Elsaria

Cielo

Arravani /9Jahre/geköhrt

Cielo
Elsaria, 9 Sep. 2019
    • Elsaria
      Sehr Alte Berichte 2014-2018:
      Neue Wege
      Noch ein wenig ungläubig dass ich nun tatsächlich ein Pony neben mir stehen hatte, verabschiedete ich mich von dem Fahrer, der den kleinen Hengst aus Griechenland hergebracht hatte. Ein griechisches Pony auf einem Italienischen Gestüt na das konnte was werden. Letztes Jahr noch hätte ich nichtmal im Traum daran gedacht diese Rasse hier her zu importieren aber wo die Liebe hinfällt ich hatte mich einfach in diese kleinen Gebirgs-Gangarten-Künstler verliebt.
      Ich zupfte ein wenig am Strick und das gerade mal 1.28m große Pony folgte brav. Ich legte meine rechte Hand über seinen Hals und machte mich auf zur Koppel, denn da wartete noch ein weiterer Neuankömmling auf mich.
      An der Koppel angekommen band ich Cielo, so hieß der kleine Grieche von nun an, kurzerhand an den Koppelzaun. Ein glück musste ich nicht allzulange laufen, Zokni stand relativ weit vorne und hob sich von der grünen Umgebung sehr gut ab. Ich rief leise seinen Namen daraufhin drehte er sich um und kam neugierig zu mir. Nach ein paar Streicheleinheiten, hakte ich mit einem Klicken den Strick in sein Halfter und führte den Rapphengst in Richtung Ausgang.
      Cielo hatte es währendessen irgendwie geschafft seinen Strick zu lösen und war munter am Gras fressen, ich hob den Strick vom Boden auf und zog einmal kräftig daran. Ein wenig unwillig folgte er mir und so machte ich mich mit Groß und Klein auf zum Stall....
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      Die letzten Tage war ich sehr im Stress gewesen, denn wir hatten auf dem Gestüt sehr viel Papierkram angesammelt, der danach schrie erledigt zu werden. Nachdem ich mich damit intensiv beschäftigt hatte machte ich mich nun auf den Weg zu meiner Kundin Maleen, deren Hengst Cielo wieder die Hufe ausgeschnitten und korrigiert bekommen musste. In den Royal Peerage Stables angekommen fand ich Maleen auch gleich, als sie dabei war den Braunen aus der Box zu holen. Ich begrüßte sie und ging dann mein Werkzeug aus dem Auto holen. Wieder zurück in der Stallgasse machte ich mich ersteinmal mit dem Arravanihengst bekannt und kratzte dann seine Hufe aus. Dabei kontrollierte ich den Hufzustand, der bei dem Hengst eigentlich einwandfrei war. Der Strahl war an einigen Stellen etwas ausgefranzt aber sonst war das Horn intakt und musste nur wieder in Form gebracht werden. Am ersten Huf fing ich also an mit dem Hufrinnmesser den Strahl sowie auch die Strahlfurchen ordentlich auszuschneiden bis sie wieder eine gute Form hatten und alles nötige Horn entfernt war. Danach kürzte ich den Huf mithilfe der Hufzange und der Hauklinge, mit der ich überschüssiges Horn einfach abtrug und das übrige in die richtige Stellung brachte. Als ich damit fertig war muste der Huf nurnoch gepfeilt werden um kleine Unebenheiten auszugleichen, wozu ich mit den Hufbock und die Hufraspel nahm. Cielo schien das alles garnicht zu interessieren und er ließ sich die Prozedur brav gefallen. So war der erste Huf erledigt und die anderen drei waren ebenfalls unkompliziert auszuschneiden und zu korrigieren, da der Braune sich gut benahm und ruhig stand. Zur Belohnung bekam er von mir ein Leckerlie und Maleen brachte Cielo wieder in seine Box als ich mit dem Ergebnis zufriedenwar. Schnell kehrte ich noch und packte mein Werkzeug zusammen, dann verabschiedete ich mich auch wieder von Maleen und fuhr zum nächsten Kunde.
      Gestern bekam ich ein Anruf von Hunter, ob ich dieses Wochenende mich mal um die Pferde kümmern kann. Gesagt getan, mache ich mich auf den Weg nach Italien. Am Donnerstag Abend holen mich der Typ ohne Namen und Jamie vom Flughafen ab. Sie zeigen mir dann am Hof mein Zimmer und ich geh schlafen. Es war schließlich schon 2 Uhr Nachts.
      Nun bin ich hier, es ist komplett anderes Klima als in Tschechien und ich musste mich erst mal umziehen. Langsam begebe ich mich zum Essenstisch. Alle warten schon auf mich. „Guten Morgen Vina“, sagen Kim und Hannah im Chor. Ich begrüße auch noch die Anderen und setzte mich. Dann fangen wir an zufrühstücken. „Also wir fahren gleich los. Dir viel Spaß“, sagt mir Jamie und alle stehen auf. Ich esse noch in Ruhe auf und gehe mich dann fertig machen. Dann geht es raus auf die Weide und hole Buried. Die Schimmelstute glänzt in der Sonne und Schnaubt. Am Hof putze ich als erstes und mache ihr dann das Longierzeug um. Dann geht’s auf die Wisse mit Longe. Ich lasse ihr sie lang und Buried geht nach Aussen. Das Pony tippelt im Kreis. Nach einigen Minuten wechsle ich die Hand und lasse sie Traben. Ihr Trab hat einen schöne Schwebephase und auch ist es sehr raumgreifend. Auch ihre sieht super aus. Alleine auf so einem großen Hof ist voll komisch, aber noch aushaltbar. Weiter geht es mit einer Pause und wieder einem Handwechsel. Ich lobe Buried und arbeite noch einige Zeit mit ihr. Dann geht es wieder zurück zum Hof. Dort sattle ich sie ab und bringe die Stute zurück auf die Weide.
      Weiter geht es mit den Hengsten. Da fällt mir sofort Sporentritt ins Auge, der Opa meines Fohlen. Doch so alt ist er ja noch auch noch nicht. Am Hof putze ich ihn etwas über und lege das Sattelzeug auf ihn. Doch ich mache kein Gebiss rein, nur mit einem Knotenhalfter reite ich. In der Halle gurte ich noch mal nach und steige auf. Der Hengst guckt zu mir und läuft ruhig los. Im Schritt gehe ich auf den Zirkel noch am langem Zügel. Dann auch noch mal zwei Runden ganze Bahn. Jetzt nehme ich die Zügel auf und trabe den Hengst an. Ich drehe noch einigen Runden auf dem Zirkel mit Handwechseln zwischendurch. Der Hengst hat super Bewegungsabläufe, ich mag ihn sehr. Umso mehr freue ich mich auf meinen Fohlen. Am Ende führe ich Sporentritt noch zwei Runden im Schritt durch die Halle. Gemeinsam gehen wir zum Stall zurück und dort mache ich alles ab, bringe es dann in die Kammer. Das Fjord kommt auf die Weide und ich hole Star runter.
      Mit einem sehnsüchtigen Blick guckt er mich an und ich binde ihn am Hof an. Anschließend putze ich ihn noch und stelle ihn kurz in eine Box um noch ein Pferd zum reiten zu holen. Da fällt mir Cielo in den Blick. Ich schweife ihm das Halfter rüber und gehe mit ihm zurück. Auch ihn putze ich rasch rüber. Star habe ich auch wieder raus geholt und dazu gestellt. Ich lege Cielo einen Sattel rauf und die Trense bekommt er um. Den anderen Hengst binde ich noch ab und steige auf den Arravani. Es geht los. Auch wenn es sehr warm ist, gehe ich kurz in den Wald mit den Beiden. Hier gibt es ein Glück keine Mücken hier, aber trotzdem ist es extrem anstrengend. Die Sonne scheint auf meine Arme und nicht nur ich schwitze schon nach einigen Metern. Am Waldrand trabe ich ein Stück, doch das geht gar nicht. Es ist viel zu heiß und auch zu anstregend. Die Hengste schnauben gemütlich ab. Ich lasse die Beine hängen und habe die Steigbügel übergeklappt. Star macht seine Sache als Handpferd super, obwohl ich nicht mal weiß ob er das schon kennt. Am Hof sattel ich Cielo ab und auch Star mache ich die Trense ab. Dann gehe ich mit beiden zu den Weiden und stelle sie rauf. Heute Abend mache ich mit den nächsten Pferden weiter.
      Im Wohnhaus mache ich in der Zeit mir etwas zu essen und die Küche sauber. Dann kann ich mich in Ruhe auf die Couch setzen und ausruhen. Gegen 19 Uhr gehe ich los noch mal ein Pferd holen, das letzte für heute, Rebellion. Er guckt mich nur an, dann folgt er mir. Jamie sagte mir bereits, dass ich mich nicht viel um ihn kümmern brauch, also reiten und sowas. Also habe ich überlegt ob ich ihn einfach etwas rennen lasse in der Reithalle. Deshalb putze ich den zappeligen Hengst etwas über und geh dann rüber. Hier für habe ich noch eine Peitsche mitgenommen und was zum Trinken. In der Reithalle mache ich Rebellion das Halfter ab und er rennt schon los. Zwischen durch treibe ich ihn mit der Peitsche. Nach circa 20 Minuten ist er völlig erschöpft, aber möchte gern noch weiter machen. Doch ich lasse ihn machen was er will. Am Ende bringe ich ihn direkt in den Stall, weil icha uch noch die anderen Pferde reinholen muss. Morgen mach eich dann mit anderen Pferden weiter.

