Bahn. Das Rasenstück im Herzen der Rennbahn war noch weitestgehend unbebaut. Hier sollte dann bis nächstes Jahr noch ein Fahrparcours entstehen, auf dem wir unsere Reitponys und Niffler ordentlich auspowern können. Vielleicht würde mein Vater dann auch wieder mehr Sport machen. In den Sattel wollte er nicht mehr, was ich sehr schade fand.
      Moulan lief heute großartig. Sie holte noch einmal alles aus sich heraus undvielleicht würden wir sie bei der nächsten Saison nach ihrer Trächtigkeit nochmal starten lassen. Erst mal jedoch würde sie in Mutterpause gehen. Ikarus stand als Vater für ihr erstes Fohlen schon fest, wir mussten nur auf ihre Rosse warten. „Brrrt!“ Moulan parierte zum Schritt und kam mit wachen Augen auf mich zu. Ihre Nüstern waren noch immer gebläht und ihr Atem pumpte. Ich machte den Strick fest und führte sie quer über den Hof, damit sie sich runter kühlen konnte. Als sie nicht mehr pumpte legte ich ihr eine Abschwitzdecke auf und brachte sie auf die Koppel.
      Am Abend setzte ich mich an den Rechner. Links von mir Kerrys Zettel mit den Daten zu ihrem Kurs. Bis der Rechner hochgefahren war hatte ich meinen Kaffee schon halb leer. Doch dann endlich konnte ich mit meiner Recherche anfangen. Es stellte sich heraus, dass der Kurs tatsächlich recht renommiert war und Kerry dort eine ordentliche Ausbildung erfahren würde. Auch mit meinen Eltern sprach ich über diese Idee und über Möglichkeiten, Kerry den Wunsch zu erfüllen. „Du musst so oder so noch jemanden fest einstellen. Die Lösung mit Tom ist nur vorübergehend. Du weißt, dass er bald wieder weg muss und dann stehst du wieder vor stressigen Zeiten.“ Da hatte meine Mutter recht. Mein Vater nickte abwesend, was mir jedoch reichte.

