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Wolfszeit

Chessqueen* [6]

ad. Walking On Sunshine v . Numair || Zeit: 09. Februar 2017 - 08. August 2022 || Grund: Verkauf ins Ausland

Chessqueen* [6]
Wolfszeit, 5 Aug. 2022
    • Wolfszeit
      Hibuskus und Thauriassa | 09. Oktober 2018
      Caenheide
      Auf dem Caenheide Gestüt erhielten vor Kurzem gleich zwei neue Pferde Einzug. Die Ponystute Hibiskuskam von einer alten Bekannten und hatte sich schon gut eingelebt. Sie war recht unkompliziert im Umgang, wenngleich sie durchaus verrückte Züge an sich hatte. Sie stand mittlerweile mit Eismärchen, Princess Sansa, Arcany und Pleasing auf einer Weide. Die Ponystuten hatten aktuell Pause und genossen die langen Tage auf der Weide, ehe die Temperaturen wieder so kühl wurden, dass man sie mindestens über Nacht in den warmen, schützenden Stall holen musste. Ebenfalls neu eingezogen war der stattliche BrauneThaurissan. Der Hengst verstand sich nicht ganz so gut mit anderen Pferden, weshalb er noch alleine stand, ehe man ihn mit einem Partner vergesellschaftete. Die Zeit dazu war im Moment einfach nicht da. Das Augenmerk des Ehepaars liegt zur Zeit auf den Pferden Thavila, Paminta, Skittles, Stracciatella,Thornheart und Emrys. Die beiden Ponyhengste PFS' Heart of Ocean und Golden Samurai standen aktuell leider auch viel herum. Um diese leichte Vernachlässigung alsbald zu beenden denken die Zieglers über weiteres Personal nach. Besonders freut es das Team, dass Focus, der erst frisch eingeritten wurde schon auf einem Wettbewerb punkten konnte. Phoebe ist ebenfalls als Newcomer heiß im Rennen und soll demnächst eingeritten werden, damit ihre Karriere starten kann. Leveneza wird im Moment ebenfalls schonend angeritten, ihre Ausbildung wird jedoch mit noch mehr Geduld angegangen, da sie bereits durch ihre Erfolge aus Fohlentagen genug Leistung erbracht hat. Devotion und General haben endlich das Licht der Welt erblickt und ihre Mütter Corde de la cerise und Morgane erholen sich gemeinsam mit ihren Anhängseln auf den Weiden. Damit ist die Fohlensaison 2018 auf dem Gestüt beendet. Pensive Cuddlepot,Louvré und Extra Sugar stehen als Youngstergruppe noch separat von den jungen Mutterstuten. Die beiden Morganhorse Stuten Estrada Dourada und Senda Oscura wurden regelmäßig für ausgiebige Erholungsausritte genutzt und bekam dadurch ausreichend Beschäftigung. Übrig bleiben nur noch die prämierten und gekörten Warmblüter. Vakany, May Bee, Yuno, S'Cada, Fix the Flame, Busted Cherry Cake und Chessqueen wurden in kleinen Gruppen in der Führanlage bewegt und durften dann ihren Alltag auf den Weiden genießen. Die Hengste Ghost Merchant, Deo Volente, Red Diamond, Cadeau, St Pauli,Ostid OC und Sacred Assault wurden einzeln in der Halle trainiert. Im Großen und Ganzen läuft es also ganz rund. Lediglich die Zeit ist knapp und es bedarf einer künftig besseren Organisation um diese Masse an Pferden angemessen zu beschäftigen. Vor allem den Fohlen muss sich wieder mehr gewidmet werden, damit sich ihre Erziehung und Entwicklung nicht zu stark verschlechtert.
      © Sadasha | 2782 Zeichen
    • Wolfszeit
      Pflegebericht | 16. März 2019
      Ich hörte gerade wie Alec und Hazel vorfuhren. Im gepäck hatten sie zwei neue Pferd. Beide kamen von Rin einer guten Freunde. Aus Zeitmangel hatte sie viele Pferde abgegeben. Ich hatte angeboten zwei dieser Pferde aufzunehmen. Das eine ist ein Conemerana Mix namens Rumkugel und der andere eine wunderschöne Hannoveraner Stute names Chessqueen. Rumkugel wollte Hazel für ihr Mounted Games Team. Obwohl er noch sehr jung ist macht er sich schon sehr gut unterm Sattel und ist ruhig und ausgeglichen. Chesssqueen ist für die Zucht vorgesehn, da sie hoffentlich ihre wunderschöne Schekung veerben wird.
      Nun hatten Alec und Hazel ihre neuen Schützlinge abgeholt. Vor einer Woche sind sie von den Rin nach Frankfurt am Main gefahren wurden. Von dort wurde sie per Flugzeug nach Chicago geflogen, da das der nächste Flughafen ist der Pferde empfängt. Dort blieb sie zwei Tage damit sie sich ausruhen konnte. Von dort ging es 10 Std fahrt, natürlich mit Pausen zwischendrin nach Fargo, wo zwei Nächte verbracht wurde. Von Dort aus ging es weiter nach Saskatoon, wo eine weitere Nacht verbracht wurde. Von dort aus ging es 6 Stunden nach Evansburg. Dort stand sie jetzt noch eine weitere Nacht. Dort hatten meine beiden Bereiter sie abgeholt. Nun öffneten die beiden die Klappe des Hängers. Zuerst luden sie Chessqueen aus.Ich nahm ihnen die wunderschöne Stute ab und ließ sie in der Longierhalle kurz laufen, bevor ich sie auf den Paddock stellte. Auf dem Nachbarpaddock stand Nurja, die erst seit 2 Wochen auf dem hof stand und erst ab morgen mit auf die Koppel darf. Die Stuten beschnupperten sich kurz bevor Chess ihren Paddock erkundete. Runkugel war inzwischen auch ausgeladen worden un durfte den Auslauf erkunden bevor er heute Abend dann in die Eingewöhnubgsbox kam.
      © Wolfszeit | Luchy Blackburn | 1.767 Zeichen
    • Wolfszeit
      Zauberhafter Besuch | 18. April 2019
      Alec|Ich wachte heute sehr früh auf. Es war noch dunkel draußen, nur die ersten hellen Streifen tauchten hinter den Bergen auf. Der Radiowecker auf dem Nachttisch zeigte 5:00 Uhr. Ich war aufgeregt, da heut ein besonderes Ereignis anstand. Magnus, mein Lebensgefährte, würde mich besuchen kommen. Er hatte erst in Kanada gelebt, wo wir uns noch regelmäßig gesehen hatten da ich ihn an den Wochenenden besucht, doch durch seine Arbeit bedingt musste er nun für ein halbes Jahr nach Europa gehen. Da ich die Ranch nicht aufgeben wollte, hatten wir beschlossen, dass wir es wohl auch ein halbes Jahr lang so aushalten würden. Sein Umzug war nun schon einen Monat her. Leise schlüpfte ich in eine Reithose und einen bequemen Pulli. Dann schlich ich zur Tür, wo meine Stiefel standen, zog diese über und verließ das Haus. Ich lief hinüber zum Hauptstall. Als ich diesen betrat, schnaubten ein paar Pferde, aber die meisten schliefen friedlich in ihren Boxen. Ich ließ das Licht aus, um die Pferde nicht zu stören, ließ ich das Licht aus. Das geringe Licht der Dämmerung reichte aus, damit ich meinen Weg fand. Ich ging zu Elvish Beauty. Die Stute lag in ihrer Box und hob nur kurz den Kopf, als ich die Box betrat. Ich setzte mich zu der Stute ins Stroh. Ich begann die Stute zu kraulen und erzählte ihr von Magnuns. „Er ist etwas kleiner als ich“, die Stute brummte zufrieden, als ich begann ihre Lieblingsstelle zu kraulen, „er ist gut gebaut und sportlich. Du musst wissen Beauty, er legt sehr viel Wert auf sein Äußeres, so wie du. Man könnte schon fast sagen er wäre eitel“, die Beschreibung schien der Stute zu gefallen, den sie schnaubte zustimmend, als hätte sie mich genau verstanden. „Sein Modestil ist etwas… sagen wir mal außergewöhnlich, aber das ist eine Eigenschaft, die ihn so auszeichnet. Allerdings kann man nicht sagen er hätte keinen Geschmack. Zu seinen Accessoires zählen zum Beispiel immer eine Menge Ringe, Ketten und Ohrmanschetten. Sein Haar schwarzes Haar trägt er stets perfekt nach oben gegelt und häufig betont er es mit einer bunten Strähne. Ich liebe es einfach durch seine Weichen Haare zu fahren, auch wenn er sich dann immer darüber aufregt, dass ich seine Frisur zerstört hab. Er trägt eigentlich immer schwarz lackierte Fingernägel und seine wunderschönen dunkelbraunen Augen betont er häufig mit einem schwarzen Lidstrich, der auch manchmal mit Glitzer noch mehr betont wird. Wie du bestimmst, schon gemerkt hast, ist er definitiv anders und außergewöhnlich dennoch schafft er es niemals dabei albern auszusehen. Weil er nun mal so ein gutes Auge für schöne Komposition hat, ist er wohl Designer geworden. Ihr würdet gut zusammenpassen meine hübsche“. Die Stute schnaubte zustimmen. Ich begann von ihm zu Schwärmen, wie ein frisch verliebtes Schulmädchen „Magnus ist sehr weise und intelligent und du musst wissen, ab und an ist er auch sehr sarkastisch. Er sorgt sich stets um seine Mitmenschen. Magnus beschützt die, die ihm nahestehen so gut es geht, da er sich für sie verantwortlich fühlt. Außer, dass er sehr intelligent und eitel ist, teilt er eine weitere Eigenschaft mit dir. Er ist sehr schnell eifersüchtig. Da wollen wir mal hoffen, dass er nicht zu eifersüchtig auf dich wird“. Ich hatte mich inzwischen an die Stute gelehnt und genoss die Wärme, die ihr flauschiges Fell ausstrahlte und döste noch ein wenig vor mich hin. Ich wachte auf, als mein Handywecker klingelte. Es war nun Zeit aufzustehen und zu Frühstücken. Die Stute wieherte leise, als ich die Box verließ. Vor der Box sah ich, wie viele weiße Haare nun auf meinem Pulli hingen und beschloss diese erst einmal zu entfernen, bevor ich zurück ins Haus ging. Im Haus angekommen begann ich erst einmal zu Frühstücken und es dauerte nicht lange bis Jace, der immer sehr früh aufstand, auftauchte und sich dazu gesellte. „Guten Morgen, du bist ja heute ein wahrer Sonnenschein Alec“, bekam ich als Begrüßung. „Dir auch einen wunderschönen guten Morgen Jace“ gemeinsam frühstückten wir und auch die anderen tauschen nach und nach auf. Nach dem Frühstück ging es an die Arbeit. Heute war zuerst Don Carlo dran. Ich holte den Hengst aus seiner Box und begann ihn zu putzen. Auch hierbei freute ich mich immer noch auf Magnus Ankunft. Ich träumte so vor mich hin weshalb das Putzen von Carlo heute besonders lange dauerte, obwohl er kaum dreckig war. Als ich es geschafft hatte den Hengst fertig zu satteln, ging ich mit ihm in die kleine Reithalle und begann unser Springtraining. Der Hengst war heute ein wenig unkonzentriert, weshalb er zwei Stangen schmiss, aber im Großen und Ganzen arbeitet er heute sehr gut mit. Ich ritt mit Carlo noch ein paar Runden um den Hof, bevor ich ihn absattelte und auf die Koppel brachte. Herkules wartete schon ungeduldig am Tor und ich holte den Hengst rein, um ihn zu putzen. Es war inzwischen 9 Uhr und überall auf dem Hof waren alle fleißig am Trainieren. Ich holte Herkules Knotenhalfter und ging mit ihm in die Longierhalle um mit ihm etwas Freiarbeit zu machen. Ich hatte erst vor ein paar Tagen mit dem Hengst angefangen das zu üben, weshalb es noch nicht gut funktionierte doch der Hengst lernt schnell. Nach einer halben Stunde ließ ich den Hengst auf die Koppel, da er sehr gut mitgearbeitet hatte. Nun brachte ich Maskotka und Elvish Beauty auf die Koppel. Die beiden Stuten würden heute Nachmittag beim Reitunterricht laufen, weshalb sie ihren Vormittag auf der Koppel genießen durften. Als letztes war nur noch Chessqueen heute dran. Die Stute hatte ich erst seit knapp einem Monat im Training, da sie gerade erst auf die Ranch gezogen war. Sie ist eine echte Schönheit. Ihr wunderschönes gepunktetes Fell glänze in der Sonne. Ich putzte die Stute also und beschloss mit ihr auf den Platz zu gehen, da wunderschönes Wetter draußen war. Dort ritt auch Lina gerade mit Walking On Sunshine. Ich begann Queeny aufzuwärmen, um danach mit dem Training zu beginnen. Nach einer Weile fragte Lina, ob wir nicht ein kleines Par de deux Reiten wollten. Ich stimmte zu und wir übten ein paar Bahnfiguren synchron zu reiten.
      Magnus| Nach einem langen Flug und einer recht langen Fahrt, kam mein Taxi endlich an. Schon von weitem sah man das geöffnete Hoftor mit einem Gebäude dahinter. Das Taxi hielt vor dem Gebäude. Ich bezahlte das Taxi und sah schon das ein junger Mann auf mich zu kam. „Hallo, ich bin Jace. Du musst Magnus sein. Alec hat schon viel erzählt“ begrüßte er mich. „Das ist richtig, ich bin Magnus Bane“. Jace schien Alec doch recht gut zu kennen. Und er sah definitiv nicht schlecht aus. Er war zwar etwas kleiner als Alec, aber trotzdem gut gebaut. Er war blond und definitiv ein wenig modebewusster als Alec. Doch eins fiel mir besonders an ihm auf. Seine Augen. Sein linkes Auge war blau und das rechte war zur Hälfte Braun und zur Hälfte Braun. Natürlich hatte Alec mir schon viel erzählt und auch von Jace hatte er erzählt, aber er hatte nie gesagt, wie gut er aussieht. Auch wenn Jace nicht meinem Geschmack entspricht, wurde ich ein wenig Eifersüchtig. „Alec ist noch am Trainieren, ich zeig dir schonmal, wo du deine Sachen abstellen kannst“. Ich folgte dem jungen Mann über den Hof. Wir gingen durch den Durchgang in dem hübschen Fachwerkgebäude und bogen dann nach links ab. Dort stand etwas wie eine Scheune. Wir gingen dort hinein, wo zu meinem erstaunen ein Wohnhaus drin war. „Du kannst deine Sachen erst einmal irgendwo hinstellen. Ich denke Alec wir dir das Haus und dein Zimmer zeigen“. Ich stellte meine Sachen also ab und folgte Jace wieder aus dem Haus. Wir gingen links am Haus vorbei und an zwei Ausläufen. In dem ersten standen kleine Pferde und im zweiten standen Pferde, die noch kleiner waren. Dann ging es auf einen weiteren Auslauf zu, auf dem großen und kleinen Pferde standen. Dann ging es auf einen Platz zu, wo zwei Pferde geritten wurden. Wir stellten uns an den Zaun und ich begann die Situation zu überblicken. Alec gut aussehend wie immer, ritt auf einem großen schwarzen Pferd. Es hatte große weiße Flecken auf denen Schwarze Punkte waren. Es bewegte sich sehr grazil. Ich bestaunte vor allem die hübschen Sachen die es trug. Unter dem Sattel trug es eine hübsche Korallfarbene Decke. Diese war von weiß und Navy eingerahmt. Im hinteren Drittel der Decke, befanden sich drei Steifen, Navy, Weiß und Korall. An den vorderen Beinen trug es farblich passend korallfarbene Stoffteile, die von einem flauschigen Fell eingerahmt wurden. Neben Alec ritt eine junge Dame. Ihr Pferd war noch größer als das von Alec. Das Fell des Pferdes glänzte golden in der Sonne und seine Weißen Haare schimmert wie Seide. Das Pferd hatte eine hübsche Flechtfrisur und trug eine hübsche Rosa Decke mit einem Weißen Krönchen darauf. Eingefasst wurde diese von Weiß und Blau. Beide Pferde liefen, als wären sie nur ein einziges. Es wirkte sehr harmonisch.
      Alec| Ich war so konzentriert, dass ich gar nicht merkte, das mein Besuch längst eingetroffen war, am Zaun stand und zuschaute. Als wir beschlossen, dass wir genug trainiert hatten wollte ich Chess noch ein paar Runden Schritt reiten: doch schon als ich gerade beginnen wollte viel mir Magnus endlich auf. Ich ließ Chess vor ihm anhalten, um ihn zu Begrüßen. „Wow … Alec, du scheinst ja doch Geschmack zu haben“, spottete er ein wenig und ich musste Grinsen, das war Magnus, wie ich ihn liebte. Doch hatte ich keineswegs das Korallfarbene Outfit der Stute ausgewählt. „Dir auch einen guten Tag Magnus, doch da muss ich dich leider enttäuschen, das Outfit habe nicht ich ausgewählt. Ich muss noch die Stute fertig abreiten in 5 min bin ich fertig. Aber wie ich sehe, hast du ja gute Gesellschaft“ sagte ich schmunzelnd. Ich ritt noch ein paar Runden Schritt, bevor ich abstieg und den Platz verließ. Bei Mangnus blieb ich stehen, um ihn anständig zu Begrüßen. Immerhin hatten wir und schon fast einen Monat nicht mehr gesehen. Ich küsste ihn zur Begrüßung und es war so schön ihn nach solch langer Zeit wieder zu spüren und bei mir zu haben. Während wir zum Stall gingen tauschen wir uns über die Ereignisse des letzten Monates aus. Ich sattelte Chess ab und brachte sie mit Magnus zusammen auf die Koppel. Danach begann ich ihn den Hof zu zeigen.
      © Wolfszeit | Alexander Lightwoood & Magnus Bane | 10.166 Zeichen
    • Wolfszeit
      Pflegebericht | 16. März 2020
      Ich stand am Fenster, welches mit wunderschön glitzernden Eiskristallen überzogen war. Es war noch dunkel draußen. Hier oben in den Bergen lag immer noch ein wenig Schnee und über Nacht wurde es frostig kalt. Ich konnte es immernoch nicht glauben, dass ich gestern auf meiner ersten Körung war und dann mein Herkules auch noch Erfolg hatte. Eigentlich wollte ich nicht hinaus in die Kälte, doch die Pferde warteten auf ihr Frühstück. Also packte ich mich warm ein und ging hinaus. An den Fußspuren im Schnee erkannte ich, dass Jesse schon unterwegs war. Ich ging zum Scheune hinüber und holte dort meine Schubkarre und belud sie mit einer Ladung Heu um sie zum Hallenauslauf hinüber zu fahren. Die meisten Pferde schliefen noch gemütlich im Stroh und nur Fraena von Hulshóf und Darragh standen am Tor und klauten sich das erste Heu noch bevor es in der Futterkrippe war. “Ihr zwei seid doch eigentlich schon rund genug”, sagte ich zu den beiden und streichelte dem Mini Muli über den Hals. Fraena steckte ihren Kopf so tief in das Heu das nur noch ihre Ohren herausschauen. Als das Heu in der Krippe war gesellte sich auch die kleine New Forest Stute Minnie Maus dazu und durchsuchte meine Taschen nach einem Leckerlie. “Heute hab ich nichts für dich Mäuschen”, sagte ich schmunzelnd zu der Stute und kraulte sie hinter den Ohren. “So, jetzt muss ich aber weiter die anderen haben auch noch hunger”, sagte ich zu den Ponys und ging zurück zur Scheune um eine neue Ladung Heu zu holen. Diesmal ginge es mit der beladenen Schubkarre zum Unterhausauslauf. Dort standen alle drei Stuten neugierig. Antigone, die noch nicht lange bei und war, stand mittendrin. Die Fellponystute hatte sich scheinbar sehr gut integriert. “Curly, du stehst im Weg”, sagte ich zu der Haflingerstute die gerade einen langen Hals machte um sich Heu aus der Schubkarre zu klauen. Curly Lure machte allerdings keine Anstalten sich vom Fleck zu bewegen. Erst als ich das Tor öffnete ließ sich die Stute samt Tor zur Seite schieben. Verfolgt von Doo Wop, Curly und Antigone fuhr ich meine Schubkarre zu Futterraufe um mein Heu dort abzuladen. Geduldig warteten die drei Ponydamen bis ich das Heu abgeladen hatte. Während die bunter Criollo Stute und die Palominostute ihr Heu fraßen, folgte mir Curly zurück zum Tor um nachzukontrollieren ob ich nicht vielleicht noch etwas besseres dabei hatte. “Ne Goldi, dein Müsli gibts nach der Arbeit”, sagte ich und strubbelte ihr durch den Schopf bevor ich zurück zu Scheune ging. Dort traf ich auf Matt. “Morgen Matt”, begrüßte ich den großen dunkelhaarigen Mann. “Morgen Quinni. Wollen wir die Offenställe gerade zusammen ausmisten? dann geht es schneller”.”Na klar”, erwiderte ich und sprang mit auf den Weidemann, wo Matt schon den Mistcontainer aufgeladen hatte. So ging die Fahrt als erstes zum Hallenauslauf. Bis auf Ursel - die Bäringöttin und Nurja standen alle schon am Heu. “Schau nur der Heuhaufen hat drei paar Ohren”, sagte Matt schmunzelnd. Hinter dem Heu schauten ein paar graue, ein paar blonde und ein paar rote Ohren hervor. “Scheint als wollten Voilá, Fraena und Cremella verstecken spielen”. Der letzte kleine Kandidat stand zufrieden Zwischen Baroness Of The Guard und Miss Monty und wedelte zufrieden mit seinem Eselschweif.”Warte ich mach das Tor auf”, sagte ich und hüpfte aus dem Traktor. Matt fuhr hinein und ich verschloss das Tor wieder hinter ihm. Am Unterstand angekommen erwartete mich ein sehr niedliches Bild. Nurja lag noch im Stroh und blickte mir entgegen. Ursel - die Bärengöttin stand ein wenig weiter vorne und bewachte sie. “Na Bärin, passt du brav auf?”, sagte ich und streichelte sie am Hals. Mit ihrem großen weichen Nüster beschnupperte sie mein Gesicht. “Ja, eine brave bist du” flüsterte ich und kraulte sie an ihrer Lieblingsstelle. “Du sollst nicht die Pferde kuscheln, du sollst misten”, neckte Matt mich der aufeinmal hinter mir stand. “Aber schau doch wie süß die beiden sind”, erwiderte ich während ich zu Nurja rüberging. “Gut geschlafen meine süße?”, sagte ich und zupfte der Stute einen Strohhalm aus dem Schopf. “Na gut meine hübsche ich fürchte du musst jetzt aufstehen, damit wir hier misten können”. Ich stand auf und scheuchte die Stute hoch. Die beiden braunen Stuten verkrümelten sich zum Heu und so konnten Matt und ich in Ruhe misten. Nachdem der Unterstand und der Paddock gemistet war ging es weiter zu den restlichen Ausläufen. Um halb sieben waren alle Pferde gefüttert und die Ausläufe sauber. Als nächstes galt es nun die Pferde auf die Koppel zu bringen. ich machte mich also auf den weg zum Hallenauslauf. Auf dem Weg kam mir Lina entgegen. “Morgen Lina”, begrüßte ich sie. “Morgen, bringst du gerade die Pferde raus?”. “Ja ich wollte gerade damit anfangen”, erwiderte ich. “Voilá brauchst du nicht rausbringen, die hol ich mir gleich. Ich muss noch noch schnell nach Peppermint schauen. Lancasters Peppermint hatte sein Futter gestern nicht komplett fressen wollen,weshalb Lina zuerst nach ihm sehen wollte. “Na klar ich lass die Maus stehen”, antwortete ich und ging weiter richtung Auslauf. Als erstes waren Ursel und Cremella dran. Die beiden Ponys waren ein Herz und eine Seele. Als die beiden auf der Koppel waren folgten auch die restlichen Ponys, Pferde und Esel aus den Ausläufen und Ställen. Als alle Pferde auf der Weide waren verweilte ich ein wenig am Koppelzaun und beobachte die Fohlen auf der Weide. WHC’ Candela und WHC’ Solist liefen ein wenig um die Wette, wobei man der kleinen Scheckstute ihre Vollblutabstammung anmerkte, da sie gut eine Länge vor dem hellbraunen Hengst lief. Trotz ihrer Geschwindigkeit war auch die Verwandtschaft zu Colour Splash nicht zu leugnen. Die großflächige Scheckung und das Fuchsfarbene Fell waren eindeutig. Bei Solist war das schon nicht mehr ganz so einfach. Er hatte zwar die hellbraune Farbe seiner Mutter Vakany geerbt, doch die Scheckung, war bei ihm nur sehr schwach ausgeprägt. Die langen Beine gaben auch einen Hinweis auf seine Springabstammung. Dennoch hatte er auch definitiv die Raumgreifenden, schwungvollen Gangarten seines Vaters geerbt. Wir alle waren gespannt wie der kleine Hengst sich entwickeln würde, da es ihm doch ein wenig an Geschick fehlt. Das dritte Fohlen im Bund war WHC’ Mitena. Währen ihre Mutte Maskotka mit den anderen beiden Stuten graste, probierte sie eine Portion Gras. Die kleine Stute war auch das älteste der drei Fohlen, sie war nun schon fast ein Jahr 11 Monate alt. Jetzt wo bald die nächsten Fohlen kommen würden wollen wir die drei auch bald Absetzen. Candy und Mitena würde zusammen ein kleine Herde mit Antigone, Doo Wop und Curly Lure bilden. Curly ist trotz ihrer 6 Jahre doch noch recht verspielt, weshalb sie eine gute Partnerin für die beiden Fohlen bietet. Doo Wop ist der Ruhepol der Gruppe, mit ihrer ausgeglichenen ruhigen Art. Antigone hatte ziemlich schnell die führung in der kleinen Gruppe übernommen. Sie ist zwar freundlich, lässt sich allerdings nicht gerne herumschubsen. Alles in allem denken wir das die drei Stuten genau richtig sind um zwei junge Pferde zu erziehen. Bei Solist wird das ganz ein wenig schwerer werden. Da er ein Hengst ist kann er nicht bei den Stuten stehen und leider haben wir keinen Spielkameraden für ihn. Entweder wir geben ihn zur Aufzucht auf einen anderen Hof oder wir bringen ihn zu Alec auf den Hof. Alec hatte einen anderthalbjährigen Tinkerhengst dort stehen. Balisto wäre ein gute Spielgefährte für unseren Solist und bei Alec wüssten wir auch das er gut aufgehoben ist. Ich schaute den Fohlen noch ein paar Minuten zu bevor ich mich wieder an die Arbeit machte. Antigone, die jetzt knapp eine Woche bei uns war, wartete schon auf dem Auflauf auf mich. Ich wollte sie heute das erste mal reiten. Die Palominostute wieherte mir leise entgegen. Ich ging in die Sattekammer um dort ihre Putzbox und ihr neues Halfter. Vor zwei Tagen waren nämlich die neuen Kollektionen in Luchys Shop eingetroffen und da Antigone noch kein Halfter etc. hatte durfte ich etwas für sie aussuchen. Dabei rausgekommen war ein hübsches Set mit Lila-Weiß-Goldenen Marbel Muster. Ich holte das Halfter der Stute und streife es ihr über. “Hübsch siehst du aus” sagte ich zu der Stute und führte sie zum Putzplatz. Nachdem ich die Stute angebunden gatte holte ihre ihre Abschwitzdecke um diese mit der Winterdecke zu tauschen. Bei einem Fellpony würde man zwar Plüschfell erwarten, doch einerseit kam Antigone aus Deutschland, wo der Winter deutlich milder war als bei uns und andererseits hatte der Händler sie geschoren. Da wir immer noch minusgrade hier oben haben muss sie dieses Jahr eine Decke tragen. Eigentlich versuchen wir die Pferde wenn möglich nicht einzudecken um ihre Körpereigene Thermoregulation nicht einzuschränken. Als die Decken getauscht waren putzte ich die Stute gründlich, bevor ich sie Sattelte und wir uns gemeinsam auf den Weg zur Reithalle machten. In der Reithalle war Jace gerade dabei, Sheena eine Reitstunde auf Ursel zu geben. Dafür dass Sheena erst seit 8 Monaten ritt, machte sie das schon super. Normalerweise würde Sheena Walking On Sunshine oder Black Lady reiten. Die beiden Stuten waren allerdings tragen, weshalb die beiden nicht einsatzfähig waren. Elvish Beauty sollte in der Reitstunde laufen, genauso wie El Pancho. Damit Sheena trotzdem ein Pferd zum reiten hatte, hatte Jamie ihr Ursel geliehen. Die Highlandstute war sehr brav nur ein wenig weniger schwungvoll als sonst. Ich begab mich mit Antigone zusammen in die Mitte der Halle, wo ich nachgurte und dann Aufstieg. Nachdem ich 15 min Schritt geritten war gurtete ich erneut nach und legte sie Abschwitzdecke auf die Bande. Jace hatte die Reitstunde inzwischen beendet und Sheena wollte die Bäringöttin drauße noch ein wenig trockenreiten. Bis jetzt war Antigone sehr brav gewesen. Nun wollte ich antraben und musste zugleich festellen, dass die Stute ein wenig treibig war. Schnell musste ich auch feststellen, dass ihr wohl schon länger kein anständiges training mehr zugekommen ist, denn ihre Ausdauer war doch recht kurz. Nach einer viertelstunde mit Trab und einem kurzen Galopp beendete ich das Training. Ich musste leider feststellen da neben ihrer Ausdauer auch ein paar andere Dinge zu wünschen übrig ließen. Auf der linken Hand ließ sie sich nur schwer abwenden und im Rücken war sie recht fest. Ich würde mit Luchy zusammen einen Trainingsplan ausarbeiten. Der schwerpunkt wird jetzt erst einmal auf dem Muskelaufbau liegen. Außerdem sollte sich ein Ostheopart sich einmal den Rückn anschauen um festzusellen ob sie Blockaden hatte. Ich ritt Antigone trocken bevor ich sie noch unters Solarium stellte. Nach dem Wärmebad durfte sie dann auch eingedeckt auf die Koppel.
      Luchy| Ich wollte heute zu erst nach den Tragenden Stuten sehen. Vakany und Minnie Maus ware hochtragen und es würde vermutlich nicht mehr lange dauern bis sie abfohlten. Sunny Empire und Black Lady waren vermutlich mitte des Monats dran. Chessqueen, Baroness Of The Guard, Antigone und Walking On Sunshine ließen sich noch nichts anmerken wann sie soweit waren, aber allzu lang konnte es bei ihnen nicht mehr dauern. Ich ging zu der Koppel wo die Stuten standen ,so wie die Fohlen vom letzten Jahr und Mas’uda. Den Stuten schien es gut zu gehen. Vakany hatte schon ein wenig Milch im Euter, was darauf hindeutet das das Fohlen innerhalb der nächsten zwei Wochen zur Welt kommen würde. Nachdem ich die Stuten und natürlich auch die Fohlen begutachtet, beschmust und mit einem Leckerlie versorgt hatte machte ich mich auf den Weg zu meiner Stute Keks. Keks kam mir schon entgegen galoppiert als sie mich kommen sah. “Na meine hübsche”, begrüßte ich die braune Stute. Sie grummelte mich freundlich an und ich stecke ihr ein Leckerlie zu bevor ich den Strick einklingte. Die braune Stute hatte immer noch ein dickes Fell, der Frühling ließ wohl noch auf sich warten. Nachts gingen die Temperaturen immernoch bis zu -18 Grad runter und auch Tagüber war es nur knapp über Nullgrad. Ich führte die Stute in den Stall, wo sie während ich sie putzte, schonmal unter dem Solarium ein wenig aufwärmen durfte. Sauber und mit Reitpad und Halsring ausgestattet machen wir uns auf den Weg in die Reithalle. Ich ritt sie erst warm und arbeitete sie dann ein wenig in Trab und Galopp bevor ich noch ein bisschen an den Seitengängen arbeitete. Als ich die Halle verließ betrat Jayden mit Crystal Sky die Halle. Auf dem Putzplatz traf ich Samu Promise Of Sundance. Ich brachte Keks zurück zur Koppel. Auf der Koppel nebenan spielten ein paar der Hengste miteinander. Amigo versuchte an PFS’ Caruso Kopf ranzukommen. Der Shetty Hengst hatte allerding recht wenig erfolg. Nabuko, Rumkugel und Abe’s Aelfric rannten ein wenig um die Wette. PFS’ Artic Tiger, der Miniature Horse Hengst grase friedlich unter El Pancho. Der Kleine Hengst hatte sich so einen mobilen Regenschutz gesucht. El Pancho schien das Pony unter seinem Bauch nicht zu stören, denn er döse ein wenig. Nun holte ich mir LMR Royal Champion. Der junge Hengst war nun seit ca. zwei Monaten angeritten und bei jetzt machte er sich super toll. Ich putzte den Schecken gründlich bevor es gesattelt Richtung Platz ging. Ich den jungen Hengst heute das erste mal draußen reiten. Gleich beim Warmreiten fiel mir auf das der junge Hengst sehr unkonzentriert war. Er schaute sich ständig um, blieb stehen und stolperte deshalb ein paar mal über seine Füße. Da ich den Hengst nicht überfordern wollte beließ ich es heute dabei, die Grundgangarten ab zu fragen. Für das erste Mal hatte der junge Hengst das sehr gut gemacht. Als Belohnung und da er momentan ein wenig dünn war gabs ein Portion Mash für Champ. Zufrieden verputzte er es, bevor er wieder auf die Koppel durfte.
      Quinn| Inzwischen war es Nachmittag geworden und somit an der Zeit die Schulpferde reinzuholen und auf die Paddocks zu stellen, damit die Reitschüler es einfacher hatten dies einzufangen. Als ich zu den Koppel kam stand Little Buddy am Tor wie bestellt und nicht Abgeholt. “Willst du schon wieder nach hause?”, sagte ich schmunzelnd zu dem Vollblut Hengst und kraulte ihn kurz, bevor ich weiter ging. Als erstes wollte ich die beiden Stuten Nathalie und Finest Selection holen. An der Koppel rief ich Nathi und die Scheckstute kam brav angetrabt. Die Fuchsstute stand glücklicherweise eh schon am Zaun, da sie genau wusste wann es zu Reitstunde rein ging. Mit beiden Stuten an der Hand ging es zum Stall, wo die beiden Stuten noch ein wenig die Sonne auf dem Paddock genießen durften bevor die Kinder kamen. Als nächstes wollte ich British Gold und Miss Leika holen. Gold spielte ein wenig fangen aber Leika ließ sich gleich brav halftern. Auch Elf Dancer, LMR Fashion Girl, LMR Ice Rain, Legolas und Capatin Morgen kamen nacheinander rein. Matt hatte heut viel zu tun, so dass er mich gebeten hatte ihm PFS’ Arctic Tiger abzunehmen. Ich holte mir den kleinen Hengst und wollte mit ihm auf dem Platz gehen. Auf dem Dressurplatz war allerdings gerade Jamie mit Lady Moon. Da ich Freiarbeit mit dem kleinen Silbernen Hengst machen wollte, musste ich wohl woanders hingehen. In die kleine Halle konnte ich auch nicht weil Colin dort ein Pferdespielplatz für Carry On My Wayward Son, Blue Heart und die Jungpferde aufgebaut hatte. In der kleinen Halle war Jesse mit Miss Griselda Braun. Zum Glück war die Longierhalle frei. Erst ließ ich den Hengst ein wenig laufen, damit er sich auspowern konnte, bevor ich ein paar Lektionen mit ihm übte. So hatten wir immerhin 20 min bis Samu mit Saturn in die Halle wollte. Der Braune Hengst war heute leider ein wenig eingeschränkt durch seine Ataxie, sodass er nicht immer Reitbar war. Da Tiger allerdings sehr brav mitgemacht hatte räumten wir also das Feld. Ich beschloss mit dem kleinen Mann noch eine runde um den Hof zu spazieren. So begegneten wir Jayden und Lina die gerade mit Lady Swan und Acerado von einem Ausritt wiederkamen. Auf der Koppel wurde er schon von seinen Freunden erwartet. Ich hatte ein wenig Zeit bevor ich wieder los musste. So beschloss ich Hazel noch ein wenig zu zu sehen. So langsam hatte sie es raus wie man mit dem kleinen wilden pony umgehen musste. Dennoch ließ es sich Miss Monty nicht nehmen ein zwei bocksprüngen ein zu bauen. Am Abend ging es dann daran alle Pferde wieder reinzuholen. Ich begann bei Jora. Danach folgten All Hope Is Gone, Vikar, Injaki, Look at my hair und Don Carlo. Als aller letztes kam heut What’s Happend In The Dark rein. Der Araberhengst bekam dafür als erstes sein Abendessen. Nachdem schließlich alle Pferde versorgt waren, lümmelte ich mich nach einer warmen Dusche mit einem Buch auf mein Bett.
      © Wolfszeit | Quinn Drake | 16.600 Zeichen
    • Wolfszeit
      Besuch von Dr. Becks und wie das Schicksalspielt | 09. & 12. Mai 2020
      09.05
      Lina| Inzwischen waren wir seit fast ½ Wochen Zuhause. Divine machte sich sehr gut. Er hatte schon gut zugelegt und auch die Musklen kamen so langsam. Wenn er weiter so gut Aufbaut wollte ich in 1 Wochen man schauen was er vom Sattel hielt. An vernünftiges Reiten war natürlich lange noch nicht zu denken, aber ich war neugierig was mein Hengst denn noch so alles konnte. Laute dem was ich gefunden hatte war er wohl auch eingefahren, aber ich wollte mich damit erst befassen, wenn Divine ein wenig mehr Muskeln hatte. Heute stand ein Kontrollbesuch von Bennie Becks an.Dr. Becks war der Tierarzt des Tierschutzvereins. Doch das würde noch ein wenig dauern: Als erstes hieß es Frühstück für den weißen Hengst. Also ging es in die Futterkammer Mash machen. Carry on My Wayward Son, der direkt gegenüber von HMJ Divine wohnte, versucht sein Schnauze in die Schüssel zu stecken, als ich an ihm vorbei wollte. “Nein, das ist nicht für dich, großer du bist schon rund genug, sagte ich zu dem Painthengst,der aktuell noch ordentlich Winterspeck hatte. Das Mash landete in Divines trog und zufrieden fing er an, sein Frühstück zu schlüpfen. Da ich heute für die Fohlenrunde verantwortlich war, wollte ich die Zeit nutzen und die Fohlen kontrollieren. Ich stecke noch ein Paar Möhren ein und machte mich auf den Weg zur Fohlenkoppel.

