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Bracelet

Cherokee Gold ♥

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Cherokee Gold ♥
Bracelet, 9 Apr. 2018
Bunnylein und Veija gefällt das.
    • Mohikanerin
      Besuch aus Berlin - zwei Tage in Schweden
      15. September 2018


      Balounito | CHH' Sence of Humor | Brouk | Poltergeist | Costa de la Bryére | N'oubliez jamais | Party Shaker | Seattle's GT'aime | Batman's Rendezvous | Waldjunge | Master of Gold | It's Showtime | Roommate | Traumfänger
      Cherokee Gold | HGT's Nightmare | Takada | Christmas Joy | Dreaming Of Better Days |

      Winterzauber | Vaconda | Vintage Gold | Dempsey | Hummels Enterprise | Raffinessca |
      Akira | Give me Chocolate | Take my Hand
      Magic Attack | Dreammaker | Mihály | Lead me Home | Cornetto | Last in Love | Cotsworlds Eik | Romulus | Sir Donnerhall | Wastl | Hollywood King Gun | Pinochio | Nephilim Son Of Angel & Devil | Black Pearl | Golden Eye
      Scarlet Sun | Sookie | Angels Kiss | Birdcatcher | Donella | Herbstblüte | I've got the moves like Jagger | Simple Little Melody
      DVTS' Takinou | DVTS' Magic Movements | Sir Bacardi | DVTS' Cascadeur de la Vie | Capri
      Aiana | DVTS' Seattle's Wintertime | DVTS' Colour the Nightsky | Backfett | Bambina


      “Ich hab eine Überraschung für euch”, erzählt Vater beim Essen und wir gucken ihn Gespannt an.
      “Wir fahren zu Bracelet auf den Vackra Trakehner Stud nach Schweden. Sie züchtet Trakehner und hat auch noch ein paar andere Großpferde zu stehen.Deshalb habe ich organisiert, dass wir alle dort einen Tag verbringen. Vriska kommt auch mit.”, beendet er die Überraschung.
      “Um 23 Uhr geht es dann los. Also packt eure Reitsachen und alles ein. Wir fahren eine Weile.

      Der Weg dauert ewig und ich schlafe immer wieder ein. Wir alle wirken sehr gelangweilt.
      “Links seht ihr die ersten Weiden. Wir sind also so gut wie da.”, sagt Vater. Ein Jubeln geht durchs Auto. Die 10h Fahrt war ziemlich anstrengend und ich bin froh mich erstmal strecken zu können.
      “Willkommen, ich bin Bracelet. Wahrscheinlich war die lange Fahrt anstrengend. Wir haben was zu Essen vorbereitet. Kommt mit. Wollt ihr vorher eure Zimmer sehen?”, erzählt Brace und Vater nickt. Aus dem Auto nehmen wir also die Sachen und gehen zu den Zimmern. Es stehen drei Schlafzimmer zur Verfügung. Also müssen wir nur noch die Einteilung klären, aber das läuft schneller ab als Gedacht. Tyrell und Ilja teilen sich ein Zimmer, eine Eltern und Vriska und ich gehen in das “Kinderzimmer”. Dort steht nämlich ein Hochbett.
      Wir haben ein Frühstücksbuffet vorbereitet. Also bedient euch. Zusammen mit den Angestellt stärken wir uns, bevor es los geht. Hier wirkt alles sehr familiär wie bei uns.
      Nach einer Hoftour geht es an die Pferde. Als erstes stellt sie uns die Fohlen vor, bei denen wir noch nicht waren. Die Stuten stehen natürlich getrennt von den Hengst. Dieser riesige Hof ähnelt unserem in vielen Punkten, was mich überrascht und fasziniert.
      Sie erzählt: “Aktuell haben wir 5 Hengste und 5 Stuten wovon 4 bald an den Hof kommen, um mehr und besser mit ihnen zu arbeiten.” Gemeinsam gehen wir auf die Hengstweide und Brace stellt uns die Pferde vor. “Der Graue hier, Tacki, stammt aus unserer Zucht. Magic, der mit den Punkten auch. Casi, der Schecke dort hinten dürfen wir auch schon von Anfang an begleiten. Ansonsten sind das noch Capri und Backi.”, stellt sie und die Pferde vor. Wir streicheln die kleinen Großen und geben ihnen einige Leckerein, bevor wir weiter zu den Stuten gehen. “Aus unserer Zucht sind Winter und das Prinzesschen hier.”, erzählt ihr als eine Overo Stute streichelt. “Ansonsten sind hier noch Aina, Backfett und Bambi.”, stellt sie uns die anderen Stuten vor. Auch die bekommen ein paar Leckerchen von uns und wir gehen zurück zum Hof. Nebenbei erzählt Brace ein paar Geschichten der Pferde.
      “Was haltet ihr von Ausreiten?”, fragt sie als wir wieder angekommen sind. Ein positives Feedback kommt aus der Gruppe und wir gehen gemeinsam in den Trakehner Stall. Brace sagt uns, wer welches Pferd nehmen könnte und hilft uns dann beim holen der Pferde. Ich habe mir einen tollen Hengst ausgesucht - Traumfänger. Er soll ein absolutes Traumpferd sein. Ich bin gespannt und freue mich schon. Vriska hat sich auch schon mit ihrer Wahl angefreundet. Hummelchen ist auch eine hübsche Stute. Ich bin fast neidisch. Tyrell hat Raffinesca, eine Dunkelfuchsstute, bekommen. Vater kann sich mit Handy begnügen, die laut der Beschreibung eine freundliche Stute ist. Bisher gibt es keine Schwierigkeiten. Mutti hat auch eine liebe Stute bekommen, die Dreamy heißt. Choco, ebenfalls eine Scheckstute, kann Ilja nehmen. Sie ist wohl im Gelände etwas schwieriger, aber er packt das schon. Am Hof arbeitet schließlich mit Ponys, die auch nicht immer ganz leicht zu händeln sind. Bruce nimmt ihren Brouk, dann sie wohl vorher schon als Reitbeteiligung hatte. Gemeinsam machen wir die Pferde fertig. Im gleichen Moment arbeiten bereits Bracelets angestellten mit den Zuchthengsten. Costa und Party werden gerade auf dem Reitplatz longiert, während Schnuller und Seattle in der Halle geritten werden.
      Der Ausritt beginnt völlig entspannt, auch Ilja kommt mit Choco gut klar. Nach einigen Diskussionen sind die Beiden sich einig. Traumfänger ist wirklich so toll wie versprochen. Auch alle Anderen wirken sehr zufrieden, besonders Mutti, die ungern andere Pferde reitet nach ihrem Unfall vor ein paar Jahren. “Ich hatte die Idee, dass wir einen kurzen Abstecher zu den Zuchtstuten machen. Aktuell sind sie alle noch trächtig. Deshalb kann ich euch keine niedlichen Fohlen zeigen, außer die Anderen, bei denen wir bereits waren”, sagt sie und trabt Brouk an. Mit ein paar Schwierigkeiten trabt auch Vriska an und ist ganz hinten. Ich pariere den Hengst wieder durch um auf Vriska zu warten. “Wäre nicht nötig gewesen”, witzelt sie und wir schließen zusammen zur Gruppe auf.
      An der Weide angekommen, passen Mutti und Vati auf die Pferde auf, während wir die Weide betreten, um nach den Stuten zu schauen. Neugierig kommen bereits sie bereits zum Zaun. “Aww, da ist ja die Mutter von Amnesia”,sage ich begeistert und gehe sofort zu Takada. Bracelet lacht und geht zu Vintage. Danach wirft sie noch einen Blick auf Jagger. Vriska folgt mir, während Ilja Winter und Tyrell Nighti kontrolliert. Alles okay und wir steigen wieder auf die Pferde. Der Ausritt geht genauso entspannt weiter und nach einer Stunde sind wir zurück am Hof. Die Angestellten sind gerade dabei Baty und Bubi zu reiten auf dem Dressurplatz und zwei andere sind wieder am lonigieren von Magic und Wastl. Wir versorgen die Pferde und bringen sie zurück in den Stall. Für mich, Vriska und Tyrell ist keine Pause angesagt. Wir bekommen eine Reitstunde von Brace im Springen. Vriska hat noch etwas Angst, weshalb sie eine freundliche Stute bekommt - Chero. Ich darf Nino nehmen und Tyrell Ghost. Nephilim wird nebenbei auch mit geritten auf dem Springplatz. Die Anderen der Truppe helfen beim Pferde versorgen.
      Die Reitstunde war ein Traum. Nino zeigte sich ähnlich wie mein Rappe, den ich gehen lassen musste. Auch Vriska hat sich getraut über ein Kreuz zu springen und eine zweifache Kombination. Das hat sie echt gut gemacht.
      Langsam naht der Abend und wir umsorgen noch Sence, Showtime, Mate, Joy, Waldjunge,
      Vaconda, Dempsey, Akira, Dreamaker, Lead me Home und Cornetto. Die Pferde bekommen eine Fuhre Heu und etwas Aufbau fressen.
      Für uns gibt es ein Abendbuffet und freue mich schon sehr aufs Essen. Auch jetzt ist die Auswahl ziemlich groß. Auf dem Zimmer gucken wir alle zusammen noch einen Film und reflektieren den heutigen Tag. Morgen gucken wir uns noch ein paar Pferde an, bevor die Heimfahrt antreten.
      Der nächste Tag begann ziemlich früh und Bracelet hat uns direkt mit eingeplant. Beim Frühstücker zählt sie uns den Plan. Heute ist Dressur angesagt. Ich darf Mihály nehmen, Vriska bekommt Sookie, Tyrell Birdy und Ilja Herbstblüte. Nach dem Frühstück geht es dann auch schon los. Die Angestellten haben zuerst die Führanlage angemacht in der Eik, Love, Romulus und Scarlet ihre Runden drehen. Auch meine Eltern sind auf dem Hof noch etwas unterwegs. Mama bekommt Unterricht auf King Gun, da sie zuhause selber die Westernpferde reitet. Man lernt schließlich nie aus. Papa wird gleichzeitig von einem kleinen Schlingel beknabbert. Pinochio durfte mit die Halle um sich zu bewegen, aber lieber nervt er Vati. Der Reitunterricht läuft gut. Bracelet hat mich noch ein paar Tricks gezeigt, was mir bei den Jungpferden helfen kann, da es mir noch schwer fällt die Gerte zu verwenden in der Dressur. Im Springen ist diese schließlich viel kürzer. Als wir zurück kommen stehen wieder andere Pferde in der Anlage. Es sind Donnerhall, Angel, Donella und Melody. Gegen Mittag machen wir uns auf den Rückweg. Zuvor haben wir und noch mit Bracelet über den Hof und einzelne Pferde unterhalten. Die beiden Tage auf einem Hof waren eine ganz neue Erfahrung für mich und trotzdem freue ich mich wieder auf meine Tiere zuhause. Wir verabschieden uns und fahren los. Die meiste Zeit schlafen wir, weil es schon ziemlich anstrengend war.
    • Bracelet
      Frühlingsüberlegungen
      14. März 2019

