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sadasha

CHH' Classic Spring - Sosox3

CHH' Classic Spring - Sosox3
sadasha, 6 Jan. 2018
Calypso, Cooper, Occulta und 4 anderen gefällt das.
    • sadasha
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      11. August 2016 | von Sosox3
      1. Pflegebericht Briar Cliff

      Bevor der Große Umzug nach Mazedonien in den neuen Stall anstand, wollte ich bei all meinen Pferden noch eine Kontrolle bezüglich der Hufe vollziehen. Die erste machte dabei Classic Gold. Ich hatte sie zusammen mit ihrem Stutfohlen Classic Spring gekauft, als sie noch tragend war von unserem Hengst Silberstern. Hätten wir gewusst, dass ihr Vorbesitzer keine tragende Stute samt Fohlen ernähren könnte, hätten wir sie so wohl nicht gedeckt, doch wir hatten uns nicht über den Zustand der Besitzer vergewissert. Allerdings war ich ihm nicht böse darüber, schließlich hatten wir nun eine Zuchtstute, die auch im Juni das Fohlen bei uns auf Chattahoochee Hills gebar und alles glatt lief.

      Es war noch früh am Morgen als ich Smetti auf der Couch ein wenig zur Seite schob und meinen Kakao trank. Ich versuchte mich so ruhig wie möglich zu verhalten um ihn nicht zu wecken, doch irgendwie schien es mir nicht zu gelingen, denn er wachte kurz nach meinem ersten Schluck auf. „Guten Morgen“, murmelte er verschlafen und streckte sich. Kurz darauf zog er mich rasch zu sich. „Eigentlich wollte ich dich nicht wecken“, lächelte ich ihn verschlafen an. „Das hast du auch gar nicht“, grinste er. Es war noch immer ungewohnt ihn ohne Brille zu sehen und auch, dass er mich zu sich gezogen hat fand ich etwas merkwürdig. Schließlich war er doch mit Fayenne zusammen. Oder war ich auf dem ältesten Stand?

      „Klar, du warst auch vorher schon wach“, sagte ich und fügte einen Ironischen Unterton bei. „Ich trink mal weiter meinen Kakao, ich fang schon mal an Classy die Hufe zu kontrollieren. Dann habe ich das für Mazedonien schon mal aus dem Kopf und wir haben nur noch den Tierarzt besuch vor uns.“ „Soll ich dir irgendwie helfen oder soll ich Classic Gold dann morgen reiten und heute nur kurz mit der Bodenarbeit versorgen?“ „Ja…mach das so wie du mir das grade gesagt hast, aber überlaste sie noch nicht. Classic Spring musst du ja auch mitnehmen, am besten machst du nur einen Spaziergang heute. Mit dem Reiten lassen wir es am besten auch bis Dezember, bis das Stutfohlen dann abgesetzt ist“, dachte ich laut nach und traf auf Zustimmung. Ich nahm noch die letzten Schlucke meines nun abgekühlten Kakaos und machte mich dann schon auf den Weg in die Schmiede. Sie hatte keine Hufeisen, also fielen diese weg und ich musste weniger zu den beiden mit mir herumschleppen. Ich nahm mein Hufmesser, meine Raspel, meine Feile und ein wenig Huföl mit zu den beiden, als ich in den Stall ging. Neugierige Köpfe schauten zu mir rüber und zeigten sich genauso desinteressiert wie schnell sie interessiert geschaut hatten. Classy und ihr Fohlen bewohnten zurzeit eine der größeren Boxen und verbrachten die Nacht immer drinnen im sicheren Stall. Man wusste nie, wann die Wölfe in Canada zuschlagen konnten und bei meinen jüngsten war mir die Sicherheit wesentlich wichtiger als die Freiheit.

      Ich nahm die beiden nach einer ordentlichen Begrüßung aus der Box und band Classic Gold an. Sie war noch ein wenig zickig, aber was gemacht werden musste, musste gemacht werden. Smetti sollte später vorbeischauen, denn sie war Männern gegenüber wohl noch sehr misstrauisch, aber ich wusste wie sensibel er mit meinen Tieren umging und überlegte mittlerweile ihm ein Pferd zu schenken. Er half mir schließlich die ganze Zeit mit meinen und war im Umgang echt geübt. Aber vielleicht hatte es auch Gründe, weshalb er sich selbst kein Tier zulegte. Classy war auch mir noch etwas unsicher gegenüber, gab mir aber sicher die Hufe. Auch wenn ihre Hufe in einem Optimalen Zustand waren, waren sie dennoch zu lang und mussten gezielt gekürzt werden. Links vorne hatte sie eine minimale Huffehlstellung die man aber in mehreren Etappen wieder richten könnte. Classy ließ mich auch ganz artig ihre Hufe richten, nur beim Korrigieren wurde sie ein wenig schwieriger als geplant. Grund dafür, war Classic Spring und ihr rumhampeln auf der Stallgasse. Ich konnte von Glück sprechen, dass Smetti gerade um die Ecke kam und das junge Stutfohlen im Zaum hing. „Danke sehr. Du bist ein Schatz“, lächelte und er warf mir ebenfalls ein Lächeln zu, ehe er seine Brille rasch säuberte. Er bespaßte das Fohlen und ich machte Classic Gold die Hufe ordentlich, was nun auch schneller von Statten ging als vorher mit dem hastig umherspringenden Falbfohlen, das uns in Schach hielt. „Das machst du super, Classy“, lobte ich sie und bat Smetti darum sie gerade vorzuführen. „Alles klar, Chef“, lachte er und band meine Zuchtstute ab und führte sie mir in der Stallgasse im Schritt und im Trab vor. Anfangs sehr schwer, da sie sehr misstrauisch gegenüber männlichen Wesen war, doch dann überwand sie sich ein wenig und folgte. Wahrscheinlich mehr aus Angst als aus Überzeugung. Dafür sollte ja gleich der Spaziergang sein, um das Vertrauen zwischen den beiden zu stärken, aber auch um Spring zu entladen, die wie ein Gummiball durch die Gegend sprang und neugierig zu den anderen Stuten an die Boxen ging und unterwürfig kaute. „Du kleines Monster du“, kicherte ich und lobte das Jungtier. „Classic Gold sieht gut aus. Classic Spring muss ja noch nicht zum Hufschmied“, lächelte ich. „Ich mach mich mal auf den Weg mit den beiden, könntest du mir noch gerade den Strick zu Classic Springs Halfter geben? So hol ich das kleine Biest nicht mit.“ Ich nickte lachend und sah mich kurz um als ich ihm dann den Strick von Deila gab. Sie hatte heute nämlich eh nur eine Pause vom Training und würde nur die Hufe gemacht bekommen. Sie blieb noch eine Zeit lang beschlagen, bis ich sie gekört sein würde, damit ich sie auf Turnieren und im Training besser im Springen und Military reiten konnte ehe sie in die Zucht kam. Aber das hatte noch Zeit, schließlich mussten wir noch ein wenig an ihren Unarten feilen, damit sie nicht mehr stieg und sich besser händeln ließ als jetzt im Moment. Denn so ging es nicht weiter. Entweder ich oder unsere Trainerin konnten sie noch führen und das übten wir jetzt schrittweise. Wenn sie brav lief, wurde sie gelobt. Ich ging zur Weide, auf denen meine Stuten noch ruhten und näherte mich meiner neuesten Stute. Candy hatte uns erst vor zwei Monaten erreicht und machte sich im Training erstaunlich gut. Das weiche Fell an der Schnauze fühlte sich so vertraut und so sanft an. Sie war zwar noch etwas misstrauisch, hatte sich aber schnell an uns und die Umgebung gewöhnt. Ich hoffte inständig das der Flug gut gehen würde und meine Pferde sich nicht allzu sehr anstellen würden. Das wir uns alle einleben mussten, war klar. Ebenso mussten sich die Pferde an das Klima gewöhnen welches dort herrschte. Im Sommer war es sehr warm und im Winter fror man selbst mit Pulli. Aber ich war es gewohnt. Ich kam schließlich aus dem Land und dem Ort. Ich kannte viele und ich wusste wie begehrt dort Arbeit war, also würden Stallburschen sich relativ schnell auffinden lassen. Ich würde mich demnächst nur noch auf die Pferdezucht konzentrieren und Smetti würde die Hufschmiede leiten. Es schien wohl sein Beruf zu sein.

      Ich führte Candypie in Richtung unserer Hufschmiede und band sie dort an. Nebenberuflich arbeitete Smetti momentan in einem Tommy Hilfiger Outlet, in dem er mit seinem Style sehr gut reinpasste. Candypie stand brav und ruhig da, bis ich meine Sachen zusammenpackte und mich neben ihr hinstellte um ihre Hufe zu säubern. Auf den ersten Blick sahen sie ganz okey aus, aber je mehr ich sie begutachtete, desto mehr sah ich zu bemängeln. Candypie hatte sehr sehr weiche Hufe, welche die Hufeisen nur mit Mühe trugen. Mir war es zu riskant sie mit den Hufeisen laufen zu lassen und so entschied ich mich für Hufschuhe. Candypie blieb ganz artig und brav stehen und ließ mich meine Arbeit machen ohne zu zucken. Ich schnitt ihr die Hufe nur minimal aus und raspelte dann ein wenig um die Form zu festigen. Das Feilen ging auch schnell von statten und ich konnte in aller Ruhe Hufschuhe in ihrer Größe suchen. „Irgendwo mussten die doch hier sein“, murmelte ich und kramte in diversen Kisten rum um verschiedene Modelle und Größen zu finden.

      „Hey du, rate mal wer wieder da ist“, schaute mir eine Grinsebacke durch das große Tor der Schmiede, welche mich gleich zum Lächeln animierte. „Mein liebster Arbeitskollege“, grinste ich und ging ein kleines Stück auf ihn zu. „Lief alles super. Erst war Classic Gold echt ängstlich und misstrauisch, fast schon biestig, als es um ihr Fohlen ging. Aber bis zum Ende hatte sie sich dann doch beruhigt.“ „Glück gehabt, hätte böse enden können. Vor allem, weil sie ja dank einem Vorbesitzer nicht gut auf Männer zu sprechen ist“, griff ich noch mal auf. Er nickte kurz und kramte dann in einer Kiste rum. „Das Modell müsste eigentlich Candypie passen, hat eine Stoßdämpfung und die Hufe können sich etwas erholen.“ „Ey, du hast verdammt gut gelernt, weißt du das“, lachte ich und klopfte ihm auf die Schulter. Obwohl er 2 Jahre älter als ich war, redete ich mit ihm wie mit einem Jüngeren. Wahrscheinlich einfach nur, weil ich seine Chefin war und autoritär wirken sollte. Er zog dem Schimmel die vier Hufschuhe an und es saß wirklich alles. Er hatte einfach ein Händchen dafür. „Wie sieht‘s eigentlich mal mit einem eigenen Pferd aus? Wäre das nicht was für dich?“, fragte ich zögerlich und blickte kurz zu ihm. Er kratzte sich etwas am Kopf und seufzte. „Weißt du Rachel, ich habe Angst dem Tier nicht gerecht zu werden. Besser ich kümmere mich bei dir um die Zuchtpferde und hab so eine Reitmöglichkeit, als dass ich eins hab, wo ich täglich hinterher muss und ihn selbst arbeiten muss oder sowas. Mir fällt das so einfacher“, sagte er und schien ein mulmiges Gefühl zu haben. „Schön okey, kannst dir auch gerne in ein bis zwei Monaten eins fest aussuchen und dann als Reitbeteiligung ohne Kostenbeteiligung nehmen. Würde mich sogar freuen“, grinste ich und lobte das Vollblut, das neben uns stand und löste den Strick vom Halfter. Candy lief noch sehr, sehr ungewohnt auf den Hufschuhen. Ihr Gang glich eher dem mit Transportgamaschen und brachte mich ein wenig mehr zum Lachen. Nach einigen Minuten ging sie ordentlicher und immer taktklarer, so wie wir es gewohnt waren. „Machst du grad Alinghi’s Hufe in der Schmiede und beschlägst sie mit normalen Hufeisen. Also im Prinzip das Ganze Paket? Sie wird die Saison noch laufen und nächste dann nur Trainiert werden von einem Trainer in Mazedonien“, erklärte ich noch kurz und ging mit Candypie einen kleinen Spaziergang um sie an die Hufschuhe zu gewöhnen. Obwohl sie noch nicht lange da war, blieb sie sehr ruhig mit viel Elan bei der Arbeit und Erfolgs Willen.

      Nach unserem kleinen Spaziergang band ich sie vor der Box an. „Wir ziehen dir jetzt erst einmal die Dinger hier aus und dann kannst du ein bisschen auf die Weide.“ Ich zog ihr die Hufschuhe aus und band sie dann wieder ab. Ich fragte mich ob sie noch heller wurde, oder ihre paar Dapples bleiben würden, aber das war nun mal immer das Problem mit Schimmeltieren. Es war wie ein Überraschungsei. Candypie schaute noch ein wenig unsicher durch die Gegend, war aber nicht glotzig. Heute war einfach ein bisschen was los auf Chattahoochee Hills, da der Umzug bald Anstand und die Möbel allesamt schon rüber geflogen wurden. Mittlerweile war es auch schon 12 Uhr und ich würde nachdem Candypie auf der Weide stand, auf Smetti warten um mit ihm was zu essen. Mein Magen knurrte nämlich bereits schon. Ich machte mich auf dem Weg zum Wagen und wählte schon mal die Nummer. Ich hatte mich noch nicht in den Wagen gesetzt, da hatte ich ihn auch schon am Hörer. „Ich bin jetzt mit Alinghi fertig, sie hat mich einige Nerven gekostet, aber wir sind jetzt durch. Soll sie zu Deila auf die Weide oder zu wem soll ich sie stellen? Die Zicke meint mit mir auch grad den Affen zu machen und tänzelt rum…“ – „Stell sie zu Deila und Candypie. Bonbone ist ja momentan nicht da, da wird sie Chefin sein in der Herde. Balerinë hält sich ja eh eher alleine auf, wenn Bohne nicht da ist und fühl sich irgendwie bei den Großen weniger wohl. In Mazedonien kommen eh noch ein paar Stuten und ein Hengst dazu. Naja mindestens ein Hengst. Man weiß ja nie. Du kennst mich ja, ich gehe gerne Pferde kaufen… Aber ich muss definitiv reduzieren um mich auf die Zucht zu konzentrieren. In Mazedonien kommen nämlich noch zwei KWPN Hengste dazu. Einer ist ein fünfjähriger Scheckhengst bereits erfolgreich L-Platziert im Springen und der andere ein Falbhengst mit einer Dressurbegabung und erfolgreich momentan in der A-Dressur. Heißen ‚Lost Boy‘ und ‚Achter Tag‘. Unterm Reiter aber wahre Engel und auch im Umgang sehr angenehm. Achja, Alinghi kannst du ruhig mal eine geben, die braucht das manchmal. Oder zieh mal kurz am Strick damit die weiß, dass du da bist. Ich hol dich gleich an der Weide ab, wir gehen essen. Hab auch ein anderes Oberteil für dich dabei“, dann legte ich auf. Ich mochte ihn gerne. So als besten Freund. Naja vielleicht auch mehr, aber ich hatte immer Pech in der Liebe gehabt, als ob sich das ändern würde.

      Ich schaltete den Motor an und sah mit einem gekonnten Schulterblick hinter mich. Der Weg war frei und ich parkte in aller Ruhe aus. Ich ließ mir Zeit. Schließlich wusste ich wie weit der Weg zur Weide war. Doch das würde sich in Mazedonien ändern, dort hatte ich so viel Weideland meines Opas geerbt, das ich in der ganzen Umgebung des Hofes entweder bebauen oder als Weideland und Felder nutzen konnte. Was ich auch tun würde. Die Weiden waren grün aber eher von der mageren Sorte, sodass auch Kaltblüter dort problemlos den ganzen Tag draufstehen könnten. Aber dazu kam es wohl nicht. Ich hatte momentan andere Zuchtpläne.

      Und da stand er auch schon wartend auf mich. Kurz die Haare gerichtet und schaute mich mit leuchtenden Augen durch die Brille an. Würde ich stehen, wären meine Knie schon längst weich geworden. „Kommst du rein?“, rief ich durchs Fenster und schon lief er zur Beifahrertür. „Ist ja gut, bin ja schon da“, grinste er. „Wohin fahren wir jetzt eigentlich?“ „Zum Steakhouse, ich habe Hunger“, sagte ich trocken und er starrte mich nur an. Ich konnte mir das Lächeln nicht verkneifen. „Jaa, einmal. In Mazedonien wird es so qualitativ hochwertiges Fleisch nicht mehr geben“, lachte ich. Er lachte ebenfalls. Immerhin einer der sich freute. Abby war die einzige, die noch mit uns kommen würden, alle anderen verabschiedeten wir. Wir mussten uns auch neue Trainer suchen und einen neuen Tierarzt. Die langen Reisen würden zu viel Zeit beanspruchen. „Ich habe mir Gedanken gemacht, Smetti“, sagte ich ernst und strich mir eine Strähne aus dem leicht gebräunten Gesicht. „Worüber?“ Ich konnte seine Neugierde aber auch seine Ungewissheit fast schon spüren. „Über den Umzug. Ich habe sowohl Nephilim als auch Hendersin verkauft. Ich habe auch für zwei weitere Pferde zwei Interessenten, allerdings bezweifle ich, dass ich die Tiere verkaufe, da sie für die Zucht interessant sind. Ich spreche nämlich von ‚Deila‘ und unserem neuen Hengst ‚Achter Tag‘… Außerdem werde ich, denke ich, die Hufschmiede nicht mehr leiten. Ab und zu höchstens noch Hufe raspeln und Fehlstellungen bearbeiten, ansonsten wirst du dein eigener Herr sein. Du kannst auch die Preise ändern, wenn dir das lieb ist. Ich werde mich aber nun als Hufschmied zur Ruhe setzen und nur noch in der Pferdezucht tätig sein und hier und da mal Kellnern gehen oder in einem Café arbeiten.“

      „Aber du hast dir doch alle aufgebaut. Ich kann das nicht annehmen. Ich mach das nicht alleine… Wir sind doch ein Team.“ „Ja, aber mein Rücken hat leider ein paar Probleme gemacht und deswegen geht es nicht mehr“, wurde ich leiser und leiser. Er brummte nur kurz und schaute dann ruhig aus dem Fenster. Sein Blick war sehr nachdenklich. Der Weg zog sich in die Länge, weder Musik brachte die Stimmung ein wenig in die Höhe und ebenfalls redeten wir nicht mehr. Erst als wir ausstiegen, brachte er zwei Worte raus. „Ich mach’s.“ „Was?“ „Du hast schon richtig gehört. Ich mach’s“ Ich konnte meine Freude kaum fassen. Ich sprang dem jungen Mann fast in die Arme, so sehr freute ich mich auf sein Einverständnis. „Longierst du später Maekja, dann mach ich noch ein bisschen Bodenarbeit mit Rohdiamant. Der wird nächstes Jahr auf einer Show präsentiert, wenn er soweit ist.“, Er nickte grinsend. „Mach ich“, und dann nahm er mich einen Moment lang in den Arm. Ich genoss diesen Moment. So viele Gefühle die in mir hoch schossen und mein Herz, das bis zum Hals schlug. Es war ein verdammt guter Moment. Doch genauso schnell wie er angefangen hatte, hörte er auch auf. „Lass uns reingehen. Wir haben Hunger“, grinste er wieder und hielt mir die Tür auf. Wir bestellten einen Tisch für 2 und unterhielten uns, bis das Essen gebracht wurde. Es schmeckte bestens.

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      13. Oktober 2016 | von sadasha
      Pflegebericht für drei Neuankömmlinge
      Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell. Das wurde mir immer dann klar, wenn ich meine Nachzuchten betrachtete. Gerade eben war Emrys, die diesjährige Reitpony Nachzucht auf die Welt gekommen und heute konnte er das Fohlen ABC schon fast aus dem Effeff. Stolz spazierte ich mit dem Junghengst an Strick und Halfter über den Hof und begrüßte alle, die uns entgegen kamen. Emrys machte freudig mit, wurde aber je länger wir draußen waren immer müder. Als ihm schon fast die Augen zufielen, brachte ich ihn zurück zu seiner Mutter Arcany. Ebenfalls jung und unerwähnt in bisherigen Berichten ist unser Neuzugang bei den Vollblutfohlen: CHH' Classic Spring. Diese Stute ist meine persönliche Wundertüte. Sie barg mehr genetische Vielfalt, als man ihr im ersten Augenblick zusprechen mochte. Zusammen mit den anderen jungen Vollblütern durfte sie heute unbeschwert über die Wiese tollen. Mit dem Fohlen ABC hatten wir bei ihr gerade erst angefangen, Gine kümmerte sich an drei Tagen in der Woche darum, dass Classic Spring gefördert wurde. Ebenfalls neu bei den Englischen Vollblütern war Blütenzauber. Eine erfahrene Mutterstute aus den Pineforest Stables von Occulta Smith. Sie auf dem Hof zu haben ist mir eine wahre Ehre, immerhin habe ich auch schon eine Tochter aus ihr hier. Blütenzauber machte hier erstmal eine Umstellung mit. Und zwar die vom Zucht- und Rennpferd zum Reitpferd. Sie hatte bereits Erfahrungen in Dressur in Springen, aber in letzter Zeit hatte sie noch ein Fohlen bei Fuß und musste so oder so wieder rein kommen. Wir begannen also schonend damit sie im Intervall zu trainieren. Erst in einfacher Dressur und mit Ausritten und später dann mit Springtraining und vielleicht dem ein oder anderen Turnier. Sie fremdelte noch etwas mit der neuen Umgebung, auch heute gab es deshalb nur eine kurze Runde auf dem Platz und einer anschließenden Erkundungstour über das gesamte Gelände. Wenigstens mit den anderen Stuten auf der Weide kam sie mittlerweile gut zurecht. Hier und da mal Gezicke war nichts Neues und das würde sich nie ändern, aber sie stand nun nicht mehr außerhalb und lief gut mit den anderen mit. Alle Pferde versorgt ließ ich mich am Abend müde aufs Sofa fallen und plante die Arbeit für die nächsten Tage.