      Als erstes kam mir die kleine WHC’ Candela zusammen mit WHC’ Mitena entgegen. Candy und Mitena waren schon recht groß geworden. So langsam ließ sich bei den beiden Erkennen wie hübsch die beiden werden. Candela würde bald ausziehen. Und zwar nach Schweden auf das Lindö Dalen Stuteri. Mitena würde bei uns bleiben. Die beiden Fohlen aus dem letzten Jahr schnupperten interessier an den Möhren bevor sie eine nahmen. ich strich Mitena über das hübsche Fell, was in der Morgensonne golden glänzte. Von den beiden jungen Stuten verfolgt ging ich zum Waldrand, wo der Bach entlang floss. Dort standen die beiden Fellponystuten Antigone und Baroness Of The Guard und tranken Seite an Seite. “Na ihr zwei süßen”, sprach ich sie an bevor ich näher ging. Die Stuten hoben den Kopf und blickten mich aus ihren großen dunklen Augen an. Antigone war inzwischen doppelt so breit wie vorher und besonders lange konnte es nicht mehr dauern bis ihr Fohlen kommt. ich kontrollierte ihr Euter, doch das war noch normal groß. Baroness war frühesten nächsten Monat dran, sicherheitshalber kontrollierte ich auch sie, aber es war alles wie es sein sollte. schon aus der Entfernung sah ich wie sich WHC’ Mimithe an WHC’ Oshawa ran schlich, um kurz darauf in ihn reinbeißen. Der deutlich größere Hengst zuckte zusammen und wand sich zu der kleinen Tiegerscheckstute um. Mimi ergriff kurzerhand die Flucht und der schwarz-weiße Hengst flitze hinter ihr her. Die Mutterstuten Minnie Maus und Sunny Empire standen etwas auseinander und grasten friedlich. Neben Empire, wie immer die Arabische Stute Mas’uda. Masu erwartete zwar kein Fohlen, stand aber auf der Koppel, weil sie Empires ‘’Blindenführpferd’ ist. Während Mimi und Oshawa fangen spielten, probierte Mimis Schwester mal ob das Gras schmeckte. WHC’ Minya sah allerdings nicht wirklich überzeugt aus. Promise Of Sundance und Chesqueen grasten friedlich während die beiden Fohlen inzwischen um sie hermutollten. Mimi schlüpfte sogar einmal unter Chess durch, was die erfahrene Stute nicht wirklich störte. LMR Fashion Girl und Vakany standen etwas abseits. Girl döste ein wenig, während Vaknany ihr Fohlen säugte. WHC’ Venice war meiner Meinung nach, das hübscheste Fohlen was wir dieses Jahr bekommen hatten. Ihr Fell hat einen schönen Rotbraun Ton und ist übersät mit weißen Punkten, die sie von ihrem Papa geerbt hat. Ihre Stirn wurde von einer hübschen Blesse geziert. Äußerlich hatte sie nicht sonderlich viel von Ihrer Mutter geerbt, dafür aber umso mehr vom Charakter. Ich sah auf meine Uhr, es war bereits halb Neun. In 20 Minuten sollte Bennie Becks kommen. Also machte ich mich auf den Weg zurück zum Stall. Divine war inzwischen Fertig mit fressen, sodass ich ihn aus der Box holte und ihn draußen auf den Putzplatz stellte. Ich wollte ihn noch ein wenig Putzen bis Dr. Becks da war. Als erstes machte ich sein Maul sauber was noch ganz braun vom Mash war. Danach versorge ich ihn mit Sonnencreme und setzte ihn seine Sonnenschutzfliegenmaske auf. Da sein Rücken immer noch sehr verspannt war, begann ich ihn als erstes ein wenig zu Massieren um seine Muskeln zu lösen. Er war an sich zwar auch so brav, aber nach einer Massage fühlte er sich sichtlich wohler und genoss das putzen dann besonders. Als ich gerade mit der Massage fertig war, fuhr auch schon Dr. Becks vor. Der Mann stieg aus. Ich ging auf ihn zu und begrüßte ihn: “Hallo, sie müssen Dr. Becks sein. Ich bin Lina, die Trainerin von Divine”. “Ja genau der bin ich”, erwiderte der Mann beim Händedruck.
      “Da vorne steht unser Patient”, sagte ich und deutete auf den weißen Hengst, der entspannt in der Sonne döste. “Also die Diagnose von unseren Tierarzt war mittelmäßige Unterernährung mit Selen- und Zinkmangel. Dagegen bekommt er zum Heu einmal täglich Mash mit Rübenschnitzel, dazu noch Ein Zink- und Selenpräparat, wie auch noch etwas für die Leber. Für seine trocken Haut haben wir eine Lotion bekommen. Ansonsten ist er geimpft und entwurmt. Die Verspannungen werden mit Massage und Training behandelt. Wegen der Tragrandspalten haben wir seit ca. 1 Woche Eisen drauf”, erklärte ich während wir zu Divine rüber gingen.

      Benni Becks begutachtete Divine schon von Weiten aufmerksam. „Ich sehe jetzt schon eine deutliche Verbesserung, im Vergleich zu dem Tag, als ich ihn das erste Mal untersucht habe“, sagte er und ich seufzte erleichtert auf. Die Einschätzung des Tierarztes war ein wichtiger Punkt in diesem HMJ. „Ich war dabei, als wir Divine abgeholt haben und obwohl er noch immer zu mager ist, sehe ich jetzt schon einen neuen Glanz in seinen Augen.“
      Wir waren mittlerweile bei Divine angekommen. Er stand brav angebunden am Putzplatz, begutachtete uns jedoch aus neugierigen Augen. Vielleicht bildete ich es mir ein, aber bei Dr. Becks Anblick schien der Hengst aufmerksamer zu werden.
      „Vielleicht erkennt er mich noch“, sagte Benni und streichelte über den Kopf. Er lachte kurz auf. „Aber das wünsche ich mir als Tierarzt natürlich von jedem Kunden und nur in den wenigsten Fällen tritt es wirklich auf.“ Benni hatte zwar seine Tasche dabei, untersuchte den Hengst aber vorerst nur mit seinen Händen. Es schien, als würde er nur durch das Berühren der Pferde nach Auffälligkeiten und Unstimmigkeiten suchen. Er untersuchte vorsichtig den Kopf samt Auge, Ohr und den Nüstern, warf einen kurzen Blick ins Maul, bis Divine den Kopf ruckartig zur Seite zog.
      „Wann war der Tierarzt das erste Mal da?“, fragte er, während er aus seiner Tasche ein Stethoskop zog.
      „Vor zwei Wochen“, sagte ich. „Eine sehr ausführlich arbeitende Tierärztin, vielleicht kennst du sie ja. Stelli heißt sie.“
      „Mhm“, murrte Benni, während er Divine abhorchte. „Die sagt mir was. Bis jetzt kann ich ihrer Diagnose auch in allen Punkten zustimmen. Ich würde das mit der trockenen Haut auch nicht auf die leichte Schultern nehmen. Daraus können sich im schlimmsten Fall noch weitere Symptome entwickeln.“ Benni beendete das Abhorchen und wendete sich wieder mir zu, das Stethoskop locker in der Hand. „Aber bei Dominant Weißen Pferden kann es schnell zu Hautentzündungen kommen, ich wünsche euch da Glück, dass das in Zukunft keine weiteren Probleme geben wird. Divine war damals-“, wollte anfangen zu erzählen, als der Hengst seinen Kopf etwas zur Seite streckte und nach dem Stethoskop schnappte. Benni war zu langsam. Das Maul schloss sich und Divine riss dem erstaunten Tierarzt das Gerät aus der Hand, um es dann mit viel Schwung hin und her zu schleudern.
      „Divine!“, quietschte ich erschrocken auf und wollte dem Pferd das Stethoskop aus dem Maul ziehen. Benni war jedoch schneller, hatte sein Stethoskop gepackt und Divine im Gegenzug ein Stück Möhre aus seiner Jackentasche angeboten.
      „Du hast Recht“, sagte der Doktor zu dem Pferd. „Die Möhre hätte ich dir schon längst geben sollen.“
      „Das tut mir so Leid!“, sagte ich und nuschelte noch ein paar Entschuldigungen. „Ich hoffe, es ist nicht weiter kaputt gegangen.“
      „Ach Quatsch“, Benni lachte erfreut auf. „Es ist schön zu sehen, dass es ihm gut geht.“ Divine schnaubte zustimmend.
      „Sie waren gerade dabei etwas von Divines Vergangenheit zu erzählen. Ich wäre sehr interessiert mehr darüber zu erfahren.“
      „Wir können uns gerne duzen, ich bin Benni.“ Er reichte mir abermals die Hand und wir lächelten uns freundlich an. „Aber ja, ich kann deinen Wunsch nachvollziehen. Viele Teilnehmer des HMJs haben mich schon nach mehr Informationen gefragt. Leider fallen die meisten Infos unter den Datenschutz, alles über den Vorbesitzer und so weiter. Aber vielleicht fallen mir noch ein paar Dinge ein.“ Er packte sein Stethoskop wieder zurück in seine Tasche. „Aber zuerst würde ich dich nochmal bitten, dass du Divine einmal im Schritt und einmal im Trab auf und ab führst. Dann habe ich bei meinem nächsten Besuch einen guten Vergleich, ob sich seine Verspannungen gebessert haben.“
      Ich band Divine los und zeigte erst seinen Schritt, dann den Trab. Benni stand mit zusammengekniffenen Augen daneben und begutachtete den Hengst. „Sehr gut“, sagte er, als ich wieder neben ihm stand. „Also natürlich nicht sehr gut, aber im Vergleich schon besser und ich denke, ihr werdet das schon schaffen. Habt ihr schonmal darüber nachgedacht, einen Physio- oder Chiropraktiker hinzuzuziehen? Natürlich nur, wenn ihr euch das geldlich leisten könnt. Ansonsten sind seine Beschwerden auch mit gutem Training und guter Pflege in naher Zukunft zu verbessern. Gute Arbeit Lina, wirklich gute Arbeit bis jetzt.“
      Ich lächelte zufrieden. Es war gut zu hören, dass Benni voll und ganz hinter meiner Arbeit mit Divine stand.
      „Ich glaube“, sagte Benni, „du kannst den Guten jetzt erstmal befreien. Ich habe nichts weiter an ihm zu untersuchen. Dass die Hufe viel besser aussehen, dass sehe ich von weiten. Da kommt natürlich auch noch Arbeit auf euch zu, aber trotzdem hat der Hufschmied da schon viel geleistet.“
      „Darf ich dich dann noch auf einen Kaffee oder einen Tee einladen?“, fragte ich.
      „Zu einem Tee sage ich nicht nein“, sagte Benni. „Ich würde meine Tasche vorher zurück zum Wagen bringen. Was hältst du davon, wenn wir uns in ein paar Minuten vor dem Stall treffen?“
      Ich nickte begeistert und brachte dann Divine auf den Paddock, wo El Pancho schon auf seine Gesellschaft wartete. Da die beiden Hengste friedlich waren, durften sie zusammen stehen. Danach ging ich noch schnell in Haus den Tee für Benni aufkochen.
      Einige Minuten später kam ich zurück zum Stall. Benni saß bereits auf der Bank vor dem Stall und schaute auf sein Handy. „Termine koordinieren“, sagte er. „Bei dem ganzen Trubel ist das gar nicht so einfach.“
      Ich hielt Benni die noch dampfende Tasse Kräutertee hin, die er dankend annahm, nachdem er sein Handy in die Jackentasche gesteckt hatte.
      „Du warst also wirklich dabei, als ihr Divine beschlagnahmt habt?“, hakte ich nach.
      „Ja, Divine und noch ein paar andere. Insgesamt fünf, denke ich. Eine trächtige Stute konnten wir zum Glück schnell unterbringen. Meinen Informationen nach hat sie vor kurzem ein gesundes Fohlen zur Welt gebracht. Die anderen drei sind gerade noch auf Pflegehöfen. Aber Divine war wirklich der Außergewöhnlichste der Pferde.“
      „Fünf Pferde auf einmal. Ich hoffe, die anderen finden auch schnell ein gutes Zuhause.“
      „Da mach dir mal keine Sorgen, Lina“, sagte Benni und nahm einen Schluck von dem Tee. „Das ist unser Job. Es müsste nur mehr Menschen wie dich geben, dann wäre das deutlich einfacher.“ Er lachte kurz auf. „Auch wenn Divines Vorbesitzer die Pferde erst nicht rausrücken wollte, schien er dann doch ziemlich erleichtert. Alle fünf Pferde hatten gesundheitliche Probleme, auf dessen Kosten er nun nicht mehr sitzt. Aber was soll man machen, so konnten wir sichergehen, dass jedes der Tiere die Behandlung bekommt, die es benötigt.“
      „Habt ihr denn etwas erfahren können, woher Divine ursprünglich stammt?“, fragte ich. „Ich habe ein Bild gefunden von seinem Feldtest als dreijähriger, aber danach verliert sich seine Spur.“
      „Tiefergehend haben auch wir leider nicht recherchiert. Der Züchter, eine Schande, dass man ihn so nennen kann, hat gerne billige und oft illegale Pferdegeschäfte im Ausland betrieben. So etwas wie Kaufverträge oder Impfpässe waren da Fehlanzeige. Aber wenn du möchtest, kann ich vielleicht einen Kontakt mit der Nachbarin des Züchters herstellen. Sie hat uns damals kontaktiert und hält uns seitdem über die Verhältnisse dort auf dem neuesten Stand. Vielleicht weiß sie noch mehr über Divine, immerhin ist er wohl mit einer der auffälligsten.“
      „Sehr gerne“, sagte ich. „Ich möchte wirklich so viel wie möglich erfahren, um Divine und seine Eigenarten besser verstehen zu können.“
      „Natürlich“, sagte Benni. „Alles verständlich.“ Er stand auf und reichte mir die Tasse. „Es hat mich gefreut und ich hoffe, dass ich beim nächsten Besuch wieder so guten Mutes ankommen und abreisen darf. Deine Nummer habe ich ja, ich melde mich in den nächsten Tagen bei dir, wenn ich vielleicht Neuigkeiten über Divine habe.“
      „Danke“, sagte ich. Dann verabschiedeten wir uns voneinander und Benni machte sich auf den Weg zum nächsten Pferd. Ich hingegen holte die kleine Aleen bei Colin ab und machte mich mit ihr zusammen auf den Weg zum Hallenauslauf. Dort holten wir Farena vom Auslauf und putzen sie. Das Shetlandpony hatte immer noch ganz schön viel Fell, so half ich Aleen, das Pony halbwegs Haarfrei zu bekommen. Als das Pony in sein Fliederfarbenes Outfit verpackt war, ging es zum Reitplatz. Dort hieß es dann Nachgurten und Aufsteigen. Ich ließ Aleen schon im Schritt die ersten Aufgaben Reiten. Ein paar Zirkel, einen Salom und ein Paar Schlagenlinien. Aleen hatte mit ihren 5 Jahren das Pony schon sehr gut unter Kontrolle.Im Trab ließ ich sie nochmal die selben Figuren reiten. Das Einzige was noch nicht so gut klappte war der Galopp, da das flotte Pony dazu neigte ein wenig zu viel Gas zu geben. Deshalb nahm ich das kleine Mädchen dafür an die Longe. Nach einer ¾ Stunde, waren wir fertig. Zum Abreiten, ritten wir noch eine Runde um den Hof bevor Farena zu den anderen Ponys auf die Weide durfte. Ich versprach Aleen noch, dass wir später noch einmal spazieren gehen würden, da sie das Pony am liebsten nicht mehr loslassen wollte. Freudestrahlen rannte die kleine zu ihren Eltern, während ich mich um meine anderen Pferde kümmerte.

      Luchy| Ich saß gerade mit meinem Mann auf der Veranda um eine kurze Pause zu machen, als mein Handy mit einem klingeln dazwischen an. Der Anrufer war Caleb O’Dell, der Besitzer der Bow River Ranch. “Hallo Caleb”, meldete ich mich am Telefon. “Hallo, Luchy. Ich rufe an wegen den Pferden von Juna die du in Pflege hast. Es gab da einen Schicksalschlag weswegen jetzt alle Pferde verkauft werden sollen. Juna mir aufgetragen die Pferd zu vermitteln”. “Ok”, sagte ich ein wenig schockiert über diese Nachricht. Ich rufe deshalb an , weil ich dir Mitteilen wollte, dass Pudgy, Totbringer und Cielo bereits verkauft sind. Pudgy geht zurück zu Cooper Chattahoochee, sie wollte sich noch mit dir in Verbindung setzen wann sie ihn abholt. Cielo und Totbringer gehen nach Schweden. Tori soll dort wohl ihr Gnadenbrot bekommen und Cielo weiter Ausbildung. Ich Informiere dich nochmal wann die beiden abgeholt werden. Ich schicke dir auch gleich noch eine Mail mit den weiteren Pferden die noch ein Zuhause suchen. Vielleicht interessiert dich ja eins von ihnen”. “Alles klar. Ich werde mir die Pferde mal ansehen. Danke für die Information. Wie läuft es bei euch den mit eurem HMJ Pferd?”, fragte ich den Ranchleiter. “Der arme Kerl sah ja ganz schön Schlimm aus”.”Ja, das sah er: So langsam sieht er tatsächlich aus wie ein Pferd. Vorallem wird er immer aufgeweckter. Gestern ist er allein über den Hof spazieren gegangen”, erzählte Caleb mit ein wenig belustigung in der Stimme. “Wie läuft es bei euch?”, erkundigte er sich. “Divine macht sich sehr gut. Lina trainiert schon fleißig mit ihm. Ab nächster Woche möchte sie testen ob er schon einmal geritten wurde”,erzählte ich. “Das klingt ja gut. Ich muss jetzt weiterarbeiten”, saget der Mann am anderen Ende und wir verabschiedeten uns. “Das war Caleb, er hat wegen Junas Pferden angerufen”, sagte ich zu Colin. “Und was ist mit denen?”, fragte mein Mann. “Sie sollen verkauft werden. Juna kann sie wohl nicht mehr halten. Mehr hat Caleb nicht gesagt”. Aleen kam um die Ecke. Die kleine kam gerade von ihrer Reitstunde mit Lina. “Na wie war deine Reistunde, meine kleine?”, fragte Colin die kleine und nahm sie auf den Schoß. “Super”, das kleine Mädchen strahlte wie ein Honigkuchenpferd. “Und Lina, hat gesagt wir gehen später nochmal mit Farena spazieren”, erzählte unsere Tochter. Farena von Hulshóf war ihr Pony. Farena war ein typisches Shetty, flauschig, freundlich, aber dennoch eigenwillig. Trotz mancher Schwierigkeiten waren die beiden unzertrennlich.

      Lina| Inzwischen war es Nachmittag und alle Pferde waren auf der Koppel. Divine und El Pancho standen noch allein auf der Hauskoppel. Heute wollte ich Divine in die Herde integrieren. Rumkugel, verstand sich leider nicht mit dem Weißen Hengst. Da die Kugels sich allerding mit Injaki und seiner Herde verstand, würden wir Rumkugel mit Divine tauschen. Rumkugel kam dann in die Box in der jetzt Divine stand und Divine in den Auslauf. Als erstes holte ich El Pancho, der die Herde schon kannte. Zwar hatten wir Divine schon immer einzeln zu den anderen Gelassen, aber in der Herde war das schließlich etwas anderes. Eigentlich machte ich mir nicht allzu viele Gedanken. Cleavant ‘Mad Eye’ war zwar neugierig, aber unkompliziert, Abe’s Aelfric würde sich vermutlich kaum für den Neuankömmling interessieren und die anderen Ponys waren meisten damit beschäftigt, sich gegenseitig zu ärgern. Also holte ich den weißen Hengst und stellte mich mit ihm an den Koppelzaun. Wie erwartet stand die gesamte Bande, bis auf Aelfric auf der andern Seite und begutachtete den neuen. Aelfric fand sein Gras spannender. Auch El Pancho, der schon den ganzen Tag mit Divine zusammen gestanden hatte, verlor schnell das interesse und begann wieder zu grasen. Mad Eye schnupperte freundlich an Divine, der das freundlich erwiderte. Mad Eye hatte wohl beschlossen, dass keine Gefahr von dem weißen Hengst ausging, denn er trottete nun in gemütlich Tempo zurück zu Aelfric. Nabuko folgte Mad Eye lieber anstatt sich mit dem Neuen anzugeben. So standen nun nur noch 3 Ponys am Zaun. PFS’ Caruso, PFS’ Artic Tiger und Amigo. Divine nahm seinen Kopf runter um Amigo und Tiger zu beschnuppern. Tiger oder auch von allen wegen seines Felles Silver genannt, war ausnahmsweise mal friedlich und schnupperte nur an Divine. Amigo hingegen nahm den neuen zum Anlass sich aufzuspielen. Er quietschte laut und begann sein Imponiergehaben. Der Porzellanschecke und das Minipony nahmen dies zum Anlass ein Wettrennen zu starten.Amigo vergaß den weißen Hengst und flitze den anderen beiden so schnell wie es sein Kugelbauch zu ließ hinterher. Ich ließ Divine nun auf die Koppel, wo er als erstes das Gras inspizierte. Er zeigte keinerlei Interesse an den rennenden Ponys. Nach einer Weile ließ er vom Gras ab und trotte zu Mad Eye, Nabuko und Aelfric rüber. Divine blieb etwa eine Nasenlänge von Aelfric entfernt stehen und strecke die Nase nach ihm aus. Aelfric nahm nur angewidert den Kopf weg und ging weg. Soweit scheint die Vergesellschaftung friedlich zu sein. Ich blieb noch eine halbe Stunde am Zaun und als ich sah , das alles friedlich war ging ich meinen anderen Tätigkeiten nach.

      Luchy| Ich hatte gerade Aleen ins Bett gebracht und setzte mich neben Colin aufs Sofa. Ich lehnte mich an ihn und er schloss die arme um mich. Endlich hatte ich Zeit die Mail von Caleb zu lesen. Colin legte sein Kinn auf meine Schulter und las mit.

      Von: BowRiveRanch@joellemail An:WhitehorseCreekStud@Joellemail
      Betreff: Gestütauflösung Deer Forest Equestrian Center

      Hallo Luchy,
      leider muss ich Mitteilen, das Juna Preschke, Leiterin den Deer Forest EC , durch einen Schickalsschlag nichtmehr in der Lage ist ihre Pferde zu versorgen. Sie hat mir den Auftrag gegeben ihre Pferde in ein neues Zuhause zu vermitteln. Zum Verkauf stehen grundsätzlich alle Pferde. Frigg, Totbringer und Cielo gehen an das Lindö Dalen Stuteri. Nevia geht zurück nach Italien zu Royal Peragee. Sayidah und Solider gehen zurück an Steffanie Westside. Briair und Pudgy gehen zurück zu Cooper.