      Zur Zeit standen einige Veränderungen auf dem Gestüt an. Es ging mal wieder darum welche Pferde in der kommenden Saison aktiv im Turniersport gehen sollten und welche eventuell verkauft werden sollten. Ebenfalls standen einige Fellnäschen auf der Liste für eine mögliche Rente; ob bloß aus dem hohen Sport oder allgemein.
      Balounito, CHH' Sense of Humor, Brouk und Poltergeist sollten dieses Jahr turniertechnisch häufig zum Einsatz kommen. Immerhin versprach ich mir von diesen jungen Nachwuchstalenten früher oder später einen Körerfolg. Das selbe galt für It's Showtime, Roommate und Traumfänger. Take my Hand sollte 2019 auf einer Stutenkörung vorgestellt werden. Am liebsten würde ich dies gleich zusammen mit Give me Chocolate abhandeln, die letztes Jahr unfassbar erfolgreich gewesen war. Raffinessca, Akira, Cherokee Gold, Christmas Joy, Dreaming Of Better Days, Waldjunge, Vaconda, Hummels Enterprise und Dempsey sollten im Training noch weiter ausgebildet werden um sich später behaupten zu können. Vintage Gold, HGT's Nightmare, Takada und Winterzauber könnten ein Fohlen bekommen. Costa de la Bryére, N'oubliez Jamais, Party Shaker, Seattle's GT'aime, Batman's Rendezvous und Master of Gold sollten auch dieses Jahr wieder decken.
      Von der Trakehnerseite her schien also alles klar zu sein.​
    • Bracelet
      Irische Aussichten
      September 2019

      Das letzte Jahr über hatte ich intensiv daran gearbeitet meinen Zweitstall, einen idyllischen Hof in Irland, bezugsbereit für einige meiner Pferde, die zur Zeit auf dem DVTS standen, vorzubereiten.
      Es handelte sich dabei um ein nun wieder unbezahlbares Juwel in Mitten der weitläufigen, märchenhaften Natur, die es umgab. Bevor die letzten Besitzer es besaßen, war es bereits vor über 50 Jahren erbaut worden, hatte einen altertümlichen Cham, konnte jedoch locker mit all den neuen Reitställen mithalten, die ich so kannte. Es hatte etwas magisches; man fühlte sich hier sofort wohl, geborgen.
      Aber was das wichtigste war: es war ein Paradis für meine Vierbeiner. Untertags bat es die Möglichkeit alle Pferde auf weitläufige Graskoppeln zu stellen und auch Schlechtwetterkoppeln standen zur Verfügung. Im letzten Jahr hatte ich auf sämtlichen Wiesen und Paddocks Selbsttränken installiert und überdachte Heuraufen, sowie Unterstände, aufgestellt. Einige Wiesen hatte ich neu umzäunt, andere waren nach wie vor in gutem Zustand geblieben. So zum Beispiel auch die von Èamonn und Belmonts Beo, die ich damals ja samt Hof übernommen hatte und praktisch komplett in Gingers Obhut standen; damit also bloß auf dem Papier mir gehörten.
      Das hübsche Angus Og Stud besaß einen hübschen Stall, dessen Stallgebäude aus 2 Trakten bestand und Platz für 30 Pferde besaß. Es handelte sich dabei um ein lichtdurchflutetes Gebäude, was den vielen Glasfenstern zu verdanken war. Auch ein großer Pluspunkt war einerseits die wirklich optimale Belüftung; dennoch zog es zu keinem Zeitpunkt, andererseits die pferdegerechte Haltungsmöglichkeit; die Boxen waren nämlich so konzipiert, dass die Vierbeiner Kontakt zu einander hegen konnten, auch größere Pferde genug Bewegungsfreiheit hatten und in die Stallgasse blicken konnten. In der wärmeren Jahreszeit konnte man die Fenster öffnen, wodurch die Fellnäschen auch das Geschehen außerhalb des Stalles mitverfolgen, oder sich auch einfach nur ein wenig die Sonne aufs Köpfchen scheinen lassen konnten.
      Als ich das AOS übernommen hatte, bot es ebenso Platz für Pferde in insgesamt 4 Offenställen, wovon ich nur zwei so beibehielt. Die übrigen beiden wollte ich zu Schlechtwetterkoppeln umfunktionieren; einer erneuten Umwidmung stand jedoch nichts im Wege, falls die Kapazität einmal nicht mehr genügen würde.
      Abgesehen davon besaß das Gestüt ein hübsches Haupthaus, wie auch die übrigen Gebäude in einer netten Steinoptik, mit einer hölzernen Veranda davor. Ein bisschen Efeu schlängelte sich gleich einiger Kletterrosen an den Wänden empor. Im Gebäude fand man einen leicht rustikaler Look, klassisch mit einem Kamin im Wohnzimmer, vor. Ginger besaß ein nettes Zimmer im zweiten Stock und auch ich hatte mir eines für die Tage eingerichtet, in denen ich hier war.
      Allmählich hatte ich es hier lieben gelernt. So gerne ich auch auf dem DVTS in Schweden war, war dieser Ort ein wahrer Traum; nicht unweit der Cliffs of Moher, an der Westküste Irlands. Umso schöner, dass dieses Juwel tatsächlich mir gehörte.
      Zum Glück hatte dieser Platz etwas, was einem einem neue Energie gab, denn die Vorbereitungen für den Umzug, Renovierungsarbeiten und die Leitung eines Zucht- und Sportpferdestalls war wohl keine leichte, unanstrengende Aufgabe. Ebenso die Entscheidungen zu treffen welche Pferde denn nun tatsächlich umziehen sollten.
      Die Youngsters Caddylack, VK Gunna Whiz, Vina und Chestnut waren davon genauso wenig betroffen wie meine Fohlen. Immerhin sollten diese die Grundausbildung bei mir und meiner besten Bereiteren genießen.
      Bei den Trakehnern war die Entscheidung durch die gleiche Überlegung geprägt; Balounito, CHH’ Sence of Humor, Cherokee Gold, Brouk, Poltergeist, Waldjunge, Vaconda, Dreaming of better days, Christmas Joy, It’s Showtime, Dempsey, Hummels Enterprise, Roommate, Traumfänger, Raffinessca, Akira, Give me Chocolate und Take my Hand sollten weiterhin gefördert werden und ihre Turniere laufen. Costa de la Bryére, HGT’s Nightmare, N’oubliez Jamais, Party Shaker, Seattle’s GT’aime, Takada, Batman’s Rendezvous, Master of Gold, Winterzauber und Vintage Gold standen als Zuchtpferde; aktiv oder nicht, ebenso nicht zur Disposition.
      Interessant war es also bei den Pferden die zur Zeit in den ,,Nebenstallungen’’ standen. Für meine beiden Vollblüter Last in Love und Cotsworlds Eik würden sich durch die zahlreichen Galoppstrecken um das AOS herum eine gute Trainingsmöglichkeit bieten. Dennoch haderte ich nach wie vor mit mir, da ich bei ihrem Training sehr heikel war. Magic Attack hingegen war ein Kandidat bei dem ich mir ziemlich sicher war, dass der gute bald den weg nach Irland einschlagen würde. Er hatte schon einige Fohlen gezeugt und Tiefkühlsperma war von ihm auch noch reichlich vorhanden. Schon länger hatte ich darüber nachgedacht ihn denn nicht in seine wohlverdiente Pension zu schicken; nicht endgültig, geritten werden sollte er sehr wohl noch und eventuell eignete er sich auch als Lehrmeister um mit Ginger noch ein paar kleine Turniere zu gehen. Immerhin war der Zwölfjährige noch gut in Form und wusste sich zu präsentieren. Wastl war ebenso ein Kandidat dafür, weswegen er Magic wohl folgen würde und wo wir schon bei Warmblütern waren: Sir Donnerhall, Scarlet Sun und Golden Eye sollten ebenso schon sicher nach Irland ziehen. Nephilim Son of Angel & Devil, Cornetto und Mihály hingegen würden zu 100% bei mir in Schweden bleiben. Bezüglich Dreammaker, Lead me Home, Romulus, Hollywood King Gun, Pinochio, Sookie, Birdcatcher, Angels Kiss, Black Pearl, Donella, Herbstblüte und I’ve got the moves like Jagger war jedoch noch alles offen.
      Einige Pferde überlegte ich auch in die Vollpension, in einen der Offenställe in Irland, zu schicken. Genau genommen handelte es sich dabei um Donella, Angels Kiss und Golden Eye. Dies stand allerdings noch in den Sternen.
      Nun hieß es erstmal den September über noch alle nötigen Handlungen durchzuplanen, die notwendigen Papiere zu besorgen und die Transportfirmen zu engagieren und anschließend hoffte ich, dass alles gut ging. Die Vorfreude auf meinen zweiten Stall überwiegt jedoch gegenüber allen Sorgen.
    • Bracelet
      Sichelöhrchen
      März 2020

