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Sammy

Cirilla

Berber | Stute | gekrönt |F|| DI: E (0) | DR: L (0) | SPR: S (3)

Cirilla
Sammy, 26 Mai 2016
    • Sammy
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      Berichte aus Cissy`s Zeit bei Ravenna

      Ravenna Täglicher Arbeitswahnsinn oder "Wie Smaug wie die Kutsche kommt"
      (c) Ravenna

      „Hab Smaug heute morgen nochmal ein wenig im Training gehabt“ kam Hansi herein und gesellte sich zum Mittagstisch – ich war in der Planung eines Besuches von Vina, dort würde ich eine ihrer Stuten zu mir nehmen und ihre beiden neuen Pferde trainieren. Hansi derweil wollte sich um den Gelderländer kümmern, damit dieser eingefahren wurde. „Ja die Langzügelarbeit war ihm ja nicht unbekannt und das Zuggeschirr hat er die letzten beiden Wochen ja auch schon dabei getragen.“ Hansi grinste mich dann über den Tisch hinweg breit an „Ich hab ihm heute einfach mal einen Reifen hinter ihn gemacht“ ich schluckte hart – Smaug war brav, aber erst seit zwei Wochen im Training für die Kutsche, jetzt schon ein Gewicht zu ziehen? „Wahnsinnig brav, stiefelte durch die Bahn als hätte er nichts anderes in seinem Leben je getan, aber was soll es auch anders sein. Die Rasse ist mit einer Kutsche am Arsch so gesehen geboren.“ Dabei kratzte er sich leicht an Kind und grinste unverfroren in meine Richtung. Ich rollte ein wenig die Augen, nickte dann „Ich vertraue darauf ,dass er bei dir eine Menge lernt, aber geh es nicht zu schnell an, wenn er auch so brav ist – man kann schließlich nie wissen.“
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      Mit der Hand griff ich nach einem der Teller, der mir von Sarah entgegen gehalten wurde. Natürlich war sie berechtigt in ihrer Sorge um den Hengst, aber ich hatte ja mittlerweile Erfahrung im Training der Pferde. Aiden und ich beeilten uns mit dem Mittag zusehends, denn wir hatten noch den Paddock der Hengste zu reinigen und eine Box vorzubereiten. Sarah hatte sich während des Filmdreh´s in eine der mitgebrachten Stuten verliebt, nach langem hin und her mit Theo hatte der sie schlussendlich verkauft. Argo - dem Pferd aus der Serie Xena nachbenannt, war seit frühsten Jahren ein Filmpferd der extra Klasse, in einigen Serien und ein paar Filmen war sie mit von der Partie gewesen, sogar als das Pferd eines Lakotahäuptlings war sie schon dabei gewesen. Heute würde sie im Laufe des Nachmittags ankommen, da gab es noch eine Menge zu tun.
      Argo mümmelte zufrieden an ihrem frisch gebrachten Heu, ließ sich von Kürbis aus Gesellschaft neben sich gar nicht ablenken in der Box – natürlich, sie war es auch gewöhnt. Ich strich ihr mit der Hand über die weiche Nüster, verabschiedete mich auch von Kürbis und kehrte zu meinem eigentlichen Job – Smaug zurück. Gemeinsam mit Aiden wollten wir erst einmal die Kutsche mit dem Transporter bei Julie abholen, wo sie noch immer stand. Anschließend die Stute Willow einspannen, mal sehen wie Smaug auf die Stute, die Kutsche und das mitnehmen reagieren würde, dann konnten wir ihn daran ein wenig gewöhnen. Sollte er das gut verkraften hatte ich bereits vor ihn etwas ins kalte Wasser zu schmeißen und vor die Kutsche zu spannen – oder eher das Trainingssulky, welches wir auch für Willow zu Anfang genommen hatten. „Los Komm, wir müssen los.“ Drängte Aiden bereits, also schwang ich mich hinter das Steuer, legte den ersten Gang ein und wir rollten die Einfahrt des Hofes hinaus. Die Fahrt würde nur knapp 5 Minuten dauern, also würde das kalte Auto sich nicht so schnell erwärmen. „Wirklich kalt geworden in den letzten Tagen“ murrte ich – ich hasste den Winter, zu allem Übel war hier auf der Insel auch noch der Nebel – momentan hatte man manchmal nicht mal Sicht auf 50 Meter, wenn überhaupt. Über Weihnachten hatte ich ursprünglich vorgehabt nach Deutschland zu meinen Eltern zu fliegen, doch hatte mich Sarah zu einem Ausritt zusammen mit Siobhan und Ty eingeladen, sodass ich meinen Eltern abgesagt – es war das einfach nicht wert…weder den Stress noch den Rest. „Tja…du hast Glück den letzten Winter nicht gesehen zu haben, da lag jetzt schon sehr hoch Schnee, dieses Jahr haben wir wirklich Glück.“ Aiden war hier geboren, oder zumindest in Schottland – er sprach Deutsch mit deutlichem Akzent, lernte jedoch außerordentlich schnell, wobei wir auch oftmals ins Englische sprangen, damit auch ich lernen konnte.
      Mit der Stute am Zügel – der Kutsche hinterher liefen wir neben einander her – Smaug zeigte sich mal wieder wunderbar diszipliniert, beäugte nur Willow von Zeit zu Zeit. Diese jedoch ignorierte den Hengst weitestgehend, suchte ihr Heil in der Arbeit womit die Arbeit sehr gut von der Hand ging. „Lass und eine kleine Runde um den Hof drehen mit den beiden“ schlug Aiden vor, also setzte sich mein Freund auf den Kutschbock, ich stieg hinten auf und führte Smaug um die Kutsche herum damit er dahinter laufen konnte. Und so setzte sich unser Tross in Bewegung, während es langsam begann zu dämmern – zumindest vermutete ich dies, denn der Nebel verdeckte die Sonne. Im Trab trottete Smaug hinterher, nahm ein wenig an Tempo zu und befand sich nun neben der Kutsche – mir gelang es nicht den Strick schnell genug herum zu dirigieren und quetschte mir dabei den Daumen ein. Mir gelang es nur knapp einen Laut des Schmerzes zu unterdrücken, leicht schüttelte ich die Hand – die Stelle puckerte und begann bereits ein wenig blau zu werden. Na Klasse…..
      Zumindest hatten wir das Training von Smaug ein ganzes Stück weiter angekurbelt, Aiden und ich wollten nun jeden Tag eine solche Tour machen – denn auch für Willow war es Training für ihre Distanzturniere.

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      Betreten senkte ich den Kopf – „Verdammt!“ murmelte ich. Cayden sah mich verwirrt an, legte den Kopf schief wie er es so oft tat. „Meine Eltern wollen zu Weihnachten hier her kommen!“ Auch Cayden schwieg einen Moment, während Kathi ungerührt in die Runde fragte „Was ist daran so schlimm?“ Erst rangen wir beide ein wenig an Worten „Naja, sie wissen noch nicht das wir uns verlobt haben, außerdem sind sie manchmal ein wenig anstrengend. Zudem feiern wir beide ja Weihnachten als Paganisten gar nicht offiziel – wir feiern bereits am 21.12 Yule und das haben sie bis heute nicht verkraftet.“ Meinte Cayden etwas zerknirscht. Wir berichteten vom letzten Jahr, dass wir beide bei ihnen verbracht hatten – als frisches Paar gemeinsam. Wir hatten keinerlei Geschenke mitgebracht, keine erwartet und das war etwas…naja weniger gut angekommen. „Im Grunde müssen sie es nun akzeptieren, dass hab ich auch schon am Telefon gesagt. Nur muss ich Vina Bescheid geben, dass es in diesem Monat wegen des Besuches nicht klappt.“
      In der Zwischenzeit beendeten wir unser gemeinsames Frühstück – heute waren Kathi und ich an der Reihe die Pferde zu versorgen, während sich Aiden und Cayden der Bewegung von Darym und Ikarus kümmern wollten, da noch kein Schnee lag wollten sie auf die Militarystrecke. Ich freute mich so unfassbar, dass sich Cayden so mit seinem neuen Hengst verstand. Hansi würde sich wieder dem Training mit Smaug widmen – nach über einer Woche lief der Hengst nun vollkommen sicher vor der Kutsche. Gerne hätte ich den Hengst mit einem der anderen zusammen angespannt, doch waren sie von der Größe her ziemlich unterschiedlich. 2Hansi? Was hast du heute vor mit Smaug?“ Der große Blonde Mann war noch beschäftigt unseren Abwasch zu erledigen und drehte mir bei seiner Antwort nicht den Kopf zu. „Da der Kleine jetzt so gesehen als Eingefahren gilt, hab ich auch gestern schon mit dem ersten Parcours für Turniere begonnen, wenn er in der A starten will.“ Ich nickte, dass würde Salera sicher freuen, denn der Hengst war jetzt bereits das November wieder hier in Schottland bei uns. „Sehr schön! Dann werde ich mich heute mal ein wenig Argo widmen und Bucks ein wenig bewegen. Die Mädels kommen später und wollen Little Grey und Kürbis auf dem Platz reiten, hast du da vielleicht ein Auge drauf?“ Hansi trocknete sich die Hände ab, nickte ebenfalls und damit verstreuten wir uns wieder in alle Richtungen auf dem Hof. Jeder ging seiner heutigen Arbeit nach – vom Stress her ließen wir uns wegen Weihnachten überhaupt nicht einnehmen. Am Nachmittag schaute ich nochmal bei Siobhan und ihrem kleinen Fionn vorbei – wahnsinnig, wie das Baby nun doch langsam nach einem Menschen ansah.

      Ravenna Die Sache mit der Stallgasse
      © Vampyrin & Ravenna


      schwarz - Sarah
      blau - Kathrin
      lila - Hansi

      Wir hatten die etwas stressigen Weihnachtsfeiertage mit meinen Eltern wunderbar hinter uns gebracht, am zweiten Feiertag hatten wir gemeinsam Siobhan und den kleinen Fionn besucht. Die Mutter von Ty und meine hatten der Mutter kaum eine Chance gegeben ihn zu halten – dabei hatte ich beinahe Tränen in den Augen gehabt. Nie würde meine Mutter einen eigenen Enkel in den Armen halten, das tat mir irgendwie dann doch Leid. Silvester war hier auf der Insel und in näherer Umgebung nicht viel los gewesen – umso besser war es für die Pferde gewesen. Zwar hatten wir gemeinsam ein wenig gefeiert, aber nicht sonderlich groß, die Arbeit musste weiter gehen.
      Freudig stand ich nun am Rande des Offenstalles beobachtete die Hengste, die mit dem gerade zu ihnen gelassen Gwyn umher tobten, sich aber nach wenigen Minuten schon wieder beruhigten. Es freute mich besonders, dass sich Draki und auch Moon so Klasse in unsere recht große Hengsttruppe integriert hatten – klar durch ihre kleinen Verletzungen standen sie nachts lieber drinnen in den Boxen, aber jeden Morgen kamen sie zu den anderen raus. Zwar hatte ich Moon eine Decke für den Winter geben wollen, doch Cayden winkte ab, da dies nur den Wärmehaushalt des Hengstes stören würde, Recht hatte er ja dabei. Gwyn hatte ich heute morgen leicht lahmen sehen, also hatte ich ihn aus dem Offenstall geholt und das rechte Vorderbein untersucht – da es jedoch weder heiß war oder geschwollen hatte er sich vielleicht erstmal nur vertreten. An die Pinnwand im Stall hatte ich gleich einen Zettel gepinnt, dass Gwyn beobachtet werden sollte, dann hatte ich die Zeit gleich genutzt um den Hengst ein wenig zu putzten.
      Ein Blick auf das Display meines Handys verriet mir die Uhrzeit – fast 9 Uhr – bedeutete unser Frühstück stand gleich an! Somit bewegte ich mich durch den feinen, aber zutiefst nervigen Nieselregen hinein ins Haus – das schlimme war gar nicht die Nässe an sich, aber wenn es mehrere Tage nur durchregnete, man durch den Nebel fast nichts sah und der Wind einem um die Ohren pfiff – machte die Arbeit im freien kaum Spaß. Zumindest ging es mir so…manchmal auch Hansi, diejenigen unter den Mitgliedern des Hofes die sich schon ewig in Schottland aufhielten oder gar hier aufgewachsen waren, tja die schienen dieses Wetter vollkommen zu ignorieren. Im Vorflur entledigte ich mich meiner gefütterten Gummistiefel, sprang ein wenig auf der Stelle um die innere kälte meiner Glieder loszuwerden, da ging die Tür erneut auf und Aiden kam mit nassen Haaren hinein. Zusammen mit ihm hatten wir seit um sieben den Paddock von den gröbsten Pferdeäpfeln befreit und die Pferde mit frischem Heu versorgt. Hansi hatte sich dazu bereit erklärt Moon und Draki zu den anderen zu stellen, während Cayden und Kathi sich heute um unser Frühstück kümmerten. Ich mochte diese Art der Aufgabenverteilung, rieb mir ein letztes Mal die Hände aneinander und hielt Aiden dann die Tür zum Rest des Flures auf. „Hinein in die gute Stube“ meinte ich und folgte ihm auf dem Fuße in die gemeinsame Küche des geräumigen Haupthauses. Mit einem plumpsen ließ ich mich an meinem Platz nieder, legte die Hände wohltuend um die Warme Tasse Tee und versuchte nippender Weise ihn mir einzuflößen. „Also…ganz ehrlich, wenn wir bei der Stallgasse nicht bald etwas tun, dann brech ich mir bei den dämlichen Holpersteinen noch den Hals!“ murrte ich ein wenig in die Tasse. Die anderen hatten sich auch bereits an den Tisch gesetzt, sodass sie auch mitbekamen wovon ich rede. Hansi warf ebenfalls eine Tirade gegen die Stallgasse ein – klar sie und der ganze Stall war noch aus der Gründungszeit des Hofes und man hing an der Nostalgie. Die alten Holzbalken, die Mauern aus Stein ließen einen an das Mittelalter denken, wenn man darin stand – aber nicht nur wir hatten Probleme mit den holprigen Steinen der Stallgasse, auch die Pferde eierten darüber hinweg. „Bevor wir hier im Haus neue Möbel besorgen, will ich erst die Stallgasse ordentlich haben – da ist mir die Nostalgie ehrlich gesagt egal!“ meinte Hansi – zwar war er mittlerweile ein Angestellter und durfte viele Entscheidungen treffen, doch die höchste Entscheidungsgewalt lag bei Kathi und Cayden, nach unserer Hochzeit auch bei mir.
      „Glaubst du wirklich ich hätte etwas dagegen? Diese Steine sind eine verdammte Todesfalle!“, murrte ich und streckte meine Hände aus um die verkrusteten Stellen zu zeigen, die ich mir am Vortag eingefangen hatte, als ich mich lang auf die Nase gelegt hatte.
      „Von dem Azubi den wir bald kriegen hatte ich euch erzählt richtig?“
      Schweigen.
      Alle in der Küche sahen mich ratlos an und ich meinte im Hintergrund die Grillen zirpen zu hören.
      „Es ist Winter, es gibt keine Grillen!“, murmelte ich. Obwohl ich nicht gedacht hätte, dass dies überhaupt möglich war, wurden die Blicke noch ratloser.
      „Oh.. also, wir kriegen vermutlich bald einen Azubi zugeteilt, ich habe letztens die Prüfung abgelegt und wir sind jetzt offiziell ausbildungsberechtigt. Hatte ich das echt nicht erzählt?“
      Schweigen.
      „Leute?!“
      Ich sah wie Hansi langsam den Kopf schüttelte. „Jetzt wisst ihr jedenfalls Bescheid!“, schmollte mich und vergrub mich hinter meiner Kaffeetasse.
      Den Rest des Frühstücks unterhielten wir uns nur noch über Belanglosigkeiten, dann sahen alle so schnell es ging zu, dass sie an die Arbeit kamen.
      Eigentlich hatte ich den Auftrag einen Handwerker zu finden, der die Stallgasse ausbessert, gerade an Cayden abschieben wollen, da war er auch schon an mir vorbeigehuscht und hatte die Tür hinter sich zugeworfen.
      „War ja klar, jetzt darf ich mich wieder um den langweiligen Mist kümmern“, zischte ich leise, schenkte mir noch einen Kaffee ein und begab mich dann Richtung Büro um die Arbeit rasch hinter mich zu bringen.