      Noch zu verkaufen sind:
      Rhiakou's Pride, Traber
      Greased Lightning, Englisches Vollblut
      Glanny Hope, Englisches Vollblut
      Darkness Lord, Österreichisches Warmblut
      Elsa, Österreichisches WB
      Gold Veronica, Österreichisches WB
      CLC's Papermoon, DRP
      Delorian, Warmblut
      Grey Starbucks, Warmblut
      Flanell D'Egalité, Österreichisches WB
      Beastly Domina, Österreichisches WB
      Uruguay, Ungarisches Halbblut
      Hibana, Oldenburger
      Bittersweet Temptation, Paint Horse, falls ihn niemand nimmt kommt er zu mir zurück.
      Liebe Grüße,
      Caleb O’Dell

      “MMMMM, Domina ist eigentlich ein Interessantes Pferd”, sagte Colin zu mir. Ich klicke auf den Link und sah mir die Beschreibung an. Auch Flanell sah ich mir an. “Beide sind toll. Flanell bekommen wir bestimmt auch unter, aber wer kümmer sich um Mina?”, sagte ich und runzelte die Stirn. In dem Moment kam Jamie ins Zimmer. “Um was geht es?”, fragt der Schotte. “Es geht um ein HMJ Pferd vom letzten Jahr. Seine Besitzerin hat keine Zeit mehr für sie. Allerding ist sie nicht ganz einfach, ähnlich wie Miss Griselda Braun. Ich würde sie gerne Aufnehmen, aber wer soll sich denn um sie kümmern?”, erklärte ich ihm. “Ich würde sie übernehmen”, sagte er. “Bist du dir ganz sicher?”, hakte ich nach. “Ja, doch. Seit ich Lady Moon hab, fällt mir auf wie gerne ich Großpferde hab”, sagte der große rothaarige Mann schmunzelnd. “Gut, dann ruf ich Caleb an und sagt ich Bescheid”, murmelte ich während ich seine Nummer wählte. “Hey Caleb, ich nochmal. Ich habe mir gerade deine Mail angesehen und ich hätte Interesse an zwei Pferden”, sagte ich in das Telefon. “mm, ok”, kam es nur von der anderen Seite “Und zwar geht es um Flannel d’ Egalité und Beastly Domina. Flanell wurde mit seiner besonderen Farbe und seinem Potenzial unsere Zucht gut bereichern.Bei Mina geht es mir vorallem darum, dass sie ein gutes Zuhause bekommt. Mina wir immer ein Schwieriges Pferd bleiben”, erläuterte ich. “Oh, ja das ist gut, gerade bei Mina habe ich gehofft das sie an jemanden erfahrenen geht. Wenn ich mich Recht Erinnere hast du schon ein ähnlich traumatisiertes Pferd oder ?”, fragte Caleb nach. “Ja, genau Grisi hatte auch keine gute Vergangenheit”. “Zu Mina möchte ich dir noch was sagen und zwar ist sie tragend, laut Junas Mitarbeiterin, hat sie ihr Fohlen angeblich verloren, aber wenn ich ehrlich bin sieht die Stute nicht so aus. Also sei darauf Vorbereitet, dass sie tragend ist”, sagte Caleb. “Ok, das sollte kein Problem sein, wir haben eine Menge Fohlen hier und auch noch ein paar tragende Stuten. Ok, dann würde ich noch vorschlagen, dass wir das so Regeln, dass Tory und Cielo abgeholt werden wenn Mina und Flanell kommen. Dann braucht der Spediteur nicht zweimal hieraus fahren”.
      “Klar, ich klär das”. Wir verabschiedeten uns und ich legte auf. “Sieht aus als bekämen wir zweieinhalb neue Pferde”, sagte ich. “Zweieinhalb ?”, fragte mich beide Männer gleichzeitig. “Ja, Mina ist vermutlich tragend”, sagte ich ein wenig resigniert.
      Der Rest des Abends verlief ruhig, auch wenn ich und Colin noch lange am Kamin saßen und unsere Entscheidung überdachten.

      ...4 Tage später
      12.05
      Lina| Ich hatte gerade Divines Putzeug weggebracht, als der Transporter vorfuhr. Jamie und Luchy warten bereits im Hof. “Sind das die neuen Pferde?”, fragte ich Luchy. “Ja, genau”, bestätigte sie. Der Fahrer stieg aus und begrüßte uns, bevor er die Laderampe herunter ließ. Als erstes Stand die braune Stute auf dem Transporter. “Der Tierarzt musste sie sedieren, sonst wäre sie nicht auf den Hänger gegangen”, sagte der Fahrer. Vorsichtig führte er die Stute vom Hänger. Etwas müde starkste sie vom Hänger. “Wow, ich glaube Caleb hatte Recht. Diese Stute ist definitiv tragend”, sagte Jamie als er die Stute sah. Minas Bauch hatte ungefähr den dreifachen Umfang eines normalen Pferdes. “Ich bring sie unters Solarium, da kann sie erst einmal wach werden.”, murmelt Jamie und übernahm die Stute. Als nächstes holte der Fahrer Flanell vom Hänger. “Wow, ist der hübsch”, sagte ich und bewunderte den Tigerschecken, der aus dem Hänger trat. “Lina, brigst du ihn auf die Koppel neben der Außenboxherde, damit er schonmal seine Mitbewohner kennenlernen kann?”, fragte Luchy. “Na klar”, erwiderte ich und nahm den Hengst entgegen. Brav folgte mir Flanell bis zur Koppel. LMR Royal Champion, Lancasters Peppermint, Little Buddy und What’s Happend In The Dark standen neugierig am Zaun. Ich ließ Flanell auf der Nachbarkoppel frei und der Hengst ging gleich seine Kumples inspizieren. Pepper, der eigentlich immer freundlich war beschnupperte Flanell Aufmerksam und begann auch bald an seiner Mähne zu knabbern. Auch der sanfte Buddy war brav und freundlich zu dem Neuen. Champ schnupperte nur kurz und verlor ,dann das Interesse. Einzig Darky wollte lieber Streit anfangen, anstatt freundlich zu sein. Ich verscheuchte alle Zaungäste und ging erst, als ich sah, das alle wieder friedlich grasten. Auf dem Rückweg nahm ich Cielo und brachte ihm zum Transporter. Todbringer war bereits verladen. Auch Cielo ging auf den Hänger und dann hieß es Abschied für die beiden Ponys. Nachdem die Pferd abgeholt worden waren macht ich mich auf dem Weg zu Divine. Der weiße war inzwischen sehr gut in der Herde angekommen. Dennoch freute er sich über jeden Besuch von mir oder auch von jedem anderen Menschen. Es war immer wieder schön sein Wiehren zu hören, wenn ich kam. Heute stand ein langer Spaziergang auf dem Plan. Ich holte Divine also von der Koppel und schlug den Weg Richtung Bach ein. Freundlich und motiviert wie immer lief er neben mir her. Am Bach angekommen, ließ ich divine etwas im Bach planschen, bevor wir uns auf dem Rückweg machten. Zurück auf dem Hof bekam Divine noch sein übliches Wellnessprogramm. Morgen wollte ich es wagen und Divine einen Sattel zeigen. Deshalb bekam er heute den Rest des Tages frei.
      © Wolfszeit | Lina Valo | 26.451 Zeichen
    • Wolfszeit
      36 Grad und es wird noch heißer | 09. Oktober 2020
      Maskota, Don Carlo, Legolas, Flanell d’Egalité, Lancasters Peppermint, Cleavant ‘Mad Eyes’, El Pancho, PFS’ Artic Tiger,HMJ Divine, PFS’ Caruso, Vikar, Voilá, Abe’s Aelfric, Farena von Hulshóf, Black Lady, Chessqueen, Finest Selection, Colour Splash, British Gold, Nathalie, Promise Of Sundance, Jora, Keks, Elvish Beauty, Mas’uda, Sunny Empire, LMR Ice Rain, Miss Leika, Walking On Sunshine, Saturn, Lifesaver, Elf Dancer, Herkules, Acerado, Craystal Sky, Miss Griselda Braun, LMR Fashion Girl, Carry On My Wayward Son, Injaki, Look at my hair, All Hope is Gone, Beastly Domina, Briair, Lady Moon, Blue Heart, Lady Swan, Vakany, Little Buddy, What’s Happend In the Dark, LMR Royal Champion, Cremella, Miss Monty, Minnie, Nurja, Ursel, Antigone, Doo Wop, Curly, Baroness, Rum, Amigo, Nabuko, Fiama di Royal Peerage, WHC’ Delicious Donut, WHC’ Secrect Fashion, WHC’ Mimithe, WHC’ Minya, WHC’ Oshawa, WHC’ Venice, WHC’ Candela, WHC’ Mitena

      Lina| Mit einen schrillen klingeln weckte mich mein Handy. Noch ganz verschlafen tastete ich nach dem Gerät um es auszuschalten. Es war 4:30 Uhr. Da es heute extrem heiß werden sollte, wollte ich heute besonders früh anfangen.Gähnend, rollte ich mich aus dem Bett und tapste ins Bad. Ich duschte mich, putzte die Zähne und zog mich an.Nach der Dusche fühlte ich mich auch gleich lebendiger.
      Am Himmel war schon ein heller Streifen zu sehen und die Sonne kletterte langsam über den Bergrücken. Ein kleiner Vogel flog durch die Morgenluft und zwitscherte fröhlich ein Lied. Noch etwas verschlafen machte mich auf den Weg zum Hauptstall, weil ich heute mit Maskotka anfangen wollte. Als ich den Stall betrat,waren die meisten Pferde noch am schlafe und auch die Dunkelfuchsstute lag noch im Stroh. Masko hob verschlafen den Kopf als ich die Boxentür öffnete. “Guten Morgen hübsche”, sagte ich sanft zu der Stute und zupfte ihr einen Strohhalm aus dem Schopf. Ein wenig verwirrt über die frühe Störung blickte mir die Stute aus ihren braunen Augen entgegen. Langsam wanderten die Ohren, die anfangs noch entspannt herab hingen, nach vorne. Ich hielt der Stute eine Möhre vor die Nase, die sie auch sogleich fraß. “Na, komm süße, wollen wir noch etwas schaffen bevor es so richtig warm wird”, sagte ich zu ihr und stand auf. Noch waren angenehme 23 Grad. Masko war inzwischen aufgestanden und schüttelte sich. Ich holte die Fuchsstute aus ihrer Box und band sie am Putzplatz an. Ich begann damit das rötliche Fell der Stute zu striegeln. Ich liebe das neue Putzzeug was ich für sie hatte, denn es sammelte den Staub perfekt aus dem Fell raus. Jedes Pferd glänzt wunderschön wenn ich es mit diesen Bürsten geputzt wird. Nachdem ihr Fell sauber war, begann ich das Stroh aus ihren Langhaar zu sammeln, was bei ihrem voluminösen Schweif ein wenig dauerte. Fertig eingekleidet in dunkelblau ging es dann in die Reithalle. Dort angekommen ging es erst einmal ans aufwärmen, bevor es an die Dressurarbeit ging. Nach 20 Minuten beendete ich die Trainingseinheit und entließ die Stute, nach dem Abreiten zurück in ihre Box. Daniel und Elijah, begannen nun die Pferd zu füttern und wie jeden Morgen machte Don Carlo einen riesen Rabatz und trat gegen seine Boxentür, bis er sein Futter bekam. Der lackschwarze Hengst ein paar Boxen weiter schaute lieber noch gemütlich aus seinem Fenster und beobachtete die Ponys auf dem Unterhausauslauf. Legolas war allgemein ein eher unauffälliger Hengst, dennoch im Umgang ein wahrer Schatz. Masko futterte inzwischen ihr Frühstück. Ich gab ihr noch eine Möhre in den Trog und machte mich dann auf den Weg zu den Außenboxen, wo Lancasters Peppermint schon auf mich wartete. Pepper versuchte seinen Boxennachbarn Flanell d’Egalité zu ärgern, indem er versucht in seine Mähne rein zu beißen. Flanell seinerseits war auch nicht ganz untätig und versuchte ebenfalls in Pepper rein zu beißen. “Na ihr zwei Clowns”, sagte ich zu den beiden Hengsten und brachte sie auseinander. Doch als ich kurz nicht hinsah versuchte Pepper wieder den Hals lang zu machen um Flanell weiter zu ärgern.

      Für Pepper stand heute nur lockere Halfterlonge an, da er gestern ein anstrengendes Training hinter sich hatte. Also ging ich zuerst in die Sattelkammer um eine Möhre und eine Longe zu holen. Ich hielt dem schwarz-weißen Hengst die Möhre entgegen, die er genüsslich kaute, während ich ihm das Halfter anzog. Zusammen mit dem großen Hengst machte ich mich auf den Weg in die Logierhalle. Ich ließ ihn erst einmal im Schritt ein paar Runden laufen, bevor ich ihn in den Trab und anschließend im Galopp einige Runden flitzen ließ. Frisch bewegt durfte Pepper noch einmal in seine Box, da es erst in einer halben Stunde auf die Koppel ging.
      Am Oberhausauslauf angekommen kam mir als erstes Mad Eye und Panchy entgegen. Während Panch mir freundlich entgegen schaute und wartete bis ich ihm ein Leckerlie gab, machte sich Mad Eye lieber selbst auf dIe Suche nach etwas essbaren. “Ey du kleine Frechdachs”, schimpfte ich den Wallach und schubste seine Nase weg. Der Knabstrupperhengst, der brav wartete bekam ein Leckerlie, welches er auch zufrieden verspeiste. Cleavant begann nun mit den Huf zu scharren um so ein Leckerlie zu bekommen. “Maaadi so bekommst du nix”, sagte ich zu dem Schecken und stupste ihn an. Der Hengst schüttelte empört den Kopf, hörte aber tatsächlich auf zu betteln. “So bist du brav”, lobte ich den Hengst und gab ihm sein Leckerlie. Als nächstes sprang mir der kleinste Bewohner des Paddocks in den Weg, sodass ich fast über ihn fiel. Der Silberne Hengst sah mich frech an. “Na Tigerchen. Lach für mich”, raunte ich dem Miniature Horse zu und gab ihm ein Handzeichen. Daraufhin streckte er den Kopf und hob seine Oberlippe. “Braaaav”, lobte ich den kleinen Mann und gab ihm eine Belohnung. Verfolgt von dem kleinen Hengst, kam ich nun endlich zu dem Pferd, weswegen ich eigentlich hier war. Der weiße Hengst stand noch gemütlich mit Caruso im Schatten des Unterstandes. Die beiden Pferd beknabbern sich freundlich und ich sah den beiden eine Weile zu, bevor Caruso mich bemerkte und von Divine abließ. Beide Hengste kamen nun an getrottet. Ich steckte beiden ein Leckerlie zu, bevor ich den weißen Freiberger aufhalftete. Ich ging mit dem Hengst zum Putzplatz. “Morgen Jace”, rief ich dem jungen Mann entgegen der gerade mit Vikar vorbei lief. schaute ihn aber nur kurz an. Unsere Beziehung war immer noch seltsam. “Morgen”, murmelt er und ging ohne ein weiteres Wort an mir vorbei. Nachdem ich Divine ein wenig verwöhnt hatte ging es noch einmal das Aufstellen üben. Durch seine Rücksichtsvolle Art war das führen kein Problem. Bei Aufstellen neigte er dazu geschlossen zu stehen und ein wenig rum zu hampeln. Also ging ich mit ihm auf dem Platz. Zum Glück weht dort ein sanfter Wind, welcher die ansteigenden Temperaturen etwas erträglicher machte. Nach 20 min beendete ich die Übung. “So mein hübscher, jetzt gibt es noch eine Dusche für dich und dann darfst du zu den anderen auf die Koppel”, sagte ich zu meinem Hengst und klopfte ihm den Hals. Ich duschte den Freiberger ab und sprühte ihn dann mit Insektenspray ein. Mit Fliegenmaske ging es dann auf die Koppel. Divine war der erste, weshalb ich beschloss auch noch die anderen Hengste rauszustellen. El Pancho stand nicht im Auslauf, weil er gerade versorgt wurde. So schnappte ich mir als erstes Aelfric, Mad Eye und Tiger. Die drei ließen sich wie immer brav auf die Koppel bringen. Als ich zurück an den Auslauf kam wurde Nabuko gerade von seiner Reitbeteiligung geholt. Das Mädchen hatte aktuell Ferien, weshalb sie immer schon besonders früh auf dem Hof war. So blieben nur noch Amigo, Rumkugel und Caruso übrig, die ich auch auf die Koppel brachte. Meine beiden Shettys Voilá und und Farena hatten heute frei, sodass ich die beiden Stuten nur raustellen musste. Also holte ich die Stuten vom Auslauf und brachte auch sie auf die Koppel. Fehlte heute also nur noch ein Pferd. Meine schwarze Schönheit Black Lady. Ich betrat den Stall und die Stute grummelt mir schon freundlich entgegen. Für die Stute stand heute nur ein kleiner Spaziergang an. “Guten Morgen meine hübsche”, begrüßte ich sie und strich ihr liebevoll über die Strin. Für die Stute gab es dann noch ihr Lieblingsleckerli, eine halbe Banane, bevor ich ihr das Lilaflauschhalfter anzog und den Strick ein hakte. Ihre Boxennachbarin Chess streckte neugierig ihren Kopf aus der Box, als ich Lady hinaus brachte. Vor dem Stall kam mit Jace entgegen, der gerade Sally und Splash auf die Koppel gebracht hatte. British wieherte uns zu, als wir an den Koppel vorbei kamen. Promise, Nathy und Gold folgten und am Zaun entlang, bis die Koppel endete. Nach einer großen Runde um den Hof spritzte ich die Stute ab und brachte ich Lady auf die Koppel. Im Anschluss half ich die Pferde abzuspritzen und auf die Koppel zu bringen, denn die Temperaturen lagen inzwischen bei 38 Grad und sollten noch weiter Steigen. Als alle Pferde versorgt waren packte ich noch die letzten Sachen für den Flug zusammen, denn morgen ging es für Alec und mich mit Divine und Churro nach Italien.

      Zwei Tage später auf dem Sommertunier

      Ein kleines Mädchen| Neugierig blätterte ich im Programmheft.. “PAPA, es gibt weiße Freiberger?”, fragt ich meinen Vater. “Scheinbar schon”, antwortete er und schaute stirnrunzelnd in das Programmheft. “Scheint ne gute Abstammung zu haben”. “Den Hengst will ich unbedingt sehen”, quiekte ich und hüpfte aufgeregt auf und ab.”Der sieht aus wie ein Einhorn… da fehlt nur noch GANZ VIEL Glitzer”. Ein paar Minuten später folgte ich meinem Vater zu der Zuschauertribüne. Ich hibbelte ein wenig herum, bis das weiße Pferd den Platz betrat. Eine recht kleine Frau führte das Pferd bis zu einer Stange die auf dem Boden lag. Dort blieb die Frau stehen. “Der ist in echt noch vieeeel schöner”, sagte ich staunend zu meinem Vater. Nachdem das Pferd ein paar Minuten dort rum gestanden hatte, liefen sie im Schritt ein paar Runden links und dann rechts rum. Danach machten sie dasselbe noch einmal im Trab. Danach verließen sie den Platz leider schon. “Die sind ja gar nicht galoppiert”, sagte ich traurig. Ich sprang auf und lief Richtung Stallungen. Dort fand ich die Frau mit dem weißen Hengst. “Darf ich ihn mal streichen?”, fragte ich neugierig. “Na klar”, sagte die Frau freundlich. Ich hielt dem weißen Pferd meine Hand entgegen. Snaft pustete er die Luft aus seinen großen Nüstern. “Er hat ja ein gaaanz weiches Maul”, sagte ich und strich ihm über den Kopf. “Wie heißt er ?”. “Er heißt Divine”, antwortete die Frau. “Wow, ein voll schöner Name für ein schönes Pferd”.

      Am Nachmittag

      Alec| Ich hatte meinen braunen Hengst bereits aufgewärmt und ritt noch ein paar Runden Schritt um darauf zu warten bis wir aufgerufen wurden. “Nummer 401 bitte an den Start”, das war unser Signal. Ich strich meinem Hengst nochmal über sein Schokobraunes Fell und ritt zum Start. “Nun sehen wir Chocolate Churre vorgestellt von Alexander Lightwood”, ertönte es aus den Lautsprechern. Dort angekommen grüßte ich die Richter und dann ertönte auch schon gleich die Glocke. Ich galoppierte Chocolate Churro aus dem stand an. Ich versammelte meinen Hengst vor der ersten Station um mir den Becher von der Stange zu schnappen. Auf der Strecke zwischen den Stangen ließ ich ihn wieder etwas an Tempo zulegen, bevor ich ihm vor der zweiten Stangen wieder einfing. Ich schaffte es gerade so den Becher auf der Stange zu platzieren ohne die Stange dabei um zu reiten. Das nächste Hinderniss war ein leichtes für meinen Hengst, da wir die Brücke auch gerne in unsere Bodenarbeit einbauten. Brav überwand Churro das Hinderniss. Die nächste Aufgabe würde eine menge Konzentration brauchen, da ich genau wusste ,dass der Hengst sich mit den Galoppwechseln noch ein wenig schwer stand. Schon ein paar Meter vor dem Slalom holte ich den Hengst zu mir. “Jetzt schön aufpassen mein hübscher”, raunte ich ihm zu. Der erste Galoppwechsel war ein wenig holprig, aber der nächste klappte schon besser. Das letzte Fähnchen streiften wir ein wenig, aber dafür, dass Galoppwechsel nicht seine beste Lektion waren machte der Hengst das super. Die letzten beiden Aufgaben meisteren wir schließlich auch noch. Nach beendigung des Parcours Ritt ich den Hengst noch ein wenig im Schritt, damit er sich noch einmal ein wenig entspannen konnte.
      © Wolfszeit | Lina Valo & Alexander Lightwood | 12.291 Zeichen
      zeitliche Einordnung {Juli 2020}
    • Wolfszeit
      Nationalteam Teil IV | 07. März 2021
      Baroness Of the Guard // Antigone // WHC’ Candela// WHC’ Mitena // Abe’s Aelfric // Crystal Sky// HMJ Divine// Nabuko// PFS’ Caruso // Miss Leika// Acerado// Saturn// Finest Selection//Chessqueen// Maskotka // Vikar
      Glymur // HMJ Holy // Kempa // St.Pauli’s Amnesia // Satz des Pythagoras // Blávör // Snúra


      Vriska
      In der Runde ist Ruhe eingekehrt. Ein bekanntes Gesicht tritt dazu. “Was ist denn hier für eine Trauerrunde?”, fragt Max überrascht.
      “Bis eben haben wir die Ruhe der Natur genossen”, zischte ich ihn an. Im Flammenschein sah ich, dass er die Augen verdrehte und sich zu uns setzte.
      “So und was geht hier jetzt ab?”, stört er wieder Ruhe.
      “Håll käften!”, beschimpfte ich Max an.
      “Selber!”
      “Boa, könnt ihr mit dem Kindergarten aufhören?”, mischte sich nun auch Ambrose ein, der wie alle anderen, die Ruhe genießen mochte.
      “Wollen wir ins Bett gehen?”, flüsterte mir Ju zu. Ich verabschiedete mich von allen, besonders Lina, die sich offenbar Sorgen machte.

      “Darf ich wieder mit in Bett oder diesmal auf dem Boden?”, fragte er liebevoll. Tatsächlich habe ich mir darüber keine Gedanken mehr gemacht, aber wäre es nicht besser, wenn er wie ein Hund auf dem Boden schläft?
      “Nein, du kannst mit ins Bett kommen”, bot ich ihm an.
      Es ist still. Die Stille wird immer wieder durch leises Gelächter vom Feuer unterbrochen. Ebenfalls bin ich der Meinung, dass aus einigen Zimmern weiter stöhnen die Ruhe stört. Durch meinen Kopf strömen tausend Gedanken. Wieso macht Milena sowas? Wieso bin ich hier? Ich hätte am Hof bleiben sollen, oder sogar nach den Ferien zurück zu meinen Eltern nach London. Dort war alles gut. Meine Freunde haben mich unterstützt, ich hatte Spaß. Vielleicht war doch nicht alles gut? Ich habe viele Nächte und Tage in diversen Krankenhäusern verbracht, meine Eltern haben sich immer Sorgen gemacht. Wieso? Sie hätten sich mehr Kümmern sollen. Jetzt liege ich hier, fühle mich unwohl und warum? Meine Eltern hat es nie wirklich interessiert, was mit mir ist. Es war nur wichtig, dass die Noten stimmen. Mein Gewicht. Meine Kleidergröße. Sein ganzes Leben dreht sich um Zahlen. Es war nur wichtig, wie ich auf sein Team wirke.
      “Du bist ja noch wach.”, sagt Ju plötzlich und guckt zu mir. An meiner Wange laufen Tränen herunter.
      “Ich kann das nicht mehr”, antworte ich und fange endgültig an zu weinen.
      “Ach, Kleines. Hör auf zu weinen. Wir kennen uns nicht, oder kaum. Wie es dir lieber ist. Aber du bist ein starkes Mädchen. Was auch immer los ist, es werden bessere Zeiten kommen. Ich kann dir nicht sagen, wann oder wie lang es dauern wird. Aber ich weiß, dass es besser wird. Und ich habe bisher niemanden getroffen, der sich so gegen Niklas Magie wehren konnte”, muntert er mich auf. Bei dem letzten Satz muss ich sogar lachen, schließlich bin ich fast schwach geworden. Er legt sich wieder hin. Seine Schulter ist nun der einzige Platz den brauche und möchte.

      Lina
      Eine Weile, nachdem Vriska das Feuer verlassen hatte, beschloss auch ich ins Bett zu gehen. Heute waren immerhin ein anstrengender Tag gewesen. “Ciao Leute”, verabschiedete ich mich in die Runde und machte mich auf den Weg zu meiner Wohnung. “Warte Lina”, kam es von Jace. “Ein wenig verwirrt drehte ich mich um. ”Ich begleite dich”, sagte er und legte mir den Arm um die Schultern. “Hast du Sorge, dass ich auf den zwei Metern gefressen werde?”, fragte ich ihn neckisch. “Nein, eigentlich nicht. Eigentlich wollte ich mit dir Reden”, antwortete er. Inzwischen standen wir vor der Tür des Mitarbeitergebäudes. Der Hof lag dunkel und still hinter uns. Die einzige Lichtquelle waren die zwei kleinen Lampen neben der Tür, die ein gelbliches Licht auf uns warfen. Ich drehte mich zu Jace um und sah ihn an. “Jace… Ich denke, ich muss das alles erst einmal verarbeiten. Es war ziemlich viel in den letzten Tagen. Ich denke, ich muss das Erst einmal verarbeiten. Und ich denke, wir sollten wirklich noch einmal ganz von vorne beginnen und das ganze erst einmal langsam angehen”, erklärte ich ihm. “Ok”, ich konnte sein Ausdruck nicht ganz deuten er schien einerseits enttäuscht, aber auch wieder nicht. Dieser Mann verwirrte mich eindeutig. ”Wir sehen uns morgen”, sagte ich und ging ins Haus. Müde und erschöpft schleppte ich mich in mein Bett.

      Vriska
      “AUFSTEHEN. ALLE.”, weckt mich die kratzige Stimme von Frau Wallin, die offenbar auch eine kurze Nacht hatte. Hoffentlich gibt es keinen Ärger, dachte ich mir. Mein Blick geht nach links auf die andere Bettseite, auf der Ju lag. Doch wo ist er? Ich klopfe an die Badezimmertür, keine Reaktion. Langsam öffne ich die Tür - niemand da. Komisch. Rasch ziehe ich mir etwas über und gehe zu dem Raum, in dem gefrühstückt wird. Dort sehe ich bereits Ju bei Niklas sitzen. Auch Milena und Anna sind da, die sich nun prächtig vertragen. Nervös bleibe ich am Türrahmen stehen und gucke, wo ich hin soll. Lina ist noch nicht da, generell scheinen nur die Schweden anwesend zu sein. Also bleibt mir nichts anderes, als mich dort zuzusetzen.
      “Na gut geschlafen, Kleines?”, fragt Ju freundlich und legt wieder seinen Arm um mich.
      “Mehr oder weniger.”, antworte ich kurz gebunden.
      “So Leute, schön das ihr da sein. Es tut mir leid, dass ich euch so früh wecken musste. Heute kommt der Schmied für einige Pferde. Also wenn eure dazu müssen, sagt mir bitte jetzt Bescheid. Ansonsten trainiert ihr heute für euch. Wir werden für euch da sein, wenn ihr Hilfe braucht aber schätze ihr seid alle Volljährig und müsst selbst wissen, was ihr macht. Deswegen möchte ich auch gar nicht wissen, warum es so stark am Feuer gerochen habt. Aber denkt dran, vor jedem Turnier müsst ihr zum Drogenscreening. Für euch steht Ende Oktober die Qualifikation für das nächste Semester an.”, erklärt Herr Holm und setzt sich zurück zu den anderen Trainern.
      “Nach dem Niklas deinen Hengst gestern schon reiten durfte, sogar zweimal, würde ich heute auch gern mal das Island-Feeling bekommen”, sagt Ju selbst sicher. Skeptisch gucke ich zu ihm.
      “Wenn du möchtest, aber ich setze mich nicht auf deine Stute. Smoothie war mir gestern bereits zu groß”, antworte ich.
      “Ich bin ja dafür, dass Nik Smoothie uns heute mal oben ohne präsentiert”, entscheidet Milena und fängt an zu kichern. Anna steigt mit ein. Um keinen zu beleidigen, beiße ich mir auf der Zunge herum. Die beiden Weiber nerven mich gerade so sehr, dass ich am liebsten den nächsten Flug nach Hause nehmen würde. Interessehalber ziehe ich mein Handy aus der Hosentasche und prüfe bei Google die Flüge. Tatsächlich gibt es einen Last-Minute-Flug in 4h, aber dann müsste aber Glymur hier bleiben. Das geht nicht. Gerade als ich das Ding zurück in meine Hosentasche stecken, als es Vibriert. “Hej alles gut bei dir? Du hast dich nicht gemeldet. Wenn was ist, sag’ bitte Bescheid. Ich mache mir Sorgen”, schreibt Tyrell.
      “Ist das dein Freund?”, fragt Ju neugierig, als er offenbar mit liest.
      “Nein, nein. Das ist mein Chef.”, antworte ich kurz und packe mein Handy schnell weg.
      “Aber da war …”, fängt er an zu sprechen. Natürlich weiß ich, worauf er hinaus möchte. Mein Hirn schalltet schnell und ich küsse ihn.
      “Das war ja nicht weiter anzusehen. Endlich hat einer von euch den Schritt gemacht”, seufzt Niklas erleichtert.

