sadasha

CHH' Lamperd

Decktaxe: 570 J.

CHH' Lamperd
sadasha, 31 Dez. 2015
Rinnaja und Cooper gefällt das.
    • sadasha

      Nicht datierte oder alte Pflege-, Tierarzt und Hufschmiede-Berichte

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      28 November - Schonwieder ein neues Pferd

      Und es nahm kein Ende mit den neuen Pferden. Schonwieder war es soweit und ich bekam ein neues Pferd. Es war ein neues Englisches Vollblut und diesmal ein Hengst. Er hatte eine besondere Farbe und kam von einer guten Zucht, die ihn leider schon als Rennpferd aufgegeben hatten, aber wie ich mich kenne konnte ich das nicht glauben und kaufte den Junghengst und heute war es so weit, der kleine hatte eine Wunderschöne seltene Farbe. Ich wartete sehnsüchtig auf den Züchter den ich nicht kannte. Ich bekam nach kurzer Wartezeit eine Sms und ging dann zum Haupttor. Sehr unfreundlich gegrüßte mich eine alte Dame, sie übergab mir ohne ein Wort zu sagen den Hengst und schien irgendwie froh zu sein ihn los zu haben. "Hat er weitere Papiere" frug ich sie als sie mir nur die Wichtigsten Papiere gab, aber keine Rennergebnisse und allgemein Zuchtpapiere. "Nein, hab ich nicht, da müssen sie neue beantragen" sagte sie harsch und stieg wieder ins Auto nachdem ich ihr das Geld per Hand gab, sie wollte keine Rechnung erstellen. "Danke für den Kauf und erhoffen sie sich nicht zu viel von dem Taugenichts" sagte sie und fuhr weg. Erschrocken sah ich dem Auto hinterher mit dem Hengst in meiner rechten Hand, der sich neugierig an mich wendete. "Denke mal du bist auch froh die los zu haben oder" frug ich den Hengst, der immernoch mich mit großen Augen anstarrte. "Na komm, ich zeig dir dein neues Heim" sagte ich und führte ihn in die frei gemachte Box. Er zeigte keinerlei Aufregung, das erste was mir aber auffiel ist das ehr eine hibbiligkeit hatte, wofür er aber sichtlicherweise nichts führ konnte. Ich gab ihm etwas zu futtern und ließ ihn dann in ruhe sein neues Heim erschnuppern und erkunden.
      by Veija

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      28.11.2014, by Sissicat

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      Gähnend rieb ich mir die Augen als mich mein Freund, John. An diesem Morgen weckte:,,Hey Morgen Lu, wollte dich nur daran errinnern das du gleich einen Hufschmied Auftrag hast...mal wieder."fügte er hinzu. Ich gähnte wieder stand aber dann wiederwillig auf. Nachdem ich umgezogen und frisch gemacht war lief ich die Stufen hinunter und schnappte mir ein Semmel vom Frühstück's Tisch. Mit dem Semmel im Mund und meinen Schlüssel in der Hand lief ich zu meinem Hufschmiede-wagen.Ich stieg ein und fuhr auch schon los.



      Bald kam das Hoftor in mein Blickfeld und erst jetzt erkannte ich wer mein Kunde war, Cooper. Lächelnd fuhr ich durch das Tor und parkte an dem selben Platz wie schon das letzte mal.Ich sprang aus meinem Wagen und schluckte den letzten Bissen Semmel hinunter, dann ging ich auf die Suche nach Cooper, ich fand sie in der Sattelkammer und wir begrüßten uns freundlich. Dann half sie mir dabei mein Zeug's herzuräumen, dannach gingen wir meine ersten patienten hollen, Aikon Aszu. Der Araber Junghengst stand oder besser galoppierte über seine Weide, auf einem Pfiff von cooper stoppte er und sah in unsere Richtung. Misstrauisch beäugte er mich von weiten doch als er merkte das sowohl Cooper als auch ich Leckerli's dabei hatten trabte er in einem schönen Arabergang zu uns. Ich streichelte ihn und merkte bereits das er viel wenn nicht sogar sehr viel energie hatte.Ich streifte ihm sein Halfter an und führte ihn zu dem Platz.Dort angekommen nahm Cooper ihren Hengst und beruhigte ihn, naja eigendlich lenkte sie ihn mit ein paar Leckerli's ab.Ich bückte mich und hob das Huf des hengstes an, ich tastete sie ab fand aber keinerlei hinweise auf Hufkrankheiten, dasselbe Spiel folgte bei den anderen 3 Hufen jedoch war auch da keines entzunden.Ich hollte ein bereits herrgerichtetes Aluminium Eisen und nagelte es auf Aikon Aszu's Huf, dasselbe folgte dann wieder bei den anderen Hufen.Aszu sah mich manchmal misstrauisch an und ich merkte das er lieber herrumrennen würde aber naja jeder muss mal still halten. Ich streichelte den Araber vorsichtig und gab ihm ein Leckerli dann brachten Cooper und ich ihn zurück und hollten meinen nächsten Patienten, wieder eine Araber hengst mit dem namen Thulin.Thulin stand ebenfalls auf der Weide wo auch Aszu stand.Wir gingen zu ihm und er lies sich ganz locker mitnehmen.Auch meine Arbeit mit dem durchchecken war schnell erledigt.Wie ich das zweite Aluminium Eisen festnagelte schreckte er sich kurz aber das war auch schon das ärgste.Auch Thulin gab ich wieder ein paar Streicheleinheiten und ein Leckerli dann brachten wir ihn auf seine Weide und hollten meinen letzten Patienten CHH' Lamperd. Der Hengst stand wie auch die beiden anderen auf der Weide kam aber sofort angetrabt als Cooper seinen Namen rief,wieder legten wir ihm sein Halfter an und führten ihn zu meinen Geräten.Der Hengst blieb ruhig stehen so das auch wie bei Thulin das durchchecken schnell fertig war,das Eisen annageln verlief nicht ganz so gut, da Lamperd manchmal gemeint habe er brauche mir sein Huf nicht zu geben.Doch auch das war ihrgendwann fertig.Wir führten ihn zurück auf seine Weide und ich verabschiedete mich auch schon von Cooper.Dann fuhr ich wieder heim.

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      6 Dezember- Nikolausüberraschung

      Ich war schon um sechs Uhr auf den Beinen, am heutigen Nikolaustag. Es war kaum was los auf meinem Hof, doch ich musste hinunter, die Pferde füttern und verpflegen, ich hatte meinen Stallhelfern für heute Frei gegeben. Gut gelaunt, nachdem Frühstück ging ich hinunter. Als ich die Tür aufmachte schoss mir ein kalter Wind durch die Haare und an meinen Hals. "Sehr kalt geworden" sagte ich zu mir selbst als ich mich schüttelte. Keine zwei Minuten später war ich dennoch im warmen Stutenstall angekommen. Alle warteten sehnsüchtig auf ihr Frühstück, das ich ab Abend vorbereitet hatte, einige bekamen speziell angemischtes Futter und einige normale Pellets und Haferflocken. Nachdem ich alle sichtlich zufriedenstellte ging ich rüber in den Hengststall und wiederholte den Vorgang. Nachdem zog ich mich in mein Haus zurück wo ich schnell einen Tee trank und eine Stunde vergingen ließ. Ich stellte die bestimmten Weidepferde auf die Weide mit gepolsterten Decke, die anderen Band ich im Stall an. Dann fing ich an zu misten. Das Radio ließ Weihnachtslieder spielen und mir gab es einen Ohrwum von We wish you a Merry Christmas. Ich sang fröhlich die Lieder mit und verbrachte einige Stunden mit den sauber machen der Ställe, aber für meine Lieblinge tut man ja alles, dachte ich mir. Als ich endlich fertig war holte ich die Pferde wieder von der Weide und stellte auch die Pferde die in der Stallgasse standen wieder in die Box. Einige Pferde schauten mich nervös an, da sie es nicht kennen so kurz auf der Weide zu sein, oder eben auch garnicht. "Sorry meine kleinen, heute ist es einfach zu kalt, da hilft selbst eine Decke nicht" sagte ich und hatte eher Sorgen das sie mir auf eisigen Stellen ausrutschten. Dennoch waren sie glücklich über die warme, gemachte Box und mein kleines Nikolausgeschenk, für jeden zwei Äpfel und ein selbst gemachten Pferdekeks. Zufrieden über die ruhe und die Stimmung im Stall lief ich zurück ins Haus wo aber noch mehr Arbeit auf mich wartete.

      by Veija

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      Heute ging es nach kleiner Stilllegung der Klinik zu Cooper. Drei ihrer Pferde, Lamperd, Sacramento XX und Aikon Auszu sollten durch gecheckt und geimpft werden. Auch sollten Blutproben entnommen werden und Zahnkontrollen durchgeführt werden. Dort angekommen begrüßten Cooper und ich uns kurz ehe sie mich auch als erstes zu Lamperd brachte. Dieser war ein noch recht junger Hengst wie sie mir erzählte und auch ein englisches Vollblut. Ich wollte ihn mit der Impfung nicht reizen so durfte er kurz meine Hand beschnuppern und mich als ,böse Frau' einspeichern. Sofort darauf begann ich ihn abzutasten und abzuhören. Alles war im grünen Bereich. Die Zahnkontrolle verlief nicht ganz so schön, da ihm dies garnicht gefiel aber ich war mir sicher die Impfung gefiel ihm noch weniger. An den Zähnen war soweit auch alles Ok. Also nahm ich ihm als erstes das Blut ab und lobte ihn darauf hin, damit das mit der Impfung nicht schief gehen konnte. Auch hier zuckte er leicht und legte die Ohren schon an. Cooper hatte sich daneben gestellt ihn zusätzlich festgehalten und wollte ihn ablenken war jedoch nicht so gut gelang. Als letztes kam die Impfung dran. Ich nahm die Spritze heraus, zog die Ampulle auf und suchte mir einen neuen Punkt,nicht den selben wie bei der Blutabnahme. Cooper lenkte ihn gut genug aber und im richtigen Moment injizierte ich den Stoff und machte mich mit Cooper nach einem dicken Apfel für das Pferd raus aus der Box.
      Als nächstes ging es zu Aikon Aszu, einem arabischen Vollbluthengst. Heute hatte ich es bei ihr ja eh nur mit Vollblütern zu tun. Vor der Box angekommen durfte auch er mich abschnuppern. Kurz daraufhin beäugte er mich misstrauisch. Er schien schon zu erahnen was los war. Cooper lenkte auch ihn wieder ab und ich vollbrachte meine Arbeit. Bauch,Beine und Po,Herz & Atmung, Temperatur und natürlich auch die Zähne. Alles wurde kontrolliert und war auch alles gut. Aikon war anscheinend leicht ablenkbar oder er wollte das alles nicht wahrhaben. Ich streichelte seinen Hals entlang und hatte schon die leere Ampulle in der Hand. Schnell war die Blutprobe entnommen und auch die Impfung injiziert. Erzählen brauchte ich Cooper nicht, dass sie ihre Pferde die nächsten Tage schonen sollte. - Sie war selbst eine Tierärztin.
      Nun ging es zum letzten Kandidaten. - Sacramento XX. Für diesen Junghengst hatte ich auch schonmals geschwärmt doch es sollte nicht sein und mittlerweile war er hier anscheinend gut aufgehoben. Auch ihn tastete ich überall ab,kontrollierte Herz,Atmung und Temperatur und nirgends stellte ich etwas auffälliges fest. Gut er atmete etwas schneller aber das war die Aufregung. Die Zähne sahen auch gut aus und so machte ich mich auch bei ihm an das Blutentnehmen und das Impfen. Auch er zuckte etwas vor Schreck aber ließ sich gut händeln. Kurz lobte ich ihn und wie seine beiden Vorgänger bekam auch er einen Apfel und ich verabschiedete mich für's erste von Cooper.

      Blutproben: Bei allen drei Pferden zeigten die Blutproben nicht auffälliges.
      [3007 Zeichen by Sevannie.]

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      Ausbildung Galopp von Klasse A auf L
      Mittlerweile ging ich regelmäßig bei Cooper ein und aus und mir gefiel es bei ihr auf dem Hof. Hier war das Renngeschäft greifbar und immer was los. Heute war ich hier um CHH´ Lamperd im Galopprennen zu Trainieren, vom Rennen-A auf L. Er war schon einmal ins Training genommen worden aber aus mir unbekannten Gründen sollte ich das nun übernehmen. Mir machte es nichts aus und ich freute mich auf den jungen Vollbluthengst. Cooper erzählte mir das der Hengst zu früh eingeritten wurde und auf Rennen getrimmt, sodass es nicht leicht war ihn auf geraden Strecken, die zum Rennen animieren, zu regulieren. Für mich hörte sich das so an als hätten wir in Lamperd den geborenen Sieger, der gleich losprescht und all seine Energie bereits auf den ersten Metern verbraucht. Ein nicht ganz leichter Fall, der Hengst musste also lernen, seine Kraft zu zügeln und sie im richtigen Moment zu entwickeln. Zwei passende Trainingspartner hatten wir auch im Stall Aikon Aszu und Felicita waren schon auf der L-Stufe und sollten Lampert bei der Ausbildung unterstützen. Zusammen mit Cooper holte ich also alle 3 Pferde mit aus den Boxen und begann mit der Putzarbeit. Meine beiden Jockeys waren noch nicht angekommen also mussten wir erst einmal zu Zweit zurecht kommen. Lamperd war ein hübscher Overoschecke und würde auf der Rennbahn bestimmt ein Blickfang werden. Das Stillstehen allerdings gefiel ihm gar nicht und das machte das Putzen nicht einfach. Bei den letzten Handgriffen halfen dann auch Garry und Mayble, welche endlich angekommen waren. Während meine beiden Jockeys sich mit den ihr zugewiesenen Pferden bekannt machten benahm sich Lamperd unmöglich. „Mann, der ist aber ungeduldig.“ Garry musterte den jungen Hengst. „Wir werden wohl heute viel Canterarbeit vor uns haben.“ Nachdem alle Trainingsfertig waren und ich allen in die Sättel geholfen hatte ging es ans Aufwärmen. Nach intensivem Aufwärmen im Schritt wurde noch etwa 30 Minuten getrabt und schon fleißig an der Positionenübung gearbeitet. Lamperd sollte an verschiedenen Postionen laufen können, vor, zwischen und hinter, sowie nah neben seinen Trainingspartnern. Cooper hatte wieder einmal alle Hände voll zu tun, denn der Hengst ließ sich nur schwer zurück halten, immer wieder sprang er in den Galopp, aber dank der Erfahrung von Garry klappte es Zunehmens besser. Danach war Canterarbeit angesagt. Auch hier fiel es dem Overoschecken schwer sich händeln zu lassen und die verschiedenen Positionen anzunehmen und es sah fast so aus als ob er es gar nicht mehr lernte. Doch da Lamperd die ganze Zeit seinen Laufdrang ausleben konnte schaffte es Cooper dann doch zu dem jungem Hengst durch zu dringen. Da wir Kopf an Kopf heute schon zu genüge hatten sollte zum Abschluss noch ein Spritzer gelaufen werden, die Pferde sollten auf einer Distanz von 1000m ihr Bestes geben während ich die Zeiten nahm. Also gab ich meinen Jockeys das Zeichen dazu und sie bereiteten sich vor. Nachdem ich dann das Startzeichen gab preschten die losgelassenen Pferde auch schon los, ganz so wie sie es liebten und ich drückte gleichzeitig meine Stoppuhr. An der „Ziellinie“ an der ich stand nahm ich dann von allen dreien die Zeit. Lamperd war zwar Zweiter geworden aber das störte mich nicht im geringsten, da alle Pferde schon einiges geleistet hatten am heutigem Tage und die Trainingspartner das L-Rennen schon gemeistert hatten. Die Zeit von ihm sprach für sich, er hatte es nun auch ins L-Rennen geschafft. Anschließend wurden sie noch ordentlich abgeritten, bekamen eine Nierendecke um und ich spritze den Pferden die erhitzten Beine ab. Unterdessen Plauderten wir in einer Tour. Anschließend wurden die Vollbluter noch trocken geführt bis wir sicher waren das sie dann gut versorgt waren und sie wieder in ihre Boxen durften.

      by Cooper

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      22|1|15
      Heute war ein besonderer Tag. Heute wollte ich alle meinen Pferden einen besuch abstatten, das hieß Putzen, knuddeln und Bewegen. Zur Unterstützung hatte ich heute meinen Freund Simon, der immernoch am grübeln war ob er auf meinen Hof ziehen soll, dann Jojodie zu besuch auf Chattahoochee Hill's war, sowie Stefanie, die mit ihrer Vollblutstute Sympathy ebenfalls auf meinem Hof zu besuch war. Alle zusammen saßen wir am diesen Morgen am Frühstückstisch und besprachen wie wir das heute alles machen. Mein allgemeines Personal hatte ich einen Tag frei gegeben, den sie wirklich verdient hatten. "Also, erstmal alle Füttern. Dann kommen nur Truth, Smel, Sajé, Scoubi und Seattle auf die Weide. Bei den anderen ist das mit zu gefährlich" sagte ich. Anschließend gingen wir zusammen raus und erledigten erstmal dass. Nachdem die bestimmten Pferde ihr Frühstück genießen durften kamen sie auf die Weide. Truth undSmel nahm ich, Simon nahm Sajé, da sie am liebsten war und Jojo nahm Scoubi, sie war immerhin Trainerin und konnte somit Scoubisicher auf die Weide führen, auch wenn er mal wieder Faxen machte. Wir trafen uns nach dem langen Weg wieder im Stutenstall und holten zusammen Quiet, Cryfirra und Sekuoia aus der Box. Neugierig schauten sie uns an. Die drei waren schön aufgereiht in der Stallgasse angebunden und warteten. Simon ließ ich zu Seattle Slew, da er den Junghengst beäugelte und ihn interessant fand. Außnahmsweise durfte er mit Seattle zum Stutenstall kommen und ihn auch dort anbinden, jedoch an einer Box wo keine Stute drin stand und weit genug von den anderen drei Stuten entfernt. Allerdings waren alle Stuten aufgeregt und schnupperten in Seattle's Richtung. Simon hatte den Putzkasten von Seattle mitgenommen und find ihn schonmal an langsam und behutsam zu striegeln. "So Männerkontakt tut ihm glaub ich auch mal gut" lachte ich als Seattle so ruhig wie nie zuvor in Simons Händen stand. "Schön" sagte ich glücklich und fing nun auch an Cryfirra zu striegeln, Jojo nahm Sekuoia und Stefanie war zufrieden mit der keksfleckigen Stute. Mit Cry hatte ich heute ein wenig zu kämpfen, ihre zickige Laune konnte man kaum übersehen. Sie drängelte, kratze die Hufe und schnappte ab und zu auch mal als ich ihren Bauch striegelte. "Also, ne, so mach ich das nich mit" sagte ich und legte den Striegel hin und ging erstmal für einige Minuten weg. Cry war klar das sie sich falsch benommen hatte und konnte jetz erstmal zuschauen wie die anderen um sie herum geputzt werden, denn sie liebte es verwöhnt zu werden, jedoch mit so einem Verhalten geht das schlecht. Quiet war wie immer sehr schüchtern und ließ sich ohne weiteres von Stefanie putzen. Auch Jojo hatte mit Sekuoia keine Probleme, dies lag aber daran das Sekuoia eine ausgelassene Stute war und dadurch viel gelassener wirkt und Seattle war immernoch mit Simon genug beschäftig, obwohl sie schon mit dem putzen fertig waren. Als Cryfirra genug 'gelitten' hatte kam ich zurück. Mit Freude in den Augen sah sie mich an und ich konnte ohne weiteren Vorfälle auch Cryfirra gründlich putzen. Simon wusste nicht wirklich wie man Reitet, konnte jedoch mit der Longe schon umgehen, also schickte ich ihn mit Seattle in die kleine Reithalle. "Du kannst ihn auch ohne Trense longieren, er ist einfach zu händeln" sagte ich in der Reithalle als die anderen auf die Stuten aufpassten. Ich zeigte ihm noch welche Hilfen er nutzen sollte falls Seattle wieder anfing das Gleichgewicht oder das Rythmusgefühl zu verlieren und ließ ihn dann mit dem braunen nach einiger Beobachtungszeit alleine. "Du schaffst das schon" sagte ich laut. lächelte und lief zurück zu den Stuten und zu Stefanie und Jojo. Die beiden hatten die Vollblutstuten schon gesattelt und getrenst. "Ihr wolltet reiten?" sagte ich verwundert. "Was heißt reiten, wir dachten wir drehen ein paar Runden auf der Rennbahn mit ihnen, das ist wesentlich besser für sie als nur eine halbe Stunde Longieren" sagte Jojo. Ich lachte "Ja, ich weiß, nur können wir das nicht mit jeden Pferden machen, leider. Aber sie bekommen ja genug Auslauf, sowie Bewegung. Dann geht ihr mal ich Longiere dann Cryfirra". Und schon waren die beiden mit den zwei Stuten auf der kleinen Rennbahn verschwunden. In der Zwischenzeit longierte ich Cryfirra, die sich gut anstellte, jedoch nach einiger Zeit keine Lust mehr hatte und ich sie dann auch ließ. "So kleine, da hast du deine gemütliche Box wieder" sagte ich und streichelte die Jährlingstute über den Kopf. Ich nahm Sacramento aus der Box und lief mit ihm über den Hof bis zum Stutenstall. Dort bindete ich ihn in der Stallgasse an und holte Phaeleh raus, die ich einige Boxen weiter stellte. Diese beiden konnte ich gut und schnell putzen. Sie waren kaum dreckig und auch teilweise pflegeleichter wie die anderen Pferde. "Man Pheleh, du bist so groß gworden" sagte ich als ich die schöne Stute putzte. Dann kamen auch schon Jojo und Sefanie mit den Pferden zurück. Sie machten sie Boxfertig und nahmen sich Sacramento und Phaeleh mit. Diese beiden longierten sie und kamen dann zurück, während ich mit in dieser Zeit eine Pause gönnte und Simon zurück holte. Wir machten Seattle fertig und stellten auch ihn wieder in die Box. Das nächste liebste Pferd was ich besaß war Sajé, dieses durfte sich Simon ebenfalls schnappen und das wiederholen was er mit Seattle gemacht hatte. Es macht ihm Spaß, jedoch sah man es ihm an der Seattle es ihm mehr angetan hatte. Stefanie nahm sich die beiden Marwarifohlen und kümmerte sich um diese. Sie putzte sie und ging dann mit ihnen in die kleine Halle zum spielen. Jojo nahm sich Aszu und ich Scoubi. Dieser hatte in letzter Zeit unglaublich viel gelernt und ich konnte ihn fast problemlos putzen ohne hinterher Bisswunden zu haben. Jojo staunte und war froh das er sich gebessert hatte. "Ihr habt ja nicht an ihn geglaubt. Ich hab ja gesagt aus ihm kann noch was werden" sage ich stolz und wir liefen mit den geputzen Hengsten auf den großen Platz wo wir beide Longierten. Mit Scoubi war dies nicht so einfach, jedoch kontrollierbar. Aszu konnte wieder nicht genug haben und Jojo drehte mit ihm noch eine Runde auf der kleinen Rennbahn und ich brachte Scoubi wieder sicher auf die Weide. Auch Simon brauchte in der gleichen Zeit Sajé wieder auf ihre Wiede. "Macht Spaß, oder?" frug ich ihn. Er lachte und wir gingen gemeinsam in den Hengststall wo wir Odyn und Lamperd raus holten. Diese beiden putzen wir gemeinsam und er lernte mit temperamentvolleren Pferde um zu gehen, war er sehr gut konnte. Auch Stefanie brachte nach einiger Zeit die Marwarifohlen wieder in ihre Box und berichtete mir von der wertvollen Spielzeit. Glücklich darüber das die beiden Fortschirtte machten frug ich sie ob sie Odyn longieren würde, was sie gern machte. Mit Lamperd ging ich selbst mit Simon hinaus und gab Simon ein wenig 'unterricht' im longieren. Jojo brachte auch schließlich Aszu in seine Box und gesellte sich zu uns. Doch nicht lange und sie schnappte sich das nächte Jungpferd Taliah. Diese putze sie und ging auch mit ihr in die Halle um einige Sachen zu üben. Lamperd und Simon hatten die Unterrichtsstunde überstanden und Lamperd brachten wir wieder in die Box. Jetzt waren wieder zwei Zicken dran Nyander und Felicita. In der Zeit wo wir die beiden Stuten putzen war Stefanie fertig mit Odyn und frug eifrig nach dem nächsten Pferd. "Gern darfst du Birdcatcher und Amirah nehmen. Die beiden sind sehr unkompliziert" sagte ich und glücklich mit ihrem Auftrag holte sie die Stuten raus, putze sie und ging mit den beiden in die Halle. "Dann sind wir ja fast schon durch" sagte ich glücklich zu Simon, als wir Nyander und Felicita longierten. Jojo brachte Taliah wieder in den warmen Stall und berichtete mir vor ihrer Arbeit mit ihr, als ich mit Simon, Nyander und Felicita wieder in den Stall leifen. "Schön zu hören. Jedes Pferd macht in letzter Zeit große Fortschritte, freut mich" sagte ich und auch Stefanie gesellte sich nachdem sie die Stuten sicher untergebracht hatte zu uns in die Stallgassenecke an der Heizung. "Na, das war dann wohl Heute ein voller Erfolg" sagte ich glücklich. "Ihr seid die besten, ich bin froh das ihr da gewesen seit um mir so unter sie Arme zu greifen" sagte ich und umarmte sie. Leider musste ich mich von Jojo und Stefanie verabschieden, denn beide mussten heute wieder nach hause fahren. "War super, wir können uns ja alle nochmal treffen" sagte Jojo. "Aber dann auch für einen Ausritt" sagte Stefanie. Ich lachte. "Aufjedenfall" und dann fuhren die Beiden vom Hof. Simon schaute mich leibevoll an. "Baby, ich liebe dich. Ich glaube wirklich ich zieh zu dir auf deinen Hof. Es ist wirklich toll und ich kann mir das gut Vorstellen, vor allem mit dir" sagte er und überglücklich stürzte ich mich in seine Arme.

      by Cooper

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      Veija, 22.5.15

      Drag me to Hell Springen E auf A, Augen auf! Ich komme Springen L auf M, My lovely Horror Kid Springen E auf A, I've got the moves like Jagger Galopprennen M auf S, Faster Galopprennen M auf S, Firewalker Galopprennen M auf S, Zuckerschock Galopprennen M auf S, Wild Reflex Galopprennen E auf A, Nyanda Galopprennen E auf A, Seattle Slew Galopprennen E auf A, Priamos Ruffia Kincsem Galopprennen E auf A, CHH' Lamperd Galopprennen L auf M und Sacramento XX Galopprennen A auf L

      Etwas genervt sprang ich aus dem Bett. Mein Wecker klingelte früh- viel zu früh. Nach einem Blick auf die warf ich mich wütend zurück ins Bett. 6 Uhr am Morgen. Doch wenn man so eine große Ranch hatte, musste man damit leben, früh aufzustehen. Vor ein paar Wochen als die Fohlen kamen, war ich teilweise schon um 4 Uhr morgens wach, das war früh.
      Heute sowie die nächsten Tage mussten wieder alle Pferde dran glauben und trainiert werden. Anfangen wollten Aaron, Alexis und ich mit Hell, Abby und Horror. Die drei Stuten würden alle im Springen gefördert werden, wobei ich mir noch nicht sicher war, wer wen reiten sollte. Um halb sieben fanden wir uns also alle drei im Stall wieder und machten die Pferde fertig, ehe wir in die Halle gingen. Caleb und Aliena hatten schon E/A Sprünge aufgebaut und ein paar L/M Sprünge für Abby. Da unsere Halle wirklich riesig war, konnten wir alle noch eine kleine Stelle finden, wo wir die Pferde longieren konnten, ehe wir nach dem Nachgurten aufsaßen. Ich saß auf Horror, Alexis auf Hell und Aaron auf seiner geliebten Abby. Aaron würde jedoch nur die E/A Basics wiederholen, da er vom Niveau her nicht so hoch war, wie seine Stute. Da mussten wir mit Emilio nochmal üben.
      Horror behnahm sich heute wirklich vorbildlich und schien nicht die Absicht zu haben, mit abzusetzen, weshalb wir den E Parcours solide übersprangen, ehe wir uns auf die A Sprünge konzentrierten. Es war etwas kompliziert, mit 3 Pferden in der Halle zu sein, doch wenn man auf die anderen achtete, war das kein Problem. Als ich mit Horror soweit durch war, sah ich Alexis und Hell zu, bei denen alles klappte. Also schwang ich mich von Horror, drückte sie Aaron in die Hand und setzte mich selbst auf Abby, um mit ihr die L und M Elemente zu springen. Nach einer guten halben Stunde war Alexis schon lange verschwunden und auch Abby und ich machten Schluss, weil sie ihre Sache gut gemacht hatte. In zwei bis 3 Tagen würden wir das Ganze wieder machen.
      Doch nun waren die Vollblüter dran. Jagger, Faster und Walker mussten von M auf S gebracht werden, weshalb ich mir diesmal Alexis und Caleb schnappte. Ich ritt Jagger, Caleb Walker und Alexis Faster.
      Nach einem kurzen Aufwärmen ging es in die Boxen. Die Pferde kannten das schon alles, weshalb sie nur so aus der Box preschten. Allen voran Caleb mit Walker, der sich immer besser machte. Lächelnd trieb ich Jagger weiter an, bis sie und Faster gleich auf waren und sogar zeitgleich ins Ziel kamen. "Great job", sagte ich zu Caleb und nickte Alexis zu. Die Vollblüter mussten wieder jeden Tag trainiert werden, damit sie wieder in Form kommen und Rennen laufen können.
      Die nächsten waren Zuckerschock, Wild Reflex, Nyanda, Seattle Slew und Priamos Ruffia Kincsem, meine neuste Stute. Lächelnd klopfte ich Prias Hals, während sich Aliena, Alexis, Caleb und Aaron ein Pferd aussuchen konnten. Wir wärmten die Pferde alle ausgiebig auf, ehe wir auf die Bahn gingen und die Starts vor den Boxen probierten, ehe wir die Tiere mit den Startboxen bekannt machten. Pria war kaum zu halten, als die Tür aufflog und schoss lange vor den anderen auf die Bahn. Das lag daran, dass sie schon Rennen gelaufen war! Dementsprechend konnte keines der Pferde auch nur annähernd an sie ran. Mit großer Mühe bekam ich die Stute jedoch nach ein paar hundert Metern gezügelt. Irgendwann würde sie sich alles brechen, wenn sie weiterhin so raste. Deshalb standen in nächster Zeit Ausritte und Longenstunden auf dem Plan, ehe sie wieder auf die Rennbahn kommen sollte.
      Als wir mit den Pferden fertig waren, fehlten noch Lamperd und Sacramento. Die beiden Hengste waren schon erfahrener, weshalb es nicht lange dauerte, bis wie sie trainiert hatten. Nun war es auch genug, denn wir hatten schon sagenhafte 23°C!
      In den nächsten Tagen, um genauer zu sein 6, trainierten wir alle Pferde weiter. Mit Pria machte ich viele Ausritte und longierte sie ausgiebig, damit sie ein besseres Gefühl für ihr Tempo bekam, ehe sie am letzten Tag wieder mit auf die Bahn. Schon bei ihren ersten Galoppsprüngen merkte ich, dass sie viel konzentrierter lief und mehr auf mich achtete. Wie nicht anders erwartet kamen wir als erste ins Ziel. Diesmal jedoch mit nicht ganz so viel Vorsprung, wie beim letzten Mal. Stolz auf alle Pferde, kamen sie nach dem Trockenreiten auf die Koppel und- wie sollte es anders sein, wälzten sie sich.

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      12. Juni 2015 by Veija
      Pflegebericht für alle Pferde

      Thunderstorm? Are you kidding?!