      Nachdem Kathi die Sache mit dem Azubi erwähnt hatte, hatten es seltsamerweise alle sehr eilig an die Arbeit zu kommen. Ich begleitete Aiden schnell in den Stall um mir Gwyn zu sichern, bevor jemand anderes die Möglichkeit hatte. Auch wenn ich es niemals zugeben würde bedeutete mir der Hengst verdammt viel, man konnte ihn fast als mein Lieblingspferd bezeichnen. Ach, streichen wir das 'fast'.
      'Gwyn's Bein beobachten', entzifferte ich aus der schnell hingekrakelten Notiz an der Pinnwand mit etwas Mühe. „So'n Mist!“, fluchte ich, dabei hatte ich eigentlich mit ihm auf den Geländeparcours gewollt.
      „Viel Spaß dabei Gwyn zu putzen!“, hörte ich Aiden aus einer der Boxen lachen. „Wieso?“, gab ich zurück, „ich dachte Sarah hätte das vorhin gemacht?!“
      „Mag schon sein, aber davon ist nicht mehr allzu viel übrig!“
      Wieder hörte ich ihn Lachen.
      „Du bist so ein schadenfrohes Ekel!“, zog ich ihn auf und seufzte laut als ich den (ehemals) schneeweißen Hengst sah, der mir freudig zuwieherte.
      „Du ebenfalls!“
      Er hatte sich offensichtlich gerade genüsslich im eigenen Dreck gewälzt und hätte so locker als Brauner durchgehen können. „Nein, nimm den Kopf weg!“, warnte ich, als er seinen großen, schmutzigen Schädel gerade an meiner Schulter reiben wollte. „Du bist 'ne elende Drecksau, weißt du das?“, murrte ich, trat einen Schritt zur Seite und gab ihm den Befehl aus der Box zu treten. Ein wenig stolz war ich schon darauf, dass er mir auf's Wort gehorchte, bei den anderen klappte das nie so gut. Gwyn stubste mir die Nase in den Bauch und ich musste unwillkürlich grinsen. „Abmarsch jetzt.“, befahl ich wieder etwas gefasster und der Hengst stellte sich mitten in die Stallgasse um sich nochmals gründlichst schrubben zu lassen.
      Gerade kämpfte ich mit einem großen Fleck auf Gwyn's Hinterteil, als Cayden mit Ikarus im Schlepptau den Stall betrat. Eine Weile gingen wir schweigend unserer Arbeit nach während im Hintergrund 'Heidevolk' aus den Boxen trällerten.
      „Könnt ihr diesen Krach nicht mal aus machen?“, knurrte Cayden, woraufhin er mit einen finsteren Blick von Aidan und mir bestraft wurde. Dennoch ging ich nach einem längeren Zögern zur Musikanlage und drehte sie leiser, aber nicht aus. Cayden konnte mit diesem 'Holländischen Käse', wie er es gerne nannte einfach nichts anfangen.
      Ich widmete mich wieder Gwyns Hintern und erneut herrschte Schweigen. Aiden räusperte sich. Wir blickten uns vielsagend an, die gleiche Frage auf den Lippen.
      „Uuund?“, sprach ich sie als erster aus „was hältst du von der Sache mit dem Azubi?“
      Einen Augenblick dachte ich er hätte mich gar nicht gehört und wollte die Frage gerade wiederholen.
      „Ich weiß nicht.“, murmelte er. Schweigen.
      Ich trommelte ungeduldig mit einer Hand auf Gwyns Rücken.
      „Ich weiß nicht.“
      „Du wiederholst dich.“, warf Aiden ein, allerdings so leise, dass nur ich ihn hören konnte.
      „Ich bin mir nicht sicher, ob wir wirklich schon wieder jemand neues hier haben müssen.“, dann fing er an zu grinsen. „Immerhin haben wir dich gerade erst halbwegs anständig erzogen.“ Die Bürste verfehlte Cayden nur knapp und fiel hinter ihm scheppernd zu Boden. Ikarus spitzte kurz die Ohren und verfiel dann wieder in seinen Halbschlaf.
      „Och ich weiß nicht, eine heiße Blondine die mir ein wenig zur Hand geht, hätte schon was.“, hörte ich Aiden lachen. Wir stimmten ein. Cayden verstummte als erstes und verfiel wieder in seine nachdenkliche Stimmung. „Aber was soll das heißen, wir kriegen einen zugewiesen? Nachher taucht irgendein Schwachkopf hier auf und bringt alles durcheinander..“
      „Wäre es dir lieber, wenn ich wieder den erstbesten Besoffenen vom Festival anschleppe, so wie Hansi?“, rief ich etwas lauter als beabsichtigt und sah belustigt wie Cayden zusammenzuckte. Hansi wollte wohl gerade zu einer Gegenwehr anstimmen, verstummte dann aber mitten im 'Eh', als er feststellte, dass er dem nichts entgegenzusetzen hatte. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht klopfte ich Cayden auf die Schulter. „Keine Sorge, das wird schon und es ist nicht so, dass wir den erstbesten Deppen von der Straße angedreht kriegen, das letzte Wort haben immer noch wir und die ein oder andere helfende Hand mehr kann wohl kaum schaden, allmählich wächst uns die Arbeit doch allen über den Kopf.“ Das schien seine Sorgen zumindest ein wenig zu zerstreuen. Gut gelaunt klatschte ich in die Hände. „Die Handwerker kommen übrigens in 2 Wochen.“ Mit diesen Worten auf den Lippen machte ich mich auf den Weg nach draußen um Argo einzusammeln, nicht ohne vorher die Musik wieder aufzudrehen wohl wissend was Cayden von dem 'Holländischen Käse hielt'.
      Ich kam gerade mit dem Hengst Bucks am Strick den Weg zum Stall hinauf – es regnete immer noch, dabei zog sich die Kälte bis in die Tiefe meiner Kleidung, sodass auch irgendwie das Gefühl hatte mir in die Hose gemacht zu haben. Ich seufzte betreten, froh gleich diesem Nebel – Nieselregen Gemisch aus dem Weg gehen zu können. Ich hatte bereits mit Braum ein wenig in der Halle longiert – der Kleine würde im Verlauf dieses Jahres ganz schonend angeritten werden und konnte sich bereits jetzt mit dem Gewicht eines Sattels anfreunden. Außerdem wollte ich später irgendwann mit dem Stutfohlen Primo Victoria ein kleines Führtraining für unsere nächste Fohlenschau machen. Bucks hingegen wollte ich ein wenig putzten – nachdem ich fast eine gute halbe Stunde damit zugebracht hatte ihn vom Paddock zu holen. Einerseits hatte es mich gefreut ihn wieder mit allen Hengsten in den Offenstall entlassen zu können nach seiner Genesung – er hatte ein Hufgeschwür gehabt, welches langsam aber sicher doch abgeklungen war. Auf der anderen Seite ließ er sich zwar mittlerweile „recht gut“ händeln, aber in vielen Situationen keilte er ohne ersichtlichen Grund aus. Aus diesem Grunde hatte ich auch den beiden Mädchen Maeve und Lia geraten von ihm Abstand zu halten, zumal sich Lia noch immer von ihrem gebrochenen Arm erholte. In letzter Zeit hatte ich mich oft in den Büchern wieder gefunden, im Internet geschaut und auch befreundete Trainer angeschrieben wegen dem „Problem“ mit Bucks. Im Grunde ging es ihm gut unter den Hengsten, er hatte seine Kumpels, genoss es draußen zu sein, sogar die Leckerli und Streicheleinheiten schien er zu genießen. Wir konnten alle nicht verstehen was in dem kleinen Pottockhengst so vor sich ging, klar war nur – er würde wahrscheinlich nie wie jedes andere Pferd werden, darin bestand aber auch ein Risiko für mich und jeden der ihn versorgte. Erst letzte Woche hatte er einen saftigen Tritt in Richtung Kathi ausgeteilt, dem sie nur knapp entgehen konnte. So in Gedanken versunken erschrak ich plötzlich als der Hengst gegen meine Schulter prallte – die Ohren tief angelegt. Kathi kam gerade aus dem Stall, in dem deutlich hörbar Musik drang, ich liebte die Tatsache,dass wir dort Boxen hatten! Bucks schien sich offenbar tierisch vor Kathi erschreckt zu haben, zappelte nun an der Hand und zeigte deutliche Ansätze vorn hoch zu gehen. Quietschend bewegte er sich plötzlich deutlich in meine Richtung, was mich dazu veranlasste den Strick sofort durch den Ring des Halfters gleiten zu lassen und aus der Bahn zu gehen. Wir nutzten nie einen Panikhaken, sondern nutzten einfach eine einfache Schnur, die problemloser durch den Ring zu ziehen war um aus dem Weg zu gehen. Im unruhigen Stechtrab bewegte sich der Hengst aus unserer Reichweite, drehte uns dann deutlich die linke Seite seines Körpers zu – nur allmählig schien die Fassung zurück zu kommen. Kathi war stehen geblieben, blickte zerknirscht lächelnd zu mir herüber – unser Sorgenkind! „Das fällt mir immer öfter auf….du bist von rechts gekommen….und schau er dreht uns seine linke Seite zu.“ Nachdenklich begann ich an meiner Unterlippe zu kauen, dachte an all jene Momente an denen er so reagierte. „Was sagst du dazu?“

      Wir sollten da dringend ‘nen Tierarzt drüber gucken lassen“. In Gedanken versunken beobachtete ich den Hengst, der immer noch etwas hin und her tänzelte. „Wollte Eddi nicht eh die Tage mal vorbeischauen? Dann kann sie ihn ja vielleicht gleich ein bisschen genauer untersuchen.“
      „Stimmt wohl.“
      „Gut, fragst du sie dann noch eben? Ich wollte gerade mit Argo ein wenig ausreiten, willst du mitkommen? Vielleicht kriegen wir die anderen Chaoten ja auch noch mit.“, grinste ich. „Jetzt mach dir keinen Kopf, so schlimm wird das mit Bucks schon nicht sein“, versuchte ich sie zu trösten, obwohl ich mir selber nicht sicher war, was ich von der Sache halten sollte.
      „Ja bitte, bringst du mir Yoomee mit?“
      „Klar.“

      Gut 10 Minuten später trat ich mit den beiden Ponys im Schlepptau wieder in den Stall und legte mich prompt lang über die Stallgasse.
      Argo legt die Ohren an, tänzelte ein paar Schritte zur Seite und sprang noch im selben Moment wieder zurück um Ikarus‘ Zähnen zu entgehen, wobei sie Yoomee gefährlich nahe in Richtung Wand stieß. Cayden reagierte zum Glück blitzschnell und trennte die Streithähne bevor schlimmeres passieren konnte.
      Hansi lachte.
      „Vollidiot!“, rief ich zu ihm rüber, murmelte Cayden ein zerknirschtes ‚Danke‘ zu und rappelte mich auf.
      „Sarah und ich wollen gleich ausreiten gehen, will wer mitkommen?“, fragte ich in die Runde und vergewisserte mich, dass die Pferde sicher angebunden waren.
      Eine Weile später verließen Cayden, Sarah, ich und Hansi, der etwas zerknirscht auf Ikarus saß, weil Gwyn leider noch nicht wieder ganz klar lief, den Hof. Eine Weile ritten wir schweigend den Trampelpfad entlang der von unserem Hof weg führte. Cayden eilte mit Darym ein ganzes Stück voraus, gefolgt von Sarah und Yoomee. Ich hatte schwer zu kämpfen mit Ikarus Schritt zu halten, offenbar war heute nicht Argo’s bester Tag.
      „Na, haste Angst dich nochmal auf die Nase zu legen wenn du zu schnell reitest?“, grinste Hansi zu mir herunter. Kurz darauf hatte er meine Gerte in der Seite. „Ich weiß schon warum ich die mitgenommen habe!“, lachte ich, als Hansi mich irritiert anschaute. „Und jetzt mal ein bisschen Respekt vor deiner Chefin, mein Lieber! Bevor du an mir rumkrittelst lern lieber mal das Einflechten!“
      „Da muss ich ihr allerdings rechtgeben, ich glaub die Knoten in Thowras Mähne krieg‘ ich nie wieder raus.“, grinste Sarah, die sich hatte zurückfallen lassen und nun neben mir ritt. Hansi öffnete den Mund und beschloss, dass es doch besser war nicht gleich ZWEI seiner Chefs gegen sich aufzubringen.
      „Cayden, wo willst du eigentlich so schnell hin?“, rief er stattdessen nach vorne, denn Pferd und Reiter waren bereits fast vollständig im langsam aufsteigenden Nebel verschwunden. Wir ließen die Pferde antraben um aufzuholen.
      „Also, wo wollen wir hin?“, fragte Sarah in die Runde.
      „Lasst uns die Runde am Meer lang nehmen, ich war schon ewig nicht mehr da!“, rief Hansi aufgeregt.
      „Och nööö..“, doch leider wurde meine fehlende Begeisterung einstimmig ignoriert und so schlugen wir den Weg Richtung Küste ein.

      Cayden – noch immer gut drei Pferdelängen vor uns – führte die Truppe hinunter zur Küste, auch wenn sich Kathi von dieser Idee nicht begeistern ließ. Für Yoomee und auch für Argo würde dies der erste Kontakt zum Meer werden. Ikarus wurde sichtlich schneller, kein Wunder, denn im Sommer hatten sich die Jungs hier unten Rennen geliefert. Zwar wurde der Vollbluthengst nun mehr auf Military trainiert, aber seine einstige Rennkarriere steckte ihm natürlich noch immer in den Knochen. Darym und Cayden hatten auch ihren Spaß am Sprung, denn der Hengst zeigte dafür wahrliches Talent darin. „Komm schon Kathi, zieh nicht ein solches Gesicht, oder hast du Angst nass zu werden?“ neckte sie Hansi von irgendwo weiter vorn und Kathi streckte ihm nur die Zunge raus. Ich beobachtete derweil unsere Umgebung, ganz anders als im letzten Winter in dem wir im Schnee versunken waren, gab es dieses Mal zwar eine Schweinekälte aber keinen Schnee. Noch jetzt lagen auf den Gräsern gefrorene Tautropfen, die den Eindruck von Schnee gaben. Erst in der letzten Nacht hatten wir Temperaturen von -10 Grad gehabt, sodass ich mich in meinen vielen Schichten von Sachen etwas ungelenk auf dem Pferd fühlte. Während allerdings mein Oberkörper wunderbar warm war, begannen meine Füße bereits in den Eisklumpenmodus zu gehen. Zwischen den Gräsern lagen mit ihrer dichten, weißen Wolle einige Schafe, die als solche beinahe nicht zu erkennen waren, sondern eher aussahen wie Nester. Als die Pferde den ersten Huf auf den etwas ungewohnt, tiefen Sand des Strandes setzten, senkten sie den Kopf um zu sehen was das denn genau war. Yoomee trabte etwas voran, ein kleiner Stechtrab mit hoher Beinaktion, da sie ganz offensichtlich den Sand nicht ganz Geheuer fand. Die anderen blieben stehen, bis ich mein Pferd etwas beruhigt hatte, dann ging es im Schritt weiter. „Langsam friert mir das Gesicht ein und meine Hände und Füße spür ich auch nicht mehr, dabei sind wir gerade mal ne Viertelstunde unterwegs“ stöhnte ich in Richtung Kathi, die mir nur einen erwidernden Blick zuwarf. Dann deutete sie nach vorn zu Ikarus, bei dem Hansi offensichtlich Probleme hatte ihn vom Schritt zu überzeugen. Gemeinerweise galoppierte sie nun an, preschte dicht zwischen Darym und Ikarus vorbei und rief irgendetwas das ich nicht mehr verstehen konnte. Auch ich gab Yoomee die Zügel und eine leichte Galopphilfe, folgte den anderen im rasenden Galopp. Argo und Kathi gelang es nicht lang an der Spitze zu bleiben, denn Ikarus holte sie in Windeseile ein, dahinter folgte Argo, die auch ordentlich Versengeld gab, dann kam Cayden auf Darym während ich das Schlusslicht bildete. Nach einer ordentlichen Runde im gestreckten Galopp parierten wir alle wieder zum Trab und anschließend zum Schritt durch. „Gewonnen“ feixte Hansi, grinste breit und hob die Faust in die Höhe – Ikarus stand bis knapp zu den Knöcheln im Wasser, während sich Kathi auf Argo von hinten nährte und ihm einen Stoß an der Schulter gab. Eigentlich nicht im bösen gemeint, verlor Hansi ein wenig das Gleichgewicht, dass Ikarus in dem Moment nervös zur Seite ging trug dann nicht gerade dazu bei das ihm wieder mehr Gleichgewichtssinn dazu kommen zu lassen. Da landete Hansi also im – wortwörtlich arschkalten Wasser und schneller als wir hätten „Achtung“ sagen hören können, war er auch schon wieder am Stand – seine komplette linke Seite war nass und einiges hing in seinen Haaren. „Okay, dann ist der Ausritt hier beendet – zurück zum Hof!“ kommandierte Cayden, der dem nun bereits ruhigeren Ikarus an den Zügeln hielt während Hansi mürrisch aufstieg. Ich jedoch wandte mich mit erhobenem Zeigefinger an Kathi „Lass solche Späße in Zukunft!“ befahl ich wobei ich mir ein fettes Grinsen ja doch nicht von den Lippen wischen konnte.
      Zurück am Hof versorgten wir die Pferde, gaben ihnen ein wenig Futter und schickten Hansi ins Haupthaus vor den Kamin. Anschließend teilten wir uns wieder auf, ich brachte die beiden Stuten zurück und Cayden die Hengste, während Kathi den Schmutz aus der Stallgasse etwas beseitigte – dieses Mal hatte sich keiner von uns auf die Nase gelegt. Cirilla und Primo befanden sich in einer der geräumigen Boxen, während wir den älteren Camilero zusammen mit Braum in einer anderen Box zu stehen hatten. Ansonsten befand sich kein Pferd in den anderen Boxen, morgen würde Smaug nun endgültig den Hof verlassen. Für heute jedoch hatten wir die Nase voll und gingen drinnen.

      Zwei Wochen später werkelten die Handwerker fleißig in der Stallgasse, der Termin für den Tierarzt war gelegt und Gwyn lahmte noch immer ab und an. Hansi jedoch war wegen einer Bronchitis erst einmal an das Bett gefesselt, da der Landarzt befürchtete daraus könnte eine Lungenentzündung werden. Kathi hatte ihm eine Tafel Schokolade als Entschuldigung geschenkt, sodass sie sich nun von neuem gemeinsam in die Pfanne hauen konnten. Braum machte im Round Pen mit dem baumlosen Sattel auf dem Rücken wirkliche Fortschritte und auch Aesi kam dem Thema einreiten immer näher. In der Arbeit vom Boden aus hatte sie etliche Erfahrung, Sattel und Trense waren ihr bereits geläufig und nach und nach würde ich mich auf ihren Rücken schwingen. Braum hatte jedoch noch eine ganze Weile Zeit bevor sich jemand auf seinen Rücken setzten würde. Argo hatte sich mittlerweile super eingelebt, wenn auch das Training etwas haperte, die Stute hatte in ihrer Filmzeit keine richtige Reitweise kennengelernt und die Dressur schien nicht ihr Steckenpferd zu sein. Kathi und ich spielten deshalb mit dem Gedanken, sie wie Stormbringer Western umschulen zu lassen. Aiden beschäftigte sich in der letzten Zeit besonders mit dem etwas fettleibigen Yael, damit dieser nicht noch weiter auseinander gehen würde und vor allem fitter. Zumindest zeigte der Hengst reges Interesse in der Dressur und wir wollten ihn einfahren in diesem Jahr um ihn für die kommende Turnier und Körungssaison vorzubereiten. Besonders legten wir auch Wert auf das weitere Training unserer Stuten, besonders der Connemaras damit wir bald mit ihnen auf geeigneten Krönungen starten konnten. Im Grunde jedoch legten wir nicht den kompletten Tag darauf aus, die Stuten und Hengste sollten einfach ihr Leben bei uns genießen können. Maeve und Lia waren jetzt in der Unterrichtsfreien Zeit oft auf dem Hof – kümmerten sich um ihre Lieblingsstute Soul Dance, gingen zusammen mit Draki und Moon spazieren und ritten fast jeden Tag. Noch mussten sie eine Menge lernen, das taten sie fleißig auf Kürbis und Eisblume, die als Lehrpferde wunderbar waren und lernten auch mit Soul Dance die Arbeit mit der Kutsche näher kennen. „Na wenn das so weiter geht, werden die beiden bald die Nachfolge hier antreten“ witzelte Cayden. Ich erwiderte darauf nichts weiter und biss in mein Toast belegt mit Käse, welches ich mir von drinnen mit gebracht hatte. Die Temperaturen waren noch immer kalt, aber man hielt es ganz gut draußen aus. Gamhain und Corvus erfreuten sich derweil an den Futterresten die Soul Dance rechts und links neben dem Futtereimer verteilte. „Mensch, fressen nicht ständig daneben schütten“ tadelte ich sie leicht und scheuchte die Köters beseite….ulkige Angewohnheit, die sie sich da angeeignet hatte. Ich strich ihr über die Rückenparte, flauschte durch das dicke Fell und erfreute mich einfach an der kleinen Stute. Es war Zufall gewesen, das ich ihre Verkaufsanzeige gesehen hatte und sofort ihre Besitzerin angeschrieben gehabt – ich und Amy waren es damals gewesen, die Soul eingeritten hatten. Das sich unsere Wege noch einmal kreuzen würden nachdem sie mit Pepe nach Kanada gegangen war, hielt ich zunächst gar nicht für möglich und nun befand sie sich in meinem Besitz. Sie war noch jung, hatte jedoch schon eine ganze Menge an gutem Training genossen. Es stand zur Debatte, sie vielleicht eine kleine Weile zu Vina ins Training zu geben zum Zirkuspony, doch so schnell wollte ich sie nun auch nicht wieder fort schicken – eine Reise nach Prag würde ziemlich lang für sie werden. Im Grunde konnte ich ihr einige Dinge auch selbst beibringen, oder Maeve und Lia würden dies sicher auch gern ausprobieren. Wundersam wie ich diese beiden Mädchen schon zum Inventar den Hofes zählte….
      Nach einer weiteren Woche sahen wir uns einer vollkommen erneuerten Stallgasse gegenüber in der weder wir noch die Pferde stolpern konnten. Kathi und ich „hüpften“ vor Freude durch die Gasse, grinsten uns beide Gegenseitig vollkommen dümmlich an und waren einfach nur froh. „So ist´s wirklich viel besser als der alte Zustand!“ sagte Hansi, der dick eingepackt, die Taschen mit etlichen Taschentüchern bestückt, noch immer heiser neben uns stand. Unmerklich hielt ich Abstand von ihm, da ich keinerlei Interesse daran hatte ebenfalls krank zu werden.