      Heute war der Tag von Cielos Ankunft. Der Kauf des jungen Hengstes verlief eher spontan, jedoch nicht unüberlegt. Ich hatte beschlossen mir wieder ein Pferd zuzulegen, da mir die Reiterei fehlte. Ich sah maleene's Verkaufsanzeige und hatte mich sofort mit ihr in Verbindung gesetzt. Ich stand bereits früh morgens auf, es war noch dunkel und Morgentau zog sich über die Wiesen. Kurzdrum schlüpfte ich in meine Reithose und einen warmen Kappuzenpulli. Bereits gestern Abend hatte ich Cielos zukünftige Box sorgfältig eingestreut. Bevor ich mich auf den Weg machte ,um ihn zu holen, legte ich eine ordentliche Portion Heu bereit. Nach knappen 50 Minuten war ich endlich auf Maleen's Hof angekommen, wo sie mich bereits freundlich empfing. Wir gingen hoch in ihr Haus, wo wir allen möglichen Papierkram regelten. Nach einem kleinen Kaffe ging es auch schon weiter in die Stallungen, wo der braune Hengst bereits fertig für den Transport an seinem Heu rumkaute. Zusammen verluden wir ihn und schlossen die Hängerrampe. Glücklich verabschiedete ich mich von Maleene und fuhr wieder zurück auf meinen Hof. Mittlerweile war es spät Nachmittags. Die Einsteller Pferde waren bereits wieder in ihren Boxen. Behutsam lud ich Cielo aus, bund ihn am Putzplatz an und legte ihm die Gamaschen ab. Anschließend führte ich ihn in seine neue Box, wo bereits Heu sowie Möhren und Hafer warteten. Genüsslich ass er alles auf, ohne wirklich zu merken wo er ist. Als er es schließlich feststelle war er jedoch nur für kurze Zeit ein bisschen unruhig, den restlichen Abend döste er in der Box. Zufrieden über den Stressfreien Tag verabschiedete ich mich von ihm und fuhr nach Hause.
      Ravenna | 11.881 Zeichen
      Wir hatten mittlerweile zumindest das Zimmer von Angus von Caed Crevan auf unseren neuen Platz gebracht. Zudem hatte ich einige Händler vom Festland kontaktiert um nach einem guten Pferd für Lia zu suchen. In der näheren Auswahl war auch eine Haflingerstute von Julie gewesen, allerdings hätte diese noch angeritten werden müssen. Zwar unterstützte sie mich fleißig beim Anreiten von Topas, aber zu 100 % sicher schien sie sich nicht oder zumindest noch nicht zu fühlen. Cheveyo war mittlerweile angekommen, leichte Bodenarbeit hatten wir ebenfalls schon gemacht. In den Sattel wollte ich eventuell heute Abend steigen, nur zuvor wollte ich Catalina besuchen. Jedenfalls hatte ich Lia das erzählt. In Wahrheit hatte ich zwei Pferde gefunden die sie sich mal anschauen sollte. Ein Warmblut knapp 13 Jahre, zwar ohne Abstammung aber Lia wollte ja auch erste Erfahrungen auf Turnieren machen, da würde ein ruhiger älterer Wallach gut sein. Außerdem hatte er wohl eine 10 jährige Fjordstute. Bilder hatte ich selbst nicht eingefordert, Lia sollte die Schlussendliche Entscheidung treffen. Ich deckte den provisorischen Küchentisch, Angus hatte ich noch im Bett liegen gelassen da Cayden ihn später holen wollte. Lia hatte noch vor dem Frühstück einen Ausflug in den Stall gemacht um dort die Box von Argenté Noir zu säubern. Die Stute hatte sich ein wenig vertreten, deswegen hatten wir sie eine Woche in der Box mit Außenpaddock stehen lassen. Jetzt stand sie noch unter der Dusche um fertig für den Besuch bei Catalina zu sein bzw. Maeve denn ihre beste Freundin wohnte ebenfalls in Movern.
      ~Stunden später~
      Unschuldig grinsend rieb ich mir die Schulter, die Lia soeben mit der Faust sanft geboxt hatte. „Hätte ich das gewusst hätte ich Reitsachen mitgenommen!“ jammerte sie soeben. „Alles schon hinten im Auto.“ dabei streckte ich die Zunge nach ihr aus. Es war wunderbar zu sehen wie sich ein glückliches Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete, dann den Anschnaller löste um zum Kofferraum zu flitzen. Während der Zeit schälte ich mich selbst aus dem Auto, rief den Herren an um unsere Ankunft anzukündigen. Der Herr älteren Alters kam auf uns zu, Lia hibbelte auf ihren Hacken hin und her vor Aufregung.
      Beide Pferde waren bereits von der Tochter des Mannes gesattelt worden, sodass wir mit beiden auf den Platz gehen konnten. Lia ritt den großen Warmblutwallach etwa 1,76 m Groß mit vier hochweißen Füßen bei fuchsfarbenem Fell. Die Fjordstute war einfach unwahrscheinlich fett, dafür allerdings ziemlich flott unterwegs, denn sie raste Lia auf dem Warmblut einfach hinterher. Es dauerte eine ganze Weile bis sie dem großen Pferd nicht mehr in den Arsch rennen wollte. Trotzdem stand für mich schnell fest, diese Stute würde wohl nicht zu uns kommen. Training war natürlich alles, aber eine solide Grundausbildung schien sie nicht genossen zu haben. Desweiteren hatte Lia mir schon zugeflüstert das der Funke einfach nicht übersprang.
      Mit dem Wallach schien sie sich zwar anfreunden zu können, er lief auch wunderbar mit ihr durch die Bahn und schien tatsächlich mehr zu können. Nach dem Ritt stieg sie ab und kam mit dem Wallach am Zügel zu mir ein nachdenklicher Ausdruck lag auf ihrem Gesicht. „Und?“ unschlüssig zuckte die Kleine mit den Schultern, strich ihm über die Nüstern. „Er ist wahnsinnig lieb, mit ihm könnte ich sicher etwas erreichen aber „ kurz stockte sie hielt inne im Streicheln und sah mich dann wieder an. „Aber ich würde schon lieber bei einem Pony bleiben, die bin ich einfach gewohnt.“
      Also machten wir den Wallach wieder Weide fertig, da kam die Tochter mit einem kleineren Pony an uns vorbei. Ein hübscher Brauner mit Stehmähne, der seine Umgebung aufmerksam beobachtete. Sowohl Lia als auch ich starrten dem hübschen Tier hinterher, als der ältere Mann bei uns stehen blieb. „Aye Sassanach, do you like our Italian horse? He´s just a few days in Scotland, not exactly the age you where searching for, but if you wish to try him?“ Lia wirbelte begeisternd nickend zu mir herum, ich hatte jedoch etwas ganz anderes an dem Pferd entdeckt, es war ein Hengst. „I can see he´s still a stallion, wouldn´t think he´s the right horse for a 14 year old girl?“
      „Cielo is calm for his age, my seven year old grandchild could tame this stallion. When I remember it right his breed is called Arravani, but we should look for the breeding paper.“
      „Die Rasse ist mir eigentlich ziemlich egal!“ flüsterte Lia mir zu „Blettur bin ich doch auch schon mal geritten und Moon auch!“ Ich zuckte mit den Schultern im Grunde hatte sie ja Recht.
      Eine gute Viertelstunde später saß Lia im Sattel von Cielo. Ein breites Lächeln auf den Lippen als sie über ein kleines Cavaletti mit dem knapp 6 jährigen Hengst sprang. Es sah aus als gehöre sie dorthin. Trotzdem die beiden gut miteinander auskamen, vereinbarten wir zwei Probemonate mit dem jungen Hengst und machten einen Termin für die Abholung am nächsten Tag.
      Mit einer fröhlichen Lia fuhr ich anschließend nach Hause um das Training unserer nicht ganz heimischen Pferde anzugehen. Topas wollte ich heute zuerst im Round Pen ein wenig bewegen und anschließend mit ihr auf den Platz. Mittlerweile hatten wir uns vom ersten Reitergewicht zu ersten Übungen im Sattel hochgearbeitet. Die junge Stute stellte sich dabei nach wie vor hervorragend an. Auch Cata hatte uns bereits einen kleinen Besuch abgestattet um sich in den Sattel ihrer Lewitzerstute zu schwingen. Momentan arbeiteten wir besonders an der Balance in den einzelnen Gangarten, damit Topas lernte sich selbst zu tragen. Probleme stellten sich jetzt erst langsam ein, denn die junge Stute bot uns zwar die Anlehnung fast von selbst an neigte jedoch viel eher dazu sich einzurollen, weshalb wir Topas immer wieder hoch holen mussten. In Anbetracht der Tatsache jedoch das sie erst die knapp dritte Woche im Sattel war, ging das schon in Ordnung.
      Nach einer kurzen Longiereinheit, schwang ich mich in den Sattel der Lewitzerstute. Im Schritt folgten wir erst der ganzen Bahn um sie zu beschäftigen, ehe ich sie auch über die Trabstangen in der Mitte der Bahn laufen ließ. Ihr Trab war noch nicht allzu ausbalanciert, aber die Stangen ging sie an ohne ein Geräusch zu hinterlassen. „Feeein..“ lobte ich sie, vollführte noch eine Volte um dann noch einmal hinüber zu gehen. Schon eine Viertelstunde später machte ich Schluss, da die Mittagssonne jetzt begann erbarmungslos auf die Erde zu sengen begann.
      Cayden hatte uns ein Mittagessen vorbereitet, danach brachte ich Angus in sein Bett und las ihm noch eine Geschichte vor. Lia hatte noch ein paar Schularbeiten vorzubereiten, denn ihre Ferien würden erst in der nächsten Woche beginnen, somit hatten wir knapp 2 oder 3 Stunden freie Zeit. Wir bereiteten Cheveyo vor um ihn vor die Kutsche zu spannen, dabei bestieg Cayden dann seinen Hengst Darym um auch ihm ein wenig Bewegung zu verschaffen. Cheveyo machte sich gut vor unserem kleinen Trainingssulky, sodass ich auch schon kleinere Übungen einbauen wollte. Cayden hielt daraufhin den Hengst samt Sulky fest, während ich einige der toten jungen Äste die hier auf der Anhöhe standen in der Mitte zu brechen um sie in einem Slalom aufzubauen. Zwischen jedem Stück des Stockes ließ ich etwa drei bis vier Meter Platz, stieg dann wieder in den Sulky um den Hengst durch das Slalom zu dirigieren. Die Übung dauerte nicht lange, aber Cheveyo verstand schnell was von ihm verlangt wurde, so schafften wir den Slalom sogar im Trab ohne die Stöcker zu überfahren. „Er stellt sich wirklich nicht dumm an. Willst du ihn morgen auf einer richtigen Pacoursbahn ausprobieren, dann basteln wir was auf der abgetrennten Wiese.“ verwirrt sah ich hinüber zu Cayden. Wir sprachen mittlerweile mit Lia und auch den anderen hier in Schottland so viel in Englisch, das es sich wahnsinnig ulkig anfühlte plötzlich meine eigentliche Muttersprache zu hören. Ich lachte leise zuckte dann mit meinen Schultern „Ich denke es wäre sicherlich eine gute Idee ihn auf so eine Bahn vorzubereiten. Ab der Klasse L wird es schließlich etwas schwerer mit dem Parcours. Dabei gibt es eine Brücke, den Slalom und einen Abhang, außerdem gibt es immer eine extra Aufgabe zu bewältigen auf den Turnieren. Wenn wir dort mit ihm starten wollen sollte er ziemlich viel kennenlernen. Deswegen fände ich eine Abwechslung zwischen Schrecktraining, Training vor dem Sulky passend für sein Fahrtraining. Zusätzlich wollte ich mit ihm auch auf den Pacours gehen für sein Springtraining.“ Cayden nickte mir wohlwollend zu, sagte jedoch nichts weiteres zu mir.
      Als wir nach gut 1-2 Stunden wieder auf den Hof kamen schwirrte eine aufgeregte Lia gerade um das Haupthaus, dabei rief sie aufgeregt nach Angus. Besorgt brachten wir Darym und Cheveyo an den Anbindeplatz. „Was ist los?“ fragte Cayden Lia, die zu uns gerannt kam. „Ich hab meine Hausaufgaben erledigt als ich mal nach Angus schauen wollte, da war er plötzlich weg!“ Mir fiele fast die Augen aus dem Kopf, sah dann besorgt zu Cayden. Wo sollte er denn hin sein?
      Jetzt machten wir uns alle drei auf die Suche nach Angus, weit konnte er ja schließlich nicht sein. Der kleine Quatschkopf liebte kleine Versteckspiele, allerdings hatten wir ihn bisher immer davon schleichen sehen, da er dabei zu lachen pflegte. „Sucht nach Corvus, der Hund hängt ja ständig an Angus Fersen.“ rief ich den beiden hinterher, die Richtung Stall und Garage suchen wollten und ich in Richtung der Pferdewiesen.
      Kaum hatte ich diese erreicht, erhielt ich eine Nachricht auf meinem Handy
      >>Komm in den Stall. :)<<
      Also drehte ich wieder bei joggte in Richtung unseres Stalls, denn sie schienen Angus gefunden zu haben. Vielleicht hatte er sich wieder in den Heuboden verkrochen, der kleine Junge neigte dazu seitdem seine Mutter so krank geworden war sich zu verstecken.Die Tatsache das er noch nicht bei uns angekommen war spielte sicherlich auch eine große Rolle bei Angus Verhalten. Nach wie vor kannte ich mich besser mit Pferden aus als mit Kindern, trotzdem gab ich mir Mühe mit dem Kleinen eine Verbindung aufzubauen.
      Im Stall legte Cayden den Finger auf die Lippen mir bedeutend das ich leise bleiben sollte, deutete dann in die Box direkt vor sich, ich schluckte, es war die Box von Bucks. Dort drinnen bot sich mir ein mehr als interessantes Bild. Angus lag in einer Ecke der Box zusammen gekuschelt mit Corvus an seiner Seite. Das wirklich beeindruckende an dieser Szene war jedoch Bucks, der ehemalige Hengst stand dicht bei den beiden, sein kleiner,schmaler Kopf hing nach unten schwebte über den Schlafenden. Es sah fast so aus als würde mein kleines Wildpferd über die beiden wachen. Ich legte meine Hände und den Kopf auf den Rand der Box die Tür begann leise zu knarren und Bucks hob den Kopf in unsere Richtung. Noch war der neu gewordene Wallach von seiner OP vor knapp zwei Tagen etwas wackelig auf den Beinen, aber trotzdem schien es nicht so als würde er dem kleinen Jungen etwas tun. „Pass gut auf ihn auf.“ flüsterte ich leise.
      Obwohl Bucks so ruhig war platzierte ich mich mit einem Buch auf dem Außenpaddock um die beiden unter Beobachtung zu haben. Bucks kam sogar zu mir gelaufen, ließ sich ein wenig streicheln und blieb in der Sonne dösend stehen. Gegen Nachmittag rieb sich unser Angus schließlich die Augen, gähnte laut und kroch über Corvus hinweg. Sich noch die Augen reibend kam er auf mich zu, plumpste auf meine gekreuzten Beine und verkündete das er Durst habe. „Da dann holen wir dir jetzt mal was.“
      Auf dem Weg zum Haupthaus sinnierte ich über mein gar nicht mehr so wildes Pferd nach. Ob die Kastration den Anstoß gegeben hatte oder ob sich das Training endlich irgendwie auszahlte. Wir hatten ihn jetzt mehr als ein Jahr bei uns, er wurde kräftiger und seine Wunden an den Beinen sind nur noch kleine felllose Stellen. Es schien als würden auch seine seelischen Wunden täglich besser werden, darüber freute ich mich an diesem Tag fast am meisten.