      Ich stand gerade in der Dressurarena des Den Vackra Trakehner Stud, wo Anastasia Master Of Gold arbeitete. Da der Hengst nicht mehr aktiv im Turniersport eingesetzt wurde eignete er sich wunderbar als Lehrpferd für meine Bereiterin. Nebenher führte mir unser Stallbursche Melvin unseren Neuzugang Pluie warm, den ich eigentlich gleich reiten wollte. Das Ganze wurde allerdings durch einen lauten Rums unterbrochen, denn Pluie, ,,Plüsch’’, wie wir ihn bereits nannten, machte einen Satz und landete etwas unsanft mit einem Bein an der Bande. Überrascht drehte ich mich um und sah, dass Amelia, unsere Pferdepflegerin, sprichwörtlich mit der Tür ins Haus gefallen war. „Ist etwas passiert?“, wollte ich natürlich wissen, ehe ich bemerkte, dass sie wild wedelnd mit einer Pferdezeitschrift auf mich zukam. „Tüüür frei“,rief sie, nun natürlich viel zu spät, und nahm jedem die Möglichkeit vorweg entsprechend zu reagieren, geschweige denn zu antworten. „Das musst du dir unbedingt ansehen!“,rief sie ganz aufgeregt und drückte mir kurz darauf das Magazin in die Hand: „Da! Schau mal, wäre das denn nichts für uns?“
      Stirnrunzelnd betrachtete ich die geöffnete Seite mit den Verkaufsanzeigen. Ganz oben nahm ich sofort zwei Fotos von zwei außergewöhnlich aussehenden Pferden wahr. „Das sind Marwaris! Pferde aus Indien. Die haben diese niedlichen Sichelöhrchen!“,fuhr Amelia fort und machte ein ziemlich lustig aussehende Handbewegung über ihrem Kopf. „Mmhm“,murmelte ich ehe es, nun in meinem Kopf, zu rattern begann. Das Angus Og Stud, das ich mir ja geleistet hatte, hatte definitiv noch Kapazitäten frei und genau genommen fehlte dort ohnehin ein konkretes Zucht- oder Sportziel. Abgesehen davon gefielen mir diese beiden blütigen Pferde wirklich gut. Sie wirkten überaus edel und schienen tatsächlich eine Rarität zu sein.
      Schlussendlich bat ich Amelia den Plüsch zu longieren und selbst die Zahlen zu checken, ehe ich mich ein paar Tage darauf tatsächlich entschied die beiden zu kaufen. „Meereen“ und „Tamana“. Alleine was für klingende Namen die beiden hatten.
      Die kommende Woche verbrachte ich noch auf dem DVTS; immerhin war hier wirklich überaus viel zu tun im Moment. Auch wenn ich vor hatte einige Pferde und Tätigkeiten damit auf das AOS auszulagern, musste ich mir langsam eingestehen, dass ich wohl mehr Personal brauchte. Vor allem Bereiter würde ich wohl ein paar mehr einstellen müssen, denn ich und Ana alleine konnten all die Pferde kaum stemmen. Meine Zuchtstuten HGT‘s Nightmare, Takada, Winterzauber, Vintage Gold, I’ve got the moves like Jagger und Donella gingen zur Zeit überhaupt nur ihre Runden in der Schrittmaschine. Mehr Bewegung konnten sie sich zwar selbst auf den Paddocks holen, doch alleine schon Longearbeit gab es nur, wenn Amelia die Zeit fand. Sie durfte nämlich immer mal wieder wenn sie die notwendigen Aufgaben erledigt hatte ein wenig lockere Arbeit vom Boden aus mit den Pferdchen machen. Meist entschied sie sich dann aber doch dafür entweder Feierabend zu machen oder ihrem Lieblingspferd Dreaming Of Better Days, die ja ein wahres Goldstück war, Boden- oder Freiarbeit zu machen, was für mich, trotz der stetig bergauf gehenden Dressurkarriere der Stute, absolut in Ordnung ging; immerhin machte es ihr uns Dreamy immer super viel Spaß, weshalb ich dabei ab und an auch ganz gerne mal zusah. Für mich selbst blieb leider, wohl auch bedingt durch den eben erwähnten Personalmangel, für solche Dinge leider kaum Zeit mehr, wenn es nicht gerade für die Jungpferdeausbildung von Nöten war. Hier war ich allerdings zur Zeit mit den meisten meiner Youngsters an anderen Punkten. Mit DVTS’ Daeny und Aiana war ich gerade noch mit den Basics wie dem Halftern und Führen in Schritt und Trab beschäftigt. DVTS’ Takinou, Backfett, DVTS’ Magic Movements und Sir Bacardi waren da schon deutlich weiter. Alle vier Jungpferde waren bereits mit den Basics vertraut und wurden bereits longiert. Hierbei hatte ich auch schon Stangen integriert, was den Muskelaufbau begünstigte, der bei mir immer vor den ersten Steps des Anreitens kam.
      DVTS’ Seattle’s Wintertime, DVTS’ Cascadeur de la Vie, Caddylack, Bambina und DVTS’ Colour the Nightsky waren bereits recht weit, was die Longearbeit betraf. Sie reagierten alle schon sehr fein auf die Stimm-, wie auch Peitschenhilfe. Außerdem waren sie bereits an das Gebiss gewöhnt, das sie bisher alle schon super annahmen. Handarbeit hatte ich auch schon in die Arbeit mit dazu genommen, genauso wie im Zuge dessen die ersten Anfänge der Seitengänge. Casi machte sich dabei besonders gut und mauserte sich trotz leichtem hengsteln als Musterschüler. Die Ausbildung dieses Pferdes war für mich im Generellen etwas ganz besonderes. Auch wenn ich tatsächlich auf meinen gesamten ersten Fohlenjahrgang sehr stolz war, war Cascadeur für mich in der Arbeit der, der momentan am positivsten heraus stach. Der dressurgezogene Hengst schien ganz nach seinen Eltern zu kommen. Charakterlich zeigte er sich jetzt schon besonders stark, obwohl er ein wirkliches Prachtexemplar an Hengst zu werden schien und sich so langsam richtig zu präsentieren begann. Er war auch stets bedacht dem Menschen nichts zu tun, obwohl ihm das Testosteron nun sehr deutlich einschoss, was bei einem Hengst auch etwas sehr angenehmes war.
      Chestnut und Vina waren schon noch weiter. Bei Chestnut war es bald soweit, als dass er offiziell als Angeritten und auf E-Niveau befindlich gelten konnte.
      Für VK Gunna Whiz und Hollywood King Gun hatte ich seit einigen Wochen einen professionellen, externen Westernbereiter am Hof, der die beiden zwei bis dreimal ritt und sie, sobald alles harmoniert, auch auf Turnieren vorstellen würde. Auch wenn ich eiinige Stunden Westernunterricht hinter mir hatte und mich regelmäßig fortbildete wurde ich den Beiden so einfach nicht gerecht. Immerhin hatte ich am Ende des Tages eine englische Reitausbildung. Trotzdem war ich sehr stolz auf meine beiden Schätze und sah immer gerne beim Training zu.
      Abgesehen davon starteten mit Vaconda und Give me Chocolate nun aktiv die Vorbereitungen auf die jeweilige Stutenkrönung. Vaconda war im Training unfassbar stark; Choco ritt ich beinahe nur noch locker Dressur, in Kombination mit einigen Gymnastikreihen, denn die hohen Sprünge und der Parcours lief mit ihr wie von selbst, da war sie unfassbar sicher geworden.
      An der Sicherheit arbeiten musste ich noch mit meinen Nachwuchspferden. Brouk war leider nach wie vor schwierig, auch wenn er sich schon deutlich verbessert hatte. Er war nunmal von Natur aus schon kein Anfängerpferd, wie ich es von seiner Mutter auch schon gewohnt war, und im Zusammenspiel mit seiner Vorgeschichte war es oft wirklich ein Kampf, den ich nicht führen wollte. Deshalb hatte ich vor einigen Wochen beschlossen, ihm einfach die Zeit zu lassen die er zur Entwicklung benötigte und alle Ambitionen bei ihm runter zu schrauben; auch wenn der Hengst eigentlich ein enormes Talent hatte, nicht nur vor der Kutsche, wovor er allerdings leichter zu händeln war als beispielsweise am Sprung oder gar in Parcours oder Dressuraufgabe. Hier hatte ich mit Balounito überhaupt kein Problem, denn der junge Hengst zeigte deutlich, dass er auch ein Springpferd sein wollte. Sein bester Koppelbuddy CHH’ Sence Of Humor hatte zur Zeit auch eine super Phase und war ebenso eine Freude zu Reiten. Ebenso It’s Showtime, Waldjunge, Poltergeist, Christmas Joy, Dempsey, Hummels Enterprise, Roommate, Cherokee Gold, Traumfänger, Akira, Take my Hand, Scarlet Sun, Cornetto, Lead me Home, Romulus, Pinochio, Simple little Melody, Birdcatcher, Sookie, Golden Eye und Sir Donnerhall. Ich hatte also im großen und Ganzen wirklich Glück mit meinen Schätzen.
      Etwas intensiver musste das Training zur Zeit mit Mihály sein. Der Hengst hatte nämlich zur Zeit eine kleine Flegelphase und etwas zu viel Energie. Schaffte ich es aber dies zu Ausdruck in der Arbeit umzuwandeln lief der wunderschöne Fuchs wirklich unfassbar toll.
      Nur locker ritt ich zur Zeit meine Deckhengste Costa de la Bryére, Seattle’s GT’aime, N’oubliez Jamais, Party Shaker und Wastl. Etwas mehr Aufmerksamkeit bekam Nephilim Son Of Angel & Devil, da ich bei ihm immer all meinen Stress vergessen konnte und dies gewissermaßen seelenstreichend wirkte.
      Magic Attack befand sich genauso wie Angels Kiss, Black Pearl und Dreammaker noch in der Winterpause. Bei Magic war dies gewissermaßen eine Art wohlverdienter Semiruhestand. Dies hatte ich auch seiner Vorbesitzerin versprochen, denn der hübsche Hengst hatte in seinem Leben bereits genug geleistet und sich etwas mehr Ruhe und Pferd-sein-dürfen mehr als nur verdient.
      Breathing your Love und Cotsworlds Eik wurden zur Zeit ausschließlich von Anastasia trainiert.
      Diese vertrat mich auch so gut sie konnte, während ich ein paar Tage auf dem Angus Og Stud war, um Meereen und Tamana im neuen Heim willkommen zu heißen. Ginger freute sich dabei auch wie immer über meinen Besuch und berichtete mir von den Fortschritten, die Belmonts Beo seit meinem letzten Besuch gemacht hatte. Abgesehen davon hatte sie auch viel über An Affair to Remember zu zählen, die sich, höchstwahrscheinlich nur vorübergehend, bei uns befand.
      Während die beiden Marwaristuten sich bereits einige Tage eingelebt hatten gab es noch eine große Überraschung für mich, denn wir hatten einen weiteren Neuzugang zu begrüßen: For Pleasure, ein wunderschöner und überaus begabter Fuchs, der bereits einige Erfolge in der Sparte Springen verbuchen konnte. Ein Ausnahmehengst wie er im Buche stand; bei dem ich nie erwartet hätte, dass dieses tolle Pferd tatsächlich in meinen Besitz kommen würde. Aber nicht nur ich war hin und weg als er ankam: auch Ginger strahlte über beide Augen, was auch verständlich war denn sie hatte erstmal das Vergnügen wohl die meiste Zeit mit dem Hübschen zu verbringen.
      Nachdem ich mit Ginger noch einen Plan bezüglich dem Training von Tamana, Meereen, Beo und For Pleaure ausgetüftelt hatte, musste ich leider auch schon wieder auf das DVTS zurück. Bald würde ich aber wieder kommen um etwas mehr Zeit auf dem Hof zu verbringen.
    • Bracelet
      der ganz normale, alltägliche Wahnsinn