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      26. Januar 2017 | 8861 Zeichen von sadasha

      Hunter | Aus irgendeinem Grund war Gine eifersüchtig auf Kerry. Das wusste ich nun. Kerry kam deshalb nur noch selten auf den Hof und Gine sprach kein Wort mehr mit mir, bzw. nur das Nötigste. Das hatten wir schon mal. In der Anfangszeit. Gine müsste mittlerweile wissen, das ich kein Interesse an ihr hatte. Isaac stand zwischen den Stühlen und machte stets einen auf diplomatisch: „Ich verstehe euch ja beide...“ Genervt ging ich meiner Arbeit nach. Dieses Jahr standen wieder einige Termine für meine Stuten an. Der Deckplan war eng gestrickt und je früher ich da Struktur reinbrachte umso besser. Neben den Deckterminen musste ich außerdem meine Jungpferde weiter bringen. Die Fohlen waren jetzt groß genug um langsam an Trense und Sattel gewöhnt zu werden, auch mit leichter Bodenarbeit konnte man anfangen. Allen voran lag PFS' Savory Blossom. Die Spotted Timeout Tochter war schon weiter als die anderen drei Jungpferde. Sie war allerdings auch die älteste. Die jüngste war CHH' Classic Spring. Doch sie holt gut auf und passt sich den nächst älteren Genossen an. Raving Hope Slayer und Bearing Spots waren in der Hinsicht sehr sozial und engagierten sich.
      Neu dazu gekommen, während meiner Abwesenheit sind Riven in a Dream und LMR Lady Luna. Die beiden bunten Vollblutstuten sorgten hier auf dem Hof bei ihrer Ankunft für Aufsehen. Niemand wusste davon und da ich nicht anwesend war und auch kein Mobiltelefon nutzen konnte, blickten meine Angestellten ins Blaue. Natürlich kümmerten sie sich sorgfältig darum die Stuten zu versorgen. Sobald ich wieder zu Hause war schickte ich Riven gleich wieder weg. Sie bekam eine privilegierte Ausbildung. In Norwegen wird sie nun auf ihre Zukunft vorbereitet. LMR Lady Luna wollte ich selber weiter fördern. Neben diesen Planungen schaffte ich es außerdem noch Moulan auf eine Zuchtshow zu bringen und vorzustellen. Hier warteten wir noch auf die Ergebnisse, Scarlet in Birth war auch bald soweit. Wenn ich so daran denke macht es mich sehr stolz zu sehen wie weit ich mit meiner Vollblutzucht schon gekommen war. Mit Slap Happy, Bearing Totem's Denali, Blütenzauber, CHH' Lamperd und Mr. Raw Depression hatte ich einen großartigen Start hingelegt. Mit der Unterstützung von Freunden und anderen lokalen Züchtern schaffte ich es weitere Anwärter zu gewinnen. Dank Isaac, Gine und meinen Eltern setzte sich außerdem der Gedanke in die Realität um eine Kaltblutrasse auf den Hof zu holen. Durch die Drum Horses hatten wir nicht nur eine sondern gleich drei mögliche Kaltblutrassen, nach denen wir Ausschau halten konnten. Iseabail, Lady Lyneth Bowen, Felan, Mephisto und Vikar hatten wir nun schon. Erstmal sollte es bei diesen fünf bleiben. Sämtliche Pferde aus dem Verkaufsstall hatten uns derweil verlassen. Die Konzentration lag also voll bei den eigenen Pferden. Um die Hand voll Einstaller kümmerten sich die jeweiligen Besitzer. „Hunger?!“ Meine Mutter hielt mir einen Teller Essen unter die Nase und riss mich damit aus meinen Tagträumen. „Ja, danke.“ sagte ich immer noch etwas verträumt und probierte von dem Essen. Meine Mutter verschwand sofort wieder. „Du solltest mal wieder mit uns essen.“ sagte sie noch, als sie den Raum verließ und schloss dann die Tür.

      Gine | Wie immer tat Hunter ganz so, als wäre er vollkommen unschuldig. Anstatt mal mit mir zu reden. Nein, der Herr bleibt stumm, wie immer. Was erwarte ich eigentlich? Und Isaac war noch schlimmer. Der schlug sich immer mehr auf Hunters Seite, dabei müsste er mich doch am besten verstehen... Wenigstens konnte ich mich mit der Arbeit ablenken. Hunter tat es mir gleich. Und dass Kerry nicht mehr so oft hier war kam mir auch zu Gute. Sie stand sowieso immer nur im Weg, wenn man die Pferde bewegen wollte. „Ich hab einen Tipp für dich.“ meinte Isaac plötzlich, der ebenfalls in der Reithalle war, als ich Arcany longierte. Emrys lief freudig nebenher. „Ach ja?“ meinte ich säuerlich. „Dann schieß mal los.“ Er schmunzelte. Wieso war er immer gut gelaunt? „Wieso sprichst DU ihn nicht an?“ fragte er immer noch grinsend. „Weil ICH nicht das Problem bin.“ erwiderte ich. Er lachte. „Glaubst du er versteht das, ohne dass du es ihm sagst?“ Nachdenklich vergaß ich fast mich mitzudrehen, während Arcany um mich herumlief. „Mhmmm...“ Isaac hatte recht, aber das wollte ich keinesfalls zugeben. Aber wenn ich Hunter anspreche, bin ich eh nur die wieder Doofe. Also beließ ich es dabei. Da würde ich eher mit Kerry sprechen... Kopfschüttelnd verwarf ich den letzten Gedankengang und konzentrierte mich wieder auf die Fuchsstute und deren Fohlen am anderen Ende der Longe. „Ehrlich, Gine. Reif ist das von keinem von euch. Sei doch mal die Erwachsenere von euch beiden.“ beendete Isaac das Gespräch, während er mit seiner Come Back Cupcake die Halle verließ. Ihn stumm nachäffend holte ich Arcany zu mir um sie noch ein paar Minuten freilaufen zu lassen, bevor ich die Longenstunde beendete.
      Wieder im Stall traf ich auf Hunter. „Hi.“ meinte ich knapp und schlängelte mich an ihm vorbei, da er, wie konnte es anders sein, mitten im Weg stand mit seiner Slap Happy. „Warte.“ er hielt mich am Oberarm zurück und sah mich durchdringend an. „Was ist eigentlich los?“ fragte er ernst. Tief seufzend machte ich wieder einen Schritt zurück. „Willst du jetzt wirklich kurz vor der Arbeit darüber sprechen?“ fragte ich und verschränkte die Arme. Er musterte mich kurz und trenste dann, die schon gesattelte Braune auf, während er weitersprach. „Erzähl, ich höre dir zu.“ - „So nicht.“ meinte ich eingeschnappt und wandte mich ab zum Gehen. „Oor wirklich. Gine! Dann schnapp dir Bear und komm mit verdammt!“ fauchte er mich an und deutete auf die Box der Roanstute. „Geputzt ist sie ja schon.“ Nach einem kurzen Blick zu Slap Happy, dann zu Bear und wieder zurück zu Hunter entschied ich mich. „Aber nur, wenn wir keine Springstrecke laufen.“ - „Dann aber eine längere.“ Hunter wollte einen Kompromiss. Ich stimmte zu und beeilte mich Bear Totem's Denali fürden Ritt vorzubereiten.
      Wir waren gut eine Stunde unterwegs, bevor ich anfing mit Hunter über mein Problem zu sprechen. Und siehe da, er war auch pissed. „Kerry ist schuld.“ hielt ich fest und bekam dafür sofort einen Rüffel. Kerry sei seine Therapie und er brauche sie. Ob ihr diese Wortwahl gefallen hätte? Ich ließ das unkommentiert. „Ich hab sogar schon überlegt einfach zu gehen, nur damit ich dich nicht mehr sehen muss.“ meinte ich geknickt. „Was hielt dich davon ab?“ wollte er wissen. Gute Frage. Das wusste ich selbst nicht so genau. „Die Pferde...“ antwortete ich schließlich. Hunter wusste genau, dass es das nicht war. „Okay, Gine. Wir müssen festhalten, dass wir zwei niemals enge Freunde werden und schon gar nicht etwas darüber hinaus. Und wenn du das nicht akzeptieren kannst, dann musst du gehen.“ Hunter sagte das so ernst, dass es mehr weh tat als wenn man seine Hände auf heiße Herdplatten legen würde. Traurig blickte ich auf den Pferdehals vor mir, der sich im Takt auf und ab bewegte. „Das heißt nicht, dass wir uns hassen müssen.“ fügte Hunter hinzu und lächelte behutsam zu mir rüber. Die nächste Zeit schwieg ich und war stets darauf bedacht eine Pferdelänge hinter ihm zu reiten, damit er nicht sah wie mich seine Worte verletzt hatten.

      Hunter | Erst als wir wieder auf den Hof kamen sah ich, dass Gine aufgelöst war. Ich wusste nicht so recht wie ich damit umzugehen hatte, immerhin wollte ich keine falschen Zeichen senden. Immer wieder während wir die Pferde absattelten prüfte ich ob sie standhaft blieb oder komplett zusammenbrach. Als meine Mutter auf die Stallgasse kam und uns sah fiel mir ein Stein vom Herzen. Sie kümmerte sich nun um Gine und tröstete sie. Als die beiden Vollblutstuten wieder in ihren Boxen standen und alles Sattelzeug in der Kammer lag waren meine Mom und Gine schon ins Haus gegangen. Isaac packte derweil seine Sachen zusammen, da er Feierabend machen wollte. „Habt ihr gesprochen?“ fragte er neugierig als er mich sah. Ich nickte und ging zu ihm. „Habt ihr alles geklärt?“ Ich nickte abermals, wenn auch zögerlich. Ob Gine mich verstanden hatte und meinen Stand akzeptieren würde wusste ich nämlich nicht. „Wieso ist sie so fertig?“ fragte er dann. Schulterzuckend sah ich ihn an. „Sie hat sich vermutlich mehr erhofft.“ Isaac lachte. „Ach was!“ meinte er dann. „Ja was soll ich denn machen? Soll ich sie anlügen?“ fragte ich genervt. Isaac schüttelte immer noch grinsend den Kopf. „Nein, du hast das schon richtig gemacht.“ Er legte mir eine Hand auf die Schulter, während er das sagte. „Ich glaube sie wird nicht mehr lange bleiben.“ sagte ich nun etwas geknickt. Gine war zu einem festen Bestandteil des Hofes geworden. Man würde sie vermissen, wenn sie auf einmal nicht mehr da wäre. „Dann mach was, damit sie nicht geht.“ Verdattert sah ich zu ihm auf. „Was soll ich denn machen?“ Nun zuckte er mit den Schultern. „Überleg dir was.“


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      28. Februar 2017 | 8823 Zeichen von sadasha

      Gine | "Wusstest du von dem neuen Fohlen, PFS Strolch?" fragte ich Isaac verwirrt, als dieser mit dem Neuankömmling von der Weide kam. Er zuckte die Schultern.

      "Nö. Hunter sagt doch nichts."
      "Der wollte doch gar keine Cream-Linie oder bin ich da auch falsch informiert?"
      Isaac schüttelte den Kopf. "Meinungen ändern sich. Ich find den echt hübsch."
      "Ja ja, ich auch. Er ist halt ein Stromer Nachkomme. Wie alt ist der eigentlich genau? Der sieht noch so arg klein aus."
      "Frisch abgesetzt, der ist erst 7 Monate alt. Er leidet auch noch ganz fürchterlich, deshalb beschäftige ich ihn heute als ersten. Du kannst ja im Gegenzug mit den Jährlingen anfangen?"
      Ich nickte grinsend. Isaac wusste, dass ich lieber mit den älteren Jungpferden arbeitete, da war mehr mit anzufangen und die kannten den Grundgehorsam, hatten Routine. Im Moment war ich so oder so etwas angekratzt. "Danke." rief ich Isaac noch hinterher, der daraufhin nur doof lachte. "Spinner."

      Wie gehabt schnappte ich mir PFS' Savory Blossom, die die Youngsterherde anführte. "Sry meine Süße, aber du kennst das ja." redete ich ihr zu, während ich sie aufhalfterte. Sie hatte ganz eindeutig heute keine Lust auf ihr alltägliches Training. Trotzig hob sie den Kopf und hielt auf dem Weg zum Stall ständig an um ihren Missmut duetlich zu machen. Als sei das nicht schon genug spukte sie immer wieder auf, bei Dingen, an die sie eigentlich längst gewöhnt war. "Das ist ein Striegel, du Depp!" motzte ich die hübsche Stute an, als sie zwei Schritte zurück machte, nachdem ich den Striegel aus der Box geholt hatte. "Das sind deine negativen Schwingungen!" meinte Isaac lachend, der mit Strolch schon so gut wie fertig war. Das kleine Fohlen ließ sich anständiger putzen als die fast Zweijährige... Unfassbar. Neidisch sah ich zu den beiden rüber, als sie die Stallgasse für einen kleinen Spaziergang verließen. "Na gut, dann eben nochmal zurück auf Anfang meine Liebe." Nach einem tiefen Atemzug stellte ich ihr erstmal die Brüste vor, streichte zuerst mit der Hand und denn mit dem Striegel über das Fell. Je länger ich sie striegelte umso vertrauter wurde sie wieder mit dieser Prozedur. Immer wieder lobte ich die junge Stute und war schließlich auch wieder etwas ruhiger und zufriedener. "Prima, geht doch!" freute ich mich, als der Sabino endlich sauber vor mir stand. Mir stellte sich die Frage wie sie wohl auf die neuen Trainingseinheiten reagieren würde, mit denen wir bald anfingen. Gebiss annehmen, longieren, etc. Wahrscheinlich machte ich mir da zu viele Gedanken. Und sollte ich Probleme haben, könnte ich immer noch die Crowleys um Hilfe bitten. Nach einem kleinen Spaziergang ins Gelände brachte ich das junge Vollblut zurück in seine Herde und schnappte mir den nächsten Kandidaten raus. Strolch war auch wieder da. Isaac hatte sich als nächsten Raving Hope Slayer geholt. Sollte ich nicht die älteren machen? Sie viel dazu. Dann nahm ich mir eben CHH' Classic Spring. Die Grulla Stute, war mein Lieblingsfohlen, wenn man das sagen durfte. Sie hatte starke Nerven, war lieb und sehr menschenbezogen. "Gine?!" ich brieb stehen und wandte mich zur Seite. "Hunter." Konnte der Tag noch schlechter werden? "Wenn du gleich Zeit hast, ich würde gerne etwas mit dir besprechen." Noch bevor ich fragen konnte "Was?" und "Wo?" er mit mir sprechen wollte hatte er schon wieder kehrt gemacht und war Richtung Schmiede verschwunden. Das hatte mir noch gefehlt. Wir waren so oder so überlastet, weil Mr. und Mrs. Crowley Feriengäste da hatten und Hunter persönlich viel als Hufschmied unterwegs war um Geld reinzubringen. Isaac und ich mussten nebenbei die Pferde bewegen. Wenigstens brachte Hunter seine Rennpferde noch selbst weg zur Ovalbahn. Eigentlich wollte ich kündigen. Ich war maßlos überfordert und ausgelaugt. Wie machte Isaac das? Wenn man ihn danach fragte bekam man irgendeine sarkastische Bemerkung und ein Lachen zu hören. Er wollte nicht darüber sprechen, vermutlich ging es ihm nicht besser als mir. Er ließ es nur niemanden spüren. Mir machten die Stimmungsschwankungen zu schaffen. Oft war ich morgens hypermotiviert und gegen Mittag sank meine Laune schon wieder in den abgrundtiefsten Keller.

      Gedankenversunken putzte ich die bald einjährige, graue Stute. Als ich fertig war drehte ich auch mit ihr eine kleine Runde über und um den Hof, sie war noch etwas unsicherer als Savory Blossom, ging aber tapfer mit. Immer wieder bleib ich mit ihr stehen, damit sie sich in Ruhe umsehen konnte und Dinge die sie neugierig machten beschnüffeln konnte. Wieder auf dem Weg zu Weide hatte Isaac Bearing Spots an der Hand. "Wie machst du das?" fragte ich verwundert. "Du bist einfach langsam." meinte er mit ernster Stimme, doch ich sah ihm an dass er innerlich fast explodierte vor unterdrücktem Lachen. Schmunzelnd entließ ich Classic Spring zu den anderen Jungpferden. "Ach, Isaac?" schnell schloss ich das Tor, sicherte es und rannte Isaac hinterher. "Machst du noch Emrys, Vikar und Mephisto? Hunter will was von mir." murmelte ich augenrollend. Der Ire blieb stehen und sah mich fassungslos an. "Er will etwas von dir?!" wiederholte er. Wieder rollte ich die Augen und stieß ihm vor die Brust. "Man, nicht so! Machst du die drei noch?" Er nickte schmunzelnd. "Ist ok."

      Beim Gang zur Schmiede ließ ich mir auffallend viel Zeit. Eigentlich wollte ich nicht mit Hunter reden. Die Gefahr war groß, dass ich ihm aufgrund meiner Überforderung einfach kündigte. Das war zumindest wahrscheinlicher, als dass alles ruhig verlaufen würde. Als ich bei der Schmiede ankam lief diese auf Hochtouren, es war brüllend heiß hier und ich konnte mich nicht entscheiden ob ich lieber die Kälte des Frühlings oder die Hitze der Schmiede haben wollte. Als Hunter mich sah leitete er sofort die Kühlung ein und unterbrach damit seine Arbeit. Er hatte schon ein gutes Dutzend Eisen für seine Pferde vorbereitet. Er brauchte noch einen Moment um sich die Hände zu waschen und die Schmiedeschütze abzulegen. Auch normale Schuhe zog er sich an, bevor wir uns zwei Klappstühle schnappten und hinsetzten. Es war seltsam. Hunter sprach wie gewöhnlich wenig und auch ich war nicht zum Reden auferlegt heute. "Was gibts?" fragte ich schließlich, da er ja sonst noch Stunden warten konnte. Er räusperte sich.

      "Ich weiß, dass es im Moment schwierig ist. Für jeden, der hier arbeitet." fing er an.
      "Hunter... es ist nicht nur die Arbeit."
      "Schon gut." er nickte. "Für dich kommt das Studium noch dazu und... Ich möchte versuchen es dir leichter zu machen, aber dazu muss ich wissen was dir helfen würde."
      "Weniger Arbeit..." mrumelte ich ohne ihn anzusehen.
      Er lachte leise. "Ja. Aber auch als die Arbeit kein Problem war wolltest du schon gehen. Es ist nicht nur das."
      Verwirrt sah ich auf. Ernsthaft? Wollte er darauf hinaus?! "Und?"
      "Das muss ich von dir wissen, Gine. Ich würde die Reitponys verkaufen. Wenigstens die, die noch eine Zukunft vor sich haben könnten."
      Das konnte er nicht ernst meinen. "Nein!" sagte ich bestimmt. "Verkaufst du die Ponys, bin ich weg. Arbeite weniger als Hufschmied oder stell doch noch jemanden ein." schlug ich vor.
      "Weißt du wie teuer das wäre?"
      Ich schnaubte. "Du kaufst dir alle Nase lang neue Pferde, aber für einen weiteren angestellten hast du kein Geld? Erzähl das jemand anderem, aber nicht mir!"
      Einen Moment lang dachte ich, er sei jetzt mundtot. Doch dann sprach er mit ruhiger Stimme weiter. "Gut, ich werde sehen was ich machen kann."
      War das jetzt ein Kompromiss oder was? Das war nichtssagend und absolut nicht zufriedenstellend. Doch für Hunter war das Gespräch damit beendet. Er schnappte sich, was er mit ins Haus nehmen wollte und verschwand. Verdutzt blieb ich sitzen. Mir ging es elendig und am liebsten wäre ich ihm hinterhergelaufen um zu sagen, dass er sich sputen soll, da ich sonst wirklich weg bin. Aber das hatte schon einmal getan und bin am Ende doch noch geblieben.

      Geknickt stieg ich in meinen Wagen. Der Tag war gelaufen. Isaac würde den Rest der Pferde schon alleine schaffen. Hunter konnte auch mal wieder was für sein Gestüt tun... Gerade als ich den Motor anlassen wollte klopfte jemand an die Autoscheibe neben mir, sodass ich zusammenfuhr. Es war Hunter. Widerwillig drehte ich die Scheibe runter. "Würde es dir helfen, wenn du nicht mehr pendeln müsstest?" fragte er direkt. Würde es. Ob ich das wollte, war die andere Frage. Zögernd sah ich ihn an. Er lächelte, vermutlich hielt er das für die Idee um das PRoblem zu lösen, das wir hatten. Doch das war nicht die Lösung, es wäre ein Tropfen auf den heißen Stein. "Überlegs dir." meinte er und ging ein paar Schritte zurück. Ohne ihm zu antwortenfuhr ich ab.
      Wollte ich auf das Gestüt ziehen? Nein. Wollte ich nicht. Ich wollte Tierärztin werden. Auf eigenen Füßen stehen und irgendwann ohne den Verdienst als Pferdetrainer leben können.

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      21. März 2017 | 10402 Zeichen von sadasha
      Jungpferde- und Fohlentraining
      Mittlerweile ging nicht nur Gine sondern auch Isaac mir aus dem Weg. Wobei es bei Isaac wohl nur durch die Beeinflussung durch Gine dazu kam. Traf ich ihn zufällig, war er gut gelaunt wie immer. Ich wollte heute mit Raving Hope Slayer arbeiten. Der junge Hengst ließ sich mittlerweile problemlos anfassen und hob schon brav seine Hufe. Beim Putzen suchte er sich aus, was ihm gerade gefiel. Gefiel es ihm nicht, wurde er frech. Natürlich unterbinden wir das Verhalten sofort, doch er ist... hartnäckig. Beim Aufhalftern hatte er auch noch häufig schlechtere Tage, bei denen er den Kopf partout nicht runter nehmen wollte und manchmal sogar stieg. Gleichermaßen stur zeigte er sich beim Führen. Er sah das mehr als Spiel. „Wenn du die Richtung diesmal vorschreibst, dann schreib ich sie dafür bei der nächsten Kreuzung vor.“ So kam es einem zumindest vor. Es war der Grundgehorsam der noch nicht saß. Eigentlich kannte er die Übungen und wusste sie auch richtig auszuführen, wenn die Belohnung ausreichend hoch war.
      „Nein!“ sagte ich bestimmt ruhig, als Raver wiedermal überholen wollte beim Führen über den Hof. Vertieft in meine Arbeit mit dem jungen Pferd merkte ich nicht, dass Isaac, Gine und Kerry auf dem Innenhof standen und mich beobachteten, während sie sprachen. Erst als Raver mir seine 'Macht' beweisen wollte und versuchte sich vom Strick loszureißen sah ich im Eifer des Gefechts, wie sie wie versteinert zusahen. Der junge Hengst zog mich einen kurzen Moment weg, doch ich konnte dagegenwirken. Einen Augenblick später hielt er inne und ich übernahm die Führung wieder. Ich ließ ihn ein paar mal im Kreis laufen, damit er wieder zu sich kam. Erst als er ruhiger wurde legte sich die Anspannung. „Kommst du klar?“ der irische Akzent ließ mich wissen, dass Isaac es war, der sich zuerst traute mich anzusprechen. Mit einem knappen „Ja.“ drehte ich mich zu dem Trio um. „Was habt ihr zu besprechen?“ Wie ertappt sahen mich nun auch die beiden Frauen an. Kerry machte ein paar Schritte auf mich zu. „Hast du einen Moment Zeit, Hunter?“ fragte sich vorsichtig. Raver fing wieder an herumzuzappeln. Mit zusammengebissenen Zähnen, weil ich versuchte zeitgleich den Spinner am Strickende ruhig zu halten, antwortete ich genervt: „Bin gerade etwas beschäftigt!“ Als er ruhiger wurde, stand ich etwa drei Meter weiter in Richtung Weiden. Seufzend sammelte ich mich und gab dann Bescheid, dass ich ihn nur eben fertig machen würde, bevor ich auf sie zurück komme.
      Es brauchte noch etwas Zeit, bis ich Raving Hope Slayer zurück auf die Weide entließ, seinen Willen sollte er in diesem Fall nicht bekommen. Und so drehte ich Ehrenrunden, bis er verstand, was ich von ihm wollte. Wortlos ließ ich ihn auf der Weide laufen und brachte Halfter und Strick an seine Plätze zurück. Als ich auf den Innenhof kam, war dieser wie verlassen. Ein eiskalter Wind fegte etwas Schnee von der Straße durch das Tor auf den Hof. Es wäre auch seltsam gewesen, hätten sie draußen gewartet. Bei dem Wetter.
      Im Haus ging ich zuerst ins Bad und wusch Gesicht und Hände. Als ich das Wohnzimmer betrat saßen die drei vor dem Kamin. „Hunter!“ bemerkte Kerry und stand auf. „Setz dich.“ Einen Moment lang überlegte ich sie zu fragen wieso sie aufstand, wenn sie sich doch gleich wieder mit mir setzen würde. Doch ich beließ es dabei und setzte mich stumm. Gine wich meinen Blicken aus und Isaac sah mich voller Entzückung an, wenn sich unsere Blicke trafen, also beobachtete ich das Feuer, bis Kerry wieder zu sprechen begann. „Also... wir haben uns was überlegt, wie wir euer Verhältnis wieder aufbessern wollen.“ sagte sie. Mir wurde schlecht. Sowas konnte doch nichts Gutes sein, oder? „Und zwar wollen wir euer Vertrauen zueinander festigen.“ Kerry sagte das als sei es ein super Schulprojekt, das allen Spaß machte. Unglaubwürdig sah ich sie an. An Gine's Reaktion merkte ich, dass sie in diesen Plan bereits eingeweiht war. Sie wich mir noch immer aus. Isaac klatschte fröhlich in die Hände. „Lasset die Spiele beginnen!“ rief er melodisch und sprang auf. „Was habt ihr vor?“ fragte ich und wurde mit jeder Sekunde nervöser. „Lass dich überraschen.“ es war Isaac, der mir antwortete, wieder in seinem überspitzt fröhlichem Singsang. Ich brummte widerwillig, stand aber nach Aufforderung von Kerry ebenfalls auf.

