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Rhapsody

Ciaran || Exmoor Pony

Name................................LH Dyffryn Marwolaeth // CiaranDate/Place of Birth.................july 23rd 2007 in Winsford, EnglandSire / Dam..........................LH Derwen // NestaGender..............................StallionHeight....................................1.30 mCoat.....................................Bay Dun (Aa EE Dd)Biography...............................Bis zu seinem zweiten Lebensjahr führte Ciaran ein ziemlich ruhiges Leben; er wurde auf einer Weide geboren, lebte ein Jahr lang mit seiner Mutter, danach ein weiteres Jahr in einer großen Junghengstherde. Mit zwei wurde er langsam an Menschen gewöhnt, die er bis zu dem Tag nur mäßig kannte und ihnen keinstenfalls vertraute. Ein halbes Jahr später stellte sich jedoch heraus, dass er selbst ein völlig vertrauenswürdiges Pony war: während die anderen Hengste öfters beim Longieren Faxen machten, versuchte er immer, alles richtig zu machen und konnte so mit 3 1/2 Jahren bereits an Sattel und Trense gewöhnt werden.Auch außerhalb des Reitplatzes ist er eine Lebensversicherung. Er bleibt ruhig, selbst wenn neben ihm eine Bombe einschlagen würde. Neuen Umgebungen gegenüber ist er neugierig und etwas vorsichtig, aber man kann sich immer noch auf ihn verlassen.Nachdem er eingeritten war, bemerkte man seine Begabung fürs Springen, solange die Sprünge nicht höher als er selbst sind. Er wurde zwar öfters gesprungen, doch nie auf größeren Turnieren vorgestellt.Mit 6 1/2 wurde er schließlich an Meilion Aur verkauft.Character traits........................calm; intelligent; reliableTraining...................................Springen: E - Dressur: E - Fahren: ASpecialty..................................show jumpingErsteller/VKR/Besitzer: Hafifreund11/Hafifreund11/Rhapsody212. Fahrturnier

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Ciaran  ||  Exmoor Pony
Rhapsody, 28 Dez. 2013
    • Rhapsody
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      New Best: 11
      Mit einem Grummeln steckte ich mein Handy wieder in die Tasche. Flappy Bird lenkte eh zu sehr von der Arbeit ab.
      Ich war mittlerweile seit gut 5 Wochen auf dem Gestüt meiner Tante in Wales, aber ins Klima eingelebt hatte ich mich noch nicht. Ich glaube, in den 5 Wochen hatten wir nur ein Wetter; bewölkt, ab und zu ein Schneeschauer, Schnee, der 2 Tage liegen blieb und Regen. Alles ziemlich deprimierend, wenn man keine Beschäftigung hat.
      Aber zum Glück hatte ich sowas. Sogar eine, die Geräusche macht – das hat nicht jeder!
      Vor meiner viertel Stunde Smartphone-Tippen-und-gegen-Röhren-fliegen hatte ich ausgemistet und den Pferden allen einen Arm voll Heu auf die Weiden geschmissen. Jetzt begann also die wahre Arbeit: Bewegen.
      Mit einem kurzen Pfiff rief ich Ciaran an den Zaun der Hengstweide, und er kam mit gespitzten Ohren auf mich zu. Nach einem kurzen Begrüßungsschnuffer halfterte ich ihn auf und während ich ihn am Putzplatz putzte, pfiff ich House of Gold vor mich hin.
      Als ich den letzten Huf auskratzte, merkte ich, dass ich eigentlich keinen Plan hatte, was ich machen wollte. Ausreiten? Lieber mit Favorita ausreiten? Lieber auf den Platz?
      „Was meinst du, Cia?“ fragte ich ihn, doch er guckte mich nur an. Doofes Pferd. Aber lieber ritt ich mit ihm aus, da hatte ich wenigstens eine Lebensversicherung.
      Vor mich hin summend sattelte ich also Cia, holte meinen Helm und ritt kurz später durch die Tore. Cias dichtes Winterfell schützte ihn vor dem Wind, der mich angriff und wegen dem ich es sofort bereute, nur ans Ausreiten gedacht zu haben. Cia schien aber mega Spaß daran zu haben, also drehte ich nicht sofort wieder um.
      Auf den kleinen Feldwegen, die teilweise auch durch den Wald, ließ ich ihn dann antraben und hielt die Zügel locker. Vielleicht war das ein bisschen zu gewagt, vor allem für die kurze Dauer, die ich Ciaran besaß und ritt, aber manchmal ist Liebe eben blind. (Ja, es ist Liebe, komm damit klar.)
      Eine gute halbe Stunde später ritt ich den Trampelpfad, der von hinten aufs Gestüt führte, hinunter und bekam eine Handvoll Zweige ins Gesicht geklatscht. Das wars, meine Lust auf irgendwelche Ausritte war vergangen. Und wie sich später herausstellte, hatte einer der Zweige einen schönen roten Striemen auf meiner Backe hinterlassen. „Ausgeritten wird erst, wenn hier aufgeräumt wird“ grummelte ich vor mich hin und stieg dann schließlich ab.
      Während Cia sein Müsli geräuschvoll am Putzplatz mampfte, packte ich Symbolic Splash und ließ sie im Longierzirkel ein paar Runden mit einem Gymnastikball rennen. Als ich sie dann wieder auf die Weide führte, nahm ich mir vor, ihr so schnell wie möglich einen Freund im gleichen Alter zu suchen.
      Der Himmel zog sich weiter zu, deswegen putzte ich Favorita und Last Caress nur kurz übers Fell und ließ sie dann beide in der Reithalle laufen. Die zwei hatten sich ziemlich schnell angefreundet, auch wenn Favorita ein paar Zentimenter größer war als das Pony.
      Als die ersten Tropfen fielen, hatte ich gerade das Tor geschlossen und rannte zur Tür des Gutshauses.
    • Bracelet
      Der Hufschmied ist zu Besuch
      An einem warmen Sommertag kam ich auf Rhapsodys Gestüt. Es war in etwar zehn Uhr vormittags als ich aus meinem Wagen stieg und mir meine Lederschürze aus dem Kofferraum nahm und sie mir umhing. Im selben Moment kam auch schon Rhapsody auf mich zu. Sie begrüßte mich freundlich und bat mich ihr zu folgen, was ich auch gleich tat.