      Der nächste Tag war voll von Büroarbeit. Für die Pferde hatte ich keine Zeit. Es galt den Kursaufenthalt zu planen. Wieder suchte ich stundenlang nach einem potentiellen neuen Arbeiter für den Hof und wieder war einfach nicht der oder die Richtige dabei. „Essen ist fertig. Kommst du?“ Ich wank ab. Essen war das letzte woran ich jetzt dachte. War es schon so spät? Ein flüchtiger Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits um Mittag war. Die Tür fiel wieder ins Schloss und so arbeitete ich weiter. Kerrys Kurs war nun in trockenen Tüchern. Tom würde noch so lange bleiben, aber sobald Kerry wieder da ist, würde er verschwinden und dann hätten wir wieder ein Problem. Kerry war kein Ersatz für einen Pferdetrainer, so toll dieser Kurs auch sein mochte. Er bildete sie als Therapeutin weiter, nicht als Pferdeausbilderin.
      Gerade schrieb ich einige Eckdaten auf, die ich mir für den morgigen Tag noch merken wollte, da ging hinter mir die Türe auf. „Du isst jetzt was!“ hörte ich den Befehlston von Kerry. Ich lachte leise und drehte mich in meinem Schreibtischstuhl um. „Danke.“ gab ich zurück und stellte den Teller ab. Da Kerry noch da war ging ich davon aus, dass sie noch etwas wollte. „Hast du dir die Sachen angesehen?“ wollte sie wissen. Ich nickte und sah kurz rüber zu meinem Zettel, den ich eigentlich gerade schrieb. „Und?“ – „Sieht gut aus.“ meinte ich knapp und drehte mich wieder um und fing an meinen Schreibtisch aufzuräumen. Für heute war genug Arbeit im Büro getan. „Nichts weiter?“ Kerry ließ nicht locker und versuchte einen Blick darauf zu erhaschen, was ich heute aufgearbeitet hatte. Als ich alles halbwegs sortiert und den Rechner heruntergefahren hatte stand ich auf. „Du machst den Kurs.“ meinte ich beiläufig. Vollkommen unerwartet sprang Kerry auf mich zu und umarmte mich unbeholfen. „DANKE!“ – Ein wohliges Brummen musste als Antwort genügen. Vorsichtig löste ich mich aus ihrer Umklammerung. „Ich geb dir morgen alle genauen Daten.“ Den einen Tag wollte ich mir noch Zeit lassen um alles auf Richtigkeit zu überprüfen. „Okay. Was machst du jetzt? Gehen wir ausreiten? Hast du Zeit?“ Wow, drei Fragen auf einmal. Prüfend sah ich sie an. „Können wir machen.“ Die Reitponyhengste würden sich freuen, dachte ich mir. Zumindest zwei von ihnen.
      „Seit wann ist der denn hier?“ Wir waren schon eine gute halbe Stunde unterwegs, als Kerry endlich den zweiten Gang bei Pendragon entdeckte und aufholte. „Zuckerwatte ist schon seit einer Woche hier.“ gab ich zurück und sah sie kurz an. „Nimm die Zügel kürzer und gib ihm mehr Druck, der schläft ja gleich wieder ein.“ korrigierte ich sie knapp. Sie tat wie geheißen und war jetzt neben uns. „Der ist schön, eignet der sich nicht als Therapiepferd?“ sie grinste. Die Frage war nicht ernst gemeint, aber den Gedanken konnte ich nachvollziehen. Zu Mephisto würde Zuckerwatte äußerlich wunderbar passen. Aber sie hatte Vikar. Der Tinker eignete sich charakterlich besser als Zuckerwatte und obwohl er viel dunkler war als Mephisto, würde auch er eine gute Ergänzung sein. Kerry folgte diesem Gedanken anscheinend. „Vikar ist auch super.“ sagte sie schnell und trieb Pendragon noch ein wenig mehr, weil sie wohl vorne laufen wollte. Zuckerwatte ließ sich bei einem Rennen nicht zweimal bitten. Ich bezweifelte jedoch, dass Kerry sich so gut im Sattel halten konnte, dass sie schon einem Renngalopp im Gelände Stand halten würde. Also zügelte ich Zucker und beobachtete, das Kerry da veranstaltete. „Na komm!“ rief sie lachend und galoppierte Pendragon tatsächlich an. Keine fünf holprige Halb-Galoppsprünge später parierte sie ihn wieder durch und hielt ihn an. „Okay, Galopp ist nichts für mich.“ meinte sie immer noch lachend. „Wieso sieht das bei euch immer so einfach aus?“ Ich lachte. „Übung?“ ich zog den Kopf zwischen die Schultern.