      Benommen schaute ich auf die Uhr. Schon 12? Draußen krachte es einmal laut, was mich zusammenfahren lies. Der Wetterbericht hatte doch Recht behalten. Es schüttete wie aus Eimern und immer wieder zuckten Blitze vom Himmel, gefolgt von einem höllischen Lärm. Ich stand auf und blickte nach draußen. Ich konnte meinen Augen kaum trauen! Da standen meine Pferde, im Gewitter!
      Sofort war ich hellwach und zog mich mehr schlecht als Recht an, ehe ich nach unten stürmte und meine Mitarbeiter zusammenrief: "WER von euch hat die Pferde raus gestellt?!", fragte ich die vier doch keiner wollte mir antworten. "Leute, Regenjacken an und ab! Guckt dass die alle zurück in den Stall kommen!", fauchte ich sie an und zog mir ebenfalls meine Regenjacke an, ehe ich zu den Zuchtstallungen stürmte. Bella, Amarula, Grace und Nova bekam ich alle zusammen in den Stall, ehe mir Brother, Spooky und Funky schnappte und sie in den Stall brachte. Eigentlich musste ich die Pferde nur von ihren Paddocks in den Stall scheuchen, doch das war leichter gesagt, als getan. Schließlich sahen alle Boxen aus wie Sau, weil sich noch niemand erbarmt hatte, diese zu misten. Kurz seufzte ich. Also musste ich nachher ran.
      Nun ging es weiter zu den Vollblütern. Hell, Jagger, Faster, Augen auf, Zucker und Wild Reflex waren von der Koppel schon wieder in ihrem Stall. Lamperd, Nyanda, Sacramento, Scoubidou, Seattle Slew, Pria und Horror brachten Caleb und ich noch zusammen in ihre Stallungen. Auch die beiden Stalltrakte der Vollblüter waren noch nicht gemacht. Seufzend verdrehte ich die Augen und machte mich nun mit Caleb und Aaron im Schlepptau auf zum Trainingsstall. Zum Glück hatten Aliena und Alexis schon fast die Hälfte der Pferde im Stall! So befanden sich Genuine, Gipsy, Lil Princess, Skrudi, Wimpy, Cherokee, What Lies Ahead, Gun and Slide, Moon, Summertime, Dawn of Hope, Emilio. Like Honey and Milk, Flintstone, Sympathy for the Devil, Goddess, Sheza, Sweety und Siku schon im Stall. So holten wir zu fünft noch Náttdís, Eldrian, Solitary, Pluie, Cauldron, Annie, Silver, Blue Gun, Possible Pasts, Smoking Chex, King Gun, Sue und Ravi in den Stall. Auch ihre Boxen mussten alle noch gemacht werden, doch zunächst gingen wir zu den Jungpferden am Offenstall.
      Crescent Wolf, Crow, Holly, Harley, Ocarina, Raised from Hell, Lena, Striga, Aquila und Peppy Ann kamen in den Offenstall für die Stuten, dessen Stalltür ich schließen konnte, damit die Pferde für den Tag drin blieben. Zues musste leider in seinem provisorischen Paddock bleiben, so Leid es mir tat. Wildfire, Omira, Kunis und Gunna Whiz kamen in ihren Offenstall, wo ich ebenfalls die Tür schloss. Seufzend trug ich nun jedem auf, welche Pferde er zu misten und zu füttern hatte.
      Also ging ich in den Zuchtstall und kümmerte mich um die dortigen Pferde. Im Moment erwartete keines der Tiere Nachwuchs, was auch nicht so schlecht war, denn ich war ja gerade erst dabei, eine Zucht aufzubauen. Da konnten die Tiere ruhig noch ihr Leben genießen, fernab vom täglichen Training. Eigentlich hatten es die Zuchtpferde und die Jungpferde bei mir am Besten. Sie konnten den ganzen Tag fressen und ihr Leben genießen.
      Kurz lachte ich, ehe ich kopfschüttelnd den Stall verlies. Ich war schon fertig und bereitete nun das Mittagessen vor, was wir um geschlagene 17 Uhr essen würden. Tja, die Pferde gingen eben vor.

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      19. Juli 2015 by Veija
      Pflegebericht für alle Pferde

      Langsam reckte ich mich in meinem Bett, ehe ich mich dann doch begannte und aufstand. Nach einer kurzen Dusche, die mal wieder sinnlos war, da ich in einer Stunde wieder nach Pferd riechen würde, zog ich mir eine Jeans und ein kurzes, kariertes Hemd an. Natürlich durfte mein Hut nicht fehlen, wobei ich heute einen schwarzen anzog. Meine Haare band ich davor noch zu einem tiefen Zopf, ehe ich in meine Boots schlüpfte und nach unten an den Frühstückstisch ging, den Aaron freundlicherweise schon gedeckt hatte. "Danke", sagte ich zu ihm, ehe ich mich an den ansonsten leeren Tisch setzte. "Wo ist der Rest?", fragte ich ihn dann, worauf er nur mit einem schulterzucken antwortete. Auch gut, dachte ich mir und schmierte mir mein Brot, ehe ich die neuste Post checkte, die seit neustens Nachts mit der Zeitung kam. Es war mir ganz recht, da ich Post sowie Zeitung dann schon am Frühstückstisch lesen konnte, allerdings tat mir der Postbote leid, da es nachts doch ein wenig ungemütlich hier draußen wurde- besonders im Winter.
      In letzter Zeit bekam ich vermehrt Bewerbungen zu Praktikas oder Ausbildungen, ja auch Jobanfragen! "Eigentlich könnten wir hier noch Unterstützung gebrauchen, oder Aaron? Besonders wenn wir bald auf das neue Gestüt ziehen.", sagte ich mehr zu mir selbst als zu ihm, ehe ich ein Räuspern in der Tür vernahm. Da stand ein fremder junger Mann in Jeans und Karohemd, der bestohlen zu Boden sah. "Ja, bitte?", fragte ich ihn, ehe ich einen Blick hinter ihn warf. Dort stand Caleb und schaute mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Mein Auto ist hier in der Nähe liegen geblieben, ich habe eine kleinen Isländerhengst dabei und wir wussten nicht wohin, leider habe ich hier mit meinem Handy keinen Empfang", erklärte er mir kleinlaut, ehe ich einen Blick mit Caleb tauschte und ihm zunickte. Das hieß, dass der Fremde wohl keine bösen Absichten vorhatte und ich mit Aaron zusammen wohl mit ihm klarkommen würde. "Wo ist dein Pferd denn?", fragte ich ihn dann, ehe ich ein fremdes Wiehren hörte und nach draußen sah, wo ich einen kleinen Red Dun farbenen Isländerhengst sah, der wie verrückt um Alexis herumtänzelte.
      "Gut, lass uns mal nach deinem Pferd schauen", sagte ich und stand auf. Er wollte zwar protestieren, ich stahl mich jedoch einfach an ihm vorbei und ging zu dem Hengst der sich panisch umsah. "Whoaaaa", sagte ich leise und beruhigend zu dem Tier und nahm ihn Alexis aus der Hand, ehe wir auf den Stall zugingen. "Ich stelle ihn gerade in eine Box, abseits meiner Pferde, dann kann er sich ein wenig beruhigen, ehe wir den Wagen holen und zu deinem Auto fahren, okay?", fragte ich ihn und wartete die Antwort nicht ab, vernahm jedoch aus dem Augenwinkel ein kurzes Nicken.
      "Wie heißt er denn?", fragte ich ihn beiläufig und nickte dann. "Dynur, ein schöner Name", erwiderte ich dann, ehe Caleb schon mit dem Pick Up auf dem Hof stand, in den der Fremde und ich einstiegen. "Wie heißt du eigentlich?", kam es mir dann in den Sinn, ehe ich einen Blick über die Schulter zu dem Mann warf, der auf der Rückbank des Pick Ups Platz genommen hatte. "Riley", sagte der junge Mann leise. "Riley Fortin." "Ein schöner Name.."murmelte ich noch, ehe auch ich mich vorstellte. "Ich bin Verena O'Connor und der Herr hier neben mit ist Caleb O'Dell."
      Nun waren wir auch an seinem Auto angekommen, welches sich Caleb sofort anschaute. In dieser Zeit unterhielt ich mich weiterhin mit Riley, da Caleb ihm unmissverständlich erklärt hatte, dass er niemanden brauchte, der ihm über die Schulter schaute. "Nimm's ihm nicht krumm, er ist eben so", erklärte ich ihm schulterzuckend, worauf hin er mich nur fragend ansah. "Wo wolltest du eigentlich hin?", fragte ich ihn dann. "Ach.. ich fahre ein wenig durch die Gegend, immer auf der Suche nach einem Job", antwortete er mir und Caleb blickte kurz mit einer hochgezogenern Augenbraue zu mir, ehe er sich die Hände an seiner Hose abklopfte und zu uns kam."Der hier fährt nirgendwo mehr hin, der Motor ist hin", erklärte er Riley, der die Hände über dem Kopf zusammenschlug. "Und jetzt?", murmelte er eher zu sich selbst als zu uns, dennoch beantwortete ich seine Frage für ihn: "Da du ja ein Pferd hast, wirst du ja wohl reiten können. Wie wärs wenn du ein paar Tage bei uns bleibst und im Stall bei den Pferden hilfst, dafür brauchst du nichts zu bezahlen?", fragte ich ihn und er nickte dankend. "Gut, lass uns zurückfahren, wir rufen einen Abschleppdienst."
      Eine gute Stunde später waren wir samt seinem Auto und Hänger auf der Ranch. Riley ging natürlich sofort zu seinem Hensgt, der sich grummelnd an ihn schmiegte.
      Ich räusperte mich kurz. "Nichts da, an die Arbeit junger Mann!", sagte ich lachend und ging mit ihm zum Offenstall, wo die Jungpferde standen. Wir hatten vorher noch Kraftfutter gemischt, welches wir in die Futterraufen im Stall schütteten. Außerdem standen verteilt auf den Koppeln Eimer, damit auch die rangniedrigeren Pferde Energie bekamen. Viele verteufelten ja das Kraftfutter bei Jungpferden, da es nur in den Kopf gehen solle, doch ich war ein totaler Befürworter. Man sah es den Tieren an, dass sie allmählich immer kräftiger wurden.
      Zunächst ließ sich kein Pferd blicken, ehe ich laut nach ihnen rief.Zu erst kamen Crescent Wolf, Magnificient Crow und Natsu's Little Harley. DIcht dahinter Miss Holly Golightly und Snapper Little Lena, wobei diese nie bei der Gruppe waren sondern immer den Eimer nahmen, der am weitesten vom Stall weg war.
      Ocarina of Time kam auch noch zum Stall, während Raised from Hell nie zum Fressen kam. Das würde noch lustig werden mit der Stute, dachte ich mir seufzend und betrachtete Striga und Princess Peppy Ann, die sich immer mehr angefreundet hatten in letzter Zeit. Auch Aquila T Mistery und Bella'S Dun Gotta Gun standen immer zusammen und hielten sich auch ein wenig vom Stall weg, da sie zusammen mit Gunna Whiz die jüngsten Vertreter waren.
      Bei den Stuten fertig ging es zu den Hengsten. Wildfire kam sofort auf uns zugerannt und wollte seine Streicheleinheiten abholen, die Riley ihm auch gab. Kunis kam auch sofort zu uns, während Lil Nucu Omira sich ein wenig Zeit ließ, dann aber auch zu uns kam. Zues bekam kein Kraftfutter, der hatte genug Energie und zeigte sie uns jedes Mal aufs Neue, wenn wir zu ihm gingen. "Was ist denn mit dem passiert?", wollte Riley wissen. "Ich habe ihn vom Schlachter aus schlechter Haltung geholt, wurde leider viel zu früh von der Mutter getrennt und war immer Rangniedrigster. Aufgrund seiner Farbe, da ich ja auch auf Farbe züchte, konnte ich den Hengst nicht stehen lassen. Mal schauen, was aus ihm wird", erklärte ich ihm, ehe wir zu den Vollblütern gingen.
      Die Pferde waren auch aufgeteilt nach Stuten und Hengsten und standen bei dem schönen Wetter alle auf der Koppel. Die übliche Bande, also Drag me to Hell, I've got the moves like Jagger, Faster, Augen auf ich komme, Zuckerschock und Wild Reflex, kamen sofort angelaufen, als sie uns mit den Eimern sahen. Rasch waren sie im Stall am Trog, um die ersten zu sein, die etwas zu fressen bekommen. Nyanda, Praimos Ruffia Kincsem, My lovely Horror Kid und Deadly Ambition ließen sich deutlich mehr Zeit, ehe sie doch langsam in den Stall kamen. Gott sei Dank vertrugen sie sich alle super gut, weshalb es be ihnen nie Kämpfe oder ähnliches gab.
      Bei den Hengsten waren Firewalker und Lamperd recht schnell bei uns, ehe nach und nach Sacramento, Scoubidou und Seattle Slew kamen, die sich wohl nich nicht so wohl bei mir fühlten- leider. Nun schauten wir in der Zuchtstallung vorbei, wo alle Pferde auf ihren Paddocks standen. Lächelnd bekamen Bella Dun Del Cielo. Spooks Gotta Gun, Supernova, Funky Powerbabe, Amarula van Helsing, Goodbye Graceful, Hollywood's Silver Dream, Soul Sisters Brother of Time und Stormbringer, meiner neusten Ergänzung der bunten Truppe, ihr Futter. Im Trainingsstall trafen wir kein Pferd an, da diese alle auf der Koppel standen und sich den Bauch vollschlugen.
      Je nach Training bekamen dann Genuine Lil Cut, Cielos Double Dun It, Lil Princess Gun, Skrúður
      Wimpys Little Devil, Cherokee Rose, What Lies Ahead, Gun and Slide, Dancing Moonrise Shadow, Lovely Summertime, Crusing's Dawn of Hope, Emilio, Like Honey and Milk, Flintstone, Sympathy for the Devil, Comeback of a fallen Goddess, Sheza bat Cat, My sweet little Secret, Siku, Náttdís, Eldiran Antrax, Solitary, Marly's Pluie, Cauldron of Renascence, Annie get your Gun, My Blue Gun, Your possible Pasts, Hot Smoking Chex, Hollywood's King Gun, Black Sue Dun It, Ravi, Blazing Flame, Snuff, HGT's Enjoy Nature, Ahyoka und schließlich die zwei neusten Woodstock Lady und Call of Pripyat ihr Futter. "Fertig", sagte ich und sah auf die Uhr. Ich war um 6 aufgestanden, um 18 Uhr waren wir jetzt fertig mit den Pferden. "Ach Dynur fehlt noch, oder?", fragte ich ihn und ging wieder in die Futterkammer, wo wir das Futter für den jungen Hengst vorbereiteten, dem Riley es dann auch gleich brachte.
      Nun gingen wir rein und setzten uns an den Küchentisch, wo meine anderen Mitarbeiter schon etwas gekocht hatten. Zusammen aßen wir zu Abend, ehe wir ins Büro gingen und ein wenig Papierkram regelten. "Ab sofort bist du auf Zeit hier eingestellt, Riley. So wie du heute mit den Pferden umgegangen bist, kannst du auch gerne länger bleiben, da wir hier dringend neue Unterstützung gebrauchen könnten!", erklärte ich ihm doch er nickte dankend ab. "Ich bleibe erstmal diesen Monat, dann können wir ja weiter sehen", erklärte er lächelnd, drückte mir die Hand und verließ mein Büro.
      Nach einem Blick auf den Kalender stockte mir fast der Atem. Morgen würden Catalina und Clarence kommen!
      Schnell schlich ich mich also ins Bett, um morgen ausgeruht früh aufzustehen.

      •••

      Hufschmiedbesuch

      ,,Das hier ist Lamperd, wir nennen ihn aber immer Lam.'',sagte die stolze Besitzerin des Hengstes lächelnd während sie mir ihren 3-jähringen Vollbluthengst vorführte. Jill K. Facer hatte mir nämlich den Auftrag gegeben Lamperds Hufe zu kontrollieren und ihn neu zu Beschlagen.

      Als erstes ging es an die Kontrolle seines Bewegungsapparats. Dazu ließ ich mir den hübschen Scheckhengst an der Hand vortraben. Es war alles okay, weshalb ich mich nun speziell seinen Hufen widmete. Die Hufwände und die Längen der Hufe gefielen mir sehr gut. Abgesehen davon taten die alten Eisen einen wirklich guten Job, da der Hengst sonst wohl früher oder später lahm laufen würde, da - und das sahen meine geübten Augen schon an den Hufeisen - die Abnutzung der Hufe wohl schneller von statten gehen würde als das Nachwachsen. Somit fand ich die Entscheidung Jills wirklich sehr gut, ihm Eisen zu geben.
      Nun bog ich mit einer speziellen Zange die Nägel gerade, die mein Vorgänger verbogen hatte um die Eisen zu fixieren und schon flog das Eisen wie von selbst vom Huf. Bei dem Geräusch, dass es machte als es auf den Asphalt fiel zuckte Lam kurz zusammen und guckte skeptisch zu mir. Jill beruhigte ihn aber sofort wieder weshalb ich mich weiterhin meiner Arbeit widmen konnte. Diesmal legte ich ein Tuch unter um das Geräusch zu vermeiden.
      Als dies getan war schnitt ich seine Hufe gründlich aus und raspelte alle Unebenheiten glatt. Damit waren die Hufe auch schon wieder auf den neuen Beschlag vorbereitet, welcher als nächstes folgte.

      Dazu ging es zu meinem Wagen. Hier lagerte ich einige Größen von Aluminium Eisen. Ich probierte einige an Lamperds Hufen aus, um die richtige Größe zu finden. Anschließend kamen diese in meinen In-Auto-Ofen und wurden darin erhitzt. Als sie warm genug waren brannte ich sie auf die Hufe des Hengstes auf. Er ließ die Prozedur dabei brav über sich ergehen, weshalb Jill ihn glücklich immer wieder lobte. Auch ich lobte und ließ die Eisen in einem Wasserbad abkühlen ehe ich sie auf Lamperds Hufe aufnagelte.
      Als dies vollendet war ließ ich ihn mir nochmal in Schritt und Trab an der Hand vorführen. Dabei zeigte er wie vorhin ein völlig korrektes Gangbild. Darum konnte ich gutes Gewissens sagen, dass der neue beschlag gut saß und passte.

      Zum Schluss pinselte ich die Hufe noch mit Hufbalsam ein, wovon ich Jill noch einen Behälter voll damit mitgab bevor ich das Gestüt wieder verließ.

      •••

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      Neue Kunden waren doch immer wieder spannend, denn durch sie konnte man neue Menschen und Pferde kennenlernen. Aus dem Grunde musste ich auch grinsen, als ich am Morgen einen Anruf von Jill K. Facer entgegen nahm. Wir machten direkt einen Termin für Nachmittag aus, an welchem ich ihre beiden Vollblüter untersuchen sollte. Dementsprechend musste ich mich jetzt auch langsam auf den Weg machen, denn es war bereits nach 14 Uhr und um drei sollte ich schließlich bei Jill sein. Ich kontrollierte noch einmal den Inhalt des Autos, um auch sicher zu sein, das alles dabei war und dann konnte es auch schon losgehen.
      Ich brauchte eine gute Dreiviertelstunde bis zum Gestüt. Es war groß, aber noch relativ leer, außer den beiden Vollblütern beherbergte es bisher keine weiteren Pferde, doch ich erahnte bereits, dass sich das in geraumer Zeit wohl noch ändern würde. Nachdem ich mir einen guten Parkplatz gewählt hatte, stieg ich motiviert aus und schritt auf das große Stallgebäude zu. Natürlich fand ich Jill auch im inneren des Stalles und sie kraulte gerade einen großen Schecken, als sie mich entdeckte.
      „Hallo Jill!“, begrüßte ich sie herzlich und musterte direkt neugierig das Boxenschild des Vollblüters. „Das ist Lamperd und wohl der erste Patient“, meinte Jill lachend und betrat die Box, um den Hengst aufzuhalftern und hinauszuführen. Ich bat sie direkt, ihn mir die Stallgasse einmal im Schritt und einmal im Trab vorzuführen. Reine Routinemaßnahme, die jedoch sehr viel über Takt, Muskeln und Spannung des Pferdes verriet.
      Bei Lamperd zeigte sie mir „nur“, dass sein Bewegungsapparat sehr fit zu sein schien, denn er hatte klare und flüssige Gänge, mit welchen er neben seiner Besitzerin daher schwebte. Zufrieden band Jill den Hengst am Putzplatz an und ich machte mich an die Untersuchung. Zuerst warf ich einen gründlichen Blick in Ohren, Augen, Nüstern und Maul. Ein kurzer Rundumcheck der mir verriet, dass seine Schleimhäute im gesunden Rosa gefärbt waren und er auch keinen Ausfluss hatte. Dann schaute ich mir direkt seine Zähne genauer an. Testweise öffnete ich sein Maul und nahm die Zunge zur Seite. Wenn auch nicht ganz freiwillig ließ Lamperd mich gewähren und ich konnte die Zahnreihen kontrollieren.
      Der Hengst war erst drei, dementsprechend sah man hier und da noch die Nachwirkungen des Zahnwechsels und seine Hengstzähne waren auch noch nicht ganz so klar zu sehen, aber ansonsten war alles vollkommen in Ordnung. Also konnte ich mich an das Abhören von Herz, Lunge und Darm machen. Schnelle bemerkte ich dabei auch Lamperds Schwäche: Er konnte nicht still stehen. Ungeduldig wanderte er von einer Seite zur anderen, bis Jill ihn ermahnte und festhielt.
      Nach dem Abhören kam noch das Abtasten der Wirbelsäule und der Beine. Auch das gefiel Lamperd nicht sonderlich, aber da musste er nun durch. Zu guter Letzt kontrollierte ich noch die Körpertemperatur und konnte dann sicher sein, dass er fit für die Impfungen war. Doch vorher musste er noch geröntgt werden. Deshalb packte ich Jill und mich in Bleischürzen und ich holte das mobile Röntgengerät herbei. Mit Lamperd war Röntgen übrigens kein Spaß. Jedes zweite Bild ging daneben, weil er nicht stillhielt und ich war ehrlich gesagt echt dankbar, als dann nach einer halben Stunde endlich alle Aufnahmen im Kasten waren. Nun noch das Blut für das Blutbild abnehmen und danach standen nur noch die Impfungen an.
      Lamperd wurde gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut geimpft, er bekam also einmal das Gesamtpaket, dieses würde seinem Nachfolger auch noch blühen. Lamperd zappelte unterdessen vorbildlich hin und her und ließ mir kaum eine andere Wahl, als beinahe auf gut Glück die Spritze anzusetzen. Tatsächlich schafften es aber alle Impfstoffe unter seine Haut und nachdem er, wenn auch sehr unwillig, die Wurmkur geschluckt hatte, war er fertig. Ich war froh, als Jill den Hengst losband und in die Box brachte und ich hoffte ehrlich gesagt, dass zweitere nicht so anstrengend werden würde.
      Slap Happy war tatsächlich angenehmer, schon einfach wegen der Tatsache, dass ein Wort von Jill reichte und die Stute beruhigte sich sofort. Scheppi, wie sie liebevoll genannt wurde, besaß wirklich sehr schöne Gänge und lief vorbildlich neben ihrer Besitzerin her. Auch am Putzplatz blieb sie ruhig stehen und ließ sich in Ohren, Augen, Nüstern und Maul schauen. Nur bei der Zahnkontrolle musste ich leider zur Maulsperre greifen, denn so einfach wie Lamperd ließ mich die Stute nicht gewähren, sondern zwickte mich beinahe, wenn auch eher unbeabsichtigt.
      Dafür war sie die gefährliche Montur nach ein paar Minuten wieder los, denn in ihrem Maul war alles in bester Ordnung. Während ich sie nun abhörte, stand sie still, auch wenn sie anfangs leicht zusammengezuckt war, als ich mit dem Stethoskop aufgekreuzt war. Herz, Lunge und Darmgegend hörten sich gesund an. Ebenso fand ich beim Abtasten keinerlei Verspannungen, die Sehnen und Gelenke waren fest und gesund. Nun hieß es also nur noch die Temperatur messen und der erste Teil wäre geschafft.
      Die Temperatur lag im Idealbereich und so konnten wir uns nun auch bei Scheppi dem Röntgen widmen. Mit der Stute verlief das wesentlich schneller, innerhalb von zehn Minuten hatte ich alle Aufnahmen, welche auch auf Anhieb was geworden waren. Das Blut abnehmen gefiel der Vollblüterin zwar wesentlich weniger, aber man merkte, wie sie sich zusammenriss und benahm.
      Nachdem nun das geschafft war, musste auch sie das Gesamtpaket an Impfungen entgegen nehmen und Lamperds Nachfolge antreten. Bei Scheppi konnte ich die Stelle am Hals aber in Ruhe desinfizieren und die Impfung injizieren, ohne auf gut Glück zielen zu müssen. Ebenso schnell war die Stute dann fertig, denn die Wurmkur war auch kein Problem gewesen.
      Jill brachte auch Scheppi wieder in ihre Box und kehrte dann mit den Impfpässen zurück. Ich trug fix die neuen Impfungen ein und unterschrieb diese. Dann werteten wir am Computer die Röntgenbilder aus. Lamperd und Slap Happy besaßen ein ideales Exterieur und gehörten dementsprechend der Röntgenklasse I-II an, was für zwei Vollblüter die für Zucht und Sport vorgesehen waren, ideal war. Jill freute sich auch sichtlich über das Ergebnis und ich versprach ihr, ihr das ganze nochmals per Post zukommen zu lassen. Wegen der Blutbilder würde ich sie nachher noch einmal anrufen.
      Jetzt machte ich mich erst einmal auf den Heimweg, denn die Blutproben mussten im Labor untersucht werden, erst dann konnte ich Jill Bericht erstatten. Das Ganze würde aber nicht sonderlich lange dauern und tatsächlich wählte ich abends gegen 18 Uhr nochmals ihre Nummer, um ihr die frohe Kunde zu überbringen, dass beide Blutbilder keine Auffälligkeiten aufwiesen. Stattdessen lagen alle Werte im Normalbereich und Jill konnte sich über zwei kerngesunde Vollblüter freuen. Nachdem ich aufgelegt hatte, druckte ich alle wichtigen Dokumente nochmals aus und packte sie in ein A4-Kuvert. Direkt Morgen würden sie in die Post und auf den Weg zu Jill gehen.
    • sadasha

      Galopprennen A-L

      [​IMG] A - L Galopprennen

      Ankunft & die ersten Tage

      Ich war gerade dabei gemeinsam mit meiner Bereiterin Julia die Boxen unserer Hengste auszumisten als das Telefon im Büro klingelte. Hastig lehnte ich die Mistgabel an die Wand und joggte ins Büro. "Clara Engelke? Was kann ich für sie tun?" erkundigte ich mich und wartete auf eine Antwort vom anderen Ende der Leitung. "Hallo! Hier ist Cooper Chattahoochee. Ich wollte mich erkundigen ob sie noch einen Ausbildungsplatz für einen Blüter frei haben." Ich warf einen Blick in den Termin Kalender. "Ja, ab ende diesen Monats wäre etwas Frei. Ich bräuchte dann mal ein paar Daten." Nachdem alles geschäftliche geklärt war erzählte mir Cooper noch etwas über ihre Pferdeklinik ehe wir auflegten. Ich ging wieder zu der unfertig ausgemisteten Box und erzählte Julia alles über unseren baldigen Mitbewohner.
      Es war der 29. Dezember als eine bekannte Frauenstimme "Tür frei bitte!" raf und auf meine Antwort "Ist frei!" ihren Kopf durch die Hallentür steckte. Sie schloss die Tür hinter sich und ging in die Zuschauer Ecke. "Ah Hallo, Frau Chattahoochee! Sind sie gut durchgekommen?" fragte ich freundlich und ließ Eyk vor ihr anhalten. Meine Kundin erzählte mir alles über den Transport und das Julia sie bereits eingewiesen hätte. Wir unterhielten uns noch über das Training und die Haltung ihres Pferdes. Da ich mir den Kandidaten mit der Besitzerin zusammen ansehen wollte ritt Julia meinen Hengst kurzer Hand trocken und ich ging mit Cooper in den Stall. Wir unterhielten uns noch ein wenig ehe sie zu ihrem nächsten Tierarzt Einsatz musste.
      Den ersten Tag nach der Ankunft hatte der große Scheckhengst nur lockeres Programm und wurde nach einem Spaziergang locker longiert, aber bereits am zweiten Tag begann ich mit etwas intensiverem Training. Ich ließ Julia Lamperd satteln und gemeinsam gingen sie, auf Lamperd und ich auf Eyk durchs Gelände, zum benachbarten Stall wo uns freundlicherweise die Galoppbahn zur Verfügung gestellt wurde. "Lass ihn erstmal sein Grundtempo galoppieren damit er warm wird!" rief ich Julia zu. Nach etwa einer halben Runde begann der Hengst locker abzuschnauben, und die Bereiterin begann mit dem richtigen Training. Man sah dem Schecken Hengst sein enormen Laufwillen deutlich an, und er hatte einen gewaltigen Raumgriff im Galopp. Zum abschluss übten wir noch den Gang in die Startmaschine und den Start. Er verhielt sich auf dem weg dahin und auch drinnen absolut souverän, und legte einige spektakuläre Starts hin. Noch auf dem Rückweg zum Stall schwärmte Julia von der unglaublichen Schubkraft des Hengstes. Lamperd hatte kaum geschwitzt, und schien sehr zufrieden mit sich und der Welt.
      Im heimischen Stall übernahm ich das absatteln. Ich bürstete die (minimalen) Schweißabdrücke weg und legte ihm seine Winterdecke drauf ehe er sein Struktur Energetikum mit Leinöl bekam und ich sein Heunetz auffüllte. Dies war ein erfolgreicher Trainingstag gewesen.

      © Napolitana
      2892 Zeichen

      Galopprennen M-S
      29. Juni 2015 by Veija
      Trainingsbericht
      Galopprennen A auf L: Wild Reflex, Nyanda, Seattle Slew, Priamos Ruffia Kincsem
      Galopprenen L auf M: Sacramento XX
      Galopprennen M auf S: CHH' Lamperd

      [...]Völlig erschöpft trommelte ich meine Mitarbeiter zusammen. Heute war wieder einer der Tage, wo wir der Arbeit nicht hinterher kamen. Es war 6 Uhr in der Früh und schon 16°C. Das ging eigentlich noch, aber schon für 10 Uhr hatten sie 23°C gemeldet! Nach einem Blick zum Himmel seufzte ich zufrieden. Es war noch bewölkt- und solange es bewölkt war, konnte man mit den Pferden gut draußen arbeiten. Alle Pferde, die wir normalerweise morgens rausstellten, hatten die letzte Nacht schon draußen verbracht, weshalb wir 5, also Aaron, Alexis, Aliena, Caleb und ich uns die Galopper schnappten. Wild Reflex, Nyanda, Seattle Slew und Priamos Ruffia Kincsem mussten von A auf L gebracht werden, Sacramento von L auf M und Lamperd von M auf S. Zunächst waren die 4 A'ler dran, die schnell gesattelt waren und sich auf der Bahn vorfanden. Aaron würde nicht mitreiten, es war mir noch immer zu gefährlich, ihn lange auf die Galopper zu lassen, weshalb er für den Start verantwortlich war. 3, 2, 1, GO!
      Schon schoss Pria nach vorne und streckte sich mit jedem Galoppsprung mehr! Sie lies Nyanda und Wild Reflex, die doch schon ein wenig erfahrener waren, einfach hinter sich. Einzig und allein Seattle Slew konnte mit ihr mithalten und hielt sich wacker an ihrer Seite. Seattle war Pria ein Jahr im Vorsprung, lief aber noch nicht lange im Sport. Ich wank Caleb rüber, dass er ihn etwas zurückhalten sollte und nahm Pria auch ein wenig zurück, schließlich war das hier kein richtiges Turnier, sondern nur Training. Wenn hier ein Pferd stürzte, weil wir es überforderten, waren wir schlechte Trainer. Die Tiere sollten nämlich hier auf den harten Turniersport vorbereitet werden und nicht schon alle Knochen im Training brechen- nicht, dass sie sich was beim richtigen Rennen tun sollten!
      Die nächsten paar Tage wiederholten wir das Training jeden Morgen um halb 7 und nachdem die A-L'ler fertig waren, ritten Caleb und ich noch Lamperd und Sacramento, wobei ich Lamperd ritt, da dieser von M auf S gebracht werden sollte und Sacramento "nur" von L auf M. Nach einer Woche Training hatten wir alle eine Stufe höher.[...]

