Eddi

Carachillo

Gegangen im Frühjahr 2016

Carachillo
Eddi, 24 März 2015
    • Eddi
      Alte Berichte:

      Tierarztbericht - 04.08.2014
      Meine Hengste Carachillo und Capriciasso waren kürzlich umgezogen, nämlich zu der liebsten Elisa nach Kanada. Ich hatte sie ihre gesamte Reise begleitet und harrte nun einige Tage in Kanada aus, ehe es wieder nach Hause ging. Grund dafür war aber auch mein eigentlicher Beruf als Tierärztin, denn ich hatte Elisa versprochen, mir die Hengste noch einmal anzuschauen, ehe ich fuhr und direkt alles aufzufrischen, was es aufzufrischen gab. Also ging es heute Morgen nach dem Frühstück direkt in den Stall, wo die beiden nun als Patienten auf mich warteten. Als erstes war Capri an der Reihe, denn er bockte beim Tierarzt nur zu gerne einmal herum. Da ich ihn schon länger kannte, sollte sich das Ganze hoffentlich einfacher gestalten, doch hier konnten wir uns wohl nur überraschen lassen. Zu Beginn warf ich einen Blick in Ohren, Augen und Maul, um erst einmal zu schauen, ob er sich während des Flugs nicht doch eine Infektion eingehandelt hatte. Dann hörte ich Herz, Lunge und Darm ab, ehe ich ihn direkt noch überall abtastete. Capri stand bisher ganz brav da und Elisa runzelte schon die Stirn. „Mit den Spritzen kommt das schon noch.“ meinte ich grinsend und kontrollierte noch die Körpertemperatur des Hengstes. Kurz darauf zog ich die ersten Impfungen auf, zuerst die Kombi aus Influenza und Herpes. Capri schlug kurz aus, als ich ihm die Spritze gab. Die nächsten zwei gegen Tetanus und Tollwut verliefen nicht anders. Dann hieß es noch die Wurmkur schlucken, ehe der hübsche Kerl noch gechippt wurde. Als das geschafft war, kontrollierte ich noch seine Augen. Erst den Pupillenreflex und dann schaute ich mir seine Augen genauer an. Kurz darauf waren noch die Zähne an der Reihe, doch alles war in Ordnung und Capri durfte mich verlassen. Cari war alles relativ schnuppe. Ich konnte ihm in die Ohren schauen, in die Augen leuchten und abhören ohne das er mit der Wimper zuckte. Auch beim abtasten hielt er wunderbar still und seine Temperatur lag auch im Idealbereich. Schnell impfte ich ihn und schob dann noch das Präparat mit dem Chip hinterher. Einmal mit dem Lesegerät drüber und auch sein Chip war registriert. Nun gab es noch die Augen- und Zahnkontrolle: Der Pupillenreflex funktionierte einwandfrei und auch sonst entdeckte ich keine Auffälligkeiten in seinen Augen. Bei den Zähnen musste ich zweimal mit der Feile ran und dann war aber das geschafft. „Na dann wünsche ich euch einen schönen Aufenthalt in Kanada.“ meinte ich grinsend, als auch Cari wieder auf seine Weide kam. „Alles in Ordnung bei den beiden.“ meinte ich lächelnd zu Elisa und sie nickte zufrieden.