      Islandpony Pferdeausbildung Mystical II Cirilla & Primo Victoria II Fohlen ABC
      (c) Islandpony


      Tag 1:
      Ich saß im Auto und fuhr die lange Landstraße entlang. Heute war mein erster Arbeitstag. Um uns die Restaurierung des alten Hofes leisten zu können, hatten Askan, Maya und ich beschlossen mit einem kleinen Ausbildungsbetrieb etwas zu verdienen. Dabei war mir die Aufgabe der Jungpferdeausbildung zugefallen, da ich, wie Maya sagte „ein gutes Händchen und die richtige Geduld dazu“ hätte. Und kaum waren unsere Flyer verteilt und die Homepage gehostet worden, war der erste Auftrag eingeflattert. Fohlen ABC mit zwei Jungspunden. Eine Berber- und eine Vollblutstute. Ich freute mich darauf und hoffte, dass alles so klappen würde, wie ich es mir ausmalte.

      Nach ein paar Stunden Fahrt traf ich am Caed Crevan ein. Dort parkte ich und stieg dann aus. Mein Hotel für die nächsten Tage würde ich nach der ersten Trainingseinheit aufsuchen. Kaum stand ich außerhalb des Autos, kam mir auch schon eine junge Frau entgegen. Sie hielt mir die Hand hin „Hallo, Sie müssen Frau Tumble sein. Ich bin Sarah Kyren“, sagte sie. „Sarah?“, fragte ich überrascht. „Genau wie ich.“ Wir mussten lachen. Nachdem ich ein wenig über meine Qualifikationen erzählt hatte und nach welchem Prinzip ich arbeitete, gingen wir gemeinsam zum Offenstall der Jungpferde. Darin standen vier hübsche, junge Pferde in verschiedenen Farben. „Und wer sind meine Schützlinge?“, fragte ich. Frau Kyren zeigte auf eine Schwarzbraune mit leichten Spots, die ein Vollblutähnliches Aussehen hatte, und meinte: „Das ist Primo Victoria. Und das…“ sie zeigte auf eine wahnsinnig hübsche, braune Stute „ist Cirilla.“ „Okay“, ich nickte. „Ich würde sagen, ich mache mich heute erst einmal mit den beiden vertraut.“ Frau Kyren nickte und ließ mich dann allein. Fünf Minuten blieb ich noch am Zaun stehen, dann betrat ich den Offenstall. Von hinten stieß mich etwas an. Überrascht drehte ich mich um. Es war ein kleiner Falbschecke. „Nanu, wer bist du denn?“, fragte ich überrascht. „Zu dir wollte ich eigentlich nicht.“ Trotzdem streichelte ich den Kleinen kurz, bevor ich auf Cirilla zuging. Die kleine Braune kam gleich neugierig auf mich zu und schnoberte erst einmal meine Hand ab. „Na du?“, fragte ich. Ich sprach immer mit den Pferden. Das gab mir ein beruhigendes Gefühl. „Die nächsten Tage werden wir wohl zusammen verbringen. Also ist es gut, wenn du mich gleich von Anfang an magst“, ich lächelte und verbrachte noch fünf Minuten damit, die Stute zu kraulen, bevor ich mich auf den Weg zu Primo Victoria machte. Die Vollblutstute war nicht so neugierig und ließ sich zwar von mir streicheln, war aber nicht so beeindruckt. Ich verbrachte zehn Minuten bei ihr, bevor ich entschied, dass es für heute reichte. Morgen würde es dann wirklich anfangen.

      Tag 2
      Ich kam gleich morgens von meinem Hotel zu den beiden Fohlen rüber gefahren. Auf dem Hof herrschte schon reges Treiben. Schubkarren fuhren herum und Pferde wurden geführt. Ich begrüßte Frau Kyren, die es eilig zu haben schien und ging dann zum Offenstall. Dort war es bisher noch still. Am Zaun hingen zwei Halfter, die ich gleich mit nach drinnen nahm. Heute sollte es nämlich Halftergewöhnung geben. Das kleine Falbfohlen kam mir gleich wieder entgegen und forderte eine Streicheleinheit. Die bekam es, da ich sowieso früh und nicht unter Zeitdruck war. Danach ging ich auf Cirilla zu. Diese ließ sich erst von mir streicheln und erforschte dann das Halfter. Sie knibbelte daran herum, schwenkte es, nahm es und gab es mir zurück. Ich ließ sie machen, da ich wusste, dass sie sich so am besten daran gewöhnen würde. Und tatsächlich, als ich es ihr nach ein paar Minuten hinhielt, schlüpfte sie selbstständig hinein und ließ es anstandslos schließen. Ich lobte sie und ließ sie es ein paar Minuten anhaben, damit sie sich an das bisher ungewohnte Gefühl gewöhnte. Danach bekam sie aber ein großes Lob. Selten hatte ich ein Fohlen erlebt, das so wenig Widerstand beim Halfter aufziehen zeigte.
      Als nächstes ging ich wieder zu Primo Victoria. Die Stute sah mich eher scheu an, ließ sich aber wieder ruhig kraulen und als ich ihr das Halfter zeigte, schnupperte sie kurz daran. Ich ließ ihr Zeit und wartete einfach ab. Nach einer gewissen Zeit schien sie doch wissen zu wollen, was dieses Ding hier machte und wofür es gut war. Sie stieß es an, damit es schwenkte und sah mich dabei die ganze Zeit verunsichert an. Sie wusste nicht, was sie tun sollte und ob das richtig war. Ich ermunterte sie mit lieben Worten, weiter zu machen und sie tat es. Nach ein paar Minuten spielen zog ich ihr das Halfter langsam über den Kopf. Ein wenig nervös fing sie an herumzutanzen. Ich ließ mich davon nicht beeindrucken und schloss die Schnalle. Während die Stute ein wenig tänzelte und nervös die Nüstern blähte, hielt ich sie fest und sprach auf sie ein. Als sie ruhig stand, lobte ich sie und nahm das Halfter ab. Zufrieden mit der heutigen Trainingseinheit verabschiedete ich mich von den Jungpferden und verließ den Offenstall.

      Tag 3:
      Am nächsten Tag kam ich erst nachmittags zu den Kleinen, da sie morgens auf die Winterkoppel gelassen worden waren. Cirilla schien davon noch ganz erschöpft und lag im Stroh. So entschied ich, heute mal mit Primo Victoria anzufangen. Die kleine Stute war weiterhin misstrauisch, ließ sich aber relativ anstandslos das Halfter anziehen. Diesmal hakte ich auch einen Strick ein. Sie schien verwirrt und sah mich unsicher an. Ich beruhigte sie und ging los. Sie blieb stehen. Ich zog leicht am Strick und sie stieg sofort. Schnell war ich neben ihr und holte sie runter. Ich schimpfte sie, denn auch wenn dieses Verhalten verständlich, durfte sie sich so etwas nicht erlauben. Dann ging ich erneut los. Diesmal kam sie mit, zog mich allerdings eher. Ich wies sie mit einer Gerte zurück, bis ihr Kopf neben meiner Schulter war. Es dauerte eine Stunde, bis sie begriffen hatte, dass sie neben mir mitzugehen hatte. Aber dann klappte es relativ gut. Ich lobte und ließ sie los und sie galoppierte gleich ans andere Ende des Paddocks, während ich zu Cirilla ging. Diese schien ziemlich müde, jedenfalls war sie ziemlich ruhig und beschnupperte den Strick nur kurz neugierig, bevor sie ihn sich ruhig anziehen ließ. Als ich sie jedoch anführen wollte, schien sie aus dem Tiefschlaf hochzuschrecken. Sie sprang gleich ein paar Meter vor und als sie merkte, dass ich sie hielt, begann sie, Bocksprünge zu machen. Mit Mühe konnte ich sie beruhigen. „Mausi, was wird das denn?“, fragte ich mit betont ruhiger Stimme. Langsam kam sie zum Stehen und ich nahm den Strick kürzer. Dann gingen wir erneut los. Diesmal hielt ich sie zurück und klopfte mit der Gerte leicht auf die Brust. Sie zappelte zwar noch ziemlich, aber nach einiger Zeit gab sie nach und wurde ruhig. Ich lobte sie überschwänglich. Nach zehn Minuten machte ich Schluss, da ich das Gehirn des Fohlens nicht überstrapazieren wollte.

      Tag 4:
      Auch heute kam ich erst gegen Nachmittag zu den Fohlen. Diesmal allerdings aus dem Grund, dass ich ein wenig verschlafen hatte. Cirilla stand bereits am Tor und schnaubte freundlich als ich kam. Ich begrüßte sie mit einer Streicheleinheit. Heute wollten wir das Anbinden üben. Ich halfterte Cirilla auf, was inzwischen völlig problemlos klappte. Dann führte ich sie aus dem Offenstall. Da hüpfte sie natürlich erst ein bisschen herum, schließlich war sie noch nicht oft draußen gewesen und am Strick noch nie. Sie ließ sich aber leicht beruhigen und ich führte sie an den Zaun. Das erste was ich tat, war den Strick seitlich am Halfter zu befestigen, da ich, für den Fall, dass sie zurücksprang, ihren Rücken schützen wollte. Dann band ich sie fest. Das schien ihr allerdings nicht zu gefallen. Sie scharrte und trampelte auf der Stelle. Ich ließ sie länger so stehen, ohne sie zu beachten. Nach einer Zeit schien sie sich zu wundern, dass ich sie ignorierte und sie stand still. Ich drehte mich schnell um und lobte sie. Als sie wieder anfing zu zappeln, drehte ich mich wieder weg und ignorierte sie, bis sie aufhörte. So ging das ein paar Mal, bis sie zehn Minuten lang still stand. Dafür lobte ich sie noch einmal besonders und dann ließ ich sie wieder in den Offenstall. Jetzt war Primo Victoria dran. Die kleine, schwarze Stute war nicht so leicht zu händeln wie Cirilla und ich hoffte, dass es keine größeren Probleme gab. Aufhalftern ließ sie sich heute jedoch brav. Und das Führen klappte zu meiner Überraschung gut. Aber als wir den Offenstall verließen, passierte, was passieren musste. Victoria gab sich nicht mit ein paar Bucklern zufrieden, sie bockte wie ein ausgewachsenes Rodeopferd. Ich merkte, dass es weder Angst, noch Widerstand war. Es war Freude mit ein wenig Nervosität. Trotzdem wies ich sie streng zurecht. So etwas durfte sie sich nicht erlauben. Nur langsam beruhigte sie sich und ich blieb noch ein wenig mit ihr stehen, bevor wir zum Anbindeplatz gingen. Dort hakte ich den Strick auch erst um, dann band ich sie fest, hielt aber vorsichtshalber noch das Halfter fest. Sie tänzelte nervös, hielt aber sonst still. Ich beruhigte sie und ließ dann das Halfter los. Sie fing an zu hopsen. Trotzdem sprach ich weiter mit ruhiger Stimme. Und es wirkte. Sie stand still. Dann wurde ich stumm. Sie hopste. Ich strich ihr über den Hals und sie stand still. Dann ging ich ein paar Schritte weg. Sie stand weiter still. Das war tatsächlich einfacher gewesen, als ich gedacht hatte. Ich ließ sie noch ein paar Minuten stehen und brachte sie dann zurück in den Stall.

      Tag 5:
      Auch heute war ich wieder bei den Fohlen. Es war unser letzter gemeinsamer Tag. Das tat mir ziemlich Leid, da ich vor allem die kleine Cirilla wahnsinnig lieb gewonnen hatte. Aber ich war eben doch „nur“ ihre Ausbilderin. Schnell verdrängte ich die Gefühle, die in mir aufkamen und trat in den Offenstall. Cirilla kam mir gleich entgegen. Sie schnupperte mich ab und ich begrüßte sie mit einem Stirnkraulen. Aufhaltern ließ sie sich heute gleich leicht und auch das Führen war kein Problem. Beim Anbinden tanzte sie nur ein bisschen, stand aber bald still. Nun kam es drauf an. Hufe heben. An den Beinen ließ sie sich brav anfassen, als ich aber den Huf hob, riss sie ihn mir gleich wieder aus der Hand. „Ruhig…“, murmelte ich konzentriert und hob den Huf erneut. Diesmal nur ganz wenig. Sie prustete und tanzte ein bisschen. Nach ein paar Sekunden ließ ich wieder los und lobte sie. Das Gleiche machte ich auch mit den anderen Hufen. Sie zappelte zwar mit dem linken Hinterhuf kurz, ließ es aber zu. Danach ging ich wieder zum Vorderbein. Diesmal ließ sie es auch zu, dass ich es hoch anhob. Trotzdem stellte ich es gleich wieder ab. Ich lobte sie überschwänglich. Bei den anderen Hufen machte sie keine Probleme mehr. Nach dem sie eine Belohnungskarotte bekommen hatte, brachte ich sie zurück in den Stall und holte Primo Victoria. Auch die Stute ließ sich brav rausholen und anbinden. Auch beim Bein anfassen machte sie keine Probleme. Und das Heben ging zu meiner Überraschung ganz problemlos. Von ihr hatte ich viel mehr Widerstand erwartet. Aber nein, kein Zappeln, kein gar nichts. Das hatte ich wirklich nicht gedacht. Auch bei den anderen Hufen klappte es. Ich lobte und brachte sie zurück. Damit war die Ausbildung vorbei. Ich verabschiedete mich mit einem Umarmen und einem Stirnkraulen, sowie jeweils drei Leckerlis von den beiden und verließ den Offenstall.

      Ravenna Willkommen Auszubildener!
      © Vampyrin & BluePearl & Ravenna

      "Fertig!" seufzt Cayden, lehnt sich in dem Stuhl weiter zurück, beginnt das Haarband um seine Haare herum zu lösen. In sanften Wellen fallen sie ihm den Rücken herunter. Auf nackten Füßen lief ich zu ihm hinüber über den Parkettboden, vor einem Jahr war dieser Dachboden noch nicht ausgebaut worden. Zwar waren es damals schon Dielen gewesen, doch musste man aufpassen das man sich ohne Schuhe keine Splitter in den Fuß jagte. Der Boden war das erste gewesen, dass renoviert worden war. Ansonsten hatte dieses Zimmer seinen Look behalten - graue Steine des Hauses zwischen den Steinen gab es einige Halterungen für Kerzen. Der große, aber vorallem alte Schreibtisch der darin stand diente Cayden als Arbeitsplatz. Auf ihm gab es etliche Kratzer seiner Vorbesitzer, auch an dieser Wand gab es Kerzen, die den Raum in heimeliges Licht tauchte. Zwar stand direkt neben ihm eine altersschwache Lampe, die jedoch selten brannte. Sacht ließ ich mich auf Caydens Schoß nieder, bis eben hatte ich auf der Chaiselounge gelegen mit einem Buch. Das geräumige Büro war an den Wänden nicht nur bedeckt mit einigen Kerzenleuchtern, sondern mit einer ansehnlichen Buchsammlung, die Dank mir auch immer größer wurde. "Was hast du da eigentlich gemacht? " fragte ich ihn leise flüsternd. "Ach ich hab Kathi die Abrechnung für das Futter und die Rechnung wegen der Stallgasse abgenommen. Außerdem alles geklärt damit Marens Caiphi hier unbeschadet auf dem Hof ankommt, sie kommt in zwei Tagen hier an." Ich nickte, ich hatte zugesagt die Stute von Maren einzureiten... erst vor ein paar Tagen war die da gewesen um sich wieder einmal Bucks zu widmen. Periodische Augenentzündung hatte die Diagnose gelautet... ihm die Arznei einzuflößen war nicht einfach gewesen. Ein leises Winseln ließ uns beide auf den Boden zu schauen, zu unseren Füßen hockte Corvus, wollte offenbar bei der Runde mitmachen. Mit seinen Rehbraunen Augen schaute er zu uns hinauf, im Sommer hatten wir eine Hundeklappe eingebaut, sodass sich nun beide Hunde entscheiden konnten ob sie im Stall oder Haus schlafen wollten. Gamhain jedoch schaffte es mit ihrer HD nicht mehr die Treppen hinauf, während Corvus also hier oben war hörte man Gamhain unten jammern. "Holst du sie hoch?" fragte ich an Cayden gewandt. Der Tag war angenehm gewesen, noch immer hing der Nebel in der Luft, es war kalt aber für wenige Stunden hatte die Sonne unsere Leiber beschienen. Argo befand sich bei Hansi im Training, meine Hilfskraft hatte mehr Erfahrung mit Westernlektionen. Aufgrund ihres bisherigen Daseins als Filmpferd war sie sowohl Western als auch Englisch "geritten", sie konnte auf Kommando halten und in jede Gangart wechseln, Dinge wie Versammlung, Haltung und Anlehnung waren ihr fremd. Da Argo eher an den Westernsattel gewöhnt gewesen war, hatten wir beschlossen sie ebenso wie Stormbringer Western auszubilden. Nun arbeitete Hansi fast jeden Tag mit der Palominostute, langsam gewann sie immer mehr an Muskeln dazu. Außerdem hatten wir in der letzten Woche zwei Neulinge dazu bekommen - Black Lemontree und Corry. Black hatte sich bei meinen Eltern schon einmal in meinem Besitz befunden...war der Vater von Blettur und somit Großvater von Uprising. Damit hatte ich nun drei Generationen an Islandhengsten bei uns, irgendwie freute ich mich daran. Corry war ebenso wie Soul Dance ein Exmoorpony, begabt vor der Kutsche und für sein Alter recht gelassen. Maeve kümmerte sich liebevoll um den jungen Hengst, im Round Pen hatte sie bereits auf seinem Rücken gesessen. Erst hatte ich die Überlegung gehabt ihn Kastrieren zu lassen, das Thema jedoch erstmal beiseite gepackt. Vor der Kutsche mit Soul wollte ich ihn dennoch mal probieren laufen zu lassen. Gemeinsam mit Cayden hatte ich begonnen die Lerneifrige Yoomee vor die Kutsche zu bringen - mit Willow im Gespann orientierte sie sich wunderbar an der erfahrenen Rappstute. Thowra hatte heute einen freien Tag gehabt, ebenso wie Kürbis. Letztere befand sich langsam im Aufbau Training nach ihrem Fohlen...für dieses Jahr hatten wir kein weiteres Fohlen mit ihr geplant. Ganz anders Greentea, die bereits tragend von Finlay war. Mit Yael hatten wir leider einen kleinen Rückschlag was das Gewicht anging, beim Holen seiner Sachen hatte sich der verfressene Hengst losgerissen und wahrhaftig den Weg in die Futterkammer gefunden. Erst bei meiner Rückkehr hatte ich sein Fehlen bemerkt und eine halbe Stunde mit suchen verbracht - ich hatte vermutet er sei zur Hengstkoppel gelaufen. Kathi hatte den Hengst schließlich in der Kammer entdeckt, seit dem Vorfall befand er sich in Boxenhaltung neben Bucks, seine Fütterung wurde kontrolliert und täglich ging es für ihn in die Führanlage, falls niemand die Zeit fand ihn zu longieren bis der Sattelgurt wieder ordentlich passen würde. Finlay dagegen hatte langsam eine schlankere Linie bekommen, was alle versammelten freute. Auch Gwyns Lahmen hatte sich verbessert, sodass Hansi auch ihn endlich wieder reiten konnte. Damit gingen Aiden, Hansi und auch Cayden fast jeden Abend noch in die Halle um ein wenig über die Hindernisse zu jagen, da die Geländestrecke noch etwas gefroren war. Cayden erhob sich aus dem Sessel, ich hörte wie er die knarzende Treppe hinunter lief und ein wenig schnaufend mit Gamhain auf dem Arm wieder hinauf kam. Corvus trappelte Rute wedelnd aus dem Raum und kam hinter der Bearded Collie Hündin hüpfend wieder hinein. Die beiden waren wirklich ein niedliches Pärchen geworden. "Ich staune das die beiden im Haus sind." sagte Cayden, da sie sonst lieber im Stall schliefen. Ich zuckte mit den Schultern "Wer weiß, vielleicht zu kalt draußen?" Cayden wuschelte Gamhain durch das Rückenfell, kam dann wieder zu mir an den Sessel. "Wollen wir ins Bett?" dabei sah ich wie er ein Gähnen nicht unterdrücken konnte. Sehnsüchtig starrte ich noch auf mein zugeschlagenes Buch hinüber, nickte dann jedoch, folgte ihm den Flur hinunter zu unserem Zimmer. Auch dieses Zimmer war eher rustikal als modern, doch genau dieser Stil gefiel mir besonders, zwar fehlten hier die Decken hohen Bücherregale unseres Büro´s , aber ein offener Kamin und das Bett in seiner Nähe sorgten für eine ähnliche bequeme Atmosphäre. Da ich vor knapp zwei Stunden Holz hinauf gebracht hatte, konnten wir nun ein Feuer in dem Kamin entfachen und ich schlüpfte unter die dicke Federdecke. „Morgen kommt der neue Azubi, ich bin wirklich gespannt auf ihn… auch wenn ich lieber auf eine weibliche Verstärkung gehofft hatte. Die anderen Bewerber haben aber einfach nicht so eine gute Figur gemacht wie Killian.“ Bemerkte ich zu Cayden, der sich gerade seiner Hose entledigte und anschließend zu mir unter die Decke kroch. Als seine kalten Füße meine berührten zog ich die meinen ein wenig weg, kuschelte den Rücken jedoch näher an seinen Oberkörper. „Wir werden es sehen, wann wollte er noch mal kommen?“ fragte er flüsternd irgendwo in meinen Haaren. „Puuh… irgendwie gegen Mittag, aber sicher bin ich nicht genau. Wir werden es beim Frühstück erfahren, denke ich.“ Setzte ich dazu, denn manchmal schlief Kathi doch etwas länger als Cayden und ich, die einfach Frühaufsteher waren – gegen 7 Uhr war unsere Nacht einfach vorbei. „Denke ich auch, aber er schien wirklich recht anständig und beim Probearbeiten hat er sich ja sowohl mit den Hengsten als auch den Stuten gut angestellt.“ Bemerkte Cayden, während ich bereits langsam dem Schlaf entgegen sank.

