Elii

Cloud Nine* -- Hannoveraner

*2004, im Besitz seit: 16. Mai 2015

Cloud Nine* -- Hannoveraner
Elii, 23 Juli 2015
Zaii und Samarti gefällt das.
    • Elii
      Pflegebericht 05. Oktober 2015 - Geburtstagsfreuden
      21375 Zeichen, von Elii, Gwen, Rhapsody & Samarti - POV: Matthew

      Eigentlich war es nichts Neues, dass Elisa mich zu irgendwelchen Schandtaten verpflichtete, aber heute war wohl die Krönung der gesamten Jahre, die ich schon auf Townsend Acres arbeitete.
      Es war mein Geburtstag und gerade heute konnte sie es sich einfach nicht nehmen lassen, mir den Tag wohl vollends zu versauen. Stattdessen hockte ich jetzt auf dem ziemlich unbequemen Fahrersitz des Treckers und durfte den Pferdemist irgendwie entsorgen. Wohin, das wusste sie aber selber nicht und so fuhr ich hier schon knapp zwei Stunden durch den kanadischen Wald. Deshalb hatte ich sie auch schon mindestens zweimal angerufen, aber wie Elisa nun einmal war, wurde ich eiskalt weggedrückt. Die einfachste Methode wäre wahrscheinlich den Trecker stehen zu lassen und zu flüchten. Doch Elisa hatte rundherum ihre Bande als Wachen postiert, irgendwie fühlte ich mich permanent unter Beobachtung. Die kanadische NSA war nicht zu unterschätzen, schon gar nicht wenn Elisa der Präsident war.
      Mal wieder war ich am überlegen, warum um Himmels Willen ich damals diesen Job angenommen hatte. War ich wirklich so naiv und dumm gewesen? Oder einfach blind? Das Kleingedruckte, das mich zu 25 Jahren Sklaverei verpflichtete, hatte ich schließlich auch übersehen. Dabei könnte ich jetzt auch in einem Stall ohne verrückte Nachbarn und mit einer normalen Chefin sein. Die würde sich dann vielleicht auch mal entscheiden können, ob sie mich nun wollte oder nicht. Da ich nicht kündigen konnte und auch nicht in der Lage war zu flüchten, würde ich wenigstens den Mist wieder mit nach Hause bringen. Elisa würde schon sehen, was sie davon hatte, mich an meinem Geburtstag ackern zu lassen.

      Ich hasste Kanada. Oder zumindest hasste ich an Kanada, dass überall nur Wald war und alles absolut gleich aussah. Das führte nämlich dazu, dass ich auf meinem bockigen Rückweg noch einige Schlenker und Umwege einbaute, was wiederum dafür sorgte, dass ich viel später daheim ankam als eigentlich nötig gewesen war.
      Viel, viel später.
      Es war leider viel zu einfach, sich hier zu verfahren oder zu verirren.

      Als ich auf dem Gestüt ankam, entdeckte ich mitten auf dem Hof eine liegende Person. Eigentlich wollte ich in dem Moment schon wieder umdrehen, aber mein „Erste-Hilfe-Reflex“ regte sich und so sprang ich vom Trecker und eilte zu dem sich nicht bewegenden Etwas. „BUH!“, machte es plötzlich, als ich etwas näher kam und Jojo sprang kichernd auf, um dann in Richtung Stall zu verschwinden. Hatte ich schon erwähnt, dass ich nicht nur von einer dominanten Chefin, sondern auch von verrückten Nachbarn umgeben war? Der einzige Lichtblick waren zwei, ebenfalls Versklavte, vom Nachbarstall. Jedoch durften die beiden ihren Stall nur unter Aufsicht verlassen, wenigstens mussten sie keine Halsbänder tragen. Eigentlich hatte ich Colin und Nate zu meinem Geburtstag einladen wollen. So ein Abend unter Kerlen wäre sicherlich einmal angenehm gewesen, allerdings konnten die beiden heute nicht: Ausgehverbot.
      Da ich ungern die Höhle des Drachen betreten wollte, entschied ich mich stattdessen für den Stall. Dort wurde ich aber auch nicht in Ruhe gelassen, denn an der Stalltür hing ein Zettel mit dicken roten Buchstaben: „Kümmere dich um die, auf die ich keine Lust habe!“, stand darauf, natürlich ohne bitte, da wusste ich wenigstens sofort, von wem er stammte. Klar war auch, um welche ihrer wertvollen Anschaffungen ich mich kümmern durfte: Don Johnson, Refren und Kronjuwel. Da ich Angst um mein Abendessen hatte, folgte ich brav ihren Anweisungen, auch wenn ich besseres zu tun hatte, als an meinem Geburtstag zu schuften. Vielleicht würde ich wenigstens danach dann meine Ruhe haben, also lieber jetzt die Arbeit hinter sich gebracht, als eine Furie zum Abendessen. Wobei diese so oder so anwesend sein würde. Aus dem Grunde machte ich mir gar nicht großartig die Mühe, etwas mit den Pferden zu tun, die freuten sich schließlich auch mal über eine Karotte und einen freien Tag - was ja aber eigentlich nichts Neues für die war. Elisa wollte es zwar nicht einsehen, aber wenn es nach mir ging, dann platzten unsere Ställe (mal/schon wieder) aus allen Nähten und trotzdem konnte sie es nicht lassen, sich immer wieder neue Ponys hierhin zu bestellen. Koste es, was es wolle. Davon abbringen konnte man sie nicht. Ob diese Krankheit erblich war? Man konnte nur hoffen, dass Elisa sich niemals liieren würde. Wobei das sowieso nicht von Nöten war, man brauchte Elisa nur den ein oder anderen Drink auszugeben und man hatte sie dort, wo man sie haben wollte. Sturzbesoffen im Bett. Unter der Bettdecke. W-/billig.
      Aber das würde ich natürlich niemals ausnutzen, deswegen war es mir auch eigentlich egal. Relativ. (Aber „relativ“ ist ja zum Glück objektiv.)