      Pflegebericht 03. August 2014 - Vierbeiniger Zuwachs
      Farben, welche von einem blassen Lila zu hellem Gelb reichten, schmückten farbenfroh den Himmel und verliehen der Umgebung eine friedliche, ruhige Atmosphäre, in der man sich wohlfühlen musste. Leises Pfeifen ging vom Wind aus und sorgte dafür, dass mir ein wohliger Schauer über den Rücken fuhr und meine Härchen an den Armen, die sich dank meines orangen Shirts gut sehen ließen, sich aufstellten. Das Gras wiegte sich aufgrund des Winds leicht in die Richtung, in die es geschickt wurde und unter den zwölf Hufen meiner Neuankömmlinge knirschte der Kies, der sich auf dem Boden wiederfand. Die Sonne war schon halb hinter dem Horizont verschwunden und sie war das letzte Licht, welches uns großzügig gespendet wurde. Sie tauchte die Welt in ein mystisches, aber warmes Licht und schenkte uns das letzte bisschen Wärme, das uns noch blieb. „Ein tolles Bild, wir sollten hier öfter um diese Uhrzeit herkommen“, stellte Gwen nachdenklich fest und klopfte lobend den Hals des Falbschecken, dessen Fell im Glanz der Abendsonne in einem glänzenden Goldton schimmerte. Lucane war der einzige Hengst, der nicht ständig versuchte, sich auf dem Weg einige Grashalme vom Boden abzurupfen und fröhlich mampfend weiterzulaufen – ganz im Gegenteil zu Capriciasso und Carachillo. Alle drei waren erst heute aus Frankreich zu uns gekommen, weil Eddi ihren Bestand radikal verkleinern wollte, um schlussendlich mit ihren knapp zwanzig verbleibenden Pferden nach Wyoming auf eine kleine Ranch zu ziehen. Sie hatte mir schon zuvor von ihrer Ranch geschwärmt und auch ich hatte gewusst, dass es nur noch wenig Zeit brauchen würde, bis sie sich diesen mutigen Schritt wagen würde. Da die junge Frau sich von vielen Pferden trennen musste und wusste, dass ich die zierlichen, aber leichttrittigen Deutschen Reitponys nahezu vergötterte, bot sie mir zugleich ihre beiden gekörten Hengste an. Ein kurzer Blick zur Seite genügte. Carachillo reckte neugierig den Kopf in alle erdenklichen Richtungen, um die ungewohnte Landschaft und die vielen neuen Abenteuer, die hier in Kanada auf ihn warteten, zu erforschen und sich einen Überblick zu verschaffen. Lächelnd blickte ich auf den Hals Capriciassos, auf dessen Rücken ich selbst saß und betrachtete die dunkelgraue Mähne, in Gedanken schwelgend und nachdenkend. „Ich verstehe nicht, wieso er auf deinem Gestüt so unbeliebt gewesen ist“, murmelte ich leise vor mich hin, „er ist doch die Ruhe selbst.“ „Warte ab“, grinste Eddi vielversprechend und musterte uns von der Seite; Gwen war schon einige Schritte weiter geritten und lachte immer mal wieder über Lucanes Reaktionen, wenn er etwas Neues sah. Sie hatte den inzwischen elfjährigen Hengst zuvor nie kennenlernen dürfen, hatte ich ihn doch vor knapp einem Jahr zu Eddi gegeben, doch allem Anschein nach war sie bereits jetzt begeistert von ihm, schwärmte ununterbrochen und warf jede Sekunde ein, was er gerade tat. „Hm“, machte ich nur und hob dann den Blick wieder, blinzelte der Sonne entgegen, welche allmählich beinahe komplett am Verschwinden war. Am Horizont türmten sich Berge auf, die der Sonne Schutz boten, düstere Wolken zogen hin und wieder an der Lichtquelle vorbei und warfen riesige Schatten auf den Boden, verhinderten, dass das Gras und die vielen Blüten ihr Sonnenlicht genießen konnten. Entferntes Donnergrollen, wie wir es in der letzten Zeit gewohnt waren, wütete einige Kilometer von uns und kündigte den Einzug eines Gewitters an. Der Wind verstärkte sich, Blätter flogen von den Bäumen und segelten mit dem Wind tänzerisch durch die Luft, wirbelten fröhlich umher, als wollten sie sich gegenseitig in den Schatten stellen. Pfeifend strich der Wind um unsere Körper, der sich derzeit verstärkt hatte und durchzog die Weiten Manitobas, riss dabei einige Zweige mit sich und ließ sie an anderen Stellen wieder nieder. Ein flüchtiger Blitz erhellte die Gegend und die Reflektion des Seewassers, dessen Strand sich nun vor uns befand, blendete uns, ließ uns wegsehen. „Das Unwetter scheint sich uns relativ schnell zu nähern“, rief Gwen von vorne gegen den Lärm verursachenden, strömenden Regen und trieb das Pony unter sich an, woraufhin Lucane in einen flotten Trab fiel und am sich am See entlang schlängelnden Sandstrand vorbeitrabte. Capriciasso und Carachillo wurden auf unser Kommando hin ebenfalls etwas schneller und kurze Zeit später galoppierten wir über einen hügeligen Waldweg, um den schnellstmöglichen Weg nach Hause anzusteuern und noch vor dem Eintreffen des Gewitters im sicheren Stall zu stehen. Während des Galopps stellte sich auch zugleich heraus, was an Capri so „ungern“ gesehen war – er wollte den Kopf nach unten ziehen und den Hintern stattdessen in die Luft schmeißen, um ein wenig sogenannte Abwechslung in den Ritt zu bringen und es kostete mich einige Mühe, seinen Kopf nicht nach unten wandern zu lassen. Ein paar Buckler legte der Hengst ein und auch Cari ließ sich kurz anstecken, indem auch er einen Seitensprung wagte und somit Eddi ein wenig ärgerte. Der Wind zischte uns um die Ohren und peitschte uns schmerzhaft ins Gesicht, das Unwetter verstärkte sich und bewegte sich mit rasender Geschwindigkeit in unsere Richtungen. Die alten Bäume um uns herum knarzten bedrohlich und ließen den Eindruck erwecken, dass sie jeden Moment umkippen würde. Der Himmel wurde verdüsterte sich und war schließlich stockdunkel, weshalb wir uns