Elii

Clouded Sky* -- Hannoveraner

*2010, im Besitz seit 24. August 2016

Clouded Sky* -- Hannoveraner
Elii, 24 Aug. 2016
Kathrin Pirett, Samarti, Zaii und 2 anderen gefällt das.
    • Elii
      Pflegebericht 01. September 2016 - Ankunft
      2063 Zeichen

      Da ich vor einiger Zeit meinen Bestand dramatisch verkleinert hatte, wollte ich nun wieder einige Pferde zukaufen. Unter anderem einen sechsjährigen Hengst der von Coud Nine abstammte. Der Hengst konnte schon einige Platzierungen verbuchen und war im Training schon auf einem guten L-Niveau. Theoretisch konnte er mehr, doch der momentane Besitzer hatte aufgrund von Personalmangel das Training des jungen Hengstes auf Sparflamme gehalten.

      Dass er noch keine größeren Höhen sprang war mir gerade recht, sodass ich mehr oder weniger unbedacht in das Geschäft einwilligte. Ich kannte die Qualitäten meines Hengstes und sah ebenso großes Potential in seinem Sohn. Farblich waren die Beiden kaum zu unterscheiden und sogar die helle Schnauze hatte Clouded Sky geerbt.

      „Der sieht viel zu lieb für dich aus.“, kommentierte Jojo schnippisch als sie vor dem knapp 180 cm großen Hengst stand. Giftzwerge hatten natürlich immer etwas zu meckern. „Und rauf kommst du auf den doch auch nicht allein.“ Da ich auf diesen Satz schon vorbereitet war, wedelte ich ihr mit dem Zollstock vor der Nase herum, öffnete ihn und hielt diesen dann Clouded Sky an die Seite. „178 cm. Das sind sogar 3 cm weniger als Wölkchen und auf den schaff ich es problemlos.“

      Spiel, Satz und Sieg. Fürs erste würde Jojo nichts mehr sagen. Dass ihre Hand- und die tonlose Mundbewegung auf ein ‚blablabla‘ hindeuteten ignorierte ich gekonnt, freute ich mich doch viel zu sehr über meinen Wolkensohn. Damit er sich die Beine nach seiner Reise vertreten konnte, durfte er nach ein paar Schrittrunden in der Halle frei laufen. Gwen hatte ich inzwischen zu uns gesellt und tippte mir bestimmt auf die Schulter. „Wenn der genauso ist wie der Teufel, dann war ich die längste Zeit deine Trainerin.“ Anscheinend musste ich nochmal ein ernstes Wort mit ihr reden. Teufel? Hier? Auf meinem Hof? Solche Pferde besaß ich doch überhaupt nicht. Schnell versicherte ich ihr dass das kleine Wölkchen ganz lieb und super zu reiten war. Dass er zum Sprung hin stark anzog, musste sie ja nicht beim ersten Mal wissen.[/spoilser]
    • Elii
      Pflegebericht 31. Oktober 2016 - Herbsttag
      5806 Zeichen

      Clouded Sky stand entspannt am Putzplatz und genoss wie der Rückenwärme seine Körperwärme reflektierte. Das Solarium war momentan von Kalzifer und Csíny besitzt, welche in kurzer Zeit mit Colin und Nate ins Gelände gehen sollten. Die Pferde freuten sich immer über die angenehme Wärme und gerade im Winter konnte man sie nicht genug verwöhnen. Die Trainingspause ging dem Ende zu und langsam nahmen wir unsere Arbeit wieder auf.

      Clouded Sky gehörte mit Császári und Dark Rubin zu den Pferden, die keine Pause hatten, da sie bis jetzt auch keine Turniersaison liefen. Die drei neusten Hofmitglieder arbeiteten fleißig mit und schritten schnell voran im Training. Bis jetzt stand nur Dressur und das Entspannen im Gelände bei gemütlichen Ausritten auf dem Plan, doch heute durfte Clouded Sky das erste Mal wieder springen. Das letzte Mal durfte er das Mitte August beim Probereiten, sonst hatte er bis auf Trabstangen nichts in diese Richtung gemacht.

      Voller Vorfreude zog ich den Rückenwärmer vom Körper des Hengstes und nahm den Schoner vom Springsattel. Ich hatte für ihn das selbe Modell wie für Cloud Nine gewählt, waren Vater und Sohn doch fast identisch im Körperbau. Da ich noch ein paar Feinheiten ändern musste bei diesem nagelneuen Sattel, trug Cloud ihn ohne Schabracke. So würde sich ein klares Bild abzeichnen und ich konnte problemlos sehen, wo das Polster noch geändert werden musste.

      Das farblich passende Vorderzeug hatte ich bereits seit mehreren Wochen im Stall, doch erst seit zwei Tagen hatte ich es geschafft, ein paar größere Swarovskis einzusetzen. Nate hatte das Ganze als „Zerstörung der Männlichkeit“ betitelt, aber was wusste der schon. Mehr als einmal saß er schon auf einem Pferd mit knallpinker Schabracke und es hatte absolut nichts an seiner (nicht vorhandenen) Männlichkeit geändert. Außerdem musste das Vorderzeug zum Stirnriemen der Trense passen, welche noch dazu Steine am Nasenriemen besaß. Zugegeben, man könnte meinen es wäre vielleicht ein kleines bisschen zu viel des Guten, aber als gelernter Sattler musste man irgendwo sein Handwerk ausüben.

      Gamaschen hatte der junge Hengst auch spendiert bekommen. Mit Lammfell-Einlage, damit auch alles schön weich und angenehm für Cloud war.

      So konnten wir flotten Schrittes zum Springplatz gehen, der bei diesem wunderschönen Oktobermorgen in ein tolles Licht gehüllt war. Ich benutzte die Aufstiegshilfe am Eingang und ritt dann erst eine Runde um den Hof zum Aufwärmen. Der Hengst kannte das bereits und fand auch ohne Anleitung den Weg. Als ich wieder ankam, machten sich gerade Colin und Nate auf den Weg, dick eingehüllt in Jacke und Schal, während ich mir gerade selbiges auszog. Im Pullover begann ich dann Cloud zu arbeiten, bevor ich die ersten kleinen Sprünge mitaufnahm. Wir hatten viel auf dem Springplatz trainiert, ohne jedoch über die Hindernisse zu reiten, was dazu führte, dass Cloud nichtmehr in vollem Tempo auf die Sprünge zuraste, sondern ruhig und kontrolliert den Kommandos des Reiters folgte.