      Da weit und breit nichts von meinem Hausdrachen zu sehen war, schlich ich mich in das Haus und geradewegs die Treppe nach oben ins Badezimmer. Eilig riss ich mir die Klamotten vom Körper, schmiss diese auf den Boden und schob dann den Duschvorhang zur Seite. Heute war definitiv mein Glückstag, denn in der Dusche standen sowohl die vier bescheuerten Weiber, als auch Nate und werkelten an der Duschbrause herum. Nun ja, Nate werkelte, der Rest stand wie eine Horde Cheerleader dahinter und erwartete Großes.
      „Hi Matthew… OH GOTT, ZIEH DIR WAS AN!“, schrie mir Elena entsetzt entgegen und zog den Duschvorhang wieder zu.
      Im nächsten Moment ging der aber wieder auf und Elisas Gesicht starrte durch den kleinen Spalt zwischen Vorhang und Wand. „Ach, wieso denn, das ist doch völlig in Ordnung so?“, erklärte sie dann, sah mich an und zwinkerte mir süffisant zu. Ich verstand die Welt nicht mehr.
      Als ich dann auch mal schaltete und bemerkte, was ich gerade abging, riss ich den Duschvorhang an mich, zog ihn so schnell es eben möglich war zu und griff nach dem nächstbesten Handtuch. Dass das pink und mit rosa Einhörnern auf Regenbögen verziert war, realisierte ich im ersten Moment gar nicht. Mein nächster Gedanke widmete sich wohl Elena und ich fragte mich innerlich, wieso die Barbie schon wieder bei uns geduscht und ihr Zeug hier liegengelassen hatte. Das Handtuch konnte nämlich nur von ihr kommen.
      „Hat er das Regenbogen-Einhorn Handtuch?“, flüsterte irgendjemand hinter dem Vorhang und drückte den Finger dagegen. Eine schreckliche, ohrenbetäubende Stimme hallte durch das gesamte Bad und die verantwortliche Person sorgte dafür, dass der Vorhang von der Stange riss. „BAH! REIB DICH NICHT NOCH DARAN, DU PERVERSLING!“
      Während mir das Handtuch von der Hüfte gerissen wurde, flogen neben Elena, die das Ganze verursachte, auch Gwen, Jojo und schließlich Elisa aus der Dusche. Der Haufen lag nun äußert anmutig vor mir, und Elisa stand meiner unteren Region Auge in Auge gegenüber. „Na Mensch! Bei Tageslicht sieht der ja gar nicht so schlecht aus!“, staunte sie und öffnete (vor Schock natürlich) den Mund.
      „Irgendwie komme ich mir gerade vor wie in einem schlechten Erwachsenenfilmchen“, umschrieb Elena das böse Wort gekonnt und hielt sich dann die Augen zu. “Elena! Der korrekte Begriff ist Soft-Po…”
      „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“, war das Einzige, das Jojo dazu zu sagen hatte und Nate machte selbstverständlich direkt mit: „Warum hast du ‘ne Maske auf?“
      „Ihr macht das falschrum…“, stellte Matthew trocken fest und deutete dann mit dem Arm in Richtung Tür. „WÜRDET IHR JETZT BITTE ENDLICH AUS MEINEM BADEZIMMER VERSCHWINDEN?“
      „Die anderen gehen wohl, aber mich kannst du nicht aus einem Zimmer in meinem Haus schmeißen.“
      „Dann schieb ich dich halt raus, wenn es unbedingt sein muss und nicht anders geht.“
      Nate hingegen warf mir einen mitleidigen Blick zu und zeigte dann Erbarmen. Wenigstens auf ihn konnte ich mich gerade insofern verlassen, als dass er Elisa kommentarlos aus dem Badezimmer zog und sie schließlich vor der Tür absetzte. Wie Entenkinder watschelten die anderen drei Damen dann noch hinterher (Elena hielt ihr Regenbogen-Einhorn-Handtuch fest umschlungen) und schon war die Tür endlich zu, weshalb ich sie erleichtert abschließen konnte und laut seufzte.
      Was. War. Das?!
      Und vor allem: Wieso?!
      Nicht einmal an meinem Geburtstag wurde ich von dem Quartett in Ruhe gelassen und dass sie jetzt auch noch Nate mit hinein zogen, war die Höhe. Er durfte nicht mit ein paar Bierchen trinken, aber für ihre Schandtaten war er gut genug. Colin war bestimmt auch zu solchen Übelkeiten gezwungen worden, wahrscheinlich musste er für neuen Tequila sorgen, damit die vier Freundinnen ihren Spaß haben konnten. An meinem Geburtstag.
      Aber gut, wenigstens hatte ich jetzt vorläufig meine Ruhe. Obwohl das auch nicht wirklich wahr war, man hörte die vier Hühner immer noch gackern. Und es gehörte nicht gerade auf meine Sachen-die-für-eine-ruhige-Dusche-benötigt-werden-Liste, dass im Becken überall Konfetti lag. Oder, dass beim Versuch, die bunten Papierfetzen wegzuspülen, noch mehr Konfetti auf mich herab regnete. Nasses Konfetti, das sofort überall kleben blieb - auch in meinen Haaren.
      Na, das war ja ein super Tag. Fast so schön wie die dreihundertvierundsechzig anderen Tage im Jahr. Schaltjahre waren da nochmal einen Tag schlimmer.

      Vorsichtig sah ich mich um, als ich aus dem Badezimmer trat und sprintete in mein gegenüberliegendes Zimmer. Dass mich dort die nächste Überraschung erwartete, wusste ich erst, als ich die Schranktür öffnete. Gwen und Elisa sprangen mir entgegen. Gwen hatte eine Fliegenklatsche in der Hand, von welcher sie direkt Gebrauch machte und Elisa stülpte mir kurzerhand einen Sack über den Kopf.
      Durfte ich die eigentlich wegen Entführung anzeigen? Vermutlich stand dazu auch etwas im Kleingedruckten. Aber wer wäre Elisa schon, wenn sie nicht an alles gedacht hätte?