      Noch im Halbschlaf öffnete ich ein Auge und blickte auf meinen Wecker. „Verdammt!“, rief ich und war sofort hellwach. Es war fast halb 10, ich hatte mal wieder verpennt und um 11 sollte der neue Azubi hier aufkreuzen, was ich natürlich mal wieder vergessen hatte weiterzuleiten.
      In Rekordzeit war ich aufgestanden, geduscht und angezogen und hätte mich fast an meinem Toast verschluckt, während ich in den Stall hetzte. Keuchend stand ich in der Stallgasse und blickte mich um. Keiner da. „Hallooo?“, rief ich zaghaft ins Blaue hinein. Keine Antwort. „Na super, wo sind denn wieder alle?!“ murmelte ich und eilte in Richtung der Offenställe.
      „Wow, endlich mal etwas Leben hier“, rief ich Aiden zu der gerade mit der Schubkarre in einer Schlammpfütze steckengeblieben war. Nachdem wir sie mit vereinten Kräften hinaus gehievt hatten, verriet er mir, dass wohl zumindest Hansi und Sarah sich in der Reithalle aufhalten sollten.
      Ich bedankte mich für den Tipp und bald darauf hatte ich sie endlich gefunden.
      „Morgen!“, rief ich und die beiden wandten sich mir zu. Keiner schien sonderlich begeistert, dass ich mal wieder so spät dran war. „Hey, jetzt rück endlich mit der Sprache raus, wann genau soll Killian jetzt hier aufkreuzen?“
      „Um 11.“
      „Verdammt, so früh schon? Dann sollte ich mich wohl beeilen.“
      Jetzt wirkte sie noch weniger begeistert.
      „Wo ist Cayden, der muss doch bestimmt auch Bescheid wissen?“
      „Der ist grad erst weg, wollte ein wenig ins Gelände mit Darym. Aber wir brauchen den armen Kerl ja nicht gleich mit alle Mann belagern, dann kommt er halt später nach..“
      Damit war ich wohl knapp einer Kugel entgangen, ich wollte nicht noch mehr Ärger stiften und wandte mich an Hansi.
      „Ich wollte jetzt noch schnell sein Zimmer herrichten, wie sieht’s aus, kann ich mich in eure Wohnung trauen?“
      „Ach, über das bisschen Unordnung kannst du wohl hinwegsehen oder?“, grinste er zurück. Ich verdrehte die Augen und stieg die Treppe zur Wohnung hoch, die direkt über der Reithalle lag.
      Da Kathi noch einen Anruf bekommen hatte musste ich nun den Sitter spielen für unseren Jungspund auf dem Hof, Aiden hätte lieber ein Mädchen in unserer lustigen WG gehabt...aber man konnte ja nicht alles haben,was?
      Die Straße hinauf, Richtung Fähre in Craighnure führte mich die holprige Straße – nun parkte ich auf dem Platz, nahm das alberne Schild von Kathi entgegen auf dem in Gaelic und Englisch die Begrüßung von „Killian McKenzi“ stand. Also ging es nun zum Anleger, in der Ferne konnte ich bereits die Fähre kommen sehen, na immerhin war ich dieses Mal pünktlich. Eine kleine Flut von Menschen ergoss sich über den Anlegeplatz, ich präsentierte das Schild und wartete also bis ich ihn wieder erkannte oder er das Schild sehen konnte. Ob ich mich lächerlich fühlte? Und ob! Wie ich da also so mit dem Schild stand sah ich den leicht schlaksigen Jungen auf mich zukommen – er sah aus wie jemand der noch nie richtig hatte arbeiten müssen in seinem Leben. Mit Pferden konnte er umgehen, dass stand außer Frage – aber die Mistgabel konnte er noch nicht sonderlich schwingen. Auf Caed Crevan jedoch musste jeder seinen Teil beitragen, also würde aus dem schlaksigen vielleicht doch noch ein wirklicher Mann werden. Wobei nicht gesagt werden konnte, das er nicht ein hübsches Gesicht aufzuweisen hatte...irgendwie erinnerte er mich an jemanden. Genau das war mir bereits beim Vorstellungsgespräch und dem späteren Probearbeiten aufgefallen. Als wir an der Bushaltestelle vorbei zum Wagen liefen, sah ich das schwarzehaarige Mädchen von Siobhan dort stehen. Mit dem Handy in der Hand stand sie da, schaute auf die Anzeige der Buszeiten und verzog das Gesicht. „Die Kleine ist mir schon auf der Fähre aufgefallen, heißes Teil oder?“ meinte Killian zu mir, hatte mir in die Magengegend gestupst dabei. Mit hochgezogener Augenbraue sah ich ihn an „Heißes Teil, eh?“ meinte ich, schüttelte den Kopf...grün hinter den Ohren..Ich stiefelte zu ihr hinüber „Lost the bus?“ fragte ich sie, da ich nicht wusste wie viel Deutsch sie sprach. Mein Englisch war...nunja bescheiden, aber zumindest konnte ich es überhaupt!
      Na toll. Der nächste Bus würde erst in einer Stunde kommen. Und natürlich keinen Empfang. Das passt ja mal wieder gut zusammen. Ich könnte die Strecke laufen oder ich warte einfach. Zum Warten war es mir aber zu kalt. Ein Mann kam auf mich zu. Ich kannte ihm vom sehen her. Er gehörte zum Caed Crevan. „Yes. Can we speak german?“ Er nickte und so fragte ich: „Du fährst doch zurück zum Hof. Könntest du mich mitnehmen?“ Hätte ich nicht gewusst, dass er einer von Sarahs Angestellten war, hätte ich so etwas nicht gefragt. Für mich wäre es super, da ich so nicht warten musste. Meine Shoppingtour hatte ich beendet und es waren auch nur zwei Tüten. Ich brauchte mehr Reitklamotten.
      Durch das tägliche reiten brauchte ich öfters neue Handschuhe und auch mehr als zwei Reithosen. Vor allem, wenn es an die Turniersaison ging.
      „Natürlich, dann lernst du gleich unseren neuen Auszubildenden kennen – das ist Killian, soeben auch mit der Fähre hier angekommen“ stellte ich dem jungen Mädchen, den jungen Mann rechts von mir vor. Zusammen ging es dann also zum Auto, da auf dem Beifahrersitz der eigenwillige Russelrüde Corvus seinen Platz eingenommen hatte – verfrachtete ich die beiden Grünschnäbel auf die hinteren Sitze und machte mich auf die Heimreise – erst Richtung Classical Harmony und dann zu unserem Hof zurück. „Auf geht´s“
      „Wie lange bist du schon Auszubildende?...Ist die Schule eigentlich direkt hier auf der Insel oder wie läuft das hier?“ Hatte ich eine Planung? Nicht wirklich, Hauptsache ich musste nicht mehr bei meiner Mutter in der Wohnung in Edinburgh verbringen, langsam wurde es mir da zu eng. Meine Schule hatte ich fast 6 Jahre in Deutschland, bei meinen Großeltern absolviert, da meine Mutter gemeint hatte ich sollte so viele Sprachen lernen wie möglich. Zugegeben eine Sprachbegabung hatte ich wirklich, aber lies das jetzt nicht gern raus hängen. Aus blauen Augen sah sie mich, vollkommen frei von Unsicherheit von der Seite her an.
      „Ich bin Mittem im zweiten Lehrjahr, aber ich bin erst seit Ende Oktober hier. Mein alter Hof musste Insolvenz anmelden und da die Leiterin gut mit meiner jetzigen Chefin befreundet ist, hat sie sich darum gekümmert, dass ich hier meine Ausbildung beenden kann. Wenn du zur Grundschule möchtest, dann bist du hier richtig. Wir haben hier keine Schule. Es gibt Unterricht per Internet und ab und an müssen wir aufs Festland um Prüfungen abzulegen“, antwortete ich ihm. Er wusste aber schon, wie das mit der Ausbildung laufen sollte, oder? Er wirkte auf mich etwas verplant. Vielleicht lag es auch an der Tatsache, dass das gerade alles neu für ihn war. Ich glaube, ich war nicht viel besser als ich das erste mal gesehen habe wo ich arbeiten werde.
      Ich beugte mich ein wenig zu ihr herüber, der Typ vorn am Steuer sollte ja nicht gleich mitbekommen, dass ich oft ziemlich verpeilt und dazu noch faul war um irgendwas zu lesen „Ich hab die Unterlagen irgendwie im Zug liegen gelassen“ ich zuckte unbekümmert die Schultern. Irgendwie hatte ich mich immer durchgeschlagen, selbst durch die Schule – dabei war ich nicht mal ein schlechter Schüler, nur fehlte es mir bei vielem an Durchhaltevermögen. Ging es jedoch um die Pferde, da war ich sofort Feuer und Flamme, weshalb es mich freute die Ausbildung auf einem Hof wie Caed Crevan zu beginnen!
      Etwas besorgt schaute ich im Rückspiegel den beiden Grünschnäbeln zu, die sich wegen der vielen Sachen auf dem Rücksitz, eng aneinander quetschen mussten. Dieser Killian würde sich doch nicht etwa als einer dieser Womanizer herausstellen? Doch schätzte ich das junge Mädchen als Bodenständige Natur ein, zumindest machte sie diesen Eindruck auf mich. Ich zuckte leicht mit den Schultern, konzentrierte mich weiter auf die Straße – in knapp 5 Minuten würde ich das Mädchen eh auf ihrem Hof absetzten….verdammt das ich mir nie ihren Namen merken konnte.
      „Oh. Das ist ja blöd“, antwortete ich ihm. Kann ja mal passieren. Ich war anfangs auch etwas durch den Wind, als ich hier angekommen war. Es war alles so neu und schön gewesen. Auch die Begrüßung von Ty und Cayden war herzlich ausgefallen und man hat sich sofort wie Zuhause gefühlt. Anfangs hatte ich etwas Zweifel, dass es mit der Sprache schwer wird, aber das war unbegründet. Wir waren schon kurz vor Lochdon, sodass ich gleich auf dem Hof sein würde. Das wäre gut. Erstmal die neuen Sachen waschen und dann schnell einweihen. „Ich denke mal, dass sie dir bestimmt nochmal alles erklären werden, wie es ablaufen wird.“
      Gerade als ich ihr antworten wollte, hielt der Wagen an einem anderen Hof – dem Hof auf dem sich wohl wohnte - „Das denke ich auch“ bleibe versonnen sitzen, ehe ich merke...sie kann gar nicht aussteigen, wenn du es nicht tust. Mit der Hand fummelte ich an der Türklinke, gehe hinaus um ihr den nötigen Platz zu geben. „Wir werden einander sehen?“ stellte ich ihr offen eine Frage. Zumindest hätte ich dann jemanden, den ich auf dieser Insel kennen würde – in meinem Alter.
      „Wer weiß. Ich bin eigentlich immer hier auf Classical Harmony. Sarah besucht uns öfters. Du weißt ja, wo du mich finden kannst, wenn man sich nicht so mal sehen sollte“, antwortete ich ihm und nahm meine Einkaufstüten auf dem Kofferraum. Ob wir uns wiedersehen würden? Bestimmt irgendwann mal. Die beiden Höfe feierten öfters mal zusammen. Von daher würden wir uns schon über den Weg laufen. „Danke Hansi fürs mitnehmen.Das war echt nett von dir. Tschüss“, sagte ich zu dem Mann und schlenderte den Weg hoch zum Hof.
      Auf dem Weg zurück schien der junge Kerl recht dünn angebunden, doch mein Blick auf die Uhr verriet mir – ich musste mich langsam beeilen! Wir würden in weniger als einer halben Stunde besprechen wollen wer zum Distanzrennen kommen würde.

      Zusammen mit Cayden, Hansi(der etwas zu spät kam) und auch Julie,Kathi und natürlich Siobhan hockte ich mit der Liste der Anmeldungen am großen Küchentisch - wir hatten uns noch nicht 100% entschieden wen wir hatten nehmen wollen. Auch der neue Auszubildende hockte gleich mit bei dieser Veranstaltung. In den letzten zwei Stunden waren wir alle gründlich durchgegangen, hatten verglichen und schließlich schon zwei Entscheidungen getroffen. Auf unserer Liste standen bereits Django und Maren "Der Kleine ist zwar nicht sonderlich ängstlich, aber um ihn an die andere Umgebung hier zu gewöhnen, könnten wir ihn und Siobhans Falabellastute zusammen vor den Trainingssulky spannen - zumindest für´s erste." schlug ich dabei vor und bekam keinerlei Einwände. Da erhob Siobhan die Stimme "Ich dachte es sei eine gute Idee, Meg das Training mit Was immer du tust absolvieren zu lassen und später am Rennen teilzunehmen?" "Wunderbar! Dann kann unser Grünschnabel vielleicht gleich bei ihr mitmachen - als Zusammenarbeit?" warf Kathi fragend in die Runde. Siobhan überlegte kurz, nickte dann aber "Fänd ich gut" - auch Killian legte kein Veto ein.
      "Zurück zur Liste" ermahnte ich dann aber wieder - sonst wäre der Abend vorrüber und noch immer keine Entscheidung getroffen.
      Wir einigten uns auf Alicia und Nienke - sie würde einen eigenen Wagen mitbringen, was die Sache für uns erleichterte.
      Bei den Reitern und ihren Pferden knobelten wir eine Weile, dabei stand dort auch schon jemand fest "Vina kommt definitiv - sie war lange nicht hier und als Trainerin braucht sie nur eine Art der Anweisung, denn sie weiß auch wie man Ausdauer mit dem Pferd üben kann. So können wir uns auf die oder den letzten im Bunde sehr gut konzentrieren. Wobei eh jeder von uns einen der Teilnehmer betreut." warf ich bittend in die Runde. "Sieht aber ganz schön nach Freundschaftsbonus aus" murmelte Hansi leicht spöttisch(offensichtlich lauter als gedacht) zu Cayden. Trotzdem wurde der Vorschlag nicht abgelehnt und Vina und Wolfi landeten auf der Liste. "Dann darf ich jetzt aber auch entscheiden,ja?" kam Kathi in die Runde zurück, mit einer Tasse Kaffee, die dampfte und einen angenehmen Geruch verbreitete. In der anderen Hand trug sie eine weitere Tasse des schwarzen Gesöffs, die Hansi froh entgegen nahm. "Battle Scars - kommt zwar jetzt doof, wenn noch ein Tinker dabei ist, aber da entscheid ich jetzt in Symphatie für den Namen!" meinte sie leicht lachend, wobei Hansi und auch Julie sofort Partie ergriff. Ich schlug die Hände in die Luft "Ganz ehrlich reizen mich alle...aber so viel kann ich uns nicht zumuten und ehe wir jetzt per Los entscheiden, gut dann eben nach dem Namen. Wer nen anderen Einwand?" allgemeines Kopfschütteln - also wurden Joyce und Battle Scars ergänzt in der Liste.
      "Damit haben wir´s - wer bleibt zum Essen?"
    • Sammy
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      Cirilla - Berber erobern Hollybrook Stud!
      26. Mai 2015

      "Was? Wirklich? Oh, vielen Dank!", rief ich überglücklich ins Telefon. Am anderen Ende der Leitung war Ravenna, die mir gerade mitgeteilt hatte, dass ich ihr Berberfohlen bekam. Ich interessierte mich schon ewig für das wunderschöne Stutfohlen und konnte kaum fassen, dass Ravenna mich unter den ganzen Bewerbern ausgewählt hatte. Zumal ich erst vor einigen Tagen einen außergewöhnlichen Berberhengst von Sweetvelvetrose gekauft hatte, den sie mir in einigen Wochen vorbeibringen wollte. Nun konnte ich endlich meinen Traum verwirklichen und auch Berber in meine Zucht mit aufnehmen.
      Ich vereinbarte mit Ravenna, die ein Gestüt in Schottland besaß, dass ich Cirilla bereits am nächsten Tag abholen würde und rannte dann hinüber in den Stall, um meinen Mitarbeitern von dem baldigen Neuzugang zu berichten. Die waren alle hellauf begeistert und ich freute mich wieder einmal über die tolle Truppe, die sich hier zusammen gefunden hatte. Immerhin besaß ich bereits 82 Pferde und trotzdem freuten sich alle über ein süßes neues Pferdekind.