      Distanz E-A
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      Trainingsbericht Distanz E-A

      "Guten Morgen!", begrüßte ich BearBrook fröhlich, als ich an diesem lauen Sommermorgen auf ihren Hof fuhr. Nachdem ich ihre Vollblutstute Slap Happy im Military auf Klasse A trainiert hatte, stand nun Distanztraining mit ihrem Vollblut Hengst Chh`Lamperd auf dem Programm.
      Da das Distanztraining sehr komplex war, wollte ich Lamperd heute erst einmal kennen lernen und eine Runde mit ihm spazieren gehen, damit ich mir anschauen konnte, wie er sich im Gelände verhielt. Erst danach würde ich einen Trainingsplan aufstellen.
      BearBrook führte mich zu dem hübschen Schecken und erzählte mir dann, dass Lamperd ein sehr treues Pferd war, das jedoch eine gehörige Portion Temperament besaß und deshalb ab und an gebremst werden musste. Ich hörte mir alles an und streckte dem Hengst dann meine Hand hin. Sofort kam er zur Boxentür und schnoberte an mir herum, während ich ihm die weiße Stirn kraulte. Nachdem Bear gegangen war, holte ich Lamperds Putzzeug und begann in aller Ruhe, das gescheckte Fell des Hengstes zu säubern. Immerhin würden wir in der kommenden Zeit viel miteinander arbeiten, da sollte er sich so gut wie möglich an mich gewöhnen. Die Stellen, die Lamperd nicht mochte, bürstete ich schneller und bei anderen ließ ich mir mehr Zeit, bis die angelegten Ohren wieder nach vorn klappten. Außerdem redete ich mit dem Vollblut, um ihn an meine Stimme zu gewöhnen.
      Als ich schließlich fertig war, legte ich ihm Gamaschen an und hakte ein vier-Meter-Seil in sein Halfter ein. Dann führte ich den Hengst aus dem Stall und vom Hof herunter. Lamperd war gut aufgelegt und lief mit langen Schritten neben mir her. Ich ließ ihn immer wieder halten und schickte ihn ab und an rückwärts, um zu sehen, wie gut er auf mich hörte. Ich war sehr zufrieden: Der Hengst war zwar neugierig, ließ sich aber gut händeln und selbst wenn er sich einmal erschreckte, hatte ich ihn mit ein-zwei beruhigenden Sätzen wieder unter Kontrolle.
      Auf einer kleinen Lichtung ließ ich das Führseil länger und longierte Lamperd ein wenig. Das Vollblut hatte schöne, raumgreifende Gänge und reagierte auch jetzt gut auf meine Stimmkommandos. Das waren schon einmal hervorragende Voraussetzungen für unser kommendes Training. An der Ausdauer sollte es dem Hengst eigentlich auch nicht hapern, immerhin ging er im Galopprennen bereits auf S-Niveau.
      Ich parierte Lamperd wieder zum Schritt durch und setzte unseren Spaziergang fort. Als wir eine große, ebene Wiese erreichten, spürte ich, dass das Vollblut nervös wurde. BearBrook hatte mir ja erzählt, dass Lamperd falsch trainiert worden war und deshalb immerzu das Gefühl hatte, rennen zu müssen.
      "Brrr.", sagte ich bestimmt und führte das aufgeregte Pferd im Kreis. Dann beschloss ich kurzerhand, ihn auch hier zu longieren, damit er sich langsam daran gewöhnen konnte, nicht immer gleich loszurennen, wenn er eine offene Wiese sah. So etwas konnte ihn bei Distanzrennen nämlich ganz leicht den Sieg kosten, wenn er sich dadurch zu sehr verausgabte.
      Nach und nach merkte ich, dass sich der Hengst wieder entspannte und parierte ihn zum Halten durch, um seinen Puls zu fühlen. Dann führte ich ihn im Schritt zum Stall zurück, da ich für heute genug gesehen hatte und nun meinen Trainingsplan erstellen konnte.

      ~*~

      Am nächsten Tag kam ich mit meinen Satteltaschen, Proviant, Leckerchen und einem Pulsmessgerät bewaffnet wieder. Unser erster Ritt würde über 15 Kilometer gehen und das auch nur im Schritt und auf einer weitgehend ebenen Strecke. Dabei würde ich immer wieder absteigen und die P/A-Werte von Lamperd überprüfen, um mir ein Bild von seiner Kondition zu machen.
      Unser Ziel war es, eine 40 Kilometer lange Strecke mit leichten Anstiegen und längeren Trabphasen bewältigen zu können. Außerdem sollte Lamperd so schnell wie möglich auf den angestrebten Puls von 64/64 zurückkommen. Das würde zwar einiges an Arbeit bedeuten, doch ich war mir sicher, dass Lamperd den Anforderungen gewachsen war.
      Ich begrüßte Lamperd liebevoll, putzte den Hengst gründlich und sattelte ihn dann auf. Wenn er das Training heute ohne großartige Anstrengung meisterte, würden wir zwei bis dreimal die Woche solche Ritte unternehmen. An den restlichen Tagen sollte BearBrook ihn nur ein wenig führen und gymnastizieren, um ihn zu lockern und Muskelkater vorzubeugen.
      Nachdem ich meine Satteltaschen befestigt hatte, führte ich Lam aus dem Stall und schwang mich in den Sattel. Dann ritt ich in flottem Schritt vom Hof. Lamperd ging eifrig vorwärts und ich musste ihn ab und an bremsen, damit er nicht zu schnell wurde. Ansonsten hatten wir jedoch einen sehr schönen Ritt und Lamperd`s Werte waren auch vollkommen in Ordnung.
      Wieder zurück auf BearBrook`s Hof versorgte ich Lam fürsorglich und verabschiedete mich dann für diesen Tag.

      ~*~

      Einige Wochen später kam ich für Lamperd`s Abschlusstraining auf BearBrook`s Gestüt. Wir hatten fleißig trainiert und die Länge der Strecke zuerst auf ebenen Wegen immer mehr erhöht, bis wir schließlich auch den Trab hinzu genommen hatten. Vor zwei Wochen waren wir dann dazu übergegangen, schwierigeres Gelände in unsere Ritte einzubauen. Dies umfasste leichtere An- und Abstiege und unebeneren Waldboden. Auch dort hatte ich mit 15 Kilometern angefangen und die Anforderungen allmählich gesteigert. Nun war Lamperd soweit, die 40 Kilometer zu gehen.
      Es war erst halb sechs Uhr morgens, als ich bei BearBrook ankam. Da es bereits August war, wurde es mir über den Mittag zu heiß, dort wollte ich bereits den Großteil der Strecke geschafft haben. Ich kontrollierte zum letzten Mal unsere Ausrüstung, dann führte ich den Vollbluthengst aus dem Stall und schwang mich in den Sattel, bevor ich vom Hof ritt. Lamperd ging mittlerweile auch mit weiten, ebenen Strecken sehr viel gelassener um, als vor unserem Training. Er wurde zwar immer noch ein wenig schneller, blieb aber gut unter Kontrolle. Ich blieb den morgen über auf Feldwegen und stieg immer wieder ab, um Lamperd`s Werte zu messen. Gegen Mittag erreichten wir den Wald und ich ritt dankbar in die kühlen Schatten. Mit einem leichten Schenkeldruck brachte ich Lam zum antraben und wir ritten durch den ruhigen Wald. Das Vollblut ging brav vorwärts und war heute allgemein sehr gut drauf. Als wir an einen kleinen Bach kamen, den wir durchqueren mussten, stellte der Hengst die Ohren auf und hob unsicher den Kopf. Ich ermutigte ihn zunächst, doch als ich merkte, wie unsicher er war, stieg ich ab und führte ihn an das Wasser heran. Der Hengst prustete das Wasser an und schien dann zu dem Schluss zu kommen, dass es ihn nicht beißen würde. Ich führte ihn trotzdem in den Bach hinein und stieg erst danach wieder auf. Zur Übung ritt ich Lamperd dann noch einmal von beiden Seiten hindurch, um ihn daran zu gewöhnen.
      Nach einer Weile legten wir auf einer kleinen Lichtung eine Pause ein, in der ich Lamperd grasen ließ und mir selbst auch etwas zu essen genehmigte. Als es danach weiter ging, trabten wir eine längere Strecke, bevor ich Lamperd ein paar Anstiege hochklettern ließ.
      Gegen Abend kehrten wir im Bogen wieder zu BearBrook`s Gestüt zurück und ich konnte es kaum erwarten, unter die Dusche zu kommen. Aber natürlich war erst einmal mein Trainingspferd an der Reihe. Der hübsche Vollbluthengst bekam eine ausgiebige Dusche, wurde von mir trocken geführt und durfte dann zu seinem wohlverdienten Abendessen. Ich dagegen schaute noch bei BearBrook im Büro vorbei und verkündete ihr, dass Lamperd im Distanzreiten nun auf Klasse A trainiert war und auch defintiv Potential für mehr besaß.

      Distanz A-L
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      Trainingsbericht Distanz A-L

      "Guten Morgen, Lam!", flötete ich fröhlich, während ich den wunderschönen Overo-Scheckhengst aus seiner Box führte. Für ihn stand ab heute das Training für den Aufstieg in Klasse L des Distanzreitens an und ich freute mich schon sehr darauf, bei diesem wunderbaren Herbstwetter so viel mit dem jungen Hengst auszureiten. Da unser letztes gemeinsames Training schon eine ganze Weile her war, würde das heute nur eine Art kleiner Einstiegsritt werden, immerhin mussten wir am Ende geschlagene 60 Kilometer an einem einzigen Tag zurück zu legen.
      Während ich Lamperd`s geschecktes Fell bürstete, kam Jill aus ihrem Büro. Ich drehte mich um und begrüßte sie mit einem freudigen Lächeln. "Oh, gut dass du da bist! Ich wollte dich nämlich noch etwas fragen. Und zwar habe ich mir überlegt, dass Lam ein bisschen Übung nicht schaden könnte. Deshalb würde ich am Ende des Trainings gerne bei einem Distanzrennen mit ihm starten. Ganz ohne Druck natürlich. Einer meiner Mitarbeiter hat sich bereit erklärt, auf meiner gut ausgebildeten Araberstute mitzureiten. Allerdings müsste entweder Hunter oder Florence unseren Versorger spielen, da ich unmöglich zwei Leute von meinem Hof abziehen kann." Gespannt sah ich Jill an, die erst nachdenklich die Stirn runzelte und dann lächelnd sagte: "Ich finde die Idee sehr gut! Am Ende des Trainings sollte er ja den Anforderungen gewachsen sein und die Erfahrung eines solchen Übungsrittes schadet sicherlich nichts!"
      Ich nickte erleichtert und fuhr dann damit fort, CHH`Lamperd fertig zu machen. Jill hatte mir erzählt, dass der Hengst die ganze Zeit über weiter trainiert worden war, so dass er eigentlich in einer perfekten Ausgangsform sein sollte. Ich plante für heute einen 40 Kilometerritt in nicht allzu anspruchsvollem Gelände ein, ließ mir aber die Option offen, früher abzubrechen, falls Lamperd`s Verfassung mir nicht gefiel. Nachdem ich den großen Hengst aufgesattelt und seine beine mit Gamaschen und Streichkappen geschützt hatte, befestigte ich umsichtig meine Satteltaschen. Darin befanden sich eine Wasserflasche und Müsliriegel für mich, Leckerlis für Lamperd und außerdem ein Pulsmessgerät, sowie eine kleine Notfalltasche, eine Karte und ein Kompass. Als ich den jungen Hengst aus dem Stall hinaus führte, tänzelte er unruhig neben mir her und ich konnte seine Ungeduld förmlich spüren. "Ganz ruhig mein Süßer, wir legen gleich los!", sagte ich lachend zu dem Hengst, während ich eine ruhige Minute nutzte, um mich in den Sattel zu schwingen. Lamperd ruckte an den Zügeln und schließlich erfüllte ich ihm seinen Wunsch und lenkte ihn im flotten Schritt vom Hof. Während ich die schaukelnde Bewegung des Pferdes unter mir genoss, ließ ich den Blick über die Felder in Richtung Wald schweifen. Bald schon würden wir unser Training dorthin verlegen, um Lamperd auch an lange und schwierige Strecken zu gewöhnen. Von Zeit zu Zeit rutschte ich aus dem Sattel, kontrollierte den Puls des Hengstes und genehmigte mir einen Schluck zu trinken. Noch war es angenehm warm, doch das würde sich sicherlich bald ändern. Die Blätter färbten sich bereits orange-rot und ich fragte mich, wie Lamperd wohl auf raschelndes Laub reagieren würde.
      Wir schritten gemütlich dahin, ab und an legte ich ein paar Trabphasen ein, doch die meiste Zeit bewegte sich Lamperd im Schritt. Dies war auch nur unser Einstiegstraining, was auf die Distanz ohne die gute Kondition des Hengstes überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Als wir schließlich auf das Gestüt zurückkehrten, hatte ich beste Laune und auch Lamperd machte einen sehr zufriedenen Eindruck. Ich parierte den jungen Hengst auf dem Hof zum Halten durch, saß schwungvoll ab und rieb dem Hengst liebevoll über den feinen Kopf. "Das hast du sehr gut gemacht, mein Großer! Wir werden noch viel Spaß mit einander haben, da bin ich mir sicher.", sagte ich zu Lam, während ich ihn in den Stall führte und ihn von der Ausrüstung befreite. Ich rieb seine Sattellage und seinen Kopf mit einem Schwamm ab und führte ihn anschließend noch einige Runden über den Hof, um danach ein letztes Mal seinen Puls zu kontrollieren. Dieser wurde auch in Wettkämpfen genommen und durfte zwanzig Minuten nach der Ankunft am Kontrollpunkt beziehungsweise im Ziel einen Wert von 64 Schlägen pro Minute nicht überschreiten. Zufrieden las ich Lamperds Wert ab, verfrachtete den Schecken zurück in seine Box und suchte Jill und Hunter, um ihnen von dem positiven Training zu berichten. Bei dieser Gelegenheit begrüßte ich auch gleich mein zweites Trainingspferd Slap Happy, sowie die beiden schönen Hengste Race is Hope und Mr. Raw Drepression, die noch nicht so lange auf dem Gestüt zu Hause waren.

      ~*~

      Während der nächsten Wochen intensivierte ich unser Training immer weiter. Lamperd arbeitete hervorragend mit und ich hatte richtigen Spaß am Training. Wie auch schon beim letzten Stufentraining begann ich mit langen, langsamen Ritten, bei denen ich das Englische Vollblut hauptsächlich im Schritt gehen ließ und nur ab und an ein paar kurze Trabintervalle einbaute. Dann legten wir zur Abwechslung ein paar kurze, flottere Ritte ein, bei denen ich Lamperd stellenweise auch galoppieren ließ. Auch schwierigeres Terrain mit häufigen Auf- und Abstiegen standen auf unserem Trainingsprogramm. Durch die vielen Einheiten, in denen ich meine Kommunikation mit Lamperd am Boden verbesserte, wurden wir bald zu einem eingespielten Team und ich hatte fast schon das Gefühl, der Hengst könnte meine Gedanken lesen. Oft reagierte er bereits, bevor ich ihm die entsprechenden Hilfen gab und er lernte auch, im Gelände selbstständig zu denken. Wurde langsamer, wenn es einen Abhang hinunter ging und stürmte auf ebenen Strecken los, sobald ich ihm die Erlaubnis dazu gab. Wir absolvierten zwei bis drei Ritte pro Woche, zwei Tage hatte Lamperd Pause und an den restlichen beiden Tagen gymnastizierte ich ihn mit Bodenarbeit oder Dressurlektionen. Alles in allem ging unser Training so hervoragend voran, dass ich schon bald das Anmeldeformular für einen kurzen Distanzritt über 60 Kilometer ausfüllte.
      Ca. eineinhalb Wochen bevor wir dort an den Start gingen, schraubte ich das Training stark herunter und legte mein Augenmerk mehr darauf, Lamperd an verschiedenste Gegenstände und Geräusche zu gewöhnen. Wir übten auch vermehrt, Wasser zu durchqueren, durch raschelnde Laubhaufen zu gehen und sogar, uns durch Büsche zu schlagen. Auch auf dem Reitplatz ließ ich mir ein paar nette Kleinigkeiten einfallen. So führte ich Lamperd zum Beispiel über eine Plastikplane, legte diese über seinen Rücken oder wedelte damit vor seiner Nase herum. Ich baute eine Gasse aus bunten Flatterbändern auf, eine Holzbrücke und auch eine Station mit Regenschirmen und Luftballons. Anfangs war das große Vollblut überhaupt nicht begeistert gewesen und hatte mich mit einem Blick angesehen, der sagte: "Geh du doch da durch, ich mache das sicherlich nicht!" Mit viel Zeit und Geduld hatte ich den Schecken jedoch an alles gewöhnt und mittlerweile folgte er mir wie ein Hund durch die verschiedenen Übungen. Eigentlich stand der großen Endprüfung nun nichts mehr im Weg.

      ~*~

      "Ja, Samuel, bleib einfach hier stehen, ich hole Lamperd!", rief ich zehn Tage später fröhlich, als mein Angestellter mit meinem Pferdehänger auf den Hof fuhr. Als der Hänger still stand, schlüpfte ich schnell durch die Tür, um meine Araberstute Melody`s Girl zu begrüßen, die im Distanzreiten bereits auf S-Niveau trainiert war. Sie würde hoffentlich eine gute Partnerin für Lamperd sein, wenn der seinen ersten richtigen Distanzritt absolvierte. Hunter, Florence und Jill würden alle drei im Auto mitkommen, um uns zu betreuen. Die Ausrüstung war bereits im Kofferraum verstaut und ich joggte hinüber zum Stallgebäude, um Lamperd hinaus zu führen. Der Hengst war auf Hochglanz geputzt und trug bereits Transportgamaschen und eine leichte Transportdecke. Als er den Hänger betrat, brummelte er Melody dunkel zu, doch die Stute beachtete ihn überhaupt nicht. Sicherheitshalber hatte ich trotzdem den Transporter mit der hohen Trennwand gewählt - man konnte ja nie wissen.
      Nach einer einstündigen Fahrt kamen wir auf dem Gelände an, auf dem der heutige Distanzwettbewerb starten sollte und auch enden sollte. Wir stellten den Hänger ab und luden die Pferde aus. Währenddessen besorgte Florence uns unsere Startnummern. Lamperd drehte sich aufgeregt um seine eigene Achse und sah sich mit leuchtenden Augen um. "Tja mein Großer, das hier ist doch noch einmal etwas anderes, als ein Galopprennen, hm?", fragte ich ihn liebevoll, während ich ihn am Hänger festband. Wir nahmen Lamperd und Melody die Transportausrüstung ab und führten sie dann zur Kontrollstation. Der Tierarzt kontrollierte Herz, Kreislauf und Atmung der beiden Pferde, klopfte anschließend die Hufe ab und fuhr mit sachkundigen Händen über die muskulösen Rücken. Als er mit den Ergebnissen zufrieden war, nickte er uns zu und wir führten Lamperd und Melody im Trab vor. Auch hier hatte der Tierarzt nichts zu beanstanden und hakte uns auf seinem Klemmbrett ab. Ich lächelte Hunter, der uns begleitet hatte zu und führte Lamperd zum Hänger zurück. Nun sattelten wir die Pferde auf und befestigten unsere Ausrüstung an den Sätteln. In unseren Satteltaschen befanden sich eine Karte der Strecke, ein Kompass, zwei Thermoskannen mit Tee, Müsliriegel, Äpfel für die Pferde und ein kleiner Notfallkasten. Außerdem packten wir beide unsere Jacken und für jedes Pferd eine Nierendecke hinter den Sattel. Es war mittlerweile schon merklich kälter geworden und wir würden erst gegen Abend zurückkehren. Im Auto von Hunter befanden sich neben Ersatz-Sattelzeug und Ersatz-Gamaschen auch Halfter, Stricke, Abschwitzdecken, Futter und Eimer. Das alles würden wir bei der Kontrollstation auf der Hälfte der Strecke benötigen.
      Ich überprüfte ein letztes Mal Lamperd`s Ausrüstung und schwang mich auf den Rücken des großen Hengstes. Auch Samuel saß bereits in Melody`s Sattel und wir ritten einträchtig nebeneinander her zum Start. "Warte kurz, Samuel. Wir bleiben hier hinten, ich will nicht, dass unsere beiden gleich am Anfang losstürmen, wie die Verrückten. Das ist Lam`s erster Ritt, wir lassen es ganz langsam angehen und ich lege es auch auf keinen Fall darauf an, zu gewinnen. Er soll sich hauptsächlich an die Atmosphäre, die anderen Pferde und auch an die Verfassungskontrollen gewöhnen.", erklärte ich meinem Begleiter. Melody stand ruhig neben dem hibbeligen Lamperd, sie kannte das alles schon aus unzähligen Wettbewerben, weshalb ich sie auch als perfektes Begleitpferd für den Hengst ausgewählt hatte.
      Als das Startsignal ertönte, schossen die ersten Pferde in wildem Galopp los und ich hatte größte Mühe, Lamperd davon abzuhalten, ihnen nachzusetzen. Ich lenkte den Hengst in eine Volte und Samuel lenkte Melody vor uns. Die ruhige Ausstrahlung des älteren Pferdes beruhigte das junge Vollblut schließlich soweit, dass wir in gesittetem Trab vom Startplatz weg reiten konnten. Die ersten Reiter erreichten bereits den Waldrand und ich sah kopfschüttelnd zu, wie manche von ihnen ihre Pferde mit unverändertem Tempo auf den engeren Waldweg lenkten. Samuel und ich trabten ruhig auf den Waldrand zu und gönnten unseren Pferden im Wald die erste Schrittpause, bis sie sich an das Dämmerlicht gewöhnt hatten. Dann trabten wir weiter, einen sanft ansteigenden Hügel hinauf. Lamperd hatte sich wieder beruhigt und lief mit gleichmäßigen Tritten dahin. "Siehst du? Genau wie auf unseren Übungsritten. Alles überhaupt kein Problem!", sagte ich lächelnd zu ihm und kraulte ihm den Hals. Als wir etwa ein Viertel der Strecke zurückgelegt hatten, saßen wir an einem kleinen Bach kurz ab und ließen die Pferde ein paar Schlucke trinken. Außerdem legten wir beiden ihre Nierendecken auf und hüllten uns selbst in unsere Jacken. Für Ende September war es doch schon sehr kalt und der dunkle Wald machte das nicht gerade besser. Wir stiegen wieder auf und machten uns an die zweite Etappe der Strecke.
      Als wir bei der Verfassungskontroll-Station ankamen, herrschte dort bereits reges Treiben. Jill, Florence und Hunter winkten uns und wir lenkten die Pferde auf sie zu. Dort angekommen, rutschten wir aus den Sätteln und begannen sofort damit, die Pferde abzusatteln und umherzuführen. In zwanzig Minuten mussten wir mit ihnen zur tierärztlichen Kontrolle, doch da wir langsam geritten waren, würden wir damit keinerlei Probleme haben. Nachdem Lamperd und Melody abgekühlt waren, bekamen sie einen Eimer Wasser und ein wenig Futter, dann ging es auch schon zum Tierarzt. Dieser nahm den Puls der Pferde, kontrollierte Kreislauf, Stoffwechsel und begutachtet das Gangwerk der beiden. Nachdem er zufrieden genickt hatte, hakte er uns auf seiner Liste ab und unsere vorgeschriebene Pause begann. Wir ließen die Pferde am langen Strick grasen, setzten uns selbst in die wärmende Sonne und sattelten zum Ende der Pause hin in aller Ruhe wieder auf.
      "Okay ihr drei, wir sehen uns dann im Ziel!", rief ich fröhlich, als wir uns an die zweite Hälfte des Wettbewerbs machten. Die Pferde waren wieder frisch und munter und schritten eifrig aus. Einige der Teilnehmer, die anfangs so vorausgeprescht waren, waren nicht gut durch die Tierarztkontrolle gekommen und mussten nun länger warten. Sie sahen uns mit wütenden Mienen hinterher und ich lästerte mit Samuel über so viel Dummheit. Als wir einen recht steilen Abhang erreichten, rutschten wir von den Rücken unserer Pferde und führten Lam und Melody hinunter. Vor uns lag eine ewig lange, grüne Wiese, die an einem ruhigen Fluss entlang führte. Lamperd tänzelte aufgeregt auf der Stelle, sodass ich Samuel bitten musste, den übermütigen Hengst kurz zu halten, damit ich in den Sattel kam und der Hengst nicht sofort los stürmte. Wir hielten die Pferde eine Zeit lang im Schritt, doch dann gaben wir die Zügel nach und genossen das Gefühl der Freiheit, als wir über das Gras galoppierten. Es war recht anstregend, Lamperd zurück zu halten, doch mit der braven braunen Stute neben sich, fügte der Schecke sich schließlich in einen ruhigen Arbeitsgalopp. Als wir wieder in den Wald ritten, begann es bereits zu dämmern und wir mussten unser Tempo zu einem langsamen Trab drosseln, um genug zu sehen. "Bald haben wir es geschafft, Samuel.", sagte ich lächelnd zu meinem Begleiter, dem der anstrengende Ritt doch allmählich anzusehen war. Ich hatte meine Pferde schon durch viele Distanzrennen geführt, doch für Samuel war es der erste so lange Ritt. Auch Lamperd hörte auf, ein schnelleres Tempo zu fordern und schien mit dem gemächlichen Trab sehr zufrieden zu sein. Immerhin hatten wir auch schon 55 Kilometer zurückgelegt. Wir kletterten mit den Pferden im Schritt einen Hügel hinauf und fanden uns gleich darauf auf der Zielgeraden wieder. Wir ließen den Pferden nun einfach die Zügel lang und sie ließen sich von der euphorischen Stimmung um sie herum anstecken und vielen in einen lockeren Galopp. Im Ziel angekommen, sprangen wir sofort von den Rücken der Pferde, befreiten sie von der Ausrüstung und führten sie im Schritt über das Gelände. Momentan lagen wir im vorderen Mittelfeld, was ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis für Lam`s ersten Ritt war. Er hatte sich wunderbar gehalten, kam ohne Probleme durch die abschließende tierärztliche Kontrolle und kaute dann zufrieden an seinem Heunetz, während wir unsere Teilnehmerurkunden entgegen nahmen. Als ich zum Hänger zurückkehrte, schlief Samuel bereits im Fahrerhaus und ich lächelte nachsichtig. Er hatte sich die Ruhe genausosehr verdient, wie unsere beiden Vierbeiner.
      Jill, Hunter und Florence waren alle drei unglaublich stolz auf ihren Lamperd und überschütteten ihn und Melody mit Karotten und Äpfeln. "Glückwunsch, Lamperd geht jetzt im Distanzreiten auf gutem L-Niveau. Und er hat sicherlich auch Potenzial für mehr!", sagte ich, bevor ich mich ans Steuer setzte und unsere beiden fleißigen Pferde nach Hause fuhr. Schon morgen würde ich mit Melody und Samuel nach England auf mein eigenes Gestüt zurückkehren und im nächsten Monat ging es dann im Training mit Slap Happy und CHH`Lamperd weiter....

      Military E-A
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      Trainingsbericht Military E-A

      Einheit 1 - Dressur
      "Morgen Hunter! Geht`s dir wieder besser?", fragte ich den jungen Mann fröhlich, als ich auf dem Gestüt eintraf. Jill hatte ich bereits begrüßt, als ich am Büro vorbeigelaufen war. Sie war völlig vertieft in ein Buch über den Fahrsport gewesen. Seit meinem letzten Besuch hatte das Gestüt auch einigen Zuwachs bekommen. So führte Hunter zum Beispiel gerade eine sehr hübsche gescheckte Reitponystute aus ihrer Box.
      "Ja, es ist zum Glück endlich alles verheilt und ich darf auch wieder reiten!", strahlte Hunter. Ich freute mich sehr für ihn. Für mich war es völlig unvorstellbar nicht mehr reiten zu dürfen, selbst wenn es nur für eine zeitlang so war. Ich streichelte samtige Pferdenasen, die sich mir entgegen reckten, verweilte kurz bei Slap Happy und ging dann weiter zu CHH`Lamperd. Mit dem schicken Englischen Vollbluthengst wollte ich heute mit dem Training für den Aufstieg im Military beginnen. Bisher hatte ich Lam für Distanzritte trainiert, doch nun war es an der Zeit, mit der anderen Disziplin anzufangen. Ich halfterte den Scheckhengst auf und band ihn auf der Stallgasse an. Es war noch recht früh am Morgen und über den Weiden hing dichter Nebel. Da wir jedoch sowieso mit der Dressur beginnen würden, konnte ich heute auch in der Halle trainieren.
      Leise vor mich hinsummend putzte ich Lam gründlich und wich dabei geschickt seinen schnappenden Zähnen zu, wenn ich an eine Stelle am Bauch kam, an der er heute wohl besonders kitzlig war. "Nana mein Lämmchen, hast du heute etwa schlechte Laune?", fragte ich tadelnd, als ich ein weiteres Mal meine Hand zurückziehen musste. Trotzdem putzte ich unbeirrt solange weiter, bis ich mit meinem Werk zufrieden war und das seidige Fell des Hengstes glänzte. Anschließend kratzte ich Lam`s Hufe aus, bandagierte seine Beine und sattelte den Hengst auf. Der starrte mich ein wenig missmutig an und ich hoffte, dass seine Laune sich im Verlauf des Trainings bessern würde. Seufzend strich ich ihm über das weiche Maul, setzte mir meinen Helm auf und legte Lam seine Abschwitzdecke über den Rücken, da es draußen doch schon empfindlich kalt war. Während ich den Hengst zur Reithalle führte, tänzelte er neben mir her und schlug immer wieder mit dem hübschen Kopf. Das schien heute eine recht anstrengende Trainingseinheit zu werden. Erleichtert schloss ich die Tür zur Bande hinter uns, als wir in der Halle waren, stellte Lam auf der Mittellinie auf, gurtete nach und sprang im selben Augenblick auch schon einen Schritt zur Seite. "Lamperd es reicht jetzt!", herrschte ich den Hengst an. Der hatte nämlich schon wieder nach mir geschnappt und mich diesmal auch fast erwischt. Stirnrunzelnd kontrollierte ich die Lage des Sattels und der Satteldecke, doch es war alles in Ordnung. Der energiegeladene Schecke schien heute nur einfach schlecht drauf zu sein. Ich machte mich wieder ans Nachgurten, diesmal schielte ich dabei allerdings in Lam`s Richtung, damit er mich nicht wieder so überraschen konnte. Als das geschafft war, schlug ich die Decke ein Stück zurück und schwang mich in den Sattel. Lamperd lief sofort los und ich dirigierte ihn seufzend zurück auf die Mittellinie. "Lämmchen das hatten wir doch schon. Du willst mich heute wirklich austesten, was?", fragte ich den Hengst mit ruhiger Stimme. Dem intelligenten Tier wurde das Spielchen schon bald zu langweilig und er blieb solange stehen, bis ich ihm das Kommando zum Antreten gab. Lächelnd streichelte ich das seidige Fell an seinem Hals und begann nun endlich mit dem Aufwärmprogramm. Ich bewegte Lamperd auf beiden Händen am langen Zügel im Schritt, ritt ein paar Zirkel und einfache Schlangenlinien. Dann parierte ich ihn an der Bande zum Halten durch, nahm die Decke von seinem Rücken und wollte sie auf der Bande ablegen. Der Hengst hatte jedoch nicht vor, es mir so leicht zu machen und schwenkte mit der Hinterhand herum. Ich rollte mit den Augen, stellte ihn wieder korrekt hin und legte schnell die Decke ab, bevor er mich wieder verhampeln konnte. Lam war erst drei Jahre alt, vielleicht kam er momentan auch einfach in seine Flegelphase.
      Ich drückte beide Beine leicht an die Seiten des Hengstes und Lamperd schoss nach vorn. "Wow, ganz ruhig mein Großer. Wir machten hier Dressurtraining und trainieren nicht fürs rennen.", sagte ich leise und nahm den jungen Hengst nach und nach auf, bis er in einem schönen, gleichmäßigen Trab lief. Unsere Aufgaben für heute waren die Schritt-Galopp-Übergänge, das Rückwärtsrichten, Viereck verkleinern und vergrößern und die Vorhandwendung. Doch erst einmal musste ich Lamperd dazu bekommen, mitzuarbeiten. Momentan machte der Scheckhengst es mir alles andere als leicht. Er lief zwar gut vorwärts, drückte aber den Rücken weg und hielt den Kopf ähnlich wie eine Giraffe. Kurz um: Nicht gerade die Haltung, die ich mir wünschte. Ich ritt alle paar Tritte einen Übergang vom Schritt zum Trab oder eben anders herum, ließ Lamperd Volten, Zirkel und Schlangenlinien gehen und endlich merkte ich, wie der Hengst sich fallen ließ. Seine Tritte wurden geschmeidiger, sein Rücken wurde weicher und endlich nahm er den Kopf herunter. "Feiner Junge, so machst du das toll!", lobte ich ihn sogleich. Ich beschloss mit dem Rückwärtsrichten zu beginnen. Laut Hunter kannte der Hengst das Kommando bereits vom Boden aus, sodass wir damit eher weniger Schwierigkeiten haben sollten. Ich parierte Lamperd auf dem Hufschlag bei A zum Halten durch, hob mich ein wenig aus dem Sattel, nahm die Zügel an und sagte: "Back!". Der Hengst spielte mit den Ohren und hob unsicher den Kopf, doch sobald er das Gewicht auch nur nach hinten verlagerte, nahm ich den Druck von den Zügeln und lobte den Schecken. So tasteten wir uns nach und nach an die Lektion heran, bis Lam zuverlässig eine Pferdelänge zurück trat. Dafür, dass das Training so bescheiden begonnen hatte, lief es nun wirklich hervorragend! Da Lamperd gerade so gut mitarbeitete, wollte ich mit den Schritt-Galopp-Übergängen weitermachen. Ich galoppierte den Hengst zuerst aus dem Trab heraus an, was auch gut gewesen war. Der übermütige Vollblüter legte nämlich erst einmal zwei Bocksprünge hin, bei denen ich mich nur mit Mühe im Sattel halten konnte. "So einer bist du also ja? Kaum lobt man dich, fängst du schon wieder das Spinnen an.", murmelte ich, als ich den Hengst wieder unter Kontrolle hatte. Dieser galoppierte nun seelenruhig dahin, als wäre nie etwas gewesen. Unglaublich wirklich, dachte ich grinsend. Etwa in der Mitte der langen Seite setzte ich mich tief in den Sattel und bereitete Lamperd mit halben Paraden auf den bevorstehenden Übergang vor. Zunächst weigerte der Hengst sich in die langsamere Gangart zu fallen, doch schließlich fügte er sich und wir umrundeten im Schritt die Bahn. Das Ganze wiederholten wir noch einige Male, da ich keine Lust hatte, vor jedem Übergang mit Lam zu diskutieren. Anschließend konnten wir uns auch an den Übergang vom Schritt zum Galopp wagen. Dazu ritt ich das Vollblut im Schritt um die Bahn und gab ihm in der zweiten Ecke der langen Seite die Hilfen zum angaloppieren. Hier brauchte der Hengst keine zweite Aufforderung. Im Gegenteil, er schoss los, wie von der Terantel gestochen. Wieder verbrachte ich eine ganze Weile damit, Lamperd mit halben Paraden in ein vernünftiges Tempo zu bekommen. Anstatt ihn jedoch gleich wieder durchzuparieren ließ ich den Hengst diesmal weiter galoppieren und ritt Zirkel, Mittelzirkel und große Volten mit ihm, um ihn durchlässiger zu machen. Beim zweiten Versuch klappte der Übergang schon sehr viel besser und ein paar Minuten später war ich vollends zufrieden. Wir konnten uns an die nächste Lektion wagen!
      Dies war Viereck verkleinern und vergrößern. Das Schenkelweichen beherrschte Lamperd bereits, trotzdem wiederholte ich es kurz auf jeder Hand. Da das gut klappte, begann ich sofort mit der neuen Aufgabe - wenn Lam sich langweilte, hatte ich wirklich keinen Spaß mehr. Ich führte den Schecken tief in die zweite Ecke der kurzen Seite hinein, stellte ihn dort schon leicht nach außen und trieb dann mit dem äußeren Schenkel vorwärts-seitwärts, während ich den inneren verwahrend hinter den Gurt legte. So bewegten wir uns im Seitwärtsgang Richtung Mittellinie, bis ich Lam kurz vor B gerade richtete und ihn zwei Pferdelängen vorwärts gehen ließ. Anschließend stellte ich ihn nach innen und ließ ihn zurück zur Bande weichen. Es überraschte mich ein wenig, dass die Übung auf Anhieb so gut geklappt hatte, aber anscheinend hatte Lam Spaß an den schwierigeren Lektionen. Ich lobten das englische Vollblut und wiederholte die Lektion auf der anderen Hand, bevor wir uns der letzten Aufgabe für heute widmeten.
      Für die Vorhandwendung ritt ich Lamperd auf den zweiten Hufschlag und parierte ihn dort zum Halten durch. Dann stellte ich ihn leicht in Richtung Bande, trieb mit dem äußeren Bein seitwärts und fing die Bewegung mit dem inneren Bein ab, um Lam Schritt für Schritt wenden zu lassen. Dabei achtete ich vor allem darauf, dass er mir nicht nach vorn weglief. Als das geschafft war, ließ ich die Zügel lang, kraulte dem Hengst begeistert den glänzenden Hals und ritt ihn im Schritt um die Bahn. Auch die Decke legte ich wieder über seine Kruppe, ich wollte ja auf keinen Fall, dass das empfindliche Vollblut sich verkühlte. Als Lam trocken war, glitt ich aus dem Sattel, führte den Hengst zurück zum Stall und versorgte ihn liebevoll. Wenn wir die heute erarbeiteten Lektionen nun noch ein wenig festigten, war das Dressurtraining für den Aufstieg in Klasse A im Military geschafft.