      Die Frage war, wo mich das monströse Gespann hinbringen würde, in der Hölle war ich ja schon. Und das nur in Boxershorts.
      Hatten die eigentlich einen neuen Fetisch entwickelt? Fehlte ja nur noch, dass sie mir einen Knebel in den Mund stecken würden, damit ich auch ja nichts mehr sagen könnte.
      Irgendwann fand ich mich in einem dunklen Raum wieder, soweit ich erkennen konnte, war es das Wohnzimmer. So ganz sicher war ich mir jedoch nicht, denn das Licht war ausgeschaltet und so konnte ich nur schwach einige Silhouetten erkennen. Vorsorglich hatten die Weiber wohl die Rolladen runtergelassen, damit auch kein Sonnenlicht mehr in das Zimmer kam und ich sowieso so ungefähr gar nichts mehr sehen konnte.
      Natürlich dachten sie wie immer an jedes noch so kleine Detail, verdammt.
      Und dann wich die unberuhigende Stille einem noch unberuhigenderen Kreischen, welches sich nach einigen Sekunden als ein „Happy Birthday!“ herausstellte. Jetzt besangen diese Weibsen auch noch meinen Tod, na danke auch! Zur gleichen Zeit ging auch die Beleuchtung an und ich war nicht nur taub sondern auch blind.
      „Du musst die Piñata treffen!“, quietschte Gwen aufgeregt und schob mich so nah zu diesem Teil, dass ich es erst einmal gegen den Kopf bekam. Den dazugehörigen Schläger erhielt ich von Elisa, welche ihn gefährlich nahe an eine gewisse Region brachte, so dass ich ihr schnell die „Waffe“ aus der Hand nahm, was sie nur mit einem Zwinkern zur Kenntnis nahm.
      Noch dazu kam eine Konfettikanone, die Nate mit einem beschämenden Blick auslöste, während Elena aufgeregt in eine Tröte pustete. Elisa hätte sicherlich besser blasen können - da war ich mir ganz sicher. Um den Damen ihre Freude nicht zu verderben, schlug ich auf die Piñata ein. Heraus kamen… Kondome. Und Penis-Lollis. Klasse. „Ich hoffe die reichen für die Nacht!“, quietschte Elena, klatschte ihre Hand mit voller Wucht auf meinen Arsch und zwinkerte anschließend Elisa zu.
      „Ich schwöre, davon wusste selbst ich nichts …“, murmelte Elisa nur, grinste dann aber. „Aber du kannst ja Nate und Elena auch welche abgeben!“
      Nate sah daraufhin Elena an, die wieder einmal versuchte eine Augenbraue hochzuziehen - und es ausnahmsweise sogar schaffte. Antworten konnte ich nichts darauf, da bereits Colin in Begleitung von Jojo vor mir stand und mir etwas zu Trinken in die Hand drückte. Das einzige, was half, diesen Albtraum zu stoppen, war sich so schnell zu betrinken wie möglich. Also exte ich das Glas mit Long Island Icetea. Jetzt waren die Pferde also auch schon im Wohnzimmer angekommen, farblich passte der Cocktail perfekt zu der Reitponystute.
      Als wäre es nicht sowieso schon schlimm genug, dass der einzige Ausweg aus dieser mehr als peinlichen Situation für mich Alkohol war, stattdessen wurden mir nun von allen Seiten überraschte Blicke geschenkt. Nur Gwen und Colin machten noch mit, die hatten sich allerdings mit Tequila an den Wohnzimmertisch gesetzt. Colin versuchte gerade, Gwen beizubringen, wie man Tequila richtig trank, denn die hatte es die letzte Zeit tatsächlich ohne Salz und Zitrone gemacht. Es war also für sie praktisch das erste Mal (dass sie das Getränk so wirklich richtig trank).
      Während ich den beiden zusah, bemerkte ich zuerst gar nicht, dass Elisa sich vor mich kniete und an der Boxershorts herumzupfte. „Die saß schief“, kommentierte sie eiskalt und stand dann so auf, dass sie nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt war. Es war sehr einschüchternd. Und irgendwie auch ziemlich beängstigend, aber davon würde ich mir nun nichts anmerken lassen dürfen.
      Dass Jojo nun mit einem was-tut-ihr-da-Blick hinter mir stand, machte es nicht besser; eher im Gegenteil. „Keinen Dreier im Wohnzimmer!“, kam es dann von Elena, die dicht neben Nate auf dem Sofa saß. Wie gewohnt hatte sie etwas zu essen in der Hand und auch der Alkohol war dicht bei ihr.
      Sehr dicht.
      Zu dicht.
      Ich war mir jedoch nicht ganz sicher, ob ich in diesem Moment den Alkohol meinte, weil der zu dicht an Elena war, oder ob es mir gerade um Elenas Zustand ging. Nach dem, was die vier Weiber sich heute schon erlaubt hatten, war ich nämlich der festen Überzeugung, dass sie definitiv schon vorgeglüht hatten. Die Beweislage dafür stand gut.
      Nate hatte aus Verzweiflung mitgetrunken, wer konnte es ihm verübeln. Ein Nachmittag mit allen Vieren konnte einen Mann zerstören. Und an manchen Tagen sogar die Menschheit.
      Elisas geschickte 180 Grad Drehung und das anschließende herunterbücken, sorgte dafür, dass Jojo ein angeekeltes „Nehmt euch ein Zimmer!” heraus brachte und sich schließlich von uns abwandte, um Declan ins Haus zu lassen.
      Elisa stöhnte, als sie nicht aufpasste; zum Glück hatte es niemand gemerkt. Nur Elena sah mich abschätzig an und schüttelte ihren Kopf. Als Nate langsam ihrem Blick folgte, ging ich schnell einige Schritte rückwärts und lief in mein Zimmer. Ich konnte schließlich nicht ewig in Boxershorts auf dieser tollen Überraschungsparty rumlaufen.
      In Shirt und Jeans kam ich wieder die Treppe herunter und anscheinend musste in diesen fünf Minuten irgendetwas passiert sein. Die gesamte Gruppe saß auf dem Boden um ein Spielbrett herum und beobachtete wie Elisa würfelte.
      „Hab ‘ne 2 gewürfelt“, stellte sie fest, sah dann auf das Spielbrett und klatschte begeistert in die Hände. „Ha! Gehe auf das Feld 32! Ich bin super!“, freute sie sich.
      „Trinke 3 und küsse eine Person des anderen Geschlechts“, las Colin laut vor und blickte dann zu Elisa hoch, deren Gesicht wie versteinert war.
      „Du musst Matthew küssen!“, rief dann plötzlich Gwen und fuchtelte wild mit den Armen in der Luft herum. Elisa hingegen kippte drei Shots hinunter, überlegte, schüttelte dann aber den Kopf.
      „Sorry, dazu bin ich noch nicht voll genug“, protestierte sie lautstark und verschränkte die Arme vor der Brust.
      Nach einer schier endlosen Diskussion zwischen den beiden Parteien, ob Elisa die Aufgabe nun machen musste oder nicht (Elisa und Colin, der wohl Mitleid hatte, waren dagegen, der Rest schrie laut und begeistert, dass sie die Aufgabe nun machen müsste), zog ich meine Augenbrauen hoch und sagte nur: „Lasst sie halt drei weitere als Joker trinken, dann hat sich das.“
      Und wer wäre Elisa nur, wenn sie nicht tatsächlich direkt zum Glas gegriffen und die drei Shots runterspült hätte?
      Und wer wäre Elisa nur, wenn sie mich nicht in diese verrückte Spiel hinein ziehen würde? Sie schubste mich auf den Boden und drückte mir die Würfel in die Hand, auch wenn bestimmt jemand Anderes dran gewesen wäre. Es störte aber niemanden, stattdessen wurde ich angefeuert und es wurde darauf gewettet, auf welches Feld ich wohl gelangen würde.
      Ich würfelte dann eine Drei - Feld 35. „Gehe auf das Feld 6.“
      Und Feld 6 besagte dann, dass ich „endlich“ wieder trinken dürfte. Dafür bekam ich ein empörtes „Du Penner, ich hab uns gerade auf 32 gebracht und du springst so weit zurück!“ von Elisa und einen Schlag in den Nacken von Gwen, die das Spiel mit Tequila trank …
      Wir anderen hatten uns auf Berentzen geeinigt, womit ich auch relativ gut leben konnte. Solange es kein Roter war, mit dem wir Trinkspiele tranken, müsste ich auch keine Angst davor haben, dass Elisa hier im Strahl kotzen würde.
      Es passierte eine Zeit lang nichts, außer, dass einige oder alle hin und wieder trinken mussten, bis ich mal kurz wegsah und durch ein Jubeln wieder zurückgeholt wurde. „Trinke 1 und ziehe ein Kleidungsstück aus!“, grinste Elena Elisa an und ich wandte meinen Blick noch zu ihr. Während sie mir immer wieder, mehr schlecht als recht, zuzwinkerte, zog sie ihr Oberteil über ihren Kopf und präsentierte stolz ihren BH. Gwens Frage, ob sie auch untenrum passend angezogen war, war kaum zu überhören und Elisa beantwortete sie mit einem fröhlichen „JA!“.
      Elisa hatte also schon ordentlich intus, das war allerdings auch kaum zu übersehen. Sie kicherte die ganze Zeit, musste über alles lachen und lehnte sich schon die ganze Zeit entweder an meiner oder an Colins Schulter an, weil sie weder eine Lehne im Rücken noch an der Seite hatte und sich wohl so schon selbst nicht mehr alleine halten konnte. Gwen quittierte das zwar mit einem nicht so begeisterten Blick, schien dann aber immer wieder zu bemerken, dass sie sich auch an mir anlehnte und in diesem Moment wechselte ihr Gesichtsausdruck zu einem wissenden.
      „Warum darf nur Elisa ihre Unterwäsche präsentieren”, nörgelte Elena und schüttelte Nates Arm unentwegt, „das ist unfaaaaaair.” Versteh einer die Frauen - Sonst passten alle immer aufs Peinlichste auf, damit man ihnen nicht zu nahe kam, wenn sie auch nur im Bikini waren. Wenn es so weiterging, würden sie noch nackt auf den Tischen tanzen.
      „Ich hab auch extra passende angezogen!“, meckerte sie weiter, drehte dann ihren Kopf in Richtung Nate und schenkte ihm einen verführerischen Blick. Gott, die war ja jetzt schon hackedicht. Als sie würfelte, verfehlte sie um ein Feld das Ausziehen, landete zu ihrem bedauern auf dem „Deine beiden Nebensitzer trinken“ und durfte nicht zum Glas greifen. Sie tat es trotzdem und auch Elisa war mit Freude dabei, mittlerweile waren die Regeln nicht mehr wichtig, solange es Alkohol in Massen gab.
      Was dazwischen passierte, war eigentlich nicht viel. Nur Jojo und Declan rutschten mit der Zeit immer näher aneinander und steckten ständig ihre Köpfe zusammen, daraufhin folgte stets leises Kichern und/oder Grinsen. Irgendwann hatte Juli ihren Kopf auf Declans Schulter ruhen und die Augen halb geschossen. Elena und Nate hatten das Trinkspiel ebenfalls aufgegeben, die spielten ständig Schere-Stein-Papier oder drehten Däumchen, warum auch immer.
      Nur Gwen und Colin tranken noch immer ihre Tequila-Shots und waren noch „munter“ dabei. Die wollten wohl erst aufhören, wenn sie festgestellt hatten, wer von den beiden mehr vertrug, obwohl Gwen inzwischen schon mehr als fertig aussah und Colin hingegen noch ziemlich gesund.
      Elisa hing mit ihrem Kopf derweil auf meinem Schoß und war nach einer Weile einfach eingeschlafen.