      jojomaus |6638 Zeichen
      Es war mal wieder an der Zeit an die Arbeit zu gehen, ein Auftrag ist mir auch schon ins Haus geflattert und so machte ich mich auch gleich nach meinen täglichen Morgenarbeiten auf den Weg zu Ravenna und ihrem jungem Hengst Cielo, der in der Dressur ausgebildet werden sollte. Er war erst kürzlich zu ihr auf den Hof gekommen und hatte sich nun genug eingelebt um endlich mit der Ausbildung anfangen zu können. Ich parkte mein Auto und griff nach meinen wenigen Utensilien ehe ich mich nach meiner Auftragsgeberin um schaute. Ravenna begrüßte mich zusammen mit einem jungen Mädchen an ihrer Seite. „Hi, schön, dass du kommen konntest, Jojo. Das ist meine Tochter, ihr gehört der Hengst. Soll ich dich herum führen? Warst ja eine Weile nicht mehr hier.“ Ich nahm das Angebot gerne an und freute mich über die Neuerungen hier, ich wusste sogar noch wo die Sattelkammer zu finden war. Nachdem ich mich wieder zurecht fand ging es in den Stall zu Cielo, er wartete brav in seiner Box und knabberte an seinem Heu herum. Brustend begrüßte er uns und ich machte mich mit ihm bekannt. Scheu vor Fremden hatte er nicht und ließ sich von mir hinter den Ohren kraulen, während Lia mir von ihm erzählte. Sie halfterte Cielo auf und gemeinsam führten wir ihn nach draußen um ihn gemeinsam zu putzen. Bei der Gelegenheit machte ich mich so gut es ging schon mit dem Braunen bekannt. Ravenna schmunzelte: „Wie mir scheint kommt ihr zurecht, dann zieh ich mich erst einmal zurück.“ Ich nahm mir Zeit beim Striegeln, bestach den Hengst mit Leckerchen und unterhielt mich nett mit Lia. Auch so konnte sich der Hengst an meine Stimme gewöhnen. Beim Hufe geben setzte mich gekonnt durch und Lobte den braven Cielo. In der Zeit hatte Lia Sattel und Zaumzeug geholt und wir konnten mit dem Satteln beginnen. Danach ging es zur Reithalle, ich übernahm das Führen des Braunen und unternahm noch ein paar Gehorsamkeitsübungen, welche der Hengst brav über sich ergehen ließ. In der Halle angekommen, gurtete ich nach und stieg auf. Der Hengst stand währenddessen still und wartete bis ich im Sattel war und ihm ein Kommando geben würde und sah Lia nach welche sich an den Rand der Bahn stellte. Sie ließ es sich nicht nehmen beim Training zu zuschauen. Das Aufwärmen begann ich mit einigen Runden im Schritt und ich bekam einen ersten Eindruck von Cielo. Sobald wir genügend Aufgewärmt waren ging es abwechselnd im Schritt, Trab und Galopp Ganze Bahn, durch die Ganze Bahn wechseln, Zirkel und aus dem Zirkel wechseln. Ich lernte wie schnell der Hengst auf Hilfen reagierte und wie ich diese dosieren musste um den gewünschten Effekt zu erzielen. An unserem ersten Tag übten wir vor allem Volten und Schlangenlienen, sowie das Rückwärtsrichten. Sobald ich sicher war das Cielo wusste was ich von ihm wollte und die Lektionen sicher beherrschte forderte ich Lia auf mit mir den Platz zu tauschen. Ich leitete das Mädchen an wie sie selber die Lektionen richtig zu reiten hatte und korrigierte sie gegeben falls. Erst als beide sicher genug waren beendete ich das Training und ließ Lia trocken reiten. Die Zeit nutzte ich um mit ihr die nächsten Trainingseinheiten zu besprechen.
      Wie verabredet ging es am nächsten Tag weiter. Lia und Cielo warteten schon fertig zurecht gemacht auf mich und gemeinsam ging es wieder in die Halle. Ich übernahm wieder das Warmreiten und nutzte dann vor allem Gangarten und Tempiwechsel um den Hengst mehr auf die Hinterhand zu bekommen. Auf der langen Seite und der Diagonalen führte ich dann Cielo an den Mitteltrab heran. Es bedurfte einige Durchgänge bis die Hilfen vertraut waren und der Braune sich nach und nach streckte, deutlicher an trat und größere Schritte setzte. Den Mitteltrab hielt ich aber nur wenige Schritte lang und fing ihn rechtzeitig mit dem Arbeitstempo wieder ab und Lobte immer wieder. So wollte ich Taktfehler vermeiden oder das der Hengst ins Laufen geriet, weil ihm die Kraft verließ. Neben dem Mitteltrab machte ich Cielo noch mit Viereck vergrößern und verkleinern und Zügel aus der Hand kauen lassen bekannt, ehe dann der Platzwechsel mit Lia wieder stattfand und ich dem Mädchen Hilfestellungen und Tipps gab mit den neuen Lektionen zurecht zu kommen. „Es fordert noch einige Zeit des Übends, ehe alles Perfekt sitzt, aber ihr beide harmoniert gut und seid auf dem besten Weg ein tolles Turnierpaar zu werden. Für heute ist aber denke ich mal genug.“ Lia strahlte, klopfte ihrem Hengst den Hals und begann dann das Trockenreiten.
      Am nächsten Trainingstag war Lia nicht gar so schnell mit dem Putzen und Satteln und ich neckte sie deshalb ein wenig und half ihr den Hengst zurecht zu machen. „Mal sehen wie weit wir heute kommen.“ Ich tätschelte Cielo und führte ihn in die Halle um das Aufwärmprogramm auch sogleich anzufangen. Danach konzentrierte ich mich vor allem auf das Leichttraben und nahm noch einmal die Bahnfiguren durch. Erst dann wagte ich mich an die Vorbereitungen zum einfachen Galoppwechsel. Dazu übten wir im Zirkel Galopp und Schritt Übergänge, vorläufig noch ohne die Hand zu wechseln. Erst nachdem diese Übung recht gut klappte erweiterte ich sie mit den Bahnfiguren durch den Zirkel und aus dem Zirkel wechseln. Wobei bei jedem Wechsel auch ein Handwechsel mit auf dem Programm stand. Mit diesen Zwischenschritten schafften wir es dann zum einfachen Galoppwechsel und ich gönnte Cielo eine Verschnaufspause ehe es zum Mittelgalopp über ging. Lia passte wie immer genau auf was ich machte und stellte auch hin und wieder eine Frage. Mir gefiel es wie sich das Mädchen so am Training beteiligte. Nach dem Päuschen musste ich den Hengst mit Gangarten- und Tempiwechseln erst einmal wieder auf die Hinterhand bringen ehe die entsprechenden Hilfen zum Mittelgalopp gab. Wieder übten wir auf der langen Seite und der Diagonalen und hielten den Mittelgalopp nur wenige Schritte lang um Überforderung zu vermeiden. Schnell begriff der Braune was von ihm verlangt wurde und wir konnten den Mittelgalopp auch schon etwas länger reiten. Des weiteren achtete ich auf eine ruhige und konstante Anlehnung und eine deutliche Rahmenerweiterung in dieser neuen Lektion. „So, Lia, dann zeig mir doch mal wie ihr beide es hinbekommt.“ Ich stieg ab und übergab Cielo seiner jungen Besitzerin und wie auch schon die Tage zuvor unterrichtete ich die beiden noch ein wenig bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. „Du kannst deinen Guten nun Trockenreiten, ich würde sagen meine Arbeit hier ist getan. Ihr beide seht gut aus. Das heißt aber nicht das ihr nicht weiter zu üben braucht.“ Ich ließ das Mädchen ihren Hengst versorgen und suchte nach Ravenna um auch ihr von den Fortschritten zu berichten.
      BellaS | 2350 Zeichen
      Es war seltsam, denn höchstwahrscheinlich legte ich den kurzen Weg zu Sahas neuem Hof heute zum letzten Mal zurück. Alles war bereit zum Umzug, aber ich hatte noch einen kleinen Trainingsauftrag zu erledigen. Das Pony von Sahras Adoptivtochter Lia, Cielo, sollte im Gangreiten trainiert werden. Erst nachdem ich diesen Auftrag erhalten hatte, stellte ich fest mal wieder eine Rasse „Tölter“ gefunden zu haben von denen ich bisher nie gehört hatte. Cielo war ein liebes Kinderpony der Rasse Arravani und ich war wirklich gespannt auf seine Fähigkeiten, insbesondere natürlich in meiner Disziplin, dem Gangreiten. Wohlbekannte Gesichter erwarteten mich und Lia war die Aufregung anzusehen. Sie hatte den kleinen Hengst scheinbar extra hübsch zurecht gemacht. Er stand schon bereit, ich musste nur noch aufsitzen. Als ich allerdings in das Gesicht des kleinen Mädchens blickte, entschloss ich mich kurzerhand noch einmal zu meiner allerersten Trainingsgewohnheit zurückzukommen. „Weißt du was.“ Ich sah Lia an. „Ich möchte mal sehen wie du ihn sonst reitest. Insbesondere im Tölt. Hol dir doch einfach deinen Helm und führe ihn mir mal vor.“ Auch unter dem kleinen Mädchen war Cielo wie beschrieben. Er hatte schöne Grundgangarten, war eifrig und zeigte einen passablen Tölt. „Ich glaube hier werde ich nicht lange brauchen.“, stellte ich zu Sahra gewandt fest. „Nur am Tölt muss ich noch ein bisschen arbeiten.“ Ich stellte die Bügel lang und saß auf. Der Hengst stand wie eine Statue, bis ich ihn antrieb. Warmgeritten hatte Lia ihn ja bereits, also konnten wir gleich mit dem tölten loslegen. Ich saß gewohnheitsmäßig tief und aufrecht im Sattel, aber Cielo reagierte auf die ungewohnte Gewichtsverteilung. Ich ritt und töltete ihn mit mehr Spannung als Lia es getan hatte und das Resultat war offensichtlich. Er konnte den Tölt länger halten und nahm die Vorderbeine höher. „Sehr schön“, lobte ich zufrieden, ritt an die Bande und erklärte Lia einiges zum Sitz und dazu, dass sie ihr Pferd für schönen Tölt mit ein bisschen mehr Spannung reiten solle. In der folgenden Stunde übten wir antölten, Schlangenlinien im Tölt und ich versuchte das Pony dazu zu bringen sich im Tölt weniger zu verkrampfen. Am ende der Trainingseinheit war ich vollkommen zufrieden. „Das hat heute mal wirklich was gebracht.“, grinste ich und verabschiedete mich zufrieden.