      Lina
      Das Klingeln meines Weckers riss mich aus meinem Schlaf. Träge rollte ich aus dem Bett. Jetzt brachte ich erst mal eine schöne Dusche. Der Tag heute würde anstrengend genug werden. Ich hatte nämlich Schmieddienst. Das hieß den ganzen Tag Pferde holen, beruhigen, Hufe halten, das volle Programm.
      Zwanzig Minuten später trudelte ich dann auch bei Frühstück ein. Bisher waren nur wenige da, obwohl es schon spät war. Mit den Augen überflog ich die Tische in der Hoffnung jemanden zu entdecken, mit dem ich Frühstücken konnte. Ich hatte gerade Vriska entdeckt, da kam Jayden an. “Ah, gut das ich dich gefunden hab”, sagte er erleichtert. Er wirkte als sei er hergerannt. “Alles, gut du siehst aus als seiest du einen Marathon gelaufen?”, fragte ich ihn. “Ääääää, … nein. Baroness ist durch den Zaun gerannt, hat ihn kaputt gemacht und jetzt rennen alle Pferde von der Koppel, besonders die Fohlen überall um. Vor allem die beiden Jungstuten scheinen ihre Freiheit zu genießen. Also bitte hilf uns die ganzen Tierchen wieder einzufangen”, erklärte er ein wenig hektisch.
      Na toll das war's wohl mit einem entspannten morgen. Ich folgte Jayden und sah das Chaos. Fiama fraß gerade die frisch gepflanzten Blumen am Reitplatz. Mimithe und Donut fegten über den Platz und sahen nicht so aus als wollten sie sich von Hazel und Samu fangen lassen. Immerhin hatten Quinn und Sheena schon Mijou, Minnie Maus, Briar und Vakany eingefangen. Venice war das einzige Fohlen, was sich zu benehmen wusste und bei seiner Mama blieb. Während Mitena gemütlich auf dem Rasen graste, demonstrierte Candela gerade ihr Springtalent und setzte elegant über den Zaun vom Reitplatz, um den Ponys in ihrem Auslauf einen Besuch abzustatten. Die Fellponystute, die das Chaos verursachte hatte, kam geradewegs auf mich zu gerannt.
      “Stop Nessi”, reif ich der Stute zu und breitete die Arme aus. Die Stute, die scheinbar nicht mit widerstand, gerechnet hatte, legte einen wunderschönen Sliding Stop ein und blieb verblüfft vor mir stehen. Scheinbar wollte die Stute doch Westernpferd werden. Noch bevor die Stute es sich anders überlegen konnte, schnappte ich mir eine Strähne ihrer Mähne und führte die daran zum leeren Ponyauslauf um sie dort zu parken.
      “So, genug Auslauf für dich”, sagte ich zu der Stute bevor ich mir überlegte wie wir jetzt noch die andern Pferde einfangen konnten.

      Vriska
      So schnell Lina da war, war sie auch schon wieder weg. Von draußen hörte man hektisches Rufen und Pferdegetrappel. In mir spielte sich das reine Chaos ab. Ich verabschiede mich und renne raus. Offenbar hatte eine der Ponystuten am Hof den Zaun zerstört, in mir lässt es mich jedoch nicht los. Auch, wenn ich Glymur noch nicht lange kenne, weiß ich, dass er unberechenbar sein kann und teilweise seine Hormone nicht im Griff hat.
      “Habt ihr Glymur gesehen?”, frage ich panisch.
      “Nein, der müsste draußen stehen”, ruft Lina im Stress zurück.
      Zur Sicherheit gehe ich in den Stall und hole den Strick von ihm, mache mich auf den Weg zur Weide. Es ist Tag der offenen Tür. Super. So schnell ich mit meiner Verletzung rennen kann, gehe ich zu Lina, die noch immer Schwierigkeiten hatte die fliehenden Ponys zu bekommen. Eins, dass mir nicht bekannt ist, läuft mir in die Arme und ich lege den Strick um ihren Hals.
      “Wir haben ein großes Problem.”, sage ich zu Lina und reiche ihr das Pony.
      “Ein größeres als frei laufende Ponys und Fohlen? Bist du schwanger?”, scherzt sie.
      “Nicht ich, aber bald alle Stuten. Entweder hat jemand das Tor nicht richtig zu gemacht, oder Glymur hat herausgefunden, wie dieses aufgeht. Er steht nicht mehr auf der Weide. Checkpoint steht noch da und frisst. Doch das Testotier ist weg.”, sage ich verzweifelt zu ihr.

      Lina
      “Oh, dann müssen wir ihn wohl zuerst finden”, antwortete ich und stellte Antigone zu Nessi auf den Paddock. Das hatte ja noch gefehlt ein frei laufender Hengst.
      “Eigentlich gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten”, sagte ich zu Vriska, während ich schon loslief, “unsere Stuten, stehen fast alle auf der Sommerkoppel, da müsste er schon verdammt weit gelaufen sein. Ich vermute, er wird eher zu euren Stuten gelaufen sein”. Da die Gastpferde deutlich näher am Hof standen, war es deutlich wahrscheinlicher das der Hengst eher da auf Erkundungstour sein würde. Mein Verdacht bestätigte sich leider, als ich um die Ecke des Stalls bog. Hinten bei den Stutenkoppeln galoppierte etwas Schwarz Weißes auf den Zaun zu.

      Vriska
      “Kom hit, Fähundar! (Komm her, Idiot)”, brülle ich meinen Hengst an. Erschrocken bleibt er stehen und spitzt die Ohren. Langsam laufe ich Glymur zu, der entspannt am Gras zupft.
      “Nochmal gut gegangen?”, fragt Lina vorsichtig.
      “Ich weiß es nicht.”, antworte ich und nehme ihn an den Strick. Vertraut folgt er mir. Nun bleibt uns nur zu beten. Mittlerweile hat auch Frau Wallin wind davon bekommen.
      “Hat er seine Arbeit verrichtet?”, fragt sie.
      “Ich weiß es nicht. Er stand auf der Weide”, erkläre ich ihr. Sie nimmt mir den Hengst ab. Durch das kurze Joggen bin ich noch immer aus der puste und bekomme schlecht Luft. Langsam folge ich Gruppe. Frau Wallin stellt den Hengst zurück, wo er hing gehört und bindet den Strick zusätzliches als Verschluss ran.
      “Geht’s?”, fragt sie dann, als ich angeschlichen komme.
      “Mehr oder weniger”
      “Am besten setzt du dich erst mal hin”, rät meine Trainerin mir. Sie hat recht. Langsam gehe ich zurück in den Saal, in dem noch immer die Truppe sitzt.
      “Alles gut?”, fragt Ju mich, als ich mich dazu setze.
      “Mehr oder weniger. Tausend Leute stellen mir die gleichen Fragen stellen. Glymur hat sich aus dem Staub gemacht, wie die Ponys vom Hof. Dann ist er zu unseren Stuten.”, erzähle ich.
      “Warte was? Dein Monster war bei unseren Stuten? Der macht die unrein!”, fängt Milena an sich aufzuregen.
      “Was ist denn jetzt dein Problem? Ich kann das Pferd nicht bemuttern”, schnaube ich sie an. Anstatt mir diesen Stress anzutun, hätte ich zurück in mein Zimmer gehen sollen. Milena nervt mich schon wieder total. Erst macht sie gestern einen ‚Es tut mir so unglaublich leid, ich hab dich so lieb‘ und jetzt ist Nik wieder aktuell. Immer bin ich das fünfte Rad am Wagen.
      „Es reicht mir mit dir. Ich merke, dass du neidisch bist auf das, was ich mit Niklas habe. Und Anna.“, beginnt nun Milena wieder. Es scheint sie wirklich zu stören, dass ich sie ignoriere. Innerhalb weniger Tage hat sie es geschafft ihren Charakter um 180 Grad zu wenden, was sagt das über sie aus?
      „Hallo? Hörst du mir zu?“, die Wut kocht in hier hoch und langsam hebe ich meinen Kopf. Dabei fällt mir auf, dass Anna ihre Hand hält.
      „Was möchtest du von mir hören? Dass ich stolz auf dich bin, dass du mit Niklas geschlafen hast und Anna? Oder soll ich mich entschuldigen, dass ich vom Pferd gefallen bin und deswegen du nicht mehr die primäre Rolle bei den Trainern bist?“, erwidere ich.
      „Wenigstens habe ich schon mit jemanden geschlafen und nicht wie du, die jeden Typen anweist, nach dem er eine feste Bindung sucht. Mehr möchte. Du missbrauchst jeden emotional und dann liegst du in deinem Bett, heulst und fragst dich, wieso doch keiner mag. Denk‘ mal drüber nach“, keift sie.
      Plötzlich ist es still. Jemand lässt seine Gabel auf den Teller fallen. Wenn nun noch ‚Cut‘ gerufen werden würde, wäre ich glücklich. Dann wüsste ich, dass es ein Traum war.

      Niklas
      Während die Weiber ab Diskutieren sind, überlege ich die ganze Zeit, wer von den beiden seine Tage hat. Es ist doch nicht normal, dass sich jeder hier anzickt. Vriska ist Jungfrau? Das hätte ich nicht erwartet. Sie gehört zu den interessanten Menschen. Einerseits zeigt sie ihre harte Seite, niemand kann ihr etwas, doch mit dem richtigen Schalter sind die lammfromm. Als würde ich Smoothie von D-Ring auf Kandare verwechseln.
      „Ich kenne da jemanden, der das ändern kann.“, sage ich unbedacht zu Vriska, die nervös auf ihrer Unterlippe herum beißt und immer wieder ihren Kiefer anspannt. Das ist eine blöde Angewohnheit. Als ich jünger war, habe ich das auch getan und heute, wenn es besonders stressig ist, mache ich es noch immer.
      „Wisst ihr was? Wenn jetzt schon der ganze Raum aufmerksam dem Gespräch folgt: Ja, es kann sein das ich Männer emotional missbrauche, doch das tue ich nicht bewusst. Ich möchte einfach nichts Festes. Ja, ich bin Jungfrau und genug von euch, werden das sicher als kostenlose Matratze betrachten. Könnt ihr vergessen. Und nun noch zu dem Offensichtlichen. Ja, ich bin magersüchtig. Ja, meine Brüste sind fast nicht da. Ja, mein Kreuz ist trotzdem so breit wie von einem Bodybuilder. Ja, ich komme nicht aus Schweden und auch nicht auf Deutschland. Ich bin Britin. Und ja, ich war drogenabhängig und kämpfe seit fast 3 Jahren mit den Folgen“, sprudelt es auf Vriska heraus, bevor Frau Wallin sie dabei stoppt. Mittlerweile ist es unangenehm, was ich zu ihr gesagt habe. Als ich mich entschuldigen möchte, sagt Herr Holm zu uns: „Anna, Niklas und Milena - Gespräch.“
      „Und was ist, wenn ich nicht mitkommen möchte? Was hab ich den mit dem Zickenkrieg zu tun?“, entgegne ich ihm angepisst.
      „Dann rufe ich jetzt dein Vater an“, antwortet er und zieht sein Telefon aus der Tasche.
      „Ok, ok, ok. Sorry“, versuche ich die Situation wieder geradezubiegen und stehe auf. Gemeinsam verlassen wir den Raum und setzen uns in eine ruhige Ecke auf dem Hof.
      “Ich kann nachvollziehen, das ihr jung seid, euch ausprobieren wollt’ und jeden Tag etwas Neues entdeckt. Auch ich war jung, experimentell. Aber das ist hier kein Spiel, ihr seid nicht mehr in der Schule. Das Land zahlt sehr viel Geld dafür, dass die Jugend im Sport gefördert wird. Und wie zeigt ihr euren Dank dafür? Ihr macht euch gegenseitig schlecht, demotiviert euch. Jeder von euch ist ein Teil des Teams. Zusammen müsst ihr stark sein.”, beginnt Herr Holm. Es ist jedes Jahr das Gleiche. Mein Trainer muss mich immer wieder auf den Boden, der Tatsachen zurückholen. Im ersten Jahr war es schwierig für mich an das Team anzupassen, viele Stunden musste ich damit verbringen mit ihm darüber zu reden und vor allem diskutiert. Es endete mit einem Streit mit meinem Vater. Seit dem versuche ich jedes Gespräch zu vermeiden im Verein, in dem er beteiligt werden soll. In dem Fall kommt dazu, dass ich 26 Jahre alt bin und eigentlich in der Lage bin meine Probleme selbst zu lösen. Jedoch wird vieles in die Familie mit getragen, besonders wenn man zu den obersten zehntausend gehört.
      “Niklas. Hörst du mir zu?”, riss mich Herr Holm aus meinen Gedanken.
      “Wenn ich ehrlich sein kann, nein. Es ist jedes Jahr das gleiche, jedes Jahr reite ich mich tiefer in den Mist und lerne nicht daraus.”, antworte ich ihm mit ernster Miene.
      “Okay, ich denke, du weißt, worum es geht. Du kannst nun gehen. Ich möchte mit den Beiden allein weiter sprechen. Benimm dich, bitte.”, erwidert er und ich stehe auf, um zu gehen.

      Jace
      Erschrocken fuhr ich hoch als es an meine Tür klopfte. Kurz darauf stand Samu im Zimmer. “Ey, was ist eigentlich mit dir. Liegst hier und pennst, während unten voll das Chaos herrscht”, schimpft er. “Was…?”, murmelte ich und fuhr mir müde mit den Händen übers Gesicht. “Ness hat mal wieder einen Zaun zerstört und dann sind alle Stuten mit ihren Fohlen auf dem Hof herumgerannt und haben sich nicht einfangen lassen”.
      “Samu, erzähl mir gleich, lass mich erst mal wach werden”. Scheinbar hatte der Finne erst einmal genug gemeckert, denn er verkrümelte sich tatsächlich. Ein Blick auf meinen Wecker verriet mir, dass ich verschlafen hatte. Scheinbar habe ich meinen Wecker überhört. Die Sache zwischen Lina und mir, naja eigentlich meine Doofheit, hatte mich nicht schlafen lassen. Tatsächlich war ich zu dem Schluss gekommen, dass ich auch auf mich sauer gewesen wäre, gerade bei meiner Vergangenheit. Und genau diese hatte mich auch in meinen Träumen heimgesucht. Ich muss diese Gedanken eindeutig für heute beiseiteschieben, denn scheinbar gab es schon genug Drama auf den Hof für heute. Ich quälte mich aus dem Bett, um erst einmal zu duschen. Aus müden Augen sah mir mein Spiegelbild entgegen. Die Spuren der letzten Nacht waren deutlich sichtbar. Naja, vielleicht sah ich nach einer Dusche ja besser aus.
      20 Minuten später saß ich geduscht auf der Terasse hinter unserm Haus. Für ein Frühstück in der großen Truppe war ich heute definitiv zu müde.
      “Guten Morgen, du Waschbär”, kam Quinn gut gelaunt aus der Küche und stellte mir einen Kaffee vor die Nase. Ich gähnte nur. Doch das schien sie nicht zu stören, denn sie setzte sich einfach dazu und begann fröhlich zu plappern. “Das Beste hast du heute schon verpasst”, bekam ich mit bevor ich lieber in meinen Kaffee starrte, denn zuhören war zu anstrengend.

      Vriska
      Während Herr Holm sich die Drei geschnappt hatte, nahm auch Wallin mich zur Seite. Vieles hatte ich erwartet, was sie sagt, jedoch nicht das.
      “Vriska, du weißt, was du unterschrieben hast?”, fragt sie wehmütig. Obwohl ich nicht genau wusste, worauf sie hinaus möchte, nickte ich ihr zu.
      “Dann solltest du wissen, dass die Teilnahme am Team Voraussetzungen hat, die du nicht erfüllst. Sogar noch schlimmer, du hast gelogen. *Gedankliche Pause* Eine Sucht und erst recht eine Drogensucht setzt eine ärztliche Bescheinigung voraus, dass du dich in Therapie befindest oder es länger als fünf Jahre her ist.”, klärt sie mich auf. In mir bricht eine Welt zusammen. Offenbar war ich so aufgeregt bei dem Gespräch vor ein paar Monaten, dass ich das überlesen habe. Es ist das erste Mal, dass ich davon höre.
      “Bevor du was sagst, wir finden eine Lösung dafür und natürlich kannst du noch beim Training bleiben. Nichtsdestotrotz muss ich es heute noch melden. Tut mir leid.”, sagt sie und befindet sich auf den Weg zu ihrer Hütte.
      “Frau Wallin? Welche Lösungen gibt es dafür?”, frage ich sie.
      “So oder so, wirst du das Team erst einmal verlassen müssen. Dann könnten wir dich zum Dienstarzt schicken, der das weiter untersucht. Je nachdem wie die Ergebnisse ausfallen, werden wir gucken wie es weiter geht. Okay?”, erwidert sie.
      “Okay.”, antworte ich und lasse mich auf den Boden sacken.

      Lina
      In der Hoffnung endlich noch ein wenig ruhen genießen zu können, bevor der Schmied kam, doch der Frühstücksraum stellte sich als alles andere als ruhig raus. Überall wurde getuschelt. Ich brauchte einen Moment um die Situation zu verstehen, bis ich Vriska in einer Ecke entdeckte. Sie sah niedergeschlagen aus. “Hey, alles Ok bei dir?”, fragte ich, als ich bei ihr angekommen war.

      Vriska
      “Auf kurz oder lang, hat sich der Verein erstmal erledigt. Möchte gerade aber wirklich nicht drüber reden, sondern die restliche Zeit in vollen Zügen genießen.”, erkläre ich ihr als ich wieder aufstehe. Eh ich weiter spreche, stütze ich mich an der Wand ab.
      “Hast du vielleicht irgendwas pferdiges für mich? Glymur muss nicht unbedingt geritten werden.”, frage ich sie im Anschluss.

      Lina
      “Mmmm, ich nehme mal an, dass du möchtest eher ein Pony haben? Du sahst auf Smoothie eher nicht so glücklich aus”, überlegte ich laut. “Also je nachdem was du machen möchtest, könntest du dir ein der Shetty schnappen und mit dem ein wenig Bodenarbeit oder so was machen oder du kannst etwas Größeres zum Reiten haben. Wonach ist dir denn so?”, fragte ich Vriska. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, weshalb sie lieber Beschäftigung wollte, als darüber zu reden.
      “Du fragst mich ja Sachen. Was willst du denn jetzt machen?”, antwortet sie nachdenklich und scheint nicht ganz bei der Sache zu sein.
      “Ich habe gleich Schmiededienst, deshalb haben meine Pferdchen heute vermutlich frei. Du kannst auch gerne Pferde holen und Hufe halten, aber ich denke mal das entspricht nicht deinen Vorstellungen von Entspannung”, scherzte ich. “Aber ich könnte dir eins von meinen Pferdchen anbieten, damit du es bespaßen kannst”, erläuterte ich.
      “Dann hätte ich gerne was zum Ausreiten, denkst du jemand anderes vom Hof möchte auch mitkommen? Ich weiß nämlich nicht so recht, ob dann vor Sonnenuntergang wieder ankomme”, lacht sie.
      “Ah das passt gut, Alefric würde sich bestimmt mal wieder über einen Ausritt freuen. Klar, ich denke Samu oder Jace haben bestimmt ein wenig Zeit mitzukommen. Und ansonsten finden wir bestimmt noch, wen anders”.
      “Gute Idee, hilfst du mir beim Suchen der beiden und beim fertig machen?”, frage Vriska.
      “Ja, klar helfe ich dir noch”, antworte ich und ging in Richtung Tür.
      Draußen dauert es auch nicht lange bis wir auf Samu trafen. “Hey Samu, Vriska sucht noch eine Ausreitbegleitung, hättest du vielleicht Lust sie zu begleiten? Ich würde ja mitgehen, aber ich habe ja heute das Date mit dem Hufschmied gewonnen”, sprach ich ihn an.
      “Klar, kein Problem, ich wollte heute eh mit Sky ausreiten gehen. Wann möchtest du denn los, jetzt gleich?”, wandte er sich an Vriska.

      Vriska
      Es ist großartig sein eigenes Pferd zu haben, oder zumindest halb. Doch es fehlt mir einfach eins der Tiere zu nehmen und mit ihm zu arbeiten.
      “Danke dir Samu. Und Lina, dir auch. Zu Hause kann ich einfach mein nehmen und gucken, welches Pferd mit der Arbeit dran ist”, erkläre ich den Beiden und ziehe mein Handy aus der Tasche. Sie gucken ziemlich verblüfft als ich ihnen die App vom Hof erkläre.
      “Guck’, das ist die Akte von Holy. Hier steht, was sie aktuell gefüttert bekommt. Außerdem welche Medikamente verabreicht werden müssen. Wie ich sehe, schlafen alle noch, aber Eorann wurde eingetragen, dass die Stute am Morgen in den Aquatrainer soll und am Nachmittag nochmal longiert werden. Hedda hat ein Kommentar hinterlassen. Bitte aufpassen, die hat einen großen Cut an der Brust durch den Unfall mit dem Zaun.”, präsentiere ich und lese Heddas Kommentar vor. Offenbar hat sie wieder den Reitplatz zerstört, aber dazu müsste sicher was im Stalllog stehen. Neugierig swipe ich zum Stallmenü.
      “Ach guckt. Hier hat Folke den Schaden eingetragen. Holy hat wohl beim Longieren sich erschreckt, losgerissen und die ganze kurze Seite an der Reithalle mitgerissen. Begeistert hat Tyrell kommentiert mit, super…”, erkläre ich weiter.
      “Wow, das ist echt cool. Wir sollten hier sowas auch anschaffen”, sagte Samu begeistert. “Ja, dann würde einer von euch endlich mal daran denken Divines Spind zu reparieren”, steuerte Lina bei und sah Samu ein bisschen vorwurfsvoll an.
      “Tyrell und ich haben die entworfen. Alle Daten werden in einer Cloud gespeichert, aber ich möchte euch nicht mit der technischen Seite vorquatschen, sonst stehen wir morgen noch hier. Es ging ihm sehr schlecht nach dem Tod seines Vaters, dem Brand, der gerade so umgangenen Privatinsolvenz… Da brauchte er Ablenkung. Ich kann ihn fragen, ob ihr auch die Anwendungen bekommen könnt. Ihr könnt dann auch vom PC aus darauf zugreifen und Dinge ausdrucken”, erläutere ich weiter und merke, dass wieder dieses Gefühl in mir hochkommt. Ohne mir was anmerken zu lassen, kneife ich mir in den Arm. Mein Therapeut hat immer zu mir gesagt, dass ich mich ohne Fingernägel kneifen soll, statt den Hass gegen jemanden zu richten und erst recht nicht weitere Schritte zu unternehmen. Ich atme tief durch.

      Lina
      Vriska wirkte ein wenig angespannt, weshalb ich das Thema wechselte. “Ok, genug von der Technik, aber jetzt werde ich dir mal dein Pony Vorstellen. Samu wir kommen dann vor den Hauptstall, wenn wir fertig sind”, sagte ich zu den Beiden, bevor ich mir Vriska in Richtung Koppel ging.
      Dort angekommen, ergab sich ein idyllisches Bild. “Ach, wie friedlich die doch sein können”, sagte ich zu Vriska, mit Blick auf die grasenden Pferde. Divine stand mit Nabuko und den anderen Ponys am Bach. Staub flog durch die warme trockene Luft und obwohl es noch früh war zirpten schon die ersten Grillen.
      Aelfric, stand wie immer etwas Abseits von der Herde. “Darf ich dir vorstellen, der kleine braune da mit der Zottelmähne ist deiner”, sagte ich und deutete auf das Pony. Während wir auf das Pony zugingen, erzählte ich ihr ein paar Dinge zu dem kleinen Pony, “Also Rici ist ein ganz lieber, ein wenig zurückhalten und eigenbrötlerisch, aber er kann echt Spaß machen”. Aelfric hob den Kopf und sah uns neugierig entgegen.

      Vriska
      “Rici also, okay”, flüsterte ich dem Hengst zu, als ich ihm vorsichtig das Halfter über den Kopf zock. Etwas überrascht zeiht er den Kopf nach oben, eh er mich erblickt hat. Beruhigend streiche ich ihm über seine Stirn, als seine blauen Augen mich anfunkeln. Zusammen verließen wir die Weide und Lina hatte noch einen Schecken direkt mitgenommen.
      “Wer ist das?”, frage ich neugierig.
      “Caruso, aus der einer Zucht aus England”, erklärt sie mir.
      Auf dem Rückweg zum Stall wechselten wir beide keine weiteren Worte miteinander, offenbar hatte sich auch irgendwas mit sich selbst zu klären. Irgendwie schon sehr ironisch. Eigentlich könnte dieses Treffen, der beste Sommer unseres Lebens sein, doch stattdessen scheinen wir eher das Gegenteil zu empfinden und vermutlich würde sie genauso gern den Ort verlassen. Jedoch kann dieser nichts dafür, denn es ist wunderschön hier. Es ist eher das drum herum: Männer, die sich wie vierjährige verhalten.
      Am Stall hilft sie mir beim Putzen des Hengstes. Als sie mit dem Sattel ankommt, stoppe ich sie schockiert.
      “stopp, stopp, stopp. Das Ding soll ihm passen? Guck’ doch mal!”, sage ich zu ihr, als der Sattel auf dem Rücken von Rici liegt. Ich nehme ihre Hand und ziehe sie langsam unter dem Polster des Sattels entlang. Verdutzt guckt sie mich an, als wüsste sie nicht so ganz was ich meine.
      “Merkst du das? Da bildet sich total die Brücke und links drückt ihm das Polster. Ich hole mal meinen Sattel, der hat Gelpolster und sollte auch von der Länge besser liegen.”, äußere ich und verlasse den Stall, eh ich mit meinem Sattel ankomme und ihm auflege.
      “Schau, viel besser. Der Sattel ist deutlich kürzer und Rici wirkt viel entspannter”, weise ich sie drauf hin und lege auch nur mein Gummipad drunter, dass nur den Effekt des Schutzes vom Sattel hat.

      Lina
      “Na Rici, dann haben wir zwei wohl morgen einen Termin beim Sattler”, sagte ich zu dem Pony. “Ja, ist auch nicht sein Sattel. Er ist erst seit dem Frühling unterm Sattel und ich reite ihn aktuell nicht viel. Dadurch das er noch wächst, ist das leider immer ein wenig schwierig mit ihm, aber danke für den Tipp, ich werde gleich morgen mal mit unseren Sattler sprechen”.
      Nachdem Vriska fertig gesattelt hatte, reichte ich ihr noch seine Trense.

      Vriska
      “Ich kann dir gern die Artikelnummer geben und die Nummer vom Hersteller, oder ich lass dir den hier und hole mir in Schweden einen neuen. Nur als Idee.”, schlage ich ihr vor, eh ich dem Hengst die Trense anlege. Lina wirft mir einige kritische Blicke zu, aber ich kann es mir nicht nehmen lassen auch den Sitz des Gebisses zu kontrollieren.
      “Alles gut, mach’ dir keine Gedanken”, scherze ich. Mit dem Gebiss passt alles. Lina hält mir gegen und ich steige langsam auf den Hengst auf. Freundlich guckt er zu mir, als ich im Sattel sitze. Gemeinsam gehen wir zum vereinbarten Treffpunkt als ich Milena erblicke.
      “Menar du allvar? (Im Ernst?)”, sage ich genervt zu ihr, während sie sich mit Samu unterhält.
      “Vriska, ich möchte mit dir reden. Deswegen halte ich es für keine schlechte Idee, dann Kempa sich etwas lockern und du dich hoffentlich auch.”, schlägt sie mir vor.
      “Nej, Jag orkarinte se på dig. (Nein, haub ab. Verschwinde.)”, pfeife ich sie an. Stur schültet sie mit dem Kopf.
      “Ich möchte mich doch nur bei dir entschuldigen.”, versucht Milena mich vorsichtig zu überzeugen.
      “Denkst du nicht, dass das etwas viele Entschuldigungen werden sollen in so kurzer Zeit?”
      “Nog … (schon)”, antwortet sie verlegen.
      “Ich gebe dir die Chance, aber komm’ jetzt”, ranze ich sie wieder an und treibe den Hengst im Schritt vorwärts. Samu steht derweil sprachlos neben uns und folgt mir dann im Schritt mit seinem Schimmel.

      Samu
      “Pidä hauskaa molempien kanssa (Viel Spaß mit den Beiden)”, rief mir Lina noch ein wenig ironisch hinterher, während ich mit den beiden Streithähnen Richtung Wald verschwand.
      “Es wäre sehr gut, wenn ihr zwei friedlich bleibt, das nächste Krankenhaus ist ein bisschen weiter Weg”, ermahnte ich die beiden Mädels. Ich hatte Vriska recht schnell eingeholt, auch wenn das der fleißigste Schritt war, den ich bei Ric je gesehen hatte. Melina, hatte mit ihrem Pony schon ein wenig mehr Mühe mit ihrer Isländerstute.

      Lina
      Ich war ein wenig schadenfroh, das Samu die Beiden jetzt an der Backe hatte. Naja, er wird das schon schaffen, schließlich ist er der einfühlsamste Mensch, den ich kenne. Und egal was kommt, er ist ein Idealer Streitschlichter. Kurz nachdem die dreier Gruppe verschwunden war, kam auch schon der Schmied. Ich begrüßte ihn, bevor ich ihm Caruso hinstellte. “Na, hast du Spaß Lina”, kam es von Jace, der gerade dabei war Vikar zu putzen, wohlgemerkt ohne Tshirt, da es auch jetzt schon gut 25 Grad hatte. “Jace, an deiner Stelle wär ich mal nicht so frech”, sagte ich scherzend zu ihm und musste mich zusammenreißen nicht auch noch ein Kommentar über sein nicht vorhandenes Outfit zu machen. Mit ihm zu Scherzen fühlte sich seltsam an, gerade nach dem Gespräch gestern Abend. Faszinierend beobachtet wie Jace die Mähne des Hengstes kunstvoll einflocht. “Seit wann kannst du denn Sowas?”, fragte ich ein wenig verwundert. Das hatte ich von Jace nicht erwartet. Ja Tunierzöpfchen oder so, aber einen französischen Zopf und dann auch noch mit der dicken Mähne des Tinkers, das erfordert schon einiges an Geduld. “Seit ich Pferde mit so langer Mähne reite”, kam es nur als Antwort.