      Einheit 2- Parcoursspringen
      "Na, wie macht sich das Lämmchen?", fragte ich Hunter, als ich an diesem schönen Donnerstagmorgen den Stall betrat. Heute stand das Parcoursspringen mit CHH`Lamperd auf dem Programm und ich konnte es kaum noch erwarten mit dem schönen Hengst über die Hindernisse zu fliegen. Bevor ich zum Stall gegangen war, hatte ich in der Halle bereits einen hübschen kleinen Parcours aufgebaut, der unseren Ansprüchen heute voll und ganz genügen sollte. Hunter fuhr erschrocken herum und sah mich mit gerunzelter Stirn an, bevor er lachte: "Musst du dich unbedingt so anschleichen? Und wer bitte ist das Lämmchen?"
      Ich errötete: "Ich meine Lamperd. Ich nenne ihn immer Lämmchen, das passt irgendwie." Hunter schüttelte nur lachend den Kopf, bevor er mir auf meine Frage antwortete: "Ich hab nicht mit ihm gearbeitet, aber seine Reitbeteiligung hat die Dressurlektionen mit ihm wiederholt und kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Soll heißen, er macht sich sehr gut." Ich nickte fröhlich, das war natürlich schön zu hören. Dann konnte unser Springtraining ja beginnen. Meistens fing ich mit dem Geländespringen an, doch da ich mit Lam noch nie gesprungen war, fühlte ich mich in der Halle mit beweglichen Hindernissen wohler. Ich begrüßte den Hengst mit einem Mörchen und führte ihn dann aus der Box. Heute schien er auch ein wenig besser aufgelegt zu sein, als bei unserem Dressurtraining - zumindest versuchte er nicht alle Nase lang, mich zu zwicken. Nachdem ich den Schecken gründlich übergeputzt hatte, legte ich ihm Gamaschen und Streichkappen an, sattelte und trenste ihn und verschnallte anschließend noch sein Martingal. Anschließend rüstete ich mich selbst mit Helm, Schutzweste und Handschuhen aus, bevor ich mein Lämmchen aus dem Stall führte. Wieder tänzelte Lamperd neben mir her, doch das war bei dem energiegeladenen Junghengst ja nichts neues. In der Halle angekommen, stöhnte ich dann jedoch erst einmal. Der Hengst konnte keine Sekunden still stehen, sondern drehte sich immer wieder um seine eigene Achse. Also wiederholte ich das Spielchen vom letzten Mal, heute vom Boden aus. Immer und immer wieder stellte ich Lamperd auf der Mittellinie auf, bis er schließlich solange still stand, dass ich mich in den Sattel schwingen und mich zurecht setzen konnte. Beim Aufwärmen im Schritt benahm sich das Vollblut noch vorbildlich, doch als ich antrabte zog er sofort auf das nächste Hindernis zu. Ich nahm die Zügel ein wenig auf und umrahmte den Hengst mit meinen Beinen. "Lamperd nein. Erst wärmen wir uns ordentlich auf, dann darfst du springen.", sagte ich streng, doch ich konnte den Übermut des Hengstes verstehen. Es war einfach ein herrliches Gefühl über die bunten Stangen zu fliegen. Dennoch lenkte ich den Hengst erst einmal in Zirkeln und Volten um die Hindernisse herum, ritt unzählige Übergänge und ließ Lam schließlich über ein paar Trabstangen gehen. Erst im Anschluss daran, galoppierte ich den Schecken locker an. Nun waren ein zwei Cavaletti an der Reihe, die der Hengst mühelos passierte. So weit, so gut. Dann konnten wir uns nun endlich meinem Parcours widmen. Er bestand aus sechs Hindernissen, die eine maximale Höhe von 1,10 Metern und eine maximale Weite von 1,25 Metern hatten. Es gab zwar keinen Wassergraben, dafür aber zwei zweifache Kombinationen.
      Ich ritt Lamperd schwungvoll auf das erste Hindernis - einen bunt gestrichenen Steilsprung zu und schon sekunden später flogen wir mit ordentlich Luft über den Sprung hinweg. Als es nun aber auf eine Tripplebarre zuging, nahm Lamperd mir zu viel Tempo auf und ich ritt eine Volte, um den stürmischen Hengst zu verlangsamen. Der zweite Anritt klappte schon bedeutend besser und wir setzten sauber über den Sprung. Nun musste ich Lamperd gut aufnehmen, da die erste Kombination vor uns lag. Sie bestand aus Steilsprung und Oxer und ließ Platz für zwei Galoppsprünge. Ich hatte zwar alle Hände voll zu tun, den Hengst zurückzuhalten, doch ansonsten klappte die Kombination sehr gut. Weiter ging es mit einem weiteren Oxer und schon sahen wir uns mit der zweiten Kombination konfroniert. Diesmal ging es erst über einen Oxer und dann über einen Steilsprung, wieder mit zwei Galoppsprüngen dazwischen. Diese Kombination war gerade mit Lamperd schwieriger, als die erste, da ich den Hengst noch in der Kombination zurücknehmen musste, um den richtigen Absprungpunkt für den Steilsprung zu treffen. Wir kamen sehr gut über den Oxer, doch dann riss Lamperd den Kopf hoch und versuchte sich meinen Hilfen zu entziehen, so dass ich den Anritt abbrach und aus der Kombination hinausritt. Wir wären zwar wahrscheinlich irgendwie über den Steisprung gekommen, doch das Risiko einer Verletzung war mir da einfach zu hoch. Ich ritt zunächst wieder ein paar Übergänge mit Lamperd, um ihn mehr an meine Hilfen zu stellen und versuchte die Kombination anschließend ein weiteres Mal. Diesmal hörte der große Hengst besser auf mich und wir setzten sauber auf der anderen Seite des Steilsprungs auf. Ich lobte Lamperd und lenkte das Vollblut auf den letzten Sprung- eine Mauer - zu. Diese überwanden wir ohne Probleme und ich wiederholte abschließend noch einmal den Parcours, um an unseren Problemstellen zu arbeiten.
      Danach ließ ich die Zügel lang und ritt Lamperd trocken, während ich ihn immer wieder lobte. Das englische Vollblut hatte wunderbar mitgearbeitet, sodass wir bereits übermorgen auf die Geländestrecke gehen konnten und damit das Training hoffentlich abschließen würden.

      Einheit 3 - Geländespringen
      "Hallo mein Lämmchen! Na, bereit fürs Gelände?", säuselte ich liebevoll, als ich an diesem herrlich herbstlichen Samstagvormittag Lamperds Box betrat. Heute war Halloween und am Abend würde ich mit meinem Traberhengst Damon`s Dynamo bei einem Schönheitswettbewerb antreten. Nun jedoch galt meine volle Konzentration dem hübschen Vollbluthengst vor mir. Heute stand unser Abschlusstraining auf dem Programm und wenn alles klappte, ging Lam danach im Military auf A-Niveau. Da das Springtraining gut gelaufen war, hatte ich was das betraf eigentlich auch keine Bedenken. Ich putzte Lam wie immer in aller Ruhe und freute mich, als der Hengst sich sogar dazu herabließ, mit freundlich anzustupsen. Anscheinend fand er allmählich sein gutes Benehmen wieder. Ich rüstete den Hengst genauso aus, wie zuvor beim Parcoursspringen, führte ihn hinaus auf den Hof und schwang mich in den Sattel. Auf dem Weg zur Geländestrecke wärmte ich Lamperd bereits auf, da er beim Anblick der Hindernisse sicherlich wieder übermütig werden würde. Hier im Gelände ging es gott sei Dank recht gut - was ich wahrscheinlich auch dem vielen Distanztraining verdankte, was der Hengst bereits absolviert hatte. Als der Anfang der Geländestrecke in Sicht kam, lenkte ich den Hengst erst einmal auf die einzelnen Stangenhindernisse zu, damit er sich ein wenig einspringen konnte, bevor es an die festen Hindernisse der Strecke ging. Der Hengst war zu meiner Freude heute sehr konzentriert und aufmerksam, sodass ich ihn schon bald auf den Start zulenkte. Wir ritten den ersten Sprung im kontrollierten Galopp an und flogen darüber hinweg, als wäre er nicht vorhanden. Genauso lief es auch an Hindernis zwei und drei ab. Danach kam die erste Herausforderung für uns - eine längere ebene Galoppstrecke. Hier würde ich Lamperd laufen lassen, musste aber gleichzeitig darauf achten, dass er mir nicht zu heiß wurde. Er war nun mal eben ein Vollblut und dazu auch noch eines, mit einer fundierten Ausbildung im Galopprennen. Lamperd wollte schon am Anfang der Strecke losschießen, doch ich lenkte ihn in eine Volte und gab ihm zu verstehen, dass er erst laufen durfte, wenn ich es ihm erlaubte. Als ich merkte, dass der Hengst sich gefügt hatte, lehnte ich mich im Sattel vor und gab die Zügel zwei Zentimeter nach, woraufhin das Vollblut sofort mit einem Schub nach vorn reagierte. Während dieser Galoppstrecke überprüfte ich immer mal wieder, ob ich noch Kontrolle über das dahinrasende Pferd hatte, doch tatsächlich reagierte Lamperd sofort, wenn ich mich zurücklehnte. Ich strahlte und genoss das schnelle Tempo, auch wenn der Wind wirklich eisig war. Wahrscheinlich sah ich nach dem Ritt aus wie Rudolf mit der roten Nase. Aber Hauptsache wir hatten Spaß und erreichten unser Ziel. Die erste Kombination bestand aus zwei Baumstämmen. Zwei Galoppsprünge hinter dem ersten Stamm ging es einen Abhang hinunter, in der Senke war dann der zweite Stamm zu überspringen und anschließend ging es auf der anderen Seite den Hang wieder hinauf. Hier war es wichtig, dass Lamperd schön Gewicht auf seiner Hinterhand aufnahm, damit wir den Abhang gut hinunterkamen. Ich ritt den Hengst im langsamen Galopp auf den Baumstamm zu, ließ ihn darüber springen und versammelte ihn sofort danach. Das klappte ausgesprochen gut und kurze Zeit später preschten wir bereits auf der anderen Seite wieder bergan. Ich parierte Lamperd durch und wendete ihn, um die Kombination auch einmal von der anderen Seite zu nehmen. Also galoppierten wir nun zuerst den Hang hinab, nahmen den Baumstamm in der Senke, dann ging es bergauf und zum Schluss über den zweiten Baumstamm. Lamperd schien richtig Spaß zu haben, er arbeitete einfach super mit und reagierte auf jede noch so kleine Hilfe. Eine wunderbare Voraussetzung für die höheren Klassen. Wir setzten die Strecke fort, bis wir schließlich das erste Wasserhindernis erreichten. Für Klasse A genügte es, wenn das Pferd einfach durch das Wasser hindurch lief und dann einen niedrigen Aussprung meisterte. Doch Lamperd schien den Schwierigkeitsgrad des Sprunges anders einzuschätzen. Er begann plötzlich im Galopp umzuspringen, hob den Kopf und spielte unsicher mit den Ohren. Ich sah bereits voraus, dass er den Einritt ins Wasser verweigern würde, als parierte ich den Hengst zum Schritt durch und ritt ihn so an das Wasser heran. Ca einen Meter vorher war Lam zu keinem Schritt mehr zu bewegen. Mit einem Seufzen rutschte ich aus dem Sattel und führte den Hengst an das Wasser heran. Lamperd folgte mir bis ans Ufer und senkte dann den Kopf, um mit geblähten Nüstern an dem unbekannten Nass zu schnuppern. Ich biss die Zähne zusammen und machte einen Schritt ins Wasser. Mein Pech, dass ich heute nur Stiefeletten anhatte, da schwappte das Wasser natürlich sofort hinein. Aber immerhin folgte mir der Vollbluthengst zaghaft und wurde natürlich postwendend gelobt. Ich führte den Hengst zwei Mal durch das Wasser hindurch, bevor ich mich wieder in den Sattel schwang und auch im Trab und Galopp hindurchritt. Als Lamperd schließlich nicht einmal mehr zögerte, bevor wir ins Wasser ritten, hängte ich auch den Aussprung an die Übung und lobte den Hengst anschließend wieder. Den Rest der Strecke bewältigten wir beinahe spielend und ich ritt den Vollbluthengst übers ganze Gesicht grinsend zum Hof zurück. Dort beeilte mich dann damit, ihn zu versorgen, da ich dringend aus meinen nassen Schuhen rausmusste. Ich verabschiedete mich flott von Hunter und Jill, die im Stall beisammen saßen und verkündete ihnen nur kurz die fröhliche Nachricht, dass Lamperd nun im Military auf A-Niveau trainiert war. Ich freute mich bereits jetzt auf das nächste Training mit dem jungen Hengst!

      Dressur E-A
      Von Catalina
      Man könnte meinen ich würde den Overoschecken im Distanzreiten ausbilden und nicht in der Dressur. Emsig wie eine Biene trabte er Runde um Runde in der Halle. Für seine Körung wurde er von mir gerade in der Dressur vorbereitet. Schön aussehen allein half da nicht (wobei das bei ihm sicherlich auch ein Faktor war). Nach einer letzten Runde im Trab parierten wir durch. Lamperd schüttelte den Kopf und grummelte. „Gleich können wir traben, Lam. Jetzt üben wir erstmal im Schritt, dann geht’s flotter, okay?“, ich klopfte seinen Hals, nahm die Zügel mehr auf und begann damit, schon bereits Bekanntes abzufragen. Zirkel und Schlangenlinien kannte er wohl, denn wie ein Gewohnheitstier legte er den Kopf in die Wendung hinein. Das Vollblut argwöhnte beim Erreichen des Hufschlages, ob er antraben sollte. Die Ohren zuckten und ruckelten und er ging ein wenig flotter, blieb aber im Schritt. Von H aus übten wir einen Bahnwechsel aus, und trabten dann endlich an. Auch das klappte schon sehr gut. Zur 'Belohnung' durfte er dann einfach nur traben, denn das schien ihm mehr zu gefallen als eine Nascherei oder ein lobendes Klopfen. Eine Weile lang übten wir noch das Halten aus Trab und Schritt, und galoppierten dann auf dem Zirkel an. Der Hengst war so bequem wie ein breites Pony und wies dennoch ausladende und energiegeladene Bewegungen auf, die seinem Rassetypus entsprachen. Auch am nächsten Tag übte ich vor allem im Schritt und Trab die einzelnen Bahnfiguren mit Lamperd. Umso länger wir in einer Gangart blieben, umso ungeduldiger wurde er als wir nicht schneller ritten. Doch da musste der Hengst leider durch, denn bei einer vernünftigen Kür ging es um das Gesamtpaket, um das Verständnis von Pferd und Reiter und nicht um die Kraft des Vierbeiners. Das Halten klappte nun um einiges besser und auch das Abwenden vom Hufschlag assoziierte er nun mit Bahnfiguren, in denen er den Kopf gehoben, aber angelegt hielt. So machte es Spaß, mit Pferden zu arbeiten, und mehr als zufrieden durfte er mit seinen Gefährten Cadiz und Sansa zurück in die Heimat.
      [2060 Zeichen|Catalina]
    • sadasha
      19.09.2015
      Das Schwert liegt im Feuer
      Es ist schon wahnsinn wie die Zeit vergeht. Eben noch hat man seinen Abschluss in der Schule gemacht, und schon steht man mit beiden Beinen im Berufsleben. In meinem Fall ist es das Springreiten. Mein Pferd ist eine dunkelbraune Vollblutstute mit breiter Blesse und weißem Stiefelchen. Ich übernahm sie von meiner Cousine Jill K. Facer. Wer ich bin? Ich bin Hunter Crowley, der Sohn eines Gutherren aus England. Mit Pferden bin ich aufgewachsen, was mich bei den anderen Kerlen in der Schule immer schlecht dastehen ließ. Es war ein hartes Stück Arbeit das zu ignorieren und einfach stur weiter zu machen. Als Jill Slap Happy kaufte stand für mich fest, dass ich wohl alles richtig gemacht habe. Scheppi ist eine tolle Stute, eben genau so wie man sich ein Vollblut vorstellt. Gut ein wenig sehr hibbelig, aber sie ist ja auch erst vier Jahre alt. Dann gibt es da noch Jill's erstes Pferd, einen ganz besonderen Vollbluthengst namens CHH' Lamperd. Er ist ein Frame Overo, fast ganz weiß in meinen Augen, auch wenn andere behaupten es gäbe ja noch viel weißere. Für mich ist er ziemlich weiß. Er ist ein unglaublich erfolgreicher Renner. Mit seinen 3 Jahren hat er bereits eine solide Rennausbildung erhalten und wurde schon in vier Rennen platziert. Jill plant ihn fest für ihre Vollblutzucht ein, da sie sehr auf Farbzucht steht und wenn dann noch so ein erfolgreicher Scheckhengst daher kommt... Es sei ihm gegönnt. Kürzlich hat sie sich dann noch einen zweiten Hengst auf einer auktion gekauft, einen bereits gekörten Dunkelbraunen. Race is Hope heißt er. Einmal hat er sogar eine Platzierung bei einer Hengst des Monatswahl ergattert. Er ist ein hübsches Pferd, ein Fohlen aus ihm und Scheppi würde mir sicher sehr gefallen. Mal sehen was die Zeit so bringt. Heute steht Turniervorbereitung für Scheppi an. Springtraining, wie fast jeden Tag in der Hochsaison. „Hunter?!“ rief mir jemand hinterher als ich Scheppis Sattel aus der Kammer trug und ichblieb stehen um mich umzusehen. Es war Jill. Jill saß zur Zeit im Rollstuhl und war nur noch für sämtliche Planungen auf dem Gestüt zuständig. Sie war auf einem Cross Countryturnier so unglücklich gestürzt, dass ein Nerv in ihrem Rücken eingeklemmt wurde. Sie wurde zwar schon operiert, aber das Gefühl ist noch immer nicht zurückgekehrt. Nach nun schon zwei Monaten hat sie sich daran gewöhnt nicht mehr aufs Pferd zu können. „Hunter, denk dran dass du auf dich aufpasst! Wenn du ins Gelände gehst, dann musst du deine Augen überall haben! Wir können nicht noch einen Verlust vertragen!“ - „Jill... bis nachher.“ sagte ich und ging weiter meines Weges um Scheppi zu satteln. Natürlich machte Jill sich Sorgen, Sorgen um sich, ihre zukunft, das Gestüt. Sie hatte eben erst damit angefangen es aufzubauen. Die Ärzte sind guter Dinge, dass sie irgendwann wieder reiten kann, aber dafür muss sie sich darauf einlassen, muss zu ihrer Gymnastik gehen und zu den Nachuntersuchungen der OP... Fertig gesattelt ging ich mit Scheppi in die Reithalle, stieg auf und ritt sie erst einmal warm. Ein E und ein A Hindernis standen in der Halle, doch bevor es damit los ging machte ich noch ein paar gymnastizierende Übungen mit Scheppi. Sie war heute sehr guckig, passte nicht ganz auf wo sie hintrat. Ich ritt also einige Übergänge um ihre Auferksamkeit zu erlangen. Nachdem ich dann ein paar Testsprünge gemacht hatte ging es raus aus der Halle auf unsere kleine Geländestrecke. Zur Zeit wurde Scheppi nebenbei im Military ausgebildet, weshalb sie die Strecke schon etwas kannte. Ein wenig Schwierigkeiten mit Wasserhindernissen hatte sie schon immer. Es dämmerte mittlerweile, ich war heute sehr spät dran. Einen Durchgang würden wir aber noch schaffen. Wenigstens einen. Niemand war mehr hier, als wir an der Geländestrecke ankamen. Der Himmel war bereits in ein seichtes rosa-orange gehüllt. Scheppi war heiß auf die Strecke und ich ließ ihr etwas Freiheit um sich auszuleben. Die ersten Hindernisse nahmen wir ohne Probleme, es war kleine, flache Sprünge die ein besonders großes Pferd wohl übergaloppieren würde. Scheppi sprang brav und ich kraulte ihr auf der folgenden Hindernis freien Strecke lobend den Hals. Das nächste Hindernis kam schneller als erwartet. Überrascht nahm ich Zügel auf um Geschwindigkeit raus zu nehmen, doch Scheppi war schon voll auf den Sprung fokussiert, ihre Ohren schossen verwirrt nach hinten als ich die Zügel aufnahm. Sie sprang trotzdem, schief, aber sie sprang. Was als nächstes geschah ging so schnell, dass ich es kaum noch zusammen kriege. Im Sprung musste sich Scheppi vertreten haben, sie hoppelte die nächsten Galoppsprünge schräg, unkontrolliert. Es fiel mirfurchtbar schwer mich oben zu halten. Dann rutschte Scheppi ab und ich verlor gänzlich den Halt. Mein Fuß verhakte sich im Steigbügel und ich schlug unsanft mit dem Kopf auf den Boden auf. Trotz Helm, war das ein deftiger Schlag der mich Schwarz sehen ließ. Scheppi schliff mich noch ein paar Meter, bis sie bemerkte, dass ich noch immer an ihr hing. ~

      Mein Kopf wurde wieder etwas klarer, in meiner Hosentasche vibrierte mein Handy. Ich war mit Dreck und Laub bedeckt. Als ich das Handy aus der Hosentasche zog spürte ich ein leichtes Ziehen im Fuß. Jill rief an... Dann fiel mir die Uhrzeit auf. Schon eine halbe Stunde war vergangen, seit wir an der Strecke ankamen? Ich hob ab. Jill war außer sich. Es war nun fast ganz dunkel und ich hatte auch noch vergessen die Beleuchtung an der Strecke an zu schalten. Als ich Jill alles erklärt hatte verstummte sie. „Bis gleich.“ sagte sie, flüsterte sie fast und legte auf. Ich ließ mich zurück in den Dreck sinken und steckte das Handy weg. Die nächsten Minuten zogen sich ungeheuerlich. Scheppi blieb ruhig stehen, als wüsste sie, dass mit meinem Fuß etwas nicht stimmte. Ich schaffte es irgendwie mich aus dem Steigbügel zu fuchsen und mein Fuß folgte der Schwerkraft auf den Boden der Tatsachen. Der Aufprall ließ mich aufstöhnen. „Was zur Hölle?!“ fluchte ich und sah meinen vom Reitstiefel verdeckten Fuß an. So betrachtet, sah es noch ganz gut aus. Es war alles an einem Stück und auch sonst schien mich der Sturz nicht allzu sehr mitgenommen zu haben. Beim Versuch aufzustehen knickte mir der Fuß jedoch immer wieder schmerzhaft weg. Damit Scheppi von meinem Eierlauf nicht unruhig wurde blieb ich letzten Endes sitzen und wartete auf Jill. Scheppis Zügel hatte ich mittlerweile gefunden und hielt sie fest. Jill kam nicht, stattdessen ein netter Herr in Begleitung einer Dame in weiß-roter Arbeitstracht. Sanitäter. Jill musste einen Krankenwagen gerufen haben, gehört hatte ich diesen nicht. Wahrscheinlich wäre Scheppi dann geflüchtet, Jill hatte mitgedacht. Der junge Mann musterte mich kurz, während mir die Frau einige Fragen stellte mir direkt in die Augen leuchtete und meinen Blutdruck messte. Sie verzogen keine Miene. Ab und an lächelte die Frau bei einer meiner sarkastischen Antworten. Dann half der Mann mir auf. Die Frau nahm Scheppi. Zusammen schafften wir es zum Anfang der Strecke, immer wieder musste ich pausieren weil ich auf einem Bein hüpfend auf dem Laub wegrutschte oder weil es zu anstrengend wurde. Am Krankenwagen stand Jill dann zusammen mit ihrer Freundin Florence. Florence war da? Wann war sie gekommen? Florence hatte selbst einen aktiven Turnierstall und alle Hände voll zu tun. Jill schien geschockt. „Hey, alles gut!“ ließ ich sie wissen, als ich mich auf die Liege im Wagen setzte. Eine Träne kullerte über ihre Wange. Wie ich damit umgehen sollte wusste ich nicht. Ich schluckte und wurde von den Sanitäten angehalten mich kurz hinzulegen damit sie mir den Stiefel ausziehen könnten. Florence brachte in der Zeit Scheppi zurück in den Stall. Als der nette Mann die Schere in die Hand nahm um meinen Stiefel aufzuschneiden saß ich schneller, als die Sanitäterin handeln konnte. „Nicht aufschneiden! Die waren teuer!“ keuchte ich empört. „Sicher?“ fragte mich der Sanitäter und drückte mich wieder in die Waagerechte. „Wenn der Fuß gebrochen oder auch nur angebrochen ist, kann es das alles viel schlimmer machen!“ warnte er mich. Doch ich war mir sicher, wegen einem kleinen Sturz wollte ich nicht meine guten Stiefel verlieren. „Sicher!“ sagte ich. Der Sanitäter schnaubte verächtlich und grummelte ein „Na gut.“ in seinen kurzen Bart. Die Sanitäterin schien etwas verunsichert und legte mir eine Hand auf die Brust. „Bereit?“, die Sanitäterin nickte und mit einem Mal ruckte der Sanitäter an dem Stiefel. Ich schrie auf. Das hatte ich nicht erwartet, mir zog sich alles zusammen. Am liebsten hätte ich mich auf die Seite eingerollt, doch der Stiefel war noch nicht runter. Dann, ich hatte kaum Zeit mich zu erholen ruckte der Sanitäter ein zweites Mal am Stiefel und riss ihn damit vom Fuß. Die Socke war dagegen nichts. Vielleicht auch, weil es mir wieder Schwarz vor Augen wurde. Mein Fußgelenk war etwas angeschwollen und blutunterlaufen, aber er war nicht offen. Florence war mittlerweile wieder vom Stall zurückgekehrt und sah sofort weg, als sie sah wie der Sanitäter den letzten Ruck vornahm. „Ist er runter?“ fragte sie Jill zur Sicherheit, bevor sie wieder zu mir sah. Jill nickte stumm, sie hatte mich die ganze Zeit traurig angestarrt und kein Wort gesagt. „Jill, es tut mir leid!“ es bedrückte mich sehr sie so zu sehen. Sie war immer ein glücklicher Mensch. Ihr Unfall hatte sie unglaublich verletzlich gemacht, übervorsichtig und in ständiger Angst um ihre Mitmenschen. Ihre Augen wurden glasig. „Wir müssen los.“ drängte die Sanitäterin. „Wollen Sie mitfahren?“ Jill schüttelte den Kopf. Geknickt ließ ich meinen Kopf zurück auf die Liege fallen und starrte die Decke des Wagens an. „Ich fahre mit, wenn's Recht ist.“ sagte Florence und sah unsicher von einem Sanitäter zum nächsten. „Kümmer dich lieber um Jill, sie braucht dich jetzt mehr.“ merkte ich an während mir die Sanitäterin eine Infusion verpasste. „Wir haben das besprochen, Hunter.“ sagte Florence eindringlich. „Ich halte Jill aufdem Laufenden.“ Ich atmete laut aus. „Ihr tut so als stünde mir eine lebensbedrohliche OP bevor bei der ich um mein Leben bangen muss...“ beschwerte ich mich, biss im gleichen Moment die Zähne zusammen und schloss die Augen weil der Sanitäter irgendetwas an meinem Fuß fummelte. Nach einer kleinen Diskussion fuhr Florence nun doch mit und im Krankenhaus stellte sich bald heraus, dass mein Fuß schlimm verstaucht war, aber immerhin nicht gebrochen. Als Krönung habe ich eine Gehirnerschütterung mitgenommen und eine Prellung der oberen Wirbelsäule. Alles halb so schlimm, wenn man bedenkt was hätte passieren können. Ein paar Wochen am Stock und das ganze ist überstanden. So jedenfalls meine Vorstellungen des weiteren Verlaufs. Nach Hause konnte ich bereits nach drei Tagen Überwachung. Florence wich nur selten von meiner Seite und schlief einmal sogar neben mir ein. Scheppi hatte sich bei der Aktion übrigens nicht verletzt. In der Zeit, in der ich nicht auf dem Hof arbeiten konnte lief einiges schief. Jill war 2 der Tage auch noch auf einem Pferdemarkt um nach interessanten Pferden zu schauen. Florence hatte den kompletten Tagesablauf für die Pferde alleine gestemmt, mit Hilfe der Reitbeteiligungen und des Stallburschens. Sie war wirklich ein Organisationstalent. Als Jill dann wieder kam strahlte sie vom einen zum nächsten Ohr. Ich saß mit meinen Krücken vor dem Reitplatz und gab den Reitbeteiligungen etwas Hilfe und Korrektur, wenn sie danach fragten. „Na Cousine, du siehst so glücklich aus. Hast du endlich deine Liebe des Lebens getroffen auf dem Markt?“ fragte ich sie neckend, doch Jill grinste unbehellt weiter und gab mir Papiere. „Ein Hengst. Noch ein Hengst?“ sagte ich stirnrunzelnd als ich die Papiere kurz überflog. Es handelte sich um einen Bay Tobiano Vollblut Hengst namens 'Mr. Raw Depression'. „Jill, du hast schon zwei Vollblüthengste, einen davon sogar gekört. Was willst du denn mit noch einem? Willst du die alle auf Scheppi lassen? Dir fehlt es an Stuten.“ Sie musste verrückt geworden sein. Drei Hengste und eine Stute. „Du hast ja keine Ahnung, Hun.“ sagte sie weiter grinsend. „Er ist uuuunglaublich toll! Du wirst schon sehen.“ - „Und wenn er noch so schön ist... Du brauchst Stuten. S-t-u-t-e-n.“ betonte ich missmutig und gab ihr die Papiere zurück. Schnaubend drehte sie sich um und humpelte mit ihrer kaputten Hüfte von dannen. „Wann kommt er denn hier her?“ rief ich ihr noch hinterher und sie hielt 3 Finger als Antwort hoch. 'Was denn nun, 3 Tage, Woche, Monate, Jahre...?' grummelte ich und versuchte mich wieder auf die Reitbeteiligungen von Race is Hope und CHH' Lamperd zu konzentrieren, die mir immer wieder recht unsichere Blicke zuwarfen. Die beiden Hengste waren wunderbar, in einem hatte sie das wohl beste Gebäude, das ich je bei einem Vollbluthengst gesehen hatte und beim anderen hatte sie die Farbe, die sich so wünscht. Sie hat wirklich einen an der Klatsche... Mehr kann man dazu nicht sagen. Nach einer halben Stunde beendeten wir das Training und die beiden Mädchen brachten die Hengste gut eingedeckt zurück auf ihre Weiden. Es ging ihnen gut hier. Sie hatten jeweils eine riesige Koppel für sich, gut eingezäunt. Unter Aufsicht durften sie auch zusammen auf eine Weide, ohne Aufsicht war es zu riskant. Scheppi stand mit ein paar Ponys eines Privateinstallers auf einer gemischten Weide im Herdenverband. Sie hatte es damit wohl am besten erwischt. Die nächsten drei Tage wechselte ich kaum ein Wort mit Jill. Ihre Miene war ernster geworden, als sie die Unordnung auf ihrem Hof bemerkte. Scheppi hatte seit 2 Tagen keinen Reiter mehr gesehen und die Hengste waren teilweise unbeaufsichtigt zusammen auf einer oder auf nebeneinander liegenden Weiden. Beim Abendessen dres dritten Tages sprach ich sie noch einmal auf den neuen Vollbluthengst an. „Wann kommt er denn, ich hatte dich letztens nicht richtig verstanden.“ - „Morgen.“ sagte Jill leise und stocherte in ihren Kartoffeln rum. „Okay.“ ...morgen Vormittag würde ich nicht da sein. Eine Nachuntersuchung wegen meiner Verletzung stand auf dem Kalender. Wahrscheinlich würde der Hengst genau in diesem Zeitraum eintreffen, so wie ich mein Glück kenne.