      Es war ein sehr angenehmer Ritt und auch die Hengste hatten sich von ihrer guten Seite gezeigt. Bei Zuckerwatte weiß man ja nie so recht.
      Zu Hause half mir Kerry wie immer beim Absatteln, doch es dämmerte schon und ich wusste, dass sie noch eine gute Strecke zu fahren hatte, bis sie zu Hause ist. „Du kannst ruhig gehen. Das schaffe ich alleine.“ sagte ich ruhig und zog den Sattel von Pendragons Rücken. Sie sah mich mit großen Augen an. „Ich helfe dir immer dabei!“ sagte sie schon fast patzig und schnappte sich die Trense von dem braunen Pony um mir in die Kammer zu folgen. Ich wollte nur nett sein, dachte ich mir und schwieg. Auf dem Rückweg zu den Ponys lief Kerry vor und klaute mir den Sattel von Zuckerwatte. Sie fiel dabei fast hintenüber, so viel Wucht hatte sie aufgewandt. Ich lachte und nah mir stattdessen die Trense über die Schulter und band Zuckerwatte los um ihn im Einen in seine Box zu bringen. „Du mogelst!“ beschwerte sich Kerry, die wohl in der Sattelkammer gewartet hatte. Mittlerweile hatte ich beide Hengste in ihre Box gebracht und hatte nun neben der Trense auch die zwei Putzkästen gepackt. Schmunzelnd sah ich sie an und ging an ihr vorbei in die Sattelkammer. Kerry fegte in der Zwischenzeit die Stallgasse. „Das ist unnötig.“ meinte ich lachend. Doch Kerry war das egal, sie wollte mir wohl irgendwas beweisen. Gerade drehte ich mich um, um zu gehen, da sprach sie mich nochmal ganz anders an. „Hunter?“ ihr Tonfall ließ es mir eiskalt über den Rücken laufen und so drehte ich mich gar nicht wirklich zu ihr um. „Hmm?“ – „Können wir mal zusammen was Essen gehen oder so?“ Nun drehte ich mich doch um und bereute es sofort. Sie sah mich mit diesem Blick an, wie ihn nur Frauen zu nutzen wussten. Ich seufzte, sah kurz auf die Uhr an der Stallwand und dann wieder zu Kerry. „Nicht heute!“ sagte sie hastig. „Du kannst dir ja... einen Tag aussuchen.“ Ich nickte. „Gute Nacht. Fahr vorsichtig.“ gab ich zurück und ließ sie stehen. Sie wollte ausgehen. Das musste ich erst mal verarbeiten. Vermutlich wollte sie sich damit dafür bedanken, dass sie den Kurs machen konnte auf meine Kosten. Sie sah wohl den Eigennutzen nicht, den ich damit verband. Müde fiel ich ins Bett und dachte nicht weiter darüber nach.
    • sadasha
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      16. Mai 2017 | von sadasha
      Widerwillig knurrend schaltete ich nach vier Snooze Durchgängen meinen Wecker aus und rappelte mich hoch. Gerade als ich mein Schlafzimmer verlassen wollte hämmerte es gegen die Türe: „Aufstehen, Frühstück wird kalt!“ rief meine Mutter und sah mich erschrocken an, als ich sofort die Tür öffnete und vor ihr stand. „Morgen.“ murrte ich und glitt an ihr vorbei ins Bad um mich fertig zu machen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich so viel Kaffee intus, dass ich voller Tatendrang war. Ein kurzer Blick auf den Arbeitsplan verriet mir, dass ich heute den Vormittag bei meinen Vollblütern verbringen würde. Gine hatte die Offenställe von Mr. Raw Depression, Ehrengold und CHH‘ Lamperd schon geöffnet, sodass die Hengste nach draußen gehen konnten. Die Stuten jedoch warteten noch ungeduldig darauf herausgelassen zu werden. Blütenzauber streckte ihren Kopf in die Stallgasse, als ich mit den passenden Halftern näher kam. Neben Blütenzauber, nahm ich auch Bear Totem’s Denali, LMR Lady Luna samt Little Miss Backyard, Scarlet in Birth samt Stars of Magic und Riven in a Dream samt Rouge Trap mit raus. Natürlich musste ich mehrmals laufen. Immer eine Stute links, eine rechts. Hatte die Stute ein Fohlen bei Fuß, so lief es ohne mein Zutun mit. Nachdem alle Stuten auf dr Weide standen kümmerte ich mich um die Youngsters. Golden Sugar und PFS Strolch standen zusammen mit Raving Hope Slayer auf der Bachelor Weide. CHH‘ Classic Spring hatte Gine gerade im Training. PFS‘ Savory Blossom war mit einem der Jockeys auf dem Weg zur Ovalbahn.