verlangsamten und darauf achteten, auf dem Weg zu bleiben und nicht von dort abzukommen. Irgendwie schafften wir es unverletzt und erblickten in der Ferne das leichte Leuchten der Lichter auf dem Gestüt durch die geschlossenen Fenster. Sobald wir den beigen Steinboden der heimischen Anlage betraten, parierten wir unsere drei durchnässten Hengste in den Schritt und machten uns auf den Weg in die Reithalle, wo wir uns erst einmal eine Pause gönnten und gemütlich die drei Pferde trocken ritten, damit sie sich keine Erkältung zuzogen. Das stürmische Unwetter tobte dort draußen, nicht nur einmal flackerten die Lichter und sorgten dafür, dass uns ein wenig unwohl wurde. Völlig verschnauft und mit vor Erschöpfung hängenden Köpfen aufgrund der langen Galoppphase schritten Lucane, Capri und Cari ermüdet vor sich hin und hoben ein Bein nach dem anderen, um es auf dem trockenen Sandboden wieder abzusetzen. Wir hinterließen feuchte Spuren aus Regentropfen, die von unseren Körpern abperlten auf dem Sand und verdunkelten diesen an den betroffenen Stellen, die Hufe der Vierbeiner vom Sand, der sich mit dem Wasser an ihnen vermischte, völlig verdreckt. Während draußen beinahe die Welt unterging und das Wasser sich immer höher staute, sich an den Abflüssen aneinander drängte und versuchte, möglichst viel möglichst schnell in jenen Abflüssen unterzubringen, der Wind die Bäume zur Seite wiegte und erbarmungslos ganze Äste abriss und rücksichtslos durch die Luft schleuderte, umgab uns das kalte Licht der Reithalle und das Pfeifen des Windes, der an den glücklicherweise verschlossen Fenstern vorbeizog. „Und so leben wir in Kanada“, erklärte ich Eddi grinsend und hatte dabei vor, die Stimmung etwas aufzulockern, waren wir doch alle noch völlig überrascht vom plötzlichen Umschwung des Wetters und des flotten, anstrengenden Heimritts. „Zerrt ganz schön an den Nerven“, gab sie schwer atmend zu und lehnte sich auf den Hals Lucanes, um den Falbschecken ausgiebig für sein tapferes Verhalten zu loben. Nickend blickte ich zu Gwen, die mich nur schelmisch angrinste. Sie wusste, wie schwer für mich die Umstellung von England nach Kanada war und auch ich hatte dies nur allzu gut in Erinnerung. Brummelnde Pferdeköpfe streckten sich über die Boxentüren und begrüßten uns und die drei Neuankömmlinge, als wir endlich den Stall betraten. Vom Unwetter war nicht mehr viel zu spüren, lediglich ein eiskalter Wind kitzelte uns im Gesicht, als wir uns auf den Weg in den Stall machten. Der vertraute Geruch von frischem Stroh empfing uns und ich atmete tief durch, nachdem ich Capri in seine neue Box verfrachtet hatte und mich über das Tor lehnte, um ihm dabei zuzusehen, wie er fröhlich sein Heu zermalmte, das in seinem Heunetz auf ihn gewartet hatte. Eddi und Gwen hatten sich um die Stellplätze der anderen beiden Ponys gekümmert. Cari stand, ebenso wie Capri, im dritten Stalltrakt – also dort, wo sich meine Zuchtpferde befanden. Lucane hatte es in den ersten Stalltrakt geschafft, er würde vorerst nur als Freizeitpferd dienen und eher seltener den Turnierstress miterleben. Erst einmal würden wir uns seinem Training widmen müssen, das noch nicht sehr ausgereift war. Plaudernd gingen Gwendolyn und ich dann in den ersten Stalltrakt, um Eddi abzuholen und sie im Wohnhaus auf eine Tasse heiße Schokolade einzuladen. „Wer könnte da schon 'Nein' sagen?“, gab sie lachend zu überlegen. Wir stimmten in das Gelächter ein und irgendwie schafften wir es dann doch noch mit einem Lächeln auf dem Gesicht in das Haupthaus, wo mich zugleich Matthew erwartete, der bei meinem Anblick die Stirn in Falten legte. „Was? Sehe ich etwa so schlimm aus?“, neckte ich ihn und lächelte ihm dann sanft zu, woraufhin er nur schmunzelnd ein „Ja“ erwiderte. Gespielt empört boxte ich dem Mann in die Seite, was er mit einem kurzen Kuss quittierte und mir dann leise ins Ohr murmelte, dass er noch in die Stadt müsse, um einige Besorgungen zu erledigen, weil unser Kühlschrank mal wieder leer wäre. Eine leichte Gänsehaut bildete sich in meinem Nacken und noch bevor Matthew seine Arme für mich geöffnet hatte, umarmte ich ihn kurz und atmete dann tief durch, um seinen wunderbaren Duft riechen zu können. Nach viel zu kurzer Zeit lösten wir uns wieder voneinander und ich fand mich mit gerötetem Gesicht vor Gwen und unserem Gast wieder, die mich fragend ansahen, dabei wurden ihre Lippen aber weiterhin von einem Grinsen geziert. „Hast du uns etwas zu erzählen?“, wollten beide gleichzeitig von mir wissen, als Matthew verschwunden war und verneinend zog ich sie mit mir in die Küche, um vom Thema abzulenken. Doch auch, als die Küche vom leckeren Duft des Kakaos förmlich durchflutet wurde und wir schweigend am Tisch saßen, spürte ich noch die zwei neugierigen Blicke der gegenübersitzenden Personen auf mir und konnte es mir nicht verkneifen, dass mein Gesicht eine zugegebenermaßen ziemlich ungesunde, rote Farbe annahm. Beide stichelten auf mir herum, wollten endlich erfahren, was das zwischen Matthew und mir nun wäre und nervten dabei so sehr, dass ich schließlich einfach ein „Ich weiß auch nicht so recht, was wir da haben“ seufzte und nervös mit dem Ring an meinen Fingern spielte, den er mir auf unserem Trip zu den Niagara-Fällen geschenkt hatte. Es war zwar ein relativ günstiges Teil von einem dieser gewöhnlichen Marktstände, doch für mich hatte er eine umso größere Bedeutung – auch, wenn das für manche schwachsinnig klingen mochte.