      Meine Gedanken kreisten unaufhörlich darum, was sich die drei wohl ausgedacht hatten. Isaac war verschwunden und Kerry gab Gine einen dunklen Schal. „Das ist jetzt nicht euer Ernst?“ Mir rutschte das Herz in die Hose, auf solche Spielereien hatte ich keine Lust. Doch die zwei kamen lächelnd auf mich zu. „Keine Angst, vertrau uns.“ Kerry lachte. In diesem Moment fühlte ich mich zurückversetzt ins Teeniealter. Widerwillig ließ ich Gine den Schal um meinen Kopf legen, sodass meine Augen verbunden waren. „Siehst du auch nichts mehr?“ fragte Kerry und die Pause danach verriet mir, dass sie wohl gerade überprüfte wie viel ich nicht mehr sah. „Gut.“ vermutlich schmunzelte sie jetzt. Ich konnte es mir lebhaft vorstellen wie sich die beiden jetzt gegenseitig angrinsten in Angesicht von mir, der da relativ hilflos rumstand. Einen kurzen Moment später nahm mich eine der beiden am Oberarm und zog mich mit sich. „Wo geht’s hin?“ fragte ich brummend. Gine lachte. „Wenn ich dir das sagen würde, könnte ich dir auch gleich den Schal abnehmen.“ Den Rest des Weges gingen wir schweigend, hie und da stolperte ich über irgendwelche Kanten, die man mir nicht angesagt hatte. Irgendwann änderte sich der harte Asphalt zu weichem Boden. Und dann blieben wir stehen. Ich hob die Hände und wollte mir gerade den Schal runter nehmen, als mich jemand aufhielt. „Noch nicht!“ Widerwillig nahm ich die Hände wieder runter.
      „Ich hoffe ihr habt die Pferde vorher in Sicherheit gebracht.“ murrte ich, während Gine und Kerry irgendwas tuschelten. „Den Pferden geht es bestens.“ Dass mir da keine Frau antwortete machte mich stutzig. Erst ein paar Momente später registrierte ich, dass es Isaac war der zu mir sprach. „Werde ich heute Abend nochmal etwas sehen dürfen?“ fragte ich hoffnungsvoll, wurde aber nur ein Stück nach hinten geschoben. „Da stehst du besser.“ meinte Kerry. „Du wirst gleich erlöst.“ Wenngleich das nicht die sanfte Stimme von Kerry, sondern die glockenhelle von Gine war, klang dieser Satz wie Musik in meinen Ohren. Als Gine mir endlich den Schal abnahm sah ich mich um. Wir standen auf der entferntesten Weide, des Gestüts. Isaac machte ein kleines Lagerfeuer, das ihm jedoch immer wieder aus ging. Kerry hockte neben ihm und erklärte was er falsch machte.
      Neben dem Feuer lagen ein paar Säcke in denen wohl Zelte darauf warteten aufgebaut zu werden, außerdem eine Kühlkiste.
      Gine schmunzelte, als Kerry ihr zunickte, das Lagerfeuer lebte endlich. Mich machte in diesem Moment das Grillgut glücklich, das Isaac aus einer Kühlkiste packte. Der Grill stand einen halben Meter weiter und war bereits angeheizt. „Du sagst ja garnichts.“ bemerkte Isaac irgendwann, in fast schon beleidigtem Ton. Ich räusperte mich. „Ja, ich weiß noch nicht was ich hiervon halten soll.“ gab ich offen zu und sah rüber zum Stall. Immerhin war das hier eine Pferdeweide und das Feuer würde mit Sicherheit seine Male hinterlassen. „Wir haben für alles gesorgt, setz dich und halt wieder die Klappe.“ Gine grinste mich an und deutete auf die Decke, die sie im sicheren Abstand zum Feuer ausgebreitet hatte. „Lass dich doch einfach mal darauf ein.“
      Es brauchte seine Zeit, bis ich mich entspannte. Der Alkohol tat dann sein Übriges. Wir erzählten an diesem Abend viele private Geschichten und auch das Verhältnis zu Gine verbesserte sich schlagartig. Irgendwann verschwand Isaac nach Hause. Gine und Kerry wollten zelten, ich half ihnen also noch beim Aufbau, bevor ich ins Haus verschwand. „Du solltest mit uns zelten.“ Enttäuscht sahen mich die beiden an, doch ich dankte lachend ab. Der Abend war lang genug, als dass ich die Nacht im Zelt verbringen wollte. Immerhin ging es morgen wieder früh raus.

      Der nächste Morgen war grauenvoll. Um 5 Uhr klingelte der Wecker und es war noch niemand sonst wach. Sogar meine Eltern, die eigentlich gar nichts gemacht hatten, lagen noch in den Federn. Schlaftrunken setzte ich die Kaffeemaschine an. Als Gine und Kerry aus ihren Zelten krochen, waren die Pferde bereits gefüttert. „Gibt's Kaffee?“ fragte Kerry hoffnungsvoll. Gine lief schnurstracks ins Haus. „Folge ihr.“ ich zeigte Gine hinterher. Währen die zwei ausgiebig frühstückten, nahm ich mir bereits das erste der Fohlen vor. CHH' Classic Spring, sie ließ sich mittlerweile mehr oder weniger problemlos aufhalftern und gab brav die Hufe, wenn sie darum gebeten wurde. Beim Führen war sie recht schreckhaft, aber das gibt sich mit der Zeit. Gerade Stutfohlen sind in ihrem Alter oft guckig. Wieder im Stall übte ich außerdem noch das Anfassen und Putzen sämtlicher Körperregionen. Das gleiche Prozedere machte anschließend auch PFS Strolch mit, der neu im Stall war. „Kann man dir irgendwie zur Hand gehen?“ fragte Kerry irgendwann. Sie half mir dann dabei Emrys, Mephisto, Vikar und später PFS' Savory Blossom zu beschäftigen. Als wir mit den Jungpferden fertig waren schauten wir noch eine Weile Gine und Isaac zu, die gemeinsam in der Halle für Turniere trainierten. LMR Lady Luna war nun auch bald bereit zur Zuchtzulassung zu gehen. Vor Kurzem hatte sie einen Mini-Workshop mitgemacht, der sie fürs A-Springen qualifizierte. Und Scarlet in Birth wartete nur noch auf die Ergebnisse. Bald würden wir damit beginnen Blossom und Raver einzureiten. Einige Minuten schwelgte ich in Erinnerungen an die Fohlenzeit der beiden.
      Mit Gine lief es in der nächsten Zeit wieder ganz gut. Das Verhältnis hatte sich verbessert, das ganze Team hielt nun fester zusammen. Gine würde trotzdem das nächste Jahr vermehrt im Studium unterwegs sein. Deshalb musste ich einen weiteren Arbeiter finden, der die Arbeiten übernehmen kann die sie sonst erledigte. Kerry band sich zwar immer mehr mit ein und machte Fortbildungen im Therapiebereich, doch sie hatte den reiterlichen Wissensstand eines Teenagers und war damit für das fortgeschrittene Training der Pferde ungeeignet. Es entwickelte sich alles sehr langsam, meine Eltern zogen sich immer mehr zurück und würden sicher bald ganz aussteigen. Es fühlte sich ganz so an als würde ich noch einmal erwachsen werden. Das Leben stellte mich bald abermals auf Probe. Diesmal mit Ankündigung.

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      24. März 2017 | 3632 Zeichen von sadasha

      „Hunter, mein Lieber. Du hast nicht zufällig Lust auf Urlaub in den Niederlanden? Die Sprache ist ja fast wie Deutsch.“ Rinnaja steckte zur Zeit mitten im Umzug nach Europa und hatte schon einige Pferde hergeholt. „Mhmmm...“ brummte ich ein wenig widerwillig, da ich eigentlich genug auf meinem eigenen Hof zu schaffen hatte. „Bitte Hunter! Es sind auch erst ein paar Pferde im neuen Stall. Ich kann mich leider nicht zweiteilen und sowohl in Kanada als auch in Holland sein.“ erklärte sie und ich knickte ein. „Na gut.“ knurrte ich. „Wann kannst du da sein?“ schoss es gleich hervor noch bevor ich meine Antwort weiter ausführen konnte. „Ich melde mich nochmal, gib mir einen Moment.“ Klagend legte Rinnaja auf. Sie hätte die Hilfe am liebsten sofort vor Ort gehabt, aber eine Reise aus England musste geplant werden, wenn man nicht an x Stellen stundenlang warten wollte. Während meiner Suche nach einem guten Flugangebot schrieb mir meine Freundin ununterbrochen bei WhatsApp und hakte nach ob ich etwas gefunden hatte oder ob nicht dieses oder jenes Angebot geeignet wäre. Schließlich fand ich ein Angebot für morgen Vormittag. Last Minute mit genug Zeit um die wichtigsten Angelegenheiten in England noch abzuhaken.
      Ich kümmerte mich am Vormittag noch um meine Jungpferde Vikar, Mephisto, Raving Hope Slayer, PFS' Strolch, PFS' Savory Blossom und CHH' Classic Spring. Dass ich am Nachmittag in ein fast identisches Gesicht wie das von Strolch schauen würde, wusste ich da noch nicht.
      Die Reise verlief zum Glück etwas ruhiger, als der Abend zuvor und relativ entspannt kam ich in Holland auf Rinnaja's neuem Gestüt an. Schön hatte sie es hier und ich war gespannt was sie aus dem Konzept der Ställe in Holland machen würde. Meines Wissens nach wurden Reitställe hier wie Restaurants mit Sternen bewertet. Für mich stand natürlich außer Frage dass Rinnaja ihren Stall zu einem fünf Sterne Stall machen würde. Sie hatte jedenfalls genug Potential dafür mit dem Anwesen und den Pferden. Staunend blicke ich mich um und fand meine Freundin schließlich, wie sie schnellen Schrittes Richtung Wohnhaus lief. „Hey Rinnaja, ich bin da!“ rief ich ihr hinterher, damit sie stehen blieb. „Gut dass du da bist, Hunter! Danke.“ sagte sie und schob mich ins Wohnhaus, wo sie mich erstmal mit Kaffee und Kuchen versorgte. „Das wird ein Ritual oder?“ fragte ich grinsend und nahm dankend platz. Während wir da saßen erklärte mir Rinnaja, dass sie noch heute wieder nach Kanada abreisen würde um weitere Pferde für die lange Reise fertig zu machen. Ich sollte mich heute nur um Ashinta,Lady Fox, PFS' Scion d'Or und LMR Sunny Boy kümmern.
      Das kleine Vollblut Scion d'Or war Stromer wie aus dem Gesicht geschnitten, fast genau so wie mein Strolch, nur dass Scion ein Cremello war. Strolch hingegen war ein Palomino. Auch charakterlich gleichen sich die beiden wie ein Ei dem nächsten. Es machte Spaß mit Scion zu arbeiten und sie lernte schnell wie sie sich bei mir verhalten sollte. Auch die anderen Fohlen machten sich trotz des Umzugs und der neuen Person um sie herum ganz gut. Da Rinnaja im Stress war sah ich sie nur noch zum Abschied nehmen am Abend. Kaum hatten wir Tschüß gesagt verschwand sie auch schon. Neben den Fohlen stand auch Solsikke schon im neuen Stall. Die Knabstrupperstute wurde allerdings heute schon genug bewegt und so machte ich mich mit ihr erst am nächsten Tag bekannt. Für heute war es nun schon zu dunkel. Zur Sicherheit ging ich noch einmal jede Box ab und kontrollierte die Türen. Auch die Zugänge zum Stall überprüfte ich, bevor ich mich ins Gästezimmer des Wohnhauses begab um den Abend ausklingen zu lassen.

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      16. Mai 2017 | von sadasha
      Widerwillig knurrend schaltete ich nach vier Snooze Durchgängen meinen Wecker aus und rappelte mich hoch. Gerade als ich mein Schlafzimmer verlassen wollte hämmerte es gegen die Türe: „Aufstehen, Frühstück wird kalt!“ rief meine Mutter und sah mich erschrocken an, als ich sofort die Tür öffnete und vor ihr stand. „Morgen.“ murrte ich und glitt an ihr vorbei ins Bad um mich fertig zu machen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich so viel Kaffee intus, dass ich voller Tatendrang war. Ein kurzer Blick auf den Arbeitsplan verriet mir, dass ich heute den Vormittag bei meinen Vollblütern verbringen würde. Gine hatte die Offenställe von Mr. Raw Depression, Ehrengold und CHH‘ Lamperd schon geöffnet, sodass die Hengste nach draußen gehen konnten. Die Stuten jedoch warteten noch ungeduldig darauf herausgelassen zu werden. Blütenzauber streckte ihren Kopf in die Stallgasse, als ich mit den passenden Halftern näher kam. Neben Blütenzauber, nahm ich auch Bear Totem’s Denali, LMR Lady Luna samt Little Miss Backyard, Scarlet in Birth samt Stars of Magic und Riven in a Dream samtRouge Trap mit raus. Natürlich musste ich mehrmals laufen. Immer eine Stute links, eine rechts. Hatte die Stute ein Fohlen bei Fuß, so lief es ohne mein Zutun mit. Nachdem alle Stuten auf dr Weide standen kümmerte ich mich um die Youngsters. Golden Sugar und PFS Strolchstanden zusammen mit Raving Hope Slayer auf der Bachelor Weide. CHH‘ Classic Spring hatte Gine gerade im Training. PFS‘ Savory Blossom war mit einem der Jockeys auf dem Weg zur Ovalbahn.

      „Jetzt sind es nur noch wir beide.“ sagte ich zu Moulan, während ich meiner Rappstute das Halfter überstreifte. Moulan ließ das bei mir mittlerweile ohne Angst zu. Auf der verlassenen Stallgasse machte ich sie fest und holte ihren Putzkoffer. Beim Putzen ließ ich mir ordentlich Zeit und untersuchte meine Stute auch auf Ungeziefer oder Schrammen. Moulan war im besten Zustand seit Langem. Wir hatten seit ein paar Tagen die Testergebnisse ihrer Farbgene da. Sie war ein reinerbiger Rappe, was mir sehr zusagte. Zwar war mir die Farbe meiner Pferde im Grunde egal, wenn ich jedoch die Wahl habe würde ich immer mehr zum Braunen oder Rappen tendieren als zum Fuchs. Bei der nächsten Decksaison ist Moulan auch dabei. Mit 10 Jahren war sie eine verhältnismäßig alte Maidenstute, doch sie brauchte die Zeit.

      Eine halbe Stunde später stand ich mit Moulan auf dem Springplatz. Vor dem Platz hatten es sich meine Mutter und Kerry gemütlich gemacht. „Was machst du hier?“ wollte ich Kerry wissen, die ich heute nicht eingeplant hatte. Sie lächelte nur und wank ab. Weiß der Himmel was sie wieder hatte. Ich dachte nicht weiter daran und konzentrierte mich auf Moulan unter mir. Wir nahmen zuerst ein paar Cavalettis zum warm werden, bevor ich sie auf den aufgebauten Parcours brachte. Fehlerfrei waren unsere Durchgänge heute nicht, jedoch hatte ich das Schwierigkeitslevel erhöht. Sie musste engere Kurven gehen und sich schneller auf die neuen Hindernisse einstellen als üblich. Am Ende konnten wir aber doch zufrieden sein. Ein Durchgang ohne gefallene Stange war wirklich lobenswert für eine Stute, die eigentlich nicht als Springpferd geboren ist. Nach dem Abreiten lobte ich Moulan abermals und brachte sie schließlich mit ihrer Abschwitzdecke auf die Weide zu den anderen Stuten. Der Vormittag war damit vorbei.

      Nach der Mittagspause setzte ich mich in meinen Wagen. „Wohin willst du?“ Kerry… Die hatte ich schon ganz vergessen. „Zum Pineforest Stable.“ gab ich knapp zurück und legte den Sicherheitsgurt an. „Aha, was machst du da?“ sie warf einen suchenden Blick auf den Beifahrersitz neben mich. „Ich besuche dort ein Fohlen, das ich gekauft habe.“ Kerry fing an zu strahlen. „Darf ich mit?“ Natürlich sagte ich nicht Nein. Ich hätte keinen triftigen Grund gehabt.
      Auf dem Gestüt von Occulta Smith herrschte regen Treiben. Kerry war begeistert wie viele Pferde und Mitarbeiter es hier gab. An jeder Ecke blieb sie stehen um sich etwas genauer anzusehen. Ich hingegen lief suchend von Gebäude zu Gebäude bis ich Occulta fand. Wir grüßten uns herzlich, bevor sie mich zu PFS‘ Storm Cat führte. Das junge Schimmelstutfohlen tollte auf der Weide und man sah ihr Rennpotential ganz deutlich. Ich war begeistert. Bis zuletzt hatte ich immer versucht mich mehr auf meinen Sport zu fokussieren, doch jetzt da ich eine eigene Ovalbahn hatte, hatte ich die freie Wahl. „Und immer noch zufrieden mit deiner Wahl?“ wollte Occulta wissen und ich nickte. Mehr als das. Ein Schimmelfohlen war schon immer mein Traum. Mit Storm Cat wurde dieser erfüllt. Eine ganze Weile blieb ich am Zaun stehen und sah meinem zukünftigen Pferd zu. Kerry lief währenddessen überall herum, bis sie auch das irgendwann langweilig fand und wieder zurück wollte.

      Erst gegen Abend trafen wir wieder auf dem Bear Brook EC ein. Der Feierabendverkehr hatte uns voll erwischt. Gut zwei Stunden standen wir im Stau. Erst als ich die drei auf der Weide sah fiel mir ein, dass ich sie vollkommen vergessen hatte. „Mist…“ murmelte ich und Kerry sah mich mitfühlend, aber verwirrt an. „Was denn?“ fragte sie. „Eigentlich hätte ich heute Iseabail, Felan und Lady Lyneth Bowen bewegen sollen.“ gab ich zurück und sprang aus dem Wagen, als ich ihn geparkt hatte. Gine war noch immer auf dem Hof, zumindest stand ihr Wagen hier. Ohne Kerry weiter zu beachten suchte ich sie und fand sie in der beleuchteten Reithalle. „Es tut mir leid, Gine. Hast du die drei auch noch bewegt?“ fragte ich. Gine saß gerade auf Mister Blockhead und es sah ganz so aus, als wäre sie gerade fertig mit ihm. Sie nickte lächelnd. „Alles gut, deine Mutter hat mir geholfen und die Reitponystuten mit bewegt.“ Das hieß Princess Sansa, Iceflower, Arcany und Eismärchen waren auch beschäftigt worden. „Wen hast du noch gemacht?“ fragte ich, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren konnte. „Samson, Niffler, Pendragon, PFS‘ Heart of Ocean und Zuckerwatte.“ gab sie zurück und stieg ab. „Das reicht für heute oder?“ fragte sie neckend. „Isaac kam aber auch noch, er hat Come Back Cupcake gemacht und sich dann um Emrys, Mephisto und Vikar gekümmert.“ Nun war ich komplett raus. „Morgen wird es besser.“ versprach ich. Mir tat es wirklich leid, die beiden so allein gelassen zu haben, aber mein Kopf ist heute Morgen anscheinend im Bett geblieben.

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      15. Juni 2017 | 17014 Zeichen von adoptedfox
      Pferdepflege von Landsberg

      Ich hatte gerade die letzte Pferdebox ausgemistet als ich ein deutliches summen wahr nahm. Für gewöhnlich legte ich mein Telefon auf einen Strohballen oder ließ es im Haus, doch da die Auftragslage in letzter Zeit zunahm hielt ich es für vorteilhaft das Telefon immer in meiner Nähe zu haben. Ich lehnte die Mistgabel an eine Boxenwand und ging zur Box von Compliment, in dessen Trog ich das Telefon gelegt hatte, als es erneut zu vibrieren begann. "20 neue Nachrichten?" sagte ich verwirrt und öffnete WhatsApp. Er hat sicherlich einen Grund wieso er mich 20x begrüßt dachte ich und bevor ich das Telefon weg legen konnte, erreichte mich erneut eine Nachricht von Hunter. "Ich hab heute doch Zeit zum helfen." Ich antwortete nicht und legte das Telefon stattdessen zurück in den Trog. Ich brachte die Schubkarre zurück zum Misthaufen und legte die Mistgabel hinein. Hunter und ich hatten uns 7 Wochen nicht gesehen und ich war etwas aufgeregt. Er hatte einige neue Pferde und die würde ich heute besuchen gehen.Bevor ich mich jedoch auf den Weg machte ging ich ins Haus und zog mich um. Ich wählte ein einfarbiges Hemd aus und meine schwarze Reithose. Während der Stallartbeit trug ich stets Reitstiefeletten. Meinen Terminkalender und das Navigationsgerät ließ ich zuhause, den Weg nach BearBrookEC würde ich auch ohne finden. Ich stieg in den Wagen, ließ die Fenster herunter und machte mich auf den Weg.