      Vriska
      “Keine Sorge Samu, ich verscharre sie dann im Wald”, scherze ich und bekomme einen beinah tödlichen Blick zugeworfen. Direkt versucht sie sich auf irgendwelche Art und Weise für irgendwas zu rechtfertigen, was ich jedoch konstant ignoriere und mich viel mehr darauf konzentrieren muss, dass der junge Hengst vor lauter Nervosität meinerseits, die Beine haken in den Bauch bekommt. Irgendwann hatte ich mir angewöhnt immer meine Beine zu bewegen, wenn ich nicht weiter weiß. Erst dauert fast 10 Minuten, so mein Empfinden im Kopf aber wird vermutlich ansatzweise so lange gedauert haben, bis meine Beine sich beruhigt haben.
      “Weißt du Milena, es ist mir vollkommen egal.”, sage ich und hoffe, dass sich die Sache damit gegessen hat.
      “Du hast mir wirklich nicht zu gehört. Ist mal wieder typisch. Aber Gut, dann wiederhole ich mich, nog. Es tut mir Leid, dass ich im Essenssaal so zu dir war. Doch gestern Abend hatte ich die beste Nacht meines Lebens”, beginnt sie zu sprechen. Offenbar hatte auch Samu mit bekommen, was gestern Abend passiert ist, als Niklas mit ihr und Anna das Feuer verlassen hat, denn er rollt mit den Augen.
      “Milena, wir wollen hier jetzt keine Bettgeschichten hören.”, ermahne ich sie.
      “Man, hör’ mir doch mal richtig zu. Ich .. Es geht nicht darum, dass wir zu Dritt im Bett was miteinander hatten. Sondern es geht um Anna. Niklas war nur hübsches Beiwerk. Viel interessanter war die Erfahrung mit ihr und ich denke … Nein, ich weiß nun was ich fühle und was ich will.”, erzählt sie.

      Samu
      “Langsam Melina, du wolltest dich gerade Entschuldigen, nicht über dich Reden, auch wenn das natürlich sehr schön ist, das du jetzt weißt, was du fühlst”, versuchte ich vorsichtig Melina in ihrem Redefluss auszubremsen und sie wieder auf das eigentliche Thema zu lenken. “Und du Vriska”, sagte ich während ich vor sie ritt, um sie ein wenig auszubremsen, da sie immer noch ein ganz schönes Tempo darauf hatte, “musst ihr wenigstens die Chance geben, sich zu entschuldigen”, ermahnte ich sie.

      Vriska
      “Mach’ ich doch. Sie darf doch gerade reden”, pampe ich nun auch Samu an, obwohl das nicht die feine englische Art ist, die mich meine Mutti gelehrt hat.
      “Ja, alles gut aber ich muss das dazu sagen, damit das alles einen Sinn ergibt”, geht Milena nun in die Verteidigung. Alles, was ich gerade höre, sind einfach Phrasen ohne inhaltliche Bewandtnis, aber äußere mich nicht weiter dazu. Vielleicht sollte ich sie wirklich ausreden lassen.
      “Also ich hatte also gestern den Abend meines Lebens. Es schien auch Anna so ergangen zu sein, weil wir zusammen noch auf mein Zimmer gegangen sind. Wenig später kam Niklas dann dazu, hatte einen großen Streit mit Anna. Ich war so sauer, dass ich es an dir ausgelassen hatte. Es tut mir leid, so ist man nicht zu seiner besten Freundin.”, entschuldigt sie sich schlussendlich.
      “Das erklärt jedoch nicht, wieso du erstens dann heute beim Essen so an ihm geklebt hast und zweitens dich so aufgeregt hast, weil mein Pferd seinem Instinkt gefolgt ist.”, sage ich genervt zu ihr.
      “Ja, da hast du recht. Du gibst mir einfach immer das Gefühl gegen dich ankommen zu müssen. Es provoziert einen immer, weil du von Natur aus alles kannst. Außerdem weiß ich, dass Niklas dich kennenlernen will und … und das will ich nicht. Ich hatte ihn zuerst.”, gibt sie dann zu.
      “Er ist doch kein Spielzeug, dass man sich einfach so nimmt und ich denke, dass ich alt genug bin. Mit jedem Satz, den er sagt, eigentlich bei allem, was er tut, merkt man, wie sehr er mit sich selbst zu kämpfen hat und um jede kleine Aufmerksamkeit ringt. Auch nach dem, was du mir erzählt hast. Niklas will nur auch mal etwas für sich allein haben und vor allem Liebe abbekommen. Ich habe genug eigene Probleme, um die ich mich kümmern muss. Da kann ich nicht noch Anfang seine Mutterfigur zu ersetzen, die er sich in seinem Kopf erschaffen hat, die von Grund auf immer gegen ihn ist. Ich bitte dich. Du weißt, dass ich keine Lust auf irgendwelche Männer habe mit Komplexen.”, sage ich und muss sogar lachen. Milena setzt mit ein.

      Samu
      Wow, wo bin ich hier nur reingeraten, dachte ich, während die beiden Mädels ihre Probleme ausführten. “Na geht, doch. Meint ihr, ihr Schafft es dann einen Tag friedlich zu sein?”, sagte ich zu den Mädels und dachte mir noch im Stillen wofür ich jetzt eigentlich da war. Warum hatten sie es nicht allein geschafft miteinander zu reden.

      Niklas
      In meinem Zimmer entschied ich mich dazu eine heiße Dusche zu nehmen. Die Aktion von Milena und auch Anna in der Cafeteria war mir zu viel, viel zu viel. Während das Wasser auf mich einprasselt versagen meine Knie und ich lasse mich auf den Boden sinken. Mein Körper zittern, mein Herz rast. Es wird schwarz vor meinen Augen.
      Im nächsten Moment finde ich mich in einem Raum wieder, ich friere. Der Boden ist weich, bei einem genaueren Blick scheint es Sand zu sein, bedeckt mit Stroh.
      “Hallo? Ist da jemand?”, rufe ich verzweifelt. Niemand antwortet und ich versuche einen Weg herauszufinden. Ich laufe an den Wänden entlang, die aus Holz sind. Einige Lichtstrahlen fallen in die Dunkelheit. Mein Puls steigt immer weiter an und auf meinem Rücken läuft der Schweiß hinunter. Es ist wieder die Scheune. Verzweifelt schreie ich nach Hilfe, suche einen Weg nach Draußen. Doch es gibt keine Tür, oder ein Fenster.
      “Niklas? Alles gut”, höre ich plötzlich Ju rufen, der mich besorgt anguckt nach dem er im Badezimmer vor mir steht. Verunsichert nicke ich.
      “Komm’, steh’ auf. Der Schmied ist da.”, fügt er noch hinzu und verlässt wieder den Raum.
      “Ich bin in Kanada, unter der Dusche. Es ist Sommer, kurz vor 11 Uhr im Jahr 2020. Mein Name ist Niklas Olofsson, ich bin 26 Jahre jung”, flüstere ich vor mich hin. Dann atme ich tief durch, schalte den Wasserhahn ab und greife nach einem Handtuch.
      Wenig später gehe ich zusammen mit Ju in den Stall.
      “Wirklich alles gut?”, fragt er besorgt erneut nach. Ich nicke nur. Natürlich ist ihm bewusst, dass nicht alles gut und ich wieder ein Flashback hatte. Wir haben nie drüber gesprochen. Er ist ein guter Freund. Ju hinterfragt nicht, akzeptiert es und unterstützt einem egal was passiert ist oder wird. Wieder verliere ich mich in meinen Gedanken.

      Lina
      “So, der ist fertig, kannst du ihn mir einmal bitte vorführen?”, sagte der Schmied zu mir und unterbrach so mein Gespräch mit Jace. “Klar”, antwortete ich, band den Junghengst los und lief mit ihm erst im Schritt und dann im Trab ein paar mal mit ihm Hin und Her. “Super, passt so, dann kannst du den nächsten Kandidaten holen”.
      “Die nächste Stute steht schon direkt in der ersten Box”, sagte ich zu dem Schmied und brachte den frisch beschlagenen Hengst zurück zu Koppel.
      Als ich zurückkam, hatte der Schmied schon angefangen Miss Leikas Hufe zu machen. Jace war zum Glück mit seinem Hengst verschwunden. Da der Schmied scheinbar erst einmal allein zur recht kam, machte ich mich auf die Suche nach dem nächsten Pferd. Ein Blick auf die Liste verriet mir, dass es Niklas Stute war. Also hieß es Niklas suchen. In der Hoffnung, dass er schon bei seiner Stute war, wollte ich im Stall suchen.
      Dort fand ich ihn auch tatsächlich mit Ju.
      “Hey, Nikals…”, begann ich und kam in Stocken als ich merkte, das er sein Shirt komplett falsch rum anhatte. “... Warum hast du das T-Shirt falsch rum an?”, fragte ich ein wenig verwirrt. “Aber eigentlich wollte ich dir nur sagen, dass Smoothie die nächste beim Schmied ist”, teilte ich ihm mit. Niklas sah mich ein wenig verwirrt an, als habe er nicht zugehört und stattdessen antworte Ju. “Alles klar, danke für die Info”. Ich blieb noch einen Moment stehen und überlegte, ob ich gehen sollte oder nicht, doch ich entschloss mich zu gehen. Denn was auch immer da los war, es ging mich nichts an. “Also ich bin dann draußen, wenn ihr irgendwas braucht”, hängte ich zögerlich an und verließ den Stall wieder.

      Niklas
      “Oh, danke für den Hinweis”, sagte ich etwas verspätet zu Lina, zog mein Shirt über den Kopf und drehte es um.
      “Schaffst du es allein?”, frage Ju und wandte sich dann zu Lina: “Du sag mal, ist Amy dann auch gleich an der Reihe?”
      “Äää, ja”, antworte Lina.
      “Also soll ich sie auch gleich mitbringen?”, frage ich meinen besten Freund. Er nickt und ich gehe los zur Weide. In meinem Kopf kommen immer wieder die Bilder hoch von dem Staub, der im Lichtstrahl tanzt.
      “Vielleicht ist es doch besser, wenn ich dich begleite”, sagt Ju zu mir, als er angejoggt kommt.
      “Danke”, sage ich still. Ich versuche mir so gut es geht nichts anmerken zu lassen, doch es scheint klar zu sein, dass mit mir etwas nicht stimmt.
      Wenig später kommen wir mit den beiden Stuten am Stall an. Smoothie ist voll mit Grasflecken.

      Ju
      “Kannst du das regeln?”, fragt mich Nik mit leicht zitternen Händen, als er mir seine Stute in die Hand drückt.
      “Natürlich”, antworte ich ihm.
      “Super, es geht um das Eisen hinten links. “, merkt er noch an, eh er sich wieder am Stall entfernt. Vermutlich sucht er sich nun eine ruhige Stelle und setzt sich in die Sonne, hoffe ich. Aber ich bin nicht sein Betreuer, solang er nicht mit mir drüber sprechen möchte, kann ich nicht viel für ihn tun.
      “Er ist nicht so scheiße, wie man denkt.”, sage ich zu Lina, die den Schmied bei seiner Arbeit betrachtet.
      “Ja, Nik verhält sich oft unausstehlich und hat sich nicht im Griff”, beginne ich an zu erzählen. Vermutlich will sie das alles gar nicht hören, aber ich muss mit wem drüber sprechen, damit es mich selbst nicht belastet. Außerdem war er nicht unbedingt nett zu ihr, also fühlt es sich an, als wäre ich ihr zumindest eine Entschuldigung schuldig. Ich binde seine Stute etwas weiter von der Cremello Stute an, da sich die beiden Pferde nicht kennen und ich nicht weiß, wie diese auf Smoothie reagiert. Entspannt versucht sie vom Boden einige Krümel zu fressen. Noch bevor Lina was sagen kann, rede ich weiter.
      “Ich habe ihn sitzend in der Dusche gefunden. Er hatte wieder einen Zusammenbruch. Das ist das erste Mal seit Monaten. Vermutlich fragst du dich jetzt, warum ich dir das erzähle. Eigentlich will ich mich nur in seinem Namen entschuldigen, weil er damit wirklich Schwierigkeiten hat einzuschätzen, wie weit er gehen kann.”

      Lina
      Aufmerksam hörte ich Ju zu. Ich schweig einen Moment und sah Smoothie dabei zu, wie sie am Boden nach Futter suchte. “Ist schon ok. Ich denke viele von uns haben ein Päckchen mit sich herumzutragen”, antwortete ich ihm und musste an meine eigene Vergangenheit denken. “Du bist ein echt guter Freund für ihn, jeder braucht jemanden wie dich”, ich wusste nicht genau warum ich das sagte, aber ich hatte das Gefühl das sagen zu müssen. Seitdem Niklas mir geholfen hatte, hatte ich schon das Gefühl, das da mehr war als der coole Niklas. “Mag sie Möhren?”, fragte ich Ju und deutete auf die Stute.
      “Ja, sie liebt die, aber darf nicht so viele fressen, weil Möhren viel Fruchtzucker haben und Nik auf ihre Figur achten will. Ach ja, hast du irgendwas was er machen kann? Ich denke, dass ihn hier allein auf dem Hof herumlaufen zu lassen ist doch nicht so gut. Nach so einer Situation ist er eine tickende Zeitbombe.”, antwortet er offensichtlich besorgt.
      “Na, das muss er ja nicht wissen und von einer Möhre wird sie schon nicht gleich 10 Kg zunehmen”, antworte ich und steckte der Stute trotzdem ein Stück Möhre zu.” Naja, er kann doch bestimmt mit einem Akkuschrauber umgehen, oder? Dann könnte er Divines Spind reparieren”, antwortete ich ihm auf seine Frage.

      Ju
      “Tatsächlich kann er noch mehr. Am Hof in Schweden hat er die viele Zäune selbst gebaut und alle unserer Spinde. Die Muskeln sind nicht nur Deko.”, erzähle ich ihr und muss lachen.
      Dann verabschiede ich mich kurz von ihr und mache mich auf die Suche nach dem Kerl. Mein erster Anlaufpunkt ist unser Zimmer, in dem ich ihn weder erwartet habe, noch angetroffen. Von Lina weiß ich, dass nicht weit weg vom Stall eine Wiese ist.
      “Nik, Lina braucht deine Hilfe”, rufe ich ihm zu.

      Niklas
      “Meine handwerklichen Fähigkeiten werden verlangt?”, frage ich belustig, als ich zurück in den Stall komme mit meinem Shirt in der Hand.
      “Vorher müsste dein Pferd noch zurück”, sagt Lina zu mir.
      “Ach, das übernehme ich, wenn Amy fertig ist”, wirft Ju fix ein. Ich bedanke mich bei ihm und wende mich dann Lina zu.
      “Also was soll ich tun?”, frage ich während ich mich etwas vor ihr aufrichte und runterschaue.

      Lina
      Wow, er war verdammt groß. Ich blicke zu ihm hoch “Also du hast eindeutig Gemeinsamkeiten mit deinem Pferd”, sagte ich halb scherzend, halb ernst gemeint.
      “Du, könntest mal deine Fähigkeiten nutzen und Divines Spind reparieren”, sagte ich ihm. Wenn ich mal so recht darüber nachdachte, konnte ich irgendwie nachvollziehen, was Vriska an ihm fand.
      “Komm ich zeig dir den Weg”, sagte ich und ging in Richtung Scheune um nach den Nötigen Werkzeug zu suchen.
      Natürlich lag es ganz oben auf dem Regal, ich wollte gerade nach dem Hocker suchen, doch Niklas schob mich einfach zu Seite.
      “Ich mach schon”, und keine Sekunde später hatte er auch schon den Werkzeugkoffer in der Hand.
      “Na gut, wenn wir das dann haben, zeig ich dir deine Baustelle.”

      Ju
      Während Lina mit Niklas verschwunden war, stand ich allein mit dem Schmied im Stall, der mit Amy deutlich schneller fertig war als erwartet.
      “So, ich brauche dann das nächste Pferd”, sagte er zu mir.
      “Öhm, ich würde Ihnen gern helfen aber ich bin nicht von ihr.”, entschuldige ich mich bei ihm.
      “Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit”, sagte er genervt. Also gucke ich mich hektisch im Stall um eh ein Pferd in einer Box entdecke, deren Hufe eindeutig länger nicht mehr an der Reihe waren, da die Sohle bereits deutlich über die Eisen wuchs. Vorsicht begrüße ich das Tier, dass mich neugierig an der Hand beschnuppert. Ich nehme den … vorsichtig gucke ich unter den Bauch … den Hengst an den Strick und binde ihm bei dem Schmied an, der sich direkt an die Arbeit macht.
      “Lina müsste gleich wieder da sein”, sage ich zu ihm und schnappe mir die beiden Stuten, um sie zurück auf die Weide zu bringen. Samu, Milena und Vriska kommen mir entgegen, die offenbar vom Ausritt wieder da sind.

      Niklas
      “Gladeligen, Lina (Sehr gern, Lina)”, antworte ich ihr. Einen Moment gucken wir uns tief in die Augen, eh mich abwende und mir den Schrank anschaue. Ich höre wie sie rasch den Raum verlässt. Als erstes Räume ich ihre Sachen aus dem Stall, die deutlich besser sortiert sind, als ich gedacht hätte. Die Kleine macht auf mich einen sehr verstreuten Eindruck, deswegen habe ich einen ziemlich chaotischen Spind erwartet. Womit ich jedoch richtig liege, sind die Anzahl an Dingen, die in sich ihm befinden. Mehr als vier Schabracken hatte ich bereits in der Hand, sowie die verschiedensten Salben, Cremen und Sprays. Von einigen ist sogar die Mindesthaltbarkeit seit mehr als einem Jahr vorbei. Doch es geht mich natürlich nichts an und ich stelle sie ebenfalls zu dem anderen Zubehör. Dann mache ich mich an die Arbeit. Ich löse die Scharniere von den Türen, stelle sie an einen anderen Spind. Mehrere Bretter sind ebenfalls abgebrochen, die ich mit Winkeln neu befestige. Die linke Tür ist mit ihrem Scharnier nicht mal ansatzweise in der Waage.
      Das Ein- und Ausräumen hat wirklich länger gebraucht, als die Reparatur an sich. Um Lina nicht noch mehr zu nerven, bringe ich das selbstständig zurück in den Schuppen, aus dem wir es geholt hatte. Dann begebe ich mich zurück in den Stall, in dem sich Lina und Ju sich über die Pferde unterhalten.
      “Ich melde mich zur Bereitschaft”, scherze ich, als ich ankomme.

      Lina
      “Ah, da ist ja der Ritter in glänzender Rüstung”, scherzte ich übertrieben theatralisch. “Es fehlen nur noch Saturn und…” ich schaute mich kurz um, doch die Box von Ace war leer “wo ist denn Acerado hingekommen?”, fragte ich Ju.
      “Der braune der das in der Box stand? Der ist schon beim Schmied”, antwortete Ju.
      “Oh, dann geht das heute aber schnell”, sagte ich ein wenig verwundert. Unser Schmied wurde noch nie für seine Geschwindigkeit bekannt. “Ausnahmsweise scheint es hier ja doch mal Menschen zu geben, die von allein Arbeiten”, verkündete ich fröhlich.

      Samu
      Die beiden Mädels und ich waren inzwischen ziemlich weit gekommen und die Sonne stand schon recht Hoch am Himmel. Die Stimmung war deutlich lockerer geworden und alle schienen den Ausritt zu genießen. Zumindest für den Moment schienen alle friedlich zu sein. Wir hatten den Waldrand erreicht und vor uns eröffnete sich eine riesige Bergwiese und im Hintergrund konnte man den Gletscher erkennen, wo sogar zu dieser Jahreszeit noch Schnee lag. Mein Schimmelhengst blieb aufmerksam stehen und sah zu den Felswänden hoch.
      Wie zwei kleine Bergsteiger kletterten Schneeziegen die Steilwände entlang.” Seht nur ihr zwei, Schneeziegen”, wies ich Vriska und Milena daraufhin.

      Vriska
      “Oh wie niedlich”, schwärmte Milena, als sie auch die Ziegen betrachtet hatte.
      In der Zwischenzeit habe ich über den Kuss mit Ju nach gedacht und wie gut es sich angefühlt hat. Es ist seit dem letzten ziemlich viel Zeit vergangen, genau genommen mehr als 2 Jahre. Als ich am Atomics Valley ankam, habe ich oft darüber nachgedacht, wie es mit Bruce wäre. Jedoch hat keiner von uns Beiden den Schritt gewagt. Seitdem er nicht mehr so häufig am Hof ist, haben wir uns auch ein wenig aus den Augen verloren.
      “Lina meinte das eure Beiden bitte am Stall bleiben sollen”, wieß Ju ein, als am Hof ankamen und er Smoothie und Amy zurück auf die Weide brachte.
      “Oh, danke. Machen wir”, bedanke ich mich bei Ju.
      “Was ist den mit Nik, dass du seine Stute mit wegbringst?”, fragt Milena etwas besorgt.
      “Der hat gerade anderes zu tun. Nichts wildes”, scherzt Ju und geht weiter.
      Am Stall angekommen, steigen wir alle von unseren Pferden. Als meine Füße den Boden berühren, zieht es deutlich in meinem Rücken und vor Schmerz verziehe ich das Gesicht.
      “Alles gut?”, fragt Samu. Um ihn nicht zu verunsichern, sage ich ja und nehme alles vom Pferd herunter. Dabei hilft er mir alles wegzubringen. Der Schmied ist gerade fertig mit einem braunen Hengst, sodass ich ihm den nächsten Kandidaten direkt dazu stellen kann. Auch Samu bindet seinen Schimmel an. Erst jetzt fällt mir auf, dass Lina sich wirklich gerade mit Niklas unterhält, der ziemlich selbstsicher neben ihr steht und kein einziges hochnäsiges Kommentar abgibt. Jedoch kann Milena keinen Spruch verkneifen.
      “Hey Lina, um dein Kopfkino etwas zu beruhigen. Ja, der Rest von ihm ist genauso groß”, sagt sie und geht mit Kempa weiter zu Weide. Es scheint ihm sichtlich unangenehm zu sein und er guckt kurz verärgert zu ihr, aber geht nicht weiter darauf ein.
      “Hast Niklas irgendwas verabreicht?”, flüstere ich Ju zu, zu dem ich mich etwas abseits gesellt habe.
      “Nein, der … er hatte vorhin einen kleinen Aussetzer und seit dem ist der so. Ist aber nichts Neues. Heute Abend ist er wieder der gleiche Arsch wie immer”, versichert er mir. Ich nicke überrascht aber frage nicht weiter nach.
      “Willst du hier bleiben oder wollen wir irgendwas machen?”, frage ich dann.
      “Nein, nein. Ich möchte hier bleiben und das Gespräch beobachten. Irgendwas ist ganz anderes.”, antwortet er verunsichert.
      “Ach gut, dass ich euch gefunden habe”, sagt Herr Holm, der auch ohne Shirt auf uns zu kommt.
      “Was ist los? Und willst du dir nicht mal was überziehen?”, sagt Ju etwas überrascht. Ich inspiziere unauffällig den Körper vom Trainer und bin sehr überrascht wie gut er noch in Form ist für sein Alter.
      “Bist du neidisch? Falls ihr die anderen trefft, sagt den mal bitte Bescheid, dass wir heute Abend gegen 20 Uhr für ungefähr eine Stunde Theorieunterricht haben und danach einen kleinen Filmabend machen. Bevor ihr fragt, ja Anwesenheit ist beim Unterricht Pflicht.”, scherzt er. Bevor er weiter geht, erklärt Herr Holm, dass auch alle vom WHC eingeladen sind ihr Wissen aufzufrischen. Wir bedanken uns für die Information und ich gehe allein zu den beiden Turteltauben rüber,

      Lina
      Natürlich hatte Milena mal wieder einen dämlichen Kommentar auf lager. Ich ignorierte sie einfach.
      “Na, ihr zwei”, kam Vriska zu uns rüber. “Ich soll euch zwei mitteilen, das heute Abend Theorieunterricht und Filmabend ist”, unterbrach sie unser Gespräch.
      “Wieder da und die Sonne ist noch da”, begrüßte ich Vriska. “Hat dir Rici gefallen?”, fragte ich sogleich.
      “Ja, er war ziemlich bequem. Es ist auch schön mal wieder was anderes Kleines zu reiten. Zu Hause sitze ich nur noch auf den Trabern oder auf dem Sulky.”, antwortet sie.
      “Sehr schön. Aber so ein Traber muss doch auch cool zu reiten sein, oder? Wenn der Schmied fertig ist, bin ich erst einmal fertig. Ich würde dann Limo und Eis für alle die wollen Spendieren”, schlug ich vor. Der Schmied ist gerade dabei den letzten von Aelfrics Hufen zu machen.

      Samu
      Die ist heute gut gelaunt, dachte ich mir als ich Lina entdeckte, die sich scheinbar gut mit Niklas unterhielt. “Limo und Eis klingt super”, stimmte ich meiner Freundin zu als ich vorbeiging. “Ich geh dann schon mal alles vorberieten, ihr und alle anderen können dann gerne auf unsere Terrasse kommen, wenn ihr so weit seid”, fügte ich noch hinzu und verschwand in Richtung Haus.

      Vriska
      “Du kannst dich ja im demnächst mal auf Smoothie setzen, sie ist auch ein Standardbred”, warf Niklas ein, bevor ich was sagen konnte. “Hat er sonst noch was gesagt hat?”, wandte er sich nun zu mir und sprach möglichst leise, in der Hoffnung, dass Lina es nicht mitbekam. Ich schüttelte nur mit dem Kopf und in seinem Gesicht machte sich eine Erleichterung breit. Während er sich in das Gespräch mit Lina kehrte, betrachtete ich sein Körper und besonders seine Brust, die genau auf meiner Augenlinie befand.
      “Wenn du willst, kannst du auch ein Foto mit mir machen”, bot er lachend an, als wäre er etwas Besonderes. Was Niklas auf irgendeine Art und Weise natürlich ist, aber nein. Vriska. Nicht weiter drüber nachdenken, sagte ich in Gedanken zu mir.
      “So er kann weg.”, sagte der Schmied und eh Lina sich dem Pony zuwenden konnte, band ich ihn ab.
      “Ich bringe ihn zurück”, sage ich nur zu ihr ging mit ihm los zur Weide. Mein Hirn spielt im Moment verrückt und jeder der Typen verdreht etwas, ist anziehend oder eher ausziehend. Vielleicht sollte ich mich eher auf die Mädchen konzentrieren, dann kann das nicht passieren. Obwohl, wenn ich so an Milena denke, die vorher nie solche Gedanken mir gegenüber geäußert hat, lässt sich nicht ausschließen, dass ich mein erstes Mal mit einer Frau habe.

      Lina
      “Oh, ja Smoothie würde ich gerne mal ausprobieren”, sagte ich begeistert als Niklas das vorschlug. Bevor ich überhaupt reagieren konnte, hatte Vriska sich schon das Pony geschnappt und war mit ihm verschwunden. “Sag mal wie kommt es eigentlich, dass du so ein hübsches Pferd besitzt. Ich mein, ich habe zwar keine Ahnung von Trabern, aber sie scheint echt gut zu sein”, fragte ich neugierig.
      Irgendwie hatte ich Interesse an Niklas gefunden. Ich hätte niemals erwartet, dass ich mal so einen Frauenhelden interessant fände, aber Niklas war irgendwie anders. Hinter seiner Fassade schien etwas zu schlummern, was ihn schwer zu belasten schien.
      “Standardbreds bzw. alle Trabrennpferde haben in Schweden eine lange Tradition. Aus dem Grund hat Opa es sich zur Aufgabe gemacht dieser Rasse mehr als ein reines Rennpferd einzuhauchen. Viele Jahre hat er damit verbracht die richtigen Elterntiere zu suchen und anzupaaren. So entstand auch Satz des Pythagoras, wie sie mit vollem Namen heißt. Öfter hat er auch englische Vollblüter mit hereingezogen um mehr Temperament zu bekommen. Außerdem sind bei der Rasse alle Fellfarben erlaubt und Opa hat immer ein Gräuel gegen die Deutschen Rassen gehabt, die durch die deutsche Kriegsführung im langweiligen Braun gezüchtet wurden. Bevor ich sie hatte, hatte ich ein schwedisches Warmblut. Und bekommen habe ich sie zur Aufnahme in den Verein, bevor er starb.”, erzählt er offen. Natürlich sind seine Blicke nicht zu übersehen, die er mir zuwirft. “Beindruckende Geschichte”, sagte ich, bevor der Schmied mich unterbrach, den nun auch mit Sky fertig war. “Begleitest du mich?”, fragte ich, während ich den Schimmel losband, um ihm zur Koppel zu bringen. Natürlich begleitete er mich. “Hast du ein Glück ein eigenes Pferd zu haben, ich träume davon seit ich ein kleines Mädchen bin”, fing ich an zu erzählen.

      Niklas
      “Bei uns in der Familie ist es üblich, dass jeder sein eigenes Pferd hat neben den Zuchtpferden. Damit kein Streit entsteht. Vielleicht sprichst du da mal mit Vriska drüber, sie hat Glymur noch nicht lange und eine Traberstute in Aussicht”, erzähle ich dann Lina. In mir fühle ich eine Erleichterung, dass ich mich mit jemanden Unterhalten kann, der mich nicht auf meinen Körper reduziert. Doch bevor ich irgendwas passiert muss ich sie darauf ansprechen.
      “Du, ich muss jetzt aber mal was fragen, bevor … was weiß ich. Was ist das mit dir und Jace, ist das was Ernstes?”, frage ich sie auf dem Rückweg zum Hof, nach dem sie Sky zu den anderen Pferden gestellt hat.

      Lina
      “Naja, das ist… Kompliziert”, fing ich ein wenig zögerlich an. Seltsamerweise vertraute ich ihm, obwohl ich ihn gerade einmal ein paar Tage kannte. “Das ganze fing an als ich für das HMJ in Schweden war. Seltsam wie einem Gefühle erst klar werden, wenn man weit entfernt von jemandem ist. Dann habe ich ihn in einem schwachen Moment meine Vergangenheit offenbart und meine Gefühle offenbart und er ist einfach ... Jace. Sagen wir mal seine Reaktion war nicht angemessen. Aber nein das ist nichts Festes und das war es auch nie. Ich denke, er verschweigt mir irgendwas und da Ehrlichkeit für mich eine Grundvoraussetzung ist... Naja, er hat seine Chance fürs Erste verspielt”, erzählte ich ihm offen. “Auch wenn mein Verstand mir sagt, dass es vollkommen logisch ist ihn auf den, Mond zu schießen, so ist das mit den Gefühlen leider nicht so einfach, vor allem wenn man ihn jeden Tag sehen muss.”, endete ich.

      Niklas
      “Und warum hast du nicht angerufen?”, scherzte ich, nach dem sie von Schweden sprach. Damit konnte ich wenigstens wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Kurzerhand stellte ich mich ihr vor den Weg. Noch einmal warf ich einen Blick auf unsere Umgebung, weit und breit war niemand zu sehen. Zum Hauptteil des Hofes waren noch einige Meter. Vorsichtig lege ich meine Hände an ihre Hüfte.
      “Was denkst du?”, frage ich sie sanft und gucke ihr tief in die Augen.
      “Ich weiß nicht “, antworte sie zögerlich und versucht meinem Blick auszuweichen. “Ich kenn dich doch gerade mal ein paar Tage. Woher weiß ich den, das du kein böser Vergewaltiger bist”, scherzte sie dann aber gleich. Sie flirtete eindeutig mit mir.
      “Deswegen habe ich dich vorher gefragt. Wollte dich nicht in Verlegenheit bringen, tut mir leid.”, antworte ich verlegen.
      “Außerdem, wenn es danach gehen würde… Ich bin deutlich größer als du und aufjedenfall stärker. Dann hätte ich dich bereits in den nächsten Busch gezogen.”, scherze ich eh ich still werde und kurz nachdenke. Dann hebe ich sie nach oben, hänge sie mir wie einen Schal über die Schulter und laufe Richtung Hof weiter. Natürlich zappelt sie, aber Lina hat keine Möglichkeit dem zu entfliehen.