    • Eddi
      Pflegebericht - Juli 2015

      Irgendwie war es mir ein Rätsel wie man bei der Hitze noch irgendetwas machen sollte. Die Pferde liebten inzwischen den langen Flusslauf, der über das Weideland ging. Manche standen den halben Tag drin und wenn man doch mal reiten wollte, hatte man oftmals ein verschlammtes Pferd.
      Wenn ich ritt, dann aber sowieso nur in der Frühe oder ganz schön spät abends. Heute war mal wieder ersteres an der Reihe. Tatsächlich wollte ich heute Morgen sogar drei Pferde schaffen.
      Den Anfang machte Hollybrook’s Zarin. Langsam aber sicher wollte ich den hübschen Hengst auf die Körung vorbereiten und da kamen wir nicht umhin, auch mal unter dem Sattel zu arbeiten. Schnell geputzt und gesattelt war der Hengst und heute anscheinend sogar recht motiviert.
      Noch arbeiteten wir viel an den Grundlagen, aber zur Abwechslung nahm ich auch die Seitengänge und verstärkten Gangarten mit hinein. Immerhin sollte Zarin an unserem Training Spaß haben und nicht gelangweilt das machen, was ich von ihm forderte.
      Heute lief es wirklich gut und so ritt ich den Hengst nach einer Stunde zufrieden ab und dann gab es erstmal eine erfrischende Dusche und die Portion Müsli, ehe es zurück auf die Koppel ging.
      Nächster Kandidat auf meinem Plan war Schneeleopard. Auch ihn wollte ich irgendwann gerne gekört sehen, gerade weil ich schon eine Criollostute im Stall stehen hatte, die zur Zucht zugelassen war. Schneeleopard war schon lange in meinem Besitz und wir hatten uns nie wirklich Gedanken um die Zucht gemacht, aber irgendwann kam auch das auf.
      Auf Turnieren war der Tigerschecke erfolgreich und auch unter dem Sattel lief er traumhaft, dennoch war er noch nicht weit genug für die Körung, also hieß es: Üben, üben, üben. Auch heute wieder und wieder die ganzen Lektionen. Auch Schneeleopard bekam danach eine erfrischende Dusche und sein Belohnungsfutter.
      Letzter Hengst für diesen Morgen sollte Golden Ebano sein. Endlich wollte ich mal wieder etwas für die Muskeln meines Vollbluthengstes tun, der sich so wunderbar entwickelt hatte. Fleißig lief er unter mir und besaß auch eine schöne Selbsthaltung. Ebano war auch noch recht motiviert, aber zum Ende hin hatte auch er keine Lust mehr.
      Ich versorgte auch noch ihn und dann hieß es auch schon Heuraufen auffüllen, Tränken kontrollieren, Wassercontainer auffüllen und die allbekannten Stellen abmisten beziehungsweise die Unterstände ausmisten. Takräftige Unterstützung erhielt ich dabei von Ethan und Kat und zu dritt war man dann doch gegen Mittag fertig.
      Die Mittagshitze verbrachten wir in unserem Pool. Für den hatten wir alle zusammengelegt und es hatte sich wirklich gelohnt. Ich wusste gar nicht, was ich ohne das Teil noch bei der Wärme machen würde.
      Nach dem Mittagessen war ich für einen Ausritt. Heute Abend sollte ich eine kleine Gruppe an Touristen durch unsere Gegend führen (ja, auch ich musste irgendwie Geld verdienen) und ich wollte vorher lieber noch einmal kontrollieren, ob mit der Strecke auch wirklich alles in Ordnung war.
      Kat setzte ich auf Aristo, Ethan auf Dr. Insektor und ich nahm mir Thorondor. Letzterer war zwar schon inzwischen ein altes Relikt, aber immer noch fit und so trug er mich auch heute wieder stolz durch die amerikanische Landschaft. Der Weg war wirklich wie geschaffen und man kam an vielen Wasserstellen vorbei, die für eine Pause einluden. Perfekt!
      Bevor ich mich jedoch den fremden Menschen würde widmen müssen, kam noch ein Neuankömmling aufs Gestüt. Vor kurzem hatte ich mal wieder Siobhan in Schottland besucht und auch ein kleines Mitbringsel mitgenommen, beziehungsweise kam das jetzt an.
      Es handelte sich um einen Hengst, ein schweres Warmblut, namens Albertino. Er war sogar schon gekört und deshalb das wunderbare Gegenstück zu Wita und so hatte ich nicht nein sagen können!
      Der Fuchs wurde uns gebracht und durfte sich dann erst einmal alleine auf der kleineren Weide einleben und sich an das doch andere Wetter gewöhnen. Die Nacht würde ich ihn in den kühlen Stall bringen und dann mal schauen wie er sich einleben würde.
      Albertino hatte ich ein wenig betüddelt und geputzt, aber dann wurde es auch schon Zeit, gemeinsam mit Ethan die Pferde für den Ritt zu holen. Wir hatten tatsächlich fünf Touristen, die reiten wollten. Ich hatte entschieden, dass wir sie zu zweit begleiteten: Ich vorneweg und Ethan als Katzenauge hinterher.
      Kat blieb derweil auf der Ranch. Sie kümmerte sich um die Bezahlung und Versorgung der Touristen. Na das würde lustig werden…
      Ethan und ich holten die sieben Pferde von der Weide. Da die Stuten heute frei hatten, waren wir mit Hengsten unterwegs. An sich eventuell ein waghalsiges Manöver, wer aber unsere Hengste kannte, wusste, wie sicher das war.
      Ethan setzte ich auf Call me a Twist und ich nahm mir Dissident Aggressor. Beide Hengste machten etwas her und würden die Ponybande gut unter ihre Fittiche nehmen. Die bestand im Übrigen aus Absinth, Bandit, Hugo Boss, Carachillo und Hýreygur.
      Da wir die Pferde lieber selber fertig machten (sonst landete ein Sattel noch verkehrtrum auf dem Pferd), waren diese auch schon fertig, als die Touristen kamen. Kat hatte alle mit Helmen ausgestattet und sie belehrt, also hoffte ich einfach, dass es klappen würde. Es waren drei Frauen und zwei Männer, eigentlich jedes Alter war vertreten und der Ausritt wurde besser als gedacht.
      Alle Reiter hatten angegeben, dass sie fortgeschritten waren und das waren sie auch und so konnten wir einen herrlichen Ausritt machen, bei welchem ich mir auch keine Gedanken um meine Pferde machen musste. Die waren wirklich in guten Händen.
      Wir machten auch allerhand Pausen und ich konnte viel über unser Gebiet erzählen, was die Touristen auch sichtlich ansprechend fanden. Zu Hause halfen sie dann alle bei der Versorgung der Pferde und als „Belohnung“ gab es von Kat dann Sandwiches und kühle Limonade. Ich glaube aus der Geschäftsidee würde doch noch was werden.
      Eigentlich war ich dann schon fertig mit der Welt, aber leider noch nicht mit den Pferden. Am Abend ritt ich noch meine beiden Junghengste Allelujah und Monster Delusion. Mit Pajero ging ich auf unsere Geländestrecke. Der große Schecke musste dringend mal wieder ein wenig Dampf ablassen und da war Military genau das Richtige.
      Dann machte ich noch einen letzten Ausritt mit Pawaneeh, bei welchem ich den kleinen Heartbreaker als Handpferd mitnahm. Die beiden Schimmel benahmen sich wirklich wunderbar und ich konnte den Abend genießen. Wir bekamen sogar eine kühle Dusche von oben, denn plötzlich fing es an wie aus Eimern zu gießen.
      Spät am Abend verließ ich mit Kat noch einmal das Haus und wir putzten Pinochio, Hoppla und Window. Unsere drei kleinsten Hengste. Als dann auch die betüddelt waren, hatte ich alle Hengste für den heutigen Tag geschafft und Morgen würde der ganze Stress wieder von vorne anfangen. Die To-Do-Liste war schon lang genug: Zäune kontrollieren und reparieren, den Flusslauf abreiten, Weiden instand halten et cetera.
    • Eddi
      Pflegebericht - August 2015

      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.
    • Eddi
      Pflegebericht - Dezember 2015
      Weihnachten!