      Heute sollte ich die Hufe ihrer Pferde kontrollieren. Mein erster Patient war Ciaran. Das kleine Exmoor Pony stand bereits tip top geputzt in der Stallgasse und beäugte mich neugierig. ,,Er sollte sich eigentlich sehr gut handhaben lassen.'',meinte seine Besitzerin lächelnd.
      Ich verließ mich darauf und ging auf ihn zu. Erst streichelte ich ihn vorsichtig um etwas Vertrauen aufzubauen. Dann bückte ich mich und betrachtete seine Hufe. Dabei ließ ich mir von ihm auch das Bein geben um auch Sohle und Strahl genauer betrachten zu können. ,,Guter Junge.'',sagte ich, da er wirklich brav mitmachte. Er gab brav sein Bein, tänzelte nicht herum und zog nie ungeduldig den Huf weg.
      ,,Seine Hufe sind in sehr guter Qualität, warum ich denke, dass ich ihn nicht ausschneiden muss oder sonstiges gemacht gehört. Allerdings sollte dies vielleicht in ein paar Monaten gemacht werden, da bei unseren 'Hauspferden' die natürliche Abnützung nicht mehr wirklich gegeben ist, wie bei Wildpferden, und so das Horn zu stark wuchern kann und Probleme beim gehen auftreten können.'',sagte ich zu Rhapsody ehe ich mich bei Ciaran verabschiedete und wir zum nächsten Pferd gingen.

      Es handelte sich dabei um eine hübsche Knabstrupperstute, die auf den Namen Favorita hörte. Ihre Besitzerin hatte mir bereits gesagt, dass sie die Menschen, welche mit ihr arbeiteten, immer mal wieder austestete. Trotzdem war ich dazu entschlossen, dass dies klappen würde.
      ,,Na du?'',sagte ich grinsend und streichelte die wunderschöne Stute vorsichtig auf der Stirn. Dann nahm ich meine Hand weg und kniete mich herunter zu ihren Hufen. Sie sah mir dabei genau zu und drehte die Ohren in meine Richtung. Ich spürte, dass sie etwas angespannt war, also versuchte ich sie mithilfe von Worten etwas zu beruhigen. Es klappte. Dies nutzte ich um ihr Bein zu nehmen. Die ersten Drei gab sie mir brav doch beim Vierten schnaubte sie und wollte es nicht geben. Ich ließ ihr einige Sekunden. Dann fuhr ich ihr mit der Hand erneut über das Bein hinunter. Diesmal gab sie es, allerdings nicht lange. Sie zog es weg und trat aus, wobei sie mich allerdings nicht erwischte. ,,Schon gut.'',sagte ich in einem sanftem Ton. ,,Schon vorbei.''
      Dann wandte ich mich an Rhapsody: ,,Ihre Hufe sind auch ganz schön, eventuell aber etwas trocken. Wenn man die Hufe etwas mit Wasser abspritzt, so heißt es, nehmen die Hufe etwas davon auf, was die Hornqualität verbessert. Allerdings ist es kein Grund zur Sorge, weil ich keine allzuauffällige Risse oder Ähnliches finde. Ausschneiden ist bei ihr ebenfalls noch nicht nötig.''