      Zwar beherrschte Cloud schon weit größere Höhen, doch momentan arbeiteten wir vor allem am ruhigen und sicheren Abspringen auf A Höhe. Man merkte, dass der springbetonte Hengst nur zu gerne höher wollte, doch dafür musste es erst auf niedrigerem Niveau sitzen. Wir machten nur eine kleine Einheit, strahlte die Sonne heute doch besonders stark und ließ das Thermometer in die Höhe schnellen.

      Der Hannoveranerhengst hatte zwar keine Probleme mit Wetterumschwüngen, aber provozieren musste man es nicht. Dadurch dass er bereits eine Schur verpasst bekommen hatte, war er nur an einzelnen Stellen etwas verschwitzt. Diese trockneten schnell in der Zeit als Cloud unter den roten Solariumlampen stand, also konnte er schon bald wieder auf die Koppel. Seine Decke musste er nichtsdestotrotz aufbehalten, dafür wurde diese von dunkelgrün in matschbraun gefärbt.

      Als nächstes widmete ich mich Császári. Er wartete bereits am Koppeltor und brummelte mir freundlich zu, als ich zu ihm kam. Wir würden uns heute vor allem im Galopp weiter vorarbeiten, denn für die Dressurturniere in der nächsten Saison müssen wir noch einige Defizite dort abbauen.

      Nach der Verwöhnphase im Solarium wurde Csázsári gesattelt und getrenst, sowie mit Bandagen ausgestattet. Passend zum goldenen Herbst ritten wir in einem hellen Orange. Und ja, vielleicht hatte ich das Set gekauft, um auch bei schwarzem Lederzeug in meinen hellbraunen Dressurstiefel reiten zu können, ohne modisch durchzufallen.

      Wieder wärmte ich mit einer Schrittrunde durchs Gelände auf, bevor ich auf den Platz ritt und dort anfing zu traben und abzugaloppieren. Die Startschwierigkeiten im Galopp konnten wir von Mal zu Mal weiter abbauen, was eventuell auch daran lag, dass ich seinem Rücken immer zusätzliche Wärme spendierte vor dem Reiten. Unsere ersten Annäherungen an den Außengalopp hatten wir heute auch auf dem Plan, wenn Császári zuerst noch im Handgalopp ansprang. Ich korrigierte ihn vorerst aber nicht, sondern verschob dies auf spätere Einheiten. Zunächst war ich einfach froh, dass er überhaupt so locker und rund angaloppierte. Auch die Trab-Halt Übergänge verbesserten sich immer weiter und das Rückwärtsrichten funktionierte nun ohne größere Einwirkungen mit der Hand. Anfangs hatte er sich immer wieder gesträubt und gegen die Hand gedrückt, doch mittlerweile freute er sich mitzuarbeiten und es dem Reiter angenehm zu machen.

      Mit Zügel aus der Handkauen im Trab beendete ich das Training und ging wieder meine gewohnte Runde um den Hof. Wieder zurück folgte das gleiche Prozedere wie bei Clouded Sky. Und natürlich verpasste auch Császári seiner Decke eine weitere Dreckschicht. Vom dunkelblau der Decke sah man schon lange nichts mehr, doch jedes Pferd liebte es Salz in die Wunde seines sauberkeitsliebenden Besitzers zu streuen.
    • Gwen
      Pflegebericht 01. November 2016 - Ausritt zu dritt
      3708 Zeichen

      „Hilfe! Ich brauche Hilfe!“, quietschte ich so gut es ging. Vorsichtig lugte Ciaran um die Ecke der Küche ins Wohnzimmer. „Gwen! Was zum-“ – „Ruhe! Hilf mir lieber“, jammerte ich und Ciaran musterte mich etwas überfordert, ehe er mich wieder auseinanderknotete. Erleichtert schnappte ich nach Luft und schaute, ob noch alle Gliedmaßen da waren wo sie hingehörten.
      „Was sollte das denn?“, fragte Ciaran vorwurfsvoll und ich wollte schon dazu ansetzen, dass er nicht meine Mutter sei, bis mir wieder einfiel, dass er mich gerade gerettet hatte. „Hala-asana. Yoga“, meinte ich streng und ehe Ciaran einen dummen Kommentar loslassen konnte, klingelte es an der Tür.
      „Das ist Jojo!“, freute ich mich, sprang auf und schob Ciaran beiseite. Er folgte mir kurz und nach einem knappen Hallo meinte er zu meiner Freundin noch ein „Pass auf meine Chefin auf, die ist heute mal wieder lebensmüde“. Das kommentierte Jojo nur mit einem Lachen und einem „Wann ist sie das nicht?“, ehe sie mich aus dem Haus zog.
      Peinlicherweise stand sie bereits mit einem gesattelten Vaffanculo vor meiner Haustür, während mein Reitpferd noch grasend auf der Weide stand. „Du weißt noch nicht mal wen du nehmen willst“, lachte Jojo und marschierte mir aufmerksam hinterher. „Doooch, das weiß ich schon genaaaauuuu“, zog ich die Zeit in die Länge und starrte auf die Weide.
      „Yakari wollte ich!“, meinte ich knapp, nachdem ich den Fuchs als ersten entdeckt hatte. So lief ich zielstrebig auf ihn zu und führte ihn von der Weide schnell zum Putzplatz. Bei meiner Wahl hätte ich lieber schauen sollen, welches Pferd nicht gar so dreckig war, denn Yakari sah echt schlimm aus. Und da er momentan auch noch ungeschoren war, trug er auch noch keine Decke.
      Aber Jojo half mir tatkräftig – indem sie mir die Bürsten reichte… und mich damit nervte, dass ich mich doch beeilen sollte. Ich erklärte ihr mehrmals, dass ich davon nicht schneller werden würde, bis Jojo meinte, dass wir noch Eli abholen müssten und Colin auch mit mir sprechen wolle.
      Ab da legte ich einen Zahn zu und saß zehn Minuten später im Sattel und so ritten wir Richtung Gut Sanssouci. Hauptgesprächsthema waren unsere Halloweenkostüme und Jojo regte sich immer noch darüber auf, dass Ciaran mir geholfen hatte. „Wieso bist du überhaupt noch drei Tage später als Grinsekatze rumgelaufen?“, fragte sie kopfschüttelnd und ich öffnete bereits den Mund für eine kluge Erwiderung, aber mir fiel keine ein.
      Bei Eli angekommen, trafen wir sie bereits fertig im Sattel sitzend auf Clouded Sky an. „So sollte das doch sein“, meinte Jojo und lobte Eli ausgiebig, während ich nur die Augen verdrehte. Dann fiel mir wieder was ein und ich fragte Eli wo Colin sei. „Colin? Der ist für vier Wochen im Urlaub, weißt du doch“, erklärte sie und ich starrte Jojo böse an.
      „JOJO!“, quietschte ich und Eli verstand die Welt nicht mehr, während Jojo ihrem Waffel antraben ließ und im Wald entschwand. „Hab ich was verpasst?“, fragte Eli, der traben noch gar nicht in den Sinn kam, immerhin musste sich Cloud nach seiner Solariumphase auch erst unter dem Sattel noch aufwärmen.
      „Nein, nein“, murmelte ich und schaute verkniffen in Jojos Richtung, man riskierte doch ungern eine unschöne rötliche Gesichtsfarbe. Besonders bei Eli. „Schöner Sattel“, lenkte ich stattdessen das Thema um und Eli sprang sofort auf den Zug auf und erzählte mir allerhand über Leder und Keder und Garn. Und eigentlich verstand ich nur Bahnhof.
      Das wurde auch nicht besser, als wir Jojo einholten und sie damit begann von Marvels und irgendeiner Post-Credit-Szene zu reden. Mein Gehirn überforderte das zusehends, weshalb ich nach einem lockeren Galopp fragte und alle motiviert zustimmten. Das würde noch ein Ausritt werden!
    • Elii
      Pflegebericht 22. Dezember 2016 - Weihnachtslieder
      2597 Zeichen

