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Rhapsody

Cobain

engl. Vollblut -- im Besitz seit 04/2018 --

Cobain
Rhapsody, 29 Apr. 2018
Cooper, Eddi und adoptedfox gefällt das.
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      versteckte nachrichten hihihi

      chapter seventeen | 12. Juli 2017
      Cobain
      Mai 2018

      Eher zufällig sah Bernie von ihrer Arbeit auf und entdeckte drei gackernde Hühner auf dem Hufschlag der Führanlage.

      „Seid ihr bescheuert?“ zischte sie ihnen zu. „Wenn Heath euch erwischt, seid ihr dran.“

      Leslie, Snafu und Cat grinsten sie nur blöd an. Mit rollenden Augen parierte Bernie den Vollbluthengst an der Longe durch und ging dann mit ihm zur Bande.

      „Hey Rockstar,“ begrüßte Leslie den Hengst. Sie hatte sich sofort in den Neuankömmling verliebt und hatte sich eigentlich schon gefreut, mit ihm auf Rennen zu gehen. Cobain, wie der Braune mit dem auffälligen Kopfabzeichen hieß, hatte das aber schon hinter sich und sollte jetzt in die komplett andere Richtung gehen. Leslie hatte für ein paar Tage geschmollt, schien sich jetzt aber damit abgefunden zu haben.

      (Das hinderte sie nicht daran, Cobain bei jeder Gelegenheit eine Möhre zuzustecken. Dementsprechend fixiert war er also schon auf sie und dementsprechend schwer machte er es Bernie.)

      Cobain schob seinen Kopf über die Bande und ließ sich von Leslie hinter den Ohren kraulen. Widerwillig gab Bernie nach und wandte sich lieber Cat und Snafu zu; die würden ihr wenigstens zuhören.

      Wenn sie sie zumindest ausreden lassen würden. Stattdessen fiel ihr Cat sofort ins Wort. „Heath steht seit zehn Minuten vor dem C-Stall und diskutiert mit irgendjemandem übers Telefon. Bleib entspannt.“ Jetzt warf auch sie einen Blick auf den Vollbluthengst. „Außerdem ist das der perfekte Augenblick, um sich mal nach dem Neuen umzugucken.“

      Bernie seufzte und strich Cobain über den Hals. „Ich weiß nicht, irgendwie werden wir noch nicht so ganz warm miteinander.“ Cobain ignorierte sie – und das war wohl die beste Beschreibung für die Arbeit der beiden.

      Ein paar Tage nach seiner Ankunft und nachdem feststand, dass er am besten die Saison noch mal auf Turnier sollte, wollte Bernie mit leichter Gymnastikarbeit anfangen. Der Hengst hatte ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht – die Longe kannte er, aber das Laufen an der Longe anscheinend nicht. Mehr als sechs Schritte Schritt am Stück waren nicht drin, der Kopf war trotz Kappzaum konstant in der Luft, und was das komische Menschlein da in der Mitte des Kreises sagte, das konnte man ja getrost ignorieren.
      Das war vor zwei Wochen. Seine Konzentrationsspanne war nach wie vor die eines Eichhörnchens mit ADHS, Cat nannte ihn Hans GuckindieLuft und noch immer vergaß er oft, dass jemand ihm Kommandos geben wollte. Aber seine Schritte wurden langsam definierter – kein Trippeltrab mehr, und Schritt war plötzlich auch nicht mehr so schlimm.

      „Apropos warm werden,“ sagte Leslie, und dann kurz gar nichts mehr. Ein bisschen perplex blinzelte sie Bernie an. „Vergiss es, das war eine schlechte Überleitung. Bist du fertig?“

      Mit den Nerven auf jeden Fall. Bernie warf einen Blick auf ihre Armbanduhr – es war zwar erst fünfzehn Minuten her, dass sie den Longierzirkel betreten hatte, aber in fünf Minuten war die Session eh vorbei und bis Cobain wieder mit dem Kopf bei ihr war…

      „Ich glaub schon,“ entschied sie, ging zum Gatter und öffnete es. „Gehen wir ausreiten?“

      „Ich mach schon mal Quarterback fertig,“ sagte Cat und lief mit einem breiten Grinsen aus der Führanlage.

      Leslie zuckte mit den Schultern. „Von mir aus. Snafu und ich brauchen nur noch Pferde.“

      „Da weiß ich nicht, ob ihr hier welche findet.“

      Leslie streckte ihr die Zunge raus und schob Snafu vor sich aus der Führanlage hinaus. „Wir sehen uns in einer viertel Stunde!“
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      chapter nineteen | 07. August 2018
      Quarterback | Cobain | PFS' Gamble Away | PFS' Scion d'Or
      Seit wenigen Tagen war Lesja jetzt in England, und Cat würde ihn am besten wieder in den nächsten Flieger nach Deutschland setzen.

      Sie saß gerade auf Quarterback, machte sich an die tägliche Arbeit, als vom Reitplatzzaun plötzlich eine laute Stimme „Hände aufstellen!“ rief.

      Cat war zusammengezuckt und Quarterback hatte die Möglichkeit genutzt, um sich aus der Anlehnung zu schlängeln. Wütend drehte sich Cat zu ihrem Bruder rum. „Spinnst du eigentlich?“

      Lesja hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht. „Ich geb hier nur professionelle Tipps, damit du besser wirst.“

      Cat schüttelte irritiert den Kopf, nahm dann wieder die Zügel an und konzentrierte sich wieder ganz auf den Hengst unter sich. Die Senior Trainer waren noch nicht wirklich zufrieden mit dem Trakehner, und Cat tat sich schwer, zu ihm durchzukommen. Deswegen war in letzter Zeit viel Dressurarbeit angesagt, um ihn durchlässiger und schwungvoller zu bekommen. Quarterback, der am liebsten mit dem Kopf durch die Wand wollte, hielt davon wenig, aber daran ließ sich wenig ändern. Vor allem spürte er, wenn der Reiter nicht zu 100% bei ihm war; erst dann fing er an, sich fallenzulassen und kam mit dem Rücken hoch. Gerade schien es, als hätte Cat ihn endlich – der Kopf kam runter, plötzlich fühlte es sich an, als hätte sie nichts in der Hand, als –

      „Hacken runter!“

      Cat wurde aus ihren Gedanken gerissen und Quarterback nahm den Kopf wieder hoch. Frustriert parierte sie den Hengst durch und funkelte ihren Bruder dann böse an. „Sag mal, hast du keine Beschäftigung? Irgendwas?“

      „Ich mache Urlaub. Was soll ich denn machen?“

      „Keine Ahnung, nerv Leslie oder so.“

      „Die hat mich von der Rennbahn verbannt.“

      Cat rollte mit den Augen. „Warum nur,“ meinte sie monoton und ließ Quarterback wieder antreten. Einige Minuten hielt Lesja es aus, dann wimmerte er von der Bande des Reitplatzes: „Cat, mir ist langweilig.“

      „Beschäftige dich,“ antwortete Cat, ohne von Quarterback wegzugucken. Langsam hatte sie ihn wieder.