      "Bitte nicht..." flehte ich meinen Wagen an. Die Warnleuchte der Motortemperatur leuchtete auf und ich war gezwungen den Wagen am Straßenrand abzustellen. Ich schaltete in den Leerlauf, stieg aus und öffnete die Motorhaube. Seufzend setzte ich mich zurück in den Wagen, zog mein Handy aus der Hosentasche und wählte Hunter's Nummer. "Crowley?" meldete es sich am anderen Telefon. "Hunter ich bin es, Käthe. Ich bin liegen geblieben zirka 10km von Lincolnshire und weiß nicht was ich machen soll..." ich versuchte meine Überforderung zu unterdrücken und hoffte das es funktionierte. "Ich bin gleich da!" antwortete er knapp und legte auf. Ich steckte mein Telefon zurück in die Tasche und wartete. Keine 15 Minuten vergingen als ich Motorengeräusche vernahm. Ich stieg aus dem Wagen aus und ging auf die Straße. Es war Hunter, aber er war nicht mit seinem Wagen da. "Ist das dein ernst?" fragte ich als er sein Motorrad abstellte, doch er antwortete nicht und lachte stattdessen, während er seinen Helm ab nahm. "Das ist nicht komisch Hunter!" sagte ich aufgebracht und verpasste ihm einen Schlag in die Seite. "Sorry!" sagte er, noch immer lachend und drückte mir einen Helm in die Hand. Widerwillig setzte ich ihn mir auf und stieg hinter Hunter auf das Motorrad. "Ich hab vielleicht ein bisschen Angst." sagte ich leise. "Halt dich einfach an mir fest, da passiert schon nichts." sagte er, nahm meine Hände und legte sie um seinen Bauch.

      Nie wieder setze ich mich auf ein Motorrad dachte ich und nahm den Helm ab. Während Hunter auf dem Weg ins Haus war, ging ich bereits in Richtung der Stallanlage. Ein neues Pferd fiel mir direkt ins Auge. Ich ging an seine Box und las seinen Namen auf dem Boxenschild. "Braddock 'The Parrot'" las ich laut vor und begrüßte den Ponyhengst durch die Gitterstäbe. Ich ging in die Sattelkammer und holte einen Strick damit ich Braddock aus seiner Box holen konnte. Ich band ihn vor seiner Box an und begann damit sein Fell zu striegeln. Nachdem ich auch seine Mähne und seinen Schweif gekämmt hatte, bürstete ich das Fell nochmals über. Ich griff nach dem Hufkratzer in meiner Hosentasche und begann damit seine kleinen Hufe auszukratzen. "Na hast du Lust eine Runde spazieren zu gehen?" fragte ich Braddock und öffnete den Knoten des Stricks. Ich führte Braddock aus dem Stallgebäude und schlug den Weg in Richtung der Weiden ein. Hunter ließ vor Wochen eine Rennbahn zum trainieren der Vollblüter errichten und das wollte ich mir unbedingt ansehen. Durch eine kleine Schneise konnte man durch die Bäume sehen und die Anlage erstreckte sich vor mir. Ich würde Hunter fragen ob ich irgendwann bei einem Training zusehen dürfte, soviel stand fest! Ich ging mit Braddock am Waldrand entlang bis wir eine geeignete Stelle fanden in den Wald zu gehen. Die Luft war kühl und frisch, genau richtig an solch einem Tag. Wenn wir uns nicht verlaufen hatten, sollten wir genau an den Rapsfeldern vor BearBrook EC landen und tatsächlich waren wir richtig gelaufen. Ich führte Braddock am Straßenrand entlang, wo er immer wieder versuchte sich zu entziehen um zu fressen. Wieder auf dem Hof angelangt blieb ich nahe des Parkplatz stehen und lies Braddock etwas grasen. Ich hatte ihn oft genug abgehalten, nun hatte er sich eine kleine Pause verdient. Während Braddock sein Maul durch die Halme schob zupfte ich ein paar lose Haare auf seinem Rücken. Nach geschätzt 10 Minuten beschloss ich Braddock auf die Weide zu bringen. Den Strick legte ich im Gras nahe des Zauns ab.
      Auf dem Weg zum Stall kam mir Hunter entgegen. "Ich habe alle Pferde auf die Weide gebracht, bis auf die um die du dich heute kümmerst. Wir treffen uns später!" sagte er mir, deutlich gestresst und verschwand. Auch wenn ich Hunter mochte war er gerade mein Auftraggeber und so folgte ich seiner Anweisung und ging in den Stall. Ich ging zu der Box in der CHH' Classic Spring sich befand, ein hübsches Stutfohlen. Ich öffnete die Boxentür und ging in die Box. Neugierig streckte Classic Spring mir ihren Kopf entgegen und sog die Luft scharf ein. Sanft berührte ich sie am Hals und begann sie zu streicheln. Das sie bereits ein Halfter trug machte es mir einfach sie festzuhalten. Ich hängte den Strick an das Halfter und führte Classic Spring in die Boxengasse wo ich das junge Fohlen fest band. Ich nahm die Bürste, welche ich zuvor aus der Sattelkammer geholt hatte und begann Classic Spring in kreisenden Bewegungen zu bürsten. Während ich mich zu den Beinen vorarbeitete tauschte ich die Bürste gegen einen Hufkratzer und griff mehrmals am Bein der jungen Stute entlang bevor ich es letztendlich anhob und hielt. Im ersten Moment wirkte sie unsicher da ihr ein Bein fehlte, doch als sie merkte das ich sie stützte blieb sie ruhig stehen und ich nutzte den Moment um mit der Bürste des Hufkratzers die kleinen Hufe zu säubern. Zufrieden lobte ich die junge Stute ausgiebig und ließ sie für einen Moment angebunden stehen. PFS' Storm Cat, ebenfalls eines der neuen Fohlen von Hunter, befand sich in der Box neben Classic Spring und so entschloss ich, da die beiden Fohlen sich bereits kannten, sie aus der Box zu holen und neben ihr anzubinden. Auch Storm Cat bekam das volle Programm. Das Bürsten schien ihr zu gefallen und auch die Berührungen am Körper schienen ihr keinerlei Probleme zu bereiten sodass es mir leicht fiel das Fohlen für den Spaziergang vorzubereiten. Nachdem auch die Hufe ausgekratzt waren löste ich die Stricke von Storm Cat und Clasic Spring und verlies, jeweils ein Fohlen links und eines rechts, die Stallgasse. Da ich den Fohlen keinen großen Stress aussetzen wollte wählte ich nicht den Weg, den ich zuvor mit Braddock gegangen war und ging mit den beiden entlang der Straße auf den Weg der zwischen zwei Feldern lag. Die Ohren der Fohlen spielten umher und ich musste ein paar Mal halten damit die beiden nicht an mir vorbeistürmten vor Aufregung. Am Ende des Feldes entschied ich mich umzukehren. Die Sonne stand über uns und ich wollte die beiden nicht direkt am ersten Tag überfordern. Wieder zurück am Hof brachte ich die beiden auf die Fohlenweide. Auf dem Weg in den Stall bemerkte ich ein Fohlen welches recht schüchtern wirkte. Ich ging an die Box und las den Namen auf dem Boxenschild: Fantastic Sonata. "Na Kleine, wie gehts Dir denn?" sprach ich beruhigend mit der jungen Stute und betrat die Box. Ich hielt ihr meine Hand hin damit sie mich kennenlernen konnte. Schüchtern schnoberte sie an meiner Hand. Langsam ging ich auf sie zu und streichelte ihren Rücken. Sie war stark verunsichert, anscheinend waren ihr menschliche Begegnungen noch nicht all zu bekannt. Vorsichtig hängte ich den Strick in das Halfter ein, welches sie trug und führte sie aus der Box. Ich entschied die junge Stute zu ihren Freunden auf die Weide zu bringen, vielleicht würde ihr der Umgang mit Gleichaltrigen besser tun als mit mir. Bereits auf dem Weg zur Weide wieherte sie schrill und bekam Antwort von Classic Spring die bereits aufgeregt am Zaun auf- und ab ging. Ich schob sie beiseite und betrat die Weide. Kaum löste ich den Strick von Fantastic Sonata's Halfter, da schoss sie bereits mit Classic Spring davon. Ich sah den beiden noch eine Weile zu bevor ich zurück in den Stall ging um mich um die nächsten Fohlen zu kümmern. Ich entschloss mich für PFS Strolch der bereits an seiner Boxentür zu warten schien. Ich begrüßte den jungen Hengst ausgiebig, bevor ich den Führstrick in das Halfter hängte und ihn aus der Box in die Stallgasse führte. Berührungen war er bereits gewohnt, er wirkte nur ungeduldig und zog am Strick. Sorgfältig putzte ich sein weiches Fell und zog mit meinen Fingern Knoten und Strohhalme aus der kurzen Mähne. Das Hufe geben war ihm noch nicht vertraut und so zog er mir das Bein weg und verlagerte sein Gewicht auf das jeweilige Bein welches ich anheben wollte. Nach ein paar Unstimmigkeiten konnten wir uns jedoch einigen und Strolch's Hufe waren geputzt. Da er sich schwer tat mit dem still stehen lies ich ihn vor seiner Box angefunden und wandte mich seinem Boxennachbarn Golden Sugar zu. Man merkte sofort das er dem Menschen gegenüber aufgeschlossener war. Er kam zur Begrüßung zu mir und ließ sich überall anfassen. Ich griff nach dem Strick, hakte ihn in das Halfter ein und brachte den jungen Hengst in die Stallgasse zu seinem ungeduldigen Freund Strolch. Ich putzte Golden Sugar gewissenhaft und übte mit ihm das Hufe geben. Er machte seine Sache gut. Ich holte ein Leckerchen aus meiner Tasche und schob es ihm zwischen seine weichen Lippen. Als auch er fertig vor mir stand stahl ich mich an ihm vorbei und löste den Knoten des Stricks von Strolch. Der saß mittlerweile fester als gedacht, doch ich konnte ihn lösen. Ich nahm Strolch in die rechte Hand und löste Golden Sugars Strick um ihn in der linken Hand zu führen. Die beiden Fohlen schienen sich gut zu verstehen. Wir verließen die Stallgasse und machten uns auf den Weg in Richtung Feldweg den ich bereits mit Classic Spring und Storm Cat ging um die Fohlen an das Führen zu gewöhnen. Die beiden folgten mir brav und Strolch bewies mir das er sich zu benehmen wusste. Vielleicht war es aber auch die Ehrfurcht vor der unbekannten Umgebung die ihn ruhig stimmte. Wieder zurück auf dem BearBrook EC brachte ich die beiden Hengstfohlen auf die Weide neben den Stutfohlen. Die Stricke der beiden ließ ich ebenfalls im Gras liegen. Rouge Trap war das Fohlen um welches ich mich nun kümmern wollte. Sie war eine hübsche Falbstute und ihr Vater war mir kein unbekannter. Ich betrat die Box des Fohlens und begrüßte es. Mit meiner Hand fuhr ich am Hals und Rücken des Fohlens entlang. Rouge Trap war den Berührungen gegenüber aufgeschlossen und ich nutzte ihre Zuneigung um den Strick in das Halfter zu hängen. Ich führte das junge Stutfohlen in die Stallgasse und band es vor seiner Box an. Auch Rouge Trap wurde mit der Bürste geputzt wobei ich darauf achtete auch die Beine zu putzen damit sie Berührungen zuließen. Als auch die Hufe der Stute sauber waren ließ ich sie in der Stallgasse angebunden und wandte mich ihrer Boxennachbarin zu, Little Miss Backyard. "Du bist ja eine schöne!" sagte ich und bestaunte die junge Stute während sie in der Stallgasse angebunden stand. Ich war gerade dabei Miss Backyards Hufe auszukratzen als Hunter sich von hinten anschlich. "Können wir los?" fragte er mich und nahm mir den Hufkratzer ab. "Wohin?" fragte ich und löste einen Knoten in Miss Backyards Mähne. "Wolltest du mit den beiden nicht spazieren? Ich komm mit!" sagte er, drängte sich an mir vorbei, löste den Strick von Rouge Trap und zündete sich eine Zigarette an. Ich sah ihn mahnend an und sagte "Rauchen im Stall? Das erhöht das Brandrisiko ungemein Hunter!". Ich sah aus dem Augenwinkel das er mit den Augen rollte, doch er schien seinen Fehler einzusehen und ging mit Rouge Trap in den Hof. Provokant rief er ein "Besser?" über die Schulter, doch ich antwortete nicht und lächelte stumm in mich hinein. Ich löste den Strick von Little Miss Backyard und folgte Hunter in den Hof. Da er vor lief folgte ich ihm mit dem jungen Stutfohlen. Immerhin kannte er sich auch besser aus. Im Wald kühlte es langsam ab und das dichte Blattwerk sorgte dafür das es weitaus dunkler war als außerhalb des Waldgebiets. "Hunter?" platzte es aus meinem Mund, noch bevor meine Gedanken im Kopf zurechtgelegt waren "Hast du eigentlich je daran gedacht nach Deutschland zurückzukehren?" Ich war mir nicht sicher wie er reagieren würde, doch ich hatte mir fest vorgenommen mehr über ihn zu erfahren. Er blieb abrupt stehen, drehte sich um und sagte kurz angebunden "Nein.". Damit drehte er sich wieder um und ging weiter. Ich fühlte mich etwas vor den Kopf gestoßen und folgte ihm. Ich sagte leise "Tut mir Leid." und entschloss mich für den Rest des Weges zu schweigen. Als wir zurück auf dem Hof waren hielt ich Hunter den Strick von Miss Backyard hin. Er war auf dem Weg zur Fohlenweide, da konnte er die kleine direkt mitnehmen. Auf dem Weg in den Stall fragte ich mich, ob ich etwas falsches gefragt hatte. Ich ging zu Stars of Magic, dem letzten Pferd im Stall und holte die Stute aus der Box. Es dämmerte breits und so entschloss ich mich die Stute lediglich zu putzen da ich die Stallungen noch sauber machen musste. Sorgsam bürstete ich das weiche Fell der Stute und sammelte mit meinen Fingern die Strohhalme aus Schweif und Mähne. Stars of Magic ließ sich brav an den Beinen berühren und auch das Hufe geben bereitete ihr keine Probleme. Zur Belohnung kraulte ich ihr die Stirn und löste dann den Strick um die junge Stute zu Ihren Freunden auf die Weide zu bringen. Ich bemerkte Hunter, der am Weidezaun lehnte und rauchte. Da mir der Gedanke an den Spaziergang noch immer im Magen lag entschloss ich ihn zu ignorieren und stattdessen meinen Job zu erledigen. Ich ging an ihm vorbei und öffnete das Weidetor um mit Stars of Magic die Weide zu betreten. "Dann geh mal zu deinen Freunden!" sagte ich und löste den Strick vom Halfter. Ich verließ die Weide, schloss das Tor hinter mir und ging in Richtung Stall. Bevor ich das Stallgebäude betrat nahm ich mir eine Schubkarre und eine Mistgabel um mich direkt um die Boxen kümmern zu können. Ich mistete Box für Box aus und fegte die Boxen leer bevor ich sie neu einstreute. Sorgfältig wusch ich die Pferdetränken in den Boxen aus und mischte das Futter der Fohlen um es in deren Tröge zu füllen. Als die Arbeit erledigt war fegte ich die Stallgasse und brachte die Untensilien zurück. Ich trat aus der Stallgasse heraus und klopfte meine Hose sauber. Die Sonne ging bereits unter. Da ich Hunter nahe der Weiden nicht finden konnte zog ich mein Telefon aus der Hosentasche und schrieb ihm eine Nachricht, dass alles erledigt war und ich mich auf den Heimweg machen würde. Ich konnte sehen das die Nachricht gelesen wurde und Hunter online war, doch sofort war er wieder Offline. Eine Antwort erhielt ich nicht. Niedergeschlagen ging ich in Richtung der Einfahrt und rieb meine Arme. Hätte ich doch eine Jacke mitgenommen dachte ich und ärgerte mich im nachhinein über mich selbst. Ich war keine 500 Meter von der Hofeinfahrt entfernt, als ich Hunter meinen Namen rufen hörte. Widerwillig blieb ich stehen und drehte mich um. "Du willst nicht nach Hause laufen oder?" fragte er mich und noch bevor ich antworten konnte fügte er hinzu "Was ist denn los?". Ich wippte von meinen linken auf den rechten Fuß und begann auf meiner Unterlippe zu kauen. "Ich war nur neugierig. Tut mir Leid wenn ich etwas falsches gesagt habe, ich wollte dich doch nur näher kennenlernen." antwortete ich zaghaft und vermied es ihn anzusehen. Hunter sah mich an und runzelte die Stirn. "Ich fahr dich nach Hause!" sagte er bestimmt, griff meine Hand und zog mich hinter sich her. Ich ließ mich in den Beifahrersitz seines Wagens sinken und schnallte mich an. Ich sah während der Fahrt aus dem Fenster und beobachtete die Bäume wie sie an uns vorbeizogen. "Ich bin wegen Jill nach Deutschland gezogen. Sie hatte einen schweren Reitunfall und war an einen Rollstuhl gefesselt. Ich wollte ihr helfen. Ich war nur wenige Stunden weg. Sie ist gestorben, Käthe." Hunter hielt den Wagen an und stieg aus. Ich tat es ihm gleich und ging um den Wagen zu ihm. Er stand auf der Straße, von mir abgewandt. Ich ging zu ihm und anstatt etwas zu sagen umarmte ich ihn. "Macht es Dir etwas aus wenn ich die Nacht bei Dir auf dem Sofa schlafe?" fragte er leise. "Du kannst auch im Gästezimmer im Bett schlafen." antwortete ich und schob ihn in den Wagen. Es war besser wenn er über Nacht blieb, bevor er etwas unüberlegtes tat. Auch ich würde den Tag erst einmal verdauen müssen.

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      25. Oktober 2017 | 13.287 Zeichen von sadasha

      „Jetzt bleib doch mal stehen!“ Kerry folgte mir schon den halben Tag und versuchte in ein Gespräch zu kommen. Aber ich hatte besseres zu tun, so besorgt sie auch wirkte. Ich war nun mehrere Monate in der Weltgeschichte unterwegs und hatte nun endlich Zeit für meine Pferde. Dass ich diese Zeit nicht für Kerry opfern würde, musste sie doch früher oder später begreifen. Verzweifelt seufzte sie, als ich die Boxentür zu Verdine aufschob. „Gut, dann halt so. Ich komme mit Braddock mit! Mir egal was du jetzt mit Verdine vor hattest!“ beschloss Kerry und wirkte stolz, endlich einen Weg gefunden zu haben mit mir zu sprechen. Schweigend machten wir die Pferde fertig und gingen dann in die Reithalle. Mirko war hier gerade dabei den Hufschlag wieder plan zu ziehen, also begnügten wir uns zum Warmreiten mit Zirkelreiterei.Braddock ‚The Parrot‘ schlurfte unter Kerry vor sich hin. Wenn Ruby das sehen würde, würde sie beide Hände über den Kopf schlagen. „Jetzt erzähl doch mal.“ forderte Kerry schließlich und sah mich erwartungsvoll an. „Du bist seit zwei Tagen wieder da und hast Nichts erzählt!“ beschwerte sie sich. „Was soll ich denn erzählen?“ brummte ich widerwillig und ging nun, da dieser gerade gezogen war, mit Verdine auf den Hufschlag. „Ich hab gearbeitet…“ antwortete ich schließlich und hörte wie Kerry abermals seufzte. „Und es ist nichts Spannendes passiert? Du warst doch auch bei deiner Freundin!“ fragte sie genervt. Ich lachte heiser. „Davon erzähle ich dir nicht.“ sagte ich bestimmt und galoppierte Verdine an, die sich freute endlich ans arbeiten zu kommen. Braddock und Kerry schlurften noch immer im Schritt und wenn Kerry es doch mal schaffte sich halbwegs durchzusetzen im langsamen Trab, vor sich hin. „Früher hast du mehr erzählt!“ sagte Kerry enttäuscht, als ich auf ihrer Höhe war. Für mich war das Gespräch beendet und so warf ich ihr nur einen flüchtigen Blick zu und widmete mich dann wieder Verdine. „Du siehst gestresst aus, deshalb hake ich nach.“ fing Kerry wieder an. „Wir machen uns alle Sorgen!“ Tief ausatmend parierte ich Verdine zum Schritt und sah rüber zu Kerry, die in der Mitte eines Zirkels stand und Braddock machen ließ, was er wollte. „Wenn du nicht willst dass er sich gleich mit dir wälzt, solltest du die Zügel aufnehmen.“ warnte ich sie die Stirn in Falten gelegt. Hektisch zog Kerry die Zügel zu sich, sodass Braddock den Kopf hob und seine Aufmerksamkeit wieder bei Kerry war. „Warum ich gestresst bin ist privat.“ sagte ich ruhig und versuchte den erstaunten Blick von Kerry zu ignorieren. „Auf einmal?“ flüsterte sie niedergeschlagen und ließ Braddocks Kopf abermals sinken. „Fängst du wieder an alles in dich hinein zu fressen, wie damals als wir uns kennenlernten?“ sagte sie noch immer leise, aber so laut, dass ich sie gut verstehen konnte. „Das war etwas anderes.“ meinte ich kühl und lobte Verdine, da sie heute trotz meiner gedanklichen Abwesenheit gut mitmachte. Kopfschüttelnd stieg Kerry ab. „Wenn du meinst.“ sagte sie abweisend und brachte Ruby’s Pony zurück in seine Box. Wirklich bewegt wurde Braddock nicht, aber das würde Ruby heute Abend schon merken. Ich arbeitete mit Verdine noch ein paar Minuten, ehe ich sie abritt und im Anschluss auf die Stutenweide brachte. Bis zum Abend beschäftigte ich noch Happy Fantasy und Felan. Mikro und Beth hatten sich ausgiebig mit den Fohlen befasst. Bear Brooks Denahi, What Rainbow, Fantastic Sonata, Rouge Trap, PFS Strolch, Golden Sugar, Little Miss Backyard, PFS‘ Storm Cat, Stars of Magic und CHH‘ Classic Spring standen in kleinen Gruppen aneinander gekuschelt auf den beiden Absetzerweiden. May und José hatten PFS‘ Savory Blossom, Raving Hope Slayer, Ehrengold, Moulan, Bear Totem’s Denali und Blütenzauber im Galopprennen trainiert. Gegen Abend kam Ruby um nach ihrem Pony zu sehen und beschäftigte dann auch noch Iseabail und Lady Lyneth Bowen.