      Am nächsten Tag machte ich mich sehr früh auf den Weg ins Krankenhaus. Um 9 Uhr war mein Termin und just in dem Moment, als ich ins Behandlungszimmer gehen wollte klingelte mein Handy. Es brannte mir in den Fingern ranzugehen. Doch ich drückte Jill erstmal weg. Ich würde sie gleich anrufen, sobald ich hier fertig bin. Der Termin zog sich wie Kaugummi. Ich hatte das Gefühl der Fuß tat danach mehr weh als er es vorher tat. Mit dem Handy in der Hand stieg ich in den nächsten Bus in Richtung Gehöf. Kaum saß ich, rief ich Jill an. „ER IST DAAA!“ begrüßte sie mich freudig. „Er ist so großartig! Flori mag ihn auch!! ALLE mögen ihn“. - „Das bez-“ fing ich an, doch Jill ließ mich nicht reden. „Er ist so gut gepflegt, sein Fell glänzt wie Stahl, er hat ein paar ganz süße Bend-or-Spots und die Scheckung ist so toll und reinweiß. Dann diese Augen, Gott seine AUGEN! Du musst sofort kommen, wann bist du da?!“ textete sie mich zu in einer Lautstärke, dass ich dachte mein Sitznachbar könnte alles mithören. Entschuldigend blickte ich ihn an. „In einer Stunde etwa.“ sagte ich kurz und wir legten auf, auch wenn Jill mich viel lieber eine Stunde lang weiter vollgeschwärmt hätte. Beim Stall angekommen krückte ich so schnell es mir möglich war zum Innenhof, wo sich alle versammelt hatten. Der Rest der Hofs schien wie eingefroren. Dann sah auch ich den großen Scheckhengst in der Mitte stehen. Er war wirklich sehr hübsch, keine Frage. Ein gutes Gebäude hatte er auch, aber er war kein Renner. Ein Eventer vielleicht? Gut trainiert sah er jedenfalls aus, die Muskeln sprachen für sich. Sogar seine Hufe waren gemacht. Definitiv ein Frauenpferd ja. Jill kam strahelnd auf mich zu und viel mir um den Hals. „Ich will das du ihn vorbereitest und mit ihm Turniere gehst, bis er gekört ist und wir eine Stute für ihn haben!“ flüsterte sie mir ins Ohr. Ich lächelte. „Das machen wir schon, sobald ich wieder aufs Pferd darf.“ - „Hat der Arzt noch nichts gesagt?“ - ich schüttelte den Kopf und streichte Mr. Raw Depression über den starken Hals. Man er war wirklich schön.

      Den Rest des Tages verbrachten die Reitbeteiligungen mit der Pflege der Pferde, der neue Hengst durfte sich erst einmal an die neue Umgebung gewöhnen und wurde dafür in einen Offenstall in Reitplatznähe gestellt. So hatten wir ihn auch gut im Blick. Jill, Flori und ich saßen im Halbkreis im Innenhof und philosophierten noch sehr lange über mögliche Zuchtziele, wie die Stuten aussehen sollten, die als nächstes kommen sollten und ob wir nicht eine kleine Nebenzucht mit Sportpferden wie Trakehnern oder anderen Warmblütern beginnen sollten.
      16.736 Zeichen by BearBrook

      08.10.2015
      Die Glut springt noch einmal auf

      Es ist nun schon eine ganz Weile her, dass ich mich bei einem Reitunfall verletzt hatte. Ich kann wieder normal gehen, ganz selten spüre ich noch einen leichten ziehenden Schmerz in den Sehnen, wenn ich den Fuß strecke oder flexe. Aber die Ärzte meinen es sei alles soweit verheilt und ich dürfte wieder auf's Pferd. Endlich konnte der normale Alltag wieder einziehen. Florence war schon seit einer Woche wieder auf ihrem eigenem Gestüt. Slap Happy ging es auch wieder besser, nach dem kleinen Rückfall. Jill und ich waren zwar jetzt wieder auf uns gestellt, aber es lief alles rund. Heute machte sich Jill auf den Weg zur einer Jungpferdeausstellung. Die Reitbeteiligungen kümmerten sich um ihre Pferde. Sie waren eine wahrliche Erleichterung. Ich war gerade dabei die Offenställe abzuäppeln. Seit einer Stunde saß Jill im Zug, noch sechs Stunden würde sie bis nach Schweden brauchen und dort würde sie auch nochmal eine kleine Reise auf sich nehmen bis zum Ort der Veranstaltung.
      Die häuslichen Pflichten erledigt holte ich mir unseren Neuzugang Mr. Raw Depression von der Weide. Er hatte sich gut eingelebt und blühte hier regelrecht auf. Er ist wirklich ein Everybody's Darling, sehr charmant. Anders als Slap Happy, die immer etwas nervös und unruhig wirkte oder wie der unter Strom stehende Lamperd und der reservierte Race is Hope. Ray ist offener als die beiden anderen Hengste und ausgeglichener. Er kannte es nicht nonstop bewegt zu werden und das war sein Vorteil. Er hatte Ruhe gelernt und schaffte es sich auch bei scheinbar langweiligen Lektionen zu konzentrieren. Für mich wird es heute wieder das erste Mal im Sattel sein. Ich putzte den schönen Braunschecken sehr gründlich und sattelte ihn. Von Jill hatte ich noch kein Lebenszeichen erhalten, jetzt war ich für eine Stunde nicht ansprechbar. Race is Hope war ebenfalls auf dem Reitplatz mit seiner Reitbeteiligung. Die anderen drei Mädels hatten es sich in den Stühlen auf dem Innenhof gemütlich gemacht um uns zu beobachten.
      Beim Aufsteigen verspürte ich noch einmal das schmerzhafte Ziehen im Fuß, doch ich ignorierte es. Die Ärzte hatten gesagt es sei verheilt, darauf vertraute ich. Im Sattel war der Schmerz dann verschwunden. Ich ließ Ray locker am Zügel gehen und wärmte ihn zuerst auf. Er war ein Dressurtalent. Sein erstes Turnier hatte er sogar gewonnen und das bei über zehn anderen Teilnehmern. Für einen Scheckhengst war das schon sehr außergewöhnlich. Nach der Aufwärmphase fing ich ihn an zu traben, stellte ihn immer wieder an den Zügel und sah was er schon alles gelernt hatte. Ich war keinesfalls ein Dressur-Ass, deshalb wurde Ray auch nicht von mir auf turnieren vorgestellt sondern von seiner Reitbeteiligung, aber Jill wollte, dass ich mit ihm lerne. Es war anstrengend sich auf alle Kleinigkeiten zu konzentrieren. Ray war sehr fein in den Hilfen, was es mir als stumpfer Militarty-Reiter nicht gerade einfacher machte. Ich musste die Ruhe lernen, die Ray schon kannte. Die Angst ihn zu verreiten wuchs von Minute zu Minute. Unter den kritischen Blicken der Mädchen galoppierte ich Ray an. Er war stellte sich direkt an den Zügel. Galopp schien er zu mögen, er war eben doch ein Vollblut, so ausgeglichen er auch war. Ich machte meine Beine lang und spürte wieder das Ziehen im Fußgelenk, aber es war nicht so stark wie beim Aufsteigen. Hatten sich die Ärzte wohl doch geirrt? Hatten sie was übersehen? Wenn doch alles verheilt war, wieso tat es noch weh, wenn Spannung drauf kam? Meine Gedanken waren überall nur nicht beim Pferd. Ray wurde immer unsicherer und ich parierte ihn wieder durch in den Trab. Auf dem Zirkelholte ich ihn runter, ließ ihm die Zügel lang und ließ ihn sich strecken und dehnen. Er genoss das sichtlich, seine Ohren schwankten zur Seite und die rosa Unterlippe löste sich etwas. Er wurde immer langsamer bis er irgendwann in einer Gangart lief die die Westernreiter Jog nannten. Ich ließ ihn stehen und lobte ihn sanf. Wir waren jetzt eine halbe Stunde auf dem Platz, das Warmreiten ausgeschlossen. Da meine Konzentration immer weiter nachließ beschloss ich ihn nur noch abzureiten und dann den Tag abzuschließen und aus dem Gedächtnis zu streichen. "He Hunter dein Handy klingelt!" rief eine der jungen Frauen vom Innenhof rüber und rannte mit dem Handy in der Hand an den Zaun vom Reitplatz. Ich wollte sowieso gerade absteigen. Mit einem Schwung setzte ich auf den Boden und... knickte ein. Mein Fuß hielt dieser Belastung nicht stand, mit einem höllischen Schmerz brach ich zur Seite und Ray machte einen Satz nach hinten und schnaubte argwöhnisch.
      Der Schmerz ließ leider diesmal nicht so schnell nach, aber immerhin konnte ich mich nach ein paar Sekunden wieder aufrichten. Maja war mittlerweile bei mir und half mir aufzustehen und stützte mich. Ich war völlig geschockt. So viel zur Heilung. Immer wieder setzte ich den Fuß kurz ab, doch immer wieder zog der Stich vom Gelenk bis hoch ins Bein. "Das gibt's doch nicht!" murmelte ich und humpelte mit Maja und Ray vom Platz. Maja musterte mich besorgt und buchsierte mich zu ihrem Stuhl, gab mir mein Handy dessen Klingeln mittlerweile aufgehört hatte. Es war Jill, sicher war sie jetzt am Flughafen und wollte nur noch schnell bescheid geben dass soweit alles okay war. Maja übergab Ray den beiden Schwestern Linda und Laura, die ebenfalls auf dem Innenhof waren und alles beobachtet hatten. Die beiden freuten sich helfen zu können, mit 17 Jahren waren sie hier mit die jüngsten und teilten sich die Reitbeteiligung an Race is Hope und Lamperd.
      Meine Gedanken schwirrten umher, Angst stieg in mir auf. Was wenn mir da gleiche Schicksal graut wie Jill? Was wenn ich nicht mehr reiten dürfte, wenn mein Fuß jetzt ganz kaputt wäre? Maja war kurz im Reiterstübchen verschwunden. Ich starrte ins Leere, gefangen in Vorstellungen, eine grauenvoller als die andere. "Komm!", Maja war wieder da. Sie zog mir am Arm und wir gingen zu ihrem Auto. Wieder drohte mir ein Krankenhausaufenthalt. Die Fahrt über sprachen wir kein Wort. Ich schob auf meinem Handy Apps hin und her um nicht reden zu müssen. Mein Herz raste. In der Notaufnahme wurde das nochmal schwarz auf weiß aufgezeichnet. Mein Fuß wurde abermals genaustens untersucht. Die Ärzte entdeckten ach etwa zwei Stunden Krankenhaus dass eine Sehne angerissen war und jetzt noch weiter gerissen ist. Ich wollte nicht mehr hören, ich hatte furchtbare Angst Worte zu hören, die auch Jill schon einmal gesagt wurden. Doch sie kamen nicht. Im Gegenteil, die Ärzte schienen froh zu sein, dass es nichts Anderes war. "Das ist zwar nicht angenehm, aber sie werden wieder gesund." sagten sie mir. Sie erklärten mir dann die Therapie, die sie mit mir vor hatten. Mir drohten weitere zwei Wochen ohne Bewegung und mit täglichen Spritzen, damit sich die Sehen wieder aufbaute. Auch danach durfte ich erstmal keine großen Belastungen auf den Fuß geben. Reiten war demnach nicht drin. Wiedermal.
      Am Abend telefonierte ich mit Jill, die mittlerweile auf der Ausstellung war. Sie erzählte mir hellauf begeistert von einer Reitponystute, die sie einfach kaufen musste. Jill sagte sie habe es aufgegeben jemals wieder auf die Beine zu kommen und mit dieser Stute könne sie in den Fahrsport einsteigen. Sie klang so unglaublich begeistert, dass ich ihr keine Einwände gab. Iceflower hieß der Neuzugang. "Nur Jill, es werden immer mehr Pferde die wir versorgen müssen. Das schaffen wir bald nicht mehr nur zu zweit." klagte ich. Jill sprach mir zu und wenn sie wieder im Land ist würden wir und um weitere Angestellte kümmern. Von meinem Fuß erzählte ich ihr noch nicht. Sie war so glücklich, da wollte ich ihr eine ruhige Nacht schenken. Die junge Ponystute würde sie direkt aus Schweden mitbringen, sie hatte eine Fahrgemeinschaft mit einem anderen Ausstellungsbesucher gegründet.
      ...
      Iceflower machte sich prächtig! Sie war eine sehr interessante Porzellanscheckstute, gerademal zwei Jahre alt und schon recht weit geschimmelt. Jill und ich hatten mittlerweile Unterstützung auf den Hof geholt. Josy war eine sehr gute Dressurreiterin und würde Ray weiter fördern. Und für die anderen Vollblüter hatten wir eine gute Springreiterin ins Boot geholt. Sie heißt Yana und ist wirklich sehr hübsch. Direkt nach Iceflowers Ankunft machte ich jeweils einen Termin beim Tierarzt und Hufschmied für sie und der Hufschmied sollte auch gleich für Ray vorbei schauen, den ich beim letzten Besuch vergessen hatte.
      Für Fleur suchten wir jetzt noch einen Ausbilder, wir hatten alle recht wenig Erfahrung im Fahrsport, doch Jill war Feuer und Flamme dafür. Sie wälzte Bücher und kam jeden Tag mit einem neuen Trainer, den sie gerne mit Fleur arbeiten lassen würde. Mir hingegen ging es nicht so rosig. Die Therapie machte mir zu schaffen, ich war zwar mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, aber der Heilprozess ging nur schleichend voran und bei jeder kleinsten Bewegung des Fußes kamen Schmerzen auf. Ich langweilte mich sehr und ärgerte mich, dass ich mich nicht auf mein Gefühl verlassen hatte. Maja kam immer wieder ins Reiterstübchen und versuchte mich aufzuheitern. Doch ich hatte das Gefühl das Leben rauscht an mir vorbei, ich konnte nicht verstehen wie Jill das die ganze Zeit schaffte so zuversichtlich zu bleiben. Ich hatte sie zwar auch schon lange nicht mehr SO glücklich gesehen, aber selbst in ihrer ersten Zeit im Rollstuhl bewahrte sie stets die Fassung und ihren Optimismus. Geknickt starrte ich auf die Prospekte für den Fahrsport vor mir und versuchte Jill wo es ging zu helfen. Mein Zustand war immerhin nicht für die Ewigkeit.
      9609 Zeichen by BearBrook

      26.10.2015
      Hochmut kommt vor dem Fall

      Mittlerweile waren zwei Monate vergangen, es war Herbst und Jill hatte drei weitere Pferde ins Reitzentrum geholt. Einen Trakehner-Scheckhengst namens Cadiz, eine Vollblutstute namens Bear Totem's Denali und eine Reitponystute namens Princess Sansa. Mir ging es wieder gut, ich durfte wieder reiten und das verlief nun schon seit einigen Tagen völlig schmerzfrei. Jill hingegen hatte aktuell wieder ein Tief erreicht. Sie ließ ihre schlechte Laune unbewusst an mir aus. Ich wusste, sie meint es nicht so, aber es war furchtbar stressig sie ständig im Nacken sitzen zu haben bei der Arbeit. Ich war immer froh wenn Maja und Co. da waren um einen Teil der Pferde mit zu bewegen. So kümmerten sich Linda und Laura heute um Cadiz und Denali, während ich mich mit der Ponystute Sansa abgeben musste. Maja machte sich Iceflower zurecht. Sansa hatte eine unglaublich arrogante Art und erinnerte mich an eine weibliche Version von Adrianna's Sir Outlaw. Es kostete mich viele Nerven mit dieser Jungstute zu arbeiten, sie war nicht eingeritten, kannte aber die Longenarbeit. Ich diskutierte schon alleine zwanzig Minuten mit ihr um sie von der Weide zu führen. Das Putzen genoss sie sichtlich. Nach insgesamt zwei Stunden Arbeit verabschiedete ich sie dann wieder zurück in die Herde und holte mir meine Slap Happy. Seit dem Sturz damals hatte ich mich nicht mehr um sie gekümmert. Als ich sie von der Weide führte hatte ich abermals ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber ich wusste, dass alles okay werden würde. Es war unglaublich ruhig im Stall während ich meine Stute zurecht machte. Irgendwie kam ich mir sehr beobachtet vor. Niemand schien es für richtig zu halten, dass ich Scheppi wieder reiten würde nach dem was passiert war. Aber Jill hatte mir ihr OK gegeben. Das Training heute beweiste mir auch, dass unser Verhältnis keinen allzu großen Riss erhalten hatte. Scheppi schien sogar besser mitzuarbeiten als je zuvor. Vielleicht hatte sie das genauso vermisst wie ich. Die anfänglichen Bauchschmerzen verwandelten sich urplötzlich in Glücksgefühle, als ich mit ihr den ersten Sprung genommen hatte... „Hunter?“ hörte ich eine zaghafte Stimme hinter mir sagen, als ich Scheppis Sattel nach dem Training zurück in die Sattelkammer brachte. Als ich mich umdrehte, sah ich dass es Maja war. Sie kam gerade mit Iceflower zurück. Ein wenig verwundert wieso sie zaghaft klang sah ich sie an. „Wie lief das Training mit ihr? Ist alles Gut?“ Ich schmunzelte und legte den Sattel auf die Halterung in Scheppis Spind und antwortete dann. „Ja, das Training verlief gut. Kein Grund zur Sorge.“ Man konnte sehen wie Maja ein riesen Stein vom Herzen fiel. Auch sie schien sich sehr gesorgt zu haben. „Ich geh dann mal den nächsten Kandidaten fertig machen.“ sagte ich und schob Maja sanft zur Seite um an ihr vorbei zurück zu den Weiden zu gelangen. Ich spürte Majas neugierige Blicke im Nacken, doch sie folgte mir nicht. Als letztes für den heutigen Tag holte ich Ray von der Weide. Der Vollbluthengst den hier irgendwie jeder liebte. Gesattelt und mit eingeflochtenem Langhaar führte ich ihn auf den Reitplatz. Linda und Laura waren hier mit Lamperd und Race is Hope. Die beiden hatten ihre Hengste gut im Griff und Ray war ganz froh, nicht alleine auf dem Platz zu sein, weil er wusste, dass ich ihn dann nicht zu hart ran nahm. Maja setzte sich mit mitgebrachten Broten auf einen der Stühle auf dem Innenhof um uns zu beobachten. Auch Jill war hier, schien jedoch vertieft in ein Buch zu sein dessen Titel ich vom Platz aus nicht erkennen konnte. Wahrscheinlich wieder ein Wälzer über die Pferdezucht oder -Genetik. Eben Jill-Lektüre. Auch mit Ray arbeitete es sich wunderbar heute. Ich war schon lange nicht mehr so zufrieden am Ende eines Tages wie heute. Als ich Ray fertig abgesattelt hatte kam Maja gerade von der Weide zurück und lächelte mich unverhohlen an. Ihr Blick hatte etwas Verruchtes. Ein wenig verwirrt erwiderte ich das Lächeln und wandte mich dann wieder Ray zu. Die Arbeit von heute machte sich langsam im Rücken und in den Beinen bemerkbar, ich wollte nicht wissen wie viele Kilometer ich heute insgesamt gelaufen war. Ich strich dem bunten Hengst über den Hals, auch er hatte heute ordentlich Schweiß gelassen. So zog ich Ray noch einmal mit dem Schweißmesser ab bevor ich ihn mit seiner Decke in die mit frischem Stroh befüllte Box stellte. Wie gewohnt legte er sich direkt hinein und spielte kurz mit den pieksigen Halmen. Es war schön ihm dabei zu zu sehen. „Ich bin dann weg.“ verabschiedete sich Maja und verließ nun als letzte den Hof. Jetzt waren nur noch Jill und ich da. Jill hatte sich bereits zurückgezogen und war auf der Couch eingeschlafen. Ich freute mich endlich Zeit zu haben um etwas zu essen. Es war nun schon 22Uhr Abends. Drei Pferde und die übliche Stallarbeit hatte ich heute geschafft, ohne irgendwelche gefährlichen Zwischenfälle.Nachdem ich etwas gegessen hatte machte ich mich auf meinem Bett lang und lag noch kurz wach; dachte über die Damenwelt nach, die sich heute sichtlich komisch verhalten hatte. Dann schlief ich ein und genoss einen unglaublich tiefen Schlaf, der so erholsam war, wie schon lange nicht mehr.
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      28.11.2015
      Sturz ins Grauen
      Es war grauenvoll die nächsten Tage. Es wurde zum einen immer kühler und zum anderen ließ sich Maja nicht mehr blicken, sodass ich auch die Arbeit mit Fleur übernahm, neben der mit Ray und Scheppi. Ich vermisste die Dressurlektionen, jetzt wo sie ausfielen. Auch Jill redete mir dauernd ein was für ein Idiot ich doch gewesen sein muss, Maja zu vergraulen. Dass ich gar nicht wusste, was genau ich jetzt alles falsch gemacht hatte interessierte sie nicht im Geringsten. Eines frühen Morgens stand ich schon um vier Uhr auf um alle Stallarbeiten bis neun erledigt zu haben. Ich hatte mir beim Holen des Heus vom Heuboden den Kopf angeschlagen und auf dem eisigen Paddockboden war ich heute auch schon fast ausgerutscht. Dann, als ich dachte es kann nicht schlimmer kommen, kam Maja auf den Hof. Ich saß da gerade in einer Ecke eines gerade fertig abgeäppelten Paddocks und starrte ins Leere, als ich die Schritte hörte und aufsah. Scheinbar wusste sie selbst nicht wie sie mit der Situation umgehen sollte. Sie lächelte immer mal kurz und sah mich ein wenig gruselig an. Mein Gesicht blieb verkühlt. Ich hatte Kopfschmerzen und absolut keine Lust auf weitere Moralpredigten und erst recht nicht auf irgendwelche anderen Vorträge von einer verbitterten Frau, die mir eh nicht sagen würde was Sache ist. Ich wandte den Blick ab und stand auf um den Mist zum Misthaufen zu bringen. Maja blieb wie angewurzelt stehen und starrte auf die Stelle, wo ich eben noch saß. Es knickte mich, dass sie mir nichts gesagt hatte, auch wenn ich eigentlich genau das nicht wollte. Gerade als ich mich auf den Weg zur Weide machen wollte hörte ich Maja „Hallo“ sagen. Sie stand etwas zwei Meter hinter mir und hatte Fleur an der Hand. „Hallo.“ gab ich zurück und ging weiter meines Weges. „Hunter... warte!“ Ich blieb wie angewurzelt stehen, drehte mich aber nicht um. Könnte der Tag noch schlimmer werden? „Du Idiot!“ sagte sie jetzt lachend und ich fand mich verwirrt zu Boden blickend. Was war daran lustig?! Ich wandte mich ihr zu und sie lachte wieder, als sie sah wie verunsichert ich war. FRAUEN! Dachte ich mir insgeheim, war jetzt aber neugierig was nun kommen würde. „Es tut mir leid, dass ich so empfindlich reagiert hab. Das war unnötig. Aber ich musste mir erst klar werden...“ begann Maja. Ich zog eine Augenbraue hoch. Ahja. Dann kam Maja näher und nahm meine Hand. „Ich... es tut mir leid. Meinst du, wir könnten wieder normal miteinander umgehen?“ Mein Blick wanderte von unseren Händen über ihren Arm hoch zu ihrem Gesicht. Sie hatte goldblonde, lange und gewellte Haare. Sie trug sie heute halb hochgesteckt. Ihre Lippen waren voll, sie hatte wunderschöne eisblaue Augen und eine etwas knollenförmige Knubbelnase, die ihre Schönheit aber in keinster Weise beeinträchtigte. Die vorderen Haarsträhnen waren hellblond gebleicht von der Sonne, ihr Blick war hoffnungsvoll und ich versank einen Moment darin bis ich antwortete. „Ja, klar.“ sagte ich stumpf und mit einem pappigen Gefühl im Mund. Dann fügte ich noch schnell hinzu: „Aber erklär' mir bitte, was an dem Tag los war!“ Maja ließ meine Hand los und sah weg. Ich hatte einen weichen Punkt getroffen. „Ich glaube, das will ich dir nicht sagen. Nicht jetzt.“ sagte sie und ich legte die Stirn in Falten. Was wollte sie mir nicht sagen? Wieso redete sie nicht einfach, das würde alles viel einfacher machen. „Nagut.“ sagte ich, drehte um und ging weiter zur Weide. Es vergingen wieder einige Stunden bis Maja abermals ein Gespräch begann. Diesmal saßen wir beide zu Pferd. Auf dem Reitplatz. Niemand sonst war mehr da, die Beleuchtung des Platzes war die einzige Lichtquelle und wir konnten unseren Atem sehen, so kalt war es. „Es ist ganz schön kühl geworden oder?“ sagte sie, sodass ich Angst hatte sie könne Gedanken lesen. Sie sah mich abermals hoffnungsvoll an. Ich nickte und stieg ab. Slap Happy hatte genug getan für heute. Maja tat es mir gleich und wir führten unsere Pferde in den Stall um sie abzusatteln. Das ganze geschah kommentarlos. Es war eine peinliche Stille. „Ich... was letztens war...“ stotterte Maja plötzlich in etwas schriller Stimme los und rannte um Scheppi herum um mir in die Augen blicken zu können, die wieder einmal ziemlich verdutzt dreinblickten über den plötzlichen Aufruhr zu so später Stunde. „Ich schätze ich hab mich etwas in dich verguckt...“ gestand Maja. „Deshalb war ich so enttäuscht, dass du das nicht erwidert hast und ganz im Gegenteil, mich auch noch aufgefordert hast meine Klappe zu halten.“ Das verschlug mir nun abermals die Sprache. Ich nickte und brachte Scheppis Sattelzeug weg. Das musste ich nun erst mal verdauen. Ich mochte Maja, aber mehr war da nicht. War es nicht? Nein... Definitiv nicht. Wieder schwiegen wir beiden uns an. Bis beide Pferde in ihren wohlig warmen Boxen standen. „Und?“ fragte mich Maja und sah mich wieder so an... „Maja, ich... kann dir da jetzt nichts zu sagen.“ fing ich an. „Ich weiß nicht ob-“ ich brach ab. „Hast du das gerade gehört?“ fragte ich sie unsicher und wandte mich um. Doch Maja sah mich nur verzweifelt an. Da, da war es wieder. Ein Schaben, Klicken und dann fiel etwas metallenes zu Boden. „Hunter, da ist jemand! Wir sollten die Polizei rufen.“ Ein Einbrecher. Ja. Das wäre möglich. Doch bevor wir die Polizei rufen wollte ich sicher gehen. Was wenn es nur ein Marder war, der hier sein Unheil trieb? Ich ging zum Ende der Stallgasse, öffnete die Stalltüre und dann sah ich ihn. Der Mann war groß gewachsen aber sehr dürr. Er hatte sich einen Strumpf über den Kopf gezogen, damit man sein Gesicht nicht erkannte. Er war sehr überrascht mich zu sehen, so hatte ich zwei Sekunden Zeit um zu handeln. „Maja!“ ich schnappte mir das was mir am nächsten war um mich zu bewaffnen: Einen Spaten. Maja huschte in die Sattelkammer und ich hoffte sie würde sofort die Polizei rufen. Der Einbrecher hatte sich mittlerweile aufgerichtet und schien noch zu überlegen was er jetzt tut. Seine Hände in den Jackentaschen stand er da und sah hektisch von links nach rechts und dann wieder zu mir. Den Spaten hatte ich so gegen ihn gerichtet, dass er mir einen Sicherheitsabstand gewähren musste. Nach einer schier unendlichen Zeit hörte ich die Sattelkammer hinter mir aufgehen. Für einen kurzen Augenblick ließ ich den Mann aus den Augen. Es reichte ihm um mir den Spaten aus den Händen zu reißen. Reflexartig ging ich einige Schritte rückwärts und versuchte den Sicherheitsabstand auch ohne den Spaten einzuhalten. Doch der Einbrecher schien jetzt sicherer. Nach wenigen Schritten stand ich an einer Boxenwand und konnte nicht noch weiter zurück. Mein Herz raste, in meinem Kopf drehte sich alles. Was sollte ich tun? „Die Polizei ist auf dem Weg, sie sollten verschwinden!“ sagte Maja erstaunlich ruhig. Der Einbrecher beachtete sie nicht. Er stand jetzt unmittelbar vor mir, eine Hand noch immer in der Jackentasche. „Welches ist das wertvollste Pferd da draußen? Sag es mir und ich werde niemandem etwas tun.“ Ich warf Maja einen flüchtigen Blick zu. Natürlich würde ich ihm kein Pferd nennen. Quälend lange Sekunden verstrichen bis der Mann sichtlich ungeduldig ein Messer zog und mich gegen die Boxenwand drückte. „Sag es!“ wiederholte er. Es war so unwirklich, klar denken war mir nicht möglich also handelte ich aus Reflex: Mit einem Ruck stieß ich mich von der Wand ab und schubste den Einbrecher mit dem gewonnenen Schwung nach hinten sodass er strauchelte. Dann rannte ich raus. Ich wusste er folgte mir. Der Tag heute hatte mich geschlaucht, doch in diesem Moment hatte ich so viel Energie wie lange nicht mehr. Ich rannte auf den Innenhof, weg von den Pferden. Kurz vor dem Haupthaus hatte mich der Einbrecher eingeholt und riss mich zu Boden. Unsanft schlug ich auf die Pflastersteine auf. „Welches Pferd?!“ fragte der Mann abermals, doch dann lauschte er auf. Auch ich hörte die Sirenen der Polizeiwagen. Mir fiel in diesem Moment ein großer Stein vom Herzen, auch wenn der Einbrecher noch über mir stand und mich bedrohte. Ich hörte wie jemand das große Haupttor öffnete, im gleichen Augenblick zog mich der Einbrecher auf die Beine und fixierte meinen rechten Arm damit ich mich nicht mehr wehren konnte. Mit der linken Hand hielt er mir sein Messer an die Kehle. „Lassen sie den Mann los!“ hörte ich eine fremde Stimme sagen. „Lassen sie mich gehen und ihm wird nichts passieren!“ die Stimme des Einbrechers bebte vor Nervosität. „Sie reiten sich nur noch weiter rein!“ So gut die Worte der Polizisten auch gewählt waren, der Einbrecher verstärkte seinen Griff nur so weit dass es schmerzte. „Bleiben sie stehen!“ sagte er schrill. „Keinen Schritt weiter!“ Immer wieder versuchte ich mich aus seinem Griff zu reißen, doch es war unmöglich, also machte ich mich schwer. Wenn er wegrennen wollen würde wäre ich so eine zu große Last. „Legen sie das Messer weg, seien sie vernünftig!“ Ich schnaubte verächtlich. Vernünftig? Ein Einbrecher? Das war jetzt wirklich lächerlich. Auch der Einbrecher ließ ein Schnauben vermerken, er zog mich noch ein paar Schritte zurück. Dann urplötzlich nahm er das Messer von meinem Hals, ich roch meine Chance um wegzurennen. Der Einbrecher ließ es zu und ich rannte zu den Polizisten, wo, wie ich jetzt sah auch Maja und Jill waren. Maja kam sofort zu mir um mich in den Arm zu nehmen und meinen Kopf anzusehen an dem eine Platzwunde klaffte. Die Polizei stellte den Einbrecher und hörte Maja und mich noch an, bis sie uns den Notärzten überließen.