      „Können wir nicht ausreiten?“

      „Nach der Arbeit.“

      „Wann ist nach der Arbeit.“

      Cat musste ein Seufzen unterdrücken. Manchmal konnte man leicht vergessen, dass Lesja fünf Jahre älter war als sie, und nicht erst fünf. „Gib mir ‘ne halbe Stunde, dann von mir aus.“

      Lesja grinste sie breit an und machte auf den Absatz kehrt – und Cat konnte endlich richtig trainieren. Trotz der Unterbrechnungen machte Quarterback gut mit und schien endlich ein bisschen Spaß an der Dressur zu finden. Zufrieden ließ sie ihn am langen Zügel seine Runden über den Reitplatz drehen, bis sie Hufgetrappel hörte. Als sie sich umdrehte, sah sie Lesja auf sie zusteuern, an seiner Seite Goldie.

      Erst wollte Cat schon etwas sagen – mit Goldie war sie bis jetzt noch nie allein im Gelände gewesen, und wer wusste, wie Quarterback als ziemlich hengstiger Hengst und Goldie als ziemlich stutige Stute miteinander harmonierten. Aber eine andere Möglichkeit gab es nicht; Cobain war noch sehr weit vom zuverlässigen Reitpferd entfernt und Gambit hatte heute Ausdauertraining mit Leslie. Der Rest der Pferde war größtenteils zu jung, nicht eingeritten oder lebte jetzt ein Leben als Deckhengst. Also atmete Cat tief durch, öffnete das Gatter vom Pferderücken aus und, nachdem Lesja im Sattel saß, steuerte den Feldweg hinter der Führanlage an. „Dann gucken wir mal.“
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      chapter twenty one | 04. Januar 2019
      Cíola | Paramour | Siana | Doineann | Medeia | Minou | Mánas
      Cobain | Quarterback | PFS' Scion d'Or | PFS' Gamble Away | Dark Royale | Painted Taloubet | Dark Innuendo
      Ares
      Das alte Jahr ging auf Sandringham Manor leise zuende. Während über die Weihnachtsfeiertage die meisten bei ihren Familien zuhause saßen, waren zu Silvester wieder alle auf dem Hof. Es gab kein Feuerwerk, um die Pferde nicht unnötig zu erschrecken; allerdings sah man die Raketen der Nachbarn in einiger Ferne den Himmel erleuchten.

      Für Bernie war Silvester nur eine kleine Verschnaufspause – sie arbeitete jetzt fast jeden Tag mit den Jungpferden und Cobain. Vor wenigen Tagen hatte sie den ersten halbwegs erfolgreichen Reitversuch auf dem Vollblut abgelegt. Zwar war es noch weit von dem entfernt, was es einmal sein sollte, trotzdem war Bernie zufrieden mit dem Hengst. Dafür zeigte sich Dark Royale mehr als ehrgeizig unter dem Sattel; mit ein bisschen Glück konnte der Hengst im Frühjahr voller Tatendrang in seine erste Turniersaison starten. Und auch Painted Taloubet und Dark Innuendo schien die Arbeit langsam Spaß zu machen; bis jetzt war es nur ein bisschen Bodenarbeit, denn vor allem Jitterbug hatte noch genug Zeit, um großzuwerden. Ab und zu durfte sich Bernie dann doch noch in den Sattel schwingen und Ares weiter ausbilden. Nach den zwei Monaten, die er jetzt wieder in ihrer Obhut war, hatte sie den großen Hannoveraner auf ein gutes Level gebracht. Auf dem stallinternen Neujahrsturnier würde sie ihn dann in einer M**-Dressur vorstellen; die Lektionen hatten die beiden die letzten Wochen bis zum Vergasen geübt und sie rechnete sich gute Chancen aus.

      Leslie und Snafu waren um diese Jahreszeit oft im Gelände unterwegs. PFS‘ Gamble Away genoss eine Winterpause weg von der Rennbahn, während PFS‘ Scion d’Or den Sommer auf der Weide sichtlich genossen hatte. Nächstes Jahr soll Goldie ähnlich wie Cobain „umgesattelt“ werden, in der Hoffnung, die kleine Stute fühle sich im Busch deutlich wohler als auf der Bahn. Das bedeutete allerdings auch, dass Snafu sie an einen anderen Jock weitergeben müsste – also will er die Zeit, die ihm noch blieb, intensiv mit der jungen Stute verbringen. Gambit hingegen soll sich noch einmal beweisen – ihm macht das Rennen deutlich mehr Spaß und das zeigt sich auch an den Schleifen an seinem Spind. Sowohl Leslie als auch die Senior Trainer sahen in ihm aber noch ganz viel unentdecktes Potenzial, das er früher oder später ebenfalls unter Beweis stellen konnte. Aber jetzt noch nicht, noch darf er mit Leslie über das Gras rennen.

      Cat hat sich bereits nach einer neuen Arbeitsstelle umgesehen, sich dann aber trotzdem erstmal dazu entschieden, bei Quarterback zu bleiben. Mittlerweile sind die beiden ein eingespieltes Team; sollte Cat den Hof doch noch verlassen, plant sie, den Trakehnerhengst zu kaufen. Dafür will sie 2019 so viel Geld wie möglich zurücklegen, um sich diesen Traum zu erfüllen.

      Es wird außerdem gemunkelt, Esther hätte etwas mit den Ponys vor. Mit ihren Enkeln wieder in der Schule. Jemand der Jocks soll gehört haben, wie sie von einem Bekannten in Irland sprach, der wohl Interesse an Doineann, Medeia und Minou geäußert hätte – jemand anderes behauptete, er wolle den Kaufvertrag für Mánas schon unterzeichnet auf Esthers Schreibtisch liegen gesehen haben. Noch sind alle Ponys da, inklusive Siana, Paramour und Cíola – ob und wie lange die Ponys noch bleiben, ist ungewiss.