      Nachdem ich mich auch bei Favorita verabschiedet hatte ging es weiter zu einer Hannoveranderstute. Sie hieß Chicago Light, wurde aber auch von manchen Spotlight genannt. Laut Rhapsody schien sie 'kein leichter Brocken' zu sein. Bereits als ich auf sie zuging schien sich das zu bestätigen.
      Sie legte die Ohren an, noch bevor ich ganz bei ihr war. Als ich allerdings doch noch näher kam schnaubte sie unwillig und machte Anstalten zu steigen. Zumindest verließen beide Vorderbeine ein paar cm den Boden. ,,Ruuhig.'',sagte ihre Besitzerin und holte sie etwas herunter. Ich ging ging mit ihr hinüber zu der Stute und hielt ihr ein Leckerli vor die Nüstern. ,,Willst du es haben?'',meinte ich, da sie sich erst weigerte es anzunehmen. Allerdings überwog dann doch die Lust es zu fressen. ,,Braves Mädchen.'',lobte ich sie und streichelte sie vorsichtig. Sie ließ es zu, weshalb ich auch schon begann ihre Hufe zu betrachten.
      Ich bückte mich erneut und sah mir jeden Huf einzeln an. Dann wollte ich mir wieder die Unterseite ansehen. Ich fuhr ihr Bein herunter und zu meinem Überraschen gab die wunderschöne Hannoveranerstute gehorsam ihr Bein. Ich sah mir auch die übrigen Hufe von Unten an und wie durch ein Wunder war Spotlight plötzlich ganz ruhig und machte mit. ,,Braaav.'',lobte ich sie dann und gab ihr erneut ein Leckerli.
      ,,Hufzustand wie auch bei den anderen Beiden sehr zufriedenstellend.'',sagte ich lächelnd. ,,Bei ihr ist Ausschneiden auch nicht nötig und auch eine Korrektur halte ich für nicht nötig. Ich denke, wenn die Hübsche regelmäßig kontrolliert wird wird sie, so wie es gerade aussieht, keine Probleme haben.''