      Lina
      “Ey, wo willst du hin”, schimpfte ich lachend und wehrte mich ein wenig, aber natürlich hatte ich keine Chance gegen ihn. Seine muskulösen Arme hatten mich fest im Griff. Niklas schien auch schon genau zu wissen, wohin er wollte. Zielsicher steuerte er auf seine Hütte zu. Vor der Tür musste er mich absetzen um aufzuschließen. Erstaunlicherweise war die Tür aber nicht abgeschlossen und ein leicht verdutzter Ju sah uns entgegen. “Äääh Hi”, stammelte ich und das Blut schoss mir in die Wangen. Ihn hatte ich hier nicht erwartet. “Niklas wollte mir nur … etwas zeigen”, stammelte ich weiter. Vielleicht sollte ich jetzt lieber die Klappe halten, ich klang, wie eine 12-jährige die von Ihren Eltern erwischt worden war.

      Niklas
      “Hoffentlich nur den Inhalt des Kühlschranks und nicht seiner Hose”, antwortet Ju scherzhaft.
      “Lina denk dran, der Rest wartet auf Eis und Limo. Beeilt euch. Jace wartet schon auf dich.”, fügt er noch hinzu und geht. Ich gehe in die Hütte und krame in meiner Tasche nach einer kurzen Hose. Typisch sieht der Raum aus wie ein einziges Schlachtfeld.
      “Du kannst auch in den Büffelstall hereinkommen, offenbar wolltest du dir ja etwas angucken”, scherze ich und zeihe meine Reithose herunter. Natürlich werfe ich sie nur auf den Boden. Meine kurze Hose habe ich jedoch immer noch nicht gesehen.
      “Wow, ein typisches Jungszimmer. Irgendwie hätte ich bei dir mehr, Ordnung erwartet”, antwortete sie mir, nach dem sie einen kritischen Blick durch den Raum geworfen hatte.
      “Ordnung? Nur, weil ich Geld habe? Zu Hause habe ich eine Reinigungskraft, die macht das.”, antworte ich etwas eingebildet und erwische mich direkt dabei, dass ich dieselbe Antwort noch ein mal in einer anderen Betonung von mir gebe. Endlich finde ich eine kurze Hose, die zwar von Ju ist, aber der wird schon kein Problem damit haben. Rasch ziehe ich sie mir über und merke erst jetzt, dass diese etwas eng anliegt. Kurz gucke in den Spiegel, ja passt. Dann ziehe ich wieder meine Reitstiefel und nehme Lina an die Hand mit nach draußen.
      “Komm wir gehen lieber, bevor noch irgendwelche Gerüchte aufkommen”, sage ich rasch zu ihr und schließe die Tür ab.
      “Ach, der Weltenbummler ist da”, sagt Ju freundlich zu mir. Weltenbummler ist unser Codewort für ‘Ich habe nichts gesagt, keine Sorge’
      “Haha ja, wir hatten uns etwas verquatscht an der Weide”, weiche ich schnell aus, um Lina nicht noch einmal in Verlegenheit zu bringen.
      “Deine Hose zeichnet aber eindeutig was anderes ab”, merkt dann Milena an.

      Lina
      “Kann sie eigentlich auch was anders außer dummen Kommentare Abgeben?”, sagte ich mit gesenktem Stimmer zu Niklas. Die Limonade stand bereits auf dem Tisch, sodass nur noch das Eis fehlte. “Ich geh dann mal das Eis holen”, sagte ich und verschwand im Haus. Bevor ich allerdings in den Keller ging, flitze ich noch in mein Zimmer, um mich umzuziehen. Aus Gewohnheit hatte ich heute am Morgen eine Reithose angezogen. Bei den sommerlichen Temperaturen draußen würde ich allerdings bald schmelzen, wenn ich weiter darin rumlief.
      Kurz entschlossen Griff ich mir eine kurze Jeans und ein Croptop aus meiner Kommode und zog mich um, meine Stiefel tauschte ich gegen Sneaker.
      Als ich wieder unten war kam mir Jace im Flur entgegen. “Lina, du hast dich nicht etwa was mit dem, oder?”, fragte er ein wenig zu harsch. “Nein und selbst wenn, geht dich das gar nichts an. Ich bin alt genug, um selbst zu wissen mit wem ich schlafe und ich bin auch nicht den Besitzt, Jace. Außerdem scheinst du mir kein bisschen besser zu sein als er.”, erwiderte ich ein wenig zickig. Diese Antwort schien ihm für Erste zu reichen, denn er trollte sich in die Küche.
      “Der Eiswagen ist da”, rief ich als ich nach draußen ging, mit einem Tablett voll mit Eis. Ich stellte das Tablett ab und nahm mir auch sogleich ein Fruchteis “Bedient euch”.
      “Na, haste dich extra noch hübsche gemacht”, kam ein dämlicher Kommentar von einem der Jungs. “Sagen die, die hier alle halb nackt rumrennen”, erwiderte ich nur und setzte mich an den Tisch.
      Jace kam aus der Küche zurück mit einem seiner komischen Proteinshakes und setzte sich Demonstrativ neben mich. “Jetzt mach hier mal nicht das Alphamännchen”, zischte ich ihm zu.

      Niklas
      „Daaaaaas ist meins“, griff Vriska rasch vom Tisch das einzige Wassereis. Natürlich fiel mir direkt auf, dass sie ihr Shirt ebenfalls entblößt hatte und nun ihm ihren Calvin Klein dasaß. Ju zog eine seiner Brauen hoch und legte merklich seine Hand auf ihren Oberschenkel, um sein Gebiet abzustecken. Dann ließ ich meinen Blick durch die Runde streifen. Milena ignorierte mich nun und unterhielt sich mit Samu über ihre Pferde. Zu Lina hatte sich nun Jace gesellt, der offenbar nicht begeistert von unserem gemeinsamen Ausflug scheint.
      „Nå … Had ni? (Und, hattet ihr?)“, flüstert Ju mir zu.
      „Ein Gentleman genießt und schweigt. Men, nej. (Aber nein)“, antworte ich vertrauensvoll. Er nickt nur und spricht mit Vriska weiter.
      „Das ist doch Bullshit! Du hast ’nen Korb bekommen, die zweite Enttäuschung dieses Tages!“, belustigt sich Anna, die gerade zum Tisch kam und unser Gespräch verfolgt hat.
      „Hmm?“, murre ich sie enttäuscht an.
      „Ich habe euch gesehen auf dem Weg. Du hast deine Hände an ihre Hüfte gelegt und ihr schöne Augen gemacht, so wie du es immer machst!”, wirft sie mir vor eh sie vorfährt. Vorsichtig werfe ich einen Blick zu Jace, in dem es vor Wut kocht. In der Runde ist es nun mucksmäuschenstill. Viele gucken zu mir, aber auch im Wechsel zu Anna und Lina, der das am unangenehmsten zu sein scheint.
      “Nur, dass du heute nicht das bekommen hast, was du unbedingt wolltest, du Bastard. Zum Glück ist das seit gestern Abend mit uns vorbei.”, belustigt Anna sich an der Situation, eh sie sich mit Milena von der Runde entfernt. Natürlich hat sie sich vorher noch ein Eis genommen.
      “Ich bring’ dich um”, schreit mich nun Jace voller Wut an. Lina hat Schwierigkeiten ihn zurückzuhalten, aber es gelingt ihr dennoch.
      “Was habe vorhin zu dir gesagt? Ich bin alt genug selbstständig Entscheidungen treffen zu können, außerdem war er nicht aufdringlich, nach dem ich nein gesagt habe”, flüstert sie ihm zu. Doch es war nicht so leise wie sie dachte, denn alle haben es gehört.
      “Ich werde dann mal gehen”, versuche ich mich zu verabschieden.
      “Nein, dass kannst du vergessen. Du bleibst hier”, stoppt mich Ju und setzt sich auf meinen Schoss.

      Jace
      Wütend war ich aufgesprungen, und vermute Lina, war der einzige Grund warum ich diesem Idioten nicht eine verpasste. Aufgebracht verließ ich den Tisch und stapfte in den Keller, wo mein Boxsack hin.
      Wütend schlug ich immer wieder auf den Sack ein und wünschte, dass es das Gesicht von Niklas war.
      “Na, genug abreagiert”, kam es aus dem Türrahmen nach einer Weile. Ich hielt inne um mich Umzudrehen. Samu stand im Türrahmen. “Wie lange stehst du da schon?”, fragte ich ihn.
      “Lang genug”, antwortet er nur knapp. Erst jetzt merkte ich wie sehr mein Knöchel schmerzten, weil ich natürlich nicht klug genug gewesen war sie zu schützen.
      “Also Jace falls du jetzt wieder in der Lage bist vernünftig zu denken, würde ich gerne wissen, wo du dir eigentlich das Recht hernimmst über Linsa Entscheidungen zu Urteil?”, frage ich ganz ruhig und gelassen, ganz nach seiner Art. Er war immer der Vernünftige. Statt ihm zu antworten, drehe ich mich wieder um und schlug erneut zu. “Fuck”, Gleich nach dem ersten Schlag bereute ich es auch schon gleich wieder, denn dieser letzte Schlag hatte ausgereicht, dass die Haut an meinen Knöchel aufplatzte.
      “Hier”, Samu reichte mir ein Taschentuch und einen Eisbeutel. Dankbar nahm ich das ganz entgegen und ließ mich in den Sessel in der Ecke sinken. “Gedenkst du mir auch zu antworten?”, hakte Samu weiter nach.
      “Mmmpf”, war meine einzige Antwort. Woher hatte ich mir dieses Recht genommen? Das war tatsächlich eine gute Frage. Ich vermute, eigentlich war da mehr zwischen ihr und mir als ich wahrhaben wollte. Nein ich vermute es nicht nur, es war da gewesen und ich hatte mich wie ein Arsch verhalten, ganz der alte Jace. “Ich bin einfach ein Idiot”, murmelte ich eigentlich zu mir selbst, denn Samus Anwesenheit hatte ich schon wieder vergessen. Verdammte Eifersucht. Bei jedem anderen wäre es mir egal gewesen, aber nicht bei ihr. Ich hatte das Bedürfnis Lina zu schützen, vor allem vor Leuten wie Niklas. Naja, eigentlich gehörte ich selbst zu den Leuten, oder? Kann sich ein Mensch so krass in seinen Grundzügen verändern? Scheinbar nicht, ich hatte ja glorreich das Gegenteil bewiesen.
      Erst jetzt fiel mir auf das Samu noch immer Türrahmen stand.
      “Darf ich dich mal was fragen: Wie schaffst du es eigentlich immer so verdammt beherrscht zu sein?”, fragte ich ihn. Schon oft hatte mich, es genervt wie ruhig er war und vernünftig, denn so hat er schon die ein oder andere Aktion gecancelt.

      Lina
      Jace, war wütend abgdampft und Samu war im gefolgt, vermutlich um sicherzustellen, dass er nichts dummes anstellte.
      Na großartig, jetzt hatte wirklich jeder mitbekommen, was zwischen mir und Jace war. Besser gesagt was da nicht war.
      “Glotz nicht so blöd”, fauchte ich die verblieben an, die sich reichlich zu amüsieren schienen. Mein Leben schien gerade wie ein Jengaturm zusammenzufallen. Wie kann man in so kurzer Zeit so viel Chaos verursachen … Wobei nein, nicht es ging schon länger als die paar Tage, die das Nationalteam da waren. Es hatte alles mit Divine angefangen, als mich meine Vergangenheit einholte. Am liebsten würde ich weglaufen, wie ich es sonst Tat, doch ich konnte nicht.

      Ju
      “Eh wir alle in unserem Selbstmitleid ertrinken und versuchen den anderen die Schuld dafür zu geben, sollten wir Spaß haben und den Tag genießen. Was haltet ihr davon, wenn wir schwimmen gehen? Amy könnte die Erfrischung gebrauchen”, schlage ich den verbleibenden vor.
      “Nein, ich will nicht ins Wasser, aber ich komme mit”, antwortet Vriska. Bevor ich da nochmal nachhaken werde, nickte ich zustimmend.
      “Ja gut, ich komme auch mit. Smooth ist aber rossig. Wäre cool, wenn wir nur Stuten nehmen könnten”, warf Niklas dann ein.
      “Ich werde Samu auch mal fragen. Lina, wenn Jace auch mitkommt, geht es für dich auch klar? Zur Not hetze ich Ju dann auf ihn.”, versucht Vriska sie ebenfalls davon überzeugen. Auch Niklas guckt mit seinen funkelnen Augen zu ihr.
      Sie brauchte einen Moment, bis sie merkte, das sie angesprochen war. “Ja, ist schon ok”, antworte sie dann.

      Vriska
      “Gut, dann gehe ich mal die beiden Männer suchen”, antworte ich erfreut und laufe in die Richtung, in die sie verschwunden sind. Ich sehe eine Tür, die in einen Keller zu führen scheint und nehme auch Samus Stimme war. Hier werde ich richtig sein, hinke die Treppe herunter und stehe neben Samu, der mich kurz verwundert anschaut.
      “Wir wollen zum Bach uns erfrischen, ach und nur Stuten, wenn ihr Pferde mitnehmen wollt. Ihr seid nicht nur herzlich eingeladen, sondern auch äußert erwünscht.”, lade ich die beiden ein. Eh Jace sich herausreden kann für ich noch etwas dazu: “Auch du Jace. Wir würden uns freuen.”
      “Ja, klar kommen wir mit. Wir kommen gleich hoch”, antworte Samu, denn Jace schien ein wenig verwirrt zu sein.
      “Okay, wir machen uns dann fertig und treffen uns in spätestens 30 Minuten vor dem Hauptstall”, erkläre ich den beiden und gehe wieder hoch zu den anderen auf der Terrasse.

      Niklas
      Ju hatte sich auf den Weg zur Hütte gemacht, um sich etwas anzuziehen und Vriska die anderen zu suchen. Nun saßen nur noch Lina und ich da.
      “E-Es tut mir leid. Ich hatte extra geguckt, dass uns niemand sieht, … Ich wollte dich nicht in eine unangenehme Situation bringen, weil ich mich nicht im Griff habe. Tut mir wirklich leid.”, versuche ich mich bei ihr entschuldigen. Doch aus welchem Grund? Ich schätze, dass die Zeichen nicht nur von mir gesendet wurden, sie ist eindeutig drauf eingegangen.
      “Ist schon ok, du kannst nichts dafür das Jace ein eifersüchtiger Wachhund ist”, antworte sie “und auch nicht das mein Leben so chaotisch ist”, fügte sie noch ganz leise hinzu.
      Verlegen grinste ich sie an, stand auf und hielt ihr meine Hand hin. Fragend blickt sie mich an.
      “Komm’ wir holen Smooth. Du kannst dich dann daraufsetzen und ich laufe mit”, schlug ich ihr vor. Offenbar konnte ich ihr damit wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

      Lina
      “Ähh warte kurz, ich muss mich noch kurz umziehen”, entschuldigte ich mich und flitzte auf mein Zimmer. Ich nutze den Moment für mich, um mich wieder zu sammeln, schlimmer konnte es ja wohl nicht mehr werden.
      Kurz darauf kam ich in Shorts und Bikini zurück. Angesichts der Temperaturen hatte ich beschlossen, dass ein Shirt wohl überflüssig sei.
      “So, dann können wir los”, sagte ich, als ich wieder vor Niklas stand. “Meinst du eigentlich Vriska will laufen oder nicht?”, überlegte ich laut auf dem Weg zur Koppel, als mir einfiel das Vriska ja nur einen Hengst dabeihatte.

      Niklas
      “Da Ju ja Amy nimmt, denke ich, wird es sie mit daraufsetzen”, sage ich kurz und taste mich vorsichtig zu ihrer Hand vor.
      “Hej, wartet”, ruft Ju uns dann zu und kommt angelaufen. Schnell nehme ich Linas Hand wieder aus meiner.
      Gemeinsam gehen wir die Pferde holen und unterhalten uns etwas über diese. Ju spricht die meiste Zeit, als hätte er heute Quasselwasser getrunken, worüber ich jedoch zum glücklich war. Immer wieder warf ich einen Blick zu ihr, doch sie war sehr in das Gespräch mit ihm vertieft, sodass es ihr nicht auffiel. Auf der Weide kamen unsere beiden Damen direkt zum Zaun. Sowohl Amy als auch Smoothie sind zwei richtige Arbeitstiere. Egal wie viel man ihnen gemacht hat, sie wollen und können immer wieder. Jetzt, wo die Schuhe auch wieder schön sind, sollte es auch kein Problem darstellen. Ich nahm meiner Schimmel Stute das Halfter ab und warf es neben das Tor. Wer sollte so ein Ding schon stehlen? Dann legte ich ihr das Knotenhalfter um, dass ich geholt hatte, als Lina sich umzog. Dazu habe ich einen Langen Strick genommen, dessen Ende ich an den unteren Verschluss anband. Unüberlegt hob ich Lina auf den Rücken meiner Stute. Sie lachte und wir liefen los. Auch Ju hatte sich schon auf seine Stute gesetzt.
      “Wann war der Treffpunkt?”, fragte ich noch mal nach, nachdem ich auf meine Uhr am Handgelenk geschaut hatte.
      “Nog, zehn nach eins”, antwortete Ju nach kurzem Nachdenken.
      “Oh dann müssen wir uns beeilen. 5 Minuten noch”, sagte, ich joggte los. Da ich viel Bodenarbeit mit Smoothie bisher gemacht habe, trabt sie direkt mit an und Lina fällt nach Vorn. Die Stute bremst direkt ab, um sie aufzufangen.

      Lina
      “Ey, du hättest mich warnen können, dass ein Pferd keine Zwerge gewohnt ist”, beschwerte ich mich gespielt, beleidigt bei Niklas. Ich sortierte mich wieder und ließ die Stute nun von mir aus antraben. Scheinbar war Smoothie es nicht gewohnt, von andren geritten zu werden, während ihr Besitzer nebenherlief.
      Im Trab kamen wir schnell wieder am Hof an und wir waren nicht die letzten, denn Vriska war die Einzige, die schon vor dem Stall wartete.
      “Typisch, Jace immer der letzte”, rief ich ihn fröhlich entgegen als er und Samu mit ihren Stuten und die Ecke kamen.
      “Und du willst scheinbar hoch hinaus”, kam es gleich von ihm zurück.
      “Ey, Smooth ist nicht viel größer als Masko, als hättes du mich noch nie auf einem großen Pferd gesehen”, erwiderte ich. Wobei er insofern recht hatte, das Smoothie durch ihre langen schlanken Beine um einiges größer aussah als meine Hannoveraner Stute.
      “Aber sie macht doch eine gute Figur auf ihr, va?”, scherzte Niklas noch.
      “Ach Jace ist doch nur eifersüchtig, weil sein Pferd nicht das größte ist”, scherzte Samu.
      “Zum Glück kommt es nicht immer auf die Größe an, sondern auf die inneren Werte”, warf nun noch Vriska ein, die auch so ein Zwerg ist wie ich.
      “Na, los wenn wir hier noch länger rumstehen, schrumpft sein Pferd noch”, fügte der Finne belustigt hinzu und treib seine Fuchsstute an.
      Ich konnte Jace ansehen, dass er am liebsten noch einen blöden Kommentar gemacht hätte, doch er begnügte sich lieber damit Samu zu folgen.

      Niklas
      Immer wieder warf ich einen prüfenden Blick zu Lina, die wirklich eine gute Figur auf meiner Stute macht. Doch wurde dann von zwei mir bekannten Stimmen aus den Gedanken gezogen.
      “Wir kommen auch mit”, sagt Milena sehr knapp bekleidet auf ihrer Scheckstute in Begleitung von Anna, die ebenfalls auf einer Isländerstute sitzt.
      “Wie kommt es denn, dass Max dir Blávör überlassen hat?”, frage ich verwirrt, denn bis auf ich durfte noch niemand auf seinen Stuten sitzen.
      “Er hielt es für eine gute Idee, weil es ihm nicht so gut geht”, antwortet Anna sehr von sich überzeugt.

      Vriska
      “Aha, okay. Was hat er denn?”, frage ich darauf hin. Ich versuchte mein Interesse zu verschleiern, denn obwohl er ein ziemlicher Arsch seit der Aufnahme im Verein ist, war unsere gemeinsame Zeit in Deutschland was wirklich Besonderes. Ich vermisse es wirklich, wie viel Mühe er sich gegeben hat, wenn ich mal wieder schlechte Laune hatte am Hof. Doch sein Ego hat es nicht verkraftet, dass wir beide gut genug sind, um den Hof zu vertreten im Verein.
      “Alles gut”, flüstert Ju mir zu, der vor mir auf Amnesia sitzt.
      “Ja, alles gut.”, antworte ich und meine Hänge wandern hoch zu einer Brust. Vorsichtig drücke ich mich an ihn heran. Natürlich spüre ich, dass sein Körper sich direkt entspannt.
      “Ach, der hat ziemliche Kopfschmerzen und irgendwas ist mit seiner Mutter”, antwortet dann Milena. Ich gehe nicht weiter drauf ein und versuche mich auf das hier und jetzt zu konzentrieren.
      Am Wasser angekommen, nutzt Ju meine Unaufmerksamkeit und schubst mich rein.
      “Was stimmt mit dir nicht?”, rufe ich ihm wirklich aggressiv zu. Auch er springt nun rein und taucht vor mir wieder auf.
      “Man, ich hatte mein Handy noch in der Tasche”, sage ich dann verärgert.
      “Jetzt mach’ dir mal keine Gedanken.” antwortet er und guckt sich das Modell an.
      “Das iPhone 11 pro kann bis zu 4 Meter tief ins Wasser für maximal 30 Minuten am Stück”, erklärt er und nimmt es mir ab. Kurz verlässt er das Wasser, zieht seine Schuhe und das Shirt aus. An einem Baum legt er die ganzen Sachen hin. Ich folge ihm, um auch dort meine vollkommen in Wasser getränkten Reitschuhe hinzustellen. Hoffentlich sind sie wieder trocken, wenn wir zurückgehen.

      Samu
      Während die ersten schon schneller im Wasser lagen, als ihnen lieb war, rutsche ich vom Rücken meiner Stute runter und legte meine Schuhe am Ufer ab. Mein Seepferdchen konnte es sich nicht nehmen lassen Jace und seiner Stute einfach in Wasser zu folgen und sich natürlich erst einmal reinzulegen. So brav wie Sally auch war, manchmal war sie einfach eine Knalltüte.
      Smoothie die eigentlich mit Lina am Ufer wartete, bis Niklas seine Schuhe und sein Handy beiseite legte, fühlte sich scheinbar von Selection animiert und begann im flachen Wasser zu planschen, sodass alles in ihre Umgebung nass wurde.
      “Na, du bist ja ein Spielkind”, sagte Lina lachend und ließ sie Stute weiter ins Wasser treten.
      “Also Jace, ich finde du bis noch viel zu trocken”, rief ich und ging ins Wasser, um diesen Zustand zu ändern. Mein Pferd dachte sich scheinbar dasselbe, denn Sally stand gerade prusten wieder auf und schüttelte sich. Kurz drauf hatte ich ihn auch schon erreicht und schubste ihn von seinem Pferd.

      Lina
      So wie die Schimmelstute im Wasser spielte, erinnerte sie mich stark an Divine, was meine Laune gleich noch ein wenig verbesserte. Der Stute stand das Wasser inzwischen bis zum Bauch und es fehlte nicht mehr viel, bis sie schwimmen würde. Da ich durch ihre Planscherei schon nass war, sparte ich es mir Schuhe und Hose auszuziehen und ließ die Stute in die Mitte des Flussbetts treten. Sobald sie den Boden unter den Füßen verlor, ließ ich mich von ihrem Rücken gleiten und schwamm neben ihr her. “Na, jetzt kommt doch endlich rein. Seid ihr wasserscheu”, rief ich dem Rest zu, der immer noch am Ufer stand.

      Vriska
      Ich stellte mich zu Niklas ans Ufer. Wasser ist nicht mein Element. Verärgert gucke ich an mir herunter, denn ich hatte als Einzige eine lange Hose an, was nun auch Nik vernommen hatte.
      “Du kannst die auch ausziehen. Dir guckt schon keiner was ab”, sagte er belustigt.
      “Ne, ne alles gut”, lenkte ich ab. Natürlich war nichts gut. Ich hasse es, wenn Kleidung förmlich an mir klebt und sich noch enger anfühlt.
      “Komm, du kannst meine Hose haben, wenn du willst. Oder besser sagt, die Hose von Ju. Ich habe noch eine Boxershorts drunter”, bot er mir dann an. Kurz musste ich drüber nachdenken aber stimmte dann zu. Er zog sich provokant seine Hose runter, jedoch etwas zu harsch und plötzlich stand Niklas mit herunter gezogenen Hosen vor mir. Milena hatte offenbar recht gehabt. Doch um es ihm nicht noch schwieriger zu machen, drehte ich mich schnell um, eh sich seine Shorts wieder hochgezogen hatte.
      “Spart es euch doch bitte für zu Hause auf”, rief Anna nun sehr eklig zu, dass auch Lina darauf aufmerksam wurde.
      Keiner von uns Beiden ging auf ihr Kommentar ein, stattdessen drückte er mir die kurze Hose in die Hand und ich verschwand im Busch.
      “Es muss dir doch nicht peinlich sein”, sagte er dann und kommt näher zum Busch, in dem ich mich gerade umziehe.
      “Geh’ weg”, versuche ich ihn zu verscheuchen aber vergeblich.
      “Alles gut?”, frage er dann wehmütig. Es war natürlich klar, dass er unbedingt zu gucken wollte oder was auch immer mal wieder perverses in seinem Kopf los ist.
      “Das ist Geschichte”, versuchte ich das Thema zu beenden. Niklas sagte nichts weiter und schien ziemlich gerührt zu sein. Seitdem es immer mehr Narben wurden, habe ich niemanden mehr meine Beine betrachten lassen und auch im Haus trug ich zu 90 % eine hautfarbene kniefreie Leggings.
      Gemeinsam gingen wir wieder Richtung und ich hielt Niklas am Arm fest.
      “Bitte sei vorsichtig mit ihr. Verletz sie bitte nicht”, ermahnte ich ihn.
      “Ich gebe mein Bestes”, gestand er mir und stürmte ins Wasser. Im Austausch kam Ju mit Amy her.
      “Alles gut? Hat er dich betatscht?”, hinterfragte Ju harsch.
      “Ja, es ist alles gut.”, beruhigte ich ihn dann wieder. Erleichtert atmet er aus und versucht mich wieder aufs Pferd zu ziehen. Spielerisch wehrte ich mich, doch natürlich war er deutlich kräftiger und ich liege im nächsten Moment wie ein Sack Reis über dem Rücken der Stute.

      Lina
      Natürlich war mir die Szene am Ufer eben nicht entgangen. Nach der ersten Irritation stellte sich bei mir erstaunlicherweise eher Neugierde ein. “Sag mal, was läuft da eigentlich zwischen dir und Vriska?”, fragte ich neugierig, denn auch wenn die Situation eben eindeutig sehr seltsam war, ging er mit Vriska so anders um als mit den anderen Mädels aus dem Team. “Also du musst mir auch nicht antworten”, fügte ich noch hinzu, weil ich auf einmal doch sehr unsensibel vorkam.

      Niklas
      “Nej, alles gut. Deine Frage ist schon berechtigt … “, fing ich an zu Lina zu sagen. Normalerweise würde ich nun abwinken, mir irgendwas ausdenken, aber es fühlte sich nicht richtig an. Ungeschickt warf ich immer wieder einen Blick zu ihr und Ju ans Ufer, die aber Beide lachend sich unterhielten.
      “Eigentlich würde ich jetzt sagen wollen, dass ich nur gucken möchte, ob sie für diesen Moment die richtige für Ju ist. Aber das wäre Nonsens. Nog … mehr oder weniger. Ich bin jetzt ehrlich zu dir. Es ist als würden wir beide ein Spiel miteinander spielen, in dem wir gegenseitig testen, wie weit der andere geht, ohne irgendetwas davon wirklich ernst zu meinen. Mir macht es einfach unglaublich Spaß andere … du weißt schon. Aber mit dir ist das anders. Ich. Ich spiele mit dir nicht.”, versuchte ich nun mein Verhalten zu verteidigen, was mir deutlich schwerer fiel als ich dachte.
      “Sie ist verschlossen, sucht nach Aufmerksamkeit und hauptsächlich nach jemanden, der auf sie achtet. Jemanden, der ihr hilft das Gepäck zu tragen. Krampfhaft schreit sie innerlich danach. Und … wie sage ich das jetzt. Vriska gibt mir das Gefühl, dass ich ihr helfen soll und mit jeder Kleinigkeit, die ich mache, scheint es besser zu werden. Es ist als würde ich sie psychisch Befriedigen und das schwimmt auf mich über.”, spreche ich weiter. Mittlerweile klingt es schwachsinnig was ich erzähle und hoffe, dass Lina das reicht.

      Lina
      Da war es wieder, das Gefühl, dass da mehr hinter steckte als der coole Macho, den Niklas nach außen hin gibt. Je mehr ich ihn kennenlernte, umso mehr verstand ich sein Verhalten. “Mit dir hat sie einen guten Gepäckträger”, antworte ich nachdenklich, weil ich nicht wusste, was ich sonst sagen sollte.
      Smoothie, deren Gegenwart ich schon fast vergessen hatte, pruste mir auf einmal in den Nacken.
      “Na, du was willst du denn Jetzt”, fragte ich die Stute und drehte sich zu ihr um. Grob schubste ich die Stute an, sodass ich fast umfiel.

      Niklas
      Geschickt fing ich Lina auf und setzte sie kurzerhand zurück auf den Rücken meiner Stute.
      “Bevor wir uns falsch verstehen. Ich möchte auf keinen Fall ihr Gepäck tragen. Es ist eher … ich genieße jeden Moment, in dem sie danach bettelt, dass ich ihr helfe”, gebe ich zu und fühle mich nicht wirklich wohl damit. Von hinten höre ich jemand durchs Wasser patschen, nervös drehe ich mich um. Vriska und Ju kommen dazu. Ich spüre wie das Blut in meinen Kopf hochsteigt. Hoffentlich hat es keiner gehört.
      “Du, komm’ mal mit”, sagt Ju zu mir, ich entschuldige mich kurz Lina. Vriska bleibt bei ihr.
      “Was los?”
      “Vriska hat es nicht mitbekommen, aber ich weiß ganz genau worüber du mit Lina gesprochen hast. Bitte. Bitte, versau es mir nicht. Nicht schon wieder”, fleht er mich förmlich an. Natürlich weiß er darüber Bescheid.
      “Mach’ dir keine Gedanken, ich werde versuchen sie nicht weiter zu provozieren und zu schikanieren.”, beruhige ich ihn.
      “Danke, aber bitte lass deine sadistische Ader nicht an ihr aus”, fügt er noch hinzu eh Ju sich wieder Vriska widmet.