      Als ich am Morgen danach auf dem Sofa aufwachte, lag mein Arm um Elisas Hüfte, die ruhig und gleichmäßig atmete, also noch am Schlafen war. Dennoch stand ich auf, nachdem ich einen Blick auf die Uhr geworfen hatte, und quälte mich mühsam vom Sofa; bedacht darauf, Elisa nicht aufzuwecken, denn sonst würde sie wahrscheinlich zur Furie mutieren.
      „Ey, Matthew?“ … „Pssst, Matthew!“ Es war Juli, die da meinen Namen so leise wie möglich wisperte und anscheinend versuchte, sonst niemanden aufzuwecken.
      „Hm?“, wollte ich wissen und durchsuchte den Raum nach ihr.
      „Kannst du den … irgendwie … mitnehmen?“
      Nachdem ich einen kurzen Blick auf Jojo und Declan geworfen hatte, schmunzelte ich und nickte nur. Kurzerhand stupste ich Declan mit dem Fuß an bis er aufwachte und zog ihn dann am Arm nach oben. Dank meinem grandiosen Überredungstalent konnte ich ihn davon überzeugen, dass es besser wäre, wenn er aufstehen würde.
      Da die Mädels, bis auf Jojo, noch immer tief und fest schliefen, schnappte ich mir die anderen Kerle und zwang sie zu einem Ausritt. Die Tradition musste gewahrt werden, auch wenn es sonst der Job der Frauen war.
      Während Nate nun also auf Wolke sieben schwebte (ob das daran lag, dass er auf Cloud Nine saß oder vielleicht auch wegen Elena, konnte ich nicht so recht beurteilen), hatten wir Colin auf Kedves und Declan auf Jojos Holsteinerhengst Painted Blur verfrachtet. Ich hatte mit Audio Delite at Low Fidelity die einzige Stute unter mir, doch glücklicherweise verlief alles relativ gut - irgendwelche Hengste, die sich einfach zu sehr aufspielten, wären wohl das Letzte gewesen, was wir hätten gebrauchen können. So war wenigstens der Ausritt keine völlige Katastrophe geworden und wir kamen alle wieder heil auf dem Townsend Acres an.
      Samarti gefällt das.
    • Elii
      Pflegebericht 27. November 2015 - Glühweineskapaden
      2755 Zeichen

      „Das ist alles nur geklaut und gestohlen und gezogen und geraubt! Warum haben die sich das erlaubt?!“, sagen wir lautstark im Chor. Zugegebenermaßen, vielleicht hatten wir schon einige Glühwein getrunken, aber was sollte man bei den Schneemassen hier schon anderes tun? Und irgendwie verleitete uns Alkohol dazu, jahrzehntealte Lieder bei YouTube zu suchen. Vor allem wenn sie zu gegenwärtigen Ereignissen passten. Natürlich wollte man niemandem etwas unterstellen, aber manches regte zum Nachdenken an. Jojo hatte den pinken Einhornhoodie mit Sicherheit nicht vor Gwen gehabt!

      Es war schon peinlich genug, neben Gwen vor dem Rechner zu sitzen, während sie beim Skype Videochat quasi einem Spiegel entgegenblickte. Ihr Auge zuckte, die Mundwinkel bildeten eine starre, gerade Linie und Jojo zog abwechselnd ihre Augenbrauen nach oben.
      Wenigstens konnte uns Jojo noch erzählen, dass sie zu Weihnachten wieder in Kanada sein würde, bevor Gwen wütend den Anruf beendete und beleidigt in der Ecke kauerte.
      „Dir steht er viel besser“, hatte ich ihr noch ins Ohr geflüstert, damit sie sich doch noch zu einem Ausritt mit mir aufraffen konnte. Mit viel Überredungskunst hatte ich sie auf Cloud Nine setzen können, während ich Flavor of the Month nahm. Levi gesellte sich mit seinem nervigen Anhängsel Elisa auch noch dazu und zwei Stunden später waren die Pferde versorgt im Stall und wir zusammengekuschelt auf dem Sofa mit besagtem Glühwein.

      Zwar hatten Colin und Nate ein paar Freunde zu Besuch eingeladen und deswegen einen ganzen Kessel voll Glühwein angesetzt, aber drei durstige Frauen mehr oder weniger durften nun wirklich nichts ausmachen. Eventuell waren wir etwas zu durstig, aber die Hälfte des Kesselinhalts würde sicher trotzdem reichen. Wenn wir jetzt aufhörten. Taten wir aber nicht, denn dank Colin hatten wir jetzt auch eine Menge Lebkuchen vor uns. Die MUSS man mit Glühwein genießen!
      „Das ist eure Chefin?“, hörte man einen der Kerle flüstern, aber meinen Ohren entging nichts. „Wir sind alles Chefinnen!“, lallte Elisa, die das scheinbar auch vernommen hatte. Sie schaffte es immer wieder Seriosität und Professionalität in eine Konversation zu bringen. „Ich verstehe nicht was der Weihnachtsmann sagt“, wimmerte Gwen, obwohl sie direkt vor dem Fernseher saß und Weihnachtsmann & Co. KG schaute. Elisa kommentierte dies, indem sie die ohne hin schon Verstörte mit der Fernbedienung abwarf und nur knapp deren Kopf verpasste. Ein Glück, denn noch einen Krankenhausbesuch wollte ich diesen Monat nicht. Zum Glück konzentrierte sich Gwen schnell wieder auf ihr Fernsehprogramm und ignorierte Elisas sarkastische Bemerkungen gekonnt. Hätte sie gehört, wie blöd Elisa den pinken Einhornhoodie findet, wäre mein Haus bald ein Mordschauplatz.
    • Arktiswolf
      Hufschmiedebesuch bei Cloud Nine

      Müde fuhr sich Malte Osswald mit der Hand über das Gesicht und rückte danach seine Brille zurecht. Einen Auftrag hatte er noch vor sich und den wollte er heute noch erledigen. Von seinem letzten Kunden aus gesehen, lag dieser jetzt auf seinem Rückweg. Da bot es sich an da heute noch vorbei zu fahren.
      Es war noch früh am Abend als der blaue Kleinlaster die Einfahrt zu seinem Zielort erreichte und vor einem großem Stallgebäude hielt. Noch war es hell genug aber zu der winterlichen Zeit würde es nicht mehr lange dauern ehe die letzten Sonnenstrahlen verblassen würden.

      Zum Glück dauerte es auch nicht lange und eine Frau trat an Malte heran und stellte sich als Elena vor, deren Pferd Malte heute betreuen sollte.
      Elena konnte sogar einen Gutschein vorweisen der die Grundpflege einbezog. Die Kontrolle und das Beschneiden der Hufe war für sie somit kostenfrei. Als Zusatz wurde ein neuer Beschlag gewünscht dem Malte auch einwilligte und versicherte das dies kein Problem sein würde, dass noch mit zu machen.
      Während Elena ging um ihren Hengst zu holen um den es ging, baute Malte schon alles auf was er gleich brauchen würde.
      Es dauerte auch nicht lange und Elena kam mit einem großem Hannoveraner zu dem Schmied und band den Braunen an der Stallwand fest.
      Cloud Nine, so hieß der hübsche Hengst, drehte sich nach dem fremden Mann um und beschnupperte diesen neugierig und gelassen. Dann drehte er den Kopf auch schon wieder weg und fand den Strick dann doch interessanter.

      Malte begann dann auch mit der Behandlung der Hufe und musste auch gar nicht soviel daran machen. Nachdem er den schon bestehenden Beschlag entfernt hatte, knipste er ein wenig am Tragrand des Hufes vom Horn ab und begradigte die noch rauen Kanten mit der Feile. Zwischendurch lies der Mann das Pferd ein paar Mal herumführen um sich über seinen Bewegungsapparat ein genaues Bild machen zu können. Er nickte zufrieden da er nicht noch mal nacharbeiten musste.
      Nachdem die Hufe soweit vorbereitet waren, machte sich der Hufschmied daran im Wagen die Hufeisen vorzubereiten die am Ende an das Pferd sollten.
      Der Hengst nahm die ganze Situation sehr entspannt hin und bewegte sich kaum. Die Hufe gab er auch breitwillig wenn der Schmied sie forderte und arbeitete somit angenehm mit.

      Es dauerte seine Zeit bis die Eisen soweit fertig waren, dass sie auf das Horn aufgenagelt werden konnten. Doch als es soweit war, hielt Cloud Nine auch hier brav still und erleichterte Malte seine Arbeit um einiges.
      Bald darauf stand der Hengst auf neuen Eisen und war somit fertig. Malte führte noch ein kurzes Abschlussgespräch mit Elena, nahm den Gutschein entgegen und lies sich die Zusatzarbeit bezahlen. Damit war auch sein Werk für den Tag getan und er konnte nun den Hof verlassen, nachdem er sich von Pferd und Besitzerin verabschiedet hatte.
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    • Elii
      Pflegebericht 26. Januar 2016 - Neujahrsfreuden
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    • Gwen
      Trainingsbericht 31. Januar 2016 - Dressur A-L
      5565 Zeichen