      Kurz darauf verabschiedete ich mich bei Rhapsody und ihrer Stute und verließ dann auch schon wieder das Gestüt.
    • Eddi
      Zu Besuch bei einer guten alten Freundin
      Nachdem mein Leben auf dem französischen Gestüt so plötzlich geendet hatte, brauchte ich dringend Ablenkung.
      Durch Zufall entdeckte ich „meillion aur“ und als ich den Namen der Besitzerin las, stand fest, dass ich den Wales einen Besuch abstatten würde.
      Schon vor ein paar Monaten hatte es mich dort hingezogen, allerdings als Tierärztin. Während ich die Auffahrt hinauffuhr, erinnerte ich mich wieder an die großen Weiden und den schönen kleinen Stall.
      Angekündigt hatte ich mich, das hatte ich nicht für nötig gehalten und eigentlich wollte ich auch nur kurz für ein oder zwei Stunden vorbeischauen.
      Ich parkte neben dem Haus und stieg aus. Der Herbst war in den Wales schon längst angekommen. Die Bäume färbten sich in den verschiedensten Gelb-, Rot- und Orangetönen und es wehte ein kühler Herbstwind.
      Neugierig schaute ich mich um, konnte aber niemanden entdecken. Also beschloss ich, dem Stall einen Besuch abzustatten, denn wenn, fand man meistens dort die Besitzer.
      Doch auch auf der Stallgasse herrschte Ruhe. Man hörte lediglich das zufrieden Brummeln einiger Pferde. Neugierig schlenderte ich die Gasse entlang und schaute mal hier mal dort in die Boxen.
      Alle waren nicht gefühlt, aber ich hatte schon bei meiner Ankunft gesehen, dass viele der Pferde auf den Weiden standen.
      Während ich gedankenversunken in die nächste Box schaute, runzelte ich plötzlich die Stirn, denn das kleine gescheckte Fohlen kam mir sehr bekannt vor.
      „Na aber hallo! Das ist ja die kleine Symbolic Splash!“, meinte ich lächelnd und begrüßte das neugierige Stutfohlen. Sie war eine Tochter von Elisas geliebten Pamino und sie war sehr nach ihrem Vater gekommen.
      Während ich das kleine Fohlen betüddelte, wurde plötzlich die Stalltür aufgerissen und Hufgeklapper erfüllte den Stall.
      Erschrocken drehte ich mich um und entspannte mich gleich wieder, denn da kam Juli hinein, neben ihr das Exmoorpony Ciaran – anscheinend kamen sie gerade von einem Ausritt, denn Juli war warm angezogen und beide sahen ziemlich zerzaust aus.
      Ungläubig starrte sie in meine Richtung. „Eddi? Bist du das?“, fragte sie und dann grinste sie von einem Ohr bis zum anderen, ließ Ciaran einfach stehen und lief mir entgegen, um mich zu umarmen.
      „Lange nicht mehr gesehen!“, lachte sie und begann sofort mich auszufragen. Ich versuchte ihren Fragen auszuweichen, denn über meine unangenehme Lage wollte ich nicht zwingend sprechen, stattdessen fragte ich vermehrt sie, wie es denn mit dem Gestüt hier lief.
      „Irgendwann gewöhnt man sich an das Wetter, aber schön ist was anderes. Man sieht es ja an Ciaran, der hat schon wieder Fell wie ein Plüschbär – oh Ciaran!“, meinte sie erschrocken, wandte sich um und sammelte ihr Pony ein, welches es sich in einer der vorderen Box gemütlich gemacht hatte und dort das Heu fraß.
      „Ähm. Ich sattele ihn schnell ab.“, sagte sie nur knapp und machte das Pony fertig, während sie mir noch von den neusten Ereignissen berichtete.
      Als Ciaran dann in seiner eigenen Box stand, schaute Juli stirnrunzelnd auf die Uhr. „Also, wenn du Zeit hast, würde ich schnell noch Last Caress bespaßen und dann können wir gerne einen Ausritt machen!“
      Dazu sagte ich natürlich nicht nein, stattdessen half ich Juli gerne bei dem Betüddeln ihrer Welshstute.
      Wir putzten den kleinen Rappen gründlich und dann durfte sie sich auf dem Longierzirkel ein wenig austoben. „Nennt sich Beschäftigungstherapie.“, meinte Juli grinsend, als sie der Stute noch einen Gymnastikball dazu gab.
      Kurze Zeit später hatten wir die beiden Stuten Favorita und Spotlight von der Weide geholt, geputzt und gesattelt. „Dann zeige ich dir mal die wunderschöne Landschaft der Wales!“, lächelte Juli und ich ritt ihr bedächtig hinterher.
      Da mir Spotlight mit ihren 1.78m Stockmaß einen Ticken zu groß war, hatte ich Favorita bevorzugt und war auch sehr glücklich mit der Knabstrupperstute unter mir, welche sich von ihrer besten Seite zeigte.
      Unser Ausritt wurde jäh unterbrochen, als es aus heiterem Himmel zu regnen anfing – und zwar kein einfacher Nieselregen, sondern es prasselte richtig stark auf uns herab.
      Im Eiltempo machten wir uns auf den Heimweg, wo dann erst einmal die Pferde trocken gerubbelt werden mussten, ehe Juli mich zu einer Tasse heißen Kakao einlud.
      „Du, wenn du willst kannst du auch bei mir übernachten. Dann können wir Morgen vielleicht der Stadt einen Besuch abstatten!“, meinte Juli begeistert und ich war genauso von der Idee angetan.
      „Total gerne! Genau das brauche ich momentan!“, grinste ich glücklich und nahm dankend die Tasse Kakao entgegen.
    • Rhapsody
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      Sobald es herbstlich wurde, wurde ich krank. Das war in Deutschland so, und anscheinend auch in Wales. Vor ein paar Wochen, als meine alte Freundin Eddi mich besuchen kam und wir im schönsten Spätsommer ausritten gingen, ging es mir noch super – und jetzt hatte ich die Erkältung des Jahrtausend.
      Was natürlich nicht meinte, dass die Boxen sich von selbst ausmisten würden.
      Die Herbstsonne, die mich heute Morgen noch geweckt hatte, hatte sich jetzt hinter dicke Wolken verkrümmt und kündigte Regen an, wie schon die letzten Tage. Das erste Mal wurde ich noch durchgeweicht (Symbolic Splash hatte es gefallen, in den Pfützen zu spielen anstatt zu arbeiten – die Matschflecken waren immer noch in meiner alten Jeans), doch seit zwei Tagen blieb ich größtenteils in der Reithalle oder verließ den Hof nur mit Regenjacken und –decken.
      Und jetzt, auch nur mit selbstgestrickten Schalen und Mützen, optional Hustenbonbons oder, wenn’s sein musste, Thermoskannen mit Zitronentee.
      Als ich so drüber nachdachte, musste ich glatt wieder husten. Ich brauchte definitiv einen Helfer für den Stall brauchte, der mir unter die Arme griff, wenn ich krank war. Oder falls meine Tante sich doch noch entschließen würde, wieder zu züchten und ich jeden Tag dreißig Boxen ausmisten musste. Und krank war. Dann musste man doch bestimmt einen Stallhelfer beim Amt beantragen können.