      „Was ist eigentlich mit der versprochenen Weihnachtsüberraschung?“, fragte Nate während er sich in meinen Weg stellte. Ich verdrehte die Augen und quetschte mich zwischen ihn und den Türrahmen. „Es ist noch nicht Weihnachten. Wir reiten jetzt erstmal aus.“

      Er seufzte und folgte mir schließlich, natürlich nicht ohne mehrere Male zu raten, was es sein könnte. Doch ich hielt dicht. Weil ich noch keine Idee hatte.

      Nate kuschelte gerade mit Cresant Moon am Koppeltor, bevor er sich uns anschloss und sich Csíny als Reittier aussuchte. Cressi hatte sich seine Möhren heute mit einer Springstunde verdient, wo er laut Colins Erzählungen wie immer hervorragend mitgemacht hatte. Elisa hatte Colin mittlerweile als Cressis Reiter akzeptiert und gab ihm regelmäßig Unterricht. Er hatte das nicht zwangsweise nötig, aber es gab Elisa Sicherheit und das war wichtig.

      Colin schnappte sich Clouded Sky und ich führe Császári von der Koppel. Die beiden Hengste waren das letzte Wochenende auf einem Synchronspringen und brachten Schleifen für den dritten Platz mit nach Hause. Auch sonst verstanden sie sich sehr gut und gingen gerne miteinander raus, um sich dann Wettrennen zu liefern.

      Nachdem alle drei Hengste vorbereitet waren, ging es auch schon hinaus in die weiße Schneelandschaft. Kanada war zwar kalt, aber wenigstens gab es hier im Schnee. Die Weihnachtsstimmung ging dadurch in nullkommanix in die Höhe, sodass meine zwei Begleiter wiederwillig meinen Gesang von Weihnachtsliedern zuhören mussten. Auch während unseres Wettrennens grölte ich begeistert weiter, was Colin und Nate zu einem einstimmigen „Booooah“ verleitete.

      Der Todesblick unterbrach es, wussten die beiden doch, dass sie keine Freude haben würden, wendeten sie sich gegen ihre Chefin.

      Wieder am Hof angekommen, sattelten wir gemeinsam ab und während die Pferde unter ihren Abschwitzdecken warteten, öffnete ich Spotify und spielte Weihnachtslieder. Auch sorgte ich dafür, dass Colin und Nate nicht davonkamen. Sie sollten auch endlich mitsingen! Leider waren die Pferde zu schnell trocken, sodass ich die Lieder stoppen musste und die Hengste zurück auf die Koppel brachte. Als ich zurückkam, war auch sonst niemand mehr auf dem Hof zu finden.

      Nur die Decken von Cloud Nine und Dark Intention lagen am Putzplatz. Anscheinend hatten sich Nate und Colin mit den Hengsten aus dem Staub gemacht.

      Ihr Versteck in der Reithalle war zwar schlecht, aber wenigstens arbeiteten sie. Über die Musikanlage der Reithalle spielte ich dann doch noch meine Weihnachtslieder und dieses Mal gab es wirklich kein Entkommen für die zwei Männer.
    • Elii
      Trainingsbericht 27. Januar 2017 - Springen E-A
      8333 Zeichen, von Samanta