      POV: Hunter
      Da es heute viel zu warm war, lagen wir alle den ganzen Tag nur faul in der Sonne herum und warteten darauf, dass es Abend wurde und die Temperatur sich auf ein angenehmes Maß senkte. Auch die Pferde durften heute den ganzen Tag die Sonne genießen, keines wurde heute geritten und allgemein war bisher im Stall nicht viel los gewesen. Jenna und Blake hatten heute Vormittag die Boxen ausgemistet und den ein oder anderen Spind aufgeräumt und ansonsten hatte sich niemand blicken lassen. Bis jetzt. Jamie, Jenna, Blake und ich hatten uns alle ein Pferd geschnappt und waren nun dabei so manche Grasflecken aus den Fellen der Pferde zu bürsten. Rose schien es sichtlich zu gefallen nach dem Tag auf der Weide von mir wieder auf Hochglanz geputzt zu werden. Sie stand, das eine Hinterbein entlastend mit gesenktem Kopf da und war vollkommen entspannt. Hin und wieder zuckte sie etwas mit der Unterlippe, wenn ich eine Stelle fand die besonders juckte und dann döste sie weiter. Blake und Damon hatten da ganz andere Probleme, sie standen ein wenig von und entfernt und Damon zeigte wieder einmal deutlich, dass er ein Hengst war. Stillstehen war ein Fremdwort, er tänzelte hin und her, wich aus als Blake seine Hufe auskratzen wollte und drohte ihm jedes Mal mehr als deutlich, wenn Blake seinem Kopf zu nahe kam. Zusammen mit Blakes fluchen bot sich mir ein amüsantes Schauspiel. Bei Jenna und Cielo ging es da schon viel entspannter zu, der kleine Arravani Hengst war einfach durchweg brav und vorbildlich, so wie man es sich bei einem Kinderpony wünscht. Auch Yuki Shiro benahm sich heute ausnahmsweise und machte keine Faxen und versuchte auch nicht den Knoten, mit welchem sie angebunden war, zu lösen. Jamie schien sehr zufrieden als Yuki ihr sogar alle vier Hufe bereitwillig gegeben hatte und lobte die kleine Norwegerstute ausgiebig.
      Nachdem irgendwann dann alle soweit waren und die Pferde mehr oder weniger sauber waren, machten wie uns zu viert auf in den Wald. Ich ging mit Rose ganz vorne, gefolgt von unserer eigenen kleinen Ponyarmee. Es muss schon lustig ausgesehen haben, wie diese Ponytruppe hinter und her trottete, besonders Blake und Damon, die beiden würden einfach keine Freunde werden, das stand fest. Ständig versuchte Damon vorzulaufen, trabte an, blieb stehen, wieherte nach Pferden, welche er irgendwo in der Ferne sah oder entschied einfach einen anderen Weg zu gehen. Dazu natürlich immer Blakes Gefluche. Cielo und Yuki benahmen sich gut, beide machten keine Anstalten und verhielten sich den ganzen Spaziergang lang ruhig. Rose hatte sich hin und wieder vor tief fliegenden Vögeln oder einem Knistern im Wald erschrocken, aber ansonsten lief auch sie brav neben mir her und machte einen zufriedenen Eindruck.
      Nach einer guten dreiviertel Stunde und beinahe einer kompletten Umrundung unseres Hofes, waren wir endlich wieder zu Hause. Alle waren irgendwie geschafft, obwohl wir nicht viel getan hatten und froh darüber den Abend nun langsam ausklingen zu lassen.

      POV: Jamie
      Heute stand viel Arbeit an, alle Boxen mussten ausgemistet werden, die Pferde gefüttert und enige von ihnen Bewegt werden. Zum Glück waren wir heute mal alle zusammen und konnten uns die Arbeit aufteilen, während Hunter und Blake die Weiden abäppelten machte ich mich mit Jenna und unseren kleinen Mädels Hannah und Lea daran die Boxen auszumisten. 16 Stück waren es an der Zahl. Gut die Hälfte davon hatten wir schon heute morgen angefangen, somit war der Hengststall schon halb fertig, die Boxen von Pirate, Ravenclaw, Rosenkavalier, Akim, Cielo, Ameno, Attila, Damon und Arkin mussten nur noch neu eingestreut werden.
      Unsere Damen machten zu unserem Glück nie viel Dreck, lediglich Plötze hatte ein riesen Chaos hinterlassen, welches ich beseitigen musste. Aber zusammen hatten wir letztendlich auch den Stutenstall geschafft.
      Während Hannah und Lea das Heu verteilten, ging ich ihnen hinterher und füllte Kraftfutter in die Tröge von Ahyoka, Emese, Plötze, Valquiria, Yuki und Rose, nur unser Fohlen Lykke bekam nichts. Stattdessen legte ich ihr zwei Möhren und einen Apfel hin.
      Unsere Männer waren in der Zwischenzeit mit den Weiden fertig und hatten es uns gleich getan und im Hengststall das Futter verteilt.
      Nun war es an der Zeit die Pferde in den Stall zu bringen, dies taten wir schon seit einiger Zeit so, dass wir die komplette Herde einfach gemeinsam den Weg zum Stall hochtrieben. Viele Pferde hatten sich schnell daran gewöhnt und liefen schon von ganz allein in ihre Box. Nur die Fohlen machten hin und wieder Faxen und fanden die Stallgasse interssanter als ihre Box.
      Nach einer viertel Stunde waren dann aber alle Pferde im Stall und fraßen genüsslich ihr Futter.
      Blake war noch mit unseren drei kleinen Rappen Pirate, Ravenclaw und Rosenkavalier in der Halle um sie ein wenig zu bewegen und ich machte mich langsam auf den Weg zum Haus um mich wieder aufzuwärmen.
      7360 Zeichen © BellaS
      Liebe Bella der Vergangenheit, liebe Bella der Zukunft.
      Ich liege gerade hier auf meinem Bett und kann kaum fassen wie die Zeit vergeht. Bei Mama und Papa habe ich tatsächlich mein altes Tagebuch gefunden und die letzten Tage damit verbracht in den Erinnerungen an meine Teenagerzeit zu schwelgen. Leider ist das Buch schon lange vollgeschrieben und mit der letzten Seite brechen die Einträge ab, doch ich habe nun den Entschluss gefasst ein neues Buch zu kaufen und mit meinem Leben zu füllen. Ich habe keinen blassen Schimmer was die Zukunft bringt, aber meine turbulente Vergangenheit hat schon einiges zu bieten. Im Folgenden werde ich da anknüpfen, wo der letzte Eintrag endet. Ich werde hier meine ganze spektakulär-unspektakuläre Geschichte aufschreiben, bis zu dem Tag an dem ich im hier und jetzt ankomme. Aber die Vergangenheit endet nicht und damit die Erinnerung nicht endet, werde ich auch nicht aufhören zu schreiben. Hier also mein Memo an mich selbst: Meine Geschichte.
      Ich erinnere mich noch gut an den Tag meines letzten Tagebucheintrags. Es war ein Tag, der mein ganzes Leben veränderte und mit dem ich mein Tagebuch abschloss. Mein Traum seit Kindertagen hatte sich erfüllt: Ich hatte mein erstes eigenes Pferd bekommen. Ich hatte schon immer Isländer geliebt und doch war es eine Tinkerstute, die ich mein erstes eigenes Pferd nennen durfte. Winter Cloud, eine Stute aus unbekannter Abstammung von unbekannten Besitzern. Irgendwo aufgegriffen, die einen Platz brauchte. Meine Eltern hatten sich damals gerade einen ewigen Traum erfüllt und zu unserem Stadthaus einiges an Grundstück dazugekauft. Mama hatte sich schon immer einen großen Garten gewünscht und Hühner hatte sie auch gewollt. So kam es, dass ich tatsächlich genug Platz hatte um ein Pferd zu halten. Zuhause. Eine völlig verrückte Idee. Ich war Studentin. Es war mein Plan gewesen IT zu studieren. Mein erstes eigenes Pferd hätte ich dann gekauft, wenn mein Verdienst entsprechend gewesen wäre und gehalten hätte ich es sicher auch nicht auf dem Hof meiner Eltern. Und doch, es kam wie immer alles anders als man denkt. Aus einem Pferd wurden schließlich vier. Innerhalb der restlichen Studienzeit hatten sich tatsächlich weitere Pferde in mein Leben geschlichen, von denen mich heute noch eins begleitet. Topar, mein kleiner Irrer ist noch immer ein Teil meines Hofes und er ist noch nichtmal wirklich alt. Als nur vierjähriger Hengst kam er zu mir und das ist nun 12 Jahre her. Zwölf Jahre, die völlig anders verliefen als ich jemals zu träumen gewagt hätte.
      Ich machte den Bachelor und beschloss dann, dass ich halbtags arbeiten und nebenbei die Ausbildung zur Trainerin und Reitlehrerin machen würde. Allerdings war ich den Pferden inzwischen so verfallen, dass der Hof meiner Eltern nicht mehr ausreichte. Ich zog an die Nordsee und gründete dort meinen ersten eigenen Hof. Das alte Gut Muschelsand, das schließlich zur Reitschule wurde, war aber nur für zwei Jahre mein Zuhause. Ich kaufte Pferde und verkaufte Pferde. Meine süße Vin, außerdem Koni und meine geliebte Fee stammen aus dieser Zeit. Ich entwickelte ambitionierte Pläne dazu, eine Isländerzucht zu gründen und kaufte Sólfari als Zuchthengst. Dieser ist inzwischen wirklich Vater einiger Fohlen. Ich hatte meine Liebe zu Isländern wieder entfacht, genau wie meine Liebe zu meinem damaligen Freund. Jonas war lange Zeit mein Freund. Er folgte mir sogar als mich mein Freiheitsdrang mitsamt meiner Pferde nach Schottland zog, wo wir uns schließlich trennten. Heute denke ich nicht mehr besonders gerne an ihn zurück.
      Woran ich mich aber gerne erinnere, ist die erste Zusammenarbeit mit meiner guten Freundin Linn. Mehrere Jahre züchteten und trainierten wir Seite an Seite unsere Isländer, bis es sie schließlich ins Land der Märchen zog. In die Heimat unserer Pferde, nach Island.
      Von Schottland aus, zog es Linn und mich nach Dänemark. Mein größter Erfolg als Züchterin und Trainerin stammt aus dieser Zeit. Isländer frá glæsileika eyjarinnar stehen mittlerweile in der halben Welt. Isländer aus meiner Zucht. Mein Name steht für erfolgreiches Training mit pferdegerechten Methoden, ich habe Freunde, Trainer und Züchter in der ganzen Welt und ich bin stolz darauf, was aus mir geworden ist.
      Auf Rømø lernte ich auch einen Menschen kennen, der eine zentrale Rolle in meinem Leben einnehmen sollte: Robin. Er kam als Bereiter auf meinen Hof und ich verliebte mich kompromisslos in den dunkelhaarigen Dänen. Mit einer zwischenzeitlichen Trennung sind wir bis heute beinahe acht Jahre zusammen.
      Als es Linn dann nach Island zog, stellte ich fest, dass ich keine Chance hatte den riesigen Hof auf der dänischen Insel alleine zu halten. Der Verkauf des liebgewonnenen Ortes machte mich unglaublich traurig, aber ich gab nicht auf. Es kostete mich viel Kraft, doch ich ließ meine Pferde einige Monate bei einer guten Freundin in Norwegen stehen und verkaufte von dort aus die meisten von ihren, bis ich schließlich einen Entschluss gefasst hatte. Ich hatte in meiner alten Heimat ein Grundstück gekauft. Auf dem riesigen Stück Land in der Region Hannover entstand nach und nach ein moderner Offenstall, voll und ganz von Robin und mir geplant.
      Ich habe mir insgeheim geschworen, dass dieser Hof mein letzter sein würde. Mein bisher nur 33 jähriges Leben hat genug Umzüge gesehen. Außerdem gibt es inzwischen Faktoren, die die Weltreisen für mich unmöglich machen. Nicht geplant, aber wunderbar kam am 08. September vor fünf Jahren meine erste Tochter zur Welt. Mit 28 Jahren, seit “nur” drei Jahren in einer Beziehung und im Stress mit dem Aufbau eines Stalls und der Versorgung einer ganzen Herde Pferde wurde ich schließlich auch noch Mutter.
      Heute kann ich sagen, meine Kinder sind das beste was mir je passiert ist. Zwei Jahre später, am 27. Mai kam dann meine zweite Tochter zur Welt. Die Schwangerschaft mit ihr war schrecklich, da mein Wildfang es mir nicht leicht gemacht hat… Dann auch noch meine Abneigung gegen Ärzte… Nein, wirklich keine schöne Erinnerung.
      Nike und Helena sind jetzt drei und fünf Jahre alt und ich stehe mitten im Leben, aber da es spät wird, möchte ich noch ein bisschen zu meinen Pferden schreiben und werde das hier dann morgen fortsetzen.
      Dreiundzwanzig Pferde gehören noch zu meiner Herde, aber es sind nicht nur Isländer. Ich habe mit Mayalie und ihrer Tochter Merida zum Beispiel zwei Shirehorses. Außerdem besitze ich seit kurzen auch zwei junge Hengste der selben Rasse, benannt nach Rittern der Tafelrunde. Sir Lancelot und Sir Gawain. Beide sollen Zuchthengste werden und einer Rasse bei der Verbreitung helfen, die hier sehr unbekannt ist. Meiner Trainerin Tiffany gehört eine Stute names Just like the Wind, mit der sie Military reitet. Außerdem gibt es noch Amelie, eine junge Physiotherapeutin für Pferde, die ihr Pony der Rasse Arravain mitgebracht hat. Cielo geht eine Gangart die sich sitzt wie der Tölt und fasziniert mich im allgemeinen sehr, da sein Charakter vorbildlich ist. Layalie, eine Morganhose Stute gehört einer anderen Trainerin meines Hofes, Yasuara und mit Löwenherz darf ich endlich wieder einen Tinker mein Eigenen nennen. Auch seine Geschichte ist sehr besonders und wir in den nächsten Tagen hier auftauchen. Ich schließe für heute mit der Nachricht, das inzwischen vier Fohlen den Nachsatz “vom Helstorfer Moor” tragen.
      Schlaf gut, Zukunftsbella. Bis morgen.