      „Ihr seid doch verrückt!“, murmelte ich leicht verängstigt und legte meinen Kopf beinahe in den Nacken, um zu Cloud Nine hochzuschauen. „Dressur, mit dem da?“, ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich bei dem 1.81m Pferd hinten und vorne auch nur annähernd zusammen bekommen sollte.
      „Ach komm, ich hab ihn schon auf A trainiert, L packst du doch locker!“, meinte Elisa höchst motiviert und grinste mich an, auch Eli schien bester Laune zu sein, ganz sicher, dass ich ihr ihr Pferd trainieren würde. Und ich ließ mich breitschlagen, wie immer…
      Immerhin hatten die beiden ihn mir schon vorbereitet, das hieß aber auch, dass ich für unseren ersten Ritt direkt zwei neugierige Zuschauer hatte und das würde zumindest aus meiner Perspektive heraus nicht lustig werden.
      Zum Glück besaß Eli eine große Aufstieghilfe, sonst wäre ich schon daran gescheitert, überhaupt irgendwie auf das Pferd zu kommen. Brav stand Cloud Nine still und wartete, bis ich endlich im Sattel angekommen war und die Steigbügel eingestellt hatte.
      Im Schritt war Cloud Nine ja noch voll in Ordnung, aber der Trab war echt kaum auszuhalten. Mit vielen großen Wendungen und zwischendurch Leichttraben, bekam ich es dann aber auch irgendwann hin ihn zu sitzen. Ich war aber auch mehr als froh, als wir in den Galopp wechselten.
      Elisa und Eli saßen grinsend an der Bande und beobachteten uns, mir war schon klar, warum sie mich unbedingt als Dressurreiterin auf dieses Pferd gepackt hatten. Schrecklich und so etwas nannte sich Freunde! Das Training würde auf jeden Fall noch lustig werden…


      Die Klasse L beinhaltete in der Dressur ganze fünf neue Bahnfiguren, denen wir uns in der ersten Zeit widmen würden, damit Cloud Nine ein angenehmer Einstieg in das neue Niveau geboten werden würde. Während in der Klasse A nur zehn Meter-Volten im Trab gefordert waren, kamen in der L-Dressur acht Meter-Volten dazu, die im Galopp absolviert werden sollten. Dennoch war dies keine Hürde, die für Cloud Nine unmöglich zu bewältigen war, trotz seiner Größe war er sehr wendig, was er wohl auch dem Springtraining zu verdanken hatte.
      Wir begannen mit einem größeren Durchmesser, der ihm leichter fiel, und arbeiteten uns langsam auf die acht Meter zu, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Danach ging es an die Figur Halbe Volte links, halbe Volte rechts und Aus der Ecke kehrt mit acht Metern Durchmesser. Diese benötigten zwar insgesamt etwas mehr Zeit als die acht Meter-Volte, doch durch das vorige Training hatte Cloud Nine bereits begriffen, dass er etwas längere Wendungen laufen musste, um die Figuren korrekt auszuführen.
      Nachdem auch diese Figuren so aussahen, wie sie aussehen sollten, folgten noch der Wechsel durch die halbe Bahn und der Wechsel durch die Länge der Bahn, welche jedoch kaum der Rede wert waren.

      Ich bemerkte schnell, dass Cloud Nine zwar arbeitswillig und konzentriert war, aber Dressur war einfach nicht seins, weshalb ich auch Eli jedes Mal betonte, dass ich mich nie wieder mit Dressursattelt auf dieses Pferd setzen würde. Egal für welchen Preis.
      Wir erarbeiteten uns noch die Versammlungen im Trab und Galopp und die jeweiligen Übergänge zum Schritt. Da machte Cloud Nine auch sehr gut mit, auch wenn ich ihn ab und an ein wenig sehr motivieren musste.
      Als die Gangarten sicher saßen und die Versammlungen einwandfrei abgerufen werden konnten, wandten wir uns dem Ende des Trainings zu: den Lektionen. Zwar hatte ich hin und wieder im Training auch mal einige, kleinere Anfänge der Lektionen eingebaut, damit Abwechslung gegeben war, so richtig Thema wurden diese jedoch immer erst zum Schluss, damit wir uns stets langsam steigern konnten. Neu hinzu kamen diesmal der Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung, wobei wir hier mit dem Außengalopp begannen.
      Hierbei galoppierten wir im Handgalopp und wechselten dann durch die halbe Bahn. Da beim Wechsel durch die ganze Bahn die Ecke ziemlich früh kam und Pferde dann im schlimmsten Fall in den Kreuzgalopp wechselten, war die halbe Bahn die günstigere Alternative, um den Außengalopp zu erreichen.
      Nach dem Wechsel durch die halbe Bahn hatten wir etwa zwanzig Meter, die wir im Außengalopp hinter uns brachten, bevor die nächste Ecke kam, in die wir allerdings nicht ritten, danach allerdings direkt wieder durch die halbe Bahn wechselten, um wieder in den Handgalopp zu springen, woraufhin ich Spotlight lobte und das Vorgehen wiederholte. Während der Übung musste ich natürlich stets darauf achten, dass ich meine Verbindung zum Pferdemaul nicht verlor und mein Gewicht richtig einzusetzen wusste. Zudem übten wir das Ganze auf beiden Händen.
      Auf den Außengalopp folgte die Kurzkehrt, die wir erreichten, indem ich die Schritte des Hannoveranerhengstes verkürzte, Cloud Nine also aufnahm, und nach links stellte, woraufhin das Pferd sich nach innen biegen sollte. Zu der Biegung nach innen verlagerte ich mein Gewicht in die Richtung, trieb mit dem inneren Schenkel und ließ den äußeren eine Handbreit hinter den Sattelgurt wandern, um die Biegung aufrechtzuerhalten. Am äußeren Zügel gab ich nach, um die Biegung überhaupt erst zu ermöglichen. Ab dem Moment, an dem Cloud Nine vorwärts-seitwärts treten wollte, hielt ich die Vorwärtsbewegung auf, indem ich mein Kreuz und meine Oberschenkel anspannte und eine kurze Parade am äußeren Zügel gab.
      Die Hinterhandwendung war danach kaum noch der Rede wert. Nachdem Cloud Nine einmal verstanden hatte, worum es ging, konnte ich es jederzeit abrufen und so hatten wir das Training für die L-Dressur tatsächlich mit Bravour hinter uns gebracht.
    • Elii
      Pflegebericht 13. Mai 2016 - Allein Allein
      5227 Zeichen

      Mein Tag versprach anstrengend zu werden, da Nate und Colin nur Dark Intention und Cloud Nine machen konnten, bevor sie ihren freien Tag antraten.

      Für mich stand Kalzifer früh morgens gleich als erster auf dem Plan, da wir unbedingt noch ein paar Lektionen vor der anstehenden M Dressur üben mussten und anscheinend hatte er nach der ersten Nacht auf der Koppel überhaupt keine Lust mehr irgendwas zu tun. Er war einer der wenigen, die jetzt schon manche Nächte auf der Koppel verbrachte, da auf seinem Koppelbereich eine Weidehütte stand und er sich so vor der recht kalten Nacht schützen konnte. Auch Csíny stand bereits das erste Mal nachts draußen, hatte aber recht viel Lust, beim Geländeparcour mitzuarbeiten. Wir nahmen nur vereinzelte Sprünge und konzentrierten uns darauf viel Schritt zu gehen, da auch er am Wochenende eine Vielseitigkeit gehen sollte und dafür in top Kondition sein musste. Auch Flavor of the Month sollte am Wochenende in der Dressur vorgestellt werden, allerdings arbeitete ich bei ihm nur an lockeren, fleißigen Gangarten im vorwärts/abwärts. Wie gewohnt arbeitete er fleißig mit.

      Bei den Stuten standen zum Glück nicht so viele an, da wir bei Coloured Belle momentan wieder Rückschläge verzeichneten, Ékes und Tavasz ihren freien Tag hatten und Golden Lights noch immer in der Aufpäppelphase war und nur jeden dritten Tag longiert wurde oder an der Hand ins Gelände ging. Übrig blieb also Poppysmic, die mich kauend am Zaun begrüßte. Die kleine Reitponystute sollte heute auf den Springplatz, Nate hatte mir dafür extra einen Parcours in E-Höhe und ein paar Cavalettis und Trabstangen aufgebaut. Diese galt es als erstes zu überwinden, bevor wir uns dann langsam an den Parcours machten. Die Stute konnte zwar unheimlich gut springen, war aber sehr unsicher am Sprung und bremste sofort ab, wenn der Reiter ihr nicht die nötige Sicherheit gab. Am heutigen Tag parkte sie nur zwei Mal, weil ich kurz zur Seite blickte, aber die ansonsten arbeitete sie konzentriert mit.