      Vor mich hingrummelnd lud ich die letzte Schaufel dreckiges Stroh auf die Schubkarre und fuhr sie aus Lashy’s Box. Jetzt nur noch einstreuen, dann konnte ich wenigstens mit der Arbeit anfangen.
      Last Caress war gerade erst aus Kanada zurückgekommen, denn sie wurde von Gwen (mithilfe eines Daniel Smiths, den ich leider nicht kennenlernen dürfte) eingefahren, und so wollte ich – sollte die Wolkendecke doch mal aufreißen – zusammen mit ihr und Ciaran eine kleine Kutschfahrt machen. Meine Tante hatte mir eine Kutsche dagelassen, das Geschirr hatte ich mir am gleichen Tag besorgt, an dem Caress zurück kam. Das war jetzt fast schon eine Woche her, aber das Wetter hatte mich immer davon abgehalten, eine Ausfahrt zu machen.
      Als ich Spotlights Box eingestreut hatte, holte ich gleich ihre Putzbox und hängte ihren Sattel über die Boxenwand. Zuerst war Dressurtraining angesagt.
      Die nächsten Wochen würde nämlich ein Trainer kommen, um mit uns beiden zu trainieren. Spotlight konnte ein richtiges Sportpferd werden, doch dazu musste sie erst einmal aufhören, gegen den Reiter zu arbeiten. Das wollte ich in dieser Woche noch hinkriegen, damit wir uns nicht vollkommen blamierten.
      Sie sah mir jedoch schon angesauert entgegen, als ich die Weide betrat. Zusammen mit Favorita – die beiden waren richtige Freunde geworden, obwohl sie vom gleichen Holz geschnitzt waren – oder genau deswegen. Aber im Gegensatz zu ihrer 1.78m großen Freundin brummelte mich Favorita an und schnupperte an meinen Händen. Sie hatte in den letzten Wochen viele Turniere, auf denen wir nicht mal schlecht abgeschnitten hatten, und durfte sich jetzt eine Pause gönnen.
      Ich rieb Favorita’s Stirn und versuchte, Spotlight so gut es ging zu ignorieren. Sie graste wieder friedlich, doch kaum machte ich einen Schritt auf sie zu, sprang sie zurück. „Heute nicht,“ meinte ich entschlossen und griff nach dem Halfter, dass gut einen halben Meter über mir in der Luft war. Als ich den Führstrick einhakte, schnaubte Spotlight missbilligend, folgte mir aber ohne große Zwischenfälle von der Weide.
      Ich putzte sie schnell und gründlich, bandagierte ihr dann die Beine um die Sehnen zu unterstützen und sattelte sie schließlich. Es hatte draußen wieder begonnen zu tröpfeln, und die fünf Schritte, die wir nass wurden, gefielen der Hannoveranerstute ganz und gar nicht. Sie drängelte, trat mir zweimal auf den Fuß und war kurz vorm Steigen (okay, das war übertrieben. Aber sie war extrem nervig.)
      Nachdem wir beide aufgelockert waren und uns abreagiert hatten, fing ich mit der eigentlichen Arbeit an. Sie sollte lernen, den Rücken nicht mehr wegzudrehen, und so fing ich an, sie weiter über den Rücken zu reiten. Auch, wenn sie am Anfang noch ordentlich motzte und auch schon ihren Kopf zwischen die Beine zog, letztendlich war Spotlight genauso zufrieden wie ich. Zur Belohnung ließ ich ihr die Zügel lang und ließ sie noch ein paar Runden Schritt gehen, ehe ich sie zurück in den Stall führte und ihr die Abschwitzdecke überwarf. Es würde jedoch wenig helfen – die Gute hatte einfach schon zu viel Winterpelz. Ich konnte nicht mal sagen, ob sich Scheren wirklich lohnte, da ich sie ja noch kein ganzes Jahr hatte; ich hatte also keinen Plan, wie stark ihr Immunsystem war.
      Ich kramte mein Handy hervor, während die Stute auf ihrem Müsli herumkaute, und machte eine neue Notiz, die mich daran erinnern sollte, dass ich so früh wie möglich Eddi Bescheid geben musste, sollte sie sich doch irgendeine Erkältung holen.
      Als Spotlight, immer noch etwas nass aber sichtlich zufrieden, wieder auf der Weide stand, hatte es aufgehört zu regnen. Der Himmel sah immer noch grau aus, aber ich nahm das Risiko auf mich und führte schließlich Caress von der Weide. Die Welsh-Stute hatte es, laut Ex-Besitzer, faustdick hinter den Ohren, doch das hatte ich noch nicht gespürt. Sie war brav an der Longe, eine Lebensversicherung im Gelände und ich würde sie jederzeit an Kinder übergeben. Auch jetzt folgte sie mir freudig von der Wiese, ließ sich ohne Probleme putzen und zuckte nicht einmal zusammen, als ich die Ponykutsche an den Stalleingang stellte. Ich holte noch fix Ciaran, ehe ich dann beide vor die Kutsche spannte und vom Hof bugsierte. Die beiden waren zuvor noch nicht an der Kutsche zusammen gegangen, doch dafür machten sie sich prima.
      Mit zwei dreckigen Ponies und pitschnass – uns hatte doch ein kleiner Wolkenbruch überrascht – kehrte ich eine halbe Stunde später zurück. Nachdem Ciaran und Caress noch ihr Müsli gemampft hatten, schickte ich die beiden Sauponies wieder auf die Weide und krallte mir die Thermoskanne.
      *
      Es war bereits dunkel und nieselte wieder als ich am Abend nochmal auf den Hof fuhr. Meine Mama hatte mir ausnahmsweise ihr Auto geliehen, während sie zu Besuch war, also wurde ich nicht durchgenässt.
      Die Pferde waren mittlerweile wirklich alle matschig aber glücklich. Wenigstens das. Hoffentlich würde ich das morgen auch noch wissen, wenn ich alle putzen musste.
      Als alle ihr Heu mampften und im trockenen Stall standen – Lashy hatte sich sogar schon hingelegt und schlummerte, schaltete ich das große Stalllicht aus, sodass nur noch ein dämmriges Licht schien. Ich strich Ciaran noch über die Stirn, dann ging ich nach Hause, wo schon ein neuer Kübel Pfefferminztee auf mich wartete.
    • Rhapsody
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      Ein Frösteln übermannte mich sofort, als ich die Haustür öffnete. Es war kalt. Kalt und nass. Und obwohl es schon halb eins war war es düster, als hätte die Sonne komplett aufgegeben. Ich grummelte, funkelte den Himmel streitlustig an, ehe ich zusperrte und mich auf mein Fahrrad schwang.
      Nach dem Füttern heute morgen hatte ich mich wieder auf den Heimweg gemacht und gehofft, die ewige Wolkendecke würde aufbrechen und mich ein wenig mit Motivation bescheren, aber nada.