      „Jetzt sind es nur noch wir beide.“ sagte ich zu Moulan, während ich meiner Rappstute das Halfter überstreifte. Moulan ließ das bei mir mittlerweile ohne Angst zu. Auf der verlassenen Stallgasse machte ich sie fest und holte ihren Putzkoffer. Beim Putzen ließ ich mir ordentlich Zeit und untersuchte meine Stute auch auf Ungeziefer oder Schrammen. Moulan war im besten Zustand seit Langem. Wir hatten seit ein paar Tagen die Testergebnisse ihrer Farbgene da. Sie war ein reinerbiger Rappe, was mir sehr zusagte. Zwar war mir die Farbe meiner Pferde im Grunde egal, wenn ich jedoch die Wahl habe würde ich immer mehr zum Braunen oder Rappen tendieren als zum Fuchs. Bei der nächsten Decksaison ist Moulan auch dabei. Mit 10 Jahren war sie eine verhältnismäßig alte Maidenstute, doch sie brauchte die Zeit.

      Eine halbe Stunde später stand ich mit Moulan auf dem Springplatz. Vor dem Platz hatten es sich meine Mutter und Kerry gemütlich gemacht. „Was machst du hier?“ wollte ich Kerry wissen, die ich heute nicht eingeplant hatte. Sie lächelte nur und wank ab. Weiß der Himmel was sie wieder hatte. Ich dachte nicht weiter daran und konzentrierte mich auf Moulan unter mir. Wir nahmen zuerst ein paar Cavalettis zum warm werden, bevor ich sie auf den aufgebauten Parcours brachte. Fehlerfrei waren unsere Durchgänge heute nicht, jedoch hatte ich das Schwierigkeitslevel erhöht. Sie musste engere Kurven gehen und sich schneller auf die neuen Hindernisse einstellen als üblich. Am Ende konnten wir aber doch zufrieden sein. Ein Durchgang ohne gefallene Stange war wirklich lobenswert für eine Stute, die eigentlich nicht als Springpferd geboren ist. Nach dem Abreiten lobte ich Moulan abermals und brachte sie schließlich mit ihrer Abschwitzdecke auf die Weide zu den anderen Stuten. Der Vormittag war damit vorbei.

      Nach der Mittagspause setzte ich mich in meinen Wagen. „Wohin willst du?“ Kerry… Die hatte ich schon ganz vergessen. „Zum Pineforest Stable.“ gab ich knapp zurück und legte den Sicherheitsgurt an. „Aha, was machst du da?“ sie warf einen suchenden Blick auf den Beifahrersitz neben mich. „Ich besuche dort ein Fohlen, das ich gekauft habe.“ Kerry fing an zu strahlen. „Darf ich mit?“ Natürlich sagte ich nicht Nein. Ich hätte keinen triftigen Grund gehabt.
      Auf dem Gestüt von Occulta Smith herrschte regen Treiben. Kerry war begeistert wie viele Pferde und Mitarbeiter es hier gab. An jeder Ecke blieb sie stehen um sich etwas genauer anzusehen. Ich hingegen lief suchend von Gebäude zu Gebäude bis ich Occulta fand. Wir grüßten uns herzlich, bevor sie mich zu PFS‘ Storm Cat führte. Das junge Schimmelstutfohlen tollte auf der Weide und man sah ihr Rennpotential ganz deutlich. Ich war begeistert. Bis zuletzt hatte ich immer versucht mich mehr auf meinen Sport zu fokussieren, doch jetzt da ich eine eigene Ovalbahn hatte, hatte ich die freie Wahl. „Und immer noch zufrieden mit deiner Wahl?“ wollte Occulta wissen und ich nickte. Mehr als das. Ein Schimmelfohlen war schon immer mein Traum. Mit Storm Cat wurde dieser erfüllt. Eine ganze Weile blieb ich am Zaun stehen und sah meinem zukünftigen Pferd zu. Kerry lief währenddessen überall herum, bis sie auch das irgendwann langweilig fand und wieder zurück wollte.