      Am nächsten Tag war ich nach einer beinahe schlaflosen Nacht früh auf den Beinen und machte die beiden Junghengste Vikar und Mephisto soweit fertig. Die beiden waren noch nicht fertig eingeritten und so longierte ich sie vorbereitend. Der Beritt für die beiden würde außerhalb stattfinden. Anschließend machte ich mit Thomas, der ebenfalls noch nicht beritten war etwas Freidressur. Der große Hengst war nicht ganz so roh wie die beiden Tinker und würde unter meiner Hand fertig eingeritten. Ruby kam heute schon vormittags zum Stall. Nachdem sie mit ihrem Pony durch war schnappte sie sich Magical Touch von der Weide und putzte sie übergründlich, flechtete ihr Langhaar neu ein und begleitete mich dann auf einen Ausritt, bei dem ich Slap Happy ritt. „Wie kommt es, dass du so früh hier bist?“ wollte ich wissen und lächelte Ruby an, die sich in ihrer Zeit auf dem Hof verdammt gut gemacht hatte. Wenn sie so weiter macht, dann würde sie sicher eine gute Reiterkarriere hinlegen. „Ich hab heute keine Schule, weil zu viele Lehrer ausgefallen sind.“ erzählte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ich lachte kurz und trabte Scheppi dann an. Ruby folgte. „Aber nächste Woche hab ich ein paar Klausuren…“ fügte Ruby ernüchtert hinzu. „Ich bin froh, wenn ich endlich fertig bin.“ Schweigend schmunzelte ich. Alles was ich jetzt hätte sagen können, wird Ruby oft genug von Erwachsenen hören. Also beließ ich es dabei. Als wir wieder auf dem Hof waren kam uns Max mit Riven in a Dream und Scarlet in Birth entgegen, die er wohl zur Ovalbahn brachte. Ich kümmerte mich den Rest des Tages um Mr. Raw Depression und LMR Lady Luna. Kerry hielt sich heute fern von mir und versuchte Niffler und Benji in den Griff zu bekommen, die heute besonders aufmüpfig waren. Gegen Abend sah ich dass Abby sich mit Mister Blockhead beschäftigte. Der Tinkerhengst war noch recht neu auf dem Hof und zeigte durchaus Talent für die Dressur. Allerdings hätte ich nicht vermutet, dass Abby so viel aus ihm herausholen konnte wie ich da gerade sah. Da ich mit meinen Aufgaben für heute abgeschlossen hatte verweilte ich an der Bande und sah mir das Training an. Abby war ein Profi und ließ sich von Zuschauern nicht stören. Im Gegenteil, es schien sie anzufachen noch mehr Enthusiasmus reinzustecken. „Sieht gut aus, nicht wahr?!“ erschrocken fuhr ich herum und hätte Isaac beinahe eine Klatsche verpasst. Doch er hatte damit gerechnet und meinen Unterarm gepackt, bevor ich ihn erreichte. „Woah, ruhig Brauner!“ meinte er lachend und ließ mich los. „Du kommst spät.“ merkte ich an. „Ich komme immer spät, das ist eine Kunst für sich.“ meinte Isaac grinsend. Ich lachte und sah wieder zu Abby, die diese Anspielung wohl gehört hatte und angewidert den Kopf schüttelte. „Gehen dir die Witze aus?“ rief sie zu Isaac, doch Isaac fand sich immer noch äußert amüsant und ließ sich nichts anderes einreden. „Wie war deine Fortbildung?“ wollte ich wissen und ging mit Isaac ins Haus, wo wir ausgiebig über die Arbeit der letzten und der nächsten Tage sprachen. Kerry saß immer noch recht bockig daneben und schüttelte hie und da den Kopf. Als Isaac sich verabschiedete sah Kerry mich wieder mit diesem erwartungsvollen Blick an. „Was denn?“ fragte ich genervt. „Ihr habt euch mehrere Stunden nur über die Arbeit unterhalten? Im Ernst jetzt?“ sagte sie mit steinerner Miene. Ich zog den Kopf zwischen die Schultern. „Kann es sein, dass du das Problem hast, Kerry?“ fragte ich ein wenig forscher als gewollt. Ertappt sah sie mich an. „Ich bin nicht Gine!“ beteuerte sie empört und machte auf dem Absatz kehrt. „Dann mach nicht die gleichen Fehler wie sie.“ In Kerrys Gesicht mischte sich Traurigkeit. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde sie noch etwas erwidern. Doch dann verabschiedete sie sich mit einer vollkommen deplatzierten Reserviertheit und verschwand. Was für eine scheußliche Lage…

      „Kerry hat sich heute und morgen krank gemeldet.“ meldete Mrs Clayton, als ich am nächsten Morgen zusammen mit Pitch im Halbschlaf die Treppe runterlief um mir den ersten Kaffee zu holen. „Was hat sie denn?“ fragte ich teilnahmslos, da ich noch nicht ganz begriffen hatte wer und was vor sich ging. „Hat sie nicht gesagt.“ Ich ließ ein Brummen vernehmen und nahm meine Tasse aus der Spülmaschine, trocknete sie kurz ab und nahm mir etwas frisch aufgebrühten Kaffee. „Soll ich hier bleiben?“ fragte ich den nächstbesten Mitarbeiter, der rein kam. Beth schüttelte eifrig den Kopf. „Fahr ruhig, wir kommen klar.“ sagte sie fröhlich und nahm sich ebenfalls eine Tasse Kaffee. Da meine nun leer war bedankte ich mich und schnappte mir Unterlagen, Leine, Jacke und Schlüssel, zog meine Schuhe an und ging mit Pitch raus. Regen. Immer noch regnete es und stürmisch war es noch dazu. Pitch, der mittlerweile kniehoch gewachsen war zog die Rute ein. Das war absolut nicht unser Wetter und die paar Meter bis zum Auto reichten aus um uns beide zu durchnässen. Der Weg führte uns heute zu einer Show für regionale Pferdezuchten. Zwar stellte ich selber nicht aus, aber es war immer gut zu wissen, mit wem man Kontakte schließen konnte.

      Auf der Show gab es viele Züchter der typisch britischen Rassen. Darunter auch einige Clydesdale und Shire Horse Züchter und ich glaubte sogar zwei Drum Horse Hengste zu sehen. Shire und Clydesdale Züchter verpönten Drum Horses meistens, da sie noch nicht lange als eigenständige Rasse galten. Ich für meinen Teil fand sowohl die einen, als auch die anderen interessant. Allerdings gefielen mir die heute anwesenden Drum Horses nicht so gut. Sie war zu schlaksig und zudem hatten sie beide eine Tovero Scheckung, was ich mit allen Mitteln zu vermeiden suchte. Sehr schön waren jedoch einige Shires. Kräftig gebaut mit ordentlich Halsung und Fesselbehang. Vor einem Exemplar blieb ich stehen. Ein Brauner ohne Blesse, mit vier symmetrisch weißen Beinen. Ein bisschen Weiß hatte er an der Stirn. Das Langhaar war zu shiretypisch verflochten und ließ die eigentliche Länge nur erahnen. Eigentlich war an diesem Pferd nicht viel Besonderes. Den Braunton hatten 90% aller braunen Shires und auch das nur sehr kleine Kopfabzeichen war nicht allzu selten. Es war seine Ausstrahlung die mir gefiel. Acht Jahre alt, gefahren und geritten, mit überschaubarer Showkarriere. Wie ich so das Informationsblatt durchlas sah ich aus dem Augenwinkel, wie sich ein Mann näherte. Neugierig wie Pitch war zog er leicht in dessen Richtung. Als der Mann neben mir stehenblieb und mich freundlich anlächelte wandte ich mich zu ihm. „Sie sehen aus, als hätten sie Ahnung?“ begann der schmale Mann etwas unsicher und sah kurz zu Pitch, den ich daraufhin zu mir zog. „Ich bin Züchter. Hunter Crowley.“ stellte ich mich vor und lächelte den Mann aufmunternd an. „Was für Pferde züchten sie, Sir?“ fragte er übertrieben höflich. „Hauptsächlich Englische Vollblüter.“ Und sie Mr …?“ Ich hatte den Herrn kalt erwischt. Eilig stellte er sich als Jayden Buck vor. „Ich baue mir gerade eine Shire Zucht auf.“ erklärte er und zeigte mir stolz seinen Deckhengst Clairkson. Er sah dem Hengst hier vor uns sogar ein wenig ähnlich, war aber wesentlich dunkler in der Farbe und hatte unregelmäßigere Beinabzeichen. Wir unterhielten uns eine Weile über die Pferdezucht, worauf man zu achten hatte und was bei den Shires als Zuchtziel galt. „Woher kennt ihr euch bei den Shires aus?“ wollte Jayden wissen, der mich noch immer siezte. „Ich habe eine Shire Stute für die Drum Horse Zucht.“ erklärte ich und rechnete eigentlich schon mit einem abfälligen Kommentar. Doch Jayden war interessiert. Mitten im Gespräch darüber ob Drum Horse eine sinnvolle Zucht war oder nicht, brach ich ab. Im Gehen fiel mir eine schwarze Stute auf, die im miserablen Zustand war. „Wieso stellt man sie hier aus?“ fragte ich empört. Die Stute hieß Bad Medicine und war lackschwarz. Sähe sie nicht aus wie ein Flickenteppich durch die ganzen Narben, wäre sie sicher ein hübsches Exemplar ihrer Rasse. Nicht ganz typisch, da weiße Beine eigentlich höchst erwünscht waren, aber ein Hingucker alle male. Auch Jaydens Blick haftete auf der Stute. „Die werden doch untersucht, bevor sie herkommen. Wie kann sie dann hier stehen?“ fragte er und warf einen Blick auf das Informationsblatt. In großen Lettern stand dort „Rette mich“. Es handelte sich hier also um ein Rettungspferd, aus schlechten Verhältnissen. Man suchte über die Show jemanden, der sich der Stute annahm. „Was hältst du davon?“ fragte mich Jayden und versuchte die Stute anzulocken, die sich im hintersten Eck ihres begrenzten Platzes verkrochen hatte. „Nicht viel.“ meinte ich knapp und musste eiskalt auf Jayden wirken, der es tatsächlich geschafft hatte, dass Bad Medicine ein paar Schritte auf uns zu tat. „Wieso nicht?“ fragte er ebenso knapp ohne den Blick von der Stute abzuwenden. „Weil man nicht weiß ob man es je wieder gerade biegen kann, was da falsch gemacht wurde.“ erklärte ich stumpf. „Dafür hätte ich keine Zeit.“ Jayden hatte dafür wenig Verständnis, ließ mir aber meine Meinung. Wir beschlossen gemeinsam etwas zu Essen und verabschiedeten uns nach dem gegenseitigen Versprechen in Kontakt zu bleiben was die Zucht betrifft. Ich machte zusammen mit Pitch noch einen Abstecher zu den Englischen Vollblütern, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Zu Hause schrieb ich Käthe von meinem Tag und fragte gleichzeitig wie es bei ihr aussieht. Wir hatten seit einer gefühlten Ewigkeit nicht gesprochen.
    • sadasha
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      13. Februar 2018 | 14487 Zeichen von adoptedfox und sadasha

      Hunter | Mit Kopfzerbrechen lag ich wach. Käthe benahm sich wie ein Teenager, der nicht wusste ob er gute oder schlechte Laune hatte. Mit Sicherheit kam es mir auch nur so vor, aber es nervte mich. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 2 Uhr morgens war. Noch drei Stunden um Schlaf zu finden, bis der Arbeitstag beginnt. Eigentlich hatte Käthe nichts Schlimmes verbrochen. Wir hatten wenig Kontakt und als wir uns zufällig trafen war es komisch. Da kann Käthe auch nichts für, oder doch? Pitch riss mich aus meinen Gedanken. Er träumte und schlug dabei mit seinen Pfoten gegen das Bett, was mich richtig wach machte. Zwar kannte ich die Geräusche schon und sie versetzten mich nicht mehr in einen Schockzustand wie beim ersten Mal als ich sie hörte, aber dennoch saß ich jetzt kerzengerade im Bett und beobachtete den schwarzen Rüden. Punkt 5 Uhr sprang Pitch auf und lief im Zimmer auf und ab. Es dauerte nicht lange, bis mich das Geräusch der Krallen auf dem Parkett so nervte, dass ich aufstand um ihn rauszulassen. Bei der Gelegenheit machte ich mich gleich auch fertig für den Tag und bereitete im Anschluss Pitchs Frühstück vor. Mrs Clayton machte nebenbei Kaffee und warf ab und an einen argwöhnischen Blick auf das rohe Fleisch. „Das riecht fürchterlich.“ klagte sie und sog den Duft der ersten Tasse Kaffee ein um den Gestank loszuwerden. „Für Pitch duftet das gut.“ erwiderte ich und deutete zum Retriever, dem der Sabber schon aus den Lefzen hing. Da er dazu neigte sein Futter in einem Drei-Meter-Radius um sich herum zu verteilen wenn er fraß, fütterte ich ihn seit ein paar Monaten draußen. Auch heute stellte ich die Schüssel vor die Türe und Pitch trottete fröhlich hinterher um sein Frühstück auf dem überdachten Platz zu genießen.
      Ein paar Stunden später stand ich mit Kerry in der Reithalle und half ihr mit Vikar und Mephisto. Die beiden Junghengste waren zur Zeit im Beritt und bekamen daher besonders viel Aufmerksamkeit. Kerry hatte es mit Hilfe einer Trainerin bereits geschafft sie an das Zubehör und Reitergewicht zu gewöhnen, sodass nun die richtige Arbeit anfing. Nach gut zwei Stunden saßen wir wieder ab und brachten die zwei in ihre Boxen. “Ist bei Käthe und dir eigentlich alles in Ordnung?” fragte Kerry. “Wieso fragst du?” Wollte sie jetzt wirklich über meine Beziehung sprechen? “Weil sie lange nicht mehr hier war und du warst schon lange nicht mehr bei ihr. Am Hof gehen schon Gerüchte rund, dass es bei euch kriselt.” - “Gerüchte?” fragte ich lachend. “Jetzt lenk nicht ab! Ist alles in Ordnung?” - “Ich weiß es selbst nicht.” meinte ich schulterzuckend und machte mich auf die Suche nach Pitch. “Du solltest mit ihr sprechen, wenn du nichtmal selbst weißt was Sache ist. Das meine ich nicht nur als Psychologin, sondern auch Freundin.” Wahrscheinlich hatte sie damit recht. Sie hatte Recht. Ohne vorher anzurufen packte ich Pitch in den Wagen, den ich irgendwo bei den Weiden aufgegabelt hatte und fuhr los.

      Käthe | “Soll ich dir sicher keinen Helm bringen?” rief Erin mir über den Platz zu. Ich lachte gespielt und verneinte während ich damit beschäftigt war Smooth Gravity zu parieren. Die Stute machte es mir alles andere als einfach. Als ich sie endlich dort hatte wo ich sie wollte hielt ich neben Erin an und rieb mir mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn. “Du hättest sie Probe reiten sollen.” sagte sie vorwurfsvoll und reichte mir eine Flasche Wasser. “Sie muss sich erst einleben. Gib ihr etwas Zeit!” erwiderte ich und nahm einen kräftigen Schluck. “Einen Versuch noch!” motivierte ich mich selbst und nahm die Zügel auf. Konzentriert trabte ich die Stute an und wechselte durch die ganze Bahn um die Stute anzugaloppieren. Gravity kam mir jedoch einen Schritt zuvor und machte einen gewaltigen Satz nach vorn um mich abzusetzen. Was ihr gelang. “Du hättest dir einen Helm aufsetzen sollen.”

      Stöhnend rappelte ich mich auf und rieb mir die Schulter. “Was machst du denn hier?” fragte ich Hunter und lief zu Gravity die am Zaun stand und mich beobachtete. “Nach dir sehen.” gab er trocken zurück. “Jetzt hast du mich ja gesehen.” antwortete ich und öffnete das Tor um Gravity zurück in den Stall zu bringen. “Ich lass euch besser allein, ja?” flüsterte Erin und lächelte mir aufmunternd zu bevor sie ging. Ich zog der Stute die Zügel über den Hals, nahm die Trense ab und zog ihr ein Halfter an damit ich sie in der Stallgasse anbinden konnte. “Ich wollte nach dir sehen, weil wir sprechen müssen.” sagte er genervt. “Ich hör dir zu.” sagte ich ohne ihn anzusehen, nahm der Stute den Sattel ab und brachte ihn zusammen mit dem Zaum in die Sattelkammer. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hob ich den Sattel auf seinen Platz und ging zurück zu Gravity und Hunter. Ich nahm den Hufkratzer aus der Putzbox und hob einen Huf der Stute an. “Du wolltest mit mir sprechen.” erinnerte ich Hunter und begann damit ihren Huf auszukratzen. “Hast du dich verletzt?” wollte er wissen und bemühte sich um eine nicht allzu besorgte Miene zu machen. “Natürlich habe ich mich verletzt, ich wurde gerade in hohem Bogen abgesetzt.” gab ich genervt zurück und drängte mich an ihm vorbei. “Dann fahre ich dich jetzt zum Krankenhaus.” - “Nein das wirst du nicht.” unterbrach ich ihn und sah auf. “Es geht mir gut. Zwei oder drei Tage, dann ist alles wieder in Ordnung.” - “Das.” Er packte mir forsch an die Schulter. “Ist nicht in zwei, drei Tagen wieder in Ordnung.” Ich stöhnte vor Schmerz auf und gab ihm aus Reflex eine Ohrfeige. “Was sollte das?” fragte ich und sah ihn vorwurfsvoll an. Er ignorierte meine Frage und bugsierte mich zu seinem Wagen. Pitch folgte uns fröhlich. “Ich bleibe hier!” fuhr ich ihn an und stemmte meine Hand gegen die Tür damit er sie nicht öffnen konnte. “Damit es schlimmer wird und du für Wochen ausgeknockt wirst, weil du nicht sofort zum Arzt gehen wolltest? Machst du das immer so? Sachen aufschieben?”- “Aufschieben?” fragte ich und wirbelte herum damit ich ihn ansehen konnte. “Du meinst also ich schiebe Sachen auf, ja?” - “Ja.” - “Zum Beispiel?” fragte ich und verschränkte die Arme. Er verdrehte genervt die Augen. “Jetzt gerade, zum Beispiel. Aber wenn du nicht willst. Dann geh halt und sitz es aus.” Er ließ mich los. “Ich bin auch der Meinung du solltest das abklären lassen…” warf Erin ein die, allem Anschein nach, schon eine Zeit lang in der Haustür stand und mitgehört hatte. Ich sah sie an und atmete hörbar aus. “Ich muss mich um…” begann ich, musste aber unterbrechen als Hunter die Wagentür öffnete und mich auf den Sitz schob. “Danke!” rief er Erin zu und ließ sich auf den Fahrersitz fallen. Er zog die Tür zu und verriegelte das Fahrzeug. “Hunter! Das ist Entführung!” rief ich und sah ihn an. “Sobald du aus dem Krankenhaus raus bist, fahre ich dich gerne zur Polizei, damit du mich anzeigen kannst.” meinte er spitz und fuhr los. Genervt schnallte ich mich an und sah aus dem Fenster. Die Fahrt über sprachen wir kein Wort miteinander. Auch im Krankenhaus schien es nicht besser zu werden. Die Notaufnahme war brechend voll und man teilte mir mit, dass es zirka 2 Stunden dauern würde bevor ich dran war. Nervös kaute ich auf meiner Unterlippe herum und ging nach draußen, wo ich mir von einem jungen Mann, der etwa mein Alter hatte, eine Zigarette lieh. Normalerweise rauchte ich nicht, aber manchmal war es eine Erfüllung.

      Hunter | Ich ging davon aus, dass Käthe frische Luft schnappen wollte, daher folgte ich ihr nicht sondern wartete geduldig. Als ich geistesabwesend aus dem Fenster sah konnte ich meinen Augen nicht glauben. Käthe mit einer Zigarette? Seit wann rauchte sie? Ohne nachzudenken ging ich raus und sah sie verwirrt an. “Was hab ich noch verpasst?” fragte ich fast schon enttäuscht, dass ich nichtmal davon etwas wusste. “Ich habe drei neue Pferde und habe die mobile Pferdepflege aufgegeben um meine Trainerlizenz zu erhalten und… sonst eigentlich nichts.” antwortete sie und blies mir den Rauch entgegen. Resigniert nickte ich und zog meine Schachtel Zigaretten aus der Tasche um mir eine anzumachen. “Wie sieht es bei dir aus?” fragte sie und sah mich an. “Wenn sich bei mir etwas Großes bewegt hätte, wüsstest du davon.” - “Das ist also der Grund weswegen du dich nicht mehr gemeldet hast.” - “Was?” verwirrt sah ich sie an. Ich hatte keine Lust wieder zu diskutieren. “Ach vergiss es!” sagte sie, warf ihre Zigarette auf den Boden und ging wieder hinein.

      Nach zwei Stunden wurde Käthe endlich aufgerufen. Die Schulter und der Ellenbogen waren geprellt und der Arzt riet ihr sich zu schonen. Dass sie das nicht tun würde stand außer Frage. “Wieso hast du dich nicht gemeldet?” fragte Käthe leise. “Weil ich nicht sicher war ob es richtig wäre. Deinem Vater ging es nicht gut und ich dachte du würdest dich lieber erstmal auf ihn konzentrieren. Ich wollte nicht stören. Ich war mir sicher, dass du dich gemeldet hättest, wenn es wieder passt.” - “Danke, jetzt fühle ich mich schlecht!” rief sie und rutschte tiefer in den Sitz hinein. Ich lachte leise. “Noch schlechter?” Doch anstatt zu antworten nickte sie nur. “Ich habe oft überlegt dir zu schreiben oder einfach vorbei zu fahren aber ich wollte dich nicht mit meinen Problemen belasten.” Seufzend stieg ich aus und ging um den Wagen herum um Käthe die Tür zu öffnen. “Also waren wir in etwa gleich blöd.” schloss ich und warf die Tür zu, nachdem Käthe ausgestiegen war. “Kann man so sagen, ja.” antwortete sie und lächelte. Wie sie da stand, noch immer an den Wagen gelehnt und lächelnd trotz ihrer Verletzung an der Schulter, war sie der schönste Mensch, den ich mir jetzt gerade vorstellen konnte. Es fühlte sich an als hätte jemand die Zeit angehalten, doch mein Herz raste dagegen an. Wie gerne würde ich sie jetzt... Doch ich hielt mich zurück. Wir hatten gerade erst unseren bisher größten Konflikt gelöst und da konnte ich jetzt nicht... oder doch? Unwillkürlich sah ich mich vor ihr, hatte meine Hände an ihre Hüfte gelegt und berührte sanft ihre Lippen mit meinen. Es war kein richtiger Kuss, es war mehr eine kaum spürbare Berührung. Doch sie weckte mich aus meiner Trance. Ein eiskalter Schauer durchlief meinen Körper und riss mich ein paar Schritte von ihr weg. Noch immer pochte mein Herz so stark, als wolle es mir aus der Brust springen. Ich atmete hörbar aus und fuhr mir durch die Haare, während ich mich langsam wieder beruhigte und zu ihr umdrehte. “Ist alles in Ordnung?” fragte Käthe besorgt und rieb sich die verletzte Schulter. “Alles Bestens.” gab ich verschmitzt lächelnd zurück. “Ich muss leider wieder fahren. Isaac ist heute quasi Alleine mit den Pferden und da muss ich mithelfen.” - “Schreiben wir heute Abend miteinander?” fragte sie, während sie auf mich zu kam und umarmte. “Ich habe dich wirklich vermisst.” flüsterte sie leise und lehnte ihren Kopf auf meine Brust. “Ich hab dich auch vermisst. Ich schreibe dir wenn wir mit den Pferden durch sind.” Ich konnte sie zwar nicht sehen, spürte aber dass sie zufrieden lächelte. “Dann schaue ich mal wie weit Erin mit den Pferden ist.” - “Melde dich, wenn du mich brauchst. Ich kann Isaac auch mal alleine lassen.” meinte ich schmunzelnd und öffnete die Fahrertür. “Mache ich, versprochen!” sagte sie lächelnd und entfernte sich ein paar Schritte vom Wagen damit ich fahren konnte.