      12036 Zeichen © BellaS
      Meine Geschichte ist lang, und genauso langweilig wie lang. Zumindest in meinen Augen. Das Problem dabei ist nur, dass ich sie selbst erlebt habe. Kein Wunder also, dass sie mir langweilig erscheint.
      Ich habe meine Freizeit der letzten Tage genutzt und ein bisschen in meinen Sachen gekramt, auch in denen, die Erinnerungen bergen. Darunter fand ich mein Tagebuch, in das ich seit Jahren nicht mehr eingetragen hatte. Ich war um die dreißig, als ich den letzten Eintrag verfasste. Über zehn lange Jahre ist das nun her und so beschloss ich, dass es an der Zeit war, wieder einen Eintrag zu verfassen. Hier ist sie also, die kleine Fortsetzung meiner Geschichte
      Dass ich eigentlich Informatik studiert hatte, war kaum bekannt. Genausowenig wie die Tatsache, dass ich meine “Trainerkarriere” als Hobbyreiterin begonnen hatte. Keine Kindheit auf einem Gestüt, keine Eltern, die Pferde besessen hatten, nichts. Und dann kam mein erstes Pferd. Und das Zweite, und das Dritte.
      Eine ganze Geschichte voller Umzüge, Liebe, Dramen und Meilensteine, von denen ich mir niemals hätte träumen lassen. Beinahe filmreif, würde ich sagen.
      Und dann kam endlich alles so, wie ich sein sollte. Zumindest glaube ich das heute. Ich wurde schwanger, bekam Kinder und begann sie groß zu ziehen. Und schließlich einen Großteil meiner Pferde zu verkaufen, den Hof zum Offenstallbetrieb auszubauen und meinen eigentlichen. Beruf wieder aufzunehmen. Inzwischen ist das Leben im Helstorfer Moor eingezogen.
      ***
      “Sie kommen!!” Ich lächelte und freute mich innerlich über die Freude und Aufregung meiner jüngsten Tochter. Zwar waren vor einigen Wochen bereits einmal neue Einsteller angekommen, aber die Aufregung über ein weiteres neues Pferd waren gleichwohl stark wie eh und je. Mit der Mustangstute, die in wenigen Minuten ankommen würde, waren dann alle Offenstallplätze für Externe belegt.
      Der Anhänger hielt auf dem Hof und ein etwa dreißigjähriger, resolut und sympathisch wirkender Amerikaner stieg aus dem Auto. Sin Bishop hieß er. Ich hatte ihn bereits kennen gelernt, als er sich unseren Hof anschaute. Mein Mann Robin hatte sich auf Anhieb gut mit ihm verstanden und ich war mir recht sicher, dass er sich über etwas männlichen Beistand mit weniger als vier Beinen freute. Immerhin musste Robin jeden Tag mit einem Haus voll Frauen und allen weiblichen Einstellerinnen klar kommen. Da kam Sin gerade recht. Eigentlich hatte ich mir für die Herde eher einen weiteren Wallach gewünscht, da die Rangfolge momentan rein stutendominiert war und die Kerle ein wenig untergebuttert wurden, doch damit das nicht auch bei den Menschen der Fall war, kam Sin gerade recht. Havana Girl war ihm auf Umwege in die Hände gefallen. Er hatte angefangen sie zu trainieren und schließlich hatte ihr alter Besitzer ihm die Stute überlassen. Der Grund war etwas kurios, aber solange das Pferd einen eingetragenen Besitzer hatte, umgänglich, gesund und auf vernünftige Art und Weise trainiert war, sah ich keine Probleme.
      Probleme entstanden momentan viel mehr in der Herde. Seit einigen Tagen floss Blut im großen Offenstall. Unsere letzte neuer Einstellerin, Ylvi Seidel, hatte ein Gespann aus Wallach und Stute mitgebracht. Während der Wallach Valravn zunächst vorsichtig gewesen war, aber keiner Fliege etwas zur Leide tat, war die Stute dazu ein soziales Biest. Fylgia war dominant und hatte noch nicht ganz begriffen, dass es durchaus noch dominantere Stuten gab. Bisher hatten sich meine Stuten Laufey und Vin den Kampf und die erste Position geliefert. Jetzt war Vion tatsächlich zurück getreten und hatte Fee das Feld überlassen. Das war mir lieb, denn Vin war wertvoll, doch Laufey frá Sólin als isländischer Import ebenso. Ihr Fohlen Ljóma von Atomic, welches aus einem meiner ehemaligen Spitzenhengste gezogen worden war, zeigte bereits jetzt fantastische Anlagen. Davon das Fee mein Lieblings- und Herzenspferd war, wollte ich zudem gar nicht erst anfangen. Da die Stuten aber ihre Rangfolge regeln mussten, gab ich mich damit zufrieden jeden Tag schuterzuckend kleine Platzwunden zu versorgen und mich darüber zu freuen, dass bisher noch kein Tierarzt von nöten gewesen war.
      Valravn hatten außerdem langsam begonnen sich etwas von Flygia zu lösen. Er neigte zwar immernoch zum kleben, doch war Trickling Snow sein neustes Opfer. Die zwei Lewitzer teilte die Neigung zu Unfug. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sie gemeinsam begannen Dinge zu zerlegen, Tore zu öffnen und ähnliches anzustellen. Im Prinzip alles, was die Fantasie eines Pferdes zuließ.
      Ich drehte mich um um unseren neuen Einsteller zu begrüßen und sah von der anderen Seite Robin auf uns zu kommen. Er führte Vákur frá glaesileika eyjarinnar am Zügel. Einen jungen Hengst, der noch aus den Resten unserer gemeinsamen dänischen Zucht stammte und für den noch Körungsambitionen vorhanden waren. Immerhin besaß der Hof noch drei Padockboxen für Hengste, die auch alle drei belegt waren. Die Junghengste Vákur und Glanni frá glaesileika eyjarinnar und natürlich mein heimlicher Liebling Sólfari. Ich hatte es nicht übers Herz gebracht den umgänglichen und so gar nicht hengstigen Hengst zu verkaufen. Zwar hatte ich meine Zucht eigentlich auflösen wollen, doch bewegten trotzdem ein paar Fohlen “vom Hestorfer Moor” die Szene. Mit Vordís vom Hestorfer Moor, Vinkonas erstem Fohlen und einziger Nachkomme des Traumhengstes Óslogi, hatte ich vor kurzem erst eine Fohlenschau aufgemischt. Das Stütchen hatte bereits Talent und Temperament en masse.
      Die Männer begrüßten sich mit Handschlag und grinsten sich an, dann ging es ans Ausladen. Havana Girl hatte ruhig im Hönger gestanden und sah es auch nicht wirklich ein ihr Heunetz für einen unbekannten Offenstall herzugeben. Erst als Sin das Netz durch die fordere Hängertür entwendete, ließ sich die Stute aus dem Hänger bugsieren. Da es bereits herbstlich war, musste die dünne Stalldecke, die sich während des Transportes getragen hatte noch gegen ein etwas dickeres Exemplar getauscht werden, dann ging es in den eigens für sie abgetrennten Bereich des Offenstalls. Mit gespitzen Ohren stand die Stute am Zaun und beschnupperte die langsam ankommenden Mitglieder der Herde. Allen voran Laufey suchte Kontakt zum Neuankömmling, schließlich musste sie das fremde Pferd überprüfen um ihre Herde im Zweifelsfall zu warnen und zu schützen. Die angelegten Ohren stellten sich jedoch schon nach wenigen Sekunden auf und nun durfte auch der Rest der Pferde an die neue Stute heran. Zumindest so lange, bis es Havana zu viel wurde und sie sich in eine weiter entfernte Ecke verzog. Der Einzug schien ohne Stress zu verlaufen. Immer ein gutes Zeichen.
      Gemeinsam mit Robin lud Sid nun auch seinen Sattelschrank aus und begann sich häuslich einzurichten, zumindest was Pferdedinge anging. Bei seinem ersten Besuch hatte ich den Amerikaner bereits über unsere Stallordnung aufgeklärt. Zu meiner großen Freude hatte er alles in erinnerung behalten und räumte seine Dinge genau so weg, wie ich es angedacht hatte. Wenn ein Einzug so unkompliziert verlief, konnte das nichts Schlechtes bedeuten.
      ***
      “Hey, aufstehen.”, sanft streichelte ich Helena über die Wange, die noch im Traum versunken war. Egal wie meine Töchter morgens murrten, wenn ich sie um sechs Uhr morgens aus dem Bett holte, ich freute mich, dass ich sie noch wecken durfte. Ich hatte erwartet, dass die sechzehnjährige Helena irgendwann in die “Eltern sind scheiße”-Phase verfallen würde, doch ich hatte mich getäuscht. Die Pubertät war bisher zwar nicht spurlos, doch recht milde an ihr vorüber gegangen. Ganz anders Nieke. Obwohl erst dreizehn Jahre alt, hatte der schwarzhaarige Wirbelsturm immer einen ganz eigenen Kopf. Streit oder schlecht gelaunte Eltern waren ihr relativ egal, sofern es nicht allzu erst wurde. Trotzdem verzichtete auch sie noch jeden Morgen auf die Nutzung eines Weckers, sondern vertraute voll und ganz auf Mamas morgendlichen Weckservice. Auf den beschränkte es sich jedoch, da ich mich beim besten Will nie in die Küche stellen würde, um meinen Kindern ihr Pausenbrot hinterher zu tragen und mir anzuhören was sie alles nicht mochten. Kinder, die nicht zur Selbstständigkeit erzogen wurden, waren mir schon immer ein Graus gewesen. Außerdem waren die Pferde an der Reihe, ehe ich selbst zur Arbeit musste.
      Um sechs Uhr klingelte mein Wecker, um neun Uhr hatte ich an meinem Schreibtisch zu sitzen und mir anzuhören was wieder alles “kaputt” war. Drei Tage die Woche zu Hause, zwei in der Firma.
      Während ich einer Arbeit außerhalb des Hofes nachging, war der Hof die Arbeit meines Mannes. Instandhaltung des Hofes, Training und Pflege der Pferde die keinen Einstellern gehörten füllten seinen Tag.
      Ich klaubte einen Arm voll Heu von der überladenen Schubkarre und stopfte es in das vor mir ausgebreitete Heunetze. Sieben über den gesamten Paddockbereich verteilte Futterstellen bedeuteten sieben Futterstellen die es galt jeden Morgen aufzufüllen. Vor der Arbeit versteht sich. Das Auffüllen am Abend übernahm mein Mann, der sich grundsätzlich den Luxus gönnte bis acht Uhr zu schlafen. Allerdings beneidete ich Robin nicht um die Arbeit, die jeden Tag auf unserem Hof anfiel. Kleinigkeiten, wie ein kaputter Strahler auf dem Reitplatz, eine lose Tür an Excelsiors altem Sattelschrank, ein undichtes Dach an einem Unterstand oder eine gebrochene Zaunlatte gehörten nicht zu meiner Lieblingsarbeit, auch wenn ich Handwerklich durchaus versiert war. Allerdings schaffen es die Mitarbeiter meiner Firma ebenfalls regelmäßig mich mich Kleinkram in den Wahnsinn zu treiben. Ich meine: Wie ich aller Welt wollte ein Rechner laufen, wenn der Stecker nicht eingesteckt war? Dass studierte Architekten oft nicht in der Lage waren nach den einfachsten Fehlerursachen an Computern zu suchen, raubte mir hin und wieder den letzten Nerv. Da war mir die Betreuung der Betriebssoftware lieber. Die zickte war auch, aber nie so wie ein Kollege, der den Fehler ausschließlich am Gerät suchte und nicht an ihm selbst.
      Mein Ausgleich waren die Pferde in deren Mitte ich inzwischen mehr als die Hälfte meines Lebens verbracht hatte. Ausritte auf Blaer frá glaesileika eyjarinnar, Mayalie oder Vinkona, gemeinsam mit meinen Töchtern, meinem Mann oder Einstellern entpuppten sich als das, was ich mir immer gewünscht hatte. Weg vom dere großen Zucht und dem Verdienen meines Lebensunterhalts mit den Pferden, hin zum Partner Freizeitpferd war ein großer Schritt gewesen. Und einer, den ich noch nie bereut hatte.
      Ich saß am offenen Fenster und erledigte meine Arbeit von zu Hause aus, als Theresas Wagen auf dem Hof parkte. Sie schien heute frei zu haben, denn es war noch Vormittags. Lächelnd winkte ich ihr zu, während sie mit Silfurtoppas Halfter in der Hand den Paddock betrat. Silfurtoppa frá glaesileika eyjarinnar stammte ebenfalls aus meiner alten Zucht, doch als es zwischen ihr und Theresa gefunkt hatte, hatte ich die Stute mit Freude verkauft. Obwohl ich immer wieder gehört hatte, dass es nicht gut sei ein eigenes Pferd zu verkaufen, wenn es auf dem Hof blieb, war ich bisher immer zufrieden gewesen. Ob ich nun ein gutes Händchen hatte oder unverschämtes Glück, beides sollte mir recht sein.
      Mein Nachmittag bestand darin Reitunterricht zu geben. Josephine Silber, Tochter von Katrin Silber, der Besitzerin von Soul Dance, bekam jeden Montag Reitunterricht von mir. Dass ich einmal Trainerin gewesen war, kam mir hin und wieder doch noch zur Gute. Nicht selten schlossen sich dann Nieke auf Crime Time oder unser Skywalker, Luke, an, der Cielo von Amelie entwedet hatte. Meiner Meinung nach war es nur noch eine Frage der Zeit, bis es zwischen den beiden funkte. Der blonde und heitere Casanova tat der ernsten und rationalen Amelie nur gut. Zumindest sah ich das so. Und wenn ich dann Abends in den letzten Strahlen der Herbstsonne neben meinem Mann auf der Bank vor der Eingangstür sitzen und Yasuara zuschauen konnte, wie sie mit ihrer Stute Layali Freiheitsdressur übte, kam ich mir zwar vor als währe ich bereits achtzig Jahre alt, doch ich war glücklich und das war die Hauptsache.