      Erst gegen Abend trafen wir wieder auf dem Bear Brook EC ein. Der Feierabendverkehr hatte uns voll erwischt. Gut zwei Stunden standen wir im Stau. Erst als ich die drei auf der Weide sah fiel mir ein, dass ich sie vollkommen vergessen hatte. „Mist…“ murmelte ich und Kerry sah mich mitfühlend, aber verwirrt an. „Was denn?“ fragte sie. „Eigentlich hätte ich heute Iseabail, Felan und Lady Lyneth Bowen bewegen sollen.“ gab ich zurück und sprang aus dem Wagen, als ich ihn geparkt hatte. Gine war noch immer auf dem Hof, zumindest stand ihr Wagen hier. Ohne Kerry weiter zu beachten suchte ich sie und fand sie in der beleuchteten Reithalle. „Es tut mir leid, Gine. Hast du die drei auch noch bewegt?“ fragte ich. Gine saß gerade auf Mister Blockhead und es sah ganz so aus, als wäre sie gerade fertig mit ihm. Sie nickte lächelnd. „Alles gut, deine Mutter hat mir geholfen und die Reitponystuten mit bewegt.“ Das hieß Princess Sansa, Iceflower, Arcany und Eismärchen waren auch beschäftigt worden. „Wen hast du noch gemacht?“ fragte ich, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren konnte. „Samson, Niffler, Pendragon, PFS‘ Heart of Ocean und Zuckerwatte.“ gab sie zurück und stieg ab. „Das reicht für heute oder?“ fragte sie neckend. „Isaac kam aber auch noch, er hat Come Back Cupcake gemacht und sich dann um Emrys, Mephisto und Vikar gekümmert.“ Nun war ich komplett raus. „Morgen wird es besser.“ versprach ich. Mir tat es wirklich leid, die beiden so allein gelassen zu haben, aber mein Kopf ist heute Morgen anscheinend im Bett geblieben.
    • sadasha
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      20. Mai 2017 | von sadasha

      Ach Felan… Seufzend musterte ich die Schimmelstute, die ich gerade von der Weide geholt hatte um sie zu putzen. Sie hatte sich mal wieder im Schlamm gewälzt und komplett eingedreckt. „Viel Spaß.“ wünschte mir Isaac, der auf der Stallgasse stand und seine Stute Come Back Cupcake striegelte. Es dauerte eine ganze Weile, bis Felan wieder einigermaßen weiß war. Wenigstens war ihr Langhaar nicht ganz so übel dran, da ich das in weiser Voraussicht eingeflochten hatte. Mit ein bisschen Schimmelspray wurde die Tinkerstute wieder ganz weiß. Zumindest bis auf den Behang, den man für die perfekte Weiße einshampoonieren müsste. Dafür war heute aber keine Zeit und gut für die Haut wäre eine tägliche Waschsession eh nicht. Ich löste den Strick und führte Felan zur Schmiede, wo bereits ein neuer Satz Hufeisen auf sie wartete. Immerhin würde sie bald zur Zuchtzulassung kommen. Da sollte sie bestmöglich ausgerüstet sein. Risikoreduzierung nannte ich das. Da die Stute frisch geputzt war konnte ich sofort mit der Arbeit beginnen. Erst löste ich die alten Eisen und schnitt dann die Hufe sorgfältig aus und schliff sie plan. Immer wieder prüfte ich den Sitz der neuen Eisen und schlug sie auf dem Amboss in die richtige Passform. Erst als ich mir sicher war, dass alles stimmte begann ich damit die Eisen nacheinander aufzuschlagen. Ich war gerade fertig als meine Mutter in die Schmiede kam. Sofort fiel mir der kleine Zettel in ihrer Hand auf, von dem sie sogleich ablas. „Ein Herr Kenneth Jenkins hat angerufen, er brauche einen Hufschmied. Hier ist seine Summer, damit du ihn zurückrufen kannst. Die Telefonverbindung reicht ja nicht bis zur Schmiede, sonst hätte ich ihn dir gleich weitergereicht.“ Ich nickte knapp und nahm den Zettel dankend entgegen. Meine Mutter nahm mir meine stille Art nicht übel. So war ich schon immer und sie wusste dass ich wenn es drauf an kam die richtigen Worte fand.