      Nachdem ich über drei Monate bei Rachel Wincox verbracht hatte, brauchte ich erst einmal eine kurze Verschnaufpause, aber bereits zwei Wochen später machte ich mich auf den Weg zum Gut Sanssouci von Elena, wie sie sich mir am Telefon vorgestellt hatte. Ich fand es immer schön, wenn meine Kunden offen genug waren, um mit mir per Du zu sein, denn dann konnte man doch irgendwie besser zusammen arbeiten, fand ich jedenfalls. Als ich schließlich ankam, erwartete mich die junge Hofbesitzerin bereits und zeigte mir erst einmal, wo ich unterkommen konnte, bevor wir uns auf den Weg zu Clouded Sky machten. "Erzähl mir bitte ein bisschen was über ihn", sagte ich, "ich habe es immer gerne, wenn die Besitzer das ein oder andere anzumerken haben, dann weiß ich immer, worauf ich mich einstellen kann."
      "Er ist ein geborenes Springpferd, würde ich sagen. Mit der Dressur hat er es ehrlich gesagt nicht so." Sie lachte. "Aber für die Grundausbildung hats gereicht. Also keine Angst, er weiß, wie man am Zügel geht und kennt auch die Hilfen." Schmunzelnd hörte ich ihren Ausführungen zu. "Er ist ein sehr ruhiger Zeitgenosse und überhaupt nicht aufsässig, aber im Pacours sehr ehrgeizig, sodass man ihn oft eher bremsen muss. Er verweigert nicht und man könnte sagen, dass er den Pacours auch alleine springen könnte, wenn der Reiter obendrauf nicht richtig einwirkt." Ich nickte. Das klang auf jeden Fall gut. Es würde also einfacher werden, als das Geländespringtraining mit meinem letzten Trainingspartner. Ein Pferd, das gerne sprang, war immer gut zu trainieren. Sie führte mich zu einem rotbraunen Hengst mit einer breiten Blesse und einem freundlichen Gesicht. "Das ist Clouded Sky", stellte sie den Hengst vor, der kurz an meiner Hand schnupperte und sich dann doch lieber dem Heu am Boden zuwendete. Ich lachte und ließ mir von Elena ein Halfter reichen, um den Hengst erstmal zu putzen. Sie zeigte mir auch gleich den Rest der Ausrüstung, blieb aber weiterhin dabei. Schließlich wollte sie auch sehen, wie ich mit dem Tier klarkam und ob sie weiter mit mir als Ausbilderin arbeiten wollte. Nachdem ich den Hengst mit Unterstützung von Elena ordentlich geputzt hatte, sattelte und trenste ich ihn. Anschließend gingen wir hinüber zur Halle und ich gurtete nach, stieg dann auf und ritt los. Der Hengst war entspannt und reagierte auch auf meine Hilfen recht präzise. Man merkte ihm an, dass Dressur tatsächlich nicht so seine Stärke war, aber er gab sich Mühe und versuchte meine Hilfen so gut er es vermochte umzusetzen. "Könntest du uns ein Cavaletti hinstellen?", bat ich Elena, die nickte und mir das gewünschte Cavaletti aufstellte. Ich trabte und galoppierte den Hengst erst noch ab. Ich steuerte ihn anschließend im Trab auf das Cavaletti zu und sofort war der Hengst wach und konzentriert. Auch, wenn der 'Sprung' für ihn wohl nur ein lächerlicher Hopser war, war er nun aufmerksamer und schien sich nach dem nächsten Sprung umzusehen. Ich überwand das Cavaletti noch ein paar Mal und beendete das Kennenlernen für heute. Morgen würde ich dann mit dem eigentlichen Training beginnen. Während ich den Hengst versorgte, sagte ich an Elena gewandt:"Ich bräuchte beim Training immer jemanden, der dabei ist, um mir, falls er reißen sollte, die Sprünge wieder aufzubauen. Wäre schön, wenn sich da immer jemand finden würde." Sie nickte und antwortete:"Das wird kein Problem sein. Irgendjemand hat immer Zeit, um dir da unter die Arme zu greifen."
      "Super." Ich lächelte und nach einem wunderbaren Abendessen verzog ich mich auf mein Zimmer, um den Trainingsplan zu erstellen. Mein Trainingsplan sah vor, dass ich sechs bis acht Wochen hier sein würde. Je nachdem, wie sich der Hengst anstellte, war das natürlich variabel. Andere Trainer hätten vielleicht weniger Zeit angesetzt, aber ich machte meine Arbeit gerne gründlich und da konnte es durchaus passieren, dass ich eben länger brauchte. Mein Festpreis erlaubte es mir, das Training außerdem so weit auszureizen ohne dass meine Kunden mehr bezahlen mussten. Am nächsten Tag begann ich mit dem eigentlichen Training. Nach dem Frühstück machte ich Clouded Sky fertig. Elena hatte jemanden abgestellt, der mir beim Pacours helfen würde. In den nächsten Tagen würde ich ihn nicht brauchen, da ich erstmal mit Cavalettis und Stangen anfangen wollte und mich erst nach und nach steigern wollte. Ich musste erst einmal das Gefühl für den Hengst bekommen und das bekam ich am besten durch Cavaletti- und Stangenarbeit. Drei Tage lang trainierte ich mit ihm auf diese Weise. Ich merkte, dass es ihm langweilig wurde, denn er wurde unaufmerksamer. Also beschloss ich, dass es soweit war, mir richtige Sprünge vorzunehmen. Ich hatte mich mittlerweile auch gut mit dem Hengst kurzgeschlossen und kannte ihn nun besser, sodass ich uns zutraute, an seiner Sprungfähigkeit zu trainieren. Von nun an war immer jemand dabei, um mir bei den Sprüngen und dem Pacours zu helfen. Zu Anfang konzentrierte ich mich erstmal darauf, dass wir die E-Sprünge sauber überwanden und Clouded Sky mit meinen Hilfen etwas anfangen konnte. Elena hatte recht gehabt. Wenn er das Gefühl hatte, dass der Reiter oben zu wenig an Hilfen gab, dann verselbstständigte er sich und nahm die Sprünge so, wie er es für richtig hielt. Nicht, dass sie das nicht waren, aber ich wollte dennoch nicht, dass er sich unter mir verselbstständigte. Für Reiter, die gerade erst lernten, war das sicherlich eine große Hilfe, denn so konnten sie sich erstmal auf ihren Sitz konzentrieren, aber für mich, war es doch etwas lästig, denn ich hatte das Gefühl, dass nicht ich die Kontrolle hatte, sondern das Pferd und das durfte im Training nicht sein, sodass ich mich darauf konzentrierte, eindeutige Hilfen zu geben und ihm nicht zu erlauben, selbstständig den Pacours zu überwinden. Nachdem wir uns darauf geeinigt hatten, kamen wir im Pacours auch besser miteinander aus und schon nach drei Wochen, beschloss ich, dass er soweit war, das erste A-Hindernis zu überwinden. Langsam bauten wir den Steilsprung höher. Erstmal nur auf 0,90 m und anschließend auf 1,00 m. Clouded Sky sprang ohne Probleme auch über diese Höhe. Er zog an und überwand das Hindernis. Ich lobte ihn ausgiebig und wir sprangen noch zwei Mal darüber. Er hatte wirklich ein gutes Gespür dafür, wie hoch das jeweilige Hindernis war und in der Distanz verschätzte er sich kaum, sodass es für mich als Trainer natürlich einfach war. Nach und nach erhöhten wir die Hindernisse und Clouded Sky meisterte sie alle. Sogar den 1,10 m Sprung nahm er ohne zu zögern. Er war tatsächlich das geborene Springpferd. Ohne Angst und sehr willig sich zu steigern. Noch waren die Höhen nicht so gravierend, dass er sich wirklich anstrengen musste, aber ich merkte, dass er gewillt war, auch höher zu gehen, als das hier. Das war jetzt jedoch nicht meine Aufgabe. Elena hatte immer mal wieder beim Training vorbeigesehen und schien zufrieden zu sein. Jedenfalls ließ sie nichts anderes verlauten und so machte ich weiter, wie bisher. Ich brachte tatsächlich nur sieben Wochen, bis es für Clouded Sky Routine war, über einen A-Pacours zu gehen. Dennoch blieb ich noch eine weitere Woche und trainierte mit ihm. Ich hatte während des gesamten Trainings immer wieder Abwechslung reingebracht, war mit ihm ins Gelände gegangen oder hatte etwas an der Dressur gearbeitet, um ihn nicht zu einseitig zu trainieren und das hatte ihm auch gut getan, denn so blieb er immer bei der Sache. Am letzten Trainingstag war Elena wieder anwesend und nickte anerkennend. "Er hat wirklich Talent", sagte ich und klopfte dem jungen Hengst den Hals. Sie nickte und sagte:"Ja, das hat er wohl geerbt."
      "Du musst natürlich trotzdem weiter mit ihm üben. Ich habe nur den Grundbaustein gelegt. Den Rest musst du schaffen, auch wenn er es von sich aus anbietet, braucht er trotzdem regelmäßiges Training."
      "Ich weiß." Nachdem sie den Pacours mit ihm auch überwunden hatte und ich gesehen hatte, dass sie ihn auf jeden Fall gut rannahm und ihm die Hilfen vorgab, war ich zufrieden. Die beiden würden ihren Weg gehen und gemeinsam noch die ein oder andere Schleife abstauben. "Es war sehr schön hier. Danke, dass ich kommen durfte." Lächelnd umarmte ich Elena zum Abschied und machte mich dann wieder auf den Nachhauseweg. Es war schön hier gewesen, aber auf zu Hause freute ich mich natürlich am meisten.
    • Elii
      Pflegebericht 31. Januar 2017 - Stallalltag
      4908 Zeichen