    • Elsaria
      Alte Berichte:

      Unwetter – Sonntag, 04.November 2018
      POV: Jamie
      Es blitzte und donnerte bereits, als wir gerade noch dabei waren die letzten Pferde in Sicherheit zu bringen. Die Unwetterwarnung kam mehr als überraschend. Während Blake und ich abermals auf dem Weg hinunter zur Hengstkoppel waren, waren Jenna und Hunter mit den Stuten beschäftigt. Es tröpfelte bereits als wie am Tor ankamen und unsere letzten Kandidaten waren alles andere als erfreut noch draußen zu sein. Nur mein kleiner Kumpel Cielo hatte die Ruhe weg, er ließ sich problemlos aufhalftern und entspannt zum Tor führen. Blake hatte da nicht so leichtes Spiel, Arsil war bei Unwetter immer recht hibbelig und Lewin ließ sich leicht anstecken und führte sich mindestens genauso auf. Nachdem Blake es endlich geschafft hatte beide Hengste aufzuhalftern und links und rechts von sich zu platzieren öffnete ich das Tor und wir marschierten los. Ich vorne weg mit klein Cielo und hinter mir Blake mit zwei völlig verrückten vor sich hin tänzelnden Füchsen. Die letzten Meter lief ich etwas schneller da es mittlerweile deutlich stärker regnete, Cielo töltete brav neben mir her. Blake folgte, Arsil und Lewin schien es sehr viel besser zu gefallen im Trab zu laufen und da sie nun auch den Stall vor Augen hatten wurden beide etwas ruhiger.
      Nachdem alle drei in Sicherheit gebracht waren, kamen auch Jenna und Hunter mit den letzten beiden Stuten in den Stall. Alle vier waren völlig durchnässt, Andorra und Aitana sah man die fehlende Begeisterung schon von weitem an. Beide stapften mit gesenkten Köpfen und völlig unmotiviert hinter ihren Zweibeinern her.
      Training Springen E auf A - Mittwoch, 28. Nobember 2018
      Cielo | Liara
      Da ich mich auf Royal Peerage sehr wohl fühlte und mir die Arbeit unglaublich viel Spaß machte, entschied ich, mich noch ein wenig länger hier aufzuhalten. Dazu sagte die Gestütsleiterin nicht nein und nach einem gemeinsamen Gespräch hatte ich neben der Gidranstute zwei weitere Berittpferde. Beziehungsweise waren es eher Ponys. Ich arbeitete sehr gerne mit den Kleineren und nach den ersten Ritten hatte ich beide auch sofort ins Herz geschlossen. Momentan hatte Cielo mehr Training bei mir. Er war ein achtjähriger Arravanihengst und richtig aufgeweckt. Gemeinsam gingen wir auch bereits Turniere und dementsprechend war ich bei ihm in der Woche öfter als bei Liara.
      Liara war eine fuchsfarbene Connemarastute, welche sich erst seit kurzem auf Royal Peerage befand und momentan auch noch nicht so gut im Training stand. Deshalb hatten wir entschieden, es mit ihr ruhiger angehen zu lassen und zu schauen, wie viel Zeit sie benötigte. Aber in regelmäßigen Abständen ritt ich auch sie und konnte mich bisher keineswegs beschweren.
      Heute begann ich wie immer mit Cielo und holte mir den kleinen Braunen von der Weide. Mit seinen gerade mal 1.28m Stockmaß gehörte er mit zu den Kleinsten des Gestüts. Zu meinem Glück deckte er mich dennoch sehr gut ab. Zum einen war Cielo sehr robust und breit gebaut und zum anderen war ich nicht besonders groß und schwer. So hatten wir uns sehr schnell und sehr gut einfinden können.
      Cielo wollte mich heute mit einer dicken Schlammschicht erfreuen und so hatte ich zunächst gut mit Putzen zu tun, ehe überhaupt an das Reiten zu denken war. Da der Hengst in der Dressur bereits auf einem guten Grundniveau lief, hatten wir uns direkt auf das Springen fokussiert. In beiden Disziplinen war Cielos Begabung nicht allzu groß, doch neben dem gesunden Reiten, machte ihm das Springen auch besonders viel Spaß. Bisher hatte er sich dabei immer sehr motiviert gezeigt.
      Nach dem Satteln und Trensen ging es also in die Halle, wo ich bereits einen kleineren Parcours aufgebaut hatte. Zunächst wärmte ich Cielo in aller Ruhe auf und dann nahm ich nach und nach alle Gangarten hinzu. Danach arbeiteten wir mit Trabstangen und Cavaletti, ehe es wie immer an die ersten Sprünge ging. Heute zog Cielo vor dem Sprung gut an, sprang sauber ab und landete auch einwandfrei auf der anderen Seite. Er war aufmerksam an den Hilfen und so konnte ich ihn problemlos kontrollieren.
      Wir sprangen mittlerweile auf A-Höhe und hatten einige Kombinationen und schwerere Parcourselemente hinzugenommen. Da Cielo so wendig war, funktionierte das meiste bei ihm ohne Probleme. Schwieriger war es, die großen Abstände, besonders in Kombinationen, zu schaffen. Meist fuhr man besser, wenn man seine Galoppsprünge etwas verkürzte und einen zusätzlichen einfügte. Auf Turnieren, besonders bei Zeitspringen, wäre das nur bedingt von Erfolg gekrönt gewesen, doch das war auch primär nicht unser Ziel.
      Cielo war eher das zuverlässige Kinderpony des Hofes und dementsprechend trainierte ich ihn auch: Auf Sicherheit und Ruhe. Und nebenher sollte es dem Pferd ja auch Spaß machen. Bisher funktionierte das wirklich gut und sollte einer seiner kleinen Reiter in kommender Zeit ambitionierter werden, hätte er ein sicheres und motiviertes Springpony unter dem Sattel.
      Mit einem guten Abschluss beendete ich dann auch das Training und ritt Cielo ab. Im Stall sattelte ich ihn fix ab, putzte noch einmal drüber und brachte ihn dann wieder hinaus auf die Weide. Von dort aus nahm ich mir direkt Liara mit, welche heute auch einen Trainingstag bei mir hatte. Die Stute war charakterlich ein wahres Goldstück. Man merkte ihr selten an, dass sie erst vier Jahre alt war. Lediglich beim Reiten merkte man eben, dass sie noch nicht so routiniert war wie andere Pferde. Doch das kompensierte sie gekonnt mit viel Mühe, es ihrem Reiter immer Recht zu machen.
      Liara war schnell geputzt und gesattelt und so ging es auch mit ihr in die Halle. Schnell baute ich einige Sprünge ab und machte mir so wieder Platz, ehe ich Liara in Ruhe aufwärmte. Momentan arbeiteten wir an der Dressur, denn eine gute Grundlage war wichtig für die weitere Ausbildung. Liara kannte inzwischen die Grundlagen: Takt, Losgelassenheit und Anlehnung. Inzwischen arbeiteten wir viel am Schwung und weiterhin an ihrem Gleichgewicht und ihrer Durchlässigkeit.
      Wenn Lektionen ihr schwer fielen, versuchte sie sich gerne ins Tempo zu retten, wurde dadurch aber auch fester. So drosselte ich gerne vermehrt ihr Tempo, damit sie erst einmal ihre Balance fand und wenn die Übungen in dem ruhigen Tempo sicher funktionierten, konnte man sich um den Schwung kümmern. Bisher funktionierte das bei Liara auch wirklich gut. Sie gab sich viel Mühe und meistens verstand sie die Aufgaben bereits nach dem ersten Mal.
      Aktuell übten wir viel das Anhalten aus dem Trab, besonders, dass sie die Hinterhand während des Haltens schön unter den Schwerpunkt schob. Das war eine ungemeine Gleichgewichts-Übung, doch Liara machte das wirklich gut. Auch der Außengalopp war inzwischen viel besser geworden. Wieder eine Übung, die Gleichgewicht und Durchlässigkeit forderte, besonders in den Ecken. Meist lockerte ich Liara zu Beginn mit Seitengängen und Rückwärtsrichten. Ebenso halfen viele Übergänge, die Stute zu lockern.
      Auch heute machte sie ihre Aufgabe wirklich einwandfrei und als der einfache Galoppwechsel ohne Probleme funktionierte, entschied ich, die Einheit für heute zu beenden. Liara lobte ich ausgiebig und ritt sie dann ab. Danach ging es auch für sie wieder in den Stall. Da sie wesentlich mehr als Cielo geschwitzt hatte, legte ich ihr eine Abschwitzdecke über und stellte sie in die Box. In der Zwischenzeit räumte ich den Putzplatz auf und baute die Hindernisse in der Halle wieder ab. Als ich dann fertig war, war Liara auch schon so gut wie trocken und durfte wieder hinaus auf die Weide. Gwen