      „Wann brauchst du mich?“ fragte ich wie immer ein wenig mürrisch, da ich die Jenkins Brüder nicht so gern hatte, wie sie es sich wohl wünschten. „Sobald wie möglich?“ Kenneth hatte meinen Tonfall bemerkt und wirkte gleich dagegen indem er etwas herunterfuhr. „Aber wir richten uns da ganz nach deinem Zeitplan.“ meinte er hastig. Suchend blätterte ich in meinem Planer herum. Eigentlich waren die Tage bespickt mit anderen Unternehmungen. Turniere hier und da, ab und an ein Termin zur Zuchtzulassung, Tierarztbesuche und so konnte die Liste ewig weiter geführt werden. Doch dann fand ich eine Lücke. Ein Wochenende, das ich mir eigentlich für etwas andere frei gehalten hatte. „Nur die eine Stute?“ wollte ich wissen, damit ich besser kalkulieren konnte. Er bejahte und so einigten wir uns darauf, dass ich morgens einfliegen würde und mittags sofort wieder nach England aufbrach. So musste ich kein Hotel mieten und verlor nur einen Tag.

      Gesagt getan. Samstags kam ich auf dem Phoenix Valley Gestüt an wo Kenneth bereits wie geplant auf mich wartete. Er hatte eine langbeinige, dunkle Stute mit vier weißen Füßen an der Hand. „Ist sie das?“ fragte ich noch vor dem Hallo. Stolz präsentierte mir Kenneth sein Goldstück. Er hörte kaum noch auf von ihr zu sprechen. Zwischendrin bat ich ihn um ein paar Hilfen wie zB dem Vorführen der Stute in Schritt und Trab oder dem Ablenken, damit sie mich nicht mehr beim Betrachten der Hufe ablutschte, als wäre ich ein Eis. Ich säuberte die Hufe und schnitt sie anschließend aus. Sie war noch nicht beschlagen. Doch so wie ich di Jenkins Brüder mittlerweile kannte, wusste ich, dass Corde de la cerise einen Teilbeschlag bekommen sollte. Natürlich fragte ich noch einmal nach, bevor ich mir alles für den Beschlag zurecht legte. Ich bereitete zuerst die Hufe auf den Beschlag vor, kürzte die Hufwand noch so weit, dass das Eisen die übrige Strecke bis zum Boden übernahm. Einige Minuten später trug die Trakehnerstute ihre ersten Eisen. „Lass sie noch einmal vorlaufen um zu sehen wie sie sich verhält.“ bat ich und beobachtete aufmerksam. Wie erwartet lief sie ein wenig unsicher. Doch sie fand sich schnell ein und hielt es schließlich nur bei einer etwas höheren Aktion. „Das legt sich auch noch. Sieht nur bescheuert aus.“ erklärte ich Kenneth, der nicht wusste ob er lachen sollte, da ihn der Anblick doch verwirrte.

      Planmäßig kam ich wieder in England an und freute mich wahnsinnig als mir Gine mit Slap Happy entgegen kam, als ich aus dem Wagen stieg. Was für eine tolle Begrüßung, nach so einem ermüdenden Tag! Die braune Stute war die letzte noch tragende Stute dieses Jahr. Sie war wirklich spät dran, sollte aber eigentlich jeden Moment abfohlen. „Wie ist ihr PH Wert heute?“ fragte ich und streichelte Scheppi liebevoll. Gine schüttelte den Kopf. „Da tut sich nichts.“ beteuerte sie. Ein paar Tage würden wir ihr noch geben, bis sie in die Klinik müsste. Aber wir hofften weiterhin nur das Beste.
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    Gnadenweide | Pferdehimmel
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    sadasha
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    14 Feb. 2017
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  • Abstammung
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    Von unbekannt
    Aus der unbekannt

    Exterieur
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    Stute
    14 Jahre
    Rasse: Irish Hunter
    Stockmaß/Endmaß: 171cm
    Gewicht: 650kg
    Fellfarbe: Brauner
    Geno: Ee/Aa


    Interieur + Beschreibung
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    Verhalten in der Box: Aggressiv
    Verhalten auf der Weide: Aufgedreht