      Lina
      Na, toll. Natürlich hatte ich es mal wieder geschafft, in das einzige Fettnäpfchen weit und breitzutreten. “Sag mal Vriska, Niklas hat erzählt du hättest Glymur gekauft. Wie hast du das eigentlich finanziert?”, fragte ich um das Gespräch auf ein hoffentlich sicheres Terrain zu lenken.
      “Ähm … Da scheint Nik was falsch verstanden zu haben. Er gehört mich nicht komplett. Also Tyrell und Bruce haben mir ihn geschenkt, da ich nun seit knapp 2 Jahren zur Familie gehöre und wirklich viel gearbeitet habe. Besonders am Anfang noch auf freiwilliger Basis, ohne Geld dafür zu bekommen. Jedoch ist das eigentlich gar nicht so ausschlaggebend. Sagen wir es mal so. Mein Vater hat eine große Firma in England und jedes Jahr bekomme ich eine Gewinnausschüttung, weil mit 5 % gehören, deswegen habe ich eigentlich keine Sorgen in diese Richtung. Aber ich lebe sehr verschwenderisch …”, erzählt sie mir offen und verschluckt die letzten Worte. Na herzlichen Glückwunsch, da hatte ich scheinbar gleich das nächste Fettnäpfchen gefunden. “oh, ich wollte jetzt nicht … “, stammelte ich etwas verlegen. Irgendwie war ich heute scheinbar der Elefant im Porzellanladen. Ein wenig verlegen, spielte ich mit der Mähne der Stute und war ein wenig erleichtert, als ich sah, dass die Jungs wieder zu uns kamen.

      Niklas
      “Willst du ihn noch mal sehen, oder warum guckst du so interessiert?”, frage ich Vriska provokant.
      “Nein, ich verzichte aber danke für die Nachfrage”, antwortet sie und Ju guckt böse zu mir. Natürlich was es wieder genau das worüber wir gesprochen hatten. Ich hielt es für das richtige mit Lina etwas abseits von den anderen zu gehen. Neugierig folgt mir meine Stute, auf der sie noch immer saß. Auf dem Weg blieben wir bei Samu stehen, der noch immer nicht zu glauben scheint, dass ich es nur gut meine mit ihr. Das, was in mir brodelt, ist anderes. Es fühlt sich so nahbar an, echt. Jedoch ist es zu früh darüber zu sprechen, schließlich verbindet uns bisher nur das reiten.
      “Pass gut auf sie auf, sonst hast du hier keinen Spaß mehr”, sagte er zu mir und warf mir einen kritischen Blick zu.
      “Ich gebe mein Bestes”, gab ich zu und führte sie weiter. Etwas Abseits steig Lina von meiner Stute ab und setzte sich in die Sonne, während Smoothie weiter im Wasser spielte.
      “Bedrückt dich etwas?”, fragte ich sie dann. Lina ist still geworden und scheint sich über irgendetwas Gedanken zu machen. Irgendwie macht es mich unsicher, sie so zu sehen. Genauso blöd finde ich, dass alle nur schlechtes in mir sehen.

      Lina
      “Irgendwie scheine ich aktuell einfach alles falsch zu machen”, sagte ich und ließ mich auf den warmen Sand sinken. “Es ist so viel passiert in den letzten Monaten”, fügte ich hinzu. “Ich dachte gerade, dass ich mein Leben in den Griff bekomme und dann scheint einfach alles einzustürzen”, begann ich zu reden. Es war schon seltsam, dass ich gerade dabei war, einem Mann, den ich gerade einmal vier Tage kannte, alles zu offenbaren, aber irgendwie fühlte es sich richtig an. Vielleicht gerade, weil ich ihn kaum kannte. “Naja, damit du das ganz verstehen kannst, muss ich ganz vorne Beginnen, in meiner Kindheit. Unsere Mutter hat meine Familie und mich verlassen, als ich noch sehr klein war, ist mit irgend so einem Typen durchgebrannt. Von heute auf Morgen stand mein Vater mit drei kleinen Kindern allein da. Somit zogen meine älteren Geschwister und ich zu meiner Tante. Mein Vater war nicht viel Zuhause, ständig auf Geschäftsreise. Er hat uns zwar geliebt, ist aber nie darüber hinweggekommen, dass seine Frau ihn verlassen hat. Das heißt soviel wie, auch wenn er Zuhause war, haben wir ihn nur selten zu Gesicht bekommen. So kam es, dass ich meine Zeit hauptsächlich mit meiner Tante im Stall verbrachte. Sie hatte einen Kutschbetrieb, so kam ich zu den Pferden. Und natürlich gab es für mich auch ein ganz besonderes Pferd. Vijami kannte ich, seit er ein Fohlen ist wir sind zusammen aufgewachsen und irgendwann zusammen über die Wiesen gefetzt, aber zu ihm später mehr. Mein Bruder ist, sobald er konnte ausgezogen, sodass nur noch meine Schwester und ich übrig waren. Mein Vater hat sich nämlich irgendwann eine neue Familie gesucht und uns gemieden. Naja und an meinem 12. Geburtstag passierte es”. Ich musste einen Moment innehalten, von diesem Unfall hatte ich bisher fast niemandem erzähl und es fiel mir immer wieder schwer darüber zu sprechen. Meine Kehle wurde eng und ich wusste, hörte ich jetzt auf zu sprechen würde ich vermutlich daran erstickte. Niklas setze sich vor mir und griff nach meinen Händen. Also sprach ich mit einem Beben in der Stimme weiter “Meine Tante wollte mich Überraschen. Sie hatte Vijami angeschirrt und hübsch gemacht, denn sie wollte ihn mir schenken. Sie warteten draußen vor dem Hof auf der Straße, während meine Schwester mich holte. Eine der Angestellten meiner Tante, kam gerade mit einem der Jungpferde von einer Trainingsfahrt zurück, als ein LKW laut hupend vorbeiratterte. Da Jungpferd erschrak und rannte panisch los, die beiden Kutschen trafen aufeinander und ich musste mit ansehen, wie sich die Deichsel durch Vijamis Brust bohrte und meine Tante durch die Luft flog”, ich hielt einen Moment inne, um noch einmal tief Luft zu holen. “Beide Menschen und beide Pferde starben bei dem Unfall. Meine Tante war unsere letzte wirkliche Bezugsperson gewesen. Mein sogenannter Vater schickte uns einfach auf ein Internat in der Stadt, statt sich um uns zu kümmern. Nie wieder, hatte ich mir geschworen, wollte ich etwas mit ihm zu tun haben. Er hatte seine eigenen Kinder einfach im Stich gelassen. Naja, so kam es dann, dass ich nach der Schule auswanderte und hier herkam”.
      Ich blickte Niklas einen Moment lang an wie er einfach nur dasaß und zuhörte, bevor ich weitersprach. “Naja, du fragst die jetzt bestimmt, was das mit hier und heute zu tun hat. Lange Zeit war ich hier sehr glücklich und dachte zu mindesten, ich habe mein Leben im Griff, doch dann kam das HMJ. Durch die ganze mediale Aufmerksamkeit fiel meinem Vater scheinbar doch ein, dass er noch andere Kinder hatte und hat sich gemeldet. Ich habe ihm bis heute noch nicht geantwortet, weil ich nicht weiß, ob ich ihm das jemals verzeihen kann.
      Und noch etwas, Divine ist Vijami unheimlich ähnlich. Nicht äußerlich, denn ein Finnpferd hat relativ wenig mit einem Freiberger gemeinsam, aber sein Charakter. Das mag jetzt vielleicht absolut bescheuert klingen, aber manchmal habe ich das Gefühl Divine ist die Wiedergeburt von Vijami. Aber zurück zum eigentlichen Punkt: An dem Abend, wo ich mit Divine ankam, hatte ich dann einen kleinen Nervenzusammenbruch und den Rest der Geschichte kennst du schon”, endete ich kaum hörbar. Eine Träne löste sich aus meinem Augenwinkel und tropfe vor mir in den Sand.

      Niklas
      Gespannt lauschte ich der wirklich lange Geschichte, die mir Lina da erzählte. Viele Dinge schossen mir durch den Kopf und eigentlich wollte ich ihr gern helfen, doch mir fiel natürlich nichts ein. Vielleicht könnte ich sie mit irgendwas aus meinem Leben aufmuntern, aber ich wollte natürlich ihre Geschichte nicht weniger wertig machen. Deshalb entschied ich das einzige Mittel zu nehmen, dass ich habe - lange Arme und einen breiten Oberkörper. Ohne sie zu erdrücken, zog ich sie an mich. Ich hörte die Kleine schluchzen. Auch ich musste mich zusammenreißen nicht mitzuweinen.
      “Weißt du, ich kann gerade nichts Aufmunterndes sagen, ich kann nur für dich da sein. Aus eigener Erfahrung weiß ich, das Sätze wie ‘das wird schon wieder’ oder ‘du schaffst das’ nicht wirklich das mit bringen, was man von ihnen erwartet.”, fing ich an mit ihr zu reden.
      “Aber ich kann dir sagen, dass ich ansatzweise nachempfinden kann, wie es dir jetzt gerade geht. Ich hatte vorhin in der Dusche wieder mal einen Break down mit Flashbacks zu der Scheune meines Onkels.”, ich stoppte. Mit feuchten Augen blicke in den Himmel und atme mehrfach tief ein und wieder aus. Dann entschied ich, Lina die Zeit zu geben, die sie gerade braucht.

      Milena
      “Denkst du wirklich, dass das eine gute Idee ist”, fragte ich noch einmal Anna, die mir gestern einen Plan verriet, in dem sie Niklas das Leben zur Hölle machen will.
      “Ja, zu 100 %. Du weißt doch selbst wie er ist und ich habe das nun mehr als 8 Monate mit mir machen lassen, weil ich es für das richtige hielt. Bis ich dich traf.”, sagte sie verliebt zu mir. Ich nickte ihr zustimmend zu. Tausende von Gedanken schwirren durch meinen Kopf, weil ein Teil davon ist, Ju die Wahrheit zu verraten. Gerade dieser Teil beängstigt mich. Was geht mir die Beziehung der beiden Männer etwas an, schließlich langen diese Dinge in der Vergangenheit aber Anna war getrieben von ihrer Rachsucht.
      “Lass und doch erstmal etwas Spaß mit den Pferden haben”, versuchte ich sie ein wenig abzulenken, doch Anna war nicht zu bremsen. Im Trab ritt sie zu Ju und Vriska, die gerade andere Dinge im Kopf hatten.
      “Ju, können wir kurz sprechen?”, fragte sie kurz. Er nickte und zu dritt entfernten wir uns von Vriska, die uns verwirrt nachschaute.

      Ju
      Etwas verwundert folgte ich den beiden Mädels, ohne wirklich zu verstehen, weshalb sie mit mir sprechen wollten.
      “Weißt du noch, was wir uns kennengelernt haben?”, fragte sie dann, ohne wirklich die richtigen Worte zu suchen. Vriska weiß natürlich nicht, dass ich Niklas und Anna damals einander vorstellte. Vor allem weiß sie auch nicht, dass wir damals ein Paar waren. Milena wurde offenbar schon eingeweiht und unterstützte sie bei unserem Gespräch.
      “Natürlich erinnere mich noch daran. Es war schließlich eine schöne Zeit”, erinnerte ich mich zurück.
      “Da hast du recht. Aber weißt du, Niklas war in der Zeit nicht wirklich begeistert davon. Als du uns einander vorgestellt hast, war ich erst ziemlich unsicher, ob ich wirklich mit dem besten Freund meines Freundes Kontakt haben sollte. Jedoch erschien es mir eine gute Möglichkeit zu sein, dass wir beide uns besser kennenlernen können. Niklas schien allerdings anderes in seinem Erbsenhirn zu haben. Ungefähr nach zwei Wochen rief er mich jeden Tag an. Anfangs unterhielten wir uns viel über dich und mich, was ich mit dir machen könnte. Sowas halt. Irgendwann wurde jedoch daraus, woran Nik gerade denkt, was er gern mit mir machen wollte. Das faszinierte mich und ich entschied eines Nachts zu ihm zu fahren.”, erzählte sie offen, teilweise beschämt.
      “Und was willst du mir damit nun sagen?”, frage ich sie trocken.
      “Niklas hat es nicht ausgehalten, dass du jemanden kennenlernst und er alleine da steht”, versuchte Anna mich nun davon überzeugen, dass es eine große Verschwörung ist.
      “Anna bist du wirklich so naiv und denkst, dass Niklas und ich nie miteinander sprechen? Ich kenne diese Version schon. War’s das?”, fragte ich sie dann genervt. Schockierte gucke sie mir nach, als ich zurück zu Vriska gehe. Natürlich wusste ich nur Teile davon, aber ich wollte nicht das sie die Freundschaft kaputt machte. Bruder vor Luder oder so.

      Milena
      Offenbar schien der erste Teil des Plans schon mal nicht aufzugehen und ich versuchte Anna nun noch das was folgen sollte, auszureden. Doch wie besessen machte sie sich nun auf den Weg zu Jace und nur mit Mühe konnte ich ihr und Blávör auf Snúra folgen. Vielleicht war es doch nicht so das Richtige mit ihr.
      Als ich bei Jace ankam, war Anna bereits dabei ausgewählte Teile ihrer Beziehung zu erzählen. Geschichten, in denen Niklas sich bei irgendeiner Party abgeschossen hatte und mit irgendjemanden im Badezimmer wiederfand. Geschichten, in denen er wahllos auf Anna losgeht, sie für irgendwas beschuldigt und teilweise mit der Hand ausholt. Alles das, was man aus irgendwelchen Talkshows kennt. Jedoch zweifle ich langsam daran, ob das alles der Wahrheit entspricht. In Jace kochte es bereits und als Anna ihm nun noch sagte, dass sie genau weiß, dass Lina nur eine weitere auf seiner Liste ist, stieg er aus. Gedanklich. Aus Angst erzählte sie ihm das ganze, weil sie nicht wollte, dass noch jemand leiden musste.

      Samu
      Etwas verwundert beobachtete ich wie Anna und Melina zu Jace rübergingen, nachdem sie mit Ju geredet hatte. Keine Ahnung was sie ihm erzählten, aber ich konnte erkennen, das es nichts Gutes in ihm heraufbeschwor. Er schien förmlich größer zu werden, als er wütend begann loszustampfen. Nein, da konnte nichts Gutes bedeuten. Er war schon halb bei Lina und Niklas angekommen und das Bild, was sich bot, würde ihn definitiv nicht beruhigen, denn Lina lag schluchzend in seinen Armen. Eilig sprang ich vom Rücken meiner Stute, um ihm zu folgen.
      “Was bist du nur für ein Scheißkerl”, schreit er Niklas an. Jace kochte vor Wut, da konnte jeder sehen. Niklas sah zu ihm hoch und schob ich gleichen Moment Lina hinter sich.
      Jace stand nun genau vor ihm und blickte ihn scharf in die Augen. “Deine Ex hat mir alles erzählt”, zischte er ihn wütend an und hob den Arm mit geballte Faust.
      “Nein, Jace tu das nicht”, rief ich und legte noch mal an Tempo zu… Doch bevor ich ihn erreichen konnte, landete seine Faust in Niklas Gesicht.

      Niklas
      Das hatte ich nicht kommen sehen. Noch bevor ist realisierte, dass Jace mir gerade mit voller Wucht die Nase zertrümmert hat, merkte ich, wie das Blut herunterläuft.
      “Alter was stimmt mit dir nicht?”, fragte ich geplagt durch Schmerzen. Mittlerweile hatte sich eine Traube um uns herum gebildet und Lina schreckhaft aufgestanden.
      “Vielleicht solltest du DICH lieber fragen, was mit dir nicht stimmt. Was du Anna angetan hast, machst du nicht mit Lina”, schrie er mich an und wollte ein weiters mal ausholen, doch Samu der sich inzwischen durch die Leute gequetscht hatte, stellte sich dazwischen. “Jetzt halt mal die Luft an Jace”, sagte er in einem scharfen Ton. “Nein, Samu geh mir aus dem Weg. Das verdient dieser Bastard”, erweiterte er und versuchte an dem Finnen vorbeizukommen.
      “Junge, wie wäre es denn, wenn du mich vorher fragst und einer gerade 18-Jährigen nicht direkt glaubst. Die kommt halt einfach nicht klar, dass ich keine Lust mehr hatte auf ihren Kindergarten.”, versuchte ich mich zu verteidigen, auch wenn es mir gerade wirklich egal ist. Ich merkte nur noch wie mir schwarz vor den Augen wurde und nach hinten wegkippte.

      Ju
      “Großartige Leistung, Jace. Bist du stolz auf dich?”, pampte ich ihn nun auch noch an.
      “Macht euch mal nicht in die Hose. Er wird an einer gebrochenen Nase schon nicht sterben”, sagte er immer noch wütend.
      “Könnte den mal bitte jemand entfernen? Tack”, rief ich in die Runde und Samu versuchte so gut er konnte, den Kerl von hier wegzubringen.


      © Mohikanerin, Wolfszeit | 99.353 Zeichen

    • Wolfszeit
      Pflegebericht | 01. Spetember 2021
      Black Lady| Chessqueen| LMR Fashion Girl| British Gold| Flanell' d Egalité| Lancasters Peppermint| LMR Royal Champion| Curly Lure| Clevant 'Mad Eye'

      Heute war viel los auf dem WHC. Gestern war das Nationalteam abgereist, was bedeutete, dass wir heute den ganzen Tag damit beschäftigt sein würden aufzuräumen. Zwischendrin mussten auch noch die Pferde versorgt werden. So machte ich mich daran, als Erstes die Stuten auf die Koppel zu bringen. Blacky, Chess, Fashion und Gold waren zum Glück umgänglich, sodass sie schnell draußen waren. Daraufhin folgten die Hengste. Flany, Peppy und Champ durften auch auf die Koppel. Als ich Curly holen wollte, um mit ihr ausreiten zu gehen, stellte ich fest, dass Mad Eye auf dem falschen Paddock stand. Sicher hatte eines der Kinder ihn falsch weggestellt. Also brachte ich erst den kleinen Wallach zurück zu seinen Kumples, bevor ich mir die Haflingerstute schnappte um sie zu bewegen.
      © Wolfszeit | Hazel O'Connor | 776 Zeichen
    • Wolfszeit
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      Feel it still | 12. Februar 2022
      Fiama di Royal Peragee | WHC’ Venice | Vakany| Mijou | Briair | WHC’ Delicious Donut | Minnie Maus | WHC’ Minya | WHC’ Mimithe | WHC’ Candela | WHC’ Mitena | Nurja | Lady Moon | HMJ Divine | Ready for Life | Vikar | WHC’ Poseidon | Herkules | Colour Spalsh | WHC’ Oceandis | Curly Lure | Songbird | LMR Fashin Girl | Black Lady | WHC’ Unsung Hero | Walking on Sunshine | WHC’ Shakoy | Miss Griselda Braun | British Gold | WHC’ Quatchi | Miss Leika| All Hope Is Gone| Flanell d’Egalité| Chessqueen| Sunny Empire| Baroness of the Gurad | LMR Ice Rain | Elvish Beauty | Saturn | Ursel - die Bärengöttin | Cremella | Amigo | PFS’ Artic Tiger | Acerado | Lifesaver | Elf Dancer | Little Buddy
      Wohlig wurde Jace von der Wärme des Hauses empfangen, als er eintrat. Eilig streifte er die nassen Schuhe von den Füßen und die Jacke warf er achtlos über einen Kleiderhaken. Er hatte etwas Herzerfrischendes auf der Fohlenkoppel entdeckt, was er Lina nun zeigen wollte. Wobei, wenn man ehrlich war, nur ein vorgeschobener Grund, denn es zog Jace ohnehin immer wieder zu der jungen Frau. Diese lag bisher noch dick eingekuschelt zwischen Kissen und Plüschtieren, noch tief im Reich der Träume. Ein gelöster Ausdruck zeichnete ihr zartes Gesicht. Wovon sie wohl träumen mochte? Dies hier könnte ein Märchen sein, wäre ihr schlaf doch tiefer. Statt von einem leidenschaftlichen Kuss wurde Lina durch ein sachtes Klopfen an ihrer Türe erweckt. Müde blinzelte die Brünette in das dämmrige Licht, welches durch die kleinen Schlitze zwischen den Lamellen der Rollläden hindurch fiel.
      “Geh weg! Du störst beim Schlafen”, rief Lina dem Störenfried entgegen und kuschelte sich tiefer in ihre Kissen. Sie versuchte nach den verblassenden Schlieren des Traumes zu greifen, doch es war, als würde eine immer dichter werdende Nebelwand das Unterbewusste verdrängen.
      Gut, dann ist sie immerhin wach, dachte sich Jace auf der anderen Seite der Tür und verschwendet nicht einen Gedanken daran Lina weiterschlafen zu lassen.
      “Nein, ich gehe nicht weg. Ich muss dir nämlich etwas zeigen”, verkündete er energetisch.
      Langsam bewegte sich die Klinke unter seinen kräftigen Fingern. Die Schneeflocken auf seinem Haar, die in der Wärme des Hauses langsam schmolzen und die leichte Röte auf Wangen und Nase, zeugten davon, dass er bereits draußen gewesen war.
      “Was genau kann denn so wichtig sein, dass du es mir sofort zeigen musst?”, murrte die junge Frau und zog sich die Decke über den Kopf. Sie sollte dringend anfangen, die Tür nachts abzuschließen, war es nicht das erste Mal, dass irgendwer ungebeten hereinkam. Tief sog sie die Luft in die Lungen. Es war ihr egal, was Jace wollte, denn sie wollte nur die Wärme ihres Bettes genießen und einen Moment länger an den Erinnerungen diesen zwei Wochen festhalten, die der Traum erneut weckte. Vor diesem Sommer hätte sie niemals geglaubt, dass sie jemandem wie ihm überhaupt auffiel. War er doch etwas wie der Traumprinz der Moderne. Wohlhabend, gut aussehend, beliebt. Und was war sie? Ein Niemand, das unscheinbare Mädchen vom Lande.
      Ihr ganzes Leben lang war sie von solchen Leuten ausgeschlossen, wie ein Objekt behandelt worden. Dem Verhalten nach, was Niklas zu Beginn an den Tag legte, war sie sich sicher gewesen, dass sie ihn niemals ausstehen können wird, doch noch bevor sie es begriff, war es bereits um ihr Herz geschehen. Bereits bevor es richtig begann, schien es aussichtslos, dennoch ließ sie es geschehen. Somit verschwand, mit dem Ende des Sommers, auch er, und mit ihm, ein Teil ihres Herzens. Sie blieb hier allein zurück, mit nicht viel mehr als verblassenden Erinnerungen und einem Pferd. Ein Pferd, welches jeden Morgen treuherzig auf das Mädchen warte. Divine, der Hengst, den sie mehr liebte als sich selbst, der sie jedoch jeden Tag an den Abschied erinnerte. Während die zierliche Gestalt noch mit ihren Gedanken kämpfte, trat der blonde Mann ein, sah nicht, was sie zu verbergen suchte. Viel mehr durchfloss ihn prickelnde Wärme, die sich in seinem Herzen zu einer sprudelnden Quelle konzentrierte.
      “Ich muss dir etwas Niedliches zeigen”, antwortete der blonde Mann und ließ sich neben ihr auf dem Bett nieder. Den Teil, dass es fast so niedlich war wie Lina, sprach er nicht aus, aber ein versonnenes Lächeln lag auf seinen Lippen. Sanft zogen die kräftigen Hände die Decke vom Kopf des Mädchens, worauf hin ein widerwilliges Brummen ertönte.
      “Jace, es ist noch viel zu früh, lass mich schlafen!”, murmelte sie und boxte ihn halbherzig. Der junge Mann musste sich zusammenreißen, nicht loszulachen. Hielt er sie doch für überaus putzig, so ganz verschlafen. Das übergroße Shirt fiel locker um ihren zarten, kleinen Körper und einige der dunklen Haarsträhnen hatten sich aus ihrem Dutt gelöst und fielen ihr in die Stirn.
      “Linchen, es ist schon halb zehn, da kann man auch mal aufstehen”, konterte Jace und hielt ihr sein Handy als Beweis vor die Nase. Jace kassierte sogleich einen Tritt, von seinem zeternden Gegenüber: „Du weißt, ich hasse das, wenn du mich so nennst und außerdem habe ich heute frei.” Die junge Frau wollte sich das Kissen über den Kopf ziehen, doch Jace schnappte es sich und warf es außerhalb ihrer Reichweite, auf die andere Betthälfte.
      “Langweilerin, wenn du immer so lange schläfst verpasst du alles.” Unbeirrt der geringen Begeisterung, die ihm entgegengebracht wurde, plapperte Jace weiter: “Ich habe Fia heute zum erst mal bei der Fellpflege gesehen. Ist das nicht toll?” Der Blonde zeigte ihr ein Video, wie die kleine Lustitanostute freundlich von Vakany’s Fohlen beknabbern wurde. Fiama, hatte als einziges Fohlen, welches bereits ohne Mutter in der Herde lief, einige Anschlussprobleme gehabt. Doch seit die Fohlen nach und nach entwöhnt wurden, fand auch die kleine Fuchsstute endlich den Anschluss.
      “Okay, das ist wirklich süß, aber wenn du mich nächste Mal für so eine Kleinigkeit weckst, an einem freien Tag, bring wenigstens Frühstück mit”, gähnte Lina und begann sich zu strecken. Jace würde wohl nicht aufgeben, bis sie endlich aufstand. Als sie ihre Arme und Schultern zu strecken begann, verrutschte ihr Shirt ein Stück und gab den Blick auf ihr Schlüsselbein frei, auf dem sich eine verblasste Narbe abzeichnete. Nur schwer konnte Jace seinen Blick von ihr lösen. Er verstand nicht, warum sie so einen geringen Selbstwert an den Tag legte, waren es doch gerade diese kleinen Makel, die sie in seinen Augen noch schöner wirken ließ.
      “So, und wo du jetzt wach bist”, sprach er schließlich und ging zurück zur Tür, ließ sich aber nicht nehmen, ihr die Decke im Gehen vollständig von den Knien zu ziehen, “möchtest du bestimmt mit mir die Fohlen umweiden. In 10 Minuten unten.” Lina protestierte lautstark gegen den Diebstahl ihres Federbettes und damit auch der letzten Wärme, doch ihr Kollege war bereits aus dem Raum verschwunden.
      Schicksalsergeben rollte sie sich aus dem Bett. Eigentlich war ihr bei den Temperaturen draußen, ihre kuschelige Decke lieber, aber es schien nicht so als hätten sie eine Wahl. Spätestens in zehn Minuten würde Jace den nächsten Angriff starten und sie glaubte nicht, dass es dann bei einer geklauten Decke bleiben würde. Zudem hatte Jace die Tür offen gelassen, wodurch ein kühler Luftzug in das Zimmer drang und sie zum Frösteln brachte.
      Zwölf Minuten später stand die junge Frau dick eingepackt in eine Daunenjacke und mit einem halben Müsliriegel in der Hand auf der Terrasse. Da weit und breit kein Jace zu sehen war, rief sie nach ihm: “Wo bist du denn, Jace?” Genervt verdreht sie die Augen, erst weckte er sie und dann ließ er sie ohne nennenswertes Frühstück in der Kälte warten.
      “Ich bin doch schon da”, drang eine Männerstimme hinter ihr aus dem Flur. Der Gesuchte stand in der Terrassentür und zog den Reißverschluss seiner Jacke zu. Kurz darauf kam er aus dem Haus und schnappte sich den Rest des Müsliriegels aus Linas Hand.
      „Das war mein Frühstück”, empörte sich die Kleine, doch es war schon zu spät, von dem Riegel war bereits nicht mehr übrig als das Papier.
      „Wir tauschen lieber”, antwortete Jace kauend und stülpe ihr fürsorglich seine Handschuhe über die Finger. “Sonst frieren dein hübschen Fingerchen noch ab”, ergänzter er erklärend. Obwohl es erst Oktober war, war es schon klirrend kalt, -10 Grad um genau zu sein.
      „Das ist kein guter Tausch, ein Frühstück wär mir lieber“, beschwerte sich Lina erneut.
      „Ich verspreche dir, Frühstück bekommst du, wenn wir fertig sind. Ich werde es dir höchstpersönlich zubereiten“, beschwichtigte der große Blonde seiner Begleitung.
      Lustig tanzten die Schneeflocken durch die Luft und unter den Sohlen der Stiefel, knirschten die Eiskristalle als die beiden in Richtung Stall liefen.
      “Am besten nehmen wir erst die Zwillinge, Mijou plus Fohlen und Brair mit. Möchtest du lieber die beiden wilden oder die anderen drei?”, fragte er. Statt eine Antwort abzuwarten, drückte er Lina bereits die Halfter von Mina und Bri in die Hand. Irritiert blickte sie ihn an und frage: “Warum fragst du mich eigentlich, wenn du es dann doch selbst entscheidest?”
      „Na ja,” Jace blickte kritisch an ihr herunter und antwortete etwas spöttisch, “weil du aussiehst als würdest du gleich ein hübscher kleiner Eisklotz werden und du weißt, ja, gerade für Mimi benötigt man schon ein wenig Flexibilität.“ Ganz Unrecht hatte er nicht. Trotz der gefütterten Jacke, die sie trug, fror sie ein wenig und zog sich den voluminösen Schal ein etwasmehr ins Gesicht.
      „Du bist doch bescheuert”, zeterte die kleine Frau und stieß ihm gezielt zwischen die Rippen. Jace murmelte unverständlich, von wegen er würde noch wie verprügelt aussehen, wenn sie so weitermache, aber macht keinerlei Anstalten sich gegen ihre Attacken zu wehren.
      Hinter einem Busch zischte plötzlich ein Schneeball hervor, verfehlte nur knapp das Gesicht der kleinen Brünette und zerschellte an einem Baumstamm hinter ihr.
      “Ohh da bekommst du zurück, Jayden”, rief Jace, der den Ursprung des eisigen Geschosses bereits ausgemacht hatte und zielte auf seinen Kollegen, der hinter der Hausecke hervorlugte. Trotz der Kälte waren alle fröhlich und ausgelassen, doch als Lina sich beschwerte, dass sie den Schnee sogar schon unter dem Shirt hatte, fand der Spaß ein Ende. Sie war nun auch noch nass, nicht nur wie das Weiß um sie herum.. Aufopferungsvoll zog Jace seine Jacke aus und legte ihr diese mit den Worten: „Hier, kleine Eisprinzessin“, um die Schultern. Dankbar schlüpfte sie in die riesige Jacke, ignorierte seinen Kommentar allerdings vollkommen. Das, was für Jace eine normale Jacke war, wirkte an Lina wie ein seltsam geschnittener Mantel.
      Bereits von Weitem war zusehen wie Mimi und Donut sich gegenseitig um Mijou herum scheuchten. Dabei blieb die braune Stute ziemlich gelassen und suchte ein paar Grashalme unter dem Schnee. Es war erstaunlich, wie ruhig die traumatisierte Stute geworden war, seit sie das Fohlen hatte. Bevor der kleine Donut auf der Welt war, hatte Mina kaum ein anderes Pferd in die Nähe gelassen, geschweige denn, dass jemand oder etwa unter ihr durchlaufen durfte, wie Mimi es gerade tat. Auch der kleine Hengst, dem man die Verwandtschaft zu Flanell eindeutig nicht abschlagen konnte, versucht unter seiner Mama durchzulaufen, aber da er inzwischen gute fünfzehn Zentimeter größer war, als das Ponyfohlen, passte es nicht.
      “Schau nur, ich glaube, Candy versucht einen Schnee-Engel zu machen”, lenkte Lina amüsiert die Aufmerksamkeit auf die Scheckstute, die sich prustend im Schnee wälzte. Mitena, die nun angetrottet kam, hatte weiße Flocken in ihrem dunklen Fell kleben, der vermutlich von einer ähnlichen Aktion stammen musste.
      “Das kann ich auch“, schwang Jace große Worte und warf sich in den Schnee. Er begann Arme und Beine auf und ab zu bewegen, sodass unter ihm ein Schnee-Engel entstand. Lachend schüttelte Lina den Kopf über ihren Kollegen. Manchmal war sie sich nicht sicher, ob er älter als zwölf war, so wie er sich aufführte.
      “Na, hör schon auf mit dem Quatsch, so kommen die Pferde niemals auf eine neue Koppel.“ Lächelnd reichte die braunhaarige ihm eine Hand, um mir beim Aufstehen zu helfen. Doch statt aufzustehen, nutze er die Gelegenheit und zog sie zu sich runter. Lina landete geradewegs aus seinem muskulösen Oberkörper.
      Für Augenblick hielten beide inne. Jace sah unmittelbar ihre hübschen blauen Augen, umrahmt von lagen dunkeln Wimpern. Darin hatte sich eine Schneeflocke verfangen und funkelte mit ihren Augen um die Wette. Immer mehr von der prickelnden Wärme, pulsierte durch seine Adern, sodass er trotz fehlender Jacke nicht fror. Kurzzeitig erwiderte das Mädchen seinen Blick, bevor sie sich verlegen abwendete. Ganz tief in ihrem Inneren geriet etwas in Bewegung, doch es war noch zu früh, ihr Herz hing stattdessen an Niklas. Ein trübseliger Ausdruck trat in ihre Augen und sie rappelte sich wortlos auf. Jace schien das unausgesprochen zu erahnen, denn er schwieg ebenso. Die einzigen Geräusche um sie herum waren das Heulen des Windes und der knirschende Schnee. Lina gab sich alle Mühe, die Gedanken an Niklas beiseitezuschieben und sich auf die Gegenwart zu konzentrieren.
      “Hei, Mina”, sprach sie zu der braunen Stute, als ich sie diese erreicht hatte, “Bereit für einen Umzug?” Natürlich antwortete die Stute nicht, sondern sah sie freundlich aus ihren braunen Augen an. Die Finnin hielt ihr das grüne Halfter hin. Misstrauisch schnupperte die daran, bevor sie wohlerzogen den Kopf senkte, damit die kleine Dame sie halftern konnte. Dies stellte sich, mit Jace viel zu großem Handschuhen an ihren Fingern, allerdings als ziemlich schwierig heraus. Unglaublich, wie umgänglich die Stute mittlerweile war.
      „Hier, die musst du auch mitnehmen.” Jace drückte seine Kollegin den Strick der Schimmelstute in die Hand. Auch die beiden Fohlen hatte der große Blonde bereits eingefangen, obwohl das bei dem kleinen Wirbelwind Mimithe gar nicht so einfach gewesen war. Die kleine Stute fand es nämlich viel lustiger vor ihm davonzulaufen.
      Lina ging mit den beiden Stuten voraus, immer mit dem kleinen Donut an Mijous Seite. Auf der neue Koppel angekommen machten sich alle fünf Pferde erst einmal daran, jeden Zentimeter zu erkunden. Während die Vierbeiner ihre neue Umgebung inspizierten, holten Jace und Lina auch noch die anderen Pferde.
      Nurja und Lady Moon, die zu Gesellschaft bei den Fohlen standen sowie die beiden Jungstuten, waren die letzten Pferde, die umzogen. Wie ein Schneepflug stiefelte Moony über die Koppel und rollte sogar einen kleinen Schneeball.
      “Ich glaube Jamie hat ein künstlerisch begabtes Pferd”, meinte Lina lachend zu Jace und zückte ihr Handy um ein Video zu machen.
      “Ja, schon …”