      Dark Rubin hatte ein hartes Leben. Zumindest dachte sie das wohl, als sie heute morgen nicht auf die Koppel, sondern erstmal auf den Putzplatz verbannt wurde. Die Fuchsstute hatte die Ohren zur Seite geklappt und wartete unter ihrer Abschwitzdecke darauf, dass ich mit der Ausrüstung wieder kam. Bei der Kälte verbrachte ich die Aufwärmphase in der Halle, sodass ich problemlos bandagieren konnte. Die Stute hielt still, während ich ihre Beine in dunkelblaue Fleecestreifen hüllte. Mit weißen Hufglocken sollte der Dressurlook vollendet werden, doch irgendwie war nur noch eine zu finden. Der Übeltäter zeigte sich schnell. Ayumi, eine von zwei Shiba Inu Welpen, die kurz nach Weihnachten eingezogen waren, hatte die Hufglocke am Lammfell gepackt und rannte damit durch die Gegend. Dicht hinter ihr Yuki, Chaotin Nummer zwei.
      Sie waren zwar niedlich, aber genauso schwer war es, sie unter Kontrolle zu halten. „Elena, kümmer dich um die Zwei!“, rief es plötzlich aus der anderen Stallgasse. Nates Stimme klang freundlich wie immer, was eventuell daran lag, dass er fast über Ayumi und die Hufglocke gestolpert war, als er Clouded Sky und Cloud Nine aus dem Stall führte. Er nuschelte noch einige unverständliche Worte, welche an Schimpfwörter erinnerten, aber das störte mich weiter nicht. Nach einem kurzen Pfiff kamen die zwei Welpen angedüst, leider ohne Hufglocke. Das Abortieren würden wir noch üben müssen, aber wenigstens war das gute Stück nicht kaputt. Mit je einem Fellknäul rechts und links stapfte ich zurück zu Dark Rubin, die auf mich wartete. Ich setzte die zwei in ihr Körbchen und klinkte eine Leine in ihre Geschirre ein. Da diese über einen Anbiederung festgemacht war, konnten die Beiden nun nicht mehr so schnell stiften gehen. Ich beeilte mich nun etwas beim Satteln von der Stute und trenste sie anschließend. Colin kam gerade von der Koppel zurück, nachdem er Ékes und Tavasz auf selbige gebracht hatte. Er war irgendwie überzeugter von Ayumi und Yuki und kuschelte sie kurz durch, als er an ihnen vorbei liefen. Auch die zwei Hündinnen freuten sich jedes Mal darüber ihn zu sehen und manchmal hatte ich das Gefühl sie mochten ihn mehr als mich.
      Nach ein paar Worten mit Colin führte ich meine Fuchsstute zur Reithalle und ritt dort in einem ordentlichen Schritt los. Im heutigen Training wollte ich die Aufgaben einer A Dressur durchreiten, sowohl an den einzelnen Lektionen feilen. Die Stute sollte nächste Saison auf Turnieren durchstarten und mit ihrem Erfolg ihrer Abstammung alle Ehre machen. Wie es sich für ein Sportpferd gehörte arbeitete sie fleißig mit und stand stets perfekt an den Hilfen. Sie war ein Traum zu reiten, weshalb ich es kaum erwarten konnte mit ihr auf Kandare zu reiten. Die dadurch feineren Hilfen würden die Stute noch ein Stück besser werden lassen und die Aufrichtung konnte sie schon jetzt wie eine der Großen. Langsam trudelten auch Colin und Nate in die Halle, beide in Springmontur mit Colored Belle und Golden Lights.
      Bei Colored Belle hatte es nach einiger Eingewöhnungszeit endlich Klick gemacht und sie sprang wie ein junger Gott. Verweigert hatte sie schon lange nicht mehr, was wahrscheinlich auch an Colins einmaligen Art lag. Es war selten einen so ruhigen, aber trotzdem konsequenten Bereiter zu finden. Golden Lights sprang heute unter Nate, wobei sie eines der Pferde war, die unter jedem Reiter gut liefen. Sie war einfach, machte Spaß und hatte trotz alledem das gewisse Etwas. Während ich trocken ritt, machten sich die beiden Männer an die ersten Sprünge und zogen kräftig an, als ich die Halle schließlich verließ. Am Putzplatz sattelte ich schnell ab, nahm Bandagen und Trense ab und warf Dark Rubin eine Abschwitzdecke über. Während sie noch eine Weile stehen blieb, ging ich mit den sichtlich gelangweilten Hunden eine Ruhe in den Schnee. Momentan war es noch etwas schwierig, alles zu managen, doch sobald Ayumi und Yuki größer waren, würde es schon klappen.
      Nach zehn Minuten ging ich mit den Fellknäulen zurück zum Stall, wo sie kurz abgetrocknet und dann unter das Solarium gesetzt wurden. Dark Rubin wurde umgedeckt und konnte schließlich auf die Koppel, wo die anderen Stuten schon warteten. Ich tauschte sie schnell gegen Rockabella und tritt dann mit dieser den Rückweg an. Die Stute hatte heute einen eher ruhigeren Tag und durfte an der Longe Stangengymnastik machen. Auch sie wurde in Bandagen und Hufglocken gepackt, da sie schon zu oft den Stangenlegastheniker raushängen hat lassen. Auch wenn es ihr nicht leicht fiel, gab sie ihr Bestes und lief locker flockig über den Rücken ohne dabei eine Stange zu berühren.
      Ich erhöhte Stück für Stück die Schwierigkeit und bis auf kleine Unstimmigkeiten verlief das Training super.
      Wieder am Stall warf ich ihr die Abschwitzdecke über, während ich ihr die Ausrüstung abnahm. Kurze Zeit später durfte die dunkelbraune Stute wieder in ihre Decke eingepackt auf die Koppel.
    • Elii
      Trainingsbericht 05. Februar 2017 - Springen A-L
      6713 Zeichen, von Samanta