      ~*~

      Voller Vorfreude schlug ich am nächsten Morgen die Tür meines Transporters zu und legte den Weg zum Auto hüpfend zurück. Samuel kringelte sich schon vor Lachen auf dem Beifahrersitz. Er machte sich fürchterlich lustig über mich, weil ich so aufgeregt war. Die Fahrt nach Schottland dauerte gute 8 Stunden, weshalb wir bereits um vier Uhr aufgebrochen waren. Trotzdem hatte Samuel beste Laune und wir alberten die ganze Zeit über miteinander herum.
      Gegen zwölf Uhr Mittags erreichten wir dann endlich Ravenna`s Hof, die uns auch schon entgegen gelaufen kam und uns sofort zu den Ställen führte. Vor der Box einer süßen dunkelbraunen Stute blieben wir stehen. Das Fohlen streckte neugierig seinen Kopf über die Boxentür und sah uns aus großen braunen Augen an. Ich schmolz bei diesem Blick sofort dahin und hatte mich spätestens jetzt hoffnungslos in meinen kleinen Neuzugang verliebt. Doch auch Samuel war hin und weg und hörte endlich auf, mich zu verspotten.
      "Darf ich sie vielleicht transportfertig machen, während ihr den Rest klärt?", bat er uns. Ravenna und ich nickten und verzogen uns in ihr Stallbüro, um den Papierkram zu erledigen. Während ich ihr einen Scheck überreichte, bekam ich Cirilla`s Papiere ausgehändigt.
      Als wir wieder vor der Box des Stutfohlens ankamen, hatte Samuel die Maus bereits geputzt und ihr die Transportdecke übergeworfen.
      "Kommt mal mit ihr beiden, ich möchte euch gerne noch ihren Vater zeigen!", sagte Ravenna lächelnd.
      Ich konnte mein Glück kaum fassen. Gwynbleidd war einer der bekanntesten Berberhengste in der Gegend und wir bekamen jetzt die Gelegenheit ihn in natura zu sehen!
      Wie erwartet war sein Anblick einfach überwältigend. Der imposante Schimmel kam über die Koppel auf Ravenna zugaloppiert und ich war fasziniert von seinen schönen Gängen.
      "Wow, das ist Cirilla`s Vater? Wenn sie später mal so schön und ausdrucksstark wird wie er, wird deine Berberlinie ein voller Erfolg Sammy", sagte Samuel ehrfürchtig. Wir blieben noch kurz bei dem Hengst an der Koppel stehen, doch dann mussten wir Cirilla verladen und uns auf den Heimweg machen. Immerhin hatten wir eine lange Fahrt vor uns.
      Cirilla ging problemlos in den Hänger, wir verabschiedeten uns von Ravenna und fuhren los.
      Samuel kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus und bedauerte nun zutiefst, dass er sich um die Hengste kümmerte und somit nicht viel mit Cirilla zu tun haben würde.
      "Nimms nicht so schwer, Samuel. In ein paar Wochen kommt Amayyas zu uns, der wird dir mit Sicherheit auch gefallen.", tröstete ich ihn.

      ~*~

      Als wir endlich wieder auf dem Hof waren, war es bereits neun Uhr, doch wir wurden von der gesamten Crew erwartet. Sogar Patrick und Anna waren noch da. Ich grinste und winkte Meg, meiner Lieblingsmitarbeiterin zu, dass sie Cirilla ausladen durfte. Die junge Frau hüpfte vor Freude. Sie liebte Fohlen über alles und half mir auch am Meisten dabei, meine Pferdekinder auszubilden. Sie stieß ein entzücktes Quieken aus, als sie Cirilla sah und führte die hübsche Stute aus dem Hänger. Cirilla schritt die Rampe herunter wie eine Königin und sah sich mit aufmerksam gespitzten Ohren um. Als wir den Stutentrakt meines Stalls betraten, stieß die kleine braune Stute ein herausforderndes Wiehern aus, das prompt von meiner Achal Tekkiner Stute Ivory beantwortet wurde. Lustigerweise bekam Cirilla auch die Box neben Ivy. Die beiden Jungstuten steckten sofort die Köpfe zusammen und beschnoberten sich, bevor sie die Köpfe aneinander rieben.
      "Oh Ivy, sieht ja fast aus, als hättest du endlich eine Freundin gefunden, die dir ebenbürtig ist!", sagte ich fröhlich. Mein aufmümpfiges Achal Tekkiner Mädchen stand zwar zusammen mit meiner Hannoveranerstute Unannounced Pleasure und meiner Saddlebredstute Shekitt Quinn zusammen auf der Jungpferdekoppel, doch mit Pleasure verstand sie sich nicht und Quinn war ihr vom Temperament her einfach hoffnungslos unterlegen. Vielleicht hätte sie nun in Cirilla endlich eine Spielgefährtin gefunden. Wir beobachteten das süße braune Fohlen noch eine Weile, dann gingen wir alle zusammen in mein Haus, um die Begründung einer neuen Rasse in der Zucht zu feiern.
    • Sammy
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      Hufschmiedbericht von Rhapsody
      28. Mai 2015

      Heute war ich unterwegs auf dem Hollybrook Stud, da Sammy mich vor wenigen Tagen gebeten hatte, nach den Hufen zwei ihrer Stuten zu gucken. Und da mir Elisas Gelaber und Elenas skeptische Blicke langsam zu viel wurden, hatte ich Zoe und Adèle mit ihnen allein gelassen und mich sofort auf den Weg gemacht.

      Die erste Stute, die Sammy mir zeigte, war Everybody’s Darling und, was mir über sie erzählt wurde, war der Name Programm. Auch jetzt, als sie in der Stallgasse wartete, blickte sie mir – einem vollkommenen Fremden – freundlich und neugierig entgegen und streckte mir sogar ihren Kopf entgegen, um an meiner Hand zu schnuppern. Nach der Begrüßung (sie brummelte mich sogar an!) machte ich mich dann an die Arbeit und kontrollierte zuerst einmal die Hufe der Fuchsstute. Sie war Barhufer und deswegen war ihr Horn ziemlich hart – genau so, wie es sein sollte. Ansonsten sahen die Hufe auch ganz gut aus, weswegen ich nur ein bisschen die Tragwände begradigte und die Hufsohle ausschnitt und abraspelte. Dann war Darling auch schon fertig.

      Als Sammy die nächste „Patientin“ hereinführte, funktionierte ich für vielleicht fünf Minuten nicht mehr. Die junge Berberstute – ich wollte sie nicht Fohlen nennen, immerhin war sie schon zwei Jahre – war einfach zum Knuddeln süß mit ihren großen, dunklen Augen und dem wachsamen Blick. Sammy versicherte mir, dass es nicht ihr erster Besuch bei der Mani-Pedi war, aber dennoch ließ ich mir viel Zeit bei Cirilla. Auch bei ihr musste ich nicht großartig nacharbeiten und musste mich so früher als gewollt von ihr und Sammy verabschieden.

      Zurück nach Kanada, wo Elisas Gelaber und Elenas Blicke auf mich warteten.
    • Sammy
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      Cirilla - Ein wahrer Schatz!

      30. Mai 2015

      "Guten Morgen, alle miteinander!", sagte ich fröhlich, als ich meinen Stall betrat. Mein erster Weg führte mich heute zu meiner neuen Berberstute Cirilla. Das hübsche Stutfohlen war nun seit vier Tagen auf dem Gestüt und hatte sogar seinen ersten Hufschmied-Besuch schon brav über sich ergehen lassen. Wie ich gehofft hatte, verstand Cirilla sich wunderbar mit meiner Achal Tekkinerstute Ivory und die beiden tobten jeden Tag gemeinsam über die Koppeln.
      Heute war es jedoch an der Zeit, ein wenig mit Cirilla zu arbeiten. Ich hatte im Internet eine Fohlenschau gefunden, die sich perfekt für die kleine Schönheit eignete und wollte nun sehen, was die Maus schon alles konnte.
      "Hallo Cissy! Wie geht es meinem Spatz heute?", säuselte ich liebevoll, während ich dem dunkelbraunen Stutfohlen das Halfter überstreifte und es aus seiner Box führte. Selbst so früh am Morgen war es schon recht warm, deshalb beschloss ich, Cissy draußen zu putzen und heute auf dem Platz zu trainieren.
      Nachdem ich die braune Stute angebunden hatte, begann ich mit einer Bürste den Staub aus Cissy`s Fell zu entfernen. Cissy ließ sich das eine Weile lang brav gefallen, doch dann wurde es ihr zu langweilig und sie begann herum zu zappeln. Auch beim Hufe geben brauchte ich drei Anläufe, bis Cissy mir ihr Bein nicht gleich wieder weg zog, weil sie vor lauter Hampelei fast das Gleichgewicht verlor. Ich schüttelte lächelnd den Kopf.
      "Daran müssen wir noch arbeiten meine Süße. Aber heute üben wir erstmal für die Fohlenschau!"
      Ich band Cissy los und führte sie über den Hof zum Reitplatz. Natürlich wäre das Training im Round Pen leichter gewesen, doch bei der Schau mussten wir uns schließlich auch in der Halle vorstellen.
      Ich begann damit, Cirilla im Schritt und Trab um die Bahn zu führen. Ab und an musste ich die Position der jungen Stute korrigieren, doch alles in allem klappte das schon sehr gut. Schließlich brachte ich sie bei X zum Halten, sorgte dafür, dass sie korrekt stand und wartete dann einfach ab. Es dauerte keine Minute, bis Cissy anfing, den Kopf zu drehen und schließlich unruhig von einem Bein aufs andere trat. Ich rührte mich jedoch erst, als sie ihre Position veränderte, indem sie einen Schritt zur Seite machte. Sofort führte ich Cissy im Kreis, bis sie wieder in ihrer Ausgangsposition stand. Das wiederholten wir solange, bis Cirilla keine Lust mehr hatte und stehen blieb, bis ich sie aufforderte, im Schritt anzutreten.
      "Fein mein Mäuschen! Das klappt doch schon richtig gut!", lobte ich sie fröhlich, während ich den Strick aushakte und auffordernd mit der Zunge schnalzte. Cirilla sah mich kurz fragend an, doch einen Augenblick später stob sie bereits im Galopp über den Platz. Wie üblich war ich völlig verzaubert von ihren schönen Gängen. Sie würde irgendwann einmal bestimmt herrlich zu sitzen sein.
      Nach einer Weile stieß ich den hohen Pfiff aus, den ich allen meinen Pferden beibrachte. Cissy schlitterte zum Halt und sah mich mit gespitzten Ohren und schief gelegtem Kopf an. Ich pfiff noch einmal, dann streckte ich ein saftigen Stück Apfel in ihre Richtung. Als Cissy einen Schritt auf mich zu machte, lobte ich sie sofort und nach einem weiteren Pfiff stand die schlaue Stute an meiner Seite und kaute genüsslich auf dem Apfelschnitz. Auch diese Übung wiederholten wir ein paar Mal, bevor ich den Strick wieder an Cissy`s Halfter befestigte und die junge Stute zurück zum Stall führte. Dort putzte ich sie mit einer weichen Bürste erneut über, dann durfte sie zu Ivory und den anderen auf die Koppel. Die beiden Stutfohlen beschnupperten sich kurz und jagten dann miteinander über die Fohlenkoppel. Ich blieb noch eine Weile am Zaun stehen und sah ihnen glücklich beim Toben zu. Mein Gestüt wurde jeden Tag schöner und ich war unglaublich froh, dass alles so gut geklappt hatte. Bald konnte ich sicherlich auch die Zucht wieder aufnehmen!
    • Sammy
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      Tierärztliche Kontrolle von Eddi
      4. Juni 2015

      Es war früher Nachmittag und die Mittagshitze ging langsam vorüber. Müde streckte ich meine Beine und schob mich vom Schreibtisch weg. Ich wollte eigentlich gerade aufstehen, um mir was zu Essen zu holen, als mein Handy klingelte. Professionell wie immer ging ich ran und freute mich zwei Minuten später über die Stimme meiner besten Freundin Sammy. Ich sollte bei ihrer jungen Berberstute nach dem Rechten sehen und da ich heute sowieso nichts vorhatte und auch keine anderen Termine im Kalender standen, versprach ich, mich direkt auf den Weg zu machen.

      So war ich eine gute halbe Stunde später auch schon auf dem Hollybrook Stud und bewunderte mal wieder die herrlichen Pferde. Ich liebte Sammys Gestüt und ihre Vierbeiner. Cirilla hatte ich jedoch noch gar nicht kennenlernen dürfen, denn sie war noch recht neu. Dementsprechend unsicher wirkte sie auch, als ich sie begrüßte. Sammy sollte sie mir im Schritt und Trab die Stallgasse entlang führen, damit ich eventuelle Unklarheiten oder Fehlstellungen sehen konnte, aber es war zu unserem Glück alles in Ordnung. Cirilla war eine hübsche Stute und machte Sammy alle Ehre. Außerdem war sie sogar sehr lieb.
      Sie ließ sich problemlos abhören und abtasten. Anfangs hatte sie etwas Furcht vor dem Stethoskop, aber das legte sich rasch und so konnte ich Herz und Lunge abhorchen. Danach tastete ich beginnend am Genick die Wirbelsäule entlang ab, aber Cirilla blieb die ganze Zeit entspannt und zuckte keinmal zusammen. Zufrieden lobte ich sie.

      Zum Abschluss sollte es nun noch die Impfungen geben. Bei Cirilla war mal wieder alles an der Reihe. Also begannen wir mit dem Kombi-Präparat aus Influenza und Herpes. Danach folgte die Tetanusspritze und zum Schluss Tollwut. Letztere war die fieseste, aber Cirilla hielt tapfer durch und nachdem auch die Wurmkur geschluckt war, hatte sie es schon geschafft. "Braves Mädchen", lobte Sammy ihre Stute ausgiebig und brachte sie zurück auf die Weide, während ich meine Sachen zusammenpackte. Dann ließen wir uns noch auf einen kleinen gemütlichen Plausch ein.
    • Sammy
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      Cirilla - Die erste Prüfung
      5. Juni 2015

      "Oh Gott Meg, ich bin so aufgeregt!", sagte ich zum bestimmt tausendsten Mal zu meiner Lieblingsangestellten. Die verdrehte mittlerweile nur noch die Augen und half mir weiterhin dabei, mein wunderschönes Berberstütchen Cirilla schaufertig zu machen. Es war noch früher Morgen und wir hatten mehr als genug Zeit, doch ich hätte die Zeit am liebsten angeschoben.
      In den letzten Tagen hatte ich viel mit Cirilla geübt und gestern war meine beste Freundin Eddi dagewesen, um die schöne Stute zu untersuchen und zu impfen. Cissy war kerngesund und kannte ihre Aufgabe in und auswendig, doch ich war vor jeder Prüfung nervös.
      Nachdem das braune Fell des Stutfohlens glänzte, legten wir Cissy eine leichte Decke auf und befestigten die Transportgamaschen an ihren Beinen. Dann kontrollierte Meg noch einmal unsere Ausrüstung, während ich Cirilla auf den Hänger führte.
      Als ich gerade zum hunderstens Mal den Knoten begutachtete, mit dem ich Cissy festgebunden hatte, kam Meg herein, packte mich am Arm und zog mich aus dem Hänger.
      "Also wirklich. Jetzt waren wir so früh dran, aber wenn du weiter so herum trödelst, kommen wir noch zu spät!", schalt sie mich mit einem Grinsen.
      Ich nickte seufzend, verriegelte die Klappe des Hängers und setzte mich auf den Fahrersitz.
      Die Fahrt an sich dauerte ca. eine Stunde und wir kamen trotz allem noch früh genug auf dem Gelände an, auf dem heute die Fohlenschau 240 für alle Rassen stattfinden würde.
      Ich ließ Meg bei dem süßen Fohlen und ging los, um unsere Startnummer zu holen und uns anzumelden. Kurz darauf kehrte ich wieder zurück und lächelte, als Cirilla mir mit ihrem hohen Fohlenstimmchen entgegenwieherte. "Wir sind als viertes dran und die Konkurrenz ist ziemlich stark, aber wenn Cirilla ihr bestes gibt, sollten wir ganz gute Chancen haben.", klärte ich Meg auf.
      Gemeinsam rieben wir nochmals mit einem weichen Lappen über das Fell des Stutfohlens und führten Cirilla dann über das Gelände, da es dem Berberstütchen schnell langweilig wurde. Die Zeit verging wie im Flug und schon bald machten wir uns auf den Weg zur Halle, um dort auf unseren Aufruf zu warten.
      "Sieh sie dir nur an, ist sie nicht wunderschön?", sagte ich lächelnd zu meiner Begeleitung Meg, während ich mein Berberfohlen Cirilla betrachtete. Die junge Stute stand mit hoch erhobenem Kopf und aufmerksam gespitzten Ohren neben uns und stieß ein schrilles Wiehern aus. Dies war die erste Fohlenschau des braunen Stütchens und ich war schon sehr gespannt auf unseren Auftritt.Ich verabschiedete mich von Meg, die uns Glück wünschte und führte Cirilla im Trab in die Halle.
      Bei X kamen wir zum Stehen und ich grüßte die Richter. Gleich darauf waren wir schon wieder im Trab unterwegs zum Hufschlag. Cirilla lief brav neben mir her und ich lächelte stolz. Wir wechselten einmal die Hand und präsentierten Cissy`s Trab auch auf der anderen Hand, bevor ich die Stute erleichtert in den Schritt zurück nahm. Cissy war mittlerweile gut gewachsen und so langsam hatte ich Probleme, sie im schönen Trab vorzuführen. Wir kehrten zu X zurück und ich nahm Cissy den Strick ab. Gleich darauf stob die junge Stute auch schon im Galopp durch die Halle, legte hier und da ein paar scharfe Wendungen hin und fiel schließlich in den wunderbaren, raumgreifenden Trab, den ich so an ihr liebte. Sowieso war Cirilla ingesamt eine echte Erscheinung - kaum jemand konnte den Blick von dem anmutigen Stutfohlen abwenden. Schließlich holte ich Cissy mit einem Pfiff zu mir zurück, befestigte den Strick wieder am Halfter und stellte das Fohlen vor den Richtern auf, damit diese Cissy`s Körperbau bewundern konnten.Währenddessen holte ich tief Luft und begann dann zu sprechen:
      "Cirilla, oder Cissy, wie sie von allen auf dem Hof genannt wird, ist eine reinrassige Berberstute mit hervorragender Abstammung. Cirilla präsentiert sich gerne und ist immer mit Spaß bei der Arbeit. Sie ist zwar ab und an ein wenig aufmümpfig und testet gerne Grenzen aus, doch wenn man damit umzugehen weiß, ist die junge Stute schnell wieder bei der Sache. Alles in allem ist Cissy ein vielversprechendes Fohlen, von dem man wohl noch viel erwarten darf!" Ich endete lächelnd, stellte meine - leicht zapplig gewordene - Cirilla wieder geradeaus und verabschiedete mich mit einem weiteren Gruß von den Richtern. Danach führte ich meinen Schatz im Trab aus der Halle hinaus, wo wir schon von der strahlenden Meg erwartet wurden. Cirilla hatte ihre Sache wirklich großartig gemacht!
      "Das war toll! Sie muss einfach gewinnen, ich finde, bisher war das die beste Vorstellung!", strahlte Meg, während sie das Stutfohlen drückte. Cissy entwand sich ihr und betrachtete aufmerksam die anderen Fohlen. Nach uns waren noch sechs Teilnehmer an der Reihe und gerade lief ein wunderhübsches Tinkerstütchen an uns vorbei.
      Meg und ich suchten uns mit Cissy ein ruhiges Plätzchen, ließen das Stütchen grasen und genehmigten uns selbst je einen Hotdog und etwas kaltes zu trinken, während wir auf die Siegerehrung warteten. Nachdem endlich alle Teilnehmer fertig waren, mussten wir nochmals eine halbe Stunde warten, ehe endlich die Ergebnisse ausgerufen wurden.
      Der Lautsprecher knackte, dann ertönte eine blecherne Stimme über dem Gelände: "Die Gewinner der Besonderen Fohlenschau für Alle Rassen sind Sevannie mit der Tinkerstute Quintessa und Samantha O`Neill mit der Berberstute Cirilla. Bitte kommen sie in die Halle, um die Schleifen in Empfang zu nehmen."
      Meg und ich fielen uns jubelnd um den Hals, was von Cissy mit einem beleidigten Schnauben quittiert wurde. Die junge Stute konnte es nicht ausstehen, wenn man sie einfach ignorierte. Also wurde auch sie ordentlich geherzt und geknuddelt, bevor wir uns ein weiteres Mal in die Halle begaben. Ich gratulierte Sevannie und ihrer Quintessa und nahm dann grinsend die Schleife für Cirilla entgegen. Diese versuchte auch prompt, ihr "Eigentum" aufzuessen und ich schaffte es gerade noch, die grüne Schleife vor Cissy`s Zähnen zu retten. Mit leicht rotem Kopf führte ich meine Stute aus der Halle, nur um gleich darauf von Megs lautem Gelächter empfangen zu werden.
      "Du hättest mal dein Gesicht sehen sollen! Oder das der Richter!", prustete sie und ich stimmte in ihr Lachen mit ein, während wir Cissy zum Hänger zurück führten und transportfertig machten. Das Stutfohlen hatte sich zu Hause ein leckeres Essen und einige Stunden mit ihrer Freundin Ivory redlich verdient. Ich war einfach unglaublich stolz auf sie!
    • Sammy
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      Der ganz normale Wahnsinn & zwei Neuankömmlinge auf dem Hof!
      31. Juli 2015

      "Hey Eddi, was gibts?", fragte ich ein wenig atemlos. Ich war immer noch in den USA, wo Kagami el Assuad, Backup und Success Story xx an Rennen teilnahmen. Vor einiger Zeit hatte ich Eddi auf ihrer Ranch besucht und ihr beim Training ihrer Stute Classic Gold geholfen.
      "Du bist doch noch in Kentucky, oder? Ich habe mich entschieden einige meiner Pferde abzugeben und wollte dich fragen, ob du Interesse an Napayné und Ehawee hättest?"
      Da musste ich nicht zweimal überlegen. Napayné hatte einmal meiner ehemaligen Zuchtpartnerin rawwrrr gehört und Ehawee war eine wunderschöne fuchsfarbene Traberstute. Da ich sowieso Traber in meine Zucht aufnehmen wollte und ich mit Kolibri und Hollywood Undead ja auch zwei wunderbare Welsh Bs hatte, sagte ich Eddi sofort zu.
      "Ich fliege nächste Woche wieder nach Hause. Am besten rufe ich gleich mal bei der Fluggesellschaft an und frage nach, ob sie die beiden mitnehmen können."