      Jace | Ein lautes Scheppern, welches den Tod der Tasse verkündete, riss mich aus meinem Dämmerzustand. Fluchend sprang ich auf und sammelte die Scherben von dem dunklen Parkett. Scheiße, das war meine Lieblingstasse gewesen. Nicht, dass die Tasse besonders hübsch gewesen wäre, nein eher das Gegenteil, sie war potthässlich, aber es passte viel hinein. Genau das, was ich benötigte, um morgens wach zu werden.
      Das Feuer im Kamin war heruntergebrannt und glomm nur noch schwach. Müde ließ ich mich zurück auf das Sofa sinken, starrte durch das Glas des Wintergartens auf die Terrasse. In letzter Zeit schlief ich des Öfteren auf dem Sofa ein, wenn ich mich in meinen Gedanken verlor, aus denen sich unruhige Träume formten.
      Vor ein paar Stunden hatte ein leichter Schneefall eingesetzt, der zunehmend stärker wurde. Kräftiger Wind verwirbelte die dicken Schneeflocken und für einen kurzen Augenblick, glaubte ich die unverwechselbare Silhouette eines Pferdes darin zu erkennen. Das Tier, welches im Stall stand und jeden Tag sehnsüchtig auf Lina warten, doch lange würde er nicht mehr warten müssen. Denn der Tag seiner Abreise war bereits in zwei. Als Samu mitteilte, wann er und damit auch der Freiberger, den Hof verlassen würde, erlosch auch der letzte Funke Hoffnung, dass Lina zurückkehren würde. Auch, wenn ich ihr nur das Beste wünschte, hatte ich damit gerechnet oder viel mehr darauf gehofft, dass sie früher oder später doch noch herausfand, dass Niklas nur ein guter Schauspieler war. Doch alles, was ich von ihr nur, dass sie glücklich sei.. Es war nicht einfach sie loszulassen, aber allmählich merkte ich, wie es zu einer ernsthaften mentalen Belastung wurde, die immer schwerer zu bewältigen war. Nicht mal nachts schaffte ich es, abzuschalten, mein Hirn erschuf allerlei Szenarien, wie es nach dem Tag der Abreise dem schwedischen Team hätte verlaufen können, wenn sie hier geblieben wäre. Aber alle endeten damit, dass irgendwann der Punkt kam, an dem sie dem Mann nachtrauerte, der ihr mit Divine einen Kindheitstraum erfüllte und dass Lina unglücklich sei und sich quälte, war das Letzte, was ich wollte. Die Zeit war wohl gekommen, die Ereignisse anzunehmen, zu akzeptieren, dass es Menschen gibt, die man zwar im Herzen tragen konnte, die aber nicht in meinem Leben sein konnten.
      Unerwartet leuchtet der Bildschirm meines Handys auf dem kleinen Couchtisch auf, tauchte seine Umgebung in einen schwachen, weißlichen Schein. Ich griff nach dem Gerät und erblickte eine Benachrichtigung von Instagram. Ich staunte ein wenig, als ich sah, dass Lina etwas gepostet hatte, denn seit ihrem Umzug war es auf ihrem oder eher Ivys Account relativ still geworden. Es gab nur noch gelegentlich sporadische Updates über den weißen Hengst, logisch, wenn sie sich tausende Kilometer weit von ihm entfernt befand.
      Neugierig, was Lina wohl gepostet haben mochte, öffnete ich die App. Eine Story öffnete sich, darin zu sehen ein Rappe mit einer schmalen Blesse, der erst an einem Heuhaufen knabberte und schließlich neugierig mit der Nase immer näher an die Kamera kam, bis nur noch Nüster zu sehen waren. „Willkommen Zuhause, Ready for Life", stand in der Ecke geschrieben. Es folgte noch eine Boomerang in der die Stute, offenbar auf Kommando flehmte. Was mochte es wohl mit der Stute auf sich haben? Gehörte sie zu Lina? War es ein weiteres Geschenk ihres Freundes? Immerhin hatte sie die Pferde aus Schweden bisher nur sporadisch in Storys gezeigt, wenn sie ausreiten war oder ähnlich, aber nie eines explizit erwähnt. Ich sollte morgen bei Samu nachfragen, ob er mehr wusste über dieses Pferd. Da war sie wieder, die mich ständig beschäftigende Frage, was Lina machte dort drüben auf dem anderen Kontinent. Ich benötigte dringend eine Ablenkung.
      Aus einer Intuition hinaus fischte ich den Zettel aus meiner Handyhülle, der mir vor ein paar Wochen auf der Zuchtschau, wo ich den gescheckt Tinkerhengst Vikar, vorstelle zugesteckt wurde. In einer ordentlichen Handschrift war eine Zahlenfolge und ein Name darauf notiert worden. Die Art des Interesses des Urhebers wurde durch ein schwungvolles Herz neben dem Namen unterstrichen. Bisher hatte es mir widerstrebt, die Nummer zu verwenden. Es war nur ein schöner Abend gewesen, bedeutungslos, einzig dem Zwecke dienend, mich abzulenken. Jetzt wieder in näheren Kontakt mit den Mädchen zu treten, widersprächen den unausgesprochen Gesetzen eines One-Night-Stands, der Flüchtigkeit des Momentes. Doch, was war schon dabei, diese Regel zu missachten?
      Entschlossen tippte ich die Nummer in mein Handy, speichert diese ab und sofort erschien die Verknüpfung zu dem bekannten Messengerdienst mit dem grünen Symbol. Ein paar Sekunden zögerte ich noch, bevor ich darauf tippte und begann eine Nachricht zu tippen:
      “Hey, ich bin es Jace.” Ich kam mir ein wenig blöd vor nicht mehr zu schreiben, doch schon bei unserer ersten Begegnung hatte ich das Gefühl, dass sie genaustens wusste, wer ich bin, was auch wenig erstaunte. Die Turnierszene in der Region war klein, man kannte die aufstrebenden Sterne. Kaum war die Nachricht gesendet, erschienen die beiden Haken und wurden nach knapp 30 Sekunden bereits blau. Unerwartet. Ich rechnete nicht wirklich damit, dass sie so spät in der Nacht noch wach sei, aber was wusste ich schon. Immerhin ging mein Wissen über sie nicht weit über ihren Vornamen hinaus.
      „Hey“, ploppte die Nachricht auf, „schön von dir zu hören. Warum bist du so spät noch wach?“ Die Frage kam mir ein wenig Paradox vor, schließlich war sie selbst noch wach, aber dies war nicht relevant.
      „Nein, man könnte eher sagen schon wieder", tippe ich in das Nachrichtenfeld und sendete es ab. Kurz darauf fragte Aria nach dem Grund.
      „Es ist kompliziert", antwortete ich ihr, noch darüber nachdenkend, wie klug es sei, mich Aria anzuvertrauen. Immerhin war sie eine Fremde, zugegeben eine, die mir auf körperlicher Ebene bereist ziemlich nah gekommen war.
      „Geht es etwa um ein Mädchen?", unterbrach eine Nachricht von ihr meine Gedankengänge. War es so offensichtlich oder konnte sie etwa Gedanken lesen? Ich beantworte ihre Frage mit einer Bestätigung, bevor ich mich schließlich aufraffte, um mich doch mal in mein Bett zu begeben. Schlaf fand ich dort dennoch lange nicht, sondern schrieb noch einer ganze Weile mit Aria.

      Am nächsten Morgen erwachte ich, weil vermutlich Hazel lautstark durchs Haus trampelte. Unglaublich, wie ein so kleiner Mensch so viel Lärm verursachen konnte. Ächzend rollte ich zur Seite und fischte mein Smartphone vom Nachttisch. Acht Uhr zwanzig leuchte auf dem Sperrbildschirm auf. Fuck, in zehn Minuten war Teambesprechung. In aller Eile sprang ich aus dem Bett, griff wahllos nach einer Hose und einem Shirt und warf noch schnell die Kaffeemaschine an.
      Wenig später polterte ich mit dem Kaffeebecher in der Hand die Treppe hinunter und spurtet mich in den großen Seminarraum zu kommen. Wie nicht anders zu erwarten, waren alle anderen bereits da. Hazel grinste nur fröhlich, während Quinn sich nur schwer von ihrem Handy lösen konnte. Ihrem Gesichtsausdruck zufolge, schreib sie mit Raphael, einem meiner Teamkollegen, den sie neulich auf einem Turnier traf und der seitdem öfter hier auftauchte. Man musste ihm schon lassen, dass sein Hengst und er ziemlich gut waren, erst letzten Monat hatte er den Sieg bei der ersten Qualifikation für den Jumping Word Cup zu holen. Allerdings war es beinahe vorprogrammiert, mit Poseidon erfolgreich zu sein, schließlich hatte ich den Vater des Rappen selbst unter dem Sattel und wusste um sein Vermögen, mit Hindernissen umzugehen. In Kombination mit Colour Splash, die ebenso geschickt mit den Stangen war, konnte nur ein wahres Känguru dabei herauskommen. Poseidon zeigte schließlich bereits als Junghengst so viel Potenzial, dass Luchy diese Anpaarung wiederholte. Die kleine Oceandis, die dabei herauskam, war nach Schweden gezogen und konnte dort bereits ihre ersten kleinen Erfolge vorweisen.
      “Sehr gut, dann sind wir ja jetzt vollzählig”, begann meine Chefin die Besprechung einzuleiten, nachdem ich mich auf den freien Platz niedergelassen hatte. Sie eröffnete mit dem wöchentlichen Bericht der Reitschule. Hazel hatte die anfänglichen Schwierigkeiten in Linas System hereinzukommen mittlerweile überwunden. So weit lief alles gut, nur die kleine Haflingerstute Curly Lure hatte sich eine Unart angeeignet, weshalb Silvia sie die nächsten Wochen ein wenig in Beritt nehmen sollte. Auch die Shettyschule lief mittlerweile besser als jemals zuvor und mit der zunehmenden Routine war auch Songbird mittlerweile ein fester Teil der Ponytruppe.
      “Als Nächste wollen wir zu den Zuchtstuten kommen. Fashion Girl ist inklusive des kommenden Fohlens verkauft, die beiden werden mit Ladys Fohlen nach Deutschland gehen. Lady soll nach dem Absetzen antrainiert, schließlich antrainiert werden und dann in der Reitschule laufen.” Luchy erläuterte noch die weitere Zuchtplanung und welche Tiere deshalb, an- und abtrainiert werden mussten, darunter auch Chessqueen, Nessi und Empire. Sowie welche weiterhin die Freiheit auf den weitläufigen Weiden genießen durften und welche Jungpferde zu Training weggehen würden, wie Shakoy, der zum Beritt nach Deutschland gehen würde, auf den Hof, wo auch Fashion und die beiden Fohlen hinziehen würde.
      “Als Nächstes kommen wir zu dir Jace”, wand sie sich schließlich an mich, nachdem sie bereits den anderen einen Ausblick auf die kommende Saison gab, “Ich freue mich sehr, dass du mittlerweile erfolgreich unser Land vertrittst, gerade mit Herkules erzielst du gute Ergebnisse. Nun ist es so, dass eines der Jungpferde, Unsung Hero, um genau zu sein, demnächst aus dem Beritt aus Amerika wiederkommen wird. Eigentlich sollte er verkauft werden, hatte aufgrund seines Potenzials auch bereits Interessenten, allerdings würde ich ihn, Anbetracht deiner Ergebnisse gerne dir anvertrauen. Hero zeigt schon jetzt viel Potenzial, welches das von Sunny vermutlich noch übersteigen wird.” Einen Moment dachte ich darüber nach, welches der Jungpferde sie meinte, bis es mir einfiel. Hero, war ein Enkel der Stute, die ich aktuell im Team ritt. Als Fohlen allerdings, schien er weniger vielversprechend, denn er war tollpatschig und wusste seinen langen Beinen nicht so recht zu sortieren. Weil er deshalb öfter mal hinfiel oder auch im Zaun landete, handelte er sich den Spitznamen Unusing Hero ein.
      “Also stellst du mir Hero anstelle von Sunny zur Verfügung?”, versicherte mich, dass ich Luchys Angebot richtig verstanden hatte. Meine Chefin nickte bestätigend.
      “Okay, und wer übernimmt dann Sunny? Ich kann schließlich nicht alle Pferde trainieren”, brachte ich das einzig für mich sichtbare Problem hervor.
      “Sie ist ja nicht mehr sie aller jüngste, deshalb wird sie in Zukunft nicht mehr im großen Sport laufen, sondern als Lehrmeister in der Reitschule dienen”, führte meine Chefin ihre Pläne für die Stute aus.
      “Okay”, lächelte ich, “da bin ich gespannt, wie sich der kleine Tollpatsch im Beritt gemacht hat.” Von den Berittpferden, die außerhalb des Hofes untergebracht waren, bekamen wir immer nur wenig mit, sodass es wahrlich eine Überraschung sein würde, ob der kleine Tollpatsch sich tatsächlich so Positiv entwickelt hatte.
      “Du wirst erstaunst sein”, erwiderte Luchy, “Er kommt Ende November an.” Ich nickte und sie fuhr fort mit der Besprechung.
      Am Ende des Meetings zerstreuten sich alle und gingen wieder an ihre Arbeit. Ich für meinen Teil holte mir noch einen Kaffee, bevor ich in den Stall ging, um das erste Pferd zum Training fertig zu machen. Zahlreiche Fußstapfen führten von der Haustür zu den Ställen und Ausläufen, nur abseits der Wege war die weiße Decke noch unberührt. Ich folgte den Spuren zum Hauptstall, auf dessen gläsernen Dachfirst sich die Sonne spiegelte. Bereits vor dem Betreten der Stallgasse hörte ich Grisi, die mit den Hufen gegen ihre Boxenwand trat. Die freiheitsliebende Stute mochte es nicht sonderlich in der Box zustehen, doch aufgrund einer Verletzung durfte sie nicht auf die gefrorenen Weiden und Paddocks, weshalb sie sich aktuell mit der Box und tagsüber der Longierhalle abgeben musste. Ice Rain reckte ihren Kopf hinüber zu ihrer Boxennachbarin, um sie zu ärgern, worauf hin sie von der Schimmelstute an gequiescht wurde. Bei der Box von British angelangt streckte sich mir sogleich eine helle Nase entgegen, die interessiert an meinem Kaffeebecher herumnabbelte. In mich hinein grinsend schob ich ihren Kopf beiseite, denn die aufgeweckte Stute benötige im Gegensatz zu mir definitiv nicht noch einen Energiebooster. Ich nahm noch einen großen Schluck aus dem Becher, bevor ich ihn abstellte und nach dem petrolfarben Halfter griff.
      Brav folgte mir die Hannoveranerstute zum Putzplatz, auf dem Jayden gerade Miss Leika sattelte. Freundlich beschnupperte die Pearlstute ihre Artgenossin, bevor sie gehorsam einparkte. Unter der Decke kam ein annähernd sauberes Pferd zum Vorschein. Passend zum fertig gesattelten Pferd war dann auch mein Kaffee leer.
      “Na komm Gold, dann wollen wir mal ein wenig Dressurarbeit machen”, sprach ich zu der Stute und zupfte am Zügel, damit sie anlief. Leise knirschte der Schnee unter unseren Füßen. Vereinzelte Flocken tanzten vom Himmel, um sich lautlos auf der Mähne der Stute abzusetzen. In einiger Entfernung tollte der Dalmatiner durch den hohen Schnee und hätte er keine dunklen Flecken im Fell, wäre er vermutlich mit der Umgebung verschmolzen und nur noch als Schneewirbel auszumachen gewesen. Knarzend glitt das große Hallentor zu Seite und ließ uns in das verhältnismäßig warme innere des Gebäudes eintreten. Der helle, lockere Sand lag noch unberührt vor mir, als ich die helle Scheckstute darauf führte. Gerade als ich aufgessen war, vibrierte es in meiner Hosentasche. Während die Stute loslief, sah ich nach, wer etwas von mir forderte. Es war Aria, die mir einen freundlichen guten Morgen wünschte. Ich wünschte ihr ebenfalls einen und fragte sie schließlich, ob es einen Grund für ihr schreiben gäbe.
      “Ja und nein”, kam eine geheimnisvolle Antwort zurück. Einen Augenblick wartete ich, ob sie die Antwort noch erweiterte, bevor ich nachfragte. Das Pferd unter meinem Sattel lief genügsam seine Runden durch den Sand, schien sich nur wenig daran zu stören, dass ich abgelenkt war.
      “Erst wollte ich dir nur einen guten Morgen wünschen”, ploppte eine Nachricht aus, doch noch zeigte das Gerät an, dass sie tippte, “und dann dachte ich mir, ob du nicht Lust hättest etwas mit mir zu unternehmen, aber dann fiel mir ein, dass Papa gleich kommt. Irgendwas wegen eines Polo-Spiels im Club, glaub ich.” Polo, das passte in das Bild, welches ich von Aria hatte. Schon bei erstem Anblick war nicht zu übersehen, dass es ihr oder vermutlich eher ihren Eltern nicht an Geld mangelte.
      “Heute hätte ich ohnehin nicht gekonnt, aber wir können uns vielleicht am Wochenende treffen. Lass uns später noch mal schreiben. Ich muss jetzt erst einmal Gold bewegen”, antworte ich ihr, bevor ich das Gerät in den lautlosen Modus schaltete und es zurück in die Hosentasche verfrachtete. Sobald ich den Zügel sanft aufnahm, lief die Stute sogleich fleißiger und trat aktiv an die Hand heran. Dass sie mittlerweile nahezu mühelos in die korrekte Haltung zu bringen war, war das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Als British hier ankam, war sie kaum zu halten und rannte wie eine Giraffe mit weggedrückten Rücken durch die Gegend und kannte nichts außer dem Springparcours. Natürlich war sie auch noch immer kein Lampenaustreter, dafür fehlte ihr das Potenzial, aber für gesund erhaltende Gymnastizierung war es ausreichend. Mittlerweile war die Hannoveranerstute ausreichend aufgewärmt, sodass ich die nächsthöhere Gangart wählte. Angenehm federten die Schritte der Stute und mit jeder Runde wurde sie gelöster. Aus die Stute fokussiert bemerkte ich Quinn erst, als sie mit dem Fuchs bereit eingetreten war. Leichtfüßig setzte die junge Stute ihre Füße in den Sand und drehte aufmerksam die Ohren. Von dem schlaksigen Jungpferd, welches sie einmal gewesen war, war nicht mehr viel zu sehen, stattdessen kam die Hannovernerabstammung nun deutlich durch.

      Die Sonne stand mittlerweile hoch am Himmel und brachte die Eiskristalle zum glitzern, als ich mit dem Hengst ins Freie trat. Dampfwolken stiegen von seinem dunklen Fell in den klaren Himmel empor, an den Stellen, wo es nicht mit einer Decke bedeckt war. Hope hatte mal wieder sein Bestes gegeben, den Hengst raushängen zu lassen, weil Jamie mit Ursel ebenfalls in der Halle gewesen war. Als dann auch noch Matt mit Saturn hereinkamen, drehten dem Kaltblut vollends die Sicherungen durch. Schon aus der Ferne sah ich, dass Hazel gerade mit der Ponytruppe auf einen Ausritt aufbrach, also hielt ich den Hengst aus sicherer Entfernung an und ließ sie mit Cremella, Amigo und den anderen Ponys passieren. Den kleinen Tiger hatte sie als Handpferd dabei und dem kleinen silbernen Hengst ging der Schnee, beinahe bis zu den Knien, weshalb er wie ein Storch hindurch starkste.
      Im Stall angekommen, sattelte ich meinen Tinkerhengst ab und ließ ihm unter dem roten Schein des Solarium trocknen. Währenddessen blickte ich auf mein Handy. Zwischen den Einheiten mit den Pferden hatte ich das Gespräch mit Aria fortgesetzt und hatten uns auf Samstag festgelegt, nur über den Ort mussten wir uns noch einigen.
      “Wie wäre es damit, wenn wir uns 87te Ecke 109te in dem kleinen Café treffen?”, schlug sie vor. Ich bestätigte ihr, dass es nach einer guten Idee klang. Hufgegeklapper erfüllte die Stallgasse und Jayden tauchte mit Acerado im Schlepptau auf.
      “Lohnt es sich Ace noch in die FüMa zu stellen oder bist du gleich fertig?”, fragte mein Kollege und deute mit einem Kopfnicken auf den Tinker der sich sogleich wieder aufbaute, in der Hoffnung den braunen Hannoveraner damit zu beeindrucken, besagtes Warmblut störte sich allerdings nur wenig an dem Rappen.
      “Ne, ein paar Minuten und dann ist Hope trocken”, entgegnet ich, “Wie läuft es mit Lifesaver, ist er immer noch so rebellisch?”
      “Rebellisch klingt noch viel zu niedlich”, lachte mein Kollege, “Ich glaub ehe der Kleine möchte sich fürs Rode bewerben. Ich habe selten ein Pferd so viel bocken sehen wie Life.” Acerado schubberte genüsslich den Kopf an dem metallenen Pfosten, nachdem Jayden ihn von der Trense entledigt hatte.
      “So gut wie du dich hältst, kannst du ja dann wie Hazel unter die Cowboys gehen”, feixte ich.
      “Danke, aber ich bleibe bei den Buschreitern”, sagte er noch, bevor er mit dem Sattelzeug in der Kammer verschwand. Just in dem Moment, als er zurückkehrte, erloschen die Glühbirnen der künstlichen Sonne. Kontrollierend fuhr ich mit den Fingern durch das dichte Fell und konnte so wie es zu erwarten war keine Feuchtigkeit mehr auf der Haut feststellen.
      “Du kannst dann Ace jetzt trocken”, wand ich mich an mein Gegenüber und hängte den Tinker ab. Noch während ich die Stallgasse verließ, vernahm ich das Surren der Anlage, das durch das Hochfahren entstand. Kaum hatte ich Hope auf die Koppel entlassen, warf er sich in den Schnee, um sich zu wälzen. Von der Nachbarkoppel hörte man schrillen Quietschen. Die Quelle des Lärms waren Dance und Buddy, die ausgelassen miteinander spielten. Während die Hengste ihre Pause nutzen, um sich auszutoben, warte auf mich nun ein warmes Mittagessen und einen Moment in der Wärme, um wieder aufzutauen.
      © Wolfszeit | Jace Sherwood | 33. 134 Zeichen
      zeitliche Einordnung {Anfang Oktober 2020}
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  • Album:
    Pferde im Ruhestand
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    Wolfszeit
    Datum:
    5 Aug. 2022
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    C h e s s q u e e n
    Das nächste Pferd im Bunde war Chessqueen, ein ebenfalls interessant gefärbtes Exemplar. Bezüglich der Statur war sie das genaue Gegenteil Uschis. Man erkannte mit freiem Auge, wie hoch die große Stute im Blut stand. ~ Bracelet

    Rufname: Chess
    geb. 01. März 2012


    von: Walking On Sunshine [Hannoveraner]
    von: unbekannt, aus: unbekannt
    von: unbekannt, aus: unbekannt | von: unbekannt, aus: unbekannt

    aus: Numair [Araappaloosa]
    von: unbekannt, aus: unbekannt
    von: unbekannt, aus: unbekannt | von: unbekannt, aus: unbekannt

    ----- M e r k m a l e -----

    Geschlecht: Stute
    Rasse: Deutsches Sportpferd
    [50 % Hannoveraner, 50 % Araapaloosa]

    Farbe: Smokey Black Appaloosa
    [Ee aa nCr nLp nPANT1]
    Stockmaß: 170 cm

    Charakter & Beschreibung
    brav, launisch, ruhig, intelligent, neugierig

    Die außergewöhnliche Zeichnung, die die Stute von ihrem Vater geerbt hat, macht sie zu einem Hingucker auf jedem Turnier. Chessqueen hat die wunderschöne Grundgangarten ihrer Mutter geerbt. Ihre Gänge sind weich und sehen äußerst grazil aus, was sie zu einem idealen Dressurpferd macht. Die Stute ist zwar brav, aber hat das auch das Temperament ihres Vaters geerbt. Ihre Launen können schnell wechseln, war sie gerade noch motiviert so kann sie auch schnell mal ein wenig motzig werden. Die freundliche Stute liebt das Springen und hat von ihren Eltern das Potenzial geerbt. Die Stute ist äußerst sozial verträglich.


    ----- T r a i n i n g -----

    Dressur A [L] – Springen S [S+] – Military E [M] – Western M [M]

    März 2017
    1. Platz, 308. Fahrtunier
    1. Platz, 381. Westerntunier
    3. Platz, 177. Synchonspringen
    3. Platz, 178. Synchronspringen
    3. Platz, 180. Synchonspringen
    3. Platz, 383. Westerntunier

    April 2017
    2. Platz, 185. Synchonspringen
    2. Platz, 389. Westerntunier
    3. Platz, 183. Synchonspringen
    3. Platz, 405. Dressurtunier
    Springen M zu S


    ----- Z u c h t-----

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    Zugelassen für: HANN, CSH, BRP
    Bedienung: Herkules steht nicht mehr zur Verfügung

    Chessqueen wurde gekört durch die SK 451 im Mai 2017.
    Exterieur: 6,6
    Gesamt: 6,97

    ----- N a c h k o m m e n -----

    Chessqueen hat 6 Nachkommen.
    • 2015 Black Lady (von: Sir Fashion)
    • 2016 Onella (von: Little Prince)
    • 2017 WHC' Schachgott (von: Herkules)
    • 2018 Louvré (von: Louis)
    • 2020 WHC' Zugzwang (von: Huracan)
    • 2021 WHC' Springer (von: Acerado)


    ----- I n f o r m a t i o n -----

    Eigentümer: Whitehorse Creek Stud [100%]
    Züchter: Ranch Zauberwald [DEU]
    VKR: sadasha

    In meinem Besitz seit 08. März 2019


    [​IMG]© Rinnaja
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    Bewegung © Wolfszeit, HG © Mohikanerin
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    © Rinnaja
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    © Rinnaja
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    © Rinnaja

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