      Ich musste zugeben, ich freute mich immer sehr, wenn Kunden wiederkamen, weil sie mit meiner Arbeit zufrieden waren. Es war natürlich auch immer schön, neue Kunden zu gewinnen, aber die Bestätigung kam natürlich immer erst, wenn die Kunden wiederkamen. So auch Elena, die mich, kurz nachdem ich meine dreimonatige Pause beendet hatte, anrief und mich bat, Clouded Sky ein weiteres Mal zu trainieren. "Mit dem größten Vergüngen. Ich könnte in einer Woche bei dir sein, wenn dir das passt."
      "Das passt mir super. Bis dann." Eine Woche später traf ich dann tatsächlich auf Gut Sanssouci ein. "Freut mich, dich wiederzusehen und natürlich freue ich mich auch schon auf Clouded Sky." Lächelnd umarmteich Elena und nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, zog es mich auch direkt in den Stall. "Na, mein Hübscher. Kennst du mich noch?" Mitgespitzten Ohren sah der Hengst mir entgegen und ließ sich die Streicheleinheit sehr gerne gefallen. "Ich würde wieder eine Trainingszeit von sechs bis acht Wochen ansetzen", sagte ich zu Elena, "er ist sehr talentiert und es kann gut sein, dass wir die Trainingszeit verkürzen, aber ich habe gerne immer einen etwas längeren Zeitrahmen, um ihn gegebenenfalls anpassen zu können."
      "Das ist gar kein Problem. Wir haben es nicht eilig." Lächelnd holte ich den Hengst aus seiner Box und begann ihn zu putzen. Ich würde heute mit ihm nur ein paar kleine Sprünge nehmen, einfach um mich und ihn wieder miteinander vertraut zu machen. Morgen würde dann das richtige Training anfangen. Nachdem ich gemeinsam mit Elena ein paar Sprünge aufgebaut hatte, sattelte und trenste ich den Hengst und führte ihn dann in die Halle. Entspannt stand der Hengst da, während ich nachgurtete und aufstieg. Nachdem ich ihn im Schritt aufgewärmt hatte, gymnastizierte ich ihn erst einmal über ein paar Trab- und Galoppstangen und machte ihn in allen drei Gangarten ordentlich warm. Etwas, was ich bei jedem Trainingstag machte, um das Pferd locker zu machen und auf die kommende Aufgabe vorzubereiten. Der Hengst war wie immer aufmerksam und nahm die A-Sprünge so selbstverständlich, dass ich nicht anders konnte, als ihn am Ende des Trainings überschwänglich zu loben und ihm auch das ein oder andere Leckerli zuzuschieben. "Echt Wahnsinn, wie er sich in den letzten Monaten gemacht hat. Er hat eindeutig Talent." Nachdem ich ihn versorgt und gemeinsam mit Elena Abend gegessen hatte, stellte ich meinen Trainingsplan zusammen, der vorsah, dass wir in ungefähr siebenWochen fertig sein würden. Die letzte Woche würde ich zur Festigung brauchen, aber so wie er sich heute angestellt hatte, konnte es gut sein, dass wir auch schneller mit dem Training durch sein würden. Von A zu L war der Unterschied zwischen Höhe und Weite nicht besonders bemerkenswert, sodass ich mir sicher war, dass der Hengst auch mit der neuen Höhe und Weite keine Probleme haben würde. Erst wenn man von L zu M den Schritt machen wollte, kam es zu größeren Unterschieden und zu mehr Schwierigkeiten, die sich natürlich auch auf die Dauer des Trainings auswirken konnten. Momentan machte ich mir aber darüber noch keine Gedanken. Am nächsten Morgen begann dann das eigentliche Training. Die A-Sprünge nahm Clouded Sky vorbildlich. Er strengte sich wirklich mächtig an und ich merkte, dass er seine helle Freude am Training hatte. Obwohl er sich so gut machte, wollte ich ihn nicht gleich mit höheren Hindernissen konfrontieren, sondern konzentrierte mich die nächsten 8 Tage darauf, dass er nicht alles alleine machen wollte und immer wieder Abwechslung im Training reinkam, damit er nicht 'abstumpfte'. Das hieß, dass wir ab und zu Dressurstunden einschoben, ausreiten und spazieren gingen oder neue Pacourse ausprobierten, um ihn immer wieder zu fordern. Erst, als ich das Gefühl hatte, dass er gut im Training war und nach 'mehr' verlangte, bat ich Elena eines derHindernisse auf L-Niveau zu erhöhen. Wir wärmten uns erst einmal langsam auf und nachdem ich das Gefühl hatte, dass er locker und bereit war, galoppierte ich ihn an und steuerte ihn auf den Sprung zu. Er zögerte keine Sekunde und setzte darüber hinweg, verschätzte sich etwas mit der Höhe und sprang, als wolle er über einen M-Sprung gehen, aber immerhin hatte er nicht gerissen und das war erfreulich. Ich lobte ihnüberschwänglich und sprang noch einmal darüber, bevor ich das Training beendete und ihn locker trocken ritt. "Das nennt man wohl Talent", sagte ich schmunzelnd und versorgte den Hengst. In den nächsten Tagen bauten wir immer wieder L-Sprünge ein und schon zwei Wochen später überwand der Hengst auch eine Höhe von 1,20 m ohne mit der Wimper zu zucken. "Wahnsinn." Elena stand am Rand und beobachtete uns. "Wie lange wirst du noch brauchen?"
      "Sicherlich keine sieben Wochen", sagte ich lachend und klopfte dem Hengst den Hals. "Er hüpft darüber weg, als sei es bloß ein Cavaletti. Ichwürde aber trotzdem gerne noch eine Woche mit ihm weitertrainieren und dich bitten, ab dann im Training aktiv mit einzusteigen, damit wir schauen können, ob ihr beiden das zusammen hinbekommt." Nicht, dass ich daran gezweifelt hätte. Eine Woche später war es für Clouded Sky das normalste von der Welt über die L-Sprünge zu gehen und auch mit Elena obendrauf machte er eine gute Figur. Sie natürlich auch. Ich brauchte kaum etwas zu sagen, die beiden harmonierten einfach toll. "Ich würde ihm jetzt auf jeden Fall ein paar Monate Zeit geben, bevor du überlegst ihn eine Stufe weiter zu bringen. Er macht seine Sache gut und ich bin mir sicher, dass er, mit richtigem Training, es bis in die schwere Klasse schaffen kann, aber man sollte ihm natürlich trotzdem Zeit geben."
      "Ja, das sehe ich genauso. Ich bin momentan einfach nur stolz auf ihn und kann gar nicht glauben, dass er das so toll macht. Andererseits, bei dem Vater, konnte da ja eigentlich nichts anderes rauskommen."
      "Das stimmt", stimmte ich ihr lachend zu und klopfte dem Hengst sanft den Hals. "Ich würde mich dann morgen auch schon wieder auf den Heimweg machen. Hier ist alles getan, was getan werden musste und ich bin mir sicher, dass ihr beiden es noch weit bringen werdet." Wirversorgten den Hengst gemeinsam und nach einem anregenden Gespräch am Abend, ging ich schlafen. Am nächsten Morgen begleitete ich Elena noch einmal bei einer Trainingseinheit und konnte sie anschließend beruhigt und zufrieden wieder verlassen. Wir würden uns sicher wiedersehen, denn ich hatte das Gefühl, dass sie mit meiner Arbeit zufrieden war und wir hatten uns auch die letzten beiden Male echt gut verstanden. "Scheu dich nicht anzurufen, wenn irgendetwas sein sollte. Ich bin eigentlich immer erreichbar und einsatzbereit." Lächelnd umarmte ich sie zum Abschied und machte mich dann auf denNachhauseweg.
    • Elii
      Pflegebericht 26. März 2017 - Hengste im Training
      2540 Zeichen