      ~*~

      Eine Woche später knetete ich nervös meine Hände, während ich darauf wartete, dass der Flieger endlich auf der Rollbahn aufsetzte. Der Flug war lang gewesen und ich konnte es kaum erwarten, nach meinen fünf Stuten zu sehen. Gott sei Dank war noch Platz gewesen und wir hatten Ehawee und Napayné gleich mitnehmen können.
      Als wir ausgestiegen waren, trat ich so ungeduldig von einem Bein aufs andere, dass Samuel schon genervt die Augen verdrehte.
      "Erde an Sammy, beruhig dich mal. Denen geht`s gut. Die haben den Hinflug immerhin alle fünf schon einmal hinter sich gebracht. Nach Amerika kann man nun mal nicht mit dem Hänger fahren! A propos Hänger , da kommt Donald!"
      Ich drehte mich um und winkte meinen Mitarbeiter zu uns. Donald war extra mit dem Hänger hergekommen, um uns abzuholen. Ich hatte natürlich schon Bescheid gegeben, dass die Box neben Kolibri und die große Eckbox eingestreut werden sollten, doch noch wusste die Daheimgebliebenen nicht, um was für Pferde es sich handelte.
      Endlich winkte uns der Flugsicherheitsbegleiter heran und wir durften die Pferde aus ihren Container-Boxen holen. Donald nahm Backup, Samuel Kagami und ich kümmerte mich um Succcess Story xx, da die braune Stute immer noch recht scheu war.
      Nachdem die drei verladen waren, begann Donald damit, die Sattelkisten im Transporter zu verstauen und Samuel und ich kümmerten uns um Napayné und Ehawee.
      Die beiden Stuten reckten die Hälse und blähten die Nüstern.
      Donald betrachtete den Schimmel und den Fuchs eingehend, dann strahlte er.
      "Wahnsinn, ich liebe die ganzen neuen Pferde, die du uns in letzter Zeit anschleppst! Ich weiß zwar nicht, wie du das machst, aber irgendwie schaffst du es immer, an absolute Diamanten zu kommen!", rief er aus, bevor er Napayné und Ehawee vorsichtig begrüßte.
      "Napayné ist ein bisschen zickig, aber Ehawee ist ganz lieb. Sie soll die Traberlinie bei uns begründen - fehlt nur noch der passende Hengst.", lachte ich.
      Wir verluden auch die beiden und machten uns dann auf die letzte Etappe unserer Reise. Ich freute mich schon unglaublich darauf, endlich meine ganzen Pferde wieder zu sehen.
      "Hat sich Amayyas eigentlich benommen?", fragte ich Donald nach meiner ehemals neuesten Errungenschaft, einem Berberhengst.
      "Es geht. Er testet uns an allen Ecken und Enden, aber wir haben es geschafft ihn von der Box auf die Weide zu bringen und umgekehrt. Außerdem hab ich mal ein bisschen Bodenarbeit mit ihm gemacht, aber da war ich wohl eher der Rangniedrigere. Er hat mich nämlich einfach stehen gelassen und ist über den Zaun gesprungen. Eigentlich wollte Brian sich ja um ihn kümmern, aber der lag mit einer ziemlich fiesen Grippe im Bett.", sagte Donald ein wenig betreten.
      Ich machte große Augen: "Über den Zaun gesprungen? Und dann?"
      "Ganz einfach. Erst ist er zu den Stutenkoppeln gelaufen, hat dann die Fohlen besucht und hat sich anschließend in seine Box gestellt, als wenn nichts gewesen wäre.", berichtete Donald weiter.
      Während Samuel sich vor Lachen ausschüttete, runzelte ich nachdenklich die Stirn. Amayyas war ein ausgesprochen vielversprechender Hengst, aber ich musste ihn endlich so erziehen, dass auch die anderen mit ihm arbeiten konnten.
      "Na gut, schauen wir erstmal, dass wir gut daheim ankommen, um unseren Geparden kümmere ich mich morgen!", entschied ich grinsend.

      ~*~

      Gähnend stieg ich aus und streckte mich genüsslich. Endlich wieder daheim! Sofort kam Meg angelaufen. Brian lag immer noch im Bett und Anna und Patrick waren bereits nach Hause gefahren, da sie ja nicht auf dem Gestüt lebten.
      "Ich möchte Backup nehmen! Darf ich?", fragte sie sofort. Seit Ravenback`s tragischem Tod kümmerte Meg sich lebevoll Backup und die Stute entwickelte sich unter ihrer Führsorge prächtig. Donald führte diesmal Kagami und ich nahm wieder Succes Story.
      "Samuel bleibt du kurz bei den anderen? Ich möchte keine von ihnen alleine lassen.", bat ich den jungen Mann, während wir die drei Stuten in den Stall brachten. Wie immer wurden wir von lautem Gewieher begrüßt und es juckte mich in den Fingern, jedes meiner geliebten Pferde in die Arme zu schließen.
      Stattdessen liefen wir sofort zurück zum Transporter.
      "Jungs kümmert ihr euch um die Sattelkisten und das Gepäck? Dann stelle ich Meg unsere beiden Neuzugänge vor.", sagte ich, während ich bereits in den Hänger ging und Napayné herausführte. Meg quietschte erfreut, als sie das Schimmel-Pony sah. "Die bekommt bestimmt süße Fohlen mit Holly!!", meinte sie strahelnd.
      "Oh ja, das denke ich auch. Und unsere zweite Hübsche hier wird irgendwann sicherlich auch einmal eine Bereicherung für unsere Zucht!", sagte ich, während ich Ehawee aus dem Hänger führte.
      "Oh wow! Was ist das für ne Rasse? Sieht ein bisschen nach Traber aus....", riet Meg.
      Ich nickte lächelnd und sofort meinte sie: "Trainierst du sie für Trabrennen? Ich weiß, ich will Jockey werden, aber Trabrennen sind ja schließlich auch Rennen...."
      "Halt, stopp! Ich weiß noch nicht genau wie ich sie fördern werde. Eddi hat sie für Dressur und Springen vorgemerkt, sollte sie Talent fürs Rennen und den Sulky haben, nehmen wir diese Disziplinen natürlich dazu. Aber jetzt darf unsere Süße sich erstmal eingewöhnen! Napayné steht natürlich in der Box neben Kolibri und Ehawee hier bekommt die Eckbox neben Napayné. Dort soll sie zwar nicht immer stehen bleiben, immerhin ist das der Ponytrakt, aber dann fühlen sich unsere beiden anfangs vielleicht nicht so einsam."
      Meg nickte zustimmend und gemeinsam führten wir die Stuten in den einladenden Stall. Als ich meinen Rundgang durch den Stall erledigt hatte, lud ich Donald, Samuel und Meg noch zu einem Feierabend -Bier in meinen Garten ein, wo wir einen anstrengenden Tag in der lauen Sommernacht ausklingen ließen.

      ~*~

      Am nächsten Morgen war ich bereits vor allen anderen auf den Beinen, da ich meine Pferde ganz in Ruhe noch einmal begrüßen wollte. Deshalb würde ich sie alle alleine auf die Koppeln bringen.
      Wie immer begann ich im Hengsttrakt, da meine Herren mir sonst einen rießen Radau veranstalten würden. Ich gab meinen Liebling Hollybrook`s Cheeky Jot einen dicken Kuss auf die Nase, zog ihm sein Halfter über und führte ihn aus der Box. Dann halfterte ich einhändig seinen Halbbruder Hollybrook`s Bloody Valentine auf und führte die beiden Ponyhengste nach draußen. Der schüchterne Bloody war der einzige Hengst, mit dem Cheeky sich verstand, deshalb kamen die beiden zusammen auf einen der zehn Hengstpaddocks. Auch Cheeky`s Sohn, Hollybrook`s Casanova, durfte auf einen Hengstpaddock, da er was das Verhalten anderen Hengsten gegebüber anging, genauso war wie sein Vater.
      "Nova, du bist wirklich schrecklich. Schau dir lieber Chex gute Seiten ab und nicht sein alberenes Getue!", ermahnte ich den jungen Silver Dapple, als ich ihn an dem giftenden Cheeky Jot vorbeiführte und der Junghengst sofort das Gehabe seines Vaters nachahmte.
      Der letzte New Foresthengst, der einen Paddock sein Eigen nennen durfte, war Cheeky`s Vater und damit Nova`s Großvater, BMs Caradoc. Der schöne Braunschecke tänzelte eifrig neben mir her und legte auf der Koppel erst einmal ein paar ausgelassene Bocksprünge hin.
      Früher hatte ich auch meinen Gründerhengst Caspar einzeln stellen müssen, doch der in die Jahre gekommene Hengst war ruhiger und umgänglicher geworden und ließ mittlerweile auch andere Hengste an sich heran, weshalb ich ihn zusammen mit dem Palominohengst Orfino auf die große Hengstkoppel brachte.
      Der nächste war mein Araberhengst Wüstentänzer. Der energiegeladene Fuchs schlug bereits mit dem Vorderbein gegen die Boxentür, weshalb ich meinen zweiten Araberhengst, Khamar al Sanaa erst einmal stehen ließ.
      "Keine Sorge mein Schöner, ich bring nur schnell deinen lärmenden Kollegen auf seine Koppel und dann bist du an der Reihe!", tröstete ich den wunderschönen Schimmel.
      Ich streifte Wüstentänzer das Halfter über und er bezog Paddock Nummer vier. Danach löste ich mein Versprechen ein und brachte Khamar al Sanaa auf die Koppel. Der Hengst hatte ein wenig Zeit gebraucht, doch mittlerweile mauserte er sich zu einem Top-Hengst. Erst kürzlich hatte er eine hart umkämpfte Hengst des Monatswahl für sich entscheiden können und ich war unglaublich stolz auf meinen Schönen.
      Weiter ging es mit meinen Warmbluthengsten. Wie immer begann ich mit dem Apfelschimmel Levistino, da er schon am längsten in meinem Besitz war. Der große Hengst vergrub sein Maul in meiner Hand und ich strich ihm liebevoll den weißen Schopf aus der Stirn, bevor ich ihn auf die nächste Hengstkoppel stellte. Auch Levistino verstand sich überhaupt nicht mit anderen Hengsten. Genauso lief es mit dem jungen Holsteiner Fantastic Fly. Er wölbte stolz den Hals, als ich ihn an den anderen Hengsten vorbei zu seiner Koppel führte und preschte dann erst einmal in gestrecktem Galopp über das grüne Gras. Ich schüttelte den Kopf und holte den nächsten im Bunde: Den Hannoveranerrappen Black Soul. Er war bei den Warmblütern immer noch ein wenig mein Sorgenkind, da er außer Brian und mir niemanden so wirklich an sich heran ließ. A propos - nach Brian musste ich heute unbedingt auch noch sehen, immerhin lag der arme Kerl krank im Bett.
      Meinen zweiten Hannoveranerhengst Branagorn führte ich zusammen mit dem Andalusier Ojos Azules auf die große Hengstkoppel, auf der ja schon Orfino und Caspar standen. Die beiden braven Hengst folgten mir wie Lämmchen und ich gab beiden einen Kuss auf die weichen Nüstern. Als nächstes waren dann Golden Indian Summer und Dream of Wyoming an der Reihe. Der Quarterhengst folgte mir brav am langen Strick, während Wyoming immer noch ein wenig zurückhaltend war. Aber gut, er hatte viel durchgemacht, da verzieh ich ihm das natürlich. Ich war unglaublich froh, dass er in Summer einen Freund zu haben schien, denn der Buckskin ließ keinen der anderen Hengste an den Appaloosa heran.
      Das nächste Paar, das auf die große Koppel durfte waren mein Achal Tekkiner Candle in the Wind und mein frisch gekörter American Saddlebred -Hengst GH`s Safriko. Beide gehörten mir noch nicht so lange, hatten sich jedoch hervorragend eingelebt und sich toll entwickelt.
      Als ich wiederkam, schaute mich mein zweiter Saddlebredhengst Someone bereits vorwurfsvoll an. Der elegante Cremello mochte es nicht, missachtet zu werden, schon gar nicht, wenn man ihm seine Boxnachbarn entführte.
      Ich lachte und strich Someone den langen Schopf aus der Stirn, bevor ich ihn auf den achten Hengstpaddock brachte.
      Mein Barockpintohengst Slaters Secret und mein Lusitanohengst Pierre dagegen durften zusammen mit dem Junghengst San Salvador ebenfalls auf die Gemeinschaftskoppel, da sie sich gut mit den anderen verstanden.
      Als nächstes waren dann meine edlen Englischen Vollblüter an der Reihe. El Racino, den pechschwarzen Sohn meiner Stute Black Pearl brachte ich auf Hengstpaddock Nummer neun, während die beiden älteren Hengste Ghostbuster und Tschiwabschischi auf die große Koppel durften. So langsam wurde der Hengststall merklich leerer. Es standen nun nur noch meine Ponyhengste, sowie die beiden ungekörten Amayyas und Classic Moment im Stall.
      Ich begann mit dem Welsh A Juego und dem Welsh B Hollywood Undead. Beide kamen auf die große Koppel, auf der sie sich sofort gemächlich zu den anderen gesellten.
      Auch die Isländer Fair Prince und Intolerable Life machten mir keine Probleme.
      Den Deutschen Reitponyrappen Daemon nahm ich wie üblich alleine, da der Hengst zwar mit anderen Hengsten klarkam, sie aber nicht in seiner unmittelbaren Nähe haben wollte. So stand er auch auf der Koppel immer ein wenig abseits und drohte den anderen, wenn sie ihm zu Nahe kamen.
      Da ich die beiden verbliebenen Ponies auch zusammen mitnehmen würde, beschloss ich zuerst meinen Neuzugang Amayyas, einen wunderschönen Red Roan Berber auf den letzten Hengstpaddock zu bringen. Er war der Grund, warum Daemon jetzt auf der großen Koppel stand. Im Gegensatz zu dem Rappen konnte der wilde Amayyas andere Hengste nämlich nicht ausstehen und ging wenn möglich auf sie los. Um solche Angriffe zu vermeiden, bezog er den letzten Hengstpadock, der durch einen noch höheren Zaun und eine Hecke von den anderen abgetrennt war. Hier war früher Cheeky Jot`s Reich gewesen, doch seit der Hengst mit Bloody Valentine zusammen stand, war er merklich ausgeglichener geworden.
      "So ihr zwei Schönen, ihr seid die letzten!", verkündete ich meinem New Forest Ponyhengst Hollybrook`s Classic Moment und meinem Reitponyhengst Eddi`s Dead Pop Romance. Letzteren hatte ich eigentlich nur kören und dann verkaufen wollen, doch der Hengst hatte solch ein ernormes Potential, dass ich es einfach nicht über mich brachte, ihn herzugeben.
      Classic dagegen würde nach seiner Körung defintiv ausziehen müssen, da ich nicht noch einen Hengst aus der Linie halten konnte. Auch diese beiden durften auf die große Hengstkoppel und nachdem ich ihnen ein paar Minuten beim Toben zugesehen hatte, widmete ich mich meinen Stuten...
      Hier waren wie immer zuerst meine Jüngsten an der Reihe. Mein Champagne farbenes Achal Tekkiner Stütchen Ivory führte ich zusammen mit dem Berbermädchen Cirilla aus dem Stall. Die beiden hatten sich einfach gesucht und gefunden. Anschließend waren die Welsh A Stute Mississle und mein American Saddlebred Shekitt Quinn an der Reihe. Letztere war immer noch sehr schüchtern und hatte auch noch keine wirkliche Freundin in den anderen Pferden gefunden, was ich sehr schade fand. Meine Hannoveranerstuten Unannounced Pleasure und Reminiscent Inspiration führte ich wie immer zusammen auf die mittlere Stutenweide, auf der meine Warmblüter und Westernpferde untergebracht waren. Die zwei waren immer noch unzertrennlich, auch wenn Reminiscent Inspiration mittlerweile schon fleißig im Turniersport unterwegs war, während ich bei Pleasure noch mit Einreiten beschäftigt war.
      Die Trakehnerstute und Tochter von meinem Levistino, Levistino`s Hope führte ich gemeinsam mit der braven Pintostute Glammy ebenfalls auf die mittlere Koppel. Als nächstes waren Backup und Success Story xx dran. Backup war zwar nervös und aufgedreht, ließ sich aber ganz gut händeln, sodass ich meine Konzentration auf die schwierigere Success Story richten konnte. Die beiden Damen bezogen die Koppel links der Warmblutkoppel.
      Nun waren von den ungekörten Stuten nur noch Kagami el Assuad und Ehawee im Stall. Da Ehawee und Napayné die Köfpe zusammen steckten, machte die aufgedrehte Kagami bereits Radau, weshalb ich die schöne Palominostute zuerst aus ihrer Box herausführte. Das aufmümpfige Jungpferd hatte mir bereits ganz schön viel Ärger bereitet, doch ich liebte die Stute trotzdem abgöttisch.
      Meine beiden Neuzugänge Ehawee und Napayné bezogen die dritte Stutenkoppel, allerdings nur einen kleinen abgetrennten Teil davon, damit sie sich an die anderen gewöhnen könnten. Anfangs würde ich die Welsh B Stute und die Traberstute noch zusammen stehen lassen, damit sie sich in Ruhe eingewöhnen konnten.
      Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn. Es war ganz schön anstrengend, alle Pferde alleine raus zu bringen, doch ich wollte ja alle gebührend begrüßen.
      Weiter ging es mit meinen Araberstuten. Hier führte ich wie immer Sahira, Fallen Immortaliny und Sharley alleine auf die Koppel der Vollblüter. Sahira und Kagami hatten sich anfangs gehasst, doch mittlerweile hatte meine Araberfalbstute ihre Position als Leitstute wieder klar gemacht und Kagami hielt sich ihr gegenüber zurück.
      Die anderen Araber nahm ich in Dreier-Gruppen, um noch fertig zu werden, bevor meine Mitarbeiter aufkreuzten. Vor allem Meg kam öfter schon früher in den Stall. Ich schnappte mir Melody`s Girl, Adina de Ra`idah und Rose de Soleil und brachte die drei zur Koppel, um gleich darauf auch Hadeeh, Little Miss Sunshine und Bittersweet hinaus zu führen. Soweit so gut.
      Auch die drei verbliebenen englischen Vollblutdamen Ace of Spades, Pirate Island und Black Pearl beförderte ich im Dreierpack zu den anderen Vollblütern und sah ihnen dann lächelnd dabei zu, wie sie sich über die weitläufige Weide hinweg ein Wettrennen lieferten, solange, bis mich das ungeduldige Wiehern meiner Prinzessin Samiyah aus der Starre riss.
      Die Trakehnerstute forderte die nächsten zehn Minuten meine volle Aufmerskamkeit, da sie immer wieder den Kopf hochriss, nur um gleich darauf ihr rosanes Maul in meine Hände zu drücken. Ich kraulte sie an ihrer Lieblingsstelle am Hals und führte sie dann zusammen mit der zweiten Trakehnerstute, Mahira, auf die Koppel. Gleich darauf waren auch die Hannoveranerstute Angels Fall First und die Holsteinerstute Wild Lady Roxanne an der Reihe. Sie kamen alle auf die mittlere Koppel. Um eben jene voll zu machen, machte ich gleich mit den Warmblütern weiter. Da meine Westernpferde alle exzellent ausgebildet waren und aufs Wort hörten, nahm ich die Paint Horse Stuten My Golden Heart und The Morticains Daugther sowie die Quarter Horse Stuten BBs Harmony und American Baby einfach alle zusammen mit zur Koppel, liebkoste jede Einzelne von ihnen und entließ sie dann zu den anderen.
      Meine Andalusierstute Cuchara führte ich zusammen mit dem Lusitano Salwa und der Barockpintostute Benjilala hinaus und zum Schluss folgten noch meine American Saddlebreds Mizzi und Paradises Rafinesse. Seufzend verschloss ich das Gatter und machte mich auf, um auch meine geliebten Ponies hinaus zu lassen, damit Napayné und Ehawee endlich ihre Stallgenossen richtig kennen lernen konnten.
      Ich begann mit den Welsh Ponies Little Big Girl und Kolibri, dann kamen die Isländer Dark Misery und Fatimah und zum Schluss folgten die Reitponies Dorina und Cinnemont`s History.
      Alle sechs schenkten den beiden Neuen nur einen kurzen Blick und begannen dann zu grasen.
      Das würde bei meinen New Forest Ponies wohl anders laufen. Zumindest Naboo und Walk of Fame würden ihre Position schnell deutlich machen.
      Genau deshalb ließ ich die beiden auch erst einmal stehen und begann stattdessen mit der Palominostute Magical Moment und ihrer Freundin Thousand Sunny. Dann waren die Red Roan Stute Aimiliani und die Braune Fairylike Facility an der Reihe, bevor ich Golden Flair und Precious Scream holte. Die Buckskin Stute verstand sich gut mit der älteren Falbscheckin und Gründerstute meiner Zucht, weshalb ich die beiden problemlos zusammen führen konnte. Auch über das nächste Paar freute ich mich nach wie vor ungemein: Meine scheue Rappstute Isola della Pirateria hatte in dem Waisenfohlen Everybody`s Darling so etwas wie eine Tochter gefunden und obwohl Darling mitlerweile ausgewachsen, gekört und fast fertig ausgebildet waren, bemutterte Isola sie noch immer. Nun waren nur noch Walk of Fame und Naboo übrig. Ich beschloss mich mit Cheeky`s Mutter zu beginnen und führte die Apfelschimmelstute aus ihrer Box. Als wir an Naboo vorbeikamen und diese registrierte, dass sie nun alleine war, stieg sie in ihrer Box und begann laut zu wiehern. Ich verdrehte die Augen, band Walk of Fame neben Naboo`s Box an und holte auch die Rappscheckin aus der Box.
      "Na gut ihr beiden, ich nehme euch zusammen mit, aber wehe ihr macht mir Ärger!", warnte ich die zwei vorsichtshalber. Normalerweise nahm ich meine temperamentvollen Stuten nur einzeln mit nach draußen, aber ich wollte auch nicht, dass Naboo mir den Stall zerlegte oder sich gar verletzte.
      Erstaunlicherweise waren die beiden recht brav, doch sobald sie frei waren, galoppierten sie zum Zaun, der sie von Ehawee und Napayné trennte und gifteten die neuen Stuten gemeinsam an.
      "Na sieh mal einer an, normalerweise könenn sich die beiden nicht leiden, aber bei dem Thema halten sie zusammen...", dachte ich kopfschüttelnd, während ich zurück zum Stall ging, wo mich meine Mitarbeiter ein wenig entgeistert ansahen.
      "Warum hast du die denn alle alleine rausgebracht? Das war doch ne wahnsinnige Arbeit!", meinte Samuel fassungslos.
      "Ja, aber ich war ja jetzt auch ewig weg, da musste das sein. Dafür dürft ihr jetzt Boxen ausmisten, während ich uns Kaffee koche und dann mal nach Brian sehe....", gab ich grinsend zurück.
      Die anderen lachten und machten sich an die Arbeit. Mit diesem tollen Team würde ich sicherlich noch viele schöne Stunden erleben...
    • Sammy
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      Ein neues Jahr beginnt!
      17. Januar 2016