      Pünktlich sieben Uhr morgens trällerte mein Wecker „Shake up the happiness, wake up the happiness…“ und versetzte mich zurück in das Gefühl der letzten Tage. Vor kurzem waren wir umgezogen und hatten es Anfang Dezember dann endlich geschafft, dass alle Pferde auf das neue Gestüt zogen und nun stand mir ein Neubeginn vor. Nochmal von vorne, aber es fühlte sich richtig und gut an.
      Seit Tagen verbrachten nun ich und die Pfleger vor allem auch Zeit damit, alles weihnachtlich zu schmücken, denn am 23. Dezember würden wir unsere Weihnachtsfeier haben und bis da waren es nun nur noch knapp vierundzwanzig Stunden, in denen allerhand geschafft werden musste. Die Pferde hatten zwischenzeitlich ein wenig Pause gehabt, denn ich hatte mich erst einmal ordnen müssen.
      Da das Gestüt aber über genügend Weiden verfügte, verbrachten sie ihre freie Zeit eben dort. Da der Winter momentan auch gar kein Winter war, konnten sie auch ungestört über die fast schon zu grünen Wiesen toben und ich musste ein wenig aufpassen, dass sie mir nichts zerstörten, aber so lange es trocken blieb, war alles gut. Tatsächlich war es dieses Jahr wirklich kein Winter. Stattdessen hatten wir täglich um die 15 Grad und Sonnenschein, es war eher wie Frühling.
      Dementsprechend fiel es alle Beteiligten schwer, sich wirklich in ein Winterfeeling zu versetzen, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig, wenn in zwei Tagen Weihnachten sein würde. An sich hatte ich an dem Tag meinem ganzen Personal frei geben wollen, aber sie wollten zumindest bis Mittag noch ihren Dienst verrichten und mich bei der großen Anzahl an Pferden unterstützen. Dafür dankte ich ihnen sehr und am morgigen Abend würde jeder noch eine kleine Überraschung von mir erhalten.
      Doch nun musste ich mich erst einmal aus dem Bett schälen und mich allmählich fertig machen, denn die Pferde warteten schon auf ihr Frühstück und dann wollten sie auch schon hinaus auf die Weide. Bisher hatte ich nicht viel Personal, weshalb ich selbst noch kräftig mit anpackte. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe verteilt bekommen, weshalb sie Pferde schon gefüttert waren, als ich angezogen und gefrühstückt in den Stall trat. Stattdessen ging es nun auf die Weide. Immer mit zwei Pferden verließ ich den Stall und brachte sie auf ihre bestimmte Weide. Um dem Personal einen Leitfaden zu geben, hing zum einen im Stall ein großer Plan und zum anderen stand sowohl an den Boxen als auch an den Weiden, wer wo hingehörte. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Pferde dorthin kamen, wo hin sie sollten.
      Die Fohlen waren heute wieder besonders aufgeregt, für sie konnte es nie schnell genug nach draußen gehen. Besonders Hidden Flyer und Exciting Force waren immer sehr stürmisch. Die beiden Vollblutfohlen waren noch nicht sonderlich lange in meinem Besitz, weshalb ich sie bisher nur schwer einschätzen konnte, aber ich gab mir Mühe und so langsam kam ich dahinter. Zumindest rissen sie sich inzwischen nicht mehr samt Halfter und Strick los, sondern warteten, bis ich diese entfernt hatten.
      Heute sollte ein normaler Alltag anstehen, trotz der Tatsache, dass der 22. Dezember war, hatten wir noch genügend Anmeldungen für unsere heutigen Reitstunden. Eine würde ich halten, die andere würde auf das Konto einer mobilen Reitlehrerin gehen. Doch vorher wollte ich das sonnige Wetter für einen Ausritt nutzen. Leider fand sich spontan kein Mitreiter, weshalb ich entschied, mich selbst auf Deep Silent Complete zu schwingen und Come Whatever May als Handpferd zu nehmen.
      Die beiden Warmblutstuten kannten sich schon lange und kamen sehr gut miteinander aus, es würde also ein ruhiger und entspannter Ausritt werden, so etwas hatte mir gefehlt! Danach konnte ich dann guten Gewissens in den Tag starten. Tatsächlich waren wir auch nur eineinhalb Stunden unterwegs und nachdem beide Stuten gut versorgt wieder auf der Weide standen, erwarteten mich schon die Reitstunden.
      Die erste Reitstunde hatte etwas eher begonnen, da die Reitlehrerin heute Nachmittag noch woanders hin musste. In ihr liefen nur Herbsttraum und Hugo Boss. Beide unter sehr erfahrenen und talentierten Nachwuchsreitern, welche eine wirklich gute Figur auf den Ponys machten und den Unterricht der Reitlehrerin befürwortete ich auch sehr. Meine Reitstunde würde für fünf Reiter sein, es war ausnahmsweise Abteilungsreiten, was ich ungern machte, aber es konnte auch Spaß machen.
      Ich muss ehrlich sein, die Lewitzer setzte ich an liebsten in den Reitstunden ein. Immerhin züchtete ich sie als talentierte Sportponys für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend besaßen sie auch einen ruhigen und rücksichtsvollen Charakter, waren aber denn wirklich talentiert. Das war auch der Grund, weshalb ich für meine Reitstunde Donatella, Elliot, They call her Fiorina, Talya und Carachillo ausgesucht hatte. Schnell waren die Pferde verteilt und die Reiter damit beschäftigt, sie vorzubereiten, denn das musste man bei uns noch alleine machen. Sie hatten dafür gut eine halbe Stunde, je nachdem ob sie eher oder später kamen. Pünktlich um zwölf startete dann meine Reitstunde. Ich ließ sie die Pferde erst einmal aufwärmen und gab den ein oder anderen schon ein paar Tipps. Wir wechselten immer zwischen Abteilungsreiten und freiem Reiten, bei zweiteren nahm ich sie mir auch gerne mal einzeln auf dem Zirkel vor. Es lief wirklich gut, auch wenn ich das Gefühl hatte, danach schon heiser zu sein, aber was tat man nicht für die Jugend!
      Auch das Versorgen der Pferde beobachtete ich aufmerksam und war erst zufrieden, als es sowohl den Pferden als auch der Ausrüstung wirklich gut ging. Einer meiner Reiter schien gerade im Stress zu sein, denn ich fing ihm auf den Hof ab, wo er im fliegenden Wechsel von einem Pferd aufs andere sprang. Gerade kam er mit Scheherazade vom Distanztraining zurück und war nun schon auf halben Weg, um mit Cual Maniaca die nächste Runde anzutreten. Deshalb nahm ich ihm ein wenig Arbeit ab und führte meine braune Araberstute trocken, ehe ich sie noch abbürstete und dann auf die Weide brachte. Scheherazade barg sehr viel Potenzial, doch bisher hatte es sich noch nicht wirklich entfaltet. Leider.
      Da der morgige Tag gefüllt sein würde mit dem Programm unseres Weihnachtsfestes, hatte ich spontan eine Longenstunde doch noch auf heute geschoben. Das Pferd dafür war Kürbis, sie war ideal für die kleine Sechsjährige, welche uns hoffentlich öfters besuchen würde. Gemeinsam machten wir das Pferd fertig. Das Mädchen war sehr wissbegierig und scheute sich auch nicht, direkt nachzufragen. Heute machten wir an der Longe nur leichte Übungen, um ihre Balance und Konzentration zu stärken. Abschließend durfte sie noch ein paar Runden traben, ehe ich sie noch eine Runde um den Hof führte und dann war auch schon Schluss. Ohne Protest ging das zwar auch nicht, aber kommende Woche würde sie ja schon wieder da sein.
      Das Reitschulgeschäft konnte ganz lukrativ sein und ohne würde ich kurz über lang nicht auskommen, wiederum war mir aber das Wohl meiner Pferde wichtig und so basierte mein Prinzip darauf, dass auf jede Reitstunde mindestens zwei Korrekturstunden kamen und ein Pferd nie wirklich öfters als ein bis zweimal in der Woche lief. So dringend nötig hatten wir das Geld dann auch wieder nicht.
      Für den heutigen Nachmittag stand aber noch allerhand an. Ich wollte zumindest auch ein wenig mit helfen und es gab das ein oder andere Pferd, was wirklich nur ich ritt. Das war aus Prinzip Pajero. Den Schecken hatte ich schon, seitdem er ein Fohlen war, weshalb wir eine enge Bindung zueinander hatten. Für heute hatte ich mal wieder ein wenig Geländetraining eingeplant, das liebte er ja abgöttisch und besonders talentiert war er auch.
      Nach Pajero wartete schon mein zweiter Liebling: Thorondor. Jahrelang war ich seine Reitbeteiligung gewesen, dann war er in meinen Besitz gewandert und nun stand der wunderschöne Rappe bei mir im Stall und ging meinem Personal auf den Keks, denn er hatte einen sehr speziellen Charakter. Doch die Freiarbeit machte mit ihm tierisch Spaß und jeder bewunderte den Ausdruck und die Motivation des Pferdes, während wir über den Reitplatz tobten, es war wie immer sehr erleichternd.
      Für den heutigen Tag stand noch ein Springtraining mit Classic Gold an und eine Kutschfahrt mit Little Chocolate Chip. Danach telefonierte ich noch mit Occulta, welche momentan Naimibia als Leihstute für ein Fohlen besaß, schon bald würde meine hübsche Stute zurückkehren, da Occulta gerade dabei war, das Fohlen abzusetzen. Es war ein Traum von Reitpony geworden und wurde schon jetzt (zurecht) bewundert.