      “Auch mal wieder da?” rief mi Isaac zu, der gerade mit Mr. Raw Depression von den Feldern zurück auf den Hof kam, als ich aus meinem Wagen stieg. Es war mittlerweile Spätnachmittag und eigentlich hätte ich ihm helfen müssen die Pferde zu versorgen, weil Kerry nur bis mittags da war. Entschuldigend hob ich die Hände und kam mit Pitch im Schlepptau zu ihm. “Es kam leider etwas dazwischen. Wer muss noch gemacht werden?” Isaac taxierte mich kritisch, während er Mr. Raw Depression auf eine unscheinbare, ruhige Art die Leviten las, da der Hengst versuchte einfach weiterzulaufen, obwohl Isaac stehen geblieben war. “Du kannst deine Vollblüter als abgehakt sehen. Ehrengold, Raving Hope Slayer und PFS Strolch hatte Kelly noch auf die Rennbahn gelassen und Slap Happy, Blütenzauber, Bear Totem’s Denali, Moulan, Riven in a Dream, Scarlet in Birth, LMR Lady Luna, PFS’ Savory Blossom, Happy Fantasy und CHH’ Classic Spring hab ich in der Führanlage laufen lassen. Golden Sugar, Stars of Magic, PFS’ Storm Cat, Little Miss Backyard, Fantastic Sonata, Rouge Trap, What Rainbow und Bear Brooks Denahi hat Kerry glaube ich zusammen von der einen zur anderen Weide geschickt. Keine Ahnung welcher Sinn dahinter stand, aber die Fohlen sind damit alle bedient gewesen, sodass ich sie zwischendurch nur zurück in die Boxen gebracht hatte. Immerhin soll es kommende Nacht wieder frieren. Achja, Benji und Niffler haben sich heute in den Haaren gehabt, die hab ich jetzt getrennt gestellt. Nicht dass du dich wunderst. Wir müssten jetzt noch die Großen machen und Verdine.” - “War Ruby da?” Isaac nickte. “Ja, war sie. Sie hat Braddock ‘The Parrot’ bewegt und ist dann wieder abgezischt. Die war wegen irgendwas verstört, schlechte Noten, Beziehungsdrama, weiß der Geier… Apropos Beziehungsdrama…” Wieder taxierte der Ire mich und wartete auf eine Antwort. Doch ich beschloss nicht auf diese Anspielung einzugehen. “Gut, dann schnappe ich mir als erstes Iseabail und Lady Lyneth Bowen. Du nimmst dir bitte Magical Touch und Felan vor.”
      Gesagt getan, beide machten wir uns an die Arbeit. Isaac ließ immer wieder Sticheleien vom Stapel und versuchte aus mir herauszuquetschen was denn jetzt mit Käthe und mir war, doch ich genoss es ihm den Gefallen nicht zu machen. Soll er ruhig ein bisschen grübeln, wenn es ihn so brennend interessierte. Nachdem die Stuten bewegt waren, blieben uns nur noch Mister Blockhead und Thomas. Als auch diese beiden Hengste zufrieden und müde in ihren Boxen standen war es schon längst Dunkel geworden. Die Uhr zeigte 11 Uhr abends. “Danke.” sagte ich knapp als Isaac sich in seinen Wagen schwang. “Du weißt, dass du dich immer auf mich verlassen kannst.” gab er zurück und knallt die Tür zu um loszufahren. Lachend wandte ich mich ab und ging noch einmal über den Hof um alle Tore und Türen zu kontrollieren. Nebenbei sammelte ich Pitch ein, der sich in einer leeren Box auf Mäusesuche begeben hatte. “Komm Junge.” rief ich und der schwarze Rüde folgte, wenn auch widerwillig. Als ich mir sicher war, dass der Hof gut abgeriegelt war ging ich ins Haus und sprang erstmal unter die Dusche, ehe ich mich aufs Bett warf und mein Telefon aus der Tasche kramte um mich bei Käthe dafür zu entschuldigen, dass es so spät geworden war.
    • sadasha
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      11. Juni 2018 | 13.173 Zeichen von sadasha
      Neuzugänge

      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."

      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, lernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei. Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahi ebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.

      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen. Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.

      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.
    • sadasha
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      01. November 2018 | von sadasha
      Schnelle Pflege für alle Pferde

      Nachdem ich endlich vom Arzt das Go bekommen habe meine Pferde wieder zum teil selbst zu versorgen, machte ich mich heute früh gleich auf in den Stall um bei der Fütterung auszuhelfen. Ich fing bei meinen Zuchtstuten an um sie als erste auf ihre Weide bringen zu können. LMR Lady Luna, PFS' Savory Blossom und Scarlet in Birth streckten schon neugierig die Köpfe aus der Box, als sie den Fuggerwagen hörte. Slap Happy kam erst zur Tür, als ich bereits vor ihr stand. Als Boxennachbarin wurde dann auch Mikado neugierig. Riven in a Dream war noch im Halbschlaf und musste erstmal aufstehen, als sie das Futter hörte. Ich versuchte noch ein Foto davon zu machen, wie sie in ihrer Box lag, doch ich war zu langsam und erwischte sie mitten in der Bewegung. Die Dunkelheit gab dann den Rest dazu, das Bild war komplett verschwommen. Als nächstes waren Moulan, Blütenzauber und Bear Totem's Denali an der Reihe. Die Vollblut Zuchtstuten waren damit fertig. Nach der Fütterung kamen sie auf ihre Weide. Jetzt waren Tainted Whiz Gun, Verdine und Happy Fantasy bereit für ihr Frühstück. Die bunte Truppe stand nicht mit den Zuchtstuten auf einer Weide. Sie hatte ein eigenes Weideplätzchen und war so harmonisch, dass ich sie gar nicht in die große Herde werfen wollte. Die "Youngsters" hingegen schon. CHH' Classic Spring, PFS' Storm Cat, Rouge Trap, Fantastic Sonata und Essence of Life konnten sich schonmal daran gewöhnen mit tragenden Stuten und Fohlen umzugehen. Sie waren meine Anwärter. Die Jährlingsstuten Little Miss Backyard, Stars of Magic und What Rainbow standen zusammen mit Hester auf einer Weide weiter weg von ihren Mutterstuten. Das Absetzen hatten sie bereits hinter sich, doch ehe sie wieder zu den Großen kommen, würde noch etwas Zeit versteichen. Framed in Fantasy, mein neuster Zuwachs stand zusammen mit Braddock 'The Parrot', Niffler und Benji auf einer Weide, da ich aktuell keine Hengstfohlen außer ihm auf dem Hof hatte. Als die Fütterung der Stuten durch war öffnete ich die Paddockboxen der Hengste. Dabei ließ ich zuerst die älteren Hengste raus. Ehrengold und Mr. Raw Depression und danach Reverence. Zuletzt kamen Raving Hope Slayer und PFS Strolch auf ihre Paddocks.
      Mirko hatte sich in der Zwischenzeit um den zweiten Stalltrakt gekümmert und Xana, Stonery, Venetia, Felan, Magical Touch, Delmara, Iseabail, Lady Lyneth Bowen und Uschi komplett versorgt. Beth war noch dabei die Kaltbluthengste raus zu bringen. Maeyr, Schneemann und Mister Blockhead hatte ich schon draußen gesehen. Tank, Buck or Two, Thomas, Vikar und Mephisto standen noch in ihren Boxen. Ich hatte noch zwanzig Minuten Zeit um eine Box fertig zu machen für den heutigen Neuankömmling. Ramira, eine Tinkerstute, die auch Kerry gut gefallen wird. Sie war charakterlich einwandfrei und genoß bislang ein sehr liebevolles zu Hause in dem sie ordentlich in der Freiarbeit gefördert wurde. Für ein Therapiepferd exzellente Voraussetzungen. Nach der langen Reise aus Deutschland würde sie erstmal Ruhe brauchen. Ich streute deshalb so ein, dass sie es gemütlich hatte. Futter würde sie Portionsweise mitbringen, sodass ich mir darum vorerst keine Gedanken machen musste. Futterumstellungen hatte ich nun schon zu genüge umgesetzt und auch Ramira wird damit sicher gut zurecht kommen, sobald ich damit beginne. Ich legte ein paar saftige Möhren in den Futterkrug und öffnete das Fenster zum Innenhof. Damit war ich mit meinem Tagesplan fertig.
    • Sammy
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      30. November 2018 | 20.835 Zeichen von Sammy
      Hollybrook Training Stables | Einreiten
      "Hallo Hunter, lange nicht mehr gesehen!", begrüßte ich den jungen Mann fröhlich, als er aus dem Fahrerhaus des großen Hängers sprang. Hunter brachte mir heute mal wieder ein Pferdchen, dass ich trainieren durfte. Es handelte sich um die Englische Vollblutstute CHH' Classic Spring. Die elegante Stute würde eine ganze Weile auf meinem Gestüt verbringen, da ich sie einreiten und anschließend in der Dressur auf A-Niveau trainieren sollte. Aufgrund des enormen Pensums hatte ich mit Hunter auch noch keinen festen Zeitpunkt ausgemacht, um Classic Spring wieder abzuholen. Bei solch jungen Pferden musste man einfach sehen, wie das Training lief. Allerdings hatte Hunter mir bereits berichtet, dass die Stute sehr lernwillig und intelligent war. Gemeinsam luden wir die graue Stute aus und ich führte Hunter mit seinem Pferd über den Hof zu den Stallungen. Classic Spring stand im Nebentrakt des Stutenstalls, neben meiner umgänglichen Criollostute Devil in Prada. Classic Spring galt als sehr unsozial, daher musste ich mir noch überlegen, wie ich das mit dem Koppelgang regelte. Nun durfte die junge Stute jedoch erst einmal ankommen. Wir befreiten sie von ihrer Transportausrüstung, anschließend führte Hunter sie in die vorbereitete Box. Classic Spring besah sich alles ganz genau und giftete Prada an, die neugierig die Nase gegen die Gitterstäbe zwischen den Boxen gedrückt hatte. Prada wandte sich wenig beeindruckt von dem Gezicke von dem Neuankömmling ab und widmete sich wieder ihrem Heu. Nachdem wir uns versichert hatten, dass es Classic Spring an nichts fehlte, gingen wir in mein Büro und besprachen die letzten organisatorischen Dinge, bevor Hunter sich wieder auf den Heimweg machte. Wie üblich würde ich ihn regelmäßig mit Infos versorgen, wie das Training so voran ging und wie sich seine Stute machte.
      Nachdem Hunter vom Hof gefahren war, sah ich nochmals nach meinem neuen Trainingspferdchen. Classic Spring stand zufrieden in ihrer Box, knabberte am Heu und besah sich das Treiben um sich herum. Auf einem so großen Gestüt war immer was los und anscheinend gefiel das der Stute.

      Am nächsten Morgen wollte ich sofort mit dem Training von Classic Spring beginnen - immerhin hatten wir viel vor. Zunächst einmal stand wie üblich das Kennenlernen an. Dies war beim Einreiten fast noch wichtiger, da die Stute mir wirklich vertrauen musste, um die ersten Lektionen im Sattel zu einem angenehmen Erlebnis für sie zu machen. Von irgendwelchen "Hau-Ruck-Methoden" hielt ich nämlich herzlich wenig. Allerdings stimmte es mich ein wenig traurig, dass ich nun zum allerersten Mal ein Pferd ohne meine Freundin Meg einreiten würde. Meg hatte das Gestüt verlassen, da sie nicht mit dem Verkauf der vielen Pferde einverstanden war. Stattdessen würde mir nun Brian zur Hand gehen. Er war mindestens genauso fähig, wie Meg, aber es war nun einmal nicht dasselbe. Ich schüttelte die trübseligen Gedanken ab und betrat die Box der Vollblutstute. Classic Spring kam sofort auf mich zu und drückte ihre weiche Nase in meine Hand. So groß ihre Probleme mit den anderen Pferden auch sein mochten, mit Menschen kam sie offenbar sehr gut aus. Ich kraulte die Stute und fuhr dabei mit den Händen an ihrem Körper entlang. Ich streichelte sie unten am Bauch, fuhr alle vier Beine hinunter und kraulte sie hinter den Ohren. Das war die schnellste und einfachste Methode um festzustellen, ob ein Pferd Berührungen an irgendeiner Stelle ablehnte. Bei Classic Spring war dies allerdings nicht der Fall. Ich streifte Classic Spring das Halfter über den Kopf und führte die Stute aus der Box hinaus, um sie in einer der Putzboxen anzubinden. Dort widmete ich mich in aller Ruhe ihrer Fellpflege und die Vollblutstute genoss dies sichtlich. Vor allem eine Stelle knapp vor dem Widerrist ließ sie sich gerne kraulen. Dabei reckte sie den Hals lang und legte den Kopf schief, was mich sofort zum Lachen brachte. Daraufhin wandte Classic Spring den Kopf und bedachte mich mit einem Blick, der sehr an Entrüstung erinnerte. Was die Mimik anging, hatte die Stute Ähnlichkeit mit meinem New Forest Hengst Cheeky Jot. Der verzog auch beinahe das Gesicht, wenn ihm etwas nicht passte. Ich kratzte Spring's Hufe aus, bandagierte ihr die Beine und legte ihr ihre Fleecedecke über den Rücken. Draußen war es bitterkalt und Classic Spring war aufgrund ihrer Rasse nicht unbedingt für das eisige Wetter gemacht. Nun schnappte ich mir noch mein langes Bodenarbeitsseil und führte Spring dann hinaus zum Round Pen. Jedes Jahr aufs Neue war ich mehr als froh über die Entscheidung, einen Longierzirkel mit Wänden und Dach zu haben. Die Reithalle war fast immer belegt und mit einem jungen Pferd brauchte ich absolute Ruhe. Erleichtert dem Schnee und dem Wind zu entkommen, schloss ich die Türen hinter uns, hakte das Seil in Spring's Halfter ein und ließ die Stute auf dem Zirkel um mich herum gehen. Das Longieren kannte die Vollblutstute bereits und laut Hunter hatte sie auch schon mit Sattel und Trense Bekanntschaft gemacht. Daher lagen nun auch schon Sattel und Kopfstück bereit. Nach einigen Schrittrunden auf beiden Händen, holte ich Spring zu mir und nahm ihr die Decke ab. Dann ließ ich die Stute antraben. Classic Spring hatte schön raumgreifende Gänge und konzentrierte sich die meiste Zeit über auf mich. Das war bei jungen Pferden eher selten, kam mir aber sehr zugute. Als ich Spring angaloppieren ließ, bemerkte ich, dass die Stute auf der linken Hand noch leichte Gleichgewichtsprobleme hatte. Daran mussten wir in jedem Fall arbeiten, da das Reitergewicht ein Pferd sowieso auf die Probe stellte, was die Balance anging. Um Classic Spring etwas mehr auf die Hinterhand zu bringen, ließ ich die junge Stute mehrere Schritt-Trab und Trab-Galopp-Übergänge ausführen. Das junge Vollblut war eifrig bei der Sache und bemühte sich, meine Kommandos so gut wie möglich auszuführen. Schließlich holte ich Classic Spring wieder zu mir und hob ihr die Satteldecke und den Sattel unter die Nase. Da Spring sich nicht weiter interessiert zeigte, legte ich ihr die Ausrüstung auf den Rücken und schnallte den Gurt erst einmal recht locker fest. Dann zog ich ihn Loch für Loch enger. Hunter's Beschreibung war ein wenig untertrieben gewesen, denn Classic Spring akzeptierte den Sattel ohne Murren. Als ich jedoch mit dem Kopfstück kam, reckte Spring den Hals und machte einen Schritt zurück. "Hm, das magst du wohl nicht sonderlich, hm? Aber vielleicht kann ich dir das Ganze ein wenig schmackhafter machen, meine Süße!", sagte ich. Zunächst legte ich Spring das Halfter um den Hals und hängte mir den Strick in die Armbeuge. Dann wärmte ich das Gebiss in den Händen an und bestrich es mit Honig. Auf diese Weise hatte ich all meine Pferde ans Gebiss gewöhnt und bisher hatte es auch immer geklappt. Nun hielt ich der Stute das Kopfstück einfach nur hin, damit sie den Honig roch. Neugierig reckte sie die Nase und mit einem leichten Druck hinter den Zähnen des Unterkiefers öffnete Spring ihr Maul. Ich streifte ihr das Kopfstück über und verschnallte den Kehlriemen. Classic Spring stand still da, wackelte mit den Ohren und leckte mit konzentriertem Blick das Gebiss ab. Ich grinste. Mal sehen, ob es beim nächsten Mal gleich auf Anhieb klappte. Als Spring fertig mit ihrem Ausflug ins Land der kulinarischen Köstlichkeiten war, verschnallte ich auch den Kinnriemen und führte die Stute dann derart ausgerüstet um die Bahn. Man erkannte deutlich, dass die Stute schon viel Training dieser Art genossen hatte und ich schmunzelte wieder einmal über Hunter's Zurückhaltung. Allerdings war mir das wesentlich lieber, als wenn Pferdebesitzer mir erzählten, ihr Liebling wäre doch ach so brav und schon so gut ausgebildet und entsprechendes Pferd beherrschte dann einfachste Grundlektionen nicht. Ich löste die Zügel vom Kopfstück und hängte das Bodenarbeitsseil mit Longierbrille in die Gebissringe ein, um Classic Spring auch auf diese Weise noch kurz zu longieren. Die junge Stute reagierte wie auch schon zuvor sehr gut auf meine Hilfen und störte sich auch nicht am Knarzen des Leders und dem Klingeln des Metalls. So rief ich sie schon bald wieder zu mir, befreite sie von Sattel und Zaumzeug und führte sie im Schritt trocken. Anschließend versorgte ich Spring umsichtig und brachte sie auf einen abgetrennten Teil der Stutenkoppel. Hunter und ich hatten beschlossen, die Stute während ihrer Zeit auf meinem Gestüt getrennt von den anderen zu halten, um Verletzungen vorzubeugen. Das schien Classic Spring jedoch auch nicht weiter zu stören. Die Stute senkte sofort den Kopf und bockte übermütig durch den Schnee. Ich sah ihr noch kurz zu, dann flüchtete ich doch vor der Kälte. Sobald wir das mit Spring's Gleichgewicht im Griff hatten, konnten wir mit dem eigentlichen Einreiten beginnen.

      Die nächsten beiden Wochen widmeten wir ganz diesem Thema. Zur Abwechslung ging ich mit Classic Spring rund um das Gestüt herum spazieren. Das stärkte nicht nur die Kondition der jungen Stute, sondern förderte auch ihr Vertrauen zu mir und half beim Muskelaufbau. Zudem ließ sich die Balance im Gelände ganz wunderbar schulen. Zum Beispiel, wenn wir im Slalom um unzählige Bäume herumliefen, Hänge hinauf- und hinabkletterten und über niedrige Baumstämme und Wurzeln stiegen. Zu Hause bestand das Training aus sehr viel Stangenarbeit, Übergängen und - als Spring soweit war - immer enger werdenden Bögen im Galopp. Die Balance der Stute erhöhte sich auf diese Weise rapide. Außerdem hatte Classic Spring sichtlich Spaß an dem abwechslungsreichen Training. Jeden Morgen erwartete sie mich bereits mit aufgestellten Ohren. Satteln und Trensen klappte einwandfrei. Bevor es nun morgen ans Eingemachte ging, wollte ich mich heute noch dem Stillstehen widmen. Ich hatte bereits unzählige Pferde trainiert, mit denen ich diese wichtige Lektion erst beim Stufentraining hatte üben können. Wesentlich stressfreier und einfacher war es jedoch, sich gleich zu Beginn des Trainings damit zu befassen. Ich stellte Classic Spring dazu auf der Mittellinie der Reitbahn auf und nestelte ein wenig an ihr herum. So, wie ich es eben auch kurz vor dem Aufsteigen tun würde. Sobald Classic Spring einen Schritt nach vorn, zur Seite oder nach hinten machte, führte ich sie in einer Volte, um sie wieder in ihre Ausgangsposition zu stellen. Das schafften wir ganze fünf Mal, dann blieb Spring brav stehen, bis ich ihr das Kommando zum Antreten gab. Allerdings sah sich mich dabei unverwandt an. Ganz so, als würde sie sich fragen, ob dieser verrückte Zweibeiner sie wohl noch ewig im Kreis laufen lassen wollte. Daher führte ich Classic Spring eine Runde im flotten Trab um die Bahn und stellte sie dann wiederum auf der Mittellinie auf. Die Stute sah mich zwar wieder an, rührte sich aber keinen Millimeter vom Fleck, sodass ich sie zufrieden lobte. Damit war der Abschluss der Vorarbeiten für das Einreiten getan und ich war schon sehr gespannt darauf, wie Classic Spring sich im weiteren Trainingsverlauf schlagen würde.
      An diesem Abend schrieb ich Hunter eine ausführliche Mail, in der ich ihm von den Erfolgen seiner Stute berichtete. Sicherlich freute er sich sehr über ihre Fortschritte.