      Bis jetzt spricht nichts dagegen, dass 2019 ein gutes Jahr für Sandringham Manor wird. Als das Feuerwerk in der Ferne langsam abklingt und die letzten Wunderkerzen heruntergebrannt waren, sammelten alle ihre Sektflaschen und Gläser wieder zusammen und machten sich fertig fürs Bett. Immerhin war morgen ein neuer Tag, und der begann für viele schon um fünf Uhr morgens.
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      chapter twenty two | 09. Juni 2019
      Cíola | Paramour | Siana | Doineann | Medeia | Minou | Mánas
      Cobain | Quarterback | PFS' Scion d'Or | PFS' Gamble Away | Dark Royale | Painted Taloubet | Dark Innuendo
      Der Sommer hatte sich allmählich auch nach England geschlichen. Doch heiße Tage bedeuteten nicht, dass man sich ausruhen konnte. Bernie und Leslie hatten allerhand zu tun – Leslie arbeitete zwar nach wie vor für Sandringham Manor, hatte aber in Absprache mit Esther die ein oder anderen auswärtigen Jobs angenommen und war fast jedes Wochenende auf der Rennbahn. Wenn sie nicht gerade dafür trainierte, half sie Bernie und Cat so gut es ging. Gambits Rennkarriere war noch nicht vorbei, Goldie hingegen sollte langsam an die feine englische Reitkunst herangetragen werden – und einem wenn auch nicht großartig erfolgreichem Renn-Galopper zu sagen, er müsse jetzt ruhig bleiben und am besten noch schön den Hals annehmen, war eine Aufgabe für sich. Bernie hatte als Ausgleich noch mit den noch nicht eingerittenen Jungpferden zu tun und das genoss sie sichtlich. Und auch Cat, die sonst sehr auf ihre Sportkarriere versteift war, musste verletzungsbedingt eine Auszeit nehmen – vor wenigen Wochen war sie vom Pferd gestürzt und hatte sich dabei das Handgelenk gebrochen. Und während das verheilte, packte sie so gut wie möglich im Stall an.
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      chapter twenty three | 02. Januar 2020
      Cíola | Paramour | Siana | Doineann | Medeia | Minou | Mánas
      Cobain | PFS' Scion d'Or | PFS' Gamble Away | Dark Innuendo
      Bernie feierte Silvester alleine. Alleine war zwar das falsche Wort – immerhin waren noch die anderen Jocks und die Stallburschen da, die schon Wochen zuvor eine aufwendige Party geplant hatten – aber die wichtigsten fehlten. Die zweite Hälfte des Jahres hatte viele Veränderungen mit sich gebracht.

      Leslie hatte einen Job auf einem Gestüt angeboten gekriegt. Auf einem Rennen im Herbst, auf dem sie mit Gambit erfolgreich gewesen war, war ein junger Gestütsbesitzer aus Dublin auf sie zugekommen und hatte ihr seine Visitenkarte mitgegeben. Es hatte an ihr gefressen, aber letztendlich hatte sie sich doch dafür entschieden – dort war sie nicht nur Jockey, sondern schnupperte erste Züchter-Luft. Glücklicherweise war Dublin (noch) nicht unmöglich zu erreichen, und so hatte Bernie sie so oft wie möglich in ihrem neuen Zuhause besucht. Und auch, wenn Leslie vor allem Gambit und Goldie vermisste, musste sie doch zugeben, dass ihr die Arbeit auf dem Gestüt außerordentlich Spaß machte.

      Kurz nach Leslies Abreise musste auch Cat sich verabschieden. Nach einem Todesfall in der Familie hatte sie plötzlich schreckliches Heimweh bekommen. Wochenlang bekam sie nichts mehr auf die Reihe, bevor sie sich dann doch eingestand, dass sie Veränderung brauchte. Deutschland war im Gegensatz zu Irland nicht nur einen Katzensprung entfernt, aber über Snapchat und SMS stand Bernie noch immer mit Cat in regem Kontakt. Bis jetzt war sie noch selbst auf Pferdesuche – bisher aber leider erfolglos.

      Und auch Snafu war mittlerweile nicht mehr Teil des Teams, auch wenn er noch immer im Mitarbeiterhaus rumhängte – immerhin war Beau nach wie vor Stallbursche und würde wohl auch nicht für Snafu seinen Job aufgeben. Die beiden hatten eine kleine Wohnung in Dersingham, nur etwa fünf Minuten Fahrt von Sandringham Manor entfernt. Nach seiner Turnierkarriere wollte Snafu einen radikalen Cut machen – seit er Sandringham Manor verließ, war er bis jetzt nicht wieder aufs Pferd gestiegen. Doch erst diesen Morgen hatte er Bernie ein paar Verkaufsanzeigen gezeigt – so ganz ohne Pferde ging es also doch nicht.

      An diesem Silvesterabend versammelten sich die Jocks in einer kleinen Bar in Dersingham, um dort um 12 das Feuerwerk anzusehen. Bernie aber wollte nachkommen und lieber noch einmal nach den Pferden schauen. Die Ställe waren natürlich voll, aber sie hatte vor allem einen Bezug zu Cobain, Dark Innuendo und Leslies zwei Vollblüter, Gambit und Goldie. Cobain war dieses Jahr förmlich aufgeblüht und machte sich langsam aber sicher toll unterm Sattel. In ein paar Monaten konnte er bestimmt seine ersten Turniere bestreiten. Ähnlich bei Gambit und Goldie – beide waren dieses Jahr sporadisch Rennen gegangen, doch jetzt im Winter sollten sie dann endgültig „umgepolt“ werden. Zunächst bedeutete das, dass Bernie sie viel longierte und ihnen dabei beibrachte, schön vorwärts-abwärts zu laufen. Dark Innuendo war da schon ein bisschen weiter – mit ihren fünf Jahren stand das Einreiten auf dem Plan. Sattel und Trense hatte sie gut angenommen, ebenso wie das Reitergewicht. Mit ein bisschen mehr Arbeit sollte sie wohl in den nächsten Wochen dann auch vom Sattel ausgebildet werden. Vor wenigen Tagen hatte Esther allerdings ihren Plan mit der Hannoveranerstute preisgegeben – sobald sie ordentlich eingeritten war, sollte sie verkauft werden.