      „Ruuhiger. Ruhiger. Ruhiger.“,wiederholte ich mantraartig. Anastasia saß gerade auf Take my Hand und versuchte bereits das dritte Mal auf der Mittellinie Viererwechsel zu reiten. Handy spielte da allerdings wenig mit und raste los sobald Ana abwendete. „Parier die mal durch.“,sagte ich schließlich kopfschüttelnd. Meine Bereiterin seufzte: „Ich verstehe das einfach nicht. Was hat sie denn plötzlich?“ „Sie läuft nicht weg weil sie heiß wird. Ich glaube sie hat genug für heute. Sie kann’s einfach noch nicht. Nicht weil du’s ihr nicht gut genug erklärst, sondern weil sie es körperlich nicht schafft und das hat sie wohl schon im Kopf wenn wir sie abwenden.“,analysierte ich. Ana schaute traurig. „Komm, lass mich das nochmal testen. Sie soll noch einen schönen Fliegenden springen, dann reicht‘s für heute. Aber du bist jetzt auch schon so verkopft.“,sagte ich schließlich mit ziemlich neutralem Tonfall, auch wenn ich wusste, dass Anastasia das sicher zu denken gab. Die Brünette stieg ab und ich klopfte ihr auf die Schulter. „Mach dir keinen Kopf. Morgen wird’s wieder besser! Mach du in der Zwischenzeit schon mal Akira warm. Amelia hat sie bestimmt schon gesattelt. Ich reite dann anschließend die Aky und du lässt dir Simple Little Melody fertig machen und holst sie sobald ich Akira übernehme. Spiel ein wenig mit ihr. Üb das mit den Fliegenden, für dich. Du weißt, dass du eine gute Reiterin bist.“,versuchte ich Ana aufzumuntern. Ich wusste wie viel Spaß es ihr machte mit Melody, die ja mittlerweile S*** fertig und top im Training war, an den Lektionen zu feilen. Grundsätzlich war Anastasia ja einer sehr einfühlsame Reiterin, der es ein leichtes war Pferden neue Lektionen beizubringen oder bereits erlernte zu verbessern. In Handy hatte sie wohl gerade einmal wieder ihre Grenzen kennengelernt. Die Stute wusste schon wie sie uns austricksen konnte. Hier kam mir jedoch meine langjährige Erfahrung in der Pferdeausbildung zu Gute. Und auch reiterlich war ich schließlich auch schon weiter als Anastasia und konnte so noch ein paar Knöpfe mehr drücken als Ana.