      Als ich abgesattelt und Poppysmic aufgeräumt hatte, schaute ich kurz bei Cressi und Baila vorbei. Die beiden Jungspunde hatten ihre Vier-Tage-Arbeitswoche ebenfalls hinter sich und freuten sich über ihren Tag auf den Koppeln. Da Weltwunder dieses Jahr ihren dritten Geburtstag feiern konnten, durften sie nun zwei Mal die Woche für zehn Minuten an der Longe joggen und das ein oder andere Mal den Sattel anprobieren. Da Dauen heute als erstes Mal den Sattel aufbekommen sollte und meist sehr skeptisch allem gegenüber stand, legte ich nur den leichten Lammfellsattel auf ihren Rücken. Mit Widerwillen duldete sie das komische Ding auf ihren Rücken und vergas es recht schnell, als sie mit Mohrenstücken vollgestopft wurde. Weltwunders Joggingrunde verlief wie immer sehr gut, denn momentan durfte sie noch munter in der Gegend rumschauen, ohne korrigiert zu werden.
      Nach gefühlten hundert Stunden konnte ich mich endlich unter die warme Dusche stellen und danach in Jogginghose und Hoodie vor den PC setzen. Eigentlich wollte ich nur kurz ein paar Dinge checken, bevor ich die anderen nach ihren Plänen für den Abend fragen wollte.
      Das hatte sich allerdings schnell geklärt, als ich die Startseite von Facebook vor mir hatte..

      Erneut schüttete ich Rotwein in mein Glas. Zugegeben, manch einer meinte schon, es wäre nur für Dekozwecke. Aber wo Rotweinglas drauf steht, muss Rotwein rein.
      Ich leerte es mit einem großen Schluck und setzte dann das genervte Anstarren meines PC Bildschirms fort. Kaum war man einen Tag in der Stadt, machten sich alle anderen Bewohner unseres Hof-Fünfecks auf den Weg nach England. Zaii zählte nicht, denn diese machte mal wieder Urlaub in Deutschland, während ihre Bediensteten sich um die Pferde hier kümmerten. Doch nicht nur Jojo, Gwen und Elisa hatten mich verlassen. Auch Nate und Colin verbrachten ihren freien Abend damit, durch die Nacht zu ziehen, sodass ich ganz alleine daheim rumsaß.
      Meine Beine hatte ich zu mir auf den Schreibtischstuhl gezogen, sodass ich meinen Kopf auf die Knie legen konnte und so in meiner Einsamkeit langsam aber sicher einen Nackenkrampf bekam.
      Sollten die Spaß haben, würden sie es bereuen. Ich murmelte einige Schimpfwörter in die um mich gewickelte Kuscheldecke und klickte dann den Facebookbeitrag über die Versteigerung der Pineforest Stables mit dem dazugehörigen Bild weg. Breit grinsend standen diese vermaledeiten dort. Ohne mich. Dabei hätte ich mich gerne mal wieder richtig schön angezogen.

      Ich rutschte von meinem Stuhl, schnappte mir mein Notebook und sprang mit Anlauf auf das Sofa. Man könnte meinen, dass um 20.15 Uhr gute Filme kommen könnten, aber anscheinend hielt man das nicht für nötig, war ich ja die einzige die ihr armes, tristes Leben heute auf dem Sofa verbrachte. Ich schaltete also die Stereoanlage ein, suchte bei Spotify nach Polarkreis 18 und ließ das Lied durch das ganze Haus schallen. Und dann tat ich das, was in solchen Situationen das einzig richtige war: Frustshoppen. Und während ich bei Kiko Nagellacke in den Warenkorb dachte, erinnerte ich mich an die Worte der anderen, doch für sie das nächste Mal mitzubestellen.
      HA! Rache ist süß. Ich würde schon dafür sorgen, dass sie den Kiko Karton sehen würden.
    • Rhapsody
      Pflegebericht 02. August 2016 - Auf Jagd
      3836 Zeichen

      Es war fast ein wenig einlullend, das dumpfe Geräusch von drei Quartetts Pferdehufe auf Waldboden. Fast. Würden Elena und Gwen nicht über meinen Kopf über Filme streiten. Natürlich nur wörtlich gesehen; Eli thronte zwar auf ihrem 1,81m großen Riesen Cloud Nine und übertrumpfte damit mich auf Painted Blur, aber Gwen saß dann halt doch nur auf einem Pony. Wishing Well hatte aber keinerlei Probleme, mit den Großen Schritt zu halten – und so konnten die beiden problemlos darüber diskutieren, ob ein Superheld mit einem Boomerang als Waffe wirklich cool war oder total überflüssig.

      „Du weißt doch gar nicht, was man alles mit einem Boomerang machen kann!“ – „Es ist ein Boomerang.“ – „Boomerangs sind extrem cool, das sagst du jetzt nur, weil du noch nie einen benutzt hast.“

      „Ignoriert ihr die totale Perversion von Jared Letos Joker?“ warf ich ein und wurde sofort entsetzt von beiden Seiten angeguckt. Würden wir uns nicht gerade auf Pferderücken befinden, wäre ich wohl im Handgemenge untergegangen. Wir hatten Meinungen, okay?

      Die Meinung wurde dann aber von unserer Galoppstrecke unterbrochen. Locker lässig „rannte“ uns Eli davon, Wish und Blurry lieferten sich einen erbitterten Kampf. Ich musste zugeben, für ein Pony mit kürzeren Beinen als die anderen beiden, konnte Wish doch gut mithalten. So gut, dass Gwen natürlich damit angab – schließlich war SIE schneller gewesen als Blurry und hatte UNS natürlich Staub fressen lassen. Bestimmt. Für diese Lügen bekam sie zurück am Hof nur das Eckstück-Brownie, während Eli und ich natürlich die besseren, mittleren Stücke bekamen. Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort – und manchmal hat er auch mich zur Hilfe, um den Prozess in die richtige Richtung zu bringen.

      Mit Kakao (warm, kalt war der einfach ekelhaft und außerdem gehörte zu Brownies einfach warmer Kakao) setzten wir uns schließlich auf die Terrasse, sahen Declan beim Longieren von Vaffanculo zu und ließen die Seele ein bisschen baumeln. Gwen erzählte uns von ihren (bis jetzt) gescheiterten Versuchen, anständiges Personal für ihren Hof zu finden, Elena sang Oden an Süßkartoffeln und irgendwie war doch alles wie immer. Auf die Nachricht, dass auch ich zu gerne ein paar mehr Leute auf dem Hof haben würde, die vor allem die Turniere übernehmen würden – wir hatten zwar Declan, Zoe und mich, aber so ein richtiger Turnierreiter war ich jetzt auch nicht und sobald Declan und Zoe auf Turnier waren, war die Arbeit auf dem Hof einfach extremst viel – reagierten beide Freundinnen nur mit einem Schulterzucken und einem „Mhm.“

      „Wow, nicht gleich so begeistert,“ murmelte ich und schirmte meine Augen vor der Sonne ab. „Bei Gwen gab’s noch mehr Applaus.“

      „Weil Gwen cooler ist als du,“ bemerkte die und stopfte sich das letzte Stück Brownie in den Mund.

      „Keiner, der in der dritten Person von sich redet, ist cool.“ – „Ausnahmen bestätigen die Regel.“

      Elena, die ihr Handy herausgekramt hatte, stand wortlos auf und ging in Richtung Reitplatz. Auf Gwens Frage, wo sie denn bitte hinlatsche, antwortete sie nur mit „Hier ist was in der Nähe.“ Erst vor ein paar Tagen hatte auch sie begonnen, Pokémon Go zu spielen – unfreiwillig weil altes Smartphone. Auf jeden Fall war sie jetzt Tag und Nacht auf Pirsch, schickte Screenshots von den gefangenen Pokémon in unsere WhatsApp-Gruppe und war einfach durch und durch süchtig. Und das Schlimmste…

      „Ich hab ein Rattfratz!“

      … sie fing sich nicht einmal die wirklich guten Pokémon.