      Um halb 12 machte Bernie noch eine kleine Runde durch den Stall und streichelte ein paar weiche Nasen, bis sie sich auf den Weg nach Dersingham machte. Das neue Jahr sollte ja gebührend eingeläutet werden.
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      Military E-A | 08. April 2020
      Cobain
      „Immer diese Leute, die Vollblüter von der Rennbahn retten müssen“, äffte mich Nate nach. Ich verdrehte die Augen und erhöhte einfach mein Tempo, um nicht mehr auf gleicher Höhe mit ihm laufen zu müssen.
      Ja – Ich ärgerte mich immer über Leute, die sich als Retter der armer Vollblüter aufspielten.
      Ja – Ich konnte es nicht mit ansehen, wenn die sensiblen Sportler als Problempferde dargestellt wurden.
      Und ja – Ich hatte seit einer Woche einen solchen Vollblüter in meinem Stall stehen.
      Aber er war nur übergangsweise hier und deshalb ignorierte ich jeden, der versuchte meinen Kauf zu kommentieren. Cobain war ein besonders sensibler Vertreter seiner Rasse. Lies sich kaum auf der Koppel einfangen, lief nicht kooperativ am Strick und hatte meist einfach keine Lust mitzuarbeiten. Seine eigensinnige Art zog mich sofort in den Bann, weshalb es am Auktionstag kein Nachdenken mehr für mich gab. Er war unumstritten eines der schnellsten Pferde auf Springfield Racing, gleichzeitig konnte ihn nur ein bestimmter Jockey überhaupt in die Startbox bringen.
      „Wie lang willst du noch am Zaun stehen und ihn anstarren?“, nervte Nate erneut. Er hatte aufgeholt. Leider. Ich verdrehte die Augen, öffnete das Tor und lockte den Hengst zu mir. Er zuckte kurz mit den Ohren und widmete sich dann weiter dem Gras. Erst die Möhre in meiner Jackentasche konnte ihm einen Blick entlocken. Langsam kam er auf mich zu, blieb allerdings in sicherer Entfernung stehen, um dann mit gestrecktem Hals nach der Möhre zu geiern. So ganz sicher war ich mir mit meiner Entscheidung nicht mehr, aber wir würden Cobain schon noch zu einem Reitpferd machen.
      Die Wochen verstrichen, Cobain fasste stetig Vertrauen und schon bald konnte ich ihn entspannt als Handpferd ins Gelände mitnehmen. Der Vollblüter orientierte sich unglaublich stark an Rockford und gewann dadurch viel an Ruhe.
      Was leider immer wieder Probleme machte, war die Longe. Er verstand einfach nicht, warum er im Kreis um den Menschen laufen sollte. Oder vielmehr – Er wollte nicht. Dass Cobain eigensinnig war wusste ich, aber bei solch einem Sturkopf stieß selbst ich an meine Grenzen. Wir ignorierten also jegliche Arbeit an der Longe und stiegen direkt mit dem Reiten ein. Die ganze Prozedur kannte er schließlich, es ging lediglich darum die Lenkung korrekt zu installieren. Nachdem die Grundsteine dafür auf dem Platz gesetzt waren, ging es fast ausschließlich ins Gelände. Dort war der Hengst deutlich entspannter und hatte weniger Probleme sich dem Reiter zu fügen. Er hinterfragte zumindest nicht jede Anweisung.
      Einige Wochen vergingen, bis ich mich für den nächsten Schritt entschied. Wir fingen an mit Stangen am Boden, über den ich Cobain erst im Trab und dann im Galopp lenkte. Auch erste Cavalettis waren kein Problem und endlich machte es Klick bei ihm.
      Er hatte Spaß am Reiten. Und das nicht nur ein bisschen. Er zog zu jedem Hindernis, dass sich ihm in den Weg stellte und sprang, als hätte er nichts anderes in seinem Leben gemacht. Durch den täglichen Wechsel von Dressur, Ausreiten und Springen, konnte er auch im Viereck langsam aber sicher zeigen was in ihm steckte. Still und heimlich hatte er sich zu einem motivierten Reitpferd gemausert, auch wenn man ihm viel Abwechslung bieten musste. Gleichzeitig bedeutete dies, dass bald ein Abschied bevorstand. Mein Ziel war der Verkauf, sobald Cobain im Stande war, im Gelände einen A Parcours zu absolvieren. Und mittlerweile konnte er das problemlos. Für ihn war kein Baumstamm zu hoch, kein Wasser zu tief und seine Geschwindigkeit zwischen den Sprüngen war nicht zu schlagen. Cobain war routiniert, er dachte mit und zugegebenermaßen hatte ich ihn sehr in mein Herz geschlossen
      Das Aufgeben seiner Anzeige forderte mich daher einiges an Überwindung und auch als feststand, dass er nach England ging, wurde es nicht einfacher für mich. Beim Abschied flossen ein paar Tränen, doch nachdem die ersten Fotos aus seinem neuen Zuhause bei mir ankamen, war das alles vergessen.
      3.977 Zeichen by Elii
      AliciaFarina gefällt das.
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      Steenhof, 15. Juli
      Quintessenz, Blitzkrieg Bop, Quantensprung, Dark Necessities, Antares, Painted Gold, Amalthea, Kobik, Charon, Bohème, Balboa, Simplicity of Sophistication, Painted Basquiat, PFS' Gamble Away, Dante's Wild Lady, Painted Taloubet, Dark Innuendo, Contia Socks, A Touch Of Peace, HGT's Saevitia, Dark Royale, Cover the Stars, Cobain, Buchanan, Cobie, Rosewood, Cassiopeia Z, Mania, Shotgun, Seattle Slew, Hallelujah, Equinox II, Callisto, Calista, Ballroom Blitz, Quarterback, Andromeda, Smooth Gravity, Samarra, Benihana, Ironic, Ares, Bucky, Painted Blur, Calina
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      Als Besitzer eines Reitstalls verbrachte man leider viel zu wenig Zeit bei den Pferden – vor allem im ersten Halbjahr. War die Decksaison erst einmal abgeschlossen, konnte ich es schon eher mal vertreten, mir einen halben Zeit Büroauszeit zu nehmen. Und selbst dann warteten unzählige Arbeiten auf mich, die ich aber wesentlich lieber machte, als von früh bis spät am Laptop zu sitzen.

      Neben Vorbereitungen auf Fohlenschauen, Turnieren und dem ganz normalen Trainingsalltag gab es auch ein paar Neuzuwächse. Während ich mit Manias Besitzerin immer noch am Überlegen war, wie wir die Stute am besten dauerhaft auf dem Steenhof behalten konnten, war Cassiopeia Z schon so gut wie in meinem Besitz – es fehlten lediglich noch die Formalien. Dazu kamen dann noch Jettes neue Trainingspferde, zwei braune Vollblüter aus England. Cobain und Gambit – eigentlich Gamble Away aber wer hatte schon Zeit für den kompletten Namen? Ich ganz sicherlich nicht – sollten in Deutschland als Reitpferde verkauft werden und von Jette jetzt zu genau dem gemacht werden; beides waren Ex-Galopper, die aber eine fundierte Grundausbildung genossen hatten. Beide gefielen mir aber so gut, dass ich überlegte, ob wir sie nicht selbst behalten sollten.

      Zu diesen beiden Herren gesellte sich auch noch ein dritter: ein Sohn von Bucky aus einem wundervollen Dominant-White-Hengst. Ein Palomino names Buchanan, der wundervoll in der Sonne glänzte und hoffentlich ganz viele Schleifen in der gleichen Farbe wie sein Fell mit heimbringen würde. Sechsjährig kannte er schon die Grundlagen – jetzt würden wir ihm beibringen, wie er auch toll übers Hindernis kam. Die Veranlagung dafür war auf jeden Fall da.