      „Na komm.“,sagte ich ruhig, während ich mich auf den Rücken der braunen Stute setzte. Diese sah Anastasia hinterher wie sie die Halle verließ. „So du Filou. Konzentrier dich.“,gab ich grinsend von mir und holte mir die Stute im Schritt rasch ans Bein, ehe ich sie locker nach vorne trabte. Sie schnaubte bereits ganz schön, da wir schon über ihrer normalen Arbeitszeit lagen. Deswegen wollte ich die Wechselgeschichte nun auch rasch hinter mich bringen. Bevor ich allerdings an die Fliegenden ging ließ ich Handy ordentlich vor galoppieren, führte sie wieder zurück und ließ sie wieder nach vorne ziehen. Anschließend holte ich sie mir schön aufs Hinterbein und ritt einen Umkehrtwechsel. „Auußengalopp.“,nörgelte ich leicht mit dem Trakehnertier unter mir, das in diesem Moment nur so auf den Wechsel lauerte. Erst eine halbe Runde später ließ ich sie schließlich umspringen und wiederholte das Spiel in die andere Richtung. Da sie hier gut bei mir war ging’s dann wieder auf die Diagonale. Ich spürte schon davor wie Handy sich anspannte, den Rücken wegdrücken wollte und ordentlich Gewicht in den Zügel gab. „Neein.“,sprach ich ruhig mit ihr und führte sie absichtlich einmal mehr zurück. Schrittübergang. Angaloppieren. Schritt. Galopp. Wechsel! „Braaaaav!“,rief ich und lobte die Stute. Auf der nächsten Diagonale wiederholte ich das Ganze. Wieder gesetzt und durch. „Seehr Brav.“,lobte ich, ehe ich nach vier Sprüngen noch einen Wechsel einbaute. „Guuut!“,gab ich schließlich von einmal von mir, parierte sie zum Schritt durch und ließ die Zügel lang. Ich klopfte sie und ritt mit ihr aus der Halle hinaus. Da am Dressurviereck gerade Melvin mit dem Traktor unterwegs war und den Boden machte beschloss ich kurzerhand noch eine kleine Runde um die Koppeln mit ihr zu drehen. Als wir wieder zurück waren übergab ich sie an Amelia und sputete zur Dressurarena, wo Ana gerade Akira abtrabte. „Du kannst sie schon haben wenn du willst.“,rief mir meine Bereiterin gleich entgegen. „Gerne.“,gab ich zurück und wir vollführten den zuvor angesprochenen Pferdetausch.

      Nachdem ich Aky fertig gearbeitet hatte wies ich Anastasia noch an als nächstes unseren Neuzugang Hokuspokus zu longieren, wenn sie mit Melody fertig war. Anschließend war auch noch Hannifee an der Reihe, die heute einen ruhigeren Trainingstag am Programm hatte. Sie hatte sich die letzte Zeit gut gemacht, wurde zur Zeit nur dreimal richtig dressurmäßig gearbeitet, einmal die Woche ausgeritten und einmal longiert. Für mehr bot sich leider auch nicht die Zeit im Moment, da gerade andere Prioritäten anstanden. Trotzdem baute die außergewöhnlich gefärbte Stute stetig an Muskeln auf und machte weiterhin ihre Fortschritte. So war es dann im Endeffekt auch gar nicht so wichtig, dass sie wohl auch fünfmal die Woche auf Pump Dressur geritten hätte werden können. Generell war sie ja zur Zeit noch am Anfang ihrer Karriere bei uns. Dennoch brachte mich das wieder an den Punkt, dass ich mir eingestehen musste, dass wir eigentlich mehr Personal hier auf dem DVTS brauchen würden.

      Nachdem das mit Anastasia geklärt war brachte ich Aky zurück in den Stall, wo sie unsere Pflegerin, aka Mädchen für Alles, Amelia, übernahm um sie zu versorgen.

      Es war nun kurz vor Acht, morgens, und somit also höchste Zeit, dass die Pferde auf die Koppel kamen. Melvin war gerade dabei den Beinschutz und die Fliegenhauben an die Pferde zu montieren. „Hej!“,grüßte ich ihn, was er freundlich erwiderte. „Sehr gut ihr seit ja schon voll bei der Sache.“,stellte ich fest als ich auch die übrigen Stallburschen in den Boxen entdeckte. „Jaja. Schon fast ein wenig spät.“,erwiderte er kritisch während er Vacondas Ohr durchs Koppelhalfter fädelte. Die Stute machte es ihm nicht leicht. Sie hatte noch Heu und wollte sichtlich lieber darin ihre Nase drin versenken. „Ach, das passt schon. Hauptsache richtig.“,merkte ich locker an. HGT‘s Nightmare in der Nebenbox wartete auch schon und steckte ihr Köpfchen in die Stallgasse; auch sie bereits im Alienlook.

      „Ich mache Takada rasch die Gamaschen drauf und nehme sie dann zusammen mit Nighti.“,sagte ich. „Okay, dann mach ich noch Christmas Joy und wir gehen gleich mit allen Vieren.“,meinte Melvin. Gesagt getan.

      Erst warteten die vier Grazien geduldig. Dann beschloss Nightmare los zu traben und Joy quittierte das mit einem heftigen Buckeln. Von jetzt auf gleich liefen sie los und galoppierten wild über die Wiese. Ein wunderschöner Anblick! Es dauerte nicht lange, da kamen sie an Winterzauber und Vintage Gold vorbei, die zuvor schon rausgebracht wurden und eben noch genüsslich gegrast, sich nun aber anstecken hatten lassen und mitliefen. Ich musste lächeln. Was eine Rasselbande. Viel Zeit zum Zusehen blieb allerdings leider nicht.

      Nachdem wir die nächste Partie bestens aus Dempsey, Hummels Enterprise, Cherokee Gold und Give me Chocolate raus gebracht hatten ließ ich Melvin zusammen mit den anderen weiter machen und huschte zu den Fohlen, beziehungsweise Jungpferden, hinüber. Backfett entdeckte mich als erste und streckte mir sofort ihr graues Näschen entgegen. „Helloow.“,begrüßte ich sie mit viel zu hoher Tonlage. Mit meinen Fohlen redete ich tatsächlich wie mit Kleinkindern, was auch nicht aufhörte wenn sie etwas älter wurden. Mit DVTS‘ Magic Movements zum Beispiel sprach ich auch nach wie vor so, obwohl der schicke Vollbluthengst von Magic Attack und aus meiner Roanstute I‘ve got the moves like Jagger mittlerweile überhaupt nicht mehr nach Babypferd aussah. „Wiieh.“,unterbrach Aiana meinen Gedankenausflug und holte mich zurück in die Realität. Auch sie wollte nun endlich etwas zu naschen haben. „Jaaja. Ihr seit mir ja welche.“,meinte ich seufzend und holte zwei kleine Äpfelchen aus meiner Tasche hervor. „Stopp!“,rief ich schließlich als auch DVTS‘ Daeny mich von hinten überfiel. „Ich muss den erst teilen.“,jammerte ich und halbierte die beiden rotgrünen Früchte mit meinem Taschenmesser: „So. Na da habt ihr.“

      Nachdem ich im alles kontrolliert und die Mäuse auf die Koppel entlassen hatte ging es noch zu DVTS‘ Takinou, der zur Zeit in einer der Abfohlboxen stand. In den nächsten Tagen sollte er in die Youngsterstallungen übersiedeln, wobei ich schon alles hergerichtet hatte, die Tränke in der entsprechenden Box aber einfach nicht funktionieren wollte, weshalb zur Zeit diese Zwischenlösung gefunden werden musste. „Na komm, Hüscher.“,sprach ich ihn an, bevor ich auch ihm die Gamaschen anlegte und Fliegenhaube, wie Halfter aufsetzte. „Los geht’s.“,sagte ich dann und ging mit ihm zu den Koppeln, wo er zusammen mit Pluie und Brouk stand, was ganz gut funktionierte. Takinou zeigte sich im Gegensatz zu den Stuten von vorhin ziemlich unspektakulär. Keine zwei Trabtritte von mir weg, gerade so, dass er das Gefühl hatte ich würde ihn nicht sofort wieder greifen und mitnehmen, steckte er die Nase auch schon in die leider nicht mehr ganz so saftige Wiese. Leider waren Teile schon sehr angefressen und ob es sich auszahlte jetzt noch ein weiteres Wiesenstück abzusperren wusste ich auch nicht. Immerhin begann ja schon der September und damit war die Koppelsaison erfahrungsgemäß ja leider auch schon bald wieder an ihrem Ende angelangt; vollkommen kaputtgetreten, weil zu feucht, sollte sie ja auch nicht werden um nächstes Frühjahr wieder ganz regeneriert zu sein.