      Neugierig kramten auch Gwen und ich unsere Handys hervor. „Elena,“ begann ich vorsichtig. „Hier ist ein Vulnona, ein Psiana und ein Schillok. Und du fängst das Rattfratz.“

      „Irgendjemand muss die Rattenplage auf deinem Hof ja mal bekämpfen,“ konterte sie und verschwand um die Hausecke. Gwen zuckte mit den Schultern und grinste mich an. „Dann hol ich mir eben das Vulnona.“

      „Nur über meine Leiche.“
    • Eddi
      Tierarztbericht 07. August 2016 - Klinik Caen
      3433 Zeichen

      Seit längerem war ich mal wieder als Tierarzt unterwegs. Heute ging es auf Gut Sanssouci, wo es immer eine Freude war, vorbeizuschauen. Nach meiner Ankunft beobachtete ich erst das Reiterpaar auf dem großen Dressurplatz, welche spielerisch Galoppwechsel sprangen und in Traversalen durch das Viereck tanzten.
      „Doktor Eddi!“, rief jemand hinter mir und urplötzlich kam Blondine Elena um die Ecke gestürmt und begrüßte mich herzlich. Sie folgte meinem Blick und winkte nur ab. „Flavio ist heute nicht so gut drauf, aber Collin macht seine Sache gut“, kommentierte sie knapp den Ritt ihres Reiters.
      Kurz blickte ich zweifelnd in ihre Richtung, bis ich mich wieder auf Elenas reiterliche Erfahrung besann. Sie kannte sowohl Pferd als auch Reiter und wie das Ganze wahrscheinlich im Topzustand aussah. Ich selber hätte das dort ja als perfekt abgestempelt, aber pscht.
      Elena führte mich in den Stall, denn mein heutiger Patient wartete schon auf mich. „Darf ich vorstellen? Cloud Nine“, meinte Elena und machte mir Platz, damit ich einen Blick auf den Braunen werfen konnte. Auf den großen Braunen. Cloud Nine war stolze 1,81m groß und überragte mich kleinen Zwerg mit Leichtigkeit.
      „Ach, der würde keiner Fliege was zu leide tun!“, beruhigte mich Elena grinsend und führte den Hengst aus der Box und auf den Hof. Sie wusste bereits, was anstand: Das Vorführen. Sowohl im Schritt als auch im Trab führte Elena mir ihren Hengst vor, auch wenn sie im Trab echt zu tun hatte, das Tempo halten zu können.
      Danach untersuchte ich in aller Ruhe die Augen, Ohren und Zähne des Hengstes. Alles Sachen, die bestens über den Gesundheitszustand informierten. Bei Cloud Nine sah alles bestens auch und ich tastete noch die Lymphknoten und die Wirbelsäule ab. Der Hengst war im Topzustand und so erhielt er lediglich seine nötigen Impfungen.
      Influenza und Herpes waren wieder einmal an der Reihe und wurden direkt aufgefrischt. Danach fragte ich Elena noch nach der Entwurmung, aber da sah alles bestens aus. Also füllte ich den Impfpass aus und stellte Elena dann direkt das Gesundheitszertifikat aus, denn für Cloud Nine würde es demnächst auf eine Hengstkörung gehen.
      „Sag mal, du hast nicht zufällig noch ein bisschen Zeit?“, fragte Elena vorsichtig und ich musterte sie aufmerksam. Eigentlich waren wir fertig und ich wollte mich gerade verabschieden, da hörte ich Hufgetrappel auf dem Hof. Kurze Zeit später erschien Elenas Nachbarin Gwen mit ihrer Furiosostute Fagy.
      „Ich habe gehört, dass du gerade bei uns bist und da ich Fagy demnächst auf eine Stutenkrönung schicken wollte, wäre ein kurzer Check-Up echt klasse!“, versuchte Gwen mich zu überzeugen, aber da ich eh nicht unter Stress litt, stimmte ich nur grinsend zu und bat sie, das Pferd abzusatteln.
      Danach ließ ich mir auch die Stute im Schritt und Trab vorführen und lobte Elena für die gute Nachzucht, denn Fagy stammte original vom Gut Sanssouci. Dann kontrollierte ich auch bei der Stute den Pupillenreflex, die Ohren und Zähne. Alles war in bester Ordnung, auch die Lymphknoten sahen gut aus und sie ließ sich auch brav abtasten.
      Auch bei Fagy erneuerte ich Influenza und Herpes, ehe sie auch noch ihre Wurmkur bekam. Dann waren wir schon fertig und Gwen bedankte sich herzlich für mein spontanes Handeln und machte mit mir direkt einen Termin für den Rest ihres Stalles aus. Die beiden wollten mich auch noch zu ihrem Kaffeekränzchen einladen, doch ich lehnte dankend ab. „Ein anderes Mal“, meinte ich grinsend und verabschiedete mich von den beiden.
    • Rhapsody
      Hufschmiedbericht 08. August 2016 - Hufschmiede Pine Grove Stud
      5119 Zeichen

      Wenn Gwen und Elena mit Dackelblicken um sieben Uhr morgens vor deiner Tür standen, dann solltest du deine Tür wieder zu machen. Schon einzeln bedeuteten sie fast nie Gutes, zu zweit waren sie die komplette Katastrophe. Noch mit Croissant im Mund hatte ich ihnen aufgemacht, versucht, die Tür sofort wieder zuzuschlagen, aber Elena hatte anscheinend Superreflexe und stellte ihren Fuß dazwischen. Mist.

      „Gebt mir fünf Minuten,“ murrte ich mit vollem Mund, legte das angebissene Croissant wieder in die Küche und schlüpfte schnell in meine Stallschuhe. Dass ich die vor weniger als zehn Minuten erst ausgezogen hatte, war meinen beiden Freunden bestimmt egal. Und dass ich noch nicht wirklich viel gefrühstückt hatte ebenso. Aber toll wie ich war kramte ich schnell alles zusammen und kurvte dann mit meinem supercoolen Supertransportersprinterwasauchimmer zum Gestüt Sanssouci. Ohne Gwen und Elena. Ha.

      Als die beiden lahmen Nachzügler dann nachgezügelt kamen – Gwen mit Fagy noch im Schlepptau – hatte ich schon längst alles so weit wie möglich vorbereitet. Beide Pferde bekamen stinknormale Eisenbeschläge und das überraschte mich vor allem bei Cloud Nine („Das ist zu normal für dich. Du wirst alt,“ hatte ich gesagt, als Elena schön ordentlich einen Auftrag per E-Mail gegeben hatte. Mal abgesehen davon, dass sie direkt neben mir saß und mir das auch einfach selbst hätte sagen können), aber der Kunde ist König. Das würde ich weder Gwen noch Elena natürlich ins Gesicht sagen – die würden sich noch wie solche aufführen.

      Um Elena zu ärgern, nahm ich zuerst Fagy die alten Eisen ab. Der Stute war das nicht ganz so geheuer; sie hatte die Werkzeuge zuvor gesehen und versuchte nun, sich rückwärts aus dem Staub zu machen. Die Rechnung hatte sie aber nicht mit Gwen oder mir gemacht (auf Elena war kein Verlass, die saß am Rand des Putzplatzes und jagte Rattfratzes und Nidorans). Mit ruhigen Worten sprach Gwen ihr zu, lockte sie wieder ein paar Schritte nach vorne, und nachdem auch ich ein bisschen auf beruhigend gemacht hatte, konnte ich die alten Eisen abnehmen und anschließend die Sohle ausschneiden. Und während Fagys Hufe soweit wie nötig gekürzt wurden, stand Elena seelenruhig auf und kam ein paar Minuten später mit Cloud Nine wieder. Das Aufbocken fand Fagy ganz und gar blöd, erst recht, als ein großer Hengst an ihr vorbeigeführt wurde, und es dauerte eine Versuche, bis sie den Huf auf den Bock stellte und ich somit die Hufwand angleichen konnte. Der Rest folgte aber ohne Zwischenfälle, und schon bald stand die Stute wieder auf neuen Hufeisen.

      Gwen machte sich wieder auf den Weg und endlich konnte ich mich um Elis Bedürfnisse kümmern. Die examinierte die Hufe des großen Hengstes schon selbst – und gerade wollte sie mir irgendetwas zeigen, da zog der ach so ruhige Hände mit einem Mal das Bein zurück und dockte seinen Huf total an Elis Stirn. Aus Schreck ließ die den Huf los und stolperte zwei Schritte zurück, beide Hände fest an ihre Stirn gepresst. Als sie dann auch noch einen Blutstropfen auf ihrer Hand entdeckte, war es geschehen; wären wir nicht auf einem Reiterhof, hätte Elena wohl angefangen, hysterisch zu schreien. Aber da wir auch in unmittelbarer Nähe eines Pferdes waren, ließ sie mich die „Wunde“ sogar anschauen. „Bis auf einen Kratzer ist da nichts,“ versicherte ich ihr. Dass sie mir das nicht so einfach glaubte muss wohl nicht extra erwähnt werden. Zum Beweis streckte Elena mir den Finger samt Blutfleck ins Gesicht.