      Mein Kopf pochte, ich konnte mich nicht daran erinnern jemals solche Kopfschmerzen gehabt zu haben und die Fragen der Polizisten hatten das nicht gerade besser gemacht. Es waren zwei Notärztinnen da, die eine kümmerte sich um Maja und die andere eilte so schnellen Schrittes zu mir, dass ich kurz überlegte ob ich zurückweichen sollte. Sie bugsierte mich zu einem der Stühle, die im Innenhof standen. Ein wenig unsicher sah ich sie an. Ich hatte mich selbst noch nicht gesehen, wusste nur dass ich höllische Kopfschmerzen hatte und jetzt am liebsten einfach irgendwo alleine wäre. Nachdem sie mir mit einem kleinen Licht in die Augen geleuchtet hatte schien sie halbwegs zufrieden zu sein. Mit einem kurzen Blick auf meine Schläfe wandte sie sich ab und kramte in ihrer Tasche. „Wie fühlen sie sich denn Mr. Crowley?“ fragte sie mich während sie mir eine Kompresse auf die Wunde drückte um die Blutung zu stoppen. Unglaublich tolle Frage, eine halbe Stunde nachdem einem ein Messer an die Kehle gehalten wurde. Mein Blick schien diesen Missmut wohl zu verraten, sodass die Ärztin nicht weiter nachhakte auf meine Schweigen hin. „Sollte es ihnen morgen schlechter gehen melden sie sich bitte nochmal.“ sagte sie schließlich und schien nun zu überlegen wie sie mich am besten wieder flickt. Sie entschied sich dann die Wunde zu kleben, das war für alle Parteien am angenehmsten. „Wenn die Kopfschmerzen schlimmer werden, können sie sich auch erst mal damit helfen.“ sagte die junge Frau und hielt mir gleichzeitig eine Packung Medikamente hin, die ich ihr abnahm. „Sicher, dass sie nicht reden wollen? Manchmal hilft das.“ besorgt musterte sie mich. Doch ich verneinte dankend. „Gut, dann wären wir fertig.“ Die Ärztin richtete sich auf, nahm ihre Tasche und sagte dann noch. „Ruhen sie sich aus, nicht zu viel arbeiten, heben, etc etc. Vermeiden sie Stress!“ Dann verschwand sie. Die Ärztin, die sich um Maja kümmerte redete noch mit ihr. Maja brabbelte so vor sich hin, kämpfte zwischenzeitlich mit den Tränen. Wenigstens sie konnte sich dadurch etwas lösen.

      Irgendwann stand ich auf und ging ins Haus, wo ich mich aufs Sofa fallen ließ und die Wand anstarrte. Meine Gedanken kreisten, was passiert war hatte ich noch immer nicht ganz realisiert. Irgendwann kamen Jill und Maja gemeinsam rein. „Ich geh jetzt schlafen, ich hoffe ihr seid mir nicht böse.“ sagte Jill. „Hunter, ich hab Maja angeboten heute hier zu schlafen, weil sie doch ziemlich durch den Wind ist. Ihr könnt ja dann klären, wie ihr das macht.“ Dann verschwand sie. Maja stand da und sah mich an. „Setz dich doch, oder willst du auch schlafen?“ fragte ich sie und bot ihr den Platz neben mir an. Maja kam zu mir und setzte sich. Es verstrichen ein paar Momente peinliches schweigen, bis ich mich aufraffte um Kopfkissen und Decke aus meinem Zimmer zu holen und auf das Sofa zu legen, wo ich zuvor noch saß. Maja ließ ein leises „Danke“ vernehmen. „Wenn du noch irgendwas brauchst, meld dich... Das Bad ist da drüben, wenn du Hunger hast fühl dich wie zu Hause.“ Abermals dankte Maja und ich schlich rüber ins Bad um mich Bettfertig zu machen und dann schlafen zu gehen. Müde und kaputt ließ ich mich rücklings auf die Decke fallen.

      Mitten in der Nacht wachte ich von einem zaghaften Klopfen auf. „Ja?“ sagte ich mit bröckelnder Stimme und richtete mich auf, machte das Nachtlicht an. „Kann ich rein kommen?“ - „Ja.“ meinte Stimme festigte sich etwas. Maja kam mit hellwachen Augen ins Zimmer, die Decke, die ich ihr hingelegt hatte fest im Griff. „Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe... ich kann nicht schlafen, ich hab Angst.“ Ich lächelte und wies sie an sich zu mir zu setzen. „Willst du reden?“ Sie schüttelte den Kopf und rückte näher an mich ran um mich zu umarmen. Instinktiv legte ich meine Arme um sie und wog sie einen Moment in Sicherheit.

      Am nächsten Morgen konnte ich mich nicht erinnern, wann ich eingeschlafen war. Maja lag neben mir, in ihre Decke gehüllt wie in einen Kokon. Bemüht leise schlich ich mich aus dem Zimmer und machte mich dann im Bad fertig für den Tag. In der Küche traf ich Jill, die dabei war Frühstück zu machen. Sie grinste mich unverhohlen an. „Was?“ fragte ich etwas genervt und schmiss die Kaffeemaschine an. „Oh, lief nicht so gut?“ setzte Jill nach. „Weiß nicht wovon du redest.“ - „Na... von Maja, hier im Wohnzimmer hat sie jedenfalls nicht geschlafen.“ Ah, jetzt ging mir ein Licht auf. „Sie hat nur Trost gesucht.“ klärte ich meine etwas zu neugierige Cousine auf. „Ja ja, klar.“ sie schnaubte verächtlich. „Jill, da lief nichts und da wird auch nichts laufen.“ versicherte ich ihr und hielt dieses Gespräch damit für beendet. Mein Kaffee war jetzt auch fertig, sodass ich mich ins Wohnzimmer verkroch um meine Ruhe zu haben.

      Nachdem ich meinen Kaffee ausgetrunken hatte machte ich mich direkt auf den Weg in die Stallungen um die Pferde zu füttern, die mich schon sehnlichst erwarteten. Nach der Fütterung begann ich die Boxen zu misten. Nach drei Boxen kam Maja dazu. „Du sollst doch gar nicht arbeiten.“ tadelte sie mich und legte ihr Hand auf meine, die die Mistgabel hielt. Ich drehte mich zu ihr um. „Und wer soll das alles machen? Jill? Du?“ ich zog eine Schnute. „Das passt schon.“ Widerwillig ließ Maja mich weiter arbeiten und ging die Stallgasse entlang in Richtung Koppeln. Mittags war ich mit allem fertig und hatte sogar Slap Happy schon fertig für heute. Als ich Sansa von der Weide holen wollte traf ich wieder auf Maja. „Du willst nicht ernsthaft Sansa reiten, heute?!“ - „Und wer denkst du soll d-“ doch Maja kam wütend auf mich zu und schob mich weg. „Du hast eine Platzwunde am Kopf und willst ein Pony reiten, dass die bei jeder Gelegenheit absetzt?! Wenn du das machst bist du der größte Idiot den ich kenne!“ ihr Stimme wurde mit jedem Wort schriller und überdrehter. Perplex über so viel Aufruhr ging ich wieder weg und nahm mir stattdessen Lamperd als nächstes. Auch mit ihm hatte ich wie immer keine Probleme, allerdings forderte ich heute auch nicht fiel, da es mir tatsächlich nicht so blendend ging. Als ich nach Lamperd noch Ray holen wollte wurde es mir plötzlich so übel, dass ich mich entschied dass er es heute nicht so nötig hatte. Immerhin hat er ja auch noch eine Reitbeteiligung. Etwas benommen setzte ich mich in einen der Stühle im Innenhof und beobachtete Linda und Laura beim Reiten von Race is Hope und Cadiz. Als auch diese beiden den Tag heute beendeten und den Hof verließen wurde es unglaublich ruhig. Ich genoss die Ruhe und nickte immer wieder kurz ein. „Hunter? Alles ok?“ Maja war von ihrem Ausritt mit Iceflower zurückgekehrt. „Ja, ich bin nur eingeschlafen.“.

      „He ihr zwei, habt ihr keinen Hunger?“ Ein paar Minuten später saßen wir alle drei am Esstisch und fielen über das von Jill gekochte Essen her. So schwierig sie manchmal auch war, kochen konnte sie sehr gut. Mir ging es schlagartig etwas besser, wenn auch die Kopfschmerzen nicht verschwanden, sondern sich sogar stetig steigerten. Jill sah ständig von Maja zu mir und wieder zurück, als wolle sie uns irgend etwas mitteilen. Als Maja das bemerkte fühlte sie ihr auf den Zahn, sodass ich nicht umhin kam zu grinsen. „Sagmal Jill, meinst du das jetzt ernst?“ fragte sie und Jill lief knallrot an. „Was denn?“ - „Da läuft nichts, vergiss es. Das haben wir schon vor Tagen geklärt!“ Sie nickte stumm und aß weiter. Maja hatte dafür meinen größten Respekt, Jill zum schweigen zu bringen schaffte nicht jeder.

      Maja stand nach dem Essen gleich auf. „Ich muss jetzt los, sonst wird mir das zu spät. Danke, dass ich die Nacht hier bleiben durfte.“ sie wandte ihren Blick zu mir und lächelte. „Ich begleite dich noch zum Auto.“ sagte ich und stand ebenfalls auf, half noch schnell den Tisch abzudecken und ging dann mit Maja zu ihrem Auto. „Fahr vorsichtig.“ sagte ich und wartete noch bis sie im Auto saß bis ich mich umdrehte um wieder ins Haus zu gehen. Drinnen sah Jill mich dann etwas verwirrt an. „Hörst du das?“ und dann fiel es auch mir auf. Das Auto schien nicht richtig anzuspringen, jedenfalls hörte es sich danach an. Ich eilte wieder raus und sah die verzweifelte Maja immer noch an Ort und Stelle stehen mit ihrem Auto. Hörte sich nicht gesund an, was das Auto so von sich gab. Da Maja ja eh nicht vom Fleck kam ging ich zur Beifahrerseite und setzte mich neben sie. „Na, will er nicht wie du willst?“ meinte ich scherzend und grinste sie an. „Diese verfluchte Dreckskarre!!“ schimpfte sie und schlug ihre Hände gegen das Lenkrad, sah mich anschließend ein wenig verrückt an. „Das Lenkrad kann da auch nichts für... Komm.“ meinte ich und stieg aus dem Auto. Maja blieb sitzen, sodass ich ums Auto kam, ihr die Tür öffnete und mich hinhockte. „Mach dich nicht verrückt, das kriegen wir wieder hin. Aber da jetzt im Dunkeln dran rum zu doktoren wäre das Blödeste was wir tun könnten.“ Ich reichte ihr die Hand und half ihr aus dem Auto. Als wir zurück ins Haus kamen grinste Jill uns schon an. „Das ist ein Zeichen!“ sie lachte. Ich brummte abwertend und ging ins Wohnzimmer, schnappte mir ein Buch über die Vererbung von Genen bei Pferden und versank darin.

      Die nächsten Tage waren langatmig, es passierte nichts großes und das Auto von Maja hatte einen ordentlichen Marderschaden, den ich ohne weiteres nicht reparieren konnte, also hatte ich sie mit unserem Auto nach Hause gebracht und sie kam nur noch tagsüber mit dem Bus, für wenige Stunden. Übrigens hatte Jill die zwei Angestellten zur Unterstützung wieder weggeschickt, da sich herausstellte, dass sie irgendwie mit dem Einbruch zu tun hatten. Wir waren also wieder auf uns gestellt. Drei unserer Stuten waren wir seit ein paar Tagen los, da sie auf dem Heartlandgestüt im Training waren. Allein das war schon eine riesige Erleichterung. Aktuell bereitete ich meine liebste Slap Happy auf die Krönung vor und bin dafür in England bei Catalina Nixon, die jetzt schon seit Monaten unsere Pferde trainiert und von der Jill mehr als begeistert ist. Ich nutzte die Gelegenheit in England zu sein um meine Eltern zu besuchen. Ich war schon lange nicht mehr so glücklich wie gerade. Gerade als ich wieder auf Catalinas Gestüt ankam und mein Motorrad auf die Ladefläche des Bear Brook Trailer fuhr, kam eben jene wieder zurück vom Schnelltraining mit Scheppi. „Bitte sag nicht, du willst mit dem Ding da hier rumfahren!“ fragte sie und ihr empörter Gesichtsausdruck amüsierte mich. „Quatsch nein! Der Transporter ist groß genug, um meine Maschine mit aufzunehmen.“ - „In Ordnung. Bist du bereit für ein wenig Dressurunterricht?“ Ich nickte. Jill hatte mich zu diesem Training verdonnert, da ich als Geländereiter mit Dressur herzlich wenig am Hut hatte bisher. Lediglich Maja hatte ihr Glück an mir versucht, ist aber an meiner Dickköpfigkeit zerbrochen. "Hast du dir denn schon ein Pferd für mich ausgesucht?" fragte ich neugierig und hoffte inständig, dass es ein einfaches Pferd sein würde und keines mit dem ich noch stundenlang diskutieren müsste. Typisch britisch zog sich der über den Mittag noch so schöne blaue Himmel mit dickten Wolken zu. Den Regen konnte man jetzt schon riechen, auch wenn er noch nicht fiel. Alles roch nach nasser Erde.

      23.12.2015
      Kleiner Lagebericht


      Meine Dressurausbildung bei Catalina Dixon ist beendet und es gibt vieles zu erzählen. Schönes, aber auch nicht so Schönes... Ein halbes Jahr lang war ich die meiste Zeit in der UK, kam nur für wichtige Termine nach Deutschland wie zum Beispiel Slap Happys Zuchtzulassung. Vor zwei Monaten ist in meiner Abwesenheit etwas Furchtbares passiert. Jill hatte einen Hirnschlag und ist kurz darauf im Krankenhaus gestorben. Ich war nicht da. Ich bin natürlich sofort nach Deutschland zurückgekehrt, zum einen um Jill zu beerdigen und zum anderen um die Arbeit auf dem Bear Brook EC weiterzuführen. Meine Eltern sind zur Unterstützung aus England hergekommen und haben mir ein ultimatives Angebot gemacht den alten Hof von ihnen zu übernehmen und den in Deutschland zu verkaufen. Nach einigem Hin und Her habe ich das Angebot angenommen und sind wir seit einer Woche in England. Mit Jills Tod habe ich auch wieder angefangen zu rauchen, was die schlechten Nachrichten abschließt. Es gibt aber auch schöne Neuigkeiten. Wir haben einen Reitponyhengst gekauft, Heart of Ocean ist sein Name. Sehr angenehmer Charakter. Für Princess Sansa haben wir auch endlich jemanden gefunden. Da ich von jetzt an viel unterwegs sein werde habe ich Unterstützung für den Hof gesucht und einen Westernfreak gefunden. Steven ist Mitte 30 und der einzige der mit Princess Sansa wirklich zurecht kommt. Außerdem hilft er bei den täglichen Stallarbeiten. Er gehört jetzt fest zum Team und ist mit nach England gezogen.

      Neben unseren Pferden stehen hier auch noch zwei alte Vollblüter meiner Eltern, die euch später noch vorstellen werde. Iceflower, Princess und Bear Totem's Denali sind zur Zeit bei Jackie im Kürprogramm. Cadiz und Mr. Raw Depression gehen stark auf ihre Körung zu oh und Ray möchte ich zudem im Military weiterbilden lassen um mit ihm im Turniersport aktiv zu werden. Was ich selbst erst vor ein paar Tagen erfahren habe ist, dass Jill Slap Happy hat decken lassen, von Lamperd. Das Fohlen müsste im frühen Sommer nächsten Jahres zur Welt kommen. Der einzige zu dem es nichts Neues zu sagen gibt ist Race of Hope, der dunkle Vollbluthengst wird liebevoll von seiner Reitbeteiligung umsorgt und genießt noch die Ruhe vor dem Sturm, bis die Zucht in Gang kommt. Heute widme ich mich speziell Ocean, dem neuen Reitponyhengst. All die Tage hatte ich noch keine Zeit gehabt ihn unter die Lupe zu nehmen. Meine Eltern waren begeistert von ihm, weshalb ich mich davon heute selbst überzeugen wollte. Mit seinen 147cm war er ein recht großes Reitpony. Ich war erstaunt wie selbstverständlich er sich von der Wiede führen und putzen ließ. Da war ich anderes gewohnt von unseren Schützlingen. Auch beim reiten zeigte er sich mehr als vorbildlich. Das Talent für Dressur und Springen spürte ich sofort und testete seine Grenzen. Nach gut einer Stunde war ich mit ihm fertig und stellte ihn recht zufrieden zurück auf die Weide. Er würde mit Sicherheit noch eine große Rolle in der Ponyzucht spielen, wenn er mal soweit ist.
      Cooper gefällt das.
    • sadasha
      27.01.2016
      Nicht viel Neues

      Es hat sich so viel getan auf dem Gestüt in England. Die Trakehner abgegeben habe ich kurz darauf zwei der Reitponys von Catalina übernommen. Beide schon zur Zucht zugelassen, ein Hengst und eine Stute. Pendragon und Arcany, ich kannte sie bereits von meinen Aufenthalten auf ihrem Gestüt und hatte Pendragon sogar einmal unterm Sattel. Außerdem habe ich euch den einzigen Wallach hier noch garnicht vorgestellt. Samson. Er ist ein Tinkerwallach und ein Allroundtalent. Ursprünglich Western eingeritten und in frühen Jahren auch eingefahren wurde er später auch in die englische Reitweise eingeführt. Er hat mich 'früher' viel begleitet und stets treue Dienste erwiesen. Meine Eltern haben auch heute noch viel Spaß an ihm, er wird hauptsächlich gefahren und als Besucher-Pferd genutzt. Heute kam ein neues Pferd auf dem Hof an, eine Vollblutstute: Chuckling Dancing Mess. Jill hätte sie nicht gemocht. Leicht rosa gesprenkelte Haut um Augen und Maul, fast weißes Langhaar und eine golden glänzende Grundfarbe. Nicht gerade pflegeleicht, aber das würden wir schon hinkriegen. Sie hat einen guten Charakter. Sehr aufgedreht, sehr intelligent, sehr schnell. Für ein englisches Vollblut großartig. Meine Eltern sind begeistert von ihr. Steven hat seine Zweifel. Er hat es gerne pflegeleicht, genau wie Jill. Ja, besonders darf es sein, aber nicht pflegeintensiv. Wahrscheinlich ist das auch der Grund für Jill's Liebe zu braunen Pferden in sämtlichen Schattierungen. Pendragon hätte sie geliebt ja... Oh wenn sie gewusst hätte wie toll Mr. Raw Depression sich auf der Körung gemacht hat.
      Gedankenversunken saß ich im Auto, auf dem Weg Ausrüstung für die neuen Pferde zu besorgen. Vor allem an Ponysachen fehlte es auf dem Gestüt. Erst am späten Nachmittag kehrte ich wieder zu Hause ein. Steven hatte Pendragon bereits bewegt, es war seltsam ihn als Westernreiter in einem englischen Sattel zu sehen, aber er hatte sichtlich Spaß daran etwas Abwechslung in seinen Alltag zu bringen und Neues zu lernen. Ein guter Mann. Ein Glücksgriff.
      Mit mir war gegenwärtig nicht viel anzufangen. Die Anprobe der neuen Reitsachen überließ ich so Jamie, eine junge Frau, die sich seit ein paar Wochen um die Ponys kümmerte. Sie ließ sich dabei von meinen Eltern fernsteuern. Sie studiert zur Zeit Tiermedizin. Dass sie sich so diktieren ließ verwunderte mich jedes mal. Während sie Arcany die mitgebrachten Sachen vorstellte ging ich zur Box von Missy, wie ich die neue Vollblutstute nannte. Mit wachen Augen sah sie mich an. Ich hob die Boxentüre zur Seite und trat ein, streichte über die weichen Nüstern, das seidige Fell am Hals. Diese Fellfarbe brachte ein sehr leichtes, dünnes Fell mit sich. Jetzt im Sommer war das kein Problem. Aber an kühleren Tagen wird sie eine Decke brauchen. Ich glaube nicht, dass sie ein ordentliches Winterfell entwickeln wird. Vorsichtig halfterte ich die Stute auf und brachte sie auf eine leere weide, damit sie rennen konnte. Es war schön ihr dabei zuzusehen. Eine Viertelstunde lang stand ich da und beobachtete sie beim Spinnen. Dann ging ich zurück zum Stall, die Boxen waren nun alle leer. Die Pferde versorgt.
      Am nächsten Tag stand ich früh auf, schlang ein schnelles Frühstück herunter, mistete gemeinsam mit Steven die Boxen und brachte dann Race is Hope und CHH' Lamperd zur Rennbahn. Wieder auf dem Hof kümmerte ich mich um Slap Happy, die nun hochtragend war. Lange konnte es nicht mehr dauern bis ihr Fohlen kam. Wir hatten bereits einen Interessenten für das Fohlen, der es rassegerecht aufziehen würde. Steven hatte sich nach der Stallarbeit Princess Sansa geholt und so beschloss ich mit Bear Totem's Denali auszureiten. Sie hatte sich toll entwickelt und schon einige Turniererfolge eingeholt. In Deutschland war sie immer eher das graue Mäuschen, das niemand beachtete. Hier in England war man begeistert von ihr. Braune Pferde sah man hier zu Hauf, aber ein Blue Roan Vollblut war etwas besonderes. Auf Ausritten mit ihr wurde man ständig angesprochen, was für ein tolles Pferd sie doch sei. Ja das war sie auch, die ausgeglichenste Vollblutstute im Stall. Ausgeglichener als Slap Happy. Jamie war mittlerweile auch eingetroffen und kümmerte sich um Arcany, Pendragon, Iceflower und PFS' Heart of Ocean. Damit war sie den ganzen Tag beschäftigt. Jedes mal wenn ich sie traf, hatte sie ein anderes Pony zwischen. Nach der Mittagspause hatte ich nur noch Mr. Raw Depression vor mir. Auch mit ihm ging es ins Gelände, allerdings nicht für einen Ausritt. Wir trainierten fürs Military. Gut eine Stunde hatte ich ihn zwischen, bis ich ihn auf die Weide entließ, Samson im Vorbeigehen grüßte und schließlich die beiden Renner von ihrem Training abholte und ebenfalls verabschiedete. Feierabend! Seit Wochen hatte ich nichts mehr von Catalina gehört. Nichtmal ein „Hallo.“ schrieb sie mir. Langsam hatte ich die Vermutung, dass etwas nicht stimmte. Abermals versuchte ich sie telefonisch zu erreichen, doch wieder hob niemand ab. Wieder ging ein Tag zu Ende ohne nennenswerte Veränderungen.
    • sadasha
      05.03.2016
      Das erste Fohlen

      Es ist gerade einmal zwei Wochen her, das ich mit zwei meiner Pferde in Kanada war. Zwei Wochen und es wahr keine leichte Zeit dort. Immer wieder nahm ich Kontakt zu meinen Eltern in England auf um zu hören wie es Slap Happy ging. Die hoch tragende Vollblutstute machte sich prächtig. Erst als ich heim kam fing sie an schwierig zu werden. Sie war unerfahren, launisch. Schon zwei Tage vor dem eigentlichen Abfohlen verbrachte ich die meiste Zeit an ihrer extra großen Abfohlbox. Immer wieder dachte ich es sei gleich so weit. Miss Chattahoochee stand mir dabei zur Seite und mit ihrer Hilfe brachte Slap Happy nach zwei unendlich langen Tagen ohne Schlaf ein im ersten Augenblick sehr zerbrechlich wirkendes Rappfohlen zur Welt. Es war eine Stute, fast gänzlich schwarz und zierlich gebaut. Nach ein paar unbeholfenen Aufstehversuchen stand sie auf ihren unendlich langen Stelzen und suchte instinktiv den Weg zur Milch. „Na das sieht doch großartig aus.“ sagte ich mehr als stolz. Es dauerte fast zwei Stunden, bis ich mich abwenden konnte und der Schlaf mich nun doch übermannte.
      Cooper Chattahoochee begleitete uns durch die erste Zeit und führte alle wichtigen Fohlenuntersuchungen und -impfungen selbst durch. Es stand schon während Slap Happys Tragezeit fest, dass sie allergrößtes Interesse an diesem Fohlen hätte. Immerhin ist es der erste Nachkomme ihres ehemaligen Hengstes CHH' Lamperd, der nun in meinem Besitz war. Dass es dann auch noch eine lackschwarze Stute war, war es komplett um sie geschehen. Ich muss gestehen, dass auch ich überwältigt war von der Eleganz die dieses junge Pferd mit sich brachte und es war faszinierend die Entwicklung beobachten zu können. Es war immer wieder etwas ganz Besonderes. Man kann sich einfach nicht satt sehen an überheblichen Luftsprüngen, abgedrehten Spurts und liebevollen Schmuseeinheiten zwischen Fohlen und Stute. Ein halbes Jahr lang konnten die beiden ihre Zweisamkeit genießen, bis die kleine Stute, die wir Glamour of Death tauften, absetzten.
      Es war herzzerreißend wie die beiden nacheinander riefen und ich war mir sicher man würde uns der Tierquälerei beschulden, hätten wir direkte Nachbarn.
      Eine Woche dauerte es bis beide sich beruhigten und unabhängig voneinander wurden. Erst jetzt rief ich Miss Chattahoochee wieder nach England für den letzten Aufenthalt auf dem Bear Brook EC. Dieses mal nahm sie Glamour mit zu sich nach Hause. „Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft!“ verabschiedete ich mich und fuhr ein letztes mal durch die seidige, schwarze Mähne des sichtlich gewachsenen Fohlens. Zusammen mit einem hochwertigen Lederhalfter, einem dazu passenden Strick, den Papieren und ein paar Fotos, die wir in der letzten Zeit aufgenommen hatten, verließen Cooper und Glamour den Hof.
      „Eigentlich hätte ich Cooper ja aus Kanada direkt mitnehmen können nach England.“ dachte ich im Nachhinein.
    • Cooper
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      Tierärztliche Untersuchung, Immunisierung| Pferde des BearBrook ec
      Mein nächster Auftrag führte mich nach England, Lincolnshire, um genau zu sein. Mein Auftraggeber, Hunter Crowley. Wir waren relativ gute Bekannte und unsere Gestüte arbeiteten des öfteren zusammen. Er hatte damals Lamperd gekauft und das erste Nachkommen sollte meins sein. Und das war es auch. Vor einem halben Jahr war ich schon mal dort, um mich um die Geburt von dem Fohlen zu kümmern und natürlich um Slap Happy. Die Geburt dauerte anstrengende und schlafraubende zwei Tage, jedoch ohne Komplikationen. Ich hatte der trächtigen Stute damals einige Schmerzmittel gegeben und führte eine direkte Nachuntersuchung durch. Da es ihr erstes Fohlen war, war es normal das sie zuerst etwas apathisch benahm. Aber als sie ihr kleine kleine Prinzessin sah, war auch dieser Teil des 'Schocks' schnell vergessen. Es war immer wieder wundervoll bei einer Geburt dabei zu sein, jedoch war es diesmal was überaus besonderes gewesen. Da ich einige Tage auf BearBrook ec verbrachte konnte ich auch sofort eine neugeborene Untersuchung durchführen, mit allen wichtigsten Tests, sowie Immunisierungen. Ich konnte bei dieser Untersuchung bei der kleinen Rappstute keine negativen Auffälligkeiten finden und auch die Immunisierungen vertrug sie prächtig. Auch Slap Happy kümmerte sich wunderbar um ih Fohlen, was nicht immer selbstverständlich war, vor allem bei Vollblütern. Nach den schönen Tagen verschwand ich nochmal in den Hintergrund und lies die getaufte 'Glamour of Death' Fohlen sein.

      Dieses mal aber kam ich aber um die kleine ab zu holen und um mich um die anderen Pferde zu kümmern, es standen nämlich Immunisierungen und Grunduntersuchungen an. Als ich ankam wurde ich zuerst sehr nett begrüßt und wir schauten selbstverständlich erstmal nach Glamour. "Sie ist so wunderschön, das haben Slap Happy und Lamperd toll gemacht" lächelte ich. "Alllerdings" erwiederte Hunter und führte mich dann in den geräumigen aber gemütlichen Stall. Zuerst kümmerte ich mich um einen Wallach namens Samson. "Meine Güte, ist der Fluffig". Hunter lachte. Ich begrüßte den stämmigen Kerl und unterzog ihm erstmal die Vitalzeichenkontrolle, dann folgte die Abtastung des Körpers und die Untersuchung der Reflexe. "Alles supi". Dann spritze ich ihm noch die Immunisierungen für das halbe Jahr. Ich hatte das Gefühl das er es noch nicht mal spürte dass da grade etwas pickste. Nur ein regelrechtes Muskelzucken lies mich denken das er doch, ganz vielleicht, was verspürt hatte. Was er nicht mochte war die Wurmkur, aber wer mag die auch, egal wie viel süße Sachen man dazu gibt, es schmeckt für Pferde einfach widerlich. Weiter ging es nach der Belohnung mit Chuckling Dancing Mess. "Was ein Name". Hunter war inzwischen Slap Happy und ihr Fohlen von der Weide holen. Ich wiederholte den Vorgang den ich bei Samson machte bei der Vollblutstute und kam dann zu Slap Happy. "Hallo süße" sagte ich und sie schnaubte mich erstmal an. Sie fand es nicht so toll das ich in die Box von ihr und ihrem Kind kam, konnte sich dann aber doch damit abfinden. Auch hier untersuchte ich die Vitalzeichen beider Stuten und schaute nach weitern Auffälligkeiten. bei Glamour schaute ich nochmal besonders hin und unterzog ihr auch einige Tests die führ Fohlen wichtig sind, sowie Beugproben, abtasten der Muskeln und Knochen etc. "Alles perfekt, Glamour wird dem Namen Vollblut sehr gerecht". Glamour war nun alt genug für die Fohlenlähmungimpfung und auch Slap Happy's Immunierungen, sowie Wurmkur, frischte ich auch. Ich lobte die Beiden und kam dann zu einer besonders schönen Stute, Bear Totem's Denali, bekannt aus dem Grund, dass sie unglaublich viele Erfolge zu bieten hatte. Es war mir wirklich eine Ehre sie behandeln zu dürfen und danach ging es zu Mr.Raw.Depression. Beides waren wundervolle Pferde, und auch hier war nach der Untersuchung keinerlei negativen Aspekte zu finden, dennoch war es mit den Immunisierungen und den Wurmkuren nicht sehr leicht. "Was will man bei Vollblütern auch anderes erwarten" sagte Hunter. "Allerdings" lachte ich. Simon war in Kanada geblieben und kümmerte sich dort um alles. Er war ein wenig eifersüchtig das ich alleine gefahren war. Er wusste das Hunter ein gut aussehender Kerl ist und sein Anwesen sowie der Besitz von bedeutungsvollen Vollblütern und die enge Zusammenarbeit, machte ihm es ja nicht leichter. Aber sie verstanden sich das letzte mal aber sogar sehr gut und Simon wusste auch das ich in dieser Hinsicht niemals an sowas denken würde, das tat ich auch nicht. Hunter war einfach, ein guter Kerl. Jetz kam ich zu Lamperd. "Ohwww...Hallo mein süßer" sagte ich und umarmte ihn. Etwas verwirrt schaute der Hengst mich an, beugte sich aber dann nach unten und begrüßte mich mit einem lauten Schnauben. Er hatte sich prächtig entwickelt. Ich wiederholte den gleiche Prozess bei dem Overo Hengst und landete dann bei den Deutschen Reitponys. Die erste war Arcany. Diese kannte ich auch, dennoch nur vom Namen. Dann zu, Princess Sansa, Iceflower, Pendragon und PFS' Heart of Ocean. Bei allen schaute ich nach den Vitalzeichen, tastete den Körper ab, Kontrollierte extra Reflexe, Ohren, Nüstern, Schleimhäute und Mundbereich und unterzog ihnen die Immunisierungen sowie Wurmkuren. "So, ich hab euch genug gequält". Ich konnte alle Pferde ausgiebig belohnen und Hunter war um zwanzig Äpfel ärmer. "Erstmal Pause" sagte er und wir verschwanden ins Gutshaus.