      Am nächsten Morgen erledigte ich erst einmal alle anstehenden dringenden Arbeiten, da ich für die heutige Trainingssession mit Classic Spring unbedingt den Kopf frei haben wollte. Auch Brian hatte ich schon fest eingeteilt, damit er später auch wirklich parat stand. Der junge Mann hatte sich in den letzten Wochen ausgiebig mit Classic Spring beschäftigt, damit auch er ihr Vertrauen gewann. Allerdings war die Vollblutstute in diesem Punkt ja auch wirklich unkompliziert. Solange Brian sich nicht plötzlich in ein anderes Pferd verwandelte, würden die beiden wohl keine Probleme miteinander haben. Als ich endlich mit allem fertig war, erwartete mich Classic Spring schon ungeduldig. Offenbar war es die schöne Stute nicht gewohnt, nach hinten geschoben zu werden. Wobei sie sich wahrlich nicht beschweren konnte. Mit ihrem angenehmen Temperament hatte sie sich unter meinen Angestellten schon so viele Freunde gemacht, dass kaum jemand an ihrer Box vorbeiging, ohne sie nicht wenigstens kurz zu kraulen. Dennoch bedachte mich Spring mit einem beleidigten Blick. Ich besänftigte die junge Stute mit einem Stückchen Apfel und vor allem damit, dass ich sie sofort aus ihrer Box holte und in die Putzbox führte. Wie üblich ließ ich mir viel Zeit. Mit dem Putzen und natürlich auch mit dem Aufsatteln. Classic Spring ließ das alles mittlerweile wie ein alter Profi über sich ergehen und so führte ich sie schon bald in voller Montur hinüber zur Reithalle. Keine zwei Minuten später kam auch Brian zu uns. Ihn brauchte ich für die folgenden Trainingseinheiten unbedingt. Ich übergab Brian die Zügel der Stute und erklärte ihm kurz den Ablauf des heutigen Trainings. "Ich werde jetzt zuallererst mal nacheinander die Steigbügel belasten und den Druck immer mehr erhöhen. Erst wenn Classic Spring dabei völlig ruhig bleibt, lege ich mich über ihren Rücken. Wenn sie das akzeptiert, kannst du sie eine Runde um die Bahn führen. Sollte sie sich aufregen, komme ich so am schnellsten wieder von ihrem Rücken herunter. Okay?" Brian nickte aufmerksam. Er nahm seine Rolle als Meg's Nachfolger sehr ernst und würde seine Sache mit Sicherheit hervorragend machen. "Oh und Brian? Lass Spring immer nach hinten schauen. Sie darf ruhig sehen, was ich da mache. Dann hat sie eigentlich auch keinen Grund, um nervös zu werden.", instruierte ich den stillen Mann weiter. Nachdem ich mich vergewissert hatte, das Classic Spring genug Freiraum hatte, um den Kopf zu drehen, legte ich beide Hände auf den rechten Steigbügel und lehnte mich darauf. Nur ganz allmählich erhöhte ich den Druck. Classic Spring wandte tatsächlich den Kopf nach hinten und sah mich mit gespitzten Ohren an. Die junge Stute schien sich zu fragen, was in aller Welt ich da nun schon wieder trieb. Ich kraulte ihr ihre Lieblingsstelle am Widerrist und wiederholte das Ganze am anderen Steigbügel. Anschließend nickte ich Brian zu und stellte mich auf die Aufstiegshilfe. Diese kannte Classic Spring bereits, weil ich sie beim Putzen und bei der Bodenarbeit schon -leicht zweckentfremdet- eingesetzt hatte. Daher erschreckte sie sich auch nicht, als ich nun plötzlich wesentlich größer war, als sie selbst. Ich legte beide Hände auf den Sattel und schob mich behutsam auf Spring's Rücken. Dabei redete ich unablässig mit der Vollblutstute. Wieder drehte sich Spring um. Als sie mich so da hängen sah, legte sie ihren hübschen Kopf schief und sah mich aus ihren großen, dunklen Augen forschend an. Dieser Blick sagte eindeutig: "Ich mag dich zwar, aber momentan benimmst du dich sehr merkwürdig!" Ich kicherte und strich Spring über den Hals - zumindest soweit ich in meiner eingeschränkten Bewegungsfreiheit nunmal kam. "Los Brian, führ sie ein paar Schritte, damit sie sich an das Gewicht gewöhnt. Eine schönere Reaktion hätten wir uns überhaupt nicht wünschen können!", sagte ich gepresst. Der Sattel war nicht unbedingt bequem und quetschte mir die Luft aus den Lungen. Was tat Frau nicht alles für ein gut ausgebildetes Pferd. Nachdem wir eine Runde um die Bahn gedreht hatten, legte ich mich auch noch von der anderen Seite über den Sattel und bat Brian wiederum um eine Schrittrunde. "Weil sie so schön mitmacht, gehen wir heute gleich noch einen Schritt weiter und dann ist es auch genug. Dreh sie mal mit dem Kopf ein wenig in meine Richtung. Wenn ich mich einfach so aufrichte, könnte sie denken, ich sei ein Raubtier, dass auf sie hinunterspringt. Das würde ich dann doch gerne vermeiden.", gab ich weiter meine leicht atemlosen Anweisungen. Brian brachte Classic Spring zum Stehen und drehte ihren Kopf ein wenig in meine Richtung. Ich kraulte sie nochmals und sprach die ganze Zeit leise auf sie ein, während ich mein Bein vorsichtig über ihren Rücken hob und meinen Oberkörper gleichzeitig auf ihren Hals schob. Da zahlte sich meine ganze Yogapraxis definitiv aus. Früher hätte ich das nie im Leben hinbekommen. Auch Brian grinste anerkennend und ich streckte ihm die Zunge heraus. Dann richtete ich mich ganz langsam - Wirbel für Wirbel- im Sattel auf. Währenddessen erzählte ich Classic Spring von meinen beiden Lieblingen Successful Dream und Kazumi Princess, die nun auch bald eingeritten werden sollten. Die Stute betrachtete mich die ganze Zeit über mit aufgestellten Ohren, zeigte aber keinerlei Anzeichen von Angst oder Nervosität. Ich bedeutete Brian ihren Kopf nach vorn zu drehen und sie ein paar Schritte zu führen. Dabei saß ich so ruhig wie möglich im Sattel. Die "Zirkusübungen" á la Gerte von einer Hand in die andere wechseln, nachgurten und Steigbügel einstellen waren heute defintiv noch nicht an der Reihe. Nach ein paar Schritten hielt Brian die Stute wieder an und ich glitt vorsichtig aus dem Sattel. Als ich gerade das Bein über ihren Rücken geschwungen hatte, machte Classic Spring doch einen Satz zur Seite und ich landete mit dem Hintern im Sand der Reitbahn. Verdutzt schaute sich Spring nach mir um und zog Brian hinter sich her, um mir ihre weiche Nase ins Gesicht zu strecken. "Also den Schluss hättest du dir wirklich sparen können. Aber dir mit deinen schönen Augen kann sowieso keiner böse sein. Außerdem hast du das heute wirklich ganz hervorragend gemacht!", sagte ich liebevoll zu der Stute.

      Gähnend betrat ich den Stall. Weihnachten rückte immer näher und damit auch unzählige Aufgaben, die in diesem Jahr unbedingt noch erledigt werden wollten. Eine dieser Aufgaben sah mich mit großen Augen an, als ich die Stallgasse entlangging. Ich begrüßte Classic Spring mit einem Stückchen Karotte und kraulte sie unterm Kinn. Die Stute hatte in den letzten Wochen unglaubliche Fortschritte gemacht. Unsere ersten Lektionen im Sattel hatten darin bestanden, dass ich die Arme über den Kopf nahm, mich nach links und rechts zur Seite beugte und mich über Spring's Hals nach vorn lehnte. Sie hatte die Turnerei maximal mit einem Schnauben quittiert, solange die Bewegung nicht völlig unvorhergesehen kam. An Letzterem arbeiteten wir noch. Weitergegangen war es damit, dass ich begonnen hatte, Classic Spring vom Sattel aus Hilfen zu geben. Reagierte sie darauf nicht, führte einfach Brian das entsprechende Kommando aus. So lernte Classic Spring nach und nach auf meine Hilfen zu hören und mittlerweile klappte das schon richtig gut. Bei den Gangarten war vor allem der Galopp etwas arbeitsreicher gewesen. Natürlicherweise hatte Classic Spring mit mir auf dem Rücken erst einmal ihr Gleichgewicht finden müssen und in der ersten Zeit waren wir auch nur auf geraden Linien galoppiert. Daraufhin hatte ich groß angelegte Zirkel mit ins Programm genommen und mittlerweile konnten wir ohne Probleme die Bahn umrunden und dabei auch die Ecken schön ausreiten. So in Gedanken versunken, war Classic Spring recht schnell aufgesattelt und ich führte sie in die Reithalle. Diesmal wartete Donald auf uns. Wir brauchten seine Hilfe zwar aktiv nicht mehr, aber beim Training mit jungen Pferden war eine Begleitperson immer hilfreich. Ich stellte Classic Spring auf der Mittellinie auf, gurtete nach, zog die Steigbügel herunter und schwang mich in den Sattel. Allein das Auf- und Absteigen hatten wir sehr oft geübt und mittlerweile blieb mein Hintern auch dem Sand fern, wenn ich abstieg. Als ich im Sattel saß, ordnete ich mich kurz und strich Classic Spring dann lobend über den Hals, weil sie brav stehen geblieben war. Auch das hatten wir gleich zu Beginn ausgiebig trainiert. Mit einem leichten Schenkeldruck ließ ich die junge Stute im Schritt antreten und wärmte sie auf beiden Händen durch Zirkel, einfache Schlangenlinien und großzügige Volten auf. Das Ganze wiederholten wir dann auch gleich im Trab. Anschließend ritt ich eine Schritt-Trab und Schritt-Halt-Übergänge, die Classic Spring tadellos ausführte. Die junge Stute hatte immer noch merklich Spaß am Training und schien begierig darauf Neues zu lernen. Auch die Galopparbeit klappte an diesem Nachmittag hervorragend. Hier beschränkten wir uns zwar noch auf ganze Bahn und Zirkel, doch das war für Spring's bisherigen Ausbildungsstand auch völlig ausreichend. Bis zum Stufenaufstieg in Klasse A der Dressur war ja noch mehr als genug Zeit. Die Einreitephase war mit diesem Training offiziell beendet. Nun hatte Spring ein paar Tage Pause, in denen wir uns wieder auf gemütliche Spaziergänge und Bodenarbeit verlegen würden, bevor es dann mit dem Dressurtraining weiterging. Ich freute mich schon wahnsinnig darauf, weiterhin mit der Stute zu arbeiten und sah dem nunmehr provisorisch festgelegten Tag ihrer Abreise mit einem lächelnden und einem weinenden Auge entgegen. Aber ich war mir ganz sicher, dass man von Classic Spring noch einiges hören würde und vielleicht würde ich ihr ja sogar auf dem ein oder anderen Turnier begegnen?
    • Sammy
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      30. November 2018 | 11.692 Zeichen von Sammy
      Hollybrook Training Stables | Dressur E-A

      "Na, meine Süße? Lust auf ein bisschen Arbeit?", fragte ich die Englische Vollblutstute CHH' Classic Spring liebevoll. Das Pferdchen stand nun schon mehrere Wochen auf meinem Gestüt und machte täglich Fortschritte. Die letzte Zeit war sehr arbeitsreich gewesen. Ich hatte weiter an Spring's Balance gearbeitet und ihr außerdem das Schenkelweichen beigebracht. Für den Aufstieg in Klasse A musste die junge Stute nämlich unter anderem das Viereck verkleinern und vergrößern können, wofür sicheres Schenkelweichen unabdingbar war. Ich holte Classic Spring aus ihrer Box, putzte das graue, seidige Fell der Stute und legte ihr anschließend Bandagen an. Heute stand nämlich mal wieder Bodenarbeit auf dem Programm. Ich wollte das Rückwärtsrichten erarbeiten und schon einmal die Vorhandwendung und das Viereck verkleinern und vergrößern vom Boden aus üben. Den einfachen Galoppwechsel würde ich direkt vom Sattel aus trainieren und damit hätten wir die vier neuen Lektionen für den Stufenaufstieg bereits abgedeckt. An Hufschlagfiguren wurden Zirkel, Volten, einfache Schlangenlinien, aus dem Zirkel wechseln, durch die ganze Bahn wechseln und Schlangenlinien durch die Bahn mit vier Bögen gefordert. All dies sollte dank der unzähligen Gleichgewichtsübungen kein Problem mehr für Classic Spring darstellen. Ich betrat mit der Vollblutstute den Longierzirkel, schloss die Tür hinter uns und ließ Spring erst einmal ein paar Runden frei laufen. Inzwischen hörte die Stute auch ohne Verbindungsstück - auch Bodenarbeitsseil genannt- auf meine Kommandos. Ich ließ sie im Schritt, Trab und Galopp laufen, Halten, die Hand wechseln und rief sie schließlich zu mir zurück. Das Training mit Classic Spring machte wirklich jedes Mal Spaß und die Stute lernte unfassbar schnell. Allerdings langweilte sie sich auch recht schnell, weshalb ich mir immer wieder neue Spielchen ausdenken musste, um sie bei Laune zu halten. Als Spring ordentlich aufgewärmt war, begannen wir mit dem Rückwärtsrichten. Dafür hakte ich das Bodenarbeitsseil wieder in das Halfter ein und stellte mich vor die Stute. Nun hob ich die Hand mit dem Seil und gab das Kommando "Back". Classic Spring blieb stehen und sah abwechselnd von mir zum Seil. Also wackelte ich ein wenig an dem Seil und ließ die Bewegungen ganz allmählich größer werden. Spring hob den Kopf und ging zögerlich einen Schritt zurück. Das Geruckel am Seil schien ihr nicht gerade zu gefallen. Sofort stellte ich jegliche Bewegung ein und lobte das Stütchen. Diese Prozedur wiederholten wir einige Male, bis Spring schon bei wesentlich kleineren Wellen mit dem Seil zurückging. Für den Anfang genügte mir ein Schritt rückwärts, darauf konnten wir wunderbar aufbauen. Als Zwischenübung baute ich nun ein paar Schritt-Trab und Trab-Halten-Übergänge in unser Training mit ein, dann ging es an die Vorhandwendung. Ich drehte Spring's Kopf ganz leicht in meine Richtung und blieb an ihrer Schulter stehen. Die Gerte hielt ich als Begrenzung vor die Brust der Stute, dann legte ich die Hand an ihre Flanke und übte minimalen Druck aus. Classic Spring war schon seit dem Fohlenalter gewöhnt, auf seitlichen Druck zu reagieren, das Ganze machte ich mir nun zu Nutzen. Durch die begrenzende Gerte ging Spring nicht vorwärts, also blieb ihr nur ein Schritt zur Seite. Und zwar mit der Hinterhand, auf die ja der Druck ausgeübt wurde. Sofort lobte ich die Stute und kraulte ihr den Widerrist. Wie immer legte Spring dabei den Kopf schief und verdrehte genüsslich die Augen. Die junge Stute war wirklich leicht zufrieden zu stellen. Nun wiederholte ich die Übung, hielt den Druck diesmal jedoch aufrecht, bis Spring zwei bis drei Schritte zur Seite machte. Damit sollte es für heute dann auch gut sein. Keinesfalls wollte ich das junge Vollblut überfordern. Zum Schluss wiederholte ich nur noch kurz das Schenkelweichen, wobei ich Classic Spring erst nach rechts dirigierte, sie dann kurz geradeaus laufen ließ und danach die Richtung wechselte. Vielmehr war für das Viereck verkleinern und vergrößern auch nicht erforderlich.

      Während der nächsten Tage arbeiteten wir weiterhin vom Boden aus an den Lektionen. Zwischendurch schwang ich mich natürlich auch in den Sattel und festigte die Grundlagen. Classic Spring arbeitete auch unter dem Sattel hervorragend mit und war sehr aufmerksam und feinfühlig, was die Reaktion auf meine Hilfen anging. Nur wenn andere Pferde mit uns in der Halle waren, wurde Spring unruhig. Sie giftete jedes Mal um sich, wenn jemand an uns vorbei ritt und konzentrierte sich auch sonst eher auf die anderen Reiter und ihre Pferde. Daran musste man natürlich definitiv noch arbeiten, aber das würde wohl seine Zeit brauchen. Hatten wir die Halle für uns, war Spring beinahe ein Engel. Inzwischen klappte das Rückwärtsrichten hervorragend. Ich brauchte nur noch das Kommando geben oder mit dem Zeigefinger wackeln und schon ging die Stute artig zurück. Wir hatten die Lektion nun auch auf die geforderte Pferdelänge ausgeweitet. So hatten wir die beste Grundlage für die Arbeit unterm Sattel geschaffen. Auch die Vorhandwendung beherrschte Classic Spring nun ziemlich sicher und das Schenkelweichen hatte sie sowieso drauf. Nun hieß es, die Lektionen aufs Reiten zu übertragen. Allerdings machte ich mir keine Sorgen, was das anging. Classic Spring hatte bisher immer sehr schnell verstanden, was ich von ihr wollte und auch die Verknüpfung von Bodenarbeit und der Arbeit unter dem Sattel fiel ihr verhältnismäßig leicht. Ich hatte bereits mit Hunter ausgemacht, dass er seine Stute Ende der Woche wieder zu sich nach Hause holen konnte, bis dahin war das Training mit Sicherheit beendet.

      Als unser letzter gemeinsamer Trainingstag gekommen war, ließ ich mir für die Putzprozedur noch mehr Zeit als sonst und schmuste ausgiebig mit Classic Spring. Die junge Stute hatte alle auf dem Hof verzaubert und so blickten wir alle dem morgigen Abschied mit gemischten Gefühlen entgegen. Aber so war nun einmal das Trainingsgeschäft. Als Spring's Fell glänzte, die Hufe ausgekratzt waren, die Mähne seidig über den Hals fiel und der Schweif von sämtlichen Knötchen befreit war, sattelte ich die Stute ein letztes Mal auf. Hunter würde am nächsten Tag gleich in der Früh kommen, daher würden wir dann kein Training mehr abhalten. Es wäre allerdings auch nicht nötig. Selbst das heutige Training war reine Wiederholung, da Classic Spring mittlerweile alle Anforderungen der A-Dressur erfüllte. Ich zupfte die Fleecedecke auf Spring's Rücken zurecht und führte die Stute in die Halle. Heute Nacht hatte es ordentlich geschneit und das ganze Gestüt war mit einer dicken weißen Decke überzogen. Hoffentlich hatte Hunter morgen eine gute Fahrt. In der Halle angekommen, schwang ich mich in den Sattel und zog die Decke über meine Beine. Dann ließ ich Classic Spring im Schritt antreten und ritt auf beiden Händen Zirkel, Volten, einfache Schlangenlinien und Schlangenlinien durch die ganze Bahn. Als Handwechsel bauten wir gleich die geforderten Bahnfiguren ein, nämlich das aus dem Zirkel wechseln und durch die ganze Bahn wechseln. Nachdem wir die anfängliche Schrittarbeit abgehakt hatten, hielt ich Classic Spring an der Bande an und nahm die Decke von ihrem Rücken. Dieser winzige Handlungsschritt hatte uns eine ganze Menge Zeit gekostet, da Spring es überhaupt nicht lustig fand, die bauschige Decke aus den Augenwinkeln von ihrem Rücken schweben zu sehen. Mittlerweile zuckte die Stute nur noch kurz mit den Ohren, blieb aber brav stehen. Ich strich ihr lobend über den Hals, nahm die Zügel auf und trabte Spring aus dem Halten heraus an. Die Stute legte wie immer ein ordentliches Tempo vor und es brauchte ein paar Tritte, bis ich sie soweit zurückgenommen hatte, dass sie in einem angenehmen Arbeitstrab lief. Für den Anfang der Arbeit ließ ich die Zügel etwas länger und dirigierte Classic Spring hauptsächlich durch Schenkel- und Gewichtshilfen auf den Zirkel. Das war das Schönste an der Arbeit mit jungen Pferden: Man konnte wirklich mit ganz dezenten Hilfen arbeiten, ohne dies dem Pferd erst wieder näher bringen zu müssen. Bei Spring galt dies in noch ausgeprägterem Maß, da die Stute so feinfühlig reagierte. Als wir mit der eigentlichen Arbeit begannen, nahm ich die Zügel wieder auf und ritt die "neuen" Bahnfiguren auch im Trab. Mittlerweile bog Classic Spring sich wirklich schön in die Wendungen hinein und mit Gleichgewicht hatte sie schon länger keine Probleme mehr. Anschließend parierte ich die Stute bei A zum Halten durch, hob mich leicht aus dem Sattel und ließ die Zügel anstehen. Prompt verlagerte Spring ihr Gewicht nach hinten und ging zügig, aber nicht übereilt, rückwärts. Nach etwa einer Pferdelänge ließ ich sie halten und streichelte ihren seidigen Hals. In der zweiten Ecke der kurzen Seite stellte ich die Stute sofort leicht nach außen und trieb sie vom Hufschlag weg, indem ich das innere Bein verwahrend hinter den Gurt legte und mit dem äußeren vorwärts-seitwärts trieb. Eine Pferdelänge vor E stellte ich die Vollblutstute gerade, ließ sie zwei Pferdelängen vorwärts laufen und dirigierte sie anschließend wieder zum Hufschlag, indem ich diesmal mit dem inneren Bein vorwärts-seitwärts trieb und die Bewegung mit dem äußeren Bein begrenzte. Das Ganze wiederholten wir auch auf der anderen Hand und schließlich auch im Trab. Nach der Trabrunde parierte ich Spring ein weiteres Mal zum Halten durch, diesmal jedoch auf dem zweiten Hufschlag. Nun stellte ich die junge Stute leicht nach außen, ließ die Zügel anstehen, legte den inneren Schenkel verwahrend eine Handbreit hinter den Gurt und trieb Spring mit dem äußeren Schenkel seitwärts. Dabei achtete ich darauf, dass Spring die Lektion nicht übereilt durchführte, da mir hier eine saubere Ausführung noch wichtiger war, als sonst schon. Meine Reitlehrerin früher hatte dies immer als "jeden-einzlenen -Tritt-herausreiten" bezeichnet. Selbstverständlich wiederholten wir die Lektion auch auf der linken Hand und gingen dann gleich weiter zur letzten Lektion: den Schritt-Galopp-Übergängen. Da Classic Spring gerne vorwärts lief, war der Übergang vom Schritt in den Galopp eigentlich eine reine Gleichgewichtssache gewesen. Andersherum hatte ich Spring erst einmal überzeugen müssen, direkt vom Galopp in den Schritt zu fallen. Als ich die Übergänge nun jedoch wiederholte, wechselte Classic Spring problemlos von einer in die andere Gangart. Ich ließ das Stütchen noch eine Runde im flotten Mittelgalopp drehen, dann parierte ich sie zum Schritt durch und ritt sie am langen Zügel trocken. Als ich Spring die Decke auf den Rücken legte, machte die Stute einen kleinen Hüpfer, da sie gerade aus dem Hallenfenster hinausgesehen hatte und daher abgelenkt gewesen war. Ich schaffte es gerade noch, die Decke festzuhalten und kraulte der Stute beruhigend den Hals. Das Training heute war so perfekt verlaufen, da war es fast schon gut, dass zum Schluss dieser minimale "Aussetzer" gekommen war. Nach ein paar gemütlichen Schrittrunden, rutschte ich aus dem Sattel, zog die Decke weiter nach vorn und führte Spring hinaus in die winterliche Kälte. Im Stall angekommen, befreite ich die Stute zuerst von ihrer Ausrüstung, dann putzte ich ihr inzwischen trockenes Fell nochmals kurz über und brachte sie in ihre Box. Spring rupfte Heu aus ihrer Raufe und giftete mit vollem Maul Prada an, die einen neuen Kontaktversuch gestartet hatte. Beleidigt zog sich die Scheckstute wieder zurück und ich lachte. Manche Dinge änderten sich wohl nie.
      Nun war ich aber sehr gespannt, was Hunter zu den Fortschritten seiner Stute sagen würde. Hoffentlich durfte ich das aufgeweckte Pferd bald wieder auf meinem Gestüt begrüßen, die Arbeit mit Classic Spring hatte einfach Spaß gemacht.
    • honigkuchenpferd
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      Trainingscenter Falkenhof
      24.01.2019 | Springtraining E-A
      5818 Zeichen | honigkuchenpferd

      Ich bekam über meine Website einen Auftrag aus England. Hunter Crowley hatte ein junges englisches Vollblut, namens CHH' Classic Spring, welches die Grundlagen des Springreitens lernen sollte. Gegen 15 Uhr erwartete ich seinen Trailer auf meinem Hof. Ich hatte bereits eine Gastbox im Stutenstall vorbereitet, da hörte ich auch schon sein Gespann übers Kies rollen. Ich lief nach vorne und winkte ihn direkt vor den Stall. "Hallo Hunter, schön dich zu sehen!" Wir luden die Stute aus und ließen sie erst einmal in ihrer Box ankommen. Wir besprachen noch einmal alle Einzelheiten und dann verabschiedete sich Hunter auch schon wieder. Circa drei Wochen würde das schicke Vollblut nun in meinem Beritt sein.