    Charaktereigenschaften:

    xxx

    Cupcake ist alles andere als Zucker. Auch wenn ihr Besitzer das nicht gerne hört, so trägt die braune Stute mehr Pfeffer als Zucker in sich. Sie ist ein begnadetes Dressurpferd, das durch ihre etwas kräftigere Statur oft unterschätzt wird. Auch im Gelände zeigt sie sich willig und nervenstark. Es wundert nicht, dass sie im Umgang einfach ist und vieles über sich ergehen lässt. Unterm Sattel entfaltet sich ihre Persönlichkeit. Mit ein paar Freundenbucklern kann man bei ihr auf Ausritten rechnen, bevor sie ordentlich in den Galopp springt. Andere Tiere ziehen Cupcake magisch an. Es ist schwer sie von Weiden wegzubewegen, wo andere Tiere (Schafe, Kühe, Pferd, etc.) stehen. Außerdem nimmt die Braune jede Pfütze mit, die sie sieht. Man kann sie noch so sehr um das Wasser herumleiten, sie wird einen Weg finden, doch noch einen Huf hineinzusetzen. Zu einem Bad im See oder am Flussufer oder einer erfrischenden Dusche, sagt diese Stute nie "Nein".

    Beschreibung
    Man schätzt die Braune für ihr Allroundtalent und Gelassenheit, wenn es darum geht stundenlang das Langhaar zu frisieren oder hübsche Muster ins Winterfell zu schneiden. Ihre schwungvollen Gänge und das ordentliche Springvermögen machen sie auch für den Profisport interessant. Sie ist allerdings kein Pferd, dass die Arbeit benötigt um ausgeglichen zu sein.

    Vorgeschichte
    In einer Liebhaberzucht geboren, kam Cupcake als zweijährige zu Isaac Rooney. Der Ire war damals selbst noch ein Teenager und lernte mit dieser Stute nicht nur das Reiten, sondern auch den richtigen Umgang mit Pferden. Die beiden haben eine ganz spezielle Beziehung zueinander sind nicht aus dem Leben des jeweils anderen wegzudenken.

    Unterbringung: Offenstall mit Samson
    Einstreu: Stroh
    Futtersorte: Heu, Saftfutter, je nach Training Kraftfutter
    Fütterungszeiten: morgens, abends


    Besitzer: sadasha
    VKR/Ersteller: sadasha


    Qualifizierungen + Erfolge
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    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L M S
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S


    Springen E A L M
    Show Jumping: E A* A** L M*

    Military E A L
    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI**
    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100 BE100Plus Novice

    Western E A
    Trail: LK5 LK4

    Fahren
    E A L
    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2


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    Offiziell
    292. Militaryturnier | 294. Militaryturnier | 295. Militaryturnier | 298. Militaryturnier | 301. Militaryturnier
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    303. Militaryturnier
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    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -

    GHP - Prüfungen
    -

    Gewinnsumme: x


    Ausbildung + Zuchtdaten
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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    Abstammung: 0
    Schleifen: 6
    HS: 0
    TA: 0
    Trainer: 0
    Zubehör: 0
    Gesamt: 6


    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen

    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Wasser: 6 5 4 3 2 1
    Gelände: 6 5 4 3 2 1
    Straßen: 6 5 4 3 2 1 ✪

    Stangenarbeit: 3 2 1
    Longenarbeit: 3 2 1
    Verladefromm:
    3 2 1

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✔ | Rückwärtsrichten ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✔
    Abstand halten ✔ | Wenden + Handwechsel ✔ | Abruf ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment x | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten x | Spanischer Schritt x | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel x | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) x | Levade x | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Pferdepass

    Schleife

    SK

    Zur Zucht zugelassen: nein
    Eingetragene Zucht: x
    Züchter/Herkunft: x

    Trächtig [] Nächste Rosse (alle 21 Tage): x

    Nachkommen
    0/5


    Gesundheitszustand
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    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    Chipnummer: x
    zuletzt kontrolliert []

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) überfällig

    Wurmkur (jedes Jahr)
    Tollwut Impfung (jedes Jahr) überfällig
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) überfällig
    Influenza Impfung
    (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4
    (alle 6 Monate) überfällig


    Gesamteindruck: gut
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x


    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert: x
    Hufbeschaffenheit: gut
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: -
    Beschlag hinten: -


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    Offizieller HG | PNG | Puzzle-PNG