      Am kommenden Tag stand die Weihnachtsfeier an. Da diese pünktlich 13 Uhr beginnen sollte hieß es, den restlichen Kram schon vorher fertig zu machen und das war allerhand. Zum einen ritt ich vorher noch Allelujah, denn der hatte sich inzwischen seinen Ruf bei meinen Reitern gemacht und wurde tunlichst gemieden, weshalb ich die einzige war, die ihn vor allem gerne ritt. Danach longierte ich noch meinen Zwerg Hoppla, damit der kleine Kerl über den Winter weg nicht zu kräftig wurde und als letztes ließ ich noch einmal allen Stress von mir abfallen, während ich mit Albertino eine gemütliche Runde ins Gelände ging.
      Und dann ging schon unser Programm los! Beginnen tat das Ganze mit einem Führzügelwettbewerb. Endlich hatten wir eine Beschäftigung für unsere Zwerge gefunden. Werina und Mondscheinsonate liefen auch öfters als Gespann vor der Kutsche, aber Window blieb da immer ein wenig alleine im Nichtstun. Führzügelwettbewerbe und das Training mit den Zwergen machte ihm hingegen riesigen Spaß und unsere kleine Flauschkugel nahm tatsächlich ein wenig ab!
      Occani und Heartbreaker brauchten ein wenig mehr Beschäftigung. Zwar waren beide super kinderlieb und sehr geduldig, aber man sah ihnen doch an, dass es ihnen wesentlich mehr Spaß machte, gefordert zu werden. Sei es nun in der Dressur, im Springen oder im Gelände. Die beiden Welshs waren einfach für alles zu haben.
      Aus diesem Grunde hatten wir angeboten, die ein oder anderen kleinen Reiterinnen darauf vorzubereiten und alle waren wie verrückt gewesen. Es gab natürlich Schleifchen zu gewinnen und für jeden einen Nikolausstiefel mit Leckereien, so dass niemand leer ausging. Das Publikum hatte auch sichtlich Spaß! Danach sollten die Großen zeigen, was sie konnten, denn nun kam eine Hengstquadrille!
      „Bei der Auswahl der Pferde für die Hengstquadrille hatte ich lange mit mir gehapert, denn diese Pferde repräsentierten das Gestüt und sollten auch potenzielle Züchter anlocken. Also hatte ich versucht, so viel wie möglich mit einzubringen: Pawaneeh als Vertreter unserer Vollblüter, Cover the Sun lief als Sportpferd mit, Aristo zeigte die barocke Seite des Gestüts und zu guter hatte ich mich noch für Dissident Aggressor entschieden.
      Ich hatte alles dabei haben wollen und es war mir gelungen! Ich selbst saß auf Dissident Aggressor und jedes Pferd zeigte eine besondere Lektion, so dass Dissi und ich einen Spin zeigten, Aristo die Piaffe, Cover the Sun eine Pirouette und Pawaneeh überzeugte mit seinen Seitengängen. Der Applaus sprach auf jeden Fall für sich!
      Da ich wusste, wie beliebt es bei kleinen Kindern war, boten wir eine Art Ponyreiten an. Es waren immer größere Spaziergänge in das umliegende Gelände, circa eine Viertelstunde, bei welcher die Kinder geführt wurden. Dafür hatte ich Milka Luflee, Hyreygur, Varulv und Cheveyo ausgewählt, allesamt waren Hingucker aber totenbrav und das war das Wichtigste.
      Die Weihnachtsfeier war toll und alle hatten viel Spaß. Gegen 18 Uhr verließen allmählich alle das Gestüt und mit meinen engsten Leuten machte ich noch einen nächtlichen Ausritt bei Vollmond. Gut, nächtlich war übertrieben, aber 19 Uhr war es eben schon stockduster. Wir waren zu viert unterwegs und ritten unsere ruhigen Westernstuten: Kisshimbye, Like Honey and Milk, Ice Coffee und Apache’s Tomahawk. Schöner konnte man es nicht haben. Der Abend endete mit einer Weihnachtsfeier mit einem reichen Büffet und einer Dankesrede samt Geschenken für alle. Dann rückte auch der 24. Schon näher und ich würde allerhand zu tun haben.