      Im Gutshaus erledigten wir einigen Papierkram, inklusive des Kaufvertrags von Glamour of Death. "Wir haben acht Uhr, ich glaube langsam wird es Zeit sie fertig zu machen". Etwas traurig schaute mich Hunter an und nickte. Wir bereiteten alles vor und ich kontrollierte nochmal ob mit Glamour alles stimmte. Wir versuchten ihr es so angenehm wie möglich zu machen, dennoch war es logisch das die kleine Angst hatte. Ich hatte zum glück ein kleines Team dabei, die sich um das fachliche kümmerten, somit konnte ich mich um das Stutfohlen kümmern.
      "Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft" sagte Hunter und verabschiedete uns.
    • sadasha
      07. Mai 2016
      Hufschmiede Glorieas
      Großauftrag für 13 Pferde
      Heute kam der erste Großauftrag von einem Mister Crowley. Er hatte 13 Pferde die einen Hufschmied bräuchten. Gestern erst rief er mich aus England an und fragte ob ich kurzfristig kommen könnte. Darum machte ich mich am Abend noch auf den Weg nach England. Ich flog mit der letzten Maschine, in England hatte ich einen netten Kollegen der mir sein gut ausgerüstetes Mobile Hufschmiedwerkstadt lieh. Ich musste nur die Materialien die ich benötigte ersetzen, aber das war vollkommen okay.
      Mein Flug war okay, und holte um 6:30 das versprochene Hufschmiedauto und fuhr dann direkt zu mstr.Crowley. Ich war leicht aufgeregt, denn ich wusste nicht, wie er reagieren würde, wenn plötzlich eine Frau vor ihm stehen würde. Der Beruf ist sehr männerlastig. Ich kam gegen 7:30 an und wurde von einem charmanten gut aussehenden Hunter Crowley.
      Nach unserer kleinen vorstellungsrunde begann ich zuerst mit Heart of Ocean. „ Er ist seit neuestem schwierig mit fremden Menschen, hatte was Schlechtes erlebt. Hab aber leider keine Zeit um dabei zu sein!“ hörte ich noch die neben Info von Hunter. „ Keine Sorge, ich krieg das hin!“ sagte ich und beschloss mit dem schwierigsten anzufangen. Ich baute alles auf und holte mir dann den Rapproanhengst Heart of Ocean.
      Schon in der Box kam er mit angelegten Ohren auf mich zu, doch ich bemerkte natürlich dass er zwei seiner Beine nie richtig belastete. „ Na was hast du für ein Problem süßer!“ redete ich ruhig auf ihn ein. Geduldig wartete ich ab bis er sich beruhigte und legte gekonnt sein halfter auf. „Na komm mal mit! Lass mich das Ansehen!“ ich tat so als würde Ocean mich verstehen und lief zu meinem Arbeitsplatz. Nun vom ersten Blick sahen die Hufen zwar gepflegt aus, aber ziemlich abgenützt aus.
      Ich hob das linke Vorderbein und schaute es mir genauer an. Bald entdeckte ich die stelle die sich entzündet hat und eine Quetschung. „Er hat eine Pododermatitis, das ist eine Huflederhaut Entzündung, dies kann viele Ursachen haben, matschiges Paddock, Dreck, falsche Pflege der hufe, zu langes Reiten auf hartem Untergrund und vieles mehr. Sie sollten ihn jetzt ein paar Tage schonen, am besten kein Training bis es wieder verheilt ist, das ist schmerzhaft, sollte er immer noch schmerz anzeigen, würde ich empfehlen einen Ta für einen Schmerzspritze zu rufen. Bei gründlicher Pflege und Reinigung, sollte das in ein paar Tagen verheilt sein. 2x täglich das Bein 10 Minuten lang mit kaltem Wasser kühlen.!“ Sagte ich zu einem Stallburschen Dieser verzog die Mine leicht sagte aber dann dass er das weiterleiten würde. Ich kürzte dann die restlichen hufen, und entlies Ocean in seine Box und holte mir das nächste Pferd. Diesmal war es ein Tinkerwallach namens Samson. Ich kontrollierte zuerst seine hufe. Diese waren in Ordnung, nun raspelte ich sie etwas kürzer und hinten sollten sie Allu eisen bekommen. Da er viel auf harten untergründen gefahren wird, würde ich für ein Stolleneisen entscheiden, da kann man wenn nötig noch 2-4 Stifte reindrehen, damit das Rutschgefahr verringert wird. Also suchte ich seine Größe heraus und begann mich an die Arbeit Den Ofen schon angeschmissen suchte ich die Größe von Samson. Nun legte ich die Eisen eine Weile in den 100 Grad heißen Ofen, und als diese dann soweit waren hielt ich es an Samsons Huf. Es qualmte und das verbrannte Horn stank bestialisch. Samson stand still und so ging meine Arbeit sehr schnell voran, der letzte Nagel sitzt und ich betrachtete Samson noch einmal. Ich hatte noch nie einen Auftrag bekommen, die Pferde hinten zu beschlagen. Nach langen eigenen Recherchen fand ich heraus, dass es einige aber jedoch wenige Pferde gab die von hinten beschlagen wurden, deshalb war es für mich dann nicht mehr so abstrakt. Nun fettete ich noch die Hufen von Samson ein und konnte mich dem nächsten Pferd widmen.
      Als nächstes kam eine chuckling dancing mess, Missy wie sie von allen genannt wurde, war eine goldfarbende Englisches Vollblut. Da sie Barhuferin war, musste ich keine Eisen vorbereiten. Ich ließ mir die Stute vorlaufen und entdeckte keine Fehlstellung. Sie waren etwas zu lang, aber das war kein Problem. Ich fing mit dem ersten Bein an und arbeitete ruhig weiter nach hinten. Missy hielt brav still und ich lobte die 6 jährige Stute. Die Hufzustand waren sehr gut. Wenn der Abnützung so bleibt bräuchte sie nicht beschlagen werden zu mindestens jetzt nicht. Nach ca. 20 Minuten war ich auch mit ihr fertig und als nächstes kam Slap Happy. Die junge Vollblutstute raubte mir den Atem. Ich hatte sie auf einer Stutkörung gesehen und nun stand sie da und sollten die hufen gemacht bekommen. Ich strich der hübschen stute übers Fell und schaute mir ihre Hufen an. Sie waren in Ordnung etwas lang, aber das war bei Mutterstuten häufiger der Fall, da das Fohlen aber bereits abgesetzt wurde, bekam happy nun ihre Maniküre. Happy ließ sich das nur wiederwillig gefallen. „ Normalerweise ist sie nicht so“ meinte Hunter zu mir. Ich erklärte ihm dass die meisten Pferde nach der Geburt ihres erstens Fohlens ihre Charaktereigenschaften verbessern oder gar verschlechtern können. Und das es für mich kein Problem war. Nun war auch Happy fertig und sie konnte wieder in ihre Box. Nun kam einer der Stallburschen mit einem schönen AraberHengst. Auch ihn ließ ich Vortraben und beobachtete genau wie er läuft. Mit hocherhobenen Hauptes und Schweifes präsentierte sich der Braunschecke. Er wusste wie. „ Das ist Majd, ein aus Saudi-Arabien gezogener 2 Jähriger Araberhengst!“ erzählte mir hunter stolz. „ Das soll ein Hengst sein?“ fragte ich etwas ironisch gemeint, denn der Hengst stand gelassen still da obwohl gerade eine sichtlich rossige stute vorbeigeführt wurde. Nun hob ich seinen ersten Vorderhuf und sah mir es genau an. „ Die hufen sind etwas trocken, fett müsste reichen!“. Gab ich neben bei meine Meinung kund. Seine Hufen waren sonst sehr gut gepflegt, ich musste auch nicht viel wegnehmen. Ich arbeitete routiniert meine Arbeit und da der Hengst so brav stand waren wir auch schnell fertig. Und das für einen 2 jährigen. „ Wie machst du das? Hast du Tipps?!“. In meiner Karriere als Schmiedin lernte ich einige 2 jährige kennen die nicht so artig still standen. „ Er liebt Pfefferminze! Ich hoffe du hast welche!“ bemerkte hunter grinsend als er sah das ich ihn loben wollte. Natürlich hatte ich welche dabei. Mjad nahm das Leckerli an und kaute zufrieden und genüsslich rum nun konnte er wieder in seine Box. Nun kam eine DRP Stute namens Eismärchen.“ Sie ist von Geburt an auf einem Auge Blind!“ erklärte mir Hunter. Ich ließ sie mir kurz Vortraben und sah dass alles in Ordnung war. „ Also mit den Hufen hat sie nichts! Gut gewachsen, richtige Stellung, jetzt nur noch 1-2 cm wegnehmen und dann ist sie da wieder fit!“ lächelte ich. Gesagt getan. Ich machte mich ans Werk. „ Nach der Stute trinken wir einen Kaffee!“ sagte Hunter und grinste mich an. Ich sah kurz auf die Uhr, ich war schon, 3h am Werk, wie die Zeit verging. Eismärchen stand brav da und knabberte hin und da mein Hosenbund an. Endlich kam ich am letzten huf an und hunter ging in die Küche um den Kaffee aufzusetzen. Nun da Eismärchen fertig war, wusch ich mir die Hände und ging in die Küche. Dankend nahm ich die heiße Tasse Kaffee entgegen. „ Du Joicy, was ich….. fragen wollte, Bildest du auch aus? Würdest du mich als Lehrling nehmen?!“ fragte mich Hunter. Ich blickte kurz auf nahm einen Schluck meines Milchkaffees und setzte diese ab. „ Ja ich darf ausbilden, und eigentlich arbeite ich gerne alleine, ich wurde schon zu oft enttäuscht, du setzt da viel Herzblut rein, um dann von anderen gehört zu kriegen wie streng oder scheiße ich sei!“ Kurze Pause. „ Aber wenn du wirklich willst und du dich einen Monat ins Zeugs legst dann würde ich nochmal eine Ausnahme machen. „ Ich werde dich nicht enttäuschen!“ sagte mir hunter. „ Na dann legst du mit dem Rest hier mit an! Sagte ich und Stand auf als nächstes kam die tragende Bear Totem's Denali an die Reihe. Ich ließ mir die Stute Vortraben. „ Was siehst du?!“ fragte ich meinen neuen lehring. „ Das sie Risse im huf hat? Und einen B..Bockhuf?!“ kam zur Antwort. Das war recht gut, denn genau das gleiche hatte ich auch festgestellt. „ Die risse sind nicht schlimm mit einer speziellen Knetmasse kleben wir diese zu nachdem wir sie ausgeschnitten haben!“ erklärte ich. Sorgfältig machte ich den ersten Vorderhuf und den Hinterhuf, zeigte hunter wie das ging, und die zweite Seite machte er mit meiner Hilfe. Beim ausschneiden stellte er sich etwas tollpatschig an und schnitt sich mit dem Hufmesser in den Handballen, wie man sowas schaffte wusste ich nicht. Nun da hunter sich verletzt hatte schaute er einfach zu und ich machte Denali fertig. Dann drückte ich die Knetmasse ein und fettete die hufen ein. Nun kam der englische Vollbluthengst Mr. Raw Depression an der Reihe. Seine Hufen waren in Ordnung, ich musste nur einige ausgefranste stellen korregieren und fette auch diese ein. Der Hengst war atemberaubend, ob er wohl auf meine gekehrte Trakehners tute Musical Star sollte wäre wirklich eine Überlegung wert. Nun nachdem Raw brav war bekam er ein Leckerli und nun kamen wir zum vorletzten Pferd CHH' Lamperd. Von ihm hatte Vorbesitzer des Gestütes Van Helsing ein Nachkommen aus Star gezogen. Und es war eine gute Entscheidung. Der kleine entwickelte sich prächtig. Auch lamperd´s hufen waren schnell gemacht und so kamen wir zum letzten Pferd einen Tinkerhengst namens Areion. Auch er sollte hinten allu eisen bekommen. Hunter wärmte den Ofen auf. Ich erklärte ihm warum ich gerne heiß beschlage. „ Es gibt zwei verschiedene Beschlag Arten. Kalt beschlag verwendet man häufiger bei Isländern oder jungen Pferden, oder auch welche die Rauch und Feuer nicht abkönnen, hat einen Nachteil, wenn du den huf ausschneidest, entstehen kleine Luftbläschen und diese bleiben auch beim kaltbeschlag bestehen, und so fällt das eisen schneller ab. Beim heißbeschag, macht man das eisen zuerst heiß, ca. 70-100 Grad, legt es auf das Horn, das eisen brennt sich in den huf ein und verschließt diese Bläschen, und so verlieren die Pferde weniger die eisen!“ nun schnitt ich die hufen aus, und hunter gab mir von Anhieb an, die richtige Größe des Eisens. „ Ein Naturtalent!“ lachte ich. Es machte mehr Spaß wenn man zu zweit ist das musste ich eingestehen. Um 16:15 war ich mit dem letzten Bein fertig. Und so konnte ich mich auf dem Weg nachhause machen.
      10.457 Zeichen | by Elsaria | Hufschmiede Glorieas
    • sadasha
      21. Mai 2016
      Ein derber Rückschlag

      Im Grunde wusste ich ja schon, dass es mit Catalina jetzt schwieriger werden würde. Jetzt wo sie schwer krank war. Jetzt wo ich von ihrem Seitensprung wusste. Aber der Anruf den ich gestern bekam, gerade als ich mit dem Beschlagen eines Pferdes fertig war, riss mich vollends aus der Fassung, die ich mir so hart erarbeitet hatte die letzten Wochen. „Deine Freundin ist gestorben, Hunter. Willst du nicht herkommen? Die Ärzte geben uns keine Details.“ hieß es da und die Worte schallten noch so deutlich in meinem Kopf, dass sie mich abermals betäubten, wenn ich nur daran dachte. Zum Glück saß ich, sodass mir das flaue Gefühl, dass sich nun auftat, egal sein konnte. Umkippen konnte ich nicht und in der Sitztasche vor mir waren Beutel für den Fall der Fälle, dass ich mich übergeben müsste. Dann die Ansage der Crew, dass wir in wenigen Momenten landen würden. Da ich mich nicht abgeschnallt hatte über den kurzen Flug von Deutschland nach England, kümmerte mich das monotone Gerede nicht.

      Eine halbe Stunde später war ich in Phase Zwei, auf dem Weg zurück in die Heimat: Lincolnshire. Die Zugverbindungen waren so grottenschlecht und über alle Maße überteuert, dass ich mir den Luxus ein Taxi zu nehmen gönnte. Der Taxifahrer warf immer mal einen verunsicherten bis besorgten Blick zur Seite und sprach mich, als das Navi die Ankunft in 5 Minuten ankündigte, doch noch an: „Sir, ist alles in Ordnung? Sie wirken bedrückt.“ fragte er höflich und wusste das sehr zu schätzen. Ich schenkte ihm zur Besänftigung ein kleines Lächeln. „Alles okay. Tut mir leid, dass ich so schweigsam bin.“ Den Rest der Fahrt redete mein Fahrer ununterbrochen. Es beruhigte ihn sichtlich und so war ich ihm nicht böse, auch wenn ich ihm nicht wirklich zuhörte. Ich dachte an Nichts. Zumindest versuchte ich das. Die Leere, die seit dem Anruf in mir herrschte breitete sich in solchen Momenten schneller aus als normal. Dann endlich sah ich die Einfahrt meines Hofes. Höflich wie ich war bedankte ich mich für das Gespräch, gab ein gutes Trinkgeld und stieg aus.

      Auf dem Hof wirkte ein reges Treiben. Dass hier zwei Personen fehlten würde man nicht bemerken, wüsste man es nicht. Gine und Isaac hatten ihre Meute im Griff. Ruby war gerade mit Denali und ihrem Fohlen, dass ich dank meiner Abwesenheit verpasst hatte, auf dem Springplatz beschäftigt. „Hey Honey!“ - „Mom.“ Meine Mutter schnellte mit erhobenen Armen zu mir um mich direkt in den Arm zu nehmen. So fest, dass ich diese Liebkosung abbrach. „Ist gut.“ Besorgt sah sie mich an. Das tat heute jeder.
      Aber die Tatsache außer Acht gelassen, dass ich ein unfassbar schlechtes Gewissen gegenüber Catalina hatte, der ich nicht zur Seite stand in ihren letzten Stunden, ging es mir gut. Ich war nicht mal traurig. Natürlich auch nicht glücklich, ich fühlte einfach... Nichts. „Komm rein, ich hab Essen gemacht. Du hast wieder abgenommen!“ Wieder warf sie einen besorgten Blick auf mich, diesmal musterte sie mich kurz von oben nach unten. Ich ließ mich ins Haus bugsieren, wo mein Vater gerade fertig mit dem Essen war. „Gut dich zu sehen, Junge!“ Ich nickte. Meine Eltern waren überfürsorglich. Sie hatten ihre Gründe, aber im Moment hielt ich das für unnötig. Noch bevor ich saß, hatte meine Mutter mir einen Teller fertig gemacht und vor die Nase geschoben. Nach Essen war mir nicht zu Mute und so stocherte ich lediglich ein wenig herum, bis meine Mutter mir nach einer halben Stunde den Teller wieder abnahm und ihn so verpackte, dass ich ihn mir sollte ich doch Hunger bekommen, wieder warm machen konnte. „Was willst du jetzt machen?“ fragte mein Vater schließlich und unterbrach damit die herrliche Stille der letzten vierzig Minuten. „Ins Krankenhaus fahren.“ Mit den Worten stand ich auf und warf einen Blick aus dem Fenster. Es war trocken und noch immer hell draußen. Zwar kündigte sich schon lange der Herbst an, so war es dennoch noch nicht zu spät das Motorrad zu nehmen. Sowohl mein Vater, als auch meine Mutter sahen mich entsetzt an, als ich mich wieder zu ihnen wandte. „Was?“ fragte ich verwirrt und verließ das Zimmer ohne eine Antwort abzuwarten. „Fahr vorsichtig!“ rief mir Mutter hinterher.
      Auf dem Weg nach draußen schnappte ich Schlüssel, Jacke, Handschuhe und Helm vom Flur auf und machte mich vor meiner Maschine fertig.

      Etwa zwanzig Minuten später stand ich an der Rezeption im Krankenhaus. „Ich würde gerne mehr über Miss Dixon's Tod erfahren. Ich bin- ...ich war war ihr Partner.“ Die Frau musterte mich kurz, war einen Blick auf ihren Bildschirm und tippte irgendwas in ihre Tastatur. „Tut mir leid, ich darf Ihnen keine Auskunft geben. Nur Familienangehörige.“ Ich brummte unzufrieden. „Wo finde ich ihren Arzt?“ Die Dame sah mich vielsagend an. „Aber Sir. Haben sie Kontaktdaten von Miss Dixons Angehörigen?“ Einen Moment lang spielte ich mit dem Gedanken die Gelegenheit auszunutzen. Sie bekommt Kontaktdaten, ich bekomme Antwort auf meine Frage. Dabei hatte ich nicht mal Kontaktdaten. Darüber hatten wir nie gesprochen. „Konnten Sie niemanden erreichen?“ fragte ich entgegen meines Planes. Die Dame nickte eifrig. „Doch doch, ein paar haben wir erreicht. Aber man weiß ja nie.“ Merkwürdige Antwort. Dann sah ich den Arzt vorbeilaufen, von dem ich wusste, dass er Catalina behandelt hatte. Ich lief ihm hinterher und hielt ihn schließlich an. „Dr. bitte, einen Moment nur.“ bat ich und er hielt inne. „Was genau ist mit Miss Dixon passiert? Sie wissen schon, die schwer CF kranke Frau?“ Der Mann seufzte und sah mich durchdringend an. „Erstens, darf ich Ihnen dazu nichts sagen, außer dass sie gestorben ist. Zweitens, sollten Sie es vielleicht bei den Angehörigen versuchen. Sie sind wohl im Hotel gleich gegenüber, hab ich gehört. Und Drittens, sollten sie dringend schlafen, sie sehen nicht mehr gesund aus.“ Wieder einer dieser besorgten Blicke. „Danke.“ sagte ich und lächelte nun tatsächlich, ganz ehrlich. Endlich eine gute Nachricht. Als wäre ich dabei einen Termin zu verpassen, rannte ich den kompletten Weg aus dem Krankenhaus und orientierte mich dann kurz um das Hotel ausfindig zu machen. Es gab nur eines hier und so ging ich zu Fuß rüber und fragte nach Dixon. Man leitete mich weiter und schließlich stand ich vor drei Personen, die mich ein wenig misstrauisch ansahen. „Hi.“ unangenehmer konnte diese Situation kaum sein. „Sie sind Verwandte von Catalina Dixon?“ fragte ich zögerlich und bekam ein ebenso zögerliches Nicken zurück. „Und wer sind sie?“ fragte der einzige Mann in der Runde. „Hunter Crowley.“ sprudelte es aus mir heraus. „Ehm, Catalina's Freund.“ fügte ich schnell hinzu, als eine der Frauen eine Augenbraue hob. Jetzt schienen sie etwas mit mir anfangen zu können, was nicht hieß, dass sie offener wurden. „Gut, chrm... Ich wollte auch nur fragen wann ihre Beerdigung ist.“ log ich und bekam prompt eine Antwort, bevor sich alle drei wieder abwandten. Unzufrieden mit diesem Resultat verließ ich das Hotel wieder und fuhr zurück nach Hause um dort gleich müde ins Bett zu fallen.

      „AUFSTEHEN!! Aufstehen, aufstehen, Auuuufsteheeen!“ jemand rüttelte mich grob wach und hielt mir schließlich seine eiskalten Finger an die Wange. „Los jetzt, mach dich fertig!“ Gine... Wiederwillig richtete ich mich auf. „Was ist denn los?!“ - „Slap Happy's Fohlen kommt, das willst du ja wohl nicht verpassen oder?“ Sofort war ich hellwach. Nein, ihr Fohlen wollte ich unter keinen Umständen verpassen! Schneller als Gine gucken konnte war ich angezogen und lief runter in den Stall. Tatsächlich, meine braune Stute lief in ihrer Box Runden und sah immer wieder zu ihrem Bauch. „Geh noch nicht rein.“ riet Gine mir und so wartete ich geduldig vor der Box, bis Slap Happy sich den Wehen ergab und zu Boden sank. Gerade als ich die Boxentüre aufschieben wollte griff Gine erneut ein: „Warte noch, es kann sein, dass sie sich nochmal umentscheidet.“ ernst sah sie mich ab und nahm meine Hände von der Türe. 'Umentscheidet'... sowas macht meine Slap Happy nicht... Nie. „Siehst du!“ - Verdammt! Für einen kurzen Moment hatte ich tatsächlich geglaubt meine Stute in diesem Punkt zu kennen. Die große Braune stand wieder, den Kopf gesenkt, als würde sie überlegen was sie nun tun sollte. Ein zwei Schritte ging sie nach vorne und sank dann wieder zu Boden. Einige Minutenlang lag sie komplett auf der Seite, bis sie sich noch einmal halb aufrichtete um zu ihrem Bauch zu sehen. „Gut, wir können jetzt rein. Sie wird denke ich nicht mehr aufstehen.“ - Gine schob die Türe auf - „Kann ich helfen?“ der irische Akzent verriet mir, dass Isaac gleich hinter mir stand. „Vielleicht.“ sagte Gine knapp und prüfte fachmännisch die Lage. Dafür, dass sie sonst immer sehr aufdringlich und kommunikativ war, war sie jetzt ausgesprochen ruhig und professionell. Isaac und ich kamen in die Box und schoben die Türe zu. Ohne überhaupt zu fragen schritt ich zum Kopf meiner Stute, hockte mich hin und fing an sie zu kraulen. Am Hals, an den Ohren und schließlich strich ich mit der flachen Hand über ihr hübsches Gesicht. Isaac sah sich die Lage von hinten. „Also in Irland... Da machen wir das anders.“ fing er lachend an zu erzählen um die Spannung zu nehmen. „Da kommen die tragenden Stuten auf die Weide un-“ - „Halt-die-Klappe!“ fauchte Gine ihn an. „Da kommt es!“ Ein breites Grinsen schlich sich auf ihre Lippen und als es ihr möglich war griff sie beherzt die Füße des kleinen Pferdes und erleichterte meiner Stute so das Abfohlen. „Es liegt super, sie macht das toll!“ - „Ist ja auch nicht ihr Erstes...“ brummte ich; zu leise, um von den beiden gehört zu werden. Es vergingen gefühlte Stunden bis das Fohlen mit einem letzten Schub den Mutterleib vollends verlassen hatte. Es war durch und durch braun, ein Hinterhuf erstrahlte aber in hellem Beige und etwas versetzt von der Mitte der Stirn fanden sich ein paar einzelne weiße Härchen. Es war ein Hengstfohlen, das ich mir schöner nicht hätte erträumen können. „Der dunkelt bestimmt noch nach, wenn er wächst. Die paar weißen Haare kannst du dir abschminken.“ fachsimpelte Isaac. „Das verwächst sich alles und der Huf dunkelt auch nach.“ Gine war dem groß gewachsenen Iren einen abwertenden Blick zu. „Er ist gut wie er ist. Hör auf ihn schlecht zu machen.“ Ich grinste. Auch Isaac lachte, was er aber im Grunde immer tat. „Sie hat recht.“ griff ich ein, bevor die beiden sich in eine Diskussion reiten konnten wie ein altes Ehepaar. „Er ist gut. Punkt.“ Ich stand auf und streckte mich ausgiebig. Slap Happy blieb noch einige Minuten liegen und solange wachte Gine über sie und das Hengstfohlen. „Isaac, an die Arbeit. Gine fällt für die nächsten stunden aus, sie muss die zwei im Auge behalten, damit nichts schief geht.“ - „Oh du reitest also auch mal wieder eines deiner Pferde?“ - „Fang bloß nicht an wie Steven mein Freund.“ ich schmunzelte. Isaac lachte wieder und legte mir brüderlich eine seiner großen Hände auf die Schulter. „Niemals, mein Hübscher.“ Verwirrt sah ich ihn an und bekam einen verruchten Blick als Antwort. Da ich nicht schwul war, wirkte das nicht und so räusperte ich mich und warf einen kurzen Blick auf die Boxenschilder. „Guuut... Isaac, kannst du die western gerittenen übernehmen?“ - er nickte - „Ich mache dann Pendragon, Ocean, Eismärchen...“ Isaac ließ einen verträumten Seufzer los „...und Ray. Alles Okay?“ prüfend blickte ich ihn an. Der Ire nickte und wirkte als hätte er irgendwelche Drogen genommen. „Dann los.“ mit den Worten drehte ich mich um. Missy, Lamperd und Majd waren seit ein paar Stunden auf der Galopprennbahn eines Bekannten. Princess Sansa und Iceflower waren wie schon seit Monaten auf Trainingsurlaub, bis sie ihre Zuchtzulassung bekommen. Die übrigen Stuten, also Denali und Arcany, hatten noch ihr Fohlen bei Fuß und standen mit eben diesen und Savory Blossom auf der größten Weide, die wir bieten konnten. Das heute kurz gehaltene Training mit den Pferden tat gut und bis zum Abend hatte ich vergessen, warum ich überhaupt hier war. Erst als ich auf Mr. Raw Depression saß, ihm die Zügel lang ließ und meine Gedanken abschweiften kam mir Catalina's Tod wieder in den Sinn. In fünf Tagen ist die Beerdigung. Dann würde noch einmal ihre Verwandten treffen, die nicht sonderlich überzeugt von mir waren. Sollte ich mir das wirklich antun? Immerhin hatte auch das Verhältnis zu Catalina am Ende einen Knacks. Nein. Sie hatte es verdient, dass ich ihr die letzte Ehre erweise, egal was sie getan oder nicht getan hatte. Wer weiß schon, was wirklich passiert ist.

      Gedankenverloren stieg ich ab und führte Ray auf die Stallgasse, sattelte ihn langsam ab und stand dann wie paralysiert da und starrte seine Beine an, die eben noch Bandagen trugen. Wo waren die hin? „Hey, hast du schon ein Namen für Slap Happy's Hengstfohlen?“ jemand schlug mir unwirsch die Hand auf den Rücken, sodass ich jäh aus meiner Trance erwachte und hochschrak. „Woah, ich wollte dich nicht erschrecken, sry.“ Isaac sah mich stirnrunzelnd an. „Also?“ Seine Gesichtszüge lockerten sich und es bildte sich ein erwartungsvolles Grinsen. Lachte er denn wirklich immer? „Nein, ich hab mir da noch keine Gedanken zu gemacht.“ gab ich zur Antwort und sah in die Bandagentasche, wo jemand feinsäuberlich die Bandagen verstaut hatte. „Warst du das?“ Isaac nickte eifrig. „Danke.“ ich lächelte und packte zu guter Letzt Bandagentasche, Trense und Putzkiste auf einmal um sie in die Sattelkammer zu bringen. Als ich wieder kam stand nur noch Isaac auf der Stallgasse. „Bist du mit deinen Kandidaten durch oder wieso nimmst du mir meine Arbeit weg?“ ich schmunzelte, er sollte sich nicht angegriffen fühlen. „Ach weißt du...“ fing er an und legte mir abermals einen Arm um die Schultern, was mir ein unangenehmes Gefühl einbrachte. „Ich dachte mir, etwas Unterstützung und Aufmerksamkeit, würde dir heute nicht schaden. Als Gine vorbeikam und ein gelachtes „Na ihr zwei Süßen?“ in den Raum warf löste ich mich aus Isaac's Griff und machte mich auf ins Haupthaus um mit meinen Eltern die nächsten Tage zu besprechen. Ich würde nach Catalina's Beerdigung wieder abreisen. Noch ein Jahr Ausbildung in der deutschen Eifel hatte ich vor mir, bis ich wieder endgültig nach England zurückkehren konnte. Die wenigen Tage zu Hause wollte ich dann wenigstens sinnvoll nutzen. „Die Jenkins Brüder aus Kalifornien haben sich gemeldet, sie wollten dich sprechen?“ fragte meine Mutter mehr als dass sie es sagte. „Haben sie gesagt, was sie wollen?“ fragte ich zurück und sie schüttelte den Kopf. „Gut, dann war es sicher nichts Wichtiges.“ Die beiden hatten immer irgendwelche Probleme mit denen ich nichts zu tun haben wollte. Hätte ich ihnen mal nie die Trakehner verkauft... Dann hätte ich heute meine Ruhe. Ich ließ den Tag mit einer Zigarette und meinem Skizzenbuch ausklingen. Ich zeichnete Nonsense... Nichts Nennenswertes, nicht mal etwas, das mit dem Tag heute zu tun hatte. Alles in mir versuchte im Moment auszublenden, was in Wirklichkeit geschehen war. Das machte diese Zeit erträglicher. Die nächsten Tage würde ich viel mit den frisch weitergebildeten Pferden arbeiten. Würde die Zuchtplanungen für nächstes Jahr erledigen und Namen für die drei aktuellen Fohlen finden. Vielleicht fand sich sogar schon ein Interessent für das Reitpony Stutefohlen? Jedenfalls plante ich so, dass zwischen der Arbeit kaum Pausen lagen in denen ich zu viel nachdenken konnte. So zumindest die Strategie.

      15.336 Zeichen
    • sadasha
      29. Mai 2016
      Neue Gesichter

      Ein gleichmäßiges Surren, ein regelmäßiges Piepsen und hin und wieder Schritte drangen an meine Ohren. Die Lider waren schwer und der gesamte Rest des Körpers fühle sich an wie Blei. Dann kam jemand näher an mich heran, das hörte ich an den Schritten. „Mr. Crowley?“ eine unbekannte Frauenstimme. Ich öffnete die Augen und sah in ein fremdes Gesicht. „Gut Sie sind wach.“ sie lächelte mich an und verschwand wieder. Ich hätte mich so gerne aufgerichtet um zu sehen wo sie hinging, aber mein Körper war zu träge. Wenige Minuten später kam die Frau zurück in Begleitung eine weitere Ärztin. Ich wusste mittlerweile wo ich war. Aber wie war ich her gekommen? „Wie fühlen Sie sich?“ fragte die deutlich jüngere Ärztin und prüfte die Werte, die die Geräte anzeigten, an denen man mich angeschlossen hatte. Mein Mund war staubtrocken, würde ich jetzt etwas sagen wollen, würde es sowieso niemand verstehen. Stattdessen hob ich den Kopf vom Kissen um das Zimmer anzusehen. „Sir?“ sie drückte mich wieder zurück und leuchtete mir in die Augen. „Können Sie mir sagen, welcher Tag heute ist?“ Noch eine Frage... Ich räusperte mich. „Mittwoch.“ meine Stimme war rau, aber besser als ich es erwartet hätte. Die Schwester lächelte immer noch. Sie war von eher plumper Statur und mit Sicherheit schon über vierzig. Die Haare hatte sie zu einem festen Knoten gebunden. „Nun, wir haben Samstag. Nur für's Protokoll.“ Die Ärztin wirkte weniger freundlich, aber vermutlich hatte sie einfach Stress. Sie war jung, vielleicht in meinem Alter? Aber durch die Stressfalten und den strengen Gesichtsausdruck wirkte sie älter. „Mr. Crowley. Wie fühlen Sie sich?“ wiederholte sie mit Nachdruck. Gute Frage! Keine Ahnung. Ich weiß ja nicht mal wie ich hergekommen bin. Das Gefühl fand nach und nach seinen Weg zurück in die müden Glieder. Einen Versuch mich aufzurichten vereitelte die Schwester sogleich. „Was ist passiert?“ fragte ich zurück, da ich keine Antwort auf die Gefühlsfrage wusste. „Woran erinnern Sie sich?“ Fragen... wieder eine neue! Könnte Sie mir nicht einfach antworten. „Mhm...“ ich dachte tatsächlich nach, aber konnte nichts entdecken, was mich hierher hätte bringen können. „Was ist das letzte, was Sie Ihrer Erinnerung nach getan haben?“ Wahnsinn, die Ärztin konnte lächeln. Das Letzte... „Ich hab mein Pferd für ein Turnier vorbereitet und wir wollten es in den Hänger laden. Aber...“ ich legte die Stirn in Falten, das konnte nicht sein. Pendragon ist eines der ausgeglichensten Pferde, die wir auf dem Hof haben. Außerdem... „...das war aber mittwochs.“ Was ist denn passiert, zur Hölle?! Die Ärztin stellte mir noch einige belanglose Fragen, die ich zur Hälfte nicht beantworten konnte. Dennoch wirkte sie am Ende halbwegs zufrieden. „Physisch geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Aber wegen ihren Erinnerungen setz ich einen Psychologen auf sie an, das gefällt mir nicht.“ sprach sie jetzt absichtlich nicht im Fachchinesisch, weil sie mich für irre hielt? Ich nickte nur und sie verschwand. Die Schwester hatte sich schon während des Gesprächs aus dem Staub gemacht.