      *
      Als ich am Hof ankam, wieherte Ciaran mir von der Weide schon freudig entgegen. Er war eine regelrechte Pelzkugel im Gegensatz zu seinem Weidekumpel Attonito. Reggie hatte bis jetzt nur ein bisschen Winterfell gekriegt, was ziemlich schade war – ich würde seine ausgefallene Fellfarbe nur zu gerne mit Pelz sehen.
      „Na ihr?“ begrüßte ich beide Hengste und steckte ihnen ein paar Apfelschnitze zu. Als ich weiterlief und vor mich hinsummte folgten sie mir bis der Zaun sie daran hinderte. Dafür streckte sich mir ein zarter kleiner schwarzer Kopf durch die Lücke in der beginnenden Umzäunung der Stutenkoppel. Last Caress hatte wohl gesehen, dass die Hengste Leckerlis bekamen und fühlte sich natürlich ausgeschlossen. Ich kraulte ihr die Nüstern, ehe ich auch ihr einen Apfel anbot, den sie natürlich nicht verschmähte. Wenige Sekunden später hörte man, wie sich kleine Hufe herannäherten. „Ihr habt euch doch gegen mich verschworen!“ murmelte ich, doch natürlich bekam auch Symbolic Splash ein Apfelstück.


      *
      Die Stalltür hinter mir fiel schwer ins Schloss und sofort spitzten sich zwei Ohrenpaare und zwei Köpfe ragten über aneinandergrenzende Boxen. Spotlight und Favorita freuten sich genauso über die Willkommensgabe wie die anderen, aber Spotlight war schnell gelangweilt und Favorita fand es zusehend blöd, wie ich versuchte, ihre Augen zu überprüfen. Die letzten 10 Tagen waren die nämlich stark gereizt und tränten. Das Ganze begann, als es letztendlich kälter und windiger wurde, doch auch mit Boxenruhe in einem winddichten Stall war es noch nicht besser geworden. Mit gerunzelter Stirn setzte ich einen schwachen Kamilletee auf und reichte nach einem sauberen Stalllappen. Das würde ihr noch weniger gefallen, aber da musste sie jetzt einfach durch.
      Spotlight sah uns gelangweilt zu, wie ich versuchte, Favoritas Auge auszuspülen. Am Ende hatte ich zweimal den Zähnen der Stute ausweichen müssen und meine Zehen litten unter wiederholten unvorsichtigen Schritten. Für ihre Tapferkeit bekam Favorita noch einen Apfel, ehe sie zurück in die Box durfte und sich erstmal mit Spotlight anzickte.
      Kopfschüttelnd verließ ich den Stall. Wie die beiden beste Freundinnen geworden sind war mir unklar.


      *
      Es wurde langsam dunkel und das hieß für mich: Pferde reinbringen, heim gehen, sich mehr über den Winter und das blöde englische Wetter zu beschweren. Wie gewohnt musste ich Lashy einfangen, wie gewohnt folgten mir Reggie und Ciaran brav und Last Caress stemmte beide Hufe in den Boden, als ich sie einen Schritt von der Weide führen wollte.
      Am Ende standen sie aber alle in ihren Boxen, zufrieden auf Heuhalmen kauend, und beschwerten sich nicht, als ich das helle Licht zum Dämmerlicht umschaltete. Dann musste ich nur noch das Frühstück für morgen vorbereiten und konnte dann heimgehen. Ein schlechtes Gewissen hatte ich natürlich, aber dafür nahm ich mir vor, demnächst einen Wohlfühltag einzulegen. Komplett mit lackierten Hufen und Gurkenmasken.
    • Ally
      Der Hufschmied ist da!
      Kurz nachdem mich Gwen angerufen hatte und einen Termin für ihre beiden Pferde wollte, rief mich auch meine Freundin Juliane an, die wollte, dass ich all ihre Pferde kontrollierte. Eigentlich hatte ich kaum Zeit, aber weil sie so lieb fragte, stimmte ich seufzend zu und machte mich auf den Weg zu ihr.
      Angekommen auf ihrem Hof Meillion Aur sah ich schon, wie sie die ersten paar Pferde heraus führte und am Putzplatz anband. Ich begrüßte sie und machte mich dann sofort an die Arbeit. Erst kam Ciaran dran, ein hübscher Exmoor Pony Hengst. Ich tastete seine Hufe ab und schnitt sie dann aus, achtete natürlich darauf, dass die Oberfläche gerade war und feilte sie dann nochmal zurecht. Das wiederholte ich auch bei Favorita, die Juliane jetzt neben sie stellte. Favorita war eine sehr hübsche Knabstrupperstute, die ich aus der Zucht von meiner anderen Freundin Elena kannte - Sie hatte sie vor ein paar Monaten erst verkauft. Nach kurzer Zeit führte sie auch Symbolic Splash heran, eine schöne DRP-Stute, die in letzter Zeit extrem gewachsen war und bald angeritten werden sollte. Nach ihr kontrollierte ich noch die Hufe von Spotlight, einer hübschen Hannoveraner-Stute, die etwas scheu und zappelig war. Dann kam Attonito, mein Liebling aus ihrem Stall, denn er stand dank seiner besonderen Fellzeichnung sehr heraus und ich liebte den Kleinen einfach. Dann kam noch Star dran, die schön ruhig hielt, und danach ihre beiden Neulinge Paramour und Cíola. Ich sagte Juliane spaßig, dass ich Cíola irgendwann klauen würde, denn die junge Stute war wunderschön gezeichnet. Nachdem alle Pferde ausgeschnittene und kontrollierte Hufe hatten, verabschiedete ich mich bei Juliane, die sich abermals bedankte. Ich winkte allerdings nur ab und sagte, dass es ja selbstverständlich sei, und fuhr dann nach hause.
    • Eddi
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      Momentan hatte ich zu nichts Motivation, aber die Arbeit musste ja trotzdem getan werden. Also ging es heute mal wieder auf das wunderschöne Gestüt von Juli. Das Wetter hellte meine Stimmung übrigens auch nicht auf: es goss aus Eimern und es war kalt. Ich war sichtlich froh, als Juli mich mit einer Tasse Tee begrüßte und in den warmen Stall einlud. Seufzend wärmte ich mich erst einmal auf und trank dankend den Tee. Allerdings wartete mein Patient schon angebunden am Putzplatz auf mich, so dass ich mich nicht zu lange aufhalten lassen wollte. Ciaran schien nicht sonderlich begeistert von mir zu sein, hielt aber während der gesamten Untersuchung brav still. Ich warf zuerst einen Blick in Ohren, Augen und Nüstern, ehe ich seine Zähne ausgiebig kontrollierte. Er hatte ganz hinten rechts einen kleinen Haken, so dass ich meine Feile auspacken musste, um das Ganze zu entfernen. Ebenso korrigierte ich ein wenig seine Kauflächen, welche sich nicht ganz so regelmäßig abgenutzt hatten. Danach machte ich weiter, indem ich Herz und Lunge abhörte und Ciaran von oben bis unten abtastete. Er war körperlich topfit, so dass ich ihn guten Gewissens impfen konnte. Als Abschluss gab es die Wurmkur und danach noch ein Leckerli als Belohnung und schon hatte er es geschafft.
    • Rhapsody
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      Als ich diesen Morgen aufwachte, war das erste, was ich hörte, Vogelgezwitscher. Und wie hatte ich das vermisst! Als nächstes spürte ich Sonnenstrahlen, die meine Nase kitzelten – was nur bedeuten konnte, dass ich verschlafen hatte.
      Die ersten Vorboten des Frühlings hin oder her, ich war richtig spät. Wahrscheinlich hatten die Pferde ihre Boxen bereits gefressen und rannten jetzt kopflos über den Hof. Wundervoll.
      Mit einem Brötchen im Mund radelte ich los und versuchte gleichzeitig noch, meine Arm in den Jackenärmel zu stopfen. Dass das fast in einem Unfall mit einem Baum endete, muss ich ja wohl nicht erwähnen.
      Das schöne Wetter konnte ich nicht mal auf der Fahrt genießen. Natürlich lag noch ab und an Schnee, doch es war spürbar wärmer geworden und die Sonne schien – was wollte ich mehr?
      Vielleicht Pferde, die mich immer noch liebten, auch, wenn sie ein leicht verspätetes Frühstück bekamen.