      Clouded Sky hatte sich die letzten Monate so gut gemacht, dass er im April endlich auf die Körung gehen sollte. Der Hengst war momentan in Topform, sogar sein Sattel musste vor wenigen Wochen noch einmal geweitet werden, weil er so aufgemuskelt hatte. Während ich mir über mein Outfit für die Körung Gedanken machte - was eigentlich keine Rolle spielte, seit ich nur noch in Stallfarben in der Öffentlichkeit unterwegs war - beobachtete ich den Hengst auf der Koppel. Die Pferde genösse es sichtlich, endlich wieder aufs Gras zu kommen und benahmen sich, als würden sie sonst nichts zu fressen bekommen.

      Auf der Koppel nebenan stand Clouded Sky’s Vater, Cloud Nine. Der Riese lag gerade flach auf der Seite und ließ sich so die Mittagssonne auf den Bauch scheinen. Das Springtraining heute morgen schien anstrengend gewesen zu sein, auch wenn Nate gerne etwas anderes erzählte. Von diesem wurde ich kurze Zeit später aus meinen Gedanken gerissen.

      Um ihn herum hüpften Yuki und Ayumi, welchen er ganz offensichtlich nicht die nötige Aufmerksamkeit schenkte. „Kümmerst du dich BITTE um die Zwei? Tiny ist schon ganz genervt und auf mich hören die Knäule ja nicht.“

      Er hörte sich etwas genervt an. Hatte anscheinend noch nichts zu mittag gegessen. Ich nickte nur brav, pfiff die zwei Welpen zu mir und warf ihnen jeweils ein Leckerlie zu, als sie sich vor mich setzten. Nate stapfte wieder zurück zum Stall und ich marschierte noch eine Runde um die Koppeln, bevor ich ebenfalls zur Reithalle ging. Dort hatten sich mittlerweile Nate mit Dark Intention und Colin mit Flavor of the Month eingefunden. Die Beiden kümmerten sich um verschiedene Baustellen. Während Nate locker und vor allem im vorwärts abwärts arbeitete, ging es bei Colin und Flavio an die Lektionen. Er sollte diese Saison in der Klasse S vorgestellt werden und musste dafür noch etwas an den Lektionen feilen. Auch wenn er schnell und gut lernte, gab es noch einige Punkte, die nicht klappten wie sie sollten. Ich half hin und wieder mit ein paar Anweisungen, denn normalerweise saß Colin nicht auf dem Schimmelhengst und hatte so etwas Probleme ihn richtig zu steuern. Nach kurzer Zeit hatte er aber, mal wieder, den Bogen raus und ritt Flavio wie als hätte er ihn täglich unter dem Sattel.

      Nach etwa zwanzig Minuten verabschiedete ich mich ins Haus, um das Mittagessen vorzubereiten. Da ich heute wenig Lust auf Aufwand hatte, entschied ich mich für Spaghetti in Öl mit Parmesan. Einfach, aber es entsprach dem Geschmack aller. Nach dem Mittagessen würde es weiter gehen.
    • Gwen
      Trainingsbericht 31. März 2017 - Springen L-M
      3632 Zeichen

      Zufrieden prustete mir mein neuster Schützling entgegen, als ich seine Box betrat. Clouded Sky war ein tolles Pferd, er sah nicht nur top aus, er hatte auch einen absolut lieben Charakter. Mit seinem Stockmaß von 178cm überragte er mich zwar um Längen, dennoch hätte er nicht einmal einer Fliege etwas zu Leide tun können.
      Die Größe hatte er von seinem Vater geerbt und wie es sich in der Namenslinie zeigte, wollten diese Pferde zum Himmel hinaus. Dementsprechend handelte es sich auch beim kleinen Wölkchen um einen äußerst begabten Springer und hier kam ich ins Spiel. Trainerin zu sein hatte schon seine Vorzüge, denn wenn man es richtigmachte, saß man den lieben langen Tag auf gut ausgebildeten Pferden und bekam auch noch einen Azubi zur Seite gestellt.
      Gut, auf den Azubi musste ich bei Cloud leider verzichten, aber immerhin hatten wir unseren persönlichen Stylisten an der Seite – bei jedem Training… Ich bewunderte Elena für ihr unglaubliches Gedächtnis bezüglich gewisser Farben und Kollektionen, da war sie voll drin in der Materie.
      Zum Glück störte es Cloud nicht, was er trug und konzentrierte sich vollkommen auf unser Training. Er war immer voll dabei, versuchte stets zu gefallen und da er jedes Hindernis mit unglaublicher Leichtigkeit nahm, gelang ihm das auch erstaunlich gut. Da er auch offiziell bereits auf L-Niveau lief, hatte ich direkt bei der Arbeit im Parcours begonnen.
      Die Grundlagen saßen bei Cloud, da musste ich auch gar nicht nachfragen, denn das merkte man schon, wenn man das erste Mal auf dem Rücken des Hengstes saß. Gut, auf den Riesen musste man auch erst einmal draufkommen, aber zum Glück hatte ja irgendwann mal ein schlauer Mensch entschieden, dass Aufstiegshilfen so viel gesünder für den Pferderücken waren, so dass diese nun überall vorhanden waren und mir einiges erleichterten.
      Ein wenig amüsant war ja die Vorstellung, dass auch Klein-Elena den Hengst regelmäßig ritt. Sie war zwar etwa so groß wie ich, aber doch im Allgemeinen zierlicher und wenn ich schon auf dem Hengst winzig aussah, dann war das bei ihr erst recht der Fall. Aber bei Cloud brauchte man keine großartigen Kräfte, um den Hengst zu reiten, da ging es mehr um Feingefühl und Können. Und Leckerlis und Streicheleinheiten, denn bei Cloud konnte man sich sehr schnell und gut einschleimen, dass hatte ich ziemlich schnell herausgefunden und machte es mir auch zu gerne zu Nutzen.
      Heute war Elena mit beim Training anwesend. Irgendjemand musste ja eventuell heruntergefallene Stangen wieder aufheben. Aber das passierte bei Cloud sehr selten. Auch heute ging er wieder souverän durch den Parcours und gefühlt jede Distanz passte auf Anhieb. Man konnte nicht einmal sagen, dass Cloud zu motiviert bei der Sache war, denn sobald zu viel Tempo von ihm kam, ermahnte man ihn mit einer halben Parade und er war wieder voll da.
      Dementsprechend durchsprangen wir den heutigen M-Parcours ohne Probleme und das nun schon seit einer Woche in den verschiedensten Varianten. So langsam gingen mir die Ideen für komische Hindernisse und Kombinationen aus und ich wusste gar nicht, wie man den Parcours noch fieser gestalten konnte, ohne, dass selbst ich als Reiter die Krise bekommen würde.
      Das war für mich das Zeichen, dass ich bei Cloud erfolgreich am Ende des Trainings angelangt war. Am kommenden Tag nahmen wir schon erste S-Höhen und auch das ging ohne Probleme und lief wie am Schnürchen. Dementsprechend gab ich den Hengst für den Rest des Monats gerne wieder an Elena und ihr Team ab, denn meine Arbeit war hier nun getan. Cloud war topfit und das würde er auch in der diesjährigen Turniersaison unter Beweis stellen.
    • Zaii
      Hufschmiedbericht 03. April 2017 - Bilderbuchkunde
      2133 Zeichen