      „Ich blute.“ – „Auch Kratzer können bluten.“ – „Niemals.“

      Im Grunde konnte ich sie nicht davon überzeugen, dass sie wohl mit einer Beule und einem kleinen Kratzer davongekommen war und sie musste sich das alles selbst im Spiegel ansehen. Für eine Weile war ich mit Cloud Nine allein, nahm ihm schnell und routiniert die alten Eisen ab und griff dann schon nach dem Hufmesser. Elena kehrte nicht wieder zurück, selbst nicht, als ich auch ihr Pferd davon überzeugen musste, dass man den Huf durchaus auch auf das etwas komisch aussehende Gebilde ablegen konnte. Ganz allein musste ich mich da durchkämpfen – gegen ein Pferd, das mich gefühlt einen halben Meter überragte – aber auch der Kampf war irgendwann durchgestanden. Gerade als ich den letzten Nagel ansetzte, kam Gwen zurück.

      „Schmollt Elena drinnen?“ war ihr einziger Kommentar zur Abwesenheit der Blondine, und auf mein Nicken setzte sie sich neben meinen kleinen Trolley. Weil sie eine tolle Freundin war, blieb sie da noch und sah mir bei der Arbeit zu, während Elena wohl wirklich auf ihrem Sofa saß und schmollte.

      Nachdem wir auch Cloud Nine wieder auf die Koppel gebracht haben, entschlossen wir uns dann zu einem kleinen Krankenbesuch. Und mein Verdacht bestätigte sich – wie ein Häufchen Elend saß die liebe Elena in ihrem Sessel, eine Packung (wohl schon halb aufgetaute) TK-Erbsen an die Stirn haltend, die Unterlippe nach vorne geschoben. Als sie die Erbsen kurz auf die Seite schob und uns einen Blick auf ihre schwerste Wunde werfen ließ, hatte sie schon ein ganz schönes Horn. „Seh’s positiv,“ meinte Gwen grinsend und warf sich auf das Sofa. „Jetzt bist du wenigstens ein Einhorn.“
    • Gwen
      Pflegebericht 01. Oktober 2016 - Regenbogenstrecke!
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      „Das ist doch nicht wahr! Das ist unfair! Gwen du schummelst!“, jammerte Elena und war anscheinend kurz davor, den Controller aus dem Fenster zu werfen. Seit gestern war eine wundervolle, schon etwas alte, Spielekonsole bei mir eingezogen und mit dieser Mario Kart. Natürlich hatte ich sofort Jojo und Eli eingeladen, um ein Ründchen zu spielen.
      Momentan duellierten Jojo und ich um den ersten Platz. Während Jojo radikal versuchte, mich mit Browser aus der Bahn zu werfen, hatte ich da schon mit meinen kleinen Fahrern schon zu tun. Elena hatte sich die Prinzessinnen ausgesucht mit dem Argument „Gleich und gleich gesellt sich gern“.
      Bis vor einigen Sekunden war sie tatsächlich auch erste gewesen, bis Jojo und ich abwechselnd Schildkröten abgeschossen und sie somit hinter uns gelassen hatten. In meine zurückgeworfene Bananenschale fuhr Elena auch noch und war so urplötzlich statt erste nur noch fünfte.
      „Pah. Das Spiel ist doof!“, grummelte sie, als Jojo mit einer Messerspitze vor mir durch Ziel fuhr und erste wurde. „Ach, das beste kommt das noch!“, freute ich mich schon. „Die REGENBOGENSTRECKE“, drällerten Jojo und ich synchron und die gute Strecke war nämlich die nächste.
      Da Elena nun wesentlich weiter hinten startete musste sie sich erst wieder zu uns vorkämpfen, ehe das Kopf an Kopf rennen startete. Jojo versuchte beharrlich uns in die Abgründe der Milchstraße zu werfen, während wir versuchten, an ihr vorbeizukommen.
      „EY GWEN MAAAAN!“, kam es plötzlich von Elena. „Da ist die schon erste und dann fällt da noch so ein Stern auf die und die schubst mich runter!“, Eli kam aus dem Fluchen bald nicht mehr heraus und Jojo konnte hingegen nur lachen. Dementsprechend wusste auch Zai mit der Situation nichts anzufangen, als sie in mein Wohnzimmer kam.
      „Äh, hey“, meinte sie und runzelte die Stirn. Jojo und ich grinsten uns an und sagten: „Regenbogenstrecke“. Da grinste auch Zai und erhielt einen bösen Blick von Elena. „Oh, ich habe Oreo-Cupcakes mit Elena! Also sei lieb!“, mahnte sie mit drohendem Zeigefinger und sofort schaute Elena unschuldig drein.
      Wir krönten sie zur Gewinnerin (der Herzen) und aßen dann die von Zai mitgebrachten Cupcakes. „Ich vermute ihr seid alle hoch zu Ross hier?“, fragte ich neugierig und bekam dreimal ein Nicken. „Sehr gut! Dann können wir jetzt ja direkt noch ausreiten!“ – „Bei dem Wettrennen gewinne diesmal ich!“, konterte Elena schon auf die unausgesprochene Frage.
      Tatsächlich würden wir anderen kaum eine Chance haben, denn es stand Cloud Nine gegen Ameya, Zairina und Quixoticelexer. Während also alle anderen gefühlt zwei Schritte machten, machte Cloud Nine einen und so war schon vermutlich klar, wer als erstes am Ziel sein würde. Offiziell ließen wir Elena aber natürlich nur gewinnen, weil wir so super tolle Freundinnen waren!
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  • Album:
    1.7 Hengste in der Zucht
    Hochgeladen von:
    Elii
    Datum:
    23 Juli 2015
    Klicks:
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    EXIF Data

    File Size:
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    Mime Type:
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    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

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    Rufname: Nino, Wölkchen
    geboren: März 2004

    von: Cicero – Hannoveraner
    aus: Heaven’s Gait – Hannoveraner

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    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Brauner
    Stockmaß: 181 cm

    Besitzer: Elii
    Ersteller: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Beschreibung
    Es ist manchmal gar nicht so einfach, auf ein Pferd mit einem Stockmaß von 180 Zentimetern aufzusteigen – Cloud Nine aber tut sein Bestes, um es seinem Reiter so einfach wie möglich zu gestalten.
    Und selbst, wenn man es dann nur mit Ach und Krach schafft, so ist die ganze Anstrengung vergessen, sobald man auf dem Riesen sitzt. Denn die langen Beine tragen nicht wenig dazu bei, dass man sich fühlt, als würde man schweben; das Auftreten der kräftigen Hufe auf dem Boden ist kaum spürbar.
    Doch nicht nur die weichen Gänge sind es, die dafür sorgen, dass Cloud Nine jede Menge Bewunderung erntet; der Hengst weiß genau, wie und wann er seinen Charme am besten einsetzt. Es dauert nicht lange, bis man jenem Charme verfällt und der Braune, der seinem Namen somit alle Ehre macht, förmlich mit Herzchenaugen angesehen wird. Dennoch wirkt er nicht abgehoben, lässt sich das Ganze nicht zu Kopfe steigen und wäre wahrscheinlich sogar ein Kandidat für die ganz kleinen Reiter unter uns – wäre er nicht ganz so riesig.

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    Erfolge
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    Gewinner [SW 424]


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    3. Platz 87. Synchronspringen
    3. Platz 90. Synchronspringen
    1. Platz 321. Springturnier
    3. Platz 93. Synchronspringen
    2. Platz 348. Springturnier
    2. Platz 255. Militaryturnier

    Springen S* – Military A – Dressur L

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    Gewinner [HK 483] Hengste ohne Eltern


    Decktaxe: 109 Joellen
    Zuchtverleih: //
    Nachkommen:
    Clouded Sky* / Hannoveraner [2010] - aus Epona / Hannoveraner

    offizieller Hintergrund
    Zubehör