      Als ich am Hof ankam, stand noch kein Gebäude in Flammen und kein Pferd rannte auf dem Hof. Das musste gar nichts heißen. Im Stall wurde ich dann mit protestierenden Schnauben und Grummeln begrüßt.
      Ohne weitere Verzögerungen bekamen dann alle ihre morgendliche Portion Hafer. Und auch ohne Verzögerungen brachte ich zuerst Ciaran, Attonito, Newt, Paramour und Muraco auf die Weide, nachdem sie ihr Frühstück verputzt hatten. Muraco hatte sich bereits sehr gut eingelebt und verstand sich vor allem mit Paramour sehr gut – das war meine größte Sorge gewesen, da Muraco doch sehr hengstig war.
      Nach den Hengsten kamen Spotlight, Favorita, Star, Cíola, Lashy, Chepa und Bacia auf die Stutenweide. Auch Chepa und Bacia hatten ihren Platz gefunden, auch, wenn Bacia immer noch ein wenig die Rolle der Neuen spielte und von Spotlight öfters von der Heuraufe verscheucht würde. Das würde sich jedoch mit der Zeit geben.
      Ich sah den Pferden eine Weile beim Spielen zu, ehe ich mich daran erinnerte, dass heute ein paar Reitbeteiligungen kommen würden. Tante Molly war mir wochenlang in den Ohren gelegen, doch da ich mit den Turniervorbereitungen der Lewitzer erst mal wenig Zeit für anderes hatte, hatte ich nachgegeben. Also sollten Favorita, Star und Attonito von drei lieben Mädels aus dem Ort ein paar Mal in der Woche bewegt werden. Heute war das erste Probereiten und ich war vielleicht nervöser als die potentiellen Reitbeteiligungen.
      Aber bevor die drei kamen, sollte ich wohl nochmal die Boxen ausmisten und die Stallgasse kehren. Einen schlechten Eindruck wollte ich ja nicht machen.
      Bis zum geplanten Termin hatte ich dann letzten Endes doch noch genug Zeit und sattelte Newt spontan auf. Er war noch recht neu unterm Sattel, und bevor ich ihn mit irgendwelchen Sachen überforderte, wollte ich das, was er bereits konnte, erst einmal festigen. So übten wir vorwiegend Übergange und Anhalten, bis ich nach einer dreiviertel Stunde wieder abstieg.
      Danach blieben mir immer noch ein paar Minuten, also führte ich kurzerhand Lashy und Cíola auf den Putzplatz, nur, um das ganze Stillstehen ein bisschen zu üben. Sie waren nämlich beide ziemlich ungeduldig.