      „Brace, wen soll ich denn als nächstes fertig machen?“,rief Amelia schließlich. „Äää.“,stammelte ich erstmal und musste erst überlegen wer heute aller noch auf dem Plan stand. „Springen will ich erst am Nachmittag. Anastasia soll heute noch Waldjunge, N‘oubliez Jamais, Seattle‘s GT‘aime, Master of Gold, Costa de la Bryére und Party Shaker longieren, bitte. Die brauchen nur ein wenig Bewegung, aber keine richtige Arbeit. Ich werde jetzt den Vormittag noch Dressur reiten. Starten wir vielleicht mit It‘s Showtime, dann Roommate, Traumfänger und zu guter letzt würde ich gerne noch Sir Donnerhall machen.“,beschloss ich dann. „Ach und Amelia?“,rief ich dann noch als sie sich schon auf den Weg machen wollte: „Hast du die Körung von Lead Me Home schon genannt?“ „Nein das mache ich aber heute Mittag gleich noch.“,kam zurück. „Mhm.“,murmelte ich darauf, ein wenig besorgt darüber, dass wir die Prüfung verpassen könnten wenn sie vergessen sollte. Ich hatte immer gerne alles rasch geregelt und in trockenen Tüchern.

      Bevor ich mit der Dressurarbeit für heute begann holte ich noch Dreaming Of Better Days zusammen mit HMJ Grace aus der Box. Die Beiden waren wirklich vom ersten Tag an ein Herz und eine Seele und stritten auch praktisch nie, was ich für Stuten schon in gewisser Weise untypisch fand. Allerdings waren ja sowohl Grace als auch Dreamy wirklich zwei Schätze. „Na kommt ihr Zwei.“,sagte ich, nachdem sie erstmal stehen blieben und sich gegenseitig beschnupperten, nachdem ich die Pflugel aus ihrer Box geholt hatte. Für die Beiden ging es leider nach wie vor am Vormittag auf die Schlechtwetterkoppel, um Grace‘ Gewicht weiter gut im Auge behalten zu können, wobei man wirklich schon sagen musste, dass sie nicht wiederzuerkennen war.

      Der Vormittag endete zur Abwechslung mal ohne weitere, außergewöhnliche Vorkommnisse. Ich hatte also endlich mal in Ruhe Zeit mir etwas warmes zu essen zu kochen. Anschließend telefonierte ich noch mit Ginger, die mir von Tamana, Meereen, For Pleasure, Belmonts Beo und An Affair to Remember berichtete, denen es wohl zur Zeit allen ganz gut ging. In Zukunft wollte ich mir trotzdem irgendwann mal wieder selbst ein Bild machen und vorbei schauen.

      Nach dem Essen ging es für mich wieder zurück zum Stall. I‘ve got the moves like Jagger, Scarlet Sun, Donella, Birdcatcher, Sookie, Angels Kiss, Pinochio, Wastl, Hollywood King Gun, Romulus, Cornetto, Dreammaker, Cotsworlds Eik, Magic Attack, Cherokee Gold, Mihály, Black Pearl und Golden Eye waren bereits schon wieder auf der Koppel. Zu Mittag waren sie nämlich zum Kraftfutter herein geführt worden, wie es bei den meisten meiner Pferde der Fall war. Drinnen geblieben war CLC‘ Papermoon, mein Neuzugang, den ich vor kurzem sehr spontan übernommen hatte. Für ihn war es der letzte Ausweg. Leider waren dabei aber Seiten seines Passes verloren gegangen und seine Vorgeschichte nicht mehr komplett rekonstruierbar, was ich wirklich schade fand. Trotzdem war ich froh das hübsche Pony gerettet zu haben und war gespannt auf den gemeinsamen Weg, wobei vor allem Anastasia ihn zur Zeit ritt, da sie nochmal etwas zierlicher war als ich.

      Ich hingegen wollte als nächstes Breathing your Love reiten, gefolgt von meinen beiden ebenfalls neu hinzugekommenen Barockpintos Miss Moonlight und Averything Black.

      Am Nachmittag folgte dann das Springen mit meinen Spring- und Vielseitigkeitspferden für diesen Tag.
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      Dressurtraining
      E->A - Oktober 2020

      Lächelnd ließ ich die Zügel Zentimeter für Zentimeter durch meine Finger rutschen. Meine schwarze Stute folgte dem Kontakt. HMJ Grace zeigte sich vorbildlich; wölbte brav den Rücken, trat fleißig unter und dehnte sich hinunter ans Gebiss heran. „Braaaav“,lobte ich sie. Einige Runden auf dem Zirkel später parierte ich sie schließlich durch. „Ja, sie hat es. Eindeutig.“,schnaufte ich. Anastasia grinste breit: ,,Ich sags dir ja. A ist mit Sicherheit kein Problem für sie.“ Da hatte sie recht. Ich war sicher, dass Grace zumindest L-fertig war, wenn nicht noch mehr konnte. Leider war es ihr körperlich noch nicht möglich gewesen, beziehungsweise wollte ich sie weder überfordern, noch überlasten. Langsam, mit viel Geduld, hatten wir uns an alle A-Anforderungen heran getastet, doch es lohnte sich. Grace machte jede Einheit motiviert mit und schien Spaß an allem zu haben, was wir mit ihr machten. Abgesehen davon, dass sie bei uns die meiste Zeit auch nur Pferd sein durfte, was ihr sehr positiv aufs Gemüt schlug. Ich weiß nicht wie sie früher gehalten wurde, aber unser Stall war wirklich ein Paradies für jedes Pferdeherz, und mit Dreamy hatte sie eine beste Freundin auf Lebenszeit gefunden.
      Nachdem ich Grace versorgt hatte ging es auch schon an den nächsten im Bunde. Ana hatte mir den Jungen Fuchs bereits fertig aufgewärmt, so, dass ich mich nur noch drauf setzen musste. Chestnut hatte in den letzten Wochen ebenfalls sprunghaft Fortschritte gemacht. Der hübsche Hengst, den ich seit dem Fohlenalter bei mir hatte, war mit unfassbarem Dressurtalent ausgestattet. Nicht nur seine sagenhaften Gänge, sondern auch seine schnelle Auffassungsgabe ließen mich große Hoffnung in ihn haben. A-Niveau in der Dressur hatte er mittlerweile ohne jeden Zweifel erreicht. Deshalb übten wir nun vermehrt schwierigere Dinge, ebneten den Weg zur L-Dressur, bis zu welcher aber noch einiges an Weg bevor stand. Das gleiche galt für Caddylack, den lediglich Anastasia ausbildete. Natürlich sah ich ihr dabei nach wie vor über die Schulter, ließ sie aber in Ruhe walten und ihre eigenen Entscheidungen treffen, solange ich mir sicher war, dass in Caddys Ausbildung nichts schief lief. Immerhin waren schlechte Erfahrungen leider ja wirklich überaus schwer aus Pferden wieder heraus zu bekommen.
      Nachdem auch die übrigen heute zu reitenden Jungspunde schließlich für den Tag durch waren widmete ich mich Take my Hand. Ihre Ausbildung war für schon etwas anspruchsvoller, allerdings für mich auch nicht sonderlich hoch. Trotzdem machte gerade diese Phase besonders viel Spaß. Mit Handy ging es nämlich an die M-Lektionen. Der Sprung von der L dahin wo ich hin wollte war ein ziemlich großer, doch die braune Stute überraschte mich immer wieder. Schließlich hatte ich auch im Springen nie damit gerechnet, dass sie da hin kommen würde wo sie nun war; schließlich hatte sie eine Phase, in der sie einfach nur mehr Angst hatte, das Potential und Talent am Sprung wohl nicht mehr reichen sollte, ehe sie wie aus dem Nichts neue Kraft schöpfte und auch noch den Sprung in die schwere Klasse meisterte, was für mich wirklich unfassbar war und der Beweis dafür, dass man so viel mehr aus einem Pferd raus holen konnte, wenn man es nur ließ, auf die Bedürfnisse einging und ihnen den Raum zum wachsen gab ohne sie zu überfordern. Spielerisch Lernen, das war immer mein Ansatz gewesen, und dieser bewies sich als richtig. Das gleiche Prozedere wendete ich nun in der Dressur an und auch hier fruchtete es.
      Wer jedoch nicht unbedingt Geduld für die Dressur mitbrachte war zur Zeit Simple Little Melody. Unser eigentliches Dressurtalent schien etwas Abwechslung zu brauchen, weswegen ich sie nebenher im Springen weiter förderte. Hauptsächlich machten wir dabei Gymnastikspringen, doch da die hübsche Stute von ihrem Eltern auch einiges an Springtalent geerbt hatte wagten wir uns auch immer mal wieder an den ein oder anderen Parcours. Das schwerste was wir bisher geübt hatten war tatsächlich L, was ich schon sehr hoch für ein Dressurpferd emfand. Da sie das aber solide machte ging ich neuerdings auch mit ihr ins Gelände, auf die Buschstrecke. Erst übten wir an ein paar Einzelsprüngen und dem Wasser, später verband ich dann alles und Ende Oktober konnten wir ohne Probleme ein A-Gelände zusammen gehen. Ich war wirklich stolz auf sie; wie toll sie das machte.
      Auch toll machte sich Cherokee Gold, die ich in der Dressur diesen Monat fertig zur Klasse A ausbildete.
      Der Schwerpunkt des Fortkommens lag diesen Monat also eindeutig in der Dressur. Wer das allerdings alles ein wenig langweilig fand war Pluie. Mein überaus talentierter Junghengst blühte eher im Springen oder im Gelände auf, doch so oder so blieb die Dressur die Basis. Dressurreiten ging momentan aber nur wenn man ihn forderte; was seinen Kopf betraf, denn sonst ging er zur Zeit ständig in die Luft. Der sonst so süße Roan gewann allmählich nämlich immer mehr an Kraft und stand durch die Kaltfront, die die letzten Wochen bei uns in Schweden eingebrochen war, ordentlich unter Strom. Das hinderte mich jedoch nicht weiter mit ihm zu arbeiten und die A-Lektionen Stück für Stück mit ihm durchzuexerzieren. Da er überaus intelligent war dauerte es nie lange, bis er verstand war ich wollte und war für seinen Ausbildungsstand schon überaus fein zu reiten, was mir sehr wichtig war, da er mein Vielseitigkeitsnachwuchspferd werden sollte und hier besonders wichtig war, dass ich mich darauf verlassen konnte, dass er mir zuhörte, wenn ich das von ihm verlangte. Vor allem im Gelände konnte später ja einiges schief gehen, wenn er nicht mitmachte. Da machte ich mir allerdings zur Zeit wenig Sorgen, trotz der Eskapaden, denn im Springen war er immer konstant und bei mir. Zerreißen tat es ihn lediglich bei der Hallenarbeit der letzten Zeit. Trotzdem war A am Ende des Oktobers überhaupt kein Problem mehr für den Hengst. Er hatte die letzten Monate einiges an Gleichgewicht und Koordination gewonnen, was sich nun bezahlt machte.
      Alles in Allem eine tolle Bilanz, wie es zur Zeit bergauf ging.
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      Dressurtraining
      A->L - November 2020