      Training Fahren E auf A - Mittwoch, 12. Dezember 2018
      Cielo | Liara | BS' Je'taime
      Auch auf Royal Peerage war die Weihnachtsstimmung deutlich zu spüren. Das Team hatte den Stall und die Halle weihnachtlich dekoriert und im Reiterstübchen gab es immer warmen Punsch und Plätzchen, wenn man sich bei den kälteren Temperaturen doch einmal aufwärmen wollte. Außerdem sahen die Trainingspläne für diesen Monat lockerer aus als sonst. Die Pferde wurden zwar regulär trainiert, aber trotzdem war eine gewisse Gemütlichkeit eingekehrt. In so einem Umfeld fühlte ich mich auch mehr als wohl und war wie immer sehr motiviert auf den Weg in den Stall. Es war noch früh am Morgen, aber die Pferde standen bereits auf den Weiden. Ich wollte heute mit Cielo beginnen und wagte mich seit langem mal wieder an eine Disziplin, die weniger zu meinen Begabungen gehörte. Als Trainerin war ich aber vielseitig unterwegs und da wir uns bisher auf Grundniveau befanden, würden wir uns schon einfinden.
      Cielo war eingefahren und lief bisher auf E-Niveau und bisher auch nur im Dressurfahren. Mit einem Einspänner war es sowieso immer entspannter als mit Zweispänner. So machte ich zunächst alles bereit, um dann das Geschirr schon in richtiger Reihenfolge parat zu haben. Die Kutsche hatten mir bereits zwei Mitarbeiter vorbereitet, so dass diese schon auf dem Hof stand. Bisher hatten wir mit dem Winterwetter Glück, so dass das Kutschfahren im Gelände gut möglich war. Ich holte Cielo von der Weide und band ihn am Putzplatz an. Dort putzte ich ihn routiniert und legte ihm dann das Geschirr an. Als er fertig war, führte ich ihn hinaus auf den Hof und spannte ihn an. Inzwischen war das für Cielo schon alltäglich. Er war ja sowieso eingefahren gewesen und die längere Pause hatte man ihn gar nicht angemerkt.
      Am Anfang hatte ihm vor allem die Ausdauer und Kraft gefehlt. Wir hatten also kürzere Strecken in Angriff genommen und ich hatte Cielo öfters geraderichten müssen. Gerade wenn den Pferden noch die Balance fehlte, drifteten sie gerne zu einer Seite ab. Im Verlauf des Trainings hatte man aber deutlich gemerkt, wie Cielo immer mehr von alleine die Spur halten konnte und ich immer weniger machen musste. Heute zog er gewohnt motiviert an und wir verließen den Hof. Inzwischen hatten wir unsere eingefahrenen Runden und auch schon ein gutes Trainingspensum. Im Schritt durfte sich Cielo erst einmal aufwärmen, ehe wir irgendwann in den Trab wechselten.
      Der Hengst war unglaublich ausdauernd und bei unseren Trabphasen kamen schon einige Kilometer zusammen. Ab und an ließ ich ihn auch mal galoppieren und wenn die Wege es zuließen, durfte er durchaus auch mal ordentlich zulegen und Dampf ablassen. Er machte das nur zu gerne und da er inzwischen super fein auf alle Hilfen reagierte, war das auch kein Problem mehr. Mehrmals die Woche fuhren wir auf dem großen Reitplatz die Dressuraufgaben, um Cielos Wendigkeit zu schulen. Heute war mal wieder einer der Geländetage. Die bevorzugte ich ja persönlich und Cielo machten sie auch unglaublich Spaß. Wie gewohnt fuhren wir unsere Runde und kamen irgendwann wieder am Hof an.
      Ich spannte Cielo ab und führte ihn in den Stall. Nachdem er das Geschirr los war, warf ich ihm eine Abschwitzdecke über, da er doch gut ins Dampfen gekommen war. Eine Mitreiterin begrüßte mich und meinte, dass Cielo unbedingt als Rentier verkleidet mal die Kutsche ziehen müsste, am besten noch mit Glöckchen. Bei dem Gedanken musste ich lachen, aber so routiniert wie der Hengst war, wäre das wahrscheinlich nicht mal mehr ein Problem gewesen.
      Nachdem Cielo getrocknet war, durfte er wieder hinaus auf die Weide und ich holte mir Liara, denn für mich ging es direkt weiter. Die Fuchsstute war nun seit einem Monat in meiner Obhut und machte sich wirklich prima. Sie war unglaublich fleißig und motiviert und man konnte sich nie über sie beschweren. Zuletzt hatten wir die Grundlagen in der Dressur gefestigt und aktuell sprangen wir. Mittlerweile sogar auf gutem L-Niveau. Auch heute hatte ich wieder einen ähnlichen Parcours aufgebaut. Doch zunächst musste ich die Stute von ihrer Schlammschicht befreien und dann satteln.
      Als das Pferd endlich sauber war, konnten wir in die Halle gehen, wo ich sie in Ruhe warm ritt. Nachdem ich sie in allen Gangarten in Dehnungshaltung gelockert hatte, nahm ich allmählich die Zügel auf und baute Trabstangen und Cavaletti ein. Dann ging es auch schon an die ersten Sprünge und Liara zog heute fleißig an. Wir arbeiteten vor allem daran, dass sie zügig über die Hindernisse kam, ohne große Schwebepausen einzubauen, außerdem wollten wir eine schönere Springmanier erarbeiten, so dass ich die Abstände gerne mal etwas enger machte, damit Liara gut aus der Hinterhand absprang. Sie machte es wirklich einwandfrei und das heutige Training konnte sich sehen lassen.
      Am Ende sprangen wir den Parcours fehlerfrei mit all seinen Tücken und ich beendete das Training zufrieden. Die Stute hatte super mitgemacht und trotz ihrer Motivation im Parcours übertrieb sie es nie, sie war wirklich ein sehr angenehmes Reitpferd. Im Stall sattelte ich sie wieder ab und führte sie noch kurz etwas umher, ehe sie auch schon wieder hinaus auf die Weide durfte. Ich war nun schon beinahe fertig, nur noch BS' Je'taime stand auf dem Plan. Momentan arbeitete ich mit jedem Berittpferd in einem anderen Bereich. Während ich Cielo regelmäßig vor die Kutsche spannte, sprang ich Liara und mit Amy arbeitete ich aktuell weiter in der Dressur.
      Dort lief die Gidranstute bereits gutes A-Niveau, obwohl sie auch schon allerhand Sachen aus der L-Klasse vorher beherrscht hatte. Auch Amy war so ein Pferd, was sich absolut problemlos trainieren ließ. Immer fleißig, immer motiviert und stets an den Hilfen. Heute hatte sie wieder einen besonders guten Tag und sprühte vor Energie. Teilweise zu viel Energie, die ich ab und an mal zügeln musste. Die Übergänge vom Schritt in den Galopp funktionierten prima, ebenso der Außengalopp und die Wechsel. Dafür war ihre heutige Motivation super, nur die Versammlungen klappte heute weniger auf den Punkt, weil ich zu tun hatte, Amy reell zu versammeln. Ich wusste aber aus Erfahrung, dass sie das an den anderen Tagen immer gut konnte, also wollte ich mich nicht beklagen.
      Wir arbeiteten noch ein wenig an den Seitengängen, ihrer Paradelektion und dann beendeten wir auch unser Training. Ich ritt Amy ab, versorgte sie dann und brachte sie danach wieder hinaus auf die Weide. Alle drei Pferde waren für heute versorgt und ich war mir sicher, dass ich mit ihnen noch einen netten Jahresabschluss haben würde. Auch wenn wir es zwischen Weihnachten und Neujahr sicherlich noch einen Ticken entspannter angehen lassen würden. gwen