      Wirklich viel Zeit hatte ich nicht, ich wollte alles schaffen, aber auch pünktlich 18 Uhr zu Hause sein, das hieß, dass spätestens halb fünf alles geschafft sein musste. Aus diesem Grund stand ich heute wesentlich eher auf, um nach der Fütterung direkt Khiara El Assuad, Golden Ebano und CH’S Sun is Shining in die Führmaschine zu packen.
      Während die drei beschäftigt waren, longierte ich meinen Junghengst Altyn, welcher sich momentan mehr als gut machte und mit dem ich wirklich zufrieden war. Dann widmete ich meine Aufmerksamkeit meinem Neuzugang Cola, welcher immer noch ein wenig in sich gekehrt war, was ich versuchte, mit Bodenarbeit aufzulockern. Wir machten Fortschritte, allerdings eben nur kleine. Da ich heute noch meinen Pferden etwas Gutes tun wollte, ritt ich noch Feuervogel und Morning Sun. Ich wusste, dass die beiden Reitponys sonst vor Langeweile vergingen.
      Da ich noch ein wenig Hilfe von meinem Personal am Morgen hatte, waren auch Lila Wolken, Possy Pleasure Mainstream und Sika bereits bewegt. Für Autumn Leave in the Sky und Dr. Insektor hatte sich auch noch jemand gefunden und so hatte ich doch schon fast meine Liste geschafft. Es war bereits früher Nachmittag, als ich noch zu einem Ausritt mit Flintstone und Schneeleopard aufbrach.
      Danach machte ich alles für den Abend bereit, denn die Pferde bekamen jeweils eine Extraportion Möhren, weil Weihnachten war. Dann ging ich zu meiner Kontrollrunde in den Fohlenstall. Amadahy, Frozen Bubble, Korah, Nabiri, Panta Rhei und Roswell vertraten stolz meine Lewitzerzucht. Es waren allesamt herrliche Nachkommen, auf welche ich mehr als stolz sein konnte.
      Auch über meine Welshponys konnte ich mich nicht beklagen. Acariya wurde von Tag zu Tag schöner, Sacre Fleur langsam immer selbstbewusster und zu Herbstmond brauchte ich nichts sagen, die wurde eh von alles und jedem geliebt und das zurecht! Shawnée und Siberia waren ja damals mehr Zufall gewesen, dennoch wollte ich die beiden Welsh Ds nicht mehr missen und auch heute bekamen sie wieder ihre Portion Knuddeln.
      Vor den Boxen von CH’s Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird blieb ich etwas länger stehen. Beide waren nun langsam bereit für den nächsten Schritt in ihr Dasein als Reitpferd, nur ich zögerte noch ein wenig, ich wollte ihnen so viel Zeit wie möglich geben. Das Gleiche galt für Tiny Girl, doch mein AMH unterschätzte ich zu gerne und wenn ich das tat, zeigte sie es mir auch deutlich.
      Der Tag neigte sich dem Ende und halb fünf standen alle Pferde in frisch gemachten Boxen, mit ihrer Ladung Heu für die Nacht. So konnte ich guten Gewissens duschen und mich umziehen, um dann pünktlich auf den Familienfest zu erscheinen.

      Von meiner Familie konnte kaum einer nachvollziehen, dass ich meine Feiertage mit den Pferden verbrachte, statt mit der Familie, obwohl ich zu jeder Feier trotzdem pünktlich kam, dennoch standen die Vierbeiner an erster Stelle. Diesen Morgen arbeitete ich ein wenig mit den Junghengst Abendprinz und Cruel Twist of Fate. Danach war HGT’s Unitato an der Reihe und dann noch Outlaw Torn. Die Jungpferde brauchten allerhand Beschäftigung, doch ich kam momentan kaum hinterher.
      Deshalb hatte Prazzy’s Goldbell allerhand Flausen im Kopf, genauso wie Paddington und gemeinsam machten sie nur Unsinn! War ich da immer froh über Caruso, der sich nichts anmerken ließ und ein Engel war. Am Ende meines Fohlenrundgangs betüddelte ich noch ein wenig Mon petit écrou, ehe ich mich an die richtige Arbeit machte.
      Vertigo, Caillou und Piccolos Blaze mussten geritten werden. Calimero II sollte noch longiert werden und dann wollte ich zumindest noch mit Joyce oder Sika eine Runde ins Gelände, für die Jungstuten war diese Erfahrung mehr als wichtig. Die restlichen würde ich auf die kommenden Feiertage schieben müssen, denn heute Nachmittag stand bereits die nächste Familienbevölkerung statt.
      Während dieser plante ich aber nur die kommenden Tage. Am morgigen Tag sah ich mich früh mit Amazed Marlin ausreiten, ehe ich gemeinsam mit Hákur neue Lektionen in Angriff nahm. Dann würde ich HGT’s End of Day longieren und an seinen Rückenmuskeln arbeiten, ehe ich etwas bodenarbeitstechnisches mit Fandango machen wollte.
      Am 27. Dezember ging es dann gemeinsam mit drei Freundinnen ins Gelände. Ich selbst ritt Quintesse, während ich den Rest auf Caribic Sue, Freeway und Walking in the Air verfrachtet hatte und dann stand tatsächlich schon fast 2016 vor der Tür! Ich würde Zarin und Golden Ebano ihre homöopathischen Tropfen am 31. Geben müssen, damit sie nicht vollkommen explodierten, wenn dann überall das Feuerwerk losging.
      Zum Glück bestand mein Stall größtenteils aus Pferden, denen das egal war .Call me a Twist und Bandit war das schnuppe, die würde auch neben einem Feuerwerk herlaufen. Morrigan war da nicht viel anders, nur He’s called Trüffel konnte ich da nicht so gut einschätzen, aber das würde sich noch zeigen, nun musste ich erst einmal diese Familienfeier hinter mich bringen!
    • Eddi
      Gestüt Sapala
      Zwei alte Bekannte
      27. Januar 2016
      Es war selten, dass Elisa anrief und wenn, dann war es wichtig. War es sowieso immer, wenn man etwas von Elisa erhielt, aber Anrufe waren besonders dringend. Den Grund erfuhr ich schnell: Bestandsverkleinerung. Sie wollte ihr Gestüt mal wieder ein wenig in die Schranken weisen und deshalb würden zwei bekannte Gesichter zu uns zurückkehren: Never look back und Raunchy’s Limited.
      Meine Reitponys, weil sich doch inzwischen viele angesammelt hatten, hatten ein eigenes Abteil bekommen, so war die Planung und das Training wesentlich einfacher und gerade bei ihnen ging es aktiv um Training, Turniere und Zucht. Deshalb würden auch Never und Raunchy dorthin ziehen. Auch sie würden bekannte Gesichter wiedertreffen und ich war mir sicher, dass sie sich schnell wieder einleben würden.
      Kommen sollten sie übrigens heute. Elisa hatte sie schon losgeschickt, da wusste ich noch nicht einmal annähernd davon. Sie wusste wiederum genau, dass ich eh nicht nein gesagt hätte. Etwas Zeit hatte ich aber noch, weshalb ich mir den kleinen Paddington von der Weide holte und für einen kleinen Spaziergang fertig machte. Dabei kamen wir auch am großen Reitplatz vorbei, wo gerade Allelujah im Fahren trainiert wurde.
      Momentan schickte ich vor allem den Palominohengst und meine Scheckstute Morning Sun auf Turniere, weil die beiden schon bald (hoffentlich) an einer Körung teilnehmen sollten, um im Zuchtbuch aufgenommen zu werden. Bei Allelujah wurde das auch allmählich Zeit, sein bester Weidekumpel Absinth hatte dies schon letztes Jahr schaffen können.
      Apropos, bei dem geliebten Schecken wollte ich auch noch vorbeischauen, aber ich ahnte bereits, dass Elisa nachher noch genügend Zeit mit ihm verbringen würde, weshalb ich ihn erst einmal auf der Weide ließ, betüddelt werden würde er noch genug. Stattdessen widmete ich die letzten freien zwei Stunden Cola.
      Der Hengst war noch recht neu bei uns und weder richtig im Training noch richtig in der Pause. Er erholte sich noch von seiner damaligen schlechten Verfassung und wurde erst einmal nur locker geritten. Aus diesem Grund putzte und sattelte ich ihn und ging mit ihm in unsere große Halle. Dort traf ich auf eine unserer Bereiterinnen, welche gerade mit Sika arbeitete.
      Die Scheckstute fiel ja insgeheim bei mir immer etwas runter, weil ich sie schlichtweg oft vergaß, deshalb hatte ich sie in die Obhut eines anderen Reiters gegeben, so dass sie regelmäßig trainiert wurde. „Sollen wir gehen?“, fragte die Reiterin uns unsicher, doch ich schüttelte nur lächelnd den Kopf. „Wir machen eh nicht viel und Cola versteht sich mit Stuten!“, beruhigte ich sie und gurtete nach, ehe ich mich in den Sattel schwang.
      Tatsächlich machten wir nicht fiel, sondern lockerten vor allem Colas Muskeln und ritten größtenteils nur in Dehnungshaltung. Der Hengst musste sich an die regelmäßige Beschäftigung erst einmal wieder gewöhnen, sonst würde er mir wahrscheinlich einfach so umkippen. Deshalb beendeten wir das Training auch eher. Einerseits wegen Cola, andererseits wegen Elisa, die gefühlt urplötzlich an der Bande stand.