      Nachdem ich alle Pferde versorgt hatte, wollte ich am nächsten Tag mit dem Training beginnen. Da es wie aus Eimers schüttete, baute ich in der Halle ein paar Cavalettis und Stangen auf. Wir wollten alles ganz langsam und behutsam angehen. Ich holte Classic Spring aus ihrer Box, da sie die ganze Zeit auf dem Paddock im Regen stand, war sie komplett nass. Während des Putzen stellte ich sie also unter das Solarium. Sie genoss es sichtlich, gähnte und prustete entspannt, während ich ihr die Lehmklumpen aus dem Schweif entfernte. Ich sattelte sie und ging mit ihr in die Reithalle. Erstaunt übe soviel bunte Stangen am Boden blieb die Stute im Eingang stehen. Ich musste ein wenig lachen und lockte sie dann in die Halle. Dort liefen wir gemeinsam am Boden ein paar Runden, damit sie alles in Ruhe auf sich wirken lassen konnte. Dann stieg ich auf das schmale Pferd und ritt sie warm. Dabei nahm ich immer mal wieder einige Stangen und auch ein Cavaletti. Sie machte das wirklich super. Da ich nicht wusste, wie viel sie schon konnte, galoppierte ich auch über die Stangen und Cavalettis. Ich bat meinen Stallburschen Erik, aus den Stangen kleine Steilsprünge zu machen. Wir nahmen einen Sprung von jeder Seite und beendeten das Training für heute. Die Stute muss jetzt viel verarbeiten und in zwei Tagen ging es dann weiter.

      Beim nächsten Training ging es auf den Platz, da das Wetter deutlich besser war. Ich baute mit Philipp einen kleinen Parcours in E-Höhe auf. Zudem legten wir einen kleinen Wassergraben dazu. Ich wollte ihn keineswegs heute schon mit einbauen, aber zum kennenlernen kann man nie früh genug anfangen. Kerstin machte mir die Stute fertig und brachte sie zum Platz, wo ich mir noch schnell den Helm anzog und aufs Pferd stieg. Wir ritten zum warm werden eine Runde ins Gelände. Die Kondition dieses Pferdes war schon super ausgebaut, durch die zahlreichen Galopprennen, an denen sie teilgenommen hatte. Wir ritten zurück und trabten noch einige Runden entspannt auf dem Platz, bevor ich sie im Galopp auf den ersten Steilsprung ritt. Sie sprang ab und flog förmlich über die folgenden Sprünge. Dabei riss sie kein einziges Mal und auch die Distanzen konnte sie schon gut einschätzen. Allerdings wurde sie wirklich oft schnell, sodass ich Probleme hatte, sie ordentlich auf den nächsten Sprung vorzubereiten. Im Großen und Ganzen war ich aber wirklich zufrieden mit ihr.

      Heute wollte ich mit meinem Berittpferd Classic ins Gelände gehen. Es gab eine schöne Galoppstrecke im Wald, auf der ich gerne Tempiunterschiede reiten wollte. Nachdem ich sie putzte und sattelte, stieg ich auf und legte ihr noch eine Nierendecke über. Es war mittlerweile wirklich kalt geworden, und das lies Classic mich auch merken. Kaum auf der Galoppstrecke angekommen, bockte sie ein, zweimal vor Freude, prustete und gab dann Vollgas. Was ein Gefühl, auf einem Rennpferd durch den Wald zu preschen. Dennoch wollte ich mein Trainingsziel nicht außer Acht lassen und ritt konsequente Wechsel zwischen Arbeitsgalopp und kurz gehaltenen Galoppsprüngen. Sie verstand schnell, was ich von ihr wollte. Im Parcours muss ich sie auch mal zusammen halten können, um sie gut vor den Sprung reiten zu können. Nach 45 Minuten intensivem Training war die Stute nass geschwitzt. Wir ritten entspannt zurück, bis sie trocken war. Danach stellte ich sie zu den anderen Stuten auf das Paddock.

      2-einhalb Wochen waren bereits vergangen und Classic hatte tolle Fortschritte gemacht. Ich trainierte mit ihr 1-2 Mal die Woche, um sie nicht zu überlasten. An den restlichen Tagen longierte ich sie, machte ein wenig Bodenarbeit oder lies sie mit den anderen Stuten den ganzen Tag auf dem Paddock. Heute war der Tag, an dem wir zum ersten Mal einen kompletten A* Parcours reiten wollten. Kerstin und Claudia waren so lieb und bauten mit Philipp zusammen einen Parcours auf, sogar der Wassergraben wurde mit einbezogen. Ich machte derweil Classic fertig, die sich mal wieder auf dem Paddock in einem Schlammloch gewälzt hat. Ein Hoch auf warmes Wasser! Nachdem ich das Pferd gesattelt und fertig vorbereitet hatte, ritt ich zum Platz. Dort wärmte ich Classic auf. Ich bat Philipp darum, das Training zu filmen, damit ich es Hunter schicken konnte. Am Sonntag würde er sein Pferd wieder abholen.
      Der Parcours bestand auf drei Steilsprüngen, zwei Oxern und einem Wassergraben. Diesen kannte Classic zwar schon vom einzelnen Sprung, aber noch nicht aus dem Parcours. Da war ich super gespannt. Wir ritten auf den ersten Sprung zu und ritten den kompletten Parcours durch. Keine Stange fiel, lediglich vor einem Oxer mit Planke zögerte die Stute. Nach kurzer Diskussion sprang sie mit einem riesen Satz drüber. Ich war super zufrieden mit diesem Pferd und beendete den Beritt mit einer kurzen Runde im Gelände.

      Hunters Gespann rollte auf den Hof und wir begrüßten uns. Ich ging mit ihm in den Stall und berichtete Classics Fortschritte und zeigte ihm ein paar Ausschnitte. Er war sehr zufrieden und verlud seine Stute. Wir packten das Sattelzeug in die Sattelkammer des Hängers, ehe Hunter von meinem Hof fuhr. Hoffentlich durfte ich diese Stute weiter ausbilden.
    • sadasha
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      17. Februar 2019 | 1124 Zeichen von Calypso
      Rook's Bay Stable's Mobiler Tierarzt | Tierarztbericht

      Hunter Crowley hatte mich mal wieder zu sich bestellt. Eine seiner Englischen Vollblut Stuten brauchte eine Vorsorgeuntersuchung. Gegen Nachmittag fuhr ich auf den Hof, wo Hunter mich sogleich empfing. Nach einem kurzen Plausch machte er sich auf den Weg um die Stute zu holen und ich holte meine ganzen Utensilien aus dem Auto. Heute war schönes Wetter, also verlegten wir die Untersuchung nach draußen auf den Putzplatz. Wie immer machte ich mich zuerst mit dem Pferd bekannt. CHH' Classic Spring war eine sehr freundliche Stute und sie machte mir nicht den Eindruck als ob es Probleme mit ihr geben könnte. Ich fing damit an sie abzutasten und abzuhören. Danach durfte sie mit Hunter ein paar Runden auf dem Hof drehen, damit ich mir ihr Gangbild genauer anschauen konnte. Hier war aber nichts auffällig. Als nächstes wurden ihre Impfungen aufgefrischt. CHH' Classic Spring war hierbei sehr ruhig und vorbildlich. Ich lobte sie viel und notierte die aufgefrischten Impfungen im Impfbuch. Zu guter Letzt kontrollierte ich noch ihre Chipnummer und gab Hunter eine neue Wurmkur. Somit verabschiedete ich mich von den beiden.
    • sadasha
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      23. Februar 2019 | von sadasha
      Hufschmiedbericht für CHH' Classic Spring und Mephisto

      Der Tag heute begann gut. Ich hatte mit Pitch die große Kontrollrunde gedreht und kam pünktlich zum Eintreffen der Mitarbeiter zurück. Wir frühstückten gemeinsam und gingen dann an die Arbeit. Für mich hieß das heute die Hufe zweier Pferde zu pflegen. Ich holte dazu zuerst meine Vollblutstute CHH' Classic Spring aus ihrer Box und putzte sie gründlich. Die intelligente Stute beobachtete neugierig jede meiner Bewegungen und musste jede Bürste einmal inspizieren, ehe ich ihren Körper damit berühren durfte. Nachdem sie sauber und glänzend vor mir stand räumte ich den Putzkoffer zurück in die Sattelkammer. Die Stute hatte sich für mich als erfolgreiches Galopprennpferd in ihrer Klasse erwiesen und durfte bald auf einer Zuchtzulassung vorgestellt werden. Ich hatte sie dafür bereits sowohl in der Dressur als auch im Springen ausbilden lassen. Sie kannte die Grundlagen und ließ sich ordentlich reiten, war nicht heiß oder zu übermütig. Ein angenehmes Reitpferd, das für meine Vielseitigkeitsziele unersetzbar geworden war. Ich führte sie in die Schmiede und ließ sie auch hier Alles beschnuppern, ehe ich damit begann die Hufe auszuschneiden. Ich wollte sie nicht beschlagen. Eines der wenigen Barhufer Pferde, trotz des Reitsports. Ich sah einfach keinen Bedarf bei ihr. Ich machte meine Arbeit gründlich wie immer und kraulte Classic Spring bei jedem Werkezugwechsel. Als ich mit dem Ausschneiden und korrigieren fertig war fettete ich die Hufe mit Huföl. Damit durfte sie zurück in ihre Box und ich holte mir den zweiten Kandidaten für heute. Mephisto war das Gegenteil von Classic Spring. Der Tinkerhengst war eher gemütlich veranlagt und ließ alles ohne Fragen über sich ergehen. Auch er lief Barhuf und brauchte auch heute keine Eisen. Ich band seinen Behang etwas hoch, damit ich die Hufe besser sehen konnte und begann dann damit die Hufe einen nach dem anderen auszuschneiden. Bei ihm trug ich am Ende Hufbalsam auf, da er den porösen Hufen des Tinkerhengstes bessere Pflege bringen würde. Als ich fertig war lobte ich meinen Schecken und kraulte ihn eine Weile am Mähnenansatz, sodass Mephisto den Hals langstreckte und genüsslich stöhnte. „Guter Junge.“, flüsterte ich, als ich den Strick von der Halterung löste. Folgsam trottete mir Mephisto hinterher. Als auch er wieder in seiner Box stand räumte ich die Schmiede auf. Zuerst packte ich das Werkzeug zurück an seinen vorgesehenen Platz und dann fegte ich die Überbleibsel alten Horns zusammen und warf sie fort. Da ich sowieso einmal da war überprüfte ich auch den Bestand an Eisen, Einlagen, Stollen und Nägeln und schrieb mir auf, was ich neu einkaufen musste. Erst als ich sicher war Alles erledigt zu haben verließ ich meine Schmiede, schloss sie ab und kümmerte mich wieder um den Stallaltag meines Hofes.
    • sadasha
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      1. April 2019 | von sadasha
      Frühlingseinbruch

      Den Kopf auf eine Hand gestützt, saß ich auf dem Hocker in der Sattelkammer. Ich starrte die offene Dose Lederfett an, die vor mir auf dem Boden stand, sah sie jedoch nicht. Ich war mit meinen Gedanken bei meinen Eltern, suchte Lösungen für das Dilemma, das sich um sie wob, wie ein giftiges Netz. Die Nachricht vom Schlaganfall meines Vaters hatte mich vor zwei Tagen aus der Bahn geworfen. Meine Mutter war vollkommen aufgelöst und lief herum wie ein aufgescheuchtes Huhn, wenn man sie besuchte. Sie fand sich alleine nur schwer zurecht. Jahrzehnte lang hatte sie meinen Vater an ihrer Seite, ihr Ruhepol, ihr Anker. Jetzt war er im Krankenhaus und kämpfte mit den Folgen des Schlaganfalls. Die Ärzte wollten uns nicht zu viel versprechen, er würde vielleicht wieder gehen lernen, vielleicht wieder sprechen können, aber sein Geist war sehr mitgenommen. Ich hatte meine Mutter wegen ihrer ebenfalls schlechten Verfassung nach Hause geholt. Hier konnte ich immer ein Auge auf sie werfen, sie ablenken. Mein Team half mir dabei und es zeigte bereits Wirkung. Aber war das die Lösung? Sicher nicht. Ich musste mir für die Zukunft etwas anderes überlegen.
      Ich seufzte und riss mich aus meinem Gedankenkarussell. Jemand hatte die Tür hinter mir geöffnet. Als ich mich umwandte sah ich, dass es Kerry war. Sie brachte Sattel und Trense von Vikar nach ihrem Training zurück. „Vikar kam heute aus dem Schwitzen kaum noch raus. Auch die anderen Kaltblüter tun sich schwer mit dem plötzlichen Frühlingseinbruch. Kannst du mir helfen sie zu scheren? Ich bin mit der Maschine so unsicher.“, fragte sie, als sie das Zubehör fertig verstaut hatte und sich zum Gehen wandte. Ich nickte zum Sattel auf dem Bock vor mir. „Ich mach den noch fertig, dann komme ich.“
      Kerry hatte Tank auf die Stallgasse geholt und ihn gründlich geputzt. Der Shirehengst sah mich aufmerksam an, als ich mich mit der Schermaschine näherte. Er war meistens entspannt. Das Scheren kannte er und gerade ihm mit seinem schwarzen Fell, war es immer eine große Erleichterung, wenn wir ihm beim Fellwechsel halfen. „Ich hol schon mal den nächsten Kandidaten, dann kann ich Putzen, solange du Tank scherst.“ Abermals nickte ich und schloss die Maschine am Strom an. Ich stellte eine recht kurze Haarlänge ein und begann am Hals gegen den Strich zu scheren. Kerry hatte die Mähne fest eingeflochten, sodass sie mich jetzt nicht störte, selbst wenn sich Tank einmal schüttelte. Ich nahm mir die Zeit um langsam die Bahnen zu ziehen und auf Unebenheiten zu achten. Schließlich wollte ich den Hengst nicht verletzen. Immer wenn ich absetzte prüfte ich die Temperatur der Schermaschine. Wurde sie zu heiß, setzte ich für ein paar Minuten aus, damit sie sich abkühlen konnte. Nach Tank war Felan an der Reihe. Kerry brachte den Hengst weg und ich ging eine Stallgasse weiter um die Schimmelstute zu scheren. Felan war auch sehr ausgeglichen und ruhig. Der Krach der Schermaschine machte ihr nichts. Ihre dunkle Haut ließ das Fell grau erscheinen. Kerry half mir beim Po und hob den Schweif an, da Felan ihn nicht von selbst hochnahm, wenn ich in die Gegend kam. Dadurch dass die Stute deutlich kleiner war, als Tank war ich auch viel schneller mit dem Scheren fertig. Kerry hatte dennoch schon das nächste Pferd fertig geputzt. Schneemann war zwar auch weiß, hatte aber eine helle Haut, da er kein Schimmel war. Er bekam eher einen rosa Touch, wo die Haut durchschimmerte. Während ich ihn scherte, putzte Kerry Uschi, deren Dapples beim Schervorgang deutlicher zum Vorschein kamen. Eine Herausforderung stellte Maeyr dar. Der Hengst war mal wieder in Höchstform und schnappte immer wieder nach mir, wenn ihm eine Stelle nicht passte. Als ich seine Spinnereien satt hatte bat ich Kerry ihn abzulenken, damit ich den Schervogang in Ruhe abschließen konnte. Auch Mister Blockhead war nicht begeistert vom heutigen Tagesprogramm. Nach ihm legten wir erstmal eine Pause ein und aßen zu Mittag.
      „Holt ihr die anderen? Wir haben für Alle gekocht.“, bat meine Mutter, als wir die Küche betraten. Sie sah glücklich aus. Mrs. Clayton deckte im Hintergrund den Tisch. Es roch köstlich nach gebratenem Fleisch und Rosmarin. Kerry und ich teilten uns auf und holten den Rest des Teams. Ein so üppiges Essen hatten wir selten. Meistens gab es Eintöpfe, Suppen, irgendwas, das sich schnell für eine große Truppe anrichten ließ. Jetzt wo Mrs. Clayton jedoch die Hilfe von meiner Mutter hatte tischten sie gemeinsam auf. Sie waren ein ausgezeichnetes Team. „Als nächstes scheren wir Mephisto und Buck or Two. Dann sind es nur noch die übrigen Stuten.“, erklärte Kerry. Liz sah auf. „Das macht ihr also den ganzen Tag! Vielleicht könnte man bei der Gelegenheit die Fohlen an das Geräusch gewöhnen?“, schlug sie vor. Ein zustimmendes Murren ging durch die Reihe, da niemand den Mund leer hatte um in Worten zu antworten. Den Rest des Essens diskutierten wir aus wie dir das Fohlentraining am besten einbringen konnten ohne die Kleinen komplett zu verschrecken. Am besten ging das mit den sehr routinierten Stuten. Xana, Venetia, Ramira und Sovereign boten sich an.
      Nach dem Essen ging es dann an die Umsetzung. Ich begann damit die Stuten zu scheren und Kerry sah immer mal wieder mit einem der Fohlen vorbei. Zuerst mit Hester, die das Alles recht wenig interessierte. Gut für sie, denn als Tinker würde die später öfter in den Genuss kommen zum Fellwechsel geschoren zu werden. Aber auch die Vollblutfohlen Little Miss Backyard, What Rainbow und Framed in Fantasy konnten sich mit dem Geräusch und dem Vorgang etwas vertraut machen. Als die vier Stuten unseres Vertrauens durch waren mit Scheren, fehlte nur noch Stonery. Auch sie wurde heute von überschüssigem Winterfell befreit und anschließend mit einer leichten Decke eingedeckt.
      Der nächste Tag begann ganz standardmäßig. Es war für mich schon so normal, meine Mutter im Haus zu haben, dass es sich unnatürlich anfühlte, sie demnächst wieder wegzuschicken, damit sie weiter mit meinem Vater leben konnte. Doch für den Moment genoss ich ihre Anwesenheit und ihre Hilfsbereitschaft im Haushalt. Sie hatte sogar Pitch raus gelassen, sodass ich sofort an die Arbeit mit den Pferden gehen konnte. Ich schnappte mir zuerst Ehrengold und Sunday Morning und steckte sie in die Führanlage, die beiden braunen Hengste verstanden sich erstaunlich gut und so konnte man sie halbwegs unbeaufsichtigt ihre Runden drehen lassen. Von der Reithalle aus konnte ich sie beobachten. Ich machte mir Riven in a Dream fertig und wärmte sie zuerst einmal gründlich auf. Als ich damit fertig war betrat Isaac mit Mikado in die Halle. „Keine Stangen aufgebaut? Bist du krank?“ Ich lachte. „Kein Bedarf. Aber nur zu, wenn du Stangenarbeit machen möchtest: Fühl dich frei.“, gab ich zurück und trabte Riven an. Isaac beließ es für seine erste Trainingseinheit des Tages dabei und baute erst nachdem er Mikado weggebracht hatte ein paar Stangenlektionen auf. Ich hatte nun PFS Strolch unter mir und nutzte die Stangen ebenfalls. Da Isaac jetzt den Halbbruder PFS' Straight Alignment ritt kamen wir mit den Abständen in etwa hin, wenngleich Ally ein Stückchen kleiner war. Die Schrittlänge war erstaunlicher Weise recht ähnlich. Nach dem Mittag schnappte ich mir zuerst Golden Sugar und später Reverence und machte ihn für den Geländeparcours fertig, der sich endlich wieder bereiten ließ, nach all den nassen Tagen. Die Hofeigene Strecke hatte ich für mich alleine, da heute nur Isaac als Trainer auf dem Hof war. Er blieb jedoch den Tag über in der Halle. Die Stuten PFS' Savory Blossom und Essence of Life würde das freuen, da sie sonst gleich gewaschen werden müssten, was keine von ihnen sonderlich mochte. In der Führanlage liefen, als ich von meiner Geländesession zurück kam, Rouge Trap, PFS' Storm Cat, Tainted Whiz Gun und CHH' Classic Spring. Damit waren die Vollblüter für heute bewegt. Frei war mein Nachmittag jedoch trotzdem nicht, da ich noch ein paar Besorgungen für die Schmiede machen musste. Erst als ich spät Abends wieder nach Hause kam, hatte ich endlich frei und konnte mit Pitch die Ruhe genießen.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    6 Jan. 2018
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    Stute
    28. Juli | 5 Jahre
    Rasse Englisches Vollblut
    Stockmaß/Endmaß 163cm
    Fellfarbe Smoky Grulla
    Geno Ee aa Dd Crcr

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    Charaktereigenschaften
    Intelligent, Unsozial, Loyal, Nervenstark, Temperamentvoll

    Vorgeschichte
    Classic Spring wurde auf dem CHH Gestüt gezogen und mit ca. einem halben Jahr abgesetzt und an Hunter Crowley (Bear Brook EC) verkauft.

    Beschreibung
    Die im Umgang ruhige Classic Spring zeigt sich nervenstark im Training und ist durch die rassebedingte Intelligenz und das angenehme Temperament ein schneller Lerner. Sie ist sehr menschenbezogen und kann mit Artgenossen nicht viel anfangen. In der Herde gerät sie schnell in Turbulenzen.


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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M

    Springen E A L M S

    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S

    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****
    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100 BE100Plus Novice Intermediate Advanced Intermediate Advanced


    Western E A

    Western Pleasure: LK5 LK4 LK3
    Reining: LK5 LK4
    Trail: LK5 LK4


    Galopprennen E A L

    Ausgleichsrennen|Hindernisrennen: AIV AIII | AU AM
    Flachrennen: 800m 1000m 1250m 1500m 1750m


    Distanz E A L M S

    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***


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    Offiziell
    424. Galopprennen | 433. Galopprennen | 438. Galopprennen | 443. Galopprennen | 449. Galopprennen
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    462. Galopprennen | 465. Galopprennen | 470. Galopprennen | 477. Galopprennen | 478. Galopprennen
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    385. Distanzturnier
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    Inoffiziell

    keine

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    Von Silberstern [1. FS | 2. FS]
    Aus der Classic Gold

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    Körpunkte
    Abstammung 2
    Schleifen 11
    HS 2
    TA 2
    Trainer 2
    Zubehör 1
    Gesamt 20


    Schleife
    SK

    Eingetragene Zucht Bear Brook EC
    Züchter/Herkunft Chattahoochee Hills
    Besitzer sadasha (Hunter Crowley)
    VKR/Ersteller Sosox3

    Nachkommen
    keine

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    Letzter Tierarztbesuch 17. Februar 2019
    Gesamteindruck gut


    Letzte Zahnpflege überfällig
    Letzte Wurmkur 17. Februar 2019
    Letzte Impfung 17. Februar 2019


    Letzter Hufschmiedbesuch 23. Februar 2019
    Ausgeschnitten/Korrigiert 23. Februar 2019


    Beschlag vorne keiner
    Beschlag hinten keiner


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    PNG | Puzzle PNG | Offizieller Hintergrund
    Fohlen PNG | Puzzel PNG