      Und damit ich irgendwann nicht nur noch Hengste hatte, würden auch drei neue Stuten einziehen dürfen: zwei Trakehner und ein Holsteiner. Neben einer noch recht unerfahrenen Schimmelstute names Rosewood kam auch die Tochter eines bekannten Trakehnervererbers dazu; Rosewood und Cover the Stars würden später hoffentlich mal die kleine Trakehnerzucht bereichern. Rosewood musste sich da noch mehr unter Beweis stellen; bis jetzt war die Stute nur auf wenigen Turnieren vorgestellt worden, was Jette und ich aber ändern wollten. Und Cover the Venus, die Zweite im Bunde, war noch frisch unterm Sattel. Die dritte Stute, ebenfalls ein Schimmel, hatte schon Einiges mehr an Erfahrung. Cobie hatte ich schon selbst im Parcours erleben können - dementsprechend fackelte ich gar nicht lange, als ich ihre Verkaufsanzeige fand.

      Und apropos Zucht: drei unserer Hengste waren auch langsam für ihre Leistungsprüfung bereit. Seattle Slew unter Marieke hatte sich toll auf dem Hof gemacht und das auch auf den Turnieren gezeigt. Ebenso wie Equinox – während Seattle vor allem in Vielseitigkeiten glänzte, war Equinox Springer durch und durch. Ich freute mich also schon auf die ersten Fohlen aus dem schicken Smoky Cream – die würden dann mit Farbe und Können auftrumpfen. Auch Jette und Shotgun hatten die Saison die ein oder andere Springschleife mitgebracht. Auch bei der Stute träumte ich schon von den kleinen Flugzeugen, die mal von ihr abstammen sollten – Jette war mit ihr auch in der schweren Klasse erfolgreich gewesen, und Shotgun sprang über die 1,60m hohen Stangen, als wäre es das leichteste auf der Welt.

      Insgeheim freute ich mich auf den restlichen Sommer und den Rest des Jahres – jetzt würde es wieder ein bisschen entspannter werden. Ich konnte mich mit Hingabe um die neuen Pferde kümmern, Jette wieder mehr beim Training unterstützen und auch die Jungpferde in der Aufzucht mehr besuchen – das kam in den letzten Wochen leider ein bisschen zu kurz.

      Geposted am: 06.07.2020
      Von: Rhapsody
    • Rhapsody
      Steenhof, 10. November
      Молотов, Quintessenz, Blitzkrieg Bop, Quantensprung, Dark Necessities, Antares, Painted Gold, Amalthea, Kobik, Charon, Bohème, Balboa, Simplicity of Sophistication, Painted Basquiat, PFS' Gamble Away, Dante's Wild Lady, Painted Taloubet, Dark Innuendo, Contia Socks, A Touch of Peace, Cover the Venus, HGT's Saevitia, Dark Royale, Cobain, Buchanan, Cobie, Rosewood, Cassiopeia Z, Mania, Shotgun, Seattle Slew, Hallelujah, Equinox II, Callisto, Calista, Ballroom Blitz, Quarterback, Andromeda, Smooth Gravity, Samarra, Benihana, Ironic, Ares, Bucky, Painted Blur, Calina
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      Irgendwann war auch leider die schönste Weidezeit vorbei. Die Hengste tummelten sich in Kleingruppen auf den Paddocks und veranstalteten Wettbewerbe, wer sich am schnellsten und effektivsten dreckig machen konnte; die Stuten hingegen wurde noch ein kleines Stück Gras gegönnt. Das Winterfell war fleißig am Wachsen, die ersten Pferde wurden geschert, die Ställe hingen wieder voll Abschwitz- und, nach dem Mistwetter der letzten Tage, auch Regendecken.

      In diesem grauen und regnerischen Novemberwetter fiel das Absetzen der Fohlen. Ein halbes Jahr oder mehr hatten sie mit ihren Müttern in der großen Gemeinschaft verbracht, jetzt ging es in das erste eigene Abenteuer. Und dieses Jahr würde ich sogar teilweise die Aufzucht übernehmen; mit fünf Stutfohlen hatte ich eine schöne kleine Gruppe beisammen. Die drei Hengstfohlen Quantensprung, Antares und Blitzkrieg Bop, hatte ich in der gleichen Aufzucht untergebracht, in der auch schon Charon vor zwei Jahren einen Platz gefunden hatte.

      Die größeren Fohlen, also Kobik, Painted Gold und auch Amalthea, hatten sich schon länger ein bisschen von den Müttern abgekapselt; sie waren sieben, fast acht Monate alt und gingen größtenteils ihren eigenen Weg. Mit ihnen hatte ich das allein bleiben auch schon intensiver geübt, sodass sie kaum noch mit der Wimper zuckten, als ich Bucky, Andromeda oder Golden Lights aus dem Stall führte. Als ich also Anfang November die drei Fohlen aufhalfterte und zum Übergang in eine umgebaute Box im Ausbildungsstall führte, war da wenig Abschiedsschmerz; die Fohlen folgten mir gespannt über den Hof, die Mütter riefen einmal kurz nach ihnen, aber dann war das Ganze auch schon vorbei.

      Bei anderen Fohlen lief das schon ein bisschen anders ab. Benihana, die ja eigentlich schon eine mehr oder weniger erfahrene Zuchtstute war und nicht zum ersten Mal durch das ganze Absetzen ging, stellte sich als wahre Glucke heraus. Das bedeutete, dass auch Antares das alles nicht so mitmachte, wie ich es mir erhoff hatte – im Endeffekt gab es dann nur viel Aufregung im Offenstall, weil sich natürlich alle anderen Stuten davon anstecken ließen und wie kopflose Hühner über den Paddock rannten. Da war also besondere Vorsicht geboten; Antares war eigentlich ein sehr neugieriges und aufgeschlossenes Fohlen, was wir uns zu Nutze machen konnten. Während Benihana am Putzplatz blieb und dort von Jette oder Cat betüddelt wurde, lenkten Hauke und ich Antares so gut wie möglich ab, damit er gar nicht größer mitbekam, wenn seine Mutter wieder in den Stall verschwand. Mit viel Übung wurde dann die Zeit, die er alleine verbrachte, immer länger, und auch an diesem Novembermorgen gab es nur ein kurzes Abschiedskonzert, ehe die Neugierde überwog und er mir mehr oder weniger freudig in die Box im Ausbildungsstall folgte. Quantensprung und auch Bobby folgten kurz darauf; die Hengstgruppe war also schon einmal fertig zusammengestellt. Alle drei würden heute Nachmittag dann zum Aufzuchtstall gefahren werden – erst, wenn das passiert war, würde ich entspannen können.