      Ermunternd schnalzte ich ein wenig mit der Zunge, während ich mit Chero durch die halbe Bahn wechselte. Wir übten zur Zeit noch sehr intensiv am Außengalopp, der der cremefarbenen Stute doch noch Probleme bereitete. Ich lernte meinen Pferden meist die fliegenden Galoppwechseln vorm Außengalopp, denn hatten sie einmal gelernt, dass sie nicht umspringen sollen war es schwer das wieder aus ihnen hinaus zu bekommen. Das Resultat der Methode Außengalopp vor Fliegendem waren leider häufig anfangs zerschlagene Wechsel mit allen Arten von Wechselfehlern, die schwer zu korrigieren waren. Cherokee Gold jedoch sprang bereits sehr schöne einzelne und vor allem fehlerfreie Wechsel. Jetzt jedoch musste sie lernen sich auch in diesem für sie „verkehrten“ Galopp auszubalancieren. „Guuut!“,lobte ich meine Stute, ehe ich sie nochmal schön ran holte und zum Schritt durchparierte. Um sie zu belohnen ließ ich sie lang und ließ das Training für den heutigen Tag gut sein. Immerhin reichte es mir wenn sie es auf jeder Hand einmal wirklich gut gemacht hatte und sie lernte, dass sie das richtig gemacht hat. Zuvor hatten wir schon alle übrigen L-Lektionen durch, die sie auch schon verstanden hatte und beherrschte.
      Anschließend war Take my Hand an der Reihe, die ich endlich auf S-Niveau gebracht hatte. Die vielseitig veranlagte Stute, die sich die letzten Monate ja auch im Springen überaus gemausert hatte, verstand die Lektionen mittlerweile alle sehr gut. Ab und an schlich sich noch der ein oder andere Fehler ein, aber in Summe war sie bereit auch in der S zu starten. In den Pirouetten könnte sie sich noch mehr setzen; da fehlte ihr noch die Kraft, wobei ich allerdings dadurch, dass sie S-Springen ging überhaupt überrascht war wie sauber manche Lektionen waren. Immerhin war es schon so, dass Springpferde anders gebaut und bemuskelt waren als die typische Dressurkugel. Trotzdem wollte ich sie noch bis zur schweren Klasse in der Dressur ausbilden bevor sie in die Zucht gehen und Mami werden durfte, da sie gerade soo intelligent und leistungsbereit war; vielleicht wollte ich auch einfach wissen, ob wir das schaffen konnten und mir das beweisen. Ob wir damit nun eine Schleife gewinnen konnten oder nicht war mir dabei in Handys Fall egal. Ich war einfach nur stolz auf die braune Stute. Immerhin hatte ich mit der Dressur ja erst so richtig mit ihr begonnen, als sich eigentlich abzeichnete, dass sie zu wenig Mumm für die hohen Sprünge hatte. Dass sie nun auch die S-Sprünge richtig anzog hätte ich lange Zeit ja nicht für möglich gehalten.
      Was ich allerdings immer heimlich gehofft hatte war, dass Christmas Joy in der Military die S erreichte und hier am Himmel kratzte. Da hatten mich auch viele belächelt; als ich meinte, dass die kleine Stute je diese Höhen und Weiten bewältigen würde, aber ich wusste es einfach. Joy, die auch in der Dressur alle M-Lektionen sauber ging, startete mittlerweile erfolgreich S***-Springen. Die Stute hatte einfach unfassbaren Mut. Sie erinnerte mich von Anfang an an den kleinen Chihuahua meiner Cousine, der jeden noch so großen Hund ankläffte und sich selbst für einen sechzig Kilo Rottweiler hielt. Genauso hatte Joy wohl das Gefühl sie war ein kleines Flugzeug und so zog sie wirklich alles an, was sie auch für die Vielseitigkeit so interessant machte. Hier half ihr auch das viele Blut, das sie von ihrem Vater mitbekommen hatte, der ja ein reiner englischer Vollblüter war. Beim Galopptraining zur Klasse S merkte ich das gerade auch sehr, da sie unheimlich viel Ausdauer mitbrachte. Sobald dann auch noch die hohen, weiten S-Sprünge dazwischen standen wurde der Schimmel erst so richtig feurig. Dabei hob sie zwar wirklich mächtig ab, was ein unfassbares Gefühl war, ließ sich aber noch immer wirklich reiten; hörte zu und ließ sich überzeugen auch mal einen Galoppsprung mehr oder weniger einzubauen.
      Genauso begeistert war ich im Moment, wenn auch auf einem deutlich geringeren Level, von Cotsworlds Eik. Der hübsche Fuchs lief bisher fast ausschließlich Galopprennen, nun wollte ich ihn aber darauf vorbereiten eventuell auch einmal eine Zweitkarriere einzuschlagen. Ich war ihn immer schon wieder zwischendurch ein wenig Dressur geritten und gesprungen, in Zweiterem lief er mittlerweile auch schon A. Trotzdem wollte ich den Winter nutzen und jetzt den Fokus etwas auf die Durchlässigkeit und allgemein die Rittigkeit legen. Dabei machte er sich für ein de facto Off-Track-Thoroughbred extrem gut. Das machte mir einerseits Freude und andererseits fielen ihm so die A-Lektionen, die ich gerade mit ihm übte, gar nicht so schwer. Wer weiß wo das noch mit ihm hinführen würde.
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      Springtraining
      E->A - Dezember 2020