      „Hufeisen?“, fragte ich, während ich mit fachmännischem Blick die Gänge des Hengstes begutachtete, der mir gerade in Schritt und Trab vorgeführt wurde. Elena blieb unschlüssig stehen. Ich hob eine Augenbraue und sie führte wie ein kleiner rothaariger Wikinger den Zeigefinger an die Nase. Bevor meine Augenbraue den Haaransatz erreicht hatte, traf mich Elenas entschlossener Blick und sie nickte eifrig. „Alles klar“, murmelte ich, mehr zu mir selbst, und legte eine Auswahl an Eisen bereit, ehe ich den mobilen Ofen anschloss.
      In der Zwischenzeit hatte Eli Clouded Sky zum Stillstand gebracht und nachdem ich mir die Schürze umgebunden hatte, machte ich mich an die Arbeit. Vorbildlich hob der Hengst einen Huf nach dem anderen; so konnte ich alle vier Hufe in Windeseile ausschneiden und für die neuen Eisen plan raspeln.
      „Die da?“ – „Gibt’s die auch in gold?“, ich zog eine Augenbraue hoch. Schon wieder. Zweifelnd blickte ich Elena an, die mir gegenüber stand und mich erwartungsvoll anblickte. Nicht ganz sicher, ob sie diese Frage ernst meinte oder nicht (hatte Zai mal eine Vorliebe für Gold erwähnt?), war ich nur zu einem stummen Kopfschütteln fähig und entschied mich dann für die Eisen, die ich Eli gerade zeigte.
      Während sich das erste Eisen in der heißen Luft meines Ofens rot färbte, legte ich Hammer, Nägel und eine Zange bereit und ließ mir von einem Mitarbeiter von Elena, ich war wirklich eine Niete, was Namen betraf!, einen Eimer mit Wasser bringen. Dann passte ich das erste Eisen an, brannte es auf und ließ es anschließend im Wasser abkühlen. Clouded Sky quittierte sowohl Lärm als auch Geruch mit einem neugierigen Blick und angelegten Ohren, blieb für Elena aber jederzeit abrufbar. So konnte ich ohne Probleme alle vier Hufe mit neuen Eisen ausstatten und zum Schluss die abgeknipsten Nägel zurecht biegen und feilen.
      „Gut gemacht“, lobte ich den Braunen, nachdem Elena mir die Gänge zur Kontrolle erneut vorführte. Zwar lief der Hengst nicht ganz genau so klar wie vor meinem Besuch, das lag aber lediglich an dem zusätzlichen Gewicht, welches er nicht gewohnt war und würde sich in kurzer Zeit legen.
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    1.7 Hengste in der Zucht
    Hochgeladen von:
    Elii
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    24 Aug. 2016
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    Rufname: kleine Wolke
    geboren: April 2010

    von: Cloud Nine – Hannoveraner
    aus: Epona – Hannoveraner

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    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Hengst Stute
    Farbe: Rotbrauner
    Stockmaß: 178 cm

    Besitzer: Elii
    Ersteller: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Beschreibung
    Clouded Sky ist ein Springpferd wie aus dem Bilderbuch. Leichtfüßig, kraftvoll und schnell nimmt er jedes Hindernis und ist auf seiner Schleifenjagd nicht zu stoppen. Trotz alledem soll der junge Hengst hier noch einmal an den Grundlagen arbeiten, bevor er in der nächsten Saison eingesetzt wird. In der Dressur gibt er sich Mühe, Talent ist dort aber weniger zu verzeichnen. Solange die Grundlagen zur Gesunderhaltung sitzen, soll das aber nicht im Weg stehen.

    Wie sein Vater ist auch Clouded Sky darauf aus seinem Reiter zu gefallen. Das Training im Parcours ist mit ihm kinderleicht, da er das meiste von sich aus anbietet und trotz seiner jungen Jahre schon einiges an Erfahrung mitbringen kann. Abstände kann er gut alleine abschätzen und benötigt nur hin und wieder Hilfe. Möchte sein Reiter allerdings entscheiden, lässt der Junghengst dies sofort zu und beugt sich dem Willen.

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    Erfolge

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    3. Platz 261. Distanzturnier

    1.Platz 262. Distanzturnier
    3. Platz 159. Synchronspringen
    3. Platz 178. Synchronspringen
    1. Platz 180. Synchronspringen
    2. Platz 181. Synchronspringen
    3. Platz 403. Springturnier
    1. Platz 404. Springturnier

    Springen S* – Dressur E

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    Gewinner [HK 489] Grundfarben

    Decktaxe: 106 Joellen

    Zuchtverleih: //
    Nachkommen:
    Clouded Mind / Hannoveraner [2018] -- von Jacarta / Hannoveraner


    offizieller Hintergrund
    Zubehör