      „Guten Morgen meine Lieben!“, begrüßte ich Meg, Brian, Donald und Samuel fröhlich. Die vier hatten Weihnachten mit mir zusammen verbracht und heute wollten wir auch gemeinsam Silvester feiern. Anna und Patrick waren dagegen zu Hause bei ihren Familien geblieben. Während meine Angestellten die morgendliche Stallarbeit erledigt und die Pferde auf die Paddocks gelassen hatten, hatte ich ein bombastisches Frühstück zubereitet. Von einem rießigen Berg Pancakes tropfte der Sirup, eine gigantische Pfanne mit Rührei stand auf dem Tisch und soeben trug ich gefühlt Kiloweise gebratenen Speck zum Tisch. Samuel und Donald sahen den Teller mit leuchtenden Augen an und ich war schon fast ein wenig verwundert, dass sie nicht mit Sabbern anfingen. Meg verdrehte nur die Augen und setzte sich an ihren Platz, während ich den Speckteller wohlweislich vor ihr abstellte und nocheinmal in der Küche verschwand, um meinen Obstsalat zu holen. Dazu gab es frische Brötchen, frisch gepressten Orangensaft und Latte Macchiato. Für das Abendessen hatte ich Gott sei Danke Hilfe von Meg, denn das Frühstück alleine zuzubereiten war schon ein Haufen Arbeit gewesen und ich wollte heut schließlich wenigstens ein bisschen Zeit mit meinen vierbeinigen Lieblingen verbringen. Meine beiden Katzen strichen schnurrend um die Beine meiner Gäste und sogar Brian ließ sich zu einem Lächelnd herab, während er sich den ersten Bissen Rührei auf der Zunge zergehen ließ. Wir hatten ein wundervolles Frühstück, unterhielten und lachend und brachen schließlich gemeinsam zum Stall auf, um die Pferde für einen kleinen Silvester-Ausritt zu satteln. Allerdings würden wir dafür nur die bravsten meiner Pferde nehmen, da viele Leute ja bereits viel zu früh mit der Knallerei begannen. Als Donald und Samuel ein wenig murrten, sie hätten das sonst auch immer getan grinste ich sie nur an und meinte: „Männer, die an Silvester zu früh schießen, kommen auch sonst immer zu früh!“. Meg und Brian brachen in schallendes Gelächter aus, während die anderen beiden bis über die Ohren rot wurden und sich schnell in den Hengststall verdrückten.
      Donald hatte ich American Baby zugeteilt, Samuel Branagorn, Meg Dorina und Brian Melody`s Girl. Ich selbst würde mich in den Sattel meiner Lebensversicherung Ojos Azules schwingen, sodass wir eine nette kleine Truppe zusammen hatten. Jeder von uns holte sein Pferd vom Paddock und ich unterhielt mich ein wenig mit Samuel, während wir die beiden Hengste fertig machten. Der Schnee lag recht hoch und wir befestigten Nierendecken für die Pferde an den Sätteln. Außerdem packten wir auch uns selbst dick ein. Ich kontrollierte ein letztes Mal den Sitz von Jojo`s Gamaschen, dann führte ich den imposanten Rappen nach draußen auf den Hof, wo ich mich nach dem Nachgurten behände in den Sattel schwang. Die anderen taten es mir nach und schon kurz darauf ritten wir an den unzähligen Paddocks meines Stalls vorbei. Manche der Stuten kamen neugierig ans Gatter, andere blieben in ihren Boxen und sahen aus als wären sie glücklich darüber, im trockenen Stall bleiben zu dürfen. Unsere vier Pferde dagegen schritten flott aus und vor allem Dorina lief mit ihren kurzen Beinchen fast doppelt so schnell wie die Großen. Als wir an einer schier unendlichen schneebedeckten Wiese ankamen, ließ ich die anderen zu mir aufschließen und forderte sie zu einem kleinen Galopp auf. „Aber langsam und ordentlich! Ich will hier auf dem Schnee kein hitziges Wettrennen, auf den Tierarzt kann ich dieses Jahr wirklich gut verzichten!“, mahnte ich die vier, bevor ich Jojo eine leichte Galopphilfe gab. Sofort sprang der schicke Hengst in den Galopp und wir flogen über die dicke Schneedecke. Neben mir konnte ich den strahlenden Samuel auf Branagorn sehen, die anderen liefen ein wenig hinter uns. Am Ende der Wiese parierten wir die Pferde zum Schritt durch und ritten dann in einem großen Bogen zum Gestüt zurück. Es war erst zwei Uhr Nachmittags und somit hatte ich noch ein wenig Zeit für meine Lieblinge. Ich übergab Jojo an Samuel und holte sofort meine geliebte Hannoveranerstute Unannounced Pleasure aus ihrer Box. Die große Falbscheckin wurde gerade auf ihre bald anstehende Krönung vorbereitet und machte sich einfach hervorragend. Trotzdem konnte ein letztes Training in diesem Jahr nicht schaden. Ich führte die schöne Stute zur Reithalle, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Pleasure lief eifrig vorwärts und arbeitete wie gewöhnlich hervorragend mit. Als ich mit der schönen Stute zum Stall zurückkehrte, nahm Meg sie mir sofort ab und Samuel brachte Pride and Prejudice hinaus. Der rießige Rappschecke sollte später einmal Glammy`s Partner für meine Sportpintolinie werden, doch bis dahin war es noch ein weiter Weg, da ich den Hengst erst vor kurzem bei mir aufgenommen hatte und er noch nicht viel beherrschte. Auch mit Pride trainierte ich Dressur, nur um mir gleich darauf meine drei jüngsten zu holen: Ivory, Cirilla und Mississle. Mississle und Ivory waren zwar bereits ausgewachsen und auch schon eine ganze Weile im Training, doch sie waren neben Missy eben die Jüngsten und hatten außerdem viel Zeit zusammen auf der Koppel verbracht. Da ich die aufgedrehten Stuten nicht alleine führen wollte, begleitete Meg mich. Sie führte Ivory, ich Cissy und Missy. Gerade das Achal Tekkiner und das Berbermädchen verstanden sich ausgezeichnet. Ivy war sehr lange recht allein gewesen, da sie für die anderen jungen Stuten zu dominant war. In Cissy hatte sie dagegen endlich jemanden gefunden, der ihr ebenbürtig war. Wir lösten die Stricke von den Halftern der Stuten und ließen sie in der Halle freilaufen. Ab und an rief ich eine von ihnen zu mir, schickte sie ein paar Tritte rückwärts und seitwärts oder forderte sie auf, mir ohne Führstrick zu folgen. Das trainierte ich ein paar Mal mit jedem Stütchen und schon durften sie zurück in ihren warmen Stall. Die drei Jungs hatten mittlerweile die entsprechenden Boxen ausgemistet und Brian brachte mir Hollybrook`s Cheeky Jot nach draußen – das letzte Pferd, das ich heute trainieren würde. Ich liebte all meine Pferde, doch Chexx würde für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen behalten. Ganz abgesehen von seinem unglaublichen Charakter war er immerhin das erste erfolgreiche Fohlen aus Rawrs und meiner damaligen New Forest Pony Zucht. Ich strich dem Pony den langen schwarzen Schopf aus der Stirn und führte es dann zur Halle. Cheeky folgte mir wie ein Hund und blieb geduldig stehen, bis ich es mir im Sattel bequem gemacht hatte. Der einst so aufgedrehte ungeduldige Hengst war besonnener geworden. Er hatte immer noch ein gehöriges Maß an Temperament, doch inzwischen konnte er dieses in sinnvolle Bahnen lenken, was früher eher gescheitert war. Ich wärmte Cheeky Jot in aller Ruhe auf und fragte dann ein paar schwierige Dressurlektionen ab. Der Hengst ging völlig in seiner Aufgabe auf und wieder einmal nagte das schlechte Gewissen an mir. Sicherlich, Cheeky wurde umsorgt wie ein Gott und bekam auch genug Bewegung, doch ich selbst hatte meines Erachtens nach viel zu wenig Zeit für meinen Lieblingshengst. Leider war es auch nicht möglich, daran etwas zu ändern. Ich war zwar händeringend auf der Suche nach gutem Personal – bei 91 Pferden brauchten wir einfach noch Unterstützung – doch selbst dann würde ich nicht mehr Zeit zur Verfügung haben. Allein die Leitung des Gestüts fraß unglaublich viel von diesem kostbaren Gut und dabei hatte ich den Zuchtbetrieb noch nicht einmal aufgenommen. Ich seufzte und galoppierte Cheeky an, um auf andere Gedanken zu kommen. Der Hengst schüttelte unwillig den Kopf, er schätzte es überhaupt nicht, wenn ich mich nicht auf ihn konzentrierte. „Du hast ja Recht mein Guter, wenn ich schonmal Zeit für dich ganz alleine habe, sollst du auch meine volle Aufmerksamkeit bekommen!“, sagte ich liebevoll zu ihm. Kurz darauf zerriss ein lautes Knallen die nachmittägliche Stille und Cheeky machte einen erschrockenen Satz nach vorn. Er spielte unruhig mit den Ohren und ich wusste genau, dass nur meine vertraute Stimme den schönen Hengst davon abhielt, in gestrecktem Galopp durch die Halle zu rasen. Flott glitt ich aus dem Sattel und griff fest in Cheeky`s Zügel. „Na komm mein Schatz, dann bringen wir dich mal zurück, die anderen brauchen sicherlich auch Hilfe.“ Tatsächlich dauerte es keine zwei Minuten, bis mir Meg entgegengerannt kam. Es knallte mittlerweile alle paar Minuten und die junge Frau war völlig aufgelöst. „Du musst und helfen, die Pferde drehen ja völlig durch!“, sagte sie hektisch. Ich schnalzte mit der Zunge und Cheeky trabte mit flotten Schritten neben mir her. Tatsächlich wieherten meine Pferde panisch, während die Pfleger versuchten, sie in ihre Boxen zu bekommen. Ich schüttelte den Kopf und übergab Cheeky an Meg, die erst einmal die Tür zu seinem Paddock schloss, bevor sie den Hengst in seine Box entließ.
      Ich eilte in die Futterkammer und kam gleich darauf mit der Schubkarre voller Kraftfutter wieder. Ein paar mal geschüttelt und schon kamen Khamar al Sanaa, Ojos Azules, Cazador, Golden Indian Summer, Ghostbuster, Tschiwabschischi, Juego, Hollywood Undead, Fair Prince, Intolerable Life, Eddi`s Dead Pop Romance, Branagorn, Wannabe, GH`s Safriko, Slaters Secret, Pierre, Hollybrook`s Classic Moment und Orfino in den Stall. Während ich das Kraftfutter in ihre Tröge schüttete, liefen die anderen vier nach draußen, kletterten durch die Zäune und schlossen die Außentüren. „Na also, zusammen mit Pride and Prejudice und Cheeky sind nun von 35 Hengsten schon 20 im Stall. Meg, Brian und Donald geht ihr mal in den Stutentrakt und macht es dort genauso, Samuel und ich kommen dann gleich nach.“, wies ich meine Mitarbeiter an, bevor ich zu meinem Araberhengst Wüstentänzer trat und ihn energisch in seine Box schickte. Der schöne Fuchs sah mich argwöhnisch an, entschied dann jedoch, dass seine Box der sicherste Ort war. Ich schloss die Tür und ging sofort in die Box nebenan zu Candle in the Wind. Genau wie dieser brauchten auch mein Neuzugang Dissident Hawk, Damon`s Dynamo, Levistino, Fantastic Fly, Someone, El Racino, Daemon, San Salvador, Caradoc und Hollybrook`s Casanova nur ein paar aufmunternde Worte, bis sie ruhig in ihren Boxen standen. Als nächstes war mein Berberhengst Amayyas an der Reihe. Mit ihm kam außer Brian und mir noch immer niemand klar, doch mittlerweile war der wunderschöne Red Roan sogar gekört. Amayyas war jedoch nicht nervös, er sah eher wütend aus. Ich strich ihm besänftigend über das weiche Maul und dirigierte ihn allein mithilfe meiner Körpersprache in seine Box, gleich darauf schloss Samuel die Tür. Amayyas ließ sich nicht gern herumkommandieren, daher wendete ich bei ihm ausschließlich diese Methode an. Nun fehlten nur noch Black Soul und Hollybrook`s Bloody Valentine. Zuerst widmete ich mich dem Pünktchen-Hengst. Seit ich den schönen Halbbruder von Cheeky vor der völligen Verwahrlosung gerettet hatte, hatte er schon eine unglaubliche Wandlung hinter sich. Menschenansammlungen machten ihm keine Angst mehr und er hatte sogar schon vor geraumer Zeit seine Körung bestanden. An Silvester war es jedoch jedes Jahr, als würde der junge Hengst in eine Art Schockstarre verfallen und es war pures Glück, wenn er mich an sich heran ließ. Ich sprach Valentine leise an, doch der Hengst nahm überhaupt keine Notiz von mir. Also nahm ich ihn kurzerhand am Halfter und zog ihn halb hinter mir her, bis Samuel die Tür geschlossen hatte. Er würde später ein von den Beruhigungsspritzen bekommen, die Eddi mir für den Notfall dagelassen hatte. Zuerst einmal musste ich nun jedoch die anderen Pferde reinholen. Mein nachtschwarzer Hannoveranerhengst Black Soul stand mit flach angelegten Ohren in der hintersten Ecke seines Paddocks und giftete mich an, als ich mich auf ihn zubewegte. Ich sah das weiße in seinen Augen schimmern und beim nächsten Knall sprang der große Hengst mit allen Vieren in die Luft. Ich schüttelte den Kopf und bat Samuel die Longe zu holen. Diese spannten wir über den Paddock und trieben Black Soul so in seine Box, da der Hengst sich nicht einmal mit der Longe berühren lassen wollte.
      Erleichtert wischte ich mir über die Stirn. „So, das wäre geschafft. Dann lass uns mal schauen, wie weit die anderen inzwischen sind!“, sagte ich zu Samuel, während wir mit großen Schritten in den Stutenstall liefen. Dort sah es schon recht gut aus. Die Anwärter Ehawee, Middle Ages, Unannounced Pleasure, Shekitt Quinn, Ivory, Mississle und Cirilla starrten uns mit großen Augen aus ihren Boxen heraus an, doch immerhin waren sie alle sicher im Stall. Auch mein Berber-Neuzugang Pangäa, sowie die Araberstuten Hadeeh, Little Miss Sunshine, Bittersweet, Sharley, Fallen Immortaliny und Melody`s Girl waren drinnen. Dass hier Sahira und Adina de Ra`idah fehlten, wunderte mich nicht. Ich verbrachte einiges an Zeit damit, die beiden ängstlichen Stuten in den Stall zu bekommen, doch dann konnten wir unseren Rundgang fortsetzen. Chaira, The Morticains Daugther, BBs Harmony, My Golden Heart und American Baby hatten sich anstandslos hereinholen lassen, genauso Backup, Ace of Spades, Pirate Island und Far Cry. Kagami el Assuad kam nach einem scharfen Piff meinerseits in die Box getrabt und Success Story xx benötigte Zuspruch und ein paar Streicheleinheiten, bevor sie mir folgte. Die Ponies Little Big Girl, Napayné, Kolibri, Fatimah, Dark Misery, Dorina und Cinnemont`s History kauten alle zufrieden an ihrem Heu und schienen sich überhaupt nicht an dem Trubel um sie herum zu stören. Auch Glammy, Levistino`s Hope, Wild Lady Roxanne, Mahira und Angels Falls First standen einigermaßen ruhig da. Reminiscent Inspiration war tatsächlich neugierig und starrte mit hoch erhobenem Kopf zum Himmel hoch. Trotzdem holte ich die junge Stute schnell herein, man konnte ja nie wissen, wie schnell ihre Faszination in Angst umschlug. Bei meiner Trakehner-Prinzessin Samiyah brauchte ich ein wenig mehr Überredungskunst. Die wunderschöne Cremellostute rannte in ihrem Paddock herum, machte bei jeder Ecke Kehrt und wirbelte wieder herum. Ihre schönen blauen Augen weit aufgerissen, hätte sie mich beinahe sogar über den Haufen gerannt. Nach einem scharfen: „Samiyah!“, sah die Stute mich jedoch wenigstens kurz an. Das reichte mir , um ihr Halfter zu packen und sie in den sicheren Stall zu verfrachten. Zu meiner Erleichterung war meine recht nervöse Andalusierstute Cuchara bereits im Stall und auch Paradises Rafinesse, Mizzi, Benjilala und Salwa reckten mir über den Rand ihrer Boxen ihre weichen Nasen entgegen. Ich kraulte jede Stute kurz und straffte dann die Schultern. Mit meinen New Forests würde es sicherlich die meisten Probleme geben. Und so war es auch. Lediglich Magical Moment, Thousand Sunny, Aimiliani, Fairylike Facility und Golden Flair Standen in ihren Boxen. Brian, Donald und Meg bemühten sich um die anderen, waren aber nicht schnell genug oder kamen gar nicht erst an die nervösen Stuten heran. Bei Everybody`s Darling, meiner erklärten Lieblings-Ponystute war es ganz einfach. Ich rief leise ihren Namen und schon kam die Fuchsstute in ihre Box. Ich hatte Darling mit der Flasche aufgezogen und seitdem hatten wir beide eine ganz besondere Verbindung. Precious Scream, Walk of Fame und Naboo waren zwar nervös, ließen sich jedoch mit Hängen und Würgen in den Stall verfrachten, als sie mitbekamen, dass die meisten anderen Stuten nicht mehr draußen waren. Fehlte nur noch mein Sorgenkind Isola della Pirateria. Die gekörte Rappstute war zwar mittlerweile sehr gut ausgebildet und hatte auch Vertrauen in die Menschen gefasst, doch in außergewöhnlichen Situationen wie dieser, drehte sie zuweilen völlig ab. Ich verfluchte im Stillen die Vollidioten, die mal wieder zwölf Uhr nicht abwarten konnten und näherte mich dann langsam meiner verängstigten Stute. Ich brauchte schließlich die Hilfe von Everybody`s Darling, um Isola in den Stall zu bekommen. Die Rappstute hatte das Waisenfohlen unter ihre Fittiche genommen und anscheinend half Darling`s Ruhe ihr auch. „Die Box ist groß genug, wir lassen die beiden heute Nacht zusammen stehen.“, sagte ich, als Isola`s Tür sicher verschlossen war. Die anderen waren genauso erschöpft wie ich, deshalb lud ich sie auf ein Stück Linzertorte und einen Tee zu mir ins Haus ein, bevor wir uns alle zusammen an die Stallarbeit machen würden.
      Ein paar Stunden später stieg ich aus der dampfenden Dusche, legte ein wenig Make up auf und flog dann in die Küche hinunter, wo ich schoneinmal anfing, das Gemüse vorzubereiten. Kurz darauf erschien Meg und wir schnippelten einträchtig nebeneinander. Als später die Jungs dazukamen, hatten wir lauter Schüsseln mit Fleisch, Gemüse, Käse und Wurst, sowie ein paar leckere Dips auf den reich geschmückten Tisch gestellt. Die Raclettes liefen auch schon auf Hochtouren und alle machten sich gut gelaunt über das Essen her. Um zwölf gingen wir dann hinaus auf ein Feld, sahen und das Feuerwerk an und schauten den Jungs zu, wie sie selbst ein paar Raketen zündeten. Als ich ins Bett fiel war bereits vier Uhr morgens und es schüttelte mich, als ich daran dachte, in zwei Stunden schon wieder aufstehen zu müssen. Wenigstens hatten sich die Pferde nach der Knallerei wieder beruhigt und wir konnten zufrieden ins neue Jahr 2016 starten!
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur E-A
      31. Mai 2016