      Zu den Stutfohlen gesellten sich dann auch noch Quintessenz und Dark Necessities mit mehr oder weniger Problemen; kurz darauf ging es dann – noch am Halfter, damit kein Fohlen noch schnell auf Weltreise ging – Richtung Weide. Die Stutfohlen würden eine der Weiden beziehen, die an der Auffahrt zum Steenhof lag; dort war genug Platz für die fünf zum Rennen und Toben, bei komplettem Mistwetter konnten sie sich unterstellen und Heu würde auch zu gefüttert werden. Ein kleines Paradies für Jungspunde. Ein paar herzzerreißende Wieherer gingen noch in Richtung Hof; nach einer halben Stunde hatten sich dann aber alle Stutfohlen mit der neuen Situation angefreundet; immerhin kannten sie sich ja untereinander schon und hörten dort auf, wo sie vor einer Stunde im Laufstall aufgehört hatten.

      Ich beschloss, dass ich mir eine kleine Mittagspause verdient hatte. Und nach dem Lärmpegel, der mir bei Betreten meines Hauses entgegenschlug, zu urteilen, hatten sich auch die anderen eine kleine Auszeit gegönnt. In der Küche saßen Cat, Jette, Hauke und Levi, in der Mitte vom Tisch lagen Pizzaschachteln; vier davon bereits aufgeklappt und halb leer, einer noch komplett unangetastet – zielstrebig schnappte ich ihn mir, ließ mich auf einen leeren Stuhl fallen und inhalierte das erste Stück.

      Die anderen diskutierten über das letzte Geländetraining des Jahres, das vor zwei Wochen stattgefunden hatte, und welche Pferde vielleicht von Indoor-Training profitieren könnte – denn natürlich blieb in der Mittagspause das Trainings-Thema nicht aus. Ich klinkte mich da ein bisschen aus und konzentrierte mich lieber auf die Pizza; immerhin musste ich schauen, wie ich ohne großen Schaden drei übermütige Hengstfohlen transportieren sollte. Hänger fahren hatten wir natürlich bereits den ganzen Sommer über geübt, allerdings hatte das nur einwandfrei geklappt, wenn die Muttis dabei waren.

      Während ich noch abwägte, ob ich lieber drei Fahrten machen sollte oder im großen Hänger alle drei Fohlen packen konnte, ohne dass sie sich auf der Fahrt zerfleischten, merkte ich gar nicht, wie die Konversation am Tisch verstummte. Erst, als mir Hauke aufs Schienbein kickte, merkte ich, wie mich vier Gesichter hoffnungsvoll anstarrten.

      „Äh. Was?“

      Cat räusperte sich und blickte mich unsicher an. „Ich hab gerade von meinem Bruder erzählt. Und dass er sich ein Fohlen gekauft hat.“

      „Oh,“ machte ich. Cats Bruder … da klingelte etwas. „Der, der dich hergebracht hat? Mit dem großen Hund? Meintest du nicht, dass er absolut nichts mit Pferden am Hut hat?“

      „Bis vor ein paar Jahren zumindest,“ gab sie zu.

      „Hat ihn nicht davon abgehalten, sich mal eben ein Pferd zu holen,“ kommentierte Levi mit hochgezogenen Augenbrauen, was von Cat mit einem Blick quittiert wurde, der soviel wie „Ich stimme dir zwar zu aber sag bloß nichts Böses mehr über meinen Bruder sonst knallt’s“ sagte. Das schien bei Levi auch soweit anzukommen; er hob beschwichtigend beide Hände in die Höhe.

      „Auf jeden Fall hat Lesja jetzt dieses Hengstfohlen in Mecklenburg stehen, aber er sucht noch einen Aufzuchtsplatz.“ Cat machte eine kleine Pause, sah mich mit großen, runden Augen an. „Und da dachte ich sofort an dich, Fritzi.“


      Ich blinzelte ein paar Mal. „Mich? Ich fahr meine Hengstfohlen doch selber später weg zur Aufzucht.“

      „Und da wäre kein Platz mehr frei?“ bohrte Cat nach.

      „Äh, ich kann höchstens mal anrufen…?“

      Jetzt hatte Hauke die Stirn gerunzelt. „Hast du nicht noch ‘ne Weide frei? Im Wald hinter den Hengsten?“

      „…Theoretisch. Auf was wollt ihr hinaus?“ fragte ich schließlich; langsam beschlich mich das Gefühl, dass da noch mehr dahintersteckte. Hauke schlug sich daraufhin die flache Hand auf die Stirn, Cat und Jette lachten nervös.

      „Was?“ meinte ich, etwas indigniert. „Was habt ihr da schon wieder ausgemacht?“

      Hauke lehnte sich nach vorne und sah mich an, als wäre ich ein kleines Kind, dem er gerade erklären musste, warum man keinen Dreck essen sollte. „Du hast Platz. Du hast vier Hengstfohlen.“

      Jetzt runzelte ich die Stirn. „Ihr wollt, dass ich mich selber um die Aufzucht kümmere?“

      Jette zuckte mit den Schultern. „Warum nicht? Dann sind sie trotzdem unter deinem wachsamen Auge, du bist sofort da, falls was ist, die Babys haben genug Spielkameraden,“ Jette breitete die Arme in einer Voilà-Geste aus. „Es wäre dumm, wenn du es nicht machen würdest.“

      Das musste ich jetzt erst einmal gründlichst überlegen. Klar, Platz war da, und ich hatte selbst die Hand über die weitere Erziehung meiner Hengste; allerdings war mir bei Hengsten vor allem die Sozialisation in einer großen Gruppe wichtig, damit aus den Fohlen später einmal normal funktionierende Pferde würden. Vier waren zumindest schon einmal mehr als drei (wow, Mathegenie coming through!), aber im Aufzuchtstall waren etwa acht bis zehn Fohlen in einer Herde.

      Nach dem Mittagessen gingen alle wieder an ihre Arbeit zurück; für mich bedeutete das erst einmal ein bisschen rumtelefonieren. Zum einen mit dem Besitzer des Stalls, in den ich meine drei Fohlen fahren wollte; der konnte das Fohlen von Cats Bruder definitv nicht noch mit aufnehmen. Und weil ich eine so soziale Person war, setzte ich mich an den Laptop und postete eine Anzeige in diversen Facebookgruppen und Foren, dass ich ein paar Plätze zur Fohlenaufzucht frei hatte.

      Toll. Jetzt durfte ich mich auch noch mit anderen Pferdebesitzern rumschlagen. Danke dafür, Team.