      Gähnend öffnete ich die Tür des Haupthauses, wo mich sofort der kalte Wind erfasste und erschaudern ließ. Vom warmen Mittagessen vorm Kamin in die Eiszeit. Zitternd zog ich die Kapuze ins Gesicht und watschelte so rasch ich konnte hinüber ins Stallgebäude. Hier war Amelia schon fleißig gewesen und hatte mir unseren Neuzugang Cara Mia hergerichtet. Die hellbraune Stute hatte ich ohne zu suchen gefunden und sofort, ohne Probereiten, aus dem Ausland gekauft. Ich muss zugeben, dass meine Hauptbeweggründe ihr einwandfreies Exterieur, Gangwerk und ihre Abstammung war, die überaus interessant für die Zucht sein könnte. Momentan war jedoch erstmal wichtig sie solide auszubilden, denn Cara Mia stand noch ganz am Anfang. Aus diesem Grund legte ich gerade erstmal eine solide Basis für sie an, indem ich sie in der Dressur auf ein gutes A-Niveau brachte, schaute, dass sich ihr Gleichgewicht, ihre Durchlässigkeit und Anlehnung immer mehr verbesserten, was ganz gut funktionierte.
      Während ich die Braune ritt, machte auch Anastasia mit Hokuspokus Fortschritte in dessen Ausbildung. Der junge Hengst, für den es eine ganz gute Übung war trotz einer Stute in der Halle konzentriert zu arbeiten, war ebenso noch nicht weit und sollte wie auch Cara Mia erstmal A-Niveau in der Dressur erreichen. Ich ritt den Großen die meiste Zeit selbst, ließ aber auch Ana gerne mir ihm arbeiten, was ich immer gut fand, da es jeder Reiter etwas anders erklärte. Bei übersensiblen Pferden sparte ich mir das natürlich meistens längere Zeit, damit sie erstmal die Sicherheit hatten die Hilfen immer fast gleich zu bekommen, aber in Hokus‘ Fall war dies kein Problem; er nahm das gut an.
      Nachdem ich Cara Mia nach dem Training versorgt hatte übergab mir Amelia auch schon Hannifee, mit der ich gerade ebenfalls die A-Dressur anpeilte. Die letzten Tage waren ziemlich lustig mit ihr gewesen; da war ich sie nämlich gesprungen und das Wetter hatte vollsten Einfluss auf den Wildfang, denn sie hatte richtig Feuer unterm Hintern, was nicht nur in die richtige Richtung ging. Sie hatte jedenfalls Spaß, was ich auch zu schätzen wusste solange ich nicht unfreiwillig abstieg. Bei der heutigen Dressurarbeit arbeitete ich nun viel daran, dass sie mir zuhörte, was ganz gut klappte, wenn man von einer halbe lange Seite Bocken im ersten Galopp ansah.
      Währenddessen gingen Anastasia und Amelia ins Gelände. Sie übernahmen für mich das Ausdauertraining zweier meiner Hengste. Traumfänger war wirklich totbrav. Balounito hingegen konnte es schon hin und wieder, wenn er wollte. Anastasia konnte mit diesem Temperament allerdings gut umgehen und ich wusste, dass unser Traummännlein in seinem Dusel ohnehin nicht mitmachen würde, selbst wenn Balou alleine heim rennen würde. Somit machte ich mir da wirklich absolut keine Sorgen. Genausowenig wenn Amelia, die zwar ganz sicher im Sattel saß, aber nicht die atemberaubendste Reiterin war, mit Dreamy ins Gelände ging, auch alleine, und auch mit ihr ihr Ausdauertraining absolvierte. Dreaming Of Better Days war ja wirklich ein Engel.
      Ich hatte in der Zwischenzeit in der Springhalle ein wenig umgebaut. Letzte Woche hatte mir Melvin geholfen und wir haben mit dem Traktor ein paar A-Vielseitigkeitshindernisse in die Halle geräumt. Leider war der Boden der Geländestrecke momentan nicht gut genug um darauf zu trainieren, die Pferde mussten aber dennoch weiter ausgebildet werden, weswegen wir ein bisschen Indoor weiter arbeiteten und die guten Bodentage fürs Galopptraining draußen ausnutzten. Außerdem ließ ich auch den Aufbau fürs Springen stehen, denn vor allem mit Cherokee Gold brauchte ich diese. Die schicke Stute war gerade dabei ihr A-Niveau zu festigen, recht erfolgreich wie ich fand.
      Anschließend machte ich mir Cotsworlds Eik fertig, wobei ich mir ein wenig mehr Zeit ließ als üblich um uns beiden ein wenig Entschleunigung zu schenken. Zur Zeit war der Stall leer; die anderen Pferde standen auf der Koppel, Ana und Amelia waren nach wie vor unterwegs und die Stallburschen hatten frei, bis sie in etwa einer Stunde kommen würden um die Boxen nachzumisten. Ich genoss die Stille, konzentrierte mich ganz auf Eik, der entspannt den Kopf leicht absenkte und die Wärme des Solariums, genauso wie die sanfte Massage meinerseits genoss. Dass das einmal möglich wäre, hätte ich wohl noch vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten. Als er Anfang 2017 zu mir kam wollte er einfach nicht alleine sein. Wir hatten diverse Kämpfe durchgemacht, wenn ein Pferd die Halle verließ, oder er alleine als erster in den Transporter sollte. Irgendwie hatte er sich über die Zeit aber an mich gewöhnt, genauso wie er den Umstand akzeptierte, dass ich nicht nachgab. Dabei war ich nie ungerecht zu ihm; er musste da aber einfach durch ohne komplett auszuflippen und sobald es gefährlich wurde, wurde ich unangenehm. Wenn er dann wieder nachgab, war alles gut und er das tollste Pferd der Welt. Alleine in der Box bleiben war für ihn nach wie vor nicht wirklich tragbar; er begann immer herumzutigern, wieherte ununterbrochen und zeigte sich hochnervös. Wenn ich allerdings bei ihm war war alles in Ordnung. Bei Ana war er mittlerweile auch schon viel ruhiger, sie konnte ihn auch alleine in der Halle reiten, aber wirklich locker war er trotzdem nicht. Nur bei mir hatte er gelernt, dass er all seine Verantwortung als Herdenchef auch mal abgeben konnte und entspannte sich, wie gerade eben.
      Eik war der erste, der den coolen Indoor-Vielseitigkeitsparcours testen durfte. Zu Beginn wirkte er zwar etwas skeptisch, schien dann aber doch Spaß gehabt zu haben. Der Schritt zur A fiel ihm nicht sonderlich schwer, obwohl ich ihn ja gerade erst mehr oder weniger in die normale englische Reiterei einführte. Davor war er ja meist auf der Rennbahn zu finden gewesen, was ich ihm allerdings bei seinem zunehmenden Alter nicht mehr zu lange zumuten wollte. Es ging darum eine Alternative für ihn zu finden. Nicht alternativ war das Ganze allerdings für Pluie, der mein erfolgreichstes Vielseitigkeitsnachwuchspferd seit jeher war. Dressur, Springen, Gelände; in allem zeigte er sich von seiner besten Seite und hatte schon diverse Jungpferdeprüfungen für sich entscheiden können. Trotzdem wollte ich dieses talentierte junge Pferd unter keinen Umständen verheizen, weswegen er bisher erstmal nur A-Military lief, das aber mit unfassbar viel Mut und Vermögen am Sprung. Der Roan begeisterte mich jedes Mal aufs neue. Genauso begeisterte mich aber auch Mihály, der zur Zeit auch Gelände-A ging. Ihn ritt ich für heute als letztes Pferd. Könnte er sprechen hätte er wohl gesagt „das Beste kommt zum Schluss“ denn das ungarische Halbblut hatte wirklich ein ziemliches Ego. Ich liebte das an ihm, denn auch ihn musste man aus diesem Grund nie zweimal bitten über ein Hindernis zu fliegen. Mihály war ohnehin fest davon überzeugt, dass er das mit Leichtigkeit schaffte und bockte dann meist noch einmal freudig hinterher, wobei der Bocksprung schon mal höher als das Hindernis ausfallen konnte.
      Nachdem auch der Fuchs zurück in seiner Box war, hieß es für mich Abendessen, während ich noch einmal die Trainingsfortschritte der letzten Monate Revue passieren ließ und Pläne für die kommende Saison ausheckte.
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  • Album:
    DVTS' Hauptstallungen ♥
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    Bracelet
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    9 Apr. 2018
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  • Cherokee Gold
    ,,Cherokee'' - ,,Chero''

    Abstammungsnachweis ~
    Aus der: ubk.
    ubk. x ubk.
    ubk. x ubk. | ubk.
    x ubk.

    Von: ubk.
    ubk. x ubk.
    ubk. x ubk. | ubk. x ubk.


    Grunddaten ~
    Rasse: Trakehner
    Geschlecht: Stute
    Stockmaß: 1,70m
    Fellfarbe: Sooty Palomino mit Splashgen
    Gencode: folgt
    Fohlenjahrgang: 2011
    Geburtsland: USA

    Beschreibung ~
    folgt

    Ausbildungsstand ~
    Dressur: L
    Springen: A
    Military: E
    Endurance: E
    Fahren: E

    Erfolge ~
    folgen

    Gesundheitszustand ~
    Gesundheit: ausgezeichnet
    Beschlag: Kunststoffhufeisen mit Stollenlöchern

    Besitzerdaten ~
    Besitzer: Bracelet
    Vorkaufsrecht: Sosox3
    Ersteller: Sosox3

    Sonstiges ~