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      Ich war bereits mit meiner morgendlichen Hofarbeit fertig, als ich den Anruf bekam. Das Gestüt Royal Peerage brauchte mich um die Hufe zweier ihrer Pferde zu untersuchen, da ich heute keinen anderen Termin hatte, versprach ich gleich vorbei zu kommen. So sah ich schnell in meinem kleinen Truck nach ob ich alles dabei hatte und fuhr dann auch schon los. Bei dem Gestüt angekommen erwartete mich bereits Gwendolyn Campell, welche sich als die Reiterin bzw Trainerin meiner Patienten vorstellte. "Schön das Sie so schnell kommen konnten!", meinte die braunhaarige junge Dame während sie mir glücklich die Hand schüttelte. "Kein Problem! Ich lebe ganz nach dem Motto -Was du heute kannst besorgen das verschiebe nicht auf morgen-! Jedenfalls heute!", lachte ich, worauf Gwen ebenfalls einstimmte. Gemeinsam gingen wir dann zu dem Putzplatz, wo ich mein "Zeugs" aufbaute und auf meinen ersten Patienten wartete - den Arravani Hengst Cielo. Ich muss sagen ich kannte die Rasse zuvor nicht, ich hatte auch noch nie davon gehört das so eine Rasse existierte aber bei hunderten verschiedenen Pferde- und Ponyrassen nimmt es mir hoffentlich keiner übel. Cielo kam brav neben Gwen hergetrottet und sah mich freundlich mit seinen großen, braunen Kulleraugen an, welche mich verdächtig an einen Hundeblick erinnerten. Ich verkniff mir ein "Aww" und streichelte den kleinen Hengst fröhlich am Hals, dannach fing ich aber auch schon mit meiner Arbeit an. Meine beiden Patienten an dem heutigen Tag, trugen beide keine Eisen - was meinen Auftrag aufjeden Fall verkürzen würde. Der braune Hengst hielt brav still und entzog mir sein Huf kein einziges Mal, stattdessen schien er es beinahe zu genießen, dass ich seine Hufe ausschnitt und raspelte. "Braver, kleiner Bub.",lächelte ich, als ich fertig war und kraulte Cielo hinter seinem rechten Ohr. Gwen führte Cielo zurück in seine Box und brachte kurze Zeit später meine zweite Patientin zu mir. Der Name der Stute lautete BS' Je`taime und war eine fuchsfarbene Gidran Stute, auch sie ging brav neben Gwen her und musterte mich freundlich. "Na du?", murmelte ich und streichelte BS' Je'taime über ihre Stirn. Ihre Hufe gab die junge Stute mir ohne langes zögern und behielt sie dann auch oben bis ich fertig war, dadurch war ich wirklich schnell fertig, mit meinem gesamten Auftrag. Zufrieden zog ich mir meine Handschuhe von meinen Fingern und tätschelte die Gidran Stute. Während Gwen die Stute wegbrachte, räumte ich mein "Zeugs" zurück in meinen kleinen Truck und wartete dann darauf mit Gwen das geschäftliche zu regeln. Als auch das erledigt war verabschiedete ich mich auch schon von Gwen und dem Gestüt und fuhr nachhause.
      2666 Zeichen | by Sissicat
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      by Calypso
      Kurz vor Weihnachten war ich noch in Italien unterwegs. Dort traf ich auf Gwendolyn Campbell die die Körungsvorbereitungen zweier Pferde betreute. Als erstes war der Ponyhengst Cielo an der Reihe. Ich machte mich mit ihm kurz bekannt, aber man sah ihm gleich an das er einer von der ruhigen Sorte war. Er ließ sich brav abtasten und abhören und sogar bei den Impfungen stand er wie ein Fels in der Brandung und ließ sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen „Solche Patienten hätte ich gerne öfter.“ scherzte ich. Dann ließ ich mir Cielo im Schritt und Trab auf dem Hof vorführen. Bewegungsabläufe waren gut, keine Auffälligkeiten. So konnte ich ihn ohne Bedenken entlassen und füllte noch den Impfpass aus. Gwendolyn brachte den Hengst zurück in seine Box und kam mit der Gidran Stute BS´Je´taime. Auch sie war total herzig und brav. Ließ sich überall abtasten und als ich mit dem Stethoskop zum abhören heran trat machte sie auch keine Anstalten. Immer wieder lobte ich sie. Als ich als nächstes die Spritze aufzog um sie zu impfen, war die Stute schon neugieriger und folgte mir mit ihren Blicken. Sanft schob ich ihren Kopf zur Seite das ich an ihren Hals ran kam „Prima, feine Maus.“ Auch sie durfte sich nochmal präsentieren und auch hier war nichts auffälliges im Gangbild zu erkennen. Zum Schluss übergab ich Gwendolyn noch die Wurmkuren für die beiden und wünschte ihr viel Erfolg bei den anstehenden Körungen.

      Körung:
      Körung - Freitag, 19. April 2019
      POV: Jamie
      Für klein Cielo war der große Tag nun endlich gekommen, mit seinen 8 Jahren war es vielleicht etwas spät dran für die Körung, aber das änderte nichts an seinem Potenzial als Zuchthengst. Ich setzte mich noch ein letztes Mal zurecht und ordnete die Zügel in meinen Händen, ein wenig komisch kam ich mir schon vor im Westernsattel, auf einem so kleinen Pony und dann auch noch eine gerittene Kür bei einer Körung, das war definitiv ungewöhnlich für mich.
      Ich trieb Cielo vorwärts, im Trab ging es nun die Mittellinie entlang, bis wir bei X anhielten. Der Halt war etwas abrupt, aber ich machte mir nichts draus, mit einem leichten Lächeln grüßte ich die Richter und trabte Cielo anschließend wieder an. Ich wendete Cielo auf die rechte Hand ab und ließ ihn kurz danach auf dem Zirken laufen. Cielo lief fleißig vorwärts und wie immer war er wunderbar zu sitzen. Nach zwei Runden gab ich ihm das Komando zum angaloppieren, auch hier war der Übergang nicht ganz perfekt gelungen, da Cielo zunächst nur schneller wurde, sich dann aber doch dazu entschieden hatte zu galoppieren. Nach einer Runde auf dem Zirkel, öffnete ich diesen und ließ Cielo nun die lange Seite der Bahn entlang laufen. Anschließend folgte wieder ein Zirkel, diesmal im hinteren Teil der Halle. Ich nahm Cielo jetzt wieder zurück, sodass er in den Schritt wechselte und zufrieden zweimal schnaubte. Während ich darauf achtete, dass er weiterhin fleißig blieb wechselten wir aus dem Zirkel auf die linke Hand. Auch hier ließ ich ihn zunächst eine Runde im Schritt laufen bevor wir wieder antrabten. Den Trab verlegten wir diesmal auf die ganze Bahn, sodass ich Cielo an den langen Seiten ein bisschen mehr vorwärts treiben konnte um seinen schönen Mitteltrab zu zeigen. Das selbe Spielchen machten wir direkt danach im Galopp. Zu guter Letzt wollte ich noch Cielos kleine Besonderheit präsentieren. Nach einer kurzen Schrittphase um ihn wieder etwas runterkommen zu lassen, ließ ich ihn tölten. Nun konnte Cielo noch ein letztes Mal zeigen was in ihm steckte, locker und mit einer Haltung, die für ihn wie selbstverständlich war, lief er erst auf der rechten und anschließend auf der linken Hand. Dann trabten wir wieder die Mittelline entlang, hielten ein paar Meter vor den Richtern an und ich grüßte zum Abschluss nocheinmal.
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  • Album:
    Privatpferde
    Hochgeladen von:
    Elsaria
    Datum:
    9 Sep. 2019
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    Kommentare:
    2

    EXIF Data

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    363,9 KB
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    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname:
    Cielo
    Abstammung:
    Dam: Unbekannt
    | S. Unbekannt D. Unbekannt
    Sire: Unbekannt| S. Unbekannt D. Unbekannt

    Extreur

    Geburtstag:
    2010
    Geschlecht:
    Hengst
    Rasse:
    Arravani
    Farbe:
    Bay
    Abzeichen:
    //
    Stockmaß:
    128 cm

    Charakter:
    Cielo ist ein richtiges kleines Kinderpony. Ob man nun zu Zweit auf seinem Rücken über den Hof reitet oder ihn wie ein Hund an die Leine nimmt um stundenlang mit ihm durchs Gelände zu gehen, er lässt sich alles gefallen.
    Auch unter dem Sattel zeigt er sich sehr willig, er liebt es zu Springen und auch Dressur scheint ihm sehr zu liegen.

    Genetik:
    EEAa
    Zuchterlaubnis:
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    HK 502
    Fohlen:
    //

    Besitzdaten:

    Besitzer:
    Elsaria
    Pfleger:
    //
    Maler(VKR):
    Maleen

    Qualifikationen:

    Reitstil:
    Englisch, Western

    Dressur: A/A
    Springreiten: A/A
    Geländespringen: E/A
    Fahren: L/M

    Rennen(Galopp): -/-
    Distanzreiten: E/L
    Western: L/L
    Gangreiten(Tölt): S/S



    Turnierschleifen:
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    [SW 496]

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