      Als ich Cat davon erzählte, fiel sie mir quietschend um den Hals und rannte dann zurück ins Haus, um sofort ihren Bruder anzurufen. Ich hingegen machte mich auf die Suche nach Hauke; immerhin hatten wir eine Weide auf Vordermann zu bringen.

      Quantensprung, Antares und Bobby kamen für die nächsten Tage doch noch einmal zurück zu den Stuten, bis alles fertig war. Auf die Anzeige meldeten sich tatsächlich eine ganze Handvoll Leute, sodass gegen Ende der Woche sowohl die Stut- als auch die Hengstfohlen auf eine Gruppe von jeweils rund zehn Fohlen angewachsen war. Für die ich jetzt alle die Verantwortung trug. Na klasse.

      Der Tag der Tage kam am Wochenende; Hauke und Cat fuhren früh samt Hänger los, um das Fohlen ihres Bruders in Mecklenburg abzuholen. Jette wäre gerne mit Quarterback ausreiten gegangen, wurde von mir aber dafür verdonnert, mir bei der Ankunft der restlichen Fohlen zu helfen. Ein zweites Mal wurden die drei restlichen Hengstfohlen aus dem Laufstall geholt; dieses Mal ging es sofort auf die Weide. Ich hoffte ja nur, dass sie auch noch so kleine Engel waren, wenn auch die restlichen Fohlen dazu stoßen würden.

      Gegen Nachmittag waren dann auch fast alle Neuzugänge verräumt; gegen 15 Uhr rollten dann auch Hauke und Cat samt vollem Transporter auf den Hof. Sie hatten auch Cats Bruder gleich mitgebracht, der motiviert aus seinem eigenen Auto sprang, sobald dieses hinter dem Hänger zum Stillstand kam. Nach ihm kletterte auch ein langbeiniger Hund mit zotteligem Fell und langer, schmaler Nase hinterher; er blieb jedoch am Wagen stehen und beobachtete sein Herrchen mit einem fast schon entnervten Blick.

      Cat half ihrem Bruder beim Ausladen eines feuerroten Fohlens, das sich neugierig auf dem Hof umguckte und gleich einmal laut alles zusammenschrie; Antwort kam aus dem Laufstall und dem Ausbildungsstall, und auch von dort nicht zu leise.

      Cats Bruder hatte mich entdeckt und stellte sich wie ein Riese vor einem Zwerg vor mich hin. „Hi, du musst Fritzi sein? Vielen Dank nochmal für die schnelle Hilfe.“ Dabei schüttelte er mir die Hand so stürmisch, dass ich fast das Gleichgewicht verlor.

      „Da kannst du deiner Schwester danken,“ meinte ich. „Dank ihr bin ich jetzt Kindergärtnerin.“

      Cats Bruder runzelte die Stirn, aber Cat, die meine mit Sarkasmus und Desinteresse maskierte Nervösität schon von Anfang an als solche erkannt hatte, winkte ab. „Hör nicht auf sie, sie liebt es. Und sie wird den kleinen Molotov genauso mögen.“

      „…Molotov?“ hakte ich nach, das Grinsen stark zurückhaltend. „Wirklich? Molotov?“

      „Passt zumindest von der Farbe gut,“ meinte Hauke, der jetzt dazu gekommen war, ebenfalls mit einem leichten Schmunzeln.

      Cats Bruder ignorierte das entweder oder bekam es gar nicht mit; stolz zeigte er auf das Hengstfohlen, das sich an Cats Hand vor allem schon einmal mit dem Gras am Wegrand bekannt machte, dann auf den langbeinigen Hund, der mittlerweile zu seinen Füßen lag, und anschließend auf sich selbst: „Molotov, Misha, Jelisej. Die rote Gefahr.“

      „Gott, du bist ungefähr genauso ein Jelisej wie ich eine Jekaterina. Fritzi, Hauke, das ist Lesja,“ schaltete sich schließlich Cat ein, mit einem leicht entnervten Tonfall. „Lesja, das sind Fritzi und Hauke.“

      „Freut mich dich kennenzulernen,“ meinte ich trocken. „Sollen wir noch länger hier dumm rumstehen oder wollen wir dein Fohlen aufräumen?“

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      Molotov etablierte sich schnell als Anführer der kleinen Truppe, auch wenn sich Bobby davon erst noch ein bisschen überzeugen lassen musste. Auf dieser Weide, die halb im Wald lag, hatten die acht Hengstfohlen viel Platz zum Spielen und konnten sich auch einmal aus dem Weg gehen. Zum Unterstellen hatten Hauke und ich noch schnell in den letzten Tagen einen kleinen Unterschlupf zusammengezimmert, sodass die Hengstfohlen auch bei Wind und Wetter trocken bleiben konnten.

      Während Cat ihrem Bruder noch den restlichen Hof zeigte und Hauke neugierig hinterherschlappte, machte ich mich noch auf den Weg zur kleinen Stutenherde. Auch hier war die größte Aufregung der Neuzugänge mittlerweile abgeebbt. Auf der großen Weide konnte ich vom Zaun aus nur ein paar der Fohlen in der Distanz erkennen, die nebeneinander grasten; zwei erkannte ich noch an der kleinen Hütte. Kurzerhand kletterte ich unter dem Zaun hindurch und machte einen kleinen Rundgang, um mir sicher zu sein, dass alle Stutfohlen auch noch da waren, wo sie hingehörten. Neben meinen eigenen fünf Fohlen hatten sich noch fünf weitere junge Stuten dazugesellt; drei Warmblüter, ein Reitpony und eine junge Schleswigerstute. Viele der neuen Fohlen waren mir gegenüber noch ein bisschen skeptisch, aber die würden schon auch noch herausfinden, wer die Möhrchen verteilte.
      Nach meiner kurzen Zählrunde – alle Stutfohlen waren an Ort und Stelle – fand ich Hauke, Cat und ihren Bruder Lesja an der Reithalle, in der Jette gerade mit Hallelujah trainierte. Cat gestikulierte wild, während Lesja anscheinend aufmerksam zuhörte. Hauke hingegen war der erste, der mich entdeckte und mir entgegenkam.

      „Cat hat gerade vorgeschlagen, dass wir alle noch eine kleine Runde um den Hof machen. Damit ihr Bruder alles nochmal besser kennenlernt. Bist du dabei?“

      Ich guckte auf die Uhr, dann kritisch zum Himmel hinauf. Noch keine Anzeichen von aufsteigender Dunkelheit, aber die Tage wurden immer kürzer. „‘ne kurze Runde bin ich dabei. Jette auch?“

      Hauke sah kurz in die Halle hinein, in der Jette gerade Galoppwechsel übte. Hallelujah, der für ein Warmblut ziemlich gut Winterfell geschoben hatte, war bestimmt schon ziemlich nassgeschwitzt. „Wenn wir noch kurz warten, ist Jette bestimmt zum abreiten dabei.“

      „Na dann los,“ sagte ich.