      „Absinth, ich hab dich vermisst!“, quietschte sie begeistert, als ich Cola auf die Weide zurückbrachte und sie den Schecken entdeckte. Der hob sofort den Kopf und wirkte einerseits erfreut, andererseits sehr geschockt. Natürlich wollte Elisa wissen, wie es ihren ehemaligen Schützlingen ging, so blieben auch Allelujah und Morning Sun von dem Gequieke nicht verschont.
      Raunchy und Never bezogen direkt ihre Boxen, um sich in aller Ruhe ausruhen zu können, immerhin waren sie ziemlich lange unterwegs gewesen. Elisa besichtigte derweil neugierig das neue Gestüt und schien recht zufrieden. Da sie auch noch mehr Zeit hatte als gedacht, wollten wir einen gemeinsamen Ausritt machen. Natürlich nur auf Reitponys!
      Wie erwartet nahm Elisa natürlich Feuervogel direkt in Beschlag und würde ihn für den Rest des Tages auch nicht mehr hergeben. Trotz Bestandsverkleinerung war sie immer noch angetan von ihm. Ich wählte das passende Gegenstück Carachillo und nahm Hugo Boss gleich als Handpferd mit. So wären die beiden direkt für heute bewegt.
      Der Ausritt verlief ruhig und wir tauschten uns über alle Neuigkeiten aus, ehe wir wieder auf dem Gestüt ankamen. Die Pferde waren schnell versorgt und Elisa musste zum Flughafen spurten, um den heutigen Flug noch zu schaffen, bei dem Stress konnte sie ihr Gestüt natürlich nicht lange alleine lassen! Die armen Reitponys würden sonst vom Fleische fallen.
      Ich schaute noch einmal kurz bei unseren Neuankömmlingen vorbei, ehe es für mich heute noch zu einer Springstunde ging. Diese absolvierte ich jedoch nicht alleine. Während ich Naimibia ritt, ritt eine junge Frau noch Autumn Leave in the Sky, so dass die beiden Stuten als auch wir Reiter mal wieder springtechnisch gefördert wurden.
      Der Reitlehrer war von weiter Weg angereist und brachte interessante neue Ansätze mit sich, so dass ich nach der Stunde direkt nach Stift und Papier griff, um schnell alles aufzukritzeln, ehe ich mein Reitpferd versorgte. Dann neigte sich der Tag auch schon dem Ende, weshalb wir langsam auf die Fütterung und das Reinholen der Pferde umschalteten.
    • Eddi
      Gestüt Sapala
      Frühjahrsputz
      02. April 2016
      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.
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  • Album:
    Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Eddi
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    24 März 2015
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  • Name: Carachillo
    Geboren: 2008
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    Von: ÉdC's Velino
    Viktor x Bon Voyage


    Aus der: Cinnemont's History
    Unique Affair x Hopeless
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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Red Roan Sabino
    Gencode: ee Aa Rnrn Ss
    Stockmaß: 145cm


    Beschreibung:
    Carachillo ist ein junger, aufgeweckter Hengst, der viel Temperament hat und gefordert werden möchte. Sein jugendlicher Leichtsinn nimmt ab und zu noch Überhand, sodass er manchmal testet, wie weit er gehen kann. Lässt man den Jungpferd zu viel durchgehen, tanzt Carachillo einem schnell auf der Nase herum und es wird schwierig, ihm diese Unart wieder abzugewöhnen. Um Langeweile, die eben zu so einem Verhalten führt, zu vermeiden, sollte man ständig neue Dinge mit dem Ponyhengst machen und für viel Abwechslung sorgen.

    Ersteller: Gaitano
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Gaitano


    Springen A

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    2. Platz 266. Springturnier
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    Gekört: ja, [HK 416] 1D Pferde und Ponys
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    Nachkommen:
    Naimibia (aus der Star's Diamond, 2010)
    Osita (aus der unbekannt, 2009)