      Zehn Minuten später trudelten die drei Mädels dann ein. Freundlich begrüßte ich sie und auf dem Weg zur Weide, wo ich Lashy und Cíola wieder hinführte, ließ ich sie sich selbst vorstellen. Ihre Namen waren Cerys, Enfys und Gwendolyn, sie hatten alle schon mehrere Reitbeteiligungen in ihrem Leben und konnten für ihre zarten 14 Jahren anscheinend schon ziemliche Verantwortung übernehmen, so schien es mir. So fies wie ich war ließ ich sie die Ponys gleich selbst holen; nur Cerys half ich mit Attonito, da ich von den Vorbesitzern erfahren hatte, dass Muraco wohl noch nicht wirklich an Kinder gewöhnt war. Doch glücklicherweise beäugte er uns nur kurz und widmete sich dann wieder seinem Heu.

      Als dann jedes der Mädchen im Sattel saß – Enfys sah auf Favorita zwar ein bisschen verloren aus, aber wenigstens lief sie und stolperte nicht vor sich her – machte ich es mir auf einen ziemlich unbequemen Hocker bequem. Es war Jahre her, dass ich Reitunterricht gegeben hatte, aber das war wahrscheinlich wie Fahrrad fahren - das verlernte man nicht.
      Die Mädels kamen allesamt gut mit den Ponys zurecht und so machte mir es fast schon Freude, ihnen zu sagen, dass sie so oft sie wollten und konnten kommen durften.


      Nach einer kleinen Streicheleinheit für Spotlight, die sich von einem schlimmen Husten erholte, packte ich mir schließlich Chepa und ließ sie erst in der Halle ein wenig freilaufen, ehe ich sie aufsattelte und mich zum ersten Mal auf ihren Rücken setzte. Wie immer fühlte es sich ziemlich ungewohnt an, doch schon nach wenigen Minuten hatten wir uns aufeinander eingespielt und der erste Schritt in Richtung Team war getan.
      Chepa schien fast ein wenig beleidigt, dass wir nur Grundlagen machten und sie über kein einziges Hindernis springen durfte, doch ich musste immerhin noch Paramour bewegen und eigentlich wollte ich auch noch mit Bacia ein bisschen Bodenarbeit machen, ehe ich daheim noch ein paar Sachen für die Praxis und den eventuellen Umzug machen musste. Der Tag hatte einfach nicht genug Stunden.

      Mit Paramour ging ich eine kurze Runde ins Gelände, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages voll auszunutzen. Der Hengst trabte fröhlich schnaubend den Weg entlang und auch er schien diesen wunderschönen Tag genossen zu haben.

      Als ich Bacia holen wollte, sah sie mir misstrauisch entgegen. Vielleicht sollte ich ihr Vertrauen erst einmal ein wenig mit Leckerlis aufbauen? Denn, um ehrlich zu sein, hatte ich wenig Lust, mich noch einmal intensiv mit ihr zu beschäftigen, und sie schien mir nicht böse zu sein, dass ich ihr lieber Leckerli um Leckerli anbot, als sie in der Halle noch einmal geistig zu fordern.

      Da die Nächte immer noch ziemlich eisig waren, brachte ich alle Ponys in den langsam mehr als vollen Stall. Es wurde Zeit, dass der alte Zuchtstall auf Vordermann gebracht wurde – sollten noch mehr Lewitzer kommen, würden wir nämlich ein richtiges Platzproblem kriegen.
    • Rhapsody
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      Verletzung


      Das erste, was mir ins Auge stach, war, dass die Hengste alle ein bisschen durcheinander aussahen, als ich nach einem Ausritt zurück kam.
      Das zweite war, dass Ciaran stocklahm war. Und das wenige Tage vor unserem Umzug nach Kanada.
      Ein wenig hastig zäumte und sattelte ich Favorita ab, ehe ich zu dem Exmoorpony eilte. Er wirkte sonst ganz munter, doch er zog das linke Vorderbein deutlich nach. Da brauchte ich nicht einmal die Probe auf hartem Boden machen.
      Sofort tastete ich das lahme Bein ab und sah meine Befürchtung bestätigt; es glühte förmlich, und Ciaran zuckte zusammen, sobald ich ihn berührte. Außerdem war es deutlich angeschwollen. Na, da war die Diagnose wohl klar: Sehnenschaden.
      Ohne groß mit der Wimper zu zucken brachte ich Ciaran langsam in den Stall, wo er die nächsten Tage erstmal bleiben sollte.
      ~*~

      Ein paar Gespräche mit Tante Molly später war es offiziell: Ciaran würde nicht mitkommen nach Kanada. Sie würde einen Platz auf einem Gnadenhof organisieren, da er natürlich auch nicht alleine auf dem Hof bleiben sollte. Dort würde er dann erstmal aufgepäppelt werden, mit Arnika-Tabletten, kalten Umschlägen und Heilerde. Sollte er sich wirklich noch aufrappeln, so würde er natürlich nachkommen – keine Frage. Es fiel mir nicht leicht, ihn zurückzulassen, doch er würde es auf dem Gnadenhof gut haben.
      Er wurde zwei Tage, bevor die ersten Pferde nach Kanada flogen, abgeholt.
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  • Album:
    9 | Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Rhapsody
    Datum:
    28 Dez. 2013
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