      Für Cats großen Bruder ein passendes Pferd zu finden, war gar nicht so leicht. Kurzerhand setzten wir ihn – mit Jettes Einverständnis – auf Shotgun. Recht viel größer ging es nicht, und im Gegensatz zu Cassiopeia war Shotgun durchaus verlässlicher. Hauke sattelte sich Dark Royale, Cat wartete mit Saevitia schon auf dem Hof; sie würde Shotgun locker als Handpferd nehmen, für alle Fälle. Lesja hatte nach eigenen Angaben zwar schon die ein oder andere Reitstunde genommen (was Cat wie ein Honigkuchenpferd grinsen ließ vor lauter Stolz), aber sicher war sicher.

      Ich selbst hatte mich für Contia Socks entschieden; die junge Stute hatte tolle Fortschritte gemacht. Mittlerweile konnte man sie schon in der großen Halle reiten und erste leichte Trainingseinheiten üben. Im Gelände war sie noch etwas schreckhaft, aber das wurde von Mal zu Mal besser.

      Nach dem Ausritt beanspruchte Cat noch einen gemeinsamen Filmabend mit Burger und Horrorfilmen. Da zeigte sich, dass sie ihren Bruder komplett um den Finger gewickelt hatte; während Jette und Hauke sich durchaus für die Idee aussprachen, sah man Lesja deutlich an, dass er sich eigentlich auf den Weg machen sollte.

      Kurzerhand schritt ich ein. „Ich glaub, der Tag war aufregend genug. Und Lesja muss ja auch noch heimfahren.“ Über Cats Kopf warf mir Lesja einen dankbaren Blick zu. „Das holen wir wann anders nach.“

      Kurz schob Cat ihre Unterlippe vor und war auch kurz davor, die kleine-Schwester-Karte auszuspielen; dann seufzte sie aber und zuckte mit den Schultern. „Ja, Fritzi hat Recht. Ich bring dich noch zum Auto.“

      Wir verabschiedeten uns kurz, ich versicherte Lesja nochmals, dass ich mich um seinen Molotov kümmern würde wie um meine eigenen und er natürlich so oft zum Besuch kommen durfte, wie er wollte (was Cat dann noch einmal unterstrich, indem sie ihm anordnete, innerhalb der nächsten zwei Wochen wieder aufzukreuzen). Während Cat ihren Bruder also zum Auto begleitete, gingen Hauke, Jette und ich zurück zu den Ställen; für Jette standen noch mindestens zwei Pferde auf dem Plan für heute, Hauke war dafür zuständig, die Pferde auf den Paddocks langsam einzusammeln und ich wollte noch mit Dark Innuendo eine kleine Trainingseinheit starten. Ähnlich wie Contia wurde auch Uno immer sicherer unter dem Sattel und wir arbeiteten schon fleißig an der Losgelassenheit. Wenn das noch etwas mehr gefestigt war, dann sollte auch die ersten kleineren Cavaletti-Sprünge mal dazu genommen werden.

      Nach dem Reiten mit Uno, dem Füttern der Pferde und dann dem Füttern der Menschen (wir holten uns doch noch Burger und machten einen Mini-Filmabend, sorry Lesja), machte ich mich nachts noch einmal zu einer letzten Runde über den Hof auf. Jelly war mir bereitwillig aus dem Haus gefolgt; bei der Abendrunde konnte ich Peanut nur selten dazu überreden, mit rauszukommen; Jelly hingegen schien jetzt erst richtig wach zu werden. Die Nase fest auf den Boden gedrückt, rannte sie gute zehn Meter vor mir umher, einmal in die Büsche, dann wieder zurück zu mir. Gemeinsam gingen wir kurz durch den Ausbildungsstall, Laufstall und den Hengststall, deckten das ein oder andere Pferd noch ein und kontrollierten, ob auch alles in Ordnung war. Auf dem Weg zur Waldweide blieb Jelly dicht bei mir; das war ihr auch nicht so ganz geheuer. Der Weg war nicht ausgeleuchtet, die Bäume wurden immer größer und blockten den Großteil des Mondlichts ab. Mit der Handytaschenlampe kletterte ich durch den Zaun und machte eine mentale Notiz, Hauke morgen mit der Beleuchtung der Weiden zu beauftragen. Das Licht der Taschenlampe reichte nicht weit, also ging es noch einmal quer über die Weide – aber alle Hengstfohlen, die hier sein sollten, waren es auch. Kurz kontrollierte ich noch einmal, ob sie noch genug Heu hatten und ob die Tränken auch funktionierten, dann ging es wieder zurück Richtung Hof, am Haupthaus vorbei, zu den Stutfohlen. Auch hier war alles ruhig und die Fohlen vollständig; das ließ sich schnell zählen, weil sie sich alle schon in die kleine Hütte in einen Kreis gestellt hatten. Auch hier war es nicht besonders hell, auch wenn vom Straßenrand ein kleines bisschen an Straßenlicht ankam. Mentale Notiz Nummer 2: auch hier wegen Beleuchtung anfragen.

      Langsam stieg Nebel auf und umhüllte den Hof. Ich zog meine Jacke enger um mich herum, ignorierte meinen sichtbaren Atem und pfiff nach Jelly, die auch schon kurz darauf angerannt kam. Dann ging es zurück ins Haus – Schluss für heute.

      Geposted am: 07.11.2020
      Von: Rhapsody
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    3 | Steenhof
    Hochgeladen von:
    Rhapsody
    Datum:
    29 Apr. 2018
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    EXTERIEUR & INTERIEUR
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    Geschlecht: Hengst
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geburtsdatum | Alter: 20. April | 10 Jahre
    Stockmaß: 168 cm
    Farbe: Dunkelbrauner mit Minimal Splashed White
    Abzeichen: scheckungsbedingte Laterne | v.l. weiße Krone


    Charakter:

    folgt


    STALLINTERN
    __________________________________

    Untergebracht in: Stall A
    Weidepartner: Quarterback
    Fütterungsplan: Heu - Hafer



    Besitzer: Rhapsody
    Reiter: Bernie Brooks
    Ersteller/VKR: sadasha


    QUALIFIKATIONEN & ERFOLGE
    __________________________________

    Eignung: Vielseitigkeit
    Einsatz als: Turnierpferd


    Ausbildung
    Fohlen ABC | Eingeritten

    Englisch geritten

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    Springen E A L M* M** S* S** S** S***

    Military E A L M* M** S* S** S***


    Erfolge

    Dressur: -, Springen: -, Military: -

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