      "Du willst heute Cirilla trainieren? Denkst du denn, sie ist schon so weit?", fragte Meg mich ein wenig ungläubig. Ich konnte ihre Bedenken absolut verstehen, immerhin hatte ich mein wunderschönes Berberstütchen noch nicht allzu lange unter dem Sattel. Allerdings hatte Meg Cirilla auch noch nie unterm Sattel laufen sehen. "Glaub es mir, sie ist soweit! Cirilla macht sich unglaublich gut, den Anforderungen für Klasse A in der Dressur ist sie auf jeden Fall gewachsen.", antwortete ich deshalb zuversichtlich. Meg nickte grinsend und machte sich dann wieder an die Arbeit. Das war ein Grund, warum ich meine Angestellten so sehr schätzte - sie vertrauten meinem Urteil blind, weil sie genau wussten, dass ich nur das Beste für meine Vierbeiner wollte. Ich lief die Boxenreihe entlang, bis zu Cirilla, die mich wie immer liebevoll begrüßte. Ich führte die braune Stute aus ihrer Box und band sie auf dem Putzplatz an. Bei diesem herrlichen Wetter konnten wir endlich wieder mehr Zeit im Freien verbringen und ich nutzte diesen Umstand aus, so oft es nur irgendwie möglich war. Wie immer genoss Cissy die Putzprozedur in vollen Zügen und ich ließ mir dementsprechend viel Zeit. Nachdem ich der Berberstute die Beine bandagiert und sie aufgesattelt hatte, führte ich meine Maus über den Hof zum Reitplatz. Dort angekommen stellte ich Cissy auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Gleich darauf klopfte ich Cissy liebevoll den Hals. Ich hatte sehr viel Zeit darauf verwendet Cissy beizubringen, beim Aufsitzen ruhig stehen zu bleiben. Dem Stütchen wurde nämlich sehr schnell langweilig und nach dem ich die ersten paar Mal im Sattel gesessen hatte, war der Aufsteige-Vorgang auch schon wieder langweilig für die junge Stute. Ich ritt Cirilla im Schritt am langen Zügel um die Bahn und wärmte die Stute mit Zirkeln, einfachen Schlangenlinien und Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen im Schritt und Trab auf beiden Händen auf. Wie gewohnt reagierte Cissy wunderbar auf jede meiner Hilfen und wir schwebten geradezu um die Bahn. Ich konnte es kaum erwarten meine Berberdame auf ihrem ersten Turnier vorzustellen, aber das hatte selbstverständlich noch ein wenig Zeit. Wobei selbst der Trubel Cissy nichts anhaben konnte, die junge Stute hatte es schon immer gliebt, sich zu präsentieren. Je mehr Zuschauer, desto besser. Nichts desto trotz konzentrierte ich mich nun erst einmal auf die heute vor uns liegende Aufgabe. Immerhin mussten wir die Schritt-Galopp-Übergänge, das Rückwärtsrichten, Viereck verkleinern und vergrößern, sowie die Vorhandwendung erarbeiten. Ich begann mit dem Rückwärtsrichten und parierte Cissy bei A zum Halten durch. Dann hob ich mich leicht aus dem Sattel, ließ die Zügel anstehen und gab Cissy das bereits bekannte Kommando "Back!". Diese Übung wie auch das Schenkelweichen hatte ich mit Cirilla vor diesem Training bereits vom Boden aus erarbeitet, um es der jungen Stute so leicht wie nur irgend möglich zu machen. Sobald sie zögerlich ihr Gewicht nach hinten verlagerte, stellte ich die Hilfen ein und lobte Cissy. Das weitete ich soweit aus, bis Cirilla schließlich ohne zu Zögern eine Pferdelänge rückwärts trat. Als nächstes waren die Schritt-Galopp-Übergänge an der Reihe. Ich ritt Cirilla im Schritt um die Bahn und gab ihr in die zweite Ecke der langen Seite hinein die Hilfen zum Angaloppieren, indem ich das äußere Bein eine Handbreit hinter den Gurt legte, die Stute leicht nach innen stellte und auffordernd mit der Zunge schnalzte. Cirilla brauchte ein wenig mehr Druck als sonst, doch dann sprang die Stute eifrig vorwärts. Ich kraulte ihr sofort den Hals und wiederholte das Ganze noch einige Male auf beiden Händen, bevor auch der Übergang vom Galopp in den Schritt an der Reihe war. Für diesen brauchte ich ein wenig länger, da Cirilla sich anfangs weigerte in die langsamere Gangart zu fallen und wir dann daran arbeiten mussten, den Übergang weich und fließend zu machen. Dieser fiel anfangs nämlich noch sehr unsauber aus.
      Als das geschafft war, konnten wir mit Viereck verkleinern und vergrößern weitermachen. Dazu ritt ich Cirilla leicht nach außen gestellt durch die zweite Ecke der kurzen Seite und trieb sie sofort danach mit dem äußeren Bein vorwärts-seitwärts, während ich die Bewegung mit dem inneren Bein begrenzte. Kurz vor B stellte ich Cissy geradeaus, ließ sie zwei Pferdelängen vorwärts gehen und ritt dann im Seitwärtsgang zurück zur Bande. Anschließend übten wir die Lektion auch auf der anderen Hand, bevor als letztes die Vorhandwendung an der Reihe war. Um die Lektion zu erarbeiten, ritt ich Cissy auf den zweiten Hufschlag und parierte die Berberstute dort zum Halten durch. Dann stellte ich sie leicht in Richtung Bande, trieb sie Tritt für Tritt seitwärts und beendete die Lektion mit einer ganzen Parade. Dann lobte ich mein fleißiges Pferd, ließ die Zügel lang und ritt Cissy trocken. Erst da bemerkte ich Meg und Samuel, die an der Bande standen und uns begeistert beobachteten. "Wir sind mit der Arbeit schon fertig und dachten wir schauen mal vorbei! Cissy macht sich ja wirklich hervorragend, wie lief das restliche Training?", fragte Meg. "Wunderbar! Sie hat die Lektionen für Klasse A gut drauf, mit ein bisschen mehr Training können wir bald schon einen Schritt weiter gehen!", sagte ich mit glühenden Wangen, während ich Cissy vor ihnen zum Stehen brachte und aus dem Sattel rutschte. Gemeinsam gingen wir vier zum Stall zurück und ich berichtete in aller Ausführlichkeit von der Glanzleistung meiner Stute.
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur A-L
      6. Juni 2016

      "Morgen Cissy mein Schatz!", begrüßte ich meine braune Berberstute Cirilla liebevoll. Heute stand unser Abschlusstraining für den Aufstieg in Klasse L der Dressur an und ich war schon ein wenig aufgeregt. Cirilla machte wirklich täglich Fortschritte und ich könnte nicht stolzer auf das schöne Tier sein. Wenn sie so weiter machte würde es nicht mehr allzu lange gehen und sie konnte in den Zuchtstall neben ihre Mutter Pangäa ziehen - dann hoffentlich gemeinsam mit ihrer Freundin Ivory, die wohl schon vor Cissy zur Prämierung durfte. Zu meinem Ärger regnete es heute in Strömen, deshalb mussten wir unser Training in der Reithalle abhalten. Ich putzte Cissy auf der Stallgasse, da die Putzboxen des Stalls gerade belegt waren. Da die Pferde den Morgen über auf den Koppeln verbracht hatten, waren sie nun dementsprechend schlammig und meine Angestellten taten alles, um sie wieder auf Vordermann zu bringen. Das war bei über 100 Tieren allerdings eine Tagesaufgabe. Cissy war schon an der Reihe gewesen und ihr braunes Fell glänzte im sanften Licht des Stalles. Ich legte ihr langsam den Sattel auf den Rücken und zog den Gurt Loch für Loch enger. Dann bandagierte ich Cissy`s Beine und trenste die Stute auf. Abschließend legte ich der Berberstute eine Decke zum Schutz gegen den Regen auf den Rücken und zog mir auch selbst meine Regenjacke über, bevor wir hinaus in das eklige Wetter gingen. Patrick schloss netterweise das Stalltor hinter uns, sodass wir gleich in Richtung Reithalle joggen konnten. Cirilla folgte mir brav wie üblich auf dem Fuß und kurze Zeit später schloss ich erleichtert die Bande hinter uns. Nachdem ich Cissy von der nassen Decke befreit und mich aus meiner ebenso nassen Jacke geschält hatte, schüttelte die junge Stute sich wie ein nasser Hund und spritzte mich damit nass. "Hey, Cissy!", beschwerte ich mich lachend, bevor ich den Gurt nachzog und mich in Cissy`s Sattel schwang. Dann ritt ich die Stute in aller Ruhe im Schritt und Trab warm, bevor ich mit dem eigentlichen Training begann. Heute standen der einfache Galoppwechsel, der Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung auf dem Programm. Wie meist begann ich auch heute mit dem einfachen Wechsel und galoppierte mit Cissy dafür auf den Zirkel. Bei X parierte ich die Stute zum Schritt durch, ließ sie drei Tritte gehen, stellte sie um und galoppierte gleich darauf auf der anderen Hand wieder an. Die Schritt-Galopp-Übergänge hatten wir ja bereits für Klasse A trainiert, daher saß die Übung auch recht schnell. Als nächstes war der Außengalopp an der Reihe. Diesen erarbeitete ich, indem ich im Handgalopp einfache Schlangenlinien ritt und den Bogen dann bei jedem Durchgang mehr in die Länge zog, da Cirilla so immerhin schon kurzzeitig im Außengalopp ging. Als nächstes wechselte ich mit der Stute durch die ganze Bahn und achtete besonders kurz vor Erreichen des Hufschlags darauf schön ruhig zu sitzen, um Cissy auch ja nicht zum Umspringen zu animieren. So ließ ich sie zwei Runden im Außengalopp um die Bahn gehen, dann wiederholten wir das Prozedere auf der anderen Hand, bevor wir uns an den letzten Schritt wagen konnten. Nun wollte ich Cirilla nämlich direkt im Außengalopp anspringen lassen. Da die junge Stute so sensibel war, sprang sie tatsächlich auch gleich richtig an, als ich sie leicht nach außen stellte, das innere Bein eine Handbreit hinter den Gurt legte und auffordernd mit der Zunge schnalzte. Da ich Cirilla auch sofort begeistert lobte, verstand Cirilla, dass sie alles absolut richtig gemacht hatte und schon kurz darauf konnte ich die Berberstute an jedem Punkt der Bahn im Außengalopp gehen lassen. Ich war jetzt schon wahnsinnig stolz auf meine Kleine.
      Die nächste Lektion - die Kurzkehrt - leitete ich ein, indem ich mit Cissy eine Volte ritt. Nun musste ich sie nur noch weiter in die Biegung hineinführen, mit dem inneren Bein seitwärts treiben und die Bewegung mit dem äußeren Bein begrenzen. So wich Cissy Schritt für Schritt im ihre Hinterhand herum und lief danach brav im Schritt weiter. Die Hinterhandwendung baute auf der gerade gelernten Kurzkehrt auf - der einzige Unterschied zwischen den beiden Lektionen bestand darin, dass die Hinterhandwendung aus dem Halt heraus geritten wurde und auch im Stehen endete. So konnten wir unser Training schon bald darauf beenden und ich ritt Cirilla übers ganze Gesicht grinsend trocken. Sogar der strömende Regen verminderte sich zu einem leichten Tröpfeln, während wir über den Hof zum Stall liefen und ich umsorgte meine Cirilla liebevoll. Immerhin hatte sie gerade eben den Aufstieg in Klass L der Dressur gemeistert!
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  • Album:
    Verkaufsstall
    Hochgeladen von:
    Sammy
    Datum:
    26 Mai 2016
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  • Cirilla

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    Spitzname: Cissy
    Bedeutung: "Geliebte"

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    Gwynbleidd
    V: Zarin
    M: Sheza

    Aus der: Pangäa
    V: ?
    M: ?

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    Rasse: Berber
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 23. April 2013
    Stockmaß: 1,53 m
    Fellfarbe: Bay | Brauner
    Kopfabzeichen: ///
    Beinabzeichen: ///
    Gencode: Ee | Ata

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Cirilla ist eine vielversprechende junge Berberstute, die sich nicht nur durch ihr tolles Exterieur und ihre bemerkenswerte Abstammung, sondern auch durch einen einwandfreien Charakter auszeichnet. Cissy war bereits als Fohlen fürchterlich neugierig und hatte einen schier unstillbaren Bewegungsdran, was sich bis heute nicht geändert hat. Manchmal ist die Stute ein richtiger Clown und man hat mit ihr immer etwas zu lachen. Die Stute zeichnet sich aber auch durch ihre große Lernbereitschaft, Eifrigkeit und Intelligenz aus. Ab und an geht freilich das Temperament mit ihr durch, doch Cissy ist noch jung und selbst dann recht schnell wieder unter Kontrolle zu bringen.
    Alles in allem ist Cirilla ein Pferd von dem man sicherlich noch hören wird!

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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Ravenna
    Ersteller: kira
    Vkr:
    kira

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    L
    Springen: S
    Distanz: E
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    ~ Schleifen ~
    Gewinnerin der SK[441] Stuten mit min. 5 Schleifen
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    Fohlenspringen
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    Gewinnern der [BFS 240] Alle Rassen
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    Gewinnerin des SW[433] Pferde ohne Abzeichen
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    3. Platz beim 126. Synchronspringen
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    1. Platz beim 128. Synchronspringen
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    3. Platz beim 130. Synchronspringen
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    JA
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///​