      Über Mittag wurde ich auf Normalstation verlegt, bekam allerdings ein Einzelzimmer. Gut eine Stunde später trudelte eine abgehetzte Person ins Zimmer, zog einen der umstehenden Holzstühle zu sich und setzte sich erstmal um zu verschnaufen. „Alles okay?“ fragte ich, als die Frau auch nach gut einer Minute noch nichts gesagt hatte. Endlich wandte sie sich mir zu. „Ja, ehm, Mr. Crowley, richtig?“ sie warf einen Blick auf ihr Klemmbrett und sah dann wieder zu mir. Ich richtete mich etwas auf und nickte. „Guten Tag, ich bin Ihre psychologische Betreuung für die nächsten Wochen.“ Hatte ich da jetzt richtig gehört? Für die nächsten WOCHEN?! Ich schluckte, aber sie lächelte mich weiterhin unverhohlen an und rückte näher ans Krankenbett. „Sie haben Schwierigkeiten sich zu erinnern, wie sie hier her gekommen sind, hab ich gehört?“ Sie sagte das mit einer Süßlichkeit in der Stimme, dass ich das Gefühl hatte, sie wollte nun Freundschaft schließen. Psychologenspielerei. „Ja.“ antwortete ich knapp und bemühte mich ihr nicht in die Augen zu sehen. „Das Letzte woran Sie sich erinnern ist, dass sie ihr Pferd transportfertig machten.“ Ich nickte abermals. „Sie reiten?“ Wieder nickte ich. Sie lachte leise. Ihre Stimme war sanft und ruhig, aber dennoch sehr feminin. „Man trifft nicht häufig Männer, die im Reitsport unterwegs sind. Wie kamen Sie dazu?“ Verdammt! Keine Ja/Nein-Frage. Ich atmete tief ein und aus. „Ich bin so aufgewachsen.“ Das war die kürzest mögliche Antwort, die mir einfiel und ich ahnte bereits, dass ihr das nicht reichen würde. Unsicher sah ich zu ihr, in Augen die so grün waren, dass selbst das Gras daneben Grau wirkte. Fesselnd. Ich wandte den Blick ab. Ich wollte ihr nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, auf Psychologengespräche hatte ich keine Lust. „Nun.“ fing sie an und ich atmete laut aus, sah aus dem Fenster auf der anderen Seite des Betts. In eben diesem Moment setzte sie sich noch ein Stück näher an mich heran, näher ging jetzt nicht mehr. Ihre Knie berührten die Stangen des Bettrahmens. „Was genau machen Sie denn im Reitsport?“ Vollendete sie ihre nächste Frage und ignorierte meine Abneigung. „Hauptsächlich Springreiten.“ Wieder eine knappte Antwort. Nichtmal sonderlich spezifisch, aber wenn ich jetzt Military oder Cross Country gesagt hätte, wüsste sie vermutlich nicht mal was das ist. „Und was für ein Turnier war das wo sie mit ihrem Pferd hin wollten?“ - „Springturnier.“ Man war ich dreist. Sie schnaubte verächtlich. „Mr. Crowley...“ sie hörte sich tadelnd an, also wandte ich mich ihr wieder zu. „Ja, Miss...?“ sie hatte mir nicht mal ihren Namen verraten. „OH, mein Name ist Kerry Robertson! Das hab ich in der Eile ganz vergessen.“ Ein verschmitztes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Ich schmunzelte zufrieden. War sie neu in dem Job? „Nun, Sie müssen sich etwas auf mich einlassen, sonst klappt das hier nicht.“ Ich schmunzelte weiter und schien sie damit ein wenig aus der nicht vorhandenen Ruhe zu bringen. „Was soll ich machen?“ fragte ich und freute mich innerlich darüber, die Zügel in der Hand zu haben. „Sie... ach...“ Sie winkte ab und vergrub sich in ihren Akten. „So hat das keinen Sinn mit Ihnen. Wenn Sie nicht wollen, kann ich auch nicht helfen.“ Meine Rede... Ich setzte mich nun ganz auf und spürte zum ersten Mal warum das Krankenhaus aktuell der richtige Ort für mich war. Ein betäubender Schmerz zog vom Knie bis hoch in die Hüfte und ließ mich keuchend zurück in die Kissen sinken. „Alles okay?“ diesmal war es Miss Robertson die diese Frage stellte. Ich lachte, da hatte sie gut gekontert. „Alles Bestens!“ log ich und sie spielte an ihrem Pieper rum. „Sie haben auch so einen?“ fragte ich ohne eine Antwort zu erwarten. Der Schmerz ließ langsam wieder nach und ich entspannte mich. „Ja, ich hab auch so einen.“ wiederholte sie lächelnd. „Nun, Sie wirken nicht auf mich, als hätten Sie Spaß daran sich Schmerzen zuzufügen. Wieso haben Sie sich aufgerichtet obwohl ihr Bein kaputt ist?“ Ich schluckte. Ertappt! „Ich hatte keine Ahnung...“ antwortete ich unsicher. „Ich weiß nicht mal was mit dem Bein ist.“ - „Oh, ich schon.“ sie lächelte. „Ich weiß auch wie Sie hier her gekommen sind. Aber ich hätte es lieber, wenn Sie sich selbst daran erinnern würden.“ Die Situation wurde zunehmend unangenehmer für mich. „Interessant, dass Sie scheinbar mehr über mich wissen als ich.“ - „Nicht mehr über Sie, aber mehr über die letzten Stunden, bevor sie hier aufgewacht sind.“ korrigierte sie mich sofort. „Nagut, ruhen Sie sich aus. Ich schicke Ihnen jetzt einen Arzt, nicht dass da noch mehr kaputt gegangen ist.“ sie schielte zu meinem Bein. „Bis morgen. Vielleicht schau ich auch heute Abend nochmal kurz rein um Gute Nacht zu sagen.“ scherzte sie und verließ das Zimmer.

      Am Abend kam Miss Robertson tatsächlich noch einmal rein, davon bekam ich allerdings herzlich wenig mit, da ich bereits schlief. Der nächste Tag begann, indem man mich unwirsch aus einem Traum riss. „Mr. Crowley. Gut, da sind Sie ja. Sie haben im Traum gesprochen, erinnern Sie sich daran?“ Ich war vollkommen außer Atem, nass geschwitzt und absolut verwirrt. Miss Roberston saß vor mir, hellwach, mit einer Tasse Kaffee in der linken, ihrem Klemmbrett in der rechten Hand. „Ich, ehm... nein.“ Ich runzelte die Stirn. „Gut beruhigen Sie sich erstmal.“ Sie beobachtete wie sich mein Brustkorb in viel zu schnellem Tempo hob und sank. Ein paar Minuten Ruhe gönnte sie mir, bis sie mich wieder ansprach. „Erinnern Sie sich jetzt?“ Sie wirkte wesentlich professioneller heute. „Ich bin mir nicht sicher.“ gab ich zu und wühlte in meinen Gedanken. Ich war absolut verwirrt. Wie spät war es eigentlich? Ich suchte verzweifelt nach einer Uhr, doch es hing keine in diesem Raum. „Ich weiß, dass ich nach dem Turnier am Mittwoch nach Hause kam und dass am Samstag, an dem ich hier aufgewacht bin, ein weiteres anstand.“ - „Soso... erinnern Sie sich auch an Details vom Samstag?“ Sie sah nur beiläufig zu mir. Sie war so abweisend. Und wie ich mich erinnerte. „Ja...“ Noch bevor Miss Robertson weiter stochern konnte, erzählte ich von mir aus wie diese Details aussahen. „Wir waren im letzten Drittel der Strecke. Mit wir meine ich mein Pferd und mich. Es war komplett verregnet, wir waren beide bis auf die Haut durchnässt. Bei so einem Turnier keine Seltenheit, das waren wir gewohnt. Dennoch... So erfahren wir auch beide waren, bei einem Wasserhindernis, wo wir von einem kleinen Abhang in Gewässer springen mussten, rutschte mein Pferd beim Absprung ab. Ich erinnere mich noch, dass ich mit einem Fuß im Steigbügel hängen geblieben bin... Weiter weiß ich nicht.“ Die Psychologin nickte anerkennend. „Mehr können Sie nicht wissen, weil sie bewusstlos wurden.“ Mein Magen zog sich zusammen. Was war mit Lamperd passiert? „Wissen Sie ob mein Pferd okay ist?“ fragte ich hoffnungsvoll, doch die Frau schüttelte entschuldigend den Kopf. „Aber vielleicht können Ihnen Ihre Verwandten da weiterhelfen, die dürfen Sie ab heute Nachmittag besuchen.“ Freude mischte sich in das mulmige Gefühl.
      „Gut, wir haben denke ich heute eine Menge erreicht, heute Abend sehe ich nochmal vorbei.“

      Am Nachmittag kamen wie versprochen meine Eltern vorbei. Mit Lamperd war soweit alles in Ordnung, sie hatten aber zur Vorsicht einen Tierarzttermin vereinbart. Selbstverständlich fragte ich auch nach den anderen Schützlingen und hörte nun zum ersten Mal etwas von „den“ Fohlen. Dabei habe ich nur eines im Kopf. Außerdem kam das Gespräch auf Catalina, meine Exfreundin. Ich gab es vor meinen Eltern nicht zu, aber ich hatte keine Ahnung von wem sie da sprachen. Nachdem die beiden wieder weg waren kam jemand und brachte mir ein paar Krücken, damit ich aufstehen konnte. Nach ein paar Übungsschritten, war ich recht sicher unterwegs. Krücken kannte ich schon aus früheren Verletzungen. Miss Robertson fing mich abends vor der Türe ab, wo ich gerade rauchte. „Hier stecken Sie!“ Sie sah mich mit einer Mischung aus Erleichterung und Empörung an. Wie schaffte sie das? Ich stieß einen Schwall Rauch aus und steckte die Zigarette aus. „Schon so spät?“ fragte ich, während ich die angelehnte rechte Krücke wieder in die Hand nahm. Miss Robertson nickte. „Wir können ja etwas spazieren gehen, wenns Ihnen nichts ausmacht?“ Sie schielte auf mein kaputtes Bein. „Gerne.“ gab ich zurück und wir schlenderten langsam in Richtung Krankenhauspark. „Und wie geht es ihrem Pferd?“ - „Gut soweit.“ - „Das ist schön.“ Eine lange Pause des Schweigens trat ein. Wie konnte ich am besten ansprechen, dass ich mich nicht an meine Exfreundin erinnerte? Nicht an sie und nicht an alles was mit ihr zusammenhing? „Was bedrückt Sie?“ - „Wie?“ - „Na hören Sie, ich bin Psychologin, ich merke wenn jemand über etwas grübelt.“ Sie lachte leise und bugsierte mich zur nächsten Bank, wo wir uns setzten. „Mhm... Da... Meine Eltern haben heute Nachmittag eine Frau erwähnt, meine Ex-Freundin...“ - „Ja?“ sie wirkte verwirrt. Konnte sie mir noch folgen oder war das jetzt schon zu kompliziert? Einen Moment zögerte ich, dann fuhr ich fort. „Ich erinnere mich nicht an sie... auch nicht an sämtliche Ereignisse die mit ihr in Verbindung stehen. Es ist mir alles fremd. Klingt das irgendwie logisch?“ Nun war es an Miss Robertson zu grübeln. „Es wäre da natürlich gut mehr über Sie und Ihre Freundin zu wissen.“ - „Ex...“ korrigierte ich. „Und für mehr Infos sind Sie bei mir im Moment falsch...“ ich lachte. Das ganze war so verrückt. Wie konnte man denn eine ganze Person einfach vergessen? „Wäre es möglich ihre Ex-Freundin herzubestellen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Sie ist vor Kurzem gestorben.“ Ihre Augen weiteten sich, als hätte sie gerade den Einfall ihres Lebens. „Das wäre möglicherweise eine Erklärung.“ - „Ach ja?“ - „Traumatische Erlebnisse werden manchmal verdrängt.“ - „Aber wieso erst nach dem Unfall?“ Ich war verwirrt. „Weil sie sonst daran kaputt gegangen wären... Ich werde morgen mit ihren Eltern sprechen, wenn Ihnen das recht ist?“ Ich nickte. „Gut, dann belassen wir es für heute dabei.“ Wir standen auf und gingen gemeinsam zurück ins Krankenhaus, wo sich unsere Wege schließlich trennten.
      Die nächsten Tage waren für Miss Robertson sehr aufschlussreich. Sie wusste jetzt wo sie anpacken musste. Mein Erinnerung kam dennoch nicht zurück. Sie riet mir nicht in Panik zu geraten, das würde nach und nach kommen, wenn ich wieder nach Hause käme. Erstmal wurde ich in Reha geschickt, wo ich die nächsten vier Wochen verblieb. Erst danach kehrte ich nach Hause.

      „Oh mein Baby!“ meine Mutter schloss mich wie immer, wenn ich lange weg war oder etwas passiert war in ihren Arm. Dieses mal wehrte ich mich nicht dagegen. Zum einen weil sich das auf Krücken schwer gestaltete und zum anderen, weil doch ganz gut tat. „Miss Robertson hat gesagt sie möchte versuchen mindestens jeden zweiten Tag einmal herzukommen, damit du nicht in die Tagesklinik musst. Sie denkt das wäre hilfreicher für dich in deiner gewohnten Umgebung.“ Ich nickte und lächelte. „Ja, das hat sie mit mir abgesprochen. Alles okay.“ Mein Vater schleppte nach der Begrüßung meine Tasche ins Haus. „Willst du was essen?“ Das änderte sich wohl nie. Ich lachte. „Nein, danke. Ich geh in den Stall.“ Ich wollte sehen ob das meinem Kopf auf die Sprünge half. Zu meinem Entsetzen fand ich hier einige Pferde, die mir nichts sagten. „Haben wir Einstaller bekommen?“ Fragte ich Gine verwirrt, da sie gerade mit CHH' Lamperd auf der Stallgasse stand. Sie schüttelte besorgt den Kopf. „Aber erstmal 'Hi'. Schön dich wieder zu sehen.“ Den Striegel noch in der Hand kam sie auf mich zu und umarmte mich kurz. Sie wirkte furchtbar besorgt. „Alles okay?“ fragte ich schließlich, wer weiß was ich noch vergessen hatte. Ich wollte keinesfalls grob wirken, indem ich meine Mitarbeiter ignorierte. Sie schüttelte bedächtlich den Kopf, eine Träne rollte über ihre Wange. „Was ist denn passiert?“ ich lehnte die Krücken an die Boxentüre und öffnete die Arme um sie zu halten. Kaum hatte sich sie eingeschlossen fing sie an zu schlurchzen. „Hey...“ Behutsam strich ich über ihren Hinterkopf. Dann löste sie sich aus der Umarmung und sah mir mit feuchten Augen an. „Du erinnerst dich wirklich an Nichts?“ fragte sie. „Nun, 'Nichts' ist ein hartes Wort. Ich kenne Lamperd da hinten, ich kenne dich... Slap Happy und Samson sind mir auch ein Begriff und von Slap Happy's Fohlen weiß ich auch noch.“ - „Welches?“ - „Na den braunen Hengst.“ Verdutzt starrte sie mich an. „Moment, du erinnerst dich an Raving Hope Slayer, aber nicht an Bearing Spots und Accomplishment? Wie geht das, die beiden waren vor dem Hengst da.“ Was fragte sie mich das... „An wen erinnerst du dich noch?“ Sie zog mich ein Stück durch die Stallgasse. „Was ist mit dem hier?“ Ihr Blick fiel auf einen braun gescheckten Araber. „Keine Ahnung.“ - „Das ist Majd. Du hast ihn von Catalina bekommen. Genauso wie Eismärchen, Arcany und Pendragon. Arcany ist übrigens die Mutter von Accomplishment.“ - „Mhm...“ Ich hatte längst den Faden verloren. „Den nächsten kenn ich. Das ist PFS' Heart of Ocean.“ Zufrieden grinste ich, während Gine lachte. „Und ich hatte noch zwei Stuten dazu. Iceflower und Princess Sansa.“ Sie nickte anerkennend. „Die beiden sind übrigens bald bereit für ihre Zuchtzulassung, du kannst dir schon mal was überlegen für die jeweilige Kür.“ Sie warf das so nebensächlich rein. Das war doch großartig! Und es würde mich die nächsten Tage etwas ablenken von meinen eigentlichen Problemen. „RAY!“ Hätte mein kaputtes Bein mich schon richtig getragen, hätte ich mich aus Gine's Unterstützung gerissen und wäre zur Box meines zweiten Vollbluthengstes gelaufen. „Ah, den kennst du auch noch, eh?“ Sie grinste und rieb sich mit einer Hand über die noch immer etwas feuchten Augen. „Bear Totem's Denali ha-“ - „Denali kenn ich noch.“ - „Ja, sie ist die Mutter von Bearing Spots. Das zweite fohlen an das du dich nicht erinnerst.“ Wieder brummte ich. „Wo stehen die Stuten?“ - „Sie sind draußen. Komm.“ Gemeinsam schlenderten wir zu den Weiden, wo ich auch Missy und Moulan wieder erkannte, wenn auch nur nach reichlich Überlegungszeit. „Zwei sehr expressionistische Scheckungen.“ fiel mir auf. „Ja, die helle ist Bearing Spots und die Braune ist PFS' Savory Blossom. Sie sind Halbgeschwister.“ Das erklärte die Ähnlichkeit. „Hast du Hunger?“ fragte ich Gine schließlich. Als sie nickte gingen wir ins Haus, sammelten auf der Stallgasse meine Krücken ein und aßen etwas. Meine Mutter freute sich, dass ich mich doch entschlossen hatte noch etwas zu essen, obwohl ich voll war. Es hätte sie gekränkt, wenn ich ohne ihr Essen schlafen gegangen wäre. Die nächste Zeit würde es viel zu regeln geben. Erst am nächsten Morgen begriff ich wie hart es für mich war so viele für mich fremde Pferde im Stall stehen zu haben. Einige davon gehörten noch Catalina und mussten verkauft werden.

      17.893 Zeichen
    • sadasha
      07. Juni 2016
      Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!

      "Viel Spaß beim Rennen" eine junge Frau welche an der Kasse stand, drückte die Karten für das Rennen, sowie das Programmheft in die Hand der ungeduldigen Gäste. Manche blickten schon genervt von so viel Freundlichkeit in die Menschenansammlung - andere bewunderten voller Vorfreude das große Anwesen, auf dem in einer Stunde das große Rennen stattfinden würde.
      Zunächst wurden die Pferde im Führring vorgestellt. Ein Blick in das Programmheft verrieht, dass insgesamt zwei Rennen mit je elf Pferden stattfand. Schließlich versammelten sich die Zuschauer vor dem runden Gatter um die Pferde zu betrachten. "Schau mal! Die Nummer 1! Ich habe gehört sie hat schon vier Rennen gewonnen", ein kleiner Junge zerrte am Ärmel seiner Mutter. "Schon, aber die Nummer 5 war auch nicht gerade erfolglos". Überall tauschten sich Zuschauer über die teilnehmenden Pferde aus. Als eine weibliche Stimme aus dem Lautsprecher erschallte. "Willkommen auf den Aufgewichtsrennen. Das erste Rennen findet in einer dreiviertelstunde statt. Teilnehmen tun die Nummer 1 "Caspian of the Moonlightvalley mit Charly Lancaster" dieses Pferd hat bereits vier Rennen gewonnen, die Nummer 2 "Duke of Darkness mit Jani Rednisch" zwei Rennen gewonnen, Die Nummer 3 "Faster mit Janice Anderson" ebenfalls zwei Rennen gewonnen, die Nummer 4 "Sacramento mit Aiden Nicholas Clark" noch keine Rennen gewonnen, stammt allerdings vom erfolgreichen Ehrengold und der Khiara El Assuad ab. Die Nummer 5 "I've got the moves like jagger mit Lucas Bergström" hat schon ganze drei Rennen gewonnen. Die Nummer 6 "Riverside mit Valerie Wincox" ein erfolgreiches Rennen. Ebenso die Nummer 7 Vai Alida von Trader Joe, aus der Valley Victoria, geritten von Michelle Rose. Die Nummer 8 "Valentines Alysheba mit Cinaéd O'Mordha" wird heute wohl ihr erstes Rennen laufen. Die Nummer 9 "Chuckling Dancing Mess mit Max Nygaard", ebenfalls einen Sieg. Die Nummer 10 "Kagami El Assuad mit Samantha O'Neil" ist bereits zwei erfolgreiche Rennen gelaufen und stammt aus Pawaneeh und ebenfalls Khiara El Assuad ab. Die Nummer 11 ist die wohl jüngste Starterin im Rennen. "Stromers Painting Gold mit Kira Esenbeck" vom erfolgreichen Stromer, aus der Painting Shadows. Auch sie wird heute wohl ihr erstes Rennen laufen.", die Stimme legte eine kurze Pause ein. "Nun ich wünsche euch allen viel Glück beim wetten! Der Wettschalter ist nun eröffnet.
      Es dauerte nicht lange und die Wetten wurden abgegeben. Die Zuschauer suchten sich einen Platz zum sitzen oder zum stehen und hielten nervös ihre Wett-Quitting in der Hand. "Oh schau nur! Es geht los! Die Pferde werden in die Startboxen gebracht!", ein junges Mädchen zeigte aufgeregt auf die 11 Pferde, welche nervös Kreise drehten um der Startbox zu entweichen. Als es dann schließlich soweit war, dauerte es keine 30 Sekunden ehe die Pferde starteten. In Startbox 1 befand sich die Nummer 4, sie hatte gute Chancen die anderen zu überholen, an zweiter Stelle war die Nummer 3, während Stromer's Painting Gold in Startbox 3 stand. Auf einmal preschten alle Pferde gleichzeitig los. Es war ein atemberaubender Anblick. Der erste Enttäuschte Ausruf, kam von einem Mann, welcher auf die Nummer 2 gewettet hat. "LAUF SCHON!", rief er. Doch auch nun hörte man die Stimme des Kommentators. "Sacramento und Kagami El Assuad geben einen atemberaubenden Start ab, beide führen Kopf an Kopf. Sacramento holt Kagami ein... doch was ist das, Vai Alida kommt von hinten und überholt Sacramento." Es dauerte nicht lange, als von hinten die Nummer 3 aufholte. "Faster überholt, Vai Alida fällt zurück, Faster holt auf. Faster liegt vorne! Duke of Darkness wagt einen Angriff und überholt Faster und Vai Alida. Doch Faster lässt sich nicht aufhalten und führt wieder an erster Stelle. Duke of Darkness hinten dran. Die Beiden nähern sich der Ziellinie, die Pferde geben ihr Bestes! 1700m sind erreicht! Faster holt auf, Faster läuft in die Zielgerade, Duke of Darkness bleibt zurück... Vai Alida holt auf. Faster ist über die Ziellinie! Vai Alida hinterher!", überrascht verstummte der Kommentator für eine Sekunde "Doch was ist das! I've got the Moves Like Jagger prescht an Duke of Darkness vorbei und macht tatsächlich den dritten Platz! Knapp geführt von Duke of Darkness. Chuckling Dancing Mess läuft als nächster über die Ziellinie, dicht gefolgt von Stromers Painting Gold und Caspian of the Moonlightvalley. Jetzt kommt auch Kagami El Assuad und Valentines Alysheba in das Ziel! Riverside mit Valerie Wincox belegen leider den letzten Platz.
      Die Menge jubelte, gerade zu den letzten 200 Metern hin wurde es auf der Tribüne immer lauter. Lediglich ein paar Menschen die nicht auf das Siegerpferd gesetzt hatten, schmissen ihre Qutting sauer zu Boden. "So ein Mist", fluchte ein älterer Herr, welcher offenbar die Niete erwischt hatte. Die Gewinner begaben sich mittlerweile zur Kasse um ihren Gewinn ausgezahlt zu bekommen, während die Siegerehrung begann. Während Faster von Tim Fleming im Kreis geführt wurde und darauf wartete abgespritzt zu werden, bestieg Janice Anderson das Siegerpodest und nahm den Pokal entgegen. Neben ihr Lucas Bergström und Michelle Rose.
      Die Zweite Runde stand an und die Zuschauer hatten erneut Zeit sich die Pferde anzusehen, um auf ihren Favoriten zu setzen. "Wir haben heute einen absoluten Top Favoriten", sagte die Stimme aus dem Lautsprecher. "Success Story XX geritten von Meg Smith. Hat bereits 8 erfolgreiche Rennen gelaufen. Aber auch CHH' Lamperd geritten von José Prestes weist mit seinen 5 Siegen ein großartiges Potential auf. Zuckerschock mit 3 Siegen steht damit ebenfalls auf der Liste der Favoriten." Schließlich meldete sich wieder die junge Frauenstimme, welche schon zu Beginn kommentiert hat. "Es startet die Nummer 1 "One Cool Cat mit Rita Ferrero", die Nummer 2 "Badriyah mit Jani Rednisch", die Nummer 3 "First von Rothen mit Amy Fleming", die Nummer 4 "Priamos Ruffia Kincsem mit Aiden Nicholas Clark", die Nummer 5 "Ikarus mit Kathrin McAlistair", die Nummer 6 "Silberstern mit Abby Montgomery", die Nummer 7 "Hidden-Flyer mit John Jonson", die Nummer 8,9 und 10 habe ich vorhin bereits genannt und die Nummer 11 "ZM's Zanaro mit Andrew Cole". Nun, ich wünsche euch wieder viel Erfolg beim wetten!", die Stimme verstummte und die Menge stürzte sich auf die Wettschalter und Tribünen. Jeden Moment sollte es soweit sein.
      Nachdem auch das letzte Pferd für das zweite Rennen in der Box war, herrschte eine kurze Weile Stille. Mit einem Mal ging es los, die Pferde startete und der Kommentator griff zu Mikrofon. "CHH' Lamperd legt einen perfekten Start ab! Er führt an der Spitze. Badriyah wagt einen Versuch zu Überholen. Badriyah überholt One Cool Cat und First von Rothen. Badriyah führt. Lamperd holt auf. Lamperd führt. First von Rothen holt Badriyah auf. First von Rothen bleibt hinter Lamperd. Priamos Ruffia Kincsem holt auf, Priamos und First laufen Kopf an Kopf, Lamperd führt immer noch, nahe gefolgt von ZM's Zanaro. Zanaro liegt zurück, Zuckerschock wagt einen Angriff von hinten, wird jedoch von First von Rothen ausgebremst. Die Pferde nähern sich der Zielgeraden. Lamperd immer noch an erster Stelle, dicht gefolgt von First von Rothen. Hinter ihm Priamos. Nur noch wenige Meter! Lamperd führt an erster Stelle! First von Rothen läuft nach ihm über die Ziellinie, gefolgt von Priamos. Auf den vierten Platz Badriyah gleich im Anschluss Zanaro und als sechster erst Success Story XX. Was ein Jammer! Erst jetzt laufen Ikarus, One Cool Cat und Zuckerschock über die Ziellinie. Silberstern liegt leider weit als letzter zurück!", die Stimme verstummte und das aufgeregte Publikum stürmte erneut zum Wettschalter um auch hier die Gewinne abzuholen. Auch für die zweite Runde standen die Jockeys auf den Podest um den Pokal überreicht zu bekommen. José Prestes auf der höhsten Treppe und gleich daneben Amy Fleming und Aiden Nicholas Clark. Amy lächelte ihrem Vater zu "Dad, gleich zwei Siege an einem Tag! Ist das nicht der wahnsinn!", ihre Worte überschlugen sich beinahe vor Aufregung. "Das war ein wirklich spannendes Kopf-an-Kopf Rennen", sagte währenddessen ein Mädchen zu ihrem Freund. Dieser nickte und drückte ihr einen liebevollen Kuss auf den Mund, zusammen gingen sie Hand in Hand auf den Weg Richtung Parplatz. Andere Zuschauer blieben im Restaurant, während die Besitzer noch ein Meeting hielten.

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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
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    sadasha
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    31 Dez. 2015
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  • CHH' Lamperd
    Geburtsdatum/Alter: 2012, 5 Jahre
    Geschlecht: Hengst


    Stammbaum
    aus der: unb. ~ von: unb.

    Exterieur
    Größe: 165cm
    Rasse: Englisches Vollblut
    Fellfarbe: Seal Brown Frame Overo
    Geno: Ee/atat/Oo


    Interieur
    Der Junge Overo hat das spezielle Vollblüter Temperament das ihm jedoch kaum im Weg steht. Lamperd mag sogut wie alle Menschen und andere Artgenossen, Sachen, Leute oder andere Lebewesen ignoriert er wenn er keine Lust hat. Lam bewegt sich immer wann er kann, er mag das rumstehen eben nicht, das kann bei Menschen die ihn nicht kennen zu missverständnissen führen. Der Junghengst ist gegenüber Reiter, Pfleger und Besitzer loyal und eine treue Seele. Beim putzen kann es schonmal dazu kommen das er schnappt, liegt aber daran das er es nicht sonderlich mag, außer er ist müde.

    Beschreibung
    Lamperd ist einer der Rennpferde bei denen die Emotionen sehr schnell hoch Kochen, wie zum Beispiel 'Freude', wenn er eine grade rennbare Strecke sieht., somit ist er etwas schwieriger zu kontrollieren. Er hat jedoch nicht die Veranlagung dazu in so Situationen seine Konzentration zu verlieren, wie die meisten Pferde. Der Overo ist noch ziemlich Jung, weiß jedoch genau was auf ihn zukommt und macht bei jeder Trainingseinheit freudig mit. Lam, wie wir ihn nennen, hat jedoch ein Problem, er will nie still stehen, Lam will immer in Bewegung sein, das führt natürlich zu Nachteilen auf z.B Körungen oder anderen Tunieren.

    Lam wird weiterhin erstmal Trainiert und gezielt geformt, so das er später auf Tunieren und auf Körungen eine gute Figur macht, was wir alle hoffen. Später wird er dann in eine Zucht aufgenommen um dort seine Gene weiter geben zu können.


    Geschichte
    Lamperd stammt von einem Vollblüter Gestüt aus England, wie ich besitzen sie selbst eine Rennbahn und veranstalten dort ihre Rennen. Lamperd wurde viel zu früh Eingeritten und auf die Rennbahn gelassen wodurch er warscheinlich so fantat in grade Strecken ist und sie rennen will, egal was kommt, so wurde ihm das auch beigebracht. Der junge Hengst hatte aus ihrer Sicht aber keine guten Zeiten, somit wurde er verkauft und landete bei Cooper.

    Zuchtinfos
    Gekört/Gekrönt: ✔ [HK 476]
    Vorgesehen für die Zucht: ✔

    Nachkommen
    Magic Lanijos | Hengst
    Here Comes Copycat | Hengst

    Besitzer: sadasha
    Vorbesitzer: Cooper
    VKR/Ersteller: Cooper


    Qualifikationen
    Gelassenheitstraining
    5 = schlechtes/unsicheres Verhalten, 1 = sehr gelassen
    Fremde Umgebungen: 5 4 3 2 1
    Tierarzt: 5 4 3 2 1
    Hufschmied: 5 4 3 2 1
    Gelände: 5 4 3 2 1
    Wasser(schwimmen): 5 4 3 2 1
    Straßen: 5 4 3 2 1

    Reiten
    Dressur: E A L LM LP M S
    Ausgleichrennen|Hindernisrennen: AIV AIII AII AI | AU AM AG
    Military: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****
    Distanz: CEI* CEI** CEI*** CEI****

    Potential • Aufstieg durch Turnier | Training

    Erfolge
    Offizielle Wettbewerbe
    HK 476 Alle Rassen
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    283. Galopprennen | 303. Galopprennen | 304. Galopprennen | 221. Militaryturnier | 306. Galopprennen
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    227. Distanzturnier
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    Inoffizielle Wettbewerbe
    CHH' Offenes Rennen | 1. Ausfgewichtsrennen JV
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    Zuchtverband


    Gesundheit

    Gesundheitszustand
    Tollwut Impfung ✓
    Tetanus Impfung ✓
    Influenza Impfung ✓
    EHV-1 + EHV-4 ✓ ✓ ✓
    Wurmkur ✓

    Gesamteindruck: sehr gut
    Akute Krankheit/en: ✗
    Chronische Krankheit/en: ✗
    Erbkrankheit/en: ✗

    Hufe/Beschlag
    Ausgeschnitten ✓
    Beschlag Vorne ✓ Aluminiumeisen
    Beschlag Hinten ✓ Aluminiumeisen

    Hufbeschaffenheit: okay
    Hufkrankheit/en: ✗


    Offizieller HG | PNG1 | PNG2